- »5?' .c<":5 S"° 3o 3 o-ti Rr. 215 Erstes Via« 181. Jahrgang Samstag, 12. September (931 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnis vnd Verlag: vrühl'fche U«iverfitStr-vuch' und Steinönuferel 8. Lange'in Stetzen. Schrifileitung und Seschästrltelle: Schulttratze r. Hilfe durch Siedlung! Briands Rebe in Genf Gine Hymne auf den Völkerbund Briand als „Baumeister der deutsch-französischen licheS Ergebnis in dieser Kernfrage Europas und zöfifche Außenminister nicht gesagt bi Wort siel über den Grandischen Dorschi ruktionsaoparats den g< mischten Agrar-Industriestc gesunden Boden des ge- Wie stehi Frankreich zur Abrüstung? er der ganzen Welt nicht erzielt werden. Höchst aufschlußreich ist daS, waS der fran- ~ ' 1 r)at. Kein ----------------------- ------log eine- RüstungSfeierjahreS, und mit keiner Gilbe ging Driand auf das Plädoyer Lord TecilS für eine mischten Agrar-Industriestaats unter den Füßen zu verlieren beginnen, das empfinden wir heute in einem Augenblick besonders schmerzlich, wo eine schwere Absatzkrisis für die Exportindustrie mit Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis fiir 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Ne» dlameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur Dr. Frredr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr tz ldyriot; für den übrigen Ted Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. schnelle Finanzhilfe zugunsten Deutschlands ein. Welch ein Gegensatz zwischen dön Ausführungen Lord TecilS und DriandS! Hier die Erkenntnis der Gefahren, die aus der Krise besonders Mitteleuropas erwachsen, und der Wille au energischer Bekämpfung in enger Zusammenarbeit, dort daS kurzsichtige Vertrauen auf die Stärke dcS eigenen Landes und der Entschluß, die gegenwärtige Vormachtstellung nicht aus den Händen zu geben. Den Appell Lord TecilS, daß Deutschland und Frankreich im Interesse deS Weltfriedens auf eine Verständigung hinarbeiten sollten, hat Vriand aufgegriffen. Er hat sich dabei stolz als einen Baumeister dieser Annäherung be- Denf, 11. Sept. ($11.) In der Völkerbunds- Versammlung nahm am Freitag der französische Außenminister Driand das Wort zu seiner angekündigten Rede. Er führte aus, daß er als Vertreter Frankreichs wie alljährlich auch dieses Mal ein Glaubensbekenntnis zum Völkerbund oblegen wolle. Man spreche viel von dem Hiebet» gang des Völkerbundes, von den Enttäuschungen, die die Völker durch da- Versagen dieser internationalen Organisation erlitten hätten. Die moralische Stellung des Völkerbundes sei aber zu gesichert und gefestigt. Aber gerade weil diese direkte Möglichkeit deS offenen Angriffes fehle, versuchten alle die zahlreichen Kreise, deren Pläne durch den Völkerbund gestört worden wären, auf indirektem Wege Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten zu schaffen. Wenn man die Lage aufmerksam studiere, könne man sagen, daß sich gerade für die Tätigkeit deS Völkerbundes neue Hoffnungen und Tin» Wirkung-Möglichkeiten ergäben. Man dürfe nicht vergessen, daß die jetzigen Schwierigkeiten eine der Folgeerscheinungen obwohl er uns im Einzelnen manch ernste Gefahr in sich zu bergen scheint. Dietrich geht offenbar von dem ihm als Verwalter der erschöpften Reichskasse besonders naheliegenden Gedanken aus, daß es darauf ankommen müsse, einmal die unter der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge zusammenbrechenden Gemeinden zu entlasten, gleichzeitig aber auch eine möglichst {yofoe Anzahl von Erwerbslosen der demo- ralisierenden und seelisch niederdrückenden Untätigkeit zu entreißen. Neben dieser aus der Not des Augenblicks geborenen Sorge scheint aber auch, was wir besonders begrüßen, der Gedanke mitzusprechen, daß die Fehlleitung der Bevölkerung vom Lande in die Stadt durch eine rückläufige Bewegung, wie sie hier und da der gesunde Instinkt des Volkes schon angebahnt hat, aber z. B. durch eine törichte, die Großstädte bevorzugende Baupolitik hintange- halten wurde, kompensiert werden müße. Diesen Zwecken sott nach dem Dietrichschen Plan dreierlei dienen. Einmal sollen nament- ttch die Großstädte in ihren Außenbezirken aus ihrem Grundbesitz einer möglichst großen Zahl von Erwerbslosen Land in der Rähe ihrer Wohn- stätten zur Anlage von Schrebergärten zur Verfügung stellen, deren Bewirtschaftung wenigstens nach einer gewissen Anlaufzeit durch Erhöhung der Pacht oder Kürzung der Unterstützung für die Städte eine finanzielle Entlastung sein konnte. Weiter greift schon der zweite Vorschlag, der ebenfalls am Rande der Großstädte Erwerbslosen durch Ueberlassen von Grund und Boden, Belieferung von Holz aus den Staats- oder Gemeindeforsten und finanziellen Zuschüssen aus Mitteln der Hauszinssteuer oder der Krisensteuer Gelegenheit zur Errichtung einer sog. Klein st siedlung, also Holzhaus in bescheidenstem Ausmaß und Anbaufläche von zwei bis vier Morgen Land geben will. Bei einem Kostenaufwand von insgesamt 200 Millionen Wk. rechnet der Plan mit der Möglichkeit, 100 000 Erwerbslose auf diese Weise ansiedeln zu können. Es würden also insgesamt 300 bis 400 000 Menschen dem zermürbenden Druck der Arbeitslosigkeit und dem seelemnordenden Leben der Großstadt entzogen. Man hat dagegen zu bedenken gegeben, daß diese Art der Siedlung vorläufig nicht nur keine finanzielle Entlastung bedeute, sondern noch obendrein zusätzliche Aufwendung erfordern werde. Uns erscheint dieser Einwand indessen wenig stichhaltig gegenüber der in dem Vorschlag liegenden Abkehr von den auSgefahre- nen Gleisen einer längst problematisch gewordenen Fürsorge zu einer weitsichtigen Umschichtung der Bevölkerung, die den Arbeitsmarkt dauernd entlasten und durch Verringerung des besitzlosen Industrieproletariats die soziale Krisis erleichtern kann. Die größte Bedeutung kommt aber unseres Erachtens dem dritten Vorschlag zu, der aus Arbeitslosen. die von Hause aus vom Lande stam- zeichnct und hervorgehoben, daß die französischen Staatsmänner nach Berlin gehen würden, um dort nicht mit Worten, sondern mit grundlegenden Taten eine dauerhafte Zusammenarbeit au schaffen. Wir begrüßen es, daß die Franzosen die Besprechungen in einer Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauen- und bet Verständigung führen wollen. Brianb kann e- uns nach ben Erfahrungen ber Vergangenheit aber nicht verbenken. bah wir bieser Ankündigung mit Zurückhaltung gegenüberstehen. Seit der Abwürgung deS Planes der deutsch-österreichischen Zollunion hat Frankreich nichts getan, waS eine Annäherung hätte fördern können. Deutschland wünscht, um eine Binsenwahrheit noch einmal zu wiederholen, aufrichtig die Verständigung mit Frankreich, aber die Rede DriandS iäbt leider wenig Hoffnung, daß auf französischer Seite die Geistesänderung eingetreten ist. die allein ein Zusammenkommen der beiden Völker ermöglichen kann. Verständigung". — Die Gicherhettshypothek für die Abrüstungskonferenz. — Kein Wort über den Grandi-Vorschlag eines Rüstungsfeierjahrs. de- Kriege- seien. Man habe nach dem Kriege in allen Ländern ein außerordentlich starkes Arbeit-- und Produktion-- b e d ü r s n i s gehabt. Man habe gearbeitet und erzeugt ohne Disziplin, ohne die Anstrengungen untereinander in Einklang au bringen. Dei diesen Schwierigkeiten frage man sich, waS habe der Völkerbund getan, weshalb habe er die Völker in Unruhe und Leid hinabsinken lassen. Aber gerade da- Fehlen des DcmeinschaftS- geisteS habe den Völkerbund daran gehindert, bis- yer nützlichere Arbeit au tun. Es seien natürlich auch durchaus wohlbegrünbete Argumente gegen Vernachlässigungen des Völkerbundes vorgebracht worden. Aber daneben seien eben biege- heimen Gegner am Werke, bie die alte Hoffnung hätten, diese internationale Vereinigung zerstören zu können. Aber bie Völker wollten heute ben Dölkerbunb und er sei zu sest gebaut, als daß er erschüttert werden könne. 3m vorigen Iahre, in einem Zustand der allgemeinen Unruhen, hätten sich bie Staatsmänner zusammengefunden und in einem großen Manifest von Driand ist mit seiner in der Dölkerbund-- versammlung gehaltenen Rede zum erstenmal auS der Reserve herauSgetreten, die er sich bisher während ber Genfer Tagung auferlegt hat unb bie ben Einbruck erwecken mußte, daß er von Pari« weitgehend kaltgestellt worden ist. Rhetorische Wirkung hat er auch diesmal wieder zu erzielen vermocht, wie auS dem starken Deifall am Schluß feiner Ausführungen hervorgeht Manche von den Delegierten, die ihm spontan huldigten, mögen sich dabei im ersten Augenblick nicht darüber klar gewesen sein, daß Driand dem Gedanken der internationalen Verständigung mit seiner Rede einen schweren Schlag verseht hat. DaS platonische Glaubens- bekenntniSzumDölkerbund kommt nicht überraschend. (Eigenartig aber berührt es, wenn der französische Außenminister von den Kreisen spricht, die dem Völkerbund Schwierigkeiten und Unzuträglichkeiten schafften. Hat er vergessen, daß gerade Frankreich es war, das sich immer wieder der Idee des internationalen Zusammenwirken- hindernd in den Weg gestellt hat? Er hätte wahrlich allen Grund gehabt, an die eigene Brust zu schlagen und nicht mit heuchlerischer Geste nach anderen Störenfrieden zu suchen. Schwere Enttäuschung muß die Stellungnahme Driand« zur Abrüstungsfrage Hervorrufen. Aufs neue ertönte aus feinem Munde die alte Weife, daß der Herabsetzung der Rüstungen eine Erhöhung der Sicherheitsgarantien vorauSgehen müsse. Der allgemeine Schiedsvertrag und der Kellogg-Pakt werden von ihm ausdrücklich als lückenhaft bezeichnet. Das Genfer Protokoll wird wieder ausgegraben und al- Voraussetzung für eine aktive Beteiligung Frankreich- an dec Abrüstung hingestellt. Frankreich hat also in dieser Hinsicht seine Stellungnahme nicht im geringsten verändert. Unter diesen Umständen bedeutet es herzlich wenig, wenn auch Briand dafür eintritt, daß die Abrüstungskonferenz an dem vorgesehenen Termin eröffnet werden müsse. Zustimmen kann man ihm nur darin, daß eine Richterfüllung der feierlich übernommenen Abrüstungsverpflichtung einen Zusammenbruch des Völkerbundes bedeuten würde. Dei der Delastung, die Driand der Abrüstungskonferenz aufbürbet, kann ein toirf- Ersch« im täglich, außer Sonntag» und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Tie Scholle. Monat, Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Neichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern Infolge höherer Gewalt. Hentsorecbauschlüsse MnterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Gießen, poßscheckkonto: firaelfurtam Main 11686. Tributzahlungen durch forcierte Ausfuhr von In- dustrieprodukten zu verdienen, haben diese Entwicklung natürlich noch begünstigt. Und obwohl der Boden bereits bedenklich wankte, auf dem wir bauten, wurden nun noch unter Verkennung nativ- nalpolitischer Notwendigkeiten amerikanische Methoden und amerikanisches Tempo auf Ausbau und Rationalisierung unseres industriellen Produktionsapparates übertragen. So kommt es nicht von ungefähr, daß neben England und den Vereinigten Staaten gerade Deutschland im Gegensatz zu Frankreich am schwersten unter dem Verfall der Welt- Wirtschaftskonjunktur zu leiden hat, verstärkt noch durch die Folgen des Versailler Diktats (Zerreißung Oberschlesiens, Abtrennung Ostpreußens, Verlust großer Agrargebiete des Ostens, des Saarlandes und Elsaß-Lothringens) und durch die wirtschafttich unsinnigen Reparationsleistungen. Aber viel zu lange schon haben wir uns damit zu trösten versucht, daß es ja anderen Ländern auch schlecht gehe und daß es nur durchzuhalten gelte, bis der Weg durch das Wellental wieder hinauf- führe zum Stamm einer neuen Konjunkturwelle. Jetzt endlich scheint sich die Erstarrung zu lösen und die Erkenntnis dämmert, daß uns mit Provisorien nicht weitergeholfen wird, daß es unmöglich damit getan fein kann, durch schematische Abdrosselung der Ausgaben und schärfstes Anziehen der »Steuer- schraube zwar den Finanzbedarf des Staates mit Ach und Krach sicherzuftellen, aber durch diesen fort- gesetzten Aderlaß den Verfall der Wirtschaft und das Anwachsen der Arbeitslosigkeit ooranzutreiben. Statt ideenlos und jeder Initiative bar der Entwicklung zur Katastrophe untätig zuzuschauen und mit gefallenen Händen Idolen nachzutrauern, die einer für immer entschwundenen Epoche angehören, müssen wir uns endlich aufraffen, den Kreis zu zer- Hauern der uns in feinen Bann gezogen hat, und den Mut fasten zum Absprung von einem Karussell, das uns mit der Unerbittlichkeit ökonomischer Grundgesetze herumwirbelt. Man glaube nich^ daß eine politische Verständigung mit Frankreich und als deren Folge neue Auslandkredite in welcher Form auch immer uns der Pflicht enthöben, die Fehler wieder gutzumachen, die wir beim Aufbau unserer nationalen Wirtschaft begangen haben. Wir müssen unter sehr viel schwierigeren Umständen nachholen, was in guten Zeiten versäumt wurde, unserer Industrie die breite Basis geben, die sie befähigt, auch schweren Erschütterungen auf den Weltmärkten, gestützt auf einen starken inneren Markt, mit Gelassen- heil zu begegnen, wollen wir nicht unsere Zukunft als Staat und Volk um eines Linsengerichts willen aufgeben. In diesem Sinne begrüßen wir das Wort des Reichsarbeitsministers Stegerwald von dem Umbau unserer Bevölkerungsstruk- t u r und als ersten Schritt aus gefährlichem Rebel provisorischer Augenblickslösungen zu grundsätzlicher Umkehr vom falschen Wege auch den Sied- lu n g s p l a n des Reichsfinanzministers Dietrich, ein vom nationalpolitischen Gesichtspunkt aus schwer- wiegendes Versäumnis, das uns noch einmal teuer Zu stehen kommen wird, so kam hinzu die Entleerung des agrarischen Ostens durch den forcierten Ausbau der Industrie in den westdeutschen Randgebieten. Der Wanderung vom Osten nach dem Westen ging parallel die Wanderung vom flachen Lande in die Stadt. Hunderttausende deutscher Menschen, die unter anderen Umständen in den Oft- Provinzen einen kräftigen Stamm für eine breite bäuerliche Besiedlung hätten abgeben können, mürben westlich der Elbe im Laufe weniger Jahre zum wurzellosen Jndustrieproletariat, das sich besonders in Mitteldeutschland und in Rheinland-Westfalen in den ungesund rasch emporschießenden Industriestädten zusammenballte. Der verlorene Krieg und ber Zwang, die uns im Versailler Dittat auferlegten Es hat sich, scheint es. nun doch endlich herum- gesprochen, daß die deutsche Krisis keine temporäre Erscheinung ist, der man mit ausgesprochenen Be- helssmaßnahrnen beizukommen vermochte. Es be- ginnt vielmehr die Erkenntnis zu dämmern, daß die erschreckend anwachsende Arbeitslosigkeit als sicht- barste und schmerzlichste Erscheinung der Krisis nur zu einem Teil die Folge der Umwälzungen auf Den Weltmärkten, der politifchen Unsicherheit in Europa und der Kreditkündigungen des Auslandes ist, daß für einen anderen, nicht zu unterschätzenden Teil bie Ursachen weit tiefer liegen Man braucht nicht gleich mit dem heute viel zitierten Ferbinanb Fried anzunehmen, baß mit dem Abschluß der Epoche der großen, die Wirtschaft befruchtenden und oorwärtstreibenden technischen Erfindungen nun das End« des Kapitalismus und der Ucbergang von der freien Wirtschaft zur staatlichen Planwirtschaft, von ber Kontinente umspannenden Weltwirtschaft zur national begrenzten Raumwirtschaft gekommen ist, um zu erkennen, baß wir uns mit unserer in- buftrieUen Expansion zu weit vorwagten, ohne bie Basis für eine auf stärksten Absatz angewiesene Industrie ausreichend verbreitert zu haben. Daß wir bei dem in ben letzten Jahrzehnten — man muß chon Jagen im letzten halben Jahrhundert — in türmischcm Tempo und in riesenhaften Dirnen- ionen aufgeführten Bau unseres industriellen Pro- markenpolitik, der analog unserer Verwaltung des Reichslandcs Elsaß-Lothringen zwischen Zuckerbrot und Peitsche, zwischen sentimentalem Bekuren der Polen und rücksichtslosen Enteignungen hin- und chwankte, kam aus Mangel an einer stetig ver- ':*,u----1* ~ n -- nie hinaus. einer nicht minder schweren Erschütterung der Ren- tabilität der heimischen Landwirtschaft zusammen- trifft, wobei Ursache und Wirkung vielfach inein- anberlaufen um im Ganzen eine Katastrophe der nationalen Wirtschaft überhaupt und eine ernste Bedrohung der Wurzeln von Staat und Volk zu zeitigen. | Ein nicht nur oberflächlicher Blick auf das glücklichere Frankreich, das wie eine paradiesische Insel aus der Flut der zusammenbrechenden Welt- wirtschaft herausragt, zeigt, daß es nicht nur der gewonnene Krieg, nicht nur ber Strom der beut- scheu Tributzahlungen, nicht nur bas riesige Kolonialreich, dem eine im besten Falle stagnierende Bevötterungsziffer im Mutterlanve gegenübersteht, sind, die Frankreichs Sonderstellung in ber die Sanze Welt erschütternden Wirtschaftskrisis sichern, icwiß ist Frankreich das Dorado, das „Goldland" im wahren Sinne des Wortes, aber es verdankt diese Sonderstellung nicht zuletzt auch seiner außerordentlich gesunden Wirtschaftsstruktur, die eine glückliche Mischung von Industrie und Landwirt- schäft und, von Klima und Boden begünstigt^ ein nicht minder glückliches Verhältnis zwischen Groß- und Kleinbetrieb innerhalb der Landwirtschaft aufzeigt. Aus ihr folgert eine überaus gesunde gesellschaftliche Schichtung, die aus ben Franzosen bas llrbilb bes Bauern- und Kleinrentnervolks gemacht hat, das sich durch seinen breitgelagerten, kräftigen Mittelstand in Industrie, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe krisenhaften Wandlungen der Wirt- schaftskonjunktur gleich widerstandsfähig gezeigt hat, wie es durch eine tief im Dolkscharakter wurzelnde konservative Weltanschauung, die alle parteipolitischen Spielarten von Monarchisten und Klerikalen bis zu Radikalen und Sozialisten im Grunde untermauert, befähigt war, im Aufbau seiner nationalen Wirtschaft nüchtern unb vorsichtig einen Schritt nach bem anbem zu tun, ohne bei diesem nach außen oft zaghaft und kleinlich erscheinenden stufenweisen Hufbau ben Sinn für ein roeitgeftetftes Ziel französischer Wirtschaftshegemonie je zu verlieren. Daß bei uns in Deutschland die Entwicklung andere Dahnen eingeschlagen hat, wird heute auch dem größten Optimisten erschütternd klar geworden fein. Gewiß waren die natürlichen Voraussetzungen, Boden und Klima, zumindest im deutschen Osten, wesentlich ungünstiger als in Frankreich, aber man hat auch zu einer Zeit, als wir noch ein reiches Volk waren und uns große Aufwendungen für eine o eminent bedeutsame Ausgabe wie die Besiedelung »es deutschen Ostens hätten leisten können, viel Beräumt, diese Ungunst der Verhältnisse durch eine planvolle und vorausschauende Boden- und Agrarpolitik aufzuholen. Der Zickzackkurs unserer Oft- men unb sich Erfahrung in landwirtschaftlichen Arbeiten bewahrt haben, durch Siedlung Kleinbauern machen will. Diese Art der Rückwanderung von der Stadt auf das flache Land, die erst neben den sozialen Wünschen nationalpoli- tische Rotwendigkeiten erfüllen kann, ist ja in kleinerem Mahstabe seit langem in Mecklenburg, Pommern und den preußischen Ostprovinzen in Gang gesetzt. So sind in Preußen seit 1919 insgesamt fast 34 000 neue Siedlerstellen auf rund 370 000 Hektar angelegt worden und im laufenden Iahre werden 10 000 neue Siedlungen dazu kommen, angesichts der geringen vorhandenen Mittel ein immerhin großzügiger Versuch, der Landflucht Einhalt zu tun. Leider hat man in letzter Zeit die Mittel für die Siedlung von Landarbeitern stark gedrosselt, so daß viele Sied- lungsbauten ftillgelegl werden muhten. Hier wieder anzukurbeln, ist eine zwingende Rotwendigkeit, soll nicht alles wieder in die alte Lethargie zurückfallen. Voraussetzung für alle drei Arten der Siedlung nach dem Dietrichschen Plan ist rücksichtslose Deseitigung aller bureaukrati- schen Hemmungen, wie sie heute z. D. für die Schrebergärten vielfach in baupolizeilichen Verordnungen sonderbarster Art bestehen, ferner Ausschaltung aller Ressorteifersüchteleien zwischen Reich, Ländern unb Gemeinden und deS kost- fpicligen und zeitraubenden Instanzenwegs, schließlich schärfste Herabdrückung der Gestehungskosten. Rur wenn ausnahmsweise einmal vermieden wird, einen riesigen neuen Derwaltungs- npparat aufzuziehen, mit dem wir im allgemeinen jede neue Organisation eines Hilfswerkes beginnen, und statt dessen ein Reichskommissar mit diktatorischen Vollmachten, wie ihn ja auch der Dietrichsche Plan Vorsicht, in enger Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Sachverständigen und Männern der Praxis, denen die lokalen Verhältnisse vertraut sind, das Siedlungswerk in die Hand nimmt, kann etwa- Ersprießliches geleistet werden. Und einen neuen Fehlschlag aus bureaukratischer Engherzigkeit, politischem Eigensinn oder organisatorischer Unfähigkeit dürfen wir uns nach den vielen falschen Ansätzen der letzten Iahre nicht mehr leisten. Dafür ist die Zett zu emst und die uns noch gebliebenen Mittel zu knapp. Der Dietrichsche Sied- lungsplan mag manche Gefahren in sich bergen — die Auswahl des geeigneten Siedlermateri ältst z. 2. recht schwierig — und vielleicht zu übertriebenen Hoffnungen verleiten — die Zahl der Siedler kann immer nur gering sein im Verhältnis zu dem Mittionenheer der Erwerbslosen, et ist, ebenso wie die nun begonnene freiwillige Arbettsdienstpflicht, wenigstens enblid) ein Anfang, aus ber bebrüdenben unb zermürbenden Lethargie durch tätige Arbeit herauszukommen und ein neues Ufer zu gewinnen. folgten zielbewußten Linie über Ansätze i Uno auch diese waren noch meist falsch, ba sie bie Zu arumenbauung riesiger Latifundien in deutschem Besitz zwar, aber unter Belassung der breiten volks- fremben Unterschicht begünstigten, statt durch planmäßige Bauernsiedlungen einen starken Wall wirtschaftlich lebensfähiger deutscher Bauerndörfer zur Sicherung alten deutschen Koloniallandes gegen die andrängende slawische Flut oorzutteiben. War dies HO" -22 i r- d - r. - rai 3 5/1? o /d p : 9 rl 1 9^ 3- <■ p -ß As iß r. & n 9 -s-Z 7 D 3 0' sf 5 ocr "s, $> 7 5» i-9 WVl ■ n 8 " A ’o« '2 £$: p p S''1»--» »do Oie Ziele deutscher Agrarpolitik. Eine Konferenz der LandwirtschastSminister. - Das Absahproblem. - Oie Organisierung der Milchwirtschaft. - Oie Anpassung deS Getreideanbaus an den Konsum. — Oie Winterversorgung der Erwerbslosen. neuem ihren Willen zum Frieden und zur Zusammenarbeit kundgegeben. Dieses Manifest habe günstige Rückwirkungen auf die wirtschaftliche Lage ausgeübt. 3rod große Völker. Deutschland und Frankreich, suchten sich seit fünf Jahren zusammenzufinden, suchten sich neue Friedens- garanlien zu geben und zu einer Annäherung zu gelangen. Er selbst sei einer der Baumeister dieser Annäherung und er beglückwünsche sich dazu, denn diese Periode fdner öffentlichen Tätigkeit sei die ehrenvollste Epoche feines Lebens. Aber diese Zusammenarbeit sei nur möglich gewesen dank dem Völkerbund und mit Hilfe des Völkerbundes. Ohne Zweifel stoße diese Arbeit der Annäherung auf scharfe Kritik und Widerstand. Die Staatsmänner seien heftiger Kritik ausgesetzt. Er selbst Hobe diese an sich erleben müssen, aber diese Schläge kehrten wieder wie der Rheumatismus. Die französischen Staatsmänner würden in den nächsten Tagen nach Berlin gehen^um dort die Grundlage einer dauerhaftenZusammen- arbeit m i t dem deutschen Volke zu legen, nicht mit Worten, sondern mit realen grundlegenden Taten. Er sei glücklich, daß er an dieser Arbdt leilnehmen könne. Diese Verhandlungen würden in einer Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens, der Verständigung und der freimütigen Loyalität geführt werden. Ohne diese Atmosphäre sei jeder Fortschritt un- denkbar. Alles was an Mißverständnissen und Ueberraschungen möglich fd, müsse ausgeschaltet werden. Die am 2. Februar zusammcntretende Abrüstungskonferenz muh zu dem festgesetzten Zeitpunkt eröffnet werden. Frankreich werde sich jedem Vertagungsversuch auf das heftigste widersetzen. Die Abrüstungsverpflichtung des Völkerbundes stelle eine feierliche und heilige Verpflichtung dar. Frankreich habe keine Gelegenheit Vorbeigehen lassen, um zu einer Herabsetzung der Rüstungen zu schreiten. Die militärische Ausbildungsdauer sei in Frankreich herabgesetzt worden. Fünf Jahre lang sei im Völkerbund die Abrüstungskonferenz vorbereitet worden und oft hätten sich schwierige und kritische Augenblicke ergeben, so daß eine Weiterführung der Arbeiten manchmal nicht mehr möglich schien. Dann sei es gerade Frankreich gewesen, das klare Lösungen gefunden habe, die eine Weiterführung der Arbeit ermöglichten. Man kann hoffen, daß die Februarkonferenz zu konkreten Ergebnissen kommen wird. Die S i ch e r h e i t ist ein Wort, um das man gestritten hat: man sagt, daß die Leute, die es gebrauchen, dies tun, um nichts zu tun. Dieses Wort ist aber im Völkerbunds st atut zu finden. Ich habe alles getan, um die Sicherheit zu erhöhen; es bleiben aber Fälle, wo der Krieg doch stattfinden kann. Dies ist eine Tatsache. Wenn das Genfer Protokoll verwirklicht worden wäre, würde das Problem der bevorstehenden Abrüstungskonferenz sehr erleichtert werden. Was aber versäumt worden ist, kann vielleicht auf andere Weise zustande gebracht werden. Wenn am 2. Februar 1932 alle Rationen hier versammelt sein werden, um das doppelte Problem der Beschränkung der Rüstungen und der Sicherheit zu prüfen, so wird eine Schicksalsstunde geschlagen haben. Sie müssen dann das starke Wort aussprechen: Kein Krieg mehr! Wir sind bereit, alles zu tun, um die notwendigen Bedingungen der Sicherheit zu schaffen. Dann werden die Völker 'illuminieren können. Die Lage wird nicht mehr durch das Risiko eines Krieges verfinstert werden. „Nichts gelernt und nichts vergessen." Das Kanzlerblatt zur Briandrede. Berlin, 11.Sept. (TU.) Ungewöhnlich scharf kritisiert am Freitagabend die „G e r m a n i a" als bisher einziges Berliner Blatt die Genfer Rede Briands, dem nicht möglich gewesen sei, mit Erfolgen aufzuwarten und der darum mit wortreicher Deklamation die gähnende Leere zu verdecken gesucht habe. K e i n W o r t über den Vorschlag Grandis, kein Wort von der Re- parations - und Schuldenfrage, die für olle Länder außerhalb Frankreichs das Kernproblem der gegenwärtigen Krise darstelle. Als Ersatz biete Briand rüstungspolitische Reminiscenzen, die wie alte Ladenhüter am Wege stehen. Während Europa aus den Fugen gehe, grabe Aristide Briand den schönen Leichnam des Genfer Protokolls wieder aus. Nichts gelernt und nichts vergessen, das sei das Fazit einer Außenpolitik, die von der Beharrung lebe und an Vergangenheiten denke. Locarno- und Kelloggpakt gehen in Ordnung, der Välkerbundspakt ist eine gute Sache, aber Frankreich braucht handfestere Sicherheiten, nämlich ein Europa in Waffen, das bereit ist, für Frankreichs Interessen zu marschieren. Das Echo in Frankreich. Paris, 12. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die französische Presse ist mit der Rede Briands in Genf im allgemeinen einverstanden. „Petit Journal" sagt, Briand ergreife für Frankreich die Initiative zu einer neuen Verhandlung über die Sicherheit durch gegenseitigen Bei st and. Man habe also auf 1924 zurückgegriffen. Der Vorschlag Briands habe große Sensation hervorgerufen. Er sei das neue Ereignis der Tagung. Er ließe eine formelle Demarche der französischen Regierung entweder noch vor Februar 1932 oder bei Beginn der Abrüstungskonferenz voraussehen. — Der sozialistische „Populaire" erklärt, die Ausführungen Briands hätten Mißstimmung hinterlassen. Es genüge nicht von Frieden zu sprechen, man müsse seine Vorbereitung und Organisierung betreiben, und von dem Standpunkt aus betrachtet sei die Rede Briands eine Enttäuschung gewesen. — „Ami du Peuple", das nationalistische Cotyblatt, schreibt bissig, Briand habe Europa, den Völkerbund und sich selbst verteidigt. Daß er Frankreich stets vergesse, wisse man ja. Oie Rüstungspause. Die Initiative der nordischen Mächte. Genf, 11. Sept. (TU.) Sie Außenminister von Schweden. Rorwegen, Dänemark Holland und der Schweiz haben, auf den Vorschlag Grandis aufbauend, in der Vollversammlung des Völkerbundes folgende Entschließung eingebracht: Die gegenwärtige Weltkrise bedeutet eine schwere Störung in den Berlin, 11. Sept. (WTB.) Auf einer in Anwesenheit des Reichskanzlers in der Reichskanzlei abgehaltenen K«o n f e r e n z der Landwirtschaftsmini st er der Länder gab Minister Schiele einleitend einen Heberblick über die agrarpolitische Entwicklung der letzten Jahre und legte seine Grundsätze für die künftige Agrarpolitik dar. Minister Schiele führte aus, daß seit der Wende der Jahre 1928/29 die Entwicklung der Landwirtschaft in Deutschland völlig unter dem Zeichen des Zusammenbruchs der Agrarpreise am Weltmärkte gestanden habe. Im Mittelpunkte der Agrarpolitik mußte daher die Abwehr der zu niedrigen Preisen her- einströmenden, den deutschen Markt überschwemmenden Auslandeinfuhren, d. h. die Zollpolitik stehen. Soweit die uneingeschränkte handelspolitische Bewegungsfreiheit vorhanden war, ist sie nunmehr für die Ackerbauerzeugnisse und die Fleischwirtschaft in dem Maße ausgenutzt, wie es die gegenwärtige Lage möglich und notwendig macht. Da, wo Zollbindungen vorliegen, die aus allgemeinwirtschaftlichen Gründen keine Aussicht auf schnelle Beseitigung haben, wird die gesunkene Konsumkraft des deutschen Volkes notwendigerweise zu einer Drosselung entbehrlicher Einfuhren führen. Mit der Zollpolitik allein ist aber der Agrarkrise nicht beizukommen. Akute Ursachen der Agrarkrise liegen in der untragbaren Zinsbelastung der Landwirtschaft und dem Absahproblem. Die Sicherung des Absatzes durch staatliche Maßnahmen ist nur begrenzt möglich. Der Staat muh sich darauf beschränken, durch Schaffung von Handelsklassen, durch Bereitstellung von Mitteln zur Zinsverbilligung für landwirtschaftliche Absahorganisationen durch zwangsweise Zu- sammenschliehung landwirtschaftlicher Verwertungsorganisationen der S e l b st h i l f e der Landwirtschaft den Start zu erleichtern. Die unzureichende Verwertung der Milch bei der Verbutterung sei die Ursache für das unwirtschaftliche Streben aller Molkereien nach Frischmilchabsatz. Wenn man zu hochwertigen Qualitäten und zu angemessener Qualitätsbezahlung gelangen wolle, sei die straffe Zusammenfassung de r M i lch w i r t f ch af t und die rationelle Organisation der Absatz- und Versorgungsverhältnisse Voraussetzung. Die Handhabe hierfür sei den Ländern durch den § 38 des Milchgesehes gegeben. Die Reichsregie- Deziehungen zwischen den Völkern. Ihr liegt eine Reihe von wirtschaftlichen und politischen älr- sachen zugrunde, deren Hauptquelle der M a n g e l an gegenseitigem Vertrauen zwischen den Völkern ist. Die Durchführung der Verpflichtungen des Völkerbundspaktes hinsichtlich der Herabsetzung der Rüstungen ist ein erstes bedeutungsvolles Mittel für die Wiederherstellung des gegenseitigen Vertrauens zwischen den Völkern und für die Erleichterung der wirtschaftlichen L a st e n, die die Volker zu erdrücken drohen. Eine Wiederaufnahme des Wettrüstens würde unvermeidlich zu einer sozialen und internationalen Katastrophe führen. Die Vollversammlung des Völkerbundes richtet daher einen dringenden Appell an alle, die die Verwirklichung der dem Völkerbundspakt zugrundeliegenden Prinzipien des Friedens und der ®e- rechtigkeit wünschen, zu bewirken, daß die allgemeine Abrüstungskonferenz zu einer allmählichen Herabsetzung der Rüstungen gelangt. Es ist notwendig, das Terrain für die Arbeiten der Konferenz vorzubereiten. Die Völkerbundsversammlung bittet daher den Rat, bei den Regierungen darauf zu dringen, daß sie sich in Erwartung der Ergebnisse der Konferenz jeder Maßnahme enthalten, die auf eine Erhöhung des gegenwärtigen Rüstungsstandes yinzielt. Macdonalds Kampf um den Notetat. Die zweite Lesung des Finanzgesetzes. London, 11. Sept. (WTB.) Ministerpräsident Macdonald beantragte heute vormittag vor vollbesetztem Hause die Annahme des Fi- nanzgesehentwurfes in zweiter Lesung. Er erklärte, das Gleichgewicht des Haushalts allein könne die Ursachen der Llngewihheit nicht beseitigen. Die Befugnis des Ministerrats, Verordnungen zu erlassen, sei unumgänglich notig, um der Lage Herr zu werden. Für den Augenblick sei das dringendste Problem gewesen, die Finanz- und die Arbeitslosenfrage so zu behandeln, daß jeder, der Geschäfte mit Großbritannien treibe, und besonders der Anleihezeichner, davon überzeugt sei, Großbritannien besitze eine gesunde Finanzorganisation. Die fünfprozentige automatische Herabsetzung der Staatsbeamtengehäl- t e r unter den Lebenshaltungskostenplan sei schon von der letzten Regierung beschlossen worden. Der Premier verteidigte dann die Herabsetzung der Arbeitslosenunterstützung. Wie erwartet, kam es besonders hier zu lärmenden Protesten der Opposition. Der ehemalige Innenminister C l h n e s (Arbeiterpartei), erkannte zwar die Rotwendigkeit an, die Finanzen des Landes zu schützen, erklärte aber, daß nach den Vorschlägen der Regierung breitere Volksmassen das zum Leben unbedingt Rotwendige entbehren, während andere Leute ihr Luxusleben weitersühren würden. Die Arbeitslosigkeit würde durch die Senkung der Kaufkraft der Arbeiter vermehrt werden. Das Haus dürfe nicht einen Gesetzentwurf an- nehmen, der die Kontrolle des Parlaments aufhebe. Dieser Gesetzentwurf bezwecke nicht, Ersparnisse zu ermöglichen, sondern die Opposition tot zu machen. Gandhi landet in Europa. Paris, 11. Sept. (WTB.) Zum Empfang Gandhis, der heute an Bord des Dampfers „Ray- putana" inMarfeille eintraf, waren keine offiziellen Persönlichkeiten, aber eine große Anzahl von Journalisten aus der ganzen Welt und viele Anhänger Gandhis aus Genf, Paris und London erschienen. Ein umfangreicher Sicherheitsdienst französischer Polizei verhinderte stö- rung erwarte besonders auf diesem Gebiete stärkste Unterstützung ihrer Bemühungen durch die Initiative bet Länder. Neben der Organisation des Absatzes sei die Finanzierung des Absatzes dringender denn je. Die Verlängerung der Dauer der Zinsverbilligung ist gesichert. Das Lagerscheingesetz, das die Einführung von indossablen Lagerscheinen für alle in Frage kommenden landwirtschaftlichen Erzeugnisse ermöglicht, wird mit allen Mitteln forciert, um es alsbald in Kraft setzen zu können. Alle Maßnahmen zur Regelung und Finanzierung des Absatzes sind aber dann unzureichend, wenn die Produktion nicht genügend nach Menge und Güte dem Verbrauch angepaßt wird. Die mit Erfolg von der Landwirtschaft vorgenommene Umstellung in der Getreideproduktion muß auch in diesem Jahre aufrechterhalten und fortgeführt werden. Ich warne vor einer erneuten Ausdehnung der Roggenanbaufläche. Der Weizenanbau muß auf seiner Höhe erhalten werden, notfalls unter Umstellung vom Sommer» auf den Winteranbau. Die Hafer- Produktion muß unbedingt weiter einge- schränkt werden; sie liegt immer noch um fast zehn Prozent über dem deutschen Bedarf. Dagegen sind der A n b a u von Futtergerste und Leguminosen zu Futterzwecken sowie die Grünlandwirtschaft noch ausdehnungsfähig. Zudem wies der Minister auf die Notwendigkeit hin, der Frage der Produktion sko ft ensen- k u n g auch in der Landwirtschaft noch stärkere Beachtung zu schenken als bisher; denn die Landwirtschaft habe kein Interesse an absolut hohen Preisen, sondern nur an einer vernünftigen Relation der Preise. Das weitere Anwachsen der Arbeitslosigkeit und der Mangel an Mitteln für die Unterstützung der Erwerbslosen erfordern besondere Maßnahmen zur Sicher st ellung der Ernährung der Arbeitslosen im bevor- stehenden Winter. Es kommt darauf an, trotz Her- absetzung der Richtsätze für die Unterstützung durch Gewährung billigerer Naturalleistungen die Kaufkraft der Arbeitslosen im bisherigen Umfange zu erhalten. In Frage kommen in erster Linie die Bereitstellung von Brot oder Mehl, Kartoffeln und Brennstoffen, in zweiter Linie Fleisch oder Fett und Milch. Die Durchführung muß sich den örtlichen Verhältnissen anpassen und frei in die Hand der Kommunalverbände gelegt werden. renbe Kundgebungen, und von London eingetroffene Polizeidetektive nahmen sich sofort der persönlichen Sicherheit Gandhis an. Von der Brücke aus erwiderte Gandhi barhäuptig und in Sandalen die Grüße. Widerwillig stellte er sich dem Kreuzfeuer der Photographen und zog sich dann ohne Erklärungen vor dem Ansturm der Reugie- rigen in seine Kabine zurück. Da Gandhi den Wunsch hat, so schnell wie möglich nach London au kommen, wird er bereits heute nachmittag mit dem Schnellzug nach Calais weiterfahren, ohne in Pans Station zu machen. Oer Oeutsche Gewerkschasts- bund zur Lage. Berlin, 11. Seot. (ENB.) Der Vorstand des Deutschen Gewerksmaftsbundes hat sich mit den schwebenden wirtschafts» und sozialpolitischen Fragen eingehend befaßt. Das Ergebnis- der Aussprache fand Ausdruck in einer Entschließung, in der es u. a. heißt: Gegenüber der Privatwirtschaft, insbesondere dem Bankwesen, muß die Reichsbank unter Erweiterung ihrer Befugnisse und Erneuerung ihrer leitenden Körperschaften die notwendig gewordene Aufsicht durchführen. Die wesentliche Verschärfung des Aktienrechts muß sofort vorgenommen werden. Wir bedauern, daß auch in der Zeit des Lohnabbaues die Regierung von den Möglichkeiten des K a r t e l l r e ch t s so gut wie keinen Gebrauch gemacht hat. Eingriffe in die abbaureifen Preise dürfen nicht länger hinausgeschoben werden. Der Forderung nach Beseitigung Der Unabdingbarkeit tarifvertraglicher Vereinbarungen darf nicht nachgegeben werden. Bei einer Fortdauer des Lohnabbaues wird den deutschen Arbeitnehmern die Fortzahlung der bisherigen Mieten völlig unmöglich. Die Senkung der Mie - t e n darf aber nicht durch den völligen Abbau der Hauszinssteuer versucht werden. Wenn wir auch die Notwendigkeit eines Ausgleichs der öffentlichen Haushalte unbedingt bejahen, so dürfen trotzdem eine Reihe von Belastungen, die die Notverordnung den Arbeitnehmern und den Arbeitslosen auferlegt hat, nicht länger aufrechterhalten werden. Die Kosten der öffentlichen Verwaltung sind durch Vereinfachung der Verwaltung im Sinne eines verstärkten Einflusses des Reiches auf die innere Verwaltung zu senken. Em kommunistisches Kommunalprogramm. Boizenbutg, 11. Sept. (TU.) Der kommunistische Berliner Rechtsanwalts Dr. Alexander, der kürzlich zum Bürgermeister des kleinen mecklenburgischen Landstädtchens Botzen- b u r g gewählt wurde, hat in einem Schreiben an den Rat der Stadt mitgeteilt, daß er die Wahl a n n e h m e. Gleichzeitig teilt er mit, daß die Selbstverwaltung in Boizenburg künftig nur noch durch die „Werk tä tig en" ausgeübt werden falle. Bier- und Bürger st euer werde es nicht mehr geben. Soweit die Werktätigen durch die Rotverordnung belastet würden, sollte diese nicht durchgeführt werden. Die Gewerbesteuer solle den kleinen Geschäftsleuten erlassen werden, ebenso brauchten Erwerbslose keine Wasser- und C l e k t r i z i t ä t s - abgaben zu entrichten. — Im übrigen würden die städtischen Tarife nach dem Einkommen gestaffelt. Die Polizei werde aufgelöst und durch eine Arbeitermiliz erseht werden, die durch eine Sonderumlage der Llnternehmerbezahlt werden solle. Außerdem enthält das Programm noch weitere Punkte, die gegen die Verfassung verstoßen. In Doizen- burg hofft man, daß dem Bürgermeister keine Gelegenheit gegeben wird, sein Programm in die Tat umzusetzen. Kleine politische Nachrichten. Professor Radbruch in Heidelberg hat den an ihn vom Preußischen Kultusministerium ergangenen Ruf an die Berliner Universität ab- ge lehnt. Wie es heißt, soll sich die Berliner juristische Fakultät gegen diese Berufung ausgesprochen haben. Radbruch hat zum Ausdruck gebracht, daß er nichtaufoktroyiert zu werden wünsche. Es muß nun als fraglich gelten, ob der im Zusammenhang mit der Reform des juristischen Studiums für die Berliner Universität geplant gewesene neue Lehrstuhl, den Radruch erhalten sollte, überhaupt errichtet werden wird. • Der Chef des Marinekommandoamtes des Reichswehrministeriums, Konteradmiral G l a - disch, ist zum Flottenchef ernannt worden. Der Konteradmiral Dr. phil. h. c. Groß, wurde zum Chef des Marinekommandoamtes des Reichswehrministeriums ernannt. • Das Schöffengericht Berlin-Mitte verurteilte den Schriftsteller Moritz Tarnow, den Herausgeber des Buches „Gefesselte Justiz", und den Verleger des Buches, I. F. Lehmann- München, wegen Beleidigung des früheren Reichswehrministers und jetzigen Oberpräsidenten der Provinz Hannover, Roske, wegen übler Rachrede zu 400 bzw. 200 Mark Geldstrafe. Aus aller Welt. Schwerer Orkan in Miiielamerika. Rach einer Meldung des Tropical-Radio ist B e - lize (Britifch-honduras) von einem furchtbaren Orkan heimgefucht worden, der b i s- her 2 0 0 Tote und viele Hunderte yon verletzten gefordert hat. Auch die Stadt San Juan auf Porto Rico hat unter dem Orkan schwer zu leiden gehabt. Die Nachrichten über die Sturmkaiastrophe verdichten sich zu einem Bild grauenhafter Verwüstungen. In Belize allein dürften mehrere hundert verletzte zu beklagen fein. Der Sturm, der über die Stadt raste, hatte eine Geschwindigkeit von 100 bis 150 Meilen die Stunde. Begleitet war er vor dner Springflut, die die Wassermengen bis zu zwei Meter höhe auf türmte und die Straßen überschwemmte. Mehr als 70 v.h. aller Hauser findeingestürzt und bergen unter ihren Trümmern noch zahlreiche Einwohner. Wie es heißt, sollen auch mehrere amerikanische Priester unter den Opfern fdn. Die Hilfsmaßnahmen haben bereits eingesetzt. Tagung des Bundes Deutscher Post, und Telegraphenbeamten. Der Bund Deutscher Post- und Telegraphen» beamten (Zivildienstberechtigte) hält vorn 10. bis 12. September seinen diesjährigen Bundestag im Kriegervereinshaus in Berlin ab. Der erste Bundesvorsitzende, Telegraphenoberbauführer V o i g t-Ber- lin, hielt einen Vortrag über Personal- und Stan- besfragen der mittleren Postbeamtenschaft. Er bezeichnete bas Berufsbeamtentum als denjenigen Pfeiler des deutschen Staates, der auch in der jetzigen Notlage des Reiches und Volkes unverrückbar und unzerstörbar standhalte. Ein Untergraben dieses Pfeilers durch Entrechtung des Be- rufsbeamtentums, eine Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlage der Beamtenschaft durch fortgesetzte einseitige Gehaltskürzungen müsse zum Verderben von Reich nd Volk führen. Der Redner schloß seine Ausführungen mit einem Appell, trotz aller einseitigen Belastungen dennoch treu zu ihrer Pflicht für Volk und Reich zu stehen. Oie Wetterlage. :ydl ShortT .10 BörcJi Lw TCr w- m Pans r o iurs 7tu. Qf Z2±7 'ui —7*-""—Xysr _______X-Jan May Ä die ^,°b. ^hinn1 * &£'• kt jJA liner uiCT ■»A’ft L-7-„d- 77K °"doaniiez°^ "hmann. Sptatt Seit Mtnttitt. cal-Bablo IRBb e neni Ivrcht. ^en.bftbl». Jlf M Berichten 5an 3nan auf ' iu leid» Siutmfafaftrophf grauenhafter Br. J Miete hvnder, ™rm, dn übet die von 100 bl, 1 war er vor einer wagen bi, ju )rMj ,|e Strafen über» • aller häufet unln ihren Irüm. Die er Wollen er unter den Opfern 1 bereif, eingefehi. "egrophenbeamfeo. und Telegraphen. M oom 10. bi, n Bundeslag im Der erste Bundes- ^hrer Boigt-Bn. isonai. und Sian- Menschast. Lr be- ' tcntum als den- taates, der auch in es und Balkes un> ndhalte. Ein Unter* Entrechtung des?e- ung der wirtschaft- schäft durch sortge. 1 müsse zum Ufr- Ser Redner schloß Appell, trotz aller reu zu Ihrer Pflicht ZSZ rf-Ss :r aus % hat nach ^'^^?aasgebitl ge' lieber d)la959t®ahr' s Dorhrtn^ ®ebicV^n! ner 1. Zust. mit Gartenant. freie Lage, 1. St., mit einer 4-Z.-W. mögt. Näbe d.Bahnhoss ob. Zemrum zu taulcken gesucht. Schr. A>'g. u. 05253 a. d. Gietz. Anz. Lieferwagen 10-15Zentner Tragkraft, zu verk. losvso Fleisch, Schiffb. Weg •WHtMMH Ein leichter Jagdwagen sowie Einspännerkulscbgeschlrr wegziigshalber bill. zu verkaufen. [05243 Jakob Hensel Zu den Mühlen 2 999999999999 Bei Magenleiden jeder Art. wie Magenkramos, Mag^uschmerzen u. bereu Folgen, so Unverbaulichkeit. Appeiltlosigketi. nervösem Ätagen, Erbrechen, Entkräfte Gemütsleiben wirkt der über 60 Jahre bewährte Hubert Ullrich’sche Kräuterwein infolge der eigenartigen glücklichen Zusammensetzung auf die Magensäfte und den Gesamtstosswechsel. Zu haben in Flaschen zu RM.2/75 und RM. 4 — 1 Liier zu RM. 7.50 nur in der Engel-Apotheke am Kleiner Garten Nahrungvberg ober Nähe, zu vachten ges. Sckristi. Angeb. unt. i>5247 a. b. Gietz. Anz. Drei Morgen Grummet Gras abzugeben. 6020V Schäler, Lieber Str.9 flraueJfaare nidd färben! ^•JTDa« seit Jahren bewährte biologische Haarstärkunge- /«r wiseer ENTRUPAL ges. gasch, f Ohrt den geschwäch- ten Haarwurzeln dte verbrauchten Pigmente (Farbstoffe) zu, sodaß graue Haare und Nachwuchs auf natürliche Welse die ehemalige Farbe wlodererhalten, daher Fehlfarben ausgeschlossen. Kopfschuppen u. Haarausfall verschwinden nach kurzem Gebrauch. Flasche RM. 4.80. Prospekt kostenlos. 5756 V Drogerie 0. Winterhoff, Gießen, Kreuzplatz 9/10 Vor Eine Dank M MW. Gentleman viot und ti Stummelpsei anderer N. ^eingeldma iMeren gra um den er Dieser mQn; JW Deitz wnn wendet -Schöner 5 »Öa." '^berhaur »vQ. ' >^e auf d kriegen.' ■•3p1 ■Ss KL; 'N° $ C * 4n«BSB| taj™' IG"- dann dar ’S dvrbei fejen HL' rein" Mensch -Damals ( ander- nnen trat < Stadttheater Gießen Intendant Dr. Rolf Prasch. Dienstag, den 15. September 1931 11. Vorstellung im Sommerabonnement Anfang 20 Uhr — Ende gegen 22.30 übr. In neuer Inszenierung Der Garten Eden Komödie von Bernauer u. Oesterreicher Spielleitung: Peter Fassott. 2 Paar Gtiekel Nr. 42 und 40 f. Metzger zu kauten gesackt. -Lchristl. Angeb. uni. 052«4 a b. Gietz. Anz | Empfehlungen| Ludwig Kohlermann Bleichstratze 14 empfiehlt BM5D Solz-, Korb-und dürstenwaren Reparaturen an Bodnern sowie Anieriigung v. Svezialbü sten. Lungenverschleimung hartnäck. Husten, Luftröhrenkatarrh, Keuchhusten, Bronchialkatarrh, Asthma etc. behebt und linbert selbst In veralteten Fällen ber schleimlösenbe Oellheim's Brust- u.Lungeniee Preis Mk. 1.25. Zu haben in ben Apotheken, bestimmt: Pelikanavotbeke Gie- fien, Kreuzvlatz 2,7426D Wissenschaftliche Werke Sonäergeoiei ae< Brühl'schen Druckerei Garage frei Alicenstr. 28. [M,,e | Mietgesucne | Schöne l°^D Zß-Zimm.-Wolin. in guter Lage per fof. ob spät.z.mieien ges. Stdckrath & Bender, B.m.b.H., Gießen Möbeltransport Walltorstr. 53 Tel. 3519 5-6-3immee- LVohnung Nähe d.r'ahnhois ges. Schrift!. Angeb. unt. 05231 an b. GH. Anz. 4-6-3itnmce- rvohnuns ver 1.1.1932 gesucht. Schrisll. Angeb. unt. i*5213 an b. Gtz. Anz. Ktnberl. Ehepaar s. beschlagnahmefreie 3-5-Zimffl.-Wohn. evtl. klein.Hänschen. Schritt!. Ang. unter 05256 a. d. Gietz. Anz. Schreibmaschine lAbler7) wenig gebr. auSPrivarbandzum Preise v. 100RM.zu verkauieu. Zu ecfr i.b.Geschst.d.Gtz.Anz. 1 gr. Fön IHaar- trocknerl. 2 kl., 1 gr. clcktr. Oien, I Heizkissen, alles neu unb gebrauchsserlig, bill. abzug , evtl, geg Naturalien. Sckr. Ang. unt. 05244 a d. G. A. Gut erhaltener Danetbranöofen Syäem Ntehner, zu verknusen. [05229 Nordanlage 11 1. 2 flammiger 05281 Gasherd z. verk. Hlusburg 13, Fast neuer weitzer Senking- Gasherd mit Brat- u. Backoien, billig abzugeben. 6024 D Gnautbttr. 22 1 r. klelveiWM 3iüriger, neu, ‘-'s für Wäsche, s. ben Spottpreis von Mk. 90.— zu verkaufen. Sckrtstl. Angeb. unt. 05224 a. d. Gietz. Anz. 1 Bettstelle 'echt Eicke», iNacktfchräuk- chenmtt Marmor, zu einemSvottprets zu verkaufen. Daselbst a. 2 Schlafzimmer billig abzugeben. Wleseck, Tnrmitr. 17 Snoeit :lZ!mmerw. 1 Kindersnortwagen 1 Hel. Bettet., w.lack. 1 Sattel-n Zanmreag Dt. landw. Tierzucht Jahrg. 1925 26 27 Am Kugelberg 1,1. to264 1—2 nackm. Unterricht in Latein und Englisch wird erteilt zu zeitgemäßen Preisen. Beste Empfehlung, stehen zur Verfüg. Schriftliche Angebote unter 60270 a. d. Gieß. Anzeiger. Akadem. gebil. Musiker erteilt grünbl. Unterricht in sämtl. ScklagzeuglKonzert Jazz) Xylophon sowie sämtl. Blech- blasinstrumenien a. nach auswärts bei zeitgem Berechnung. ÜbernehmeBereins- orchester u. Gesangvereine. Sckr. Ang. u.05246n.b.@ieft.2lnA. Gebil. junge Dame übernimmt ärztliche Buchführung Abrechnung u. sonst. sckriNliche Arbeiten iSchreibmaschtne) in d. Abenstund. Zeugnisse u.Ref. vorhanb. Gest. Zusckr. u. 05278 an den Gietz. Anz. verir. nut Büroar- beuen fmdet Dauer- stellg. Jnteressenetn- lane v. 2-3000 RM. erivünscht. Ausf.Bewerbung mit Lichtbild unt.05-36 an den Gietz. Anzeig, erbet. Lehrmädchen für Pittzgeschäft ges. Mohr 16263 Seltersweg 45 Kinderwagen igebr.s billig zu verk. Schnbertslr. 2 III, r. Tafelobst Einmach-Birnen verkauft 15713V C. Rübsamen, Fernsprecher 3659. 9 Morgen Girnnmewras auch zur Grünsüite- rung geeignet, am Aulweg bei derHey- ttgenstädt'schen Fabrik abzugeben, «.„v Rinn & Cioos A. 6. Heuchelheim. , | Kaufgesuche | Einfamilienhaus gesucht. 6 Zimmer, davon 4 gröhere. möglichst 2 Mansarden, Bad, Zentralheizung, Garten u. Garage. Schriftliche Angebote unt. 5930V an ben Gietz. Anz. 3agbi vorzüglicher Wild- stand, 5000 Morgen, an der Lahn Jagdhütte vorhanden, ein ober zwei weibge- rechte Teilhaber gesackt. Näheres durch A. D. J. V. Bez.-Ver- । ein Dlllkreii. Her- born, Dillstraße 5 1. Schön möbl. Wohn- u.Schlafzimmer mit Ballon, Bad od. Küche z.verm.an lob. 2 Peri. Schr. Ana. u. to273 a. d. Gietz. Anz. Berusst. Frl. findet behagücheS Zimmer b.niletnit. Frl.t i>reis Wit 25.-). [05258 Aulweg 30 vart. I. Gut möbl. Wohn- n.Schlalzimmer zu vermieten. [O517e Frankierter Str. 84p. Sir, daß hu uns gebon Frage." Dl Worte Me woraus Ich zu verstehe zwischen b fortwir harrt, viele ten Ümstä muh bann einmal flej zu seine seinen An Produktive gebildet ui nun bas l sich erkennb es wieder zi war. Darüb wirb, kann sch in verft selbst wenn tigen. Ein fance, eine trat, bas 3 ganz Die gbefämp ilhelm B entstand teil das bemeift gegen die UJl ^anynem, si bchrr, tzch schwömmen« Augenblick Wenn b Tendenz lli w^sse @rur einem Volk seinem Ben Oberfläche Das Volk Wesentliche Jahrhundert ^Ipotismuf ober des Pi Qebädjtnis d LNSdchsn m. all. Hausarbeiten vertr^ sucht Stelle p. sofort. Sckr. Ang. u. 0.-257 a. b. Gtetz. Anz. Ehr!, träft. Mädchen vom Vnnbe. 18 I., m. gut. Zeugnissen sucht Stelle. Sckr. Ang. u. 05272 a. b. Gtetz. Anz. Verkäufe ] 6 gute Einleg- Schweine verkauft [5975D Hermann Jhring, ^idj (Vörocn) 3x3-Zini»ier- haus, Lieber Sir.7, ist unter günstigen Bedingungen nur durch mich zu verk. Näheres A. Bieker, 5204 Kevlerste. 9. Kapitalanlage! Neuerbautes Wohnhaus 11-2 Familien! mit Stall und 3000 qm Grasgarleni.d.Nahe Alsfeld (Oberh 1, billig zu verk. Geeignet s.Gestügelfarm.Evtl noch einige Morgen Acker 11.Wiesen Näh. Ho lerweg 18, Rieden Rentables erstklass. Haus 3 Etagen u. Garten in feinster Lage Umständehalber sofort billig zu verkauieu. Schrift!. Angebote unter 05275 an den Gietzener Anzeiger. aus 1. Hypothek aus- zuleihen, zeitgemätze Zinsen. Schr. Ang. u. 05265 a. d. Gietz. Anz. Gate 9°/o Anläße nOUOO I. Hyv. a. Vlll.- Rrdst.InMar: nrga.L. ges.W c.90000kostsr.d. MaucKschÄ.1; 30 ähr. Maklerfirma. Zum MMorhen werden Zuckerrtiben abgegeben. 6000 V H. Brückmann Nenbof. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstrade f Mädchen v. Vande, statt l. Ersckeinung, -6 I., wünscht mit folibemnetten Herrn bekannt zu werden. zwecks Keivat Schrisll. Angeb. unt. 05203 an b. Gtz. Anz. Vereine Volksnationale Reichsvereinigung Ortsgruppe Gtehen TienStag.lS.SeVt. 20.30 Uhr ,OI,D Hotel Köhler Slaalsbürger-Ahend. | Vermietungen | Wohnung modern. 7 Zimmer. Küche, Bad u. Mäd- chenz..ZentraLi;eiz u. Warmw., ver 1. Okt. zu vermieten. er die von diesem Kern ausgebt kann es Großes erreichen. Insofern ist das Uralte immer Das Junge, es ist das, was immer wiederkehrt wie Die Sonne, die immer die alte Sonne ift und jeden Morgen neu erscheint. Das Wort alt bezeichnet etaas Häßliches, Verworfenes, wenn es sich auf bas Abgetragene, Starrgewordene, Schalgewordene bezieht; aber es bezeichnet auch etwas ewig Lebendiges, siegreich Ueberdauerndes. So ist " 3° erfiären, dah Goethe zuweilen England als bas Land der Überlieferung, zuweilen Amerika als das Land ohne Ueberlieferung pries. Man hat unrecht, die Geschichte wie einen Kramladen anzu- sehen, in dem jedes alte Fell ausgestopft und Fasern und Schnitzel einbalsamiert werden; vielmehr soll sie den Strom des Geschehens läutern und das gewonnene Gold leuchten lasten. Im Wechsel und vom Wechsel lebt der Mensch, es muß fortwährend Altes absterben und Junges aufkeimen, nur sollte nicht gerade das Erprobte und Bewährte roeggeräumt werden, und das Iunae sollte wirklich jung und belebend und nicht um des Widerspruchs willen widerspruchsvoll fein, fjaufig wendet sich die Jugend gerade gegen das alte, bas ewig und heilig ist, und versteht sich gut mit dem Alten, das starr und stumpf ist. Der Vorgang des Wechsels, der dem Leben angemesten ift, ift weniger ein Ersetzen des Alten durch ein anderes, als ein D e r i ü ngen von etwas Bleiben- dem. In der Bibel, die gewiß ein Buch der Tradition ist, wird als schönste Verheißung das Wiederjungwerden wie ein Adler angeführt und als frohe Botschaft verkündet: Siehe, das Alte ist vergangen, es ist alles neu geworden! Die Bedingungen werden für beide Gruppen der Teilnehmer die gleichen sein. Aemter und Ausgaben werden verteilt nicht unter Begünstigung Der «tudenten. sondern nach dem Maßstab der Wert- Hastigkeit des einzelnen Lagerkameraden fürs Ganze. Es wird gemeinsam gearbeitet, gegessen, geschlafen. Ebenso sind gemeinschaftlich die gymnastischen und musischen Hebungen, die Borträge und Aussprachen. Daneben ist genügend Zeit für das Alleinsein und für die Einzelfreundschasten frei. Die unterste Einheit ist die Rotte, bestehend aus fünf Arbeitslosen und fünf studentischen Hager- kameroden, die sich zusammenfinden und ihren Sprecher bestimmen. Diese Rotte arbeitet gemeinsam, schläft gemeinsam und ist auch beim Esten am selben Tisch vereinigt. Gemeinsame größere Angelegenheiten werden vor dem L a g e r t a g . dem alle Kameraden angehören, zur Sprache gebracht. Der C a g e r f ü b - r e r wird von der Studentenschast gestellt; er hat die letzte Entscheidung und Verantwortung, er arbeitet zusammen mit den beiden je von Arbeitslosen und von den studentischen Lagerkameraden gewählten Vertretern. Es ist ersichtlich, daß wir uns das Arbeitslager bestimmt denken von der Idee einer neuen Staatlichkeit. So sehr Parteipolitik abgelehnt wird, ebenso sehr wünschen wir in diesem kleinen Rahmen zur Bildung des politischen Menschen. dH. des gemeinschaftoerpslichte- len, beizutragen. So glauben wir bas Grundübel der Zeit getroffen zu haben, indem wir an Stelle von Vereinzelung und Vermassung die verantwort, liche Persönlichkeit und die Gemeinschaft des Ganzen Was für den gesamten freiwilligen Arbeitsdienst gesagt werden muß, gilt auch hier: an der Wiege dieses Kindes darf nicht der moderne Aberglaube an Maste und Zahl, Verordnung, Bureaukratie und Rationalisierung Pate stehen. Es kommt hier allein auf . bie schöpferische lat der Freiwilligkeit und der Freiwilligen an. Wir sind uns bewußt, daß die Aufgabe eine sehr schwere ist, und daß otel Skeptizismus und Miß- trauen überwunden werden muß. Vielleicht wird das Wunschbild der gemeinschaftlichen Lagerkameradschaft gar nicht erfüllt werden, so wie wir es wünschen und anstreben. Trotzdem und im Angesicht der Schwierigkeiten wollen wir den er st en Versuch wogen. Was für frühere studentische Generationen das Gemeinschaftserlebnis der Front und bas Werk- ftubententum nach feiner ibeeUcn Seite hin bedeutete, kann für die jetzige Generation die Heimatdienst s ch a s t werden- Als Arbeitsort ist Münsingen festgelegt war- den. Ein Waldweg soll dort chauffiert werden. Die Arbeit erfüllt unbestrittenerweise alle Voraussetzungen einer zusätzlichen Notstandsarbeit (s. o.). Münsingen selbst wird einige Vorarbeiter stellen; darüber hinaus kann die Gemeinde keine Unterstützung leisten, da sie durch Stillegung des dortigen großen Zementwerks finanziell geschwächt ist. Das Landesarbeitsamt Stuttgart hat alle Vorbereitungen mit außerordentlicher Initiative gefördert. Das Rektorat der Universität und der Dermögensbeirat Haden uns ihrer Unterstützung und Förderung versichert. Ebenfalls haben unsere Bemühungen bet württemdergischen Mini- ft er i en und bei der O b e r f o r st d i r e k t i o n größtes Entgegenkommen erfahren. Gemeinsam für alle Lagerkameraden ist frei: Fahrt, Unterkunft, Ver. pflegung, Arbeitskleidung, Versicherung. Die Arbeits- losen erhalten laut Notverordnung § 139a und Ausführungsbestimmungen 50 Pf. Taschengeld für den Tag. Gearbeitet wird täglich sechs Stunden an dem Waldweg. e Soweit das Ziel, das sich die Tübinger Studentenschaft gesteckt hatte als sie zu Beginn der Univer- fitätsferien an bie Verwirklichung des Planes schritt. Nun nach mehrwöchigem gemeinsamen Zusammen- leben — es sind 65 Freiwillige davon die Hälfte Studenten und die Hälfte Erweroslose, kann bereits gesagt werden, daß es nicht nur ein Wunschbild ge- olieben ist, sondern daß die Zeit und die Jugend reif war für den Plan eines solchen überparteilichen. Aus der am Freitag veröffentlichten lieber- sicht werden unsere Leser mit Genugtuung erfahren haben, daß in diesem Sommer in vielen Gegenden Deutschlands in Arbeitslagern bie ersten Versuche mit b e m freiwilligen Arbeitsbien st durch- geführt worden sind. Neben großen nationalpolitischen Verbänden, wie dem Iungdeutschen Orden, dem Stahlhelm und den Organisa- tionen, die seit Jahren den Arbeitsdienst- gebauten gefördert haben und jetzt vor den ersten Möglichkeiten praktischer Verwirk- lidjung stehen, haben sich vor allem die S t u- beuten ans Werk gemacht. Als typisch für Geist unb Wollen eines solchen studentischen Arbeitsdienstversuches geben wir im folgen- den einige Stellen aus einer Veröffentlichung des „Heimatdienstes der Tübinger Studentenschaft'' wieder. Die Tübinger Studentenschaft, überzeugt von der Notwendigkeit der Aufgabe, hat beschlossen, in den Sommerferien dieses Jahres ein freiwilliges Arbeitsbien st lager durchzuführen. Es wer- den im August und September je eine vierwöchige Kolonie von je 50 Mann, von denen die Hälfte Arbeitslose f e in sollen, eingesetzt werden. Es wird ein von Grund auf gemeinschaftliches Lagerleben angestrebt, um die Teilnehmer zur gegenseitigen Erkennlnis ihrer Art und ihrer Stände und in gemeinschaftlichen Dienst für Heimat unb Volk zur Ueberroinbung der sozialen Vorurteile zu führen. Dazu soll bienen die gemeinsame Arbeit an einem Projekt, das die Bedingungen einer zusätzlichen Notstandsarbeit erfüllen muß, d. h. die Arbeit darf unter keinen Umständen dem Egoismus eines einzelnen oder einer Gruppe verschachert werden. Oer Wille zu deutscher Tradition. Don Ricarda Huch. Die Dichterin läßt unter dem Titel „Deutsche Tradition" bei Erich Lichtenstein, Weimar, soeben einen längeren Essay erscheinen In dem sie einen kulturgeschicht- Iichen lleberblick über bie den deutschen Irabitionsbcgriff formenben unb zersetzen- den Mächte der letzten fünf Jahrhunderte gibt Aus dem letzten Teil der kleinen Schrift oeröffentließen wir den folgenden Abschnitt: Was soll uns überhaupt Geschichte und Tradition? So wird vielleicht die Mehrzahl der modernen Menschen sagen, da wir die Vernunft haben, welche der untrüglichste Maßstab ist. Darauf läßt sicher- widern: Vernunft bedeutet: jedem feine eigene Mei- nung und infolgedessen unentwirrbares Streiten und Zersplitterung in unvereinbare Parteien. Tradition ist die gesiebte Vernunft des gesamten Volkes, sie trägt die Seele, den Grundwillen des Volkes aus einem Jahrhundert in das andere. Deshalb kann man sich für sie begeistern; für die Einfälle eines einzelnen begeistert |i in der Regel nur der, der sie hat, unb vielleicht eine kleine Sekte; Begeisterung aber ist eine Kraft, bie Berge verseht. Hiergegen wird mein Gegner einwenden, ob ich nicht die Verse aus dem „Faust" kenne: „Es erben sich Gesetz und Rechte — Wie eine ewige Krankheit fort — Sie schleppen von Geschlecht sich au Ge- schlechte — Und rücken sacht von Ort zu Ort. — Vernunft wird Unsinn — Wohltat Plage — Weh dir, daß du ein Enkel bist — Vom Rechte, das mit uns geboren ist — Von dem ist leider nie die Frage." Dagegen ist erstens zu sagen, daß diese Worte Mephistopheles in den Mund gelegt sino, woraus schon hervorgeht, daß sie cum grano salis Zu verstehen finb. Sodann muß man unterfcheiden Zwischen dem, was lebendig bleibt und f o r t ro i r 11, unb dem, was sich ansetzt unb erstarrt, vieles Ueberkommene verliert unter veränderten Umständen seinen Sinn und seine Kraft und muß bann weggeräumt werden ... Macchiaoelli hat einmal gesagt jedes Volk müßte von Zeit zu Zeit zu seinen Quellen zurückkehren; denn in seinen Anfängen fei jedenfalls etwas Gutes und Produktives gewesen, weil sie sich sonst nicht ausgebildet und fortentwickelt haben würden. Wenn sondern muß dem gemeinen Nutzen b i e n ft- bar fein. Es barf durch das Arbeitslager keine unlautere Konkurrenz für die Arbeiterschaft entstehen, da ein dadurch entstehender Lohndruck unter allen Umständen vermieden werden muß. Deshalb soll die geplante Arbeit einen N o t st a n d beseitigen, der aber bei den tatsächlich vorhandenen Tutteln und bei der, geldwirtschaftlich betrachtet, geringen Rentabilität des erstellten Werkes (Land- und Forstwirtschaft) nicht durchgeführt werden könnte. Die Arbeit wird aber nicht Selbstzweck sein, fon- dem sie wird untergeordnet demgemeinschaft- Iichen Leben. Es wird Verbundenheit und Ka- meradschast der Lagerteilnehmer angestrebt durch gegenseitiges Nehmen und Geben. Der Student soll von seiner intellektuellen und städtischen Einseitigkeit gelöst werden durch körperliche und erboer- bunbene Arbeit unb durch Das Zusammenleben mit den Volksgenossen, die als Arbeitslose die Not eines sinnlos und inhalllos gewordenen Daseins zu tragen haben. Die arbeitslosen Lagerkameraden möchten wir durch das g meinfame Leben befreien vor allem von dem seelischen Druck ihrer Lage. Deshalb wird Lagerleitung und Lagerleben parteipolitisch streng neutral fein. Das Lager soll jenseits von rechts und links stehen: niemand soll feiner Ueberzeugung durch Ueberrebung entfrembet werden, jeder aber so wünschen wir, soll die Ahnung eines gemeinschaftlichen und gegliederten Ganzen empfangen, dem der einzelne sich unterordnen muß, weil er fein Leben unb feine Würde nur von Leben und Würde des Ganzen empfangen kann. Parteipolitische Zerrissenheit soll nicht aufkommen können. Deshalb wird die Freizeit (da nur sechs Stunden gearbeitet wird, ist genügend Zelt dafür vorhanden) durch gemeinsame sportliche und musische Uebungen (Sing, unb Spielgruppe) ausgestaltet werden. Hütte sich zu den beiden gesetzt: er war mit etwas salopper Eleganz gekleidet und hatte eine herrliche Di sage für einen 6‘elbrief. Sr rauchte eine Virginia: die Hände hatte er in den Hosentaschen, und die Deine ftreefte er lang aus. »Haben wohl Flöhe in t ?;n Sack da, daß Cie so auspassen?" meinte er zu dem Gesi ','screrne- hgndler. .Nein.“ »Oder Whisky, was?“ »Auch nicht." »Na, vielleicht Dollars.“ »Ja, Dollars!" »So so, Dollars! Dah ich bloß m_;. l-^le!“ »Wieso lächeln?" »Mensch, wenn da Dollars drin sind, bann wiegt der Deutel einen halben Zentner." »Wiegt er auch." »Machen Sie doch keinen Quatsch! Da würden Ihnen ja die Deine abfter.en." »Na, heben Cie doch mal an!“ Für einen Augenblick gab brr Geschäftsmann seinem Nachbar ben D:u el in die Hand. Der Mann mit der Virginia wog iyn prüfend, bann gab er ihn zurück. »Höchstens zwanzig Pfund!" erklärte er. »Mindestens fünfzig!" »Zwanzig Pfund, nicht ein Gramm darüber. Ich habe das im Gefühl. Ich war Athlet, drüben in Coney Island: ich hatte den ganzen Tag mit Gewichten zu tun.“ »Schöner Athlet! Del Ihrer klapprigen Figur?! Sie halten den Deutel keine halbe Minute im ausgestrcckten Arm." »Ach denken Sie mal an! Sie haben einen Dlick wie ein Douillonauge. Ich erkläre Ihnen, ich renne mit dem Deutel im ausgestreckten Arm zehnmal um das große Rasenrondell herum." »Ausgeschlossen! Ich, wette fünf Dollar, dah Sie es nicht fertig bringen." »Fünf Dollar dagegen!" Der Mann bezahlte, ftanb auf, zog sich umständlich die Hofen hoch, nahm ben Deutel in die rechte Hand, streckte mit einem Ruck ben Arm aus unb rannte loS. Als er ein ganzes Stück weg war. sagte ber ältere Gentleman: »Hören Sie mal zu, lieber Freund. Sie haben doch bestimmt einen kleinen Paradiesvogel da oben?!" »Wieso denn?" »Na, denken Sie vielleicht, der Wann kommt wieder mit dem Deutel?" »Natürlich kommt er wieder.“ »Reden Sie sich ein! Natürlich kommt er nicht wieder. Ich rühme mich, ein Menschenkenner zu aber Freiheit als frslwUUae Bindung an e,n höheres Ganzes, Genostenschasts- wesen, Ausgleichung der Gegensätze, Mannigfaltig- kett anstatt «yslcm unb Reichsbewußtsein ... £.-«.« ler bieichsbewußtsetn ober Reichsge- uhl verstehe ich bas Bewußtsein, bem Reich anzu- schören, bas bie Mitte (Europas bildet, bas ver- ch'ebene Nationen in sich ausgenommen hat unb in anbere sich ahne beutliche Grenze hineinerstteckt. unb bas beshald unb als Mitte bie Ausgabe hat, Europa zu vereinigen. Das Reich ist kein zentral!- tischer Grohstaat, ber einer überhitzten Maschine stricht, bie losrasen muß, um nicht zu platzen; es st stark unb in allen feinen (Bliebern lebendig unb tätig, aber als Ganzes vorzugsweise ruhenb. Es hat als vornehmste Aufgabe bas Recht unb bie Pflicht, ben Frieden zu wahren unb bie Macht unb ben Reichtum, denen ohnehin nachgetrachtet wirb, in ihren Ausschreitungen zu beschränken. Ich glaube' dah ein solches deutsches Reichsbewuhtsein bester als europäischer Deist und Völkerbund den europäischen Frieden wahren könnte, soweit bas möglich ist. Die Deutschen sind nicht unpolitisch — sie finb vielmehr auf politischem und sozialem Gebiet originell und probuttio gewesen, wo sie ihren Wir- kungskreis überblickten; aber auch das gehört zum Deutschen baß er gründlich ist und deshalb leicht versagt, wenn er bas nicht sein kann, weil er in zu große Verhältnisse gestellt ist, bie er nicht überblicken unb kennen kann. Wenn die Deutschen auch das Volk der Denker unb Dichter sind — unb sie finb es sicherlich —, so nicht in bem Sinne, daß sie notwendig unpraktisch unb unpolitisch sein mühten, sondern insofern, als sie die ideellen Guter über bie praktischen fteUen — natürlich ohne bie materiellen zu mißachten. Wenn sie eine überroiegenb materielle Richtung einschlagen, Haden sie ein schlechtes Gewissen. lelbstverantwortlichen Arbeitslagers. Nach einem Bericht aus Münsingen ist sowohl der kameradschaftliche Geist innerhalb des Lagers als auch die Arbeitsleistung ganz ausgezeichnet. Zu gleicher Zeit haben 180 Mann der Leipziger Studentenschaft im bedrängten Osten, und zwar im o b e r s ch l e - fischen Kreise Cosel ein Arbeitslager aufgeschlagen, um im gleichen Geist und unter ähnlichen Bedingungen wie die Tübinger Kommilitonen zu 62 Mark pro Zentner verkauft, was gegenüber der Vorwoche einer Besserung von etwa 3 Mark Wirtschaft Nachdruck verboten Ohne Gewähr 6187 51331 71751 151151 164170 64937 68168 69691 70993 72197 85971 Im Gewinnrade verblieben: 2 120376 163577 213432 249219 283470 337288 393816 117416 159498 207533 233727 276098 305695 321248 379315 88830 154134 199430 227152 262054 296876 317591 357399 93135 159229 205207 229799 274888 303587 319251 365307 122774 164529 213539 250971 293664 353471 149403 177459 214838 251476 308096 365098 118316 162601 210820 237917 277109 311528 328212 153414 189688 219507 257281 313036 374058 130343 181789 215103 238240 290441 315840 331723 154290 196165 220099 267159 325918 375343 122693 212350 157427 206524 235549 276556 330655 389940 86435 139284 197065 221074 253781 295612 316894 352688 von sehr trotz An- 28; 36; 44; 33; bis 10 Gewinne ju 10000 M. 249148 8 Gewinn, ju 5000 M. 383039 Gewinnauszug 5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preuß.) Staats-Lotterie gleichkommt. Es notierten Per Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 42 bis 46. a2) 37 bis 41. bl) 32 bis 36; Bullen a) 33 bis 36. b) 27 bis 32; Kühe a) 33 bis 36, b) 29 bis 32. c) 25 bis " Färsen a) 42 bis 46. b) 37 bis 41. c) 32 bis Kälber b) 50 bis 55. c) 45 bis 49, d) 36 bis Schafe al) 40 bis 43, b) 34 bis 39, c) 28 bis Schweine b) 54 bis 58, c) 53 bis 57, d) 51 die Urbarmachung von 400 Morgen Sumpfgebiet und die Regulierung der Strauna anzupacken, die bisher für den Kreis eine ständige Ueberschwem- mungsgefahr war. lieber andere Versuche der Heidelberger Studenten des Jungdeutschen Ordens, des Stahlhelms, des Reichsbanners und anderer Organisationen würde schon am Freitag in einer kurzen Zusammenstellung berichtet. 29. Ziehungstag 11. September 1931 In der heutigen Ziehung wurden Gewinne über 400 SOI. gezogen 2 Gewinn« tu 50000 M. 43325 2 Gewinn« «u 25000 M. 79360 22 Gewinn« zu 3000 M. 41012 77369 99119 160890 218268 240947 249960 289905 358082 358526 367328 44 Gewinnezu 2000 M. 10071 42761 48444 62762 72024 89705 155298 163731 171645 190267 207153 237735 241620 273265 276229 277699 309746 329867 387683 388916 395530 395922 96 vewinn- zu 1000 M. 3631 7034 22473 38098 43264 69265 75169 80170 81889 87529 117331 Prämien zu je 500000, 4 Gewinne zu je 10000, 2 zu je 5000,' 8 zu je 8000, 30 zu jt 2000, 34 zu je 1000, 70 zu je 500, 188 zu je 400 Mark. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 13.September. 19bis gegen 22.30 älhr: „Tannhäuser". — Montag, 14., geschlossen. — Dienstag, 15., 20 bis gegen 22.30: „Falstaff". — Mittwoch, 16., 20 bis nach 22-30: „Cosi fan tutte“. — Donnerstag, 17.. 20 bis 22.45: „Arnölia oder: Ein Maskenball". — Freitag, 18., 20 bis nach 22.30: „Olly-Polly". — Samstag, 19., 20 bis 22.45: „Der fliegende.Holländer". — Sonntag, 20., 15.30 bis 18: „Olly-Polly". 20 bis gegen 22.30: „Don Pasquale". Schauspielhaus. Sonntag, 13. September, 20 bis gegen 22 Uhr: „Dame Kobold". -7- Montag, 14., und Dienstag, 15., jeweils von 20 bis nach 22.15: „Pygmalion". — Mittwoch, 16., und Samstag, 19., jeweils von 20 bis gegen 23: „Meine Schwester und ich". — Donnerstag, 17., und Sonntag, 20., jeweils von 20 bis nach 23: „Der Hauptmann von Köpenick". — Freitag, 18., 20 bis 23: „Robert und Bertram". (1570 gegen 1602 Stück in der Vorwoche) etwas besseren Geschäftsgang zu verzeichnen hatte, wenn auch noch etwas ^leberstand verblieb. Besonders gut ausgemästete Tiere fanden stärkere Beachtung und erzielten vereinzelt auch Preise über Rotiz. Die Preise für Ochsen, Bullen, Kühe und Färsen blieben gegen die Vorwoche unverändert. Kühe in der untersten Gattung konnten sich um 1 Mark bessern. Das Geschäft am Kälbermarkt war trotz wesentlich geringerer Zufuhren äußerst still. Die Preise blieben für die besseren Qualitäten gut gehalten, während sich in der untersten Gewichtsklasse (geringe Kälber) ein Verlust von 4 Mark pro Zentner einstellte. Der Auftrieb betrug 1303 (1468) Stück, der auch verkauft wurde. Am S ch a f m a r k t wurde das steigende Angebot (308 gegen 367 Stück) zu steigenden Preisen ausgenommen. Die Preisbesserungen betrugen 1 bis 3 Mark. Der Handel war dagegen klein. Am Schweinemarkt machten sich "126'Gewinn« ,u 500 M. 5407 7251 18622 18973 27246 30943 34033 40438 48369 55352 59866 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 56, e) 44 bis 54. Frankfurter Abendbörfe. Frankfurt a. M., 11. Sept. Tendenz: weiter schwach. An der Abendbörse setzte sich der Kursrückgang im Anschluß an den Mittags- schlußverkehr weiter fort, da erneut Glattstellungen und E n t l a st u n g s v e r k ä u f e vorgenommen wurden, die jedoch kein stärkeres Ausmaß annahmen. 2m großen und ganzen herrschte weitgehendste Geschäfts stille, so daß -Umsätze nur sehr wenig zustandekamen. Gegen die Berliner Schluhkurse bröckelten die Kurse weiter bis zu 1 Prozent ab. An den Rentenmärkten herrschte ebenfalls Geschäftslosigkeit, doch machte sich auch hier Abgabeneigung, besonders in Städteanleihen, bemerkbar. Reichsschuldbuchforderungen blieben weiterhin offeriert. 3m weiteren Verlaufe und bis zum Schluß der Börse waren die Kurse rückläufig, und zwar erneut um bis zu 1 Prozent. Reubesitz 3,30, Altbesitz 46, Commerzbank 66, Danatbank 72,50, Reichsbank 111,50, Gelsenkirchen 39, Salzdetfurth 148—147,50, Mannesmann 38,50, Rhein. Braunkohlen 122, Stahlverein 26,50, AEG. 57, Licht & Kraft 71,75, I.-G.- Farben 102,75—102, Holzmann 46,50, Lahmeyer 74, Rütgerswerke 25, Südd. Zucker E 81, Lloyd 33. der Preis für Weizen um 2,50 Mark per Tonne auf 235 Mark erhöhen, der sich auch am Ende der Woche behauptete. Das Offertenmaterial in Roggen war weiterhin knapp und die Tendenz stetig. Die Rach- I frage ließ ebenfalls stark zu wünschen übrig, zumal die Forderungen zum Teil sehr hoch waren. Der Preis für die Tonne Roggen blieb mit 212,50 Mark gut behauptet. Hafer aus alter Ernte war nur schwach angeboten, während die Rachfrage lebhaft blieb. I 3n Hafer neuer Ernte kam dagegen reichlicheres I Angebot heraus. Die Qualität des diesjährigen I Hafers ist sehr verschieden, und die Preisspanne je nach Qualität groß. Gegen Ende des Derichts- abschnittes trat eine leichte Abschwächung um 2,50 Mark ein,, so daß sich der Preis für die Tonne Hafer neuer Ernte auf 175 bis 177,50 Mk. stellt. Am Gerstenmarkt zeigte sich einiges Interesse für spatere Lieferung, während das Geschäft in prompter Braugerste nach wie vor unter der Zurückhaltung der Brauereien litt. Industrie- und Futtergerste war dagegen besser beachtet. Sommergerste für Brauzwecke notierte per Tonne 180 Mark, für Industriegerste zahlte man zirka | 175 Mark, für Futtergerste etwa 170 Mark. ! Mehle hatten sehr geringes Geschäft. Die Tendenz war ruhig. Weizenmehle waren um 0,25 Mark ermäßigt, während Roggenmehl nominell unveränderte Preise aufwies. Es notierten Weizenmehl südd. Spezial 0 alte Mahlung 39,25 bis 40, do. Sondermahlung 34,75 bis 35,50, Weizenmehl Niederrhein. Spezial 0 39,25 bis 39,75, do. Sondermahlung 34,75 bis 35,25, Roggenmehl 29,25 bis 30,75 Mark alles je 100 Kilogramm. Die Tender^ am Futtermittelmarkt war ruhig und schwächer. Kleie gaben bei kleinsten Umsätzen um eine halbe Mark nach, Kartoffelflocken und andere Futterartikel waren ebenfalls im Preise rückläufig. Weizenkleie notierte 9,60 bis 9,50 Mark und Roggenkleie 9,50 bis 9,25 Mark per 100 Kilogramm. Die Haltung am Kortoffelmarkt war bet unbefriedigendem Geschäft weiterhin sehr ruhig. Die Preise zeigen rückläufige Tendenz. Man verlangte für Gelbfleischige hiesiger Gegend pro Zentner 2,10 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Infolge schwächerer Beschickung konnten sich die Preise auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt etwas freundlicher gestalten, d. h. die Preise zeigten zwar noch keine Aufwärtsbewegung, jedoch blieben sie auf dem Riveau der Vorwoche gut gehalten. Die Rachfrage des Konsums ist noch sehr zurückhaltend, so daß sich das Bild des meist sehr ruhigen Geschäftsganges unverändert hielt. Etwas freundlicher lag der Markt für Großvieh, der infolge seines verringerten Auftriebes Oberheffen. Gemeinderat in Grünberg. -s-Grünberg ,11.Sept. In de. jüngsten Gemeinderatssitzung wurde als Tag der Wahl eines Beigeordneten der 27. September bestimmt. Die Wahlkommission soll in der gleichen Zusammensetzung wie bei der ersten Deigeordnetenwahl bestehen bleiben. Für die Vergebung der Betonarbeiten zum Schwimmbad hat eine engere Submission unter den beiden Wenigstfordernden den beiden hiesigen Bewerbern stattgefunden. Das Ergebnis ist folgendes: Werner (Queckborn) 11 000 Mark, Bock (Grünberg) 11 750 Mk., Bal- s e r und Kühn (Grünberg) 11 776 Mk., Aber - mann & C o. (Gießen) 11 783 Mark. Ein Antrag, die Arbeiten an Werner (Queckborn) als Wenigstnehmenden zu übertragen, wurde mit 8 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Dagegen nahm man mit 10 gegen 2 Stimmen bei einer Enthaltung einen Antrag an, die Arbeiten an die Firma K. Bock (Grünberg) zu übertragen. Rach einem Gutachten des Hochbauamtes Gießen ist die Kirchenheizung sehr mangelhaft und eine Reparatur nicht mehr lohnend, daher wird die Anlage einer Warmluftheizung empfohlen, deren Kosten etwa 2283 Mark betragen, aber einschließlich der Maurer- und Weiß- binderarbeiten wohl auf 5 0 0 0 Mark kommen würden. Die Kirchengemeinde ist bereit, dieses Kapital der Gemeinde unverzinslich vorzustrecken. Man ist zwar grundsätzlich mit diesem Plane einverstanden, will aber die Sache nicht sofort entscheiden, sondern erst mit dem Landeskirchenamt Über die Frage der Rückzahlung verhandeln. Der vom Bürgermeister vorgelegten Polizeiverordnung über den Schutz der Wasserleitung wurde zugestimmt. Damit tritt die alte Verordnung außer Kraft. Auf eine Eingabe der Marktkommission um Ermäßigung der Vergnügungssteuer am Gallusmarkt beschloß man, die Steuer nur zur Hälfte zu erheben. Landkreis Gießen. — Klein-Linden, 11. Sept. Seit einigen Tagen tritt unter den hiesigen Kindern die Mumps in starkem Maße auf. Besonders wer- I den jüngere Kinder von der Krankheit befal- I len. In einzelnen Schulklassen sind über 50 Prozent der Schüler von der Krankheit heimgesucht I worden. OO Klein-Linden, 11. September. Einer der I letzten Veteranen unserer Gemeinde, der Eisenbahnbeamte L R. Peter August S t e g e r, feiert am Samstag, 12. September, in geistiger und kör- I perlicher Frische seinen 8 6. Geburtstag. I Herr Steger hat den Feldzug 1870/71 mitge- I macht. Außer ihm leben noch zwei Veteranen in unserer Gemeinde, der 88 Jahre alte Landwirt I Johann Georg Schmidt und der 86 Jahre alte Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Schneller als vorauszusehen, haben sich die Verhältnisse an der Effektenbörse nach der achtwöchigen Derkehrsunterbrechung wieder in normale Dahnen eingespielt. Die harten Fesseln, die man dem Börsenverkehr auferlegen zu muffen glaubte, um ein übermäßiges Absacken der Kurse zu verhindern, konnten schon nach wenigen Tagen gelockert werden. Allen Erwartungen zum Trotz zeigte sich — mit Ausnahme der beiden ersten Börsentage, an denen besonders Exekutionsmaterial auf die Kurse druckte —, daß das niedrige Kursniveau zu Käufen, und zwar sowohl zu Anlage-, als auch zu spekulativen Zwecken, Anreiz gab. Auffallend war das starke Interesse, das man den Pfandbriefen entgegenbrachte. Auch die Spekulation hatte an der regen Kauftätigkeit namhaften Anteil. Alle von außen kommenden Momente, die in normalen Zeiten die Stimmung an der Börse entscheidend beeinflußten, traten diesmal vollkommen in den Hintergrund gegenüber den inneren Kräften, die den Dörsenmecha- nismus beherrschten. So blieben die andauernden Gerüchte, die vom Rücktritt des Reichsaußenministers wissen wollten, die fang- und ■ klanglose Verabschiedung des Zollunionproiekts, die schwache Tendenz an den Auslandsbörsen und die wenig ermutigenden Konjunkturberichte so gut wie unbeachtet. An den beiden ersten Tagen nach Wiedereröffnung der Börse war der Geschäftsumfang wohl größer als unter normalen Llmständen, sehr bald ließ die Geschäftstätigkeit jedoch nach. Größere Posten wurden nur in einigen Standardwerten umgesetzt, während sich das Geschäft im übrigen meist aus einer großen Anzahl kleinerer Aufträge zusammenfetzte. Die Aufwärtsbewegung der Kurse, die an einigen Tagen geradezu als sensationell empfunden werden konnte, kam in dem Moment zum Stillstand, als der Spekulation durch die Wiederaufnahme der variablen Kursnotierung freiere Entfaltungsmöglichkeiten gegeben wurden. So ist es zu erklären, daß sich am Ende des Berichtsabschnittes eine gewisse Reaktion bemerkbar machte, insofern wenigstens, als einem ungesunden, allzu starken Ansteigen des Kursniveaus Einhalt geboten wurde. Immerhin verbleiben per Saldo einige prägnante Kursbesserun- gen, so für I.°G.-Farben mit plus 15 Prozent, für Rheinische Braunkohlen mit plus 18 Prozent, für Siemens mit plus 17 Prozent, ferner für Scheideanstalt mit plus 10 Prozent, die besonders am letzten Tage der Derichtswoche auf Grund einer Verwaltungsmitteilung stark anzogen, sowie für Schifsahrtspapiere, von denen Hapag 8 Prozent und Rordd. Lloyd 9 Prozent gewannen. Auch die übrigen Werte lagen im Durchschnitt um bis zu 6 Prozent höher. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich Kursbesserungen für 8prozentige Serien bis zu 8 Prozent, für Liquidationspfandbriefe solche bis zu 5 Prozent. Auch Städteanleihen und Industrieobligationen verzeichneten mehrprozentige Erhöhungen. V Der Geldmarkt war die ganze Woche hindurch .ziemlich leicht; Tagesgeld 6,5 Prozent. Monats- y gelb war dagegen etwas gesucht und beanspruchte für erste Adressen (Großbanken) 7,75—8 Proz., für zweite Stellen etwa 11 Prozent. Privatdiskonte still und zirka 7,87 Prozent. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Die Stimmung an der Frankfurter Getreidebörse war in den ersten Tagen der neuen Woche etwas fester, bei leicht anziehenden Preisen. In der zweiten Wochenhälfte trat dagegen eine Abschwächung ein, zumal die Mühlen sich bei dem unbefriedigenden Mehlabfah im Einkauf große Zurückhaltung auferlegten. Das Geschäft war allgemein sehr klein, da man nur das Rotwendigste kaufte. Die Abschwächungen tarnen in den Preisen nicht so sehr zum Ausdruck, als in der außerordentlich ruhigen Stimmung. Das Weizenangebot hat sich noch verstärkt und war schwer abzusehen, zumal es sich z. T um qualitativ nicht ganz einwandfreie Ware handelte. Da jedoch anfangs der Woche einige Nachfrage der Landmühlen bestand, konnte sich Daten für Samstag, 12. September. 1819: der Feldmarschall Leberecht von Blücher in Krieblowitz gestorben; — 1829: Anselm Feuerbach in Speyer geboren; — 1836: der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe in Detmold gestorben; — 1852: der englische Staatsmann Herbert Henry Asquith in Morley geboren; — 1876: der Dichter Anastasius Grün (Alexander Graf von Auersperg) in Graz gestorben. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 11. Sept. Ein wegen Betrugs mehrfach vorbestrafter Handlungsgehilfe hat einen Pfarrer in Bad-Rauheim betrogen, indem er ihm vorschwindelte, er sei vorübergehend in Rot, aber mit Hilfe seiner in Bad-Rauheim wohnenden Schwester werde er das Darlehen, das der Pfarrer ihm auf seine Bitten gewährte, am nächsten Tage zurückzahlen. Der Angeklagte ist nach gerichtsärztlichem Gutachten ein schwerer Psychopath, aber strafrechtlich verantwortlich. Seine Berufung gegen das auf vier Monate Gefängnis lautende Urteil des Amtsgerichts DadÄauheim wurde zurückgewiesen. Ein Architekt aus Rohrbach hatte für das Geschäft seiner Frau bei einer Friedrichsdorfer Firma für 35 Mk. Zwieback bestellt und dabei verschwiegen, daß seine Frau sowohl wie er zahlungsunfähig waren und den Offenbarungseid geleistet hatten. Seine Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts Büdingen, durch das er zu 5 0 Mark Geldstrafe verurteilt worden war, wurde zurückgewiefen. Aufgehoben wurde das Urteil, soweit es den Angeklagten wegen Unterschlagung zu weiteren 40 Mk. verurteilt hatte. Er hatte dem Vertreter der geschädigten Firma erklärt, er werde feine Schuld durch Übereignung von vier Stück feiner Gänse oder Enten begleichen; dieses Versprechen hatte er- nicht gehalten, die Tiere vielmehr seiner Mutter verkauft. Da in dem Versprechen noch keine Eigentumsübertragung lag, konnte er wegen Unterschlagung nicht verurteilt werden. erhöhter Zufuhren (6310 gegen 6070 Stück) Zeichen einer leichten Preiserholung geltend. Besonders werden fette Schweine gut gefragt und dafür höhere Preise angelegt. Der Handel in anderen Tieren ist dagegen weiterhin sehr schlecht, doch konnten die Preise durch die Steigerung für fette Schweine ebenfalls um 1 bis 2 Mark an- ziehen. 59 Fettfchweine wurden in dieser Woche Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 8 v.H., Lombardzinsfuß 10 o. H. (r = repartiert). Frankfurt a. M. Berlin Anfangs kurs Schluß- kurs Anfangs kurs Schlußkurs Datum 11.9. | 11.9. 11.9. 11.9. 6% Deutsche Reichsanleihe d.1927 — 71,25 — 71,5 7% Deutsche Reichsanlethe 6.1929 — 89,8 — 90 6%% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit •— — 57 Auslos.-Rechten....... 46,7 46 46,9 46,4 DeSgl. ohne AuSlos^Rechte . . . 8% Hess. Boltsstaat von 1929 lrückzahlb. 102%)...... Oberheilen Provinz-Anleihe mit 3,4 3,3 3,4 3,5 — 93 -- 73 Auslos.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. — 41 — — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse — 40,75 — 40,25 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse —- 90 — ■ unkündbar vis 1936 Serie 16 . 4%% Franks. Hyp.-Bank 8fqu^ 80 — — Psandbriese......... 4 y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu. 78 —— — 8% Pr. Landespsondbriesanstalt, 81 — —- Psandbriese R. 19...... 7% Pr. Landespsandbriesanstalt, 92,5 — 92,5 Psandbriese R. 10 ...... — 87 — —’ 4% Oesterreichische Goldrente . . — — — 14,65 4,20% Oesterreichische Silberrenle — 0,75 — 0,90 4% Ungarische Golvrente . . . . — 12 — 12,6 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 —— —• 12,5 4'/,% desgl. von 1913..... —- —— —- 12 6% abgest. Goldmexikaner von 99 — 6,5 —— 6,5 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe — — 1,95 Serie I........... _ — - 4% desgl. Serie 11...... —— 2 — 2,9 5% Rumän. vereinh. Rente v. 190c — 6,4 — 6,25 4/r%Rumän.veleinh.Rentev.lülk — 13 — 13,1 4% Rumänische vereinh. Rente — 5,4 — 5,4 ay*% I. Anatolier...... 14,6 —• 14,4 Frankfurt a. M. Berlin Anfangs kurs Schlußkurs Anfangs kurs Schluß« kurs Datum 11.9. 11.9. 11.9. 119. Hamvurg-Amerika Pakei . . t — — 31,75 32 Hamburg-Südam. Dampfschtss 0 — — — 83 Hansa Dampfschtss .... 0 — — — — Norddeutscher Lloyd .... 6 — 33 33,5 33,5 A.G. sür Be^ehrswesen Akt. 33 — — 34,25 Berliner Handelsgesellschaft . 8 — — — 67 Commerz- und Privat-Bank. 7 —— 66 — 66 Darmstädter und Nationalbanl 8 —— 72,5 — 73 Deutsche Bank und Dtsconto-Gesellschast. . . 6 — 65,5 — 66 Dresdner Bank...... 6 — — —— 40 Reichsbank........ 12 111,5 111,5 111 112 AEG.......... 7 59,25 57 59,5 58,13 Bergmann ........ 9 49 48 Elektr. Lieserungsgesellschast. 10 — — 68 65 Licht und Straft...... 10 — 71,25 74,5 72 Fellen & Guilleaume.... ey2 —— 44 44,5 — Gesellschaft sür Elektrische Unternehmungen .... 9 65 62 65 63 Rheinische Elektrizität . . . . 9 71,25 — 70 70 Schuckert L Co....... 11 — — 75 72,75 Siemens & Halske..... 14 114,65 —- 114,75 113,25 Lahmeyer L Co....... 12 — 74 75 BuderuS......... . 4 — — 26,4 25,5 Deutsche Erdöl...... . 6 42 —— 41,75 40,5 Gelsenkirchener...... . k — 39 38,75 39,5 Harpener......... . 1 40 —— 39 35,5 Hoesch Eisen........ . f — — 31 30 Ilse Bergbau....... 10 — — 125 127 Klöcknerwerke....... . 6 —— — 32 30,5 Köln-Neuessen....... 6% — — — ManneSmann-Röhren . . . . 6 — 38,5 40,13 38,5 Mansfelder Bergbau .... . 0 — —— 11,13 11,13 Oberschles. KokSwerke . . . . 8 — — 38 37 Phönix Bergbau...... */, 25,75 26 26 26 Rheinische Braunkohlen. . . 10 122 124 122 Rheinstahl...... • • 6 42 45 42,5 Frankfurt a. M. Berlin Anfangs Schluß- Anfangs Schluß- kurs kurs kurs kurs Datum 11.9. 11.9. 11.9. 11.9. Rtebeck Montan......7,2 —— — — — Bereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 —— 26,5 27,5 26 —— 13,25 13 83,5 82 82 81 Kaliwerke Westeregeln ... 10 — 91 92.5 91,5 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 152,75 147,5 152 148 I. G. Färben-Industrie ... 12 Verein, chem. Industrie Frank- 104,65 40,5 102 104,9 103,4 ■ Scheideanstalt.......1° 100 — — ßtnlhfrfimlbt.........0 — 23,5 23 23 Rütgerswerke........6 25,9 25 26,9 25,5 Metällgelellschaft.......5 38 37 — 49 46,5 48 — Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cementwerk Karlstadt. . . «. . 7 — Wayb & Freytag......0 — — 6,5 Schultheis Patzenhofer ... 15 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 — — 93 90,9 50,13 50,75 — 51 Bemberg......... 0 —— 58,5 61 59,25 Zellstoss Waldhos.....12 48 — 49 46,75 Zellstoff Aschassenburg ... 6 39 —— — 37,5 — 79 76,18 _ _ 15 13,25 Deutsche Linoleum.....6 40 — 41,75 40,75 Orcnstein & Koppel.....0 — — 22 20 Leonhard Tietz.......8 —— — 60 60 Svenska.........15 —— —— 165 164 - 196 191,5 Frankfurter Maschinen . . . . 0 —— Grihner..........0 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 6 21 21 57,75 Süddeutscher Zucker • • • • IC 81 »5 61 82 Devisenmarkt Dexlin — Frankfurt a. BI. 10. September 11 .September Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Geld Notierung »ries Helsingfor» . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuuork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . - Rio de Jan.. Jugoslawien. Lissabon . . 10,59 59,17 12,468 73,43 3,057 169,83 112,51 112,52 112,62 20,455 1,169 4,209 58,54 22,02 16,50 82,06 37,71 81,75 2,079 0,258 7,432 18,54 10,61 59,29 12,488 73,57 3,063 170,17 112,73 112,74 112,84 20,495 1,173 4,217 58,66 22,06 16,54 82,22 37,79 81,91 2,083 0,260 7,446 18,58 Banknoten 10,59 59,17 12,467 73,43 3,059 169,83 112,51 112,52 112,62 20,455 1,171 4,209 58,54 22,03 16,50 82,08 37,86 81,76 2,079 0,256 7,422 18,54 10,61 59,29 12,487 73,57 3,065 170,17 112,73 112,74 112,84 20,495 1,175 4,217 58,66 22,07 16,54 82,24 37,94 81,92 2,083 0,258 7,446 18,58 Berlin, 11 .September 1 Geld Brief Amerikanische Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch- Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten ....... Schweizer Noten......... Spanische Noten. ........ Ungarische Noten ...... 4,20 58,43 112,28 20,402 16,465 169,40 22,06 112,28 59,03 2,47 112,38 81,88 37,42 72,85 4,22 58,67 112,72 20,482 16,525 170,08 22,14 112,72 59,27 2,49 112,82 82,20 37,58 73,15 Kirchenvorsteher Philipp Jung TX. Deibe sind Teilnehmer der Feldzüge von 1866 und 1870/71. ♦ Klein-Linden, 11. Sept. Dor einiger Zeit besuchte ein Mann, angeblich Photograph, die hiesigen Krieg-veteranen von 1866 und 1870/71 und gab an, von der Militärbehörde geschickt zu sein, er machte photographische Ausnahmen von den alten Leuten und lieh sich Anzahlungen von 5 bzw. 10 M k. leisten. Die Dllder soNten den alten Deteranen mit der Post schon am 4. September zugehen, sind aber bis heute noch nicht eingetrofsen. Die Gendarmerie hat sich der Sache angenommen. gck. Großen-Dufeck, 11. Sept. Die Schulen von DurshardSselden, Grohen-Duseck und Trohe trugen aus dem hiesigen Sportplatz die diesjährigen Jugend.kämpse auS. In fünf Riegen traten 92 Knaben und 40 Mädchen an. Die Knaben der Gruppe I trugen einen Fünfkampf, die übrigen Teilnehmer Dreikämvfe auS. K n a - bengruppe I: 1. K. DonariuS (Gr-D.) 131 P . 2. K. Rebeltng (D.) 114 P.: 3 O. Dort und W. Dambmann (Gr.-D.j 108 P.: 4 K Bolt (Gr - D.) 106 P.: S. H. Hofmann (Gr.-D) 102 P; 6. Fr. Müller (Gr.-D.) 98 P; 7. W. Men, (D.) 87 P.; 8. H.Aeinfchmidt (Gr.-D.) 84 P.; 9. H. Schäfer (D.) 83 P: 10. W Harbach und H. Dö- ring (Gr-D.) 80 P - 11. K. Wagenbach (Gr.-D) 79 P; 12. R. Seipp (Gr.-D.) 77 P ; 13. W Schmidt (X.) 69 P — Mädchengruppe I: 1. G. Müller (Gr.-D.) 57 P.: 2. ». Fuhr (Gr.-D.) 56 P : 3. E. Drück (Tr.) 49 D.; 4 S. Harbach (Gr.-D.) 44 P: 5. M. Dort (Gr-D.) 43 P; 6. M. Wagner iGr.-D.), G. Merz (Gr.-D), S. Kauh (D.) je 41 P. — Knabenvorklasse: 1. E. Hochstein 69 P.: 2. W. Scheid 61 P.: 3. W. Kloos, O. Drück 60 P .; 4. W. Steinmüller 57 P.: 5. W Spuck 55 P.; 6. K. Drück 53 P.: 7. E. Gans. W. Stark, F. Hühncrgard, je 51 P (sämtlich Gr.-D): 8. 3. Wallenstein (Gr -D.), K Müller (T.) 50 P; 9. F. Rabel (Gr.-D.), 8. Dörr (Dr.-D.). W. Wagner (X.) je 49 P; 10. W. Dambmann (Gr.-D.) 48 P .: 11 H. Hofmann (T.) 47 P.: 12. L. Fink (Gr.-D.) 46 P .; 13. W. Drück (D.), R. Rau (X) je 44 P.: 14. E. Volk (Gr.-D ), L. Schmidt ,D.), W. Wag- ner (Gr.-D.) je 43 P.; 15. K. Albach (Gr.-D4. H. Mohr (D.) je 42 P.; 16. K. Panzer (X), W. MöbuS (D.) je 40 P. — Mädchenvorklasse: 1. M. Seipp 53P; 2. H. Rühl 50 P ; 3. K Seipp und M. Decker je 44 P.: 4. M. Schäfer (sämtlich Gr.-D.) 43 P — Knaben unter 10 Jahren: 1. H. Größer 60 P., 2. W. Mattern 54 P.; 3. O. Demper 51 P.: 4 W. Manns 50 P; 5. 3. Gans, S. Dalser je 47 P.; 6. H. Wallenstein 46 P; 7. E.Henh (sämtlich Gr.-D.) 43 P.; 8. W. Roll (X), S. Wagner (Gr.-D.) je 41 P.: 9. K. Wagenbach (Gr.-D.) 40 P. Kreis Schotten. + Klein - Sichen, 11. Sept. Die älteste »In to ebner In unseres OrteS ist Frau Anna Elisabeth Hofmann geb. Oppermann. Heute feierte sie ihren 8 5. Geburtstag. Die Jubilarin hat In früherer Zeit lange in Paris gelebt und weih von ihrem dortigen Aufenthalt noch viel zu erzählen. Geistig ist tne Greisin noch sehr rege. Der älteste Einwohner unseres OrteS ist Herr Heinrich Karl Zimmer, der am 22. März dieses 3ahreS in großer Rüstigkeit ebenfalls feinen 85. Geburtstag feiern konnte. .7" Eschenrod, ll.^Sept. 3n unserem Gemeindewald wurde von einem hiesigen Jäger ein Wildschwein a u r Strecke gebracht, das daS stattliche Gewicht von 220 Pfund aufweist. Weiteres Schwarzwild ist noch vorhanden. Lö bestätigt sich, dah die Schwarzrocks eine Wanderung nach den höher gelegenen Teilen des DogelSbergS anaetreten haben, während sie in den letzten Sagten in den Waldungen um R i d d a ihr Unwesen trieben. I Gedern, 10. Sept. Dei günstigem Wetter konnten hier die Reich s [u gendwettkämpfe der Schulen des Bezirks Gedern durchgeführt werden. Es wurden in den einzelnen Klaffen Bier- bzw. Dreikampfe ausgetragen. Die Leistungen waren durchweg yut. Es konnten 154 Preise verteilt werden. 15 Teilnehmer erhielten das Diplom des Herrn Reichspräsidenten. Die Preisträger derselben sind: Fritz Ries (Ober-Lais); Otto Firnges (Gedern); Marie Rullmann (Gedern); Willi Weitzel (Ober- Seemen); Albert Franz (Ober-Lais); Wilhelm Ire- bert (Hartmannshain); Robert Barth (Rieder- Seemen); Heinrich Langlitz (Ober-Seemen); Karl Bodeck (Gedern); Marie Dahmer (Kaulstoß); Anna Pröscher (Gedern); Emma Appel (Kaulstoß): Martha Künne (Gedern): Erna Schauermann (Ober-Lais); Anna Herget (Kaulstoß). Abschluß und Höhepunkt der Kämpfe war ein Stafettenlauf von 4X75-Meter. Hierbei errang Ober-Lais mit 43 Sekunden den Sie^; Gedern kam mit 43,2 Sekunden an zweite Kreitz Alsfeld. <7 Rieder-Ohmen, 10. Sept. Für die SchuIendes hiesigen DezirkS fand gestern durch die KretSlichtbildsteNe die Dorführung der Kulturfilme: .Die Wunderwelt des blauen und .Wir Ostpreußen" statt. Der erste Film führte den Schülern die Straßenbilder ReapelS die untergegangene Dillenstadt Pom- bejt, den Defuv vor Augen, um dann zum Tpema: Lebende Dlumen und Juwelen de« Meeres überzuleiten. Prächtige Aufnahmen wurden gezeigt. 3m zweiten Film wurde daS Land der Seen. Ost» Preußen mit der stolzen Marienburg, dem AuS- gangspunkt der Kolonisation Ostpreußen«, gezeigt. Man lernte Land und Leute kennen, erfuhr von der Deschäftigung der Ostpreußen als Dauern. Fischer und Pferdezüchter, und nahm Einblick in die Gewinnung des .Deutschen Goldes", de« DernsteinS. Sin Scherzfilm beschloß die Dor- führung. Preußen. Verhaftung des Frankfurter Zeldschühen'Mörders. WLR. Frankfurt a. M., 11. Sept. Die Polizei hat in der Mordsache Hattemer eine lebhafte Tätigkeit entfaltet. Auf Grund der genauen Deobachtungen konnte man eine eingehende Beschreibung der Täter liefern. Gestern abend meldete sich ein Mann bei der Kriminalpolizei, der auf Grund der Täterbeschreibung sich erinnerte, die beiden Leute gesehen zu haben, und der auch den einen persönlich kennen wollte. Heute vormittag nahm darauf die Polizei vier Verhaftungen vor. Der eine der Verhafteten, der Former Smil Lorenz, geboren am 11. September 1904 au Frankfurt a. M., hat nach langem Leugnen d,e T a t einge standen. Gr will aber nicht die Absicht gehabt haben, den 'Beamten zu töten. 3nfolgc seiner Aufregung habe er die Waffe so unglücklich gehalten, daß der Schuh tödlich wirkte. Kreis Wetzlar. <5 Launsbach, 11. Sept. Die Bienenfaul. brüt unter den Bienenständen unserer Gemeinde ist nach Feststellung der Seuchenkommission für Bienenkrankheiten zu Wetzlar obgeheilt. Kirche und (Schule. Oie Schulverhältnisse im Kreise Schotten. •+■ Schotten, 11. Sept. Am Donnerstag fand in der hiesigen Turnhalle eine Kreislehrerkonferenz statt, die von Schulrat Hasenzahl (Schotten) geleitet wurde. Dieser gab einleitend statistisches Material über daS Schulwesen deS Kreise- bekannt. Danach zählt der KreiS 51 schulen mit 81 Schulklassen, hie insgesamt von 3844 Schülern besucht werden. Die stärksten einklassigen Schulen sind in E s ch e n r o d mit 73 und in DurkhardS mit 71 Schülern. Die durchschnittliche Klassenstärke beträgt in Schotten 48, in Laubach 47, in Gedern 54. Zwergschulen unter 15 Schülern sind nicht im Kreise vertreten. Die schwächste einklassige Schule weist 26 Schüler auf. Durch Zusammenlegung von Fortbildungsschulen konnte, ohne daS eine Senkung bes LeistungSniveauS zu verzeichnen war, eine wesentliche Ersparnis erzielt werden, die sich in den kommenden 3ahren mit ihren schwachen Jahrgängen noch stärker auStoifh. Weiterer Abbau im Schulwesen des Kreises könnte nicht mehr besür- wortct werden. Um vor Enttäuschungen sicher zu sein, sollen künftig neue Lehrbücher nur nach Rücksprache mit dem Kreisschulamt zur Einführung gelangen. Anschließend sprach Lehrer Schwarz über den »Geschichtsunterricht in der wenig gegliederten Landschule". Zum Schluß wies Prof. Dr. S p i l g e r (Darmstadt) auf den .Volksbotanischen Fragebogen" hin, der zur Erfassung der De- ziehungen zwischen Volk und Pflanze anleite, und bat um rege Mitarbeit seitens- der Lehrerschaft. Taten für Sonntag, 13. September. 1830: Marie v. Ebner-Eschenbach auf Schloß Zdislavitz in Mähren geboren: — 1863: Admiral Franz v. Hipper in Weilheim (Oberbayern) geboren; — 1872: der Philosoph Ludwig Auerbach auf dem Rechenberg bei Nürnberg gestorben: — 1877: der Forschungsreisende Wilhelm Filchner in München geboren. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 13.September. 15.Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; zugleich Christen- lehre für die Neukonfirmierten der Matthaus- gcmeinde; 9.30: Pfarrassistent Seemann; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusaemeinde; 11: Kinderkirche für die Markusaemeinde; Pfarrassi- ftent Seemann. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtols- Schach-Ecke. Dearbeitet von W. Orb ach. Me für bi« Rehaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an bie SchachredakNon de« .Gießener Anzeiger-^. Problem Sir. 301. Do, Fr. Dubbe, Rostock. 5 4 3 2 8 7 6 1 b 6 4 3 8 7 5 2 1 d e Welß. 8 h Weih zieht und setzt in drei Zügen malt. Weitz 5 Steine: Kb5; Db3; Sd6, e6; Bg3. Schwarz 2 Steine: Ke5; Be7. Partie Nr. 224 Die nachstehende interessante Äombination«- partie stammt auS dem kürzlich beendeten Wettkampf Spielmann gegen Pioe, den Spielmann mit 3 zu 1 bei 6 Remisen gewann. Angenommenes Damengambit. Weiß: Spielmann (Oesterreich). Schwarz: Pide (Jugoslawien). 1. d2-d4 2. c2-c4 3, Sgl-n 4 Sbl-c3 5. ,2-al 1. d7-d5 2. c7-c6 3. Sg8-f6 4. d5Xc4 Auch 5. e2—e4 mit starkem Angriffsspiel kommt hier in Frage: vgl. Partie Orbach gegen v. Holzhausen auS dem Duisburger Meisterturnier. 5. ... 5. Lc8-f5 6. e2-e3 3n Frage kommt hier auch die Fortsetzung Se5. 6. ... 6. Sb8 - ab 7. Lflxc4 7. Sa6-b4 8. 0-0 8. e7-e6 9. Ddl-e2 ES droht nun mit unangenehmen Folgen der Vorstoß e4. 9. ... 9. Sf6-e4 Verhindert die angebeutete Drohung. 10. Sf3-e5! Ein sehr feiner Zug, da nicht nur daS naheliegende 11. g4! mit Figurgewinn droht, sondern das in der Partie folgende schwer vorauSzu- sehende Figuropfer auf 17. 10.... 10. Lf8-d6 11. Se5xf7! 3ntcreffant und chancenreich. Richt ausreichend wäre jetzt 11. g4, wegen 11. ..., Lxe5 12. gxf5, Lxh2 4-1 nebst 13.....Dh4 4- mit ewigem Schach. 11. ... 12. Dc2-D 11. Ke8xf7 12. g7-g6 Figurverlust war nicht zu vermeiden, da sowohl 13. Sxe4 als auch g4 drohte. 13, Sc3xe4 14. KglXb2 15. Kh2-gl 16. Df3-g3 13. Ld6xh2+ 14. Dd8-h4-h 15. Dh4xe4 Die schwarze Stellung ist völlig zerrissen und auf die Dauer unhaltbar. 16. . .. 17. Lei -d2 18. Ld2-c3 19. Tfl-cl 20. Lc3-d2 Denn die Dame zu gehen. 21. f2 — f3 22. Dg3xh4 23. e3-e4 24. e4Xd5 25. Lc4 —fl 16. Th8-c8 17. De4-c2 18. Sb4-d5 19. Dc2-e4 20. g6-g5 drohte durch 21. f3 verloren 21. De4-h4 22. g5xh4 23. Lf5-g6 24. e6xd5 Schwarz gab auf, da er mit einer Figur im Rückstände ist. Losung des Problems Ar. 298. Don QL Sardotsch. 1. De4-f41 usw. Aus der Schachwelt. Dei den im 3ufi zu Prag ausgetragenen Schach - Olympiade - Wettkämpfen siegte diesmal Amerika mit -4- 48 Punkten vor Polen. An 5. bis 7. Stelle steht Deutschland zusammen mit Schweden und Lettland. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttonstisch. Anekdote. Eine exotische, regierende Persönlichkeit weilte zum Besuch in der deutschen Reichshauptstadt. Es ist noch gar nicht so lange her. Berlin imponierte dem Herrscher, und er verteilte Orden über Orden, die freilich nicht getragen werden durften. Indessen verlieh der Fürst aus dem Morgenlande mit Be- harrlichkeit immer weiter seine Orden. Bei einem Bankett zählte man nicht weniger als dreiundvierAig Sdick. Jeder Anwesende wurde bedacht. Abseits standen die Schauspieler Werner Krauß und Eugen Klöpfer. Sonderbarerweise gingen die beiden Prominenten leer aus. Ohne alle Bitterkeit stellte Krauß fest: „Das ist doch mlrtlid) lustig, wie der dunkle Landesoater so mir nichts, dir nichts Orden ©erteilt, was!?" Selbstgezogene Bananen. Mitten in Berlin hat sich ein Mann mit einem Karren aufgebaut und verkauft Bananen. Er schreit und ruft, so daß die Leute stehenbleiben. Manche lächeln auch über den Mann, denn er hat auf ein Schild die Worte geschrieben: „S e l b st g e z o g e n e Bananen." Ein älterer Herr mit einem Hängebart fühlte sich, nachdem er seine Schüchternheit überwunden und sich die Geschichte lange überlegt hatte, doch bewogen, den Mann auf seinen Irrtum aufmerksam zu machen. „Wie können Sie denn so etwas auf Ihr Schild schreiben?" mahnte er milde. Doch der andere unterbrach ihn sofort: „Wat denn, wat denn?", meinte er entrüstet. ,»a’m Sie di« Karre herjezogen ober i d?" Heimer; zugleich Christenlehre für die Reukonfirmier- ten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kin- derkirche für die Iohannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Iohannessaal: Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; zu- gleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luther- gemcinbe; Pfr. Lenz. — Elisabeth Kleinkinderschule. 8.15: Christenlehre für bie Neukonfirmierten ber Pe- trusgemeinbe; 9.45: Pfr. Lic. Waas; 11: Kinberkirche für bie Petrusgemeinbe; Pfr. I.ic. Waas. — Klein- Linden. 9: Hauptgottesbienst: anschliehenb Abend- mahl für bic älteren Verheirateten; 15: Kinder- gottesbienftfeier auf ber Pfingstweide. — wieseck. 9 30:. — Alten-Duseck. 13. — Kirchberg. 10: Kirch- berg; Kollekte; 11: Christenlehre für bie konfirmierte weibliche Iugenb: 13.30: Daubringen. — hausen- Garbenleich. 10.30: Garbenteich; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Hauptgottesbienst mit Christenlehre. katholische Gemeinden. Samstag, den 12. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 13. September. 16.Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen u. Hausangestellten; 8 Kommunion; 9: Hochamt m.Predigt; 11: Messe m.Predigt: 14: An- dacht: 14.30: Iungfrauenkongregation.— Grünberg. 9.45 Messe m. Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt m. Predigt und Christenlehre. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Collar. 8.45: Messe mit Predigt — Nidda. 8.30: Hoch, amt mit Predigt. Mittwoch, den 16. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Donnerstag, den 17. September. Cauboch. 7.30 Uhr: Messe. Sonntagsdienst d.Aerztc u. Apotbekenam 18.9.51. Frau Or. Morr. vr. Bloch. Beltkanaootteke. Babnnnt: Dr. Breunlng. ""D Der vorbildliche WA G E N-<•<♦<- EBPBOBlS VON OPELCEBAÜT-VON OPEL 5385 A liehen Wagen zu bauen. Hier wurde das Geseks idealer Proportion, - der »Goldene Schnitt<,-zun® Prinzip für den Automobilbau. Setzen Sie sich an9 Steuer, der erste Augenblick wird zum Erlebnis, und nach wenigen Kilometern werden Sie anerkennen: hier ist der Wagen, der kommen mußtet VON 2350 RM AN rwerten 1,2 Lfr.VierryTinder ab Werk Rüsselsheim gelle, tfert. Die günstigen Bedingen gen der Allgemeinen Finanzierung» GeaeUsdialt erleid,lern Ihnen die Anschaffung. n^Hun ist defW unsdi VielerTausehde,*4iief Und LlAU in der ganzen Welt,— erfüllt. Der 1,2 Liter Vierzylinder Opel ist da! Er bringt die ideale Verbindung ^ler wirtschaftlichen Vorteile kleiner Wagen mit den betonten Vorzügen großer Automobile,er bringt nichts weniger als die Losung der Kleinwagenfrage. Moderne-doch*.erprobte Kon* etniktionsprinzipien, vorbildliche Fabrikationsmethoden,und das "Wissen um die/Erfordernisse des Marktes haben es -derigroßteh'AutomobiT-* Fabrik Deutschlands ermöglicht, diesen Vorbild-» Reichhaltiges Ersatzteil-Lag er, Groß-Tankstelle ■ G I ESSEN, Frankfurter Str. 52—56, Fernsprecher 2847/48 Generalvertretung: MOTORWAGEN-VERKAUFSGESELLSCHAFT mit beschränkter Haftung ■ Spezial-Reparaturwerkstätte WINTt» HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERMd ^STbst WINTER Herbst WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTER HERBST WINTE» Inal sidn dluurcflngesehl Besiehligumhnl. lassen Siesidi DlEDEUHEJTEn DES HERBSTES DIE SRISOniSTEROFETlET Schau-fens4er«igen vielundver schweigen doch manches.wasdie überraschend isUhre Wandlung, überzeugend Jhre Schönheit Sieisl von eigenartigem Reizend ganz besonders sehen sw er+. L n s e re in den Abteilungen zeigen. J*CH MUCKER. fIplEHfl 6llv -urch Die Lände/ HZ SW«»' mähen 6 Sc den«. 5 pM Man De U S W’ ° „ach den ENai heblichen Zwei oidnung de« t sen zunächst Kerben, W. Gründen unbe wie hcrmeipbai Haushalt iund Kommunalhaui bleiben. D'^se laftung der Wirtschaft verheM M Handtoerks uni rusammenhangc wirtschaftlicher Sachlage 'st d- mangelnben ö'i die öffentliche 2 nut noch alJ Handwerk unb^ nun soll auch l hienft Völlig, ü Teile verstopft erfahren bie ste Minderung, ja bet Hand zu ' schon längst sä schaftspolitik ir weiteren Laste wirb. Neben bc gaben wirb au sonalausgaben faßten Sparbik natürlich auch t Wirtschaft nebi Personen in 1 kommensminder lerung der Rai kommensminus bet Lebenshalt sinb also, wie jetzt erneut zui benen aber b Zweige und i keine Besserum nicht auf anbei werden'! Vvoen Gedan' bauendeR Nutzen für du heißt? Cieften, Plochstr. 12, Tel. 3170 Autorisierter Teief onkendienst Wer Radio hört, geht mit der Zeit aller Fabrikate ------Ruhl Zu den niedrigsten Preisen und günstigsten Bedingungen GO. Schieferslein Maschinenfabrik Lieh / Oberhessen 5858 A Marke R. 4 S. für Hand- und Kraftbetrieb mit aufklappbarem Korb, Schneckenwelle usw., Wellenlager m.Stauf ferschmie- rung u. haltbarster Messerkonstruktion. Immer an der Spitze auch mit Riibenschneidern! Trommelrübenschneider, mit gezahntem und getolltem Messer m. verstellb.Schnitzel- größe, leicht auswechselbarem Lager mit Stauffer- sdimierung 5994 A darum jetzt zu Halte meine Sprechstuntien Dienstags, Donnerstags und Samstags von 8 bis 6 Uhr 05255 in Lollar, Hauptstraße 90 / Telephon Nr. 33 Sonntags 8—2 Uhr und Montags 8—6 Uhr in Lindenstrnth bei Gießen, Tel. PostUlistelle Behandlung sämtL Krankheiten Frau E. Fink, Heilkundige. Aoio ans Privalhaud wegen Umstellung abzugeben. 1 schwarze viertürige Opel 6-Zylinder- Limousine. nur 7000 km gelaufen, oder 1 Ford-Limousine, 8/28, 26000 km gelaufen. — Bei entsprechender Anzahlung kann die Restkaufsumme in Raten bis zu einem Jahr gestundet werden. — Interessenten werden um Bekanntgabe ihrer Adressen unter 05182 an den Gießener Anzeiger gebeten. an. auf die bekannte Firma 5947 V Fernsprecher 3659 2019 D WAf C E3 RCDRUCKSACHEN VW CI\D K-Brühl'sehe Druckerei 1. großer Pferde-Verkauf Montan, den 14. Sept. 1931, vorn». 10 Ubr finde» unser 1. grofier Pserde- Berkauf im Hofe unicrer Eisfabrik, Frankfurt a. M., Langestr. 23, nut etwa 30 jungen MeilsMüen leichten, mittleren und schweren Schlages statt. — Gegen bürgetmeiiternmi» lieben Ausweis wird Zahlungserleichterung gewahrt. Besichtigung 1 Stunde vor der Versteigerung. --Günstige Kaufgckcgenbeit-- EiSwerke I. H. Güntber & Co., Üranksur» a. SDL Langestr 23, Tel.204W El aiifforSpezla,-Fabrlk ■ Luu II CI moderner Hausstanduhren Schwenningen a. N. / Schwarzwald Alleenstraße 38 und Zietenstraße 55 von RM. 55 HAUSSTANDUHREN direkt von der Spezial-Fabrik, ohne Zwischenhandel Mein neuer Spezial-Katalog ist erschienen 1 Er bringt für jeden etwas Passendes. — Zeitgemäße Preise und größte Zahlungs-Erleichterung machen Jedem diese wertbeständige Anschaffung möglich I Für Ausver- kaufsmodeile 10% Extra-Rabatt! - Verlangen Sie sofort meinen neuen Katalog Nr. 186 über Stand- und Wanduhren etc. — Achten Sie aber genau Silk Weiß-Stück Iwl Kr0| 9 kN& von bester Quali- 9 w HU 9 11 rät und größter M WWW WWW Ergiebigkeit zu billigstem Preis C. Rübsamen, Gießen Kupferkessel Radio-Anlagen Nur Qualitätserzeugnisse der Saison 6002 A INS. H. BRINKMANN BAHNHOFSTRASSE 58 UND NEUEN BÄU E 17 fabrizieren als Spezialität Wilhelm Zimmer G.m.b.H. Abteilung Kupferschmiede Bahnhofstr. 12 Gießen Tel. 2072 Billigste Bezugsquelle für Wiederverkäufer! 6026d Wie lange noch wollen wir uns mit diesem alten Monstrum herumärgern. Ewig ist ein solcher Qualm in der Küche. Alles verdreckt, der Herd hat keinen Zug mehr und sparsam In der Feuerung ist er ohnedies nicht. Da muß ein neuer Herd her. So sagte Onkel Mollig. Gehen wir doch ruhig einmal zur Firma Häuser am Oswaldsgarten und sehen uns die neuesten Modelle von Küchenherden an. Es wird gewiß manches darunter sein, was für uns in Frage kommt und auch dem Geldbeutel nicht zu arg weh tut. Machen Sie es auch wie Onkel Mollig, geben Sie sich doch einmal einen Ruck und besuchen Sie unsere Ausstellung in Küchenherden und Oefen. Wir laden Sie freundlichst mit Ihrer Frau Gemahlin zu dieser Besichtigung ein. 5974 A X B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSGARTEN Aolrus des Gießener Handwerks an die Gießener Bürgerschaft! Die Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse hat das selbständige Handwerk in eine Lage gebracht, die sich durch die Geldmarktkrise und die ergangenen Notverordnungen geradezu katastrophal auswirkt. Diele handwerkliche Betriebe liegen schon seit geraumer Zeit still und viele Handwerker sind brotlos. Zahllose arbeitswillige Hände begehren nach Arbeit, da es fast gänzlich an Aufträgen fehlt. Der bevorstehende Winter dräut mit neuen Sorgen. Wir bitten daher die Bürgerschaft dringend, das notleidende Handwerk mit Arbeit zu beschäftigen und möglichst keinen Kredit von Handwerkern in Anspruch zu nehmen, da sie auch ihre Lieferanten meist kurzfristig bezahlen mästen. Soweit noch Rechnungen von Handwerkern unbezahlt sind, bitten wir ebenso höflich wie dringend um deren — wenn auch ratenweise — Begleichung. Gebt dem Handwerker Arbeit, so schützt ihr ihn vor Rot und dem schweren Weg zum Wohlfahrtsamt. Auch für kleinste Aufträge ist das Handwerk dankbar. Gewerbeverein e.V., Gießen. Der Vorstand. 5991D Lassen Sie Ihre Zentralheizungs-Anlage in Ordnung bringen, bevor die Heizperiode beginntl , 1 Wir sind in der Lage, Sie prompt . und billig zu bedienen ' 1 < H. Schaffstaedt G.m.b.H., Gießen . Fernsprech-Sammelnummer 2844 ' 5817 D < Konkurs-Ausverkauf Nur kurze Zeit Nur kurze Zeit Wegen Aufgabe des Ladengeschäftes Neuenweg 15 Wollwaren au‘ Trikotagen Handarbeiten Füllungen Monogramme Der Konkursverwalter 3O-5O7<, Rabatt Strickerei- u. Reparatur-Arbeiten werden nach wie vor ausgeführt 5879 D Mantelstoffe führe ich in einer besonders großen Auswahl. Sie finden die schönsten, apartesten Farben und Muster von der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung — Auch In passenden Futter-Seiden unterhalte ich ein großes Lager. Meine niedrigen Preise sind weit und breit bekannt L.BERNARD Stoffspezialhaus ■ Gießen • Plockstraßelß ______6019 A Herrenzimmer • Schlafzimmer* SpeiserimniBr» Küchen —Ruuom Biim ■■■■■■■■mHHMwwwHBmMWMHWHwwawwwwwwwHwwai Möbelhaus Gießen ♦ Steinstraße Nr. 63 Der furchtb Niedergang u cherlei Unfinr biete, durch di gen an das ! schaftliche Geg wurde auf die Substanz entzo bensbcörohung mußte. Der glei schaftlich gesehen 'egt uns fern, für die erwerbsl Unterstützung d< burger zu erhe leder einsichtige den durch ty, (Kapitalrentner usw. unverschul Ba* gebt Volksschichten n d°m vollst» °us muh doch üorm dieser H richtig gewesen auf diesem Ge bolkswirtse ®yenreiftu S- Kein Dl, team, »ie t iunn 'wanziel Aitels iS? Wer den greulich tzev i-»-i toTe ii ^ragbcrJ ,ube> die WirtV'?^ fiteren ^?ftsb Sri'* ,e noch i^bei "nmet der ^ndung7?^r, ertrüge LMtt Staat ,tn7 ®te: Ne 2 S« H den °?l°Strc z°?ges 2"bgrei Nr. 215 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsetü Samstag, 12. September 195| Erwerbslosenfürsorge durch Wirtschafisbelebung. Die Länder und Gemeinden stehen gegenwärtig unter dem schweren Drucke der andauernd steigenden Fehlbeträge in chren Hau-Halten. Mit einer Spardiktatur radikalster Art wollen die Regierungen dem schweren finanziellen Unheil cntgegcnwirkcn, um noch in zwölfter Stunde eine Katastrophe von unabsehbaren Aus- maßcn abzuwenden. Alle bisherigen Sparrnaß- nahmen werden eine Kleinigkeit fein gegenüber dem. was in den nächsten Tagen diktiert werden wird und vom 1. Oktober ab Gültigkeit haben soll. Daß an den vielfach über alle Masten aufgeblähten Derwoltungskörpern noch sehr viele- überflüssig, also ohne Schwierigkeiten au ersparen ist, wird von niemand ernstlich bezweifelt werden können. Ob aber alle- d a S, wa- man in den letzten Tagen al- Dorbotschaft zu hören bekam, richtig und auch wirksam sein wird, darf man nach den Erfahrungen der letzten Jahre mit erheblichen Zweifeln ausnehmen. Dach einer Anordnung de- Hessischen Gesamtministeriums dürfen zunächst sachliche Ausgaben nur geleistet werden, soweit sie aus gesetzlichen oder sachlichen Gründen unbedingt zwingend sind. Alle irgendwie vermeidbaren sachlichen Ausgaben im Staatshaushalt (und analog natürlich auch in den Kommunalhousbalten) sollen vollständig unterbleiben. Diese Mastnahme wird zwar eine Entlastung der Ausgabenseite in Der öffentlichen Wirtschaft bringen, man darf sich aber nicht verhehlen, dast damit für weiteste Kreise des Handwerk- und Gewerbes und für alle damit zusammenhängenden Dolksschichten ein weiterer wirtschaftlicher Rückgang eintreten wird. Die Sachlage ist doch schon lange so. dast bei der mangelnden Finanzkraft der privaten Wirtschaft die öffentliche Hand immer mehr, teilweise sogar nur noch allein als Austraggeber für doS Handwerk und Gewerbe in Betracht kommt. Und nun soll auch diese Quelle von Arbeit und Serbien ft völlig, im gelindesten Fkllle zum gröstten Teile verstopft werden. Auf der anderen Seite erfahren die steuerlichen und sozialen Lasten keine Minderung, ja cs ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weifen, dast unter Umständen die schon längst falsch orientierte Steuer, und Wirtschaftspolitik in den kommenden Monaten einen weiteren Lastenausbau durchzuführen versuchen wird. Deben der Sperre bei den sachlichen Ausgaben wird auch eine Verminderung der Personalausgaben zu dem Programm der tocitgc- faßten Spardiktatur gehören. Davon werden natürlich auch wieder weite Kreise der privaten Wirtschast neben den unmittelbar betroffenen Personen in Mitleidenschaft gezogen, da Einkommensminderung gleichbedeutend ist mit Schmälerung der Kaufkraft, wenn nicht eine dem Ein- kommenSminus entfprechende allgemeine Senkung der Lebenshaltungskosten ausgleichend wirkt. Es sind also, wie man sieht, die alten Rezepte, die jetzt erneut zur Anwendung kommen sollen, von denen aber bisher schon die Wirtschaft aller Zweige und die Gesamtheit der Bevölkerung keine Besserung ihrer Lage erfahren hat. Kann nicht auf anderem Wege ein besseres Ergebnis erzielt werden? Gibt es keinen neuen konstruktiven Gedanken, der wirtschastsauf- bauende Kraft in fidj birgt und dauernden Dützen für die Gesamtheit der Bevölkerung verheißt? Der furchtbare wirtschaftliche und finanzielle Diedergang unseres Dolkes ist, neben den mancherlei Unsinnigkeiten auf innenpolitischem Gebiete, durch die jahrelangen Reparationszahlungen an das Ausland ohne entsprechende wirtschaftliche Gegenleistung entstanden. Andauernd wurde auf diese Weise unserer Volkswirtschaft Substanz entzogen, woraus schließlich eine Lebensbedrohung für den gesamten Körper werden mußte. Der gleiche Vorgang spielt sich, volkswirtschaftlich gesehen, auch im Reiche selbst ab. Es liegt uns fern, Widerspruch gegen die Fürsorge für die erwerbslosen Volksgenossen und gegen die Unterstützung der übrigen hilfsbedürftigen Mitbürger zu erheben. AIS selbstverständlich wird jeder einsichtige Mensch es ansehen müssen, dast den durch Arbeitslosigkeit, Vermögensverlust (Kapitalrcntn.r). durch fchw reKri g b:schädigung usw. unverschuldet in Not geratenen Mitbürgern Hilfe gebracht werden must, dast man diese Volksschichten nicht untergehen lassen darf. Aber vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus muß doch gefagt werden, dast die bisherige Form dieser Hilfeleistung nicht in allen Teilen richtig getreten ist. Alljährlich werden Milliarden auf diesem Gebiete verausgabt, denen keine volkswirtschaftliche Funktion als Gegenleistung in der Rechnung gegenüber» steht. Kein Wunder, daß diese Umstände dazu beitrugen, die Wirtschafts- und Finanzkraft der Volksgefamtbeit fo zu schwächen, dast der Alpdruck auf unfer Volk eine ungeheure soziale und politische Gefahr für has Reich zu werden droht. Die Kommunen find — das kann man ohne Uebertreibung tagen — durch die überaus großen Aufwendungen für die Wohlfahrtserwerbslofen- fürforge finanziell unmittelbar vor der Erfchöp- funa. zum Teil find fie schon so gut wie fertig. Selbst wenn jetzt durch die Epardiktatur ein Ausgleich der Haushalte erzielt wird, dürfte doch die Vermutung nicht unbegründet fein, daß bei dem stetigen Anwachsen der Erwerbslofenziffer mit den steigenden Fürsorgelasten auch dieser Ausgleich schon in einigen Wochen oder Monaten über den Haufen geworfen fein wird. Sehr wenig erfreulich sieht es auch in großen Teilen der Privatwirtschaft aus. Auftrags- und Arbeitsmangel von gewaltigen Ausmaßen, stärkste Kapitalknappheit in den meisten Betrieben, Steuerdruck weit über die Grenze des wirtschaftlich Tragbaren hinaus, hohe soziale Lasten usw. engen die Wirtschaftsbafis immer mehr ein, führen zu weiteren Betriebsstillegungen, vergrößern das Heer der Arbeitslosen. machen die Lasten für die noch in der Arbeit stehenden Volksgenossen immer schwerer, erfordern immer höhere Aufwendungen der öffentlichen Hand für das soziale Hilfswerk, während gleichzeitig infolge Mindererträge der Steuern die Einnahmen in Reich, Staat und Gemeinden sehr schnell abfinfen. 8s hieße Vogel-Strauß-Politik treiben, wenn man sich den handgreiflichen Tatsachen dieses Krebsganges auf allen Gebieten verschließen und die naheliegende Schlußfolgerung nicht ziehen wollte, daß auf diesem Wege der deutsche Staatswagen nur immer schneller bergab rollt. Burgenland-Jeier. Des Burgenlandes Wiedervereinigung mit Oesterreich. Von unserem W. P. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten l Eifenstadt, September 1931. Als nach dem Zusammenbruch Deutschlands und Oesterreichs von allen Seiten die Widersacher deS deutschen Volke- im Osten. Westen, im Norden und Süden sich Beutestücke holten und deutlche- Land au- dem deutschen DolkSkörper herau-riffen, al- Oberschlesien. Südtirol, das Elsaß, Dord- Schle-wig. Westpreußen. die Südsteicrmark und Südkärnten verlorengingen, da schien es fast wie ein Wunder, al- in den Frieden-verträgen von St. Germain und Trianvn festgefetzt wurde, daß das fogenannte West Ungarn, daS heutige Burgenland, wirklich wiedermitdem öfter- reichifchen Mutterlande vereinigt werde. Freilich, auch die Rückgabe deS Burgenlandes geschah nicht ohne Willkür und auch nicht ohne eine gewisse politische Hinterlist. Denn einmal wurde die eigentliche Hauptstadt des Burgenlandes. Oedenburg, bei Ungarn belassen und so der zu Oesterreich gelangende Gebietsteil mitten entzweigerisfen. Und zum anderen war die LoStrennung dieses Gebietes von Ungarn, wie sich von Anfang an deutlich zeigte, ganz und gar nicht als eine Befriedigung gerechter deutscher Ansprüche gedacht, sondern sie war vielmehr ein raffiniert ausgeklügelter Versuch, die beiden seit Jahrhunderten befreundeten Dachbarstaaten zu entzweien. Trotzdem gibt vom gesamtdeutschen, vom volkspolitischen Standpunkt auS betrachtet, die zehnte Wiederkehr deS Tages, an dem das Burgenland wieder zu Oesterreich zurückkehrte, reichen Anlaß zur Freude und zum besonderen Hinweis daraus, daß hier wenigstens zum Teil ein altes, nachgerade schon historisch gewordenes Unrecht wiedergu^emacht wurde. Es ist eine Tatsache, die durch keinerlei Verschleierung-Versuche au- der Welt geschafft werden kann, daß die Vereinigung deS Burgenlandes mit Oesterreich eine Rückkehr diefeS deutschen Gebiete- zum deutschen Mutterlande darstellt. Denn diese- Land wurde bereits unmittelbar nach dem Zusammenbruch des römischen Reiche- von Germanen besiedelt. Und nach wechselvollem Schicksal war schließlich vom 15. bi- zum 17. Jahrhundert da- Land fest in der Hand der deutschen Kaiser geblieben. Erst als Kaiser Ferdinand ll. aus persönlichen Rücksichten dem Drängen der ungarischen Stände nachgab und da- Burgenland trotz seiner überwiegend deutschen Bevölkerung an Ungarn auslieferte, begann eine längere Periode magyarischer Herrschaft, obwohl immer wieder die nlederösterreichifchen Stände gegen die Unterstellung dieses Gebietes unter ungarische Oberhoheit — leider stets ergebnislos — protestierten. Schließlich wurde Ungarn im Vertrag von Trianon verpflichtet, das Burgenland wieder an Oesterreich zurückzugeben. Aber auch hier kam es zu der gleichen Entwicklung wie in all den anderen neugeschaffenen Grenzgebieten Mittel- und Osteuropas. Auch um das Burgenland wurde gekämpft. Irreguläre ungarische Banden widersetzten sich der Wiedervereinigung des Burgenlandes mit Oesterreich. Fünfzig Tote und vierundachtzig Schwerverletzte fielen auf österreichischer Seite in diesem Kampf, bis schließlich das sogenannte Protokoll von Venedig die Durgenland'rage endgültig klärte. Freilich wurde hierbei doch wieder mehr den nicht- deutschen Wünschen, wie sie Ungarn vertrat, Rechnung getragen, indem die Siebt Oebenburg aus dem Gesamtgebiete herausgerissen wurde, so baß bas heutige Burgenland in ber unnatürlichsten Weise in zwei Teile zerrissen wurde. Eine nähere Betrachtung der Burgenlandfrage zeigt mit eindringlicher Deutlichkeit, baß es sich hier keineswegs um eine Angelegenheit handelt, die etwa nur Oesterreich angeht. Vielmehr ist das Burgen- lanbproblcm für das gesamte Deutschtum nicht nur von grundsätzlicher, sondern auch von außerordentlicher politischer Bedeutung. Denn das Burgenland ist nicht irgendein Grcnzlanb, sondern es ist eine politisch wichtige Schlüsselstellung. Wenn es nach den Wünschen der Panslawisten gegangen wäre, so würde heute das Burgenland ein Dord- unb Eüdslawien verbindender Korridor sein. Hier in diesem schmalen, an seiner engsten Stelle nur vier Kilometer breiten Lanb- -Berichterstatter. strich siedeln etwa 40 000, zumeist freilich völlig eingedeutschte Kroaten. Auf diese Kroaten nun hatte man in Belgrad und in Prag ebenso wie auch in Paris Hoffnungen gesetzt. Sie sollten den Anspruch auf einen slawischen Korridor quer durch Mitteleuropa begründen Helsen und sollten eine Sperrkette für das Deutschtum gegen den Süd- often hin bilden. Dun. die slawischen Hoffnungen haben sich als trügerisch erwiesen. Gerade diese ersten zehn Jahre, die das Burgenland wieder zu Oesterreich gehört, haben gezeigt, daß die burgenländischen Kroaten, die keineswegs eine llrbcDölfcrung darstcllen. sondern nach den Türkenkriegen auf ber Flucht au- ihrer kroatischen Heimat sich hier in den von den Türken verwüsteten Dörfern wieder anfiebelten, baß biefe burgenländischen Kroaten von panslawistischen Ideen nicht da - geringste wissen wol- I e tl Fast in allen kroatischen Dörfern des Burgenlandes mußte die österreichische Regierung aus ausdrücklichen Wunsch der Kroaten deutsche Volksschulen errichten, da die Burgenlandkroaten sehr wohl erkannt hatten, daß ihre Zukunft einzigsund allein im friedlichen Zusammenleben mit dem deutschen Volke und in ihrer Durchdringung mit deutsche* Kultur liegen kann. Wenn auch die geschichtlichen und völkischen Tatsachen die Zugehörigkeit de- BurgenlandeS zu Oesterreich klar erweisen, so werden doch immer noch hier und da Stimmen laut, die dem deutschen Volke den Anspruch auf diese- Land streitig machen wollen. Unb dabei gibt eS doch kaum eine deutschere Landschaft al- diesen äußersten Vorposten der deutschen Ostmark. Schon eine flüchtige Fahrt vom Deusiedlersee bi- hinunter zur burgenländisch-südslawischen Grenze zeigt eine echte deutsche Landschaft. Deutsches Mittelgebirge, mit herrlichen, weithin sich dehnenden Tannenwäldern bedeckt, die Berge mit wehrhaften Burgen gekrönt, die Deutsche einst erbauten, um die Ostmark gegen die andringenden OSmanen zu schützen. Wandert man durch die Dörfer, fo weifen überall die weitläufigen Bauernhäuser mit ihren breiten Torbogen und in ihrer charakteristischen Anordnung von Wohn- unb Wirtschaftsgebäuden auf Den fränkischen Ursprung ihrer Erbauer und Bewohner hin, auf deutsche Vergangenheit, auf deutsche Eigenart. Nichts aber vermag den deutschen Charakter dieses Lande- so klar und eindringlich au erweisen als die Tatsache, daß unzählige Große deS deutschen Geisteslebens im Burgenland entweder geboren, ober wenigstens ausgewachsen sinb und hier ihre geistige Prägung erhalten haben. Es sei nur erinnert an die Damen eines Joses Haydp, Franz Liszt, eines Friebrich Joachim, eines G o 1 b m a r l unb mancher ananderer. Auffallend groß ist ja die Zahl gerade der musikalischen Begabungen, die daS Burgenland hervorgebracht hat. Aber auch auf anderen Gebieten der Kunst und der Geisteswiffenschaft hat daS Burgenland Größen hervorgebracht. So einen 3ofef Kainz, einen Adolf Sonnen- thal. eine Fanny E l S l e r, den Bildhauer Ambrof'i, den Kupferstecher Oefer und schließlich den berühmten Anatomen Hyrtl. Alle sind sie Kinder des Burgenlandes und alle legen sie in ihrem Schaffen Zeugnis ab von dem deutschen Wesen dieses Landes, das trotz jahrhundertelanger fremder Oberhoheit seinen Volkscharakter treu bewahrt hat, wie kaum ein andere- deutsche- Grenzland. Zehn Jahre haben genügt, um diese- gesegnete Land, das sich wie ein Garten vor den Toren Wiens breitet, zu einem unlöslichen Bestandteil des neuen Deutsch-Oesterreich zu machen. Ausgabe de- gesamten deutschen Volke- wird es sein, dafür Sorge zu tragen, daß auch in Zukunft dieses Land ein Schuhwall bleibt gegen fremde Machtanfprüche. War die Wiedervereinigung de- Burgenlandes mit Oesterreich der einzige Gewinn, den die Friedensdiktate dem deutschen Volke brachten, so erwächst ganz besonders aus diesem Umstande dem deutschen Volke die Pflicht, die natürlichen Bande, die dieses jüngste und doch uralte deutsche Land mit dem deutschen Volksboden verbinden, immer noch enger und fester zu knüpfen. Wir leben seit einigen Monaten im Zeichen der Dotverordnungen. Vielerlei ist damit in den letzten Wochen geregelt worden, was man früher für unmöglich gehalten hat. Die nächsten Wochen, vielleicht auch Monate werden uns wohl noch ein reichliches Bündel von Dotverordnungen bringen, da man sich bei dem gegenwärtigen Reichstag nicht allzuviel fachliche Arbeit versprechen darf. Konnte die Reichsregierung nicht auch eine Notverordnung herausgeben, die eine grundlegende Neuordnung der Erwerbslos e n h i l s e brächte, eine Neuordnung zur Wirtschaftsbelebung durch weitgehende produktive Verwendung der Geldmittel der Arbeitslosenversicherung? Von den Erwerbslosen mochten sicherlich über 90 Prozent gerne arbeiten, wenn sie nur Beschäftigung finden konnten, auch die Privatunternehmer möchten zweifellos ihre Betriebe gerne lebhafter in Tätigkeit sehen, wenn sie nur Aufträge mit fichergestellter Zahlung hereinbekommen würden. Nachdem durch eine Notverordnung der Reichsregierung den Kommunen auch die Kreditquelle bei den Sparkassen verstopft worden ist und anderweitige ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten nicht zu sehen sind, ist nur noch der Ausweg gegeben, daß man die Geldmittel der Arbeitslosenversicherung weit erheblicher als bisher zum Zwecke der produktiven Erwerbslosenhilfe in Anspruch nimmt Bisher wurden aus diesen Mitteln nur von Fall zu Fall Zuschüsse gegeben für Arbeiten, bei denen die Lohnkostensumme hoher war als die Materialkosten: in allen übrigen Fällen konnte zur Wirtschaftsbelebung von dieser Seite her keine Hilfe erwartet werden. Hier muß der Hebel mit größter Beschleunigung umgelegt werden. Die Geldmittel der A r b e i t s l o f e n Versicherung müssen für die Folge vor allem die volkswirtschaftliche Funktion erfüllen, in breitestem Ausmaß Arbeit zu erschließen, denn nur durch Arbeitsbeschaffung kann dem einzelnen, wie dem Volksganzen besser als bisher gedient sein, wobei natürlich für diejenigen, die wirklich keinen Arbeitsplatz finden können, die Hilfe nach der bisherigen Art erhalten bleiben muß. Betrachten wir — um naheliegende Beispiele zu wählen — unsere Gießener Verhältnisse. Der SchulhauSbau in den Eichgärten steht nun schon rund zwei Jahre unvollendet da, weil fein Geld zur Fertigstellung aufzutreiben ist. Hätte man zu diesem Dau teilweise als verlorenen Zuschuß, teilweise alS Anleihe zu einem niedrigen und für die kommunalen Finanzen leicht tragbaren Zinsfuß Kapital aus den Mitteln der ArbeitSlofenverficherung zur Verfügung gestellt, fo hätten bei feiner unbehinderten Fertigstellung zweifellos viele Arbeiter und eine ganze Reihe Betriebe unmittelbar und mittelbar Beschäftigung finden können, unb auS ben befferen Steuerleistungen burch bie prvbuktive Arbeit hätten auch bas Reich, der Staat und die Gemeinde Vorteil gezogen. Schon feit Jahren wird die Errichtung eines Diehhofe- in Gießen als produktiver Betrieb von allen beteiligten Kreisen als dringend notwendig angesehen, er konnte aber bisher nicht gebaut werden, weil auch hierzu bis jetzt noch das Geld fehlt. Wenn auch für diesen Zweck Kapital aus der Arbeitslosenversicherung in der vorbezeichneten Weise Aur Verfügung gestellt werden würde, könnten bei diesem Bau wieder mehrere hundert Arbeiter und ebenfalls eine Reihe von Betrieben direkt und indirekt auf Monate hinaus beschäftigt und dadurch die Gesamtheit nutzbringender befruchtet werden, al- durch die heutige Form der Nur- Unterstützung. Da die Verwirklichung der Gas- fenwerforgung aus dem Ruhrgebiet heute wohl schon als eine erledigte Angelegenheit angesehen werden kann, wird für unsere Stadt in absehbarer Zeit auch die Frage der Errichtung eines neuen Gaswerke- akut werden und mit unausweichlicher Notwendigkeit ihre Lösung erheischen. Beim Straßenbau ist gleichfalls viele- zu tun, wa- in den letzten Jahren nicht geleistet werden konnte. Zu denken wäre evtl, auch an eine großzügige Aktion zur Renovierung der allen Wohnhäuser, wobei natürlich ein Weg gefunden werden muß, auf dem die Verrechnung ber Kosten in einer für alle Teile annehmbaren Weife erfolgen kann. In all diesen Fällen könnte auch wieder burch Finanzierung' aus Der ArbeitSlofenverficherui^ bie Wirtschaft belebt unb vorangebracht werben, fo baß man au- den Unternehmungen nicht nur Gelb herauSztehen, fonbern es auch wieder binein- leiten würde. Selbstverständlich kann es stch bei dieser Art der Finanzierung nur um notwendige Arbeiten, nicht um die Befriedigung irgendwelcher kommunaler Luru-bedürfnisfe handeln. Aehnlich wie in Gießen, werden die Verhältnisse zweifellos auch in vielen anderen Gemeinden und bei sonstigen öffentlichen Körperschaften liegen. Wenn mang alle biefe Arbeiten zusammenfaßt, fo ergibt sich zweifellos eine gewaltige Menge von probuktiven Schaffensmöglichkeiten, bie nur auf finanzielle Ankurbelung warten müllen, um wirifchaftS- bclebenb unb für bie Dolk-gefamtbeit nutzbringend au wirken. Sehr viel spricht dafür, baß biefe« Ziel in verhältni-mäßig kurzer Zeit erreicht werben kann, wenn man sich zu einer durchs Qteifenben Reform ber Arbeitslosenversicherung unb zu einer Derwenbung ihrer Delbmittel in ber vorbezeichneten Art entschließen wirb. Eine solche Reform wirb auch al- sinnvolle soziale Tat zu bewerten sein, ba sie bie ArbeitSbe- schassung begünstigt unb an Stelle deS heutigen Unterftützung-prinzipS den Grundsatz ber produktiven Krästeausnutzung seht, hierdurch aber ben A st stützt unb stärkt, a u f dem unsere gesamte Volkseri- stenz ruht Möchten bie berufenen Stellen möglichst schnell zu einer solchen Reform kommen, bie ben wahren unb wohlverstandenen Interessen deS einzelnen, wie der Gesamtheit dcs DolkeS entspricht! Roikundgebung der Kreisbauernschast Wetzlar Q Wetzlar, 11. Sept. In der .Alten Post- sand gestern eine gut besuchte Versammlung der Kreisbauernschaft statt, die sich mit der Notlage der Landwirtschaft, den örnte- schäden und der Absatzkrise beschäftigte. Nach einem Vortrag von Geschäftsführer Schmidt, Wetzlar, und einer lebhaften Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, in der eS u. a. heißt: ..Die Vertreter der Bauemschast deS Kreises Wetzlar befaßten sich mit der gegen* toärtigen Notlage deS Landvolke- in unserem Kreise. Die Ursachen dieser Notlage erblickt die Versammlung u. a. In ber seit über zehn Jahren geführten verfehlten Wirtschaftspolitik, In der Benachteiligung deS Landvolkes und der Landgemeinden in der Kommunalpolitik, in einer vielfach unverantwortlichen AuSgabenwirtfchaft der öffentlichen Hand. Der bprozentige Steuerzuschlag wird als eine große Härte empfunden. Weiter vermißt man eine durchgreifende VcrwaltungS- reform, verbunden mit den notwendigen Sparmaßnahmen. In diesem Jahre ist durch daS anhaltende Regenwetter die Notlage des Landvolk- noch wesentlich verschärft worden. Infolge dieser Notlage fordert die Vertreterversammlung die restlose Umkehr von der seitherigen Zoll- und Handel-Politik, die Abkehr von der Erfüllungs- politik, Erklärung deS Kreise- Wetzlar als Notstandsgebiet, die sofortige Beseitigung dcS 120prozentigen Steuerzuschlag-, die Herabsetzung aller Gebühren, Schaffung eine- gerechten Finanzausgleich-, die Bereitstellung von Mitteln zur Pacht- und ZinSsenkung auf eine für dia Landwirtschaft tragbare Höhe unb schließlich ben Abbau bes Verwaltungsapparates, Abbau ber Beamtengchälter unb Rückkehr zum alten, pflichtbewußten Beruf-beamtentum. Weiterhin würbe in ber Versammlung beschlossen, innerhalb der Ortsbauernschas- t e n einen Landschutz zu bilden, zum S t ße der Ernte.» lieber die geplanten HilsSmaßnahmen für den Winter referierten die Kreistag-abgeordneten Drall, DiSkirchen. und G a ß. Dutenhofen. Zum SCßluß wurde noch über Absatzfragcn, über die Mahllöhne und die Erhöhung der Provinzial- Diehabgabe gesprochen. Oe Dillenburger llnterschlagungsaffäre. Der oerunlreufe Befrag beläuft sich auf 90000 Mark, weitere Verhaftungen. WSN. Dillenburg, 11. Sept. Um falschen Gerüchten entgegenzutreten, wird von amtlicher Seite mitgeteilt, daß die Unterschlagungen des OberrentmeisterS Zwanzig sich auf etwa 90 000 Mark belaufen. Daß die Verfehlungen bei früheren Revisionen nicht aufgedeckt wurden, ist darauf zurückzu'ühren. daß die Fälschungen in äußerst raffiniertet Weife vorgenommen wurden. Außerdem wurde die Aufdeckung noch besonders dadurch erschwert, daß der Oberrentmeister als Kassenführer mit zwei Angestellten, die er zu Falschbuckungen a n - hie 11.gemeinsame Sache gemacht hat. Ob diese beiden Angestellten für ihre Mithilfe geldliche Vorteile erhalten haben, muß die weitere Untersuchung ergeben. — Ter Sohn des Oberrentmeister- Zwanzig, Sägewerk-befihcr Heinz Zwanzig, wurde am Mittwochnachmittag ebenfalls verhaftet. Er steht im Verdacht der Verschleierung und der Mittäterschaft. Auch gegen feinen Geschäftsführer lagen zunächst Verdachtsmomente vor, doch hat die Qkr- nehmung ergeben, baß er mit den Verfehlungen nicht- zu tun hat. In den Bureauräumen oes Sägewerkes und in der Privatwohnung Zwanzig wurden Haussuchungen vorgenommen. Die Bewei-material zutage fördern sollten. Sämtliche Geschäftsbücher wurden befcßlagnahmL Der Oberrentmeister hatte für feinen Sohn mehrfach Bürgschaften übernommen, die naturgemäß jetzt durch den Gang der Dinge verloren fein dürften. Der Gläubiger hatte sich daher nach dem Bekanntwerden feiner Verhaftung starke Erregung bemächtigt, die in großen Anfammlun. aen vor dem Sägewer k in Frohnhausen chren Ausdruck sand. Man begann bereits damit, unter den vorhandenen Holzvorräten aufzuräumen, so daß sich die Polizei zum Einschreiten genötigt fah. Zeit ist Geld, denn Zeit spart Geld. Aber viele Leute opfern Zeit wie Geld unnötigen Dingen. Man denke nur an Fleischbrühe, deren Herstellung aus frischem, gutem Fleisch stundenlanges Kochen erfordert. Wie spielend leicht aber kann man sich den Genuß einer appetitanregenden und belebenden Bouillon verschaffen. Man löst einfach einen Maggi- Fleischbrühwürfel in l Liter kochendem Wasser auf. und eine gute Fleischbrühe ist fertig zum Gebrauch als Trinkbouillon, zum Kochen von Gemüsen, aur Bereitung von Suppen und Soßen. Maggi's Fleischbrühwürfel sollten in jedem Haushalt stets vorrätig sein, denn sie sind gut, praktisch und billig. 5918V Eine Aeberraschung für Hausfrauen und Kinder ist das Sanella - Margarine - Preisausschreiben. 50 000 Mark und 40 000 Sachpreise gelangen zur Verteilung I Bei dieser Fülle von Preisen bietet sich also jedem, der sich mit der Preisaufgabe beschäftigt, eine große Gewinnmöglichkeit. Die Preisaufgabe selbst erscheint auf „Glückstüten", die in jedem einschlägigen Geschäft kostenlos er- hältlich sind.5864V Die hessische höhere Bauschule in Bingen a.RH^ die vor vier Jahren anläßlich ihres 30jährigen Be- stehens seitens der hessischen Regierung zur solchen ernannt wurde, ist eine Fachschule, die Gewerbetreibenden, die sich zu Baugewerksmeistern oder Unternehmern ausbilden wollen, die technischen Kenntnisse vermittelt, ferner zu den mittleren tech- nischen Laufbahnen der Behörden, Kommunen, Städte, wie auch des privaten Baugewerbes vor- bereitet. Die Schule untersteht dem hessischen Staats- Ministerium (Landesamt für das Bildungswesen) und gliedert sich in Hochbau- und Tiefbauabteilung mit je fünf aufsteigenden Klassen. Das Semester beginnt am 13. Oktober 1931. Die Aufnahmebedingun- gen sind dieselben wie bei den übrigen Baugewerk- schulen. Programm und Auskunft kostenlos durch die Direktion. _____________ 5972V Durch die überaus starken Auswlnlerungsschäden des vergangenen Winters sind der Landwirtschaft iroße Verluste entstanden. Wieder aber hat die Er* ahrung gelehrt, daß da, wo rechtzeitig im Herbst vor er Aussaat eine entsprechende Kaligabe verabreicht wurde die Saaten den Unbilden des Winters bester standgehalten haben. Die Kalidüngung schützt das Ge- treibe vor Lagerfrucht und anderen Schädigungen und liefert schwere, gehaltreiche Körner! 56390 Ein einfaches Rezept! Zur Bereitung einer billigen und kräftigen Seifenpaste lösen Sie zweckmäßig em Paket Dr. Thompsons Seifenpulver in !/< Liter kochendheißem Wasser auf, rühren gut um und lassen die Masse erkalten. Dann erhalten Sie drei Pfund weiche weiße Seifenpaste, die zum Abseifen und Scheuern zum Vorwaschen und Einweichen beson- ders schmutziger Wäsche ganz vorzüglich ist. 5655V wohlfahrlsschule. Das Wintersemester der Wohl- fahrts- und Pfarrgehilfinnenschule beginnt, wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist, am 22. Oktober. Mit diesem Wintersemester werden zugleich die neuen Kurse in den drei vom Hessischen Diakonie-Verein geleiteten Schulen (Wohlfahrts.Pfarrgehilfinnen, und Gemeindepflegeschule) eröffnet. Zu jeder näheren Auskunft über Die Ausbildung für Staat, Gemeinde und Kirche ist die Deriktion der Schule gern bereit I W MM ÜMI ■hL«*. «««ar 9J.-fpor( Zwei Jahrhunderte auf einem Bild Buntes Allerlei eld stellen, werden auch in Garbenteich einen am von be* die dadurch ein Plus. In der Bezirksklaste hat Großen-Buseck I Wie- achtenswerten Gegner finden, wenn man auch Gäste als Sieger erwarten muß. Handball der Sp.-Vg. 1900. —-— Die historische Fregatte „Old I r o n s i d e", die vor mehr als 100 Jahren für Amerika Kriegsdienste leistete, vor den Wolkenkratzern von Manhattan im Hafen von Neuyork. Tv. Erda — Tu. Garbenheim. (2. Bezirk): Tu. Lol- lar I — Tv. Londorf II; Tu. Lollar II — Tu. Allen- dorf II; Tv. Allertshausen I — Tu. Ruttershausen I. (3. Bezirk): Tu. Hausen I — Tv. Beuern I; Stein- dach I — To. Hausen II; Tv. Albach II — Burk- hardsselden I. Jugendklasse (Gruppe 1): Tv. Kesselbach — Tv. Londorf. (Gruppe 2): Tu. Launsbach — Tu. Garbenheim. Arbeiter-Turn- und Sportbund. sondern das. tief in ihr wurzelnde Bewußtsein, daß darauf die Grundlage ihrer ganzen Rasse und das Glück ihres eigenen Daseins beruht. So mancher Dschaggar, der genug Geld verdient, möchte feine Frau europäisieren und von der groben Arbeit fern halten, aber sie läßt sich nicht darauf ein, denn sie weih, daß sie ihr hohes Ansehen und ihre Würde verliert, wenn sie nicht die Feld- und Hauswirtschaft besorgt, daß sie aus der Arbeitsgemeinschaft mit den Nachbarinnen ausgestohen würde und zur verachteten Fremden herabsinken mühte. Als einmal in Bukowa die Männer wegen Ruhestörung eingesperrt wurden und wie die andern Gefangenen arbeiten sollten, standen schon früh um Morgen ihre Frauen vor dem Gefängnistor und forderten hartnäckig, die Arbeit für ihre Gatten zu leisten. Sie erblicken darin keine Mühe, sondern eine Ehre, die ihnen allein zukommt. Auch durch die Vielehe wird das Ansehen der Frau nicht herabgesetzt, sondern gerade dadurch wird ihr zum Bewußtsein gebracht, dah ihre Geltung von ihrer wirtschaftlichen Tüchtigkeit abhängt und dah ihre Freiheit und Unabhängigkeit durch ihre Arbeit gesichert ist. Wenn sie einen Sohn hat, richtet sie ihre Aufmerksamkeit mehr und mehr auf ihn und bezeichnet ihn als ihren Eheherrn, denn mit ihm seht sie ihr Leben fort, wenn sich der Mann eine jüngere Frau genommen hat, an ihm findet sie im Alter ihre Stühe, während der alternde Mann sehr viel häufiger vereinsamt. Schon der Kosename „mlja.oko, mein Speiser, meine Speiserin". mit dem sich Mann und Frau rufen, deutet auf die Lebenseinheit hin, die zwischen den 6eit)en besteht, die bei der Hochzeit gemeinsam aus einer Schüssel gespeist haben. Diese Anrede kann der Mann nur mit der ersten Frau tauschen, da nur sie mit ihm gemeinsam durch die feierliche Hoch- zeitszeremvnie gegangen ist. So genießt die erste Frau besondere Verehrung. Die Hochachtung, die gerade durch ihre Leistung die Frau dem Schwarzen abnötigt, geht aus zahlreichen Lehren und Aeuherungen des afrikanischen Dolksmundes hervor, so wenn es z. B. vom Sterben heißt: „Mann und Frau verhalten sich beim Sterben ganz verschieden. Der Mann stirbt wie eine Ziege, die Frau wie ein Schaf. Die Ziege schreit, wenn sie den Todesstoß empfängt, und so tut der Mann; er stirbt ungebärdig. Das Schaf unterdrückt den Todesschrei; es denkt an sein ßamm und will es nicht erschrecken. So ist auch die Haltung der beiden Geschlechter im Sterben ganz verschieden. Der Mann wirst die Glieder auseinander, die Frau krümmt sich über ihren Schoß, als wolle sie ihr Kindlein schützen." So wird die Frau gerühmt: „Nichts Klügeres gibt es aus Erden als das weibliche Geschlecht." Oder: „Die Frau ist Fürsorgerin; sie allein kann die Weisen ausziehen." Zum ersten Verbandsspiel auf eigenem Platz empfängt am kommenden Sonntag 1900s 1. Mannschaft die gleiche des VfL. Wetzlar. Das letzte Treffen zwischen den beiden alten Rivalen endete mit einem klaren 3:0-Sieg der Spielvereinigungsleute. In der neuen Saison haben sich jedoch beide Mannschaften noch nicht zu einer besonderen Leistung aufschwingen können. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Handball im Lahn'Oünsberg-Gau Der kommende Sonntag hat folgende Spiele auf dem Programm: Gauklasse: Tu. Londorf I — Tv. Dorlar I; Tu. Allendorf I — To. Atzbach I; Tv. Staufenberg I gegen Tv. Wieseck I. Bezirksklasse (1. Bezirk): Tv. Rodhcim — Tv. Launsbach; Tu. Wißmar — Tu. Kinzenbach; Die Namen unserer Münzen. Mark, Franc, Pfund usw., diese Bezeichnungen Haden alle ihre Geschichte. Das Wort Mark ist aus einem französischen Wort marc abgeleitet, das früher ein Stück Gold bezeichnete. Der Franc verdankt feinen Namen der lateinischen Inschrift „Francorum rex" (König der Franken); diese Inschrift befand sich auf alten Geldstücken. Das Pfund hat seinen Namen von dem Gewicht eines bestimmten Silberwertes in England. Die spanische Währungseinheit Peseta bedeutet etwa „kleines Stück". Der Rubel wurde abgeleitet von dem slawischen Wort rubbi, das mir mit „Aus- zackung" übersehen müssen. Verfolgt man die Geschichte der russischen Münzen zurück, so findet man die ersten Stücke tatsächlich mit Auszackun- gen hergestellt. Der holländische Gulden heißt auch Florin, und dieser Name kommt aus Florenz. Der portugiesische Escudo stammt von einem französischen Wort £cu, es bedeutet Wappenschild. Der deutsche Taler hieß ursprünglich Ioachims- thaler. In Ioachimsthal wurde den dort vorhandenen einstmals reichen Silberminen eine Münze angeschlossen, deren Produkte man einfach Ioachimsthaler nannte. Davon blieb der Begriff Taler übrig. Dollar ist die amerikamsche Form des Wortes Taler, ebenso bedeutet das skandinavische Wort rixdal nichts weiter als das deutsche Reichstaler. Das Wort Rupie ist dem Sanskrit entnommen; es bedeutet dort eigentlich Vieh. Aber das Vieh galt einstmals in Indien als Geld im Tauschverkehr, und so blieb das Wort erhalten. Frauenverehrung bei den Schwarzen. Ein Europäer, der als Farmer in Ostafrika lebte, wollte einmal auf einer großen Versamm- lung von eingeborenen Männern und Frauen den Regern ins Gewissen reden, weil sie alle Arbeit und Mühe auf die Schulterndes „schwächeren Geschlechtes" legten. Daß die Männer bei seinen Worten in Zorn gerieten, erschien ihm Znatürlich; aber um so merkwürdiger war es ihm, dah auch die Frauen ihn wütend anblickten und ihm sehr deutlich zu verstehen gaben, er solle nicht über Dinge reden, 'die er nicht verstehe, sie seien mit ihrem Lose sehr zufrieden, und so, wie die Arbeit unter den Geschlechtern verteilt sei, so sei es gut und richtig. Die allgemeine Anschauung, daß die Frau unter den Afrikanern gering geachtet werde, weil sie so schwere Arbeit tun müsse, wird dadurch in überraschender Weise widerlegt, und tatsächlich herrscht sogar in Ost- afrika eine Frauenverehrung, wie Bruno Gutmann in der bei Hugo Bermühler in Berlin erscheinenden Monatsschrift „Der Erdball" nachweist. Daß die Afrikanerin so hartnäckig an ihrem Leben als „Lasttier" festhält, ist nicht etwa dumpfer Deharrungstrieb oder sklavische Furcht, Gpielvereinigung 1900 Gießen. Sämtliche Mannschaften im Feld. Auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe wird am morgigen Sonntag lebhafter Spielbetrieb herrschen. Die Spielvereinigung hat ihre sämtlichen Mannschaften im Feld und tritt fast durchweg gegen Gegner an, denen ein guter Ruf voraus geht. Die Ligamannschaft spielt gegen die neugebackene Liga von Dillenburg und hat sich damit einen Gegner verpflichtet, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Die Blauweihen mußten sich jedenfalls von dem Gegner des Sonntags bereits zweimal in Gesellschaftsspielen (mit knappen Resultat zwar) geschlagen bekennen. Die Dillenburger stellten ihre Bezirksligareife dadurch unter Beweis, indem sie sich in den Verbandsspielen der vergangenen Saison ungeschlagen hielten. Die Mannschaft der Spielvereinigung tritt voraussichtlich in kompletter Aufstellung an. Lediglich der Tormann Schmidt, der gesperrt ist, wird durch Wißmar erseht, der sich zur Zett in guter Form befinden soll. Für einen Sieg der 1900 ist allerdings mehr denn je Siegeswttlen und Ehrgeiz, die nötige Zusammenarbett und ein produktives Spiel allererste Voraussetzung. Im übrigen erwartet das heimische Publikum wieder einmal ein schönes Spiel. , , , Die Ligareserve trägt vor dem Ligaspiel ihr zweites Verbandsspiel gegen die I. Mannschaft von Oberbiel (Kreis Wetzlar) aus. Die Gaste stellen eine außerordentlich befähigte Mannschaft. Die Blauweihen treten allerdings auch in stärkster Besetzung an. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Die III. (Lehrmannschaft) trägt am Vormittag ein Spiel gegen die I.Elf von Heuchelheim aus. Die Heuchelheimer sind als sehr eifrig bekannt; ob es allerdings zu einem Siege für sie reichen wird, ist noch fraglich. Die IV. Mannschaft empfängt ebenfalls am Vormittag die I. Mannschaft von Großen-Buseck zum Verbandsspiel. Die Gäste dürsten den Blauweihen überlegen und als Sieger zu erwarten sein. Iugendspiele. Am Sonntag bestreitet die Jugend-Fußball-Ab- teilung in Wetzlar einen Klubkampf aegen den SV. Wetzlar. 1900 fährt mit vier Mannschaften in die Nachbarstadt, und zwar treten die 1. und 2. Jugend sowie die 1. und 2. Schülermannschaften jeweils den gleichen Mannschaften des Gastgebers gegenüber. Die 1. Jugend hat einen schweren Gegner vor sich. Die 2. Mannschaft vermochte gegen die 2. von Wetzlar schon einmal zu gewinnen, wird fick) diesmal jedoch sehr anstrengen müssen. Die 1. Schüler stehen der stärksten Schülermannschaft des Gaues gegenüber; die zweiten Schüler haben entsprechend ihrer letzten Leistungen Aussicht auf Erfolg. VfB.-Gießen. VfB. Liga — Hessen-Kassel 09 Liga. Die Grün-Weihen haben einen schweren Gang vor sich. Kaum weniger schwer, als der Gang nach Fulda vor drei Wochen. Wenn man sich dessen erinnert, dah Hessen 09 am vergangenen Sonntag den Fuhballsportlern unseres Bezirks dadurch eine Lleberraschung bescherten, indem sie die Mannschaft von „Kurhessen" Kassel mit 5:0 schlugen. Der Kampf fand außerdem noch auf dem Platz des Unterlegenen statt. Diese Sachlage allein bedeutet, daß die VsBer alles einsehen müssen, wenn sie am Sonntag, dazu noch in Kassel • auch nur einigermaßen gut abschneiden wollen. In diesem Kampf gilt es für jeden Einzelnen, sich dem Mannschaftsganzen restlos unterzuordnen; jeder muh sich verpflichtet fühlen, die Scharte von Fulda durch ein wenigstens ehrenvolles Ergebnis gegen den morgigen Gegner auszuwetzen. Dah die Mannschaft sehr wohl imstande ist, auf Erfolg zu spielen, bewies sie in Fronhausen und Horas. Auf das Ergebnis dürste man im Bezirk Hessen-Hannover gespannt sein; den Gießenern wäre eine Gelegenheit geboten, sich einen guten Namen zu machen und sei es auch nur durch das erwartete einigermaßen repräsentable Ergebnis. Die II. Mannschaft spielt auf dem Waldsport- platz gegen die I. Mannschaft von Hertmannstein. Es ist das ein Gesellschaftsspiel, ein Rückspiel, das nunmehr ausgetragen werden muß. Die III. Mannschaft hat die II. Mannschaft von Herr- mannstein zum Gegner. Der Ausgang der beiden Kämpfe ist offen. Jugendspiele. Vor schweren Aufgab:n stehen die beiden 3u- gendmannschasten. «y. I. und II. Iugend treten gegen die I. und II. Iugend des VfB. Kurhessen Marburg an und werden es gegen diese Gegner nicht leicht haben. Die Marburger, die über eine sehr gute Iugendabteilung verfügen, haben in ihren Iugendmannschaften ausgezeichnete Spieler, gegen die die Vf Der alles aufzubieten haben werden. Sportverein 1928 Garbenteich. Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Mannschaft des Sportvereins die gleiche der Spielver- einiauna 1926 Leihgestern zum ersten Verbands- spiel. Die Gäste, die zur Zeit eine spielstarke Elf ins Rundfunkprogramm. Sonntag, 13. September. 7.00: Bremen: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 10.00: Kassel: Anläßlich der Wecbe- woche des Vereins für oas Deutschtum im Ausland des Landesverbandes Hessen-Rassau-Wal- deck: Deutsche Stunde, Rezitationen von Else Hessenauer. 10.30 bis 11.30: Richard Wagner, „Die Walküre", 1. Aufzug (einführender Vortrag von Hans Rosbaud, unter Mitwirkung des Rundfunkorchesters). 11.30: Leipzig: (Reichssendung) Kantate. 12.15: Schallplattenkonzert. 12.50: Dre Programme der Sonntags- und Montagskonzerte des Frankfurter Orchester - Vereins — Bericht von Hans Rosbaud. 14.00: Stunde des Landes. 15.00: Stunde der Iugend, Kasperltheater von Liesel Simon. 16.00: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 16.50 bis 17.45: Aus dem Wiener Stadion: Länderfußballspiel Oesterreich — Deutschland. 17.45: Fortsetzung des Nachmittagskonzertes. 18.15: Kammermusik. 18.50: I. Paul Heyse, Einführung: Dr. Ludwig Marcuse, Leseproben: Leonhard Blaß. 19.30: Kassel: Blasmusik. 20.45: Klassische Monologe, gesprochen von Kurt Katsch. 21.15: Der Ring des Nibelungen: „Die Walküre", 1. Aufzug. 22.15: Deutsche Motorrad-Bahnmeisterschast im Stadion Frankfurt a. M., Bericht von Ernst Nebhut. Montag, 14. September 7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15: „Kommunale Frauenmitarbeit zur Bekämpfung der Not Iugendlicher", Vortrag von Frau Direktorin Lill. 17.00 bis 18.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Abrüstungsfragen", Vortrag von Oberst außer Dienst v. Oerhen, Berlin. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Volkslieder, 1. Oesterreich. 20.30: Der Tag des Ulysses, ein Querschnitt durch den Roman von Iames Ioyce. Dienstag, 15. September. 7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05t Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen- nadynittag. 17.00: Nachmittagskonzert des Würt- tembergischen Tonkünstlerorchesters. 18.40: „Holländer und Deutsche in Nieüerländisch-Indien", Vortrag von Dr. Th. Metz. 19.05: „Die junge Kaufmanns-Generation", Dreigespräch zwischen Albert Stüber, Heinrich Auerbach und Karl Iacklowski. 20.00: Von Berlin: Reichssendung: Wir wollen helfen. 21.00: Im Fluge um die Welt (USA.), 2. Abend. Mittwoch, 16. September. 7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Iugend. 17.00: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Das Haus. Die Geschichte feines Werdens", Vortrag von Budo Rasch. 19.05: Primaner sprechen über Bergs „Wozzek", Lettg.: Dr. Majer- Leonhardt. 19.45 bis 20.15: Zitherkonzert. 20.30 bis 21.00: Drei Kurzgeschichten, von Hermhnia Zur Mühlen. 21.00: Orientalische Musik, Vortrag mit Beispielen von Emil Kahn. 22.30 bis 23.00: Mannheim: Komponistenstunde, Werke von Ernst Mehlich, Baden-Baden. (Schluß des redaktionellen Teils.) secks II zum Gegner. Der Ausgang des Spieles ist offen. Burkhardsfelden I ist in Marburg zu Gast und wird wohl den Platzbesitzern den Sieg überlassen müssen. Hachborn I hat Gießen II zum Gegner. Die Gäste dürsten die Besseren sein. Leun I spielt gegen Großen-Linden I. Der Glücklichere wird hier wohl Sieger bleiben. Naunheim II ist in Oberndorf und Rodheim I in Kinzenbach zu Gast. Die Mannschaften spielen bei gleichverteilten Chancen. Londorf I muh nach Odenhausen; Rüddingshausen I nach Sichertshausen, und Marburg II spielt in Allertshausen. Die Gäste sollten jeweils die Sieger stellen. Außerdem spielen: Nieder-Ohmen I — Gießen III, Beuern I gegen Grünberg II, Lich I — Hausen I, Saasen I gegen Watzenborn I, Launsbach I — Allendorf an der Lahn I, Frankenbach I — Leun II, Waldgirmes I — Wißmar I, Gleiberg I — Klein-Linden I, Hungen II — Harbach I, Großen-Linden II gegen Lang-Göns I, Großen-Buseck II — Heuchel* heim II. . ' In der Jugendklasse finden folgende Spiele statt: Naunheim — Heuchelheim, Gießen — Wlß- mar, Wieseck II — Rodheim, Krofdorf — Großen- Linden, Staufenberg — Hausen, Nieder-Ohmen — Wieseck I, Hachborn — Lollar. Hanvball. In der Herbstrunde der Handballer ist Krofdorf in Herborn zu Gast und sollte von dort einen siche- ren Sieg mit nach Hause bringen. Wieseck hat Wißmar zum Gegner. Hier wird es ein interessantes Treffen geben, bei dem die Platzbesitzer wohl ein Plus für sich in Anspruch nehmen dürfen. In der Fortsetzung der Kreisklassenspiele Sonntag wird Gießen I die erste Mannschaft Schwalheim auf dem Trieb zum Gegner haben. Die Gäste stellen wohl eine gute Mannschaft ins Feld, jedoch dürsten sie gegen die technisch besseren Gast-' gebet wenig Siegesaussichten haben. Wieseck I empfängt die erste Mannschaft von Dorheim. Wenn die Platzbesitzer, die technisch immer schöne Spiele lieferten, zu dem kommenden Kampf keinen einheitlichen Mannschaftswillen mitbringen, dürften nur wenige Siegesausfichten bestehen. Ein interessantes Treffen wird in Naunheim ftattfinben. Die Spitzenführer der 1. Gruppe, Naunheim und Heuchelheim stehen sich gegenüber. Gleichwertige Gegner werden hier um die Punkte ringen. Naunheim hat den Vorteil des eigenen Platzes und Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, wl h A wMulUlO0L wCTCTflltfw Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6,Teleph. 3888 Schriften kostenlos zosrv Das bißchen Erde. Vornan von Richard Skovronnel. Copyright by 3. CEngetyorns Nachf., Stuttgart. 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten ..Lieber Malte", sagte er und bemühte sich, seiner Stimme einen milden Klang zu geben, „es sind bbse Worte gefallen zwischen unS ... die Erregung entschuldigt vieles, aber du selbst hast ja eben schon wieder eingelenkt. llnb auf deine Fragen will ich dir Antwort geben, ich' habe nichts zu verbergen, meine Hände sind rein. 2n der Zeit, als du noch nicht mündig warst, habe ich die Vellahner Abrechnungen dem Obervormundschaftsgericht vorgelegt, mir für jeden Pfennig die Billigung dieser Behörde ein« geholt. Ebenso war eS auch jetzt. Du warst fluchtähnlich davongesahren, ich bin dein Lehnsherr immer noch, es war meine Pflicht, auf dem verlasfenen Gute nach dem Rechten zu sehen. Und da fand ich arge Mißstände vor. Ehe ich aber an ihre Beseitigung ging, holte ich ebenfalls ein Gutachten der zuständigen Behörde ein ... ich sah gewissermaßen eine Szene wie die hier jetzt eben voraus' ... ..Du warst sehr vorsichtig, lieber Onkel", warf Malte bitter ein. „Ah nein", erwiderte der Erblandmarschall, „in dem Bewußtsein meiner Verantwortlichkeit tat ich nicht- als meine strenge Pflicht gegen das mir anvertraute Gut. 3n einem aber" — er hob unwillkürlich seine Stimme — „befleißigte ich wich der Vorsicht, die du eben an mir rühmtest: beim Abschluß meiner Ehe! Da erwog ich sorgfältig auch daS Letzte, weil ich Anfechtungen voraussah. Und nun kann ich dir zum Abschied nur den einen Rat geben: spar Zeit und Mühe und Geld. Meine Verwaltung de- Lehn-gutes Vellahn steht ebenso unantastbar da wie die RechtSgültigkeit meiner Ehe." Malte warf den Kopf in den Racken zurück. „Ich verstehe, Onkel Christoph! Wie hatte ich auch glauben können, du wärest imstande, irgendeinen unüberlegten Schritt zu tun! Besonders mit meinem Gelbe hast du eS dir ganz vortrefflich überlegt: wer kein Geld hat, kann keine Prozesse führen, namentlich nicht, wenn eS um einen Streitgegenstand geht wie die Hohenrömnitz! Beim ersten Termin schon wären meine paar Groschen zu Ende. Also gehab dich wohl, ich reite nach Vellahn zurück. In ein paar kurzen Wochen wird sich alles entscheiden" ... Er wandte sich Jur Tür, doch eine Handbewegung deS andern lieh hn innehalten. Der Erblandmarschall erhob seine flagere Gestalt aus dem breiten Ledersessel, ging hm ein paar Schritte nach. „Einen Augenblick noch, lieber Reffe ... vielleicht hatte diese so heftige Auseinandersetzung auch ihr Gutes. Du sagtest eben, in ein paar kurzen Wochen wird sich alles entscheiden. Ich vertraue Gott dem Allmächtigen, der mich bis hierher geführt hat, er wird seine gnadenspcn- dende Hand nicht abziehen von mir bi- zuletzt. Aber seine Wege sind unerforschlich, vielleicht hat er seinem demütigen Knechte noch eine neue Prüfung aufgesvart — die schwerste von allen — ... Und da möchte ich dir einen billigen Ausgleich Vorschlägen." Malte wandte sich überrascht zurück. „Du mir, Onkel Christoph?" I »Vawohl, denn du dauerst mich trotz deiner Verblendung, llnb hör mir gut zu, ich werde fassen" ... Der Erblandmarschall wog tedes Wort, ehe er'S aussprach.....Die Hohen- rownitz vererbte sich bisher nur im ManneS- stamme. Aber solche Bestimmungen können geändert werden mit Einwilligung aller Betel- lrgten. Die Herren von Römnitz im Märkischen >lnJ mit Geld abzufinden. Dir biete ich einen andern Preis: da- LehnSgut Vellahn für dich und deine Rachkommen für alle Zeiten! Du brauchst nur zuzustimmen, dah die Hohenrömnitz sich fortan auch nach der Kunkel vererbt ... Dah ich meinen Besitz hinterlassen kann, wem ich will, auch wenn mir jetzt eine Tochter geboren wird?" ... Malte stand eine kurze Weile überlegend. Das war ein Angebot, da- er nicht erwartet hatte ... Eine Sicherheit gegen jeden Wechsel des Schick- salS ... Wie eS auch kam, er war geborgen ... Geborgen vor aller Sorge um da- bißchen Rot- dürft und Rahrung ... Als ein behäbiger Herr konnte er sich aufbauen auf kleinem, aber sicherem Besitz ... „Heberleg nicht lange", drängte der andre, „sonst könnte mich vielleicht wieder gereuen, Walch dir eben geboten habe, wie ... wie unter dem Drange einer höheren Eingebung, möchte ich sagen! E- ist ehrlich und christlich, gibt jedem sein Teil ... Komm, wir rufen die Zeugen gerbet und beschwören eS über dem Schwertnauf nach altem Brauch ... Die Urkunde kann später auS- gefertlgt werden" ... Malte blickte auf, zu rasch vielleicht, sonst wäre ihm der seltsam gespannte Ausdruck in den Augen deS Aelteren entgangen. Er trat einen Schritt zurück und schüttelte den Kopf. „Rein, Onkel Christoph, ich lehne ab. Weil du c4 mir bietest. Bei einem andern hätte ich's mir reiflich überlegt und vielleicht zugestimmt. Bei dir versehe ich mich irgend einer Heimtücke, die dahinter lauert, und lehne ab.“ -Du bist zu Unrecht verbittert", sagte der Erblandmarschall, „ich will dir die neue Kränkung nicht anrechnen und lege sie zu dem übrigen. 2lber bedenke wohl, Gott der Herr sieht auf uns herab! Vielleicht streckt er in diesem Augenblicke die Hand aus nach dem Zünglein der Waage und lenkt es auf die rechte Seite" ... Malte zuckte mit den Achseln. „Onkel Christoph, du stehst dich mit ihm besser — vielleicht tut er dir den Gefallen. Vielleicht sagt er sich aber auch, .dieser Kerl von Erblandmarschall strapaziert mich bei jedem unbeträchtlichen Quark, ich will zur Abwechslung mal dem andern helfen. Der hat mir noch nie mit seinen Sorgen die Ohren vollgeguenaelt!' ... Also unsre Chancen sind so ziemlich gleich. Ich will die meinige ruhig abwarten." „Du willst eS dir nicht noch einmal überlegen?" „Rein, lieber Onkel." „Das ist dein letztes Wort?" „Mein letztes. Alles oder gar nichts! Dein Drängen aber bestärkt mich in dem Glauben, dah hier doch wohl alles nicht so in Ordnung ist, wie du sagtest. Run, daS wird sich ja bei näherer Prüfung Herausstellen" ... Der Erblandmarschall straffte seine hagere Gestalt. „Ich biete dir eine Wohltat, nach der jeder andre in deiner Lage mit beiden Händen greifen würde — du antwortest mir mit einer Beschimpfung. Es ist genug, Gott der Herr wird zwischen uns entscheidens Eins aber toifTc" — er trat einen Schritt näher und hob die Hand wie zum — „wenn er mir beifteht. werde ich kein Mitleid kennen. Dann kannst du vor meiner schwelle im Elend verkommen, ich werde nicht den Finger rühren, dir zu helfen!" Malte lachte kurz auf. „Gott sei Dank, lieber Onkel, jetzt sind wir uns wenigsten- wieder einig! Verlast dich draus: wenn ich hier mal wo- zu sagen habe, werde ich mit der fremden Sippschaft da brausten auch nicht viel Federlesen- machen!" Er wandte sich ab. schritt sporenllirrend zur Tür hinaus. Der andre aber sah ihm mit haßerfüllten Augen uach... es gab Krieg, Geschrei in allen Gos- Ten ... Lx muhte vor strengen Richtern Rede und Antwort stehen. Richt nur hier In der Heimat. wo fein Ansehen übermächtig war, sondern auch in der Fremde, wo er nur einer war unter vielen .* unter vielen, denen da Recht gesprochen wurde, ohne Ansehung der Person ... Und in einem hatte der Verhaßte richtig vermutet: ein einziges kurze- Wort hatte er bei allem kühlen Äbwögen übersehen, als er sich entschloß, eine neue She einzugehen! öin einzige- Wort nur, aber es wog so schwer, dah darum diese Ehe nicht mehr galt, al- hätte er sie mit irgendeiner Scharwerksdirne geschlossen ... In der Abschrift, die ihm fein Bibliothekar nach Mailand schickte damals, hatte es nicht gestanden, al- er aber nach bet Heimkehr das Archiv öffnete und die alte Urkunde hervorholte, war es da. Grinste ihn höhnisch an ... Ein paar Buchstaben waren eS nur in der verschnörkelten Mönch-« schrift deS sechzehnten Jahrhunderts auf festem Pergament ... Und da kam ein Tag ... Seine junge Gattin flüsterte ihm in vertrauter Stunde in- Ohr, dah sich unter ihrem Herzen eine frohe Hoffnung regte ... Du wurde ein Aufrechter, der sich bis dahin keine- Makels zeihen durfte, zum Fälscher ... au- Haß ... In Sampierdarena, einem Heinen oberitalienischen Städtchen. lebte ein gar geschickter Mann, der nicht nur alte Tizian- und Tintoretto- herstellte, sondern auch die dazu gehörigen Urkunden für die kauflustigen Amerikaner, die solche Schätze in weltentlegenen Dorfkirchen auf Roberten ... Der -ßontc Rocca- bruna hatte von ihm gehört und übernahm die Besorgung ... Al- er zurückkehrte, stand an bet verhängnisvollen Stelle ein ungefährliche- Wort, eine Vorschrift, bie von jebem Frauenzimmer zu erfüllen war ... Eine „mecklen- vöraisch Iungfrouw" nur burfte ber Herr bet Hohenrömnitz freien, baraus wat eine „tugenb- hafte" geworben ... so geschickt war bie Arbeit, dah man selbst mit einem starken Vergtöherungs- glafe keine verräterische Sput zu bemerken vermochte ... Unb ebenso leicht wat ba- übrige auszufühten ... Zwei Abschriften gab es nur von bet alten Utkunbe, in Vellahn unb bet dem Moltzahner Rotar ... Der Iustizrat Stahmer war gestorben, sein junger Rachsolger gab bereitwillig bie Akten heraus, als man ihm ben bcrlodcnben Antrag machte, Rechtsvertreter bet Herrschaft Hohenrömnitz zu werden. Und nicht schwerer war e- mit ber andern Abschrift ... Man fuhr nach Vellahn hinüber, ber Alte ba. bet baS verlassene Schlößchen hütete, hatte keinen Argwohn ... Man beschäftigte ihn unauffällig unten auf ber Diele, inbessen oben bet andre in sorglos ausbewahrten Papieren suchte — schimps- lich wat eS. sich so zu erniedrigen! ... Und nur eine Entschuldigung gab es: eS wat niemand mehr da. den man schädigte. Der einzige verschollen in fremder Erde, vielleicht längst schon begraben unb vermodert, bie andern aber, bie In der Mark saßen, hatten bie Hoffnung wohl längst ausgegeben. Und Fremde waren eS, kaum ein Tropfen mehr von dem Blute des Ahnherrn floß in ihren Adern ... Jetzt aber war ber wiedergekehrt, ben bie Frevel tat am nächsten schlug, und neben ihm stand eine starke Helferin ... Keines Menschen Auge konnte bie Tat entbeden, nur gab es da etwas Unheimliche- ... Die Sonne mit ihrem Licht ... Wenn man es in einem geschlissenen Glase sing, war es wie das Auge Gotte-, da- im Dunkeln sah ... all« Heimlichkeiten wurden vor ihm offenbar. Sv scharf fah es. daß es zu unterk-beiben vermochte, ob eine Schrift vierhundert Jahre alt war unb die andre dazwischen nur ein paar Monate ... Der Erblandmarschall liest sich in einen der breiten Ledersessel fallen, kalter Schwelst perlte ihm auf ber Stirn ... unb vor seinen Augen verwanbelte sich da- Schreibzimmer in einen weiten Saal ... Eine wimmelnde Menge füllte die eine Hälfte, reckte die neugierigen Halse, aus der andern Seite sasten die Richter im schwarzen Talar. Aber sie trugen die Züge der Römnitze, die da an ben eichengetäfelten Wänben hingen ... Und ber älteste von ihnen sprach: Christoph Winisreb Siebolb Römnitz, dein Schild wird zerbrochen, dein Andenken in unferm Geschlechte au-gelöscht! ... Er über schlug bie Hande vor ba- Gesicht: ja, ihr Herren, mir geschieht, waS Rechten- ist. denn ich habe immer nur den Hast gekannt, niemals jedoch seine verzeihende Schwester, die Liebe ... Einmal trat sie mir in den Weg, unb ich stieß sie von mir ... Ein schlanker Knabe stand neben dem Sarge seine- Vaters, ftredte hilfesuchend die Arme nach mir. denn er war ganz allein ... Ich aber wandte mich ab, denn ich sah in dem Knabenantlitz zwei Augen, bie mich einst lachcnb verraten hatten — An der Tür pochte es, er hob den Kops. Eine juaendschöne schwarzhaarige Frau trat über die Schwelle. Sie ging langsam, denn sie trug ein kostbares Leben. Und In einem fremdländisch klingenden Deutsch fragte sie. wo er so lange bliebe. Der peinliche Besuch wäre ja längst schon wieder fort ... Da erhob er sich rasch, führte sie behutsam zum nächsten Sessel. Und er entschuldigte sich mit einem Lächeln, er hätte ein paar Minuten allerhand Törichtes gedacht--- In der Rächt, die diesem Tage folgte, brannte eS im Hohenrömnitzer Schlosse. Der Herr Erblandmarschall hatte noch spät in seinem Schreibzimmer gearbeitet unb war dabei wohl vom Schlafe übermannt worden. Eine unwillkürliche Bewegung warf bie Lampe um, daS brennende Oel ergost sich über den Tisch, ein wahres Wunder war eS, dah der greife Schloßherr mit dem Leben davonkam. Die Flammen hatten schon seine Kleidung ergriffen, er aber besaß die seltene Geistesgegenwart, sie mit Hilfe eine- Sosa« kifsen- zu erfttden. Schwere Brandwunden erlitt er dabei an Gesicht und Händen, und jeder andre an seine Stelle hätte wohl laut um Hilfe gerufen. Der Herr Srblandmarfchall aber bezwang die heftigen Schmerzen, um seine der Schonung bedürftige Frau Gemahlin nicht zu erschreden. Ohne Aufheben- holte er einen Teil der Dienerschaft herbei, ihren Anstrengungen gelang es, das gefahrdrohende Feuer auf seinen Herd zu beschränken... (Fortsetzung folgt) Hausfrauen, Kinder I und 40.000 Sachpreise GRATIS! Holen Sie die Glückstüten bei Jhrem Kaufmann M Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in ber Stadt Gießen findet wie folgt statt: 1. Impftermin: Mittwoch. 16. September, von 15 bis 16 Uhr: Nachschau: Mittwoch. 23. September, von 16 bis 16% Uhr. 2. Impftermin. Mittwoch. 23. September, von 15 bis 16 Uhr: Nachschau: Mittwoch. 30. September, von 16 bis 16K Uhr. Impflokal ist die Turnhalle der Schiller- schule, Schillerstraste. 5982C Zu diesen Terminen können alle in 1930 und früher geborenen Kinder, bei welchen ber Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vorgestellt werden. Die Kinder müssen mit rein- gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zugelasien. Gießen, den 9. September 1931. Der Oberbürgermeister. 3. 93.: I)r. Hamm. Obstversieigerung. Donnerstag, den 17., und Areilag, den 18. b. 2Tl„ an beiden Tagen um 9 Uhr beginnend, versteigert die Gemeinde Münzenberg etwa 2000 Zentner Mepfel, großenteils Tafeläpfel (darunter Gold von Blenheim, Baumanns Reinette, Champagner- Reinette, Goldparmäne und andere Sor- ten), etwa 40 Zentner Mollebusch-Birnen, etwa 40 Zentner paftoren-Birnen. Die Mollebusch-Birnen kommen am 18. d. M. zur Versteigerung. 6008O Auch sind in der Gemeinde noch etwa 600 Zentner Aepfel zu kaufen. Zusammenkunft an beiden Tagen am Ortsausgang nach Wohnbach. Münzenberg, 11. September 1931. Hessische Bürgermeisterei Münzenberg. Weg. Werben Sie mittelst der Zeitungsanzeige und in geeigneten Fmen aucn durch gute Drucksachen! Fachliche Beratung, wirksame Entwürfe, beste Ausführung, günstige Prelevorechilge Bietet ihnen die BiDhPsdre Druckerei, Gießen. Schulrtr. 7, Anruf 2251 Kartoffellieferung. Die Lieferung des Winterbedarfs an guten, haltbaren, ausgelesenen, lagerfähig Sen Speisekartosseln für die Küchen der niversitätskliniken Gießen von insgesamt 2100 Zentner ist zu vergeben. 5901D Angebote nebst Proben sind an die Verwaltung der Universitätskliniken Gießen, woselbst auch die Lieferungsbedingungen eingcsehen werden können, bis Dienstag, den 22. September 1931, vormittags 11 Uhr. einzureichen. Die Lieferung kann geteilt vergeben werden. Zuschlagsfrist drei Tage. Gießen, ben 4. September 1931.________ Obstversieigerung. Bekanntmachung. Am Mittwoch, dem 16. September 1931, soll das Obst der Gemeinde Mahenborn- Steinbcrg öffentlich an Ort und Stelle nach den festgesetzten Bedingungen versteigert werden. 598J3D Zusammenkunft vormittags am 8 Uhr auf der hiesigen Bürgermeisterei. Obstversieigerung. Nächsten Donnerstag, den 17. September 1931, vormittags 10 Uht anfangend, soll das der Gemeinde Lberstadt gehörige Obst öffentlich meistbietend baumweise versteigert werden. 5968D Die Zusammenkunft der Steigerer ist auf der Dreispitze. Eberstadt, den 11. September 1931. Bürgermeisterei Eberstadt. Görloch. Zwetschen Versteigerung in Lang-Göns. Montag, den 14. September 1931, soll die Gern eiude-Zwetschen ernte, zirka 180 Zentner, versteigert werden. 6021D Für auswärtige Steigerer gilt Barzahlung. Anfang 9% Uhr vormittags an ber Straße Lang-Göns—Hochelheim. Lang-Göns, ben 12. September 1931. Hessische Bürgermeisterei, Rompf, Obstversieigerung. Dos Gemeindeobst von Holzheim unb Legheim: Aepsel, Birnen und Zwetschen, wird Mittwoch, den 16. September, öffentlich versteigert. 6007V Anfang 9 Uhr am Ortsausgang nach Gruningen. Holzheim, den 11. September 1931. hessische Bürgermeisterei Holzheim. Buß. Obstversieigerung. Nächsten Mittwoch, den 16. September, vormittags 10 Uhr, soll dos Gemeindeobst. bestehend in Zwetschen, Ziepfein und Bir* nen, meistbietend gegen Barzahlung versteigert werden. 5998D Zusammenkunft vormittags 10 Uhr beim Schulhaus, am Ortsausgang von Dorf* Güll. Dorf-Güll, den 10. September 1931. Hessische Bürgermeisterei Dorf-Güll. Grieb. K. Emil Koch und Frau geben ihre Vermählung bekannt Lollar 05252 Schulleitung. 5978 D verreist bis Ende September 05238 Tanz-Unterricht! Dr.Wolf Vertreter in der Wohnung zu erfragen 05267 Schmidt, Tanzlehrer, Wetzsteingasse 3V 6017 n 1490 D liefert Telephon 3519 Walltorsiraße 53 ^efamkheü ot» /♦•*•**••• Generalvertreter 5989 V bei bester Verdienstmöglichk. gesucht Bahnhof - Gaststätten Strickwaren !res» Bis nK st? Intii bau be -kes hlse sma ikl wui |erü läge icht Bei Wade irrt »er mime stre nnen nfl. dient • Ci bit es no iid Kleine Preise: Mk. 0.80 bis 1L0, Jugendliche von0.40 an ____________________________________________________________6004 C Gießen, den 12. September 1931 05242 Salzböden / Gießen 12. September 1931 1 Täglich frischen. süß.l JipfeB- most emvsieblt bss.v Lodwig Wiemann Bleichsiraßo 14 Daselbst kann auch gekellert werden. •ergeben rve^ irgendwie ongehi — üd. Staatlich beaufsichtigte, dreiklassige gewerbliche Fachschule mit Abteilungen für Bauhandwerker, Maschinenschlosser u.Elektro-Jnstallateure, Möbelschreiner, Treppenbauer, Maler und Weihbinder. Beginn des Winter-SemesterS am 26. Oktober d. I. Dauer des Semesters: 20 Llnterrichtswochen bei vollem Tagesunterricht. — Sonderkurse nach Bedarf. Boröerellung zur Bleiflewrülang. Bezug der Anmeldescheine durch die ia Düngekalk prompt und billigst C. Rübsamen Feraspr.3659. [5818D Z 15. Okt. X f Beginn neuer Lehrg." Vogtsche .Handelsiclinlen Gieö V Ooethestr. 32 1 Prosp.kostL^^ morgen Sonnlag, 13. September Gutbesetzte MusikwiezurKirmes la Speisen und Getränke Es ladet freundlichst ein 5.920 Franz Rathenow Sonntag-13* September: NaMirmes in Wiese« ! bei Ätdam Dbbus vom Spezial-Geschäft M.G.Grode Frankfurter Straße Aeußerst solide Qualität, nirgends niedrigere Preise Rückgratverkrümmung! Glänz. Erfolge ohne Berufsstörung.P. G. inB.schreibt: „... meine Tochter wieder zu einem lebensfreudig, Menschenkind gemachr'. H C tn B.: ^Die feilt. Verkrümmung ist ganz verfchwund.. es gebt mir immer gut. Ich kann jeden Tag wieder arbeiten". Schwezter S in St.: „.. .Sie versichern, daß ohne Ihre Kunst lch mich nicht ,0 wohl befände". E.K.in Di.:„.., bin ich sehr zufrieden, nur kann lch das Doppelte essen roie zuvor", in.viele and.« Auskunft kostenlos. F. Menzel, Frankfurt DI.-Süd 95, Unter den Akazien 14. 5981V III. Klasse und Speisezimmer: Mk. 1 00 — im Abonnement Mk 0.90 5969 0 Tanzunterricfjt Sri eine diesjährigen TVinter-Tanzhurse Beginnen am Sftontag, dem 21. Septemßer gefällige Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen. TPrivatzirHel können eingerichtet werden. Sinzelunterridjt zu jeder "Tageszeit 05250 TOil/j. 'Will, Univ.-Tum- u. Tänzle fr et MöbeiverlkOTf Wir verkaufen im Auftrag: 1 Büfett mit Aufsatz inufebcium), 1 Sofa, 1 Tisch, 1 Kleiderschrank, 1 Waschtisch mit Marmor, 1 Konsolschränkchen, Matratzen, 1 Cf en lDnnerbrennerl, 1 Zinkbadewanne, Bilder und div. kl. Gegenstände. 6010D Stückrath & Bender, 6. m.b.H., Gießen II. Klasse und Speisesaal: Der gute Mittagstisch Käs FRs grossmusparkasse Sm DEUTSCHE BAU-GEMEINSCHAH snz LEIPZIG NZ2 Kommandeur Friedrich aus Berlin Leiter der Heilsarmee in Deutschland hält am 19. September, abends 8 Uhr in derTurnha Ile, Steinstraßei,einen Oeffentlichen Vortrag taegeseMait Slullgarl-Mdelteg Dienstag, 11. August 1931 5971 v ('< ennwort: Radio für ejnsameMenschen) fffSiüte .ÜTascStoift Kollmar, Düsseldorf, Eelmboltzstr. 8 -E Uleidtw, uKlMpäfyu, derli/dsiJ^^eif^akid15ffy Professor Dr. Walther Frauenarzt erle t ha, efen anb dock egriffer •* "»«io Jedermann ist freundlichst eingeladen Prospekt und Auskunft durch die Direktion —----i--Darmstadt, Ireiligratbstr. 8, Telephon 245 Aili zur Hirmes Iiii!!!!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiili Bessischer DiakomßVßrein ß.V.I Darmstadt, FreitIgrathstraße 8 | Beginn des Wintersemesters der Wohlfahrts- und Pfarrgehilfinnenschule Donnerstag, 22. Oktober 1931 Es werden Neuanmeldungen für folgende Ableitungen enlgegengenommen: 1. Wohl fahrt «schule mit staatlicher Anerkennung für das ganze Deut'che Reich, 2jährig. Kursus theoretisch und praktisch, 2. Pfarrgehilfinnenschule in Verbindung mit der Wohlfahrts- schule mit üaailichem Examen. Von der obersten Kirchenbehörde anerkannt. Auf .... . . . , tr^nbfHrtor Miicilfkanpilfl I Grund des Examens Anstellung tn allen unter Mitwirkung der Frankfurter Musikkapelle beulf(&en Landeskirchen möglich 2 jähr 6% Uhr Platzkonzert am Brandplatz Kursus, Stellenvermittlung. 0022V uiiiiiiiiuiiiiimiiiiiiiiiiiiiiii Künstliche Zähne zu3Mk.inKanifchuk. Brücken, Kronen, Füllungen zu billigsten Vreifen. lZoh- lungSerleichlerimgl. Frau Königer Dentistin. [05212 Steinstrasre 31. illlllllllllllllllllllllllllllllllli Kurzgefchnitlenes linnÄ 25 Pfennig nur kostet- das seit über <50 Jahren bewährte DIThompson’s öcvwan edfcwulwr im rolen Pakei Sie können zurWasdie. zum Scheuern und'Reinemachen nichts besseres verwenden! Ab morgen Sonntag ■MninKI Richard Taubers größt. Werk Das lockende Ziel Regle Max Reichmann, mit LllCI Englisch, Oskar Sima und Maria Elsner ■M Lichtspielhaus Gießen SM Heute Samstag Letzter Volkstag Halbe Preise — Mk.0.60 bis Mk. L50 Das entzückende Tonlustspiel mit Lilian Harvey, Harry Liedtke und Felix Bressart in Nie wieder Liebe Nur Sonntag, den 13. September 11.15 Uhr vormittags IV. Kulturfilm-Veranstaltung Von Venedigbis an die Grenzen des Orients — ein Film einzigartiger Schönheit! Die Blaue Adria Italien — Dalmatien Mdilioeram am 13 und 14. September % «11 SM «MN hl MM ....................................................... Anmeldungen für dre Haushaltungs- und Kochschule und auch für die Aah- Es ladet freundlichst ein 8028d unb Handarbeitskurse Eteinstrahe Ar. 10. . 1 NIX Büro von 12 bis 1 und von 2 bis 3 Uhr. Gastwirt Philippwdeiner. | oiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih OewefMüHdä Zinsfreie IDarSehon auF der Grundlage echter Gegenseitigkeit für HAUSSAU HAUS KAUF HYPOTHEKENABLÖSUNG' ENTSCHULDUNGSKRtDnl _. , . TODESFAU.VERSICHERUN6 Bisherrund bis zu 20000.-RM Statt Karten I Karl Henkel und Frau (8lly, geb. Fischer Nadi Klenulinden Zur Nach-Kirmes im Gasthaus „Zur Deutschen Eiche“ Wiederbeginn meiner Sprechstunden Montag, den 14. September 1931 Dr. Th. Reinewald Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halsleiden Frankfurter Straße 10 Hess. Höhere Bauschule Binöea a. Rh. I------------------------------- dem ^^xt^a;“lS?tehende Arbeitsvergebung. HOCH- UND TIEFBAU Für die Feldbereinigung Annerod sollen Beginn: Winter-Semester 13. Oktober, auf dem Rathaus zu Annerod nachstehende Aufnahmebedingungen wie*an den preu- ZDcgplanierungsarbeifen, zu 4000,— RM. Bischen und anerkannten Laugewerk- veranschlagt, in einzelnen Losen vergeben schulen. Programm, Auskunft kostenlos roeröcn • 5996D durch die Direktion.—------------5972V | Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischem Kulturbauamt Gießen offen. Angebotsvordrucke sind unentgeltlich durch uns zu beziehen. Die Angebote find verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Freitag, dem 18. September 1931, vormittags 9 Uhr, auf der Bürgermeisterei Annerod einzureichen. Zuschlagefrist drei Wochen, freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Gießen, den 11. September 1931. Hessisches Kulturbauamt Gießen. H. Steinbach, Regierungsbaurat. M e-EÄ« Sa"" a.ilagt"' Eießentt tr*.