Ur. 186 Erster Matt 181. Jahrgang Mittwoch. 12. August (931 tr|d)* tei «oylich.avtz« öonniaq» und ^ciertagt Beilage«: fhe 30u|tTirrte Gietzene, JJamdienblättei ßeunai im Bild "Du Scholl« IRonals Btjugsprtti; 2.20 Veidismarli and 30 Relchspsennlg für Iräge» lohn, auch bei Richter» (djetnen einzetnerNummerB Infolge höhere, Gewalt. ji«rilpred)aRl nub Stetibruderef H. fangt tn Siehen. Sdfriftlettnng und SeschSstrltelle: Schulftraße V Bnnalfmr oon Bnjeigca für die Tageonummer bis jnm Nachmittag vorher. Preis |ur l mm höht für Anzeigen pon 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Neichspfennig, für Re» klomeanieigen von 70 mm Brette 35 Be'chrpfennig, Platzvorschnft 20' , mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich fürVolmd Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr h Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchem und für den Anzeigenteil Mas Filter, sämtlich m (Bifhen Landnöten. Die Ursachen für den negativen Ausgang des Volksentscheids vom 9. August werden zweifellos noch sehr eingehend im Lager oller Parteien, die ihn propagonbiftifd) unterstützt haben, Gegenstand sorgfältiger Gcwissenserforfchnng sein. Denn wenn auch die Tatsache der Ntchibctciligung der Kommunisten ziemlich offen zu Tage liegt, so ist doch ebenso wenig zu verkennen, daß auch in der Front der bürgerlichen Dolksentscheidsparteien bedenklich schwache Stellen erkennbar wurden. Um zunächst dies richtig zu stellen: nicht Herr Braun ist der Sieger diefer Stimmschlacht geblieben, auch nicht das preußische Kabinett. Soweit politische Gesichts punkte eine Rolle gespielt haben, hat die Regierung Braun-Severina den negativen Ausgang des Volks- entfcheids ausschließlich der persönlichen Autorität des Reichskanzlers zu verdanken, wie ja wohl überhaupt der labile Zustand der Reichspolitik in der Krifenzeit unserer Gegenwart für sehr erhebliche Wählerschichten des bürgerlichen Lagers der Grund gewesen sein mag, trotz prinzipieller Gegnerschaft gegen das System der Weimarer Koalition der Abstimmung fernzubleiben. Welche politischen Folgerungen werden 1ld) nun aus dem mißlungenen Volks entscheid ergeben? W r sind der Meinung, daß di« Gesamt- läge Deutschlands kaum größeren DewegungS- raum für pane politische Sonderbedürsniss« mt- halt, sondern baß slch die önttoidlung der nach- st en Monate mit eiger gewiffen Zwangs- l ä u f: g f c 11 vollziehen w.rd. soweit d'.« Parteien und pol rischen Gruppen nicht Wert daraus legen, chre Sonderintereslen unter Verleugnung der elementarsten staatspol. tischen Rotwend 9'eiten zu verfolgen, womit sie sich freilich außerhalb des Verbandes von Volk und Staat stellen würden. De. aller Zwangsläufigkeit im Ablaus der Ding« aber w.rd gerade das Reich einer entschlossenen und zielklaren Führung nicht «ntraten können. Und wenn, wie w r meinen, Dr. Drüning mit in erster Linie für den Ausgang des 9. August verantwortlich ist. so trägt er nicht nur deswegen, sondern eben schlechthin als der Ches des Reichs- kabinetts auch die Hauptverantwortung da^ür. daß die Folgen der rücksichtslosen, gegen den Volksentscheid gerichteten Propaganda, die unter wc.ig hend r Zurückdrängung lebenswicht.ger Re.ärsintcreisen inszeniert worden ist. nicht der ganzen Ral.on zum Schaden gereichen. Denn wenn etwa wahrend der kommenden Wochen in dem Stile des amtlichen Ausrufs der preußischen 6:aatiT.fl crung praktische Politik von der Reg.crung Braun-Severing her getrieben werden soll, dann w rd in Kürze der innen- und außenpolitische Scherbenhaufen. der damit an- gcr chret werden wird, nicht mehr zu übersehen se n. Wir glauben zu wissen, daß Dr. Brüning selbst von der preußischen Kundgebung auf das Lebhafteste befremdet gewesen ist und bann nut Recht eine Beeinträchtigung seiner San.erungs- und Konsolidierungspvliti? erblickt hat. So darf man Wohl auch annehmcn. daß der Reichskanzler kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern deutlich und unverblümt seine Meinung zum Ausdruck bringt. Wie man hört, sind von preußischer Seite Besprechungen mit dem Reiche eingeleitet ttn>rb«n. hie daraus abzielen, mindestens in einer Reihe von Ressort- eine Verwaltungsgemein- schuft mit dem Reiche einzugehen. Das konnte ein fruchtbarer Anfang zu einer wirklichen Reichsrefvrm sein. Von Dr. Brüning weiß man, daß er von der Rotwendigkeit einer durchgreifenden Reichsrefvrm durchdrungen ist und daß er schon vor geraumer Zeit einmal entsprechende Weisungen auf fchl unige A s arbeit, nz Prak i cher Vorschläge gegeben hat. Wir erwarten von ihm. daß er das Ziel der Verwaltungsgemeinfchast zwi- schen Reich und Preußen auch >etjt nicht aus dem Auge verliert. Der Reichskanzler ist in der gegenwärtigen Situation genau so stark, wie er sein Will, und tneim dem preußischen Kabinett über einem Erfolge, der nicht der (einige ist, der Kamm schwillt, so wird er gut daran tun, es beizeiten in seine Schranken zurückzuweisen. Anschläge auf Derkehrseinrichtungen sind in Deutschland eine Seltenheit, politische Attentate hat es bisher so gut wie gar nicht gegeben. Um so sensationeller wirkt der Spreng st ossan schlag auf der Strecke Iüterbo a — Berlin, der — und dafür spricht der ganze Tatbestand — von langer Hand vorbereitet worden ist. Diejenigen, die den Schienenstrang in die Luft gesprengt und den nach Berlin eilenden D-Zug zum Umstürzen gebracht haben, sind sehr sorgfältig zu Werke gegangen. Das große Geheimnis besteht nur darin, was die Täter eigentlich wollten. An eine Plünderung der Verunglückten haben sie nicht gedacht, denn sonst hätten sie sich nicht schleunigst davon gemocht. Um krankhaft veranlagte Naturen, die vielleicht einmal das Schauspiel einer Estenbahnkatastrophe erleben wollten, kann es sich auch nicht gehandelt haben. Die Leute hätten gewiß nicht erst Dynamit herangefchleppt, Stromleitungen gelegt und nachher noch durch die Zurücklasiung einer politischen Tages- jjeitung den Anschein zu erwecken versucht, als ob Nationalsozialisten das traurige Werk vollbracht hätten. Mit der „Politik" hat der Anschlag aber zweifellos etwas zu tun. Wir können uns oorftellen, daß beabsichtigt war, den Zug des Kanzlers in die Luft zu jagen. Nun läßt sich dem entgegen- halten, daß der &an,;ler am Samstagabend noch auf italienischem Boden war, was gewissenhaft arbeitende Terroristen eigentlich hätte bekannt sein müßen. Aber oft muß man überrascht feststellen, daß sorgfältig ausgearbeitete Pläne irgendeinen Fehler enthalten, der die Erreichung des gesteckten Zieles vereitelt. Dabei handelt es sich Der Verfaffungsiag in der Reichshaupistadi. Reichsfinanzminister Dietrich spricht bei der Derfaffungsfeier der Reichsregierung. Dor dem Reichstag. Ter Reichspräsident begibt sich ;ur verfassungsfeier Berlin. 11. Äug. (WTB.) Lange bevor di« Feier im Reichstag ihren Ansang nahm, strömten bereits viele Tausende zum Platz der Republik, so daß zum Mittag eine unübersehbare Menschenmenge den riesigen Platz füllte. DaS Wetter hatte sich soweit ausgeklärt, daß gegen 12 Ahr auf dem mit den ReichSsarben und der Kriegsflagge geschmückten Platz Sonne lag. Die Zugangsstraßen waren dicht beseht, wo die Polizei unter persönlicher Leitung des Kommandeurs der Berliner Schutzpolizei, Oberst HeimannSberg. den Verkehr musterhast regelte. Auch vor dem PalaiS deS Reichspräsidenten hatte sich eine dichte Menschenmenge eingefunden, um bei der Abfahrt des Reichspräsidenten ihm ihre Ovationen darzubringen Die Hauptstraßen waren besonders stark beflaggt. Reben allen öffentlichen Gebäuden hatten auch alle Botschaften und Gesandtschaften wie viele Privathäuser Flaggen- schmuck angelegt. Punkt 12 Tlhr fuhr Reichspräsident v. Hindenburg, begleitet von Staatssekretär Meißner und Adjutant Oberstleutnant v Hindenburg am Portal 4 de S Reichstags vor. Zur selben Minute marschierte die 2. Kompanie des Infanterieregiments R r. 1 0 aus Dresden im Paradeschritt an und nahm in zwei Gliedern Aufstellung mit der Front nach dem Reichstag. Rach der Meldung des Kompaniechefs schritt der Stadt- tommanbant von Berlin, Oberst v. Witzen - d o r s s, die Kompanie ab. Die Feier im Reichstag. Dem Ernst der Zeit entsprechend ist der ReichS- tagsfihungssaal zwar würdig, aber doch sehr einfach geschmückt. Rings um den Saal ziehen sich sch warz-ro'.-golden« Fahnen, ucher. Kleber dem Platze des Redners ist der große Reichsadler angebracht: darunter steht auf dem Präsidentenpult eine Brvnzebüste des Freiherrn vom Stein, von schlichten Blumen'umrahmt. Sonst hebt sich nur noch die Präsidentenloge hervor, an deren Brüstung die Flagge des Reichspräsidenten hängt. Der 6aal. der schon lange Zeit vor dem Festakt biS zum letzten Platz gefüllt war. bot trotzdem ein buntes Bild, das besonders durch die sarbenprächti- gen Uniformen der Abordnungen der studentischen Korporationen unterstrichen wurde, die den ganzen Saal umsäumten. Die Studentenschaft war diesmal in so großer Zahl vertreten. we es noch bei keiner der vergangenen Verfassungsseiern der Fall war. Aus der Re- gierunaseftrade hatten neben dem Reich S- kanzler die Reichsminister Platz genommen. Reben Minister Dietrich saß der preußische Ministerpräsident Dr. Braun. Der Berliner Oberbürgermeister Dr. Lahm hatte seinen Platz neben dem Reichsaußenminister. Ferner sah man den Reichsbankpräsidenten Dr. Luther, die Vertreter der Heeres- und Marineleitung u. v. a. Auch die Vertreter der deutschen Länder waren unter Führung des bayerischen Gesandten Dr. v. P r e g e r vollzählig erschienen. Punkt 12 Uhr erschien, während sich die Jestversammlung von den Plätzen erhob. Reichspräsident von Hindenburg, um in der Diplomatenloge Platz zu nehmen. In seiner Begleitung befanden sich Reichsminister Dr. Wirth und Groener, Reichstagspräsident'Löbe und Reichsvizepräsident v. Kardorfs. Die Festrede. Dcutichcr Wiederaufbau im Geiste Steins. Die Feier wurde eingeleitet durch di« Motette ..Der Geist hilft" von 2- S. Bach. Dann hielt Reichsminister der Finanzen Dr. Dietrich di« Festrede: Einen ungeheuren wirtschaftlichen Wiederaufstieg haben wir seit 1923 vollzogen. aber nicht allein aus eigener Kraft, sondern auch mit dem Vermögen fremder Rationen. Derhängnisvollerweise geschah eS vielfach in der Form, daß dieses Kapital nur au? kurze Zeit geliehen wurde. So wurden wir in die fürchterlichen Wirren der vergangenen Monate gestürzt. Doch die Ursache unserer erneuten Krise liegt tiefer. Die Unruhe und das Mißtrauen in der Welt sind letzten Endes auf politische Gründe zurückzuführen. Es ist nicht eine Krise ber Wirtschaft allem, sondern es i Rn b i e Krise ber Friedensver- Die Versasfungsfeier der Reichsregierung im Reichstagsgebaude. Im Hintergrund die mit den Reichs- färben und der Präsidentenstandarte geschmückte Loge des Reichspräsidenten. ML , >■1 < k- trüge, die an uns rüttelt. Wenn wir hoffen dürfen, daß die Krise ihren Höhepunkt überschritten hat, so bauen wir darauf, daß das Verständnis, wie sehr die Wirtschaftsvölker auseinander angewiesen sind, sich durchzusetzen beginnt und daß die revifionSbedürstigen Verträge eines Tages revidiert werden. Die vergangenen Wochen haben bewiesen, daß eine Gefahr für das Reich nicht besteht. Die Ruhe, mit der das Doll die Sorgen der letzten Wochen trug und die Einsicht, mit ber eS sich den harten Maßnahmen der Regierung fügte, war imponierend. Der Deutsche hat sich als besserer Bürger bewährt, als man geneigt war, ihm zuzutrauen. Sein wahres Gesicht ist Geduld, Mut und Vertrauen zu sich selbst und in die Zukunft. Der deutsche Staatsbürger hat keine lange Geschichte. Gemeinhin geht man davon aus, daß der Freiherr vom Stein ihn geschossen hat. In die glanzvolle Zeit des großen kaiservollen Mittelalters blickt Stein zurück, wenn er daran dachte, aus den unfrei gewordenen Untertanen wieder freie Bürger des Staates zu machen. Als unerschütterliche Pfeiler jeden Thrones bezeichnete er den Willen freier Menschen. Wir wissen, welche Stürme das deutsche Volk erlebte, bis die Steinschen Gedanken sich verwirklicht hatten. Heute haben wir das freieste Bürgerrecht in Gemeinde und Reich Trotzdem befinden wir uns in einer Krise, die auch daher kommt, daß das mündige deutsche Volk an Gemeinden und Reich Ansprüche erhebt, denen diese nicht gewachsen sind. Der Aufbau unserer Wirtschaft hat sich vielleicht auch nach salschen Richtungen bewegt Es wäre besser gewesen, das platte Land mehr zu entwickeln, als die großen Städte ständig anwachsen zu lasten. Auch in der Verwaltung des Reiches, der Länder und der Gemeinden sind Fehler begangen worden. Man hat die Aufgabe des Staates über- st e i g e r t und sich einen Apparat geschaffen, den angemessen zu bezahlen eine dauernde Sorge ist. Es kommt darauf an, Ausgaben und Zuständigkeiten zwischen Reich, Ländern und Gemeinden richtig zu verteilen und damit die Derwaltungsmaschine zu entlasten. Aber auch eine Neuorganisation der Gemeinden ist notwendig. Ihre Finanzen sind zerrüttet urtb die Vorwürfe gegen ihre Finanzwirtschaft sind heftig. Aber wenn wir oerantwor- hmgsDoUe Kommunaloerwaltungen erhalten und wiedergewinnen wollen, ist es nur in der Lust einer selbständigen Verwaltung möglich Der ein. deine muh an die Spitze seiner politisch wirtschaftlichen Betätigung den Gedanken an das Reich und an das deutsche Volk stellen. Erst wenn die Notwendigkeit, den Staat zu verteidigen, die überwiegenden Schichten unseres Volkes beherrscht, werden wir im wahren Sinne des Wortes eine Nation sein. Das Hoch des Reichskanzlers Hindenburg schreitet vor dem Rcichütag die Ehrenkompanie ab Rach ben Ausführungen be8 Reichsfinanzmlni- sters wurde bi« Hymne „Sämann Deutschland" vorgetragen. Dann erinnert« der Reichskanzler noch einmal an bi« Persönlichkeit deS Freiherrn vom Stein, bet Wegbereiter deutlcher Einheit und Freiheit gewesen sei. Der Führer zum volkshaflen Staat sei uns gerade in diesen Zeiten des Bildens und Harrens, des Handelns und Gestaltens aussr sehendes und mahnendes Beispiel. So wie seine sreiheitlichen Reformen die sittlichen und moralischen Kräfte der Rationen zu stärkster Opferivirkung an- sachten. so solle und müß te die in der Re ich s- versassung gegeben« Freiheit und Mündigkeit allen ein Appell sein, in bewußtem und diszipliniertem Wollen sich der Bürgerpflichten zu erinnern, die diesen Bürgerrechten entsprächen. Aus die Zeit ber Rot, in die Steins Schatten gefallen sei, sei der Ausstieg gefolgt. So solle auch jetzt jeden Deutschen bi« Zuversicht erfüllen auf eine bessere Zukunft und ben Wiederaufstieg unseres Vaterlandes. Der Kanzler schloß: In diesem Sinne bitte ich Sie. Herr Reichspräsident, und Sie, meine Damen und Herren, mit mir einzustimmen in den Ruf: Das in ber Republik geeinte deutsche Volk, es lebe hoch! Rach der Feier begab sich Reichspräsr- denl v. Hindenburg, begleitet von Reichs- wehrminister Groener und ben Mitgliedern der Reichsregierung sowie zahlreichen Parlamentariern durch die mit Wappen und Flaggen der Länder geschmückte Kuppelhalle des Re chstagS über die große Freitreppe zum Platz der Republik. von ben vielen Tausenden von Zuschauern mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Unter den Klängen des Präfentiermarkches und des Deutschlandl.edes f ftirfta >ie Preu, uitionalm i» Irchck ter gr. für den im Land- ftunmten '■orterung regen der zur Um« /.er stützt ■Bolt«, »t, ift M* e Million 15 damals 'S» * Z-b--' İS > ionallibtro* des Soll* preußische" las Soll* erreichte, September m s«h uet; dazu noch en. Einmal ifenbt Pro- irrte,' dann i ein Dadi' ch in b11 Erfch.'v«' -auptfach» ng dar/a- ift her rat- nSüden Seite kre's« Sorgen “? ierung ?ru- n.« -chnung mit tagt. um sic sch “tt. otmrn h°t jdlttn, * folgen. W m 8«M** Wir halte" Die W ither ©tun’ Ter W :Ä 'N"1?® i LanM* r n» ,>cb feine QSer^anMimflcn für den Augenblick zu unterbrechen und die m-.tglicber de« Stillhalte, tomttee« telegraphisch nach Basel einzuladcn. um die Verhandlungen im Beisein des 6 tu» dienauSschusseS weiterzuführen. Der Ausschuß würde dann im Falle von Meinung«- verschedenheiten dieRolleeinesSchieds- richterS ausüben. Gleichzeitig wurden biete Derchandlungen cs dem Ausschuft ermöglichen, ein exaktes Bild vom Stande der kurzfristigen Der- schuldung Deutschland« zu gewinnen. Es ift vorgesehen, daft für die amerikanischen Gläubiger der Londoner Vertreter der Chase national Dank von Reich ork, Gannon, die Wahrung der 3n- teressen übernimmt. Annähernd dürften 9 8 v H. der Gläubiger Deutschland« in Basel vertreten werden. Bon den englischen Danken wird Bankier Tiark« delegiert. Die schweizerischen, schwedischen und holländischen In- teressen werden durch die bereit« im Studien, ausschuh sitzenden Delegierten gewahrt werden. Die Deutsche Reichsbank wird wahrscheinlich Geheimrat Docke entsenden. Oie Sicherung weiterer Kredite für Deutschland. Einberufung einer internationalen Banticrkonferenz. London. 11. Aug. (WTB) Laut „Daily Herold" soll eine wichtige Zusammenkunft zwischen ddn Londoner Clear.nghäusern und führen* den internationalen Bankiers zu einer Sterein- berunfl über die Einberufung einer internationalen Konferenz der Bankiers von London, Reuyork, Pari«, Holland und der Schweiz zur Erörterung einer Abmachung für die Unterstützung Deutschland« durch Fortsetzung kurzfristiger Anleihen für einen weiteren Zeitraum aesühr! haben. Diese Zusammenkunft werde wahr- sche nl ich in wenigen Tagen eniweder in London ober tn Paris stattfinden. Die Bankiers und Finanzleute in London und Reuvvri feien bereits bei den Dorbesprechungen über die Bedingungen de« neuen Angebots an Deutschland so gut wie übereingekvmmen. Die Bankiers verfolgten das Ziä, die Anempfehlungen der Londoner Konferenz durch Fortsetzung der kurzfristigen Anleihen an Deutschland für eine weitere endgültige Periode durchzuführen. Sine solche Entscheidung würde Deutschland eine Atempause zur W i e d c r h e rft e l l u n g normaler Berhä ltnis sc gewähren. Die ^Regelung des Kreditproblems, die zuversichtlich von der Bankierskonferenz erwartet werde, werde daher Den Wegf ü r einen groben Plan, um Deutschland auf die Deine zu stellen, ebnen. Auch im „Daily Telegraph" heißt es, man er» war:e, daft die Dankenvertreter bet verschiedenen Länder bald zufammentreten werden, um ein Übereinstimmendes Verfahren zur Sicherung der Fortdauer der augenblicklichen kurzfristigen Bant» und HandelSlredire für Deutschland zu vereinbaren. Aus aller Welt. Hauptversammlung de» Zenlralverbande» der Deutschen Hou»- und Grundbesiherocreine. Der Zentralverband der Deutschen HauS- und Grundbesitzervereine hielt in Rostock seine 52. ordentliche Hauptversammlung ab, zu der 700 Vertreter aus dem ganzen Reich erschienen waren. 3m Laufe der Tagung wurde eine Entschließung angenommen, in der eS u.a. heiht. bet Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft könne nuJ vollzogen werden, wenn die Reichsregierung die HauSzins st eueraufhebe. die Woh- nungSzwangSwirtschaft restlos be- seitige und die mietrechtlichen Dcbin» ?ungen deS DGB. unverändert wieder n Kraft setze, von der Einführung einer Steuer auf den Wohnraum oder einer anderen steuerlichen Belastung des HausbesitzeS auch auf dem Wege über die Gemeinden und Länder Abstand- nehme und unbedingte Sicher- heitdeSPrivateigentumSauf Grund und Boden schaffe. Rur unter diesen Voraussetzungen sei der deutsche Hausbesitz in der Lage, seine Mitarbeit zuzusagen. Einer solchen Mitarbeit seien unter Den angeführten Bedingungen folgende Organisationen grundsätzlich beigetreten: die Deutsche Hypothekenbank, der Zentralverband deS Deutschen Dank- und Dankiergewerbes. der Deutsche Industrie- und Handelstag. der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag. der Reichs- Verband der Deutschen Industrie und bet Reichsverband deS Deutschen HauSbesitzes. Als nächstjähriger Tagungsort wurde Hamburg gewählt. Line „Emden"-Gedenkfeier im Indischen Ozean. Der Kreuzer „Emde n' veranstaltete unter Teil» nähme des britischen Dermestungsschisses „3 r o• q u o i »', das hierzu von Singapore zu Den Rort» Reelings Unfein gekommen war, an der Untergangs Hätte der alten „C mden" eine würdige Gedenkfeier. Da wegen schweren Seeganges eine Landung nicht möglich war, wurde dem fioir» Mandanten des „3roquois“ Captain 81. L. Jackson ein Grabkreuz übergeben, das an Land errichtet werden soll. Nach Abschluß der Feier sandte der Kommandant der „Emden" an den Chef des Br* tischen Ehinageschwaders ein Danktelegramm. Der Kreuzer befindet sich jetzt auf dem Wege nach Mauritius. Vie Polarfohrl de» „Malygin". Aus dem Wege nach der Insel 8lldger wurde der Eisbrecher „Malygin" vomSturmüberrascht, der eine Starke von 30 Sekundennieter erreichte. Der Dampfer wollte einen Zufluchtshafen aufsuchen, aber die sich bildenden Luftpolster hinderten den Dampfer, das Ufer zu erreichen: er kehrte auf dis bewegte See zurück, umschiffte die nördliche Spi(e der Insel Brice und lief die Küste der Insel SUbgtr an. Bei der Untersuchung des Ufers stieß ^Malygin" auf eine zerbrochene Schaluppe und ein zerstörtes Häuschen, das aus Kisten erbaut war. Touristen fanden dann eine Flasche mit einem Brief Baldwins, des Führers einer englischen Polarexpedition, datiert vorn 2. Juli 1902, in dem gesagt wird, daß das Schiff „America" notleide und Kohle fehle. Am Ende des Briefes wird bas Lager Zieglers angegeben. „Malygin" nahm bann Kurs auf Nowaja Semlja. -St Philibert- am Bollwerk in Saint Razaire. Das Wrack des „6t. Philbert" ist in den Hafen bon Et. Razaire eingeschleppt und am Bollwerk Oertaut worden. Nachdem es jetzt feststeht. baft sich »n dem Fahrzeug keine Leiche mehr befindet, ftnb die Räume gereinigt und desinfiziert worden. Der Berkaus des .St. Philbert" wurde der 2Ka» rtneverwaltung übertragen. Die hervorragenden Leistungen der deutschen Hebefahrzeug« .Kraft" und .Wille" haben damit ihren Abschluß gefunden. Starke» Fernbeben. Sin außerordentlich starkes Fernbeben mit etwa 5500 Kilometer Herdentternung verzeichneten 22.26 Hbr die Instrumente der Reichsanstalt für E rdbeben forsch ung in Jena. SS muh eine Katastrophe größeren Umfange« fein; denn die Aufzeichnungen sind die stärksten seit Bestehen der Anstalt Di« Erschütterung der Schreibfeder eine« Instrumente- war so stark, daß die Schreibfeder aus den Haltern geworfen wurde. SS wird vermutet, daß der Herd sich in Zentralasien befindet. Wahnsinnstat einer Krankenschwester. In Leipzig gab die 27jähr^g« Krankenschwester Flora Müller auf den BerwallungS- d rritor de« Krankenhauses St. Jakob. Dr. Will« L e h m a n n. a'.s « s.ch auf dem Heunweg vom Krankenhaus befand, hinterrücks einen Schuß ao. der. Dr. Lehmann in den Hinterkopf traf und zu Boden streckt«. Die Täterin schoß dann noch ein zweites Mal auf den am Boden Liegenden. Ein auf die Schüsse herbeieilender Reichswehr* o. dal konnte der Müller den Revolver widerst and«'.o« abnehmen und sie zur Polizeiwache führen. Die Verhaftete lehnt jede Erklärung für ihre Tat ab. Allem Anschein nach häng: die Tat mit der zwangsweisen Beurlaubung der Müller zusammen, Die einen geistig gestörten Eindruck macht Kohlenstaubexplosion. Eine Kohlenstauberplosion ereignete sich auf den Rvddergruben. Abtc.lung Herrnülheim, bei Köln. Die Erplofion war fo heftig, daß fast sämtliche Fensterscheiben Im Tagwerk zertrümmert wurden. Der größte Teil der Maschinen in der Entstaubungsanlage ist durch Feuer zerstört Fünf Arbeiter trugen schwere Verletzungen durch Stichflammen davon. Zwei Arbeiter sind kurz nach der Bergung gestorben. Ein weiterer ringt noch mit dem Tode. Die beiden übrigen werden Wohl mit dem Leben davonkommen. DaS Feuer konnte sofort gelöscht werden. — Sin xtpei- tes schwere« Unglück ereignete sich auf den Rvddergruben, Abteilung Brühl. Hier stießen zwei Grubenlokomotiven in voller Fahrt aufeinander. Eine der Lokomotiven stürzte um, wobei durch den aus strömenden Dampf der Heizer und Maschinist so schwer verbrüht wurden, daß sie kurz darauf starben. Da« Bedienungspersonal der anderen Maschine kam mit Dem Schrecken davon. Verschwundene Bergfldgcr aufgefunden. Bei alpinen Hebungen des österreichischen Bun- desheeres im Gletschergebiet des oberen Ziller- tales sind die Leichen des Innsbrucker Universi- tütsprofessor Koban und des Wiener Bankbeamten Anlauf gefunden worden, deren spurlose« Verschwinden im Jahre 1919 bet einer Bergtour oberhalb der Berliner Hütte unweit der italienischen Grenze großes Aufsehen erregte. Es wurde damals der Verdacht ausgesprochen, daß die beiden Bergsteiger von italienischen Grenzsoldaten oder von Schmugglern erschossen worden feien. Rach den Umständen, unter denen die Leichen entdeckt wurden, dürften Koban und Anlauf aber in eine G letscherspalte gestürzt und ihre Leichen jetzt bei dem stetigen Zurückweichen des Gletschers innerhalb der letzten zwölf Jahre an dessen Oberfläche gekommen fein. Die Gendarmerie ist bemüht, die Zusammenhänge dieser Touristentragödie aufzuklären. In den Alpen ein notgelandeteS Flugzeug entdeckt. Eine Abteilung eines französischen GebirgS- ar.il. erie-Regments hat andersranzösisch- italienischen Grenze in den Alpen auf dem Gletscher bei der Orsille-Spitze mit dem Fernglas ein Flugzeug gesichtet, das dort not- gelanoet sein dürfte uno sich anscheinend seit längerer Zeit, vielleicht feit dem letzten Winter, dort befindet. Eine Patrouille ist unterwegs, um auf der 3300 Meter hohen Orsille-Spitze die notwendigen Rachforschungen anzustellen. Professor Wegener» Tagebuch gefunden. Das letzte Telegramm der deutschen Grönland- Expedition enthält die Mitteilung, daß in der Bähe der Weststation eins von Wegeners Tagebüchern aufgefunden wurde, welche» die wissenschaftlichen Aufzeichnungen des toten Forschers bis zum 10. September enthält. lieber feine letzte Reise fehlen also nach wie vor alle näheren Nachrichten. Die Leiche des Grönländers Rasmus, der vermutlich Wegeners letzte Aufzeichnungen bei sich behalten hat, ist bis zum heutigen Tage vergeblich gesucht worden. Die Bemühungen werden aber weiter fortgesetzt. Ein Aufruf der nassauischen Bauern. WSA. Limburg. 8. Aug. Die Bezirks- bauemschaft für Rafsau und den KreiS Wetzlar veröffentlicht eine Kundgebung zur gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Lage. Staat und Wirtschaft stehen, so heißt es u. a., in der schwersten Kr.se seit Menschengedenken. Schleunigste und radikale Umkehr von den bisherigen Regierungsmethoden, strengste Sparsamkeit und Reformen auf allen Derwaltunasgebieten, Pflege aller aufbaucnfccn Kräfte in Stadt und Land, vor allem der Landwirtschaft, Verschaffung von Arbeit und Brot auch im Wege des Arbeitsdienstes, Pflege echt deutscher Gesinnung, deutscher Treue und Pflichterfüllung gegenüber dem Dvlksganzen seien unerläßliche Rotwendigkeiten. Es wird gefordert, mit der Abführung der Tribute Schluß zu machen und den Wehr ged an ken zu pflegen. Die Landwirte werden ermahnt, auch weiterhin die Ernährung des deutschen Volkes sicherzustellen. Dazu werde die Landwirtschaft aber nur befähigt, wenn sie einen ausreichenden Lohn für ihre harte Arbeit erhalte. Don der Regierung verlangt die Bezirksbauernschaft Einsetzung aller staatlichen Mittel, um bei der bevorstehenden Verwertung der 6mtt eine Preiskata- strophe zu verhindern. Bei der heutigen Devisenknappheit der Reichsbank dürfe kein Pfennig mehr für überflüssige Lebensmittel-Einfuhr verwendet werden. Die Landwirte werden aufgefordert, die Produkte nicht übereilt zu verkaufen, sondern das Scllbsthilfe-Programm des Landbundes zu beachten und nur soviel Produkte auf den Markt zu bringen, als zur Fortführung der Betriebe und zur Dvlksernährung notwendig feien. Die Zahlung von Steuern auS der Substanz oder durch Aufnahme von Krediten wird abgelehnt und gefordert, daß die Steuereinzugsstellen des Reiche«. der Länder und der Gemeinden bei der Unmöglichkeit von Steuerzahlungen Stundung zu den bisherigen Sätzen gewähren. Die große vaterländische Rot der Gegenwart könne nur durch Festhalten am Landvvll-Programm und durch energische« Eintreten für di« Forderungen des Land volle« überwunden werden. Oie Unregelmäßigkeiten beim Raiffeisenverein Groß-Zimmern. WSR. Dieburg, 6. Aug. Beim Raiffeisen» verein in Groß-Zimmern wurde durch eine plötzlich vvrgenommene Revision eine Unterbilanz ron nahezu 60 000 Mari festgestellt. Wie wir erfahren, ist ein kleiner Teil dieser Summe, etwa 3000 bi« 4000 Mari, von dem Rechner de« Verein« Geo Schmidt unterschlagen worden. Der größere Teil de« Fehlbeträge« ist durch mangelhafte Geschäftsführung eines Spezerei- und Kolo- nialwarenladenS, den die Genossenschaft in Groh» Znnmem betrieben hat, entstanden. Weiterhin sind Ausfälle in Höhe von 10 000 bi« 12 000 Mari durch falsche Kreditpolitik entstanden. Man hatte Häufer zum Teil mit zweit- und drittrangigen Hypotheken»beließen, für die bei Zwangsversteigerungen dann kein Gegenwert mehr vorhanden war. Verluste au« Immobilien sind dadurch entstanden, daß man den Wert zweier Häuser mit 37 000 Mari einsetzte, während sie höchsten« einen Wert von 20 000 Mari hatten. — Die Revision ist noch nicht völlig abgeschlossen, doch dürfte sich an dem bisherigen Bild nichts mehr wesenllich ändern. Die Genossenschaftler, durchweg kleine Steute, sind für die Fehlbeträge haftbar. WSR. Dieburg, 10. Aug. Zu der Affäre beim Raiffeisenverein in Groß-Zimmern erfahren wir von zuständiger Stelle, daß der Rechner Geo Schmidt, der 3000 bis 4000 Mark unterschlagen bat, am Samstag vorläufig sestgenvm» men zUnD dem Amtsgericht Dieburg zugcfübrt worden ift Die Revision ist noch nicht völlig abgeschlossen. Kohlenoxyd'Vergistungen durch Glühstoffheizapparaie. Zum Schutze von Bier, Mineralwasser, Blumen und Früchten während deS Transportes werden im Winter mitunter sog. Glühstoffheizapparate benutzt. Aehnliche Apparate dienen zur Heizung der Aulokühler und Motor«. Besonder- konstruierte Apparate werden auch zur Beheizung des Kraftwageninneren benutzt. Als Glühsteine bienen Briketts au« Holzkohle. Bei Benutzung dieser Apparate in geschlossenen Räumen haben sich mehrere, teil« tödliche Unfälle durch Einatmen der den Apparaten entströmenden Kohlenoxydgase ereignet. Der preußische Handelsminister weist deshalb darauf hin, daß bei Benutzung der Glühstofs- heizapparate Vorsicht geboten sei, daß insbesondere zur Erwärmung der von Menschen benutzten Raume, also aud> von geschlossenen Personenkraftwagen, nur solche Apparate gebraucht werden sollten, bei denen daS Entweichen der Derbren- nungSgase ins Freie unbedingt sichergestellt ist, daß dagegen die Benutzung der Apparate ohne besondere Ableitung der DerbrennungSgase in benutzten Räumen und besonders daS Erwärmen dieegiy w ECK$teln"*5 "Wkhlig D alle Itouto ist die llmstelliuLg der Preise nazh der Steuer- /w änderurig. Die dllbeüebte gute Eckstein Af95 Xw"A kostet bei gleiche Gtudlitäl nur- ruxh, M £ ter Räume mit Glühsteinen tn behelfsmäßigen Apparaten zu schweren und sogar tödlichen Kohlen» oroboergifhingen Anlaß geben könne. Vie Wetterlage. O wette mos O eener, q mro eedecti ® voifcia • »edecii. • ♦ Seme« ttViueem «neeei K Oewirer^)windstille. O> xw «eichte» On P «assioe* SOdsudwts« Mormueie» «Oftftft* Oie Pieiw fliegen ein oem wind« Oie eoden Stationen Menenden L* len gettn die Tempeutui «n Die Limen »erfinden Ort« mii^UXUe* euer «im ree u umoerechnelen Uiflduitl Wettervoraussage. An brr Rückseite der Skanbinaolenstörung. die sich allerdings weiter abflachl, fließt zunächst noch ozeanische Kaltluft nach Deutschland hin. Infolgcbt ssen blieb der Witterungscharakter ziemlich unfreundlich, und die Temperaturen behielten ihre für die Jahreszeit anormalen niedrigen Werte bei. Jedoch verlagert sich mit der Kaltlust das westliche Hoch mehr nach dem Festlande und wird später wetterwirksam werden. Im Bereich feiner zusammensinkenden Luftmassen heitert sich der Himmel mehr auf, und di» Sonnenstrahlung läßt tagsüber die Temperaturen ansteigen. Nachts bleibt es aber noch ziemlich kühl. Vorhersage für Donnerstag: Wolkig mit Aufheiterung, nachts noch kühl, tagsüber wärmer, meist trocken. Vorhersage für Freitag: Meist aufhel- terndes Wetter, weitere Erwärmung und trocken. Lufttemperaturen am 11. August: mittaa» 14,7 Grad Celsius abends 13 Grad: am 12. August: morgens 10 Grad. Maximum 16,3 Grad. Minimum 7,8 Grad Celsius — Erdtemperaturen tn 10 an lieft am 11. August: abends 17,2 Grad: am 12. Auauftr morgens 14 Grad. — Niederschlage 1,4 mm. — 6on» nenscheindauer 1% Stunden. Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard Vermählte Hanau a.M. 5281 D 04548 Pfd 38^ Frische Bücklinge liefert 1490D Pfd.25 $ 5294 A 5MM8M Seltersweg 46 5290 D | Stellenangebote| 5297D Barzahlung: Vom 12. bis 15. 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Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei-unserem schweren Verluste sprechen wir unseren innigsten Dank aus. Besonders danken wir dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte am Grabe, Herrn Dr. Eichler für seinen ehrenvollen Nachruf, der Hessischen Landesuniversität und dem Hess. Beamtenbund für die Kranzniederlegung und allen denen, die unserem lieben Verstorbenen noch die letzten Dienste erwiesen. Im Namen der Tieftrauernden: Marie MüllnWwe. Gießen, den 12. August 193L AKe« im Alten Feld zu verk. Schr.Äng imt. 04563 a. d. Gieß. Anz. BiMiiitm er 9- S den ?^uche Nr. 186 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gderheffen) Mittwoch, 12. August 1931 Aus Natur und Technik. schift eine weitere Stütze und ermöglicht es ihm, sich in die Windrichtung cinauftellen. Durch diese Einrichtung wird der Dorteil erzielt, daß die Heine Droschke an leinen bestimmten Landungsplatz mehr gebunden ist, sondern dah sie überall da landen kann, wo der Omnibus hlnzukornmen vermag. Er kann lie weiterbesördern. kann aber auch da stehen bleiben, wo er sich befindet. In diesem Falle ersetzt er einen eigenen, feststehenden Landungsmast Das Schiff hängt an ihm. bis es feine nächste Fahrt antritt. Desonderrs häufig it da» Umsteiger, zwischen Auto und E send ahn Das Auw dient in immer steigendem Masze als .Zubringer" für die Dahn. SS soll ihr Fahrgäste zuführen, die in oft ziemlich weiter Entfernung wohnen .Wie das vereinfacht und vor allem ohne Umfteiflcn und U m l aben ermöglicht werden kann, hat eine englische Eisenbahngcfcllschaft gezeigt. Eie läßt seit kurzem einen Autobus durch eine Reihe von Fördern fahren, der dort die in der Stadt Befchäftig- ten zusammenholt. Der AutobuS fährt wie jeder andere auch auf Luftreifen über die Landstraßen dahin. Hinter seinen vier Rädern sitzen auf der gleichen Achse zwei Sitenbahnräder, deren gegenseitige Entfernung voneinander der Entfernung der beiden Schienen des Gleises entspricht. Die Eisenbahnräder sind Heiner als die mit Lustreifen versehenen. Sie berühren also die Landstraße nicht. Don der Straße au» fährt der Omnibus ohne weiteres auf das Eisenbahngleis und erreicht auf Schienen fein Ziel. Das Umsteigen fällt also weg. Die Erhöhung der Schienen verhütet, daß die Luftreifen während der Eifenbahnfabrt den Bahnkörper berühren: die Einrichtung hat sich vorzüglich bewährt, so daß sie wohl bald weitere Derbreitung finden wird. Der Uedergang von der Landstraße auf die Eisenbahn läßt sich aber auch noch auf andere Weife bewerkstelligen. Wiederum handelt es sich um einen Autobus oder vielmehr um Autobusse, die in einer gebirgigen Gegend nur bi» zu einer bestimmten Stelle fahren konnten. Hier wurde der Weg zu eng. Die Derhältnisfe ließen eine Erweiterung nicht zu. Aber daS Gebirge wurde auch von einer Dahn durchschnitten. Man hat nun den für die Autobusse fahrbaren Weg bi» zur Bahnstrecke verlängert. Er geht in ein Gleis über, das den Anschluß zum Hauptgleis herstellt. Auf diesem Anschlußgleis stehen lange, niedere Plattform-Güterwagen, von deren Hinterem Ende eine schiefe Ebene, alfo eine Laderampe, zur Straße herabführt. Zwischen den Plattformen der Wagen befinden sich Derbindungsbrücken. Die Autobusse fahren auf der Landstraße heran und auf der Rampe unmittelbar auf die Wagen hinauf. Hierauf geht die Fahrt mit Hilfe der Lokomotive weiter, bis auf der anderen Seite des Gebirgszuges die Stelle erreicht ist, wo die dortige Landstraße an die Bahn herankommt. Die Rampe wird herabgelasfen. Die Autobusse fahren herunter und fetzen ihren Weg auf der Straße fort. Wenn Auws und Eisenbahnen in so nahe De- xiebungen zueinander treten, wie wir es eben geschildert haben, so müssen auch die Sicherheitsmaßnahmen umge stallet werden, die noch unter andern Gesichtspunkten geschaffen wurden. Dielfach ist in neuerer Zeit die Frage erörtert worden, ob die Eisenbahnschranke noch zum Autoverkehr paßt. Wird sie übersehen, so kann es Vorkommen, daß das Auto eine Schranke durchbricht, dabei Schaden erleidet und infolgedessen auf den Schienen stehen bleibt, wo cs vom herannahenden Zuge erfaßt wird. Verschiedene Signaleinrichtungen sind erdacht worden, die den herannahenden Zug selbsttätig durch akustische und optische Signale melden, so daß jede» Auw hinreichend Zeit hat, rechtzeitig abzustoppen. Eine Eisenbahnverwaltung hat ledoch noch ein weiteres getan. Sie hebt den Zug durch einen grellen Farbenanstrich aus der Landschaft und aus seiner Umgebung heraus. Lokomotiven und Wagen werden mit breiten toten und gelben Streisen gestrichen. Diese eigenartig getönte Schlange ist, wie di« Versuche ergeben haben, weithin sichtbar und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Als eine weitere Sicherheitsmaßnahme hak man verschiedentlich begonnen, die Lichlsignale für Auws in den Straßenhoben selbst hineinzuver- legen. Die Wagen werden immer nichtiger. Hoch- hängende Ampeln sind daher schwieriger zu erblicken. Zieht sich aber quer über die Strafte weg eine Kette von roten Lichtem, so ist es. wie Erprobungen ergeben haben, ganz unmöglich sie zu überleben. Der Fahret faßt ja in erster Linie die Straße ins Auge. Wie findet man den Schalter im Dunkeln ? Don Karl Ammon. Rachdruck verboten! Ta# elektrische Licht i steine sehr schöne Erfindung. vor allem auch, weil man zum Llnzünden kein Streichholz braucht. Aber das Rich-anzün- den-müssen eines Streichholzes hat auch seine Rachteile. Wenn man nämlich ein Streichholz anzündele. so konnte man den Gashahn leicht finden, den elektrischen Schalter fintet man aber oft im Bild 1. Zwergglimmlampe (Hälfte der wirklichen Große). Dunkeln nicht. Man hat deshalb die Schalter schon durch einen Leuchtfarbenanstrich ober wenigsten» durch einen leuchtenden Knopf gekennzeichnet, jedoch leuchtet die Leuchtfarbe so schwach, daß man den Schalter dann nur bei vollkommener Dunkelheit. aber nicht im Halbdunkel sieht. Deshalb baut man neuerdings eine Zwergglimmlampe von nur 12 Zentimeter Durchmesser und 2.8 Zenti- meter Länge (Dild 1) in Schalter ein, die zwar nicht gerate Licht spendet, aber immerhin so hell zu bringen, er genügt aber nicht zum Leuchtenlass en ter Glühlampe. Wird der Schalter geschlossen is einem Autobus wurde ein Mast errichtet Er besteht aus drei Füßen, ähnlich denen eines Photographenapparates. Die Füße lassen sich zusammenlegen, für gewöhnlich liegen sie flach auf dem Dache des Autobusses. Soll ein Luftschiff daran befestigt werden, so wird ter Mast durch einfaches Ziehen an einer Zugvorrichtung aufgestellt. Das Luftschiff ist mit Hilfe einer eigenartig gebauten Mastspihe in weniger al# einer Minute daran befestigt. Von der Gondel wird eine nach allen Seiten drehbare Rolle herabgelasfen. Sie gleicht ungefähr ten Rollen, wie wir fie unter manchen unserer Möbel zu sehen gewohnt sind. Diese Rolle gibt dem Lust- Kernsehen für jedermann! Deutschlands neue Funtausstellung. Don Or. Siegfried Kurth. Unser Mitarbeiter, der fich bei der Reichspost und der Reichsrundfunkgefell- fchaft eingehend übet die neuesten Srrun- genschasten im Funkwesen erkundigt hat, kann schon jetzt einen Uebcrblid über die an Überraschungen reiche Funkausstellung geben, die im August in Berlin eröffnet wird. Die Große Deutsche FunkauSstel» ku ng in Berlin, die am 21. August die Dau- ausstellung ablösen soll, wird eine Fülle technischer, organisatorischer und kultureller Probleme des Rundfunks auf rollen. Reichspost und Reichsrundfunkgefellschaft sowie Industrie werden vor der Oesfentlichkeit Rechenschaft über ihre Arbeit oblegen. Die Reichsrundfunkgefellschaft wird eine Sonterschau bringen, an der sämtliche Rundfunkgesellschaften beteiligt sind. Auf Schallplatten der einzelnen Gesellschaften werden an dem Besucher die wichtigsten Darbietungen ter letzten Iahte vorbeiziehen: Er kann also, wenn er Zeit und Lust hat. Studien in „vergleichender Horgeschichte" anstellen. Zur Ergänzung wird man an Modellen und bildlichen Darstellungen ablesen können, was jeder Sender auf feinem Gebiet leistet und welche kulturellen und fünftlcri- fchen Eigentümlichkeiten sich m ten einzelnen Rundfunkkulturkreisen entwickelt haben. Schließlich wird man Einzelheiten über die Organisation des deutschen und internationalen Programmaustausches erfahren. Eine Kinderbastelschau wird beweisen, dah die Heinen Hörer in ten Entwicklungsjahren mit Recht „Kinder des technischen Zeitalters" genannt werten. Wie in jedem Iaht, wird auch diesmal der Ausschuß für Rundfunkstörungen zeigen, wie weit man inzwischen die heiklen Fragen der gegenseitigen Störung gelöst hat. Den Besuchern werten natürlich durch die von den einzelnen Industriefirmen hergestellten Etörbefreiungsmittel und elektrischen Haushallsgeräte mit eingebautem Störschutz praktisch vorgeführt werten. Schließlich wird man auch die neuesten Werbewagen der Reichsrundfunkgesellschaft sehen können, die im Anschluß an die Ausstellung im Berliner Sentebezirk hx Tätigkeit treten sollen. Die Reichspost wird in einer reichhaltigen Eonderschau über die Ergebnisse ihrer Arbeit berichten. Die ausgestellten modernen Hilfsapparate laffen erkennen, wie die Rundfunksender kontrolliert und die Sendungen auf ihre Klarheit geprüft werten. Die Berliner Bevölkerung wird fich ihren neuen Großsender, der nächstes Iahr den bisher in Gebrauch befindlichen Senter in Witzleben ersehen soll, im Modell betrachten und an kartographischen Ucberfichten die Ueberlegenheit des fünftigen Senders feststellen. Etwas Außergewöhnliches bietet -die Reichspost durch die Vorführung eines modernen Ultrakurzwellenfenders. der mit Wellen von weniger al# 10 Meter arbeitet. Dieser Ultrakurzwellensenter ist der handgreiflichste Beweis für die außerordentlichen Fortschritte der Rundfunktechnik in den letzten Iahrcn. Es ist ja noch nicht lange her, daß man den Ultrakurzwellen auch in Fachkreisen recht mißtrauisch gegenüberstand. Man hatte damals gerate mit kurzen Wellen zwischen 15 und 100 Meter erstaunliche Ergebnisse in ter Reichweite bei denkbar geringstem Energieverbrauch erzielt und deshalb von ten Wellen von unter 10 Meter in einem begreiflichen »Kurzschluß" noch größere Leistungen erwartet. Ueberraschenterweise trat das Gegenteil ein, die ultrakurzcn Wellen wirkten nicht wie ihre langen und kurzen Brüter auf Tausende von Kilometer, sondern nur auf verhältnismäßig Heine Entfernungen. Die Wissenschaftler fanden bald heraus, dah diese enttäuschende Eigenschaft auf ter Aehnlichkeil ter ultrakurzcn Wellen mit den Lichtwellen beruht. Der Wirkungsbereich dieser Wellen ist daher abhängig vom Sichthorizont der Centerantennen. Außerdem zeigte fich bei ten ersten Versuchen, daß die ultrakurzcn Wellen, die für den Rund- funfbetrtcb unangenehme Eigenschaft hatten, llch wie das Licht nur geradlinig fortzupflanzen: man konnte fie z. D- in einer Zimmerecke gut empfangen. aber nicht in ter anderen. Der einzige Vorteil ter neuen Wellen schien der zu sein, dah sie praktisch störungsfrei ttxrren. Als man sich jedoch, angeregt vor allem durch Professor I E f a u in Iena. ernsthaft mit den ultrakurzen Wellen beschäftigte, stellle sich heraus. dah das, | was als Rachteil erschienen war, zum großen Vorteil wurde. Da die Ultrakurzen nicht in die Ferne wirkten, konnte man nun verschiedene Sender mit der gleichen Welle betreiben, ohne dah Störungen eintraten. Auf dem Wellenband z. B-, das zwei von den drei Berliner Versuchs- sendem benutzen, können 300 Rundfunksendungen untergebracht werden, ohne dah man die einzelnen Wellen so gefährlich nahe nebeneinander zu legen braucht, wie man es jetzt bei den langen und kurzen Wellen tun muh. Da# ist eine wunderbare Möglichkeit, ter bekannten großen Wellennot des Rundfunks zu steuern und einen wirtschaftlichen Gleichwellenbetrieb auf große Balis ernzurichten. Aus diesen Gründen ist die Ausstellung und Vorführung des Ultrakurz- toellcnfenter» der Reichsvost von besonderer Bedeutung. Den Höhepunkt der FunkauSstellung wird die Svnderabterlung ter Reich-Post für Fernsehen bitten. Die Reichspost wird einen Fernsehsender und auch eine Anzahl von Bildempfän- gem im Betrüb vor ühren. darunter einen Apparat. der mit .ter viel umstrittenen Braunschen Rohre arbeitet. Man versichert auf dem Funk- burcau des Reichspostministeriums, dah man mit diesem Apparat gute Resultate erzielt habe. In Amerika soll ja die Technik nach den neuesten Meldungen schon Jo weit fein, daß man e# dem getarnten Publikum frei stellen will, am Fernsehen teilzunehmen. Tatsache ist, daß die einzelnen RundfunkgesLllschaften in Amerika zu gewissen Sendezeiten Fernsehsendungen veranstalten, und daß sich auch zahlreiche Teilnehmer daran beteiligen. Der Apparat soll etwa 300 Dollar kosten. Zugegeben wird allerdings, daß die Bildqualität der modernen amerikanischen Sendungen höchsten Ansprüchen noch nicht genügt; aber die Amerikaner sind nicht so „kleinlich", deswegen die ösfentliche Einführung des Fernsehen- aufzuschieben. In Deutschland arbeitet man ja seit Iahren fieberhaft an ter Ausgestaltung eine» technisch einwandfreien Fernsehbetriehes. Im Reichspostzentralamt Berlin-Tempelhof besteht eine amtliche Fernsehversuchsstelle, die Postrat Dr. B a n - neitj leitet. Im Heinrich-Hcrtz-Instrtut wirte ebenfalls am Fernsehen experimentiert, und auch die Reichsrundfrmkgesellfchast fbetlt Versuche in ihren Laboratorien an. Sogar einen „Allgemeinen Fernsehverein" gibt es schon. Wenn trotzdem das Fernsehen nicht wie in Amerika in voller Öffentlichkeit betrieben wird, fo liegt das an der durchaus verständlichen Zurückhaltung der Behörden: man will erst anfangen, wenn die Apparate fo vervollkommnet sind, daß das Publikum nicht Gefahr läuft, sich mit großen Kosten dauernd neue Einrichtungen anschaffen zu müssen, weil die alten überholt wurden. Aus den Funk- ausstellungen 1929 und 1930 konnte man bereit# sehen, daß man doch auf dem richtigen Wege war. 1929 wurde eine Fernfehapparatur — jetzt im Deutschen Museum in München — von Post- rat Dr. Banneih und Dr. Krawinkel vorgeführt, die das Problem grundsätzlich schon gelost hatte. Die Bildgröße war bei 1200 Bild- punkten und 12,5 Bildern in ter Sekunde freilich noch ziemlich ungenügend. Auf ter FunkauSstellung 1930 wurde ein Sender gezeigt, ter die zu übertragenden Personen mit ultrarotem Licht ab tastete, was ten Vorteil hat, dah man nicht geblendet wird. Inzwischen ist an allen Stelle» in ter Stille weitergearbeitet worden. Was die Reichspost dieses Iahr zeigt, ift überraschend. Die Bildpunktzahl ist von 1250 auf 3000 gesteigert. Wie beim Film, werten in jeder Sekunde 25 Bilder gesandt. Das ist eine außerordentliche Verbesserung. Zum besseren technischen Verständnis wird die ReichSpost auf einem besonderen Apparat die Wirkung des Rasterbildes bei verschiedener Aufteilung veranschaulichen. Don größerer Bedeutung werden Fernsehversuche auf einem Ultrakurzwellensender sein, die abwechselnd auf ten Derfuchssendern zu Döberih und im Laboratorium des ReichspostzentralamteS in Tempelhof durchgeführt werten sollen, Rur auf ultrakurzen Wellen kann man brauchbare und wirtschaftlich zu rechtfertigende Fernsehsendungen durchführen. Bei den üblichen Wellenbäntern zur Uebermittlung von Fernsehbildern von etwa 5000 Bildpunkten ist der Energieverbrauch außerordentlich groß, und der Betrieb daher unwirtschaftlich Zudem bedingt der bekannte Mangel an Rundfunkwellen, die sich nicht überschneiden, eine Durchführung des künftigen Fembildfunks auf den reichlich zur Verfügung Regenten ultrakurzen Wellen. Allein allem wird alfo die diesjährige Funkausstellung. und betonter» die Abteilung „Fernsehen", an einer Fülle von Beispielen beweisen, daß wir I wieder, minteftend technisch, ein gutes Stück vorwärts und ter endgültigen Eroberung de# Aethers nähergekommen finö. Die hessischendijchnerpreistra'ger Alexander Posch und Hans Simon. Die Wahl der Preisträger für den diesjährigen Georg-Büchner-Preis ist auf den Kunstmaler Alexander Posch und den Komponisten HanS Simon, beide in Darmstadt, gefallen. Die Texte der Preisurkunden lauten: Das hessische Volk hat dem Maler Alexander Posch für die Verdienste, die erlich als Schaffender und Führender um das Kunst leben deS Lande- erworben hat, den Georg-Büchner-Preis des 2ahres 1931 zuerkannt. Dem Komponisten Hans Simon ist vom hessischen Volke für sein von hohem Können getragenes tondichterisches Schaffen der Georg-Düch- ner-Preis des Jahres 1931 verliehen worden. Alexander Posch ist im hessischen Kunstleben schon lange kein Unbekannter mehr. Auch über Hessens Grenzen hinaus weiß man von ihm, leitet er doch seit Jahren eine sehr rührige und vielseitig fruchtbare hessische Künstlergemeinschaft, die von ihm mitbegründete Darmstädter Gruppe, deren Arbeitszusammenhalt von ihm nicht nur organisatorisch, sondern auch menschlich gefördert wird. Seine Fähigkeiten in diesem Ringen der Kunst um Lebensraum haben ihn auch seit einiger Zeit zum geschäftsführenden Vorstand des Gaues Hessen des Reichsverbandes deutscher bildender Künstler werden lassen. Hnt> es ist erstaunlich, das; all seine Arbeit auf den gekennzeichneten Gebieten den Künstler in ihm nicht zu hemmen vermocht hat. Ja, gerade jetzt, wo Hessen selbstverständlich seine Per önlichkeit als Maler mit der Verleihung des Büchner-Preises besonders ehrt, erleben wir bei ihm eine Reubelebung seiner Malerei, die ihn in der großen Sammelausstellung hessischer Kunst auf der Darmstädter Mathildenhöhe in die vorderste Reihe rückt, als ein Maler von einer heute ungemein fluktuierenden Sprache der Palette. Dis hierher war es für Posch ein Weg unermüdlicher Arbeit künstlerischen Strebens, das sich ost auch mit den Anregungen, die der Wandel deS Zeitgeistes brachte, auseinandersehte oder auf seine Art diesen Wandel miterlebte. Der geistig aufgeschlossene, bewegliche Charakter Poschs drückt sich auch in dem Schaffen der „Gruppe" aus, der Posch übrigens innerhalb der letzten Jahr« so manchen vielversprechenden jungen Künstler zuführen konnte. Er selbst ist heute, geboren am 21. Juni 1890 in dem Keinen Schönberg bei Bensheim, ein Vierziger. Gr stammt auS einer kinderreichen Arbeiterfamilie, die sein Vater, ein Schlosser aus Oesterreich, bald nach seiner Geburt von Schönberg nach Darmstadt führte, wo Posch die Volksschule besucht hat. Er fand schon als Schüler die Aufmerksamkeit deS verstorbenen Oberbürgermeisters Morneweg, der den Vierzehnjährigen zunächst in die Lehre einer Glasmalerei schickte und ihm dann am Ende seincr dreijährigen Lehrzeit ein städtisches Stipendium für die Kunstschule Adolf De Hers in Darmstadt zuwies. Rach wiederum drei Jahren erhielt Posch mit Unterstützung Professor Beyers zu seinem städtischen ein staatliches Stipendium für einen dreijährigen Studienaufenthalt in München, wo er sich auf der Kunstgewerbeschule bei den Professoren Diez und Engels zur Kunst weiterbildete. Der Krieg, der ihn von 1915 bis 1917 ins Feld führte, unterbrach seine künstlerische Entwicklung. Erst nach dem Krieg fing er mit Oel- farben zu malen an und bekennt jetzt bescheiden: „So male ich heute noch". • Kurz vor Weihnachten 1897 wurde Hans S i - m o n in Darmstadt als Sohn eines hessischen De- amten geboren, hier verlebte er seine Kindheit, hier ging er zur Schule, und hier wurde er schließlich zum Musiker, der sich einen Ramen machte, so daß ihm, dem hessischen Künstler, das hessische Volk durch Derleihmng des Georg-Büchner-Preises heute Anerkennung und hohe Ehrung erweist. — Schon im Alter von fünf Jahren wurde der blonde Dub in die musikalische Lehre gegeben. Bei den verdienten Musikern Martin Vogel und Georg G i m s lernte er das Geigen- und Klavierspiel. Am Hochschen Konservatorium in Frankfurt a. M. sind Bernhard Sektes (Komposition) und Willy Renner (Klavier) im wesentlichen seine Lehrmeister. Im letzten Krieasjahr wird dann Simon zum Heeresdienst einberufen und dadurch aus sei- Der hessische Einzelhandel zur Lage wünschen die Derleihungsurkunden an die beiden Preisträger. fahrern, die gegen die Verordnung über den Kraftfahrzeugverkehr vom 15. Juli 1930 verstoßen. Meine weiße Zettel an die Windschutzscheibe werden, denn nur eine Etaatsform, in der sich jeder einzelne mitverantwortlich fühle, habe Bestand. Mit dem bekannten Wort des großen Staatsmannes. „3d> habe nur ein Vaterland, das heißt Deutschland", schloß der Redner seine beifällig aufgenommene Rehe. Im Anschluß daran wurde gemeinsam das Deutschlandlied gesungen. Das übrige Programm der Feier brachte eine Reihe musikalischer, gesanglicher und turnerischer Darbietungen. Die Gießener Turnerschast zeigte exakte Hebungen am Barren, der gemischte Chor des Arbeitergesangvereins „Eintracht" brachte zwei Lieder zum Vortrag, der Massenchor der Gießener Gesangvereine fang das Lied „Mein Deutschland" und die Turnerinnen der Freien Turnerschaft Wieseck brachten ein gymnastisches Tanzspiel „An der schönen blauen Donau" zur Aufführung, das verdienten Dejfall fand. Ein schneidiger Marsch beschloß die Feier. Daten für Mittwoch, 12. August. Sonnenaufgang. 5.05 Uhr, Sonnenuntergang 19.54 Uhr. — Mondaufgang 2.29 Uhr, Monduntergang 19.38 Uhr. 1848: der Begründer des Eisenbahnwesens George Stephenson in Taptonhouse gestorben^»- 1901: der Polarforscher Nordenskiöld in Dalbyö gestorben. Bornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Anna Christie" mit Greta Garbo. — Aus dem Stadttheaterbureau w.rd uns geschrieben: Für Sonntag, 16. August. 20 Hhr, Hal die Intendanz als 9. Vorstellung im Sommer-Abonnement das Ensemble Berliner Bühnenkünstler (Ludwig Franken vom Lessing-Theater Berlin, Lottina Daart von der Volksbühne Berlin, Curt H n f c r vom Reuen Theater am Zoo Berlin), die bereits zweimal mit großem Erfolg bei uns zu Gast waren, zu einem letzten Gastspiel verpflichtet. Zur Aufführung gelangt das Lustspiel „Meine Cousine aus Warschau" von Louis Derneuil. Für diese Vorstellung gelten ermäßigte Sommerpreise. Verfassungsfeier in der Volkshatte. Der Provinzialdirektor der Provinz Ober- Hessen und der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hatten für den gestrigen Verfassungstag zu einer Derfassungsfeier in die Volkshalle eingeladen. Diele leisteten der Einladung Folge und die geschmückte Volkshalle war bis auf den letzten Platz beseht. Viele Persönlichkeiten des öffent- lichnen Lebens waren anwesend, die Reichswehr und die Schutzpolizei war durch starke Abordnungen vertreten. Die Reichswehrkapelle eröffnete die Veranstaltung mit einem Musikstück, der Massenchor der Gießener Gesangvereine bot Mozarts bekannte „Weihe des Gesangs". Sodann hielt Oberstudiendirektor Dr. Weiner (Offenbach) die Festrede. Die Rede stand ganz im Zeichen des Gedankens an den Freiherrn vom Stein. Der Vortragende umriß in klaren Sähen das Leben und das Wirken des großen Deutschen. Er wies darauf hin, daß jener Mann zu seiner Zeit mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatte, die uns heute bewegen. Der Freiherr vom Stein habe, bis er die seinen Fähigkeiten entsprechende Stellung erhielt, eine mühsame Be- amtenlaufbahn hinter sich bringen müssen. Dem klaren Blick Friedrichs des Großen sei es aber nicht entgangen, so führte der Redner aus, daß Lieser Mann mit dem unbeugsamen Charakter und der ungeheuren Intensität des geistigen Schaffens dem Vaterland wertvolle Dienste zu leisten geeignet sei. So sei der Freiherr vom Stein Minister geworden und habe nun seine Kräfte erst voll entfalten können. Er habe sich eingesetzt für eine verwaltungstechnische Reform in Preußen, die für das ganze Reich vorbildlich sein sollte, er habe gefordert, die Jugend mit Gemeingeist und Sinn für deutsche Kultur zu erfüllen, er habe schließlich «in einiges Deutschland erstrebt. Stein sei, so führte der Redner aus, der Wegbereiter des deutschen Dolk^ und der deutschen Zukunft, er sei es auch heute noch, denn er habe vieles vorausgesehen, was die Geschichte zur Wirklichkeit gemacht habe. Hnsere Aufgabe sei es heute, dazu beizutragen, daß Deutschland ein Ganzes werde, ein organisch festgefügter Staat, in die Jugend müsse der Geist der Einheit gepflanzt Vornan vv Copyright by' 3 SortlefounQ. Jeim elften ' Mer sich fln t Wil, er mit t Llt hoch im 6at Sohlen, aber M das Gotter Mchen ihne sv« !S ln 'redliche, PA;** LxK in in D Mei LHi. Dom Hessischen Cinzelhandelsver- band wird uns geschrieben: „Der Landesverband des Hessischen Einzelhandels hielt in Franksurt eine Dertreterver- sammlung ab, in der zu der derzeitigen wirtschaftlichen Lage Stellung genommen wurde. Die Versammlung war getragen von dem Ernst der gegenwärtigen Verhältnisse und insbesondere in der Aussprache kam die starke Erregung, die auf allen Gemütern lastete, deutlich zum Ausdruck. Durch die infolge der Vertrauenskrise einge- tretene Geldverknappung und der Einschränkungen des Zahlungsverkehrs ist der Einzelhandel in eine außerordentlich schwierige Lage geraten. Gegen die Art und den Inhalt der erlassenen Rotoerordnungen werden von feiten des Einzelhandels schwere Bedenken geltend gemacht. Der Schutz des gewerblichen Mittelstandes, des Einzelhandels und des Handwerks in dieser krisenhaften Zeit ist nicht in ausreichendem Maße gewährleistet, so daß in dieser Hinsicht «ine baldige Aenderung bzw. Aufhebung der betreffenden Rotverordnungen notwendig ist. Insbesondere fordere die Höhe der Verzugszinsen auf rückständige Steuern den schärfsten Protest heraus. Sine entsprechende Herabsetzung der gegenwärtigen Sätze müsse umgehend erfolgen. Auch die heutige Zins- und Kreditpolitik kann unmöglich lange fortcjefüljrt werden, wenn nicht zahllose Existenzen im Einzelhandel vernichtet werden sollen. Sicherlich verdient eine gewisse Erhöhung des Diskontsatzes den Vorzug gegenüber einer plötzlichen Kreditrestriktion. Eine Heberspannung des Diskontsatzes aber muß katastrophale Folgen zeigen, weshalb auch von den Banken selbst eine verständnisvoll« und vorsichtige Zinspvlitik verlangt werden muh. Der auf den Einzelhandel ausgeübte stark« Druck von feiten der Dorlieferanten hinsichtlich schneller Bezahlung seiner Schulden zwingt den ner künstlerischen Arbeit herausgerissen. Rach Kriegsende nimmt er sie aber noch einmal mit aller Konzentration auf, verläßt dann im Herbst 1919 Frankfurt und geht als Theaterkapellmeister in die „Praxis". Doch die immer mehr sich steigernde kompofitorische Tätigkeit läßt ihn schließlich das unstet« Wanderleben aufgeben, und so lebt er heute wieder in Darmstadt, wo wir erst vor kurzem Zeuge seines letzten großen Erfolges (Hraufführung der heiteren Oper „Valerio") werden konnten. Richt sehr zahlreich sind die Werke, die Simon der Oeffentlichleit übergeben hat. Aber groß- stusig ist ihr Ansteigen. — Sein Opus l, eine Suite für Violine und Klavier, entstand noch auf dem Konservatorium. Ebenso das Opus 2, die bei dem Musikfest der Franz-Liszt-Gesell- schaft in Kissingen 1922 uraufgeführten Orchester- Variationen über ein Originalthema. Dezeich- mend für Simons musikalische Wesensart ist, daß er schon hier zum Orchester und seinem Klangreichtum greift; dieser ist ja das eigentliche Organ Simons, denn nur diese Klangfülle wird in vollem Maße erst der Fülle Simonscher musikalischer Eingebung gerecht. Hnd so bilden auch die Werke, Opus 3 — «in Li«derzhklus, Opus 4 — das Violinkonzert, Opus 5 — drei phantastisch« Sähe für Streichquartett, den Hebergang zu der großen, mit außerordentlichem Erfolg wiederholt aufgeführten Ks-Dur-Sinfonie. Hnd von hier vollzog sich dann der Schritt zur Oper, dem heiteren „Valerio", dem bekanntlich das Georg Düchnersche Lustspiel „Leonce und Lena" zugrunde liegt. e Die feierliche Heberreichung der Preise und der Hrkunden fand am Vorabend des Verfassung-- tages im Staatsministerium durch Staatspräsiident Dr. Adelung statt. Der Staatspräsident ging in einer kurzen Ansprache von dem Worte der Stiftungsurkunde des Büchner-Preises aus, daß der Preis ständig verliehen werden solle. Gerade die Zeit materieller Rot berge die Gefahr, daß die geistigen Angelegenheiten, insbesondere die der Kunst, in Vergessenheit gerieten; so dürfe es aber nicht sein. Besonders in schwierigen Zeitläuften dürfe die Kunst nicht Rot leiden, denn sie sei ehre Kraftquelle für das gesamte Leben des Volkes. Der Staatspräsident überreichte dann mit Glück- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 12. August 1931. Pilzsegen im Walde. Nun di« Obst- und Gemüsegärten uns mit ihren Gaben erfreuen, will sich der Wald nicht länger als geizig verschreien lassen und tischt auf, was er vermag. Das köstliche Beerenobst, das an Würze und Aroma die Gartenbeeren weit übertrifft, und: Pilze. Wer ein guter Kenner der Pilze ist und dessen Heim nicht allzu weit vom Walde entfernt liegt, wird sich das „Fleisch des Waldes" am liebsten selbst holen. Das Angenehme wird hier mit dem Nützlichen verbunden, denn die ozonreiche Waldluft bringt Herz und Lunge wieder in Ordnung. Unkundigen Pilzsuchern wird dringend größte Borsicht beim Sammeln empfohlen; schon manch ein Pilzgericht, gesucht von denen, die Giftpilze von den Nutzpilzen nicht unterscheiden können, brachte schwere Erkrankungen, ja sogar den Tod ins Haus. Damit soll nicht Angst vor dem Pilzsammeln gemacht werden, sondern es soll nur vor Fahrlässigkeit aewärnt werden. Zu empfehlen ist ferner, stets ein Messer zum „Abschneiden" der Pilze zu nehmen und sie nicht einfach aus dem Erdboden herauszureißen, da an der Stelle, wo die Wurzeln liegen, sich neue Pilze bilden. Im anderen Falle wird ihnen die Möglichkeit des Weiterwuchses genommen. Es gibt überall Pilzkarten zu kaufen, die in anschaulicher Weise die Erkennungsmerkmale giftiger und eßbarer Pilz« schildern. Die volkstümlichen Mittel: «inen silbernen Löffel beim Kochen hineintun oder eine Zwiebel, find ganz und gar nicht zuverlässig, und es ist vor solchem Firlefanz nur dringend abzuraten. Einen wirklichen Schutz bietet den Selbstsuchern nur die genaue Kenntnis der Pilzsorten. Wer nicht Bescheid weiß, kauft die Pilze am besten vorn Händler, aber nur frische Ware. Feucht und im Schnitt dunkel ausgehende Pllze vermeide man zu kaufen; ebenso ganz nasse. Durch das Aufeinanderschichten in den Der- kaufskörben entwickelt sich Wärme, und diese bildet Fäulnis, die gerade so gefährlich werden kann wie das Gift selbst. Nur nicht um der Ersparnis einiger Groschen willen alte Ware kaufen; die Gesundheit ist ja schließlich zu wertvoll, als daß man sie einer geringfügigen Summe wegen zum Opfer brächte. Gerade in der heißen Zeit kommen die Pilze so recht als ein Gottesgeschenk. Neben ihrer Nährkraft, die der des Fleisches sehr nahe kommt, ist es der Wohlgeschmack, der sie uns beliebt und wert macht; j . und ein gut zubereitetes Gericht Pilze bleibt ein Gaumenreiz auch für verwöhnte Feinschmecker. Doch wie gesagt: beim Selbstsuchen Vorsicht, und wenn jemand meint, Vergiftungserscheinungen bei sich * oder anderen wahrzunehmen, dann erst starke Brechmittel brauchen und sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. M. Gr. Sanfte Mahnungen der Verkehrspolizei. In den nächsten Tagen tritt die hiesige Polizei mit einer Maßnahme an die Öffentlichkeit, die sich an die Kraftwagenbefitzer und Kraftwagenführer richtet. Es handelt sich um eine besondere Form der Mahnung in Fällen, da der Kraftwagenbesitzer verkehrshindernd parkt, das Fahrzeug in nicht ausreichender Lichtquelle stehen läßt oder aber bann, wenn die Kennzeichen des Fahrzeuges sich nicht in vorschriftsmäßigem Zustande befinden. Die Polizei, die bei dieser Neueinführung einer Anregung des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs (212)21(9.) Einzelhandel auch seinerseits auf schnelleren Einzug seiner Außenstände bedacht zu sein. Das Publikum muß diese Stellungnahme verstehen, denn angesichts der durch die hohen Kreditzinses gestiegenen Spesen und dem Drängen der Lieferanten infolge der Geldverknappung ist es nicht mehr möglich, der Kundschaft lange Kredite einzuräumen; daher m^ß auf Barzahlung bzw. umgehende Begleichung der rückständigen Rechnungen gesehen werden. Versuche einzelner Lieferanten, die Rechnungen in Dollar bzw. in Goldmark auszustellen, verdienen schärfste Zurückweisung; ebenso alle Versuche, irgendein Rotgeld in den Verkehr zu bringen. Aeußerste Sparsamkeit in der öffentlichen Verwaltung, in Reich, Ländern und Gemeinden muß verlangt werden, wie auch jeder einzelne Betrieb sich der größten Sparsamkeit zu befleißigen hat. Irgendwelche Subventionen aus öffentlichen Mitteln dürfen an die durch eigene Mißwirtschaft in Schwierigkeiten geratene Hnternehmungen keinesfalls gegeben werden. Bei den bevorstehenden Beratungen über die Organisation der wirtscl)aftlichen Selbsthilfe ist auch der Einzelhandel heranzuziehen und darf nicht, wie bisher, übergangen bzw. jurürfgefefjt werden. Durch seine besondere Stellung zwischen Konsumenten und Produzenten ist der Einzelhandel in besonderem Maße berufen, an der Wiedergefun- bung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse in entscheidender Weise mitzuarbeiten. Das Verbot des Offenhaltens der Ladengeschäfte in Hessen am Verfassungstag, dem 11. August, rief den einmütigen scharfen Protest der Anwesenden hervor. Diesem Beschluß des Landtags kann angesichts der Rotlage, in der sich die Wirtschaft zur Zeit befindet, in keiner Weise Verständnis entgegengebracht werden." kolonne ^te di' inM w und Pingen Derltv ,chad schwer ooll|lfln 3etbrad&e einge wert u CO '"Ä Strav durch 6, f L Hoche! heim, 12. Aug. Unsere Demelnd« feierte am Sonntag da» diesjährige Misfionsfest. Der Ze st gölte» di en st fand im Freien statt und wurde eingeleitct mit einem Posaunen-Vortrag der Chöre von Lang-Gön» und Hoch?lbeim. Mis- sionSdirektor Keppler von Der Rheinischen Mission In Barmen hielt Die Fcstpredigt. Der Gesangverein unter der Leitung von Dirigent Kohler (Drohen-Linden) brachte eine Motette »um Vortrag und fanD aufmerksame Zuhöver. Rach einer Kaffeepause fand eine Nachversamm- lung statt. Der Ortsgeistliche Pfarrer Schneider begrüßte Die Mifsionsoemeinte. Missionar Bahr von Groh-Rechtenbach hielt einen Vortrag unD erzählte von feinen Erinnerungen unD Erfahrungen in Ehina Im Schiuhwort gab der OrtSgeistliche Den Ertrag Der erhobenen Kollekte bekannt. Die 460 Mark erbrachte und für Die Rheinische Mission Verwendung finden soll. Die Nach Versammlung wurde verschönt durch Gesangsvorträge eines gemischten Ehore» (Leitung: Albert Kuhl- HörnSheim) und durch Darbietungen der Posaunenchöre. Z Lützellinden 10 Aug. In unserer Ge. meinde sind zwei Fälle von Paratyphus sestgestellt worden. Dis^erforderlichcn Maßnahmen gegen die Weiteroerbreitung der Krankheit sind getroffen. «reis Marburg. ss Marburg, 12. Aug. Der grvft« Senat der hiesigen Universität hat den Ehrendoktor Der philosophischen Fakultät Dr. mcd. h. c. Dr. phil. h. c. Emst Leitzin Wetzlar hx dankbarer Anerkennung der verständni-vollen und hochhc^igen FÖrderxmg, die Wissenschaft und Stunft auf Marburger Boden dauernd durch ihn erfuhren, zum Ehrenfena- t o r ernannt. geschmückte Gotteshaus, das bi» auf Den letzten Platz besetzt war. Superintendent Dieder hielt die Liturgie, alsdann erfolgte die Ordination de» neuen Pfarrer» Die Deiherede hielt ebenfall» Superintendent Dieder. Wohl fetten, |o führte er au», fei die Berufung eine» Geistlichen fo einmütig gewünscht worden, wie hier. Er könne ftohen fxrjen» Gemeinde und Pfarrer miteinander verbinden. Pfarrer Sieber legte sodann da» Gelübde ab, seinen Gemeinden ein treuer Prediger zu fein. Dom Superintendenten und zwei anderen Geistlichen wurde er feinem Amte geweiht. In feiner Predigt sprach der neue Geistliche von der Vachsolge Jesu. Arn Nachmittag sand in der Kirche zu Kinzen- dach ein Festgottesdiensl statt. Luch hier war da» Gotteshaus schön gelchmucki und zahlreich besucht. Die Feiern sowohl in der Kirche zu Kros- darf als auch in Kinzenbach wurden durch Gesang von Frl. Teubner, Gießen, verschönt. Die Schulkinder brachten Gedichte zum Sortrag. Am Abend versammelte man sich in der Turnhalle zu Krofdorf zu einem Gemeindeabend Sani- tätsrat Dr. Seipp. Krofdorf, begluckwünfchte den neuen Pfarrer im Namen der kirchlichen ‘Bertre- tungskörperschassen, Rektor Echternacht, Krofdorf, für die Lehrerschaft, Pfarrer V ö m e l, Rodheim a. D sprach für die benachbarten Kirchspiel- femeinben. Onspfarrer Wiebel dankte für die reundliche Aufnahme in feinem neuen Wirkungskreise, Pfarrer Wiebel, Barmen, sprach über die Notwendigkeit der Pslegc des kirchlichen Gemeinschaftssinnes. Kirchenmusikalifche Darbietungen verschiedener Art — Klavier- lLehrer Praß), Diolin- spiel (Ortspfarrer Wiebel), Gesang (Frl. Teubner), Gedicht- und Gesangsvorträge der Konsirmanden, gemeinsame Lieder der Versammlung usw. — boten reiche Abwechslung. Der Gemeindeabend bildete einen würdevollen Abschluß Der Einführungsseier- lichtesten Da gab c» natürlich keinen anDern Ausweg al» ein rasche» Ende. unD Malte war ganz unD gar Damit einverstanden. Was bot ihm Denn die Zukunft, wenn er auf Die Vereinigung mit dem Liebsten verzichten mußte, was er auf Erden befaß? ... Unter Tränen und Küssen beschlossen sie. gemeinsam zu sterben, und malten sich im Ueber- schwangc Der Trostlosigkeit au». Daß e» belfer wäre, tot zu sein, al» ein lange» Leben voll Kummer zu tragen. Weil sie aber keine Waffe bei sich hatten, verschoben sie Die Ausführung ihre» Entschlusses auf Den nächsten Abend. Malte zudem hatte noch allerhand Anordnunacn vor feinem Hinlcheiden zu treffen, den Oheim m Hohenrömnitz zu benachrichtigen, daß da» Majorat nach Gottes unersorlchlichem Ratschlüsse nunmehr wohl an die märkische Seitenlinie Der Römnitze übergehen müßte. Die Baroneß aber wiederum war gewissermaßen verpflichtet, ihrer treuesten Penlionsfreundin über da» letzte so traurge Kapitel ihre» Lebensrom an» im voraus Der.ch: zu erstatten. Don dieser falsch beurteilt zu werden, wäre ihr schrecklich gewesen, den Vater hingegen beschloß sie ohne eine Zeile De« Ab- sch.eDes zu txfallen. Wer feine einzige Tochter al» ein HanDel»vbjekl bewertete, DerDiente es nicht anDer«! .. Also vorbereitet trafen sie sich zum letzten Beilammenlein. unD wer wollt« es Den DeiDen ÄinDern verdenken, wenn fie mit dem Abschied- nehmen immer und immer wieder zögerten? Die Maietmacht war lau unD warm, am blassen Himmel über Den hohen Eichen schwamm der volle Mond, und in Dem nieDrigen Buschwerk fang ohne Aushören eine Nachtigall. Sie beiDe aber hatten sich vor Der Trennung noch so viele» ^EnDttch war e» Zeit. Denn cs ging wohl schon auf Mitternacht. unD von irgendwoher drang klappernder Hufschlag durch Di« Stille. Ein« Storung war unterweg». «S galt, zu eilen. Nur eine kurz« Wette verging noch. Derrn "fie vermochten sich nicht zu einigen, wer zuerst Den Dunfdn PfaD beschreiten sollt«. Sin jede» wollte vor Die Festverfammluna fang sodann Da» Deutschlandlied. Frl. S. U p I überreichte eint prächtige Fahnenschleife. Im Auftrage des Vorstandes der Hafsia übermittelte Dankvorstand Seum al» Bezirk»vor st eher des Bezirks Nidda des Verbandes Dem Jubel verein die Glückwünsche und Anerkennung des Vorstandes. Sr überreichte al« äußeres Zeichen der Anerkennung dem Verein eine Ehrenurkunde und Dem Fahnenträger Friedr. Meier. Der 25 Jahre Die Fahne in treuer Obhut gehalten hat. Da» Ehren kreuz Der Hastia. OberzvII'nlpektor Helfrich von NidDa beglückwünschte als Vorsitzender Des Niddaer Striegenx*Ttin» Den Nach- barv^rein Kohden und übergab einen Fahnennagel al» Gelchenb Zum Schluss« dankte der Vorsitzende H. Koch für alle guten Wünsche. Ehrungen und Darb'.etunaen. Die dem Kriegerverein Kohden an diesem Jubeltag zu teil geworden seien. M?" Schwickartshausen, 10.2lug. Heute früh gegen 4 30 Uhr brach in dem Bachs chen Anwesen inmitten unseres Dorfes Feuer au». Die mit Heu und einem Teil der neuen Fruchternte gefüllte Scheune brannte vollständig nieder. Brank^iebel verhinderten da» Uebergreifen Der Flammen auf Die eng angrenzenden Gebäulichkeiten. Da» Feuer wurde von der hiesigen Feuerwehr bekämpst. Die am Brandherd erschienene Wehr von 2ckart»born brauchte nicht mehr einzugreisen. AUcie Schotten. -4- Sellnrod, 12. Aug. Am Sonntag fand zwischen Sellnrod und Altenhain ein christliches Waldfest statt. Etwa 400 Personen au» Der ganzen Umgegend hatten sich eingefunden. Pfarrer König sGrost-Sichenj, eröffnet« mit Gebet und Schrsstlesung. Alsdann predigte Missionar Walther au» Beuern. Den musikalischen Teil und Die Begleitung der Gesänge hatte Der Po- faunenchor Sellnrod übernommen. Sine Kollekte für Die Mission brachte Den Betrag von 24 Mark. Kreis Alsfeld ►«» Alsfeld, 11. Aug. In Der vergangenen Woche stattete Der deutsche Botschafter in London, Lrzellenz Freiherr von Neurath, dessen Vor- fahren in Alsfeld ihren Stommsiß hatten, der Stadt einen Besuch ab und besichtigte die hiesigen Sehens- Würdigkeiten, darunter das von Neurathfche Hau» in der Rittergasse für dessen Wiederherstellung der Botschafter einen Beitrag stiftete. IJ Ober-Ohmen, 12. Aug. Am Sonntag, 16. August, findet hier di« Einweihung des Dem ersten ReichspräfiDenten Ebert gewidmeten Denkmals statt. Staaispräsident Dr. Adelung wird die seierliche Weihe vornehmen. U Flensungen. 12. Aug. Unsere zweiklassige Schule muß nun durch die Sparmaßnahmen der hessischen Regierung einklassig Durchgeführt werden. Durch die Penfwnierurig des Herrn Jüngst in 3[»Dorf zum 1. August tourDe Die Dortige Schulstelle frei unD LehrerStieler- Flensungen erhielt seine Berufung an Die Schule zu IlSDors. - Unser Kirchlein toar stark reparaturbedürftig. Außerdem konnte sie öfter» Die Besucherzahl nicht mehr fassen. Die evangelische Kirchengemeinte Flensungen beauftragte Den Diplomingenieur Ernst Stephan au» Srbach im ODentoalD, Die Erweiterung unD Renovierung vorzunehmen. Dre Arbeiten sind bereit» im Gange. preu&en. Einführung des neuen Geistlichen in Krofdorf. # Krofdorf, 12. Aua. Am Sonntaaoormittag fand in der Kirche au Krofdorf die Einführung von Pfarrer W i e b e l. Des neuen Pfarrers der Kirchen- aemeinden Krofdorf-Glciterg und Kin^enhach, statt. In Begleitung der erschienenen Geistlichen, Superintendent Wieder, Garbenheim, Psarrer Schmidt, Wetzlar, Pfarrer Wiebel, Barmen (Vater des neuen Pfarrers), sowie der Mitglieder des Presbyteriums betrat Der neue Geistliche das folonne mit den Aerzten Dr. Roth und Dr. Clauß leistete die erste fiilfe. Bing wurde sofort in di« Chirurgische Älinil ^ach G'ehen ubergesuhrt und ist dort kurze Zeit spater seinen s chwe r e n Verletzungen erlegen. Der Dagen wurde schwer beschädigt. Die beiten linken Rater zerbrachen vollständig, die «arosierie wurde auf der sinken Seite eingedruckt, die vchutzscheib« zertrümmert und die Steuerung gebrochen. Landkreis «ictzen. 00 Klein-Linden, 9. Aug. Nachdem die Straße Älein-fiinöen — Dutenhofen durch die Provinz Oberhessen in letzter Zeit in tadellosen Zu st and versetzt worden ist, wäre e» im Interesse von Fußgängern und Führern von Fahrzeugen angebracht, wenn an den gesahrdetsten, völlig unübersichtlichen Straßenteilen Warnung»- zeichen angebracht würden. Es sind die» die stellen am Allendorfer Wäldchen, wo die Straße in einer rechtwinkligen Linkskurve zum Eifenbahndamm der Umgehungsbahn gelangt unb etwa 200 Meter weiter, wo die Straße ebenfalls in einer rechtwinkligen Linkskurve den Eifendahndamm verläßt. Infolge de» bis an die Straße vorftoßenden Berge» ist bei beiden Kurven jede Sicht behindert. 4- Grünberg. 12. Aug. Beim Baten Im Merlauer Teich ertrank am Svnntagnachmit- tag Der 16jährige Heinrich G« h r l n g« r, ter Sohn De» verstörten en Schuhmacher» LuDwtg Gehringer JH. Er war mit einem gleichalterigen Kameraden zum Baden gegangen. Nach kurzer Zeit De» Schwimmen» fühtte er feine Kräfte ermatten unb ließ sich von diesem stützen. Al» er Dann toietet allein Wetter schwamm, ging er nach ein paar Stößen unter. Sein Begleiter faßte ihn sofort am Kopfe, tourte ater von Dem Ertrinken Den gepackt unD mehrmal» unter □Baffer gezogen, fo Daß et zuletzt auf fein« eigene Rettung bedacht fein mußte. Auch ein paar Anwe- lente. Die am Ufer faßen unD Da» Treiben Der beiden zunächst nicht ernst nahmen, konnten nachher leine Hilf« mehr bringen. Di« Leich« konnte später geborgen toerten. . . r. Lang-GönS. 12. Aug. Seit cmigen Tagen gibt es nun auch am hiesigen Dahnhoss- schalter Sonntag»rÜckfahrkarten nach Bad-Nauheim und Frankfurt a. M. Diese Neuerung wird von ter Bevölkerung lehr begrüßt. MreU Friedberg. MSN. Butzbach. 11. Aug. Der am 6. Juni bei Außenartelten auS dem Landeszuchthau» Ma» rienschloß im benachbarten Rockenberg entwichene Sträfling Willi Schnieb». ter wegen rückfälligen Betrug» eine Strafe zu verbüßen hatte, wurde jetzt in Leipzig feftgenommen. Schnieb» wird alsbald nach Martenschloß zurückgebracht werden. Atreie Büdingen nb. Kohben, 12. AuL Der hiesige Krie- ?e r v e r e i n feierte am Sonntag ba» 23. Juli ä u rn ber Fahnenweihe. Den Zeitver- hältnisien entsprechend tourte von einer größeren Festlichkeit abgesehen Vormittag» zog ter Verein mit Fahne geschloslen zum Gottesdienst in Nidda. Pfarrer Laut richtete nach ter Predigt eine eindrucksvolle Ansprache an Die Okrcinflmit- alieter. Denen Die Fahne eine stete Mahnung fei, in unwandelbarer Treue zu Volk, Vaterland unD in echter KameraDschaft zufarnmenzustehen. Nach bem Gottesdienst marschierte ter Verein zum ®e- sallenen-DenkinaI. Hier widmet« der Dorsitzerrte des Qkiein». Heinrich Koch. Den Opsem des Weltkrieg» eine Gedächtnisrete unD legte einen Kranz nieter. Am Nachmittag traf ter Kriegerverein NiDda mit einer Musikkapelle in Dem Ver- e'.nslokal hier ein. Auch aus Unter-Schmitten hatte sich eine größere Anzahl ehemaliger Soldaten ein- gefunten. Der Vorsitzende Koch von hier begrüßte die erschienen Gäste In herzlichen Worten, schilderte kurz die Geschichte und Ziele de» Verein» und schloß mit einem Hoch auf da» Vaterland holte. V. f. N. Lich. Wirtschast Nachdruck verboten Ohne Gewähr 10. August 1931 2. Ziehungslag 38650 49420 70980 79567 96764 110406 87908 88915 90632 94730 100781 Prämien zu |e Im Gewinnrabe verblieben: 2 Verantwortlich für Lokales: i.V. HL. Neuner. 101433 132583 158617 175986 190026 214031 230396 289085 309201 337684 377593 126809 182131 245668 256680 280521 355932 388008 108093 140075 166532 184156 192928 223355 263322 297520 331119 338833 379627 129293 190565 246074 259539 303429 364250 398803 104677 145612 176965 200310 214064 243190 263066 291882 313769 335464 355004 386092 108249 142792 170577 184681 194211 225717 267168 297691 333522 345519 380338 129894 198476 246560 260964 316394 376953 399389 123150 151210 172907 185807 197632 226203 275242 298050 336075 348658 394296 115639 155637 179568 206131 226767 244687 273482 301310 319301 346056 358541 389595 144361 200334 247708 274503 332250 380827 130480 154807 174361 188567 208071 227873 275899 298193 337387 352392 171235 209150 247710 275602 335903 381527 16302 18578 45286 46048 75982 77529 91879 94287 174674 217966 255973 276413 341577 383097 136893 159431 179350 190965 220795 261639 296884 320844 338294 379029 132795 165554 188864 212129 238836 249310 288282 311002 328946 350917 377589 394397 99620 144459 170152 196378 212515 241337 260985 291666 313326 330825 353723 378987 397739 116170 158345 182176 210028 234709 247413 284161 305450 319521 347538 365219 390566 123134 163613 182255 210152 236647 248200 287607 306832 322829 348177 367938 392511 dem Stande zu Anfang Juli 1931 — entgegen den Befürchtungen wegen der starken Gewitterregen zu Mitte Juli — im allgemeinen wenig geändert. Im Reichsdurchschnitt ergeben sich nach den Schätzungen zu Anfang August 1931 folgende Hektarerträge (gegenüber den Schätzungen zu Anfang Iuli d. I.): Winterroggen 16,4(16,8) Doppelzentner, Sommerroggen 13,3 (13,6), Winterweizen 21,0 (21,3), Sommerweizen 20,7 (20,6), Spelz 13,2 (12,6), Wintergerste 22,2 (22,9), Sommergerste 19,1 (19,3). Hafer 19,6 (19,5) Doppelzentner. Mit Ausnahme von Winterroggen scheint hiernach bei ollen Getreidearten ein etwas gröberes Gesamtergebnis als im Vorjahre in Aussicht zu stehen, und zwar hauptsächlich an Winter- und Sommerweizen, sowie Sommergerste und Hafer. Der Mehrertrag an diesen Getreidearten beruht — abgesehen von Hafer — im wesentlichen auf der Hrnstellung des Getreidebaues vom Roggenanbau auf andere Getreideartcn, insbesondere auf Weizen und Sommergerste. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. der mit hervorragendem Anschlag und Rückschlag manchen Pluspunkt für die Mannschaft heraus- Gewinnaoszug 5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preutz.) Staats-Lotterie Lich I — Leihgestern 11 6:1 (3:1). Zu Beginn der neuen Saison stellten die Rasenspieler nach fast zweijähriger Pause wieder eine aktive Elf auf. Die Mannschaft, die in der Hauptsache aus Spielern der ehemaligen Iu- gend besteht, zeigte in ihrem ersten Spiele schon eine annehmbare Leistung. In technischen Einzelleistungen standen sie ihrem nicht schlecht spielenden Gegner nichts nach, wohl aber mangelte es noch an dem für das Spiel unbedingt nötigen Zusammenhang, der aber nach einigen Spielen und intensivem Training bald gefunden werden dürfte. Lich 1. Jugend — Gichen 1900 2. Jugend 4:2. Die Iugend, die natürlich durch die Abgabe ihrer besten Spieler geschwächt war, zeigte sich trotzdem in Gießen dem Gegner als überlegen und siegte verdient. Lich (Schüler) — Leihgestern (Schüler) 0:3. Lieber die Schüler ist zu sagen, daß sie noch viel trainieren müssen, um sich vor allem die nötige Ausdauer anzueignen. Handball im (Sau Hessen (O.T ) Klein-Linden I — Lich 1 6:6 (5:0). In Klein-Linden trat am Sonntag die 1. Hand- ballmannschast des Tv.Lich gegen die erste des Tv. derte, ihn vom Stuhl zu bewegen, um dadurch die Beine zu üben, oder das anderemal, wenn er seine Arme trainieren wollte, seinen Partner' anwies, ihm die geballte Faust zu öffnen. Eine, Variation dieser Hebung bestand darin, daß man einen Gegenstand mit der Faust umklammerte und einen Kameraden aufforderte, diesen Gegenstand aus der Llmtlammerung zu lösen. Wir sind längst davon abgekommen, etwa einen 800-Meter-Läufer täglich seine Strecke laufen zu ven gebildet worden. Die Geschäftsinhaber fo* wie der bisherige Aufsichtsrat sind von ihren! Funktionen zurückgetreten. Für die Leitung der Bank, die in Zukunft die Firma „Rvrddeutsche Vereinsbank AG." tragen wird, ist Herr Köpke, bisher Direltionsmitglied der Rorddeutschen Dank in Hamburg, Filiale der Deutschen Dank und Dis- conto-Gesellschaft. gewonnen worden. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 12. Aug. Es wurden notiert? Weizen 235 Mord Roggen 205 Mark, Wintergerste (neue Ernte) 175 Mark, Hafer (inländischer, alt) 190 bis 195 Mark, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 39,75 bis 40,50 Mark, Weizenmehl (niederrhemisches) 39,75 bis 40,25 Mark, Roggenmehl 28,25 bis 30 Mark, Weizenkleie 9,25 bis 9,50 Mark, Roggenkleie 9,25 bis 9,50 Mark. — Tendenz: stetig. Bei Weizen und Roggen ist das Hektolitergewicht während einer kurzen Uebergangszeit gestrichen. ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 Gewinne zu 10000 M. 53704 64499 6 Gewinne zu 5000 M. 120601 142136 155652 24 Gewinn, »u 3000 M. 12971 79369 86490 94044 143984 150791 187900 190735 203471 257845 274152 372229 50 Gewinne zu 2000 M. 6374 24152 52591 54724 56870 66983 103949 120560 127152 148096 194060 219192 228204 249473 268294 270481 279895 293022 319703 320547 334070 339692 342391 349014 357677 114 Gewinnezu 1000 M. 7910 16459 34652 40566 48836 51724 58927 73892 83147 87085 99125 100492 133723 202308 259586 278141 293748 338210 373707 ____ ______ ______ 196 Gewinne zu 500 M. 7395 14049 20170 26798 33308 37674 44632 51632 52308 58291 59845 67028 79877 85290 85399 89543 91513 Senkung des Reichsbankdiskonts. Ab heute Reichsbankdiskont 10 Prozent. Lombardsatz 15 Prozent. Berlin, 11. Aug. (DTB.) Die Reichsbank hat mit Wirkung ab Mittwoch, den 12. August, den Diskontsatz von 1 5 v. h. a u s 1 0 v. h. und den Lombardsah von 20 auf 15 o. h. herabgesetzt. In der Sitzung des Zentralausschusfes der Reichs- bank begründete Reichsbankpräsident Dr. Luther die Herabsetzung wie folgt: Oie scharfe Diskontrnaß- nohme vom 1. August hatte den ausgesprochenen Zweck, die Wiederaufnahme des vollen Zahlungsverkehrs vorzubereiten und feine Durchführung zu erleichtern. Die an die Erhöhung geknüpften Erwartungen haben sich in vollem Umfange erfüllt. Der llebergang zum normalen Bankverkehr hat sich ohne nennenswerte Ausweitung des Kreditbestandes der Reichsbank und des Umlaufes an Zahlungsmitteln vollzogen. Rach dem Status vom 7. d. IN. ist bis zu diesem Tage bereits wieder eine Rückbildung der Anlage der Reich-bank um 122 Millionen RM. und des Gesamtumlaufes an Zahlungsmitteln um 107 Millionen Reichsmark eingetreten. Auch die Wiedereröffnung der Sparkassen ist durchaus befriedigend verlaufen. Da auch sonst im Wirtschaftsleben deutliche Entspannungsmerkmale unverkennbar sind, glaubt die Reichsbank, nicht länger zögern zu sollen, den Rotdiskont von seiner gegenwärtigen höhe wieder auf 10 v. h. und zugleich den Lombardsah auf 15 v. h. herabzusehen. Sie ist sich dabei bewußt, dah auch die neuen Zinssätze der wirtschast noch auherordentliche La st en auferlegen und steht es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an, ihrerseits alles zu versuchen, was geeignet ist. weitere Diskontermäßigun- g e n zu ermöglichen. ErläuierungenzumNeichsbankausweis" vom 7. August 1931. Berlin, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. August 1931 hat sich in der verslossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechsel und Schecks, Lombard und Effekten um 122,1 Millionen auf 3849,5 Millionen Reichsmark ermäßigt. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 190,1 Millionen auf 3462,7 Millionen Reichsmark zugenommen, die Lombardbestände um 179,5 Millionen auf 167,5 Millionen Reichsmart und die Bestände an Reichsschahwcchscln um 132,5 Millionen auf 116,5 Millionen Reichsmark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 88,1 Millionen Reichsmark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 78,1 Millionen auf 4375,6 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 10 Millionen auf 409,2 Millionen Reichsmark verringert.Dementsprechend haben sich die 'Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 18,5 Millionen Reichsmark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 780,6 Millionen Reichsmark eine Abnahme um 53,2 Millionen Reichsmark. — Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 62,6 Millionen auf 1642,2 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 1,7 Millionen auf 1365 Millionen Reichsmark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 60,9 Millionen auf 307,2 Millionen Reichsmark zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 38,2 v. H. gegen 36,1 v. H. in der Vorwoche. Vorschützung -er deutschen Getreideernte. Rach den im Statistischen Reichsamt zusammen» gestellten Ergebnissen der (zweiten) Erntevorschätzung zu Anfang August d. I. haben sich die Aussichten für die diesjährige Getreideernte gegenüber 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 Gewinn« JU 10000 M. 37557 142571 174082 6 Gewinn« zu 5000 M. 61602 78960 389072 24 Gewinne zu 3000 M. 7557 14438 62449 77527 151374 199395 199565 258393 340879 365359 373645 382363 42 Gewinne zu 2000 M. 22930 56024 74318 78261 88261 105928 118814 122639 123939 144415 158996 190948 258847 270541 279518 279687 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 10 zu je 50000, 26 zu (e 25000, 180 zu je 10000, 466 zu je 5000, 926 zu je 8000, 2804 zu je 2000, 5596 zu je 1000, 9246 zu je 500, 27768 zu je 400 M 176 Gewinne,u 500 M. 8275 9837 13358 20955 22248 22407 23351 38692 40993 56305 68761 72239 73963 77848 79201 82324 84735 86166 -------------------------- ------ 103341 Wie trainierten die antiken Sportsleute? Von Or. Ludwig Englert, Dozent an der OHfL. Berlin. AeDiede Mungsd N Devöll Anmgen voll Mer den krw i”r ft a r f e @ Ration am ( N erfuhr. Au »ttnUn, die Ä dieder 5 ®rc^nab. H * h CTMiübe ste- Ä '«Ilm es*« ? mlie 1 Körner je"; -Hs H- lassen, wir wechseln vielmehr mit der Entfernung ab und geben in einem gewissen Zyklus kürzere, mittlere und längere Strecken zu absolvieren. Aehnliche Bestrebungen begegnen uns auch in der Antike. Die Sportlehrer bildeten die sog. Tetroden, oder zu deutsch einen Diertagezhklus, aus und setzten für jeden Tag eine besondere Aufgabe. Rach dem Zeugnis des Philostratus wurde der Sportsmann am ersten Tag vorbereitet, am zweiten intensiv beschäftigt, am dritten der Erholung überlassen und am vierten mittelmäßig angestrengt. Auf diese Tetraden ist Philostratus außer» ordentlich schlecht zu sprechen, ja er macht dieser , Trainingsmethode geradezu den Dorwurf, daß sie die gesamte Gymnastik zugrunde gerichtet habe. Und in der Tat ergeben sich bei näherem Zusehen ernstliche Bedenken, die Philostratus richtig erkannte und die auch in unserer Zeit bei einem starr gehandhabten Trainingszyklus gegeben wären. Bei diesem System bleibt nämlich die persönliche Disposition des Sportmannes außer acht. Es könnte sein, daß er am zweiten Tage, an dem ein intensives Training trifft, nicht disponiert ist und ernstlichen Schaden nehmen kann, wenn der Trainer dies nicht berückfichtigt. Richt immer haben die Griechen ihren richtigen Erkenntnissen gemäß gehandelt und sich dieser Trainingsgrundgedanken bedient. Ie mehr die Gymnastik zur Athletik entartete, je mehr an die Stelle des allseitig durchgebildeten, schönen Körpers die gemästeten Gestalten der Athleten traten, desto mehr mußte auch die Trainingsmethode in Verfall geraten. Schon lange vor dem Ausgang der Antike ist sie völlig vergessen und als man am Ende des 19. Iahrhunderts wieder begann, intensiv Leibesübungen zu betreiben, da knüpfte man nicht an die Erfahrungen der Griechen an, sondern man kam selbständig und folgerichtig auf Grund der eigenen Erfahrungen zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Erst heute, da der moderne Sport in sich geschlossen neben dem antiken steht, spüren wir die Beziehungen zwischen ihnen ganz deutlich, und wir fühlen, wie die Jahrhunderte sich berühren. ähnlich, wie wenn wir in klassischem Lande einen Bauern den Acker pflügen sehen, den seine Ahnen i vor Hunderten von Iahren in gleicher Weise be- I bauten. Klein-Linden zum Freundschaftsruckspiel an. Das Spiel wurde von selten der Licher ziemlich hart durchgeführt, so daß dem Schiedsrichter Reiz (Gießen) sein Amt nicht leicht gemacht wurde. Das Vorspiel in Lich hatte ebenfalls unentschieden 7:7 geendet. _ Die Licher 2. Mannschaft zeigte sich der 2. Mannschaft Klein-Lindens nicht gewachsen und mußte eine 5:0-Niederlage (Halbzeit 3:0) entgegennehmen. Wanderer erhält den Internationalen Alpenpokal! Am 31. Juli 1931 starteten deutsche Fahrzeuge zur Internationalen Alpenfabrt. Die Wanderer-Werke meldeten das einzige deutsche Markenteam im Kamps um den Internationalen Alpenpokal. Dem Team war ein voller Erfolg beschieden. Mit großer Ueberlegen- heit gewann Wanderer gegen stärkste internationale Konkurrenz in dieser bisher schwersten Prüfungsfahrt der Welt die höchste Auszeichnung: den Internationalen Alpenpokal. Den Wandererprioatfahrern Frl. Lilo Graumüller (Dresden) und R u h st r a t (Göttingen) wurde die Erinnerungsmedaille des Gletscherpokals zugesprochen. Kurze Sportnotizen. Der Stabhochspringer Wegner (Halle) wurde beim Stockholmer Leichtathletikfest doch schwerer verletzt, als man erst annahm. Die Röntgen- Untersuchung Wegners hat einen Rippenbruch ergeben, so daß der deutsche Meister für Jüngere Zeit außer' Gefecht gesetzt ist. Ein Blick auf die Zusammenstellung der Meisterschaftsergebnisse und Rekordleistungen in den letzten 30 Icchren zeigt uns, daß sich die Höchstleistungen in diesem Zeitraum in beinahe unglaublichem Maße verbessert haben. Dies wäre nicht möglich, wenn sich die Trainingsmethoden in den letzten Iahrzehnten nicht bis zum äußersten verfeinert hätten, wenn wir nicht gelernt hätten durch ein rationelles Training die Leistungen höher und immer höher hinaufzuschrauben. Schon scheint die äußerste Grenze erreicht zu sein und in diesem Zeitpunkt ist es nicht unbillig, nmh rückwärts zu schauen, um zu betrachten, welche Trainingsmethoden früher üblich gewesen sind. Das Vorbild für unseren Sportbetrieb ist die Gymnastik der Griechen und darum interessiert es uns in erster Linie, wie sie das Training ihrer Sportsleute gestaltet haben. Schon früh haben sie begonnen, genaue Anweisungen für die Vorbereitung auf die großen nationalen Kampfspiele zu geben und sie sind dabei zu Erkenntnissen gekommen, die sich eng mit unseren Anschauungen und Erfahrungen auf diesem Gebiete berühren. Es konnte nicht ausbleiben, dah verschiedene Leute sich besonders eingehend mit diesen Fragen be- festigten und daß sich dadurch Spezialisten für Leibesübungen entwickelten, die man Gymnastrn und Paidotriben nannte, und die in gewissem Sinne unseren Sportlehrern entsprechen. Man hat nach dem Aufkommen des modernen Sports längere Zeit geglaubt, daß das Lausen die beste Vorbereitung für den Wettlauf, das Schwimmen das beste Training für den Schwimmwettbewerb sei usw., mit anderen Worten, daß einer die Hebungen trainieren müsse, denen er sich im Wettkampf zu unterziehen gedenkt. Wir sind von dieser Anschauung mehr und mehr abgekommen. Dir wissen heule recht gut, daß ein Läufer sich vorteilhaft auch in anderen Hebungen trainiert und daraus für feine speziell läuferische Leistung einen großen Ruhen ziehen kann. Dieser Gedanke scheint den alten Griechen durchaus nicht fremd gewesen zu sein. Denn wir hören, bah der Faustkämpfer Tisandros aus Naxos um die Vorsprünge dieser Insel herum und weit ins Meer hinaus schwamm, daß Alesias sich mit einem Stier zum Ringkampf trainierte, daß andere dicke Eisenplatten gerade und krumm bogen oder sich mit kräftigen Zugochsen zusam- rnenspannen liehen. Schon aus diesem Zeugnis sehen wir, daß man in der Antike bereits die Bedeutung der vorbereitenden Hebungen erkannt hatte und sich durchaus nicht einseitig allein in den Hebungen trainierte, die man wettkamvi- mähig bestreiten wollte. Wenn ein Boxer sich mit besonderer Vorliebe im Schwimmen trainiert, dann steckt dahinter die Ueberlcgung, dah vorzüglich die Arme durch diese Hebung gekräftigt werden. Unb noch eine zweite sehr wichtige Erkenntnis ist in dem erwähnten Zeugnis verborgen: dah es nämlich zweckmäßig ist, im Training die Anforderungen höheren stellen, als im Wettkampf. Dies bestätigt eine weitere Rachricht aus der Antike, dah man nämlich die Läufer im tiefen Sande und mit Bleisandalen trainieren liefe, worauf ihnen das Laufen beim Wettkampf sehr leicht vorkam, bei dem diese Hindernisse wrgsielen. Wir haben sichere Anhaltspunkte dafür, dah die Griechen auch die vorbereitende Gymnastik im modernen Sinne gekannt haben. Man hat lange übersehen, dah sie eine große Anzahl von Freiübungen ausgebildet haben, die in ihrem physiologischen Effekt genau überlegt waren. Es war ihnen ganz klar, dah durch die Rumpfbeuge nach vorwärts in erster Linie die geraden Rückenmuskeln geübt werden, während das wechselweise Rumpfbeugen nach rechts und links vorwärts vor allem die schiefen Rumpfmuskeln beansprucht. Das Schleudern der Fersen gegen das Gesäß, das Schwingen der Arme, das wir heute die „Mühle" nennen, das Schattenboxen ohne Gegner, all das und vieles andere war ihnen genau so vertraut wie uns. Man hat in der Reuzeit die Erfindung der Didecstandübungen als eine neue Entdeckung gebucht, ober bei genauerem Zusehen zeigt sich, daß sie auch bei den alten Griechen geübt waren. Man hielt die Arme nicht nur mit geballten Fäusten längere Zeit seitwärts gestreckt, um die Muskeln zu kräftigen, man forderte auch einen Partner auf, die beiden Arme herunterzuziehen und leistete ihm dabei Widerstand und führte sie umgekehrt gegen seinen Widerstand von unten nach oben, eine Hebung, die heute jedem Leichtathleten aus dem Wintertraining vertraut ist. Genau wie wir verfügten die Griechen über mehrere Möglichkeiten, diese Hebung zu variieren und zu komplizieren, indem sie dem Sportsmann bei der oben erwähnten Hebung etwa noch Hanteln in die Hände gaben und außerdem noch durch einen Partner Widerstand leisten ließen. Von dem großen Faustkämpfer Milon berichtete man, daß er das einemal einen Partner auffor- ömeriianifdje Noten....... Belgische Noten ......... Tonische Noten......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten. ........ Spanische Noten......... Ungarische Noten........ * Tarifsenkung für „ . Roch in dieser Woche werden für das gesamte deutsche Verkehrswesen wichtige Entscheidungen fallen. Am Freitag wird die Reichsregierung den Vertretern der deutschen Länder das Gesetz übet den Ausgleich zwischen Eisenbahn und Kraftwagen Derlegen und alsdann wahrscheinlich durch Rotverordnung in Kraft setzen. Gleichzeitig wird dcr Schenker-Vertrag über die Reuregelung des Rollfuhrwesens bei der Reichsbahn in seiner nunmehr geänderten Fassung voraussichtlich vom Verkehrsminister genehmigt werden. Die Reichsbahn beabsichtigt, im Güterverkehr erhebliche Senkungen für die oberen Tarifklassen vorzunehmen. • Diskontherabsetzung in Danzig. Die Bank von Danzig hat mit Wirkung ab 10. August ihren Diskontsatz von 10 auf 7 und ihren Lombardsah von 12 auf 8 Prozent herabgesetzt. • I n der Grünsteinindustrie des Kreises Biedenkopf, die bis vor kurzem noch relativ gut beschäftigt war und teilweise sogar mit Doppelschichten arbeitete, wurden in den letzten Tagen infolge Auftragsmangels größere Arbeiterentlassungen vorgenommen. * Wiedereröffnung der Schröder- Bank. Die I.-F.-Schröder-Dank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Bremen, wird heute den vollen Zahlungs- und Heberweisungsverkehr aufnehmen. Das Grundkapital der Dank beträgt nach dem Wiederaufbau 12 Millionen Mark: dazu kommen 3 Millionen Mark offene Reserven. Vor der Feststellung des Kapitals sind umfassende Abschreibungen vorgenommen urtb innere Reser- X’ÖÄ ff Sinn für in ßübtitol lassen, ist ja u engen politische Paris befürcht, reich. Wir ho Epielball zivifö Italien hin un. wirtschaftlich toi seiiigen Orgonif