Nr. M Erstes Blatt 18|. Jahrgang Mittwoch. 13. Mai I93X Lrlchelnl iüylich, Steuererhöhung. In Frankfurt tagte der Geschäftsführende Ausschuß der Deutschnativnalen Dolkspartei. Nachdem eine Reihe organisatorischer Fragen behandelt worden waren, wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Den hessischen Abgeordneten wird der Dank für ihre Tätigkeit im Landtag ausgesprochen. Sie werden ersucht, die bisher beschrittenen Wege weiter zu gehen, sich insbesondere allen Maßnahmen zu widcrsetzen, die auf eine weitere steuer- liche Belastung der Bevölkerung, insbesondere des städtischen und ländlichen Grundbesitzes, hinauslaufen. Die DRVP. lehnt, wie schon seit Jahren, aus das entschiedenste jegliche Steuererhöhung ab. Sie sieht den Weg zur Sanierung der Finanzen in der Senkung der Ausgaben." Aus aller Well. 23om Frauenbund der Deutschen kolonialgefellschast. Die Hauptversammlung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellfchaft findet in diesem Jahre tyn 20. und 21.Mai in Eisenach statt. Die Arbeiten und Ziele des, Frauenbundes erwecken gerade in der heutigen schweren Zeit im Vaterlande in immer weiteren Kreisen Interesse und Verständnis, zeigen sie doch immer deutlicher, wie schwer wir darunter leiden, daß uns durch den Versailler Vertrag die Möglichkeit genommen wurde, unseren Volksgenossen im eigenen überseeischen Besitz Brot und Arbeit zu verschaffen, unsere Industrie mit den eigenen Rohprodukten ohne hohe Aus- landzölle zu versorgen. Die Arbeit des Bundes gibt aber auch Hinweis«, wie wir trotz alledem auch heute noch mit den in den Kolonien lebenden Teilen unseres Volkes in Verbindung bleiben und wie z. B. durch die Stellenvermittlung des Frauenbundes der Weg für manche nach fvnifien offengehalten wird. (Eine (Eleftrofagung in Frankfurt. Der Verband Deutscher Elektrotechniker und die Bereinigung ber (Eiet- trizitätswerke haben beschlossen, ähre Tagungen gemeinsam abzuhalten und sie zu elner^Elektro- tagung auszugestalten, die in (Erinnerung an die 40,ährige Wiederkehr der Elektrotechnischen Ausstellung und des (Erinnerungstages des Internationalen Elektriker-Kongresses, Der den Auftakt zu der glänzenden Entwicklung der Elektrotechnik in Deutschland bildet, in Frankfurt a. M. abgehalten werden wird. Sie beginnt am 21. Juni im Frankfurter Rathaus. Am 22. Juni hält Exzellenz von Miller, der gefeierte Pionier der Elektrotechnik, eine Rede, in der er, durch seine historische erste Kraftübertragung von Elektrizität in Deutschland hierzu am ersten berufen, über die geschichtliche Entwicklung der Kraftübertragung auf weite (Entfernung spricht. Am 23. Juni folgen weitere Vorträge von Professor Matthias und Professor Dr. Haas über die Probleme der Hochspannungs-Kraftübertragung und die 2(usroirfung der Lauffeuer Kraftübertragung auf die Elektrizitätswirtschaft. 75 Jahre Herein Deutscher Ingenieure. Der Verein Deutscher Ingenieure feierte am 12. Mai sein 75jähriges Bestehen. Im Jahre 1856 ist der Verein in Alexisbad im Harz von 23 jugendlichen Mitgliedern des Akademischen Vereins Hütte, einer Vereinigung der Zöglinge der damals höchsten preußischen Gewerbeschule, gegründet worden. Zur Erinnerung an die Gründung des Vereins, der heute mit 31 000 Mitgliedern und drei Auslandverbänden in Japan, China und Argentinien an der Spitze aller technisch-wissenschaftlichen Körperschaften der Welt steht, versammelte sich der Vorstand und ein kleiner Kreis zu einer schlichten Gedenkfeier in Alexisbad, um ein von den Mitgliedern der Gesellschaft gestiftetes Denkmal zu enthüllen. Der Schöpfer des Denkmals, Bildhauer Encke, übergab das Denkmal Generaldirektor Dr. K ö 11 g e n, dem Vorsitzenden des VDI. Professor Dr. M a t s ch o ß feierte in einer Festrede die jugendliche Begeisterung und den Weitblick, mit dem seinerzeit die jungen Mitglieder des Vereins die Grundlage für den heutigen VDI. geschaffen hatten. Das Denkmal besteht aus einer vier Meter hohen Säule aus Muschelkalk, auf der die Figur eines jugendlichen Mannes im Alter der Gründer des VDI. und in der Erscheinung der damaligen Zeit steht. (Eine Tagung reifender Kaufleute. Am 15. Mai veranstaltet berVerbandreisen. ber Kaufleute Deutschlands im Rahmen seiner Reichstagung eine öffentliche Äunbgebung in Berlin. Zahlreiche Behörben unb Wirtschaftsver- bänbe haben ihre Beteiligung bereits zugesagt. U. a. wirb Verbanbsbirektor Günther über „Wirtschaftsnot unb reifenber Kaufmann" sprechen. Oie Wetterlage. fiaytn. M nami Soll; lont St Trankt 5@2j <7 Wien -> .. . O O wolkenlos. 9 heiter, dnaro oeoeext fr woiktg. eoedeext •Itegeix * Schnee Graupeln e Hebei "R Gewitter.(§)wind5tiiie.«O' stN leichter Ost massiger Südsüdwest Q stürmischem «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen atmenden zart» len geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichet® •uf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Der hohe Druck über Mitteleuropa beherrscht bie Wetterlage und siihkt in unserem Bezirk zu meist heiterem unb warmem Wetter. Im Rorbwesten nähert sich eine Störung den britischen Inseln, die durch ihre Südseite später den hohen Druck abschwächen dürsten. Dabei besteht die Möglichkeit, daß mit der zunehmenden Erwärmung auf dem Festlands Gewitterstörungen entstehen. Zunächst bleibt jedoch das meist heitere Wetter erhalten. Aussichten für Donnerstag: Meist heiteres Wetter mit weiterer Erwärmung, später auf- kommende lokale Gewitterneigung. Aussichten für Freitag: Gewitterstörun- gen ober einzelne gewitterartige Niederschläge wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 12. Mai: mittags 21,6 Grad (Eelfius, abends 16,4 Grad: am 13. Mai: morgens 13,8 Brad. Maximum 22,5 Grad, Minimum 8,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Mai: abends 20,2 Grad: am 13. Mai: morgens 13,8 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 7 Stunden, r >. i & ' H. B. dieser Welt.' Abg. Or. Aiepoth über die politische Lage. In einer stark besuchten Mitgliederversammlung der De-utschen Dolkspartei am Montagabend im „Hindenburg" gedachte der Orts- gruppenvorsihende, Oberreallehrer Appel, zunächst in herzlichen Worten der verstorbenen volksparteilichen Landtagsabgeordneten Haury und Scholz, dann teilt er. mit, daß Handwerkskammersyndikus Röhr zum zweiten Ortsgruppen- vorsihenden gewählt worden sei, anschließend stellte er den neuen Parteigeschäftsführer Heinemann, der Versammlung vor. Sodann sprach in gut eineinhalbstündiger Rede der volksparteiliche Landesvorsitzende in Hessen. Abg. Bürgermeister Dr. R i e p o t h - Schlitz, über die politische Lage. Der Redner betonte zunächst, daß die Deutsche Volkspärtei es gewesen sei, die auf Schlußmachen mit den Erhöhungen der Realsteuern bestanden und diesen Willen in der Rotverordnung der Reichsregierung durch- geseht habe, ebenso wie es das Werk der DDP. gewesen sei. daß im Reichshaushalt bestimmt wurde, Mehrausgaben seien nur durch Abstriche am Etat auszugleichen. Der Redner würdigte sodann die unermüdliche Arbeit des Parteiführers Dingeldey mit herzlichen Worten der Anerkennung. Bei der Besprechung der Lage nach den Reichstagswahlen vom 14. September erklärte der Redner unter Anführung markanter Einzelheiten, daß die DDP. im wohlerwogenen Interesse der deutschen Wirtschaft und des ganzen Volkes in der Regierung geblieben sei. Weiter bezeichnete der Redner die Senkung der Selbstkosten der Wirtschaft durch entschiedene Minderung der Regiekosten und der öffentlichen Lasten als unbedingt notwendig für die Erringung besserer Arbeits- und Lebensverhaltnisse im Deutschen Reiche. Ebenso dringlich sei die Wiederkehr und Sicherung des Vertrauens zu den Maßnahmen der Reichsregierung und der deutschen Wirt- schaftsgcstaltung, wozu nicht zuletzt unbedingtes Festhalten an der Unterlassung weiterer Steuer- crhöhungen und Wirtschaftsbelastungen gehöre. Der Redner polemisierte sodann gegen die Sozialdemokratie, die Rationalsozialisten und die Deutschnatwnalen, chie vor der Reichstagswahl dem Volke alles mögliche versprochen, bis jetzt ober nichts getan hätten, um ihre Versprechungen einzulösen. Mit Rachdruck betonte der Redner U'"-. daß die DDP. stets mit Entschiedenheit für die «zernhaltung der Parteipolrtik von der Reichswehr eingetreten sei und auch künftig diesem Grundsatz treu bleiben werde. Der Redner verteidigte sodann die Außenpolitik der Minister Stresemann und Curtius, sowie die Eni- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 13.Mai 1931. Christi Himmelfahrt. Im Herzen jedes Menschen, den das Schicksal in die Ferne verschlagen hat, lebt die Sehnsucht nach seiner Heimat: diese Sehnsucht bricht in der Bibel oft ergreifend hervor. Im 42. Psalrne gibt ein in Babylon gefangener Mann dem Heimweh nach dem Lande am Jordan erschütternden Ausdruck. In dem Briefe an die' Hebräer werden die alten Erzväter als Gäste und Fremdlinge bezeichnet, die ihr Vaterland suchen. Sie führten ein Leben der Unruhe, weilten da, wo sie Weidetriften für ihre Herden sanden, brachen dann lhre Seite wieder ab und zogen weiter, im Herzen den Gedanken: Wir haben hier keine bleibende Statt. In diesem Worte ist schon die Sehnsucht nach der irdischen Heimat in tiefer und inniger Form mit der Sehnsucht nach einer besseren, himmlischen Heimat in Beziehung gesetzt. Es gibt hier fdh dauerndes Glück. Die Menschen sind erdgeborene Geschöpfe, tragen deshalb alle Mängel der Vergänglichkeit mit sich: Armut, Krankheit, Enttäuschung, Abschiednehmen. Sünde und Schuld. Darum das Ausschauen nach einem besseren Vaterlande, das bei allen Völkern zu beobachten ist. Oft legt man die schönere Heimat rückwärts in die Vergangenheit. Die Griechen erzählen von einem goldenen Zeitalter, das in der Urzeit bestand, da die Menschen noch friedlich wie die Kinder miteinander lebten. Immer gehen die Gedanken vom Diesseits nach dem Jenseits. Diesseits" und Jenseits, das ist eine Llnterschei- dung, mit der sich viele in Gedanken beschäftigen. Wer an einem breiten Strome wohnt, schaut oft hinüber nach dem jenseitigen Ufer, sieht abends die Lichter glänzen, hört die Glocken klingen und mochte wissen, was dort die Menschen treiben. Ein unbekannter Dichter, der schon ein Menschenalter vor Luthers Geburt gelebt hat, singt: .Ich wollt, daß ich daheime wäre und aller Welten Trost entbehr. Daheim ist Leben ohne Tod und ganze Freuden ohne Rot." Vielleicht ist der Drang nach dem Jenseits selten so stark gewesen, wie in der Gegenwart. Folgenschwere Zeitereignisse haben die Menschheit erschüttert, nun sucht sie sich mit ewigen Mächten in Verbindung zu setzen, leider oft auf falschem Wege Der Weg zum Jenseits geht nur durch Jesus, durch den, der gesagt hat: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Lebern" Er hat den Seinen die Zusage gegeben: „3ny meines Vaters Haus sind' viele Wohnungen, und ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Man könnte diese Worte vom jenseitigen Leben als schöne und gute Worte nehmen, aber eben nur als Worte, wenn nicht erwiesen wäre, daß hinter ihnen Tatsachen stehen. Es ist eine Tatsache, .daß Jesus mit allen seinen Worten recht behalten, daß er, während so viele Religionen alt geworden und untergegangen sind, während ein philosophisches System nach dem anderen als nichtig erwiesen worden ist, über die Seelen der Menschen fort und fort ungeheuere Gewalt hat, daß Millionen von Erdgeborenen das harte Schicksal überwunden haben und völlig ruhig gestorben sind, weil sie wußten, daß sie im jenseitigen Leben mit ihm vereinigt sein würden. Daß er außerdem Unzähligen die Kraft gegeben hat, ihre Leidenschaften zu besiegen, ihre Mängel obzulegen und ein Leben der Heiligung und Reinheit zu führen, spricht auch für die Wahrheit seines Wortes: „Mein Reich ist nicht von 91g Grad '5Wg> Nis Uaaen- LNen Kn, dgh *3 9 -Brof Jfcfi 'd alledem n lebenden ngblej. mnittlung nche noch L trotech, NElek, •“Äun. . «Wto, 5 »n die 'ton Aus, Mmotio. 'tot zu der otcchnik in : “Malten 1 ™ W Knz oon Technik, eine erste Kraft. Mnb hierzu he Entwilt. Entfernung Ege von Haas über Übertragung ibertragung teure. leierte am ■Nit 1856 harz von Nademischen tr Zöglinge ewrrbeschule, in die Grün« 31000 M, r in Japan, itze aller Körper« ickte sich der ier schlichten n den Mit« Denkmal mals, Md« al General« ihenden des l feierte in liftening und die jungen läge für den l)as Denkmal i Gäule aus jugenblifai M. unö in -ule. ndreifen. > im Rahmen iunbaebung in Mrtfchaftsver. Zugesagt. U.a. über „Wirt- prechen. des Dorfes. Es ist dies eines der vier Waldfeste, die sich im Kreise Wetzlar eingebürgert haben und stets starken Besuch finden. Die Teilnehmer erfreuen sich bei dem Gange durch die schöne Frühlingsnatur und finden in den Darbietungen auS Gottes Wort und in der heiligen Musik eine Stärkung ihres Glaubens. Herkömmlich finden sich viele Festgäste aus Lützellinden und den Rachbargemeinden, sowie aus Gießen und Umgebung ein. Im heutigen Anzeitzenteil wird herzlich zu diesem christlichen Volksfest eingeladen. — Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Donnerstag, den 14. Mai. Christi Himmelfahrt. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrossistent Seemann. —« Johanneskirche. 9.30: Pfr. Äusfeld; 11: Kindergottes, dienst für die Kinder der Iohannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. 4- Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfr. Lic. Waas. — Klein-Linden. 8: Hauptgottesdienst. — wieseck. 9.30. — Allen-Buseck. 14. -Kirchberg. 10: Kirchberg; 10: Lollar. — Hausen-Garbenteich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kinderkirche. — Lich. 9.30: Missionsinspektor Huggenbauer aus Basel; 10.45: Kindergottesdienst; 15: Missionsfest in der Meilbach; Missionsinspektor Huggenbauer. — Kloster Arnsburg. 11: Stiftspfarrer Draudt. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 13. Mat. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Donnerstag, den 14. Mai. Christi Himmelfahrt. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommu« nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Vesper mit Segen. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Freitag, den 15. Mak. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Sonntaasdienitd.Aerzten. Avotbckenam14.5.31. Fr. Or. Marx. Fr. Or. Rothenberger. Hirschavorheke. Zahnarzt: Ur. Gomer. ’D Geheimrat Zr. big. h. c. AWeim o. am 15. Alai auf weisen seinen do. Geburtstag Als Sohn des Gründers der Opelwerke in Rüsselsheim im Jahre 1871 geboren, übernahm er 1895 nach dem Tode seines Baters Adam Opel mit seiner Mutter Sophie und seinem Bruder Karl die Leitung der 1862 gegründeten Opel-Fahrrad, und Automobil-Werke. In rastloser, zielbewußter Aufbauarbeit hat Geheimrat oon Opel in Gemeinschaft mit seinem Bruder Dr.-Jng. b. c. Fritz Opel und seinen 1916 bzw. 1927 und 1928 verstorbenen drei Brüdern die väterliche Fabrik zu der größten Automobilfabrrk Deutschlands und der größten Fahrradfabrik der Welt entwickelt. Seit 1928 Vorsitzender des Aussichtsrats der Adam Opel AG., hat Geheimrat oon Opel auf die Geschick- feines Werkes noch heute maßgebenden Einfluß. „Aber! OnkeE Otto! Herz ist doch Trumpf!“ „Ja, Kinder, mit meiner Zerstreutheit und Nervosität wird das immer schlimmer." „Dann versuch’s doch mal mit dem coffeinfreien Kaffee Hag. Der wird Deinen Nerven gut tun. Kaffee Hag schmeckt wirklich genau so gut, wenn nicht besser, als der herrliche Mokka, den es bei Euch immer gibt." „Das will allerdings viel heißen. Also schön, noch heute wird Kaffee Hag probiert. Herz ist Trumpf! Kaffee Hag schont das Herz.” eine etwa 1,50 Meter hohe, seitwärts befindliche Mauer herab. Wie durch ein Wunder, kam das Auto wieder auf die Räder zu stehen, so daß die Insassen unverletzt blieben und mit dem Schrecken davonkamen. Es entstand lediglich größerer Sachschaden an dem Auto und der Mauer, deren Urnfasspngsgeländer samt Sockelsteinen heraus gerissen wurde. Taten für Tonnerstaq, 14. Mai. 1906: der deutsch-amerikanische Staatsmann Karl Schurz in Neuyork gestorben; — 1912: der schwedische Dichter August Strindberg in Stockholm gestorben. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Mittwoch. Stadttheater: „Schwanenweiß", 20 bis 22 Uhr. — Verband Deutsche Frauenkultur: Kulturlehrfilm ..Schneidere selbst", 16.15 und 20.15 Uhr, Palastlichtspiele, Kirchenplah. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Bettelstudent". — Astoria-Licht- spiele: „Die Wüstenpatrouille". .— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heure, 20 Uhr, einmalige und Erstaufführung des Märchenspiels „Schwanenweiß" von Strindberg; Spielleitung Walter Bäuer'.e, musikalische Leitung Kapellmeister Eujö. Die Rolle der Mutter hat Frau Auguste Prasch- Grevenberg übernommen. Die Rolle der Prinzessin spielt Elisabeth Wielanber, den Prinzen Karl Druck. Milwirkende: Damen: Doering, Koch, Leutholf, Schubert-Jüngling, Walther-Lederer; Herren: Bäuerle, Hub, Linkmann, Schelcher. — Freitag bleibt das Theater geschlossen. — Sonntag, 17. Mai, 18.30 Uhr, vorletztes Gastspiel von Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Frau Gudula in Saßmanns historischem^. Schauspiel „Hans Rothschild". — EineSteuer-Prote st Versammlung desHausbesitzervereins findet am nächsten Montagabend im Caf6 Leib statt. Redner ist Professor Dr. H o r n e f f e r (Gießen). (Siehe heutige Anzeige.) — Die historische Fachschaft an der Universität veranstaltet am Freitagabend einen Dortrag von Prof. Dr. T a e g e r über ..Rom in der Revolutionsperiode". (Siehe heutige Anzeige.) » •• Verkehrs- und Verschönerungs- Verein Gießen. In der gestrigen Ausschuh- sihung des Verkehrs- und Derschönerungsvereins Gießen wurde der geschäftsführende Vorstand in folgender Zusammensetzung einstimmig für das Geschäftsjahr 1931 wiedergewählt: Apotheker Schwieder, 1. Vorsitzender; Oberforstmeister Dr. Schüz, 2. Vorsitzender; Derwaltungssekretär Maus, Schriftführer; Kaufmann Loeb, Rechner; ferner als Beisitzer: Beigeordneter Dr. Hamm, Redakteur "Slum* schein, Hotelbesitzer Sch wab , Caföhausbesiher Schwarz, Regierungsrat Wolf, Dvrstand des Polizeiamts, und Oberfvrstmeister R i c o - > l a u s. Weiter wurde beschlossen, in diesem Jahre wieder einen Dlumenschmuckwettbewerb zu veranstalten und die Preisverteilung mit einer größeren Veranstaltung werbender Art zu verbinden. *• Kleiderdieb stähle in Gießener S ch u^e n. Gestern wurden in der Schillerschule, in der Goetheschule und in der Mädchen-Derufs- schule mehrere Mäntel und Jacken der Schülerinnen gestohlen. Anscheinend kommt in sämtlichen Fällen der gleiche Täter in Betracht. Die polizeilichen Rachforschungen sind im Gange. *• Iahresfest der Evang. Kirchengesangvereine. Man schreibt uns: Es sei auch an dieser Stelle auf das am Sonntag, 17. Mai, ab 13.30 Uhr auf dem Schiffenberg stattfindende Iahresfest der Evang. Kirchengesangvereine des Dekanats Gießen hingewiesen. Der herrliche, im Maienschmuck prangende Wald, der Schiffenberg mit seiner reizenden Umgebung und die in Aussicht stehenden Darbietungen des Gesamtchors und der Einzelvereine dürften ihre Anziehungskraft wie stets wieder bewähren. Man beachte die heutige Anzeige. •• Ein Militär-Grohkvnzert veranstaltet die Stadt Marburg am 17. Mai von 16.30 Uhr ab in dem Schloßparktheater. Bei dem Konzert werden die Musikkvrps des 15. Inf- Rgts. aus Kassel, Weimar und Marburg, das Musikkorps des 2. Dtls. des 17. Inf.-Rgts. aus Göttingen, sowie der Spielmannszug des Ausbildungs-Bataillons mitwirken. Die Leitung des Konzerts hat der Heeresmusikinspizient in Berlin übernommen. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. Kirche und Schule. Landkreis Gießen., X Lich, 13. Mai. Seit Jahrzehnten wird an Himmelfahrt für die Gemeinden der Umgegend in der Meilbach ein Missivnsfest gefeiert. In diesem Jahre wurde als Redner Missionsinspektor Huggenbauer aus Basel gewonnen. Der Posaunenchor Lich hat seine Mitwirkung zugesagt. Für Sitzgelegenheit wird sowett wie möglich gesorgt. Alle Missionsfreunde sind herzlich eingeladen. Ab 14 Uhr von Lich Autobusverbindung. (Siehe heuttge Anzeige.) — Ausflügler, die sich an Himmelfahrt KlvsterArns- bürg als Wanderziel wählen, seien darauf aufmerksam gemacht, daß an diesem Tage um 11 Uhr im „Paradies" ein Gottesdienst stattfindet. * Al len darf a. d. Lda., 13. Mai. Seit Jahren findet hier am Himmelfahrt ein Missionsfest statt, das besonders aus den Dörfern der Rabenau und aus dem Ebsdorfer Grund gut besucht wird. In diesem Jahre ist hier das M i s - sivnsfest des Dekanates Gießen, zu dem die Gemeinde besonders viele Gäste erwartet. Ein Posaunenchor und ein Schülerchor werden bei bem Feste Mitwirken. Festredner sind, wie aus dem heutigen Anzeigenteil hervorgeht, Pfarrer K ö d - ding und Missionar Müller. Das Fest Beginnt um 14.15 Uhr. Die auswärtigen Besucher des Festes sind nach der Feier Gäste der Gemeinde. Wer einen Himmelfahrtsausflug ins Lumdatal machen will, versäume nicht, das schöne Fest zu besuchen. Kreis Wetzlar. ^Lützellinden, 13. Mai. Schon über 40 Aahre feiert man von der Gemeinde Lützellinden aus ein christliches Waldfest in der Rähe scheidung der Deutschen Dolkspartei über den Boungplan, wobei er dem dringenden Wunsche Ausdruck gab, daß die bevorstehende Wiederaufrollung der Reparationsfrage besser als früher vorbereitet werden und das deutsche Volk bei dem Ringen um die Reuregelung der Tributlasten in lückenloser Geschlossenheit zu lammen stehen möchte. Weiter verteidigte er die volksparteiliche Haltung in Thüringen gegenüber den Rationalsozialisten, um hierauf noch in großer Linie auf die volksskirteiliche Politik in Hessen einzugehen. Er betonte hierbei unter anderem, daß die Landtagsfraktion der Deutschen Dolkspartei schon seit Jahren immer wieder auf größte Sparsamkeit im Staatshaushalt gedrängt habe, bei der Regierungskvalitton jedoch kein Gehör fand. Der Redner erinnerte tbeiter daran, daß die DVP. auch stets gegen das überaus starke Anziehen der Steuerschraube gewesen sei. Er forderte nachdrücklich Ersparnisse bei der Zentralverwaltung, wandte sich gegen den Abbau von lokalen Verwaltungsstellen, sprach sich entschieden für das Derufsbeomtentum und gegen das Parteibuchbeamtentum aus und äußerte die Hoffnung, daß die Landtagswahlen im Herbst zur Beseitigung der jetzigen Landtagsmehrheit führen möchten. Die DVP. habe ihre politische Linie auch in Hessen seit Jahren klar verfolgt und könne die Erwartung hegen, daß die hessische, Wählerschaft dieser klaren und von strenger Sachlichkeit geleiteten Politik bei den Wahlen ihre Zustimmung gebe. (Lang anhaltender Beifall.) Hierauf legte der neue Geschäftsführer Heinemann in einer kurzen Ansprache die Grundlinien seines politischen Arbeitsplanes dar, anschließend sprach Stadtratsmitglied Kaufmann Horn dem Parteiführer Dr. Riepoth aufrichtigen Dank für fein bisheriges Wirken und vollstes Vertrauen des volksparteilichen Mittelstandes für die weitere politische Arbeit der DVP. in Hessen aus. Jahresversammlung der Heimatvereinigung Schiffenberg. Die Heimatvereinigung Schiffenberg hielt am Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Rach einer kurzen Einleitung des Vorsitzenden, Oberforstmeister R i c o l a u s, erstattete der Schriftführer Rektor L R. V. Mül - Ier, Bericht über die Tätigkeit der Vereinigung in den letzten beiden Jahren. Er schilderte dabei die Entstehung, Aufgaben und Entwicklung der Bereinigung, deren Tätigkeit in weiten Kreisen der Bevölkerung starken Anklang gefunden hat. Im Vordergründe stand dabei die im vorigen Jahre abgehaltene 800-Jahrfeier des Schiffenberg, deren Durchführung ein in jeder Hinsicht befriedigender Erfolg war. Irn übrigen ist die Vereinigung eifrig bemüht gewesen, auf die Schönheiten des Schiffenbergs hinzuweifen, Heimatsinn, sowie Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Stadt und Land zu pflegen. Für den am Erscheinen verhinderten Rechner H. K i r ch n e r entartete Steuerberater A. Jäger den Rechenschaftsbericht. Die Einnahmen des Vereins betrugen in den beiden ersten Jahren des Bestehens der Vereinigung 695,16 Mk., die Ausgaben 483,65 Mk. Außer dem Kassenbestand von 211,51 Mk. besitzt der Verein noch ein Vermögen von 600 Mk. als Ueberschuh von der 800-Iahr- feier, das für besondere Aufgaben der Vereinigung zurückgehalten werden soll. Der vom Vorstand ' vorgelegte Satzungs- enttourf wurde genehmigt. Die Reuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Oberforstmeister Ricolaus, 1. Vorsitzender; Beigeordneter Dr. Hamm, 2. Vorsitzender; Rektor i. R. Val. Müller, Schriftführer; Geschäftsführer H. Kirchner, Rechner; Kaufmann K. Wei- big, 2. Schriftführer; Steuerberater A. Jäger, stellvertretender Rechner; Heimatdichter ®g. Heß, Beisitzer. Weiter wurde beschlossen, einen Ausschuß zu bilden, zu welchem dem Vorstand geeignet erscheinende Mitglieder herangezogen werden sollen. Zur Hebung der Schönheiten des Schiffenbergs sollen zwei Bänke an dem schönsten Ausblick aufgeftellt werden, außerdem wurde beschlossen, eine Orientierungstafel auf der Terrasse anzubringen. Weiter sollen eine Anzahl Bäume gefällt werden, um einen besseren Ausblick zu ermöglichen. Falls die laufenden Mittel ausreichen, sollen weiter einige Brunnen- fassungen vorgenommen werden. Für den Monat August ist eine größere gesellige Veranstaltung auf dem Schiffenberg geplant, bei welcher ein von dem Heimatdichter Gg. Heß verfaßtes Heim a tsPiel zup Aufführung kommen soll. Außerdem sind während der Sommermonate regelmäßige monatliche Zusammenkünfte auf dem Schiffen berg vorgesehen. Weiter wurde die S t i f - tung von geeigneten Bildern für den im Seitenbau des Schiffenbergs befindlichen Saal, der einen besonders schönen Ausblick nach der Stadt ermöglicht, angeregt. Ein Photo-Wettbewerb soll zur Herstellung schöner Aufnahmen des Schiffenbergs und seiner Umgebung anregen. Anschließend an die Hauptversammlung fand eine Familienzusammenkunft statt, bei welcher neben musikalischen Darbietungen beifällig aufgenommenc Ges anasvor träge einer Sängerabteilung aus Watzenborn-Steinberg zu Gehör gebracht wurden. Konzertsängerin W i e t - tich, Dad-Rauheim, erfreute durch den Vortrag mehrerer Lieder, ebenso sanden die von Frau Pfarrer Steiner selbst verfaßten und zu Gehör gebrachten, von ihrem Gatten vertonten Lieder allgemeinen Beifall. Im übrigen trugen die Mitglieder Gg. Heß und K. W e i d i g wesentlich 8U,r Verschönerung des Rachmittags bei. Ein Gießener Autobus in Marburg verunglückt. Aus Marburg wird uns von unserem UL-Mitarbeiter berichtet: Am gestrigen Dienstag kurz nach 21 Uhr wollte der mit etwa 12 Personen besetzte Auto-Omnibus von Ernst Walldorf aus Gießen den sehx steilen, vom Steinweg aus nach der Rordseite des Marburger Schlosses abzweigenden Rotergraben hinauffah- ren. Als der schwere Wagen die Bergstraße Halbwegs erklommen hatte, kam er, anscheinend durch Versagen der Umschalteinrichtung des Motors, in rückläufige Bewegung, fuhr ein. Stück bergab und stürzte xics ttoXVl/ Selbst ftOt mit SäuUfUctw? = piXäMJIM 'jndnlPoon Herrenzimmer,Speisezimmer,Schlafzimmer,Küchen,Matratzen Rudolf Blumstein in hervorragender Qualität kaufen Sie wie ja stadtbekannt am billigsten bei aseio ® * **^"^* " ™ * straBe ®3 02877 Allertshausen, den 1L Mai 1931. 3348 D Burg Gleiberg, den 13. Mai 1931. 3358 D Statt Karten. Für die vielen Kranzspenden und herzlicheTeilnahme bei dem Ableben unseres lieben Entschlafenen sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Auch dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe, dem Herrn Kapellmeister Topp und seiner Kapelle sowie dem Vorstand des Sanitätsvereins sei herzlichst gedankt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Bauer nebst Angehörigen. Gießen, den 13. Mai 1931. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Sebastian Niebergall. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die reichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, bei dem so unverhofften Heimgange meiner lieben Ehefrau, unserer treuen Tochter und einzigen Schwester Jakobine Wifener, ged. Lidi sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Bühler, sag. wir allen auf diesem Weg>e unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Wifener IV. Familie Gemeinderechner Karl Lieh Die historische Fachschaft an der Landesuniversität lädt ein zu dem am Freitag, dem 15. Mai, um 20 h. c. t, im Hörsaal 44 des Vor' lesungsgebäudes stattfindenden 3349 D Für Mitglieder frei! über: . „ta in di Unkostenbeitrag 30 Pf. 3-Zimmer-Wohnnng mit ülansardenzimm. Lchubertstrafie 10, II. Etage und eine 4-Zimmer-WobnuDg Schubertstr. 16 vt. per L Juni ob. spät. äu oerm. Näh. «tsD Licker Ltr. 5 vart. zw. 8—10 Uhr oorm. ob. 2—4 Uhr nachm. Schönes möbl. Zimmer au vermieten. [I7975 Sclterstveg 49II. Beschlagnabmefr., geräumige 4-Jimmer- Wohnung mit Bab u. Zentralheizung tn schöner, freier Sage «Anlage) für bald zu oerm. Schrtftl. Angeb. unt. 02868 an den Gieß. Anzeiger erbeten. Postkarten bei Brühl, GieBen Gut möbliert. Zimmer tn Lest. 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Mai, abds.SViUhr, findet im Saale des Cafd Leib Steuer- statt — Hauptredner: Herr Professor Dr. Horneffer, Gießen Wir laden unsere Mitglieder, sowie alle wirtschaftlichen Verbände und sonstigen interessierten Kreise hierzu ein und erwarten einen Massenbesuch. Der Vorstand. Zur Deckung der Unkosten werden 20 Pf erhoben. 3356d Die ordentliche Mitglieder-Versammlung findet Freitag, 22. Mai 1931,20.30 Uhr, im Neuen Studentenhaus, Leihgesterner Weg 16, statt. 3378d Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes 2. Kassenbericht 3. Entlastung des Vorstandes und Kassierers 4. Neuwahl nichtstudentischer Ausschußmitglieder 5. Verschiedenes Gießener Studentenhilfe e. V. Beschiagnahmefreie 3-4-Zimmer-Wohnung sowie 1-2 Garagen per sofort gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 02872 an b. @6. Anz. 2-3-Zimmer- Wohnung mit Küche von ruht- gem. kinberios. Ehepaar gesucht, evtl. Tausch gegen 1- b. 2- Zimmerwohnung m. Küche. Schr.Aug.unl. 2767Ü a.d.Gieh.Anz. Vielter, kinberi. 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Die neuesten Ermittlungen, die über dieses historische Rätsel angestellt worden sind, sprechen immerhin dafür, daß die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen ist, einer der Prätendenten sei der echte, Dauphin gewesen, und das weitaus meiste Anrecht auf Glaubwürdigkeit hätte bann der Potsdamer Uhrmacher, den fein neuester Biograph Hans Roger Madol nach sorgfältigster Prüfung das Für und Wider für den echten Sohn Ludwig XVI. zu halten geneigt ist. Für die ganze Echtheitsfrage ist es entscheidend, ob der Knabe, der mit dem Königspaar während der Revolution im Temple eingekerkert wurde, und das Kind, das am 8. 3uni 1795 in diesem Gefängnis starb, ein und dieselbe Persönlichkeit find. Sofort nach dem Tode des angeblichen Dauphins tauchten Gerüchte auf, daß der Königssohn vorher aus dem Gefängnis herausgeschmuggelt wurde und in die weite Welt entkam, und an diesem Glauben halten noch heute viele Franzosen und eine Anzahl von Gelehrten mit Zähigkeit fest. Die Gefangenhaltung des Knaben, zu dessen Aufsicht ein Schuhmacher und eifriger 3a- kobiner Simon bestellt war, ist vielfach erörtert worden, und man hat den Schuhmacher von dem Dorwurt gereinigt, er habe das Kind grausam mißhandelt und zum Trunkenbold gemacht. Alle Zeugnisse stimmen darin überein, daß der Dauphin, der nach der Hinrichtung seiner Eltern von seiner Schwester getrennt wurde, ein aufgewecktes und gesundes Kind war. Um so merkwürdiger erscheint es, daß die drei Konvents-Mitglieder, die einen Bericht über das Ergehen des „jungen Capet" erstatten sollten, ein krankes und taubstummes Kind vorfanden. Die Annahme ist nicht von der Hand zu weisen, daß an die Stelle des geflohenen Dauphins dieses taubstumme Kind in das Gefängnis gebracht wurde. Rach den Memoiren von Barras, einem späteren Mitgliede des Direktoriums, soll der Prinz 1794 aus dem Gefängnis herausgeschmuggelt und auf den Landsitz eines Bankiers gebracht worden sein. Auch eine reiche Engländern, Frau Atkins, die das Schicksal des Fürstenkindes tief erregte, plante seine Befreiung und erzählt in ihren Erinnerungen, es sei ihr mit Hilfe des Marquis de Fenoy 1 gelungen, als Wärter einen anderen Mann an die Stelle Simons zu bringen, und als bann Simon mit seiner Frau den Temple verließ, befand sich in bem Wagen, der seine Habseligkeiten fortführte, unter den Sachen der junge Prinz; der taubstumme Sohn eines Schneiders aus der Rormandie sei statt dessen ins Gefängnis gebracht toorben. 3e- denfalls starb am 8. 3uni 1795 ein Knabe in dem Kerker des Temple und wurde unter dem Ramen des Dauphin in der Kirche von St. Marguerite begraben. Als diese Kirche im 3ahre 1853 unter Rapoleon 111. niedergelegt wurde, grub man die Ueberrefte dieses Grabes aus und lieh sie durch die besten Aerzte jener Zeit genau untersuchen. Sie erklärten, daß der Knabe, der hier beerdigt war. nicht Ludwig XVII. gewesen fein könnte. Das Gutachten, das damals die Aerzte Dr. R e - camier und Alphonse Milcent erstatteten, sagt ausdrücklich: „Cs ist unmöglich, daß dieses das Skelett eines Kindes von 10 3ahren ist. Die Knochen sind die eines jungen Mannes von 15 bis 18 3ahren. Auf Grund dieses Gutachtens sind jetzt neue Forschungen angestellt worden; man hat die in dem Dokument von 1853 angegebenen Maße und Einzelheiten nachgeprüft und ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß die damaligen Schlußfolgerungen richtig waren und daß der ziemlich erwachsene Mensch, der im Gefängnis starb, nicht der 10jährige Knabe gewesen sein kann, der als Sohn des Königspaares in das Gefängnis gebracht worden war. Die Ansprüche bet Rachkommen Raundorffs gewinnen dadurch eine neue Unterstützung. Zweifellos sind viele Anwärter Betrüger gewesen. Befand sich doch unter ihnen sogar ein Indianer, der von einem Missionar nach Frankreich gebracht wurde. Einiges Aufsehen erregte ein gewisser Dru ° meau, der als Tagelöhner in den Vereinigten Staaten sich mühsam durchs Leben schlug und 1818 nach Frankreich zurückkehrte mit der Behauptung, er sei Ludwig XVII. Er starb im Gefängnis 1825. Mit großer Geschicklichkeit kämpfte für seine Ansprüche ein gewisser Hebert, der sich „Herzog von Richemont" nannte. Aber auch er muhte vom Schauplatz verschwinden. Der einzige. der wirkliche Erfolge erzielte, war Raun- borff. Ihm gelang es immer wieder, einflußreiche Personen zu finden, die sich für ihn einsetz- ten. und an feiner Leiche haben die Aerzte dis gleichen Merkmale wie. am Körper des Dauphin festgestellt: die Rarbe an der Lippe, das ausgebreitete Muttermal am Schenkel, die vorstehenden Zähne und ein Dreieck, das durch die Impfung hervorgerufen war. Oie Erle und der Aktuar. Eine Himmelfahrtögeschichie von Professor Max Liebermann. Die urdeutsche Sitte für Herren hat auch mich in früheren Iahren verpflichtet, in Freundeskreis auf dem Kremser in die Welt zu fahren. Wobei nicht immer schönes Wetter nur entschied, sondern auch Bier und Karten. Die schönste Himmelfahrtspartie aber unternahm ich — und meine viele Freunde seien mir darum nicht böse — vor etwa 25 Iahren ... allein! Als „besserer Herr ohne Anhang". Sie führte mich in die Märkische Schweiz und war — ohne alle Begleitumstände, den unvermeidlichen Skat und das nie leere Glas — eine der abgeschlossensten und schönsten. 3ene innere Ruhe, die uns erst nach dem ©türm beschieden wird, durchdrang mich ganz, und mein Auge fühlte die Weite der Ratur. Und jenes Blaß- blau, das vom Himmel siel, ergriff mich tief, weil es wie „Sehnsucht" ist, wenn wir die Farben dick wie Borke auf die Bilder hauen. Ich war ganz erfüllt von dieser unendlichen Ruhe. Mein Auge erfaßte eine weite Lichtung, die nur von einer einzigen Erle erfüllt war. So winzig klein sie sich in der Weite ausnahm, so riesig groß wirkte sie im Umkreis von einigen Metern, das Grün von jenem Blaß bl au überstrahlt. Ich skizzierte — obwohl ich nur einen Spaziergang machen wollte. Und bemerkte den einsamen Spaziergänger nicht, der um mich herum tänzelte. Er hat mir auf seine Weise den Himmelfahrts-- tag verschönt — oder verdorben, wie man's auSgefahren wird, mit einem Vierer beteiligen. Sollten die Engländer, was noch nicht feststeht, auch eine Achtcrmannschaft melden, so werden in diesem Falle Amicitia-Mannheim und der Berliner RC. ihr Gegner sein. Jiurmi finnischer Waldlaufmeister. Der finnische Weltrekordmann Paavo R u r m k konnte sich auch als Waldläufer überlegen aus- zeichnen. Bei den in Aabo ausgetragenen filmischen Waldlaufmeisterschaften über 6,5 Kilometer siegte Rurmi überlegen in 23,06 vor Suomi- ne n in 24,30. DfB.-Gießen. Die Ligamannschaft des VfB. weilte am vorigen Sonntag in Friedberg zum Rückspiel gegen den dortigen Namensvetter. Muhten vor acht Tagen die Friedberger in Gießen eine 5:1-Riederlage einstecken, so drehte diesmal der Ramensvetter aus. Friedberg den Spieß herum und schickte Gießen mit 6:0 geschlagen nach Hause. Gießen tonnte sich auf dem kleinen Platz bec Gastgeber nicht zurechtfinden, der beim Vorspiel in Gießen gut aufgelegte Sturm lieh in Friedberg unzählige Chancen aus. Dis zur Pause holte Friedberg einen Vorsprung von zwei Toren heraus, dem VfB. Gießen infolge Auslassens unzähliger Torgelegenheiten nichts entgegensetzen konnte. Das erste Tor war ein verwandelter Elfmeter. Als kurz nach Halbzeit für Friedberg zwei weiters Tore fielen, war Gießen derart deprimiert, daß der Gastgeber vollauf die Oberhand gewann und die Tordifferenz auf sechs erhöhte. Auch in der zweiten Halbzeit hatte VfB. Gießen eine Anzahl Torgelegenheiten, die jedoch durch das auffallend schlechte Spiel des Sturms nicht zu Erfolgen umgewandelt wurden. Die 3. Mannschaft hatte die l.Mann- schaftOberbiel zu Gast. Gießen verlor nach mattem Spiel 1:2. Allerdings hatte sie sich durch die Verpflichtung der 1. Mannschaft von Oberbiel etwas zuviel zugemutet. 3ugenbfpfclc. Die 1. Iugendmannschaft verlor in Lollar gegen die erste des TV. Lollar 1:5. Obwohl technisch ebenbürtig, kam sie gegen die körperlich weit stärkere Iugend Lollars nicht auf. Bereits kurz nach Beginn führte Lollar 2:0. Das Spiel war dann ausgeglichen, jedoch konnte die Deckung der VfD.-Iugendlichen den flinken und technisch guten Sturm nicht hindern, drei weitere Tore zu schießen. Die 2. Iug end spielte in Klein-Linden 3:3, während die Schüler auf dem Waldsport- plah den Schülern aus Wieseck mit 0:2 unterlagen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 1. Jugend — Braunfels I 10:0 (3:0). Die Gäste aus Braunfels waren fein ebenbürtiger Gegner und konnten den Gießenern nie ernstlich gefährlich werden. Das Spiel wickelte sich fast ausschließlich in des Gegners Hälfte ab. der selten über die Mittellinie tarn. Bei etwas mehr Schußfreudigkeit sowie Uneigennützigkeit vor bem Tore hätten die 1900er noch mehr Tore erzielen können . Trotz der hohen Rieberlage kämpften bie Gäste bis zum Schluß unverdrossen weiter. 1900 3. Jugend — Griedel 1. Jugend 3:0. Die neu aufgestellte Iugenbavteilung des Gastes besaß noch nicht bie nötige Spielerfahrung, um zu einem Erfolg zu kommen. Aller Eifer und alle Mühe konnten sich bei dem besseren und schnelleren Zusammenspiel der Gießener nicht durchsetzen, trotzdem hätte der Gast daK Ehrentor verdient gehabt. Landball der Sp.-Vg. 1900. 1900 I — Postsportverein Frankfurt I 4:4. Einen schönen Erfolg hatten am Sonntag die 1900er gegen die Frankfurter Postsvortier zu verzeichnen, indem sie ein Unentschieden herausholten. Die Einheimischen hatten eine neue Manschaftsauf- ftellung herausgebracht, die sich im großen und nimmt. Als er sich mir mit Räuspern bemerkbar machte, schreckte ich auf. Ich stellte fest, daß er — im verschlissenen Cutaway, mit dem auf der Rase tanzenden Kneifer und dem 7 Zentimeter hohen Kragen — der verknöcherte Aktuar der Witzblatttarikaturen war, riß j>ie angefangene Skizze herunter und hielt ihn mit ein paar Strichen fest. Mein Aktuarius verrenkte sich die Glieder und hatte endlich die abgerissene Skizze ins Auge gefaßt und begutachtet; nun trat er hinter mich, um einen Blick auf die gegenwärtige Zeichnung zu werfen. Er wurde nicht klug daraus, ich hörte ihn murmeln: „Auch einer von diesen Schmierern, die die Ratur verschönern wollen." Und ging. Ich hätte ihm eine Antwort geben können: sein Bild, aber ich beherrschte mich, griff wieder zu meiner ersten Skizze und verschönte die Ratur oder die Galerie um eine Himmelfahrtseingebung: die Erle. Zeitschriften. — Das Maiheft der „Zeitwende" (Verlag der C. H. Beckschen Verlagsbuchhandlung in München) behandelt die Frage: „Was wird aus Deutschland, wenn der Bolschewismus über uns hereinbricht?" Die Aufzeichnungen der Witwe des bekannten Theologen Girgensohn liefern ein anschauliches Bild der Leiden des balttschen Deutschtums unter der Bolschewikenherrschaft, aber auch von der Tapferkeit, mit der viele auf ihrem Posten aushielten und nicht wenige die Treue zur Heimat mit dem Tode besiegelten. — Erschütternd ist auch das Bild der Lage in Slsah- Lothringen im gleichen Hefte. Der französische Rationalismus sucht dort die deutsche Sprache und Kultur mit raffinierten Mitteln auszurotten. Der Verfasser tritt für die Selbständigkeit des Landes innerhalb seiner deutschen Sprachgrenze als einzig mögliche und erstrebenswerte Lösung ein. Hochschulnackrichten. Zur Wiederbesetzung des Lehrstuhls der Pharmakologie an der medizinischen Akademie in Düsseldorf an Stelle des nach Innsbruck berufenen Professors A. Iarisch ist ein Ruf an Professor Dr. Fritz Külz in Kiel ergangen. Zum Rachfolger von Prof. W. Soergel auf den Lehrstuhl der Geologie und Paläontologie an der Universität Breslau ist Professor Dr. Erich Bederke, daselbst, ausersehen. ganzen bewährte. Frankfurt stellte eine recht ausgeglichene, kampfkräftige Mannschaft ins Feld. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. 2lm Himmelfcchrtstag empfängt die 1. Mannschaft der Spvgg. Leihgestern die Ligareserve des VfB. Friedberg zu einem Freundschaftsspiel. Die 2. Mannschaft spielt gegen die gleiche des FC. Teutonia Steinberg. Der Ausgang ist offen. Vergangenen Sonntag konnte die ersatzgeschwächte 1. Mannschaft Leihgesterns 3:2 über die komplette I. Mannschaft Garbenteichs in Garbenteich siegen. $(£. „Teutonia" Watzenborn. Am Himmelfahrtstag empfängt die 1. Mannschaft die gleiche des Fußballsportvereins 1926 Steinbach zum Gesellschaftsrückspiel. Obwohl Steinbach durch einige neue Spieler von Gießen verstärkt ist, dürfte ein Sieg der Teutonen zu erwarten sein. Wettspiel im Reichsbahnsport. Am Himmelfahrttage treffen sich der Reichs- bahn-Turn- und Sportverein Kassel und der Reichsbahn-Turn- und Sportverein Darmstadt in der Vorrunde um die Bundesmeister- schäft im Handballspiel auf dem Waldsportplatz des VfB. Gießen. Da beide Mannschaften als besonders spielstark gelten, ist der Ausgang offen. Arbeiter-Turn- uni) Sportbunv Watzenborn I — Wieseck I 1:4. Wieseck war anv vorigen Sonntag in Watzel born zu Gast. Watzenborn konnte durch sein eifriges, körperliches Spiel den Gästen eine gleichwertige Partie liefern. Wieseck ging in Führung und erzielte dann noch drei Tore, während Watzenborn nur das Ehrentor erringen konnte. Lollar I — Raunheim I 2:3. Sn Lollar standen sich diese Gegner gegenüber, die Einheimischen komplett, die Gäste nur mit neun Malin. Lollar muhte sich mehrfach verteidigen, um die forschen Angriffe der Gäste abzuwehren. Naunheim konnte bis zur Halbzeit bereits mit 3:2 Toren führen. Auch nach Seitenwechsel weiter schönes Spiel: zwar drückte Lollar etwas mehr, konnte jedoch bei der sicheren Abwehr der Gäste nichts Zählbares mehr erreichen. Burkhardsfelden 1 — wieseck II 0:3. Sn Oppenrod, beim fälligen Serienspiel, war Wieseck technisch besser und leccht überlegen. Dreimal gelang es Wieseck, den guten Hüter des Gegners zu überwinden, der durch seine Leistungen eine höhere Niederlage seiner Mannschaft verhinderte! Daubringen I — Grohen-Buseck I 2:3. Sn Daubringen lieferten sich beide Mannschaften Gtn scharfes Spiel. Führung und Ausgleich wechselten mehrfach einander ab; bis zum Schluß gelang es aber den Gästen doch noch, Sieg und Punkte an sich zu bringen. Annerod I — Grünberg II 6:0. Grünberg traf in Annerod auf einen spielerisch stärkeren Gegner. Wohl gaben die Gäste alles her, muhten sich aber hauptsächlich auf die Abwehr der zahlreichen Angriffe der Einheimischen beschränken. Frankenbach I — Klein-Linden I 1:2. Sn einem ausgeglichenen Spiele in .Frankenbach konnte der Glücklichere als Sieger den Platz verlassen. Spiele In wieseck. Auf dem Wiesecker Platz standen sich Wieseck (1. Sagend) und Fronhausen (Jugend) gegenüber. Nachdem das Spiel 2:0 für die technisch besseren Einheimischen stand, wurde es von den Gästen abgebrochen. Vorher standen sich W i e s e ck (2. Sagend) mÄ Giehen (Sagend) gegenüber. Hier konnte Gie- hen, das überaas hart spiele, mit 4:0 als Sieger den Platz verlassen. Ein schönes Spiel lieferten sich Wieseck (3. Sagend) und Nieder-Ohmen(l.Sugend). Nach ausgeglichenem Spiel trennten sich die Gegner mit dem LInentschieden 2:2. Handball. Wißmar I — wieseck I 2:1. Sn Wihmar lieferten sich beide Mannschaften «in flottes, scharfes Spiel, bei dem beide Hüter reichliche Arbeit bekamen. Wihmar konnte als glücklicher Sieger das Feld verlassen. nllrtrh - Cnfr“ Sodbrennen ■■ ■ WWe 250 gr. o,6o. 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Herzliche Einladung zum Iahresfest der ev.K rchengesangvereine des Dekanats Gießen am Sonntag, dem 17. Mai 1931, ab 13.30 Uhr auf dem Schiffenberg. 3357d I. A.: Staubach, Pfarrer. ÄlMoEett in der Mettdach an Himmelfahrt, nachmittags 3 Uhr. Redner: Miffwnsinfpektor Huggen. bauer aus Äasel. — Posaunenchor. Es ladet freundlich ein: 3351 d Dev ^rvchenvovftand Llch. Geh 3342 Bremsbela^l und ‘ KöDDlunesbelafi liefert Fr. Weinern Autozubehör Ltcher Str. 15. [^d 2959 D Boom neben mir on ölmmeifami? MW WWW ö Setanats Siebe» nodiWnöorf (tön.) Das Fest beginnt um 2l'.l Uhr nachmittags und ist entweder vor oder in der Kirche! DteFestoredlgt baiHerrPfatrer Ködding aus Gberstadt. Anher Ihm wird sprechen Herr Missionar Müller aus Wiesbaden und Herr Dekan Gutzmann aus Kirchberg. Es ladet herzlich zum Feste ein: Das Delanot Siegen Der en. SirdienoornanD Guhmann. Allenüorf n. k>. Lkia. Dekan shtD Andres. Pfarrer. Himmelfahrt, nachmittags 3 Llhr KW.WW nnO.Wblebei£66?liinOen Ansprachen / Lhorgesänge / posaunenvorträge. — jedermann ist herzlichst eingeladen. 33500 Cafe Amend Heute abend Sonder-Konzert Auserwähltes Programm '3 74 0 Donnerstag, 14. Mal, (Himmelfahrt) Eröffnung Cafe Mohr AVNMIEIROD Kirchstraße 35 Um gcneißt.Zuspruch bittet PhiL Mohr 02854 Hefro-Strümpfe elegant haltbar und billig Prima künstl. Seide, feinmasch. Gewebe, ohne Fehl., m.Spitz* ferse und moderner Zehen* verstärk., neueste Sommerfarb. 1.45 Original- Bemberg-Silber, klares Gewebe mit 4 facher Florsohle, haltbare Qualität, moderne Farbtöne........... Original-Bemberg-Gold, klares, feines Gewebe, mit 4facher Florsohle, in nur neuesten Farben...................... 1.75 1.95 Prima künstliche Seide, plattiert, äußerst dauerhafte Qualität, mit Florsohle, in allen Farben................. 1.75 Feinste künstl. 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Meine Nerven waren ein einziges Vibrieren. Aber noch hielt ich sie in Schach. Da hörte ich ihn sprechen. Er fragte, wie eS dir gehe. Das war bas Signal zum Kampf. Ich schrie ihm das Wort Frechheit ins Gesicht. Nun gab es kein Halten mehr. Ein Wort schlug das andere. Er verdächtigte mich, behauptete, ich trüge Schuld daran, dah du dich von ihm losgesagt hast, dah du ihn fallen liehest, weil er nicht mehr die Uniform seines Negimentes trage. Eve, ich weih nicht mehr, was noch alles zwischen uns ans Tageslicht gezerrt wurde. Die ganze Vergangenheit schrien wir uns ins Gesicht. Ich tonnte mich nicht mehr mäßigen. Und als er>zu allem Uebevfluh noch anführte: Und wenn er Himmel und Hölle gegen sich habe, seine Frau würdest du doch, hob ich den Arm. Ich sah, wie auch der seine emporflog, sich zu schützen. Aber es war zu spät. Meine Faust hatte ihn schon getroffen. Der Schlag hätte unmöglich tödlich sein können. Aber zum Unglück streifte mein Ellbogen eine schwere Marmorbüste, die ihm im Fallen gegen einen Sockel warf. Er muh sofort tot gewesen sein. Ich schüttelte ihn, abqr er gab keinen Laut mehr von sich und regte sich auch nicht mehr. Das Parkett färbte sich mit (Blut. Da floh ich." • Sie weinte nicht. Kein Ton kam aus ihrem Munde, der farblos zu einer kaum sichtbaren Linie in das Gesicht emgegraben stand. Es war ein Zustand völligen Erstarrens, der ihr sogar die Bewegungsfähigkeit nahm. In ihrem Gehirn war alles Denken ausgelöscht bis auf das eine: Er ist tot! Er kommt nicht mehr! (Nie mehr wird er wiederkommen und dich im Arm halten und mit Koseworten überschütten! Lutz war zu ihr getreten und strich ihren Arm entlang. Ihr ganzer Leib wand sich unter einem Schüttelfrost. „Laß Lutz!" „Eve!" bettelte er verzweifelt. „Ach!" Nun erst taten sich ihre Augen für ihn auf. „Gr kann nicht tot sein, Lutz!" Die Hände über da- Gesicht deckend, stand er vor ihr. Schuldig war er geworden um ihretwillen, zum Mörder gestempelt ein ganzes Leben lang! Gin Schauer durchfuhr sie, als sie an einer seiner Manschetten Blut gewahrte. „Lutz, du muht fort!" Er regte sich nicht. Ihre Hände risien die seinen herab. „Du muht fort! Ieht gleich! ES darf dich niemand sinden hier!" „Sie werden schon auf der Suche nach mir sein." Nun schnellte sie sprungarttg nach der Tür und stieb ben (Riegel vor. „Komm! — Lutz!" Ihre Arme schüttelten ihn, daß er zur Seite taumelte. „Lutz, ich fliehe mit dir!" „Nein!" „Doch! Ich muß ja! Sie werben kommen utzd mich fragen. Lind ich weiß alles. Sie werden mich schwören lassen, und ich will eher sterben als dich belasten oder zum Angeber an dir werden. ilnb ach, Lutz ..<3in verzweifeltes Weinen klang durch das Zimmer. „Ich kann es ja nicht sehen, wenn sie ihn in die Erde scharren." Die Nägel ihrer Hände gruben sich in das Leder des Stuhles, in den er sie gedrückt hatte. „Soll ich mich dem Gericht stellen, Eve?" Ihre Finger umklammerten die seinen in tödlich maßlosem Schreck. „Sag, wohin wir fliehen wollen, ehe es zu spät ist. Hat dich jemand gesehen, als du aus dem Hause liefst?" „Niemand", beschwichtigte er. „Ich glaube es wenigstens. Es war schon alles voll Dunkel im Treppenhaus." Evelin richtete sich im Stuhle auf. „Weih Gerd?" Er nickte. „Was mußt du ihm geben, damit er schweigt?" „Er läßt sich eher die Zunge herausreißen, al- daß er mich verrät." Sie atmete auf, drückte die Finger gegen die Schläfen und zwang sich zu Harem Besinnen. Ihretwegen hatte er diese ungeheure Schuld auf sich geladen. Und sie gehörte nun. zu ihm, wie nur je ein Mensch zu einem anderen gehört hatte. Die Angst um ihn überwog den Schmerz um den Mann, den er ihr gemordet hatte. „Komm jetzt", drängte sie. „Ich bit^e dich, Lutz!" Sie begann die Wäschestücke in den Koffer zu werfen. Der Browning schlug schwer gegen die Wandung, als sie den Deckel schloß. Er hatte, im Stehen über den Schreibtisch geneigt, ein paar Worte auf ein Blatt Papier geworfen und wollte noch etwas hinzufetzen, aber sie riß ihn auf. „Komm jetzt!" In ihre Worte gellte die Flurglocke. Als gälte es bereits sein Leben, deckte sie ihn mit ihrem Körper. Er hatte die Geistesgegenwart, die Lampe auszuschalten. Brust an Brust gedrückt, lauschten sie nach dem Flur. Gerds etwas verschleierte Stimm« klang auf: „Herr Setterholm ist verreist, seil heute morgen, ja! Ich bedaure, Ihnen keinen Bescheid geben zu tonnen, wann er jurürftommt.“ Schritte entfernten sich. Die Flurtür schnappte ein. Ein Knöchel fiel hörbar gegen das Holz. Lutz öffnete mit geräuschlosen Fingern und sah Gerds Gesicht, weiß wie das eines Gespenstes, dicht vor sich austauchen. „Die Kriminalpolizei, Herr Setterholm!" Zwei Augenpaare tauchten in lähmendem Schrecken ineinander. Zehn Minuten spater trug der große, geschlossene Wagen die flüchtenden Geschwister in das Dunkel der Nacht. * . * Gin Streifen Morgenrot rann durch die Scheiben, die vom Tau überhaucht waren. Lutz Setterholm, der am Steuer sah, verringerte die Geschwindigkeit und streifte mit der Linken über die Hand der Schwester, die in die Ecke gedrückt sah. „Schläfst du, Evelin?" Ihre fast wunden Lider hoben sich. „Bist du in Sicherheit?" „Noch nicht. Aber es hat keinen Zweck mehr, jetzt weiterzufahren. Wir wollen irgendwo Nast machen. Ich habe die denkbar schlechtesten Wege gewählt, um nicht auf der breiten Straße ab- gefaßt zu werden. Ich weih nicht, wie lange es der Wagen noch aushält. Ich möchte nicht, dah wir auf offenem Felde festsitzen. Eine Strecke weit können wir's ja noch probieren." Aber die Tourenzahl sank immer weiter herab. Der Boden wurde über die Maßen lehmig. Zäh klebte der Schmutz an den Mädern. Zuweilen sank der Wggen tief ein. Die Maschine gckb chr Bestes. Es wunderte Lutz, dah sie überhaupt so lange aushielt, ohne im mindesten zu ft reiten. Soweit er die breite Derkehrsstrahe hatte benützen muffen, war er mit hundert Kilometer Geschwindigkeit dahingerast. Nun mußte er froh sein, wenn ^r das Drittel herausbrachte. Dorsichttg lancierte er den großen Wagen, dessen Karosserie bis an das Dach bespritzt war, auf dem schmalen Weggürtel dahin. Bald nahm dieser ein Ende. Hölzernes Zaunwerk sperrte ihn ab. Dahinter blökten Schafe. Neugierig kam eine Koppel Pferde gesprengt, wieherte in den Morgen und stob wieder davon. Lutz war ausgestitzgen und hob Evelin auf den morastigen Boden. Sie wußte kaum, wie sie die Füße sehen sollte, um nicht einzusinken. Hinter dem Holzgitter dehnte sich ein magerer Wiesen- grund, der von den Tieren völlig zerttampelt war. Aus der Ferne schimmerte Wald in blauen Konturen, und davor leuchtete es auf wie ein Stück zur Erde gefallenen Himmels. DaS mochte Flachs sein. Lutz schritt mtt lahmen Schenkeln nach dem Wegzeiger, der schief auf einer Kreuzung ein- gepftockt stand. „Bistritz — Siebenbürgen", las er. Evelin war ihm gefolgt und suchte in seinem Gesicht. Es war müde und grau, und die Augen lagen in tiefen Höhlen. Sie schalt sich selbst. Die ganze Nacht war er gefahren, und sie hatte chn nicht für eine Stunde abgclöst. „Wlllst du nicht etwas zu dir nehmen?" fragte sie, den Arm durch den seinen schiebend. „Gerd hat Ehwaren im Fond verstaut." Er schüttelte den Kopf. Ihm war nicht nach essen zumute. Nur schlafen, eine halbe Stunde schlafen. Der ganze Mensch war ausgepumpt. Den Kopf gegen ihre Schulter lehnend, fchloh er die Augen, so müde war er. Sie ahnte, wie es um chn stand und dah sie, wenn er nicht mit seinen Kräften sparsam war, über kurz oder lang auf offener Strecke liegen bleiben würden. „Du wirst jetzt schlafen", sagte sie bittend. „Komm, Lutz! Wir wollen ein Quartier suchen." Er zuckte nur die Schulter. Aber als sie sich an das Steuer setzen wollte, wehrte er ängstlich ab. „Laß, Kind! Du weißt nicht, wie daS üft. Iede Minute tonnen wir festsihen. Ich halte es schon noch ein paar Stunden auS." SS war eine unerhörte Tortur für Fahrer und Wagen, nun rückwärts zu dirigieren. Die Näder bohrten sich in den zähen Brei. Evelin getraute sich kaum mehr die Augen aufzutun. Lutz' Profil wirkte wie eine Maske. Die Nase sprang in scharfem Winkel vor, und daS Kinn stieß über den weihen Kragen, der einige hähliche Flecken trug. „Wenns doch ein Ende nähme!" dachte daS Mädchen. Es war ihr beinahe gleich, welches Ende das war. Sie würden im äußersten Falle immer noch den-Drowning haben. Endlich war die Sttahe erreicht. Zwar bot sie weniger Sicherheit, aber noch einige Kilometer morastiger Feldwege, und sie wären geliefert gewesen. Das schaffte keine Maschine, und wenn sie die beste wäre. Sie würden ganz einfach stecken bleiben. Was dann folgte, war nicht auS- zudenken. Die Näder mochten etwa fünfzig Kilometer gehetzt fein, als eine Ortschaft auftauchte. DaS Gold der Sonne, die sich hvchgeschwungen hatte, floh mit dem der wogenden Felder zusammen, die sich längs der Sttahe zu dehnen begannen. Eine Kirche überragte die Dörfer. Scharen von Gänsen stoben auseinander und kreischten mit erschrockenem Flügelschlage. Lutz brachte den Wagen zum Stehen. „Bleib", sagte er, als Eve hinter ihm auf die Striche springen wollte. „Erst muh ich sehen, ob «S hier Ünterfunft gibt.“ (Fortsetzung folgt.) PREISWERT WIE KEINE ft D - 1 ■ ft' NMU Äft Schmücker --------------------------------------- 3218 A E Ä v/ie ■ *oti,de(Snügen- I uns®1'9 n(>00 I Bl»uneae ’ bei- du M tung --- i foir°en ...ab ***2' l Farbetv^^,--- \ 1enc0wersov-'eHe""^ 160 ___ Butzbach-Licher-Eisenbahn- und Kraftwagen-Verkehr Fahrplan gültig ab 15. Mai 1931. Butzbach—Lieh—Orünberg und zurück (Privatnebenbahn- und Kraftwagenverkehr) HZ AutolBahnlBahn Bahn Auto Auto Bahn Au. Bahn Au. Bahn bzw. Auto W 8 W 12-301 2-54 7.0120-21 20-21 10-16 13-40 13-59 - an 19-05 21-5821.41 13-44 13.46 S 21-4921-60 19-08 12-15 12-1516.56 20.04 19-5820-02 18-6019-1421.5621-66 16-0918-11 8 5110-54 19-69 19-55 19-56 18-1718-6619-18 22-02 22-01 o 22.01 16.16 : 8.589-16 19-50 16-22 18-22 19-0119-21 22-07 22-09 6-28 16-2718-27 19.05 an 19-59 — 14-26 16-54 8-22 9-02 11.44 11-05 22-30 22.56 anLich . ab 6-02 110 8^0 Hu 105 11-14 1 <-57114-5914. 4oll6.4fl18.4919.26 — Üi abLlch an 14-02 14-15 14-21 14-17 14-24 20-09 BO-25 11-6611-67 11-4811-61 21.40 21-28 10-52 10-59 8.41 9-46 8-06 7-54 12-27 12-50 16-58 20-18 19-48 20-19 12-19 12-2516-50 20-1019-44 20-12 16-14 16-05 21-19 21.12, 21.08 20-50 17-64 18-04 18-51 18-45 19-55 19-48 19-65 > 19’57 ~ 20-04® 19-67 19-61 19-46 8-52 9-oi 9-08 6-55 6-46 6-38 6-52 19-60 19-44 19-58 19-52 bahn s Auto Lö- r 16-58 : 14-32 : : 18-53 = 18-530 2*17-39 • 17-651 . ..... ..14-0013-69 KZ 8-4010.59 14-0614-04 7-46- 7-58° 7-52 7-16 18-5519-11 — 18-38 19-15 — 6-25 8-559-15 6.18 8-269-06 6-13 : : 10-00 — 10-25 — 10-32 — 10-38 — 10-45 — 10-51 - 11-01 — 11.111 - 12-08 12-07 16-27 12-06 : : 12-0012-0216.21 : 10-41 8.4610-47 : 14-06 14-1114-12 14-26 : : 14-28 22.1122-14 22-1622-21 22.20 : : 22.26 11.46 15-67 •• : : 19-36 8-58 8 42 8-48 8 62 8*010-20.. .. . 8.2510.2813.5513-53 11-32 11.35 15-40 19-23 bahnt Bahn • S C'P9-26 8-459-24 14-5019-10), 14-1718-53 = >17-06 = 17-18 ® 17-23 217-27 “17-34 Niederbenlng. Oberbtessingen Münster(Obh-) Ettingshausen x f Harbach....., , Queckbom Bf." an Orünberg Bhf.ab Bahn W 8.04 Auto Sa 15-60 15-66 16-05 m Butzbach-Ost "Griedel Bhf. .Ä Oambach ... Oberhörgem . Eberstadt.... Münzenberg . Trais-Münzbg. Muschenhelm. Hof-u.D.-Oüll Arnsburg .... Birklar ...... 6.02 6-14 6-19> 6-25? 6-50^ 6-56 6-51 6TD s 8-04 8-0» 8-21 8 28 8-55 - Q ___________ 18-26 19.00 21-53 21-56 abHutzbach-W. an 13-6618-493! 13-6018-42“ 13-40 : - 13-55 18-36^ 13-1Ä18-20' Auto Auto Bad-Nauheim—Oberkleen und zurück (Privatnebenbahn) ■ Nur DI, Do, Sa. * Nur Sa und S. • W außer Sa. O Mo, Mi, Fr. O Nur Mi, Sa, vS und nS. tz. Nur Mo, DI, Do, Fr. ♦ Bis Butzbach täglich, ab Butzbach nur W. — W außer Sa, ab Butzbach W. V Bis Butzbach W, ab Butzbach S. O Nur Ml, Sa und S. ® Nur Ml, Sa, und S, bis Butzbach W. km W W w s ♦ V Bellersheim, 12. Mai. Am vergangenen Sonntagmorgen fiel das 1 jährige Töchterchen eines hiesigen Landwirts beim Spielen in einen Kochtopf mit heißem Wasser und zog sich derartig schwere Brandwunden zu, daß das Kind am nächsten Tag seinen Verletzungen erlag. Kreis Friedberg. WSN. Bad-Nauheim, 12.Mai. Auch hier ist jetzt eine Erhöhung des Brotpreises eingetreten. Der Preis des Bierpfundbrotes ist von 70 auf 75 Pf. heraufgesetzt worden. Kreis Büdingen. * Wallern hausen 12. Mai. Eine Kuh des Landwirts Heinrich Hofmann Hierselbst brachte ein Kalb mit sieben Beinen zur CSelt Davon haben vier Beine eine vollkommen normale Stellung, die übrigen drei Deine sind dem Kalb hinter dem Schulterblatt angewachsen und hängen nach links herunter; auch diese drei überzähligen Beine sind von normaler Beschaffenheit, nur sind sie an einer Stelle zusammengewachsen. Das mißgestaltete Kalb ist bereits etwa 14 Tage alt und gedeiht ganz normal. Preußen. Kreis Wetzlar. Z Aus dem Kreise Wetzlar, 12.Mai. Die Sammlung Im Kreise Wetzlar für den Volks« bund Deutsche K r i e g s g r ä b e r f ü r s o r g e hat 2402,63 Mark ergeben. — Der Bezirksausschuß in Koblenz hat den Schluß der Schonzeit für Rehböcke auf den 28. Mai festgesetzt, so daß der 29. Mai der erste Iagdtag ist. Z Groß-Rechtenbach, 12. Mai. Die hiesige Gemeindejag b "mürbe in zwei Bezirken auf bie Dauer von neun Jahren meistbietenb verpachtet. Bei bem Einzelausgebot blieben Höchstbietende: für Bezirk I (202 Hektar Feld unb 124 Hektar Walb) Karl Weber, Ans.sicher, Groß-Rechtenbach, mit 690 Mark, für Bezirk II (278 Hektar Felb unb 30 Hektar Walb) Friebrich S ch m i b t, Kreisstraßenwärter, Groß-Rt.chtenbach, mit 210 Mark. Das Höchstgebot bei ber Gesamtausbietung hatte Rechtsanwalt unb Notar Dr. Schauen, Wetzlar, mit 1280 Mark. Die bisherige Höchstsumme betrug 1200 Mark, bie Vorkriegspacht 1235 Mark jährlich. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 8. Mai. Ein auswärtiger Monteur wurde vom Amtsgericht wegen Pfand- verschleppung, Vergehen gegen § 137 StGB., zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Die verhältnismäßig strenge Strafe wurde angeseht, weil der Angeklagte sich weigerte, anzugeben, wohin et den Pfandgegenstand — ein Grammophon.— gebracht hat. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein mit dem Antrag auf Herabsetzung der Strafe. Da er heute den Aufbewahrungsort des Grammophons angibt und fein früheres Verhalten bedauert, ermäßigt das Berufungsgericht die Strafe auf 3 0 Mar k. Ein Landwirt war wegen Körperverletzung angeklagt, in erster Snstanz aber freigesprochen worden. Er war beschuldigt, einen anderen Menschen durch einen Wurf mit einem Stück Holz am Kopf verletzt zu haben. Der erste Richter nahm an, der Angeklagte habe nicht mit Absicht gehandelt. Gegen das freisprechende Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Rach der heutigen Beweisaufnahme besteht daran, daß der Angeklagte vorsätzlich gehandelt hat, nicht der geringste Zweifel. Das Berufungsgericht hob das erste Urteil auf und erkannte auf eine Geldstrafe von 25 Mark. Ein Kaufmann ist beschuldigt, eine bei ihm bedienstete Angestellte mißhandelt und sie zu einem Vergehen gegen das Lebensmittelgeseh angeftiftet zu haben. Snfolge Unvorsichtigkeit der Angestellten waren dem Angeklagten eine Anzahl Hühner erstickt: Der Angeklagte soll nun seine Bedienstete beauftragt haben, die toten Hühner abzusehen. Das Amtsgericht hatte wegen Körperverletzung auf eine Geldstrafe von 30 Marl und wegen der Anstiftung auf 100 Mark erkannt. Die Berufungsverhandlung bringt keine volle Klarheit, weshalb die Strafkammer den Angeklagten, der Berufung eingelegt hat, frei« spricht. Wirtschaft. * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktieninbex (1924/26 = 100) stellt sich für bie Woche vom 4. bis 9. Mai auf 86,5 gegen 89,1 in ber Vorwoche, unb zwar in ber Gruppe Bergbau unb Schwerindustrie auf 80,4 (83,6), Gruppe verarbeitende Jnbustrie auf 77 (79,5) unb Gruppe Hanbel unb Verkehr auf 108,3 (110,6). 'VereinfürchemischeSndustrie AG., Frankfurt a. M. Die Gewinn- und Verlustrechnung von 1930 zeigt einen Druttorohgewinn von (alles in Mill. Mk.) 1,96 einschließlich 0,092 Dorjahresvortrag (1. 5. Bruttogewinn 1,87). Abzüglich der Unkosten verbleibt ein Reingewinn von 410 512 Mk (554 786 Mk.), aus dem eine Stammaktiendividende von 5 Prozent (7 Prozent) und eine Dorzugsaktiendividende von wieder 8 Prozent zur Verteilung vorgeschlagen wird. ' Portland-Zement-Werke Heidelberg-Mannheim-Stuttgart AG. Die G.-V. beschloß die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent auf das begebene Stammkapital von 22,63 Millionen Mark für das ganze 3ahr und auf die mit einem Viertel eingezahlten jungen Aktien im Betrage von 1,257 Millionen Mark für ein halbes 3ahr aus dem Reingewinn von 2,072 Millionen Mark. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 13. Mai. Tendenz: widerstandsfähig. Trotz des schwachen Schlusses der gestrigen Reuyorker Börse und der meist schwachen übrigen ausländischen Plätze eröffnete die heutige Börse bemerkenswert widerstandsfähig. Die Spekulation schritt eher zu kleinen Rückkäufen, zumal das noch herauskommende Material ohne Schwierigkeiten Aufnahme fand. Das Geschäft war im ganzen recht klein, da die Unterbrechung des Geschäftes durch den morgigen Feiertag die Kulisse zur Zurückhaltung veranlaßte. Auch die schwebenden innen- und außenpolitischen Fragen feinten gefchäftshemmend. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich jedoch meist kleine Besserungen. So gewannen 3.-G.°Farben, Elektrowerte, Kunstseideaktien und einige Rebenwerte bis zu 1,5 Proz. Etwas größere Kursgewinne hatten am Montanmarkt Rheinstahl mit plus 2,25, Salzdetfurth mit plus 2,25 Proz. und von Bauunternehmungen Holzmann mit plus 3.5 Proz. Riedriger eröffneten dagegen noch Zellstoff Aschaffenburg, Scheideanstalt. Bankaktien bei Rückgängen von 0,5 bis 1.25 Prozent. Karstadt blieben nach den gestrigen Rückgängen gut behauptet. An den übrigen Märkten herrschte Geschäftsstille. Am Anleihemarkt blieben deutsche Bons vernachlässigt, während ausländische Renten behauptet lagen. Pfandbriefe ruhig. Reichsschuldbuchforderungen nicht erholt. 3m Verlaufe konnte sich das Kursniveau bei kleinem Geschäft erneut um etwa 1 Prozent erhöhen, obwohl von außen her keine Orders Vorgelegen haben. Wesentlich schwächer kamen, ohne besonderen Anlaß, Verein für Chemische 3i duftete auf geringes Angebot mit minus 3,25 Proz. niedriger zur Rotiz. Deutsche Anleihen blieben weiterhin vernachlässigt. Der heute erschienene Wochenbericht der Dresdener Bank, der zu Börse und Geldmarkt Stellung nimmt, wurde relativ günstig ausgenommen. Am Geldmarkt machte sich im Hinblick auf den bevorstehenden Medio etwas Rachfrage bemerkbar, so daß der Sah auf 4 Proz. ermäßigt wurde. Die Lage war im ganzen jedoch unverändertleicht. Am Devisenmarkt lagen der Dollar und der Franc gegen London fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1980, gegen Pfund 20,41; London gegen Reuyork 4,8620; gegen Paris 124,26; gegen Mailand 92,90; gegen Madrid 48,60; gegen «Schweiz 25,23; gegen Holland 12,1065. Berliner Börse. Berlin, 13, Mai. Rach den gestrigen starken Abschwächungen war rein positionstechnisch eine bessere Haltung ou erwarten. 3m Vormittagsverkehr glaubte man an diese noch nicht recht, da es an Anlegungen fehlte und auch Reuyork in schwächerer Haltung geschlossen hatte. Zu erwähnen wäre allerdings, daß die Rachricht von der neuen Londoner Knan-sensation inzwischen entschieden in Abrede gestellt worden war. Auch der Monatsbericht der Dresdener Bank lag an sich nicht ungünstig, das Rheinische Draunkohlensyn- öifat sprach von einem gebesserten Absatz, Presse melbungen behaupteten mit ziemlicher Bestimmtheit, daß die Rheinstahl-Bilanzsihung am 16. Mai eine sechsprozrntige Dividende beschließen werde. Es kam auch seitens des Publikums nicht mehr allzuviel Ware heraus, die teilweise auch noch von den Banken aufgefangen wurde, anderseits bekundete die Spekulation, die gestern stark Abgeber war, Deckungsneigung, und es lagen die ersten Rotierungen des heutigen offiziellen Verkehrs überwiegend über gestern Schluß. Aber auch nach unten konnte man ein- bis zweiprozentige Abschwächungen feststellen. Die Tendenz war im ganzen unsicher. Einzelne Werte erschienen mit Plus-Plus-Zeichen und waren auch über den Durchschnittsrahmen gebessert. So Hoesch mit 3 v. H., Chemische Heyden mit plus *f$ v. H. und Rheinstahl mit plus 4 v. H. /letztere auf die anfangs erwähnten Dividendenhofinungen). Sonst waren noch BMW. mit plus 3,5 v. H., Svenska mit plus 2,50 Mark, Berger minus 3 v. H., Deutsche Atlanten minus 2,75 v. H. und Bank Elektrischer Werte minus 3,75 v. H. wesentlich verändert. Anleihen und Ausländer ruhig. Sprozen- tige Mexikaner 0,5 v. H. höher. Pfandbriefe weiter Jebr still. Reichsschuldbuchforderungen lagen unverändert, später vernachlässigt. Der Geldmarkt war weiter entspannt. Tagesgeld 3 bis 5 v. H., Monatsgeld 5,5 bis 6,75 v. H., Warenwechsel etwa 5 bis 5,25 v. H. 3m freien Verkehr fielen Deutsche Petroleum auf den dividendenlosen Abschluß durch schwache Haltung auf. Man hörte einen Kurs von 56 v. H. Brief. 3n Anbetracht der morgigen Feiertagsunterbrechung war das Geschäft auch im Verlaufe ruhig. Die Kurse bewegten sich unter leichten Schwankungen um das Anfangsniveau herum. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Mai. Es wurden notiert: Weizen 305; Roggen 217,50; Hafer, inländischer 215 bis 217,50, Weizenmehl, südd. Spez. 0 42,25 bis 44,50; Roggenmehl 30 bis 32; Weizenkleie 13,50 bis 13,65; 'Roggenkleie 14 Mark. Tendenz: ruhig. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 12. Mai. Die Unsicherheit, die durch die verschiedenen Regierungstransakttonen in den Produktenmarkt getragen worden ist, hat zu einer fast völligen Stagnation des Geschäftes geführt; Käufer und Verkäufer stehen sich abwartend gegenüber. Das Snlanbangebot zur prompten Verladung ist in Weizen und Roggen ziemlich gering, anderseits besteht angesichts des unbefriedigenden Mehlabsatzes nur geringe Rachfrage. Bei den wenigen zustande kommenden Abschlüssen werden etwa gestrige Preise bezahlt. Am Lieferungsmarkte hielten sich die Preisveränderungen gleichfalls in engen Grenzen und gestrige Schluß- Preise waren nicht immer behauptet. Weizen- und Roggenmehle werden nur für den notwendigsten Bedarf gekauft. Sn Hafer tritt das Angebot etwas mehr in Erscheinung, die ersthändigen Forderungen lauten aber im allgemeinen zu hoch, so daß Abschlüsse kaum zustande kommen. Der Lieferungsmarkt setzte überwiegend schwächer ein. Gießener Wochenmarktpreise. Auf dem heutigen Wochenmarkte kosteten das Pfund: Butter 140 bis 150 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (zehn Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 40, Weißkraut 15 bis 25, Rotkraut 25 bis 40. Gelbe Rüben 15 bis 20, Rote Rüben 15 bis 20, Spinat 25 bis 30, Spargel 60 bis 100, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 5 bis 6, Aepfel 45 bis 50, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, Sunge Hähne 90 bis 110, Suppenhühner 90 bis 110, Rüsse 60 bis 70 Pfennig. Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 9, Blumenkohl 40 bis 70, Salat 20 bis 25, Salatgurken 40 bis 70, Ober-Kohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 15, Rettich 20 bis 25, Sellerie 10 bis 50 Pf. bad Stück; Radieschen 15 bis 20 Pf. das Bündel. Kartoffeln 4 bis 5 Mark, Weißkraut 10 bis 15 Mark, Wirsing 20 bis 30 Mark, Rottraut 20 bis 30 Mark pro Zentner. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dre hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o. H. Datum Franksur Schluß« kurS 12.5. a. an. | 1 «Uhr- Ku r4 13.5. 2er Schluß«! furd | 12.5. Im Anfang- fiur« 13.5. ___________________________________________1 Datum Frankfur Schluß«! kurS | ,2.5.