Donnerstag, 12. Zebruar 1931 181. Jahrgang Nr. 3b Erstes Blatt ännahmt Injtlge» für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20' , mehr. Thefredakteur. Dr. Jnebr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max FiUar, sämtlich in Gießen. Abg. Abel (VottSnat.) Wir haben vor den letzten Genfer Verhandlungen den Antrag auf Austritt Deutschlands aus dem Völkerbunde gestellt. Wer jetzt nach der Dölker- bundsaktion gegen den polnischen Terror diesen Antrag stellt, der handelt unklug, denn wir würden bei Annahme eines solchen Antrages die gesamte öffentliche Meinung der Welt gegen uns haben. Die Stellungnahme des Völkerbundes gegen den polnischen Terror haben wir nicht dem Rechtsgefühl des Völkerbundes oder dem Wcltgewisien zu verdanken, sondern der Ang st vor dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbunde. Daraus ergibt sich schon, wie nützlich für unsere Außenpolitik eine wirkliche nationale Opposition ist, frei» lich nicht eine so lächerliche Opposition, wie die Deutschnationalen sie treiben. Wir müssen verlau- Zuspitzung -er Lage in England. Erregte Spardebatte im Unterhaus. - Snowden fordert Einschränkung der Arbeitslosenfürsorge. - Starke Opposition auf dem linken Flügel der Arbeiterpartei. Lrlcheinr täglich,cmtzn Sonntags und Feiertag» Beilagen Vle Illustrierte «ietzener Familienblättei Heimat inf Bild Die Scholle monat$»8e}ag$pret$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Richter« icheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hern'prechanschlöfse •nterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Sletze». Postscheckkonto: gtavHnrtam Main 11686. schließlich in ihrem eigenen Interesse eine ander« Regelung der interalliierten Schuldenfrage vor-f nehmen müssen. Abg. Gras v. Westarp (Kons.) lehnt einen Zusammenschluß europäischer Slaa^ den, der lediglich die Grundlage deS Dersailler Vertrages aufrcchierhalten solle, ab. Ohne Be» seitigung des Versailler Diktats bleibe die Sicherheit nicht nur Deutschlands, sondern auch aller anderen europäischen Länder gefährdet. 3n der Abrüst ungsfrag« müsi« der deutsch« Stand- punkt unbedin gt klarerund ents ch i ebener herausgearbeit werden. Dor Welt müsse gesagt werden, daß auch dem deutschen Volk einmal die Geduld reihe und daß es sich nicht länger das Recht nehmen lassen könne, selbst über die Verteidigung von Heimat und Herd, von Ehre und Freiheit zu entscheiden. Die moralische Verurteilung der polnischen Gewaltpolitik in Genf sei ein Fortschritt, doch sei der tatsächliche Ruhenzubezweifeln, da Polen seine Verpflichtungen nicht loyal erfüllen wv^.e. Zum Schluß fordert der Redner unverzügliche grundlegende Aenderung der Tributlast ohne Rücksicht auf weitere innenpolitische Maßnahmen und lehnt neu« Ausland- krcdite ab. Abg. (Scfing (Zentr.): Rachdem die Deutfch- nationalen und Rationalsozialisten der Derhand- Abg. Simpsendörfer (Chr.-Soz.) betont, der Außenminister habe zwar in Genf den Minderheitenschutz nicht ohne Erfolg und Geschick vertreten, aber ein Sieg sei es nicht gewesen. Es sei mehr als zweifelhaft, ob Polen die verlangten Abhilfemaßnahmen auch ergreifen werde. Zu begrüßen sei. daß Deutschland den Entwurf der Abrüstungskommission als nicht bindend für Deutschland erklärt haße. Vis zum Zusammentritt der Abrüstungskonferenz müsse die deutsche Regierung die Welt über die wohlbegründeten und berechtigten deutschen Ansprüche und über die Dertragsbrüchigkeit der anderen aufklären. Don dem angeblichen europäischen Gemeinschaftsgefühl habe man noch verdammt wenig gemerkt. Die seit 1918 abgeschlossenen Verträge hätten einen auf Wahrheit und Recht ruhenden Frieden _ nicht geschaffen. Der böse Geist der anderen führe Europa erneut an den Abgrund eines Krieges. Abänderung derVerträge sei der einzige Ausweg. Die Kriegsschuldlüge laste als ein Fluch auf der Welt und lasse die Völker nicht zur Ruhe kommen. Die deutsche Regierung müsse sie zerstören. Abg. Graf Quadt (Bayr. Dp.) Wir haben keine Veranlassung. von einem deutschen Siege in Genf zu reden. Es hieße aber geradezu diesen ersten Anlauf des Völkerbundes zur Pflichterfüllung im Keime ersticken, wenn wir aus diesem Anlaß jetzt unsere Zugehörigkeit zum Völkerbünde kündigen wollten. Dem deutschen 100 000-Mann-Heer stehen im Westen 740 000 Franzosen und Belgier, im Osten 450 000 polnische und tschechische Soldaten gegenüber. Deutscherseits muh nachdrücklichst darauf gedrungen werden, daß nun endlich auch die Vorarbeiten für die Abrüstungskonferenz unter dem Gesichtspunkt der gleichen Grundsätze für alle Staaten in Angriff genommen werden. Wir begrüßen es, daß Dr. Curtius das in Genf klar zum Ausdruck gebracht hat. Wenn der Vertragsbruch der anderen Staaten fortgesetzt wird, müssen wir erklären, daß wir uns pnsere Handlungsfreiheit zurücknehmen. Rach der Rheinlandräumung ist jetzt unsere Außenpolitik ja nicht mehr zwangsläufig. 3n der Reparationsfrage machen wir eine Abenteuerpolitik ebensowenig mit wie auf jedem anderen Gebiet. Wir haben das Vertrauen zur Reichsregierung und vor allen Dingen zum Reichskanzler, daß ununterbrochen daran gearbeitet wird, einen Weg zu finden, wie endlich finanzielle Erleichterungen für das deutsche Volk erreicht werden können. Von der L a n d v o l k p a r t e i ist inzwischen ein Mißtrauensantrag gegen den ReichsaußenministerDr. Curtius ent- gegangen, der 15 Tlnterschriften trägt. Der Antrag trägt u. a. auch die Unterschrift des Abg. Haag, nicht aber die der Abg. Dr. Wendthausen, v. Sybet und Sieber. Abg. Or. Reinhold (Sip.) Wir begrüßen es, daß der Minister mit aller Klarheit festgestellt hat, daß wir die in Der- sailles diktierten Ost grenzen nicht anerkennen können. Wir begrüßen auch seine Zurückweisung der Kriegsschuldlüge. 3n einem Friedensdiktat kamt die Kriegsschuld eines Landes nicht festgestellt werden. Ebensowenig könnte natürlich die einseitige deutsche Llnschuldserklä- rung geschichtliche Wahrheit schaffen. Das ist Aufgabe der historischen Llntersuchung. dte wir in Ruhe abwarten können. Es genügt keineswegs, daß Polen die Erklärung des Völkerbundsrates einfach ad notam nimmt. Alles wird davon abhängen, wie diese Erklärung a u s g e f ü hr t wird. Die englische Regierung sollte die Tatsache beachten, daß sämtliche Parteien des Reichstags völlig einig sind in der Zurückweisu ng der englischen Pläne für Deutsch - Ostafrika. — Die R e vi - sion der Reparationspflichten ist notwendig, aber wir sollten sie in einem Zeitpunkt verlangen, wo wir unsere FinanzeMsa- n i e r t haben und auch wirtschaftlich als gleich- berechtigter Partner auftreten können. Wir werden den Außenminister weiter unterstützen, wenn er weiter klar im Ziel und fest in der Methode bleibt. Deutschland sollte verlangen, daß die Abrüstungskonferenz von einem Unparteiischen, am besten von einem Amerikaner geleitet wird. aus machen, daß eine weiiere sicuerliche Belastung der Produktionswirtschast der Tropfen fein würde, der den Becher ;um lleberlaufen bringen würde. In eindringlichen Wendungen, die vor allem an die breiten Massen der eigenen Partei gerichtet schienen, unterstrich dann Snowden nachdrücklich noch einmal die Notwendigkeit von Ersparnissen. Das einzige Ziel seines 40- jährlgen Lebens als Politiker sei es gewesen, das Los der arbeitenden Massen zu verbessern. Dieses sei auch weiterhin sein Ziel, und wenn er um zeitweilige Zurückstellung von sozialen Forderungen, ja um Opfer bitte, so geschehe e» aus der Neberzeugung heraus, daß dies notwendig sei, um künftige Fortschritte in dieser Beziehung nicht zu gefährden. Kein Budget in der Welt könne eine so unerwar. tete Belastung aushalten, wie die Belastung, die dem britischen Staatshaushalt durch das Anschwel« len der Arbeitslosigkeit in den letzten 12 Monaten erwachsen sei. Als Vertreter des linken Flügels der Arbeilerpartei erklärte der Abg. William Brown: Die Rede, die Snowden hier gehalten hat, legt die Art an die Wurzel des ganzen philosophischen Systems, auf dem die Arbeiterbewegung ausgebaut ist. Sie stellt die Vernichtung aller von d e n Arbeitern gehegten Hoffnungen dar. Eine Rede wie diese berechtigt zu der Schlußfolgerung, es sei dringend nötig, daß eine neue Bewegung mit neuen Männern an der Spitze entsteht, die die Philosophie der alten Partei beiseite werfen und energisch Handlun« gen an Stelle von Worten fordern. Das Unterhaus hat dann den konservativen Miß» trauensantrag mit 310 gegen2 3 5 Stimmen ab gelehnt und den liberalen Abänderungsan. trag mit 468 gegen die 21 Stimmen des radikalen Flügels der Arbeiterpartei angenommen. Beunruhigung durch die Gnowden-Rede. London. 11. Sehr. (WTV.) Snowdens Rede im Unterhaus hat in politischen Kreisen großes Aufsehen erregt. Don Mitgliedern aller Parteien wurde nach der Rede erflärt, daß sie großen Einfluß auf das weitere Schicksal der Regierung Macdonalds haben mühte. Auf dem linken Flügel der Arbeiterpartei ist die Stimmung sehr gereizt, und es wird dort offen erklärt, wenn Snowden etwa eine Beschneidung der Arbeitslosenunterstützung plane, so sei es besser, wenn die Regierung je eher je lieber das Feld räume. Daß Sowden von der vorübergehenden Rotwendigkeit, Opfer zu bringen, gesprochen hat. wird allgemein als die Ankündigung einer kommenden Lvhnherabsetzungsaktivn tntertjretiert. Bei den Konservativen und Liberalen herrscht der Eindruck, daß die Regierung dadurch, daß das Gleichgewicht des Budgets infolge der aus dem Anschwellen der Arbeitslosigkeit sich ergebenden Lasten bedroht wird, in ganz ungewohn- lichemMahebeunruhigtist. Man glaubt, daß sich das Kabinett schon darüber schlüssig qv worden ist, daß es für die Zukunft unmöglich ist, dem Staat derart schwere Lasten aufzuburden» Berlin, 11. Febr. (DDZ.) 3m Reichstag gibt vor Eintritt in die Tagesordnung Abg. D ö b r i ch (Lv>für die Fraktion der Landvolkpartei eine Er flärung ab, in der es heißt: Wir protestieren gegen die Angriffe, die gestern von den Rationalsozialisten und von den Deutschnationalen gegen uns gerichtet worden sind. Wir sind weder eine Tributpartei noch eine B o ung - Partei. Wir weisen auch mit Entrüstung die gestrigen Aeußerungen des Abg. Dr. Wendthau- fen (Cd.) zurück, als ob wir nicht zum wahren Deutschland oder zur nationalen Opposition gehören. (Lebhaftes Hört, Hörtl) 3n unserer Stellung zur Regierung hat sich nichts geändert. Wir stehen in Opposition zur Regierung, aber nicht in grundsätzlicher, sondern in fachlicher Opposition. Wir wollen im Parlament sachlich für unsere Ziel« arbeiten. Darum haben wir auch Aenderun- gen der Geschäftsordnung zugestimmt. wie sie früher von den Deutschnaki o n a I c n selbst gefordert wurden, und wie sie auch im Thüringer Landtag mit Zustimmung der Rativnalfozialisten ein- geführt find und durchgeführt werden. (Lebhafte Hört-Hörtl-Rufe.) Die Aussprache über den Etat des Auswärtigen Amte- wird fortgesetzt. Abg. Stöcker (Korn.) bezeichnet die gestrigen Erklärungen der Rationalsozialisten und Deutsch- nationalen als Komödie und Heuchelei. Die Ra» tivnalsozialisten haben ihren theatralischen Auszug aus dem Reichstag nur deshalb vollzogen, weil sie sich vor der Rotwendigkeit drücken wollen, die Ablehnung der Doung-Tribute und den Austritt aus dem Dölkerbunde zu beschließen. Abg. Mollath (Wp.) erklärt, die Ergebnisse der Vorbereitenden Abrüstungskommission hätten nicht nur schwere Enttäuschung, sondern tiefste Erbitterung in Deutschland ausgelöst. Hinsichtlich der Durchführung des Ratsbeschlusses in der M inder« I)e i tenf r age durch Polen kann man schwere Befürchtungen nicht unterdrücken, die durch die Auslegung der Ratsbeschlüsse in der polnischen Presse noch) unterstrichen werden. Gegen die Fortdauer der Kriegsschuldlüge muß schärfster Einspruch eingelegt werden. Fällt dieses Wahngebilde, dann fällt auch die moralische Berechtigung auf Fortzahlung der Reparationen. Zum Schluß erklärt der Redner, daß auch feine Partei sich zur nationalen Opposition rechne daß fie es aber für richtiger halte, von der Tribüne des Reichstages für Deutschlands Ehre und Freiheit zu kämpfen, statt die Flucht zu ergreifen und diese Dinge lediglich in wüster Agitation zu behandeln. Abg. Hepp (£t>.) Ein Teil der nationalen Opposition hat gestern den Reichstag verlassen und damit nach unserer Auffassung das politische Kampffeld geräumt. Wir halten eine derartige Demonstration vor allem aus sachlichen Erwägungen < heraus für unbegründet und falsch. Wenn die Deutschnationalen nach dem Auszug der Ratio- nalsozialisten fluchtartig den Saal verlassen, und damit die letzten Reste selbständiger Memungs- und Willensbildung zu Gunsten einer nationalsozialistischen Führung auf gegeben haben, so ist das ihre Sache. Wir stehen auch in der nationalen OPPosition , aber wir sind nicht willens, uns von Herrn Hitler oder Frick die politische Richtung vorschreiben zu lassen, die wir zu gehen haben. Wir werden aus eigener Kraft unsere Meinung, unsere Wege, unsere Taktik und schließlich unsere Ziele zu bestimmen haben. (Beifall.) Rach der Flucht der anderen Parteien fällt uns die nationale Opposition in diesem Hause zu. Sie ist gerade in außenpolitischen Fragen no ttoenb ig, damit im Auslande nicht eine falsche Meinung über die wahre Stimmung des deutschen Volkes entsteht. Wir wünschen durch eine klare Auskunft des Außenministers von der Sorge befreit zu werden, daß die Zustimmung Frankreichs zum deutschen Standpunkt in der Minderheitenfrage m Polen etwa erkauft worden sei durch ein deutsches Rachgeben in der Abrüstungsfrage. Außenminister Dr. Curtius: 3ch kann sofort antworten: 3ch habe keinerlei Zusicherungen gegebenI Abg. Hepp bedauert den 'Abschluß des deutsch-polnischen ßiquibationsablommen6 und wendet sich gegen den Abschluß eines deutsch- polnischen Handelsvertrages. Polen, das die deutsche Minderheit vergewaltigt, kann überhaupt nicht als Vertragspartner für Deutschland in Frage kommen. Zum Völkerbunde und zu seiner Politik ist im deutschen Volk kein Vertrauen mehr vorhanden. Den französischen Paneuropaplänen ist der deutsche Außenminister leider schon zu weit entgegengekommen. Wir bekämpfen diesen Plan. 3n einem wirtschaftlichen Paneuropa würden die deutschen Landwirte und Weinbauern vollends zugrundegehen. Die Kreditaufnahme bei Frankreich würde uns mit goldenen Fesseln noch fester in Abhängigkeit von unterem schärfsten Gegner bringen. gen, daß Polen den Aufstiindischenver- band auf löst, die letzten polnischen Terrorwahlen annulliert und die Minderhcitenver- träge durch eine internationale Kontrollinstanz überwachen läßt. In der Reparationssrage müssen wir uns gegen die verhängnisvolle These wenden: Erst innere Sanierung, bann Revision. Es ist auch eine Illusion, die Lösung davon zu erwarten, daß Amerika die interalliierten Kriegsschulden aushebt. Wir schlagen vor, daß Deutschland beim Internationalen Schiedsgericht im Haag eine Fest stellunasklage cinreicht: 1. War der zwischen dem Präsidenten der USA. Wilson und seinen Vertragspartnern am 5. November 1918 abgeschlossene Vertrag rechtsverbindliche 2. Hatten die Mächte das Recht, dem Deutschen Reich in Versailles einen von biesem Vertrage abweichenden Friedensvertrag gegen seinen Willen auszudrängen? 3. Ist der Treuhänder des Vertrags vom 5. November, also die USA., Deutschland verantwortlich für die Verletz u n g dieses Vertrages? Abg. Dr. Breitscheid (Goz.) führte aus: Der Vorschlag des Franzosen Graf d'Ormessvn fei ein« brauchbar« Diskusiiemsgrund- [agc. Sie Revision der Rcparationsverpslichtun- gen werd« am besten dann verlangt, wenn Deutschland vorher Ordnung in feine eigenen Finanzen gebracht habe. Die Vereinigten Staaten würden London, 11. Febr. (WTD.) Unter großer Spannung brachte heute nachmittag im Unterhaus der frühere konservative Staatssekretär für Krieg, W o r t b i n g t o n Evans, im Ramen der konservativen offiziellen Opposition einen Miß* trauensantrag gegen die Regierung ein. Der Antrag hat folgenden Wortlaut: .Das Haus tadelt die Regierung wegen ihrer Politik dauernder Erhöhungen der öffentlichen Ausgaben zu einer Zeit, wo «die Vermeidung aller neuen Belastungen und ftrenge Sparsamkeit in den bestehenden Diensten notwendig ist, um das Vertrauen wiederherzustellen und den Erwerb zu fördern." Worthington Evans griff sehr stark die Politik der Regierung in der Arbeitslosenversicherung an und nannte sie eine „offenkundige Außerachtlassung der Lehren gesunder Finanz". Er fqgtc: Der britische Kredit leibe Einbuße, und die Regierung müßte gezwungen werden, der Lage abzuhelfen, bevor es zu spät ist, oder sie mühte einer Regierung Platz machen, die ihren Verantwortlichkeiten gegenübertrete. Die Rivalen Englands seien bereits aktiv. Seit Monaten fei Gold ständig aus London zurückgezogen worden. Die Annahme des liberalen Abänderung santrages, in dem ein Untersuchungsausschuß gefordert wird, wird nur zu einer weiteren Verzögerung führen. Die Regierung hat während ihrer Amtszeit den 3nt«r- effen des Landes einen kaum wieder gut zu machenden Schaden zugefügt und steht im Begriff, es an den Rand des finanziellen Verderbens zu führen. Schahkanzler Snowden ergriff sofort bas Wort zu einer äußerst scharfen Erwiderung. Er bezeichnete es als „schamlose K e ck h e i t", wenn die Konservativen, die selbst vor noch nicht allzulanger Zeit mitoollenHänden gewirtschaftet hätten, jetzt den Versuch machten, als Vorkämpfer der Sparsamkeit auszutrcten. Wenn man ihm einen Vorwurf daraus mache, daß er die Steuern um 40 Millionen Pfund erhöht habe, so könne er nur erwidern, daß diese Steuererhöhung durch die Verschwendungssucht früherer Regierungen notwen- d i g geworden sei. Unter allgemeinem Schweigen und größter Aufmerksamkeit des Hauses führte Snowden dann weiter aus: Ich erkläre mit dem allergrößten Nachdruck, daß die finanzielle Lage unseres Landes sehr e r n st ist. Durchgreifende Maßnahmen sind nötig, wenn wir das Gleichgewicht des Budaets aufrechterhalten wollen, und wenn wir eine Erholung auf dem Gebiete der Produktionswirtschaft erstreben wollen. In einem Augenblick tiefgreisender in- . duslrieller Depression werden auch Ausgaben, die im Zeichen des Wohlstandes leicht und erträglich sein mögen, zur Unmöglichkeit. Die sensationellste Stelle der Rebe Snowdens war die Feststellung, daß die durch die Arbeitslosigkeit verursachten staatlichen Ausgaben nicht mehr im selben Ausmaß fortgesetzt werden können und daß das Problem auf der Grundlage einer Einigung zwischen sämtlichen Parteien des Hauses geregelt werden müßte. Auch er, so fuhr Snowden fort, wolle kein Geheimnis dar- Oie außenpolitische Debatte im Reichstag. Nationalsozialisten und Oeutschnationale sind nicht anwesend. - Oie Kritik der kleinen Oppositionsgruppen Ablehnung des Mrßtrauensanirags gegen Curtius. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steindruckerei R. Lanze in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Ien. n einem Briefe ibs auf den beet und aufeerbem bunqen Stellung die MtleiluMn, gegen die MD. ttg. ch 15:0 (4:0). fetten sch Don lembad) trat in e.nL 10 Minuten ."vernahm aber a >n der ersten n vier Tore. 3n inten die Aein- lielen. °ch II 1:3 (1:1), chasten lieferten iur Halbzeit 1:1 vnnte Steinbach er Verteidigung Weder * "Ä . n olfo Qu* Ä .^n all« at 2rüMch i"'Ä AW J^ng ^geschärft A Dnbrei. ems «.ch bQg n°ch Primi, und eine toe. Mit W! lsländiger (Ein- ntnl\\Un en mangelhafter gen Uachschlage: Mallung. Die ige in die Elften Hern oder Ihren gefördert werben udnungsMigen Prüfung der Ikin- BereitlteHnng jh vorgelegt würbe, Icht erhallen hat, it durch Meldung chulsstahe flr. 7, isprecher fr. 2251 hing fcrngeblieben sind, beantrage ich, über alle Anträge dieserParteierr zurTagesordnung überzugehcn. (Beifall.) Mit grober Mehrheit wird .11 ebergang aut Tagesordnung über Den deutschnationalen Mis;» trauensantrag beschlossen. 3n namentlicher 2)p- stimmung wird bann der vom Landvolk und von den Kommunisten eingebrachte C0li[3 trauend* antrag gegen den Außenminister Dr. Eurtius mit 255 gegen 87 Stimmen bei 29 Stimmenthaltungen abgelehnt. Für den Mitz* trauensantrag haben gestimmt die Kommunisten, das Landvolk und die Christlich-Sozialen. Die Wirtschaftspartei und die Volksnationalen haben blaue Karten (Stimmenthaltung) abgegeben und die Dolkskonservativen haben sich an der Abstimmung nicht beteiligt. — Donnerstag Ersatzwahl für den früheren Vizepräsidenten Stöhr, Abstimmung über die Anträge zur Außenpolitik unb Etat des Wirtschastsministeriums. Oie Landvolkstak ion. Die Abgeordneten Wendthausen.rnbel und Lieber trennen sich von der Partei. Berlin, 11. Febr. (VDZ.) Der Parteivorstand der Landvolkpartei faßte einstimmig eine Entschließung, in der cs heißt: Das „Deutsche Landvolk" ist eine berufsständische Bewegung, die sich die Aufgabe gestellt hat, durch Sammlung aller Kräfte des Landvolkes einen entscheidenden politischen Einfluß des Landvolkes im Interesse der Gesamtheit auszuüben. Ihre Opposition ist eine sachliche, aber nicht eine solche um jeden Preis. Im Rahmen der sachlichen Opposition liegt es, Maßnahmen auch der derzeitigen '.Regierung zu unterstützen, die die wirtschaftliche und finanzielle Sanierung betreffen. Zur Erreichung dieses Zieles und zur Stärkung des berufsständlschen Landvolkgedankens ist die Geschlossenheit der Fraktion oberstes Gebot. Da die Abg. Dr. Wendhausen, v. Snbel und Sieber er« klärten, sich den Beschlüssen des Parteivorstandes nicht fügen zu können, stellte der Parteivorsitzende Höher fest, daß damit die drei Abgeordneten sich selb st außerhalb der Reichstagsfraktion und der Partei ge ft eilt hätten. Abg. Haag, der sich zunächst der Aktion der Opposition angeschlossen hatte, hat sich mit den Vorstandsbeschlüssen einverstanden erklärt. Oie Oeutschnationalen und der Reichslag. Berlin, 11. Febr. (TU.) Die amtlichen Mitteilungen der Deutschnationalen Dolkspartei enthalten eine Stellungnahme zu der jetzt geschaffenen Lage, in der es u. a. heißt: Der Beschluß der Deutschnationalen, sich an den weiteren parlamen- tarischen Arbeiten des Reichstags nur noch in besonderen Fällen zu beteiligen, bedeutet nicht, daß die Fraktion dem Hause grundsätzlich überhaupt fernbleibt. Wichtiger als die Agitation im Lande ist der Versuch, die AmtSge- meinschaft der schwarzrvten Koalition z u sprengen und zu verhindern, daß die Abwesenheit aus den Parlamentssitzungen nicht zu einem Freibrief für eine weitere Vergewaltigung der Opposition wird. Die Deutschnationalen werden im Parlament nur dann eingreifen, wenn eine Möglichkeit besteht, die Kuhhandelspolitik zwischen Zentrum und Sozialdemokratie zu stören, die Interessen der nationalen Wähler zu wahren oder verhängnisvolle Beschlüsse zu durchkreuzen. Angesichts der Rervosität, mit der in der Regierung spresse allen möglichen Gerüchten über angebliche Schritte der nationalen Opposition Raum gegeben wird, mutz darauf hingewiesen werden, daß die Opposition selbst bestimmen wird, was weiter zu geschehen hat. Die Deutschnationalen insbesondere werden ihre Haltung lediglich davon abhängig machen, wie sie den großen Zielen dienen können, die Hugenberg ihnen gestellt hat. Die Fraktion wird von Fall zu Fall selbst entscheiden, welche Haltung sie dem Reichstag gegenüber einnimmt. Sie hat jetzt beschlossen, daß die Mitglieder des Untersuchungsausschusses über die verfehlte Roggen st ützungsaktion der Regierung weiter tätig bleiben sollen, weil ei sich bei diesem deutschnationalen Vorstoß darum handelt, die landwirlfchaftsschädlicheMißwirtschaft der staatlichen Getreidestellen und in einem besonders krassen Falle den verhängnisvollen Einfluß des Marxismus auf die Regierung Brüning aufau- decken. Verharrt die Regierung bei ihren Methoden der Mundtotmachung der Opposition, dann kann sie sicher fein, daß daraus alle Konsequenzen gezogen werden. Eine Entschließung zur Kriegsschuldstage. Berlin, 11. Febr. (VDZ.) 3m Reichstage haben die Abg. D auch-Hamburg (DVP.) und Perlitius (Zentr.) folgende Entschließung zur Kriegsschuldfrage eingebracht. Der Deutsche Reichstag lenkt erneut die Aufmerksamkeit der internationalen Oeffentlichkeit auf die schwere Beeinträchtigung der Gedanken des Friedens und der Verständigung durch das Kriegs- schuldurteil des Versailler Vertra» «es. Deutschland hat unter Zwang den Vertrag unterzeichnet, ohne jedoch damit anzuerkennen, daß das deutsche Volk der Urheber des Krieges sei. Das im Artikel 231 ausgesprochene einseitige Schuldurteil ist nur geeignet, das Vertrauen unter den Völkern, bad für einen wahrhaften Frieden erforderlich ist, dauernd zu b^inträchtigen. Die restlose Au f k lä r ung der Vorgänge, die zum Weltkriege führten, auf der Grundlage wahrheitssuchender historischer Forschung ist daher dringend erforderlich. Deutschland fordert aus diesem Grunde zur Beseitigung des einseitigen, den historischen Tatsachen nicht entsprechenden Kriegsurteils, wie es in Artikel 231 im Versailler Vertrag zum Ausdruck kommt, die Berufung eines internationalen Ausschusses von unparteiischen Sachverständigen, der allein ein objektives Urteil über die Vorgänge abgeben kann, die zum Ausbruch des Weltkrieges geführt haben. Der Reichstag ersucht die Reichsregierung, alle ihr möglichen Schritte zu tun, um diese Forderung durchzusetzen. Ein Vertreter des Reichsbanners spricht in Versailles. Paris, 12. Febr. (WTD. Funkspruch.) Sn einer von der Liga für Menschenrechte, der Freimaurerliga, dem Lcncistischen 3ugendverband und dem Verband der republikanischen ehemaligen Frontkämpfer veranstalteten Versammlung, die gestern abend in Versailles unter dem Dor- as sagt man in Paris zm SmUns-Me? f Paris, 11. Febr. (TU.) Die Rede des Reichs» außenministers Dr. Eurtius wird von den Blättern, je nach ihrer politischen Einstellung, verschieden beurteilt. Während die nationalistische Presse besonderen Wert auf die verschiedenen Vorbehalte und Revisionsandeutungen legt, unterstreichen die linksgerichteten Blätter den ehrlichen Willen Deutschlands, an einer Befriedung Europas mitzuarbeiten. An der Spitze der Unzufriedenen steht, wie immer, das ,.E ch o de Paris", das aus den Ausführungen Dr. Eurtius' die Schlußfolgerung zieht, Deutschland fetze den leidenschaftlichen Revanchekrieg fort. (!) Die Methoden, die es dabei anwende, bestünden darin, sich so lange wie möglich des Völkerbundes zu bedienen, und erst dann zu anderen Mitteln zu greifen, wenn diese Hilfsquelle vollkommen erschöpft sei. Die O"fenbeit, mit der der Reichs» außenmimster gesprochen habe, grenze an Zynismus. Briand fei schlecht für seine Bemühungen belohnt, Deutschland die Gewährung der Bankkredite zu ermöglichen. — Der „Petit Pari- sien" unterstreicht, daß die Rede Dr. Eurtius zwar nichts Neues enthalte, sie zeichne sich jedoch durch den besonderen Nachdruck aus, den der Reichsaußenminister auf die einzelnen «Forderungen legte und der sicherlich nicht geeignet sei, die deutsch-französischen Beziehungen zu fördern. Man werde in Berlin sicherlich wieder behaupten, daß die Ausführungen für inner- politische Zwecke bestimmt gewesen seien, das ändere aber nichts an der Tatsache, daß sie in dem Land, dessen Hilfe Deutschland heute am nötigsten brauche, einen sehr ungünstigen Eindruck machten. Der „Temp s* schreibt: Eurtius habe es ledig, lich für notwendig erachtet, die bekannten deutschen Forderungen noch einmal zu unterstreichen, obgleich er wissen müsse, daß man ihnen niemals gerecht werden könne. Reden, wie diejenige Eurtius, seien nicht geeignet, eine Politik der internationalen Zusammenarbeit zu fördern. Wenn er davon spreche, baß man französischerseits die Gründe erkennen müsse, die zu der augenblicklichen Lage geführt hätten, so müsse er besser als jeder andere wissen, daß diese Gründe einmal in dem von Deutsch- land v o r b e re i t e t e n und heraufbe- schworcncn Kriege lägen (!), und zum anderen in dem wiederholt bewiesenen schlechten Willen des Reiches, seinen Nach- kriegsverpflichtungen nachzukommen. Der finanzielle Zusammenbruch eines ruinierten Volkes, das sich zehn Jahre lang einer ungezügelten Schleuderwirt- schäft hingegeben habe, trage überdies einen großen Teil der Schuld. Der Teil der Rede Cur- tius, in dem er darauf hinwies, daß das neue Europa nicht auf den Ruinen Deutschlands erbaut werden dürfe, verlange besondere Beachtung und zwinge Frankreich, die Pläne für eine deutsch- französische Zusammenarbeit nur mit größter Vorsicht in Angriff zu nehmen. Die linksgerichtete „E r o 91 o u o e 11 e* schreibt, die Andeutungen über die deutsch-französischen Beziehungen ließen klar erkennen, daß Deutschland den Reoisionsgedanken nicht fallen gelassen habe. Immerhin lasse die Borsicht, mit der sich der Reichsaußenminister ausgedrückt habe, erkennen, daß er die Frage selbst für äußerst heikel Halle. Das Blatt behauptet, daß eine Revision eine Atmosphäre der Unstetigkeit in ganz Europa heraufbeschwören werde, Hochschuldebatte im Finanzausschuß und Gießen bis zu einem gewissen Grade abge - baut werden könnten. Der Vertreter der Dolkspartei sagte u. a.: Die Erweiterung der Technischen Hochschule Darmstadt sei durch die Gntwicklung der letzten 3ahre bedingt. Die vom Landbund vorgeschlagenen Einsparungen vorzunehmen, sei unmöglich. Die pädagogischen 3 n ft i t u t c sollten in der seitherigen Form in Darmstadt und Mainz bestehen bleiben. Der demokratische Redner betonte, daß der Staat an einer besseren Instaslationswerk- ftätte" kein 3ntereffe habe, sondern nur an einer ausgezeichneten Hochschule. Die jetzige Regelung der pädagogischen 3nstitute müsse bestehen bleiben. Die Verlegung nach Mainz sei ein Rückschritt. Für den größten Teil der hessischen Bevölkerung sei ein Studium in Mainz kostspieliger als in Darmstadt. Staatspräsident Or. Ade ung wies baraüf hin, daß der Studentenausschuß selbst die in der Debatte kritisierte Nummer der Studentenzeitung als Fehler erkannt und den damaligen Redakteur entfernt habe. Für die allgemeinen Bedürfnisse der Studentenschaft genüge ein Mitteilungsblatt, da für die politische Aufklärung das Amt für Politische Bildung sorge, durch das ^Redner aller politischen Dichtungen im Sinne ihrer Weltanschauung zu Worte kämen. Die Verbindung von Wissenschaft und Forschung an der Universität und der Technischen Hochschule müsse bleiben. Durch die Verbindung der Professoren mit der Industrie erhalte auch gerade die hessische Wirtschaft sehr bedeutende Aufträge. Die Verlegung der pädagogischen Institute nach Mainz gefährde die Hochschulbildung der Volksschul- lehrer, die die Regierung für nötig erachte, nicht. Die Einrichtung eines pädagogischen Institutes in Gießen sei beabsichtigt. Zur Zeit könne aber der Plan nicht durchgefuhrt werden. Die Zusammenlegung in Mainz bedeute keine Gefahr des Simultangedankens. Gr fühle durch die Angriffe des Evangelischen Bundes und des Evangelischen Preßverbandes sich persönlich verletzt. WHP. Darmstadt, 11. Febr. Der Finanzausschuß begann die Beratung des Kapitels 68 des Etats: Techn ische Hochschule Darmstadt. Das Kapitel zeigt 737 000 Mark Einnahmen (65 000 Mark mehr als im Jahre 1930) und 2,5 Millionen Mark Ausgaben (132 000 Mark weniger als 1930). Der gesamte Zuschutzbedarf beträgt sonach rund 1,7 Millionen Mark. 3n einer Vorbemerkung ersucht die Uiegierung um die Ermächtigung, die pädagogischen Institute in Darmstadt und Mainz zu einem einheitlichen Institut nach Mainz zusammenzulegen. Vom Landbund wurde darauf hingewiesen, dah im Vergleich mit dem Jahre 1913 der Zuschuß bedarf für die Technische Hochschule im Verhäl tn is zu dem zur Universität Gießen in einem unerträglichen Maße gestiegen sei. Damals betrug ber Zu- schuhbedarf zur llniberfität 1000 000 Mark und der Technischen Hochschule 436 000 Mark. Diese Relation müsse wiederhergestellt werden. Die Professoren hätten ihre Tätigkeit zu sehr auf das Gebiet der Forschung und der praktischen Detätt- tgung gelegt, offenbar, weil hier ein recht guter Nebenverdienst zu erzielen sei. Die Bolksrechtpartei erklärte, daß sie den Anträgen des Landbundes sympathisch gegenüber- stehe, hielt jedoch schematische Abstriche für unmöglich. Die Zusammenlegung der pädago. gischen Institute nach Mainz lehne die Bolksrechtpartei ab Die hochschulartige Ausbildung auf diesen Instituten gehe über b t c Bedürfnisse der Volksschule hinaus. Das Zentrum verwies darauf, daß vor dem Kriege Karlsruhe und Darmstadt die gleichen Besucherzahlen aufzuweisen gehabt hätten. Heute zähle Karlsruhe 1200 Studenten und Darmstadt 3000. Eine technische Hochschule könne eben nur auf ihrer alten Höhe gehalten werden, wenn sie mit den modernsten Instituten unb Apparaten ausgestattet sei. Der sozialdemokratische Redner anerkannte, daß eine technische Hochschule nur dann auf- rechterhalten werden könne, wenn sie bestens eingerichtet sei. Die Regierung möge jedoch prüfen, ob nicht Doppeleinrichtungen in Darmstadt sitz des Abgeordneten Chabrun stattfand, hielt das Mitglied des Reichsbanners Dr. Espe einen öffentlichen Vorttag, in welchem er über die schwierige wirtschaftliche Lage und die Not der Arbeitslosen in Deutschland berichtete. Der Redner protestierte auch gegen dieGrenz- ziehungen der Nachkriegszeit, be- sonders gegen die deutschen Ostg ren- 8en. Er erklärte, nicht nur die Höhe der Reparationszahlungen, sondern auch ihre Dauer seien für das deutsche Volk untragbar. Während seines Vortrages versuchte eine Anzahl von Personen — nach einigen Blättern 200 — die in Autobussen von Paris nach Versailles gekommen waren, in das Versammlungslokal einzudringen, um die Versammlung zu stören. Sie wurden jedoch durch die Polizei zerstreut. Umfangreiche Notstandsarbeiten in Sachsen. . Berlin, 11. Febr. (WTB.) Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung teilt mit: Angesichts der starken Arbeitslosigkeit in Sachsen ist es von besonderer Bedeutung, daß imWege derwertschaffcn- den Arbeitslosenfürsorge die Finanzierung einer umfangreichen NoHandsarbeit in Sachsen gelungen ist. Gegenstand des Hntcrneb- mens ist die Wasserversorgung von Mittelfachsen. Als Träger der Notstandsarbeit wird «ine besondere Aktiengesellschaft gegründet. in der der Freistaat und die Dresdener Gas-, Wasser- und Glektrizitätswerke-A.-G. zu- sammengeschlossen sind. Die G e s a m t k o st e n der Arbeit, die sich auf zwei bis drei Jahre er» strecken wird, werden mehr als 20 Millionen Mark betragen. An der Finanzierung beteiligt sich die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mit einem verlorenen Zuschuß non 1350 000 Mark, während die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten, A.-G.» und das Land Sachsen langfristige. geringverzinsliche Darlehen im Gesamtbetrag« von über 8 Millionen Mark bewilligt haben. Die Zahl der Arbeitslosentagewerke beträgt etwa 450000. Kleine politische Nachrichten. Wie man un8 mitteilt, sand in Frankfurt a. M. ein außerordentlicher Parteitag des Landesverbandes Hessen-Darmstadt der Reichspartei deS Deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) statt, der sich u. a, auch mit Vorgängen in der Reichs- Parteileitung beschäftigte. DaS Mitglied des Reichsparteivovstandes, Rechtsanwalt Dr. L o r i h aus München, vermochte sämtliche von dem ehemaligen Parteimitglied C o l v s s e r ge» geil den Parteiführer Drewitz gerichteten Vorwürfe zu entkräften. In einer sich an diese Rede anschließenden Lebhaften Aussprache wurde noch darauf hingewiesen, dah Drewitz bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erhoben habe. Zum Schluß wurde dem Parteivovstand und dem Parteivorsitzenden Drewitz einstimmig daS Vertrauen ausgesprochen. • Botschafter von Hoesch hatte eine Unter- redung mit dem französischen Außenminister Dr-^and. Diese Unterredung diente der Fortführung der deutsch-französischen Aussprach« über eine Reihe schwebender Fragen. • Reichskanzler Dr. Brüning empfing eine Vertretung des Vorstandes des Reichsbundes derKinder reichen unter Mhrung des Präsidenten Konrad. Die CBertretung unterbreitete besondere Wünsche hinsichtlich des sittlicheil und wirtschafllichen Schuhes der Familie im Zusammenhang mit dem Schuhe der Kinderreichen. • Wie der „Völkische Beobachter" erfährt, wurde der in München wegen angeblicher Hochverratsvorbereitung vorläufig sestgenommene Hauptmann a. D. Ri st er am Dienstagabend aus der Haft entlassen, nachdem der zuständige Richter die Haltlosigkeit der gegen Rister erhobenen Beschuldigung hatte feststellen müssen. Das Blatt fügt hinzu, dah selbstverständlich das Ermittlungsverfahren weitergehe. e Der neue Oberbürgermeister von Dresden, Dr. Külz, wird nach seinem Amtsantritt sein Reichstagsmandat niederlegen, um sich ganz der Arbeit für Dresden zu widmen Sein Nachfolger im Reichstag auf der Liste btt Staatspartei ist der frühere sächsische Minister des Innern, Professor Apelt, Leipzig. Aba. Dr. Otto Wiehmer, Bizcpräsident des Preußischen Landtages, der der Deutschen Volkspartei angehört, ist plötzlich gestorben. Er gehörte dem Preußischen Abgeordnetenhaus seit 1898 an. Mitglied des Landtages war er seit 1921. Dor dem Kriege war er Mitglied des Reichstages von 1898 an bis zum Jahre 1918. Aus aller Welt. Der Papst spricht heule im Rundfunk. Der von dem Grasen Marconi erbaute Kurzwellensender des Vatikans wird am heutigen Donnerstag in Betrieb genommen. Die (Eröffnungsfeier wird von dem neuen Sender verbreitet und auch auf das deutsche Rundfunksender netz übernommen werden (16-30 bis 17.30 Uhr). Nachdem durch Trompetenklänge die Feier eröffnet ist, wird der Papst anschließend an einen Rundgang durch die technischen Betriebsanlagen den neuen Sender durch Schaltung in Betrieb setzen. 16.45 Uhr wird der Pap st selber in lateinischer Sprache Worte an die ganze Welt richten. Nach einem Besuch der übrigen Räume des Sendergebäudes fährt der Papst im Kraftwagen zur Akademie der Wissenschaften. Nach der Msichrt des Papstes werden die Ansager seine Rede in den hauptsächlichsten Sprachen wiederholen. Sojähriges IHilUäqubUäum des Generals v. Volhmer. Der bekannte bayerische Heerführer im Weltkrieg, Generaloberst Felix Graf von Bothmer, kann am 12. Februar sein 60jährIges Militärjubiläum feiern. Der General machte den Weltkrieg vom November 1914 bis zum Schluß mit. Wegen seiner hervorragenden Verdienste bei den militärischen Operationen in Oftgalizien von 1915 bis 1917 wurde er mit der höchsten bayerischen Kriegsaus- Zeichnung, dem Großkreuz des Max-Ioseph-Ordens bedacht. Von der Laufplanke in den Rhein gestürzt. In Oberlahnstein rutschten zwei Schiffer, deren Schiffe sich zur Zeit Im Hafen befinden, beim Pas- sieren der Laufplanke, die o e r e i st war, aus und Kürzten ins Wasser. Während sich der eine der Schiffer retten konnte, ertrank der in den 50er Jahren stehende Schiffer Kretzer aus Geisenheim. Explosion In einem mandschurischen Bergwerk. In einem Bergwerk in Fufchum (Mandschurei) ereignete sich am 8. Februar eine Explosion, durch die der größte Teil der 3000 Köpfe zählenden chinesischen Belegschaft von der Außenwelt abgeschnitten wurde.Da man bis heute noch nicht zu ihr Vordringen konnte^ befürchtet man, daß ein Teil ums Leben gekommen ist. Oie Wetterlage. Tl^oruna r5 Üai louc .0 ■rankt O Wien D5'.ö«! -■L f (3) ■r front §gcnl. O xt. 1911, 'M/. Wai v4 ©wolkenlos, o neuer, q naiD oedtext. » wolkig • onrecri Oegt% » Schnee aöraupein. e Keoei KOtwiiter.@wmdstiiic.K>' sehr «icnter Ost nissiger Südsüdwest q stürmischer nordwes^ Oie »lene fingen mit dem wmge. Pie neiden Stationen stehenden Za* •1 '»chsl. «va 0>«5 , V-> k»kv. — Gietzener Wochenmarttpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt. Kochbuttcr Pfund von 1.00 NN. an; Butter 1,20 biS 1,30; Wirsing 25 bis 30; Weihkraut 12 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 35 bis 40; Unter- Kohiräbi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 50; Feldsalat 1,20 biS 1,50; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10; Nlecrrettich 30 bis 60; “ Kar tos rin 3,5 bis Aufhebung deö Llmzugsverbots vor der Ltnrversität. Das Polizeiamt Diehen teilt mit; Das am 29. Januar 1931 erlassene Verbot öffentlicher Auf- und Umzüge, sowie Ansammlungen in der Ludwigstrahe zwischen Garten- und Bleichstrahez der BtSmarckstrohe und Goethe- strahe zwischen Löber- und Stephanstrahe wird ab 12. Februar 1931 wieder aufgehoben. 70 biS 80;' Eier 12 bis 13; Blumenkohl 40 bis 80; Salat 25 biS 30; Obcr-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 biS 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; Endivien Pfund 80 bis 1,00; Kartosfeln Zentner 2,50 bis 3,00; Wethkraut 8,00 bis 10,00; Wirsing 15,00 bis 20.00: Rotkraut 10.00 bis eS sehr gut, die schwierige •. auch für Laien gut verständlich fand lebhaften Beifall. •• Evangelische Bahnhofs Mission Gießen. Die evangelische Bahnhofsmtssion Gic- hcn (Bund der Freundinnen junger Mädchen hielt am Freitagabend im Saale der Lukas- gemeinde einen Vortragsabend ab. Die Generalsekretärin der evangelischen Bahnhofsmission, Frl. Th. Rein eck. Berlin, gab einen Ueherblick über die Arbeit der großen, über die ganze Erde sich erstreckenden Organisation. Die Rednerin wies zugleich auf die vielfachen Gefahren hin, denen junge Mädchen ausgesetzt sind, wenn sie die Heimat verlassen. Die Hauptaufgabe der Bahnhofsmission bestehe darin, bewahrende und helfende Liebestätigkeit zu üben. Der Vortrags- den sind. Es handelt sich bei diesen tlrbeltcn um den Einbau von Nigolcn, deren einige schon vor etwa zwei Jahren geschaffen wurden. Die Ausführung der Arbeiten ,st der Firma Weimer, Gießen, übertragen. " Ein Fürsorgezögling als Fahrrad d i e b. Gestern gelang cs der hiesigen Kriminalpolizei, einen jungen Menschen beim Fahr- raddiebstahl auf frischer Tat fcstzunehmen. Der Zahrraddieb entpuppte sich als der 17 Jahre alle Fürsorgczögling Alwin Rcmpfer aus Höchst a.M. dec in einer Fürsorgeerziehungs- anstatt in der Nähe von Kassel untergebracht und dort gemeinsam mit drei weiteren Fürsorgc- zöglingen in den letzten Tagen ausgerisscn war. Die Flüchtlinge trennten sich unterwegs, um nicht so leicht wieder erwischt zu werden. Rempter wollte versuchen, mit dem gestohlenen Fahrrad von hier aus schneller nach Frankfurt zu kommen, sein Mißgeschick führte ihn aber in die Aänve eines Kriminalpolizetbeamtcn, der ihn alsbald in polizeilichen Gewahrsam ablieferte. Hebriden» wurde ein weiteres Mitglied dieses Ausrecher- guartetts gestern in Drohen-Linden fcstgenommen und ebenfalls der diesigen Polizei zur sicheren Verwahrung übergeben. "SinbruchaufdemBieh Marktplatz. Dor einigen Tagen wurde, wie der heutig« Poli- eibericht meldet, in einen Schuppen auf dem hie- igen Tichmarktplatz eingebrochen. Dem Spih- mbert fielen fechS rote, fast neue Plandeckcn, gezeichnet V, VI, VII, Vlil, IX und X. Gröhe 2,10 mal 2,10 Meter, in die Hände. Sachdienliche Mitteilung erbittet die Gießener Kriminalpolizei. Hörsaal des Vorlesungsgebäudes. — Oberhessstcher Geschichtsverein: Vortrag „Burgen Im alten Hessen und ihre Besiedelung" von cand. hist. H. Bütt« n e r, 20.15 Uhr. Hörsaal 33 des Dorlesungsgebäu« des. — DHV.: Vortrag „Kulturfragen des deutschen Kaufmannes" von Lauer. Wiesbaden, M.30 Uhr. im Heim Lonystraße. — Lichtspielhaus Bahnhof- strahe: „Stürme über dem Montblanc". — Astoria- Lichtspiele: „Die Strahe der verlorenen Seelen" und „Hast du geliebt am schönen Rhein". — Aus denr Stadttheaterburcau wird uns geschrieben: Morgen Freitag, 20Hhr, unter der Spielleitung Heinrich Hubs Erstaufführung des Jubiläumsschwanks: ^Das öffentliche Aergernis" von F. Arnold. — Sonntag, 15. Februar, 18.30 Uhr, Fremdenvorstellung: .Robert und Bertram" zu ermähigten Preisen. — Vom Konzertverein wird unS geschrieben: Eva Liebenberg kommt! Vor einigen Jähren sang sie im Rahmen eines Orchester- koirzertS daS Arioso von Händel: ..Dank sei dir". Wer sie damals hörte, dem hat sich diese volle, tragende, klangreiche Altstimme unvergeßlich ein- geprägt- Seitdem hat sie einen unvergleichlichen SiegeSzug durch alle deutschen Großstädte gehalten, ha» in Holland, England unb anderen europäischen Ländern gesungen, wurde von Siegfried Wagner für Bayreuth verpflichtet und hat mit Edwin Fischer und seinem Kammerorche- stcr konzertiert. Alle Besprechungen heoen in begeisterten Worten die Schönheit dieser macht- vollen Altstimme hervor und reihen sie unter die hervorragendsten Sängerinnen ein. Frau Liebenberg, die sich, wie sie mitteilt, darauf freut, „die lieben Gießener wtederzusehen", hat ein wundervolles, klassisches Programm für ihren Liederabend zusammengestellt. Von Beethoven geistliche Lieder, von Schubert seltener gehörte, und von DrahmS die schönsten Liederi Dr. Stefan T e m e s v a r y bat die Begleitung übernommen. Das Konzert wird, wie üblich, 17 Mr in der Aula stattfinden (Sonntag, den 15. Februar). Die Verhandlungen mit Günther Ramin wegen des aufgeschobenen Orgelkonzerts find nun zum Abschluß gelangt. Er wird am Donnerstag, 26. März, zu unS kommen. — Der Deutschnationale Handlungs- gehilfen-Verband hält heute 20.15 Uhr im Heim, Lonystraße 18, einen Vortragsabend ab. .Kreisgeschäftsführer Lauer, Wiesbaden, spricht über „Kultursragen des deutschen Kaufmanns". — N a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e Deutsche Arbeiterpartei. Morgen, Freitagabend, öffentliche Versammlung In der Turnhalle am Os- waldsgarten. Redner: Reichstagsabgeordneter (9 c - meinder. (Siehe heutige Anzeige.) . abend war gut besucht. ♦♦ Der Evangelische Arbei terver- ein hielt am Samstag seine Hauptversammlung im Dereinslokal ab. Aus dem vom Vorsitzenden Hermann Kirchner erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß der Verein auch im lehten Jahre eine rege Tätigkeit entfaltet hat. Der vom Rechner M. Zsch u n ke vorgelegte Rechenschaftsbericht ergab eine Gesamteinnahme der Hauptkasse von 1018,81 Mark, während die Ausgaben 975.19 Mark betrugen. Bel der Sterbe- kafsc des Vereins betrugen die Einnahmen 1960 Mark, dic Ausgaben 1106.50 Mark. Der Vorsitzende und die sahrmgsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden durch Zuruf wieder- gewählt. X Handelskammer-Zusammenschluß. WSR Dillenburg. 11. Febr. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat den Industrie- und Handelskammern in Siegen und Dillenburg folgenden Erlaß zugehen lassen: „Gegen den Beschluß bet Vollversammlungen der Kammer zu Dillenburg und Siegen, die beiden Kammergebiete zu einer gemeinsamen Kammer am 1. April z u sam m e n z u le g en. bestehen keine Bedenken". Damit ist ble Vereinigung der Kammern Siegen und Dillenburg 12.00 Mk. provinzialauSschuß-Sihung. 3m Regierungsgebäude zu Gießen sand unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor Graes eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt, in der verschiedene Verwaltungsstreitsachen verhandelt wurden. Wilhelm W e i n e l zu Rieder-Mörlen. der um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft gebeten hatte, klagte gegen einen Beschluß des Kreisamtes Friedberg. Die Klage wurde für gegenstandslos erklärt. - - Die Klagen des Ludwtg Halberstadt zu Rieder-Mockstadt und bte des Aron Josef Halber st adt zu Rieder-Mockstadt gegen das KreiSamt Büdingen wegen Der- Tagung eines Wandergewerbescheins für 1931 wurden als unbegründet zurückgewiesen. — Eine Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Gelnhausen gegen den Lanoesfürsorgeverband Hessen aus Erstattung von Anstaltspflegekosten des Walter JessinghauS aus Schwelm wurde ebenfalls zu- rückgewiesen. — In einem ähnlichen Falle, und zwar einer Klage des preußischen Dezirksfürsorge» Verbands Frankfurt a. M. gegen den Bezirks- fürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Fürsorgekosten für dte Witwe Stephan, wurde der Beklagte verurteilt, dem preußischen Bezirksfürsorgeverband 261.50 Mk. und 4 Prozent Zinsen seit dem 27. Dezember 1928 zu bezahlen und die Kosten des Verfahrens zu tragen. Durch Beschluß deS KreiSamts Friedberg wurde dem Gesuch des Hermann v. S ö h n e n in Friedberg um Erlaubnis zum Betriebe einer Schank- wirtschaft unter folgenden Bedingungen statt- gegeben: Weibliches Bedienungspersonal darf nicht beschäftigt werden; an Werktagen hat wahrend der Dienststunden im Rathaus baÄ QKuh* zieren in den Wirtschastsräumen zu unterbleiben. Gegen diesen Beschluß erhob Söhnen beim Pro- vinzialausschuß Klage im Verwaltungsstreltver- fahren und beantragte Aufhebung des Beschlusses. In der mündlichen Verhandlung vor dem Provinzialausschuß machte der Vertreter der Stadt Friedberg geltend, daß die Beschäftigung werblichen Personals und insbesondere das Spielen des elektrischen Klaviers in dem Wirtschaftsbetrieb sehr störend auf den Dienstbetrieb des direkt angrenzenden Rathauses einwirke. Der Vertreter des Klägers erklärte, daß in dem gruppe Gießen des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins hielt Dankdireltor Mattern einen Vorirag über das „Dank- und Geldwesen". Er schildevte zunächst die geschichtl'cbe Entwicklung des Bank- und Ge.dwesens vom Al:-r.um biS in die Qlcu^elt und behandelte dann die verschiedenen Arten von Danken und ihre einzelnen Geschäftszweige. Er unterschied dabei drei große Gruppen von Danken: die Notenbanken, die Hypothekenbanken und die Kreditbanken, deren Funktionen er eingehend erörterte. Ein großer Teil deS Vortrags war den Ausführungen über die Kreditbanken gewidmet, deren Geschäfte bet Rebner, soweit es im Rahmen eines einstündigen Vortrages möglich war, an Hand von Dei- fpielen etUärte. Et sprach besonders eingehend über die verschiedenen Geldanlagemöglichkeiten und ardeitete die hauptsächlichsten Gesichtspunkte, die das Publikum heute bei der Anlage zu beachten hat, heraus. Gr wandte sich scharf gegen die Kapitalverschiebung ins Ausland und betonte. daß ein Zweifel an der Festigkeit unserer Mark jeder Grmidlage entbehre. Der Redner legte dar. daß die Währung durch Dankaesetz von den Dtaalsfinanzen losgelöst sei unb forderte Vertrauen zur Politik der Reichsbank. Zum Schluß streifte er noch die augenblickliche Wirtschaftslage, die zwar ernst sei. aber keinen Grund zu übertriebenem Pessimismus gebe. Als eine der Voraussetzungen für jeden Wiederausstieg bezeichnete er die Pflege des SparsinnS. nicht nur Im Staatshaushalt und in der Wirtschaft, sondern im Haushalt jedes einzelnen. Der Redner schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, welche wichtige Aufgabe im allgemeinen Sparprogramm gerade den Hausfrauen zusalle, durch deren Hände jährlich ein 'Betrag von ungefähr 25 Milliarden Mark gehe. Der Redner verstand lut, die schwierige Materie klar unb zu behandeln und Wirtschaftsbetrieb soeben kein weibliches Personal beschäftigt werde, daß jedoch, falls die Einstellung erforderlich werden sollte, keine gesetzliche Handhabe für ein derartiges Verbot bestehe. WaS den Betrieb des elektrischen Klaviers anbetrefse. so seien die «Störungen nicht fo erheblich. Wenn dem Kläger das Spielen während der Tageszeit unterlagt werde, habe et einen großen Einnahme- ausfall. Im Laufe der Verhandlung erklärte sich schließlich der Kläger damit einverstanden, daß das Spielen des elektrischen Klaviers während der täglichen Dieir st stunden Im Rathaus 'unterbleibt. Die Klage wurde hierauf, insoweit |le sich auf das Musizieren bezieht, von dem Vertreter des Klägers zurückgezogen. Bezüglich der Beschäftigung von weiblichen, Bedienungspersonal erkannte der Provinzialausschuß zu Recht, die Bedingung aufzuheben unb dte Kosten des Verfahrens dem Kläger zur Last zu setzen. Vornotizcn. — Lageskalender für Donnerstag: Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende: Vortrag „Grundzüge des Arbeitsrechts" von Privatdozent Dr. Bötticher, 20.15 Uhr, Schöne weiße Zähne: Chlorodont *• Militärpersonalien. Der Kommandeur unseres Bataillons Major Kleppke wurde mit Wirkung ab 1. Februar zum Oberstleutnant befördert. Ebenfalls mit Wirkung ab 1. Februar wurde Oberleutnant Scheu er pflüg, der seit Frühjahr vorigen Jahres die 2. Kompanie unseres Bataillons führt, zum Hauptmann befördert. u Ein Achtzigjähriger. Heute, Donnerstag, 12. Februar, kann der Obergärtner i. R. August Köhn, wohnhaft Anneröder Weg 24, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Köhn, ein gebürtiger Mecklenburger, lebt seit 1881 in Gießen und bekleidete seit dieser Zeit biS zu seiner Pensionierung die Stellung eines ObergärtnevS im hiesigen Botanischen Garten. •• Ehrung hessischer Sänger. Der Hessische Sängerbund ehrte eine Reihe von Sängern seines Bezirkes, die sich durch langjährige Sangestätigkeit und treue Arbeit im Dienste des deutschen Liedes auszeichneten. So erhielt Joh. Keßler IX., (Gesangverein „Germania", Gro- ßen-Linden) die goldene Ehrennadel und zugleich den Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes für 50jährige Mitgliedschaft. Für 40jährige Sanges- tätigkcit erhielten Joh. Leun, H. DcrnVI. unb H. MagnusN. (sämtlich Gesangverein „Harmonie", Großen-Lindcn) die silberne Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes. Die Der- bienstnadel für 25jährige Vorstandstätigkeit erhielt Heinrich Bickel (Gesangverein ..Sänger- hift“, Dieichenbach). Zum Chrenchormeister unter Verleihung der Ehrennadel wurde Karl Greul („Konkordia", Gelnhaar) ernannt. * Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende. Die in unserem gestrigen Blatte irrtümlicherweise für gestern abend angekündigte Vorlesung des Prioatdozenten Dr. Bötticher über das Thema „Grundzüge des Arbeitsrechts" findet heute abend im Vorlesunasge- bäube der Universität statt (Beginn 20.15 Uhr. Weitere Vorlesungstage von Privatdozent Dr. B ö t. kicher über das vorgenannte Thema sind der 19. und 26 Februar. r . . •• Das Beschneiden e r n f r te d i ge n- dLr Hecken an Jahr- und Fußwegen betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Garten- und Feldbesitzer feien besonders darau hingewiesen. *♦ Bahndammbefestigung. Im Luckenbachtal, unweit Großen-Lindcns, werden auf der Strecke Gießen—Frankfurt zur Zeit Bahndammbefestigungen durchgeführt an einer Stelle, an der chon immer kleine Erdbewegungen festgestellt wor. schmerzlindernd unb b<(ebenb txl Rh«uma. tzschia», Kops-, gierotn» unb «Xrtdftune*» schmerzen, Ermüdung u. Dttapa-«. — .tn gpotbit™ on* Tr.qfriat. zu einer Kammer, der Önbnft tle* uwb Handelskammer Siegen-Olpe-Dil- lenburg. zur Tatsache geworden. Dillenburg scheidet bamtt aus dem Kammerverband Hessew- Nastau aus. Schöffengericht Gießen. ♦ Gießen, 11. Februar. Ein junger Mann aus einem Nachbardorf^ batte ein Verhältnis mit einem Mädchen. Als sich Folgen zeigten, streute er das Gerücht aus, auch ihr Dienst- )crr habe Beziehungen zu ihr gehabt. Dieser verklagte ihn wegen Beleidigung. In der Verhandlung legte er bann eine angeblich von dem Mädchen unterschriebene Bescheinigung vor, in der sie ble Beziehungen zu ihrem Dienstherrn zugab. Da sie aber ihre Unterschrift unb auch ben Verkehr mit ihrem Dienstherrn unter Eid bestritt, kam es nach den erforderlichen Ermittlungen zur Anklageerhebung wegen schwerer Urkundenfälschung gegen den jungen Mann. Trotz seines Leugnen» wurde er einwandfrei überführt und zu 2 Monate« Gefängnis verurteilt. Ein vielfach vorbestrafter, von Hof zu Hof ziehender Sattler hatte im Juni 1930 zufällig gehört, daß der Verwalter eines in der Rahe gelegenen Gut» in der Lahn ertrunken fei. Sofort ging er dorthin unb stellte sich bem Gutspächter als Freunb des Verlebten unb seiner Angehörigen vor. Um biese von dem Unglückssall telephonisch zu benachrichtigen, erhielt er 10 Mark, mit benen er alsbalb Der- chwanb. Wegen Rückfallbetrugs angeklagt, Dcrteibiflte er sich vor Gericht mit großer Zungen- ertigkeit. Er habe ben Verwalter tatsächlich gekannt unb habe zuerst auch wirklich besten Angehörige benachrichtigen wollen. Erst unterwegs habe er ben Entschluß gefaßt, bas Geld für sich zu behalten. Er habe sich also nur der Unterschlagung schulbig gemacht. Mit biefen Ausreben hatte ber Angeklagte kein Glück, benn er schilberte auf Befragen ben Verwalter, wie man sich einen solchen jeweils wohl vorstellt: großer, junger, kräftiger Mann usw Es ergab sich aber, bah dies im Fragefall nicht zutraf: ber hier in Betracht fommenbe Verwalter war klein gewesen. Mit Rücksicht auf ble im Fragefall vorhanbenen Milberungsgrünbe erkannte das Gericht auf 6 Monate Gefängnis. Ein Reifender hatte einen Versicherungsantrag gefälscht unb einen kleinen Betrug begangen. Strafe: 10 Tage Gefängnis. Ein Arbeiter war wegen schweren Rückfall- biebstahls angeklagt. Er würbe aber freigefpro- dien, ba nach bem Gutachten bes Sachversiänbigen Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit beftanben. Unterschlagungen bei der Frankfurter Gtadtsynode. Frankfurt a.M., 10. Febr. Vom Evangelischen Lanbeskirchenamt wirb mltgetetlt: Zur Aufklärung von Unstimmigkeiten hat der Vorstand der Stadtsynode ber evangelisch-lutherischen unb evangelisch-unierten Kirchengemeinben eine außerorbent- liche Prüfung ber Bücher unb Kassen burch beeidigte Bücherprüfer veranlaßt. Dabei würbe feftgcftcUt, baß ber Kaufmann Friebrich Nagel zu Frank- furt a.M. als Vorsitzenber bes Kirchensieueraus- fchustes ber vereinigten evangelischen Stabtsynode in benJahren 19 2 5 bis 1929 non ben buich seine 5)anb gegangenen Bareingängen ber Kirchensteuerzahlstellen größere Beträge unter- (Magen hat. Diese Beträge hat er zur Stützung eines notleibenden Geschäfts verwandt unb bie Unterschlagungen verbeckt burch falsche lieber- tragung ber Eingänge auf bas Kirchensteuerpostscheckkonto. Der Gesamt fehlbetrag beläuft sich auf 1 3 6 7 0 0 Mark. Der Schulbige ist geftänbig. Strafanzeige ist erstattet. Die erforber- lichen Maßnahmen zur Sicherstellung bes Ersatzanspruchs, soweit möglich, sinb getroffen. Sonstige Personen sinb nach ben Feststellungen ber Revisoren In bie Angelegenheit nicht verwickelt. Allgemein fragt man sich, wie es möglich war, baß biese Verfehlungen sich auf einen so langen Zeitraum erstrecken konnten, ohne baß sie schon früher aufflcbcrft würben. Dabei muß allerdings be- rücksichtigt werden, daß die innere Organisation ber Vereinigten Synobc sich zwar langsam bis in bie jüngste Zeit hinein entwickelt hat, unb daß man Nagel, der sich zweifellos um die Geschäfte der Synode In schwerster Zeit große Verdienste erworben hat, großes Vertrauen entgegenbrachte. Man traute i h m einfach solche Verfehlungen n i ch t z u unb verfuhr bei ben Revisionen bes- halb auch etwas zu vertrauensselig. Die Zahlen, die Nagel angab, wurden ohne besondere Nachprüfung als richtig angenommen und die Richtigkeit wurde ifjrn bann bescheinigt. Bereits vor der Aufdeckung der Unterschlagungen ist eine vollstän- bige Umänderung des Buch, unb Kastenwesens ber ber Synobe beschlossen worben und seit 1. Oktober 1930 burchgesührt. Für 1930 konnten denn auch keine Verfehlungen mehr festgestellt werden. Sie erstrecken sich lediglich auf bie Jahre 1925 bis 1929. Jrgenbwelche Nachwirkungen dürften für die Kirchensteuerzahler nicht eintreten, da die unterschlagenen Beträge, die sich also auf fünf Jahre verteilen, nur i Prozent des 12prozentigen Steueraufkommens ausmachen. Nagel gehörte auch der Stadtverordnetenversammlung an und hat jetzt sein Mandat niedergelegt. Bis zur Reichstagswahl war er Vorsitzender der beutschnationalen Stadtverordneten- frattion und trat dann aus der Deutschnationalen Partei aus. Die unterschlagenen Summen hat er für seine Familie unb sein Geschäft verwanbt. Am Mittwochabenb kehrte er von einer Reise zurück und fanb bie Einlabung ber Synobe zu einer Besprechung vor. Ahnungslos begab er sich am Donners- tagfrüh zu biefer Sitzung, wo man ihm feine Verfehlungen entgegenhielt, bie er benn auch bald ein» gestand. Die Staatsanwaltschaft ist bann sofort benachrichtigt worden. Der Landeskirchenrat hat von Anfang an alles getan, um in aller Oeffentlichkeit volle Klarheit zu schaffen. Diesem Zweck soll auch eine außerordentliche Tagung der Vereinigten Stadt» synobe bienen, die für Den 17. Februar einberufea worden ist. Aus der provinzialbauptstavt Gießen, den 12. Februar 1931. Feste feiern? Dor einiger Zelt wurde von Reaierungsseite bekanntgegeben, daß angesichts des Ernstes der Zeit von größeren Veranstaltungen nach Möglichkeit abgesehen, daß Einladungen weniger angenommen werden sollen, und daß die Bevöskeruna gebeten werde, von einem llebermafj von Festlichkeiten abzusehen. Von einem llebermafj! Darauf kommt es an. Große Festlichkeiten, aufreizende Verschwendung verbieten sich heute von selbst. Wie man feiert, ist Sache des Taktes. Auch Fröhlichkeit gehört zum Leben, genau so wie Nahrung unb SUeibung. Alles hat zwei Seiten, und man darf nicht von einem Extrem ins andere verfallen. Ein kleines Drüber über unsere gedrückte Lebensbasis brauchen wir alle! Saure'Wochen, frohe Feste! Nicht jeder, der heute Geld für Feiern ausgibt, tut Unrecht. Im Gegenteil! Er verschafft sich ja nicht nur die notwendige Entspannung, sondern er verhilft für den einen Abend einer ganzen Anzahl von Mitmenschen zu einem Stück Brot. Auch das Dergnugungsgewerbe ist ein wirtschaftlicher unb sozialer Faktor. Durch ein Darnieberllegen werden ja nicht nur Gastwirte, andern auch Angestellte und dem Gewerbe nahe- tehende Kreise wirtschaftlich geschädigt. 3m Laufe der Zeiten hat sich die ganze Vergnugungssaison im Winter zu einer Industrie herauswachsen, die Vielen Arbeit gibt. In den Auslagen der Geschäfte locken die neuesten Maskengewänder, blinken Ketten und allerlei Tand. Da stehen draußen die Jungen unb prüfen, was am besten für sie paßt. In ber Paoicr- branche hofft man auf ben Verkauf von Saalaus» schmückungen. Tischkarten unb allerlei kleine Geschenke wollen abgesetzt sein. Entlassene Musiker können eingestellt werden, und manche Kochfrau erhält neue Aufträge. Chauffeure freuen sich unb nicht zuletzt bie Friseure, bie ben Kopf der Damen noch schöner machen. — Man sieht, es sind viele Gewerbe, die hiervon Nutzen ziehen Unb stehen nicht zahlreiche Vergnügungen unb Festlichkeiten Im Dienste ber Wohltätigkeit? ©trabe in ber heutigen Notzeit kann auch hier praktische Hilfe geleistet werben. In froher Festlaune wird mancher gern ber Armen gedenken unb seinen Beitrag zu biefvm Zwecke geben. Iebe lustige Tafel- runbe sollte sammeln zur Cinberung ber Notlage. Auch viel Wenig machen ein Viel! T. s> 35000 zwei Tage vor seinem 10. Geburtstag. Gießen (Friedensstraße 45), den 10. Februar 1931. Bo 0809 Ortsgruppe Giefeen. 0812 Lichtspielhaus / Gießen über dem 1131 D Ab Samstag: EineSensationfürGießen fi807 Nachruf. A ■ ■ I Wer beteiligt sich an ÄUlOTel. .. einem aSaJS'' Nachmittags-Kursus Am 10. Februar entschlief unser langjähriger Hofmeister £040 Herr Hans Heinrich Müller auch nachts. Ltbi wünscht. 0824 Hofgüll, den 10. Februar 1931. statt. 11411) 0805 Gäste willkommen! 4 AUSNAHMETAGE bei S&F (0826 gesucht. Zwetschen-Latwerg fi AR nach Hausmacher Art.... Pfund Va ew und 5°/o Rückvergütung! 08251 8 frei Lehrpläne von Donnerstag, 12. Februar, bis Montag, den 16. Februar C. Hoffmann P. Hoffmann. im Weihnähen, Zu- schneiden u. Flicken. Entweder von 4—6 oder 8—10 Uhr. ©dir. Angebote unt. U38D a.d.Gieh.Anz. Der erste Tonfilm über den internationalen Mädchenhandel Des großen Erfolges wegen verlängern wir bis Freitag elnschl, infolge einer plötzlich auftretenden schweren Lungenentzündung. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen treuen Mitarbeiter, der 35 Jahre bei uns in Stellung war und mit seltener Gewissenhaftigkeit allen Verpflichtungen nachgekommen ist. Wir werden ihm ein über das Grab hinausgehendes dankbares Gedenken bewahren. Stadttheater Freitag, 13. Fcbr., von 20 biS 22% Uhr 19. Zrellag-Avo. VM. Gewöhnliche Preise Das öffentliche Aergernis. Schwank in 3Äklen von Franz Arnolh. Treis a. d. Lumda, den 12. Februar 1931. Die Beerdigung findet Freitag, den 13. Februar, mittags 12 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Die Beerdigung findet Freitag, den 13. Februar, nachmittags y23 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Ullstein- Wiener-,Beyer- Mode-Alben Frühjahr-Sommer sind eingetroffen MWMMnM weg 5P® | Hess. Krüppelfürsorge- Apfel-Gelee garantiert rein.. Gießen, Marburger Straße 56, den 11. Februar 1931. 1126 D Damen- Maskenkostüme za verleihen. 8470 Löberstrafle 11 pari. Feines Oel zum Kreppeibacken Anfangszeiten: 4.00, 6.00, 8.30 Uhr Sonntags 3.00, 5.30, 8.30 Uhr. Kartenvorbestellungen unter Tel. 4077 erbeten 1132 C Hühneraugen Warzen-Hornballen beseitigt restlos auch tu den hartnäckigst. Fällen todsicher unt. Gar. innerh. 5—6Tg. Hühneraugen-Rapid Erhalt!, nur Löwen- Drogerie W. Kilbinger Nacht., Seltersweq 69. |Verschiedenes| Freitag, den 13. 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Allen denen, die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen ihre Teilnahme bezeugten, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Mann, unsern guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Hans Heinrich Müller Dienstagabend nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Müller. Hofgüll, Steinfurth, Steina, Riebelsdorf, Loshausen, Obergrenzebach, den 10. Februar 1931. Die Beerdigung findet Samstag, den 14. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt. W.taßiikv. Freitag, 13. Febr., 20 Uhr, findet in der Volköballe ein Mu-IM auf Rollschuhen Damen Bereinigung 1877/78 Samstag, 14. Febr., abends 8 Uhr Versammlung in der Stadt Mainz. Rege Beteiligung er- DANKSAGUNG. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Charlotte Altensen, geb. Münch sagen wir allen herzlichen Dank. Johannes Altensen und Kinder. Gießen (Bruchstr. 12), den 12. Februar 1931. Für die trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Zutt Weißbindermeister Montblanc Das unbeschreibliche Wunder deutscher Tonfilmkunst In tiefem Schmerz: Karl Gg. Schmitt und Frau Else sowie die Großeltern. geb Frces Letal» Knrcn sind jetzt von allergrößtem Wert. Ich führe nur feinste Ware Drogerie Noll Batmholslr. Aeltestes Fachgeschäft 11°4 D Masken- Kostüme .von 1.— Mk. an verleiht «79a Crednerstr. 26. Ingenieurschule Elektrotechnik. Maschinen-, Auto-, HclzvngsOau. Hufl. Wörme-. KarteteCHn. Lend Ma^cnin, Senwach-. Stark* [ ström- u. Radiotechnik [Werk meist erschule Geräumige 3-ZiDim.Wohnung zu vermieten. 10822 Klein Linden, Frankfurter Str. 31. Der Vorstand. m 13. 2., 20 Uhr: Ber.Br.Fr.-Fkft inschl. Z. Ged. Mozaits. Innerhalb weniger Tage nahm uns eine tückische Krankheit unsere ganze Zukunftshoffnung, unseren lieben braven Jungen, unser herziges Enkelchen Walter NationallozialiiMe Deutfche Arbeiterpartei (Hitlerbewegung) Trantes Beim! Älterer Herr (penflo- när), der einen schönen Lebensabend wünscht, findet denselben bei älterer Witwe mit eigenem Haushalt und Haus in kleinerem Äadeort (Spessart). Schriftliche Angebote unter 0805 an den „Gießener Anzeiger". Ansehnliche Fran, 35Fahrealt, sucht die Bekanntschaft eines Herrn m sicher.Slell. zwecks späterer Heirat Schristl. Angeb. unt. 1121D nn d. Gh. Anz. Regtecungsassessor, 30 Jahre alt, ev . an- gen. (Lrsch., wünscht in. hübsche Juristin oder Medizinerin v. räioiMe kennen zu lernen Ehrenw.DtSkr. Ausf. schristl. Angeb. unt. 0816 an d. Gtetz. Anz. Altere Schneiderin iMetsterin) empfiehlt sich int Nähen für Damen und Kinder, besonders Knaben- Anzüne aus neuen u. getragenen Stossen. Schristl. Angeb. unt. 0813 an d. Gien. Anz. Perf. 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AnA. aüi S'K % hpsss* Sm« werden, eine ®nna»n«« Wenn das n" ::-*-** in erhalte", K« Und m der Km 1* her Inflation J scheiterte. Denn 1 äste-»«1 _ obwohl noch umgekehrt war liche Snstabon Die Weltwi nicht an Austr< Land nur um so wohl, wenn mar g|g das a m I allen Ländern i Wer das jum gegeigt, einer so ken. Und doch l dies durchaus Io Was produzü Wolle - alle Gerade aus den sind aber beka zusammenb Amerika und ii g u t waren, so der Industrie । angebot an 2l{ Das war gerat Australien, da der Welt, | bröckeln der Pt allergrößten Bet aus dem Weltmw lien seine Prodi, des Abschjes uni von Arbeitslosen btud) des Weizei setzte die; der au Todesstoß. Aus und 'Bolle 1 strie säst völlig seine Waren in Nun hätte n Einhalt tun töi im Lande, so k Mittel 3ur Be 3'ehen. Aber d Australien dach Grund zu gehe em Feststellung hier wieder get Mensch — uiar ölte Mittel, da schlecht geleitete Durch eine heimtückische Krankheit wurde uns gestern unser geliebtes Kind, Bruder und Enkelchen Werner im 6. 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Man schreibt uns: Bei der Ctatberatung im Finanzausschuß ist ein Antrag des Zentrums angenommen, wonach die Stelle des Referenten für das gewerbliche Unter« richtswcsen im Kapitel 53 (Ministerium für Kultus und Bildungswesen) gestrichen und aus eine freie Stelle des Kapitel 62 a (gewerbliche Schulen) übergeführt wird. Es wird hier der Versuch gemacht, die Angriffe aus den übersetzten Bcamtenapparat des Kultusministeriums abzu- Icnken und die Stelle zu opfern, die seinerzeit aus dem Arbcits- und Wirtschaftsministerium im Interesse der Zentralisierung ins Kultusministerium übertragen worden ist. um hier auch für das Berufsschulwesen mitzuwirken, mithin eine wichtige Stelle einer auch zahlenmäßig starken Schulgruppe. Von den Oberbeamten des Kultusministeriums sind ihrem Vorberuf nach 3 Juristen, 3 Philologen (davon übrigens eine abgebaut), 5 Volksschullehrer und 1 Diplom-Ingenieur. Bei unbefangener Prüfung muß man doch zugeben, daß die Möglichkeit einer Sparmaßnahme und einer anderen Verteilung der Ausgaben am ehesten bei der Schulgruppe vorliegt, die die zahlreichsten 'Vertreter in der Behörde besitzt, oder bei den Juristen. Daß diese dem gesunden Menschenverstand entsprechende Lösung nicht gefunden wurde, läßt beinahe die Vermutung auskommen, als ob die anderen Gruppen sich zusammengefunden hätten, um die personell schwächere zu beseitigen und dadurch den eigenen Bestand zu sichern lieber Rücksichten auf die Berufsstände, die durch diesen Beschluß geradezu eine Ohrfeige erhalten haben, hat man sich hin- weggescht. Durch die beabsichtigte Maßnahme betroffen werden in erster Linie die Baugewerk-, Maschinenbau- und Gewerbeschulen und schließlich auch die Berufsschulen. Man wird als Begründung des Beschlusses angeben, daß für diele Schulen, ihrer Anzahl und dem Umfang nach, die Beibehaltung eines besonderen Referenten bei der Rot der Zeit nicht gerechtfertigt sei. Eine solche Begründung ließe vollständig außer acht, daß der Betrieb der technischen Schulen grundsätzlich verschieden ist^ von allen anderen Schularten. und daß die unerläßliche Zusammenarbeit mit den Berufskreisen, denen diese Schulen dienen. Bürgerkrieg wäre. Trotzdem ist nicht zu verkennen, daß seine Lage schwierig ist. Der Radikalismus gewinnt auch in Australien unter der Arbeiterschaft an Boden und die Gewerkschaften fürchten, daß sic den Einfluß auf ihre Leute verlieren, wenn sie sich wirtschaftlicher Einsicht verschließen. Der erste Daimler-Rennwagen „Mercedes", der nach Mercedes Jellinek, Tochter des österreichischen Automobilisten Jellinek benannt wurde und vor 30 Jahren zum erstenmal in einem Rennen in Pau mitfuhr. ansehen: man beschloß, das Ausland anzu- pumpen — also in London eine neue Anleihe aufzulegen. Aber wenn in früheren Jahren dies Rezept immer wieder geholfen hatte, so hatten sich diesmal die Australier gründlich getäuscht. Die Engländer hatten zuviel Geld in australischen Anleihen verloren und erklärten nunmehr, daß Australien erst einmal seine Finanzen und seine Wirtschaft reorganisieren müsse. Ein Standpunkt, der ja schließlich verständlich ist, wenn man bedenkt, daß die auswärtigen Schulden Australiens bei einer Bevölkerung von nur sechs Millionen sich auf 22 Milliarden Goldmark belaufen, während z. B. Deutschland mit über sechzig Millionen Einwohnern ohne Reparationen etwa 28 Milliarden auswärtige Schulden hat. Ja, die Engländer ließen sogar den Status ihres Schuldners erst einmal von einem erstklassigen Finanzsachverständigen nachprüfen und schickten Sir Otto 9t i e m e g e r nach Australien. Das Urteil, das dieser fällte, war hart, aber zweifellos gerecht. Er stellte eine grenzenlose Mißwirtschaft fest, deren Beseitigung er verlangte, bevor von einer neuen Anleihe die Rede fein könne. Die am Ruder befindliche Gewerkschaftsregierung konnte sich den Ausführungen des Finanzmannes nicht verschließen. Die vielen vom Staat betriebenen Wirtschaftsbekriebe, die samt und sonders unwirtschaftlich waren, mußten unter dem Zwange der Notwendigkeiten a b g e« baut werden und die Regierung schlug, wenn auch zweifellos blutenden Herzens, einige Reformen vor, die Er f p a r n i s se bringen sollten. Auch entschloß sie sich (es ist bezeichnend, daß man gerade in Australien Mut dazu sand, diesen Weg zu gehen) vom System des Einheitstarifes für das ganze Land abzugehen und den örtlichen Verhältnissen angepaßte Tarife einzuführen. Das aber rief die Gewerkschaften auf den Plan, die, zugleich unter dem Druck einer immer mehr wachsenden Arbeitslosigkeit, sich sehr radikalisierten. Und zwar so weit, daß die Gewerkschaftsführer sich nicht scheuten, unter dem Beifallsgebrüll einer fanatisierten Menge offiziell die Einführung der Inflation zu verlangen, „damit die Regierungen der Bundesstaaten die Möglichkeit erhielten, mehr Arbeiter als bisher zu beschäftigen, bzw. die Löhne weiterzuzahlen. .." Der australische Erstminister, Mr. S c n l l i n , selbst ein ehemaliger Arbeiter, hat sich allerdings nicht bluffen lassen und hat sich bisher mutig gegen die Gewerkschaften eingesetzt: wohl, weil man ihm in London auseinandergesetzt hat, daß der Weg, auf dem sich die australischen Gewerkschaften befinden, m wt uvchixh vu*uiwyuiv» direkte Weg in den Bolschewismus und den | Ne Bedürfnisse dieser Berufskreise abgeftimmt ist. ('Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, 24. Januar 1931. Der oberste Schiedsgerichtshof Australiens hat dieser Tage ein geradezu sensationelles Urteil gefall t. Auf die Klage einiger Arbeitgeber hin hat er schlankweg eine Verkürzung der bisher gezahlten Löhne um 10 v. H. verfugt, und zwar einstimmig, trotz des Protestes der Gewerk- chaftsvertreter, die das Urteil mit dem Rufe „Diebstahl" und dem Absingen des kommunistischen Liedes von der „Roten Fahne" begrüßten. Die wirtschaftliche Lage, so führte der Schiedsgerichtshof zur Be- ■grünbung aus, mache eine Anpassung der nationalen Ausgaben an die Einnahmen erforderlich. Diese aber seien im letzten Jahr um rund 1,4 Milliarden Mark zurückgegangen. Der Standard der australischen Löhne solle zwar nicht angetastet werden, eine Anpassung sei jedoch notwendig, um Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Wenn das im von den Gewerkschaften beherrsch- ten Australien möglich ist, und zwar noch dazu siei einem Gericht, das an sich ursprünglich einmal eingesetzt war, um die Tarifverträge zu schützen und dem australischen Arbeiter den höchstmöglichen Lohn zu erhalten, dann müssen, so sagt man sich unwillkürlich, die^Dinge sehr weit gediehen sein. Und in der Tat, es ist so. Die von den Arbeitern eingesetzte Regierung kann eben jetzt um die Lehre der Tatsachen auch nicht mehr länger herum, nachdem 1929/30 der Versuch, aufbem Wegeeiner Inflation Australiens Wirtschaft zu Helsen, scheiterte. Denn bie australische Währung, bie heute um 25 v. S). niebriger steht als bas englische Pfunb — obwohl noch vor einigen Jahren bas Verhältnis umgekehrt war — ist vergeblich durch eine willkürliche Inflation in ihrem Wert geminbert worben. Die Weltwirtschaftskrise ist barum doch nicht an Australien vorbeigegangen und hat das Land nur um so härter getroffen. So hart, daß man wohl, wenn man von Deutschland absieht, Australien als das a ut härtesten betroffene Land von allen Ländern der Erde bezeichnen kann. Wer das zum ersten Male hört, ist zweifellos nicht geneigt, einer solchen Bel)auptung Gehör zu schenken. Und doch zeigt eine kurze Ucberlegung, daß dies durchaus logisch ist. Was produziert Australien? Weizen und Wolle — alles andere kommt kaum in Frage. Gerade auf den Märkten für Weizen und Wolle sind aber bekanntlich bie größten Preis- Äufammenbrüdje erfolgt, nicht zuletzt, weil in Amerika unb in Australien bie Ernten sehr gut waren, so baß bie vom Kapitalmarkt unb von der Industrie ausgehende Krise auf ein lieber- angebot an Agrarprodukten und Rohstoffen stieß. Das war gerade für Australien besonders fatal. 'Australien, bas Laub ber höchsten Löhne der Welt, produzierte ja schon vor dem Abbröckeln der Preise so teuer, daß sich nur noch die allergrößten Betriebe knapp rentierten. Lange ehe es auf dem Weltmarkt zur Katastrophe kam, hatte Australien seine Produktionskrise, die sich im Zurückgehen des Absatzes unb in einer ftänbig wachsenben Zahl von Arbeitslosen äußerte. Als daher der Zusammenbruch des Weizenmarkkes in Amerika erfolgte, versetzte dies der australischen Produktion geradezu den Todesstoß: Australien erstickte in Weizen und Wolle unb mußte boch feine eigene Jnbu- ftrie fast völlig ftillegcn, weil ihm niemanb mehr feine Waren in ausreichenber Menge abnahm. Nun hätte man zweifellos bem Unheil beizeiten Einhalt tun können. Hakte man als erster bie Krise im Lanbe, so konnte man auch als erstes Lanb bie Mittel zur Bekämpfung ber Krise in Erwägung ziehen. Aber das von den Gewerkschaften regierte Australien buchte nicht daran, den Dingen auf den Grund zu gehen. Daß die Löhne zu hoch seien — eine Feststellung, die von der englischen Presse immer wieder getroffen wurde — daran dachte kein Mensch — man beschränkte sich vielmehr auf das alte Mittel, das alle finanziell ober wirtschaftlich schlecht geleiteten Staaten als ultima ratio regis Wirischastsnoi im roten Australien Von unserem (g)-Berichterftatter. —— Mann über Bord. Von Käte Brandel-Elschner „Kein Mensch entgeht seinem Schicksal ... lassen Sie sich warnen, mein Herr ... bie Sterne lügen nicht!" Die Stimme war nicht unangenehm. Tim Bobben faltete seine Zeitung, ließ das Monokel in bie hohle Hanb fallen unb sah belustigt auf bas frembartige Wesen. „Was wünscht bas kleine Fräulein von mir?" Sie hielt ihm eine Faust voll weißer Papiere entgegen. Schon ergriff feine Hanb, gewohnte Geste an südlichen Meeren, zur Tasche, ein paar Centesimi hinzureichen oder ein paar Lire. „Nein, Herr, ehrliche Arbeit! Es ist Ihr Horoskop!" Neben ihn, auf die Bank der Uferpromenade, legte die Kleine bie weißen Blätter, engbeschrieben, schüchtern, mit zarten braunen Füßen blieb sie stehen, spielte verlegen mit ben bloßen Zehen im Sande, strich sich die schwarzen Locken aus der Stirn während er las. „Wer hat das geschrieben, Piccina?" „Mein Vater, er ist ein großer Gelehrter!" „Italiener?" „Nein, Syrier!" „Woher weiß er meine Geburtsdaten?" Die Kleine zögerte. „Vom Hotelportier!" „Alter Halunke!" dachte Tim Bodden. Der zierlichen Kleinen drückte er einen Geldschein in die Hand. Er wollte noch fragen, dies und das, aber sie stob dahin, den Strand entlang. Lose flatterte das rote Röckchen um braune Knie. • An diesem Mittag versäumte Tim Bodden das Lunch. Leer lag die breite Promenade in der Sonne, als er seinem Hotel zuschritt. Er wehrte seinen Ge- danken wie schwirrenden Mücken. Die Sache schien ihm unheimlich. Unter einer Palme entfaltete er zu in zehntenmal die weißen Bogen ... Erbschaft, Spielverlust, — es stimmte auffallend. Aber konnte der geschäftstüchtige Sijrier das nicht irgendwie erfahren haben? Doch da standen Ereignisse aus früheren Zeiten: Brandkatastrophe — drei Jahre lang lag das zurück! Und hier: Schaden durch Tiere — war das nicht vor zwei Jahren, als er mit Ulla, bem Biest, am Trakehner Graben koppheister ging unb für tot vom Platze getragen wurde? Sonderbar, da stand auch bie Affäre mit Lil: Eine junge blonbe Dame verschmäht seine Werbung! Ob sie 'verschmähte! Direkt geflohen war sie vor ihm, bas blonbe, schöne Nachbarskinb. Na, das war aus unb vorbei, nichts mehr zu retten! Wichtiger schien, was ba von ber Zukunft zu lesen mar. Das sollte man beherzigen! Sieh ba: zwei Unglücksfälle auf einmal: Autopanne unb brohenbe Ehe. Tim, alter Junge, Vorsicht! Bleibt also bas Vehikel vorläufig in ber Garage. Unb ber holden Evelyn. Tochter des Geldprotzen aus Chikagch wollen wir aus dem Wege gehen. Das fehlte noch! Groteske Vorstellung: Evelyn, bie Monbäne, als Herrin auf bem traulichen Sitz am heimatlichen See. ♦ Am Hotel vor der breiten Terrasse stand sie, die Miß, bei ihrem weißen Wagen: sie wartete auf ihn, ob er vergessen habe, sie wollten doch ein wenig in die Berge fahren! „Um Gottes willen!" Und tausendmal Pardon, aber es geht nicht! Telegramm von zuhause. Schreckliches fei oorgefallen! Er war so erschüttert und blaff, daß glaubhaft schien, was er stammelnd vorbrachte. Die Miß fuhr nicht in die Berge. Sie verlegte ihm stündlich den Weg. Ihm saß bie Angst im Genick. Der Alte aus Chikago wich nicht von seiner Seite. — Kein Mensch entgeht seinem Schicksal. Das wollen wir sehen! Ich bin gewarnt! — Tim Bobben reifte ab. Ein namhaftes Geschenk für bie Tochter bes Syriers blieb beim Portier. Miß Evelyn machte kalte, rachsüchtige Augen hinter ihm her, als er feinen Wagen mit Schwung zur Flucht startete... An der Grenze holte sie ihn ein. Als er aus bem Zollgebäube trat, ftanb ihr weißer Wagen neben dem feinen. Sie suchten ihn wohl drinnen im- Hause. So ernst war die Sache. Tim Bodden ließ in Panikstimmung zwei Koffer zurück und machte sich davon. ri _ . Erst hoch im Ticino wagte er zu rasten. Weißes Brot, Ziegenkäse und Chianti, schnelles Tanken, schon drängte die komische Angst weiter. Hinauf auf den Gotthard und drüben die Wenden unb Kehren hinunter in voller Fahrt. Zwei Tage später hinkte er bie Treppe hinunter bei seinem Haus am See. Jrgenbwo in einem Schweizer Dörfchen lag fein Wagen, zerbeult, zertrümmert. Er selbst mit ein paar Schnittwunben und geprelltem Knie, war lebend davongekommen. Wie 'durch ein Wunder, meinten die Schwyzer Bauern. Zum Teufel mit dem Horoskop! Aus 'Angst vor der Ehe hatte er das drohende Autounglück vergessen. Wenigstens lag das nun dahinter! Die Tatsache gewährte 'Beruhigung. Meiden wir also die holde Weiblichkeit noch ein paar Wochen, bis der Affe in den Skorpion kommt oder ber Mars auf ben Hunb ober wie bie blöbfinnige Formel hieß — was kann ba schon passieren! Genau am Beginn bes Juli ist die Gefahr vorüber. So steht es in den Sternen. Also Geduld! Tim Bodden spielte den Einsiedler. War es nicht schamlos, wie die Mütter erwachsener Töchter ihm nachstellten? Wie die Einladungen sich häuften? Wie man einfach vorfuhr und ihn zu überrumpeln suchte! Die Ehegesahr schien mit dem abgeschlagenen Angriff der Miß nicht beseitigt. Tim Bodden fand den Ausweg. Er tafelte feinen alten Vierziger und verbrachte die Junitage draußen aus dem Wasser. Der Junge vom Gärtner hockte wie ein kleiner Buddha am Vorschiff und störte ihn nicht. Achterlich an der Pinne träumte Tim. Aeugte am Hellen Großzeug hinauf in den blauen Himmel, freute sich, wie er das Schicksal parierte. Gute Sache, so ein Horoskop! Tim Bodden trimmte das neue Segel. Windstärke fünf mit Böen. Man hatte alle' Hände voll zu tun. Der Stander tanzte und floppte. Die Leinwand killte ein wenig, sonst stand das Segel herrlich. Mit ber Zeit tarnen erhebliche Spritzer über. Der Boy machte bie Luke bicht unb kroch mitschisss. Plötzlich schrie er: „Boot voraus!" Im gleichen Moment sah auch Tim bie kleine Jolle, wie fie kämpfte, aufjtanb, und vor ber nächsten Boje einfach kenterte. Platt lag das Segel auf dem Wasser. Der gekenterte Jüngling saß rittlings auf dem Kahn, mit langen weißen Hosen und triefte. Tim Bodden manövrierte auf ihn zu. stellte sich in den Wind und holte ihn über... „Ahoi, Tim Bodden", sagte die klatschnasse Lil, „unb vielen Dank, unb bas ist bie Nixe, vielleicht können wir sie abschleppen!" Unb bann arbeitete sie heftig mit, benn Tim verlor alle Führung. Der Sturm hatte feine Schulbigkeit getan, er flaute ab. Die Lil zog in ber Kajüte trockenes Zeug an, unb tat, als ob sie auf ber „Azzura" zuhause wäre. Mit der „Nixe" im Schlepp, kam man langsam an bie Boje. Es war der 30. Juni. „Kein Mensch entgeht seinem Schicksal", sagte Tim Bodden bei der Verlobungsfeier und erzählte diese Geschichte. Die kleine Lil aber Muckste feinen Ton davon, Dieses Referat Darf sich für bie Zukunft nid>i nur auf bie genannten technischen Mittelschulen erstrecken, Ionbem muß unbedingt auch mit Police Wirksamkeit auf bie technischen Grundschulen, d. k. aus die gewerblichen Berufsschulen ausgedehnt werden. Aber auch Handwerk und Industrie können zu dieser Maßnahme . ihre Zustimmung nicht erteilen. Sie sind außerordentlich bar an interessiert, daß ber oberste Aussichtsbeamte e i m technischer Fachmann ist, ber ihre 2Infor- berungen an die Ausbildung ihres Nachwuchses kennt, bauernd mit ihnen in Fühlung ift. fotoio Anregungen unb Wünsche der praktischen Berufs in ber Schule zur Durchführung bringt. Schließlich! berührt diese Angelegenheit alle technischen Verufskreise. 3 mm er wieder muff e rt die Techniker f e ft ft eilen, baß ein auffall e n be r Gegensatz besteht zwischen der Bewunderung, die man tech- nischon Taten entgenbringt. und dev Tatsache, daß höhere Verwaltungs - st eilen technisch ausgebildeten Kräf- ten vorenthalten werden. Oer bedrohte deutsche Wald. Die deutsche Forstwirtschaft, die angesichts bce Tatsache, baß 2 7 Prozent der gesamten Landesfläche von Wald bedeckt ist. eine große Rolle spielt, befindet sich nach Qln* * sicht gutunterrichteter Forstwirtschaftskreise ire einer außerordentlich kritischen Situation. Deo neue Forstetat Preußens für 1931 bcttxciftt diese Befürchtungen leider nur allzu sehr. Deo Etat ist bereits hinsichtlich der Einnahmcpositivnen so vorsichtig wie möglich aufgestellt worden, unb doch geht her Ueberschuh auch im kommen * men den Jahre nach den Berechnungen der Prcu- ßischen Forstverwaltung weiterzurück. Prerow hen verfügt über eine Fläche von etwa 2.5 üRun Honen Hektar Wald, der im kommenden 3abre rund 170 Millionen Einnahmen und 136 Millionen Ausgaben erbringen wird. Dagegen betrugen bie Einnahmen im 3ahre 1929 noch fasst 200 Millionen, die Ausgaben dagegen 146 Millionen. so daß im vergangenen Jahr noch mit einem Ueberschuß von 54 Millionen gerechnet werden konnte, während für das kommende 3ahc der Voranschlag nur einen Ueberschrß von 34 Millionen Vorsicht. Trotz einer Erhöhung des Abschlages, trotz weiterer Verminderung des für Betrieb. Schutz und Verwaltung kaum noch ausreichenden Per- sonalbestanbes und trotz Abdrosselung der Ausgaben ist ein unaufhaltsames Absinken des Aeberschusses um rund 2 0 Millionen zu verzeichnen. Rach der bisherigen Entwicklung des Holzmarktes scheinen auch die Preise, die im Voranschlag des Etats für den Verkauf von Holz angesetzt toorbcu sind, z u hoch gegriffen zu sein, so daß im Laufe des Jahres mit einem weiter -n Einnahmeausfall zu rechnen ist. Es^vird also nicht mehr lange dauern, bis ein Ueberschußi an Einnahmen überhaupt nicht mc£it zu verzeichnen ist, abgesehen von der ungenügenden Aufforstung, die heute durch den vermehrten Abschlag unbedingt erforderlich wäre. Schlimmer als in den staatlichen Forsten sieht es in der deutschen Privatforst wirtschaft aus, die etwas mehr als die Hälfte bec deutschen Walbfläche umfaßt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, steht sie bereits am Rande einer Katastrophe. Von einer Verzinsung ihres Waldwertes und des Betriebskapitals kann nach der Ansicht unterrichteter Kreise nicht mehr btc Rede sein. 3e geringer die Einnahme aus bem Walde, um so mehr muß natürlich geschlagen werden, so daß allmählich der deutsche Wald einem Raubbau zum Opfer fällt, wenn nicht rechtzeitig Hilfe kommt. Taten für Freitag, i:i. Februar 1754: ber Diplomat Fürst Taleyranb in Paris geboren, — 1883: Richard Wagner in Benebig gestorben. baß sie ben ranken Kahn, bie „Nixe", mit leiser Absicht vor „Azzura" umgelegt hatte. Sie fchwörl seither auf bas Horoskop. Zeitschriften. — „S> t e Sun st", aus bem Verlag F. Bruck- mann AG. in München, eröffnet bas neue Hcst mit Alfred Sisley, „dessen Palette in brennenden Fanalen die Sterbelieder des Herbstes singt und dessen Pinsel die Monotonie eines bleifarbenen Winterhimmels auf die Leinwand zu zaubern weiß". Alfred Sisley war einer der Maler, die: an der ersten Manifestation der Impressionisten teilnahmen, jenes Impressionismulses, der einer Brandfackel gleich die Gemüter der älteren Gene- ' ration entzündete und Künstler, Kritiker und Publikum aufeinanderprallen ließ. — Von persönlichen Beziehungen Anselm Feuerbachs zu Johannes Brahms, die trotz der wenigen disharmonierenden Züge ihres Wesens zu keinem engeren Freundschaftsbund führten, handelt eine interessante Schilderung. Weitere illustrierte Beiträge würdigen die Radierungen von Walter Waentig und die malerischen Werke Hans Wildermanns und des Italieners Giorgio be Ehirico. Der handwerkliche Teil zeigt Kostümentwürfe aus der staatlichen Schule für angewandte Kunst in München, Räume, Möbel. Beleuchtungskörper des Wiener Architekten Lichtblau, ferner die ausführliche Beschreibung eines Eigenheimes, neue Schöpfungen aus der reizvollen Welt des Kunstgewerbes, ber Porzellankunst, der Handweberei usw. im Bilde. — In den „Europäischen Gesprächen'* (Verlag Dr. Walther Rothschild. Derlin-Gcune- toalb) wird ihr Herausgeber A. Mendelssohn Bartholdy in zwölf monatlichen Aufsätzen die deutschen Forderungen des gleichen und gerechten Maßes für alle zusammenfassen, und führende Politiker von europäischem Ruf werden ihm antworten. Im Januarheft nimmt er zu dem Problem der Kriegsschuldfrage Stellung. Der Vergleich von 1919 und 1931 zeigt sinnfällig und überzeugend, daß der einseitige Spruch von Versailles ein Ergebnis gezeitigt hat, das die böse Absicht der Siegermächte zwiefach bezwingt. Deutschlands Abwehr war die Veröffentlichung feiner Vorkriegsakten: sie hat bewirkt, daß auch die anderen ihre Archive öffnen und damit eine gemeinsame Einsicht in die Ursachen des Krieges vorbereiten mußten Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 12. Februar 1931. Sozialer Kursus -er Evangelischen Vereine in Gießen. 'Die Evangelischen Arbeitervereine Gießen und Butzbach, der Evangelische Bund und der Wart- burgverein veranstalteten in diesem Monat im Marfussaal einen Sozialen Kursus. Der erste Teil sand am Svnntaanachmittag bei reger Beteiligung statt. Pfarrer Becker begrüßte die Teilnehmer. Berbandssekretär Läufer, Darmstadt, rcft- vierte sodann über die Aufgaben der Evangelischen Arbeitervereine, die als Gcsinnungsgemeinschast werktätiger evangelischer Volksgenossen das Evangelium verbreiten und festigen und zugleich Kirche und Arbeiterschaft einander näherbringcn wollten. Die evangelischen Arbeitervereine führten den Kampf gegen das moderne Heidentum und gegen das materialistische Welt- und Lebens- ild, das keine höhere Verantwortung kenne. Das Evangelium müsse auch unser Wirtschaftsleben durchleuchten. Das Schicksal des Arbeiters sei verbunden mit dem Schicksal des ganzen Volkes. Ausgabe sei weiter die Erziehung von charakterfesten Männern, die mit starken, sittlichen Kräften das Leben meistern. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Redner über die Aufgaben deS Evangelischen Bundes. Pfarrer B r e m m e r, Klein-Linden, sprach über die evangelische Jugend. Die Beschäftigung der Jugend, so führte er u. a. aus, dürfe nicht Selbstzweck sein, sondern müsse einem bestimmten Ziel- gedanken dienen. Die Jugend müsse in die Arbeit der Kirche hineingestellt werden. Weitere Aufgabe sei die Weckung des evangelischen Bewußtseins. Die Gegenwart und die Auseinandersetzung mit den, Gegner seien geeignet, der Jugend ein evangelisches Grundgut erwerben zu lassen und Bekenntnismut zu beweisen. Die Jugendorganisationen seien berufen, bei der Jugend das evangelische Bewußtsein zu wecken und Wege zur Betätigung zu zeigen. Das Hauptreferat hielt wiederum Verbands- sekretäv Läufer, Darmstadt, über die ^Soziale Verpflichtung der Kirche". Er vertrat dabei die Auffassung, daß die Kirche dafür zu sorgen habe, Kirche zu bleiben, ihre besondere Aufgabe, das Evangelium zu predigen, zu erfüllen und sich nicht so sehr mit Einzelmahnahmen zu beschäftigen. Die Kirche müsse Missionskirche und Volks- kirche sein, weit aufgeschlossen für jedermann: sie müsse Gerechtigkeit und Liebe in allen Handlungen üben. Sie müsse mitwirken am Ausgleich der sozialen Gegensätze. Die Kirche müsse die geistige Grundlage schaffen, auf der sich dir Menschen wieder finden und verstehen könnten. Weiter habe die Kirche die Pflicht, den Gemeindemitgliedern zu zeigen, wie zu den sittlich-religiösen Problemen der Zeit Stellung zu nehmen sei, und sie dürfe dabei nicht alles selbst zu machen versuchen. Die amtliche Kirche bedürfe der Mitarbeit besonderer Sachkenner in der heutigen Spezialisierung auf allen Lebensgebieten. Die Aussprache über diesen Vortrag wurde auf den Sonntag, 22. Februar, verschoben, an dem der Soziale Kursus fortgesetzt wird. Für diesen Tag sind Referate von Derwaltungsamtmann K a i h e r, Gießen, und Direktor M e n k e n, Kinzenbach, vorgesehen. •* Kaufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein. In der Reuen Aula der Universität sprach am Dienstagabend vor Mitgliedern imö Gästen des Kaufmännischen Vereins und des Ortsgewerbevereins der Kunstwissenschaftler Dr. H. G. Lemperh über „Die neue Zeit in ihrer künstlerischen Aeußerung". Der Redner ging von dem Grundsatz aus. daß sich der Zeitgeist die ihm entsprechende Kunstform .schaffe. Er streifte kurz die Stile vergangener ''Epochen und ihre Bedingtheit aus der gesell- xschastlichen Ordnung sowie bet Konstitution ihrer Träger. Weiter umrih er dann die Strömungen »dcr Gegenwart, die auf allen Gebieten unseres Lebens zu einer gewissen Gleichstellung und Uniformierung, zu einer Ueberwindung von gesellschaftlichen Gegensätzen, zu einer Gleichberechtigung von Mann und Frau, zu einer Normierung, zum Zusammenschluß organisatorischer Art aller jener, die durch gleiche wirtschaftliche oder kulturelle Interessen verbunden seien, hin- dränge. Die Idee zur Gemeinschaft habe gerade in den letzten Jahren stark an Boden gewonnen. Daneben her gehe der Wunsch und der Wille zur Sachlichkeit, die sich auf allen Gebieten äußerten. Don einem einheitlichen Kulturoild könne man zwar heute noch nickt sprechen, immerhin seien aber Ansätze vorhanden, dem Geist unserer Zeit auch in künstlerischer Hinsicht gerecht zu werden. In zahlreichen Lichtbildern zeigte der Redner nun die Schöpfungen einer neuen Architektur. Bauten des Holländers Aut, des Frankfurter ehemaligen Stadtbaurats May, des Magdeburger Architekten Bruno Taut, des ehemaligen Leiters des Bauhauses zu Dessau, Walter Gropius, sowie Le Corbusiers verkörperten, so führte der Redner aus. den Willen zur Sachlichkeit in sinnfälligster Form. Auf der gleichen Linie bewegten sich die Arbeiten der Maler Dix und Chirico und anderer. Der Vortragende sprach weiter über die neuzeitliche Wohnung, über die stets angestrebte Verbindung des Zweckmäßigen mit dem Schönen, er wies an Hand von Lichtbildern auf die bewußt geschaffene Harmonie in Form, Farbe und Material hin, die heute auch den einfachen Gebrauchsgegenstand auszeichnen soll. Mit einigen Ausblicken auf die Möglichkeiten der Zukunft in künstlerischer Hinsicht schloß der Redner seine interessanten Ausführungen, die zwar starken Beifall, sicherlich aber auch manchen Gedanken für und wider bei den Zuhörern auslösten. Gewerkschaftsbund der Angestellten. Man berichtet uns: Zu einem beruflichen Wettkampf der Scheinfirmen hatte der Iugendbund iin Gewerkschaftsbund der Angestellten in seinem Gaugebiet Hessen und Hessen- Rasiau aufgerufen. 62 Mannschaften in den verschiedenen Orten waren dem Rufe gefolgt. Interessante Geschäftsvorfälle mußten binnen zwei Stunden von den Teilnehmern gelöst werden. Die Aufgaben verlangten viel Geschick und schnelle Auffassungsgabe. Der DerufSeiser der Mannschaften war erstaunlich. Rach eingehender Bewertung konnten folgende Firmen als die besten bezeichnet werden: 1. Gekuppelt, Gewürfelt L Geblümt, Textilgroßhandlung, Frankfurt a. M.: 2. Schorfche Bartenweher, Drogengroßhandlung, Melsungen (Bez. Kassel): 3. Scheinwerfer L Batterie, Kraftsahrzeugzubehör, Fechenheim a. M.: 4. Blank & Rostig AG., Frankfurt a. M., Eisen und Metalle: 5. Pflasterstein L Kleinschlag, Baugesellschaft, Kirn (Rahe). Die Preisverteilung und Schluhfeier erfolgte am vorigen Sonntag anläßlich eines Festabends des Berufes in Frankfurt a. M., bei dem der Gaujugendsekretär des GDA., Georg Drost, über den „Sinn der Scheinfirmen" und der Berufsberater Dr. Brücher über das Thema „Das Berufsleben der jungen Generation in der Gegenwart" sprach. Landkreis Gießen. . -: Beuern, 11. Febr. Als Abschluß seiner Arbeit im Jahre 1930 veranstaltete der hiesige Turnverein „Gut Heil" einen Familienabend im Saale des „Holländischen Hofes". Der 1. Vorsitzende, Schreinermejster L. W. Arnold, hielt zu Beginn des Abends eine kurze Ansprache, die in dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied ausklang. Einige Theateraufführungen trugen wesentlich zur Unterhaltung bei. Die turnerischen Darbietungen der aktiven Mannschaften, sowie der Schülerriegen am Barren und am Reck zeigten, daß im Verein ernste turnerische Arbeit geleistet wird. — Irn Saale des Gastwirts Wagner fand, veranstaltet vom hiesigen Volks- b i l d u n g sv e r e i n ein Vortragsabend statt, in dem Oberschulrat Dr. Rösler aus Herman-stadt in S.ebenb .rgen über die Siebenbürger Sachsen sprach. An Hand von Lichtbildern führte der Vortragende den Zuhörern die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Verhältnisse dieser auf vorgeschobenem Posten sich behauptenden deutschen Kolonie vor Augen und erntete starken Beifall. * Burkhardsfel den, 11. Febr. Der hiesige Landwirtschaftliche Konsumverein feierte am Samstag sein 4 0. Geschäftsjubiläum. Zu dieser Feier waren sämtliche Mitglieder mit ihren Familien und eine Reihe von Gästen erschienen. Direktor Schmidt eröffnete die Feier und erstattete in fast anderthalbstündiger Ansprache der Festversamm^ung Bericht über die Entstehung und den Werdegang des Vereins, der zur Zeit aus 138 Mitgliedern besteht. Anschließend hielt Oberrevisor Hartmann (Gießen) einen Vortrag über das Genossenschaftswesen, der starken Beifall fand. Bei dieser Gelegenheit sprach der Redner dem Vorstand des Vereins für die mustergültige Geschäftsführung volle Anerkennung aus. Herr Sundheim (Gießen) überbrachte dann dem Verein die Glückwünsche seiner Firma. Anschließend gab der Direktor die Glückwunschschreiben einiger anderer Lieferanten der Genossenschaft bekannt. Wirtschaft. Holzversteigerungs - Termine. Freitag, den 13. Februar. Versteigerer: Bürgermeisterei Beuern, Versteigc- rungsort: Gemeindewald Beuern: Zusammenkunft am Forsthaus, 10 Uhr. Versteigerer: Forstamt Nieder-Ohmen. Versteige' rungsort: Ziegenhainsche Wirtschaft zu Nieder- OInnen, 9.30 Uhr. Versteigerer: Bürgermeisterei Wohnboch. Versteigerungsort: Gemeindewald Wohnbach: Zusammenkunft am Waldeingang Wohnbach—Münzenberg, 10 Uhr. Versteigerer: Stadt Gießen. Verstcigerungsort: Abteilungen des Stadtwaldes: Zusammenkunft an der Kreuzung Licher Straße und 10. Schneise, 9.30 Uhr. * Frankfurter Hypothekenbank. Die Frankfurter Hypothekenbank bringt am 24. Februar zum 1. April 1931 rund 1,5 Millionen Goldmark 4,5prozentige Liquidationspfandbriefe Reihe 5 zur Auslosung. Damit erhöht sich der von der Frankfurter Hypothekenbank zur Verlosung gebrachte Betrag an Liquidationspfandbriefen auf rund 5 Millionen. Von den Liquidationspfandbriefen Reihe 5 befinden sich zur Zeit noch rund 90 Millionen Goldmark im Umlauf. * Die Urabstimmung bei der Hütte Ruhrort-Mciderich. Bei der gestern auf der Hütte Ruhrort-Meiderich vorgenommenen Urabstimmung der Belegschaft über den Vorschlag der Verwaltung stimmten von 6870 Stimmberechtigten 6594 ab. Für den Vorschlag stimmten 2127, dagegen 4400 Stimmberechtigte. 67 Stimmen waren ungültig. Bei den Angestellten waren im ganzen 1027 stimmberechtigt, wovon 998 ihre Stimmen abgegeben haben. 892 stimmten für den Vorschlag, 91 dagegen. Ungültig waren 15 Stimmen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 12. Febr. Tendenz: eher schwächer. Auch die heutige Börse eröffnete nach den starken Rückgängen an der Abendbörse in eher schwächerer Haltung, da die Demonstration der Rechtsparteien im Reichstag eine größere politische Unsicherheit in den Reihen der berufsmäßigen Effektenhändler verursacht hat. Die Börse zeigte Im ganzen jedoch eine relative Widerstandskraft, da anderseits die feste Reuyorler Börse etwas anregte. Infolge kleiner Auslandsaufträge und einiger Glattstellungen der Spekulation ergaben sich daher gegen die gestrige Abendbörse meist weitere kleine Kursrückgänge. Das Geschäft be- toegto sich in engen Grenzen. Am Elektrvmarkt war die Kursgestaltung uneinheitlich. Während Siemens, Schlickert, AEG. um den Bruchteil eines Prozents höher eröffneten, neigten Licht u. Kraft und Gesfürel zur Schwäche. Am Chemiemarkt gaben I.-G.-Farben bei kleinem Geschäft weiter nach. Deutsche Erdöl hatten mit minus 1,75 Prozent einen stärkeren Verlast. Schwächer lagen außerdem Zellst off werte, Kali- und Montan-Ak- tien; die Rückgänge betrugen von 1 bis 2,5 Prozent. Karstadt, Deutsche Liiwleum und Rorddeut- scher Lloyd büßten von 1 bis 1,5 Prozent ein. Don Dauunternehmungen gaben Holzmann 2,75 Prozent nach. Bankaktien blieben im allgemeinen gehalten. Am Anleihemarkt lagen Reubesih und Schutzgebiet etwas höher. Ausländer lagen geschäftslos. Am Pfandbrief markt waren Städte- AuslofungSanleihen etwas gefragt, während im übrigen keine Veränderungen zu verzeichnen waren. Im Verlaufe neigte die Tendenz weiter zur Schwäche, da zu den ersten Kursen Material Vorgelegen haben soll und auch vom Ausland schwächere Kurse gemeldet wurden. Die Kursrückgänge betrugen weiter 1 bis 1,5 Prozent. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 Prozent ge- sucht. Am Devisenmarkt lag Madrid sehr schwach, sonst ergaben sich keine nennenswerten Veränderungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,205750, gegen Pfund 20,4413, gegen London Kabel 4,8603, gegen Paris 123,97, gegen Mailand 92,86, gegen Madrid 49,60, gegen Schweiz 25,1750, gegen Holland 12,1190. Berliner Börse. Berlin, 12. Febr. Nach einem nicht unfreundlichen, aber doch zurückhaltenden Vormittagsverkehr eröffnete die heutige Börse in schwächerer Haltung. Es traten selbst gegen die gedrückten Notierungen der gestrigen Frankfurter Abendbörse noch weitere Abschläge ein, so daß gegen die letzten Berliner Notierungen '23 c r l u ft c von 1 bis 4 v. H. keine Seltenheit waren. Die politische Unsicherheit hat auch bei der Kundschaft und im Ausland weitere V e r k a u f s o r d e r s zur Folge gehabt, und auch bei der Spekulation traten Abgabeerfcheinungeil hervor. Die Stimmung war ziemlich nervös, die Umfatztötigkeit und Auftragsluft recht gering. Besonders schwach lag der Montanmarkt. Die Frage einer möglichen Dividendelosigkeit bei Harpener hotte Veranlassung gegeben, sich auch mit den Dividendeaussichten der übrigen Montanwerke zu beschäftigen, für die man, gemäß der Stahlvereinsdividende, einige Urteilsfähigkeit hat: Harpener, Rheinische Braunkohlen und Rheinstahl erschienen mit Mimis-Minus-Zeichen und eröffneten 3 bis 4 v. H. niedriger. Auffällig gedrückt lagen auch Kaliwerte, die bis öz v. H. einbüßten. Sonst waren noch Deutsche Linoleum, Schubert & Salzer, Berger, Svenska, BMW., Gesfiirel und Rhein.-Wests. Elektrizität stärker rückgängig. Bayr. EW., Stolberger Zink und Beinbera erschienen außerdem noch mit Minus.Minus-Zeicyen. Als Ausnahme sind Doris Oele (weiter Plus-Plus) und Hirsch-Kupfer (plus 3,4 v.H.) zu nennen. Anleihen waren nachgebend. Ausländer geschäftslos. Türken abbröckelnd. Pfandbriefe lagen sehr still. Reichsschuldbuchforderungen zirka 0,5 v. H. schwächer. Der Geldsatz war wenig verändert. Tagesgeld vereinzelt 3,5 v^H^fonst wie gestern. Als die Spekulation merkte, daß das an und für fick nicht groß herauskommende Material Aufnahme sand, schritt sie zu kleinen Deckungen, so daß in den Kursen gegenüber Anfang eine leichte Erholung eintrat. Da die Auslandbärse schwache Kurse meldeten und zu den Kassakursen wieder Verkaufsorders vorliegen sollen, ging diese Erhöhung meist wieder verloren. Stolberger Zink gelangten verspätet mit 43,25 v. H. zur Notiz. Lahmeyer mit 122,75 v. H., Törls Oele mit 50 v. H., Bank für Elektrowerte mit 95,75 v. H., Hamburg-Süd mit 126 v. Sy, die dann im Verlaufe wieder 2 v. Sy einbüßten. Die 4,5proz. Oesterreichische Staatsrente von 1914 gelangte 1 v. Sy höher zur Notiz. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Febr. Auf trieb: 189 Rinder, 923 Kälber, 173 Schafe, 1082 Schweine (281 Litauer). Es wurden notiert (Preise am Frankfurter Viehmarkt, nicht Stallpreise): Kälber: beste Mast- und Saugkälber 62 bis 65 Mk.. mittlere Mast- und Saugkälber 57 bis 61, geringe Kälber 50 bis 56. — Schafe: Mast- (ämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 45 bis 48, mittlere Mastlämmcr, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 38 bis 44 Mk. — Kälber und Schweine ruhig, Ausverkauf t: Schafe rege, ausverkauft. Gewinnauszug 5. Klasse 36. Preußisch-Süddeutsche (262. Preuh.) Staals-Lotteric Ohne Gewähr Nachdruck verboten 2. Ziehungstag 10. Februar 1931 In der heutigen Vormittaaszichung wurden Gewinne über 4uu M. gezogen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar sc einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 4 ®etotnue ju 10000 M. 213131 297944 8 Stwtnne ,u 8000 M. 81569 81852 114525 256705 14 »etolnne ju 3000 119107 165241 228117 229692 320306 365076 369863 62 ©ttoinnc »u 2000 Dk. 14855 16347 20026 24564 39612 39933 57774 98118 119970 143383 172245 174984 176888 221459 227844 232155 287794 292481 293861 296764 297603 335816 345404 363082 367173 383986 106 V-wtnn« M 1000 M. 70 8325 32154 38366 39268 39584 40826 55773 59040 66585 80537 87291 87301 91591 102244 136659 143839 147740 158957 165172 166343 178715 182424 187050 194430 199867 202705 209884 212649 216497 225757 237935 241598 244671 256458 263931 269591 269710 280072 282081 290174 292757 293382 300557 316570 317912 320567 352424 353799 365333 365828 378207 379580 206 Öehrnne «u 500 M. 4847 7838 8129 11014 15186 22507 29223 33184 35459 37336 37712 38653 40383 40435 31146 54198 54910 55021 57839 57845 62514 70578 78500 87749 93880 94782 97920 99812 99969 102526 112203 113618 113902 119821 121165 128424 132176 147688 154010 155168 155489 156716 166507 170117 186099 187588 187664 189413 191986 199642 206277 207108 207592 207646 208701 211275 215476 215519 225244 233957 234804 241524 243428 24640S 248373 249946 260615 260707 274647 276478 279510 281887 281940 283719 288682 290859 293115 309462 316200 321780 323824 326422 329348 331151 340949 342805 345845 349377 352539 360656 361922 366591 367773 376490 379033 382365 382653 383220 387748 391364 394945 395689 396042 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. Sy, Lombardzinsfuß 6 v. H. Ifrronlrurt a. " . | Serltn Echluß- lure 1»Uhr» flur# Schluß» tu re Anfang» fiure Dalum 11.2. 12.2. 11-2. 12.2. 6% Deutsche Reichsanlethe von 1927 ......... 7% Deutsche Reichsanleihe 85 — 84,8 — von 1929 .......... Deutsche Mnl.-Ablöl^Schutd mit 98,5 —- 98,9 — 53,75 5,325 _ 53,8 5.475 53,9 5,25 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . 6% He«. VoUrstaat von 1929 5,35 (rüd Schluß» furd Anfa: g» «urd Volum 11.2. 12.2. 11.2. 12.2. Bereinigte Stahlwerke . 60 — 61 59,75 Olavi Minen..... 16'/. 35 — 35,5 35,5 Raliroerlc Aschersleben . . JO 135 — 137,25 131,75 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 141 — 144.75 139 Kaliwerke Lalzdeisurlh . • . 15 209 207 212,4 208,5 I. G. Yarben-Jnduftrie. • . 12 137,25 136,9 139 136,25 Dynamit Nobel .... . . 6 67,75 65,65 Echeideansloli..... . . 0 123.5 — — Goldschmidt..... . . 6 39 38 38,75 38,75 Rülgerswerke..... . . 6 48,5 48,13 49,5 47,25 Metaligesellschast. . . . . . 8 69 69 70 Philipp Holz mann . . . Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt. . . . 7 78 75,25 78 75 • . 10 . 10 80 Wayb & ffreytag . . . . . 8 45,25 45,5 46,25 — EchukthetS Patzenhoser . . 15 — — 169,65 167,5 Ostwecke....... . 12 •— — 148 143,5 Aku......... . 18 64,25 — 65,25 63,75 Bemberg....... . 14 58 — 61 58 Zellstoff Waldbos . . . • 18'/. 98 97 100,5 97 Zellstoff Aschosienburg . • . 12 76 73,75 76,13 74,5 vharlottenburger Wasser ■ . . 8 88 87.5 Dessauer Gas..... . . 'J 114 112,13 Daimler Motoren . . . . . 0 23,25 23,5 23,25 Deutsche Linoleum . » 108 107,25 110,75 105,5 Maschinenbau A.-G. . . < . . v — — 33,75 33 Rat. AuloinobU . . . • . c — __ Orenstein & Koppel . . . . 6 — - — 48,5 47-75 Leonhard Tietz .... . IC 109 107,75 106 EvenLla....... - . . . 249 — 250,5 246,5 Frankfurter Maschine» . . . 4 12,5 13 — Gritzner....... . . 6 31,5 — 32,5 — Heyiigenstaedt .. . . . . 0 — —- —- Hunghan«....... Lechwerke....... . . 6 . . 8 —- ü 33,75 33,9 Mainkrastwerke Höchst a. M.. .8 71 — *— Wag........ . 10 — 66,25 —- Gebr. Roeder..... - . 10 77,5 — —- Voigt & Harscher . . . . . I — —• Süddeutsche Zucker . . • . 10 125 126 — Banknoten. Berlin, 11. Februar «eld Ärtls Amerikoniiche Roten...... 4,191 4,211 Belgische Roten ....... 58,40 58,64 Danilche Noten •«••••• 112,18 112,62 Englische Noten . ....... 20,39 20,47 fitan,)üiUdie Noten ....... 16,465 16,525 Holländische Noten ....... 168,33 169,01 Ztalieniiri> ■ »Noten........ 22,01 22,09 Norwegische Noten....... 112,13 112,37 Deutsch-Lesterreich, t 100 Lchilling 58,92 59,16 Rumänische Noten ....... 2,48 8,50 Schwedische Noten ....... 112,28 112,72 Schweizer Noten...... . 81,99 81,41 Spanische Noten........ 41,92 42,08 Tschechoslowakische Noten..... 12,39 12,45 Ungarische Noten ..... 73,12 73,42 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bk. 11 .Februar 12.§cbniot Amtliche Notierung Amtliche Notierung <«elb Brief (Selb »riet Amft.-Rott- 168,78 169,12 168.71 169,05 Bun'- Aires 1,294 58,595 1,298 1.326 1,330 Brss, Antw, 58.715 58,58 58,70 Christiania - 112,42 • 112.64 112,40 112,62 .Kopenhagen 112,42 112.64 112.41 112,63 Stockholm - 112,56 112,78 112,51 112,73 6clfinofor5. 10,572 10.592 10,579 10,592 Statten. . . London. . » 21,99 22,03 21,985 22,025 20,425 4,201 20,465 20,42 20,46 Neunork . . 4,209 4,202 4.210 sliariS.... 16,471 16,511 16,472 16,512 Schwei; . . 81,115 81,275 81,11 81,27 Spa ikit . . 42,16 42,24 41.66 41,74 Japan . . - Nie de Jan. 2,080 2,084 2.081 2,085 0,368 0,370 0,364 0,366 Wien in D.» £?efl. abgcst 59,015 59,135 59,01 59,13 Prag .... 12.43 12.45 12,433 12,453 Belgrad . . 7,401 7,415 7,403 7,417 Luoavett. . 73,30 73,44 73,31 73,45 Uul>,arten . 3.044 3,050 3,042 3.048 l'tffabon 18,85 18,89 18,85 18,89 Danzig. . . SonfLntitt- 81,64 81,80 81,60 81.76 1,784 1,789 1,784 1,789 Silben. 5,445 5,455 5,445 5,455 ttanaoa 4,199 4,207 4,200 4,208 Um uav. . 2,837 2.343 2,897 2.903 Catro . . . 20,94 20,98 20,94 20,98 Handball im Gau Hessen (O.T.) Großen-Vuseck I und II — Tv. Wehlar I und IL 2m Sonntag lieferten sich die ersten und zweiten Mannschaften der beiden Vereine je ein Freundschaftsspiel. Wetzlar stellte in seiner ersteig Mannschaft eine in allen Teilen durchgebildete ins Feld, während sich die Plahbesiher durch größere Schnelligkeit und Eifer auszcichneten. Das Spiel, da- mit 3:2 Toren für Wetzlar endete. wurde sehr ausgeglichen durchgefünrt. und erst mit dem Schlußpfiff konnten die Gäste durch einen Strafstoß das sicgbringende Tor erzielen. Da- Spiel der zweiten Mannschaften sah die Grohen-Buseckcr stet- feldüberlegen und mit 2:1 Toren fiegreich. Da- Ergebnis konnte leicht höher lauten. Vereins Gerätewetikampf AlSfeld - Treysa -r- Ziegenhain. Einen spannenden Wettkampf lieferten sich am vergangenen Sonntag die genannten drei Vereine in Treysa. Es war eine eindrucksvolle, sür die Turnsachc werbende Veranstaltung, ein hochwertiger Komps, der fast drei Stunden lang unter lebhaftester Aufmerksamkeit die Zuschauer fesselte. Jede Mannschaft bestand aus fünf aktiven Turnern, einem Altcrsturncr und zwei Turnerinnen, und zwar hatte jeder Teilnehmer eine sclbstgewählte ilcbifng am Seitpferd. Reck und Vaprcn zu turnen. Drei Turner und die Turnerinnen jeder Mannschaft führten noch je eine Kürfreiübung aus. Qln Stelle der Reckübung dec Turnerinnen trat eine Handgcräteübung. Das schwierige Kampfrichteramt wurde von Kreis- sraucnturnwart Hoffmann, Kassel, und Be- zirkS-Obcrturnwart H e b e r l e i n, Marburg, einwandfrei versehen. Zu Beginn schien der Kamps vollkommen offen, jedoch nach Beendigung der zweiten Hebung zeigte sich, daß Alsfeld über die besseren Kräfte verfügte. Alsfeld behielt vom ersten Gerät an die Führung und gewann sicher mit 958 Punkten vor Treysa (881) und Ziegenhain (839). Die Punktunterschiede gegenüber Alsfeld wären nicht so grob ausgefallen, wenn Treysa und Ziegenhain nicht noch im letzten Augenblick infolge Unfall und Krankheit für einen ihrer Besten Ersatz hätten einstellen müssen. Die Mannschaft des Turnvereins Alsfeld gelangte im einzelnen zu folgenden Punktwertungen: Wolter Siegmann 106. Albert Würtz 106 (37), Hans Thöt 100. Hch. Kröll 94, Karl Bücking I 93 (35), Karl Bücking!l. 90 (34), Erni Dender 133, Hedwig Fiedler 130. Die Besten i m Ginzelkamps waren demnach ohne Anrechnung der Freiübung: Turner: Walter Siegmann, Tv. Alsfeld, 106 Punkte; Albert Würtz. Tv. Alsfeld, 106 Punkte; Hans Thöt, Tv. AlSfeld, 100 Punkte: Karl Oestreich, T.- n. Spv Treysa, 95 Punkte; Hch. Kröll, Tv. Alsfeld, 94 Punkte. - Turnerinnen: Martha Kappaus, T.- u. Spv. Treysa, 139 Punkte; Erni Bender, Tv. Alsfeld. 133 Punkte; Johanna Wilhelm!, T.- u. Spv Treysa. 132 Punkte; Hedwig Fiedler, Tv Alsfeld, 130 Punkte. Als nächster Ort für den Rückkampf wurde AlSfeld bestimmt. Wintersport am „Eulenkopf". Die ignorierte Rodelbahn. Die „neue" Rodelbahn auf dem Trieb bei den drei Birken, die vor etwa Jahren in ansehnlicher Breite und in einer Länge von etwa 4U0 Meter angelegt wurde, ist nach dem Schneefall in den letzten Tagen das Ziel der Jugend gewesen Die Rodelbahn, die im vorigen Winter nicht eingeweiht werden konnte, sollte nun ihre Probe bestehen Aber leider — die Bahn erwies sich in ihrem jetzigen Zn- stände zum Rodeln als ungeeignet, beim das Erd- rck' war zu weich, und ausserdem ist das Gefälle zu gering. Trotzdem ließen sich die Rodler nicht um ihre Wintersreude bringen. Der neuen Bahn wurde weiter keine Beachtung geschenkt, statt dessen wurde, wie in früheren Jahren, eine primitive Schlitten- bahn neben der neuen «ungefähren. Aber auch der „Eulenkopf" mit seinem steilen Gefälle zog die Rodler in seinen Bann und so konnte man Hunderte von Winlersporttreibenden sich emsig tummeln sehen. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, die Aufmerksamkeit der zuständigen Stelle auf' die neue Rodelbahn, die nicht ihrem Zwecke entspricht, hin- zulenken. Es erscheint angebracht, daraus hinzu weisen, daß die Rodelbahn ihren Zweck dann besser erfüllen würde, wenn sie bis zum „Eulenkopf" hinauf fortgesetzt würde, da dadurch ein stärkeres Gefälle erreicht werden konnte. Ski-Europameisterschaften in Oberhof. Die internationalen Meisterschaften im Skiläufen, die sogenannten „FIS"-Rennen, nehmen am Freitag in Oberhof, da- in diesem Winter schon mehrfach Schauplatz großer winterfport- licher Veranstaltungen war. ihren Anfang. Dreizehn Rationen haben zu den Kämpfen Ito Wett- Geräte'Weiturnen im Turngau Lahn-Oünsberg. Der Gau Lahn-DünSberg der Allgemeinen Deutschen Turnerschaft veranstaltete am Sonntag in Staufenberg einen Gerätcwettkampf, bei bem unter starker Beteiligung folgende Turner und Turnerinnen als Sieger herporgingen: Turner. Oberstufe: 1. Wilhelm Ferber, Waldgirmes, 125 Punkte; 2. Albert Drescher, Lollar, 113; 3. Otto Bender, Rodheim, 112; 4. Walter Bierau. Lollar. 111. Mittelstusc. 1. Hermann Röhl. Wieseck, 124 Punkte; 2. Heinrich Weller. Atzbach, 122; 3. Wilhelm Räuber, Waldgirmes. 119; 4. Waldemar Grote, Lollar, 117; 5. Wilhelm Schmidt, Waldgirmes, und Otto Agel, Atzbach. 114; 6. Ernst Deibel. Lollar. 113; 7. Richard Bepler. kämpfcr entsandt, die wiederum 310 Meldungen abgegeben haben. D e u t f ch l a n b wird durch die bekannten Läufer und Springer Gustl. Müller, Wörndle, Boaencr, Ponn, Kratzer, Reifer (alle Dayr. Skiveroand), Recknagel. Wahl, Kröckel (Thüringen) und die Sachsen Glaß und Herberger vertreten. — Das Programm bringt am Freitag den 17-Kilometer-Langlauf mit 100 Meldungen, am cantotag den «Sonbcrfprunglauf mit 78 Springern, am Sonntag den Sprunglauf für die Kombination und am Montag als Abschluß den 50-Kilometcr-Dauerlauf. Rorweacn hat saft seine gesamte Ertraklasse zu den Konkurrenzen gemeldet und unter diesen Umständen wird für die anderen beteiligten Rationen nicht viel zu ernten fein. Kurze Sportnoiizen. D^c Frankfurter Winterbahn bringt am Sonntag wieder ihre gewohnten Amateur- rennen zur Durchführung, die um 11 Uhr beginnen und ein 100 Kilometer-Mannschaftsrennen bringen. e Mittelgewichtsmeister Tobeck, Breslau, wird im März seinen Titel gegen den früheren Meister Hein Domgörgcn In der Kölner Rheinlandhalle verteidigen. Die Verträge sind bereits unterzeichnet, jedoch steht der genaue Termin noch nicht fest. Kinzenbach. HO; 8. Karl Weller. Wiefeck, und Fritz Geier. Atzbach. 109; 9. Wilhelm Will, Wißmar, 108; 10. Wilhelm Bepler, Kinzenbach, und Karl Schwarz, Lollar. 106. Hüter ft ufc: 1. Hans Mank, Wiefeck. und Fritz GeiSler, Lollar. 122 Punkte; 2. Gustav Mank. Wiefeck, 120; 3. Willi Werner. Wiefeck, 118; 4. Wilhelm CBittenborf, Mainzlar. 117: 5. Ludwig Fuchs, Mainzlar. 115; 6. Erich Vogel, Mainzlar, 112; 7. Hans Reinhardt, Odenhausen, 111; 8. Wilhelm Schneider, Odenhausen, und Werner Schmulbach, Mainzlar, 110; 9. Wilhelm Moos, Lollar, und Heinrich Muskat, Atzbach. 108; 10. Richard Damm, Reiskirchen, 105. Turnerinnen. Oberstufe: 1. Paula Hildebrand, Wiefeck. 122 Punkte; 2. Lina Erb, Wiefeck, 121; 3. Ottilie Schreiner, Wiefeck, 119. Unter ft ufe: 1. Anna Pausch. Wiefeck. 101 Punkte; 2. Lina Lotz. Wieseck, 99; 3. Anne- Bob „Deulschland I" in St. Moritz siegreich Bei den Kämpfen um die Vierer-Bob-Weltmeistcrlchaft, die bei ausgezeichneten Schneeverhältnissen in St. Moritz begannen, konnte sich der Bob „Deutschland I" unter der Führung von Zahn (Zweiter von links) mit einem neuen Bahnrekord an die Spitze setzen. Kirche uni) Schule. * Watzenborn-Steinberg, 12. Februar. Am 'Montag,. 2. März wird in Watzenborn * Steinberg eine Dorfkirche n- Vorsteher - Tagung, veranstaltet von der Dorfkirchenvereinigung für das nordwestliche Oberhessen, Kreis Wetzlar und Rachbargebiete, ftattfinben. Prälat D. Dr. Diehl hat die Predigt übernommen. Am Rachmittag hält Pfarrer Petri (Hohensolms), der Leiter der ländlichen Volkshochschule HohensolnrS einen Vortrag. Das ländliche Leben in den Kreisen Gießen nnb Wetzlar und den Rachbargebieten hat in den letzten Jahrzehnten eine derartige geistige und wirtschaftliche Umwälzung erfahren, daß die Bevölkerung in sich unsicher und unruhig geworden ist. Pfarrer Petri wird über die ^Zersetzung des ländlichen Leben - von derStadt her und die Führernot auf d e m Lande" sprechen. liefe Wehling, Wieseck, 98: 4- Sofcanna Koch, Wicleck. 97; 5. Martha Röhl, Wieseck. und Lina Müller, Lollar. 93; 6. Johanna Rink, Odcnhaufen, und Frieda Rausch, Wieseck, 92; 7. Anni Wir- belau, Wieseck, 86. Arbeiter-Turn und öporfbunfr. Raunheim I — IPcftcnb 1 2:3. 2n Raunheim standen sich diese beiden Mannschaften im letzten Spiel der Rordgruppe um die Kreismeisterfchast gegenüber. Tbenn auch das Spiel von keinerlei Bedeutung war, so gingen doch beide Mannschaften lehr aus sich heraus. Die Gäste erwiesen sich vorerst etwas überlegen, aber allmählich machte sich Raunheim frei und tonnte auch die Führung übernehmen. Der Ausgleich folgte noch vor der Pause. Rach dem Sellcn- wechsel sah man einen ziemlich ausgeglichenen Kamps und übernahmen die Raunheimer die Führung. Erst wenige Minuten vor Schluß kam Westend zum zweiten Ausgleich. Dann verlor Raunheim einen Mann und mußte sich kurz vor Schluß das entscheidende Tor gefallen lafsen. Raunheim 1b — Leun I 2:0. Der Grnppcnmcistcr Leun war ebenfalls in Raunheim zu Gast und kämpfte gegen die dortige Ib-Mannschast im Freundschaftsspiel, da« die Plahbesiher mit 2:0 für sich entschieden. Gießen 1b — Wißmar I 11:1. Wißmar war in Gießen zu Gast und mußte gegen die Ib-Mannschaft des PlatzbesiherS alles aufbieten, um sich nur einigermaßen zu behaupten. Marburg I — wieseck Ib 5:5. Marburg als Plahbesiher konnte zuerst die Führung übernehmen, zur Halbzeit lautete das Ergebnis aber doch 2:2. Rach dein Wechsel übernahmen abwechselnd beide Gegner die Führung. Vorher hatte Marburgs Zweite die erste Mannschaft von Sichertshausen im Freundschaftsspiel zum Gegner. Bei Halbzeit lautete das Resultat 2:0 für die Gäste, zum Schluß stand daS Spiel unentschieden 3:3. Großcn-Lindrn I — wahenborn I 5:8. 3n Großen-Linden lieferten sich beide Gegner einen spannenden Kamps. Die Halbzeit sah die Gäste bereite mit 5:1 Toren in Front. Rach der Pause änderte sich aber das Bild. Großen-Linden ging sehr aus sich heraus und holte Tor um Tor auf. Die Jugend von Großen-Listden war in Wieseck zu Gast und verlor 1:8. tfirdtficbe Jlodirirfifcn. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatfeier den 14. Februar. Freitag abend 5.15 Uhr; Samstag vor mittag 8.30, Predigt; nachmittags 5.45; Sabbat» ausgang 6 30. — Wochengottesdienst: morgens 7, abends 5 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Eüdanlage). Samstag den 14. Februar. Vorabend: 5.30 Uhr; morgens 9; Predigt: abends 5 50 und 6.30 Uhr. Arbeitsvergebung, Die im Rechnungsjahr 1931 (1 April 1931 bis 81. März 1932) herzustellenden Gas- und Wasserleitungsrohrgräben sollen öffentlich vergeben werden Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem technischen Bureau des Gas. und Wasserwerks (Gartenstraße 3, Zimmer 1) aus. Die Vordrucke sind dort erhältlich. 1128L) Die Angebote sind verschlossen und post- frei, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 20. Februar 1931, mittag» 12 Uhr an uns einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart der erschiene- nen Anbieter. Zuschlags, und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 11. Februar 1931. Städtisches Gas. und Wasserwerk Gießen. S t c d i n g. Rutzhotzversteigerung. Montag, den 16. L M., vormittags 11 Uhr, nach Zusammenkunft an der Hach- borner Straße, am Waldeingang, soll im Gemeindewald Mainzlar nachoerzeichnetes Holz versteigert werden: 1133V 1. Jidjten-Derbftangen. Kl. 1 177 Stück mit 15,93 fm 2 87 „ „ 5,22 „ ,. 3 25 „ „ 0,75 „ 2. Fichlen-Abschnitte. Kl. 3a 2 Stück mit 1,64 fm „ 3b 7 „ „ 6,56 „ 4a 7 „ „ 7,95 „ „ 4b 5 „ „ 9,72 „ „ 5a 1 „ „ 1,95 „ 3. üiefcrn-Abschnille. Kl. 2b 3 Stück mit 1,44 km „ 3b 4 ., ,, 3,09 „ 4. Eichen-Siämmc. Kl. 4, N 1 Stück mit 1,16 fm „ 4, F 1 ,. „ 0,80 „ 5. Lichen-Ruhscheiler. 14 rtn prima Küferholz. Mainzlar, am 12. Februar 1931. Bürgermeisterei: Bogel« Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten, und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- und Fußwegen einfriedigenden hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kennt- nis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Artikels 43 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 bis 10 RM. bestraft werden. 1059C Gießen, den 11. Februar 1931. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg. Begebung oooMhtMen. Die im Rechnungsjahr 1931 (1. April 1931 bis 31. März 1932) crfSrderlichen Fuhrleislungen des Gas- und Wasserwerks sowie des Volksbades sollen öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem technischen Bureau des Gas. und Wasserwerks (Gartenstraße 3, Zimmer 1) aus. Die Vordrucke sind dort erhältlich 1128D Die Angebote sind verschlossen und post- frei, mit entsprechender Aufschrift versehen. bis zum 20. Februar 1931, mittags 1214 Uhr an uns einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart der erschienenen Anbieter. Zuschlags- und Bindesrist vier Wochen. Gießen, den 11. Februar 1931. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. S t e d i n g. WiiwwiioeMuf in Groß-Rechtenbach am 13. Februar. Bei der Gemeinde weidenhausen besteht Los I aus 18 Fichtenstämmen Klasse la bis 3a = 6,77 fm und Los II aus 12 Kiefernstämmen Klasse 1b bis 3a - 4,64 fm. Groß-Rechtenbach, 11 Februar 1931. Der Bürgermeister. 1129D 4 Für die Fastnachtsbäckerei: Konsum-Margarine.............. 1 Pfd. 56 Landhaus-Margarine............. 1 Pfd. 82^ Thamsana Edelmargarine........ 1 Pfd. 95 Schmalz, besonders billig........1 Pfd. 70 T, Kokosfett in Tafeln..............1 Pfd. 42 H Sultaninen, hell................. 1 P d. 56 Sultaninen, blau ................ 1 Pfd. 44 Zum Kreppelfütren: Rheinland Gelees u. Marmeladen 1144 a i.verschiedenen Geschmacksrichtungen.............. 1-Pfund-Eimer nur 55 Div. Konfitüren,1-Pfd.«Glas von 95 Ä bis 110 Jt Hamburger KaffeelagerTh.Cowalsky Niederlage Tnams & Garfs, Hamburg Mäusburg 3 Telephon 2829 Wailtorstr 12 Ruhholzversteigerung in den Waldungen der Gemeinde wieseck. Am Montag, dem 16. Februar, vormit- tags 10 Uhr beginnend, werden aus den Forstortcn chcgwald, Klause, Teufelspfütze und verschiedenen Abteilungen nachner- zeichnete Holzsortimentc versteigert: Abschnitte: Eiche: A-Stämme 3. Kl. 2 St. = 1,70 fm, 4. Kl. 9 St. = 8,28 fm, 5. Kl. 1 St. = 0,82 fm; bl-Stämme 2. Kl. 15 St. - 7,21 fm, 3. Kl. 13 St. - 10 fm, 4. Kl. 12 St. = 12,23 fm. Luche: A-Stämmc 4. Kl. 2 St. = 2,46 fm, 5.Kl. 1 St. = 1,18 fm.. bl-Stämme 3. Kl. 1 St. = 0,61 fm, 4. Kl. 4 St. - 3,40 fm. Kiefer: A- und N-Stämme 2a-Kl. 4 St. - 1,63 fm, 2b-Kl. 12 St. - 6,78 fm, 3a.Kl. 9 St. = 7,07 fm, 3b-Kl. 4 St. - 3,40 fm, 4a.ftl, 1 St. = 0,92 fm, 5. Kl. 1 St. - 1,38 fm. 1119D Fichte: A.Stämme 3a.$tL 4 St. = 2,92 fm, Sb-Kl. 13 St. - 10,26 fm, 4a.Kl. 11 St. = 12,51 fm, 4b-Kl. 1 St. - 1 fm, 5. Kl. 2 St. - 3,62 fm; N-Stämme 3a-Kl. 5 St - 2,95 fm, 3b-Kl. 14 St. = 11,56 fm, 4a-Kl. 4 St = 4,37 fm, 4b Kl. 2 St. - 2,96 fm. Langholz: F-Stämme la- und lb°Kl. 11 St. - 3,90 fm, 2a-Kl. 7 St. = 4,02 fm, 2b.Kl. 1 St. = 0,89 fm, 3a-Kl. 2 6t. - 2,60 fm. 127 Derbstangen l.K!., 67 Dcrbstangen 2. Kl., 59 Derbstangen 3. Kl. 4 rm Eichennutzscheit (rund), 50 rm Eichennutzknüppel, 2,5 m lang, Gartenpfosten. Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Alten-Buseck an der Ludwigsburg Das Kiefern-Stammholz im Badenbur- ger Wäldchen wird nicht oorgezeigt. Wieseck, den 10. Februar 1931. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m b e r. Beschäfts-Drucksachen Briefbiälter Briefumschläge Postkarten bei Brühl, Schulstraße 7 Seschäftskarten1 ♦ Bruchleidende ♦ blich ernt begönne 3anbage. <ünc Aenheit n. WshNoi bebeuf meine bolbtr-., feberl Äruchbandoqe (eki. System, m. Mrfleflb. OroSvorNchl.) schrnleal sich ganj d. ÜSrper an, ohne ;u belästigen, #dlt sck>werste Ztrud-c, Zog u. 7!ocht tragbar, mischt u. brüdi nicht, mapanlertigung! 25aiv bogen von Mt. «m. Zln mit OTuflem am frrritaa, 0cm 13. Zebmar, Im Solei Nobel ren 10—6 Uhr m ©lesen anmefenf. Roflenl. Mu«L ohne Kaufzwang. (0829 Spez.-Band. Frledr. Düe, Hannover, Friesenstr. 18a Zwangsversteigerung 63/30 Am Donnerstag, dem 19. Februar 1931, vormittags 10 Uhr, wird im Amtsgerichts- gcbäude zu Gießen, Saal 204, das im Grundbuche von Gießen dem Friß (Brei- lich, Metzger und wirt zu Frankfurt a. ZIL, zugeschriebene Anwesen Steinstraße 23: Flur II, Rr. 13l/l0 = 475 qm hofreile, geschätzt 25 830 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20 (Stadthaus), zur Ansicht ausgchängt. 85091) Gießen, den 15 Dezember 1930. J.A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Fichtenstammholzverk ns. Aus unserem Dienstbezirk werden in 9 Losen von je 25—90 Festmetern freihändig verkauft: 1134V Festinelcr Klasse 1b 40, 2a 130, 2b 150, 3a 55, 3b 25, zus. 400 fm. Auskunft und Losverzeichnisse durch das Forstamt. Abänderungen (z. B. im Klassenoerhällnls oder Bildung noch kleinerer Lose) können na den jeweiligen Wünschen der Käufer noch vorgenommen werden. Angebote sind bis längstens Montag, den 23. Februar 1931, an die unterzeichnete Stelle einzureichen. Eichelsdorf, den 10. Februar 1931. Hessisches Forstamt Eichclsdorf. la Seefische und Filets Billig! 997 A Billig! Fischhaus Cuxhaven Harktstra0e23. Telephonat 17 Der Bann der das Lachen verlernt hat. Vornan von Gert Gothberg. .Copyright by Martin Feuchtwanger, Halte (Saale) 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Das war nicht der Fall! Kentner sollte nicht das Opfer eines solchen Betruges werden. Die Fürstin war ehrlich genug, vor sich selber zuzugeben, das) es ihr herzlich gleichgültig gewesen wäre, ob Kentner über Maria Bescheid wußte oder nicht, wenn sie ihn eben nicht selbst begehrt hätte. All diese Gedanken gingen durch den Kopf der Fürstin, während sie sich liebenswürdig mit dem Grafen unterhielt, ilnö im Laufe des Gespräches sagte sie: „Lieber Graf. Ich habe mir Dienstagnachmittag einen Tee eingerichtet, und ich sehe da immer einige gute Bekannte. Verwandte Damen und Herren sind do. Maria Worthy und noch einige. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die Freude machen würden." Er verbeugte sich dankbar. „Ich komme selbstverständlich sehr gern, Durchlaucht." And die Fürstin nickte lächelnd und dachte: ..Vorerst kommt er wegen Maria. Doch er soll bald nur noch um meinetwillen kommen." In Kentner aber war eine große, ehrliche Freude. Er konnte Maria sehen, konnte mit ihr sprechen. And dann hatte er sich doch sicherlich in der Fürstin geirrt! Sie hatte Maria erwähnt. Wollte sie ihm die Möglichkeit geben, mit Maria unauffällig zusammenzutreffen? Andere Herrschaften beteiligten sich jetzt am Gespräch, und so war es Kentner nach einer Weile möglich, sich zu entfernen und sich Maria zu nähern. ..Moria!" Heiß, leidenschaftlich kam ihr Vame von seinen Lippen. Sie sah ihn an. sah die großen, grauen Augen, sah den schöngeschnittenen Mund, bemerkte den harten Zug, der um diesen Mund lag. Sie wußte, daß dieser Monn niemals mit sich spielen lassen würde, daß er niemals eine Anwahrheit verzieh. Anwahrheit! ■ Wenn es nur das wäre! Es war ja mehr, viel mehr! Cs war Betrug! And diesen Betrug würde Graf Kentner niemals verzeihen! Viemals! Aber er liebte sie doch! ? And sie wollte doch kein Doppelspiel! Sie war doch längst fertig mit Bonenbirchner! Es wußte niemand außer ihr, ihm und ihrer Kusine, der Fürstin Leobstein, was zwischen ihr und Bonenbirchner gespielt hatte. Lena würde schweigen! Sie hatte ja bisher auch geschwiegen. Auf sie würde sie sich auch weiterhin verlassen können. And Bonenbirchner? Ein verächtliches Lächeln zuckte um Marias Mund. Ihn brachte man durch Geld immer wieder zum Schweigen. Er, der Spieler, der immer in tausend Geldnöten war. Wie erbärmlich, wie unbeschreiblich erbärmlich war dieser Mensch! Kentner! Wie ganz anders er! And sie liebte ihn! Liebte ihn so, wie sie Bonenbirchner nie geliebt! Aber war denn diese Anbesonnenheit nicht gutzumachen? And Kentner würde es doch nicht erfahren? Während Maria all das dachte, ruhten ihre Augen groß in den seinen. Kentner dachte: ..Ich bin ja verrückt, wenn ich auch nur eine Minute lang Moria mit Bonenbirchner in Berührung bringen wollte." „Mar a. ich liebe dich!" Da senkte Maria die Augen. Ein Zittern befiel sie. Vein, es war ja doch unmöglich, diesen Mann zu betrügen, es war unmöglich. Lieber wollte sie ihr Wort von ihm zurückverlangen, als daß diese großen, grauen Männeraugen sie einst verächtlich ansahen. „Karl, ich bitte dich, mir .. „Darf man stören?" Gutgelaunt trat der Feldmarschall zu ihnen. Kentner reckte seine hohe, schöne Figur straff auf. Die Augen des alten Herrn ruhten wohlgefällig auf ihm. Er hatte längst bemerkt, daß sich zwischen diesem jungen Offizier und Maria etwas angespvnnen: er war im stillen sehr froh darüber. Die Kentners waren ein Geschlecht, mit dem sich die besten Familien Oesterreichs immer gern verschwägert hatten. Er hatte nichts dagegen, wenn der Kentner eines Tages kam unö Maria holte. Der Ton des Feldmarschalls war ganz besonders herzlich, als er sich mit dem jungen Paar unterhielt. Der alte Herr war innerlich froh, daß seine Tochter in letzter Zeit fein Interesse mehr für Graf Bonenbirchner gezeigt hatte. Der gefiel ihm nämlich nicht. Als Schwiegersohn schon gar nicht. Bei ihm wäre Maria nicht halb so gut geborgen gewesen, als wie in Kentners Armen. Der hatte auch die nötigen Abenteuer hinter sich, selbstverständlich! Welcher Mann hatte das denn schließlich nicht. Aber er bot die Gewähr für ein gutes, dauerhaftes Glück. Bonenbirchner nicht! Ganz abgesehen non dessen Spielleidenschoft, würde der niemals nur eine einzige Frau lieben können. Also war es wirklich gut so, was die Zukunft zu bringen schien. Fe'dmarschall von Worthy sprach eine ganze Weile mit Graf Kentner. Bonenbirchner stellte es voll geheimer Wut fest. Kentner! Den vom Schicksal in jeder Beziehung Bevorzugten! And nun spielte ihm dieses Schicksal eine Waffe gegen diesen Kentner in die Hand. Waffe? Bonenbirchner verzog das Gesicht. War das nicht ein ekelhaft zweideutiger Gedanke?! Vun, er würde ja sehen! And wenn nichts weiter geschah. dann hatte er den Triumph, daß er heimlich über Kentner lachen durfte. Ah! Das tat wohl! Dieser stolze Kentner! Wie er sich gedemütigt fühlen würde, wenn er es erfuhr. Sieh da! Der Alte tat ja schon, als gehörte Kentner mit zur Familie. Wie freundschaftlich schwiegerväterlich er ihn jetzt beim Arm nahm und mit zu der Frau Feldmarschall hinüberschleppte. „Va wartet! Dieses Idyll werde ich euch soviel wie möglich zerstören!" sagte sich Bonenbirchner. Sein Blick ruhte gierig auf Maria. Es erging ihm merkwürdig. Die ganze Zeit über hatte er geglaubt, für Maria auch nichts weiter zu fühlen als lodernde, begehrliche Leidenschaft. Vun war es ihm plötzlich doch, als habe er sie geliebt, liebe sie iroch, und es dürfte sie ihm keiner nehmen. Am wenigsten dieser Kentner ... In dieser merkwürdigen Verfassung blieb Graf Bonenbirchner den gangen Abend über. Aber seine haßerfüllten Blicke folgten dem Todfeind, so oft er ihn ansah. And Maria sah es. In ihrem Herzen schoß es heiß empor. Bonenbirchner!? Was war er ihr noch? Was war er ihr je gewesen? And doch hatte sie damals geglaubt, ihn zu lieben. Hatte in seinen Annen vergessen, was sie sich und ihren ehrenhaften Eltern schuldig war. Hatte an eine Heirat mit Graf Donen- birchner gedacht und war doch dann vor ihm zurückgeschreckt, als sie ihn erkannte, als er zum ersten Male Geld von ihr verlangte. Da mußte sie ernennen, was sie sich angetan und daß sie mit Bonenbirchner brechen mußte. Aber es war zu spät. ' Er hatte sie nun in der Hand. Würde sie immer in der Hand haben. . And sie zahlte! Zahlte ihm jede Summe Schweigegeld, die er von ihr forderte. Aber plötzlich genügte ihm das Geld nicht mehr. Er wollte Maria. Sie mußte ihm wieder gehören. Kentner sollte sie nicht besitzen. Vein? Viemals Kentner! Maria zuckte zurück, als Bonenbirchner sie um einen Tanz bat, als später der Dail eröffnet wurde. Ihr Blick ging zu Kentner, verzweifelt, bittend. Der stand mit zusammen gebissenen Zähnen da. In seinen Augen zuckte eine dunkle Flamme auf. Vein, er war doch nicht verrückt! Bonenbirchner besaß irgendein Recht an Maria! Ein Keuchen entstieg seiner Brust, so daß der neben.ihm stehende Kaltenberg ihn verdutzt ansah. „Va, hör 'mal Kentner! Friß doch nicht gleich das ganze Fest, wenn dir der Bonenbirchner, der Frechdachs, die schöne Tochter des Hauses für den ersten Tanz wegschnappt. Ich wühl' schon, wen ich engagieren tat. Aber du scheinst ja keine Augen im Kopf zu haben." Kaltenbach blickte schwärmerisch auf die Fürstin Lena Leobstein. Zentner zuckte zusammen. Voch einmal traf sein Blick Maria und Bonenbirchner, dann legte sich ein finsterer Trotz über sein schönes, braunes Gesicht. Er wandte sich kurz um und ging auf die Fürstin zu, die soeben lächelnd den sie umdrängenden Herren abwinkte, Kentner scharf im Auge behielt und, als sie sah, daß er auf sie zusteuerte, fröhlich sagte: „Dedaure, meine Herren, der Tanz ist längst vergeben. Da kommt er schon, dem er gehört." Man machte Kentner Platz. Pritts Liebenstein murrte: „Alsdann der Kentner. Wann wär' denn net der Kentner der Sieger. Das soll wohl nun in alle Ewigkeit so bleiben, daß der immer der erste ist?" And er holte sich die kleine, niedliche Baronesse Hartenstein, die aber auch sehnsüchtig auf Kentner sah. Prinz Liebenstein dachte wütend: Abmurksen! müßt' man den Teufelskerl. Aber warum ich ihn a so gern hab'? Ich tu ihm jeden Gefallen, wenn er mich drum bittet. Was ist das bloß für ein Mensch?" Das Daronesserl gab ganz verkehrte Ant- . Worten, bekam sonderbar feuchte Augen und schaute auf Kentner. Prinz Liebenstein dachte ergeben: Ich bin halt zu häßlich. Das biffcrl Schneid gleicht es nicht aus. Das heißt, eine Figur hat der Kentner ..., direkt beneiden werd' ich ihn noch. Wenn ich a Madel wär, ich wüht' auch, was ich tat, wenn man mir den schönen Kentner und den Fatzken, den Liebenstein, präsentieren würd'. Fürstin Lena schmiegte sich in Kentners Arme, sah mit ihren Hellen, blauest Augen verlangend zu ihm auf. „Meister Strauß bleibt der beste. Finden Sie nicht auch?" Kentner nickte zustimmend. (Fortsetzung folgt.) Erös Zielten MAGGI5 SUPPEH Kochen Sie MAGGI5 Suppen Sie sparen Arbeit, Zeit und Geld Viele Sorten wie: Erbs, Reis m. Tomaten, Blumenkohl, Rumford, Spargel, Eier-Nudeln, Pilz u$w. Gelang verein Heiterkeit Samstag, den 14. Februar, abends 19 59 . 2 Kapellen! GrofeCF 2 Kapellen! Maskenball in sämtlichen Räumen der Liebigshöhe 1136D Damenkarten 1.50, Herrenkarten 2 M. Vorverkauf nur Damenkarten: Kaufhaus Schmücker, Marktstraße, und Salomon, Schulstraße. • Friseur Wahl, Neustadt; Friseur Büttner, Landgraf-Philipp Platz, und Friseur Schön, Frankf. 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