6794 D bitte Oktober, abends sW Zungen zu jeder Zeit t AM Fernsprecher 3635 WWW emen u. bevor.'.unten Liä hr Beim behaglich machr. Berle, \ordanlage 1 ...38PI ...38 Pt 68 PL Schürt00’ ts biete ich Ihnen j Wintereinkäufen N «*»e0 tvofl ollwaren .....von 22 PL an teQuaL ■■™n 88PL*D »Q^ronl^an I aQulLf6D SoPtlD mdtücher Tntobne n»*- er.Stoik '.........-M .........VODn 3OMk.»° ..........^onTSPt; ........ 401,0 größter ilcn Reste Hr. 238 Erstes Blatt 181. Jahrgang Montag, 12. Oktober 193J GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'jche Untverfilüls-Vuch- und Stetnöruderei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20° „ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugspretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richtens Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686. Die Harzburger Tagung der Opposition. Die Teilnehmer. Bad Harzburg 11. Ott. ($11.) Das Stäbt» dben Hargburg steht vollkommen im Zeichen der Tagung der Rechtsopposition. Schwarz-weiß- rote und Hakenkreuzfahnen, die braunen Unifor- ! > En der Nationalsozialisten und die grauen des i Stahlhelmes'verleihen dem äußeren Bilde dieser 1 Tagung das Gepräge. Die Beteiligung ist sehr stark und erstreckt sich außer auf die Ä a t i o n also ziali st en die Deutschnationalen und b'en Stahlhelm auf führende Persönlichkeiten des Reichslandbundes und eine Anzahl be- tannter Wirtschaftler, unter denen das rheinisch - westfälische Industriegebiet besonders stark vertreten ist. Bon der Reichstagsfpaktion der Deutschen Bolks- Partei ist dagegen nur Generaloberst v. Seeckt anwesend. Dafür sind aber Atoei führende Mitglieder der rheinisch-westiälischen Organi a ion der Deutschen Lockspartei erschienen, H^ttendireltor Kuhbier (Duisburg) und Hemd eck (Lüdenscheid). Bon der Wirtfchaftspartei sieht man den Abgeordneten S a ch s e n b e rg. Der Alldeutsche Verband wird u. a. vertreten von ^ustizrat Glaß, v. Bietinghosf-Scheel, Fürst ]■ ju Salm-Horstmar und Landrat v. Hcrhberg. Aus den Kreisen der Landwirtschaft sind neben den drei oppositionellen Abgeordneten Dr. Wend- housen,' von Sybel und Sieber, die Präsidenten Bethge und Lind, Direktor v. Kriegsheim, Direktor . v. Wangenheim, v. Münchhausen, von H e l m - h o l t - H e s s e n zugegen. Don Teilnehmern aus der Industrie sind noch zu nennen Dr. Schlenker, Geheimrat Kreth, Geheimrat Poensgen. Blohm lHamburg), Krieger (Wintershall), Geheimrat Ravene, Dr. Meesmann (Mainz). Don sonstigen Persönlichkeiten: Reichsbankpräsident a. D. '2>r. Schacht Pros. Schulze (Raumburg), Dr. Stadler (Berlin), Prof. Wundt, v. Berenberg-Goßler, ?rhr. v. Lüninck, Graf Reventlow, Kapitän Hintz- nracht (DDP.). Die alte Wehrmacht wir u. a. Der» treten durch die Generäle v. Einem, v. Gallwih, b. Hutier. Woellwarth und Graf von der Goltz. Fraktionssihung her Nationalsozialisten. Sie Opposition wird Neichsia sauflöiung und Neuwahlen fordern. -Der Tag beginnt mit einer gemeinsamen Kundgebung der Rationalsozialisten und des Stahlhelms um 8 Uhr vor dem Bahnhof. Die Stan» harten 92-Draunschwcig und 10°Goslar formieren - j lid) und werden durch den SA.-Oberführer Korse- ; m ie bisherigen Gekoalthaber hinterlassen Berge von Sünden und Scherben. Der Wahn mit doppeltem Gesicht: Internationaler Marxismus und eigentlich erst aus seinen Konstruktionen zur Wirklichkeit gewordener internationaler Kapitalismus, dieser Wahn bricht jetzt in der Weltwirtschaftskrise und der davon scharf zu unterscheidenden deutschen Krise zusammen. Da gibt es keinen Mittelweg und keine Konzentration widerstrebender Kräfte. Darum hilft auch dem Zentrum und dem Kabinett. Brüning sein neuestes Manöver der Ausschiffung von einigen Ministern nichts. Der französische Ministerpräf.dent f. hrt nächster Tage nach Arne i a Er möchte das Goldland Amerika und das Gold i and Frankreich zusammenknüpfen und Amerika seine Abrüstungsforderungen ausreden. Amerika wird zu klug dazu sein. Das Goldland Frankreich ist zugleich Europas in Waffen starrender politischer Gläubiger. Da Amerika jetzt — ganz anders als Frankreich — das größte Industrieland der Welt ist, geht sein wirkliches Interesse dahin, seinen nationalen Kapitalismus stark und sein Volk einig zu erhalten. Zu dem Zwecke müßte es helfen, den alles zerrüttenden internationalen Kapitalismus abzubauen — gegen Frankreich, mit England und Deutschland und den übrigen Völkern. Daß auch Amerika nach eintm solchen nationalen Gesundungswerk aus tief empfundener Rot heraus sucht, zeigen die letzten Tage. England ist vielleicht schon auf dem Wege dahin. Sein Währungskampf - und der Wahlaufruf seiner Regierung erwecken diesen Eindruck. Falls Amerika den Weg seines eigenen Vorteils geht, geht es unseren Weg. Aus dem Gedanken der nationalen Gemeinschaft heraus müssen die nationalen Volkswirtschaften der großen lebensfähigen Völker in Freiheit und Selbständigkeit neu aufgebaut werden. Das bedeutet nicht den geschlossenen Handelsstaat. Aber es bedeutet eine im großen Rahmen sich selbst genügende Rah- rungsgrundlage, freie Entwicklung der einheimischen Kräfte Und alle Möglichkeiten deS inneren Marktes sowie Teilnahme an den Kolonial- uni. Siedlungsgebieten der Erde. Es bedeutet selbständige Währungs- und Handelspolitik, nationale Führung und Freiheit der großen Unternehmungen des Landes sowie Schuh der eigenen Volkswirtschaft vor Störungen durch ausländische Kapitalmächte und deren Bundesgenossen. Alles wartet nur auf die Parole zu den ersten Hammerschlägen des Reubaues. Aber der Bauplatz muß zuvor von den anderen geräumt sein. Hugenberg verlas bann bie gemeinsame Entschließung der Rationalen Front, in der es' u. a. heißt: „Die Rationale Opposition hat seit Jahren vergeblich gewarnt vor dem Versagen der Regierungen und des Staatsapparates gegenüber dem Dlu11error des Marxismus, vor dem fortschreitenden Kulturbolschewismus und der Zerreißung der Ration durch den K l ässe n k a m p s, vor der planmäßigen Ausschaltung der nationalen Kräfte aus der Leitung des Staates, vor einer Politik, bie in ber politischen, wirt- schastlichen und militärischen Entmannung Deutsch- lanbs noch über bas Diktat von Versailles f)in- ausgeht, vor einer Politik, bie bie heimische Wirtschaft zugunsten weltwirtschaftlicher Utopien preisgibt, vor einer Politik ber Unterwürfigkeit bem Ausland gegenüber, die weder bie Gleichberechtigung Deutschlands gebracht hat, noch den zerrissenen Osten vor einem kriegerischen Einbruch bewahrt. Entschlossen, unser Land vor dem Chaos des Bolschewismus zu bewahren, unsere Politik durch wirksame Selbsthilfe aus bem Strubel bes Wirtschaftsbankerotks zu retten unb bamit ber Welt zum wirklichen Stieben zu verhelfen, erklären wir: Wir sind bereit, im Reich unb in Preußen in national geführten Regierungen die Verantwortung zu übernehmen, wir stoßen keine Hand zurück, die sich zu wirklich ehrlicher Zusammenarbeit anbietet, wir müssen es aber ablehnen, die Erhaltung eines falschen 5 t) ft e m s unb bie Fortsetzung eines falschen Kurses in einer nur national getarnten Regierung ber bisherigen Kräfte irgendwie zu stützen. 3ebe Regierung, bie gegen den willen ber geschlossenen Rationalen Opposition gebildet werden sollte, muh mit unserer Gegnerschaft rechnen. So fordern wir den sofortigen Rücktritt der Regierungen Brüning und Braun, die sofortige Aufhebung ber biktatorischen Vollmachten für Regierungen, deren Zusammensetzung nicht dem Volkswillen entspricht und die sich nur noch mit Rotoerordnungen am Ruber halten. Wir forbern sofortige Reuwahlen ber überalterten Volksvertretungen, vor allem im Reich unb in Preußen. Wir beschwören ben durch uns gewählten Reichspräsidenten v. Hindenburg, daß er dem stürmischen Drängen von Millionen vaterländischer Männer und Frauen, Frontsoldaten und Jugend entspricht und in letzter Stunde durch Berufung einer wirklich nationalen Regierung den rettenden Kurswechsel herbeiführt. Rur ber starke nationale Staat kann Wirtschaft unb Ar bei tskraf t schützen. Rur ber starke nationale Staat kann bas Leistungsprinzip in jeher Form verwirklichen unb bie zur Herbeiführung einer wahren Volksgemeinschaft nottoenbigen sozialen Maßnahmen durchführen. Wir verlangen von allen Volksgenossen Pflichterfüllung unb Opfer. Wir glauben an bie Erfüllung unserer Aufgaben, weil wir auf bie beutsche Kraft, auf bie Zukunft unseres Volkes vertrauen." Eine Ansprache Hitlers. Kommnu Hm's oder Nationalismus. Für bie 2 SDAP. führte bann Abvlf H tler u. a. aus: Riemand wünscht ben Frieden mehr als wir. Riemand kann den Krieg entsetzlicher finden als wir, bie wir ihn erlebt haben. Aber ich bin überzeugt, baß, wenn in hartem Wettkampf bie Interessen ber Welt sich gegenseitig kreuzten, kein Volk verzichten wirb, bas Gewicht seiner Kräfte in bie Waagschale- zu werfen. Kein Staatsmann aber kann ben Frieben im Zu - staub ber Wehrlosigkeit erhalten. Daher wünschen wir von ber anberen Welt nichts an» beres, als bie Anerkennung a l s gleichberechtigte Ration, wissen aber auch, baß biese Anerkennung nicht in Genf erfochten wirb, fonbern in ben beutschen Lauben. Wir können nicht benen folgen, bie sagen, Deutschlaub ist zerrissen. Hier ist Bolschewismus, hier ist Rationalismus. Wehe, wenn in Deutschlanb zu seiner konfessionellen Spaltung auch noch eine ewig bauernbe politische kommt. Es muß in Deutschlanb enttoeber ber Kommunismus regieren oder ber Rationalismus. Es ist bentbar, bah Deutschlanb kommunistisch regiert wirb. Es ist sicher, bah es nationalistisch regiert werben kann. Cs ist unmöglich, bah es ein Deutschlaub gibt, bei bem eine Hälfte kommunistisch, bie anbere nationalistisch benft. Hier muh bie Entscheibuug gesucht unb herbeigeführt werben. Das ist bie größte Aufgabe, bie uns bie Zeit gestellt hat. Schacht über nationale Wirtschaft Reichsbankpräsibent a. D. Dr. Schacht äußerte sich hierauf über bie Frage eines nationalen Wirtschaftsprogramms. Was unter bem bisherigen Rachkriegssystem an wirtschaftlicher Substanz wie an wirtschaftlichen Möglichkeiten Der- geubet worben ist, bas läßt jetzt auch bie produktiv gerichtete Wirtschaft verzweifelt nach Errettung von diesem System verlangen. Schwerer als diese erschütternden Tatsachen wiegen bie falschen inneren Grunblageu bes jetzigen Systems. Selbst wenn ein nicht zu ertoarten» ber äußerer Glücksfall eine wirtschaftliche Belebung unb bamit eine äußere Erleichterung bringen könnte, anfjaften würbe biefem System nach wie vor seine Unfähigkeit, seine Rechtsunsicherheit unb sein Mangel an Haubluugsfähigkeit. Cs bebarf einer grunbsählichen Umstellung in unserem Volke bahingehenb, bah jeber Einzelne, wo immer im Produktionsprozeß er steht, verantwortlich ist für ben Erfolg bes Ganzen. Uns hilft kein Zauberkunststück, kein Auslanbkrebit. Das Programm, bas eine nationale Regierung burchzuführen haben wirb, beruht auf einigen ganz wenigen Grundgebanken. Es ist bas Programm Friedrich des Großen nach bem Siebenjährigen Kriege: Sich fest auf bie heimische Wirtschaft stellen unb aus bem heimischen Doben herausholen, was nur icgenb herauszuholen ist unb im übrigen sich für eine Generation bescheiben, sparen unb arbeiten. Dazu gehört nichts als Charakter, als Selbstvertrauen unb Gottvertrauen. Weitere Ansprachen hielten bie Stahlhelmführer Sel b t e unb Düsterburg, ferner Justizrat C l a ß, Graf Kalkreuth und Graf von der Goltz. Hitler bei Hindenburg. Eine mehr als einstündigeAusiPrachc beim Reichspräsidenten. ‘Berit n, 10. Okt. (TU.) Der Herr Reichspräsident empfing Samstag gegen mittag ben Führer ber RSDAP., Abolf Hitler, unb bas Reichstagsmitglieb Hauptmann a. D. Göhring, und nahm von ihnen einen ausführlichen Bericht über bie Ziele ber nationalsozialistischen Bewegung entgegen. Hieran schloß sich eine Aussprache über innen- unb außenpolitische Fragen. Die Unterhaltung bauerte l1/* Stunben. Der Empfang Hit'ers hatte vor das Reichsprä- sidentenpalais eine größere Menschenmenge gelockt, die von Minute zu Minute anwuchs. Die Polizei, die ben Bürgersteig vor bem Palais gesperrt hatte, sah sich schließlich gezwungen, auch bie gegenüberliegenbe Straßenseite abzusperren. Hitler, der im Auto um 11.15 Uhr vorfuhr, wurde mit stürmischen Heilrusen begrüßt. Schließung Berliner GA.-Heime und Verkehrslokale. Berlin, 10. Okt. (WTB.) Auf Grund der dritten Notverordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen sind vier Berliner SA. - Heime gesch 1 ossen worden. Außerdem wurden fünf Berliner Verkehrslokale radikaler Parteien teilweise geschlossen, d. h. diese Lokale sind von 18 bis 6 Uhr geschlossen zu halten. Von diesen sind vier nationalsozialistische Verkehrslokale, während eines von Kommunisten besucht wird. Der Gau Berlin der NSDAP, veröffentlicht zu der Schließung ihrer SA.-Heime eine scharfe Erklärung, in der es heißt, die Schließung bedeutet praktisch die O b d a ch 1 o s m a ch u n g von ungefähr 10 0 S A. - L e u t e n , die damit ohne Heim der Straße preisaegeben seien, und weiterhin die Verhinderung der Verpflegung von rund 6000 erwerbslosen SA.-Leuten, die aus der Erwerbslosenfürsorge her- ausgenommen und einer durchaus unzureichenden Krisenfürsorge preisgegeben seien. Oie Grüne Krönt und das zweite Kabinett Brüning. Berlin, 10. Okt. (CRD.) Von ber Grünen Front wird mitgeteilt: Die Meldungen über Stellung- nähme der Grünen Front zum umgebildeten Reichs- kabinett sind unzutreffend. Die Grüne Front war sich zwar darüber einig, baß ihre ernsten unb fortgesetzten Bemühungen um einen Schutz ber bäuerlichen Verebelungswirtschaft nicht bie llnterstützung ber Reichsregierung ge» funben hätten, baß es baher nötig sei, ben Kampf um bie Rettung bes beutschen Bauerntums mit allem Rachbruck fortzusetzen. Da aber die Grüne Front einenreinberufsstänbi- gen Charakter hat und auf dessen Wahrung entscheidendes Gewicht legt, hat sie zu der Frage des Vertrauens zu einem umgebildeten Kabinett Brüning in keiner Weise Stellung genommen. Oie Bayerische Volkspartei , wartet ab. Berlin, 10. Oft. (Xil.) Die Reichstagsfrak- tion der Bayerischen Dolkspartei hat beschlossen. Abänderungsanträge von grundsätzlicher Bedeutung zu der Notverordnung zu stellen. Bon dem Schicksal dieser Anträge wird die endgültige Stellungnahme der Reichstagsfraktion zu der Notverordnung überhaupt abhängen. Dr. Schätzet, der sich am Freitag die Entscheidung bezüglich der lieber- nähme des Reichspostministeriums Vorbehalten hatte, hat sich nunmehr endgültig bereit erklärt,, das Reichspostministerium zu übernehmen. Der Eintritt in die Reichsregierung ist jedoch unter der Boraussehung erfolgt, daß die grundsätzlichen Belange der Bayerischen Dolkspartei von der Reichsregierung gewahrt werden. 3n einem Artikel zur Regierungsumbildung schreibt die Bayerische Dolkspartei-Korrespon» denz u. a.: Wohl sei die Bayerische Dolkspartei durch die letzte Notverordnung in einen schweren innerpolitischen Gegensatz zur Regierung gedrängt worden, allein es wäre ein Irrtum, zu hoffen, daß die Bayerische Dolkspartei dadurch zum Bundesgenossen der grundsätzlichen Gegner des Kanzlers geworden sei. Der Fall liege ja nicht so, dah Brüning aufs rigoroseste an der jetzigen Gestalt der neuen Notverordnung festhalte. Die Bayerische Dolfs- Partei habe also vollkommenen Spielraum im Reichstage für eine solche Abänderung der Notverordnung einzutreten, die den gefährdeten Länderinteressen gerecht wird. Don dem Erfolg dieser Bemühungen werde die endgültige Stellungnahme der Bayerischen Dolkspartei abhängen. Oie Haltung der Wirtfchastspartei. Berlin, 10. Oft. (DDZ.) Don der Parteileitung der Wirtschaftspartei wird mitgeteilt: „Wenn einzelne Tageszeitungen berichten, dah die Haltung der Wirtschaftspartei zur Frage der Bildung einer Rechtsregierung noch unklar sei, so muß darauf verwiesen werden, dah die Stellung der Partei schon seit der Zurück- z i e h u n g des Iustizministers Dr. D r e d t f e st l i e g t. Mit diesem Schritt sollte die 11 m- bildung d es Kabinetts Brüning nach rechts und die Loslösung von der Sozialdemokratie erzwungen werden. Leider fand sich nach dem Ausscheiden der Partei aus der Regierung immer eine parlamentarische Mehrheit, welche das Kabinett Brüning, stützte. Trotz des Zusammenbruchs der Wirtschafts- und Finanzpolitik unter dem Kabinett Brüning fand dieses die parlamentarische Mehrheit. Die Wirtschaftspartei verlangt nach wie vor die Zusammenfassung aller nationalenKräfte in Deutschland zur Bildung einer Regierungsmehrheit." Oie Stellung der Vo ksnationalen. Berlin, 10. Oft. (XU.) Abgeordneter Borne m a n n , Obmann der Dolksnationalen Reichslagsgruppe, übergab der „Telegraphen-Union" folgende Erklärung: .Die Pressemeldungen, daß die R ichstag g uppe der D lksnationalen Reichsvereinigung hinter der Regierung Brüning stehe, greife vor. Die jungdeutsche Bewegung und ihre Vertreter machen ihre Haltung gegenüber der Regierung abhängig von den Garantien, die sie für die Durchführung einer der Zeit entsprechenden Siedlung gibt." Severing über die politische Lage. Dortmund, 12. Oft. (XU.) In einet Kundgebung der SPD. sprach der preußische Innenminister Severing über die politische Lage. Er kam dabei auch auf die Harzburger Tagung der Opposition zu sprechen und führte u. a. aus: Dor vier Iahten wäre einer solchen Tagung noch keine Bedeutung beizumessen gewesen. Heute aber sei sie ein bedenkliches Vorzeichen kommender Ereignisse. Der Rücktritt des ersten Kabinetts Brüning sei neben dem Einfluh der DDP. auch dem „unheilvollen Wirken der unverantwortlichen Ratgeber der Wilhelmstrahe" zuzuschreiben. Die Umbildung des Kabinetts bedeute eine schwere innen- und außenpolitische Erschütterung des Vertrauens. Das Rätselraten um den Kurs der neuen Regierung bewirke eine erhebliche Nervosität in allen Dolksschichten und müsse eine allgemeine Unsicherheit im Gefolge haben. Die Herausbeschwörung dieser Regierungskrise sei Katastrophenpolitik. Deutschnationale und nationalsozialistische Minister würden heute die Dinge in Deutschland nicht zum Besten wenden können. Wenn die Nationale Opposition ans Ruder komme, werde mehr zerschlagen, als der deutsche Dolkskörper ertragen könne. Es sei daher Ausgabe aller republikanischen Parteien, die Machtergreeifung durch die Nationale Opposition unter allen Umstanden zu verhindern. Nur die Zusammenfassung aller bewußt republikanischen Kräfte könne gegenwärtig noch helfen. Die DeutscheDolkspartei wolle die NSDAP, in die Macht und damit in die Verantwortung ziehen. Das sei aber ein z u teueres E?- p c r > m ent. Do neincr Machtergreifung der Nationalen Opposition sei zu befürchten, daß die Bande, die zwischen den amtierenden Staatsmännern Deutschlands und Frankreichs geknüpft worden seien, zerschnitten würden. Ohne Derständigung mit Frankreich sei aber eine "Verlängerung des Stillhalteabkommens unmöglich und der Friede in Europa nicht zu sichern. Oie Kandidaten des Hessischen Landbundes. WSN Friedberg 10. Oft. Der hessische Landbund hat für die kommenden Landtagswahlen für Oberhessen solgende Kandidaten ausgestellt: 1. W. Fenchel (Ober-Hörgern): 2. Dr Leuchtgens 1 Friedberg): 3. F W. Stein (Stumpertenrod). 4. Rich. Wolf (Es.olderbach): 5. Bürgermeister Diehl (Hochweisel): 6. Friedt. Gunther (Steinfurth): 7. Ed Lutz iKleinfelda), 8. Bürgermeister Hofmann (Oucdb<'*> 9. K. Schwalb (Großen-Duseck), 10. Hy. Klein (■31?^^); 11. Bürgermeister Hotmann (Ulfa); 12. Alb. Sehrt (Dadenrod). Der bis- Die Volkspartei und Brüning. Vorstand und Parteiausschuß billigen die ablehnende Haltung Oingeldeys. Keine offizielle Beteiligung in Harzburg. Abg von Eynern tritt aus. Berlin, 10.Oktober. (CKB.) 3n der heutigen , Sitzung des Reichsausschusses der Deutschen Volkspartei betonte der Parteiführer Abgeordneter Dingeldey, dah die Beschlüsse der verantwortlichen parteiinstanzen in voller Einheitlichkeit durch- gesuhrt werden mühten. Dem parlamentarischen Brauche folgend habe Dr. E u r l i u s aus dem Ausgang des Kampfes um die Zollunion die sich für ihn ergebenden Konsequenzen gezogen; das könne ihn persönlich und politisch nur ehren. Nach eingehender Beratung wurde vom parteloor- stand und Reichsausschuh übereinstimmend mit starker Mehrheit ein Beschluh gefaßt, der die Erklärung des Parteiführers gegenüber dem Reichskanzler billigt. Diese Erklärung ging dahin, dah die Deutsche Volkspartei ein Reichskabinelt auf der Grundlage der früheren Regierung nicht unter ft ühen könne. wie das VDZ.-Büro erfährt, ist es zu einem heftigen Konflikt zwischen dem die Minderheit vertretenden preuhischen Landtagsabgeordneten von Eynern und der Mehrheit über die Unterstützung oder Nichlunterstühung des Kabinetts Brüning gekommen. Die Auseinandersetzungen hatten zur Folge, dah Abgeordneter v. Eynern den Austritt aus der Deutschen Volkspartei erklärte und gleichzeitig miltellte, dah er auch sein Landlagsmandat niederlegen werde. 3n den Beratungen hat auch die Frage der Beteiligung führender Volksparte i ler an der harzburger Tagung der nationalen Opposition eine Rolle gespielt. 3n der Sitzung kam als überwiegende Auffassung zum Ausdruck, dah die Deutsche Volkspartei auch weiterhin gegenüber der nationalen Opposition eine gewisse Dlstanz wahren müsse. Die Verhandlungen führten dazu, dah die von verschiedenen Abgeordneten geplante Reise größtenteils aufgegeben wurde, Reichstagsabgeordneter v. S e e ck t hat an der harzburger Tagung teilgenommen und dort diejenigen Vertreter der Deutschen Volkspartei, die ihre Teilnahme zugesagt hatten, entschuldigt. Oer Llebergang zur Oppofition Eine Rede Dingeideys in Breslau. Breslau, 11. Oft. (TU.) Der Abgeordnete Dingeldey sprach hier über die politische Lage. Der Kanzler sei immer stärker unter sozialdemokratischen Einfluß geraten. Die Reichsregie- rung habe in wachsendem Maße darauf verzichtet, Probleme anzutasten, wenn irgendwelche politischen Risiken damit verbunden gewesen feien. Die Folgen feien ein Willionenarbeitslofenheer, versiegende Steuerquellen und als letztes Glied das unaufhörliche Anwachsen der öffentlichen Lasten. Man müsse sich dagegen wenden, dah die Regierung schonungslos gegenüber allen Ansprüchen der Beamtenschaft, der Pensionäre und der Privatverträge der höheren Angestellten vorgehe, dah. man aber gar nichts mache bei den 'Verträgen, hinter denen die Macht der Gewerkschaften stehe. Diese Kritik sei nicht sozialreaktionär, sondern fordere, dah der Staat gleiches Recht walten lasse. Die Nationale Opposition habe in ihrem Verzicht auf die Derantwortung schwere Fehler begangen. Aber stehe nicht hinter ihr das große Ideal des starken Nationalstaates? Deshalb sei es Pflicht der Staatsführung, diese Bewegung einzufangen in die Front der Derantwortung. Wenn die Partei heute einmütig Brüning d i e Gefolgschaft verweigere, so erkläre sie sich bereit zu einem Zusammenschluß mit der Nationalen Oppofition auf der Grundlage gegenseitiger Achtung vor dem Wesen derer, die den Bündnisvertrag schließen wollen, gegenseitiger Achtung auf dem Boden staatspolitischer Besonnenheit. Wirtschaftspolitisch sei als Grundlage die Anerkennung der Privatwirtschaft zu betrachten. Auch außenpolitisch könnten die Dinge nur mit dem nüchternen Verstände gemeistert werden. Gr hoffe, daß die Nationale Oppofition diesen Tatsachen Rechnung tragen werde. Dann bestehe auch die Möglichkeit, die nationale Front und damit eine Regierung der nationalen Autorität zu schaffen. Die Volkspartei habe das Ihrige getan, um eine breitere Basis für die Regierung Brüning herbeizuführen. Der Reichskanzler habe sich dem versagt. Scharfe Zuspitzung her Lage in her Mandschurei, (f in chinesisches Ultimatum fordert von Japan sofortige Räumung der besetzten Plätze. — Japanische Flugzeuge bombardieren Kintschau. — Was sagt der Völkerbundsrat? Genf, 11.Ott. (XU.) Die chinesische Regierung hat dem Völkerbund mitgeteilt, daß der chinesische Gesandte in Xvkiv der japanischen Reg.erung eine Note ultimativen Charakters übergeben hat. In dem Xelegramm der chinesischen Regierung wird darauf hin- getoiefen, dah die chinesische Regierung bereits am 6. Oktober der japan scheu Regierung d i e Ernennung von Vertretern mitgeteilt habe, die öie von den japanischen Xrup- pen geräumten Plätze übernehmen sollen. Auf diese Note habe die chinesische Regierung keinerlei Antwort erhalten. Der chinesische Gesandte in Tokio sei darauf von feiner Regierung beauftragt worden, der japanischen Regierung eine zweite Note mit dem Hinweis zu übermitteln, dah nach der Entscheidung des Dölkerbundsrates vom 30 September die lieber» gäbe der von den japanischen Truppen seit dem 18. September besetzten Plätze an die chinesischen Behörden vollzogen werden müsse, da die chinesische Regierung ihrerseits die Verpflichtung übernommen habe, für öle Sicherheit des Lebens und des Eigentums der japanischen Staatsangehörigen in den ©täöten zu sorgen, aus denen die japanischen Truppen zurückgezogen würden. Da bisher keine Antwort von der japanischen Regierung eingegangen sei, habe der chinesische Gesandte in Tokio nunmehr den Auftrag erhalten, die japanische Regierung zu ersuchen. 1. Die japanische Regierung möge sofort diejenigen Plätze bezeichnen, die noch im taufe der kommenden Woche geräumt und den chinesischen Behörden übergeben werden. 2. Die japanische Regierung möge noch im Laufe des Samstags telegraphische A n w e i f u n g e n an die militärischen Kommandanten zur Einleitung der Räumung übcrmilldn, damit öie Räumung bereits am Sonntag eingeleitet werden könne. Die chinesische Regierung hat sich am Sonntagabend von neuem mit einem dringenden telegraphischen Hilfegesuch an den Völkerbundsrat gewandt. In der neuen Note wird mitgeteilt, daß japanische Flugzeuge am Samstag das Hauptquartier der Provinzialrcgie» rung der Mandschurei bombardiert hätten. Die Lage sei außerordentlich ernst. Die chinesische Regierung ersucht den Dölkerbundsrat unserige Abgeordnete Dr. von Helmolt hat die Annahme einer Kandidatur abgelehnt.— Für Starkenburg sind u. a. ausgestellt Glaser (Nordheim): Dr. Müller (Worms). Die Kandidatenliste für Rheinhessen wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Die Kandidaten der Volkspartei zur LandtagSwahi. Frankfurt a. TI., 11. Oft. (WSN.) Der San- desausschuß der Deutschen Dolkspartei im Wahlkreis Hessen-Darmstadt stellte den Wahloorschlag für die Landtagswahl auf. Der Landcsvorsitzende, Bürger- meister Dr. N i e p o t h - Schlitz, legte dar, wie die DDP. in eincty über zehn Lahre währenden Kampf gegen die Regierung der Weimarer Koalition vieles gefordert hat, was heut« zwangsläufig von den Regierenden getan werden müsse. Der Fraktionsvor- fitzende Dr. Keller» Büdingen verlas den Wahl- verzüglich Maßnahmen für die Sicherung des Friedens zu ergreifen und unverzüglich einen Untersuchungsausschuß des Völkerbundes an Ort und Stelle zu entsenden. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat die Note sofort telegraphisch sämtlichen Ratsmächten sowie der amerikanischen Regierung übermittelt. Die Lage wird auch in Genf jetzt als außerordentlich ernst angesehen. Es wird allgemein angenommen, daß Lord Reading, Briand unl^. Grandi am Dienstag zu der Sitzung des Völkerbundsrates «Intreffen werden. Man erwartet, daß auch die deutsche Regierung eine maßgebende Persönlichkeit entsendet und zwar den Staatssekretär von Bülow. Dor Zusammentritt des Dölkerbundsrates wird eine wicht ge Erklärung über die japanische Politik abgegeben werden, über die sich das Kriegsministerium und das Außenministerium geeinigt haben. Sie wird besagen, daß Iapan keine neuen Rechte und Konzessionen sucht, Iapan besteht aber darauf, daß die existierenden Rechte geachtet und daß die wichtigsten schwebenden Differenzen gemäß denDerträgen geregelt werden. 3apan lehnt jede Einmischung ah. Kem 'Abbruch der japanischen Operationen Tokio, 11. Oft. (XII.) Arn Sonntag trat das japanische Kabinett zu einer Beratung über die politische Lage zusammen. An der Sitzung nahmen auch die Chefs des japanischen Generalstabes und deS Admiral stades teil. Der Kriegsminister erstattete über die Lage in der Mandschurei Bericht und erklärte, die militärischen Operationen könnten in diesem Augenblick unter keinen Umständen abgebrochen werden. Iapan lehnt das Eingreifen des Döl- kerbundes ab, weil es der Meinung ist, der Dölkerbund habe keine genügende Kenntnis der geschichtliche! Zusammenhänge der mandschurischen Frage. Ansche--"md stimmen Regierung und Heer in der Frage der Berechtigung der japanischen Forderungen uuerein, sind aber hinsichtlich der Methoden verschiedener Ansicht. Der Regierung ist die Beschießung Kintschaus, des Hauptquartiers der chinesischen Provinzialregierung und der Mandschurei, sehr ungelegen gekommen. Die japanischen Militärbehörden erklärten, sie würden eine Wiedereinsetzung Tfchanghsueliangs nicht zulassen. aufruf, der eine entschiedene Kampfparole gegen die hessische Regierung darstellt. Der W a h l v o r - schlag wird geführt von Dr. N i e p o t h, Bürgermeister in Schlitz, und Dr. Keller, Direktor des Gymnasiums in Tübingen. Es folgen die bisherigen Abgeordneten Bäckerobermeister Kunkel (Worms), Fabrikant Heyne (Offenbach), Lehrerin Fräulein Birnbaum (Gießen). Es folgen dann Rechts- anwalt Dr. Matter n (Darmstadt), Syndikus des Gastwirteverbandes Rhein - Main, Landgerichtsrat Dr. Speckhardt (Mainz), Landwirt Petri (Lamperzheim), Polizeiverwaltungssekretär A h l (Darmstadt) und zehn weitere Persönlichkeiten, worunter sich auch der Vertreter des Angestellten- ausschusies der DDP., H e n s o h n (Darmstadt), an elfter Stelle befindet. Die Einstellung der hessischen DDP. zur Reichspolitik fand ihren Niederschlag in einer Entschließung, die dem Parteiführer Dingel- dey das Vertrauen seines Wahlkreises zum Ausdruck bringt Aus aller Wett. Verhaftung des Täters von Bia Torbagy? Auf eine Anzeige der Budapester Oberstadt» hauptmannfchaft verhaftete die Wiener Polizei den in Wien wohnenden ungarischen Kaufmann M a t u f ch k a, da er im Verdacht steht, den Eisenbahnanschlag bei Bia Xorbagh verübt zu haben. Er befand sich in der llnglücksnacht unter den Xrümmcrn deS Schnellzuges und gab vor, einer der Passagiere gewesen zu sein. Er meldete sich bei der Rettungsstation, wo man seinen Namen auf- zeichnete und feststellte, dah er lediglich Schürfungen im Gesicht und im Nacken erlitten hatte. Man ließ ihn nach Wien fahren, beobachtete ihn jedoch und teilte der Wiener Polizei die Der- dachtsmomente mit. Er wohnte dann in Wien, wo er von österreichischen und ungarischen Geheimpolizisten beobachtet wurde. Man stellte fest, daß er sehr ausgedehnte Beziehungen zu Wiener kommuni st ischcn Kreisen unterhielt. Im Iuli hatte er Ekrasit und Zündschnüre gekauft und war mehrfach zwischen Wien und Budapest hin- und hergereist. In Budapest hatte er mehrere Wohnungen, wo er sich überall unter falschem Namen anmeldete. Auch seit der Katastrophe soll er in Budapest und sogar in Bia Torbagy gewesen fein. Er behauptet, sich das Ekrasit für die Sprengung eines FabrikfchornsteinS verschafft zu haben, konnte aber die Fragen, wo der Schornstein bzw. das Ekrasit sei, nicht beantworten. Das Attentat von 3üterbog. Die Untersuchung gegen den Dienstknecht Barthel hat keinen Anhaltspunkt dafür ergeben daß B. in irgendeinem Zusammenhang mit dem Eisenbahnattentat in Iüterbog steht. Dom Amtsgericht in Görlitz ist aber gegen ihn Haftbefehl wegen schweren Diebstahls und Dergehens gegen das Sprengstoff- geseh erlassen. Die in Petershain gefundenen Sprengstoffe find nach dem Ergebnis der Ermitte- lungen in Iüterbog nicht verwendet worden. Vetrugsfkandal in Koblenz. Die Staatsanwaltschaft in Koblenz ist einem umfangreichen Detrugsfkandal auf die Spur gekommen. Ls handelt sick um Durchstechereien von Beamten der Reichsbahn auf Rechnungen einer hiesigen Speditionsfirma, die nach der Auflösung der Desatzungsämter Umzüge usw. für von Koblenz versetzte Beamte vornahm, und für geleistete Dienste willkürlich höhere Beträge -ein gefetzt wurden, die dann von den Beteiligten bei den amtlichen Derrechnungsstellen eingezogen wurden. Ob die Ueberschüsfe verteilt tour» der, oder ob die Beamten — in Frage kommen etwa 50 - diese für sich selbst kassierten, bedarf noch einer eingehenden Klärung. Der Inhaber der Speditionsfirma ist verhaftet worden. Fünf Todesopfer eines Autounglücks In Südengland. Cin mit vier Personen besetzter Kraft- Wagen und ein Motorrad, auf dem sich zwei Personen befanden, prallten bei Maidstone (Kent) In voller Fahrt aufeinander, überschlugen sich und gerieten in Brand. Den Augenzeugen der Katastrophe gelang es, einen der Derunglückten mit lebensgefährlichen Brandwunden zu bergen. Die anderen fünf jungen Leute unter 21 Iahren kamen in den gl am men um. Seiner Frau die Zunge abgefchnillen. In Srebrnica (Südslawien) schnitt der Landwirt Miloschewitfch seiner Frau die Zunge ab Er war mit ihr in Streit geraten und hatte sich jeden Widerspruch verbeten. Da die Frau nicht gehorchte, band er sie an einen Baum im Hose, erfaßte mit einer Zange die Zung« und trennte sie mit einem Messer ab. Oie Wetterlage. Sonntag, Wo ■Aff 1- :nf ♦ ©woiwrnios O neuer 3 n«i> Dteeceu »wo'ii« •oeteat «"egen # Schnee a t'iupein e "cDei X Qf witier JindjtiiiL sehr nunter Ost miss«ft' ludsudwesi H'»'•*!<*<■ "fl'rdwcsl Oie Mene fliegen mit dem wmde Oie oe»oe- luoonen dienenden len gehen die Temperatur «n. 0-e Lir.en rr-omden Orte eil gleich« iuf «eeresnivedu umger^cnaetm Luttdruci Wettervoraussage. Unser Wetter steht weiter im Zeichen hohen Druckes. Wohl sind im Westen bereits Anzeichen einer neuen Störungswelle vorhanden, durch die wieder ozeanische Warmluft heranbefördert wird, jedoch durfte durch sie für unser Gebiet, abgesehen von vorübergehend aufkommender Bewölkung, keine größere Beeinflussung zu befürchten fein. Vielmehr bleibt vorerst die herbstliche Hoch- druckwetterlage erhalten, die sich durch kühle Nacht mit verbreiteter Frühnebelbildung und am Tage durch Aufheiterung und Erwärmung kennzeichnet. Dorhersage für Dienstag: Dunstig und leicht wolkig mit Aufheiterung, tagsüber warm und trocken. Lufttemperaturen am 11. Oktober: mittags 16,8 ®rab Celsius abends 8.9 Grad: am 12. Oktober: morgens 3,8 Grad. Maximum 17 Grad. Minimum 3,2 Grad. Vrdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Oktober: abend» 8.1 Grad, am 12. Oktober: morgens 8,6 Grad Celsius. Kraftfahrzeug und Wirtschaftskrise! Adler Ardie Audi Avis Celer Böhme B. M.W. Brennabor Büssing Deutsche Werke D.K.W. E. B. S. Eifa Faun Goliath Hanomag Hansa Hansa-Lloyd Henschel Hercules Horch Horex Hille Hulla Imperia Junkers Komnick Krupp Maffei Magirus Mammut Mannesmann M. A.N. Maybach Mercedes-Benz N. A.G. N.S.U. Nestoria Opel O. D. Phänomen Puch Röhr R. M.W. Rollfix Schüttoff Simson Supra Standard Stock Stoewer Tempo Tornax Triumph U.T. General Victoria Vomag Wanderer Weise & Co. Wimmer Württembergia Zündapp Alfa-Romeo A.J.S. Amilcar Auburn Austro-Daimler Blackburne B.S.A. Bugatti Chandler Chrysler Citroen Essex Excelsior Fiat F.N. Ford Graham-Paige Gillet Harley- Davidson Henderson Hupmobile Isotta-Fraschini Indian J.H.C. Lancia Mathis Minerva Motosacoche Nash Oldsmobile Overland Packard Peugeot Praga. Renault Rolls-Royce Royal-Endfield Rudge- Whitworth Salmson Sarolea Steyr Studebaker Stutz Tatra Willys Knight Motors Das wirtschaftlich betriebene Kraftfahrzeug ist für seinen Besitzer das beste Erwerbsinstrument gerade in schwersten Zeiten! Aber jeder muß das Kraftfahrzeug wählen, dessen Betriebskosten seinem Geldbeutel entsprechen und dessen Leistungen seinen Berufsansprüchen genügen. Damit erfüllt er die wesentlichste Voraussetzung, um sich vor kostspieligen Überraschungen zu bewahren. Kraftfahrzeug-Industrie und-Handel liefern in Deutschland Fahrzeugtypen für alle, auch die bescheidensten Bedürfnisse. Deshalb ist heute mehr denn je Gelegenheit gegeben, eine zweckentsprechende Wahl beim Kraftfahrzeugkauf zu treffen. Nicht Spitzenleistungen, sondern gute Durchschnittsleistungen, nicht Höchstgeschwindigkeiten,sondern gute Reisegeschwindigkeiten machen das Kraftfahrzeug zum wirtschaftlichen, zeit- u. geldsparenden Beförderungsmittel. Kein Kraftfahrzeugbesitzer sollte durch übereilte Stillegung die Amortisation seines Fahrzeuges verhindern. Aber: Entscheidend für die Ausbeute eines jeden Fahrzeuges ist wirtschaftlicher Fährbetrieb! SHELL Benzin und das Shell Spezialgemisch Dynamin entsprechen, jedes für sich, in idealer Weise den Anforderungen des modernen Kraftfahrzeuges. SHELL AÜTOOELE, deren sechs Qualitäten auf alle Motortypen und alle Jahreszeiten abgestimmt sind, gewährleisten vollkommene Schmierung. Unsere Produkte sind entstanden In jahrzehntelanger Arbeit und Erfahrung und In Angleichung an den ständigen Fortschritt in der Kraftfahrzeugindustrie. In unseren Fabriken, welche die bedeutendsten ihrer Art in Deutschland sind, werden unsere Produkte fortlaufend durch Fachleute überwacht. Dauerbeanspruchungen durch Fahr- und Verbrauchs-Versuche sowie fortdauernde Zusammenarbeit mit der Kraftfahrzeugindustrie dienen der praktischen Ergänzung unserer Forschungen, deren ständiges Ziel es ist: höchsten Nutzeffekt bei wirtschaftlichem Fährbetrieb zu bieten durch: SHELL BETRIEBSSTOFFE SHELL AÜTOOELE Rhenania-Ossag Mineralölwerke A.-G. Wenn Menschen auseinanderrgevn Tioman von 3. Schneider-Foerstl. Urheberrechtsschutz Verlag O. Mei st er, Werdau. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der Professor empfing einen Druck der jungen Hand, den er noch spürte, als er bereits den Kops auf das Roßhaarkissen seines Lagers gleiten lieh. Der Schrei der Halbaffen tönte klagend durch den nächtlichen Urwald. Ab und zu surrte ein Käfer gegen die Zeltwand, prallte ab und verstummte jählings. Ununterbrochen prallte das Meer gegen die Korallenriffe. Szengeryi lag mit offenen Augen, über die sich allmählich flimmernde Rebelgebilde legten. Er sah Rosmaries süßes, unschuldiges Kindergesicht über sich geneigt. Aus der Ferne erklang Horvaths Geige. Unruhig warf et sich auf die andere Seite. Rosmaries Lippen streiften die seinen. .Wenn du widerkommst, Rosmarie.. Der Schläfer fuhr empor und sab sich erschrocken in der Enge des Zeltes um, gleich darauf wieder auf die Kissen zurücksinkend. Moskitos schwirrten gegen das Reh. 3n tausendfältiger, doch immer gleicher Melodie, sangen die gr,öV)e ihr Horvaths Geige mengte sich bayin. .Heute nacht, lieber Schah..." Ros- marie schluchzte. e .Ich will schlafen, schlafen", dachte Szengeryi und warf sich von einer Seite auf die andere. Todmüde schlossen sich seine Augen. Christbaumlichter umgaukelten ihn, Rosmaries Zöpfe glänzten im Gold der Kerzen. Er breitete die Arme nach ihr aus. Aber Guido Horvath stand dazwischen und hielt schützend die Arme gegen das Kind. .Sie ist mein!" Szengeryi stöhnte auf, warf sich auf den Freund und zertrümmerte ihm mit einem Faustschlag den Schädel. Mit dumpfem Laut glitt der Geiger zu Boden. Bela erwachte schweißgebadet. Er wagte nicht mehr einzuschlafen und sah mit hochgezogenen Knien, bis das Morgenrot über die Wipfel schoß. * Der Winter war über die Steppe hinweggebraust, und die Hirten begannen ihre behaarten Lederhosen mit leichteren zu vertauschen. Man hätte wohl ein freundlicheres Erwachen der Ratur erwarten können, aber es begann wie immer mit Schmutz und Schneeschmelze, Und das unruhige Element, das Wasser, das man im Sommer so sehr entbehrte, strömte nun von überall herzu, verwandelte alles zu schwarzem, schmierigem Drei und arbeitete sich geräuschvoll durch alle Rinnen und Ritzen. An einem der ersten Tage des Mai, als die Steppe, so weit sie reichte, ganz voll grüner, lustiger Gräser stand und die Ebene eine einzige Symphonie in Grün und Rot und Blau und Weih erschien, fing Kaschka, der Wolfshund, um Mitternacht zu heulen an. Sein Gekläff war markerschütternd. .Wölfe?" dachte 3ano3. .Rein. 3etzt nicht mehr." 3hm war es, als vernehme er ein Wimmern. So rasch seine alten Glieder es erlaubten, stand er in der matten Helle, die über der weiten Ebene lag. Kaschka sprang an ihm hoch und gebärdete sich wie toll. Und wieder dieses Wimmern! 3anos lauschte. Trotz seiner siebzig 3ahre war sein Ohr scharfhörig wie das eines Raubtieres. Dann ging ein Zucken über sein Gesicht. Er rief mit kosendem Laut einen Ramen in das Dunkel. Rur der Wind, der über die Gräser strich, gab Antwort. Mit Augen, die so scharf waren wie die eines Sperbers, suchte er die nächste Umgebung ab. Dann ein leiser Ruf. Ein stilles Lächeln. Seine Hände nahmen mit einem Zittern das Bündel auf, an dem Kaschka herumschnüffelte. Sonst war nichts zu sehen. Sie waren ganz allein: Er, das Kind und der Hund. Weit draußen weideten die Rinder. 3anos Augen hörten zu suchen, fein Ohr zu hören auf, er drückte das kleine wimmernde Wesen, das nun die Lider schloß, fest gegen sich und ging mit ihm in die Hütte. Die Hände waren warm, der kleine Mund schmatzte. .Guck", sagte 3anos und hielt Kaschka das niedliche Menschenkind entgegen. .Guck!" Bon draußen kam ein Weinen. Der Hirte rührte sich nicht. Es mußte alles verwunden werden," alles! Dann wurde es still. Rur das Knurren des Hundes klang zuweilen auf. Das Kind ruhte friedlich in 3anos pelzgefütterten Mantel gehüllt. Der Alte legte sich auf das harte Lager und hielt den Kleinen dicht an sich gepreßt. .Eija, mein Kindchen! Eija, eija! Wie rätselhaft die Wege der Menschen sind. Eija, mein Kindchen, eija!" Es störte nichts mehr die Ruhe dieser Rächt. Die Steppe prangte in höchster Blüte. Einmal im 3ahr gab sie mit offenen Händen, schenkte im äleberschwang, konnte sich gar nicht genug tun des Gebens. Die Hengste wieherten auf. Sturmgewaltig, alles vor sich niederrennend, in wilder, unbändiger Kraft und Liebesfreude, setzten sie den zitternden Stuten nach. Tausend und abertausend Sterne standen des Rachts am Himmel, heller, gleißender, verheißungsvoller als anderswo. Gleich dunklen Wolken zogen hoch oben die wilden Schwäne nach 'Horben hin. Hm diese Zeit meldete Raja Dosanhi dem Dater ihre Rückkehr. Zehn Monate war sie fort gewesen, zehn lange, überlange Monate. Sie sei froh, wieder nach Hause zu fommen, so schrieb sie. Sie habe sich satt gesehen an der Welt. Es gäbe auch anderswo Leid und Tränen — genau wie in der Steppe. Sie hatte vergessen, verwunden, freute sich Dosanyi. Es würde alles wieder sein wie früher. Er wollte sie nun auch nicht länger mehr quälen, Ettel Rova zu heiraten. Rur Ruhe und Friede sollte sie in der Heimat erwarten. Er schwankte zwischen Angst und Hoffen, und als er sie dann in den Armen hielt, behandelte et sie wie ein Kind, das lange krank gewesen und nun feinet Genesung entgegensieht. Sie war nicht hager geworden und vergrämt und abgemagert, wie et gefürchtet hatte. 3hre Formen erschienen ihm sogar voller. Rur still, sehr still war sie für ihre zwanzig 3ahre. 3hre dunkelblauen Augen sahen klug und wissend in die Welt. Es war ein Wägen und Forschen in ihnen, dem man nicht entrinnen konnte. Gleich am ersten Abend ihres Rachhausekom- mens gingen sie zusammen nach den Feldern. Raja wollte 3anos begrüßen. Der Hirte reichte ihr mit unbeweglichem Gesicht die Hand. „Wieder zurück?" Es klang tonlos gleichmütig. Sie nickte und beugte sich über den Hund, um ihn zu streicheln. „Was hast du da?" fragte Bosanyi und zeigte erstaunt auf das Bündel, aus dem sich zwei kugelrunde, nackte Aermchen streckten. „Ein Kind, Herr." Es klang so gleichmütig wie die Begrüßung zuvor. „Das sehe i<$", lachte der Gutsherr. „Wie kommst du zu einem Kinde?" „Man hat mir's vor die Tür gelegt, vor Wochen schon. Es wird wohl eines von denen fein, die zuviel sind." „Ünö du behältst es?" „Was sonst?" Der Alte sah erstaunt zu Dosanyi auf „Es macht dir doch Mühe", sprach dieser auf ihn ein. Ein Achselzucken. „Gib's einer von den Mägden, die bei mir schaffen. Später kann man sehen, was aus ihm wird." 3anos griff nach dem Bündel, drückte es an sich und wiegte es sachte auf und ab. „Herr, ich weiß es. es ist gut gemeint von Euch, aber ich behalt' es selber. Für mich, den 3ungen und den Kaschka reicht es. Es könnte eines Tages fein Dater kommen ober feine Mutter und es zurück- verlangen. Dann müßt ich sagen: 3ch hab's nicht gut betreut“ „Du bist ein komischer Kauz", sprach Dosanhi. Aber es klang nicht unfreundlich. Raja trat näher herzu, besah den Kleinen und streckte die Hände nach ihm aus. 3anos legte ihr unbeweglichen Gesichtes den 3ungen in die Arme. 3Hre Wangen neigten sich gegen die zartrosigen des Knaben. Mit zuckenden Lippen berührte sie den feuchtroten, kleinen Mund. 3n 3anos Zügen regte sich keine Muskel. „Wenn du etwas brauchst für den 3ungen“, sagte Bosanyi, dem es auffiel, wie zärtlich die Augen der Tochter an dem Kinde ruhten, „dann sag es meiner Raja. Eine Frau hat für so etwas mehr Derständnis als ein Mann." Ein Ricken des Hirten. Dann war das Gespräch zu Ende. Raja legte das Bündel in 3anoS' Arm zurück. 3hre Augen flehten. Er lächelte und drückte den Kleinen an sich. „Richt wahr, mein Bübchen, cs liegt sich weich bei mir. so weich! Richt wahr? — Eija. mein Kindchen, eija!" Tränen schossen dem Mädchen in die Augen. Wortlos wandte es sich zum Gehen und eilte dem Dater nach. Dosanyi sah das feuchte Glänzen über Rajas dunklen Wimpern. „Armes Wurm!" äußerte er mitleidig, „lieber eine solche Rabenmutter. b;e es fertig bringt, ihr Kind vor die nächstbeste Tür zu legen, sollte es Feuer und Schwefel gießen." Gesenkten Hauptes schritt Raja neben ihm her. „Wer weiß, welches Opfer es ihr gewesen ist", sagte sie nach einer Weile des Wanderns. „Opfer?" Dosanhi riß zornig einen Düschel Ackerwinden, der sich zwilchen das werdende Getreide zwängte, aus dem Boden und warf ihn auf den Weg. „Da taxierst du diese Sorte von Frauenzimmern falsch. Die wollte das Kind ganz einfach los fein. Es hätte ihr Mühe gemacht. Eie hätte ihr Brot mit ihm teilen müssen. Allein durch die Welt zu vagabundieren, das ist bequemer. Rächstes 3ahr legt sie dem 3anoS wieder eins vor die Hütte." „Dater!" Raja saß das Schluchzen in der Kehle. „Wart's ab“, sagte er eindringlich, „llebrigen# kann es nicht schaden, wenn du ab und zu nach dem Knaben siehst. Der 3an08 ist doch ein Mann, und ein alter noch dazu. Was versteht der von kleinen Kindern!" Sie sprach chr „3a". ohne den Dater anzu« sehen. Am anderen Morgüt war ihr Kissen naß von Tränen. lFortsehung folgt.) Wettnot! 05931 Wie lange noch? Eintritt frei für Jedermann! Redner W. t>ürle< Gießen« den 12. Oktober 193L 05931 Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus WllhelmstrÄße 17 aus statt. 6813D Die über ganz Deutschland verbreitete Edeka-Organisalion bester Wirkung. 05926 Edeka Geschälten Gießen, den 12. Oktober 1931. 6'09 0 Schneidermnen-Fachkürs! Druckschriften: ilzten Bogen in Wertform Kleider,Wel6n6heü,BandarbelLFad)-a.MadeielchDeD mioa BfUhl’iche Druckerei, Liegen, Schulstr. 7, Anruf 2251 Karl Ott, Lehrer Irmgard Ott Familie Lehrer Porth Familie Konrad Ott. umfaßt 430 .^Genossenschaften mit zirka 32 000 Einzel - Geschäften und bezweckt, den Einzel - Kaufmann unabhängig zu machen von überflüssigen Gliedern des Zwischenhandels. Die Edeka führt Auslands-Artikel selbst ein und bringt die Inlands - Waren vom Erzeuger unmittelbar an den Einzelhandel; daher zeichnen sich die Edeka- Waren durch Güte und Preiswürdigkeit aus. Die rechnende Hausfrau kauft am vorteilhaftesten in den Olga Bachenheimer Dr. Wilhelm Bachenheimer. Wir danken allen herzlichst für die Anteilnahme, welche während der Krankheit und anläßlich des Todes unseres lieben Gatten und guten Vaters uns erwiesen wurde. Münster (bei Lieh), Bad-Nauheim und Birklar, den 12. Oktober 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, 14. Oktober, 14’/, Uhr in Münster statt 6819 D lKväutevhaus Lung Heilmittel der Natur in der Lchulltraße. Fachliche, kunstgewerbliche und künstlerische Ausbildung! Prospekte, nähere Auskunft und Anmeldungen jederzeit Kursleiter: E. Riegger, Aster weg 66 ingeordnet, morgigen von Handel »erbe. Behörden Einkauf deutscher Kolonial waren - Händler! In tiefer Trauer: Luise Rinn, geb. Becker Familie Otto Benner Familie Otto Carle. Heuchelheim, den 12. Oktober 1931. Oeffenllicher Vortrag am Dienstag, dem 13. 10, 20.15 Uhr, Westanlage 31 lSeilenbam. Thema: Oie Empörung gegen Golt und ihre Folgen Nach Gottes Willen ist uns gestern abend meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Klotilde Ott, geb. Porth im Alter von 33 Jahren durch den Tod entrissen worden. Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspe 'den bei dem Heimgänge unserer lieb n Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Weue u -.seren innigsten Dank. Insbesondere danken wir dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte. Die trauernden Hinterbliebenen: Johann Stock und Kinder Vergleichsverfahren. lieber das Vermögen des Kaufmanns Leo Abramowih in Gießen, Inhaber der Firma Kaufhaus Hansa in Gießen, der Firma Simon Pfefferkorn in Bayreuth und der Firma Josef Hartog in Norden ist am 10. Oktober 1931, vormittags 10 Uhr, I das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. 6817D i Der Rechtsanwalt und Notar Ernst [ Schneider in Gießen, Liebigstraße 19, ist zur Dertrauensperson ernannt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsoorschlag ist auf Donnerstag, den 5. November 1931, vormittags 9 Uhr, vor dem Hessischen Amtsgericht in Gießen — Zimmer Nr. 201 — anberaumt. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens nebst feinen Anlagen — und das Ergebnis der weiteren Ermittlungen — sind auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 10. Oktober 1931. Die Geschäftsstelle des Amtsgerichts. Dienstag, den 13. Oktober 1931, nachmittags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Reuenweg 20, dahier, z. ngs- weise gegen sofortige Barzahlung oer- steigert werden: 6812D ein Klavier, ein Pferd, Schränke, ein Grammovhon, Büfetts, Diwane, Kredenzen, Uhren mit Kette, Sommerkleider, Spielsachen aller Art, eine Krause-Schneidemaschine, eine Registrierkasse, ein Warenschrank, Schreibtische, ein Sekretär, ein Korbsessel, eine Chaiselongue, ein Ausziehtisch, Stühle, Bücherschränke, ein Ausstellungsschrank, ein Eisschrank, drei Fremdenzimmer, Hemden, Matrosen-, Rodel- und Sportmützen, Hüte, eine Dulkanisier-An- läge, ein Sofa, eine Schnellwaage. Wilhelm Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Wilhelmstraße 6 II — Telephon 4039 Todes-Anzeige. Sonntag mittag 1 Uhr entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser treubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Landwirt und Maurer Ludwig Rinn XVIII. im 67. Lebensjahre. Atter vusten. Schleim, Rachen-. Kehlkovs., SlMfhttl/l Bronchtal-Katarrb, «*1111111111 schwere Atemnot. Der r**|>V***^* oekannie WöriShoser Asthma-Tee Ist von laftllch' 5670:5^0: 00 a E 8 « 3.! e- c»cis.2 E e o =-.« A _. ••dC "E'.Si = m55 = 2 - d B a VS J ,£■£2 toS'^2, 2 .2 "A' ’3 o 3 — q> 3 «'l ä 3 dE 3-b S S 3 g e ai 9i gA eä2sk . § S E “Et Ld *2 ■3 oe~ Eg O.S E --— o f ' ' 3 1 (9 en e 9e9£. R g=.B. s öö E * c E E E 8 so a»A s <5 E 8 a H E 8ZL «H o S e 3^ pd •£> o 3 5 es o cy E LQ g -Ee er Mer! Q A 9 67 s ri ÖE dO SB" o Q •e “■6'21 225 S E.b- .-£(9 E £ — 4 3 •® • L E m :o . E . _* b3 E c 2 m ^E^3 ,Eu".EE 3 d dp . --L E 2 S e (9 E *6'^ g M E «• = A® ö CJ E'=o _A «2 'S 5 3 ct.-® (9 Sö(9 ? CT. 2 U. cy LZN e®U)-! L-.§K ^E ,: KZ?. 2 b-ZZL Dir lange noch! tnetaa. dem 13. Id iti'.tnbani Thema: >ti und ihreM» Redner W. ASrle. 2?S (9 » E e-h d 8- 2 22 (9^-5 E m o od Cd E • A 3 2 5® (9 ’>a «6":3 i Jlmenav und Elektrotechnik. -we'^meiBterabtei1^ g® 2 22 p =67 E .ex )_. a 3 e r°4" ,3 5.2 2 «* »äi *£-22 5^2 = S b® '2? da 2.. 8“- gixD 3 E M .E 3 Q E ua3 Z sr o XE- Sa» So 3 S = 2 gc5(9^ x3 a> m K?p" ■6" p ■ ■6" 3 *6'-G"e Zd 8(9^ 2ZZ .. A.S if(9.K = ■e “ m (9.= ^ E€E 3 2 aö“" — o - dsr 5 5 El 3 ö 3 -e 19 8 3">o’== .€p2 ■Eg 3§ H o q 22 Q lK~ 3- -3 .. ® . ä c BÖ .28 m •■ Q B «12 g»® 2t a a> 2§Hp 2 a© D S-: _ SSw.-^^glAS: w ^3 S5? .d 2*6-5? u u£- .es s 22® O d a> 3 .3-0 , .3 3? 3 q o . 67 05 = S 8 . o E.. — O |- at O " a> dö^-c- ■S'2 3 3 3®9- d 3- E . 3 . P p — a 5“o.g 2®(9 =5X 21S . 3 at j 19 p . - c -s E £ :e .et *3- E 2a o 2 E o 67 . 2 := a» >xdS.= 1(9®L 3— oaa-^3 v — «O -C pi» ,p *— a> —- E 3 —* tt.c-S'E o 3*6-= 2^ = •"8-6'0 ■6 . r - Z 2 »Bote PCO 8a—.. Ao g«äSe<»v AL AL-LZ-sLiL SO 3 05*6 ■ E O C 3 p®-?s? g ■3 . p 2 'S ° 3 o = 2 IS . Bl? o „ o(9 53 8 3 «j E Bel o S-2‘=Bs2S = 2-Ld'7 .£*• 3 '. =1*6-2 8a. E E = X Z?3 = E g:O_C ;S® 2 8 g = g^gce g BA« 3 «d . 1 3 (9 C ggj a o-d®- '8- U E z: cu 'S E E^8 S®$^ . -61 en 'S" o a3. N 05 CT! = °ELd.BZ-dL cSS“| E 3-5 05 8 1 5 **A 3a in a p m 9 ■6" ä.'S'-o —, = d. E p EL>».= gs s 31*6- ä »g £2=22 p^e? . .2 _ p4 act» —# Cm .— — ifl 5 c E ec S«« = 8 *6 2 a J9£« X _Äa? S-6-o3 Ece ZZ§ (9 m ; a» 3 jQ . _m •ö' . 5,45 119? . B . ® o a — _-v)l B.N m n3 .. 3 = LA 8 3 ® a tu . Se.51® = 1 § cto- •" d °sB(ö LZS «i« 3^4 E?~ . c67 p C «O t .55 3 E = pI = S1 3 -. p st k5± o E9 a . g.E 2 5 8 L« 3d« a. ,tn 3 i-i ■= *ti a q LA m 8 . o — . o fl-°“p9€8 3 . -6~ c o:— .5. L s Ü)— S °?S€H SSE 6": 5 ’m r r. = =55£8ä “1 . pE a o-- 3-5,(9 r- = . L 3 g a> 00 = 2 3(9 z ,P- «n dQ 3 g^ldC 0 3.. Sä^l=8E5 •nnte ^inen ? ^Ul'flenninVCflte >h* ft .•#?bi Lcn LipkmV.rbM ®unö. m berührtes '4»^?* aulsiel ;>.3uW ; ^au 54 »bam 1 2lann." c *° ctoaj ''ann tvar das ^/Jn 3anoj' Qirm K,qN*'-ä ) ?U9«1 9cn und eilte Ivlche ^.1. Qu^rte er ^"b die LJH# einen Asche! ^benbe £c. Lars ih '-2nÄ{,t 60115 6on bas Kind flam L^MegemU 2 teilen müssen. Mi° HST?" iß be- tttue6f f,c dem Ianos - ^4luchzen in der Kehle. Dringlich. „Hebrifleni bu ad und ju nach « 3ml ist dach ein dazu. Das versteh! - ohne den Mer anzu» ' d>ar ihr Kissen nah tton mg folgt) g a» -0 - = E P '5'4'3 E (9(J)H a- EEEL 3 3 a> a> CO^QA® E'. o 3 E — 3 g 2 m ä O a* o = *e 3 *3 3 CT dD BÄl.g -6* ,L BgS 5 «’ ^ -*•£ cy -p d pe- 3,. *6'1.3 CTn»® -ML = = 11-6- a 2 p L L-Z-2 8 ">—=Q ” C o 3 E195 (9 | J?«* o p - 3 a.15 2 «fql AE^iDd.E r® • -L^3d2d |E HAAZ3L4 I3 T.ia L (9« 3 d d3§8^3ZntdiA E®*«:gÄ 9 3 = El S o 8 LA - :o 9»Z=-E? . SL^d^- .'SL 2 A— CT S© s ®L.^ EN -58ZL . . 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A 2- o 8" ^3Z? 8a'/ a?3—3 ‘ 3 2.5?»? 2 35 o®2 2^=p§5 3-AEZ®.Z.°'" A O a--— — 3 fllachdruL au Front de rote, die bu xs° Lr" ur Losung! W w' bei Lautzen Dir erha eonbetbcnc Kaltersai Si„e RoUnne Landflraheentan fit Sait ^ts burch cm steht, an ttnm - brechtSbach, c-äiler, das aber Alande übertlu Tau^encr Degen Prvictt. ihn zu öeli) datür da. beitssreiwr der erste große 2rbeitstrciwltti Irbcilssreiwi Jahr und Tag feit zu Hause 1 vollen arbeit es ist ihnen au und wo! Äach^ lauter von ein wurde, ist schlie sunden worden. Notverordnung füt den sreiwil Aber das Reich nicht durchs ühre äberläht es pri Rautzen ist es Z Sr ist in Sachs« deshalb ist der Wegs eine Ang Spätestens im $: andere Organifal leicht das Reich sc ostdcutschlands. 1 an beobachtet tve Arbeitsdienst ool’ Dauhen sind seit 2hr Der! dauert Ob es neue srei! 3t^t wohnen s Kilometer von Scheune hat man Platz nicht andre ■Um ' Uhr morgl gemeinsam hinaui den ihm das D« Mne zu, verbrei orüile. Eine schv Ranen schippen, diesen 120 sung« verbreitert, mit Eine halbe Stui den Mittagspao zu Ende. Sie Ä zurück ins Dors meinschastsarbeit schastswohnen @ Sa l20 Mann Iw hc in kleine S^t Jede Wl such ihren omerodschastiich ommenfi», jjn Äon ■ wollte Na, Veranda des niadl / h ub,i Äer®ei&J ii'n Und b| ttjSS; Nr. 238 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen) Montag, 12. Moder (951 Im Lager der Arbeits-Freiwilligen. Oie ersten Versuche mit dem freiwilligen Arbeitsdienst. — Mit Hacken, Spaten und Gulaschkanonen. Don unserem H. K.-Sonderberichterstatter. (Dachdruck, auch auszugsweise, verboten.) „Front der Arbeitslosigkeit!", ist eine Parole, die bisher sehr viel Ratschläge und Programme, aber wenig darüber gezeitigt hat. Um so bedeutsamer ist es, daß nunmehr, wenn auch zunächst im kleinsten Umfange, der erste praktische Versuch zur Lösung dieser deutschen Lebensfrage auf dem Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes bei Bautzen in Sachsen unternommen wurde. Wir erhalten hierzu von unserem H. K.- Sonderberichterstatter folgenden Bericht: Bautzen, im September. Eine Kolonne junger Leute zieht singend die Landstraße entlang. An einem Wiesengatter macht sie Halt. Rechts schwenkt sie ein über die Wiese, durch ein Terrain, das teilweise unter Wasser steht, an einem Bach entlang. Es ist der Albrechtsbach, ein anscheinend harmloses Gewässer, das aber im Frühjahr anschwillt und das Gelände überflutet. Der Bach durchflieht die Bautzener Gegend, und seit 10 Jahren besteht ein Projekt, ihn zu regulieren. Bisher war kein Geld dafür da. Jetzt wird das Projekt mit Arbeitsfreiwilligen durchgeführt. — Cs ist der erste große Versuch der Beschäftigung von Arbeitsfrciwilligen. Arbeitsfreiwillige sind junge Männer, die seit Jahr und Tag arbeitslos sind und die Untätigkeit zu Hause nicht mehr ertragen wollen. Sie wollen arbeiten, arbeiten um jeden Preis, und es ist ihnen auch gleichgültig, was sie arbeiten und wo! Nachdem seit Jahren laut und immer lauter von einer Arbeitsdienstpflicht gesprochen wurde, ist schließlich die Arbeitsfreiwilligkeit erfunden worden. Die Reichsregierung hat in der Notverordnung vom 3. August eine Million Mk. für den freiwilligen Arbeitsdienst bereitgestellt. Aber das Reich selbst will diesen Dienst zunächst nicht durchführen, — die Probe aufs Exempel überläßt es privaten Organisationen. Hier bei Bautzen ist es der Jungdeutsche Orden. Er ist in Sachsen verhältnismäßig stark. Aber deshalb ist der freiwillige Arbeitsdienst keineswegs eine Angelegenheit dieser Organisation. Spätestens im Frühjahr nächsten Jahres werden andere Organisationen folgen, und später vielleicht das Reich selbst in den Oedländereien Nordostdeutschlands. Um so mehr muß von Anfang an beobachtet werden, wie sich dieser freiwillige Arbeitsdienst vollzieht. Die 120 Freiwilligen von Bautzen find seit dem 25. August bei der Arbeit. Ihr Werk dauert bis zum November. Und dann? Ob es neue freiwillige Arbeit gibt? Jetzt wohnen sie in dem Dorfe P r e i t i h , zehn Kilometer von Bautzen entfernt. Aus einer Scheune hat man Schlassäle gemacht und, da der Platz nicht ausreichte, noch e,ine Baracke gebaut. Um 7 Uhr morgens ziehen die Hundertzwanzig gemeinsam hinaus zum Albrechtsbach. Sie graben ihm das Wasser ab, schütten seine Nebenarme zu, verbreitern das Flußbett, bauen eine Brücke. Eine schwere Arbeit! Erde aufhacken, auf Karren schippen, abfahren. Der Dach wird von diesen 120 jungen Leuten um etwa fünf Meter verbreitert, mit Böschungen versehen, gezähmt. Eine halbe Stunde Frühstücks-, dreiviertel Stunden Mittagspause. Um 16.30 Uhr ist die Arbeit zu Ende. Die Kolonne tritt zusammen, marschiert zurück ins Dorf Preitih, zur Gulaschkanone. Gemeinschaftsarbeit, Gemeinschaftskleidung, Gemeinschaftswohnen, Gemeinschaftsessen! Da 120 Mann eine zu große Gruppe wären, sind sie in kleine Gemeinschaften zu je elf Mann unterteilt. Jede dieser ll°Mann°Gemeinschaften wählt sich ihren Führer. Es geht ganz und gar kameradschaftlich zu" Auch Gemeinschaftslohn be- lommen sie. Und da sind wir eigentlich beim Grundproblem des freiwilligen Arbeitsdienstes: Wird hier Arbeit ohne Bezahlung verrichtet? Ja und nein. Ja — denn jeder Arbeitsfreiwillige bekommt pro Tag nur 50 Pfennige. Nein - denn jeder erhält Essen, Trinken, Wohnung und Kleidung umsonst. Der Königsberger Fleck, den es heute aus der Gulaschkanone gibt, der Schluck aus der Feldflasche, das Bett in der Baracke und der blaue Arbeitsanzug sind die eigentliche Löhnung. Die 50 Pfennige sind Taschengeld. Es ist natürlich wenig. Aber bitte: es sind Freiwillige! Sie haben, als sie zu diesem Dienst antraten, gewußt, was sie taten. Und es liegen bei der Leitung des Arbeitsdienstes 5000 Gesuche junger Leute vor, die gern Arbeitsfreiwillige fein möchten, wenn nur genügend Arbeit da wäre zu diesen Bedingungen. Während wir über die Wiesen öum Albrechtsbach gehen, erläutert der Leiter des Arbeitsdienstes. Dipl.-Jng. Wulfs, diese Bedingungen und ihre Ursachen. Woher kommt das Geld zur Regulierung des Baches, zur Löhnung der Freiwilligen? Nur etwa 10 Prozent des notwendigen Betrages stammen von der A r b e i t s l o - sen-Dersicherung, alles andere ist mühsam aus den verschiedensten Etatsposten des Landes Sachsen zusammengeholt. Ein Teil stammt aus Staatsmitteln für die Jugendlichenhilfe — Jugend ohne Arbeit braucht ja Hilfe am dringendsten! —, einen anderen Teil hat das sächsische Finanzministerium aus Wasserbaumitteln freigemacht. Noch fehlende 15 000 Mark wurden von der Stadt Bautzen und einer Genossenschaft der interessierten Bauern und Gutsbesitzer gegeben. Wobei zu bemerken ist, daß diese 15 000 Mark in Wirklichkeit ebenfalls von der Regierung, allerdings in Form eines Darlehens, stammen. Der Staat Sachsen wiederum bekommt einen Teil desf en, was er bewilligte, vom Reich zurück. Nicht von der Million des Arbeitsministeriums, die noch nicht greifbar ist, sondern aus Mitteln der - Osthilfe. Osthilfe, — wieso Ost- hilse in Sachsen? Ja, der Albrechtsbach liegt östlich der Elbe! Also immer wieder Gelder des Reiches oder des Staates. Die Mittel der Arbeitslosen-Der- sicherung, an die bei der Finanzierung des Arbeitsdienstes in erster Linie gedacht war, da man meinte, es sei besser, Arbeit zu finanzieren als Arbeitslose — diese Mittel reichen nicht aus. Und da Reich und Staat selbst in größten Röten sind, wird es wohl zunächst schwierig sein, den freiwilligen Arbeitsdienst in größerem Umfange zu unterhalten. Wenn auch jeder Mann pro Tag nur alles in allem 3 Mark kostet! Und die jungen Leute sind froh und vergnügt: Es ging ja nicht mehr fo weiter, sagen sie, dies Zuhausehocken ohne Beschäftigung! Lieber arbeiten! Schippen, hacken, karren - karren, hacken, schippen... Manchen fällt es sehr schwer. Denn nicht alle Arbeitssreiwilligen sind körperliche Arbeit gewohnt. Reben vielen Arbeitern aus der stilliegenden Metallindustrie Sachsens sind auch kaufmännische Angestellte dabei, Buchhalter, denen diese Tätigkeit Muskelschmerzen macht. Aber sie halten durch! Der freiwillige Arbeitsdienst ist gleichzeitig eine gesunde Umschulung: Die Schar der geistigen Arbeiter hatte zwar anfänglich „Muskelkater", aber sie hat sich bald in die veränderte Arbeit gefunden. Der Ausfall an Kranken ist ganz gering! Einen dieser Kranken, der mit verbundenem Arm in der Sonne ruhte, habe ich gefragt, ob es nicht auch mal ganz schön sei, hier friedlich zu sitzen und ein paar Tage nichts zu tun. „Nein," sagte er, „arbeiten i st besser!" Sie sind so lange arbeitslos gewesen, dah sie wieder den Segen der Arbeit begreifen! V- Blick auf den polnischen Ostseehafen Gdingen bei Danzig, wo eine Leuchtgasexplosion in einem neuerrichteten Häuserblock 17 Todesopfer forderte. Wehrpflicht gegen die Not. Ein Aufruf an Alle. Von Schulrat Heinrich Hassinger-Oarmstadt. Ein harter Winter steht bevor: er wird die wirtschaftliche, geistige und seelische Not in unserem Volke steigern: er wird besonders hart diejenigen unserer Brüder und Schwestern anfallen, die ar- beits- und erwerbslos find. Schon haben Reich, Staat und Gemeinden zu wirtschaftlicher Hilfe aufgerufen, schon haben die Wohlfahrtsverbände aller Richtungen den Kampf gegen die leibliche Not ausgenommen. Nun wollen auch wir, die wir um die geistige und seelische Not wissen, in die Reihe ein- springen und viele auch in dieser Beziehung darbende Volksgenossen nicht hilflos draußen stehen lassen. • Darum heran alle, die in Bund u n d V e r e i n, in Gruppe und Gemeinschaft geistige und seelische Güter bewahren und pflegen. Ein Dienstzwang sei für sie alle ausgeschrieben, eine allgemeine Wehrpflicht gegen die Not! Als ich im vorigen Jahre den Ruf zu einem „Miteinander" der Hilfe gegen die seelischen Gefahren der Arbeitslosigkeit ergehen ließ, hat weithin ein edler Wettbewerb der Kameradschaftlichkeit eingesetzt. Gemessen an der Größe der heutigen Aufgaben, darf das aber nur als Vorbereitung gelten, als erster Versuch. Heute gilt es den Angriff auf breitester Front! Wir wollen die Pioniere sein, die wetteifern miteinander. Wir wollen unter voller Hingabe bereit sein, selbstlos und uneigennützig die Brücken zu schlagen, die das schlimmste an Not und Gefahren überbrücken sollen! Ivehrpflichtig ist die Jugend oller Bünde und vereine? Zu planvoller Bruderhilfe an ihren arbeitslosen Jugendgenossen muß sie bereit sein. Es ist keine Zeit zu verlieren, die Vorbereitungen müssen schon heute getroffen werden. Die Hilfe aber darf sich nicht nur erstrecken auf die Nahestehenden des eigenen Bundes, sie muß heranreichen auch an die Fernen, an die Scheuen, die Gedrückten und Einsamen. An Wärme und Licht der Nester, Heime und Jugendherbergen sollen sie ihren Teil haben, sollen empfinden das Geheimnis der tragenden Kraft in unserem Ringe der Hilfe. Wehrpflichtig sind die Vereine der Turner und Sänger, der Sportler und Wanderer, die großen und kleinen Verbände! Sie werden das Werk fortsetzen und ausbauen, das im Vorjahre begonnen wurde. Ihr Wirken wird über den Ver - ein hinauswachsen, wird Arbeit und Dienst am Volke sein. Der Gedanke an den eigenen arbeitslosen Bundesbruder, an die Not in Millionen deutschen Familien wird allen Veranstaltungen, der Arbeit und den festlich bewegten Stunden das Zeichen der Würde und der Hilfsbereitschaft aufdrücken. Wehrpflichtig sind alle Träger der Volksbildungsorbeit! Die Weltanschauungs- und die Berufsgruppen werden ihre geselligen und fortbildenden Zusammenkünfte, ihre Freizeiten, Treffen und Kurse unter steter Bezugnahme auf die Erwerbslosen- Hilfe einstellen. Eine besondere Aufgabe erwächst den Volkshochschulen und Volksbüchereien. Für alle Arbeiten aber, soweit sie nicht in die Hand von Erwerbslosen selbst gelegt werden, bedarf es der Hilfskräfte! Darum Freiwillige vor! Niemand darf sich seiner Pflicht entziehen. Kraft und Liebe jedes einzelnen müssen vervielfacht werden! Die Front ist breit, die Kampfgruppen sind verschiedenartig genug, um jedem die Möglichkeit des Einsatzes zu geben. Diese Dienst- und Wehrpflicht gilt für Stadt und Land in gleichem Maße und in gleicher Dringlichkeit. Halte jeder sich bereit, wenn der Ruf seiner Gruppe an ihn ergeht! Die gemeinsame Not soll uns gemeinsam im Kampfe finden. E i n Volk, e i n Wille und jeder ein Kämpfer! Wenn wir durch den Winter hindurch sind, wird gefragt werden, was getan wurde. Scham dann über jeden, der sich in diesem entscheidenden Kampfe gedrückt hat! Keine allgemeine Fristverlängerung für Steueramnestie. In einer offiziösen Mitteilung wird darauf hingewiesen, daß die Gerüchte, wonach die Fristen für die oteueramneftie und Vermögenserklärung allgemein bis zum 15. November ver- längert würden, jeder Grundlage entbehren. Es ist nicht beabsichtigt, die Frist über den 15. Oktober 1931 hinaus zu verlängern. Hingegen hat die Reichsbahngesellschaft an- geordnet, daß die Zeichnung auf die Amnestie- anleihe die erste Rate nicht am Zeichnungstage, sondern erst am 5. Januar 1932 entrichtet zu werden braucht. Falierfang in den Tropen. Von Friedrich Schnack. Ich wollte Nachtschmetterlinge fangen. Auf der QJeranba des madagassischen Kolonialhauses hatte ich ein großes ßeinentuch, wie es von den Eingeborenen als landesüblicher Umhang getragen wird, an die Bambuswand geheftet, und davor eine hundert- lerzige Glühlampe gehängt, die von dem Kraftwerk einer nahen Graphitgrube gespeist wurde. Die Nacht- ßalter, Freunde des Lichts, sollten durch die Lampe wnb den Widerschein auf der Leinwand angelockt werden. Jetzt, am Nachmittag, schliefen sie wohl in den verworrenen Bambusdickichten oder im Urwald an den Rosenhdlz- und Palisanderbäumen. Als die Dladjt um achtzehn Uhr hereinbrach, schaltete ich die Lampe ein, das Tuch strahlte wie eine Film- Oinwand in die Finsternis. Das Dschungel blinkte aus der Schwärze. Die breiten Blätter der baumhohen Lungusapflanzen, die mit dem Bambus an Uleppigfeit wetteiferten, blinkten wie Lanzenschneiden und Buschmesser. Der Himmel war sternenhell. Neumond. Aus den Hütten des nahen kleinen Dörfes schallten zur Abendtrommel die Rufe der über die Lichtfülle verwunderten Eingeborenen Es dauerte nicht lange. Leichte Geschwader von Faltern stoben an, winzige und mittlere Flieger, die Aorhut gleichsam. Diese kleinen, aufgeregten Nacht geistchen hatten tagsüber an einem Bambusreis, einem Maniokstengel ober auf bem Leberblatt eines Brotfruchtbaums geschlafen Das Leuchtfeuer unb bie Stunbe ihres Flugs hat.« sie geweckt. In einem weißen, flirrenben Tanz umftoben sie bie Lampe. Änbere flockten auf die Leinwand, entbreiteten die Flügel, als wollten sie das Blendwerk des Glanzes umarmen, und preßten ihren dünnen Leid flach an, wie in liebender Hingabe an die UeberfüUe unb All inpcht bes ihnen geschenkten Lichtes. In starrem Ent ;»cken ruhten sie auf ber milchweißen Fläche Welche unbekannten Wonnen empfanben sie? Auch unter tun aschgrauen unb grünlichen Spannern, ben braunen, rinbenfarbigen unb staubigen Eulen unb ben kleinen weißen, ben bärenähnlichen Freunben, geb es überaus kleine Falterchen, die sehr schon waren. Federweiße Dinger, übergürtet von ziegelroten Wellen und betupft mit schwarzen Punkten, reizend wie ein feines Tapetenmuster. Andere bestanden aus Rot, Drange unb Schwarz. Auf welchen frembartigen Pflanzen mochten ihre Raupen einst gemeibet haben? Auch wirbelten Farbsplitterchen an, aus Golb geprägt unb mit Perlmutter übergossen. Vielleicht stammten sitz von ben Ufern der Bergflüsse. Einige hatten silberne Flügel, und in dem geschliffenen Schein der Schuppen spiegelte ein geheimnisvoller Türkis. Möglicherweise träumten die eingeborenen Goldschmiede und Ebelsteinschleifer solche Träume. Doch blieben diese kleinen Schmetterlinge nicht allein. Viele kamen zu ihnen. Ein ganzer Reigen tanzte bereits. Da krachte eine Bombe gegen bie Leinwand. Ha, was war das? Ein Nachtfalterriese? Kein Schmetterling. Ein Käferkerl von mächtigem Körperbau kroch über ein paar stille Lichtanbeter. Es war ein Nashornkäfer. Drohend ragte fein Nashorn. Man konnte ihn kaum zwischen ben Fingern halten, so ungebärbig arbeitete er mit seinen starken Schenkeln. Aus bem Barnbusbschungel war dieser Bursche herausgekrochen Indes ich noch mit bem Athleten beschäftigt war, segelte geisterhaften Flugs ein großer schwarzer Falter heran. Fast so groß war er, wie ein Wiener Nachtpfauenauge. Er trug auch auf jedem Flügel ein dunkles Nachtauge. Üeberrascht blickte ich ihm entgegen. So ruhig und behutsam flog er an, als wäre er nur neugierig auf dieses helle Feld an der Wand, unb keineswegs wirr wie bie anberen großen Falter, bie jetzt von ber Walbseite besteuerten unb in erschrockenen Flügen bie Lampe umschnellten. Samten, wie ein Bote ber Dunkelheit, schwebte er auf mich zu. Er war es auch. Es war der ßulpatt, ber Seelenschmetterling, in dem sich nach dem Glauben der madagassischen (Eingeborenen ein Verstorbener wieder verkörperte. Sie fliehen feinem Anblick. Mir kam er gerade zurecht. — Zwei schwere Falter, jeder mit ausgespannten Schwingen groß wie eine Hand, raschelten ungestüm über das Tuch, zu irrsinnigen Anstrengungen von dem Strahlenschein verführt. Die Urwaldbäume hatten sie herangesandt. Gleich Blumensarbeii flammten ihre orangegetönten Hinterflügel auf, und eine schwarze Spirallinie wurde darauf sichtbar. — Neue Gäste, Schlag auf Schlag. Die Finsternis schien wunderbare geflügelte Phantasien auszusprühen. Und mitten hinein paukten klobige Käfer, rasselnde Trommelschläger auf den gespannten Stoff. Wieder andere knallten mit ben Köpfen gegen bie Bambusflechtwand, baß ihnen Hören unb Sehen verging. Betäubt hingen sie ober lagen sie am Boden auf bem Rücken, bie Beine hilflos in ber Luft Einen packte ich, ba gab er, weiß Gott, Laut. Er „schrie", als wäre auch er eine verwunschene Ein- geborenenfeele, bie nachts um beluchtete Kolonialhäuser schwirrt. — Ein gigantischer Bock schnurrte baher. Er war lang wie ber Zeigefinger, hatte holz- farbene Flügelbecken unb lange Geißelfühler. Mit biefen riesigen Fühlerpeitschen war er durch die von Grillen unb Zikaden schrillende Finsternis gestoben, ein zornerfülltes Flugboot. Mochte er noch so lange Antennen haben, sie waren nichts im Vergleich zu denen einer bernsteinfarbenen Grille, die verdutzt auf dem Tuch herumspionierte, einen Fühler nach hinten, einen nach vorn gestellt. Fünfmal länger als die Trägerin selber waren diese verrückten Fühlerfäden. Sie war es wohl, die Geigenkünstlerin, die allabendlich im Gras die ohrenbetäubenden Schrillkonzerte veranstaltete. Natürlich, auch die gräßliche Amazone, die Gottesanbeterin, bie im Busch ihre Opfer mit ben sägeartigen Sangarmen ermordet, vermeinte, zum Eastmahl des seltenen Lichts geladen zu sein. Gläsern schwirrend, einer großen Libelle nicht unähnlich, mit rosaglimmenden Unterflügeln kam bas grüne Insekt herbeigcstürzt unb stellte seine rechtwinklig eingesetzten Laufbeine auf das Tuch Den beweglichen breiccfigcn Kopf mit den räuberischen Augen drehte sie bald nach ber einen, halb nach ber andern Seite, wo die kleinen Falter mit den Goldflecken saßen. Ein graubrauner, unscheinbarer Schwärmer stieß heran, ein kleiner aus der Nacht mir zugeschossener Jnsekien- pfeil. Er sah nach nichts aus,'war aber auf dem Sammlermarkt ein ganz seltenes Tier, von dessen Art bis jetzt nur vier Stück nach Europa gebracht worden waren und in großen Sammlungen aufbewahrt werden. Sicherlich wird der berühmte Schwärmerkenner und Sammler, ber ßonboncr Baron Roth- fdjilb, meinen glückhaften Nachtfang erwerben wollen! Das brauste, schwirrte, funkelte unb stob Käfer aller Sorten, Schmetterlinge aller Arten, Musikanten Räuber unb Buschklepper. Alle wollten ihren Anteil an ber elektrischen Sonne haben, bie als ein neues Nachtgestirn in ihrem exotischen Dunkel aufgegangen war Um Mitternacht sockte sie aber einen herrlichen Falter, einen ber allergrößten, den es gibt, ben Adias cometas. um dessen Besitz sich die Jnsektenhändler in Europa raufen. Er gilt heute noch als ein sehr seltener und teurer Nacht schmetterling, zumal er nur in Madagaskar vor kommt und noch nicht sehr zahlreich gefangen wurde Sein ßebensgang ist unbekannt Wie sine kleine, goldene, zweizipfelige Fahne schwenkte er aus dem Dunkel der Nacht und umruberte bas elektrische Ge ftirn. Wahrhaftig, er hatte zwei lange, mindestens zehn Zentimeter messende gelbbraune Schwänze, und feine Tracht war von zartestem goldgelben Samt. Auf jedem Flügel dunkelten große, ernste Nachtaugen, insgesamt vier. Schwerfällig raschelnd, voll Trunkenheit und Verwirrung umstob er glimmend mit fupferig phosphoreszierenden Augen funkelnd, die grelle ßichtkugel, und fein mächtig vergrößerter Schatten irrte und wankte über die Helle ßeinroanb, gleich dem Abbild eines seltsamen Geistes. Sicherlich war er, ber Falterriese, ein Elf biefer frembartigen, von tausend Wisperlauten und Schwirrtönen trommelnden Jnselnacht ... Künstler, zahlt mit Bildern! Die Rot ber Künstler ist in andern Ländern nicht viel weniger groß als bei uns, unb überall sucht man nach Maßnahmen, um das harte Schicksal dieser Kulturträger zu lindern. In Skandinavien hat man mit einigem Erfolg Organisationen ins Leben gerufen, die es den Künstlern ermöglichen sollen, ihre Arbeiten zur Bezahlung von lebensnotwendigeren Dingen zu benutzen. Besonders der Künstlerklub in Stockholm macht Propaganda für solche Tauschgeschäfte unb sucht bem Publikum klarzumachen, daß es bei der Annahme solcher ..wertbeständigen Zahlmittel" ein gutes Geschäft macht. Der Gedanke ist nicht neu, wenn er auch freilich früher nicht so im allgemeinen, sondern mehr von Fall zu Fall durchgeführt wurde. Wie oft hat sich in glücklicheren Zeiten, ba man ber Kunst noch mehr Liebe entgegenbrachte, ein Gastwirt von einem Maler, der bei ihm sehr in der Kreide saß. ein prächtiges Schild malen lassen, und es gibt so manches alte Lokal, dessen Wände mit beute hochgeschätzten Bildern geschmückt sind, die die Stammgäste vom Künstlertisch statt der Bezahlung zurückließen. Auch sonst kam es wohl vor, daß der Arzt für eine längere Behandlung, öic der Künstler nicht mit Geld begleichen konnte, sich dafür von ihm porträtieren ließ und daß der Schneider oder Bäcker für die hoch aufgelaufene Rechnung von einem armen Maler das Bildnis seiner Eheliebsten Herstellen ließ. Damals war eben das Verhältnis zwischen Künstler unb Publikum noch patriarchalischer, und beide fuhren gut dabei. Heute soll die viel unpersönlichere Organisation Helsen. Aber wenn es dadurch in Schweden gelungen ist, das Interesse weiterer Kreise für das Schaffen der Künstler zu steigern, dann verdiente ein solcher Schritt wohl allgemeinere Nachahmung. Aus der Provinzialhauptfiodt Dießen, den 12. Oktober 1931. Zulassung jur Knsenunterstühung. Das Arbeitsamt Gießen teilt uns mit: Der Herr Präsident des Landesarbeitsamts Hessen hat nunmehr mit Wirkung vom 5. Oktober 1931 alle Gemeinden im Bereiche des Arbeitsamts Gießen zur Krisenunterstützung zugelassen. Don der Krisenunterstützung sind jedoch ausgeschlossen in allen Gemeinden die Angehörigen der DerufSgruppe Landwirtschaft, mit Ausnahme nichtlandwirtschaftlicher Gärtner und Gartenarbeiter. Ausgeschlossen bleiben ferner die Derufsgruppen der Forstwirtschaft, häuslichen Dienste, Gesundheitsund Körperpflege, einschließlich der Brunnen- arbeiter und Drunnenarbeiterinnen, sowie das Reinigungsaewerbe. Ferner bleiben ausgeschlossen Arbeitslose unter 21 Jahren und in den Gemeinden bis zu 10 000 Einwohnern die Angehörigen der Derufsgruppen Theater, Musik und Schaustellung aller Art, des Gast- und Echankwirtschaftsgewerbcs und freie Berufe. Ausgeschlossen bleiben auch die weiblichen Angehörigen aller Derufsgruppen, soweit sie in der Familie tooö*en uiK) nicht überwiegend Ernährer einer Familie sind; diese Einschränkung gilt jedoch nicht für die weiblichen Angehörigen des Spinnstoff- und des Tabakgewerbes. Zur Kriseuunterstühung sind in den nunmehr neu einbezogenen Gemeinden auch diejenigen Personen zugelassen, die seit dem 3. Rovernber 1930 ausgesteuert und soweit die gesetzlichen Doraussehungen erfüllt sind. Krisenuntcrstühung wird nur gewährt, soweit der Arbeitslose bedürftig ist; hierbei ist auch das Einkommen der Angehörigen mit in Betracht zu ziehen. Anträge, die diesen Bestimmungen nicht entsprechen, sind vollkommen zwecklos. Daten für Montag, 12. Oktober Sonnenaufgang 6.43 Uhr Sonnenuntergang 17.40 Uhr. — Mondaufgang 8.01 Uhr. Monduntergang 17.41 Uhr. 322 o. Ehr.: der griechische Redner Demosthenes auf Kalauria gestorben; 1492: Kolumbus entdeckt Amerika; — 1896: der Komponist Anton Bruckner In Wien gestorben: — 1924: „L. Z. 126" tritt seine erste Fahrt nach Amerika an. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: Hotel Schütz. 20.15 Uhr. öffentlicher Dortrag über „Gesundheitsfördernde Körperbeeinfiussung und Leistungssteigerung durch eine naturgemäße Ernährung". Schühenverein Gießen: Meisterschafts- und Geflügelschiehen. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der wahre Jakob". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 13. Oktober, „Elisabeth von England", Schauspiel von Ferd. Bruckner. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr (Siehe heutige Anzeige.) * ** Don der Landesuniversität. Ernannt wurden der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule Dr. Hans Mohrmann zum ordentlichen Professor für Mathematik an der Landesuniversität; der Privatdozent an der Universität München Regierungsforstrat Dr. Gerhard Reinhold zum planmäßigen außerordentlichen Professor für Forstpolitik, Forstgeschichte und Forstverwaltung an der Landesuniversität, beide vom 1. Oktober 1931 an. * Bücher st iftungswerk der Deutschen Duchgemeinschaft. Der Minister für Kultus und Dildungswesen teilt mit: Der Reichs- Verband für deutsche Jugendherbergen hat mir mitgeteilt, daß er sich entschlossen habe, in enger Arbeitsgemeinschaft mit der Deutschen Duchgemeinschaft in Berlin ein „Dücherstiftungswerk für die deutsche Jugend im 3n- und Ausland zugunsten von Jugendherbergen, Jugendheimen und Jugendbüchereien" in die Wege zu leiten. Ich begrüße diesen Entschluß, weil durch ihn in der Zeit größter Wirtschaftsnot der deutschen Jugend kostenlos zur Derfügung gestellt werden sollen, und ersuche die Ortsausschüsse für Dolks- bildung und Jugendpflege, gegebenenfalls an der Durchführung des geplanten Unternehmens mitzuarbeiten. * * Aenderung des Ausnahmetarifs für O b st s e n d u n g e n. Das Warenverzeichnis und die Anwendungsbedingungen des von der Deutschen Rcichsbahngesellschaft zur Förderung des Absatzes der diesjährigen Obsternte eingeführten Ausnahmetarifs 16/0 für frische Aepsel und Birnen in Wagenladungen werden mit Gültigkeit vom 12. Oktober geändert. Der Tarif gilt von diesem Zeitpunkt ab für frische Aepfel und Birnen xur Verarbeitung in industriellen und gewerblichen Derwertungsbetriebcn und zur Herstellung von Obstwein, Obstmost und Obstsaft, jedoch nur für Sendungen in loser Schüttung ohne jede Derpackung bei Aufgabe als Frachtgut oder Eilgut. Als Derpackung wird auch die Beigabe von Stroh und die Verwendung von Brettern zwecks Aufteilung des Laderaumes angesehen. Durch diese Aenderung ist die bisher als Dor- aussetzung für die Gewährung der Frachtermäßigung vorgeschriebene unmittelbare Abrichtung der Sendungen an industrielle Verwertungsbetriebe nicht mehr erforderlich. Es genügt, wenn im Frachtbrief der DerwendungSzweck des Obstes angegeben ist. " Betrüger an der Arbeit. Don der Polizei wird mitgeteilt: Am Freitag versuchte der stellungslose Handlungsgehilfe Jul. Hausner aus Essen minderwertige, auf den ersten Blick aber gut aussehende Anzug- und Mantelstoffe aus folgende Art an den Mann zu bringen: Er sprach in Wohnungen vor und hielt unter dem Dorgeben, an seinem Lieferwagen sei eine Reparatur erforderlich, um ein Darlehen von 60 Mark an. Er fei von Essen nach Frankfurt unterwegs und habe nicht so viel Geld um die Reparatur bezahlen zu können. Zur Sicherheit für das Darlehen würde er Stoff für einen blauen Qhuug und einen Mantel, den er vorzeigte, überlassen. Er erwähnte dann noch, daß der Anzugstofs einen Werl von 40 Mark und der Mantelstofs einen solchen von 50 Mark habe. Hausner erklärte dann weiter, daß er die Stoffe auf der Rückreise wieder einlösen würde, da er in Frankfurt a. M. Geld zu vereinnahmen hätte. Wenn Hausner aber das Darlehen hat, denkt er nie mehr daran, die Stoffe cin^uUMen’ da er genügend verdient hat; denn die von ihm auf diese Weise abgesetzten Anzugstoffe kosten ihm nur 10 bis 17 Mark und die Mantelstoffe 12 Mark. Hausner hat sich nun wegen Betrugsversuchs und, da er keine Gewerbepapiere besitzt, wegen Steuerhinterziehung usw. zu verantworten. In seiner Begleitung befand sich noch ein Kraftwagenführer aus Oberhausen im Rheinland mit seinem Kraftwagen und zwei weitere junge Leute aus Essen. Die Stoffe beziehen sie größtenteils von einer Essener Firma. ** Fahrrad-Diebstähle. Der Polizeibericht meldet: Dor kurzem wurden vor der hiesigen Ortskrankenkasse zwei Fahrräder, Marke Miele (Fabrik- nummer 125772) und Marke Mifa (Fabriknummer unbekannt), entwendet. Ein in der Ederstraße vor einigen Tagen entwendetes Herrenfahrrad konnte ermittelt und dem Eigentümer wieder zugestellt werden. Als Täter kommt ein junger Mann aus Krofdorf in Frage. Oberheffen 450 Jahre Grünberger Gallusmarki. 4- Grünberg, 11. Oft. (Dorbericht.) Unsere Stadt prangt seit heute in festlichem Kleide. Es gilt, das 450jährigeBestehendesGrün- berget Gallusmarktes zu feiern. Heute mittag sand Platzkonzert auf dem Markte statt, der Rachmittag brachte lebhaften Betrieb auf dem Festplatz. Am Abend wurde die Jubelfeier in der bis auf den letzten Platz besetzten Turnhalle begangen. Bürgermeister Dr. Mildner hielt die Begrüßungsansprache. Festredner war Archivrat Dr. C l e m m vom Staatsarchiv zu Darmstadt. Den Höhepunkt der Jubelfeier bildete die Aufführung des Festspiels „Gal- lusmarkt", verfaßt von Oberoeterinätrat Dr. K. Stein in Friedberg, einem geborenen Grünberger. Bürgermeister Dr. M i l d n e r dankte anschließend dem Derfasser des überaus beifällig aufgenommenen Festspieles. Für das Kreisamt Gießen sprach dann Regierungsrat Dr. Braun. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß der berühmte Gallusmarkt auch in Zukunft weiter bestehen möge. Der Musikverein verschönte mit guten Darbietungen die schöne Feier. Landkreis Gießen. D Großen-Linden, 11.Oktober. Auf Anregung des Ortsgeistlichen, Pfarrer Schneider, wurde in unserer Gemeinde eine O b st f a m m « lung durchgeführt, deren Ergebnis der Epileptiker- Anstalt Nieder-Ramstadt zugeleitet wurde. Außerdem wurden die Anstalten in Bethel-Bielefeld mit einer Sendung Kartoffel bedacht. O Holzheim, 11. Oft. Dieser Tage feierte einer der ältesten hiesigen Einwohner, Landwirt Jakob Laux 11., seinen 7 9. Geburtstag. Trotz seines hohen Alters kann er noch im landwirtschaftlichen Betrieb seines Schwiegersohnes tätig sein. — In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde der Antrag der Jagdpächter auf Ermäßigung der Iagdpacht abgelehnt. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 12. Oft. Die Kartoffelernte ist beendet. Der Ertrag war gut. Besonders hat sich die neue Sorte „Erdgold" bewährt. Während die alt be- fannte Sorte .Industrie" ziemlich unter Trockenfäule zu leiden hatte, war bei .Erdgold" faum etwas davon zu merten. Die günstige Witterung hat auch das Einfahren der Dickwurz und Kohlraben sehr begünstigt Der Winterroggen ist nahezu überall gesät. 'Harbach 12. Oft. Unser ältester Mitbürger, Peter Hartmann, feiert heute, Montag, 12. Oktober, in voller Gesundheit seinen 91. Geburtstag. Er hatte das Amt eines Polizeidieners 40 Jahre inne, ebenso lange war er Kirchendiener, und er war auch etwa 40 Jahre Austräger des „Gießener Anzeigers". Glockengießer Rincker-Sinn t- WSR. Sinn (Dillkreis). 11. Ott. Im Alter von 67 Jahren ist nach längerem Kranksein der Eeniorchef der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Glockengiehereifirrna F. W. Rincker G. m. b. H., Glockengießermeister August Rincker, gestorben. Mit ihm ist ein Mann von altem Schrot und Korn dahinge- gangen, der es verstand, das Werk seiner Väter, das bereits im Jahre 1468 gegründet wurde, trotz schwieriger Zeit zu erhalten und weiter auszubauen. Der Glockenguß der Firma Rincker hat Weltruf. Verdoppelung der T^iersteuer in Darr stadi. Darmstadt, 11. Oft. (WSR.) Auf Grund der Notverordnung des hessischen Ministeriums zur Sicherung der Haushalte der Gemeinden hat der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt mit Wirkung vom 1. November 1931 ab die Gemeinde- biersteuer verdoppelt. Sie beträgt nun- mehr je Hektoliter bei Einfachbier 5 Mark, bei Schankbier 7,50 Mark, bei Dollbier 10 Mark und bei Starkbier 15 Mark. Oie Winterhilfe der Grube ^Alexandria". WSR. Höhn (Westerwald), 11. Oh. Der vor einigen Tagen veröffentlichte Vorschlag der Grube „A l e f a n b r i a" an die früher bei ihr beschäftigt gewesenen Arbeiter, sich den not» wendigen Bedarf an Winterkohlen durch das Verfahren von Schichten zu erarbeiten, hat Erfolg gehabt. Etwa 500 Arbeiter werden von dem Angebot der Grube Gebrauch machen. Ein Teil hat bereits mit den ersten Schichten begonnen. Eine neue Klinik in Gießen. Einweihung der Orthopädischen Universitätsklinik. Im Saale des Gießener Studentenhauses fand am Samstagvormittag in Gegenwart einer großen Festgemeinde die Einweihung der Orthopädischen Universitätsklinik statt. Schöpfer dieser neuen klinischen Einrichtung an der Hessischen Landesuniversität ist der Hessische Fürsorgeverein für Krüppel, Sih in Darmstadt. Rach einer musikalischen Einleitung der Feierstunde sprach zunächst der Erbauer der Klinik, »tahtbnnrflt Graverl-Gichen über die Entstehung dieses Baues, der nach 400- tägiger Arbeit — am 1. September 1930 wurde der erste Spatenstich getan — nun vollendet ist. Der Redner erwähnte u. a., daß die Stadt Gießen den Bauplatz von 6000 Quadratmeter Gröhe dem Hessischen Fürsorgeverein für Krüppel in Erbpacht überlassen hat. Die Klinik ist eingerichtet für 60 Krankenbetten für Erwachsene und Kinder in 10 Räumen, sowie für 10 Betten der Privatstation in 7 Räumen. Ferner sind folgende Einrichtungen vorhanden: ein Gymnastiksaal von 100 Quadratmeter, ein Saal für blutige Operationen, ein Saal für unblutige Operationen, ein ©terili- sationsraum, zwei Untersuchungsräume für beide Geschlechter,eineRöntgenstation, 4 Werlstatträume, ein Vorbereitungszimmer, ein Laboratorium, drei Chefarztraume und drei Verwaltungsräume, dazu alle erforderlichen Rebenräume, Küchenräume, Heizungsanlage und Keller. Für die Erweiterung der Bettenzahl ist ausreichend vorgesorgt. Weiter find geschaffen Wohnzimmer für drei Aerzte, sechs Schwestern, zwölf Lernschwestern und vier Helferinnen, mit Tagesräumen, Bädern usw., außerdem Räume für vier Lehrlinge und den Heizer und Gärtner. Der Redner gab sodann eine Beschreibung des Baues, wobei er hervorhob, daß dieser sich in den Dehandlunasbau, den Bettenbau und die Turnhalle als Verbindung zwischen den beiden vorgenannten Bauten gliedert. (Da wir bereits in unserer Rr. 201 vom 29. August über den Bau berichtet haben, erübrigt sich heute eine nochmalige Schilderung. D. Red.) Die ®e- samtbaukosten einschl. Bauleitung betragen 350 000 Mark; der Kubikmeter umbaute Raum einschließlich Bauleitung kostet 30,50 Mf., der Preis für das Gesamtbett berechnet sich auf 3500 Mf., der Preis für das Kranfenbett beziffert sich auf 5000 Mark. Diese Zahlen gestatten die Behauptung, daß der Reubau die zur Zeit billigste Orthopädische Klinif Deutschlands ist. Der Redner sprach hierauf dem Vorsitzenden des Hessischen Fürsorgevereins für Krüppel. Oberbürgermeister Mueller, Darmstadt, dem Direktor der Klinik, Prof. Dr. P i h e n, Gießen, dein Geschäftsführer des Fürsorgevereins, Oberinspektor Lang, Darmstadt, sowie dem örtlichen Bauleiter, W i e t h, Dank aus für die verständnisvolle Unterstützung bei diesem Bau und übergab mit herzlichen Wünschen für eine segensreiche Arbeit in Der neuen Klinik die Schlüssel an den Vorsitzenden des Vereins. Oberbürgermeister Mueller-Tarmstadt gab zunächst feiner Freude übet diesen Erfolg der Vereinsarbeit Ausdruck und begrüßte sodann die festliche Versammlung. Sein besonderer Gruß galt zunächst dem Staatspräsidenten Dr. Adelung, der durch die großzügige Förderung dieses Werkes wieder gezeigt habe, wie sehr ihm die Wohlfahrt des Volke- und die Pflege der Wissenschaft am Herzen liegen; weiter begrüßte der' Redner eine Reihe von Dehördenvertretern, wobei es bei vielen Gießener Gästen Erstaunen und Befremden erregte, daß die Vertretung der Stadt G'.eßen, trotz des großen Opfers unserer Bürgerschaft für dieses Werk, erst an letzter Stelle und hinter anderen Stellen und Behörden, die mit diesem Bau gar nicht- zu tun hatten, erwähnt wurde. Sodann sprach der Redner herzlichen Dank aus für die vielen Spenden für die Klinif, toobei er eine besonders wertvolle Stiftung von Or. h. c. Leih von den Leitzwerken in Wetzlar hervorhob. Weiter sagte der Redner u. a.; „Jahrelang haben wir für dieses Werf gesammelt und im buchstäblichen Sinne des Wortes dafür gekämpft. Krieg und Revolution und Inflation, demnächst eine ständig sich steigernde Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage haben uns harte Rückschläge verseht. Aber wir haben uns durchgeseht, und wir haben die große Genugtuung, die erforderlichen Mittel und Ein- richtungen in der ganzen Welt, durch eigene Tätigkeit gesammelt zu haben, ohne große Geldstiftungen ausgekommen zu sein, und ohne irgendwelche Schulden dazustehen, wenn die uns noch zugesagten verhältnismäßig geringfügigen Mittel eingegangen sein werden. Wir haben die große Genugtuung, durch sorgfältigste Kalkulationen und Ersparungen denkbar Bestes mit einem denkbar geringen Aufwand erstellt zu haben, so daß wir auf dem Gebiete der Finanzierung eines großen Krankenhausbaues in der Tat eine Art von Rekord erzielt haben." Sodann sprach der Redner dem Geschäftsführer des Vereins, Oberinspektor Lang, Darmstadt, dem Erbauer, Stadtbaurat G r a v e r t, Gießen, Bauleiter W i e t h, den Handwerkern und Arbeitern, sowie dem Leiter der Klinik, Professor Dr. P i h e n, herzlichsten Dank für die unermüdliche und rühmenswerte Mitarbeit aus. Er überreichte den Schlüssel Professor Dr. Pihen und stellte es damit der Landesuniversität als Stätte der Forschung und der Lehre zur Verfügung. Der Redner übergab das Haus nut dem Wunsche: Möge es sich würdig den bestehenden und altbewährten Instituten unserer Universität anreihen und unserer Alma Mater Ludoviciana zur Zierde gereichen, Und möge es sich zum Segen für die leidende Menschheit erweisen! Universitäts-Profcstor Dr Piyen beglückwünschte den Hessischen Fürsorgeverein für Krüppel zu dem Besitz dieses Klinikbaues, dankte dem Vorstand des Vereins und dem Erbauer der Klinik für das schöne Werk, ferner auch allen Spendern. Weiter dankte er Geheimrat Prof. Dr. Poppert und dessen Personal für die bisherige Aufnahme der orthopädischen Kliniks- tätigkeit in den Räumen der Chirurgischen Klinif, sodann sprach der Redner in großen Zügen über den Zweck der neuen Klinif und über die Bedeutung der Orthopädie in der Behandlung, Wissenschaft und Forschung. Mit herzlichen Wünschen für die neue flinifche Schöpfung in Gießen lieh der Redner feine Worte ausklingen. Lraalspräfidcnt Dr -lvelung führte in feiner Ansprache u. a. aus: Die Einweihung der Orthopädischen Universitätsklinik läßt zunächst die Frage ahit werden, weshalb man in der gegenwärtigen Rotzeit, in der Zeit schärfster Abbau- und Einschränkungsmahnahmen selbst an fulturellen Gütern, neue Aufgaben übernahmt. Die Antwort auf diese Frage lautet: Was hier erstellt wurde, ist aus der Rot und für die Rot geschaffen. Der Wunsch der Landes» ilniberfität nach Errichtung eines orthopädischen Lehrstuhls und Erstellung einer eigenen Klinif für dieses wichtige Spezialgebiet der Heilkunde ist zwar ein alter; er war schon vor mehr als 30 Jahren der Regierung vorgetragen worden. Dor zwei Jahren trat nun der Hessische Für- forgenerein für Krüppel auf den Plan und erklärte sich bereit, mit den von ihm bereits gefummelten und noch auszubringenden privaten Mitteln ein Krüppelheim zu errichten und zu betret- Professor Miklas wurde zum österreichischen Bundespräsidenten wiedergewählt. ben, und zwar in Gießen, im Anschluß an die Universität. Regierung und Landtag haben die erforderliche Professur dann bewilligt und sie am 1. April 1930 mit Herrn Professor Dr. P i tz e n beseht, den das Vertrauen der Medizinischen Fakultät hierfür in Vorschlag brachte. Dies der nüchterne Vorgang vom Standpunkt der Hochschule au-. Wie viel bewegter und eindrucksvoller ist der Werdegang des neuen Heimes für Heilung, Lehre und Forschung, faßt man das Ringen des Für- sorae-Vereins selbst ins Auge, der in zäher, mühevoller und aufopfernder Arbeit seinen wahrhaft großen Vorsatz gefördert und zu gutem Ende geführt hat, allen Widrigkeiten zum Trotz. Staatliche Hilfe war nicht, oder doch — von Geländestelluna (in Gemeinschaft mit der Stadt Gießen) und Schaffung der Professur abgesehen — nur in bescheidenem Maße zu erhalten. Die Werbetätigkeit fiel zum Teil in die Zeit schlechtester wirtschaftlicher Konjunktur, und doch konnte sie zum Erfolg geführt werden. Auch hier gilt: „Es ist der Geist, der sich den Körper baut." So stehen wir bewegt vor dieser Reugründung in der Zeit allergrößter Rot. Offenbart sich doch in ihr jener Gemeinsinn und jene zielstrebende Opferwilligfeit, die für alle Menschen vorbildlich sein sollte. Rur aus solchem Geiste heraus ist ein innerer und äußerer Aufstieg möglich. Eine neue Heilanstalt ist der leidenden Menschheit erschlossen worden. Zugleich eine Forschung-stätte der Wissenschaft. Als Staatspräsident liegt es mir ob, allen öen Leitern und Förderern dieses Wertes herzlichen Dank im Ramen der Regierung und des hessischen Volkes zum Ausdruck zu bringen. Ich bin mir bewußt, daß alle jene, die an dem Werk gearbeitet haben, es nicht der öffentlichen Anerkennung und des Dankes wegen taten, sondern aus dem inneren Zwang heraus, ihren Mitmenschen Heilung und Hilfe zu bringen. Sie haben ihren Lohn in dem stolzen Bewußtsein, eine Einrichtung geschaffen zu haben, die Kranken und Siechen Gesundheit und Lebenskraft neu geben und somit reichen Segen tragen wird för unser Volkstum. Sie haben ein Beispiel gegeben, was in schwerer Zeit zäher Wille und Entschlossenheit vollbringen können. Möge von dem neu erstandenen Werke ständiger Segen auSgehen/ UniveriitätH'Profcjsor Dr. Brüqgcniann brachte als Vertreter des verreisten Rektors und des ebenfalls verreisten Exrektors die herzlichen Glückwünsche der Landesuniversität zum Ausdruck. Er rühmte die Schaffung dieser Klinik unter den gegenwärtigen außerordentlich schwierigen Verhältnissen als eine große Tat. Die Universität fei dem 'Verein für Krüppelfürforge besonders dafür dankbar, daß er diese Anstalt in Gießen erbaut habe. Gießen sei nun unter den Universitäten in bezug auf die Orthopädie an die sechste Stelle getreten. Durch den Ausbau des Krüppelheims als Orthopädische Klinif fei jetzt den Studierenden die Möglichkeit weiterer Ausbildung gegeben, eine solche Bildungsstätte fei für Hessen von allergrößter Bedeutung. Aber auch als Forschungsinstitut habe eine solche Anstalt große Aufgaben zu erfüllen, auch sie werde fleißig Mitarbeiten an dem Fortschritt der Wissenschaft, der wieder den Kranken zugute komme. Die Universität habe sich deshalb dafür eingesetzt, daß dem neuen Institut der Name „Orthopädische Universitätsklinik" gegeben werden. Er sei überzeugt, daß sich diese neue Universitätsklinik bald großes Ansehen unter den Patienten, unter den Studenten, unter ben Aerzten und in der Wissenschaft erwerben werde. Der Redner wies zum Schlüsse seiner Ansprache noch auf die beiderseitigen Verpflichtungen der Universität und des Fürsorgeoereins für Krüppel hin, dankte allen Mithelfern am Werf im Namen der Universität, insbesondere aber dem Vorsitzenden des Fürsorgeoereins für Krüppel, Oberbürgermeister Mueller- Darmstadt. Als äußeres Zeichen des Dankes habe der Gesamtsenat der Universität den Ikreins- Vorsitzenden, Oberbürgermeister Mueller- Darmstadt, zum Ehrensenator der Ludoviciana ernannt. Der Redner überreichte hierauf dem Geehrten die entsprechende Urkunde und das Antoniterkreuz der Universität. Nnivertitätö-Profefior Dr. Keulgen-Gictzen brachte die Glückwünsche der Medizinischen Fakultät als deren Dekan zum Ausdruck und rühmte den neugeschaffenen Klinikbau als ein großes Derdienst der privaten Initiative. Der Hessische Fürsorgeverein für Krüppel könne mit Stolz auf dieses Werk blicken, durch das auch ein jahrelanger Wunsch der Medizinischen Fakultät erfüllt worden fei. Zum Schluß dankte der Redner dem Vorstand des Fürsorgeverein-, Oberbürgermeister Mueller, Darmstadt, und Ober- in^pe.toc Lang, Darmstadt wobei er als äußeres Zeichen des Dankes und der Ehrung Herrn Lang eine Dankesurkunde der Medizinischen Fakultät überreichte. Er wünschte, daß die neue Klinik zur Mehrung des Ansehens der Universität beitragen werde. Bürgermeister Dr. Hamm-ttießcn beglückwünschte den Hessischen Fürsorgeverein für Krüppel zunächst im Ramen des Hessischen Städtetages, sodann als Vertreter der Stadt Gießen, und brachte weiterhin den Dank dafür zum Ausdruck, daß die Klinik in Gießen errichtet wurde, da auch die Stadt ein Interesse daran habe, diese Klinik in enger Verbundenheit mit i>cr Universität zu sehen. Weiterhin sprach er der Bauleitung, der Evangelischen Kirche für ihr Entgegenkommen beim Geländetousch zum Zwecke der Bauplatzbeschaffung, sowie Vermessungsrat Karle und allen übrigen Mitarbeitern an dem Werk herzlichen Dank au-. Die Stadt Gießen habe ihr Opfer für diese- S? ^ - '1 bezug auf die Lndo- getreten. Jurdjöen Big -'Onbopädifche Klinik (ei die Möglichkeit werterer solche Aildungsslallc I« - «cdculuna. Aber auch dntldduWe* ch sic werde fleißifl mü- J. bcr Willenlchaft, dtt HoSne. Die Unioerfitd -naclesit, S4S" gad'fche ün-oechw'l ? S**. u"‘Ü” S-M WA w-5 .a a 1 t Di - Anbiitncue LI Vtr.« Drogen Photo KreuzplatzW Kreuzplatz 9 Alle müssen Sie kommen, diesen Film versäumen. WlrKsame Werbe-Druvxsachen •leiert die Brühl'sche Druckerei die sich Der Fuhballsportverein Frankfurt weihte vor 12 000 Zuschauern seine neue prächtige Platzanlage ein. Hier stand im Mittelpunkt ein Verbandsspiel, das der FDD. gegen Germania 94 mit 3:0 (l: 0) gewann Lacbstürme, brausende Heiterkeit! Sie lachen sich krank und wieder gesund! Dorstand des Bundes wurde in seiner alten De- fetzung wiedergewählt. Schauspiel I*t»tD von Ferd. Bruckner. leie- Welcher Kaufmann würde sich an grund- reell Sache. Vertrieb eines konkurrenzlos, nesch. Massenartikels m.nachwb gr.Abiatz- möatidiLbeicilig-'n? tkriorderLAHOllOMk. Schrillt. Angeb. unt. 05924 a d.Gietz.An». IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU1 2000 Mk. aut 2. Hnvoih. f. («e: IchäflSm ges *abl monail 10> 1Kf. Schritt!. Anged. uni 05919 a. d.Gleh.Anz. Die Dorrunde um den DFD. - Pokal brachte Lieberraschungen. 3n Berlin schlug die zweite Garnitur Brandenburgs vor 15 000 Zuschauern die favorisierte mitteldeutsche Elf mit 4:3 (2:3). Mit dem gleichen Resultat schlug in Braunschweig vor 10 000 Personen Norddeutsch- land die überraschend starke Mannschaft des Daltenverbarrdes. Der 1. FC. Nürnberg besiegte in Hamburg vor io 000 Zuschauern den noröüeuti^cn Fußballmeister HSD. mit 3:1 (1:0). Verloren Damcnarmband- nbr (ftamihemtüd). Finder erbält Bet. ■hot , Lndsrigstr. 52 p. Kirchliche Nachrichten, kakholischs Gemeinden. Mittwoch den 14. Oktober. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Freitags den 16. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht. (Schluß des redaktionellen Teils.) Oie Geburt ihres Sohnes Klaus Ottfried Philipp zeigen in dankbarer Freude an Hans-Friedrich Lenz, Pfarrer zu Münzenberg und Trals-Münzenberg und Frau Lenore, geb. Waas Oie Geburt eines Sonntagsjungen geben hiermit bekannt Vrivatdozeni Dr. ZR. Gerber und Frau Elfe, geb. Flügel „Kraftfahrzeug und Wirtschaftskrise!^ Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die SHELL (Rhencmia- Ossag Mineralölwerke 21(9.) ein interessantes Inserat, das die Propaganda für Kraftfahrzeuge und Kraft- verkehr in den Vordergrund stellt. Die Oeffentlichkeit wird darauf aufmerksam gemacht, daß'Auto und Motor, rad heute nicht mehr als Luxus- und Sportgeräte, sondern in erster Linie als wirtschaftliche Erwerbs-In st ru mente zu betrachten sind. Die Firma SHELL hat nun festgestellt, daß ein gut Teil des kraftfahrenden Publikums seine Fahrzeuge deshalb stillegen muß, weil entweder Fahrzeugtypen gewählt wurden, welche den tatsää). lichen beruflichen 'Anforderungen nicht entsprechen, oder weil das kraftfahrende Publikum es noch nicht versteht, den Fährbetrieb wirtschaftlich zu gestalten. Die SHELL unternimmt den Versuch Kraftfahrzeug- Industrie und -handel in Deutschland in ihrem (Sri- stenzkampf zu unterstützen, indem sie darlegt, daß heute Fahrzeugtypen für alle Bedürfnisse am deut- schen Markte erhältlich sind, und klärt das Publikum darüber auf, daß in vielen Fällen durch Auswahl des richtigen Fahrzeuges und wirtschaftlichen Fährbetrieb der Beschaffungszweck erreicht werden kann. 6783V Opel Limousine weil um. Vreiö CT„A Cucl, (Sieben Frankfurter Str. 52. Im internationalen Kunst turn- kampf im ausverkauften Schumanntheater zu Frankfurt siegte die TG. Eintracht Frankfurt mit 1621 Punkten vor Bürger DD. Basel 1573 Punkte. DG. Bornheim 1496 Punkte und Ämsterdamscher Tornerbond mit 1203 Punkten. 1. Jugend gewann mit 5:0, die 2. Jugend 2:0, die 1. Schülermannschaft spielte unentschieden 0:0 und die 2. Schülermannschaft gewann gegen die gleiche Mannschaft der Wetzlarer ebenfalls mit 2:0. — Ein Handballverbandsspiel gegen die erste Mannschaft des T.- u. Spv. Duhoach, das die erste Mannschaft der 1930er schon vor dem eigentlichen Zweikampf auszutragen hatte, konnte von den Butzbachern mit 6:4 genommen werden. VfB.-Gießen. Die Ligamannschaft desDfB. weilte in Marburg, trug gegen VfB. Kurhessen Marburg das fällige Derbandsspiel aus und verlor erwartungsgemäß mit 4:1. Die Mannschaft war von vornherein schwer benachteiligt, denn Lehrmund und Schmidt, Henrich, Schneider und Bärenfänger mußten erseht werden. Zur Halbzeit stand das Spiel 1:1. — Die zweite Mannschaft verlor in Nieder-Girmes gegen Wetzlar-Niedergirmes mit 2:1. Die erste Jugend spielte in Marburg gegen die erste Jugend des DfD. Kurhessen unentschieden 3:3. Die zweite Jugend konnte gegen die erste Jugend von Leihgestern ebenfalls ein Anentschieden (2:2) halten. Mannschastökampf im Fechten (OT). 2D. Gerhardt, Tv. 1846 Gießen, bester Einzelfechter. Zu dem Mannschaftskampf in Florett, den die Fechterschaft des Gaues Hessen (DT.) gestern in Friedberg durchführte, waren sieben Mannschaften angetreten, von denen T v. 18 6 0 Dad - Nauheim mit 34 Einzelsiegen in hartem Ningen vor Tv. 1 8 4 6 Gießen mit 33 Einzelsiegen den ersten Platz belegen konnte. Als bester Cinzelfechter unter 21 Teilnehmern erwies sich Walter Gerhardt vom Tv. 1846 Gießen, der von 18 von jedem Fechter zu bestreitenden Gefechten 15 gewann und mit 50 auch geringste Zahl von erhaltenen Treffern auf vereinigte. Fußball in Hessen-Hannover. Die Spitzengruppen bilden sich. Gießen, den 11. £) f f ob e r 1 9 31. z. Z. ilnlversltäts-Frauen-Klinik tisu-Betten (Stehl a. Holz i P< Utet« Schlefzimtn^StehlDeU> I Kiodcrb.CheieeLft.Fd* 1 vete. Retenzl. KeteLfft Ei*e nie übel febrik Sehl Heine Damen! Bollen Sie wirk* lieb ickröne u. billige Handarbeiten anferiigen so bring. 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Öfter, Offenbach burger Germanen mit 9:3 Punkten auf dem dritten Platze liegen. Die Spiele der Nordgruppe brachten mit der hohen Niederlage des Kasseler Spielvereins gegen Göttingen 05 eine kleine ileberrafebung, mit nicht weniger als 6:0 mußten sich die Kasseler geschlagen bekennen. Tura erzielte gegen Einbeck nur ein mageres 1:1 und Sportvgg. Göttingen lieh sich in Northeim 3:1 schlagen. Sport Kassel behielt über Hessen Hersfeld mit 6:1 die Oberhand und, Germania Marburg erzielte in Groß- Allmerode einen beachtlichen 3:1-Erfolg. Punfffämpfe in der Gruppe Main. Die Gruppe Main blieb diesmal von Ueber- raschungen verschont. Das Ereignis des Tages war die Platzweihe des Fuhballsportvereins. Die Bornheimer konnten auf ihrer neuen, prächtigen Anlage gleich einen 3:0(1:0)-