Nr. 291 Erster Blatt Samstag, 12. Dezember 1931 181. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrrick und Verlag: vrühl'fche Univerfftüts-Vllch- und Zleindruckerei R. Lange in Sietzen. Zchriftieitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriöt,- für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. 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Die Mietsenkungen sind mindestens bei Reubauwohnungen ziemlich problematisch. Die De- amtenbesoldungsordnung von 1927 habe den Zweck gehabt, den Vorsprung, den zu jener Zett die Entwicklung der Löhne und der Privatgehälter gegenüber den Deamtengehältern genommen hatte, ouszugleichen. Wenn jetzt die Dramtengehälter auf den Stand vom 10. Januar 1927 zurückgeschraubt werden, so ergibt sich in der Praxis, daß sie wiederum weit unter dem Verhältnis der Löhne und Privatgehälter stehen. Zur Frage der Finanzen der Länder und Gemeinden verstand der Redner den optimistischen Standpunkt des Reichsfinanzministeriums nicht. Es werden hier noch recht unangenehme Lieberraschungen dem Reiche bevorstehen. Alle diese Tatsachen zwingen zu dem Schluß, daß wir um eine Amorganisalion unserer öffentlichen Verwaltung keinesfalls mchr herumkommen. Jetzt ist die letzte Minute gekommen, die verwallungs- reform. die Reichsreform, vorzutreiben. In diesem Zusammenhang spendete der Redner der bayrischen Regierung aufrichtiges Lob, well sie bisher am großzügigsten derartige Re- formbestrebungeu erfaßt habe. Di« allgemeine Senkung des Zinseinkommens hall der Redner für im höchsten Matze bedenllich. Es sei sehr traurig, datz dadurch wieder einmal dem Sparsinn ein schwerer Stotz zugefügt worden sei. 2lbg. Hergt (Pntl.): Die jetzige Aktion ist auch nur Stückwerk. Die Soziallasten, die bei der Unfallversicherung geradezu unerträglich geworden sind, werden nicht gesenkt. Run kommt man auch noch mit der Hmsah - steuererhöhung, die alles kaput schlägt, was sonst von der Rotverordnung verheihen wird. Von einer organischen Senkung unserer Reichsausgaben sehe ich auch heute nichts. Die Regierung trifft die Schuld, datz sie den ganzen Ernst der Lage früher nicht richtig dargestellt hat. Der Minister hat sich zwar eingehend über 1931 geäußert, hat uns aber nicht gesagt, was aus der Defizitmasse des Jahres 1 932 werden soll. Der Reichskanzler hat selbst zugegeben, datz die Erhöhung der Hm* satzsteuer d ie letzte Reserve gewesen sei. Die Regierung hat damit eine außerordentlich schwere Verantwortung übernommen. Die Reichsbeteiligung bei den Danken führt in einen Staatssozialismus schlimmster Art hinein. Wir erwarten von der Regierung nähere Angaben darüber, wie hoch das Risiko des Reiches ist und wie es abgedeckt werden soll. Reichsfinanzminister Dietrich Selbstverständlich kann man an eine Ordnung der Reichsfinanzen nicht Herangehen, ohne gleichzeitig an die Finanzen der Länder und Gemeinden zu denken. Wir haben viele Gemeinden und Länder, die eine geordnete sparsame Wirtschaft haben. Rur da, wo Gemeinden durch die Wohlfahrtser- werbslosenlasten in besondere Bedrängnis kommen, hat das Reich eingreifen müssen, im übrigen müssen sich die Gemeinden aber s e l b st helfen. Diesem Zweck dient die Rotverordnung vom 24. August. Das Problem der Senkung der Reubauwohnungsmieten konnte nur von derZins- seite her angefatzt werden. 85 v.H. der Reubaumieten fallen auf die Zinsen. 3ch glaube sagen zu können, datz die Zinssenkung eine 15prozentige Senkung der Reu- baumieten zuläßt. Die Verbilligung der gebundenen Preise und der Mieten wird sich für die Devölk'rung doch erst fühlbar machen. Auch bei den Fleischpreisen wird meines Erachtens doch eine wesentliche Senkung möglich fein, denn hier istdieSpannezwischenEr-eu- ger- und Verbraucherpreisen auher- ordentlich groß. Für Großvieh bekommt der Ländwirt heute nur die Hälfte des Vorkriegspreises, während der Ernäh- rungs- und L e b e n s h a l tu n g s in d e x auf 12 0 und 130 stehen. Gegen den Vorwurf des Abg. Hergt, datz wir mit der Rot- vcrordnung zu einem rechtlosen Staat geworden seien, mutz ich mich ganz entschieden wenden. Wir leben in einem wirtschaftlich enKriegs- z u st a n d, den wir überwinden müssen, wenn wir nicht zugrunde gehen wollen. Die vom Abgeordneten Hergt geforderte Senkung der Sozial- und Steuerlasten wäre auch unser dringender Wunsch gewesen, aber ich möchte ihn fragen, wie er sich die Verwirklichung dieses Wunsches bei der jetzigen Lage eigentlich denkt. 3ch bin jederzeit bereit, meinen Platz einem neuen Finanzminister zu räumen, der dieses Tausendkunststück fertigbringen könnte. Wenn es so dargestellt wird, als wäre unsere Finanznot auf ein Verschulden der Regierung zurückzuführen, so bitte ich doch, die Lage in anderen Ländern zu beachten. Das Defizit in Amerika ist viel größer als das ganze Budget des Deutschen Reiches einschllehlich der Kriegslasten. Run ist es richtig, daß auch der Reichskanzler Dr. Brüning von einer Schuld der Regierung gesprochen hat. Er hat aber nicht seine, sonder« die von 19 2 7 gemeint, der Sie, Herr Abgeordneter hergt, al« Vizekanzler anzu- gehören die Ehrp hatten. Damals find z. B. Maßnahmen getroffen, dieüberdleSräfte des deutschen Volkes gingen, und bte wir nun zum Teil in diesen schwere« ürisenzeilen unter unendlich große« Opfern wieder rückgängig machen müssen, wenn Sie uns jetzt sagen, wir hätten mit Rücksicht auf eine spätere Regierung nicht die letzte Reserve der Umsatzsteuer in Anspruch nehmen sollen, so meine ich, wir würden unsere Pflicht verletzen, wenn wir nicht den Mut dazu aufbrächten, alles zu tun, was geeignet Anlauf. Der neugewählte hessische Landtag ist am vergangenen Dienstag in Darmstadt zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten und hat sein Bureau ge- bildet. Nach altem parlamentarischem Brauch hatten die N a t i o n a l s o z i a l i st e n als die stärkste Fraktion des Hauses Anrecht auf den Präsidentenposten. Sie stellten den einzigen erfahrenen Paria- mentarier in ihren Reihen heraus, den Abgeordneten Werner (Butzbach), der denn auch mit der absoluten Mehrheit von 40 Stimmen gegen Sozialdemokraten und Kommunisten zum Landtagspräsidenten gewählt wurde. Nicht ganz so glatt verlief die Wahl der beiden Vizepräsidenten. Nach der Fraktionsstärke hätten die Sozialdemokraten den ersten Vizepräsidenten für sich beanspruchen können. In der Stichwahl erhiell jedoch der Zentrumsabgeordnete W e ck - l e r (Rockenberg) 37 Stimmen, so daß sich der sozialdemokratische Kandidat Delp (Darmstadt), der dem verflossenen Landtag präsidiert hat, mit dem Posten des zweiten Vizepräsidenten begnügen mußte. Bei der Bildung der Ausschüsse kam die gleiche Machtverteilung zum Ausdruck. Außer den genannten Parteien sind nur noch die K o m m u - n i st e n in allen Ausschüssen vertreten, während Deutschnationale und bürgerliche Mitte ganz ausgeschaltet sind. Lediglich bei der Besetzung des Staats- gcrichtshofs hat man dem Landbundabgeordneten Glaser als Vertreter aller übrigen Parteien einen Sitz eingeräumt. Die Zersplitterung des Bürgertums, die ja noch im Wahlkampf wahre Orgien gefeiert hat, mußte zwangsläufig zu der völligen EiMußlosigkeit führen, wie sie die Besetzung der Ausschüsse nicht eklatanter demonstrieren kann. Denn gerade aus dem jahrelangen Zusammenwirken der Weimarer Koalition im letzten Landtag weiß man, daß die praktische Arbeit ganz vorwiegend in den Ausschüssen geleistet werden muß, während im Plenum sich zumeist — von gelegentlichen Ueberraschun- aen abgesehen — ein in den Rollen bereits vorher ftfigelegtes Zusammenspiel zwischen Regierungs- koglition und Opposition programmäßig abwickelt. Sy hat schon dieser rein geschäftliche Auftakt der ersten Sitzung gezeigt, daß im neuen Landtag im wesentlichen nur vier Parteien: Nationalsozialisten, Zentrum, Sozialdemokraten und Kommunisten zur Geltung kommen. Daß bei dieser Konstellation, die einer sachlichen Behandlung der zur Debatte stehenden Probleme nur förderliche Bremswirkung der gemäßigten Gruppen bedenklich abgeschwächt ist, ergab sich schon in den ersten Sitzungen bei der Behandlung der Anträge, die sämtliche sozialistischen Parteien zur W i n- terhilfe für Erwerbslose und Sozialrentner ein» gebracht hatten. Es gibt wohl niemanden im ganzen Hessenlande, der für das harte Schicksal der ohne ihre Schuld um Arbeit und Brot gekommenen Opfer der Wirtschaftskrisis nicht warme Anteilnahme hätte. Und daß dieses Mitfühlen nicht nur in billigen Redensarten zum Ausdruck kommt, sondern sich auch in Taten praktischer Nächstenliebe umsetzt, dafür sind die schönen Erfolge der von den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege organisierten Winternothilfe, bei der besonders das einträchtige Zusammenwirken von Stadt und Land einmal hervorgehoben werden soll, ein erfreulicher Beweis. Trotzdem bleibt noch genug Not übrig, die zu lindern die privaten Kräfte nicht ausreichen, und es müßte dankbar begrüßt werden, wenn Staat und Gemeinden hier eingreifen könnten. Aber das kann vernünftigerweise nur nach Maßgabe der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel geschehen. Jedes Ueberschreiten des durch die traurige Finanzlage der öffentlichen Körperschaften gebotenen Maßes müßte zwangsläufig zu einer weiteren Erschütterung der Staatsfinanzen und durch die sich daraus ergebende Notwendigkeit neuer Steuern zu einer weiteren Verschärfung der Wirt- schaftskrisis führen, für die gerade die am wenigsten die Verantwortung werden übernehmen wollen, die ganz und ausschließlich von einer Wiederingangsetzung der Wirtschaft, von einem Antrieb der Unternehmertätigkeit eine Wiedereingliederung in den Produktionsprozeß erhoffen können. Leider hat keine der an den Anträgen für Winterhilfe beteiligten Parteien diesem Grundsätzlichen Rechnung getragen. Sämtliche Anträge lassen die Grenzen des finanziell Möglichen außer acht und überbieten sich geradezu in Forderungen, deren Erfüllung jede reale Unterlage fehlen muß. Finanzminister Kirnberger, feit Dienstag Mitglied eines nur noch geschäftsführenden Kabinetts, hat sich im Finanzausschuß der Pflicht unterzogen, die finanziellen Auswirkungen der vier verschiedenen Anträge bis ins Einzelne darzulegen. Dabei trat zutage, daß die Wünsche der Kommunisten und Nationalsozialisten sich ungefähr die Waage halten und zu ihrer Durchführung rund 16 bis 19 Millionen Mark erfordern würden, das Defizit im Staatshaushalt Iso auf 27 Millionen Mark hinauftreiben müßten. Sehr instruktiv waren die Berechnungen, die das Finanzministerium über die Auswirkungen des von den Nationalsozialisten geforderten N o t o p f e r s der Vermögen über 20 000 Mark und der Einkommen über 8000 Mark angestellt hatte. Danach würden 3 bis 4 Prozent des Ber- mögens und 22 bis 27 Prozent des Einkommens weg- gtftcuert werden,, in Grenzfällen würde der gesamte Vermögensertrag und das Gesamteinkommen weg- gesteuert werden. Es ist anzunehmen, daß dieser Deckungsantrag, den die Nationalsozialisten für die von ihnen geforderte Winterhilfe eingebracht haben, auch bei den Wählern im Lande, die am 15. November der nationalsozialistischen Liste ihre Stimme gegeben haben, die Beachtung finden wird, die er verdient. Da die Antragsteller jedoch selbst wußten, daß dieser Deckungsoorschlag nach dem geltenden Finanzausgleichsgesetz unzulässig ist, haben sie einen Eventualantrag eingebracht, der das Reich ersucht, die erforderlichen Mittel bereitzustellen. Da mif Sicherheit anzunehmen ist, daß, sollte Hesien mit diesem Ersuchen in Berlin durchdringen, selbstverständlich auch die anderen Länder gleiche Ansprüche erheben würden, so bekommt die Mitteilung von Regierungsseite Bedeutung, daß in diesem Falle das Reich rund 3,1 Milliarden für diesen Zweck aufbringen müßte. Die anberen im Finanzausschuß vertretenen Parteien haben uen Nationalsozialisten nicht den Gefallen getan, ihnen durch Ablehnung ihres ungesetzlichen und praktisch undurchführbaren Antrags aus der Klemme zu helfen, sie haben sich der Stimme enthalten und der Antrag wurde also mit den Stimmen der Antragsteller angenommen. Achnlich war auch gestern der Verlauf im Plenum des Landtags, wo der Antrag ebenfalls bei Stimmenthaltung des Zentrums und der Sozialdemokraten zur Annahme gelangte. Da der Landtag gleichzeitig in die Weihnachtsferien ging, das ge= schäftsführende Kabinett indessen den Antrag, soweit er das gesetzlich unzulässige Notopfer enthält, nicht von sich aus zur Durchführung bringen kann und das Reich sich vermutlich weigern ttfirb, die benötigten Mittel zur Verfügung zu stellen, ist tatsächlich nichts erreicht, womit schlagend bewiesen ist, daß auf diese Weise den bedauernswerten Opfern der Wirtschaftskatastrophe nicht geholfen werden kann. Nicht viel besser sieht es mit der Frage der Regierungsbildung aus, die zwar den Landtag offiziell noch nicht beschäftigt hat — der Punkt: Wahl des Staatspräsidenten wurde in der gestrigen Sitzung von der Tagesordnung abgesetzt —, die aber hinter den Kulissen um so eifriger behandelt worden ist. Am 8. Dezember hat Staatspräsident Adelung den Bestimmungen der Verfassung gemäß dem neugewählten Landtag die Demission seines Kabinetts überreicht, das nun bis zur Wahl eines neuen Staatspräsidenten und der Bestätigung des von diesem gebildeten neuen Ministeriums durch den Landtag die Geschäfte weiterführt. Zwischen den beiden Plenarsitzungen am Dienstag und Freitag haben dann die offiziellen Verhandlungen zwi- scheu Nationalsozialisten und Zentrum über die Herbeiführung einer Koalition als Grundlage für die neue Negierung begonnen. Das heißt, von Verhandlungen im eigentlichen Sinne kann man nicht sprechen. Die Nationalsozialisten haben der Zentrumsfraktion in fast ultimativer Form ihre Mindestforderungen in Gestalt von 12 Punkten unterbreitet, deren ungeteilte Annahme für sie die Voraussetzung einer ehrlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit bildet. Dieses Mindestprogramm ist, von einigen Punkten abgesehen, keineswegs so radikal ausgefallen, wie man nach dem Antrag zur Winterhilfe hätte annehmen sollen. Sämtliche Punkte, die auf eine Vereinfachung und Verbilligung ö e 5 Staatsapparats abzielen — und sie überwiegen in dem nationalsozialistischen Programm bei wettern — entsprechen im großen und ganzen Forderungen, die in den früheren Landtagen auch die. bürgerlichen Parteien der damaligen Opposition immer wieder, jedoch stets ohne durchschlagenden Erfolg gestellt haben. So hat denn auch das Zentrum keinen Anlaß gesehen, durch ein schroff ablehnendes „Nein", das einzelne seiner Preßorgane voreilig schon prophezeien zu können glaubten, die kaum in Fluß gekommene Fühlungnahme zu zerschlagen. Es hat vielmehr in einem ausführlichen, durchaus verbindlich gehaltenen Schreiben, das dem taktischen Geschick seines Verfassers alle Ehre macht, eine Antwort gegeben, die unseres Erachtens alle Türen offen läßt. Das dürfte wohl auch die Auffassung der nationalsozialistischen Fraktion sein, denn andernfalls hätte sie wohl schon in der gestrigen Landtagssitzung erklärt, daß sie für eine Koalitionsregierung mit dem Zentrum nun keine Möglichkeit mehr sähe. Sie hat dies nicht getan, sondern durch Verschiebung der Wahl des Staatspräsidenten ihre Bereitwilligkeit zur Fortsetzung der Verhandlungen kundgetan. Das Antwortschreiben des Zentrums erläutert parallel zu den programmatischen Ausführungen des nationalsozialistischen Fraktionsvorsitzenden Lenz die politische Grundhaltung der Partei, die ja abgesehen von einzelnen radikalen Zuspitzungen im nationalsozialistischen Programm eine Zusammenarbeit beider Parteien keineswegs auS- schlösse. Der nationalsozialistischen Forderung auf ausdrückliche „Mißbilligung der bisher geübten Diffamierung der RSDAP." stellt das Zentrum das Verlangen auf ein erneutes öffentliches Bekenntnis der RSDAP. zur Legel'tät entgegen. Von den 12 Punkten, in die die RSDAP. ihre Mindestforderungen zusammengefaßt hat, gefällt dem Zentrum der erste nicht, der die Zahl der Minister auf den Staatspräsidenten beschränkt, den die RSDAP. für sich in Anspruch nehmen möchte. Das Zentrum macht versassungsrechtliche Bedenken geltend und wünscht jedenfalls, falls diese sich ausräumen ließen, daß der Staatspräsident als alleiniger Minister dann eine parteipolitisch unabhängige Persönlichkeit wäre. Wir halten diesen Wunsch für durchaus berechtigt, denn wir haben stets die Auffassung Der treten, daß bei dem gegenwärtigen Verhältnis zwischen Reich und Ländern, wie es die Rot der Zeit herausgebildet hat, das Zurücktreten der Parteipolitik in der Regierung und Verwaltung nur der Förderung der fachlichen Aufgaben dienen kann. Das würde ja auch durchaus in die Grundtendenz der nationalsozialistischen Vorschläge auf Vereinfachung des Staatsaparates und Entpolitisierung der Verwaltung passen. Es dürfte unseres Erachtens nicht schwer fallen, in der hohen Beamtenschaft Hessens einen Mann zu finden, der seiner politischen Grundeinstellung nach sowohl dem Zentrum wie der RSDAP. zusagt und über die sachlichen Qualitäten verfügt, an die Spitze der hessischen Verwaltung zu treten. Das Zentrum nimmt weiter Anstoß an der Formulierung des Punktes 5, der sog. Parteibuchbeamte ohne die vorgeschriebene Fachbildung sofort ohne Ruhegehalt entlassen will. Auch hier macht das Zentrum die Einschränkung, daß diese Entlassung ohne Ruhegehalt nicht der Verfassung widersprechen darf. Sehr ausführlich geht das Antwortschreiben des Zentrums auf die Kulturpolitik ein, vermutlich weil in dem hinter der Partei liegenden Jahrzehnt enger Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie die kulturpolitischen Grundsätze des Parteiprogramms, die ausgiebig zittert werden, bei den eigenen Anhängern etwas in Vergessenheit geraten sind, vielleicht auch, weil gerade in Hessen Mitglieder der RSDAP. mit den kirchlichen Behörden in einen scharfen Konflikt geraten sind. Sachlich dürsten sich allerdings — mit Ausnahme des von der RSDAP. vertretenen Standpunkts in der Rassenfrage — bei näherer Beleuchtung kaum wesentliche Meinungsverschiedenheiten ergeben. Ein Punkt, der den Verfassern des Zentrumsbriefes offensichtlich einige Kopfschme^en verursacht hat und der denn auch unseres Erachtens der kritischste und vielleicht schlechthin entscheidende werden dürste, ist die Stellung zur Politik der Reichsregierung. Während die RSDAP. fordert, daß die hessische Regierung im Reichsrat „für eine Politik des entschlossenen nationalen Widerstandes gegen Hnterdrückung und Ausbeutung und für jede Möglichkeit einer aktiven Freiheitspolitik" eintreten soll, formuliert das Zentrum seine Einstellung zur Außenpolitik, indem es die Rotwendigkeit, die Außenpolitik der Reichsregierung träftiq zu unterstützen, damit begründet, datz diese Politik „dem deutschen Volke innere und äußere Freiheit, Zukunftsentwicklung, und Weltgeltung schaffen und sichern soll". DasZiel ist also das gleiche, ob die Wege so sehr voneinander verschieden sein würden, könnte man nach dem letzten Interview Hitlers durch die ausländische Presse fast bezweifeln, der Ton ist ein anderer, aber ob der hrer die Musik macht? Das wird sich im Fortgang der Besprechungen zwischen den beiden Parteien Herausstellen müssen. Wenn bei beiden der ernste Wille zu einem Zusammenkommen vorliegt, was bei der vorsichtigen und geschickten Formulierung der beiderseitigen Erklärungen angenommen werden muß, sollte es nicht so schwierig sein, die Drücke zu schlagen, zumal da man sich offenbar an keinen Zeitpunkt gebunden hat. Denn das von den Rationalsozialisten eingebrachte und in der gestrigen Land- tagsfihung angenommene Mißtrauensvotum gegen das Kabinett Adelung dürfte kaum irgendwelche Folgen zeitigen, da ja das Kabinett lediglich die Geschäfte führt und nicht. eher beseitigt werden kann, bis eine neue Regierung gebildet ist, die ihm das Staatsruder aus der Hand nehmen kann. 3n Hessen wird also vermutlich bis nach den Feiertagen politische Ruhe herrschen, ob auch im Reich, ist eine Frage, die erst Mitte der kommenden. Woche entschieden werden wird. Der südslawische UnterrichtLminister Maximowitich bat ein Gesetz erlassen, das für das deutsche Schulwesen in Lüdslawien einen oernich lenden Schlag bedeutet. Durch das Gesetz, das oom König bereits unterzeichnet ist, werden sämtliche deutschen Bürgerschulen geschlossen. Damit sind olle Zugeständnisse, die die Belgrader Negierung vor einem Jahre den Deutschen gemacht hatte, wieder zurückgezogen worden. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reich-Präsident hot am Freitagabend die VunbeSführer beS Stahlhelm empfangen. Die Unterredung soll Anfang nächster Woche fortgesetzt Werben. die Beförderungsunternehmungen und den Elektrizitäls- und Gaspreisen zu- wenden. Mit aller Entschiedenheit lehnt er e# ab, eine Wasserkopsbehörde zu schaffen, die dem deut schen Steuerzahler aller Schichten wieder Geld kostet. 6od)fd>ulnodm(f)ten. Professor Dr. Hermann IahrreißlnLelV- »io hat den an iyn ergangenen Rus auf den Lehr- nuhl für öffentliches Recht an der Universität Greifswald als Rachfolger von G. Leibholz zum 1. April 1932 angenommen. ist. um unser Volk wieder hochzubringen, wir können doch unmöglich olles zugrunde gehen losten, nnr damit unsere Rachfolger ein gemachte» Bett vorsinden. Darum muh ich mit aller Entschiedenheit hervorheben, dah die Regierung sich für verpflichtet hält, alle Mahnahmen zu treffen, die sie im Interesse der Auf- rechlerhaltung unseres Staates und der Lebeus- sShigkeil unseres Volke» für notwendig hält. 3n diesem Sinne bitte ich die Verordnung zu würdigen. Oie Wirischafispariei zur Notverordnung. Gegen eine Reichtaqscinberufung vor dem Fest. -Berlin, 11. Dez. (VDZ.) Der Aeichsaus- schuh der Wirtschaftspartei nahm den -Bericht des Fraktionssührers der Reichstagssraktion über Die Ausgabe des preisüberwachungskommiffars Or. Goerdeler bittet um die Mithilfe der Hausfrau. — Gegen jede unangebrachte Zurückhaltung bei den Weihnachtseinkäufen! Noch keine Wahl -es Staatspräsidenten in Hessen. Vertagung bis nach dem Fest. - Oie nationalsozialistischen Anträge auf Winterhilfe auch im Landtagsplenum angenommen. - Mißtrauensvotum gegen das geschäftsführende Kabinett. Oer Landtag macht Weihnachtsferien. Der russische VolkSkommissarL u n o t s ch a r s k t, der im Rat der Volkskommissare für die bolschewistische Kulturpolitik verantwortlich zeichnet und sich auf einer Dortragsreise durch Mitteleuropa befindet, sollte auch in Düsseldorf sprechen. Der Regierungspräsident hat jedoch auf Grund der Rotverordnung vom 8. Dezember den Vortrag verboten. 3n den letzten Tagen haben in Berlin erneut Besprechungen über die künftige Gestaltung des deutsch, schwelzerl chen HanbclSver- trage- mit dem Fahrer der schweizerischen Handel-vertrag-delegation Stuckt stattgesunden. Obwohl bei den Verhandlungen von beiden Setten der aufrichtige Wille bekundet worden ist, die bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden, ist cs nicht gelungen, zu einer positiven Lösung zu kommen Stu cf i hat B~(in wieder verlassen, um der schweizerischen Regte Tung Bericht zu erstatten. mit gröberer Klarheit zu übergehenden aufcen• politischen Lage sowie zu den Auswir- kungen der Rotverordnung Stellung nehmen zu können. Dieser Vefchluh wurde ebenso wie der Vefchluh der Fraktion ein stimmig gesaht. Oie Volkspartei für die sofortige Einberufung des Reichstags. Berlin, 11.Dez. (VDZ.) Die Reichstags- fraltion der DVP. Hat sich am Fr.ntaa mit der letzten Rotverordnung der Reichs- regierung beschäftigt. Bet den Erörterungen wurde durchaus anerkannt, dah in dieser Rotverordnung der erste Versuch eines Wirtschaft-Programms vorhan» den ist, dah man aber anderseits den einzelnen Bestimmungen doch sehrskevtisch gegenüber- stehen muh D e Fraktion beschäftigte sich weiter mit der Einberufung de- Reichstags Sie wird für d i e Einberufung des Reichstags stimmen. Das kirchliche Disziplinargericht beschloß, den Pfarrer Eckert (Mannheim) au» dem Ä i r • chündiensl tu entlassen. Das Gericht hat sich somit der Auffassung der Obersten Kirchenbehörde angüschlossen, wonach ein evangelischer Geist!.eher nicht Mitglied der k i r ch e n f e i n d l» ch e n Kommunistischen Partei sein könne und dah Eckert seine Nuhlandreile ohne Erlaubnis unternommen hab«. die politische Lage und die Stellungnahme der Fraktion zur Rotverordnung entgegen. Der Rcichsausfchuh sieht in der Rotverordnung ein letzte- unerhörte- und in fernen Auswirkungen derzeit noch unübersehbares Opfer im Kampfe um die politische und wirtschaftliche Freiheit Deutschlands, da- die Reichs- regierung von dem deutschen Volle nur dann zu fordern berechtigt sei. wenn sie von dem unerschütterlichenWillenersüllt sei, den Kampf gegen den 03 e r f a i I le r 33 ertrag im ganzen mit allen Mitteln zu führen und im ^sonderen jede Tributzahlung für die Zukunft abzulehnen. Der Reichs- au-fchuh nahm von dem Vefchluh der Fraktion, die Entscheidung über die Einberufung de« Reichstag« auf Anfang Januar zu legen und gegen den kommunistischen Antrag auf Einberufung des Reichstags noch vor Weihnachten zu stimmen, Kenntnis hält jedoch den Zusammentritt des Reichstag« in der ersten Hälfte des San u ar für erforderlich, um dann zu der bis dahin dah ihre Fraktion keinen gangbaren Weg zur Deckung der Winterhilfe wisie. Abg. Dr. Niepoth (D. Dp.) erklärt, aus der Erklärung des Nationalsozialisten Dr. Muller müsse man schließen, dah die Nationalsozialisten, wenn sie im Besitz der Macht wären, diese Dinge durchfuhren wollten. Aber selbst Hitler werde es nicht gelingen, aus dem hessischen Volk neue 19 Millionen Steuern herauszupressen. Die Nationalsozialisten als stärkste Fraktion des Landes mühten jetzt an verantwortlicher Stelle sich entscheiden, ob sie Agitation oder politische Arbeit leisten wollten. Abg. Cur (Soz.) stellt fest, dah die Oefamtfteuer- ertrüge Hessens aus Grund- und Gewerbesteuer je 7,5 Millionen Mark betragen. Mit dieser Belastung hätten die Nationalsozialisten im Wahlkampf ihre Aktion bestritten, und jetzt wollten sie selbst noch weitere 20 Millionen Steuern aus dem Volk heraus» holen. Abg. Glaser (Cbb.) erkennt die große Nollage infolge der katastrophalen Erwerbslosigkeit an. Freiwillige Sammlungen von Lebensmitteln und son» fügen Naturalien finden unsere Unterstützung und Befürwortung. Eine Erhöhung oder Erhebung von neuen Steuern zur Behebung dieser Notmaß- nähme auf landwirtschaftlichen Besitz müssen wir ganz entschieden ablehnen, da die derzeitige Besteuerung schon weit über die Grenze des Möglichen geht. 3n bet Abstimmung wird bet nakionalfozlaUsllfche Antrag auf Winterhilfe gegen volkspartel und Canbbunb bei Stimmenthaltung von Zentrum unb Sojialbemofraten angenommen. — Ein kommunistischer Zusahantrag, „die zur Auszahlung erforberllchen Mittel werben unabhängig von bem Stanb bet verhanblungen mit bet Reich»- regierung von bet hessischen Regierung bereltgestelll, um bie Winterhilfe am 1.3a- nuat 1932 auszuzahlen", rolrb bei Stimmenthaltung von Zentrum unb Sojialbemofraten von ben Ra- tionalfojialiffen abgelehnt. Annahme finben bet Antrag Böhm unb Jen- chel unb ein Canb'junbantrag, für bie einkomme n l o s e Landwirtschaft ebenfalls 100 Mark wlnlethllse auszuzahlen. Einstimmig wird auf nationalsozialistischen Antrag hin der G e s e tz g e b u n a s a u s s ch u ß als Untersuchungsausschuß eingesetzt zur Prüfung der von den Nationalsozialisten behaupteten Amtsverfehlungen von Polizeibeamten und des Innenministers Leuschner. Staatspräsident Dr. Adelung erklärt, daß die Regierung auch nach der Einsetzung dieses Untersuchungsausschusses keineBerwischungvonLegislative unb Exekutive zulassen werde. Anschließend folgte eine heftiae Auseinander- ietzung über die Anträge auf Aufhebung des Umanas» und Uniformverbots, die nach der Auffassung der Regierung durch die Reichsnot- Dcrorbnung oom 8. Dezember gegen ft anbslos geworden sind. Der Antrag Galm (Korn. Dpp.) auf Auf- Hebung des Dersammlungs, und Umzugsocrbotes wurde angenommen und demMinister L e u s ch» n e r die Mißbilligung für die Polizeiferien ausgesprochen Der nationalsozialistische Antrag auf Auf» Hebung des Transport-, Uniform-, Verfammlungs» und Umzugsverbotes wird abgelehnt. Innenminister Leuschner erklärt, daß trotz dieser Beschlüsse des Landtages die bestehenden Verbote ge- maß der Reichsnotverordnung aufrecht erhol- t e n blieben. Oie Mißtrauensvoten gegen das Ge- samtkabinett und Minister Leuschner. Anschließend kommen die Mißtrauensan- träge der Nationalsozialisten und Kommunisten gegen die Gefamtregierung sowie der nationalsozialistische Antrag, Mini st er Leusch- ntr aus d e r Regierung abzuberufen, zur Debatte, wobei es erneut zu schweren Zusam- menstöhen zwischen der Linken 4inb der Rechten sowie Minister Leuschner kommt. Abg. Dr. R i e p o t h (DVP.) stimmt aus grunb- sählichen Erwägungen bem Mißtrauensantrag der Rationalsozialisten zu. Abg. Lenz (RS.) crflärt in der Begründung deS Mißtrauensvotums, daß der hessische Innen- Minister einseitig gegen die Rational- soztalisten borgegangen und diese al« Staatsbürger minderer Ordnung behandelt habe. Die Toten- und Verwundetenlifte der Rationalsozialiften beweise dieses Versagen der Polizei. Besonders die Art, wie die Sache mit dem Borget m e r Dokument gedreht worden sei und wie bei der RcichSanwalticha't unberu:me Richter ausgewechselt worden seien, lasse die Absicht dieser ganzen Aktion durchblicken. Der Innenminister habe Unterlagen für die Illegalität der Kommunisten stillschweigend in feiner Schublade verschwinden lasten. Der gebildete Unterfuchungs- auSschuh müsse sich mit den Vergeben des Ministers und der Polizeistellen eingehend befallen. Der Redner verliest dann ein Dokument, da« einen Berlin, 11. Dez. (ERB.) Oberbürgermeister Dr. Dördeler hat sich der Presse in seiner neuen Eigenschaft als Reichskommissar für die Preisüberwachung vorgeftellt. Er betonte, dah er es mit aller Entschiedenheit ablehne, etwa als Wunderdoktor empfangen zu werden. Er sei nicht PreiSsenkungskommisfar, sondern Reichskommrssar für Preis- überwachung, der darüber zu wachen habe, daß die verbilligend wirkenden Bestimmungen der Rotverordnung restlos und pünktlich durchgefüyrt werden, und daß die Preise, wie sie beim Verbraucher münden, gerecht sind. Der Verbraucher solle die Gewähr haben, daß m i t unerbittlicher Gerechtigkeit alle Faktoren der Preisbildung überprüft sind, und daß, waS er zu bezahlen hat, wirtschaftlich gerechtfertigt ist—nicht mehr und nicht weniger. Der gerechten Preisbildung können entgegen» stehen: Maßnahmen der öffentlichen Hand, UeberlastungenburchöffentlicheAb- g a o e n ufw. Eine Beeinflußbarkeit dieses Punkte- liegt nur in der Mcg!ich'e t, altpreuhische Sparsamkeit in der offen tilgen Ver - toaltung z u üben. Bindungen, die von einzelnen Wirtschaf l-gruppen ausgehen oder zwischen ihnen eingeschaltet sind, rückt die neue Rotverordnung du.ch zah e che Be immungen zuleibe. zum Beispiel die Kartell- und Shnoikat-- vorschrMen, die Senkung der gebundenen Preise um 10 Prozent, Verbot an die Innungen, Preise au bestimmen usw. Die Rotverordnung beschränkt sich aber nicht auf Beseitigung von Hindernissen für eine gerechte Preisbildung, sondern schafft in ungewöhnlich Iüi;ner Weise auch starke Impulse für die Abwärtsbewegung der Preise. In diesem Zusammenhang ist die ZinSsenkung, die Verbilligung in der WohnungSwirlfchaft und die Senkung Der ReichSbahntarife zu erwähnen. Der Bildung des gerechten Preise» kann auch schlechter Wille entgeaenstehen. Wenn er an- getroffen wird, wird rücksichtslos b u r d) gegriffen werden. Allerdings hat der Reichskorn- miliar den lebhaften Wunsch, seine Arbeit auf freiwillige Einsicht oller beteiligten Dirtschaftskreise aufzubauen. Dann betonte Dr. Gördeler noch die wich» t ge Aufgabe, die innerhalb der Preissenkunasaktion der deutschen Hausfrau .zufallt. Sie bittet er um ihre besondere Mithilfe. Man solle sich nicht scheuen, aus einem Laden herauszugehen, ohne einen Kauf getätigt zu haben, wenn Ware oder Preis nicht zusagen. Um der Hausfrau die Prüfung zu erleichtern, würde unverzüglich die Anbringung von Preisverzeichnissen angeordnet werden. Bet dieser Gelegenheit sprach Dr. Goerdeler auch die dringende Bitte aus, ruhig die für da» Weihnachtsfest geplanten Einkäufe z u tätigen, da auf vielen Gebieten die Preisgestaltung schon ganz von selb st stark heruntergegangen sei. Das gelte vorzugsweise für Textilien und Schuhwaren. Der Preiskommissar will sich nun zunächst den Brot, und Fleifchpreijen. den Preisen für WHP. D a r m ft a b t, 11. Dez. Präsident Werner eröffnet die Sitzung um 11.30 Uhr bei dicht- besetztem Parterre und gedrängten Tribunen. Punkt 1 der Tagesordnung ,W a h l des Staats- Präsidenten" wird auf Wunsch der National- fojlaliften abgelebt. Es folgt die Beratung der W l n t e r h 11 f e - A n - träge von Nationalsozialisten, Kommunisten, Korn- munistischer Opposition und Sozialdemokraten, über deren Schicksal im Ausschuß wir berichtet haben. Abg Golm (Korn. Dpp.) hält seinen Antrag auf- recht, weil durch den unausführbaren nationalsozia- liftifdjen Antrag draußen nicht geholfen werde der finanziell realisierbare Antrag der Kommunistischen Opposition dagegen den Aermsten wenigstens etwas bringe. Wenn die Nationalsozialisten mit ihrem Antrag vor ihre bäuerlichen Wähler träten, dann würden sie von den Bauern hinaus» gehauen. . Abg Sumpf (Komm.) bezeichnet den national* sozialistischen Antrag als üble- AgitationSmanö- ver. Don den für die Erwerbslosen versprochenen ReichStag-diäten der RSD2lP.«geordneten hätten die Arbeitslosen nie einen Pfennig erhalten. ~ _ Dom Landbund läuft ein Antrag em, den Landwirten, deren Betriebe 1931 keinen Ertrag bringen, eine Winterbeihilfe in Höh« von 100 Mark zu zahlen. Die Mittel sollen durch Abstriche beim Landestheater und den Hochschulen gewonnen werden. Abg. Zinn kann (Soz.) weist an Hand der Auszahlungen die seit dem Ruhrelnbruch in Hessen geleisteten Winterhilfen nach. Die Sozialdemokratie habe stet« im Rahmen des finanziell Möglichen etwas aeleistet, die Rationalsozialisten versuchten zu bluffen. Abg. Wesp (Z.) erwidert den Kommunisten: Die kommunistische Methode bezwecke, durch Der- ächtlichmachung der charitatlven Winterhilfe graulich zu machen: aber draußen kämen auch die kommunistischen Anhänger zu den hier bespöttelten ..Bettelsuppen" der Rothilse. Selbst nationalsozialistische Arbeiter hätten dieser Tage in Gewerkschaftsversammlungen bedauert, daß der nationalsozialistische Winterhilse-Antrag bolschewistischen Vorbildern nachlaufe. Das Zentrum werde bet der (Abstimmung sich der Stimme enthalten. Abg. Dr. M ü II e r (Ratsoz.) beginnt: .Deut- sche DolkSgenossen und übrige Anwesende" und wird darauf durch zahlreiche RauS'-Ruse. Unerhört!. Frechheit! aus der Mitte und links unterbrochen. Bei der Betrachtung des nationalsozialiftifchen Antrages müsse die Tendenz de» Mn- trage» und bie Rechtslage auteln- andergehalten werden. Wir waren o n • bewußt, daß auf diesem Wege der Deckungsvorschläge aus Hessen nicht» herauszuholen ist. (Hört. hört). Im Ausschuß ist über den Ausdruck .UquideS Dermögen" ein Mißverständnis entstanden: ich verstehe darunter nicht verbrauchten Ertrag und nicht verbrauchtes Einkommen. (Zuruf: Schon wieder ein Reinfall!). Wir lehnen es ab. vorerst, solange noch andere Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind, den hessischen Steuerzahler vorweg zu belasten. Wir verlassen unS auf die Dersiche- rung des ReichSministcrS Treviranus, dah In diesem Winter in Deutschland niemand zu hungern brauche. Für unS ist die Arbeitslosigkeit nur ein Tellprob'.em deS ArbeitSbeschafsungSprogrammS. Präsident Werner ersucht den Redner, in Zukunft solche Anreden zu unter- lassen. Die Abgeordneten Böhm (Dn.) und Fenchel (Landbund) stellen den Zusahantrag, dem Einzelhandel, dem Handwerk und den Gewerbetreibenden, die 1931 weniger al« 1800 Mark versteuerbareS Einkommen haben, eine Winterhilfe von 100 Mark zu gewähren. Innenminister Leuschner erklärt: Den nationalsozialistischen Antrag tonne man nur erfüllen, wenn die Regierung unbeschränkt Zeder-Geld drucken könnte. Entweder glaubten die Antragsteller, dah sie den Antrag verwirklichen könnten: dann bewiestn sie damit ihre Unkenntnis in Wirt- schastSdingen (W.berspruch» ober aber sie seien s i ch seiner U n b u r ch f ü h r b a r k e i t bewußt gewesen unb hätten mit den dadurch erweckten Illusionen Schindluber mit der Rot unb Qual unsere« Volke« fetr.ebcn. (LanbtagSpräsi- bent Werner rügt bie .i Ausdruck. — Es entsteht bei ben Ration.Is flausten ein ungeheurer Tumult.) Solange bie Regierung bie Geschäfte führe, werbe sie nach wie vor ihre Pflicht tun trotz aller demagogischen Anträge. Aba. Kern (wS-) betonte, daß der Antrag seiner Fraktion durchaus ernst gemeint sei. Abg. H e i n st a d t (Zentr.) erklärt, die bürgerlichen Parteien hätten mit ihrer aus christlichem Geist betriebenen Winterhilfe mit bet lat b e • wiesen, daß man um die öffentliche und beim» liche Not im Volke wisse. Erfreulich sei, dah die Nationalsozialisten offen zugegeben haben. illegalen Organisationsplan der Kommunistischen Partei barftdlen soll. Abg. Kaul (6.) (bei dessen Erscheinen die Mehrzahl der Rationalsoziallsten den Saal ver- läßt), erwidert, durch die leeren Darlegungen der Rationalsozialisten lasse sich die Arbeiterschaft nicht einschüchtern. Der nationalsozialistische Vertreter habe im Ausschuß offen zugegeben, daß der Mißtrauensantrag nur ag tato rischen Wert habe. Abg. I u n g (RS.) gibt der Meinung Ausdruck, daß es nach der Verfassung angängig sei, jederzeit einen Minister aus dem Gesamtkabinett herauszu- holen, und richtet erneut heftige Angriffe gegen die Regierung. Staatspräsident Adelung ersucht den Landtagspräsidenten um vermehrten Schutz, damit es wie früher möglich sei. sich bei aller sachlichen Schärfe wie unter anständigen Menschen auseinanderzusetzen. Die Stellung des geschäftsführenden Kabinetts und seiner Mitglieder werde durch die Annahme eines MißtrauensantragS nicht geändert. Innenminister Leuschner crflärt, er kenne die eingestandene oder verleugnete Illegalität der Rationalsozialisten und Kommunisten in gleicher Weise. Er habe den Untersuchungsausschuß in keiner Weise zu fürchten, und nur die Rationalsozialisten würden etwas gescheiter aus dem Ausschuß ins Parlament zurückkehren. Als Deutscher habe er die nationale Pflicht (Widerspruch bei den Rationalsozialisten und Zurufe: ,Sie sind ja international!"), das deutsche Volk gegen den bolschewistischen Deist, der au- dem Boxheimer Dokument spreche, mit allen Mitteln zu schützen. (Beifall in der Mitte und links.) Abg. We s p (Z.) erklärt den Mißtrauensantrag nach dem Rücktritt der Regierung für überflüssig. In der Abstimmung wird der Mihtrauensan- trag gegen das Gesamitabinett angenommen, ebenso der nationalsozialistische Antrag auf Abberufung des Innenministers Leuschner. (Lebhafter Beifall auf der Tribüne und bei den Rational- foziallsten.) Damit ist die Tagesordnung erschöpft und Präsident Werner vertagt den Landtag auf unbestimmte Zeit mit Glückwünschen fürda« WeihnachtS- und Reujahrsscst. Oie parlamentarische Lage. Tie Koalitionsverhandiungea. Keine prakt sche flnervirtung der randta.sbeschlüsfe. WSR. Darmstadt. 11. Dez Rachdem da« Zentrum dieAntwort auf die Bedingungen der Rationalfozialisten zur Uebernahme der Regierung der Oeffentlichteit übergeben hat und daraufhin die Wahl des Staatspräsidenten vertagt worden ist. liegt es nun bei den Rationalsozialisten, das Gespräch um die Regierungsbildung sortzusühren, nachdem das Zentrum seine Verhandlungsbereitschaft erklärt hat. Die taktische Lage der Rationalsozialisten ist durch die von ihnen in die Oeffentlichkeit gebrachten Bcöinaungen und die jetzt ebenfalls bekannten Gegenbedingungen des Zentrums recht schwierig. Wenn c« richtig ist, dah die KoalitionSverhandlungen der hesiischen Rationalsozialisten nur im Einvernehmen mit der Reichsleitung in M ünchen geführt werden können, bann darf man ein sehr rasches Tempo der KoalttionS- gespräche nicht ermatten. Zn parlamentarischen Kreisen ist man der Auf fasiung. daß die Defchlüsfe zur Winter- Hilfe und die Annahme des Mißtrauens an träges gegen das Gefarntkabinett wie die be fchloffene Abberufung des Innenministers Leuschner vraktisch ohne jede Folgen bleiben wcr den. Der nationalsozialistische Winterhiifeantrag würde zur Durchführung etwa 19 Millionen Mark erfordern. Die beiden angenommenen Anträge auf Winterhilfe für die Landwirtschaft sowie für den Kleinhandel. Handwerk und Gewerbe dürften nach sachverständigen Schätzungen je fünf Millionen Mark erfordern, fo daß ein Gesamtbetrag von 30 Millionen Mark rund notwendig wäre, der den vierten Teil des gesamten hessischen Staatshaushalts ausmacht. Auch der Decfungs- Vorschlag des Landbundes, die Warenhaus- und Filialsteuer zu erhöhen, dürste nach der Reichsnotoerordnung vom Juli unzulässig sein, weil darin eine Erhöhung der Gewerbesteuer zu erblicken wäre. Etwas ernster ist es mit dem zwei- t e n Deckungsoorschlag des Landbundes, die Mittel aus der Streichung der Zuschüsse de» Staates zum Landestheater zu entnehmen. Für die lausende Spielzeit wird aus dem Theaterzuschuh allerdings nichts mehr zu holen sein. Aber für die kommende Spielzeit dürfte kaum noch ein Vertragsabschluß möglich sein, da nach der heutigen Haltung der Mehrheit des Hessischen Landtags mit Sicherheit anzunehmen ist, daß bei der Beratung des Haushaltsvoranschlags für 1932 bie gleiche Mehrheit gegen die Erhaltung des Landestheaters stimmen Dürfte. sliis oir c beim an firn. Denn .ßof, । in die al die Benn die sich an diu Nein! sind fit Mich' blick dc auf! £ Joien ki N len. 3 mal h feil fc fehlte. Uni Jahre t8, bei nid Ut vollen ihr D sich ui .'amen Die M 2015 toi*.Uu4 ~oge, ‘’N bet i||e. das «°L'r°x ergeben hat 2 Präsidenten ve?. Lru'-^nUd. ^p^äch um die rn?A* fU*fl ^ereit* '<9e Lage der LJ* ihnen in Dingungen und Bedingungen ^,l9' Denn es Ölungen der uNrntzinver. 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W wor^ tSS 0e* Aus der Provinzialhauptstadt. ®ießen, den 12.Dezember 1931. Weihnachtsbäume. „O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter I" Schon seit Tagen hört man die jugendlichen Stimmen, wenn man an der Schule vorbeigeht. Die Zeit ist da, daß die Christbäume ihre Wanderung antreten. Aus dem stillen Wald kommen sie nun in den Trubel der Stadt und finden ihren Platz im -geschmückten Weihnachtszimmer. Die Kleinen sind begeistert von den Tannenbäumen, sie nennen sie „bte schönsten Bäume, die wir auf Erden kennen", und sie bleiben neugierig beim Händler stehen. Mit scharfem Blick betrachten sie die Sendboten aus dem Wald und wählen schon im voraus „ihren" Daum, bestimmen wenigstens, wie er aussehen muh, nicht zu klein, „nicht zu dicht", und vor allem nicht schief I Geht von diesen grünen Zweigen nicht ein unendlicher Zauber aus? Kein Mehmutsgefühl beschleicht uns, wenn wir daran denken, dah die Däumchen schon in ihrem zarten Alter den Platz im Wald verlassen muhten. Wir freuen uns, wenn wir sie da stehen sehen, in einem offenen Hof, oder an der Strahenecke. Wir suhlen, welche Freude sie in einigen Tagen in uns auslösen werden! Ganz von fern kommt uns vielleicht der Gedanke an jene Waldlichtung, auf der Hunderte von Tannenbäumen stehen. Die schönsten wurden abgehauen und geben Weihnachtsbäume. Es ist ein schöner Platz im Wald, umhegt von hohen Duchen und starken Kiefern. Da wuchsen die grünen Däumlein auf im Schutz der alten Daumriesen. 3n Reih und Glied waren sie vor einigen Jahren gepflanzt worden. Einzelne schossen stark in die Höhe, andere wieder blieben zurück, verkrüppelten gar, weil das Eichhörnchen die Spitze abgefressen hatte. Aber es war doch schön, da draußen im Wald. Besonders im Sommer, wenn die jungen Hasen in ihrem Schatten spielten und sich furchtsam duckten, wenn Wanderer vorüberkamen. Und wie prächtig schmückte der Winter die kleinen Waldbäumchen 1 Wie glitzerte der Schnee oder der Rauhreis, wenn die Sonne schien! Ordentlich stolz waren die kleinen Kerlchen auf ihr Weihes Kleid, gern und willig neigten sie sich unter der Last des Schnees. 3m Frühjahr kamen dann die hellgrünen Triebe, die zeigten, wie schnell die Däumchen wuchsen. Was sagen diese Däumchen aber uns älteren Menschen? Erinnern sie uns nur an den Wald, an blühende Sträucher und rauschende "Bäume ? Rein! Sie bedeuten uns viel mehr. Für uns sind sie ein Dild der Andacht und der Erinnerung. Welch' glückliche Iugendjahre steigen beim Anblick der grünen Zweige vor unseren Augen herauf! Längst vergessen geglaubte Gestalten, liebe Menschen, die schon lange zur letzten Ruhe gegangen sind, werden im Geiste vor uns wieder lebendig. Wir sehen alles zum Greisen nahe. Wenn der Dust des Weihnachtsbaumes durch das Haus zieht, sind wir verwandelt. Was wäre Weihnachten ohne die grünen Däumchen? Einmal habe ich, fern von der Heimat, das Christfest feiern müssen, ohne einen Tannenbaum. Da erst merkte ich, was zur richtigen Weihnacht fehlte. Uni) mir will dünken, dah gerade in diesem 3ahre der Weihnachtsbaum fast die Hauptsache ist' denn unter ihm wird bei manchem nicht so viel liegen können wie in anderen 3ahren. Dafür wollen wir die Däumchen hübsch und freundlich schmücken. Mögen sie uns von vergangenen glücklicheren Zeiten erzählen, und mögen sie mit ihren Kerzen in eine bessere Zukunft leuchten! Hörst du auch die leisen Stimmen aus den bunten Kerzlein bringen? Die vergessenen Gebete aus den Tannenzweiglein fingen? Hörst du auch das schüchternfrohe, helle Kinderlachen klingen? Schaust auch du den stillen Engel mit den reinen, weihen Schwingen? Schaust auch du dich selber wieder fern und fremd nur to:c im Traume? Grüht auch dich mit -..ärchenaugen deine Kindheit aus dem Daume? Ada Christen R. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Ka- vallerieoerein, 20.30 Uhr, Hessischer Hof. — BfB., 20.15 Uhr, Schützenhaus, Weihnachtsfeier — RdZ., Gießener Winternothilfe. EinTätigke;isberichi.-WeiteredankenSwefiee>pendenfürunsereHilfsbedürftigen Der Sammel- und Werbeausschuh der G i e h e - ner Winternothilfe nahm in einer Sitzung am Donnerstagabend einen Dericht über die bisher geleistete Arbeit zur Versorgung unserer hilfsbedürftigen Mitbürger entgegen. Es konnte dabei festgestellt werden, dah auf dem Gebiete der fiartoffeloerforgung den Anforderungen in sehr weitgehendem Mähe entsprochen werden konnte, wobei in hervorragender Weise die dankenswerten Kartoffelschenkungen aus zahlreichen Dörfern der Umgebung von Gießen mitgeholfen haben. An gekauften und an geschenkten Kartoffeln wurden bisher insgesamt etwa 2300 Zentner abgegeben. Daneben wurden auch viele Familien mit Obst und Gemüse versorgt, das dem Winterhilfe-Ausschuh von der Landbevölkerung kostenlos überlassen und in der gleichen Weise an die hilfsbedürftigen Familien weitergeleitet wurde. Die Versorgung, mit Kleidungsstücken konnte ebenfalls zum Vorteil vieler Familien durchgeführt werden. U. a. wurde von dem Vorsitzenden des Ausschusses mitgeteilt, daß aus der Spende des Gießener Anzeigers rund 300 Familien mit Kleidungsstücken der verschiedensten Art, die nach dem Willen der Spender bei hiesigen Geschäftsleuten einzukaufen waren, beliefert wurden. Weiter hat die Warenspende des Gießener Einzelhandels auf diesem Gebiete, wie auch bei der Lebensmittelversorgung in hervorragender Weise zur Linderung der Rot beigetragen. Die Geldsammlung durch die Frauenhilfe (Vereinigung aller Gießener Frauenvereine zur Erfüllung dieses Hilfswerkes), wie auch durch die Haussammlung, die von Frau Dr. K o e p p e organisiert, von zahlreichen Helferinnen mit Eifer durchgeführt und mit einem Ergebnis von über 2100 Mk. abgeschlossen wurde, hat den Winterhilse-Ausschuh in den Stand gesetzt, sein Hilfswerk auf eine breite Dasis zu stellen und den Sachspenden opferbereiter Bürger und Geschäfte eine weitere Ergänzung hinzuzufügen. Reue Spenden sind erfreulicherweise immer wieder eingegangen und werden auch zur weiteren Linderung der Rot gern entgegengenommen. An Geldspenden sind bis Ende dieser Woche bei der Winterhilfe eingegangen bzw. zugesagt worden: Dezirksspar- kasse Giehen 6100 Mk., Gießener Dankenvereini- gung 150 Mk.. Zigarren-Frischdienst 100 Mk., Gewerbeverein 60 Mk., Spende aus Lumda 6 Mk., Privatspenden 74,79 Mk., ein Gießener Skat- und Kegelklub 6,05 Mk. Lebensmittel wurden wiederum aus folgenden Gemeinden gespendet: Odenhausen, Geilshausen, Rüddingshausen, Kesselbach, Ober-Hörgern, Dorf-Güll, Grohen-Linden, Climbach, Allertshausen, Garbenteich, Ruttershausen, Holzheim, Bersrod, Beuern, Reinhardshain, Winnerod, Muschenheim, Eberstadt, Harbach, Lumda, Weitershain, Heuchelheim, Leihgestern, Beltershain, Göbelnrod, Obbornhofen, Bettenhausen. Cs sind a b g e h o l t worden: 370 Zentner Kartoffeln, 150 Zentner Obst, 185 Zentner Gemüse, 3 Zentner Hülsenfrüchte, 4 Zentner Mehl, 1 Zentner Fett und Fleischwaren, Honig, sowie getragene Kleider, außerdem 6,20 Mk. in bar. Reben der unermüdlichen Reichswehr, die bis jetzt aus 34 Orten Lebensmittel herbeischasfte, haben auch die Finnen Denninghoff-Gie- h e n und 3hring-Lich ihre Autos in den Dienst der -Winternothilfe gestellt. Die Mithilfe der Reichswehr und der beiden vorgenannten Brauereien wurde von dem Ausschuß mit herzlichem Danke vermerkt. 20.30 Uhr, Aquarium, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Auto und kein Geld". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Heldenritt im wilden Westen" und „Die letzte Warnung!" — Tageskalender für Sonntag. Stadt- theater, „Liebe und Film", 18.30 bis 21 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein, Künstlerhilfe, 11 bis 13 Uhr, Turmhaus am Brandplatz. — Gießener Kon- Hert-Berein, 17 Uhr, Universitatsaula, Klavierabend: Lubka Koleffa. — Der Stahlhelm, 11 Uhr, Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Und du?", „Einigkeit und Recht und Freiheit" und „Film von der Stahlhelm- Nordlandfahrt 1930". — Deutscher Verband für psychische Hygiene, 11.15 Uhr. Hörsaal der Nerven- klinik, öffentlicher Bortrag über „Die Entstehung der psychischen Hygiene", „Oeffentliche Ruhehallen . — Liebigshöhe, 20.15 Uhr, Großes Militär-Konzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Auto und kein Geld". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Heldenritt im wilden Westen" und „Die letzte Warnung!" — Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag, 13. Dezember, gelangt als Fremdenvorstellung zum letztenmal das Lustspiel „Liebe und Film", das unter der Spielleitung des Intendanten mit starkem Erfolg seine reichsdeutsche Uraufführung erlebte, zur Aufführung. Beginn 18.30 Uhr: Ende 21 Uhr. — Montag, 14. Dezember, geschlossene Vorstellung. Zur Ausführung kommt die Schwankoperette „Frauen haben das gern...!" Beginn 19.30 Uhr: Ende 21.45 Uhr. — Stahlhelm-Filmvorführung im Lichtspielhaus. Auf Veranlagung der hiesigen Ortsgruppe des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, gelangen am Sonntag, 13. Dezember, 11.15 Uhr im L.chtspielhaus, Bahnhofstraße, drei Filme zur Aufführung, deren erster Bilder vom 12. Frontsoldatentag in Breslau 1931, der zweite Aufnahmen von der Tagung der Qiationalen Opposition in Harzburg, und der dritte Bilder von der Stahlhelm-Rordlandfahrt im 3ahre 1930 bringen wird. Räheres ist aus der Anzeige vom Dienstag ersichtlich. — „Psychische Hhgien e.“ Der öffentliche Vortrag von Geheimrat Sommer am morgigen Sonntag, 13. Dezember, 11.15 Uhr in der Rerven- klinik über die Entstehung der psychischen Hygiene und ösfentlichen Ruhehallen bildet die Einleitung einer Reihe von vier Vorträgen, die im Laufe des Winters tieranft. .tet werden. (Siehe Anzeige vom Donnerstag!) — Militärkonzert. Am morgigen Sonntag findet im Saale her Liebigshöhe wieder eines der beliebten Mil.tärkonzerte statt, das vom Musikkorps des hiesigen Bataillons unter der Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e ausgeführt wird. Ein reichhaltiges unterhaltsames Programm ist für den Abend vorgesehen. Das Konzert beginnt um 20.15 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.) — Vortragsabend, 3solde Kurz. Man schreibt uns: 3solde Kurz, die schon wiederholt in Gießen als Vortragende erschienen ist, wird auf einer Vortragsreise nächste Woche auch Gießen berühren und Montag abend im Allgem. Deutschen Frauenverein aus eigenen Werken vorlesen. Auf dem Programm stehen u. a. Stücke ihres neuen Werkes „Vanadi s", das in der Presse und bei der deutschen Leserwelt viel Anerkennung und Freunde gefunden hat. (Siehe gestrige Anzeige.) Gietzcner Wochenmarktpreisc. • Gießen, 12. Dez. Es kosteten auf dem heutigen Wcchenmarkt: Kochbutter Pfund von 1 Mk. an; Butter 1,20 bis 1,30; Matte 25 bis 35; Wirsing 7 bis 8; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 7 bis 8; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 12; Rosenkohl 15 bis 20; Feld- falat 80 bis 1,00; Tomaten 50 bis 60; Zwiebeln 10 bis 12; Meerrettich 35 bis 70; Schwarzwurzeln 25 bis 35; Kartoffeln 4; Aepfel 8 bis 10; Dirnen 8 bis 10; Dörrobst 30 bis 35; Enten 80 bis 1,00; Honig 40 bis 50; junge Hähne 80 bis 90; Suppenhühner 70 bis 80; Gänse 70 bis 80; Rüsse 35 bis 40; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben Stück 50 bis 60; Eier 14 bis 15; Blumenkohl 20 bis 60; Endivien 8 bis 10; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zentner 3,00 bis 3,50 Mk., Weißkraut 3,00 bis 3,50; Wirsing 4,00 bis 5,00; Rotkraut 4,00 bis 5,00. D ie Feierabend stunde in Gast - und Schankwirtschaften. Das Polizeiamt teilt mit: Durch eine Verfügung des Herrn Ministers des Innern ist in Hessen die Feierabendstunde in Gast- und Schanlwirtschaften einheitlich auf 1 Uhr festgesetzt. Rach dieser Zeit darf ein Wirt Speisen und Getränke an seine Gäste nicht mehr verabreichen. Tut er dies doch oder buldek er in seinem Lokal das Derweilen von Gästen über diese Zeit hinaus, so machen sich Wirt und Gäste strafbar. In Ausnahmefällen kann auf Antrag des Wirtes vom Polizeiamt die Feierabendstunde gegen Entrichtung von 12 Mark Stempel verlängert werden. • * E i n Einbruch in ein Jagdhaus wurde, wie die Landeslriminalpolizeistelie Gießen meldet, in der Rächt zum Donnerstag im Walde bei Ober-Roßbach (Kreis Friedberg) verübt. Der Täter deckte das Ziegeldach zum Teil ab und drang durch das Dach in das Haus ein, aus dem er einen Radioapparat, diverse Radiogeräte und eine Anzahl Kleidungsstücke im Werte von etwa 200 Mark stahl. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. weitere Lokalnacbcichlen im zweiten Blatt Büchertisch. — Arthur Maximilian Miller; „Das Jahr derReif e". Herausgegeben von der Deutschen Duchgemeinschait. 470 Seiten. (357.) Ein Iugendroman großen Stils! Allerdings weniger ein Roman im Sinne einer klar festgelegten, einleitenden, gesteigerten und ausklingenden Handlung, als der Rechenschaftsbericht eines jungen Menschen über eine Fülle geistiger Vorgänge und eine geistige Entwicklung. Riedergeschrieben mit einer Ehrlichkeit, die immer wieder überrascht und gleichzeitig erfrischt, wiedergegeben mit jener Sucht zur Wahrheit, die das ganze Duch kennzeichnet und das Leben seines Verfassers, der heraus will aus der immer wieder verwirrenden Hitze jugendlicher Empfindungen und dabei doch beseelt ist von dem Wunsch, jene Ursprünglichkeit sich zu erhalten, die eben nur der Jugend eignet. Eine unendliche Fülle der Gesichte und der Zustände, der Empsindungen, der Qualen und der Freuden treten an den Leser heran, die geschildert sind mit einer UnmittelbarEeit, die bei aller romantischen Umkleidung doch immer das Wesentliche erkennen läßt und zum Wesentlichen vorstößt. Dabei ist nichts Sensationelles in diesem Duch (Gott sei Dank), nichts, was den Sensationen unserer Tage auch nur im Entferntesten ähnlich fein könnte, sondern es sind immer Dinge geschildert, die sich abseits der großen Heerstraßen ereignen, die auf dem Asphalt nicht in Erscheinung treten können, sondern nur sich dort ereignen, wo mühsam und schwer zu erreichen das Dörfchen Abenberg liegt (daS eben so gut auch anders heißen könnte) und von der nächsten Bahnstation 5 Wegstunden entfernt ist. Dorthin nämlich wurde der junge Lehrer aus dem Schwäbischen verschlagen, dort amtierte er zum ersten Male und sah sich fremden Kindern, fremden, harten und verschlossenen Dauern gegenüber, die seiner beschwingteren Seele ferne standen und mit denen er aber doch fertig werden mußte, wie er auch mit ihren Kindern umgehen mußte. Und die Menschen, die er aus diesem Kreise herausreiht und vor den Leser stellt, sind trotz aller Verschlossenheit von Fleisch und Dlut. Ties und nachhaltig ist aber das Verhältnis des Dichters zur Ratur, zum Himmel, zu den Sternen und nicht weniger einprägsam, aber fern aller Effekthascherei, das Verhältnis zum Weiblichen gestaltet, zu den Frauen, deren drei dem Dichter in den Weg treten. Das alles ist wieder- gegeben in einer klaren und reinen Sprache, dio jede nur modische Form vermeidet und ohne jede Rachlässigkeit ist. Jakob Schassner schrieb dem Duch ein ausführliches bejahendes Vorwort, dessen es vielleicht gar nicht bedurft hätte, denn das Duch steht hoch über dem Durchschnitt der Produktion jugendlicher Dichter und ist wohl imstande, für sich selbst zu sprechen. — „Das sowieso!" Don Rumpelstilzchen. (Der Reihe elfter Dand 1930 31.) (Brunnen- Verlag Willi Bischoff, Berlin, SW 68. Gebd. 6,80 Mk. — 485.) — Selbst in den trübsten Jahren, nun schon zum 11. Male, strahlt der Sammelband seiner Berliner Plaudereien Lebensfreude aus. Jeder Band, auch der 1931er, der soeben erschien, ist verständlich ohne Vorgänger. Man liest das Buch, in dem ein scharfer Beobachter der öffentlichen Geschehnisse mit häufig sehr spitzer Feder berichtet, voller Spannung, ohne sich dabei in allen Dingen von dem Autor ins Schlepp- tau seiner Meinungsäußerung nehmen zu lassen. > Jifl* kl Gießen ÄöfeöSffl y P Größte Ausstellung Repa ra tu ren,1 Rom plefteAnlagen 8114 D dwxU^üUvt! TELEFUNKEN hat die Preise über die Vorschriften der Notverordnung hinaus gesenkt! Oll DIUTSCHI WU1MAIKI TELE FUN KEN Für die Geräte, die schon am 1. Juli auf dem Markt waren, bis heute über 15 Prozent Für die übrigen Geräte - einschließlich der neuesten, erst im Dezember erschienenen Apparate - hat TELEFUNKEN die Preise ermäßigt, obgleich nicht von der gesetzlich angeordneten Preissenkung gefordert. So trägt TELEFUNKEN seinen Teil dazu bei, den Freunden des Rundfunks den Kauf eines Gerätes auch jetzt zu ermöglichen. Kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke von TELEFUNKEN: Sie kaufen jetzt schon zu den herabgesetzten Preisen« W.2* Warum so plagen ? Am 9. Dezember abends 1030 Uhr ist unser lieber Hermann flon'Dr.' Sie sparen ja nichts! Unsere 80% schrankfertige für immer von uns gegangen. Gieben. den 12. Dezember 1931. 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Für die Abschrift: Für Rechtsanwall Scheer dessen ministeriell bestellter Vertreter: Scheer, Gerichtsassessor. GpNiem morgen 3Uhr verschied nach langem in Geduld ertragenem Leiden un-.ro liebe gute Mutter, Schwiegermutter. Großmutter, Schwerter und Tante Frau Marie Weller, geb. Roth im 82. Lebensjahre. Grofte, schöne 3-Zimmer-Wohnung III. St., für fof. ob. spät. a. ruhige, mit Mietber.-Sch. versehene Kam. zu ver- Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heim ang unseres tieben Entschlafenen saßen wir hierdurch allen Beteiligten innigsten Dank. Frau Kaibarine Volk IV. Wee„6el). Möser. Allendorf a. d. Lahn, den 11. Dezember 1931. _______________85)8 0 l-t-Lieferwagen Ben«. Opel, F.aeex floon n*w. gcnemlüberboltbiH. Opel. Gießen Frankfurter Str. 52. ttiilw Schneevuten. Alun- fervuten b.Lt.8-^. 30er Hab», weih, tut Zucht. Legborn- dungb. verk. form Wilhelm Müller Krofdorf Nr. 12V. 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Die wirtschaftliche Depression im einzelnen zu schildern, gäbe überall, in China, in Japan, auf den Philippinen, im holländischen Indien dasselbe Bild: ein schwerer Rückgang der Einfuhr und Ausfuhr, in China noch verschärft durch den Fall des Silberpreises. China hat Silberwährung, den sogenannten mexikanischen Dollar, der jetzt, je nach dem beherrschenden Geschäftszentrum, als Schanghai-, Can- Tochter, die viel lieber daheim geblieben wäre, noch die Rettungsversuche seiner ehemaligen ..Spezis" aus Wolnzach können verhindern, daß die pomphafte Gesellschaftsszene, in der man den Nazi in einer bombastischen Phantasieuniform in den Grafenstand erhebt, mit einem bösen Krach endet. Die Hauptbeteiligten finden sich auf der Polizeiwache wieder, und Thoma läßt sich natürlich hier die naheliegende Gelegenheit zu allerhand Bosheiten und Anzüglichkeiten nicht entgehen. Leider stellt sich heraus, daß die Polizei den aufgedonnerten Razi für den Häuptling der Gaunerbande hält, während ihr der wahre Schuldige inzwischen durch die Lappen gegangen ist. 3m vierten Akt kommt die etwas süßsaure moralische Ruhanwendung. Der Razi ist nach dem Erbschaftsabenteuer wieder auf seinem Schuster- schemel in Wolnzach angekommen: er frühstückt zünftig mit seinem ehemaligen Spezi Rettich und Leberkäs: der Geselle wird die Tochter heiraten (sie warten eh' schon darauf) und der Razi stellt tiefsinnige Betrachtungen an über das trügerische Glück der irdischen Güter. Aber siehe: es erweist sich, daß nach der Liquidierung des Abenteuers in der großen Welt doch noch unvermuteterweise ein ganz anständiger Batzen Geld von der dicken Erbschaft übriggeblieben ist: da können die Annerl und der Baverl davon heiraten — dem Razi sind die hochfahrenden Pläne vergangen — und unter den festlichen Klängen eines dörflichen Ständchens, mit dem der Sprihenverein den reuigen Heimkehrer begrüßt, fällt der Borhang. auch Dollar genannt, für chre Waren zu erhalten und sie nach China zu bringen, wo sie das erste geprägte Geld waren. Diese Währung erhielt sich in China durch die Jahrhunderte, und zwar galt der Mexican- Dollar normaler Weise etwa die Hälfte des amerikanischen, zwei deutsche Mark. Wenn man den abnorm hohen Silberkurs der unmittelbaren Rachkriegszeit außer Betracht läßt, so ist er seit den Jahren 1922—25 um die Hälfte gefallen, wobei der größere Teil des Sturzes sich ganz plötzlich von 1929 auf 1930 vollzog. Der chinesische Dollar ist zur Zeit nur noch etwa 1 Mark wert. Derselbe Silbersturz gilt übrigens auch für Indien, und das bedeutet, daß der gesamte Barbesitz einer Bevölkerung von Über 8 0 0 Millionen Menschen, vom Kuli, der sich ein paar Silbermünzen erspart hrt, b's z rn Millionär, um d ieH äl f t e entwertet worden ist. Die Folgen für die Kaufkraft Ost- und Südasiens auf dem Weltmarkt kann man sich vorstellen, und ebenso, wie günstig ein Wiederansteigen des Silberpreises in Ostasien wirken würde. Gestern an Bord unseres Dampfers von Manila nach Singapore brachte, in echt amerikanischer Aufmachung, die Radiozeitung die Rachricht: „Eine sensationelle Besserung des Silbers hat die Kaufkraft von tausend Millionen Menschen, die Hälfte der Bevölkerung der Erde, um 1,3 Milliarden Dollar erhöht!" worden, und die Diebe waren nach London geflohen. Man machte sie ausfindig und fand bei ihnen den größten Teil des gestohlenen Schmucks, aber ein Perlenhalsband von beträchtlichem Wert konnte nicht entdeckt werden, und man konnte teu ’ nem der Diebe ein Geständnis darüber ablocken, wo der Schmuck verborgen sei. Dann lam ter K i g. und die Sache schien vergessen. Bishop aber behielt sie im Auge. Drei Verbrecher waren bei dem Diebstahl beteiligt: einer hatte die Juwelen gc-. stöhlen, die andern beiden hatten sie fortgebracht. Das Letzte, was man von dem Dieb gehört hatte, war, daß er von einem gewissen Cafe auf einem Zweirad fortfuhr, aber er hatte zu dieser Zeit angeblich den Raub bereits den beiden andern übergeben. Rach dem Waffenstillstand suchte nun Rishop das Cafe auf und erkundigte sich nach dem Mann mit dem Rade. Man kannte ihn gut und erzählte ihm, er sei im Felde gefallen. ..Uni); was ist aus dem Rade geworden?" fragte Bishop, Man gab an, daß es verrostet und unbrauchbar im Keller stehe. Als der Engländer da ür 210 Francs bot, hielt ihn der Besitzer des Cafes für verrückt und ebenso der Portier des Hotels, in das er das erstandene alte Gerümpel brachte. Aber als er sich dann das Rad näher ansah, fand er, daß die Lenkstange mit Eisendraht verschnü.t war: als er diesen abgenommen hatte, rollte aus der Höh« lung der Stange zuerst zusammenged'.ücktes Papier und dann — eine Perle. Weitere Perlen folgten, bis das Halsband vollständig war. — 3n einem andern Fall wurden öfters Schmuckstücke in einem Hotel gestohlen. Der Verdacht lernte sich auf einen jungen Bäcker, der in dem Hotel arbeitete. Bei der Untersuchung seines Zimmers fand sich nichts, aber dem Detektiv fiel auf, daß verschiedene Brote herumlagen. Er nahm ein Messer und schnitt ein Brot entzwei: eine Diamantbrosche fiel heraus. Ruch in den andern Brotlaiben fanden sich ver-. schiedene Schmuckstücke. Der Bäcker hatte feine Deute in den Broten herausgeschmuggelt. — Bor dem Aufkommen des Bubikopfes verbargen Die- binnen mit Vorliebe gestohlenen Schmuck in ihren Haarknoten. 3n einer Dar, in der öfters Diebstähle vorkamen, fiel dem Detektiv auf, daß der Mixer, der sonst sehr gut angezogen war, stets schadhafte Schuhe trug, bei denen die Sohlen auseinander klafften. Er beobachtete ihn nun scharf und ertappte ihn dabei, wie er Banknoten und Münzen zwischen die Sohlen steckte und auf diese Weife unbemerkt fortbrachte. kommens vermehrte Kaufkraft. Dem Amerikaner ist aber nicht wohl, wenn er nicht mit großen Zahlen jonglieren kann. Außerdem ist bei der Silberpreisbewegung viel Spekulation. Gesetzt den Fall, die Besserung des Silbers hielte an, so wäre damit ein Teil der Depression vom ostasiatischen Markte genommen. Man muß sich aber, unabhängig von jeder Konjunktur, immer gegenwärtig halten, daß es eine Fiktion ist, wenn mit den Hunderten von Millionen Ost- und Südasiaten als mit der „Hälfte der Menschheit" operiert wird. Rein zahlenmäßig ist es richtig, handelspolitisch bedeutet ein Chinese oder Inder nur einen Bruchteil von dem, was ein Deutscher. Engländer oder Australier bedeutet. Wenn z. B. Chinas Einfuhr im Jahre 1930 drei Milliarden Mark wert war, d. h. wenn die 4C0 Millionen Chinesen für diesen Betrag ausländische Waren kauften, so bedeutet das für den einzelnen Chinesen nur7bis8Mark. Japan, mit 80 Millionen Einwohnern, also Linern Fünftel der Bevölkerung Chinas, kauft ungefähr ebensoviel wie dieses, im Verhältnis also fünfmal mehr: dagegen ist Deutschlands Einfuhr in halbwegs normalen Zeiten über 150 Mark auf den Kopf teert. Ein Deutscher kauft also auf dem Weltmarkt soviel wie zwanzig Chinesenoder vier Japaner. Auch die durchschnittliche Kaufkraft des Inders ist ungefähr dieselbe, wie die des Chinesen, so daß die 800 Millionen Inder, Chinesen und Japaner weltwirtschaftlich nicht mehr wert find, als vielleicht 50 Millionen Europäer. Ist anzunehmen, daß mit der weiteren Entwicklung, der sogenannten „Aufschließung" des fernen Ostens und Südostens, an diesem Verhältnis sich viel ändern wird? Einiges ja, Fundamentales nicht. Ein Blick auf die Außen- handelsstatistik Chinas und Japans zeigt, daß ihre Einfuhr wie ihre Ausfuhr stetig a n - steigen. In China, wo der größte Teil des Inneren dem Handel noch schwer zugänglich ist (Japan und auch Indien können als wesentlich „ausgeschlossen" gelten), mag im Laufe eines Menschenalters mit einer Verdoppelung bis Verdreifachung gerechnet werden. Irn ganzen aber ist die sehr dichte Bevölkerung Ostasiens eher ein hinderliches, als ein förderndes Moment für seine wirtschaftliche Entwicklung — weil es sich um ganz überwiegende Agrargebiete Han- • beit, und der Boden schon in so kleine Parzellen aufgeteilt ist, daß er kaum den zur Ernährung der Menschenmassen notwendigen Ertrag hergibt. In I a p a n ist es gelungen, für die Ernährung der Bevölkerung einen kräftigen Export von In- dustriewaren zu entwickeln, außerdem macht nur noch die japanische Rohseide einen beherrschenden Posten aus (d. h. in normalen Zeiten, jetzt haben sich Riesenvorräte aufgehäuft). China ist industriell noch ganz unentwickelt, aber toenn es einmal zu einer bedeutenden einheimischen Industrie kommt, so wird diese zunächst die Deckung des nationalen Bedarfs zu übernehmen suchen — nicht zum Vorteil der fremden Einfuhr. Wird auf Chinas Schätze an Kohle und Eisen hingewiesen, so liegt, unter den heutigen Umständen wenigstens, die Antwort nahe, daß einstweilen die Weltproduktion an beiden: größer ist, als der Bedarf, jedenfalls ihn reichl'ch deckt. Natürlich werden Eisenbahn- und Straßenbau, Besserung der Finanzen, Zunahme der offen!» ’ lichen Arbeiten, ja selbst der technische Vorgang der Industrialisieruna, zunächst große, und für das Ausland vorteilhafte Importe nach China zur Folge haben, und bei einer gesteigerten • Eigenwirtschaft wachsen in jedem Fall Kaufkraft ' und Bedarf eines Volkes. Rur wird man sich ■ nach dem Gesagten keine allzuhoch gebannten Gedanken über die „unermeßl'che" Entwicklungsfähigkeit Ostasiens, speziell Chinas, machen dürfen. Die Hauptsache ist hier noch auf lange hinaus öle Stabilisierung der politischen Verhältnisse, der Abbau d"r am Mark des Volkes zehrenden Soldatenmasfen — die Zentralregierung in Nanking gibt zur Zeit mehr als vier Fünftel ihrer regulären Einnahmen für das Militär aus — und ein geregelter Staatshaushalt, der reichlich öffentliche Arbeiten ermöglicht. Handwerksmeister, der sich in der feinen Umgebung nicht zurechtfindet, und dem dennoch die neue Stellung und Würde schmeicheln und ein kindliches Vergnügen bereiten, so daß er auf den plumpen Schwindel hereinfällt und überdies seine alten Freunde, die ihm allerdings nichts übel» nehmen, vor den Kopf stößt. Das Publikum hatte sichtlich seine Freude an der liebevollen Kleinarbeit, mit der Konrad Dreher die dankbare Rolle in allen Möglichkeiten und Schattierungen aus- schöpfte und abrundete. • Jenny Dreher spielte resolut die zum Glück vernünftig gebliebene Tochter, die alles kommen sieht, ohne helfen zu können. Dafür kriegt sie zum Schluß ihren Taverl, der von Hans Wesen- b e ck recht frisch gegeben wurde. Eine komische Kontrastfigur machte Karl S ch ö p p aus dem dörflichen Schreinermeister Brandl, der als alter Spezi den „fpinneten“ Schuster-Grafen besuchen kommt. Unter den feinen Gästen im Palais spielten Paul Lenau und Cita K l e t s ch mit viel Raffinesse die erste Geige. Dom übrigen, ziemlich umfänglichen Ensemble machten sich Ludwig W e n n g (Sekretär) und Wilhelm Raumer (Polizeikommissar) mit hübschen Chargen um die Aufführung verdient. Es gab viel Applaus: Dreher wurde zum Schluß besonders herzlich begrüßt. hth. Giehener Gtavttheater. Gastspiel Konrad Dreher: „Der Schufte, nau" von Ludw,g Thoma. „Der wundertätige Antonius", mit dem Konrad Dreher das letzte Mal bei uns gastierte, scheint hier noch in bester Erinnerung zu stehen: es hatte sich jedenfalls gestern ein sehr zahlreiches Publikum eingefunden, um den ehrwürdig-urwüchsigen Komödianten mit seiner Münchener Truppe noch einmal zu sehen, ehe er sich enögüüig von Den weltbedeutenden "Brettern zurückzieht: ihm selbst wird es eine Genugtuung gewesen fön, bei feinem Abschied von Gießen eine so stattliche und heiter gestimmte Hörerschaft vorzufinden, der sein volkstümlich lustiges Spiel ein ungeteiltes Vergnügen bereitete. Man gab diesmal den „Schusternaz i", eine luftige Münchener Komödie in vier Akten von Drehers verstorbenem bayerischen Landsmann Ludwig Thoma — mit einer Rolle im Mittelpunkt, die dem patriarchalischen Schauspieldirektor geradezu auf den Leib geschrieben zu sein scheint. Das Stück ist eine handgreifliche Illustrierung des schon im Altertum bekannten Spruches „Schuster, bleib bei deinem Leisten", zugleich ein moralisch- dramatischer Traktat über die ebenfalls ehrwürdige, allerdings nid,, ganz unbestrittene Volks- Weisheit, daß Geld allein auch nicht glücklich macht. Der biedere bajuvarische Schuhmachermeister Ignaz Stangelmayer aus Wolnzach, kurz Schusternazi genannt, hat eine riesige Erbschaft gemacht. (Von dem bekannten Onkel in Amerika.) Er ist über Nacht ein reicher Mann geworden. Aber der Reichtum bekommt ihm schlecht. Er fühlt sich nicht wohl dabei, sondern ziemlich unbehaglich. Die aufgedrungene „Vornehmheit" steht 'hm nicht, und die Verpflichtungen der neuen Noblesse drücken ihn sehr. Es bleibt nicht aus, daß er. versessen darauf, in den „ersten Kreisen" zu verkehren, einer Grupve von gewitzten Hochstaplern in die Hände fällt, die ihn nicht nur in aller Geschwindigkeit um fein Geld bringen, sondern ihn auch noch mst einem falschen serbischen Grafentitel lächerlich machen. Weder die Warnungen feiner aufgeweckten Juwelen im Mülleimer. In dem englischen Ort Rainham in Essex hat man kürzlich unter dem Müll ein Halsband im Werte von 60 000 Mark gefunden, die aus Versehen mit Packpapier zusammen in den Mülleimer geworfen worden war. So erstaunlich eine solche Nachlässigkeit anmutet, so steht sie doch durchaus nicht vereinzelt da. Es sind schoy öfters kostbare Schmucksachen in den Abfall gekommen, allerdings meist nicht durch die Unachtsamkeit ihrer Besitzer, sondern durch Diebe, die, wenn man ihnen hart auf den Fersen war, sich ihrer Deute durch Weg- werfen entledigten. — Von einigen solchen Fällen, in denen Kostbarkeiten in den seltensten Verstecken entdeckt wurden, erzählt der englische Defektiv Cecil Dishop in einer Londoner Wochenschrift. Da war z. D. der berühmte Fall De Meier. Eine Sammlung von Juwelen, deren Wert auf zwei Millionen Mark geschätzt wurde, war in Paris gestohlen zu oerschieben. Man holt gerade dazu den mandschurischen Konflikt heran, oder man weift darauf hin, daß die Staatsmänner durch die Finanzfrage vollständig in Anspruch genommen seien. Für Deutschland scheint uns die Lage sehr einfach: wir Ohne Zweifel sind starke Kräfte am Werk, Abrüstungskonferenz im nächsten Februar Basel. Außenpolitische Umschau. Bon Or. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Berlin. Mit dem Zusammentritt des von der deutschen Regierung beantragten Sonderausschusses in Basel ist nun der Kampf um die wichtigste Entscheidung dieses Winters eingeleitet. In ihm stehen sich Deutschland und Frankreich direkt gegenüber. Die englisch - französischen Beziehun. gen spannen sich immer mehr, insofern der Pfundsturz Frankreich große Verluste bringt und England auf das schärfste das französische Valutadumping- gesetz ablehnt, desgleichen jedes Entgegenkommen in den Beschwerden gegen die neue englische Zollpolitik. Das letztere gilt auch für Deutschland. Der englische Handelsminister hat sehr bestimmt hervorgehoben, daß sich England unendlich oft bemüht habe, einen Abbau der internationalen Zollmauern herbeizuführen, aber keinen Erfolg damit erzielt habe, und daß seine neue Zollpolitik nun d i e Antwort auf diese Ablehnungen fei. Dementsprechend ist auch die neue Zolliste vom Unterhaus angenommen worden, durch die abermals eine große Reihe von Artikeln mit einem Wertzoll von 50 Prozent belegt wird. Freilich, wenn man dabei darauf hinweist, daß die Einfuhr dieser Artikel schon aufgehört habe und daß aus diesen Warenkategorien an Zöllen bisher nur 35 000 Pfund eingekommen feien, so bedeutet das auf der anderen Seite doch auch einen Ausfall an Staatseinnahmen. Die Welt hat also damit zu rechnen, daß die Wendung Englands auf eine längere Zeit so bleiben wird. Die „Times" ließ dabei in eine Art P.cm der englischen Regierung hineinsehen: zunächst die Reichswirtschaftskonferenz in Ottawa und die Probe darauf, ob die Zusammenfassung des Reichs zu einer wirtschaftlichenEin- heit möglich sei, dann vielleicht etwas wie eine Weltzollkonferenz. Sie ließ dabei immerhin erkennen, daß England den Anstoß zu einer wirklichen Zollreform, eine Abkehr von den jetzigen Methoden der Zollabsperrung, die die Weltwirtschaft vollkommen zerstöre, begrüßen würde. Das sind erste Umrißlinien, von denen noch gar nicht feststeht, ob die englische Regierung und die in ihr maßgebenden Konservativen danach handeln roerutn. Sie lassen wiederum die Zweifel bei den weitsichtigen englischen Politikern erkennen, ob die Richtung auf den Schutzzoll für England auf die Dauer heilsam sein kann. Aber man kann nicht bestreiten, daß in der gegenwärtigen Lage tatsächlich für England nichts anderes übrigblieb. Damit ist das Zentralproblem ungeheuer verschärft, vielleicht aber auch der Lösung nähergebracht worden, nämlich die Fragen wie man sich vorstellt, Schuldzinsen und Tribute ein» treiben zu können, wenn auf allen Seiten d i e Ausfuhrmöglichkeiten gedrosselt werden. Wie sehr das im besonderen für Deutschland gilt, braucht mit keinem Worte belegt zu werden. Danach ist erst recht der Standpunkt begreiflich, der in England ausgesprochen wird: daß es darauf ankomme, Deutschland vor einem Zusam- menbrurf) zu bewahren, indem eine Ordnung zur Abdeckung der deutschen Privat s ch u l d e n gefunden werde und daß auf der kommenden Konferenz die Reparationen und interalliierten Schulden einfach ge- st r i ch e n werden müßten. Selbst ein Blatt wie die „Morning Post" sagt dazu ganz bestimmt: „Es ist zu fürchten, daß, wenn man auf der französischen These besteht, dies ein Unglück hervorruft. Die Zahlungsfähigkeit Deutschlands, mag es sich um Privat- schulden oder Reparationen handeln, hängt ab von seinem Handelskredit. Man pruß also die Sage Deutschlands vom Gesichtspunkt der Realitäten aus betrachten." Gerade das aber sollen die französischen Vertreter in Basel nicht tun. Sie haben Frankreichs These zu vertreten: Nur Youngplan und Neuordnung der deutschen Tribute u n t e r A u f r e ch t e r h a l - tung der s o g. „indemnite nett e", der im ganzen rund 660 Millionen jährlich die für den — längst durchgeführten! — Wiederaufbau der französischen Nordostgebiete verwendet werden sollen. Darüber hinaus erörtert man in Frankreich ganz unmögliche Pläne, etwa zur Kontrolle der deutschen Kapitalflucht, einer Sondersteuer auf alle aus Deutschland kommenden Waren u. dgl. Angesichts der Wirtschaftslage der Welt, wie sie ist, ist der Unsinn dieser Betrachtungsweise handgreiflich. Aber was Frankreich in Verkennung wirtschaftlicher Gesichtspunkte und in Ueberfpannung der Machtgesichtspunkte leisten kann, das haben wir bei Gelegenheit des Ruhreinfalls deutlich genug erfahren. . Die Starrheit Frankreichs im Rechts- standpunkt, das Pochen auf feine Macht und dazu auch die oft bewiesene Unfähigkeit, wirklich wirtschaftlich zu denken, alles das sind außerordentliche Hindernisse für die Baseler Verhandlungen. Und leider darf man eines dabei nicht aus dem Auge lassen: als sich Frankreich, weil der Unsinn sich überschlug, 1923,24 gezwungen sah, in die internationale Regelung der Tribute einzuwilligen, waren England und Amerika finanziell und auch sonst Frankreich gegenüber erheblich ft ä r f e r als sie es heute sind! Dafür aber sind heute die Interessen der englischen und der amerikanischen Wirtschaft und Finanz auch viel stärker mit berührt durch die Krise, durch Deutschlands gefährdete Lage und durch Frankreichs Starrheit. Aber wiederum ist noch nicht zu sehen, welche Linie nun von der neuen Regierung in England und von einer Regierung Amerikas, die alles andere als entschieden und klar in internationalen Dingen ist (die Botschaft Hoovers an den.Kongreß vom 8. Dezember enthält nicht die geringste Andeutung, auch sonst keinen konstruktiven Gedanken) wirklich eingehalten werden wird. So ist die Machtlage sehr kompliziert und sehr schwierig. Zum mindesten hat der Anlauf der Baseler Verhandlungen erkennen lassen, daß sie keineswegs schnell vorwärts gehen werden. Die deutsche Vertretung aber drängt mit vollem Recht auf schnelle Erledigung der Aufgabe, weil wirklich die noch zur Verfügung stehende Zeit nicht mehr groß ist, weil es wirklich so ist, wie es vor kurzem der Washington-Korrespondent der „Times" ausge- Die Spielleitung hatte Paul Lenau, der die harmlos-heiteren Begebenheiten in flottem Tempo ab rollen ließ, im zweiten und vor allem im dritten Akt einen volksstückmäßigen Trubel entfaltete, der den Spaß stellenweise schon ins Groteske trieb. Im letzten Akt mündete dann das ausgelassene Abenteuer in die stillere Heiterkeit eines dörflichen Idylls. Jederzeit im Zentrum des munter eingespielten Ensembles stand die von Direktor Dreher mit behäbig-trockenem Humor ausgestattete Figur des Schusternazi; er zeigte den unversehens ins par- venühafte Protzentum hineingewachsenen. biederen können in eine Verschiebung nicht willigen, oder noch weniger, was man uns gern zuschieben möchte, sie gar beantragen. Wir können nicht jahrelang darauf bestehen, daß man ein uns gegebenes Versprechen halte, um dann, nachdem wir formell das Nötige durchgesetzt haben, uns damit einverstanden erklären, daß die Konferenz zunächst einmal verschoben werde. Und immer wieder muß dazu gesagt werden, daß die Verschiebung sinnlos ist, weil — so wenig das auf den ersten Blick klar sein mag, — Finanzfrage und Abrüstungsfrage a u f das Engste miteinander Zusammenhängen. Dem Völkerbund aber macht diese Diskussion nach einer anderen Richtung hin Schwierigkeiten. Wir glauben gern, daß die maßgebende Bureau- tratie in Genf, vor allem der Generalsekretär, ganz gern in Sachen einer Verschiebung Frankreich z u willen sein möchte. Aber was wird dann mit den Vorbereitungen zur Konferenz in Genf selbst: die schon im größten Umfang getroffen sind mit Neubauten, Straßenanlagen usw.? Allein drei Millionen Schweizer Franken hat die Stadt Genf, die keinesfalls in guter finanzieller Lage ist, ausge- Seben zur Herstellung der Räumlichkeiten für die brüstungskonferenz! Auch die Völkerbundsverwol- tung selber fühlt sich durch Finanzsorgen gedrückt: die Rückstände in den Beiträgen betragen 15 Millionen Goldfranken und der gewaltige Palast, der als künftiges Heim des Völkerbundes gebaut wird, verschlingt große Summen. Aber das sind nicht unsere Sorgen und an der Situation wie sie so entstanden ist, ist schließlich der Völkerbund selber schuld. Auch werden die Finanzfragen ganz gewiß nicht bei der Völkerbundsverwaltung durchschlagend sein, wenn der mächtige Wille Frankreichs sich mit voller Kraft für eine Verschiebung der Abrüstungskonferenz einsetzt. Auch hier und ganz besonders hier wird es auf den Standpunkt Englands und Amerikas ankommen. Für das letztere glauben wir, daß man am Konferenztermin feschalten will, freilich ohne daß wahrscheinlich besondere Energie dahinter gesetzt würde, wenn über die Verschiebung diskutiert wird. Bezüglich Englands aber sind wir nicht ohne Sorge. Es gibt Anzeichen, daß man in der englischen Regierung oder in Teilen von ihr heute schon recht bestimmt mit einer Verschiebung der Konferenz rechnet. Um so fester muß Deutschland und die Regierung Brüning auf ihrem Standpunkte beharren! ton», Hongkong- oder sonstiger Dollar auftritt, aber nirgends etwas mit dem amerikanischen Dollar zu tun hat. Daß man in China nach Mexican Dollars rechnet, hat eine merkwürdige Vorgeschichte. Früher, zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft, kam alljährlich ein Schiff mit Waren aus Spanien und mit mexikanischem Silbergeld von Acapulco in Mexiko, damals dem größten Silberlande der Welt, nach Manila. Dort waren schon ün 17. und 18. Jahrhundert chinesische Kaufleute ansässig, und diese bemüh- In dieser Form ist das irreführend, denn wenn ten sich, well das mexikanische Silber besonders I sich der Wert eines Vermögens erhöht, so be- fein war, die von dort stammenden Pesos, später I deutet nur die entscheidende Erhöhung des Ein- mnoch Pfennig Unbe- agen, agen, iß 3487 ' K56D Seltersweg 71 D’B> Mk. 63Q, 4.60 den.Mu.^ 'e Muster, -•Mk. 250,155 '•-Mk. 6.50,4.80 .... Mk. 260,1 75 .....Mk. 4.50,350 Lev. tägl. Ä Bretel, a. SuM Einm.be;., dauernd fluntidi. Vertreter (inn.) gesucht. Ltto HenningHamb.2K. ,>rl.,34Z..ev.,voll- schl. m. sch. He>m, w. 'M m. solid, i-errn zw. io. W- •Eide m. 1-2 fljnb. nicht auogeschloben. -christl. Ang. uu . 07265 a. UL5- M.M. WMM Vortrag Mnlogabd.'dUvr, MM 34 mSunslb'stonschm |Jt lauten gesucht, -chnitl. Ang. uni. a. d. G. A. Tas vassendi'te ür jung u. alt i!t d. MM Gröhe ca. 110 x50, mit geräuschlosem Laut, zum noch nie »wet. Preis von . 25,-. Äeiond. geeignet für Gastwirte. Sesichtigung und Anfragen an H. Tamm, Liebig» s/rahe 97. ow» Infereii. für guten i ML von l°,^nvoNteu- ^Ädonneinenl Aubes Mo $relie (fnnofig, Male! 5tto W'.V $ci- Wntog' b/,Uör 'gXS- j iftrt unSÄLd. «• w ^verelle. ■ i«1 «ö *!*' 1 M-S'-rtz ifcsfes "tim “•6 Achtung! Verjährung! ierftlgt. runi ) e r n , brc und der Stadt nicht allein die Äü des an en De Brt Ski ftr B »Port Warenvorräte zeigt, wie I der Schwere der Zett lud ff«1"1? *1 «usglt suchten Vortragskursu«. Da- erste Thema: „Wichtige Üagjt« fragen au - unseren bäuerlich trieben" wurde von LandwirtschastSrat Dr. tot) arbeite! grUbningen Mehörd« tvr-flfn 60 Juguft 1 glieder drr LVt'P'tl w >umDauv Dir Äap7 Die regelmäßige Verjährungsfrist betragt 30 Jahre, die kürzeren Fristen sind jedoch häufiger. In 30 Jahren verjähren Darlehen oder Forderun- jen, die, um hie D Unsere Geschäftswelt hat auch für das diesjährige Weihnachtsgeschäft wieder in weitgehendem Maße Vorsorge zur Befriedigung der Wünsche des Publikums getroffen. Eine Musterung der Schaufensterauslagen, mehr aber noch ein Besuch der Ladengeschäfte selbst und ein Blick auf die aufgejpeidjerten Warenvorräte zeigt, wie sehr unsere Geschäftsleute trotz der Schwere der Zeit sich anstrengen, um die Zufriedenheit der Verbraucher zu erringen. Daß unter dem Drucke des scharfen Wettbewerbs auch die Warenpreife in vielfacher Hinsicht eine zum Teil sehr erhebliche Abwärtsbewegung angetreten haben und dadurch die Möglichkeit zu Einkäufen entsprechend der heutigen Leistungsfähigkeit des Geldbeutels geboten ist, steht ebenfalls außer Zweifel. Nachdem dergestalt die Geschäftsleute ihre Aufgabe erfüll» haben, hat nunmehr da» kaufende Publikum das Wort. Bor allem gilt cs für alle die wirtschaftlich noch leistungsfähig sind, diese Kraft jetzt in Erscheinung treten zu lassen! Wer seinen Warenbedarf fortgesetzt in normaler Weise befriedigt und im Hinblick auf das Weih- nachtsfest seine K a u f t ä t i g t e 11 sogar ft ei- gert, trägt In wirksamer Weise zur Belebung der Geschäftstätigkeit und zur Förderung unserer Produktion bei, er hilft also das Wirtschaftselend und die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Dringend erforderlich ist es aber auch, schon Im eigenen Interesse, die Einkäufe frühzeitig zu besorgen und damit nicht erst unmittelbar vor Toresschluß, wo- möglich erst am Heiligen Abend zu beginnen. Wer frühzeitig kauft, hat natürlich größere Auswahl unter den Warenvorräten, er kann von dem Ge- schästspersonal viel sorgsamer bedient werden, als es bei großem Publikumsandrang in den letzten Stunden vor dem Fest auch beim besten Willen möglich sein kann, und er erspart sich selbst die üble Hetzjagd, die mit jedem Einkauf unmittelbar vor Toresschluß für ihn verbunden ist und einen guten Teil der Weihnachtsstimmung trübt oder gar der- ftört. Man kaufe also nach Maßgabe aller wirt- chaftlichen Leistungsfähigkeit und man kaufe fr ul), zeitig, beides im eigenen Interesse und zum Dor- test der anderen! teile fand ' OKilttlpyj1 tung tiM Leiten" «iliMkl« fr# feinen Sm# Iir W (jQaDiet' r rsrgetragtt andallung- •et Ho' in btn M Msterei« Bereits in zwei Jahren verjähren tt. a. die Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten und Handwerker für Lieferung von Waren mit Einschluß der Auslagen, es fei denn, daß die Leistung für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt ist, ferner die Ansprüche der Land- und Forstwirte für die Lieferung ihrer Erzeugnisse, weiter der Gastwirte, der gewerblichen Arbeiter, der Lehrherren wegen de® Lehrgelde®, der Unterrichtsanstaften, der Aerzte. Tierärzte, Zahnärzte, Apotheker, Hebammen, der RechtsanwäUe, Notare und Gerichtsvollzieher. Ersatzansprüche gegen b I e P 0 st ver- jähren bereits nach Ablauf von sechs Monaten vom Tage der (Einlieferung an gerechnet- Wer durch eine in Verlust geratene Postsendung geschädigt ist, soll den Verlust unverzüglich bei der Postanstalt anmelden. Im Postscheckoerkehr verjährt der Anspruch in zwei Jahren. Die Frist läuft vom Ende de® Jahres an, in welchem der Auftrag dem zuständigen Postscheckamt erteilt wurde, fiür Postanweifun- gen läuft eine fechsmonalliche Verjährungsfrist, da® gleiche gilt für Zahlkartenaufträge und für Ansprüche auf Gebührenrückerstattungen im leie- grammoerkehr. Ansprüche gegen die Eisenbahn wegen Schadensersatzes verjähren in einem Jahr. Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Tage der Ablieferung oder mit dem Tage, an dem die oenbung hätte abgeliefert werden müssen. O6erf)efftfd)er Sunftoerein. Man schreibt uns: Die Verlosung von Kunst- werken für die Mitglieder des Kunstoereins ist gestern durchgeführt worden. Es sind insgesamt 30 Gewinne vom Kunstverein zur Verfügung gestellt, so daß auf je 10 Mitglieder ein Gewinn kommt. Sämtliche Gewinne sind, soweit sie nicht in Büchern bestehen, gerahmt und können von morgen ab in der Ausstellung während der Besuchtszeiten besichtiat und auf Wunsch auch schon abgeholt werden. Die Kunstwerke stammen sämtlich von Künstlern, die im letzten Jahr im Kunstoerein ausgestellt habeix, und sind auch von diesen signiert. Ihr Gesamtwert beträgt 900 RM. Der Vereinsvorstand hofft damit den glücklichen Mitgliedern eine kleine Weihnachtsfreude bereitet zu haben. Taten sin Tonmaq 13. Dezember. Sonnenau'gang 8.23 Uhr, Sonnenuntergang 18.15 U&r. — Mondausgang 12.00 Ujr, Wond- Untergang 20.23 U&r. 1769: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig gestorben: — 1797: der Dichter H.inrich Heine in Düsseldorf geboren: — 1816: der Ingenieur Werner von Siemens in Lenthe bei Hannover geboren; — 18«3: der Dichter Friedrich Hebbel in Wien gestorben. *• Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Prei.en geöffnet. * Der Wanoeroerein „Bund der Lahnfreunde" hielt, wie man uns schreibt, am Sonntag im Hotel Hopfeld seine diesjährige Hauptversammlung ab, deren geschäftlichem Teile eine Nikolausfeier folgte. Die Feier nahm einen sehr har- manischen Verlaus. Der Raum war mit Tannen- grün, Adventskerzen und -Kränzen stimmungsvoll geschmückt. Nach einem einleitenden Weihnacht®- marsch eröffnete ein sinnvoller Dorspruch die fielet. Das Duett „Am Heldehügel geht ein Singen" (Löns) galt dem Gedenken des großen Naturfreundes, ein Terzett hinterließ einen tiefen Eindruck. Ein (Beigen- solo fand starken Beifall. Das Melodram „Mozart" unter Benutzung Mozartfcher Melodien wurde von musikkundigen Mitgliedern formvollendet zu Gehör gebracht. Nachdem das Lied „Es ist ein Rof ent- Iprungen", gemeinsam gesungen war, teilte der Ni- kolau® seine Gaben aus und sorgte für Humor, so daß der restliche Abend in bester Stimmung verlief. DberDefien. Kommunalsteuer-Erhöhung in Nidda. □ Nidda, 9. Dezember. Die vorgestrige G e • meinderatsfitzung hatte in der Hauptsache die Sicherung der Haushaltsführung der Stadt zum (Beacnftanb. Nachdem in terjior- hergehenden Sitzung fcftgefteUt war, daß die Stadt im laufenden Rcchnunaciahr mit einem Fehlbetrag von etwa 30000 Mark zu rechnen hat und von zuständiger Stelle inzwischen mitgeteili wurde, daß die Anteile der Statt an dem Einkorn- men- und Körperschaftssteuer-Aufkommen sich voraussichtlich um 27 o. Sy (27 v. H. von 16 000 - 4320 Mark) vermindern, hat der Reichsfinanzminister in einem Rundschreiben an die Landesregierungen herauf hingewieien, daß bei der Zuweisung aus der Reichshilfe zur Erleichterung der Wohlfahrts- lasten nur solche Gemeinden berücksichtigt werden, die die (Bcmeinbeblerfteuer mit dem Doppelten der reichsrechtlichen Steuersätze, die Gemeindegetränkesteuer mit mindestens 10 0 H. de® Kleinhandelspreise® und die Bürgerst e u er mit mindesten® dem Dreifachen de® Landessatzes erheben. Voraussetzung für die Erhebung der Gctränkesteuer ist, datz der Haushalt durch Wohlfahrtslasten in außerordlichem Umfange belastet ist, Gewähr für eine ordnungsmäßige Verwaltung der Steuer besteht und das Steuererträg- nie den Verwaltungeaufwand rechtfertigt. Obwohl der Gemeinderat im Prinzip gegen eine Erhöhung der schon bestehenden Steuern sowohl, al® auch gegen die Einführung jeglicher neuen Steuern war, konnte er sich der Aufgabe nicht entziehen, den durch geringere Einnahme an Gras, Obst, Holz, (Einkommen- und Körperschastssteuer - Ueberwei>ungen in Verbindung mit den Gewerbesteuer-Ermäßigungen und erhöhten Wohlfahrtslasten entstandenen Fehlbetrag von 30 000 Mark durch Erhöhung der Einnahmen, oder Senkung der Ausgaben auszugleichen. Besteht in irgendeinem Falle für den Gläubiger die Gefahr der Verjährung so sorge er unverzüglich für die weitere Eicher st ellung seiner Rechte. Er wandle, wenn möglich, mit Zustim- mung des Schuldners und schriftlich ober vor Zcu- gen die gewöhnliche Forderung in eine der dreißigjährigen Verjährung unterliegende Darlehnsforde- ig um. Mahnung und eingeschriebene Briefe un- chen nicht die Verjährung, sondern nur gerichtliche Klage, oder Zahlungsbefehl beim zuständigen Amtsgericht. Der Urkundsbeamte der Geschäftsstelle eines jeden Amtsgerichts nimmt Anträge auf Erlaß von Zahlungsbefehlen entgegen. Vielleicht ist auch die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilse geboten. Srfjulb titel, d. h. rechtskräftige urteile und rechtskräftig gewordene Zahlungsbefehle, verjähren erst in 30 Jahren. Die Erhöhung der Bier- und der Bürger ft euer erschien einerseits zur teilweisen Ausgleichung des Fehlbetrages und anderseits deshalb dringend geboten, weil im anderen Falle auf die Reichchilfe zur Erleichterung der Wohlfahrtslasten von schätzungsweise 3000 Mark verzichtet werden müßte. Die Voraussetzungen für die Einführung der Getränke st euer sind nach Ansicht des Gemeinderats nicht gegeoen, denn wenn auch der Haushalt durch die Wohlfahrtslasten außerordentlich belastet ist, so mangelt es doch an der Gewähr- leistung der ordnungsmäßigen Durchführung der Besteuerung, wie auch da® Steuererträgnis den Verwaltungsaufwand schwerlich rechtfertigen würde. Während die Erhöhung der Bier ft euer erst ab. 1. Januar 1932 praktisch wird, ist die er- höhte Bürger st euer für da® Rj. 1931 in voller Höhe zu zahlen. Der Beschluß wurde mU 7 gegen 6 Stimmen gefaßt. Um den Zuschuß der Stadt zu den Ko- st en bet Realschule auf ein erträgliches Maß K senken, hat baß Kuratorium her Realschule belassen, beim Ministerium für Kultus- unb Bll- bungswesen Antrag auf Einsparung einer Lehrkraft, ober Einstellung einer un- bezahlten Kraft zu stellen. Mit her re [Hofen Ausgleichung des Etats durch Ausgabensenkung wird sich der Gemeinberat in einer ber nächsten Sitzungen befassen. Die Bürgermeisterei wird inzwischen eine Uebersicht über bte tatsächlichen (Einnahmen unb Ausgaben gegenüber ben Ansätzen im Voranschlag anfertigen. Weiter nahm ber Gemeinberat Kenntnis bavon, bah bie Hessische Girozentrale Darm- stabt wiederholt die völlige, ober teilweise Rückzahlung der seinerzeit gewährten kurzfristigen Darlehen in Höhe von 130 000 Mark geforbert den könne. Der Dortrag touibe durch den Rn» sohl-Film über Geflügelzucht und -Haltung wesentlich ergänzt. Dach dec Mittagspause hielt Obervcterinärrat Dr. R 0 h k 0 p f. Gießen, einen Dortrag über: „Tuberkulose im Diehstall und ihre Bekämpfung". Cr wandte sich zunächst an die jüngere Generation deS Dauernstandes und ermahnte sie, nicht alle Hilfe vom Staat, der selbst arm geworden, zu erwarten, sondern zur Selbst- hckfe zu greifen, um noch vom Bauernstand zu retten, waS zu retten möglich sei. Sr verwies auf bie seit 1. August 1931 eingeführte freiwillige Tuberkulose-Dckämpsuna. und erläuterte an Hand von Beispielen, welche Dortelle diese für die bäuerlichen Betriebe brächte. Wesentlich unterstützt wurde der Dortrag durch die Dor- sührung eines Film«, der in klarer Weise die Dekämpsung der Tuberkulose unter den Rindvieh- beständen darstellte. Rn den Dortrag schloß sich eine kurze Aussprache an. Zum Schlüsse dankte Landwirt Faber, Leihgestern. Der hiesigen Landwirt- schastSschule für den lehrreichen Kursul. -Hassia^Bezirlstag im Doge'.Sberg. L Betzenrod. 9. Dez. 2m Sonntag sand hier bei Kamerad Appel der 2. Bezirkstag de« Bezirke« Dogel«berg der Kriegerkameradschast . H a s f i a" statt. Der Dorlitzende de« Ort «verein«, Kamerad Lang, eröffnete die Tagung und begrüßte besonder« den Präsidenten der Kriegertameradschast, Exzellenz Generalleutnant von Oidtmann. der bann In längeren Ausführungen Zwecke und Ziele der „Hassta" umriß und außerbem über den AuSgang de« Krieges sprach. Zum Schluss« seine« Dortrag« überreichte er dem 1. Dorfitzenden de« Kriegerverein« Rudingshain. Kamerad Louis Straub, der zugleich Rechner de« Bezirk« ist, eine Auszeichnung für sein« "Verdienste um da« Kriegerverein«wesen. Krei«direktvr Dr. 3 a n n hielt dann eine kurze Ansprache. 3m weiteren Derlaus der Tagung berichtete Kamerad Ding, Schotten, über den Derlauf de« diesjährigen Derbandstages in Michelstadt, Kamerad Bon Hard, Dießen, gab Aufllärung über di« Kriegsbeschädigten-Fürsorge und ging besonder« auf die Kürzung der Bezüge entsprechend den Rotverordnungen ein. Der DezirkSvorsteber Kamerad Scriba, Schotten, referierte über das Kleinkal-bcr'chießwesen. drr Drzir'S'chleßleiter, Förster Frank. Stornfels. führte Räheres über das Scbiehwesen Im allg'meinen au« SrzellenA Generalleutnant von Oidtmann wandte sich schließlich noch in einem kurzen Dortrag der 3ugenb zu, forderte die Mitglieder ber ..Hassia* auf, baju beantragen, blc 3ugcnb für di« „Hassia" zu gew'nnen und zur lebendigen Anteilnahme an der Zukunft unsere« deutschen Dolles anzuhalten. Die heutige Jugend sei nicht schlecht, cS gehe ihr nur sehr schlecht, die 3ugend sehe einer dunklen, ungewissen Zukunst entgegen, und deshalb bedürfe sie der 6?font>eren Aufmerksamkeit der Aelteren, wenn ihr die Spannkraft für den Kamps um die Behauptung erhalten bleiben soll. Am Schluß der Tagung wurde beschlossen, den nächsten Bezirkstag in Breungeshain abzuhalten. Landkreis (Wicficn. ' Wleseck, 11. Dez Der hiesig« Ob st - und Dartenbauverein hielt «inen Vortrag«- abend ab. ber verhältnismäßig gut besucht trat. Rach der Begrüßung durch ben Vorsitzenden. Lchrer Bep Pier, sprach Obstbaulnspellrr E n I l« r vom Lanbwirlschaftskammer-AuSIchuß Gießen über ..Rationellen Obstbau, unter beso derer Berücksichtigung einer planmäßigen Schädlingsbekämpfung". Seine Ausführungen wurden durch etwa 83 Lichtbilder, teilweise eigene 2u'- nahmen. ergänzt. 3n der anschließenden lebhaften Aussprache wurden noch Fragen Über Um- psropssorten, Daum'chnitt und die Bedeutung de« Kalkanstr chS geklärt. Drr Dorsitzend« gab noch den Beschluß des Dorstande«. eine Prämiierung der bc st gepflegten Baumcmlagen durchzuführen, bekannt. g. Klein-Linden 10. Dez. Die am 1. Dezember vorgenommene Viehzählung batte folgendes Ergebnis: Pferde 22 (1933 - 20), Rindvieh 314 (329), Schweine 310 (363). Ziegen 231 (194), Federvieh 3190 (3373). Hau-schlachtunaen wurden In der Zeit vom 1. September bi« 30. Ro- vember 1931 103 durchae'ührt. al. Allend 0 rf (Lahn), 11. Dez Die am 1. Dezember vorgenommene Viehzählung hatte in unserem Orte folgendes Ergebnis: Pferde 19 Esel 1, Rindvieh über zwei Jahre 227, unter zwei 3ahre 147, sind zusammen 374 Stück: Schweine 374, Schafe 59, Ziegen 120 Stück, Gänse 147, Enten 12, Hühner und Hähne 1775. an Federvieh zusammen 1931 Stück. (Am 1. Dezember 1533 waren vorhanden: Pferde 23, Esel 1. Rindvieh 363. Schaf« 73, Schweine 417. Ziegen 124. Gänse 12), Enten 14, Hühner und Hä§ne 1804, an Frdrrvieh zusammen 1947 Stück.) • Großen-Buseck. 11 Dez. Einen schönen Erfolg hatte daS Mitglied un’ercS (Beflügel* zuchtvereinS Heinrich Pfeiffer mit feiner Hübnerzucht Plymouth-Rock«. Auf der Landrs- Iuolläum-geflüielschaou In Mainz wurden vier seiner Tiere mit .sehr gut“ ausgezeichnet, ein« Henne erhielt den Slaatsehrenprei«. Auch dl« Au-zeichnung bei der Geflügelschau in K r 0 s - d 0 r f (dreimal .sehr gut" und einmal .gut“, darunter zwei Ehrenpreise) zeugt von einer guten Zucht. • Bettenhausen. 10. Dez. Der Geflügel» zuchtverein ber nördlichen ÜB e 11 e r a u, Sitz Bettenhausen, hält am nächsten Sonntag feine Localaeftügelschau in M u s ch enheirn ab E® sind über 100 Nummern Qkfiügel gemeldet Die Prämiierung liegt In ben Händen von Herrn Jäger (Oberhörgern). «. Trais-Horloff, 10. Tty 3hren 83 Geburt « t a g feierte dieser Tage Katharina Doro- tbea Jockel, die Witwe de« Landwirt« Heinrich Jockel. Sie ist Urgroßmutter unb er.reut sich noch verbältniSmähiger Rüstigkeit. Al« einzige Tochter oe« früh:rcn Bürgermeister« Philipp Raab entstammt sie d.r hier weit verbreiteten Familie Raab, bie in Trai«-Horlofs alteingesessen ist und sich in den Kirchenbüchern bl« zum 30jährigen Krieg zurückversolgen läßt. Kreis Sdiotten. # fi rel en feen, g. Dez. Kürzlich wurde von hier berichtet, ein hiesiger junger Mann habe In der Ardeiter-Wohlsahrts-Lotterie den Betrag von 50000 Mark gewonnen. Die® war jedoch ein Irrtum. Nicht auf sein Co® Nr. 548, sondern auf da® Co» Nr. 407 548 entfiel der Hauptgewinn. V Gedern. 11. Dez. 3m Dergwlrt-bau« frlell dieser Tage der Reichsbahnarzt Dr. Bach vor Beamten, Angestellten unb Arbeitern her Reichsbahn Dienst, dem Lriter der hiesigen Außenstelle behandelt. Sr ging zuerst auf die allgemeine Lage der Landwirtschaft ein, betonte, daß Im Osten des Reiche« immer mehr Entvölkerung Platz greise, der durch Ansetzung von Siedlern begegnet werden müsse, und kam bann auf bie bäuerliche Familienwirtschaft Im Lüben unb Süb- westen Deutschlanb« zu sprechen, streifte bie starke Konkurrenz bc« Auslanbes auf ben Märkten, bie ilehcrprobultion in ber Viehhaltung unb demgemäß bei der Milchwirtschaft, ör wie« auf Maßnahmen hin, bie eine Verteilung ber Pro- bultion bezweckten, erläuterte an Hand von Bel- spielen unb Zahlen, wie bie Booenbearbeitung rationell betrieben werben müsse, um bie Gestehungskosten ber eigenen Probukte herabzu- brückcn usw. lieber da« Thema: „W le muß blc bäuerliche Geflügelhaltung umgestellt werden, um Im Ertrage zu befriedigen?" sprach Landwirtschafts-Assessor Dr. Schmitt von hier. Von dem SlngangSmotto: »Deutscher, kaufe deutsche Sier!" ausgehend, sagte er u a.. daß in den bäuerlichen Betrieben noch viel zu wenig Wert aus die Geflügelhaltung unb Slerproduktion gelegt werde. Sr verbreitet« sich bann eingehenb über bie Maßnahmen einer rationellen Geflugelzüchterei, wicS auf bie Eierver» wertung-tzenoftenfchasten hin unb aab Winke, Wie bie Swrprobuktion im Winter gefördert werSenk pttlver genoffrn'cha .Xttn Pos Tn Uorfi E-ochchrim, ke.t ber ®ci Sr führte 1 Donal des hetz dann 1 lataslrophe c.tDal nach etzUchwir? QLulüdlung der fitüdja ton ötioi tr«rtung_g; Monaten il gang und Märkten, fe Te.'vertuna 2äe.' trog D r.tn Dü'r v 0:gaiu1al;Di faTnmenfdik C'.nllub dr ßinbtoirt, «chnn, mi ist Lchon vmoertunx 1'gfn Dez i Wen. sei« b: fcrc fßn lf Ut dann Deilar an S-'iloflen I-rftfilihu Äobann em Tttlta eat wurde linden) un Ixd)' neu Hi) Icftat Km Iahresschluß muh die Geschäftswelt noch mehr al® sonst die Augen auftun. Wenn sich auch im De- icmber alljährlich viele® zusammenbrängt, da® Weihnachtsgeschäft, ber Bücherabschluß, bie Inventur unb andere® mehr, so bleibt boch dem Geschäftsmann, bem Kaufmann wie bem Hanbwerker ja auch ebem Privaten in diesem Monat bie Prüfung ber einen Frage nicht erlassen: Besitzest bu Farbe- r u n g e n, die mit bem Ablauf bes Jahre® 193 1 verjähren? Hast bu alle® getan, daß sich dein Schuldner nicht auf die Verjährung einer Forderung durch Vorschützen der Verjährungseinrede mit Erfolg berufen kann? Unter Verjährung versteht man im vorliegenden Falle den Verlust von Rechten aller Art durch Ablauf einer bestimmten Zeit. Nach § 225 des Bürgerlichen Gesetzbuchs kann die Verjährung durch Rechtsgeschäft weder ausgeschlosien, noch erschwert, wohl aber erleichert werden. Bei Kauf- und Werkverträgen ist die vertragsmäßige Festsetzung einer besonderen Verjährungsfrist zulässig: in der Praxi® wird sie selten vorkommen. In der heutigen Zeit mit ihrer Geldoerknapoung und Geldnot werden wohl auch veriährbare Forderungen gewiß seltener vor- ________Verjährung zu 0 erhin - . ,' durch ein besonderes Rechtsge - chäft in eine Darlehensforderung umgewandelt worden sind. Ferner Ansprüche auf eine Vertragsstrafe, Schuldscheine über ben Gesamtbetrag einer Rechnung, für deren Einzelbeträge kürzere Verjährungsfristen laufen, § 195 BGB. In vier Jahren verjähren Zinsrückstände, Miet-und Pachtzinsen. Renten, Auszugsleistungen, Besoldungen, Unterhaltsbeiträge und alle regelmäßig wiederkehrenden Leistungen. S-S ÄKZ JCH sige Döst« unb sinen HorttacS- gut beacht tat dm Dors^mdrn, sMbrMpckl-r rlalmrÄMtitz (bau, unter W lamnähigen S-äd* Wrungm tourten Üneile eigene Au'* chliehenim kW Fragen über Um* 6:c Tedeuiung des -rsihmde gab noch e-ne Prämiierung gen durchMren, ta. Die am V&* izählung is» Tsai'. «Jft „1:33 waren vor* '< •! Schate 'Ö12?>ten t seiner "S^S lEg-fS hent,C .me5. Dl« 6i ®e* ä ßflnö®lh ssKs ssKs ÄP ,^ächn.7 r,e l«nbJL?öle h$ .¥ «ÄK Ä 4 ^oge!sberg. Sonntag faß r.?ezitkr. *Vrr.9 der Kamerad begrühte be. ^aineradtchafl. .^dtmann. und ,QU Mtrn üjki S. • ■ w ^dam, Sametab Lechner des 2t» ^teine Derdimstr ^re'.sdirektvr Dr. llvrache. 3m tvei« riQtete Äametab ktlaut des dies. Wftabt, Äametab Klärung üto d fling besonder- .entsprechens Len lirtioorßeber Äa# ‘eriette über 6ai Stzir'S'chiWtn, Itte AähueSiLrr n aui. ßrjeflm ann toanbte sich ien Dortrag bet eher der „tzassia* Jugend für die ebmdigen Anteil« deulschm DolkeS 1 sei nicht schlecht, die Jugend sehe ntl entgegen, unb iten Äusmerksam« le Sdannkrast für g erhalten bleiben wurde beschlossen, »reungeShain einen Llchtb ildervortrag über die .Hygiene der houswirtschaftlich tätigen Frau." In leicht Der« ständlicher Weise zeigte er die Quellen der Schäden bei hauswirtschaftlicher Arbeit infolge mangelnder Organisation, ungeeigneter Arbeitsgeräte oder fal« scher Arbeitsmethoden, wies aber auch auf den richtigen Ausgleich hin. Der Vortrag wurde von den zahlreichen Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Kreis Alsfeld. H- Alsfeld, 11. Dez. Inder hiesigen Turnhalle fand am Mittwoch die diesjährige W e i h - nachtsaufführung zum Besten des AlS- feloer Dolkskindergartens statt. 3m Mittelpunlt der Veranstaltung stand die Aufführung eines reizenden Weihnachtsspiels. das die Leiterin des Kindergartens, Fräulein Seifert, mit ihrer kleinen Sch.usp ettrrppe elr.stubiert hatte. Die Kleinen ernteten viel Beifall. Dio.inwerke von Händel, Haydn und Schubert, von Frau E. M 0 e l ° l e r (Violine) und Herrn stud. Erwin Dölsing (Klavier) mit feinem, künstlerischem Verständnis vorgetragen, umrahmten die wohlgelungene Veranstaltung. -er. Homberg, 9. Dez. Am Montag wurde in den der Oberförsterei Homberg unterstellten Förstereien mit den Holzhauerarbeiten begonnen. Die Förstereien Homberg, Dühfeld, Schadenbach, Deckenbach, Dannenrod und Hainbach arbeiten mit mehreren Rotten. Da nach den Erfahrungen der letzten Wirtschaftsjahre, die Forstbehörde weniger Holz schlagen läßt, dürften diese Arbeiten nicht sehr lange anbauem. — Am vorigen Sonntag wurde in der Wirtschaft von August Müller in Rieder-Ofleiden durch Mitglieder der Hornberger Segelflieger ein Lustspiel aufgeführt. Der Erlös des Abends soll zum Dau weiterer Flugzeuge Verwendung finden. Die Kapelle Hisserich, Homberg, trug bei Beginn einige Musikstücke mit Schneid vor, wie sie auch die Zwischenpausen durch Musikvorträge angenehm ausfüllte. Die Aufführung, wie auch die musikalischen Darbietungen des Abends fänden starken Beifall. Preußen. Generalversammlung der Vieh- verwertungögenoffenschast Wehlar. Q Wetzlar, 11. Dez. Die Viehverwertungs- genossenfchaft für den Kreis Wetzlar hielt in der „Alten Post" ihre erste Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Landwirt Friedrich Reitz, Hochelheim, erstattete den Bericht über die Tätigkeit der Genossenschaft in den ersten vier Monaten. Er führte u. a. aus: Der Umsatz stieg im zweiten Monat des Bestehens bereits auf das Doppelte, lieh dann aber bei der hereinbrechenden Preis- katastrophe der beiden letzten Monate wieder etwas nach. Wie sehr der Derkaufswert der Schlachtviehprodulte gesunken fei, beweise eine Aufstellung der benachbarten Viehverwertungs- genossenschaft Butzbach, die bei gleichem Umsatz der Stückzahl in den ersten Monaten den doppelten Erlös erzielt hätte, wie jetzt die Diehver- wertung^genossenschaft Wetzlar in den ersten vier Wonalen ihrer Tätigkeit. Durch diesen Preisrückgang und die Depression auf den Schlachtviehmärkten, sei die marttmäßige, genossenschaftliche Verwertung des Schlachtviehes sehr erschwert. Aber trotz der Schwere solle man in der begonnenen Weise weiter arbeiten. Rur durch eine straffe Organisation und festen genossenschaftlichen Zu- sammenschluh sei es möglich, die Märkte dem Einfluß der Landwirte zu erschliehen, und dem Landwirt, der heute mit dem letzten Pfennig rechnen müsse, das herauszuholen, was möglich ist. Schon durch das alleinige Bestehen der Vieh- verwertungZgenossenschaften, deren wir im hiesigen Bezirk in Rassau zwölf und in Hessen zwölf haben, seien den Landwirten ohne Unterschied bessere Preise geboten worden. Der Vorsitzende teilte dann noch mit, dah 21 Orte aus dem Kreise Wetzlar an die Viehverwertungsgenossenschaft an- geschlossen sind. Anschliehend erstattete oer Ge- schäftLführer Watz den Kassenbericht. Sodann wurde für jeden angeschlossenen Ort ein Vertrauensmann gewählt. Sn den Aufsichtsrat wurden Landwirt Wilhelm Bork (Lützellinden) und Landwirt Karl Hofmann (Kinzenbach, neu hinzugewählt. Die Generalversammlung beschloß außerdem, dieTransportversic'e- Rundfunkprogramm. Sonntag, 13. Dezember. 7.00 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Differten im Saargebiet: Katholische Morgenfeier. 10.00: Laienmusik, Georg Ph. Telemann zum 250. Geburtstag (1681 bis 1767). 10.45: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Von Leipzig, Reichssendung: Kantate zum 3. Advent. 12.15: Von Berlin: Konzert. 14.00: Stunde des Landes. 15.00: Stunde der Jugend. 13.00: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 17.00: Mannheim: Advents stunde. 18.40: Die Dämmerstunde, Leitung: Falke-Leonharbt. 19.00: Von Berlin. „An die Jugend", Vortrag von Reichsminister Dr. Groener. 19.30: Ursendung „Prinz Ligo- jans Brautfahrt", nach einem Märchen von Andersen. 20.30: Stab.halle Offenburg: Alte deutsche Weihnachtslieder, für vierstimmigen gemischten Chor 2 capella gesetzt. 21.00: Sm Fluge um die Welt, Unter dem caraibischen Mond. 21.45: Volkstümliche ungarische Rationalmusik des 17. bis 20. Jahrhunderts. 22.50 bis 24.00: Tanzmusik. Montag, 14. Dezember. 7.20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 16.00: Cafe Sacher Wien: Unterhaltungskonzert der Kapelle Werner Klin- gelhöfer. 17.05: Bunter Rachmittag des Rundfunkorchesters. 18.40: „Vom Sinn des Schicksals", Vortrag von Dr. Hermann v. Müller. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.35: Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: „Die Schöpfung", Oratorium von Soseph Haydn. 21.45: Deutsche Humoristen, Alfred Polgar. 22.40: Briefkasten. 0.30 bis 1.30: Rachtkonzert. Dienstag, 15. Dezember. 7.20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenwnzert. 15.20 b.s 15E0: Hausfrauennachmittag. 17.00: Unterhaltungskonzert. 17.05: Wiesbrd n: Ko. zert d s Elädti chea Krro chesterS Wiesbaden. 18.40: „Landwirtschaftliche Siedlungen und vorstädtische Kleinsiedlungen", Vortrag von Professor W. Uhde. 19.05: „Rechenkniffe, lustiges und vorteilhaftes Rechnen", Vortrag von Dr. Karl QUcnninger, Heppenheim a. d. D. 19.35: Von Berlin: Besuch m einem Filmatelier, Mikrophonbericht von Herbert Ruhbaum. 20.00: Unterhaltungskonzert. 21.15: Rach Königsberg: „Die Jlseb'.ll", ein Märchen für das Radio von Wolfgang Wehrauch. 22.50: Stellenmarkt der Bühnenkünstler. 23.00 bis 24.00: Tanzmusck. Mittwoch, 16. Dezember. 7.20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk — Lyrische Ernte oder Gedichte recht zu hören. Vorgetragen von Charlotte Christann. 12.05: Schallplattcnlonzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Jugend. 16.00: Cafe Bauer: Unterhaltungskonzert der Kapelle Huppertz. 17.05: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Totenkult in Urzeit und Gegenwart". Vortrag von Dr. R. v. Heine-Geldern, Wien. 19.05: „Historische Belletristik", Vortrag von Dr. Adolf Waas. 19.35: Kleiner Wegweiser durch Weihnachtsbücher. VI. Von Willy Haas. 19.45: Operettenkonzert des Rundfunkorchesters. 20.45: Raturschutzpark für Mundarten, Riederdeutsch. 21.15: Kompo.iticn.stunde, Te.nhard Celles. 22.30 bis 23.10: Zeitbericht „Das Ende des britischen Freihandels", Unterhausdebatte. Donnerstag, 17. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 9 bis 9.40 (Don Köln): Schulfunk: Gemeinschaftsprogramm der deutschen Schulfunksender: „Aus dem Leben für Staat und Wirlschrf.: DerOberbürgermcifier". 12.05: Schallplattenkonzert. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Unterhallungskonzert. 17.05: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: Zeitfragen. 19.05: „Seipel", Vortrag von Dr. Werner Thormann. 19.35: „Schulfunk, Privatmusik und Rundfunk", Dreigespräch zwischen Ministerialrat Professor Leo Kestenberg, Professor Dr. Georg Schünemann und Hans Rosbaud. 20.05: Orchesterkonzert. 21: Romantische Improvisationen, eine Hörfolge aus deutscher Romantik, von Willy Haas und Hanna Haas. 22.50 bis 23.40: Russische Musik. Freitag, 18. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 16: Unterhaltungskonzert. 17.05 (Don Wiesbaden): Konzert des Städtischen Kurorchesters Wiesbaden. 18.40: „Aus neuen Kunst- und Bilderbüchern", Dortrag von F.T. Gubler. 19.05: „Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Ihre Aufgaben und ihre Organisattonen", Dortrag von I. Kälin, Präsident des Landesarbeitsamtes Südwestdeutschland. 19.40 (Von Freiburg): Funkbericht vom Schluchsee-Werk. 2110 (Don Mannheim): Die Fledermaus, Operette von Johann Strauß. 22.40 bis 23.10: Südpol-Kantate für Soli (Tenor und Bariton), Chor und Orchester von Hermann Wunsch. Samstag, 19. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: „Deutsche Weihnachten in Palästina" von Annemarie Brode. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15: Stunde der Jugend. 16: Unterhaltungskonzert. 16.20 (Don Karlsruhe): Konzert des Philharmonischen Orchesters Karlsruhe, Blasmusik. 17.05 (Don Mainz): Operettenkonzert. 18.40: „Wir marschieren über den Vo- gesenkamm": Dorlesung von Paul Edmund Hahn. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19-35: Kleiner Wegweiser durch Weihnachtsbücher. Don Willy Haas. 19.45: Calw: Stunde des Chorgesangs, alte Dolkslieder. 20.15: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 22-35 bis 24-00: Tanzmusik. rung in eigene Regie zu übernehmen, unb In eine Interessen- unb Arbeitsgemeinschaft mit ber benachbarten Butzbacher Vieh- Verwertungsgenossenschaft zum besseren Zusammenarbeiten und Ausnutzung ber Eisenbahn- und Autoiransporle einzutreten. Sm weiteren Verlauf ber Versammlung referierte Diplom-Landwirt Haack über die allgemeine Marktlage. Cr sprach für eine Herabsetzung ber Marktgebühren auf dem Frankfurter Markt und stellte an die Landwirte die Forderung, nur schlachtreife Tiere der Genossen- fchaft abzuliefern. Trotz ber schlechten wirtschaftlichen Lage sei nach seiner Meinung im nächsten Sahre mit einer Besserung Der Vieh- Preis e zu rechnen. Heber die Einfuhr litauischer Schweine befragt, erklärte ber Redner, daß nicht weniger als 250 000 Schweine an einigen deutschen Märkten laut dem Handelsvertrag mit Litauen (bis 1934 gültig) zugelassen seien. Lanb- wirtschastLrat Direktor Dr. Ullrich hielt bann einen Vortrag über das Thema „Die derzeitige Marktlage unb praktische Winke zur zweckmäßigen Diehverwcrtung". Die gegenwärtige Marktlage fei, so führte der Redner au3, trostlos. Die Krise sei aber weniger durch örtliche Verhältnisse bestimmt, als durch weltwirtschaftliche Zusammenhänge. Der Bauer müsse heute mehr denn je bas Vieh erzeugen, bas auf dem Markt verlangt werde: nur bann seien erträgliche Preise zu erzielen. Kreis Wetzlar. O Lützellinden. 10. Dez. Am Sonntag fand in der Kirche eine Abendfeier statt, die von dem hiesigen Posaunenchor veranstaltet war und bei der auch ein Frauenchor mitwirkte. Der Posaunenchor trug nach einer einleitenden Motette mehrere alte Choräle im Bachschen Satz vor. Der Frauenchor unter der Leitung von Frl. Koch brachte mehrere Advents- unb Weihnachtslieder, zum Teil mit Geigenbegleitung, zu Gehör. Mehrere Horn-Duette mit Orgelbegleitung vervollständigten die Darbietungen. Schriftlesungen des Ortsgeistlichen Pfarrer Koch umrahmten die eindrucksvolle Feier. ___________________________ Sprechstunden ver Redaktion. 11.30 bis 12.30 U.it. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen elnzei ena fträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Wettervoraussage. Durch das im Norden oorüberziehende Tief wurde der ursprünglich nach Skandinavien sich erstreckende Hochdruck südwärts nach Zentraleuropa verdrängt. Unser Gebiet ragt gegenwärtig mit in den Kern des Hochs, so daß durch stärkeres Aufklaren auch hier Tieftemperaturen aufzuweisen sind. Dagegen zeigt Norddeutschland und besonders das Küstengebiet durch Ozeanluft des nördlichen Tiefs Temperaturen um Null und etwas darüber. Außerdem herrscht dort trübes Wetter, vereinzelt treten Niederschläge auf. Die ozeanische Luft dürfte noch weiter südwärts an Ausdehnung gewinnen, wobei bei uns zeitweise stärkere Bewölkung aufkommt und auch einzelne Schneefälle nicht ausgeschlossen sind. Aussichten für Sonntag: Wol.ig, zeitweise auch bedeckt, noch Frost, aber tagsüber ein- sehenbe Milderung, vereinzelt etwas Schnee. Aussichten für Montag: Wollig mit vorübergehender Aufheiterung, vere.nzelt geringe Riederschläge, bei Au.tlaren Rachtsrost. Lufttemperaturen am 11. Dezember: mittags 0,5 Grad Celsius, abends —2.9 Grad: am 12. Dezember: morgens — 4,2 Grad. Maximum 0,5 Grad, Minimum — 4,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 11. Dezember: abends 1 Grad; am 12. Dezember: morgens 1,2 Grad Celsius. — Sonnenschein- dauer 5% Stunden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 13. Dezember. 3. Advent. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Ordination des Psarrassisten- ten Knell durch Dekan Gußmann; 11: Kinderinche für die Marrusgemeinde; Pfr. Becker; 17: Pfr. Mahr; Beichte und hl. Abendmahl für die Matthäus« gemeinde. — Iohannestirche. 9.30: Pfr. Ausfeld: zugleich Militärgottesdienst; Beichte und hl. Abendmahl für die Militärgemeinde: 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtols- Heimer; Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- gemeinde: 20: Bibelbesprechung in der Johannes- kirche: Pfr. Lic. Waas. — Kapelle des Alten Jrieb- hofs. 9.30: Pfr. Lenz: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Pfr. Lenz. — Llifabelh-Kleinkinder- fchule. 9.45: Pfr. Lic. Waas; 18: Pfr. Lic. Waas. — Reue Aula der Universität. 11.15: Universitäts-Gottesdienst; Professor D. Schumann. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst: 11: Kindergottesdienst. — wiefeck. 9.45; 11: Kinderkirche. — Atten-Vuseck. 10: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 13 ,0: Lollar. — Hausen-Gar^enleich. 10: Hausen; 13: Gar- benteich. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Hauptgottesdienst; 11.30: Kinderkirche. — Grüningcn. 13.30: Hauptgottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 12. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beickte. Sonntag, den 13. Dezember. 3. Adventssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. —- Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 14. Dezember. Laubach. 7 30 Uhr: Meße. Mittwoch, den 16. Dezember. Hungen. 7.30 Uhr: Messe. Sonntage dienst d.Aerzte u.Slvotheten am 13.12.3t Stau Dr. Marx. Dr. Wolf. Hirschavotheke. ____________Zahnarzt: Dr. Ganter.___________2 Seine Sporen hat er sich längst verdient — 6609V Er ist aber auch wirklich mit „allen Mastern gewaschen". Sein Arbeitseifer und seine Kraft im Fett, und Schmutzlösen sind wunderbar. Alles kriegen Sie mit iMi im Nu appetitlich sauber und frisch. Kamm, Bürste, Geschirr, Aufnehmer, Putzlappen und sogar den Mop! Für alle normalen Ncinigungszwecke ge- nügt ein Eßlöffel iMi auf 10 Liter heißes Wasser. Bei rheumatischen Leiden, bei Schmerzen in den Gelenken und Gliedern sowie bei Kopfweh haben sich Togal-Tabletten hervorragend bewährt. Absolut unschädlich ! Ein Versuch überzeugt. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken Mk. 1.40. 12.6 % Llth., 0,46 % Chin., 74,3 % Add. acet, sallc. ÄÖWI6IW Ski-Bekleidung für Herren, Damen, Kinder sportgerecht — preiswert Deshalb herunter mit den preisen! Montag, den 14. 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Dezember 1931. 1546 D 3 c v) 5 I ■e ® E a Karl Bruch Juwelier •5701 AlLEINVEOKAUrr SchuhhausWolff;6ießen 8577 A (Uch-l herzlichsten Dank aus. 07324 Karl Germann (Ziehen, den 12. Dezember 1931. per per 8542 C n, IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIID 1.80 2.65 LBernard Gießen Plockstraße 16 8403 A Oberst Redl 85« C uiuniiiiiiiiiiiioiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimniiiiiiuiiiiiuiun Meter 1.25 Meter 1,45 sind stets willkommene Weihnachtsgeschenke, zumal wenn es sich um meine bewährten Qualitäten handelt Oberhessischer Kunstverein Allen Freunden und Äekannien herzlichen Dank für die überaus großen Ehrungen und Geschenke. Anedel Eißfeller und $rau Kätchen, geb. Degenhardt Heinrich ZRentf) und Frau Käthe, geb. Keil. Größtes Stoff-Spezlalhaus am Platze An meinem 80. Geburtstage wurden mir so viele liebe Gratulationen und Geschenke überreicht, das; es mir nicht möglich ist, jedem einzeln zu danken. ,)d) svreche deshalb aus diesem Wege meinen Eintrittskarten: 2, 3 u. 4 HM. bei Emst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten RN. 1— gegen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus. Große Posten Reste liegen ständig zum Aussuchen aus wm. Die o Maw Karle ' gebot fpuild mzn d Irrung Leier Ser 1723 S nur un Popeline, 80 cm breit, reine Wolle............. Tweed, 75 cm breit, reine Wolle............. Photo-Spezial - Geschält Wilh. KilbingerNachf. Seltersweg 69 hei der Stidtklrche. Geichenke in allen Preislagen Ä le i tr:) bc ten uni Darf r fonnfen Tijrf l> bette lü "Roggen! e'wa 9. folgt n D:izen je ICO J Kar im Pre ’J rONBfN ."''<‘61 -. / 'CSMSJC&l x»»AS-e» bi# 36.( 34 25 TL tur.q lte Seidenstoffe Kunstseidcn-Marocaine,ca.l00cm breit, in allen richtigen Farben (fehlerfreie Ware)... 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Scheitholz: Bu- cd = die 72, Hainbuche 4, Eiche 2, Z I Birke 3, Linde 5, Kiefer 4; A I Knüovel: Bucke SO, Eiche 20, = Birke 5, Esche 2, Linde 8, Kie- © " ser 1; Reicbolz(mein gute horst' s* .EP mellen): Buche 2070, Eicke 50, — = Eicke 50. — Außerdem Nutz- rn -a bolz: zirka 12 Atm. Kiefer- n »-» Scknittbolz (37—49 Zentim.), q. .!2 zirka 2 Fstm. Linde (21—38 v» —, 3enttm.)f 64 St. Esche Derb- = c innigen (dabei Deichseln), 71 St. Ä cn Tvichte-Terbfiangen (f. Wagner), w 990 Bohnenstangen (fertig ge- m n stützt u. gebündelt); 14 Nm. § I o E^cke-Pfosten; 38 Rm. Fickte- s- x: Sckickthaufen. _ — Mittwoch. 16. Xe»., 10 Uhr, « JS im Haler (Xiuvelöchcr), Alte o Gießener Straße: Rm. scheit- o. = bolz: Bucke 26; Knüvvel: Bucke § ♦2 168, Eicke 63; Reisbolz (lehr 5. J= gute ft orft reellen): Bucke g ickte (Derbftanaen) 1; Rm. 2» Eicke-Pfoften 10, sichte-Schickt- häufen 14. eseTÜ „ Fürst an SolmS-Sick fcke Cher» ■ förfterei. 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[ Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rekord eines Kindcrbalionflugcs. (a) Deuyork. 3n diesen Tagen der Rekorde und der wahnwitzigen Geschwindigkeiten liest man gern ab und zu von einem etwas naiveren Rekord, als dem eines Flugzeuges, des schnellsten Motorbootes, des größten Luftschiffes und der leistungfähigsten Autos. Hier soll erzählt werden von dem längsten Flug des kleinsten Ballons, eines Kinderballons, der von Philadelphia nach Hawai gelangte und dort wohlbehalten landete. Wie man zugeben muh, ein ansehnlicher Flug, wirklich nicht alltäglich und von einer unwahrscheinlichen Länge. - Es ist schon ein wenig her. seit ein Fräulein Erma Schrader einen Balten aulsteigen liefe, an dem in einem Brieflein ihre Adreffe hing. Sie hatte den Ballon längst vergeffen, als überraschenderweise jetzt aus Hawai, und zwar aus dem Gebiet der Schofield-Baracken, der Br*ef eines Sergeanten an sie gelangte, der ihr mitteilte, dafe er den Ballon auf den Inseln entdeckt habe und sich nun beeile, davon Rachricht zu geben. - 170C0 bis 150C0 km hat dieser Kinderballon unter bisher noch ganz und gar unbekannten Bedingungen zurückgelegt. Er muh in die höchsten Luftschichten ein- gediungen sein, die ihn dann mit einer bis jetzt unbekannten Luftströmung entführten und nach Hawai brachten. Darf die Kaiserin von China...? (c) Tientsin. Hieraus ist ein bedrohliches Unheil entstanden. Wenig bekannt, aber glücklich lebte bis dahin an der Seite ihres himmlischen Gemahls die junge Kaiserin von China. Allerdings, er ist ja heule kein wirklicher Kaiser mehr, denn der jüngste Thronerbe der Mingdynastie lebt ein geruhsames Privatleben, freilich in China, aber unter einem bürgerlichen Damen, und ein Gleiches tat bis jetzt auch seine zierliche reizvolle Gattin, nur dafe eben das Unheil wie ein Gewitter so plötzlich über das Glück der beiden hereinbrach. Jüngst erging sich die kleine Exkaiserin mit einer Hofdame in ihrem Garten, ging friedlich, plauderte von den Poesien des Laotse oder von den neuesten Pariser Moden, man berichtet darüber nichts, aber so im stillen vergnüglichen Gehen setzte sich der Kaiserin eine Mücke keck auf die Unterlippe und die Kaiserin blies ste hinweg, aber es sah so aus, als ob sie - Verzeihung - spucke. Und zugleich trat, will sagen unglücklicherweise im selben Augenblick trat ihr auf dem Wege um die Ecke der Kaiser selbst entgegen. Dies Hinwegblasen der Mücke sehen, umkehren, böse sein, das tocr für den Kaiser von China eine Augenblickiache. Die Hofetikette Chinas war schwer verletzt, denn niemand darf, so sagt ein altes Gesetz, im Beisein des Himmelssohnes spucken, was hier ja nicht geschehen war, aber doch so ausgesehen hatte. Dun, der Kaiser ging mit sich zu Rate und sandte der Kaiserin nach zwei Tagen zwei Würdenträger mit der Rachricht, dies Benehmen der Kaiserin sei die gröfete Schande gewesen, die einem Himmelssohn begegnen konnte, .Ich biete Eurer Majestät die Scheidung an", teilte der chinesische Kaiser der chinesischen Kaiserin mit. Doch die Kaiserin verlangt eine Entschädigung für ein Leben lang. Und darum geht jetzt die Auseinandersetzung. Und noch darum: Darf die Kaiserin von China in Gegenwart ihres Ehegemahls, des Himmelssohnes und Herrn des Reichs der Milte, kurz, darf sie ... (siehe oben)? Die Quittttnst über 0,00 Gulden. (r) Amsterdam. Middelburg auf der Insel Walcheren ist die Hauptstadt der niederländischen Provinz Seeland. Wissenswert von der Stadt ist, dafe sie etwa 20 000 Einwohner zählt, ein spätgotisches Rathaus mit Museum aufweist und ihr Gedeihen der florierenden Baumwollindustrie sowie der phantastischen Ordnungsliebe sämtlicher 'Dienststellen verdankt. Die Präzisionsarbeit Middelburger B.Hörden stellt alles Preußische glatt in den Schatten. Man höre und staune: Ein Middelburger Bürger gibt seinen Fern- sprechanschluß auf. Die Sache geht in Ordnung. Der Apparat wird abmontiert und die Direktion präsentiert dem abgesprungenen Kunden die letzte Rechnung. Vermerkt ist ein Stadtgespräch. Kosten- Preis fünf Cents. Zahlbar binnen acht Togen ... Posten zwei: Da sich das Fräulein vom Amt im letzten Monat verzählt hatte, zufällig um ein Gespräch verzählt, beträgt das Guthaben des Bürgers fünf Cents. Die beiden Posten decken sich. Der Mann hat nichts zu bekommen und nichts zu zahlen. Auf der Rückseite der Rechnung steht aber ein Vermerk: Falls der Bürger bis zum angegebenen Zahltag seiner Verpflichtung nicht nachkommen sollte, erhebt die Post eine Strafgebühr in der Höhe von 10 Cents. Die Strafe erhöht sich nach zwei Wochen auf 35 Cents. Was tut man da, um der Verpflichtung doch nachzukommen? Ganz einfach: Man geht mit der Rechnung zur Post. Die Rechnung wird geprüft und man stellt dem ordnungsliebenden Bürger eine Quittung aus, wonach er die Summe von 0,00 Gulden „entrichtet" habe. Die mit dem Dienststempel versehene Quittung ist ein klassisches Dokument. Kuriositätensammler, geht nach Middelburg auf der Insel Walcheren! Cin „Wildmensch". (er) Athen. Bisher glaubte man, daß die „Wildmenschen" im Innersten Afrikas oder Australiens hausen, nun aber hat man in Thrakien in Griechenland einen Menschen „gefangen", der anscheinend das Vorkommen dieser Menschengattung auch in Europa bestätigt. Jedenfalls macht er den zuständigen Behörden viel zu schaffen, weil man nicht recht weiß, was man mit dem sonderbaren „Zweibeiner" Anfängen soll. Es handelt sich, wie die Polizei versichert, tatsächlich um einen „agrioanthropos“ (Wildmenschen), und er ist weder eine Fabel noch eine Erfindung. Da nun Wildmenschen so unvorsichtig sind, sich nicht mit regelmäßigen Pässen und Ausweispapieren zu versehen, so stehen die Behörden vor einer noch nie dagewesenen Schwierigkeit und sind zu dcim recht einfachen Entschluß gekommen, dieses sonderbare Lebewesen — über die bulgarische Grenze abzuschieben, weil man aus seinen unartikulierten Lauten so etwas wie „Bulgarien" heraushört und weil es auch an der bulgarisch-griechischen Grenze aufgegrisfen wurde. Dieser wilde Mensch verschlingt nur rohes Fleisch, das er wie ein wildes Tier zerreißt, und trinkt nur Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) — Breidenbach (Liga). Der Liga der Spieloereinigung ist für den morgigen Sonntag ein Gegner aus dem Hinterland zum Verbandsspiel verschrieben und zwar ist die Liga von Breidenbach auf dem Sportplatz an der Liebigs- höhe zu Gast. Im Spiel der Vorrunde haben die Blauweißen auf dem tückischen Platz in Breidenbach keine Lorbeeren ernten können. Die Breidenbacher leisteten seinerzeit heftigen Widerstand, das Treffen endete trotz stetiger leichter Ueberlegenheit der 1900er mit einem Unentschieden 1:1, und die Breidenbacher hatten so einen Punkt gerettet. Diese Tatsachen sollten der Liga für den kommenden Sonntag Veranlassung sein, das bevorstehende Spiel gebührend ernst zu nehmen. Wenn sich auch die 1900er in der letzten Zeit wesentlich in ihrer Form verbessert haben und insbesondere im Sturm aggressiver geworden find, so bleibt doch zu berücksichtigen, daß auf feiten der Gäste eine schlagfertige Verteidigung steht, die beiden Außenläufer sich ebenfalls sehen lassen und der Hintermannschaft der Blauweißen gefährlich werden können. Außerdem ist, wie bei andern so auch bei dieser Mannschaft des Hinter landes mit dem Eifer, mit dem Stehvermögen, mit der Durrbfchlagskraft und der fast durchweg kräftigeren Konstitution der einzelnen Spieler zu rechnen. Trotz alledem sollte aber den Hiesigen der Sieg nicht zu nehmen sein. Nach der hervorragenden Leistung der Mannschaft im Pokalspiel gegen Dillenburg sollte man sicher anne^men dürfen, daß die Punkte in Gießen bleiben. Die Mannschaft tritt in folgender Aufstellung an: Brambach; Schneider, Jäckel; Lippert, Langsdorf, Glitsch; Zeiler, Göbel, Wilhelmi, Heilmann, K. Schmidt. Die übrigen Mannschaften sind spielfrei. Jugenbfpide. Vor dem Spiel der Liga tritt die 1. Jugend zum Verbandsspiel gegen die 1. Jugend des Sportvereins klares Wasser, indem er es auf dem Bauche liegend schlürft. Er ist 1,65 Meter hoch, stark und kräftig, sein Gesicht und Kopf haben Schere oder Rasiermesser noch nie gespürt. Das Haar wallt ihm 40 Zentimeter lang über die Schultern herunter. Der griechische Bauer, der ihn auf einsamem Waldwege traf, glaubte zunächst, einen Riesenaffen vor sich zu sehen. Als der Waldmensch auf den Bauern unter wilden Gebärden losging, brüllte dieser in Angst und Schrecken. So wurden einige in der Dähe befindliche Köhler aufmerksam und kamen ihrem Landsmann zu Hilse, machten das unheimliche Wesen unschädlich und brachten es zur nächsten griechischen Polizeistation in dem Grenzorte Enichu. Hier sitzt jetzt das unglückliche Geschöpf und weint ständig vor sich hin, winselt und benimmt sich in jeder Weise wie ein durchaus wilder Mensch, der noch nie mit der Zivilisation in Berührung gekommen ist. Sollte hier vielleicht ein Drama aus der Kriegszeit seinen Abschluß gefunden haben? Wird man die Herkunft des verwilderten Menschen überhaupt jemals ermitteln? Cin aibeitUoicr Gerichtshof. - Paris. In Zeiten allgemeiner wirtschaftlicher Krisen und Leerläufe des Arbeitsrnarltes pflegen die Gerichte immer viel zu tun zu haben. Eine Ausnahme macht das Schwurgericht des französischen Departements Indre in Chateauroux. Seit sage und schreibe zwei Jahren hat es nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchen und keine Sitzung mehr abgehalten. Seine Richter sind seit dieser Zeit abwechselnd monatsweise beurlaubt worden, die Beamten hocken zwischen verstaubten alten Aktenstößen und spielen Domino. Zur Freude aller Beteiligten sollte es jetzt im Oktober endlich aus seiner Lethargie aufgeweckt werden und Arbeit bekommen: man hatte einen Bauern unter dem Verdacht verhaftet, sein Anwesen angezündet zu haben, um in den Genuß der Versicherungssumme zu kommen. Genau acht Tage vor der an- beraumten Schwurgerichtssitzung wurde diese von der Staatsanwaltschaft abgeblasen, weil die polizeilichen Rachforschungen einwandfrei ergeben haben, daß das Feuer von spielenden Kindern angelegt worden ist. Der Dauer wurde aus der Haft entlassen und das Schwurgericht von Chateauroux liegt wieder in seinem Dornröschenschlummer. Wetzlar an. Die Mannschaften dürften als gleichwertig zu erachten sein, so daß ein spannender Kampf nicht ausbleiben sollte. Der stärkste Mannschaftsteil der Wetzlarer ist die Verteidigung, die im letzten Spiel gegen die zur Zeit sehr spielstarke 1. Jugend des VfB. eine höhere Niederlage verhinderte. Man erwartet jedoch die Blauweißen, die bisher gegen diese Mannschaft noch. nicht verloren haben, als sichere Sieger. Die 2. 2 u g e n d mißt ihre Kräfte mit der 2. Jugend des Lokalrivalen auf dessen Platz. Die 1. Schüler erwarten die 1. Schüler aus Leihgestern und müssen alles aus sich herausgeben, wenn sie gegen den kräftigeren Gegner ehrenvoll bestehen wollen. Die 2. Schüler erledigen ein Rückspiel gegen die Schüler aus Heuchelheim und werden auf Grund ihrer in letzter Zeit gezeigten Leistungen als Sieger erwartet. VfB-Gießen. Die Liga des VsB. ist am morgigen Sonntag ver bandsspielfrei. Um ober für die kommenden, teils mehr und teils weniger schweren Verbandsspiele „fit" zu sein und zu bleiben, trägt die Liga ein Spiel gegen die Liga des LfR. Limburg in Limburg aus. Die Gastgeber sind hier weniger bekannt, und über ihre Spielstärke lassen sich in der Gegenüberstellung zu den Mannschaften des Gaues Gießen- Wetzlar und des Bezirks Hessen-Hannover kaum Vergleiche anstellen. Die Limburger, eine Mannschaft mittlerer Stärke, spielen in der Liga des Rheinbezirks und haben dort einen guten Namen. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Die VfBer fahren in folgender Aufstellung: Balser; Bingel, Kreß I; Leutheuser, Köhler, Lehrmund; Mattern, Wagener, Haupt. Wlodarek, Fehling. Die 2. und die 3. Mannschaft find spielfrei. Jugendspiele. Die 1. Jugend hat auf dem Waldsportplatz die 1. Jugend von Hermannstein zu Gast. Wenn auch SJ.-fpor/ die Gegner über ein durchaus achtbares Können verfügen, so sollten sie doch der zur Zeit in bester Form spielenden 1. Jugend des VfB. nicht ernstlich gefährlich werden können. Das Vorspiel haben die VfBer bereits hoch gewonnen, und die Jugend aus Her- mannftein dürfte auch in diesem Spiel kaum Lorbeeren ernten. Die 2. Jugend hat die 2. Jugend des Lokalrivalen 1900 zum Gegner. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Den 1900ern dürfte ein Plus auf Grund ihrer größeren Spielerfahrung zuzuschreiben (ein. Gportabteilung des Turnvereins Lollar Am morgigen Sonntag ■fäljrt die 1. Fußballmannschaft nach Butzbach, um gegen die 2. des DsR. Butzbach das fällige Verbandsrückspiel auszutragen. Die Lollarer werden sich sehr anstrengen müssen, wenn sie die Punkte mit nach Hause nehmen wollen. Die übrigen Mannschaften sind spielfrei. ZC. ,,Teuionia"Wahenborn-Gieinberg Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Mannschaft der Teutonen die 1. Mannschaft der Sp.-V. Garbenteich zum fälligen Derbandsrückspiel. Garbenteich befindet sich z. Z. in bester Form. Der Gegner darf deshalb nicht unterschätzt werden. Spielt die Platzeks in ihrer seitherigen Form, so dürste sie sich den Sieg trotzdem nicht nehmen lassen. Handball im Gau Hessen (O.T.) Das erste Spiel um die Gaumeisterschaft trägt die 1. Mannschaft des Männer-Turnver- eins am kommenden Sonntag in Friedberg gegen die 1. Mannschaft der dortigen Turn- gemeinde Friedberg aus. Der Gegner ist als sehr spielstark bekannt und konnte ohne Punktverlust die Gruppenmeisterschaft erringen, so daß sich die Männerturner schon sehr an- strengen müssen, wenn sie in Friedberg gut abschneiden wollen. Der Ausgang des Spieles ist, da auch die Gießener eine ganz ansehnliche Spielstärke besitzen, vollkommen offen. Die 1. Mannschaft des Turnverei ns 1846 steht am Sonntag auf dem älniversitätssportplah der 1. des Tv. Heuchelheim im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Gäste werden durch ihren Eifer vieles ausgleichen und für die 1846er einen beachtlichen Gegner abgeben. Vorher spielt die 2. Mannschaft gegen die 1. des Tv. Krofdorf. Sie wird sich sehr anstrengen müssen, um gegen den spielstarken Gegner ehrenvoll abzuschneiden. Am Sonntag treffen sich die beiden Mannschaften Tv. Allendorf (Lahn) I und 1. Komp. 15. Jnf.-Regt II zu einem Freundschaftsspiel in Allendorf. Das Spiel dürfte einen scharfen Kampf um den Sieg bringen, zumal die Gäste über eine ansehnliche Spielstarke verfügen und auch die Allendorfer Mannschaft kein zu unterschätzender Gegner ist. Handball im VfB. Der Verein für Bewegungsspiele will in Zukunft auch wieder mit einer Handballmannschaft auf den Plan treten. Eine Anzahl junger Leute hat sich zu- fammengefunben und eine Handballmannschaft gebildet, die das erstemal am kommenden oonntag zum Spiele antritt. In den Reihen der Mannschaft sind verschiedene Spieler, die bereits längere Zeit Handball gespielt haben und über einige technische Fertigkeit verfügen. Andere wieder sind Neulinge, dis erst mit den technischen Voraussetzungen bekannt gemacht werden und sich einige Wettspielerfahrung aneignen müssen. Der Gegner dieser neugebildeten Handballmannschaft ist die 1. Mannschaft des Turnvereins Wieseck. Die Gäste werden voraussichtlich den überlegenen Sieger, stellen, denn ihr beachtliches Können wird die Anfänger gleich auf eine harte, aber lehrreiche Probe stellen. Wie sich die Mannschaft entwickeln wird, ist eine Frage der nächsten Zukunft. Eishockey-Auftakt auf dem TaunuS-Zeldberg. Rachdem die offizielle Einweihung der Brun- hildiseisbahn auf den zweiten Feiertag verlegt werden mußte beginnt nun trotzdem die diesjährige Eissportsaison auf dem Feldberg-Plateau schon am morgigen Sonntag, mit dem ersten Eishockey-Blitzturnier des Südwestdeutschen Eissport- verbandes. Es spielen vier Mannschaften und zwar: Eislaufverein Gießen, Frankfurter Eissportclub, Tennisclub 1914 und IG.- Sportverein Frankfurt. Alles, was mit Milch in Berührung kommt — Milchkannen, -Flaschen, -Gläser-, -Töpfe, Säuglingsflaschen — sollte aus gesundheitlichen Gründen stets mit (jj) gespült werden! (ffi) entfernt nicht nur Schmutz und Fett überraschend schnell und gründlich, sondern auch jeden unangenehmen Geruch und desinfiziert zugleich! Milch hält sich besser und frischer in (Q) -gespülten Gefäßen. (Q) hat desinfizierende, fett- und schmutzlösende Eigenschaften zugleich! 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