181. Jahrgang Montag, 12. Januar 193J Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drucf und Verlag: Vrühl'sche Universitätr-Vuch- vnd Sttinöruderei L £n der Oeffentlichkeit wieder die Klagen über die sog „Doppelverdiener". Ich erkenne gern an, daß in einer Reihe von Einzelfällen Abhilfe geschaffen wurde. Gleichwohl kann ich die noch immer lauter werdenden Klagen über Doppelverdiener mit Rücksicht aus üje hohe Arbeits» losenzahl nicht als u n b e r e d)TT g t ansehen. Allerdings läßt sich eine allgemein gültige Begriffs- bestimmung des Doppeloerdienens, die alle in Betracht kommenden Lebensverhältnisse erschöpfend umfaßt, nicht finden: im Einzelfalle dürfte aber bi« Feststellung kaum Schwierigkeiten bereiten, ob der Doppeloerdienst mit Rücksicht auf die Arbeitsmarktlage vertreten werden kann. Ich richte daher erneut die dringende Bitte an Sie, auf die Ihnen angeschlossenen Verbände dahin einzuwirken, daß — soweit nicht im Einzelfalle besondere Härten entstehen — bei Entlassungen in erster Linie dir sog. „Doppelverdiener" aus-scheiden, und daß keine Doppelverdiener neuein, gestellt werden, solange unter den Arbeitslosen geeignete andere Arbeitskräfte verfügbar sind. Kleine politische Nachrichten. Die seitherige demokratische Fraktion im Hessischen Landtag teilte dem Landtagsamt mit, datz sie von jetzt ab den Rainen „Demokratisch- Staatsparteiliche Arbeitsgemeinschaft" führen werde. • Der Reichstagsabgeordnete Dr. Goebbels war in den letzten Monaten wiederholt auf Grund seiner Immunität zu den gegen ihn schwebenden Beleidigungsprozessen nicht erschienen. Runmehr hat die Zweite Strafkammer des Berliner Landgerichts Hi als Beschwerdeinstanz beschlossen, datz Dr. Goebbels in einem Verfahren, in dem der Kriminalkommissar Busdorf als Rebenkläger auftritt, zu dem neuen Termin ohne Rücksicht auf feine Abgeordneteneigenschaft vor- Aufüyren ist, weil es sich um ein altes Verfahren handelt. Als Rachfolger des kürzlich verstorbenen Warschauer Gesandten Rauscher ist der jetzige Dirigent der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes, Vortragender Legationsrat v. Mo11ke, in Aussicht genommen. Als sein Rachfolger in der Ostabteilung wird der jetzige Generalkonsul in Leningrad, Erich Zechlin, genannt. Aus aller Welt. 170 Eisenbahnarbeiter bei einem Bergrutsch verschüttet. Auf der Station Huigra im südamerikanischen Staate Ecuador wurden durch einen Bergrutsch 170 Streckenarbeiter, welche die durch einen 'früheren Bergsturz verschüttete Bahnstrecke freilegten, verschüttet. Der erste Bergsturz war abends erfolgt, und die Hilfsmannschaft war sofort zur Freilegung der Dahngle se entsandt worden. Wegen schwerer Regenfälle tonnte die Freilegung der Strecke jedoch erst bei Morgens grauen beginnen. Als die Mannschaft gegen Oberhessischer Kunstverein. .DerschöneMenich »nderAunstallerZeiten " Die erste Ausstellung im neuen Jahre, vom Oberhessischen Kunstverein gemeinsam mit der Ge- ellschaft Gießener Kunsttreunde veranstaltdt, um- aßt einen Teil der zuvor in Darmstadt gezeigtem Ausstellung „Der schöne Mensch in der Kunst liier Zeiten". Es handelt sich dabei ausschlieh-- "ich um - durchweg sehr oute - photographische Reproduktionen, welche in chronologischer Anordnung einen großzügigen Ueberblid darüber vermitteln, wie die bildende Kunst aller Zeiten md Völker (vornehmlich Malerei und Plastik! las Generalthema des unbekleideten menschlichen Körpers in immer neuen Gruppierungen und Spielarten abgewandelt und dargestellt hat. Es wäre sehr reizvoll, neben der chronologischen Sie einzelmotivischc Entwicklung zu verfolgen und luszuzeigen, wie sich etwa kultische, nationale. Rblische, realistische Vorstellungen und Detrach- mngsweisen das Generatthema zu eigen gemacht jaben. (Der neulich hier gehörte Vortrag von Prof. Hamann, der in dieser Hinsicht recht auf» chlußreich war, dürfte manchen Besuchern bei tinem Gang durch die Ausstellung wieder ins Sedächtnis kommen.) Im Rahmen dieses Be- nchtes würde es natürlich zu weit führen, dem rachzugehen Der zeitliche Ausschnitt, den die Teilkollek- ion umfaßt, ist außerordentlich weit gespannt und beginnt in prähistorischer Zett mit einer Wiedergabe der bekannten steinernen Venus von Wil- endors (Riederösterreich), deren Proportionen illerdings auf den ersten Blick mit der landläufigen Vorstellung vom „schönen" Menschen schwer n Einklang zu bringen sind, doch ist diese Plastik gleichzeitig ein sehr bemerkenswertes Beispiel da- ür, wie sich - was gerade bei einer solchen Austeilung interessant zu verfolgen ist - die ästheti- chen Begriffe, insbesondere das menschliche Schön- ieitsideal, im Laufe der Jahrtausende gewandelt iahen. 2m gleichen Sinne sind auch etwa die nexikanifchen, afrikanischen und Südsee-Plasttten ju betrachten, die an der selben Wand abgebtl» )et sind. Hervorragende Beispiele aus der mit einer überwältigenden Reise und technischen Sicherheit lepaltenben Bildhauerei des ägyptischen Kulturkreises findet man - in merkwürdigem Kontrast - neben den eben genannten Kunftäuherungen der Primitiven Aus Kairo: die Sitzplastiken von Rahotep und Rofrit. ein Mädchentorso aus El Amarna, der schreitende Horfuabra in Holz (ebenfalls aus Kairo). Bedeutende Werke finden sich anschließend aus der klassischen Plastik der Antike. wir nennen nur die Flötenspielerin vom Ludovisischen Thron in Marmor, den Doryphoros des Polyklet und den Apoll von Tenea aus der Münchener Glyptothek. Ein interessantes Ensemble bringt auf der gegenüberliegenden Wand die Ringergruppe aus Den Uffizien, einen shrakusanischen Aphrodite- Torso und frühitalienische Dasenbilder neben einem javanischen' Buddha, einer persischen Miniatur und einer indischen Felsmalerei. Aus der srühmittelalterlichen Plastik ist die Wiedergabe eines ergreifend schlichten Holz- Kruzisixus (Köln) vorhanden. Aus der gotischen Hochblüte die Figuren von Adam und Eva vom Bamberger Dom Das Thema der ersten Menschen ist überhaupt in diesem Zusammenhang eines der allerwichtigsten und zumal in der mittelalterlichen Kunst nahezu unerschöpflich und unübersehbar: hier findet man einige der vornehmsten Gestaltungen, von Dan Eyck, Brüssel: Riemenschneider. Würzburg: Memling, Wien, und Dürer, Madrid. Unvergessen sei auch die benachbart hängende, wundervolle Cranachsche Venus, eine der Kostbarkeiten aus dem Frankfurter Städel. Die Italiener sind ebenfalls reichhalttg vertreten: man kann aus der Fülle des Materials natürlich nur das eine oder andere Stück herausheben; so hier vor allem zwei großartige Figuren von Michelangelo; dann Signorelli, ein Sebastian von Perugino, eine Leda von Lionardo ein „Sündenfall" von Rasiael. Reben den biblischen Themen ist die Venusgestalt immer wieder mit besonderer Vorliebe gemalt worden; es sei nur an die berühmtesten Stücke von Botticelli, Giorgione, Tizian und Dalma Vecchio erinnert, von denen hier schöne, klare Aufnahmen vorhanden sind. Bei den Riederlandern ist ein feines Blatt von Rembrandt zu beachten: auch Rubens durfte natürlich gerade in dieser Kollektion nicht fehlen. Die Spanier sind mit Velasquez, Greco und Goya (von dem die heftig umstrittene „Maja" gezeigt wird) repräsentativ vertreten. Die Franzosen: Boucher, der das Rubenssche Schönheitsideal üppiger Formenfülle ins Dix- huittöme rettete. Poussin, Watteau (mit einem fabelhaft gemalten Aktstück), Delacroix, Corot. Eourbet: einige vorzügliche Blätter der Impressionisten sind weiterhin Renoirs „Badende Frauen" und Manets hochberühmte, delttat gemalte und überaus dekorative Olympia. Aus der jüngsten Zeit: Rodins rhythmisch Durchmodellierte, wundervoll beseelte Eva; ein wuchtiger Akt von Corinth, eine der allegorischen Figurengruppen von Hodler, Lehmbrucks edel gebildeter Torso, „Simson und Delila" von Liebermann. — Richt dazugehörig, aber in unmittelbarer Rähe, zwei Proben japanischer Holzschnittkunst, darunter eine erstaunliche Athletengruppe von Hokusai. — * Außerdem findet man, unabhängig von der Hauptausstcllung, eine Anzahl feiner Radierungen von Felix K l i p st e i n (Laubach) in Vitrinen ausgelegt, auf dessen Schaffen erst kürzlich an dieser Stelle eindringlich hingewiesen worden ift • Die Ausstellung wurde gestern, Sonntagvor- mitfag, der Oefsentlichkeit übergeben.Landgerichtsdirektor a. D. Bücking, der Vorsitzende des Kunstvereins, hieß die Anwesenden mit herzlichen Worten willkommen. Prof. Dr. R a u ch, der die jetzt dem Kunstwissenschaftlichen Institut der Landesuniversität gehörige Sammlung dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat, vielt darauf eine einführende Ansprache; er wies zunächst auf den in doppelter Hinsicht kunsthistorischen Charakter der neuen Ausstellung hin: sowohl was den Gegenstand selbst als auch was die Auswahl des Materials angeht, welche von modernen Künstlern getroffen sei. Die jüngste Richtung der bildenden Äunft, so führte der Vortragende aus. suchte in den Werken der Vergangenheit nach einer Bestätigung ihres eigenen Schaffens. Es wurden hier Kunstwerke ausgewählt, die den Menschen darstellen, und zwar insbesondere den Körper als plastischen Wert: Plastik, im weitesten Sinne, d. h. auch in der Malerei, sei das Merkmal dieser Ausstellung. Prof. Rauch gab anschließend anhand des ausgehängten Materials einen Ueberblick über die charakteristischsten Werke der Kollektion, wobei er insbesondere die griechische Plastik all unvsrgLnsliches Vorbild jeder künstlerischen Gestaltung bezeichnete und mit dem Hinweis schloß, daß diese Ausstellung als eine Dorbereitung und Einführung in unsere eigene zeitgenössische Kunst zu betrachten fei — Clau-e Anei 1*. Claude 21 n et (mit bürgerlichem Namen Jean Schöpfer), der bekannte französische Roman- und Reiseschriststeller, ist 53jährig gestorben. 21nets auch in Deutschland viel gelesene Bücher „Petit Ville” und „Les Bergeries” geben vortreffliche Schilderungen des französischen Provinzlebens. Sein bekanntestes Werk ist der Roman „Ariane". Kunst und Wissenschaft. Wieder ein Austritt aus der Dichterakademie. Erwin Guido Kolbenheyer, der Dichter he- Paracelsus-Zyklus und der Tragödie „Giordgno Bruno", Träger des Staatspreises für Literatur von 1929 hat einer Berliner Meldung zufolge in einem Schreiben an die Dichterakademie fein Ausscheiden erklärt. Dies ist in kurzer Zeit der zweite Austritt aus der Dichter-Sektion; vor wenigen Wochen erst ist Hermann Hesse ausgeschiede» 5 LIHr morgen- emsig arbeitete, begannen Dom Bergabhang Geröll und Erbmassen herabzu- rvllen. Wenige Minuten später erfolgte plötzlich unter lautem Getöse der große Bergsturz, der 170 Arbeiter verschüttete, ehe an Rettung deuten war. Es besteht wenig Hoffnung, irgendwelche verschütteten Streckenarbeiter zu retten. Man vermutet, die Bergstürze seien die Folge der mehrtägigen Wolkenbrüche, die den Ort Huigra schwer gefährdeten. Durch den zweiten Bergsturz, der den 170 Dahn- «Beitem das Leben kostete, wurden die Dcchn- gleise 1,5 Kilometer weit zusammen mit Geröll, Bäumen und Schlammassen verschüttet. Präsident Ahora hat sich persönlich nach der lln- glücksstätte begeben, wo er zu Pferde, von der Eisenbahnstation Chanchan kommend, eintraf. Der angestrengten Arbeit der Bevölkerung ist es gelungen, 20 Verschüttete aus ihrer Lage zu Befreien. Die Ehrenlegion für eine Mutter von 16 Kindern. Die Bäuerin Bathelier aus Genlis in der Bourgogne wurde auf Vorschlag des Landwirt- fchastsministers mitdemOrdenderEhren- legion ausgezeichnet. Die 51 Llahre alte Frau verdankt die,e Auszeichnung der Tatsache, daß sie 16 Kindern das Leben geschenkt hat. Die Fliegerin Clly Beinhorn in Madrid gelandet. Die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn landete nach verständigem Fluge, von Barcelona kommend, auf dem Flughafen von Madrid, wo sie von Mitgliedern der deutschen Kolonie' empfangen wurde. Sie gedenkt ihren Weiterflug nach Sevilla anzutreten und von dort über die Meerenge von Gibraltar nach Marokko zu fließen. Untergang eines der italienischen Südamerika-Flugzeuge. Rach einem Radiogramm aus Ratal ist das von Daistrocchi geführte italienische Flugz uz b e i Fernando de Roronha untergegangen, als es versuchte, nach Ratal zu starten, wo die übrigen Flugzeuge noch toarten. Die Mannschaft des Flugzeuges ist gerettet. Es handelt sich um das Flugzeug, das beim St. Paul-Felsen notlanden mußte und von einem italienischen Zerstörer nach Fernando de Roronha geschleppt wurde. Folgenschwere Gasexplosion. 3n Kopenhagen flog mit einer starken Detonation ein größerer Gasbehälter eines Reservegaswertes auf dem Halmtorv in die Luft. Alle Fenster der umliegenden Häuser wurden zertrümmert. Der Behälter war beinahe leer. Man nimmt an, daß sich nur sogenanntes Knallgas darin befand. Ein Mann wurde getötet und eine Anzahl von Personen verletzt, darunter auch einige, die sich in den umliegenden Häusern auf- hielten. Ein Mann wird noch vermißt. Man nimmt an, daß seine Qeidje a u f dem Boden des Behälters liegt, in dem das Wasser acht Meter hoch steht. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht ermittelt. Die spanischen Revolutionäre in Antwerpen. An Bord deS Kongo-Postdampfers .Albertville", der Samstag früh in Antwerpen ankam, befanden sich neun spanische Flieger- offiziere, die an der letzten revolutionären Bewcgung teilgenommen und fich in Li.sabon ein- gescyifit hatten, unter ihnen General de Llano y Sierra. Hafenkommissar prüfte die Papiere, die in Ordnung befunden wurden. Die spanischen Ofiiziere wurden Begrüßt durch den Professor Enrique Diaz B a m o n d o. Einige der Offiziere reisten sofort nach Paris weiter, wo sich bekanntlich ihre Kameraden Franco, Ra da und Oberst Macia befinden. Kältekatastrophe in China lieber fast ganz China ist ein derartig strenger Winter hereingebrochen, wie er seit Menschen- gedenken nicht zu o e r z e i ch n e n war^ und der unter der ärmeren Bevölkerung bereits Hunderte von Toten gefordert hat. In Chardin (Mandschurei) sank das Thermometer auf 4 8® r a d unter den Gefrierpunkt. Sämtliche Flüsse der Mandschurei sind zugefroren, und viele Per- fönen der Kälte zum Opfer gefallen. Aus K a l g a n und anderen Städten im Nordwesten Schangsins werden zahlreiche Tote infolge der Kälte gemeldet. Peking wurde von einem überaus heftigen Schnee st urm heimgesucht. Seit Freitag sind über 100 Personen erfroren. Der Peihfluß ist binnen einer Nacht zugefroren und hat den Hafenverkehr völlig lahmgelegt, über 20 Küstendampser im Eise eingeschlossen. In Nanking, wo das Thermometer nur auf 25 Grad Celsius steht, ist die Zahl der Todesopfer geringer. Auch Mittelchina wurde von einem Schneesturm heimgesucht, der so gut wie sämtliche Verkehrsverbindungen untergrub. ©reueltalen in China. Nach chinesischen Berichten, die durch amtliche und private Mitteilungen bestätigt werden, sind i m südlichen Kiang si im Lause von neun Monaten 30000 Menschen von Räuberge- sindel niederaemetzelt worden. Die Banditen unterstanden Dem mohammedanischen Führer Matinghsin und hatten nach Abzug der Gar- nisonstruppen, die das Gebiet verließen, um am Bürgerkrieg teilzunehmen, freie Hand. 20 000 Frauen sollen von dem Gesindel gefangen genommen worden und mindestens 30 000 Personen in den ausgeplünderten Bezirken den Hungertod gestorben sein. In der Stadt Libsin hätten die entmenschten Horden aus Wut über Den ihnen von der Bürgerwehr geleisteten Widerstand die ganze Bevölkerung mit Ausnahme der Insassen des Gefängnisses getötet Gefangene, deren Familien kein Lvjeaeld zahlten, pflegten sie zu verbrennen. Die Nankinger Regierung habe die Entsendung einer Strafexpedition angeordnet Eröffnung einer chinesischen Großfuukslation. 3n Gegenwart von zahlreichen Vertretern der chinesischen Behörden und der ausländischen Kolonien wurde die neue Kurzwellengroßfunkstation Tschenjuin der Rähe von Schanghai vom Verkehrsminister feierlichst eröffnet Die neue Station ermöglicht einen direkten Funkverkehr mitRauenundSan Francisco, während bisher der Funkverkehr mit diesen Städten durch kleine Telefunkenstationen und durch Vermittlung von Zwischenstationen in Manila und Bandoeng betrieben wurde. Die Großfunkstation hat eine große politische und wirtschaftliche Bedeutung für Ehinq. das nunmehr in weitgehendem Muß« von den ausländischen Kabslgesellschas- ten unabhängig wird. Für Deutschland ist die Station schon deshalb wirtschaftlich bedeutsam, weil von den Einnahmen des deutsch^chine- sischen Funkverkehrs die Hälfte an Deutschland tAlt. Aus Der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 12.3anuar 1931. Provinzialausschuß-Sihung. 2lm Samstag fand im Regierungsgebäude zu Gießen unter dem Vorsitz von Provtnzialdirektor G r a e f eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt Als erster Punkt der Tagesordnung wurde oer- handelt: die Klagesache betr. Geheimhaltung des Inhalts von Anklageschriften u n d U r t e i l e n im Verfahren wegen Verrats militärischer Geheimnisse; hier, das Urteil des Oberlandesgerichts Darmstadt vom 10. Februar 1928 in der Strafsache gegen den belgischen Staatsangehörigen Gustav Adolf Gerhard Pied- b o e u f. Dem belgischen Staatsangehörigen Gustav Adolf Gerhard Piedboeus wurde eine Mschrift des gegen ihn ergangenen Urteils des Oberlandesgerichts Darmstadt vom 10. Februar 1928 ausge- yänbigt, demzufolge er eine 4 jährige Zuchthaus- strafe wegen Landesverrats erhielt. Da der Genannte in Kürze aus dem Zuchthaus Marienschloß entlassen wird und Gefahr besteht, daß er diese Urteilsausfertigung in unlauterer Weise verwendet, erließ das Kreisamt Friedberg einen Polizeibefehl, wonach die Urteilsausfertigung einaezogen werden sollte. Gegen diesen Polizeibe.ehl erhob Piedboeuf Klage im Verwaltungsstreitverfahren. Der Provinzialausschuß verhandelt diese Streitsache unter Ausschluß der Oeffentlichkeit und wies die Klage als unbegründet zurück. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Kläger auferlegt und der Streitwert auf 1000 RM. festgesetzt. Als zweiter Punkt der Tagesordnung wurde verhandelt über die Berufung des Karl Kni eie in Schotten gegen die Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Schotten vom 17. September 1930 betr. Entziehung seines Führerscheins. Der Berufungskläger Karl Kniese von Schotten fuhr am 20. Juli 1930 in Begleitung des August Dietz von Stumpertenrod mit seinem Motorrad von Kestrich nach Schotten. Etwa 400 Meter von Kestrich entfernt verlor Kniese die Herrschaft über sein Motorrad, fuhr auf der rechten Straßenseite über einen Haufen Schottersteine und kam durch einen Randstein zu Fall Der Soziusfahrer Dietz verunglückte hierbei tödlich während Kniese mit verschiedenen Verletzungen am Körper und einer leichten Gehirnerschütterung davonkam Das Kreisamt Schotten, dem bereits mehrere Fälle bekannt geworden sind, in denen Kniese die Bestimmungen des Kraftfahrzeuggesetzes nicht so beachtete, wie dies erforderlich ist, entzog ihm auf Grund dieses Unglücksfalles durch Bescheid vom 2. September 1930 den Führerschein. Gegen diesen Bescheid erhob Kniese Klage im Derwaltungsstreitverfahren. Der Kreisausschuß des Kreises Schotten, der die Klage in erster Instanz verhandelte, änderte durch Urteil vom 17. September 1930 den Beschluß des Kreisamts dahin ab, daß dem Karl Kniese der Führerschein nur bis zum 1 Oktober 1931 entzogen wird Die Kosten des Verfahrens wurden dem Genannten auferlegt und der Wert des Streitgegenstandes auf 300 Mark festgesetzt. Gegen dieses Urteil verfolgte Kniese Berufung an den Provinzialausschuß In der öffentlichen Sitzung wurden eine Reihe von Zeugen vernommen. ebenso wurden der Vertreter des Hessischen Kreisamts Schotten, der Vertreter des Berufungsklägers und der an der Unfallstelle zuerst eingetroffene Arzt gehört. Der Provinzialausschuß erkannte nach eingehender Beweisaufnahme zu Recht: Die Berufung gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Schotten vom 17. September 1930 wird als unbegründet zurückg^wiesen. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Berufungskläger zur Last. Der Streitwert wird auf 500 Mark festgesetzt. Strengere Gchülerauslese in den öheren Schulen. Ter Minister für Kultus und Bildungswesen hat für den Zugang zu den höheren Schulen und für die Schülerauslese verschärfte Bestimmungen erlassen, die den Zweck haben, den allzustar - ken Besuch der höheren Schulen einzuschränken und die'e von ungeetgre en Schülern zu befreien. Es wird bestimmt, daß außer den Grundschülern, die nach dreijährigem Schulbesuch in die höhere Schule eintreten wollen, auch alle Schüler mit vierjähriger Grundschulzeit - sofern sie nicht die Rote 1 oder 2 im Grund- schulzeugnis aufwei en - eine Prüfung in Deutsch und Rechnen zu bestehen Habe r. Die Prüfung ist vor Beginn der Osterferien von der aufnehmenden Schule abzuhalten. Sodann haben alle in die höhere Schule eingetretenen Sextaner noch einmal eine bis zu den Sommerferien reichende Probezeit durchzumachen. Wer sich in dieser Probezeit noch als ungeeignet erweist^ ist alsbald in die Volksschule zurückzuversehen. Vor der Zurückversetzung soll den Eltern Gelegenheit zur Aussprache gegeben werden. Wenn innerhalb der höheren Schule ein Schüler aus der Unterstufe (Sexta, Quinta, Quarta) zweimal sitzen bleibt, muß er (unverschuldete Fülle ausgenommen) aus dec höheren Schule ausscheiden. Ebenso ein Schüler, der in derselben Klasse zweimal sitzen b.eibt, einerlei auf welcher Stufe. Wenn ein Schüler, der auf der Mittelstufe (Unter- und Obertertia und Untersekunda) einmal sitzengeblieben ist, in Ober.ekunda nicht verseht wird, kann er (unverschuldete Fälle ausgenommen) auch bei Wiederholung dieser Klasse nur mit genügendem Ergebnis nicht in die Prima ausgenommen werden. Es kann ihm jedoch ein Abgangszeugnis erteilt werden, das ihm die Primareife zuspricht. Taten für Dienstag. 13. Januar 1749: der Dichter Friedrich Müller (Maler Müller) in Kreuznach geboren; — 1859: der Schriftsteller Karl £ leibtreu in Berlin geboren; — 1914: der Kunstgelehrte Alfred Lichtwert in Hamburg ge* ftorben. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Ober- hessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: Hauptversammlung, 20.50 Uhr im Hörsaal des physiologischen Institutes. — F. G. F. Monatsversamm- lung 20.50 Uhr bei Sied. — Odenwälder Heimatoereinigung: Monatsoersammlung. Hotel Köhler. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Flötenkonzert von Sanssouci" mit Otto Gebühr. — Astoria-Licht- fpiele: „Meine Schwester und ich" mit Mady Christians. — Aus dem Stabttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Dienstag, 20 Uhr: „Die erste Frau Selby", eine Komödie von St. John Ervins. — Mittwoch, 19.30 Uhr, erste Wiederholung der mit großem Beifall aufgenommenen politischen Komödie Bernard Shaws: „Der Kaiser von Amerika" unter der Spielleitung Waller Bäuerles. — Freitag, 20 Uhr, gelangt in völlig neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Peter Fassott das Shakespeare- Lustspiel: „Der Widerspenstigen Zähmung" erstmalig zur Aufführung — Volkshochschule. Morgen Dienstag, 20 Uhr, beginnt in der Universität em neuer Kurs: Uebungen in der Rechtschreibung. Interessen- ten seien besonders darauf aufmerksam gemacht, daß der Kurs nicht in Hörsaal 45, sondern in Hörsaal 53 stattfindet. Alle Bekanntmachungen sind am Schwarzen Brett der Volkshochschule, Universität, 2. Stock links, ersichtlich. (Siehe heutige Anzeige.) ** Aufgehobene Verkehrssperren. Das Polizeiamt teilt mit: „Infolge Aenderung des Fahrplanes der Gießener Straßenbahn wird die M a . k t ft r a ß e ab Montag, 12. Januar, für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art, auch für Fahr- rüder, bis auf weiteres freigegeben. Auch wird das Parkverbot in der Bahnhof st raße zwischen Alicenstraße und Westanlage bis auf weiteres aufgehoben. ** Die Erhebung der Getränke ft euer betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil, auf die die Steuerpflichtigen besonders hingewiesen seien. ** Dererr Grafund Gemahlin". Dor einigen Tagen kam hier ein Paar mit der Bahn an, das in einem hiesigen Gasthause Wohnung nahm und sich habet als Graf von Schlieffen und Gemahlin bezeichnete Ein eigenes Flugzeug des „gräflichen Ehepaares" traf bald darauf ebenfalls mit der Bahn hier ein und wurde zum Flug- Hafen 'geschafft, wo es in der Flugzeughalle unter- gestellt wurde. Der „Herr Grast' wollte nämlich in Gießen eine Fliegerschule eröffnen und hatte zu diesem Zwecke das Flugzeug in Düsseldorf gekauft. An her Echtheit hes „Herrn Grafen" unb her „Frau Gräfin" ergaben sich aber halb allerlei Zweifel, hie noch baburd) bestärkt würben, baß her „Herr Gras" an verschiebenen Stellen Schulben machte, ohne für Bezahlung zu sorgen. Mittlerweile hatte auch hie Polizeibehörde an hem angeblichen Grasenpaar Interesse genommen unb bald festgestellt, daß das Paar überhaupt nicht verheiratet war. Weiter ergab sich durch Rückfragen in Eisenach, als her Heimat- behörde bes angeblichen Grafen, haß her wirkliche Graf Schliessen in Eisenach sich aufhalte unb von hem Gießener „Graf Schliessen" nicht hie geringste Ahnung habe. Nunmehr griff hie Polizei zu unb stellte habet fest, baß der angebliche Graf Schlieffen m Wirklichkeit her im 26. Lebensjahre stehenbe Musiker Siegfrieb Francke, gebürtig aus Kiel, ist, her mit einer Dentistin aus Jerichow, Kreis Potsdam, die er in Potsdam tennengelernt hatte, als Graf Schlieffen unb Frau auf Reisen gegangen war. Der Dentistin hatte sich her Schwindler als Graf von Schliesfen vorgestcllt, die Dame hatte daraufhin ihre gutgehende Praxis verkauft und dem „Grafen" den Erlös daraus ausgehändigt, mit dem bann in Düffelborf bas Flugzeug gekauft würbe, das in Gießen zum Betrieb einer Fliegerschule dienen sollte. Als der Dentistin der Sachverhalt klargelegt wurde, fiel sie natürlich aus allen Wolken ihrer Illusionen. Da sie völlig mittellos war, mußte sie vorerst auf öffentliche Kosten in einem Heim untergebracht werden. Der Schwindler wurde von her Polizei in Haft genommen, die nun mit her weiteren Erforschung feiner Spuren beschäftigt ist. Oer 60. Geburtstag des Prälaten D. Dr. Niehl. WSN. D a r m ft a b t, 11. Ian. Der 60. Geburtstag des Prälaten D. Dr. Wilhelm Diehl gab gestern Anlaß zu vielfacher Ehrung bes allgemein hochgeschätzten unb verehrten Mannes, einer Ehrung, die gekrönt wurde durch die Verleihung der Würde eines Doktors beider Rechte honoris causa durch die juristische Fakultät her Landesunioersität Schon am frühen Morgen überbrachten dem Jubilar Schulrat H a f f i n g e r als Mitherausgeber unb Herr Wittich als Verleger einen Sonderbruck des dem Prälaten D. Dr. Diehl gewidmeten Buches „Ich dien", zu dem u. a. Staatspräsident Adelung und Innenminister Leufchner Geleitworte geschrieben haben. Um 11 Uhr fand eine offizielle Feier des Landeskirchenamts statt. Der festlich geschmückte Sitzungssaal war dicht besetzt. Den Reigen der Ansprachen eröffnete her Vizepräsident des Lan- deskirchenamts, Dr Daßlern, im Namen der Kirchenregierung und des Landeskirchenamts. Dann sprach der Präsident des Landeskirchentages, Staatsarchivdirektor Dr Hermann. Als Vertreter des Hessischen Staates, insbesondere des Staatspräsiden, ten unb des Ministers des Innern Leufchner sprach Minister K o r e 11. Den Höhepunkt her Glückwunschansprachen bildete die des Prodekans der juristischen Fakultät der Landesunioersität Gießen, Professor Dr. Frölich, der auch in Vertretung bes Rektors her Universität sprach unb bei seinem Glückwunsch mitteilte, baß bie juristische Fakultät in bankbarer Anerkennung unb Würbigung her Forscherarbeit unb her Verbienste Diehls um bie hessische Kirche, auch in juristischer Beziehung, besonders in Anerkennung seines Wirkens bei der Schaffung her Verfassung der evangelischen Landeskirche, beschlossen habe, ihm hie Würbe eines Doktors beiher Rechte honoris causa zu verleihen. Das Doktor- biplom würbe von bem Probekan verlesen unb her Prälat in feierlicher Zeremonie zum Doktor promoviert. Nach einer großen Reihe weiterer Ansprachen, u. a. von Oberbürgermeister Mueller als Vertreter der Stadt Darmstadt, Dr. T h eine r t - Wiesbaden als Vertreter der sübwestbeut- schen evangelischen Kirche der Marburger Konferenz, Bürgermeister Dr. Lübecks als Vertreter her Geburtsstabt Diehls Groß-Gerau, Professor S t r o h - Friebberg als Vertreter bes Prebiger- feminars, hielt her Prälat eine Dankrede, in her er seinen Lebensgang, soweit er von ben Ansprachen berührt würbe, Revue passieren ließ. Er schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß es ihm vergönnt sein möge, gestützt auf gegenseitiges Vertrauen sein Amt noch so lange Jahre ausüben zu können, als es Gott gefällt. Die Feier war von musikalischen Darbietungen umrahmt Abends brachten die vereinigten Kirchenchöre Darmstadts im Verein mit bem Posaunenchor her Martinsgemeinde dem Jubilar vor dem Kirchen- tngsgebäube ein Ständchen dar. Die zahlreichen Glückwünsche, die am Samstag morgen bei Prälat Diehl eingegangen sind, belaufen sich in die Hunderte. Darunter sind auch solche von den schlich- tefien Kirchenmitgliedern aus feinen früheren Wir- kungskreifen. Aus führenden katholischen Kreisen sind gleichfalls Schreiben eingegangen. Der Staatspräsident hat dem Jubilar mit einem Glückwunsch- schreiben einen Korb mit einigen Flaschen edlen Domänenroeines gesandt. Oer Mord bei Ortenberg aufgeklärt. Geständnis des Täters. Rach umfangreichen Ermittlungen, bie von bet Landeskriminalpolizcistclle Gießen, der Staatsanwaltschaft Gießen und dem Landeskriminal-- polizeiaml Darmstadt gemeinsam getätigt mürben, ist es gelungen, den seit Dienstag in Hast befindlichen ßanbtüirt Wilh. Lehr auS Altenstadt zu einem Geständnis zu bewegen. Unter dem Druck des zusammenge'.ragenen Beweismaterials ist er zusammengebrochen. Lehr gab vor dem Staatsanwalt Dr. Eckert aus Gießen die Tat zu. Danach hat er das von ihm in anderen Umständen befindliche Mädchen Martha P e p p e l am Sonntag, 4. Januar^ am Tage des Verschwindens, abends in Ortenberg besucht. Den Weg von Altenstadt bis Lindheim legte er mit einem geliehenen Fahrrad und von da bis Ortenberg mit bet Dahn zurück. 3n Lindheim gab er das Fahrrad auf der Bahn auf, das er zur Rückfahrt von - Ortenberg nach Altenstadt benutzte. 3n Orten* berg erwartete er das Mädchen vor der Wohnung seiner Dienstherrschaft. Von dort ginge.e die beiden etwa 300 Meter vor die Stadt in Richtung Selters, wo sie sich an ein Transformatorenhäuschen stellten, angeblich um sich vor Regen zu schützen. Bei der Aussprache über Mo Anerkennung der Vaterschaft des zu erwarten-» den Kindes sei ihm der Gedanke gekommen, sich des Mädchens dadurch zu entledigen, daß er es in die in allernächster Rähe vorbeifließende Ridder werfe. Diesen Gedanken verwirklichte er sofort. Er warf das Mädchen in die Hochwasser führende Ridder, wodurch alsbald der Tod des Mädchens eintrat. Rach der Tat fuhr er mit dem Fahrrad sofort nach Altenstadt zurück, kehrte mit der größten Ruhe in eine bekannte Wirtschaft ein, nachdem ging er nach Hause. Das Motiv der Tat ist darin zu erblicken, daß er sich be-.? schwangeren Geliebten entledigen wollte, um sich seinen Verpflichtungen zu entziehen. Er verübte die Tat in der Erwartung, baß eine Aufklärung nicht erfolgen werde. Die Ucberführung des Lehr in das Landgerichtsgefängnis yi Gießen erfolgt in den nächsten Tagen. Änefkasten der Keöaffion. W. in Gießen, Dahnhofstraße. Die Ballons des „Zeppelin" enthielten bisher Wasserstoffgas. Für die künfttgen Fahrten ist aber Füllung mifc Heliumgas vorgesehen, weil dadurch der Explosionsgefahr wirksam vorgebeugt werden kann. Die Wetterlage. lOfdi -s rSUf WS 10 *-1U ©womenioj. G netter. mit ein 1'A une ■Stifte ist der Position oam Kassel sicht all Hessen 03 seit, lichet mit 5:0 < Drr südde 5Meutschl< Es waten t harungen, die Zwischentunde Westen im ü hatte der Si Stelle. Aber tung immer und cindeuli langte. Die I Knöpsle und Ueberrafchunc Spiel öer N nicht schießen Sonnen sah m bet hefte Mai und bei dem Westdeutschland det Folgezeit fer Spieler ve Das Spiel t tich nervös. ' leinen idealen lern viel zu jedoch gesunde, mifoen yosmoi Schallet aufg. Sied flf 16 FoNseszung Manchmal a gleitete sie. § außerordentlich und Wcrdehos diger Penuß 'ch-en, als fing Die Aok ab, Men hatte, l, nen Karton im S cr lie . $inflen M liebe die *n:‘af mich > iSfif? i Sn6 Ung ti woben. a ®ol.'te man -v wat tni flößbar" u & Kleids SK brenne. J?nne •Syn M6$roMfot » i Ä *£ sS J’«ret IWt g-fen di- llit nQMctk N Et s^^rde ( m wat s 6.D.A. Semnlommers findet Dllttrood), 12. l. 31. abends » Uür m der 8I5D »Gtadt SZidj* llatt Der Vorstand. Statt besonderer Anzeige. Verschiedenes! 322 D abgelehnt 316 D Geschehen. 195 C Im Alter von 74 Jahren. In tiefer Trauer: 0194 konkurrent 1311V Kranken-Derficherungs Los Lchulkrrakc » Telephon 210.3 und Eisenteile. Los 8828D Göttingen (Surgerstraße 23), 11. Januar 1931 321 d 0192 308D in der Spezial-Ausschank Gießen, FrankfurterStraße Nr.1 Drogerie Noll Bahnhofstrabe Aeltestes Fachgeschäft Gießen (Nordanlage 31), den 12. Januar 1931 Die Trau er feier findet in Wiesbaden statt / Beileidsbesuche dankend Waagen und Gewichte aller Art empfiehlt u. werd.eichfähtg bergest. mit Lupine Lane und Larry Semon Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Mathilde Dingeldein, Lehrerin i.R. Akt.-Ges. tüi den Muielstand iii iüi Gießen u. Uimicbunn au reineben, besonders uoheBetitle bieten lülir. Vertretern u. foltb Herren (9emnbr >. ein räai. Ste a. Sinn, i* Df. E. 40.4 bei. Rudolf Mosse. Tüsseldort. .IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIHIIII Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstrafle 1 llllllllllllilllllllllllllllllllllll Hühneraugen Warten HornbUlen befeitint reit los nudj in den bartnacktofi Aällen lodficker mit. Gar. mtietb. 5—6$n. Hühneraugen-Rapid Erbältl. nur Löwen- Drogerlo W. Kllblnier Nacht., Seltersweg 79 a. Des Landes Not muß uns verpflichten, Auf Tschechen-Biere zu verzichten! Bitburger Pilsenerl Unerreicht! Macht uns die Pflichterfüllung leicht! Frau Emilie Zinker, geb Alker Luise Möller, geb Zinker Hermann Müller. Gießen (Roonstraße 44), den 12. Januar 1931. Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Januar, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Ueber allem Geschehen steht die geniale Persönlichkeit des Königs in der überzeugenden Gestaltung des Meisterdarstellers Gießen (Liebigstrafie 76) und Wächtersbach, den 10 Januar 1931. Auf Wunsch der Verstorbenen findet die Beerdigung in aller Stille statt — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Garagen auch mit Heizung, au vermieten. Näh. Bielchstr. 16 I. 3 Ersio Belcheknrx- schrlftgeselischaft e. V., Gießen. Wir beginnen am DienStaa. 13. Ian. abds. * Uhr, in der Pestalozzi ichule, Nordanlage liür Mitglieder nentaeliiichl enen 3I9D Vorbcrcitunas fiiriud für die Haudcttkammer- vrufung von 120 Silben an aufwärts. mit Renate Müller / Hans Rehmann Walter Jansen / Raoul Aslan / Friedr. Kayßler Karl Goetz / Theodor Loos / Hans Brausewetter / Wladimir Sokoioff / Alfred Belerle Theodoi Lingen / Jacob Tiedtke Alexander Murski Musik-Leitung: Willy Schmidt-Gentner Regie: Gustav Ucicky Weltgeschichte unter den Klängen des Menuetts! Verschwörung gegen den gefürchteten Preuhenkönig zwischen Tanz und Kartenspiel, zwischen Trunk und Liebesgefiüster - atemraubendes Heilkräuter Heilmittel d. Natur u.KnetvvKüntieu a Kräuter-Jung Lchulsfr. 5. Jnim Volkshochschuie MorgeniDiennaal, 20 U.ir, ilnioerfiiat: Nechifchreibung. Uebungeu. Höriaal 53 tnichr451 Il.Si^ck links. Man beachte das Schwarze Breit. I I. S'.. links. „,-D Lichtspielhaus • Giefeen Heute Montag: Premiere Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 241 — Telephon 4039 Stadttheater Ticnstaa, 13. Jan. von 20 bis 22 Uhr 14.Dlellsiag-M.vrsk. Gewöhnliche Preise Die eineSuo-eltig Komödie in 3 Akte» von St. John Ervin« I Deutsch o. Gr tchGlatz !AOSSSSSSSSSD Genen Arlenellverlalkullg nur „AHtum vene* num“, das bewährte Naturmiltei. [0 90 Sräuterhoö'i Jung Schulstrafie r>. Vergebung vonKanalisalionsarbetten. Zur die Gemeinde Staufenberg (Kreis Gießen) sollen die Lieferungen und Arbeiten zur Herstellung der Kanalisation der Mittel- und Hintergasse unter Hinweis auf die Reichsverdingungsordnung öffent- nach dem gleichnamigen Bühnenwerk mit H. lunkermann, Jak Trevor und Igo Sym. - Ferner: lentzückendeLustspiele Unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Plärrer Minna Neu* geh. Natfmam wurde heute im fast vollendeten 63. Lebensjahr von ihrem schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst Für die trauernden Hinterbliebenen: Frau Karola Kreiling, geb. Neurath Frau Elfriede Cordes, geb. Neurath Karl Kreiling, Studienrat Erwin Cordes, Ingenieur und 1 Enkelkind. Gießen, den 10. Januar 1931. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Dienstag, den 13. Januar 1931, nach- mittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Jleuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 309D sechs Bettbezüge, zwölf Kopfkissen, neun Bettücher, eine Tischdecke, eine Tafeldecke, sechs Handtücher, sechs Deckenbezüge, eine Gobelindecke, zwei Kassenschränke, drei Warenschränke, zwei Ladentheken, vier Kredenzen, eine elektrische Eisenbahn, eine elektrische Lokonrobile, zwei Dampfmaschinen, zwei Projektionsapparate, ein Märklin-Modell, zwei Klaviere, sieben Büfetts, zwei Schreibtische, einen Rauchtisch, drei Auszieh, tische, zehn Stühle, eine komplette Radio- anlage (Telefunken) mit Lautsprecher, zwei Harmoniums, drei Diwane, zwei Bücherschränke, 15 Meter Stoff, einen Dixi-Wagen, einen Glasaufsatz, 13 Flaschen Sekt, eine Schärfmaschine, einen Pflug, einen Krupper, einen Vorderwagen für Binder, ein Schrankgrammophon, einen Küchenschrank, eine Schreibmaschine, einen Regulator, ein Sofa, zwei Sessel, einen Eiskonservator, eine Kaffeemaschine, zwei Kleiderschränke, | eine Geige, eine Flurgarderobe. AükMgeiüeiGnrö lemtl in öer Ml Men. Die von den Steuerpflichtigen auf Grund des § 5 der Steuerordnung über die Erhebung einer Getränkesteuer in der Stadt Gießen vom 31. Dezember 1930 bis zum 10. eines jeden Monats zu bewirkende Anmeldung der im vergangenen Monat verausgabten Getränke hat auf besonderem Vordruck zu erfolgen. 23orbrudejinb beim Städtischen Rechnungsamt, Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 19, erhältlich. Die für den Zeitraum der vorläufigen Erhebung der Steuer (1. Januar bis Ende März 1931) notwendigen Vordrucke werden den Steuerpflichtigen durch die Post zugestellt. ' 280C Gießen, den 9. Januar 1931. Der Oberbürgermeister: Dr. Keller. lich vergeben werden, und zwar: 1. Die Lieferung der Steinzeug, und Zementröhren von 20 bis 50 cm L W., Schachtringe, Kanalklinker ohne Stern, vom Besten das Beite! 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Die Erd-, Maurer- und Rohrverlegungsarbeiten (700 cbm Kanalgrabenaushub). 317D Pläne und Bedingungen liegen bei uns offen, und es können Leiftungsverzeich- niste, soweit der Vorrat reidjt, kostenlos von hier bezogen werden. Eröffnung der Angebote Samstag, den 24. Januar 1931, vormittags 10J4 Ahr, auf unserem Amt. Freie 2luswat)l bleibt vorbehalten, Zuschlagsfrist drei Wochen. Marianne Wir zeigen die Geburt unserer Tochter an Ludwig Daniel und Frau 31fez geb. Stern war, iü, 15. Januar gesucht "Bu erfr. in | der GeschäftSst. des 1 Meß. 80?dI Äas WenkoMn SANSSOUCI Karl Schmidt, Gießen, Löberstr. ^19, Tel. 3075 B Astoria-Lichtspiele | H Ab heute Montag bis elnsdil. Mittwoch: Beschluß. Das Konkursverfahren über das Vermögen der INineralgrubengefellfchaft m. b. h. in Gießen wird eingestellt, da eine den Kosten des Verfahrens entsprechende Konkursmasse nicht vorhanden -ist. 306D Gießen, den 2. Januar 1931. Hessisches Amtsgericht._________ Metannimachung. Die Nutz- und Brennholzversteigerung vom 9. Januar in Langd ilt genehmigt. Ausgabe der Abfuhrfcheine, liebe,Weisung und erster Fahrtag Montag, den 19. Januar L 3. 314D Eichelsdorf, den 10. Januar 1931. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. ■■ Als besten Ersatz, für ■ den schädlichen Karte® u ■ schwarzen Tee trinkt man M BM jetzt meinen gesundheitsförd. ■ patfrTeel BH KL Paketeo Pf., gr. Pak. M. LOO I | Proben und Arfweiaunggratia ■ Ächtung ÄÄiuüfcawcn’.i Die Vertretung Spanische Oransen ■ le6en ete mann Kaybler Brause- Belerle e enfner ty ien des den ge. en Tanz nk und ndes 195 C mm 177 ilale Per- eugenden rs [Sachen äy» rat®®4* ah-t-oeld^'^oo Inn......6COO nnaufl*"' 5000 r-jaöj i-Pilsener Urquell IEHLER hank - ...4 mrv Nr. 9 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, U. Zanuar 1931 ______ I _ ----------------- G.Jt.-fport Fußball der Gießener Mannschaften. Eine freudige LIeberraschung bereitete die Ligaelf des VfD. ihren Anhängern, indem sie dem gestrigen Deröondsspielgegner, dem Tabellenführer DfD. „Kurhessen" Marburg, mit 2:2 ein Unentschieden und damit einen wertvollen Punkt abrangeii. Auf Grund dieser und der letzten Leistungen möchte man vermuten, daß sich die DfBer wieder „im Kommen" befinden. Auch die Ligaveserve konnte sich gegen den Lokalgegner wider alles Erwarten behaupten und vermochte sogar einen 2:1-Sieg zu crri :gen. Die 1900er Ligaelf zeigte gegen ihren Gast aus Frankfurt-Fechenheim eine achtbare Leistung, führte in der Halbzeit bereits 3:1, konnte jedoch nicht verhindern, daß die Fechenheimer bis Schluß den Ausgleich herbeiführten. Die III. Mannschaft verlor auf eigenem Platze gegen die III. Mannschaft des VfB. ebenfalls mit 2:1. Fußball in Hessen-Hannover. Ucbcrrafchende Ergebnisse. Del den Spielen der Oberl ga in Hessen-Hannover brachte der Sonntag einige überraschende und für die weitere Tabelleugestoltung bedeutsame Ergebnisse. Der Spitzen sichrer der Südgruppe. Kurhessen Marburg, lieferte gegen den DsB. Gießen aub eigenem Platze ein schwaches Spiet und mußte sich mit einem glücklichen 2:2 unentschieden begnügen. Sport Kassel konnte vor 2000 Zuschauern Borussia Fulda 2:1 schlagen und dadurch mit den Fuldaern auf gleiche Punkte lonn.en. Der Dorsprung der Marburger Kurhes.en be.räat nunmehr nur noch zwei Punkte, so daß sowohl Sport Kassel als auch Dorus,ia Fulda noch gute Aus,ichten auf den Meistertitel ha^e.r. Germania Fulda besiegte Ockershausen sicher mit 2:0. 3n der Aordgruppe konnte Göt ingen 05 auf eigenem Platze gegen den FT. Gr.-Alrnerode nur ein 1:1 unent,chieden erzwingen. Der lachende Dritte ist der SC. 03 Kassel, der seine führende Po,ition dadurch befestigen konnte. Kurhessen Kassel steht allerdings relativ an zwei'er Stelle. Hessen 09 fertigte auf eigenem Platze Einbeck 05 sicher mit 5:0 ab. Oer süddeutsche Sieg in Mannheim. Süddeutschland — Westdeutschland 3:0 (3:0). Es waren wirklich keine fiißballlechnische Offenbarungen, die die 15 000 Zuschauer am Sonntag im Zwischenrundenspiel zwischen dem Süden und Westen im Mannheimer Stadion erlebten. Dafür hatte der Süden seine beste Garnitur nicht zur Stelle. Aber trotzdem zeigte die süddeutsche Vertretung immer noch so viel, daß es zu einem klaren und eindeutigen Sieg gegen die westdeutsche Elf langte. Die besten Leute waren Heidkamp, Schütz, Knöpfte und der Torhüter Jakob. Die eigentliche Ueberraschung dieser Begegnung war das schwache Spiel der Westdeutschen, deren Sturm überhaupt nicht schießen konnte. Wirkliches repräsentatives Können sah man nur bei Weber, der unzweifelhaft der beste Mann auf der westdeutschen Seite war, und bei dem Aachener Mittelläufer Münzenberg. Westdeutschland wird wie in Mannheim auch in der Folgezeit noch sehr die disqualifizierten todjal» ker Spieler vermissen. Das Spiel begann zuerst auf beiden Seiten ziemlich nervös. Dazu gab der hartgefrorene Boden keinen idealen Spielgrund ab und machte den Spielern viel zu schaffen. Bald hatte sich der Süden jedoch gefunden. In der 21. Minute brach der Linksaußen Hofmann durch, sein Lattenschuß wurde von Schalter ausgenommen und eingelenkt. Kurz dar- auf gab es eine Ecke für den Süden. Buchloh verfehlte den Ball, der dann von Schmid über die Torlinie befördert wurde. Der dritte Treffer fiel nach einer ausgezeichneten Kombination in der 41. Minute durch den Frankfurter Mobs, der an dem herauslaufenden Buchloh vorbei einsandte. Nach dem Wechsel war der Kampf verteilter. Obwohl die Westdeutschen mit riesigem Eifer zeitweilig die Süddeutschen zurückdrängen konnten, blieb ihnen der Ehrentrefser versagt. Das Tressen stand unter der guten Leitung von Zander-Berlin. Mitteldeutschland — Südastdeutschland 5:1 (3:0). Eislauf. Von schönstem Wetter begünstigt und unter den denkbar besten Eisverhällnissen entwickelte sich am Samstag und Sonntag auf der Eisbahn an den Eichgärten ein lebhafter Betrieb. Jung und alt tummelten sich bei schönstem Sonnenschein auf der großen spiegelglatten Fläche. Der Eisverein hatte alles gut vorbereitet. An den Nachmittagen beherrschte die Jugend das Feld und die Erwachsenen freuten sich an dem bunten Gewimmel, das sich von der Straße aus dem Auge bot. Es ist zu begrüßen, daß sich besonders die Jugend dieser Sportart und der gesunden Bewegung in frischer Lust in so hohem Maße hingibt. Die Sicheren, die „Fortgeschrittenen" gaben sich ebenfalls mit allem Eifer dem Eislauf hin. Wintersport vom Sonntag. _ Zwelerbobreunen in Winkerberg. Am Sonntag tarnen in Winterberg die Zweierbob-Meisterschaften der Gaue Rheinlands West* faken und Hessen zur Austragung. Den Titel errang Dob Racker (3ungbluth-Loddemann) mit einer Gesamtfahrzeit von 3,14 Minuten für 1500 Meter vor dem Dob Donzo. Auch auf der Zackel- fall-Bobbahn bei Schrciberhau wurden bei ausgezeichneten Dahnverhältni.sen Zweierbobrennen ausgetragen. Mit 3:33,5 für beide Fahrten auf der 1500-Meter-Dahn siegte der Dob „Kreuz 7“ mit den Gebrüdern Staeck. Bobrennen in Friedrichroda. Am Sonntag brachte der Wintersportverein Friedrichroda gutbesuchte Dierer-Bobrennen zur Durchführung. Gesamtfieger wurde der Dob „Eva" über eine Strecke von 2405 Meter mit 2:30,7 Minuten vor dem Dob „Friedrichroda". * Skistaffellauf auf dem Brocken. Der Harzer Ski°Derband veranstaltete am Sonntag im Drockengebiet seinen traditionellen Ski-Staffellauf über 45 Kilometer. Knapper Sie- §er wurden mit 3:25,45 Stunden die Goslarer lager vor dem WSD. Braunlage. * Slalomlauf im Schwarzwald. Am Sonntag gelangte auf dem Feldberg im Schwarzwald ein Slalomlauf zur Austragung, in dem der Freiburger Höfflin in 3:19 Minuten vor dem Freiburger Miggler und Sickinger (Freiburg) siegreich blieb. Kurze Sportnotizen. Die Dorbereitungen zum 3. Frankfurter Hallensportfest am 24. Januar in der Frankfurter Festhalle sind in vollem Gange. A unmehr sind auch der Turn er-Sprinter- meister Lammers und der deutsche 5000-m» Meister Helb er I verpflichtet worden. Die kleine Mcoietie. Vornan von Paul Hain. 16 Fortsetzung Nachdruck verboten Manchmal auch fang Dicolette, und Kinna begleitete sic. Sie hatte eine kleine, zarte, aber außerordentlich kultivierte und beseelte Stimme, und Wördehosf war es ein besonderer, freudiger Genuß, ihr dann zuzuhören. Lind ihm schien, als finge sie nur für ihn. Die Ros>e aber, die sie ihm am ersten Tage gegeben hatte, lag woh.verwahrt in einem kleinen Karton im Schrank. Und nicht selten geschah es. daß er sie aoends herausnahm und mit tändelnden Fingern über die verweilten Blätter hin- str.ch. „3ch liebe dich, Dicolette" — flüsterte er dann, „ahct diese Liebe wird immer schmerzvoll fein. Ich darf mich nur an dir freuen, aber nie darfst du mir gehören." Und doch — wie sehnte er sich jeden Morgen nach ihr, wie sehnte er sich nach der Berührung ihrer Hände zum Morgengruß. — Und ging es Dicolette nicht ebenso? 3a — sehr fein, unendlich fein waren die Fäden, die gegenseitige Deigung hin- und her- woben. Wollte man aber einmal einen teuflischen Fluch hören im grollenden Daß, s'o brauchte man nur zu Zacobrrs zu gehen und mit ihm ein Gespräch über ein aktuelles Zeitproblem zu beginnen. Dann hagelte es nur so! Gr war wirklich eine groteske Figur, der „Schloßbär“. und er und Dicolette in ihrem dus- tigen Kleidchen neben ihm ergaben immer ein Bild, das an gegensätzlichen Farbenwcrkungen und in dcr Zusammenstellung der Figuren zum Lachen reizte. Ucuer allem meinte es die Sonne Herz.ich gut. Sie brannte nur so über die Wälder und Berge und Wiesen hin, und die Leute im Städtchen jammer.en, daß kein Regen käme, und daß die üonne ihnen Diehsutter und Korn verbrenne. — Eines Dormittags saß Wördehosf an dem großen Tisch vor dem Hauseingang. Er las. Professor Kinna hatte wieder einmal seine nervösen Tage und war kaum zu sehen. Dor lauter innerer Unruhe war er schon früh in die Stadt gelaufen/ilm die Mittagszeit wollte er zurück fein. Dicvlette, die eine Weile mit am Tisch gesessen hatte, war vorhin ins Haus gegangen. Ganz still. Wördehofs hatte es kaum bemerkt. Erst nachher wurde er gewahr, daß er allein sah. Er schlug das Buch zu. Warum war sie weggegangen? Seine Lippen verzogen sich wie im Schmerz. Ahnte er es nicht? Galt nicht das Leuchten ihrer Augen immer nur ihm? Und mußte nicht auch Schmerz in ihr sein — oder doch Bangigkeit — wenn er dieses Leuchten der Augen nicht endlich mit jubelnder Stimme beantwortete: „Dicolette — ich hab' dich lieb —?" Da klangen Töne aus dem Musikzimmer. Gr horchte auf. Das muhte Dicolelte fein! Sie spielte selten, und zumeist nur. wenn sie sich allein glaubte. Es war da eine seltsame Scheu in ihr. Wördehosf trat leise in das Haus. Ging durch die Räume und blieb auf der Schwelle zum Musllz rnmer stehen. Dicvlette saß vor dem Flügel und spielte. Leicht glitten ihre Finger über die Tasten. Den Kopf hielt sie zurückgelegt. 3hre Augen waren geschlossen. Sie spielte die zarte, träumerische Meu>die des ^s-Dur°3mpromptus von Chopin, jene leichte, fragende, zärtliche Melodie, die immer wieder das Schicksal fragt: „Liebt er mich denn? Was ist mit meinem Herzen? O sprich — was ist damit?" Wördehosf wagte kaum zu atmen. Unverwandt blickte er zum Flügel hinüber und sah das süße Profil Dicolettes. hörte ihre bittende, bange Musik und — verstand sie. O — hin stürzen dürfen zu ihr! 3hr die Augen küssen! „Frage nicht mehr — Lieb — es ist ja alles gut!“ Aber da zuckte ein Gedanke durch fein Hirn. Dorma! Gr war nicht frei! Und wenn er auch innerlich ganz losgelöst von ihr war. wenn sie auch gang andre, ihm fremde Wege ging, er durfte nicht handeln wie ein 3üngling. Oder doch? War er nicht vielleicht zu töricht? Hatte_ er nicht ein Anrecht auf wirlliches, reines Glück? Sollte er ewig eine Fessel tragen? Ditterlcit quoll in ihm hoch. Verlangend hob er die Arme zu Dicolette hin. Ein Flüstern auf den Lippen. Da verllang der letzte Ton auf dem Flügel. Dicolette öffnete die Augen und blickte wie erwachend um sich. Sie sah Wördehosf — und tiefe Röte stieg ihr ins Gesicht. Der ließ die Arme sinken. Er lä- chelte mühsam. „Das — das war wunderschön", murmelte er. Sie schwieg verstört. Da hatte er sich wieder gefaßt. „3ch — wollte Sie fragen, Fräulein Dico- lette, ob Sie mit in den Wald kommen — da ist es kühl —“ Sie blickte ihn mit glänzenden Augen an. Dickte. „3a — o. ja — gerne- —" Für das Frankfurter Sechstage - rennen sind bisher die fo'genden Fahrer verpflichtet worden: Piet van Kemprn. Pijncnburg, Willi Rieger, Dinale, Kroll, Miethe, Christ- mann und Dom. Cillh Außem, die deutsche Tennis-Spitzenspielerin, hat sich beim Training eine Faßver- letzung zug zogen, die sie vorübergehend bindern wird, an den Tenniskämpfen an der Riviera teilzunehmen. Colonia Köln befindet sich augenblicklich , mit feiner Meistermannschaft auf einer Gastspiel- | reife in Frankreich. 3hren ersten Start in Soissons gegen eine dortige Städteboxstafsel konnten die Rheinländer unentschieden 8:8 gestalten. 3 m Endkampfe um den Goldpokal von Arosa wurde die Mannschaft von Brandenburg Berlin, die bisher alle Spiele gewonnen hatte, vom EHE. Davos mit 8:1 (3:1, 1:0, 4:0) geschlagen. Der DerlinerSchlittschuhklub besieg e in Budapest den Budapester Eislauf-De.e.n mit 3:0 (0:0, 2:0, 1:0). Ski-Rennen auf dem Soherodskopf. Gau-Veranstaliung des Der Ski-Gau Dogeisberg hielt am Sonntag, 11. 3anuar, fein diesjähriges Gau-Rennen aus dem Hohcrodskopf ab. Der Gau. dem alle ober- hessischen Ski-Vereine angeboren, leitet die Dogeisberger Ski-Wettkämpsc. die in früheren Jahren allein vom Ski-Klub Gießen durchgeführt worden sind. Diese Rennen, die früher lediglich einen internen Charakter trugen, sind nunmehr vom Deutschen Ski-Derband (DSD.) offiziell anerkannt. Vorgesehen waren Lang-. Abfahrts- und Sprungläufe. Dur der Lang aus konnte abgehalten werden. Für Abfahr.s- und Sprunglauf reichte dcr Schnee nicht aus. Das war um so bedauerlicher, als der Absahrtslauf (Slalom) überall im DSD. vordringt. Er wird mit der Zeit sicherlich dem Langlauf dessen seitherige beherrschende Stellung streitig machen und dies mit Recht. Denn Technik, Gewandtheit. Haltung werden beim Slalom neben der Schnelligkeit gewertet, während dcr Long'auf nur eine Wertung nach der Zeit kennt und die robuste Kraft begünstigt, ohne Rücksicht auf die technische Fähigkeit dcs Läufers. Beim Sprunglauf war das seither schon anders. Auch der Langlauf hatte unter der H n g u n ft der Schne.elage zu leiden. Der Schnee war zwar ausgezeichnet, aber zu wenig. 3n vielen Waldschneisen konnte man zwar unbekümmert dahinjagen, aber dann kamen immer wieder Stellen, die zu allem anderen als zum Skilauf geeignet waren.,.Das ist bei der Beurteilung der Zeiten zu berücksichtigen. 3m übrigen: herrlicher Winterwald, blauer Himmel, strahlende Sonne. Zwei Autoomnibusse aus Gießen und zwei aus Friedberg brachten die Sportler nach Breungeshain. Dazu kam die Menge der Privatautos und der Ski-Läufer, die von Hartmannshain her dem Hoherodskopf zu- strebten. pünktlich um 9 Uhr begann der Start, so pünktlich, daß einige aussichtsreiche junge Ski- Läufer beim Aufruf nicht zur Stelle waren und nachher zurückgewiesen werden mußten. Die Rennstrecke war auf 7 Kilometer abgesteckt, Start und Ziel beim Klubhaus. Sie war von den Herren zweimal, von den 3ungmannen (18 bis 20 3ahre) einmal zu durchlaufen. Der Start für die Damen lag in der Rahe des Taufsteins. Die Damenstrecke war in die Herrenstrecke eingeleitet und betrug 3 Kilometer. Altersklassen (über 32 3ahre) waren nicht vertreten. Die Läufe 3ugendlicher (bis 18 3ahre) sollen erst bei dem auf den Februar verschobenen 3ugendtag des Derbandes Mitteldeutscher Ski-Dereine (DMS.) ausgetragen werden. Außer den oberhessischen Ski-Dereinen hatte auch der Ski-Klub Maingau (Frankfurt a. M.) Langsam wich die Verwirrung auch von ihr. „Aber da müssen wir wohl erst auf Papa warten, nicht wahr?" „Gut, warten wir —" Sie klappte den Deckel des Flügels herunter. „Wollen S'.e nicht noch ein wenig spielen?" „Dein — nein“, wehrte sie fast ängstlich ab. „Kommen Sie, wir gehen in den Garten —" Sie hatte plötzlich Furcht, mit ihm allein im Zimmer zu sein. So närrisch schlug ihr das Hcrz. — Professor Kinna kehrte nach einer Weile zurück- Es war bald Mittagszeit, und so wartete man denn noch auf die Mahlzeit. Kinna zeigte kerne Lust, mit in den Wald zu kommen. Er konnte nur schwer seine Dervositit unterdrücken. 3n ihm war wieder Schaffenslust — er mußte allein sein. „Sie wollen arbeiten, Professor", sagte Wörde- Hoff. „3a — ich muß! Cs drängt mich. Die Melodien im Kops machen mich noch verrückt —" Dicolette strich ihm besorgt über den Kopf. „Papa — wär' es nicht doch besser, du kämest mit ung?" „Dein, nein — geht nur —“ Er stieß es hastig hervor. Dicolette seufzte und sah Kinna traurig an. Der zwang ein Lächeln hervor. „Mir ist ja ganz wohl, Kind. Sei unbesorgt." Wördehosf tounbertc sich ein wenig. Warum war Dicolette so besorgt um ihren Dater? Er war doch eigentlich nicht krank. „Dun — viel Glück, Herr Professor", rief er dem schon aus dem Zimmer Gehenden nach. „Danke, danke, Wördehosf —" Dicolettes Gesicht wurde wieder Heller. 3hre Augen glänzten schon wieder, da sie neben Wörde- Hoff über den Hof ging. Er sah in ihr Gesicht, dessen Haut so matt und seidig war, und in dem ihr roter Kindermund so verlangend blühte. 3hm war, als hinge um sie der süße Duft junger weicher Früchte. Sie schritten durch das Hofportal hindurch, und wenige Minuten später betraten sie den Wald. Ganz von süßem, schwerem Zauber umhangen, standen die Bäume in der Stille. Wördehosf kannte sich hier schon besser aüs al«; so mancher Einheimische, so oft war er schon hier entlang gestreift. Er liebte nicht die breiten Wege — er suchte die schmalen Fußpfade. Da genoß man die Romantik des Waldes besser. „3ch glaube, Sie müssen etwas von der Seele des Waldes in sich tragen“, sagte Dicolette, „daß Sie sich immer wieder hier zurechtfinden. Mit 3hnen könnte man des Dachls durch die dichtesten Wälder laufen — Sie würden sich nicht verirren." Wördehosf lachte. „3ch liebe den Wald!" Die die Erde hier überall blühte! Wie ein Ski-Gaues Vogelsberg. gemeldet, dessen Läufer Werner einen überlegenen Sieg davontrug. Auch der zweite Sieg blieb diesem Derein (Christ). Der Lauterbacher Fritz Schenk (von zu Hause aus ein Riesengebirgler) folgte ihm unmittelbar. Der Ski-Klub Gießen lag mit Schußler (102 Min. 47 Sek.) an achter und mit von ©rolmon (108 Min. 45 Set) an 9. Stelle, denen Althaus, der sich durch seine besonders gute Verfassung am Schluß dcs Laufes auszeichnete, mit 110 Minuten 13 Sekunden folgte. Zum erstenmal trug also Gießen im Vogelsberg in der Herrenklasse keinen Preis davon, wobei freilich zu berücksichtigen ilt, daß für von Grolmcnr, der im vorigen 3ahr einen schweren Beinbruch erlitten hatte, der Lauf mehr einen Probelauf bedeutete. 3m 3ungmannenlauf lag Gießen an zweiter Stelle. 3m Damenlaus gehörten alle Siege den Gießenern, was um so mehr hervor- zuheben ist, als Siegerinnen früherer 3 ah re, wie Frl. 3oeger und Frl. Brill, diesmal nicht starteten. Eine sehr gute Zeit erzielte der Jugendliche Rudi Bender (Ski-Klub Blau-Weiß Schotten) mit SO Minuten 10 Sekunden auf 14 Kilometer, der jedoch außer Konkurrenz lediglich des Sportabzeichens halber mitiief. Die Leitung des Rennens lag in der Hand des Gau-Laufwarts Dr. Möckelmann (Gießen). Es klappte alles aufs Beste. Die erschienene Sani- tätskolonne Schotten fand keine Arbeit vor. Der Gauvorsihende Dr. Wodaege verkündete nach dem Rennen vor dem Klubhaus die Damen der Sieger. Die Ergebnisse. Herrenklasse. Langlauf von 14 Kilometer (35 Teilnehmer): 1. Sieger: Hermann Werner, Frankfurt a. M. (Ski-Klub Maingau) 1 Stunde 22 Minuten 50 Sekunden: 2. Willi Christ, Frankfurt a. M. (Ski-Klub Maingau) 1 Stunde 30 Mirruten 20 Sekunden: 3. Fritz Schenk, (Ski-Klub Lauterbach), 1 Stunde 31 Minuten 30 Sekunden: 4. Siegfried Gattermann, Friedberg (Ski-Klub Wetterau) 1 Stunde 39 Minuten 37 Sekunden. 5. Hans Welker (Alsfelder Ski-Klub) 1 Stunde 40 Minuten 45 Sekunden: 6. Gustav Hermann (Alsfelder Ski-Klub) 1 Stunde 41 Minuten 17 Sekunden): 7. Heinrich Birkenstock (Alsfelder Ski- Klub) 1 Stunde 41 Minuten 55 Sekunden. 3ungmannen. Langlauf von 7 Kilometer: 1. Erwin Deuenhagen, Schotten (Ski-Klub Blau- Weiß) 44 Minuten 35 Sekunden: 2. Otto Bruchhäuser (Ski-Klub Gießen) 48 Minuten 45 Sek. Damen. Langlauf von 3 Kilometer (8 Teilnehmer): 1. Ruth Heid (Ski-Klub Gießen) 26 Minuten 22 Sekunden: 2. Lenka Handrik (Ski- Klub Gießen) 27 Minuten 50 Sekunden: 3. Sigrid Lerch (Ski-Klub Gießen) 29 Minuten 21 Sekunden. Wunder war das alles. Durch die hohen Wipfel fiel goldenes Licht rieselnd in die gedämpfte Tiefe. 3n den Zweigen rauschte es leise wie der ferne Klang von Orgeln, der Ruf eines Dogels schwang zuweilen hoch oben wie ein Glockenspiel durch die Luft. „Der Wald ist auch mein Freund", sagte Dico- lette. „Das ist das schönste Gotteshaus “ Die Sonne stand hoch. Ein herber Harzduft war überall. Verirrte Hummeln summten vorbei, so daß Dicolette manchmal erschrocken nach dem Arm ihres Begleiters griff. Dann lachten sie wie Kinder und rannten schnell ein Stück, um dem brummenden! Verfolger zu entgehen. Bunte Schmetterlinge, flatterten hier und da und wiegten sich auf den Waldblumen. Sie sprachen nicht viel miteinander — die beiden, aber sie fühlten ihr Zusammensein in dieser süßen, duftenden Stille. Manchmal machten sie einander auf eine besonders eindrucksvolle Schönheit aufmerksam, auf einen verbogenen Baumstamm, einen moosbewachsenen Findling von besonderer Größe. Dann wurde der Pfad enger. Sie mußten hintereinander gehen. Zu beiden Seiten stand Buchendickicht, die Zweige verrannen sich über ihren Köpfen. Dazwischen wucherten Himbeeren und die Sonne warf zitternde Goldflecke über das dunkle Grün. Wördehosf hörte das feine Rascheln des Kleides hinter sich. 3hm war unendlich froh zumute. Dur die schöne, golöne Gegenwart war um ihn. Dann wurde der Pfad wieder weiter und sie schritten nebeneinander. Wie lange sie schon so gewandert waren, sie wußten es nicht. Aber als sie nun einen beeilen, flachen Stein fanden, in dessen Dähe das schmale Rinnsal eines Baches dahinfloß, sagte Wördehofs: „Hier wollen wir einmal Rast machen. 3st es 3hnen recht?" „Aber ja — Sie sind doch der Waldläufer, und ich muß 3hnen gehorchen", antwortete Dicolette lachend. „Also ruhen wir uns ein Weilchen aus." Sie setzten sich nebeneinander auf den SteiiL Ließen sich zurückfallen und blickten in den Himmel. So lagen sie eine Welle. „O — sehen Sie —" rief Dicvlette plötzlich aus und wies mit ausgestrecktem Arm nach oben, wo eine Gabelweih sich langsam gleitend in die Bäume fallen ließ. Dcr kurze Aermel ihres Kleides war zurück- gefallen, und Wördehosf sah mit heißen Augen auf die schlanke, weiße Linie ihres Armes. 11 nb wieder rüttelte ihn der Wunsch: Den Arm zu küssen! (Fortsetzung folgt) Landwirtschaftliche Woche in Darmstadt. Oer Abschluß. WSR. Darmstadt. 9. Ian. Gestern wurde mit zwei Fachreferoten die 26. Hessische Landwirtschaftliche Woche abgeschlossen. Nach 'Begrünung der Besucher durch den Präsidenten Hensel referierte Oberveterinärrat Gutbrod, Würzburg, über das Thema „Die betriebswirtschaftliche Stellung und Ausgaben der Rinderzucht ". Der Referent berücksichtigte besonders sein Hei-- matsgebiet Llnterfranken, wo die Grundlage der Viehzucht und ihre Ausdehnung sich nach dem Wirtschaftsfutter und der eigenen Arbeit der Hausgenossen richte. Den Kleinbauern fehle noch die richtige Zuchterfahrung. Cs bestehe typischer Mangel an gutem, allen Anforderungen ent- sprechendem Vieh. Vor allem müsse die Qualität des Viehes auch in der Langlebigkeit, der gesunden Vererbung und der Widerstandsfähigkeit beachtet werden. An zweiter Stelle sprach L)r. h. c. Ströbel, Direktor der Württembergischen Landwirtschafts- kammör, über „die Milchpreisfrage" und führte etwa folgendes aus: „Zu etwa 22 Milliarden Liter Inlandsmilch kommen 4 Milliarden Auslandmilch in Form von Butter und Käse und im Wert von rund 580 Millionen Mark. Durch Verbesserung der Futtergrundlage im eigenen Betrieb, sowie durch Steigerungen der Milchleistungen könne die Erzeugung erhöht werden, um die Aus lande infuhr wieder zu ersetzen. Zu erstreben sei eine Verbilligung des Verteilungsapparales.'Zur Sicherung des Werk- milchpreises sei aber auch Schutz vor der Aus- landware unerläßlich und im Inland müsse das zersplitterte Angebot zusammengefaht werden. Den Ausgleich von Land zu Land erstrebe der Verband süddeutscher Milchcrzeuger, dessen Vorsitzender Präsident Hensel von der Hessischen Landwirtschaftskammer ist. Lieber das Milchgesetz und seine noch ausstehenden Ausführungsbestimmungen sei ein endgültiges Urteil noch nicht möglich. Vorgesehen sei darin der Dearbeitungs- zwang und der zwangsweise Zusammenschluß der Milcherzeuger, der Milchbearbeiter und Verarbeiter. Folgende Maßnahmen seien notwendig: Lückenloser Zollschuh, Steigerung des Milchverbrauchs. Verbesserung der Milchleistung, Regelung der Milchströme im Inland, weitgehendste Zusammenfassung des Angebots, Bese't'gung der Schwankungen in der Anlieferung, Aufstellung von Landesplänen für leistungsfähige. Milch- Werke und Gewährung von Reichsunterstützungen an diese, angemessene Beteiligung der Landwirtschaft an den Milchhöfen, sowie Marktbeobachtung und richtige Marktnotierung. Rach lebhafter Aussprache schloß Präsident Hensel die diesjährige Veranstaltung Oie Nebenversammlungen. Unter dem Vorsitz von Präsident V e i t h tagte am Rachmittag der Landesverband der hessischen Geflügelzuchtvereine. Rach Erledigung der geschäitlichen Punkte sprach der Vorsitzende des Starkenburger Geflügelzüchterverbandes, Gewerbelehrer B r o h m , Darmstadt, über das Thema: „Ivie geslaliel sich die Geflügelzucht rentabel?“ Der Redner gab aus seiner Praxis zahlreiche Richtlinien, um Fehlschläge zu vermeiden. Direktor Scheu von der Eierverwertungszen- trale Frankfurt sprach über die Einrichtungen, die für den Absatz der Geflügelprodukte vorhanden sind. Er forderte insbesondere zu einem noch engeren Zusammenschluß der Produzenten auf, um rasche und gewinnbringende Verwertung des .deutschen Frischeies zu erzielen. Am Rachmittag hatten sich im Rummelsbräu t die hessischen Pferdezüchter zur 53. Generalversammlung des Heffischen Lan- 5 des-Pferdezuchtvereins zahlreich eingefunden. Ohne Debatte wurden die geschäftlichen Punkte erledigt. Aus dem von dem Tierzuchtinspektor der Hessischen Landwirtschaftskammer, Dr. Denker, erstatteten Jahresbericht ist erwähnenswert, daß der Landes-Pferdezuchtverein 353 Einzelmitglieder und 14 Pferdezuchtvereine mit etwa 500 Mitgliedern umfaßt. Das in diesem Iahr herausgekommene Pferdematerial sei .etwas besser als im Vorjahre gewesen. Für Prämiierungszwecke seien 600 Mk., für Weide- Heldzuschüsse 840 Mk. ausgefchüttet worden. Bezüglich der Frage der Leih-Hengsthaltung wurden die Ergebnisse der Haltung als gut bezeichnet. Da die Regierung eine weitere Ausdehnung des Leih-Hengstshstems anstrebe, sollen 12 weitere Hengste hinausgehen, wofür jetzt bereits 96 Meldungen von Pferdezüchtern vorlägen. Pferdezucht- Inspektor Dr. Hetzel aus Würzburg referierte anschließend über die „Stellung des Pferdes im heutigen Wirtschaftsleben"" und feine verminderte Bedeutung vor allem in der Ertragssteigerung der Landwirtschaft, die heute 85 Prozent des gesamten deutschen Pserde- bestandes besitze. Oie pädagogischen Institute. Man schreibt uns: Der „Gießener Anzeiger" berichtete in seiner Rr. 1 (2. Blatt) vom 2. Januar 1931 von einer Unterredung des Staatspräsidenten Dr. Adelung mit den Vorsitzenden der vier hessischen Lehrerorganisationen über „eine eventuelle Zusammenlegung der pädagogischen Institute in Darmstadt und Mainz nach Mainz" mit dem Ergebnis, „daß durch die Aussprache alte Ecken des Mißtrauens — soweit wie möglich — ausgeräumt worden feien“. Al o hat Miß trauen ge^en die geplante Verlegung bestanden, ja, es besteht noch, denn „die Ecken des Mißtrauens" sind ja doch nur „soweit als möglich", also noch lange nicht ganz ausgeräumt worden. — Lins Oberhessen interessiert nun vor allem die eine Feststellung des Staatspräsidenten, daß' d'er Anteil Oberhessens an Studierenden der Pädagogik in Darmstadt nur 14 Prozent, der in Mainz sogar noch weniger beträgt (man wagt anscheinend diesen Prozentsatz gar nicht zu nennen), daß aber dafür aus den Großstädten Mainz und Darmstadt selbst und aus ihrer .Umgebung 55 Prozent aller Pädagogik-Studierenden stammen. Verlegte nun die Regierung die gesamte Lehrerbildung nach Mainz, so würde in kurzer Zeit der Anteil Oberhessens am Lehrernachwuchs auf e’.n Minimum zusammenschrumpfen. Da drängen sich nun doch eine ganze Anzahl Fragen auf. Stellen toir vorerst nur einmal die folgenden: 1. Kann die hessische Volksschule den Lehrernachwuchs aus Oberhessen entbehren, d. h. vor allem die Lehrkräfte, die mit der oberhessischen Scholle noch aufs engste verwachsen sind? 2. Wird es gelingen, die zum größten Teil den Städten Darmstadt und Mainz und ihrer Umgebung entstammenden derzeitigen und zukünftigen Anwärter für Volksschulstellen in Oberhessen in Zukunft so erdverbunden zu machen, daß unser oberhessisches Volksbildungswe'en (der Vo'.ksschul- lehrer — namentlich der auf dem Lande — war bisher doch nicht nur Lehrer der Schuljugend) bei allem guten Willen dieser jungen Leute keine Rot leidet? Oberhessen. Landkreis Mietzen. fc Wieseck, 12. Ian. Gestern mittag fand im Saale von Gastwirt Braun eine vom Bürger- Verein einberufene Bürgerve rsamm - lang statt, die gut besucht war. Landwirt und Pvsthalter Ludwig Weller leitete die Versammlung. Herr Karl Euler sprach in längeren Ausführungen gegen die vom Gemeinderat in seiner Sitzung vom 29. Dezember beschlossene Real- steuererhöhung. Gemeinderat Seibert ergänzte die Ausführungen von Euler und gab bekannt. wie sich die bürgerlichen Gemeinderatsmitglieder die Beseitigung des Defizits in der Gemeinderechnung 1930/31 denken. Rachdem sich noch verschiedene Ortseinwohner an der Aussprache beteiligt hatten, wurde von der Versammlung eine Entschließung angenommen, die be'agt, daß die versammelten Bürger Wiesects gegen die vom Gemeinderat beschlossene Erhöhung der Realsteuern Einspruch erheben und verlangen, daß der Beschluß rückgängig gemacht wird. 8 A l t e n - B u s e ck, 12. Ian. Gestern abend veranstaltete der Turnverein „Frei Heil" einen Llnterhaltungs- und Werbeabend. In der Eröffnungsansprache wurde die Bedeutung des Turnens und Sportes für die körperliche Ertüchtigung des Volkes hervorgehoben. Es wurden gute turnerische Leistungen gezeigt. Besonderen Beifall fanden die Turner der Bezirksriege vom 3. Bezirk und die Flach- tumerriege Wieseck. Darauf wurden zwei Schwänke zur Aufführung gebracht. Tanz beschloß die harmonisch verlaufene Veranstaltung. Wirtschaft. Holzversteigerungs-Termine. Dienstag, den 13. Januar. Versteigerer: Stadt Gießen. Versteigerungsort: Straße nach dem Schiffenberg, am Waldeingang. 9.30 Uhr. Versteigerer: Forstamt Gießen. Versteigerungsort.' Treis a. d. Lda., Willsche Wirtschaft. 9.30 Uhr. Versteigerer: Graf zu Solms-Laubachsches Forstamt Laubach. Versteigerungsort: Turnhalle zu Freienseen. 10.30 Uhr. Versteigerer: Bürgermeisterei Allendorf a.d. Lda. Versteigerungsort: Forstort Kaulsköppel. 9 Uhr. * * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die auf den Stichtag des 1. Ia- nuar berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 116,9 gegenüber 117,1 in der Vorwoche um 0,2 v. Sy gesunken. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe auf 109,1 (minus 0,3 v. H.) und die Indexziffer für Kolonialwaren auf 101,9 (minus 0,5 v. H.) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat mit 109,2 (109,3) und diejenige für industrielle Fertigwaren mit 142,2 (142,4) leicht nachgegeben. * Zellstoff Waldhof. Die Liebersiedlung der Verwaltung von Zellstoff Waldhof von Mannheim nach Berlin kann als so gut wie sicher angesehen werden, nachdem die Kommissions- sitzung des Aufsichtsrats die Frage endgültig entschieden hat. Frankfurter Börse. Frankfurt, 12. Ian. Tendenz: Lustlos und schwächer. — Auch zu Beginn der neuen Woche verkehrte die Börse in lustloser und wieder schwächerer Haltung. Der feste Schluß der Neuyorker Börse vorn Samstag bot keine Anregung, da anderseits überwiegend ungünstige Momente vorlagen. So verstimmten der Freitod eines Berliner Bankiers, das plötzliche Ableben eines Direktors der Reichskreditgesellschaft, die Gründung eines kommunistischen Bergarbeiterverbandes und vor allem die vollkommene Orderlosigkeit. Ferner sollen einige Auslandsabgaben vorgenommen worden sein, so daß gegen die Schlußkurse vom Samstag schon bei geringstem Angebot Kurs. Verluste von 20 v.H. zu verzeichnen waren. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben mit 2J4 v. H. niedriger. Der veröffentlichte Vierteljahresbericht bereitete trotz seiner durchaus befriedigenden Lage eine Enttäuschung, da man nach wie vor zis. fernmäßige Angaben vermißte. Besonders stark abgeschwächt lagen Scheideanstalt mit minus 4XA v. $)., Rütgerswerke mit v. H. Am Elektromarkt ergaben sich durchweg Rückgänge von 1z v. H., und auch Siemens wurden etwas stark in Mitleidenschaft gezogen. Von Kunstseide-Aktien setzten Aku 2| v. H. niedriger ein, während sie relativ behauptet blieben. Kaliwerte hatten trotz höherem Kursstand mehrprozentigen Verlust. Salzdetfurth gaben 4 v. H. nach, Westeregeln 3 v. H. Von Montanwerten lagen nur einzelne abgeschwächt. Mannesmann und Ryeinstahl kamen mit minus 14 bzw. Ij zur ersten Notiz. Von Bauunternehmungen waren Holzmann VA v. H. niedriger. Gut behauptet eröffneten Zellstoff Waldhof. Im übrigen herrschte große Stagnation. Am Anleihemarkt blieben Neubesitz unverändert. Pfandbriefe sehr still und unverändert. Reichsschuldbuchforderungen lagen schwach. Im Verlause konnte sich das Kursniveau leicht heben, da die Kulisse, die stark abgegeben hatte, vereinzelt kleinere Deckungen vornahm. Das Geschäft erfuhr jedoch keine Belebung. Am Geldmarkt war Tagesgeld im Zusam- menhanamit dem Steuertermin (Einkommensteuer) gesucht. Monatsgeld war unverändert. Am Devisenmarkt hielt die Nachfrage nach Devisen an. Besonders schwach lagen Schweiz, auch Madrid rückgängig. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2052, gegen Pfund 20,4165, London gegen Kabel 4,8550, gegen Paris 123,75, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 46,55, gegen Schweiz 25,0625, gegen Holland 12,0613. . Berliner Börse. Berlin, 12. Ian. Das Hauptgesprächsthema der heutigen Börse waren die Todesfälle in den Berliner Bankkreisen. Während Direktor Leo Scheipner von der Reichskreditgesellschaft einem Herzschlag erlegen ist, schied der Bankier Erich Goldschmidt, früherer Mitinhaber des bekannten Berliner Bank- instiftuts Josef Goldschmidt & Co., freiwillig aus dem Leben. Dieses plötzliche Massensterben von bekannten Berufskollegen wirkte auf die Börse deprimierend. Der feste Schluß der Neuyorker Börse blieb völlig eindruckslos, zumal man an einigen Märkten auch von Exekutionen sprach. Das Angebot betrug in den Hauptwerten 60 bis 100 Millionen nominal und führte verschiedentlich zu Kursrückgängen bis 4 v. H. Als stark rückgängig find besonders zu nennen Schiffahrtsaktien, Montanwerte, Salzdetfurth, Conti- Gurnrni, Siemens, Polyphon, Aku, Julius Berger und Vogel-Telefunken. Reichsbankanteile zogen heute großes Interesse auf sich, verloren aber auch 2,75 v.H. Die Verminderung der Warenhausumsätze im November 1930 blieb nicht ohne Einfluß auf die an der Börse notierten Werte. Karstadt verloren ebenfalls 2,5 v. H. Eigentlich die einzige Ausnahme machten die Elektrische Lieserungsgesellschaft, die in Erwartung einer unveränderten 10-v.H.-Dividende 3,75 vH. anzogen. Anleihen lagen nicht ganz einheitlich. Altbesitz 0,25 v. H. höher, Neubesitz blieben weiter schwach. Von Ausländern erschienen die 5-v. H.-Mexi- Inner und Lissaboner Stadtanleihe mit Minus- Minus-Zeichen. Erstere kamen 0,5 v. H. niedriger zur Notiz, letztere 0,75 v. H. unter Samstag. Reichsschuldbuchforderungen wurden 1 v. H. gedrückt, Geld etwas anziehend, Tagesgeld nannte man mit 3,25 bis 5,5 v. H., Monatsgeld blieb weiterhin unverändert Jrn Verlaufe neigte die Tendenz weiter zur Schwäche, und die Kurse gaben bis zu 1 v.H. nach. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Ian. IenSCTi3: Stetig. Die heutige Produktenbörse eröffnete in gemäßigter Haltung. Das Angebot war nicht drängend und die Preise ziemlich unverändert. Einige Nachfrage bestand im Zusammenhang mit der kalten Witterung für Futtermittel. Es wurden notiert: Weizen 274 bis 276 Mk., Roggen 177,50, Sommergerste für Brauzwecke 215, Hafer (inländischer) 157,50 bis 160, Weizenmehl (südd. Spezial 0) 41,50 bis 42,50, Roggenmehl 41,25 bis 42,25, Roggenkleie 26,50 bis 27,50, Erbsen 25 bis 31, Linsen 25 bis 30, Heu 6,00 bis 6,50, Weizen- und Roggenftroh (drahtgepreßt) 3,00 bis 3,25, Weizen- und Roggenftroh (geoünbelt) 2,75 bis 3,00 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 12.Ian. Auftrieb: 1700 Rinder (443 Ochsen, 131 Bullen, 586 Kühe, 480 Färsen), 547 Kälber, 140 Schafe, 6346 Schweine. Cs notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 48 bis 51 Mk.. (ältere) 43 bis 47; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 47 bis 50, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 46; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 40 bis 42, sonstige vollfleischige: oder.ausgemästete 36 bis 39, fleischige 32 bis 35, gering genährte 25 bis 31; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten. Schlachtwerts 48 bis 52, vollfleischige 43 bis 47, fleischige 40 bis 42. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 68 bis 71, mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 67, geringe Kälber 55 bis 6L — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- Hammel (Weidemast) 48 bis 50, mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 54 bis 58, von etwa 160 bis 240 Pfund 54 bis 59, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 54 bis 57 Mk. - Marktverlauf: Rinder sehr ruhig, großer Lieberstand. Kälber und Schafe ruhig, beide ausverkauft. Schweine sehr ruhig, großer Lieberstand. Frauksur er Eicrmarkt. Frankfurt a. M., 10. 3an. Am hiesigen Markt trat ein merklicher Limschwung ein. Aach den Rückgängen in den letzten Tagen konnte sich die Tendenz im Zusammenhang mit der kalten Witterung und der sehr festen Veranlagung des Londoner Marktes, der auf die deutschen Märkte einen starken Einfluß hat, wieder befestigen. Daneben find die alten Bestände ziemlich aufgebraucht, und die Reuprodukfion geht nur langsam vor sich, so daß sich die Preise bei leicht gebessertem Absatz etwas erhöhen konnten. Man rechnet auch für die nächsten Tage mit weiteren Erhöhungen, vorausgesetzt, daß die kalte Witterung anhält. Am Markte der Kühlhanseier hat sich leine Veränderung ergeben; der Handel war zu den Preisen zwischen lOVs und 12 Pf. nur mäßig. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frantfurt a. M.: Bulgaren 12 bis 12,50, Jugoslawen 11,50 bis 12, Rumänen 11,50, Polen 10,50 bis 11, Chinesen 9 bis 11, Holländer 11,50 bis 14,50, Dänen 11 bis 14,50, Belgier 11,50 bis 14, Schlesier 12,50, Bayern 12,50, Norddeutsche 11 bis 13. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v.H., Lombärdzinsfuß 6 v.H. Sranrfun a. Ul. Berlin Schluß« lurs 1«ilhr« Nur» Schluß« tunt Anfang« fiurd Datum 10.1. 12.1. 10.1. 12.1. 6% Deutsche ReichLanieihe von 1927 ......... 85 85,2 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .......... 101,5 101 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Anslos.-Rrchlcn....... 52,13 _ 52,2 52,25 Desai, ohne AuLlos.-Rcchle . . 4,7 4,675 4,75 4,7 8% Hess. tiollMtnat von 1929 (tüduor i9.« 1.575 2,4 169,06 1,296 56,56 112,26 112- 112. 10, 21,95 2 ,397 4,2010 16,475 81-38 43' 2,08 0,391 58,57 112,40 20,447 16,503 169,4 ?2,M 112,47 ti,13 2,50 I12-» 81.70 44.09 12.455 73.51 a.m. 58,33 111,86 20,367 16,443 168,81 21.96 112-03 - 58.89 2,43 112,13 81,» 43,81 17.393 73.71 jrantiurt h 43,69 2,085 0,399 59,16= 1 ■ 4.g 2Ä 20,9» 59,065 443 7.429 73,375 M 1 ,825 w 'S Sä? 20,915 10,59 12,02 1,41' ,2085 6.513 81.5 44, 2,085 0,390 59,11 ts Ä 4'8 ,44 4,1» 2,193 20,95 öÄä I 1,300 | 58,68 112- 112-66 10.9 22; 20:ti ifnolcn- 8t t Ö s <3 SS <-> O SS SS <3 ♦*> o E E =3 SS o s ID Q .£© c? = e £ i» N Er? 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