Nr. 290 Erstes Blatt 18|. Jahrgang Zreitag, U. Vezember 1951 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dnrtf und Verlag: vrühl'sche UniverfilSls-vuch- und Ztelndruckerei H. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulllraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Ericheint täglich,auhei Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüfse unterSammelnunimer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: $ranffurt am Main l 1886. Noch feine Entscheidung in Darmstadt. Die Wahl des Staatspräsidenten von der Tagesordnung der heutigen Landtagssihung abgeseht. Varmsiadt. 11 Dez. (WTB. Drahtmeldung.) 3n der heutigen zweiten Sitzung des hessischen Landtags wurde der Punkt der Tagesordnung betr. die Wahl des Präsidenten o b g e s e tz t. Die neue Festsetzung dieses Punktes hangt von dem Zeitpunkt ab, zu dem die Verhandlungen zwischen Zentrum und den Nationalsozialisten abgeschlossen sind. Zur Zeit wird darüber debattiert, ob der Antrag, der für die Winternothilfe vorliegt, noch in der heutigen Sitzung erledigt werden soll. Die restlichen Punkte der Tagesordnung sind sachlich taum mehr von Belang. Das gilt sowohl für den Antrag Galm (K. Opp.) wie für den nationalsozialistischen Antrag aus Aufhebung desVersammlungs- und Tlmzugsver- bots sowie des Tlniformverbots für Nationalsozialisten, da ja inzwischen durch die Notverordnung vom 8. Dezember die landesrechtlichen Bestimmungen durch reichsgesetz- l i ch e Vorschriften überholt sind. Da die Negierung Adelung schon zurückgetreten ist und nur noch als geschäftsführendes Kabinett amtiert, sind auch die nationalsozialistischen M i h - trauensanträge gegen Innenminister Leuschner und gegen das Gesamtkabinett sowie der kommunistische Mihtrauensantrag gegen die Regierung an sich gegenstandslos DasProgramm derRSOAP. Tas Schreiben des Gauleiters Lenz an das Zentrum. D a r in st a d t, 10. Dez. (WTB.) Der an die Zen- trumsfiZiktion gerichtete Brief des Gauleiters Lenz hat folgenden Wortlaut: „Die NSDAP, ist bereit, die Regierung in Hessen voll verantwortlich zu übernehmen. Da die Partei zur Zeit noch nicht über d i e absolute Mehrheit im hessischen Landtag verfügt, ist sie auf b i e Mithilfe der Zen- t r u nv Partei angewiesen. Die Hilfe kann jedoch nuuer gewährleistet sein soll, erfüllt sein von dem aufrichtigen Willen zu einer ehrlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit. Voraussetzung für eine solche Zusammenarbeit ist aber nicht nur die rein äußerliche Anerkennung der NSDAP, als zahlenmäßig stärkste und damit zur Rcgjerungsübernahme berufene Partei, sondern eine grundsätzliche, allgemein ersichtliche Mißbilligung der bisher geübten Diffamierung der NSDAP, und ihrer Mitglieder, sowie eine entsprechende Beeinflussung der vom Zentrum getriebenen Politik im Reich und in den übr.gen Ländern. Dies schließt in sich eine eindeutige und endgültige Abkehr von dem das Deutsche Reich und unser Volk vernichtenden Marxismus und' ein klares Bekenntnis zu einer Politik der nationalen E r - weckung, Erhebung und Befreiung unseres Volkes, sowie seiner sittlichen Erneuerung auf einer wirklich christlichen Grundlage. Die NSDAP, beehrt sich daher der Zentrumspartei in Hessen in folgendem d i e Grundzüge ihrer Politik zu unterbreiten, die sie im Sinne einer klaren Zielsetzung sowie einer einfachen, sauberen und billigen Staatsverwaltung auf folgende Mindestforderungen beschränkt. (Folgen die zwölf Punkte.) Die Antwort des Zentrums. Berlin, 11.Dez. (WTB. Funkspruch.) Auf das Schreiben der hessischen NSDAP, ist Freitagvormittag vom Vorsitzenden der hessischen Zentrums, rnkiion eine Antwort übergeben worden, in der es u. a. heißt: „Die Zentrumspartei hat sich im Reich und in den Ländern, ihrem Charakter als Berfassungs- partei getreu, jederzeit verpflichtet gefühlt, in der Negierung mit Parteien ^ujammenzu itzen, die aus der Grundlage der Verfassung dem Wohle des gesamten Dolkes Dienen wollen. Dieser Grundeinstellung der Zentrumspartei entsprechen ihre letzte Gedanken: nationale Freiheit und Erneuerung, christliche Staatsauffassung, Bolks-, Staats- und Reichseinheit unter Wahrung des Eigenlebens der Länder, sittliche und soziale Wirtschaftsordnung, christliche und deutsche Volkskultur, christliche Volksgemeinschaft. — Dieser Grundgedanke aus den offiziellen Richtlinien der Zentrumspartei bliebe für uns maßgebend auch für die Regierungsbildung in Hessen. Hinsichtlich der NSDAP, bemerken wir insbesondere: die Zentrumspartei muß eine Zusammenarbeit mit der NSDAP, an folgende Bedingungen knüpfen, ohne deren Erfüllung weder die Ver.asiung gewahrt, noch die öffentliche Ordnung gesichert bliebe: Die NSDAP. Hessens versichert öffentlich, daß sie auch während ihrer Mitwirkung an der Regierung die Legalität in all ihren Handlungenwahren, allen Pulschabsichten entgegentreten und andere als dieMacht - clemente des Staates nicht benutzen wird. Zu den formulierten „Grundsätzen", „Zielsetzungen" und „Mindestforderungen" erklären wir folgendes: Die Punkte 1 bis 10 sollen Vereinfachung und Verbilligung des Ge- sehgebungs-, Regierungs - und Verwaltungsapparates bringen. Das hat die Zentrumspartei im Rahmen Der Verfassung j e - derzeit angestrebt und durch die einschneidenden Sparmaßnahmen seit Llebernahme des Finanzministeriums in vierjähriger Tätigkeit bewiesen. Sie ist also bereit, über diese Punkte in Verhandlungen einzutreten und an ihrer Durchführung mitzuwirken, soweit nicht Vorschriften der Hessischen Verfassung oder der Reichsverfassung entgegenstehen. Die Formulierung des Artikels 37ff. der Hessischen Verfassung spricht nach unserer Auffassung gegen dievor- geschlagene Regelung der Stellung des Staatspräsidenten und des Ministeriums. Sollte sich gleichwohl eine Regelung dieses Vorschlages ermöglichen lassen, die mit der Hessischen Verfassung in Einklang gebracht werden kann, so würde eine solche Neuerung in der staatsrechtlichen Machtstellung auch Folgerungen haben müssen hinsichtlich der zu ernennenden Persönlichkeit. Der Staatspräsident müßte dann parteipolitisch unabhängig fein, i Punkt 5 (Entlassung der Parteibuchbeamten ohne Ruhegehalt) würde in der vorgeschlagenen Verallgemeinerung zu verfassungswidrigen Maßnahmen fuhren. Er könnte infolgedessen nur insoweit in Frage kommen, als er der Verfassung nicht widerspricht. — Zu Punkt 11 verweisen wir auf die Richtlinien der Deutschen Zentrumspartei. In chnen heißt es u. a.: Die deutsche Kulturpolitik muß auf die Erneuerung und Festigung der geistigen und sittlichen Volksgemeinschaft ab» zielen. Die Kultur des deutschen Volkes wurzelt in der christlichen Religion. Die Zentrumspartei will die Freiheit und älnabhänaig- keit der kirchlichen Gemein schas- t e n und ihren Einfluß auf das Volksleben gewahrt wissen. Den Gefahren einer geistigen und moralischen Zersetzung des Volkslebens tritt die Zentrumspartei mit allem Nachdruck entgegen. Die Familie muß als Keimzelle der menschlichen Gemeinschaft und als wesentlichste Wesensbedingung Der Kultur gesund erhalten werden. Die Erziehung des Heranwachsenden Geschlechtes zu persönlicher, beruflicher und staatsbürgerlicher Tüchtigkeit unter voller Durchhaltung der christlichen Lebenswerte ist als Daseinsfrage des deutschen Volkes eine Hauptsorge der Zentrumspartei." Mit diesen klaren programmatischen Forderungen ist unsere Stellung gegenüber der marxistischen Kulturauffassung sowie der Kulturauffassung anderer Wcltanschauungsgruppen gegeben. Wir fügen dem hinzu, daß die Zentrums- Partei gru ndsätzlich sowohl den Klas- fenhaß, wie den Rassenhaß ablehnt. Zu Punkt 12 der Mindestforderungen stellen wir fest: „Die Zentrumspartei tritt, entsprechend ihren Richtlinien, in voller Lleberein- stimmung mit der gegenwärtigen ReichsregierungfureinePolitikein, die dem deutschen Volke innere und äußere Freiheit, Zukunftsentwicklung und Weltgeltung schaffen und sichern soll. Daraus ergibt sich die selbstverständliche Notwendigkeit für eine hessische Regierung, d i e Außenpolitik der R e i ch s r e g ier un g kräftig zu unterstützen." Der Naseler SsnderaussM prüft die Lage der deutschen StaatHnanzen. Bafel, 10. Dez. (WTB.) Die Sitzung des Beratenden Sonderausschusses war ausschließlich den Darlegungen des deutschen Sachverständigen Ministerialdirektor Graf Schwerin- Krosigk über Den deutschen Reichs- haushalt gewidmet. Der Sachverständige begann mit der Erklärung, daß das ganze deutsche Volk unter dem tiefen Eindruck Der Notverordnung stehe. Die Regierung habe durch diese au^e.gewöhnlich scharfen Maßn hmen insbesondere die Stabilität der Währung aufrechterhalten wollen. Die Einnahmen seien im Lause der letzten Jahre erheblich zurückgegangen. Es sei heute sehr schwer, die Einnahmen für das Etats- jahr 1932/33 zu schätzen. Man glaube, mit 7,25 Milliarden rechnen zu können. Die Aufwendungen für die Arbeitslosigkeit seien erheblich gestiegen,-und zwar von €20 Millionen im Jahre 1929 auf über eine Milliarde augenblicklich. In Deutschland seien gegenwärtig mehr als 5 Millionen Menschen arbeitslos. Von diesen würden nur noch 30 Prozent durch d i e Arbeitslosenversicherung unterstützt. Die übrigen 70 Prozent fielen zum Teil der Krisenfürsorge, zum Teil der Wohlfahrtspflege der Gemeinden zur Last. Die Tlnterstühu-gLfummen für die Arbeitslosen reichten bis an die äußerste Grenze des Existen z m i n i m u m s dicht heran. Schon das laufende Ctatsjahr 1931/32 zeige trotz der getroffenen Maßnahmen ein Defizit. Es sei zu berücksichtigen, daß selbst ein unerhebliches Defizit für Deutschland schwerere Folgen habe als für andere Länder. Es sei zu bedenken, daß zur Zeit ein Defizit des Budgets auch gleichzeitig ein Defizit in der Reichskasse i bedeute. Aus diesem Grunde war die deutsche | Regierung gezwungen, die neue Notverordnung i zu veröffentlichen. Durch Die vier Notverordnungen, einschließlich | der gestern veröffentlichten, fei es möglich gewesen, Ersparungen von 4 Milliarden Mark für Reich, Länder und Gemeinden zu machen. Was das kommende Budget für das Etats- jahr 1932 33 angeht, so hätten die letzten Mittel des Reiches durch die Notverordnung ihre Verwendung gefunden und seien demgemäß erschöpft. Man könne jetzt weder die Ausgaben senken, noch Steuern erhöhen, Die schon an sich viel zu hoch seien. Die Steuereingänge zeigten weiter die Tendenz zu fallen. Man rechne mit Mindereingän- gen von 600 Millionen Mark, hoffe aber, diese Mindereingänge auszugleichen durch die Erhöhung der Umsatzsteuer. Im Ctatsjahr 1932/33 würden die Ausgaben steigen wegen Der Erhöhung der Zahl der Arbeitslosen und der Notwendigkeit, den Dienst Der schwebenden Schuld des Reiches zu decken. (Starter Eiidrrü der Ausführungen des Grasen Schwerin. Von verschiedenen ausländischen Mitgliedern des Beratenden Sonderausschusses wurde nach Schluß der heutigen Sitzung erklärt, daß die heutigen Erklärungen des deutschen Sachverständigen Ministerialdirektors Gras Schwerin-Krosigk im Ausschuß durch ihre Klarheit und ihre nüchterne, jeder Beschönigung und Phrase entbehrende Vor- tragsweise einen ganz vortrefflichen Eindruck und eine tiefe Wirkung ausgelöst hätten. Unter diesem Eindruck schlug der Präsident des Ausschusses, Professor Beneduee, den Mitglie- dem vor, die Sitzung zu unterbrechen und d i c Aussprache auf Freitag zu vertagen. Die deutsche Delegation wird dem Ausschuß ein Memorandum überreichen, das Ergänzungen zum Referat des Grafen Schwerin-Krosigk enthält und weiteres Zahlenmaterial bringt. Die Entwicklung der Reichsfinaozen. Minister Dietrich im Haushaltsausschuß. - Es wird nicht mehr geborgt. Oie Sicherung der Zahlungsfähigkeit des Reichs. Berlin 10. Dez. (VDZ/> Der Haushaltsausschuß des Reichstags trat heute vormittag unter außerordentlich starker Beteiligung der Parteien zusammen, um die Ausführungen des Reichsfinanzministers Dietrich über die Finanzlage und die neue Notverordnung entgegenzunehmen. Die Sitzung hatte wegen des starken Andranges Aehnlichkeit mit einer Plenarsitzung des Reichstags. Reichsfinanzminister Dietrich wies zunächst Darauf hin, daß der im März verabschiedete Etat für 1931 um 1,4 Milliar. den auf 9,3 Milliarden gesenkt worden fei; gegenüber der Gesamtausgabe für 1930 liegt sogar eine Senkung um 2,6 Milliarden vor. Die Grenze von 10 Milliarden, über die seit 1927 Der Etat ständig hinausgegangen war, sei nunmehr also wieder stark unterschritten. Der S teuer ausfall habe im Juli 1931 etwa 200 Millionen erreicht. Dadurch seien die rigorosen Maßnahmen der Finanzverwaltung erforderlich geworden, die jetzt zum Teil wieder aufgehoben seien. In dem von der Regierung berichtigten Etat sei das Aufkommen aus Zöllen und Steuern um 1,714 Mil- haröen niedriger geschäht worden. Für Krisenfürsorge, Wohlfahrts erwerbslcs enfürscrge und die Knappschaft mußten 764 Millionen mehr ausgegeben werden. Diese rund 2,5 Milliarden wurden durch Reparationserleichterung in Höhe von 78' Millionen, durch Rückgang der Steuerüberweisungen an Die Länder und Der Rest durch Ausgabe- streichungen gedeckt. Die Hoffnung, daß Die deutschen Finanzen durch die Nichtzahlung Der Reparationen saniert werden könnten, habe sich nicht erfüllt, weil Die durch Die furchtbare Wirtschaftsnot verursachten Steuerausfälle weit höher sind als Die Ersparnis. Der Minister erläuterte dann die bereits im Teil VII der Notverordnung gemachten Angaben über die Deckung des Reichsetats. Durch Die getroffenen Maßnahmen würde es möglich sein, durchzukommen, vorausgesetzt, daß die Entwicklung der Wirtschaft sich im Winter nicht noch mehr als bisher verschlechtert. Die Zahl Der Empfänger Der allgemeinen Arbeitslosenversicherung übersteigt zur Zeit nur unwesentlich Die Schätzung, Dagegen ist Die Zahl Der Bezieher Der Krisenunterstützung überraschenderweise um 200 020 hinter Der errechneten Ziffer zurückgeblieben. Der Minister wies dann zahlenmäßig nach, daß feit 1928 sich der Behördenaufwand des Reiches einschließlich der Gehälker und Pensionen ohne die Wehrmacht um faft ein Drittel verringert habe, nämlich von 940 auf 680 um 260 Millionen. 3m eigentlichen Reichsaufwand stehen wir genau wieder da, wo wir 1913 standen, wenn man Mark gleich Mark seht. Damit ist festgestellt, daß alle Vorwürfe, das Reich treibe eine unveranlwortliche Wirt- fchast, völlig ausgeräumt find. Schlimmer als mit den Reichsfinanzen steht es mit den Finanzen der Länder und Gemeinden. Die Lage der Gemeinden ist vor allem durch die hohe Belastung mit den Ausgaben für die Wohlfahrtserwerbs.- losen sehr schmierig geworden. 230 Millionen stellt das Reich dazu zur Verfügung. Wir hatten den Gemeinden die Erhöhung oder Neueinführung von Realsteuern verboten. Wir werden davon jetzt Ausnahmen machen. Es handelt sich dabei um Gemeinden, die bisher keine oder nur geringe Realsteuern hatten, weil sie sie früher nicht brauchten. Diesen Gemeinden soll jetzt die Realsteuererhebung bis zum Durchlchnittssatz des betreffenden Landes gestattet werden. Seit 1928 ist das Aufkommen aus der Einkommensteuer um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Wir haben durch Krisensteuer und andere Maßnahmen einen Ausgleich versucht. Die Einkommen st euerbe- lastung geht heute stellenweise auf über 50 Prozent, und trotzdem ist das Aufkommen stark rückläufig. Die Bürger st euer wird erkleckliche Beträge ausmachen, so daß eigentlich die Gemeinden damit auskommen müßten. Bei Der Zigarette war es zu einer Ueberbeftcuerung gekommen, die nicht aufrechterhalten werden konnte. Nach der letzten starken Erhöhung der B i e r st e u e r hat sich gezeigt, daß Mindereinnahmen die Folge maren.roobei allerdings auch die verschlechterte Wirtschaftslage als Ursache des Konsumrückganges berücksichtigt werden muß. Die Beamtenbefolbung ist durch die verschiedenen Notverordnungen um über 2 0 v. fy. gekürzt worden. 3n den unteren Besoldungsgruppen Hal der Beamte im Vergleich von 1913 nur noch den klnderzuschlag mehr als früher trotz der wesentlich teuerer gewordenen Lebenshaltung. Bei den mittleren Besoldungsgruppen ist das Durchschnittseinkommen gegen 1913 auf 96 v. £>. und bei den höheren Besoldungsgruppen um 88 v. h. gesunken. Wir haben uns Zu diesen harten Maßnahmen aus der Zwangslage heraus entschließen müssen, um der Gefahr ZU begegnen, daß hier oder dort die Gehälter überhaupt nicht gezahlt werden fänden. Seit November vorigen Jahres haben wir nicht einenPfennigmehr im Ausland oder Inland geborgt. Wir haben uns trotzdem durchgeschlagen und konnten sogar bedrängten Ländern zu Hilfe kommen. Die ileberbrüdung des 1. Januar ist gesichert. Wir werden unseren Zinsverpflichtungen restlos nachkommen können. Cs wird alles darauf ankommen. die Zahlungsfähigkeit des Reiches aufrecht zu erhalten, damit das Kreditgebäude der Welt wieder ausgerichtet werden kann. Die Vor^ aussetzung dazu ist ein geordneter Haushalt. Cs wird möglich sein, wenn auch mit Sorgen und» Wehen, die Reichsfinanzen durchzuhalten. Dem Ministerium sind die Personen Dekan nnt, die große Vermögen besitzen und ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt haben, Die sich aber nicht scheuen, in Deutschland herumzulaufen und sich mit ihrer „Schlauheit" brüsten. Wir sind entschlossen, diese Personen, wenn sie nach Deutschland kommen und nicht das in Der NotverorDnung als Fluchtsteuer festgelegte Viertel ihres Vermögens zahlen, r ü a - sichtslos verhaften zu lassen. Die mci- ften toerDen es wohl vorziehen, mit Rücksicht auf ipre Wirtschaftsinteresfen im Inland wieder mit iprem Kapital ins Vaterland zurückzukommen. Wer das nicht will, der soll Deutschland end- gültig den Rücken kehren und sich nicht mehr bei uns blicken lassen. (Beifall.) Abg. Dr. Cremer (D V.) vertrat in der Begründung eines Antrag- die Ansicht, daß di« Erhebung der Industrieumlage, deren Ertragnisse der Osthilse zugute kämen, nichts andere- bedeute als die Bevorzugung der Gläubiger der Land w i rtschast im Osten zu Lasten der Gläubiger bet Industrie. Wenn man also auch durchaus die Osthilse gulheihe, so sei doch nicht zu billigen, dah durch bte Konstruktion der Industrieumlagr Unternehmungen zugunsten der Landwirtschaft derartige Opser bringen sollen, dah sie in manchen Zä.len dem Ruin nahe gebracht werden. Ein Abbau der Industr'.eumlaae sei also jetzt von Holen. 3m gleichen Sinne sprach Abg. Stolper (©4>J. ReichLfinanzministcl Dietrich erwiderte, dast er angesichts der neuen Sachlage den vorgebraLten Gründen sich nicht verschließen könne und bereit sei, mit dem Minister Schlange-Schöningen in Verbindung zu treten über die von diesem erörterten Möglichkeiten einer Umgestaltung der Industrieaufbringungsumlage. Oie Beamienbesoldung in Hessen. ^leichstcllun^ in 1 den Re chhb?amtcn. Darmstadt, 10. De;. Amtlich wird mitgeteilt: Die Bedingungen der Reichsnotverordnung vom 8. Dezember 1931 über die Gehaltskürzungen der Beamten von 9 o. h. ist auch für die Länder bindend und muh infolgedessen auchsür Hessen übernommen werden. Auf diese 9-o. h.-Kürzung wird ober die durch die erste hessisch« Notverordnung angeordnete Kürzung von 5 b i» 10 o. h. angerechnet. Die nach- trägllche Auszahlung der Vien st b e - züge wird dahin geändert, dah künftig die Gehaltszahlung nach Maßgabe der vorhandenen Mittel an dem vom.Finanzministerium zu bestimmenden Monalvtage erfolgt. Der Betrog für Nebenvergütungen (auf den ebenfalls eine Anrechnung erfolgt) ist auf 900 (bisher 500) Mark festgesetzt. Vie Bestimmungen treten am 1. Januar In Krast. Vie hessischen Beamten sind mithin für die Folge den Reichsbeamten gleichgestellt. Ein Ausruf des Deutschen Beamtenbundes. Kür Einheitlich.eit in der Besoldung und eine ges cheite Rechtögr, ndia,e Berlin, 11. Dez. (VDZ.) Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Beamtenbundes trat nach Erscheinen der Notverordnung am 10. Dezember zu einer außerordentlichen Sitzung Zusarn- men. Einstimmig beschloß er, sich mit einem Ausruf an alle Beamten zu wenden, der u. a. sagt: Immer deutlicher tritt in Erscheinung, dah die letzte Ur- ache der katastrophalen Entwicklung in der Zer- törung des Weltwirtschaft lichenGleich- gewicht» liegt, die wiederum In dem der wirt- chaftlichen Vernunft widersprechenden Tribut- asten Deutschlands begründet ist. Ebenso deutlich Hal sich innerwirtschaftlich erwiesen, daß nicht nur peinliche Vorkommnisse In den d c r | d)i ebenen Wirtschaftsgruppen das allgeme.ne Mißtrauen in die deutsche Wirtschaftsführung ständig gesteigert haben, sondern darin, dah der st arte Einfluß maßgebender Wirt- schaftskretse aus die Staatsführung und Gesetzgebung vorwiegend eigenen Interessen gedient und dem Allgemeinwohl empfindlich geschadet hat. Immer wieder ist von uns auf das Verderbliche und Verhängnisvolle der Zerrüttung der Massenkoufkraft hingewiesen worden. Jetzt endlich, in dieser Notverordnung, bekennt sich die Reichsregierung zu dem Grundsatz, daß eine weitere Zerrüttung der Kaufkraft unterbleiben muh. Ob jedoch durch die von ihr teils ungeordneten, teils in Aussicht gestellten Mahnahmen dieses Ziel erreicht wird, muh die Zukunft erweisen. Gegenüber der Welt erheben auch wir unsere Stimme zur Befreiung von allen Tri- vutlasten und zur völligen Gleichberechtl- guna Deutschlands mit allen anderen Staaten. Innerhalb Deutschlands verlangen wir die wahreGleichberechtigungallerDolks- schichten, auch der Beamtenschaft, und die Berücksichtigung ihrer berechtigten Interessen. Im Besonderen fordern wir grundsätzlich Einheitlich- kett in der Besoldung und eine gesicherte, von einheitlichen Gesichtspunkten ausgehenke Rechtsgrundlage für alle Beamten in Reich, Ländern und Gemeinden. Wir erwarten, dah sich alle Beamten in dieser schicksalsschweren Zeit um ihre von der Gesamtheit anerkannten Führer scharen, damit wir geeint und entschlossen das Schicksal des deutschen Volkes und damit unser Schicksal zum besseren wenden helfen. Eine Kundgebung des Gewerkschastsringes. Berlin, 10. Dez. (CAB.) Der Dorstanb de» GewerkschaftSringeS faßte zur Rotverordnung eine Entschließung, in der eS u. a. heißt: Der Entschluß der Regierung, durch die Qtot- Verordnung vom 8. Dezember zur Sicherung der Kaufkraft endlich gegen alle Faktoren der ProdukttonSkostengestaltung ener- ?lisch vorzugehen, entspricht der vom Gewerk- chaftSring von Anbeginn der Abbauaktion der ReichSreaierung gegenüber vertretenen Forderung. Mit einer weiteren einseitigen Vorleistung der Löhne und Gehälter müßte der Schrumpiung-prozeh der deutschen Wirtschaft in eine unübersehbare Katastrophe einmünden. Der DewerkschastSring muß verlangen, daß die Schlichter angewiesen werden, ihre Entscheidungen von den tatsächlichen Auswirkungen der Preispolitik der Regierung abhängig zu machen. Die Reichs- rcgicrung kann die Explosionen der sozialen Spannungen nur verhindern, wenn sie mit der gleichen Härte wie gegen Lohn und Gehalt g e - Sen die übrigen Produktion-- und ebenShaltungSkosten vorgeht. Mit den Lasten der neuen Rotverordnung ist die Leistungsfähigkeit de- deutschen Volke- erschöpft. Oie pariser Ratstagung beendet. Auch China und Japan stimmen unter Vorbehalten der Entschließung zur Ent» sendung einer Llntersuchungskommission in die Mandschurei zu. Pari», 10. Dez. (XU.) Der Völkerbundsrat hat am DonnerLtagnachmittag seine außerordent- Uchr Pariser Tagung abgeschlosien. Der .omanische Verirrter I o s ch i s a w a erk.ärte. dah seine Rc- g.erurg den EntschließungSentwurf annehme, dah sie sich aber voro^alte. in der Mandschurei alle Maßnahmen zu treuen, die sür den Schun der japanischen Bürger notwendig irf y.enen. Diese Mahnahmen beträfen natürlich ..ur Ausnahmesälle und würden in dem Augenblick zurückgezogen, wo geordnete Verhältnisse eingetreten seien. Ansch.iehend daran brachte auch- der chinesische Vertreter, Dr. S z e, eine Reihe von Vorbehalten zur Kenntnis. Er wies auf die Rotwendigkeit einer sofortigen Räumung hin und erklärte, seine Regierung könne nicht dulden, dah die Polizeigewalt in der Mandschurei von irgendeiner anderen Macht als China selbst au.gcübt werde. Abschließend nahmen die einzelnen Mitglieder des Rates kurz zu der Entschließung und zu den von beiden Parteien vorgcbrachten Vorbehalten Stellung. Rach der Abstimmung über die Ent« schließung betonte Rat5präiident Briand. dah es sich in diesem Falle darum gehandelt habe, auf Grund von § 11 des Dölkerbundsstatuts eine Kompromihlösung zu suchen. Das Problem trage einen durchaus sp^iellen Charakter. Die angenommen« Resolution könne in nichts die Doktrin des Völkerbundes berühren. Diele behalte volle Kraft. Wenn nicht eine entsprechende au»- drück.iche Bestimmung der in Kraft befindlichen Verträge vcriiege, gestatte der Völkerbundspakt keinem Staat, seine Vorwürfe gegen einen anderen Staat durch andere Methoden al» die in Artikel 12 de- VölkerbundSstatutS angegebenen geltend zu machen. Jede Beeinträchtigung der in der Präambel zum Völlerbundspakt ausgesprochenen Grundsätze stelle die Völkcrbundsm tglieder vor eine ernste Verantwortung, die auch im Kettogg-Pakt bekräftigt werde. Auch Lord Cecil b.torte den AuSnahmecharakter der Resolution. Rücktritt des japanischen Kabinetts. Tokio, 11.Dez. (WTv. Fun'spruch.) Das Kabinett ist zur ück getreten. Die Krise scheint mehr durch finanzielle und wirtschaftliche Ursachen als durch die diplomatisch« Lage beschleunigt worden zu sein. 6» ist nicht wahrscheinlich, daß die Politik Japans gegenüber China eine Aenderung erfährt. k e n z > n f e s und diese führt unmittelbar $uf Senkung des Pfandbriefzinses. So ist 6er Kreis geschloffen. Die Dringlichkeit der Sbbilfc ließ nichts anderes übrig, ab mit zähem Entschluß den großen schritt zu tun und mcchamsch von außen in die Zinsentwicklung der deutschen Wirtschaft ein- Augrcifen. Die Neuregelung der Zinsverhältnisse auf Dem Geldmarkt ist im wesentlichen in die Hände des Reichskommissars für dos Bankgewerbe gelegt, der, wenn die Spiyenoraanifationen der Äreöitinft tute nicht bis zum Ablauf dieses Jahre» zu einer befrie* 6 genden Losung gelangen, von sich au» das Verhältnis regulieren wird. Um eine plötzliche Abwanderung vom Kapitalmarkt zum Geldmarkt zu verhindern, ist dem Gläubiger bi» zum 31. Dezember 1933 d i« Kündigung der langfri.ftigen Forderungen unterlagt Ist d.e Kündigung vertraglich für eine bestimmte Zeit ausgeschlossen, so verlängert sich diese Frist bi» zum 31. Dezember 1935. Der Schuldner wird in der Kündigung nicht beschränkt Von der Einführung einer allgemein gültigen Zinshöhe für die Zukunst hat die Verordnung abgesehen. Sie gibt aber eine wertvolle Handhabung für die Regelung de» Zinsniveaus Die Genehmigung zur Ausgabe von Pfandbriefen und anderer Schuldverschreibungen aus den Inhaber ist nunmehr ausdrücklich der Reichsregierung Vorbehalten, die sich dabei im Einvernehmen mit der obersten Landesbehörde de» betreffenden Lande» halten muß. Eine neue Hoover» Botschaft über Schuldenfrage und Abrüstung. Washington, 10. Dez (WTB.) Präsident Hoover legte heute dem Bundeskongreh eine b e - sondere Botschaft vor, die sich m t auswärtigen Angelegenheiten befaßt. Darin wiederholt Hoover zunächst, daß das Hoover- moratorium sowohl die Tendenz zu einer allge- meinen Panik beseitigt wie Zeit gegeben habe, eine Neuregelung der finanziellen Beziehungen zu schaf- fen. Seine Aktion sei also notwendig gewesen, und er sei überzeugt, dah das amerikanische Volk sie billige. Da die Zahlunaen an Amerika am 15. De- zember fällig seien, so sei es sehr dringlich, bald durch ein Gesetz den Finanzminister zum Auf. schub dieser Raten und ihrer Abzahlung im Verlaufe einer zehnjährigen Frist, die am 1 Juli 1933 beginnen soll, zu ermächtigen. „Beim Herannahcn des neuen Jahres wird es klar, dah eine Anzahl von Regierungen, die uns Geld schulden, nicht in der Lage sein werden, weitere Zah- lungen an uns in vollem Umfange zu Iciftcn, solange sie sich nicht wirtschaftlich erholt haben. Es ist nutzlos, dieser offensichtlichen Tatsache nicht klar ins Auge zu sehen. Es wird daher er- forderlich sein, in einigen Fällen noch weitere ein st wellige Neuregelungen zu machens Aus diesem Grunde empfiehlt Hoover die Die- dercrrichtung der Kriegs sch uldenkom- Mission mit der Aufgabe, die Probleme, welche bezüglich dieser Schulden während der gegenwärtigen wirtschaftlichen Notlage entstehen, zu prüfen und über das Ergebnis dem Bundeskongreh Bericht zu erstatten und Vorschläge zu unterbreiten. „Ich empfehle dem amerikanischen Volk Im eigenen Interesse ein kluger Gläubiger und guter Nachbar zu fein." Hoover legt den größten Wert auf die Feststellung, dah Amerika absichtlich nicht an den allgemeinen Reparationszahlungen oder der Austeilung der deutschen Kolonien und des deutschen Privateigentums beteiligt fei. Die Abmachungen mit den alliierten Schuldnern seien auf einer Grundlage getroffen worden, dienichtsrnitdendeut- schen Reparationen zu tun habe. Die Reparationsfrage sei daher notwendigerweise eine rein europäische Angelegenheit, an der Amerika unbeteiligt sei. Die Botschaft Hoovers betont weiter, daß die Regierung die Einladung zur W « ltabrÜ - stungskonferenz angenommen habe. Diese Konferenz werde Richtlinien verfolgen, für die Amerika sich bereits seit der Haager Konferenz 1899 an führender Stelle eingesetzt habe. Die bisherigen Ergebnisse seien hauptsächlich auf das Gebiet der Fl o t te n a b r ü st u n g beschränkt geblieben. Er hoffe jedoch, dah nicht nur die Flottenrüstuna weiter reduziert werde, sondern daß die so dringend notwendige Begrenzung und Reduzierung auch aus die Landrü st ungen erstreckt werden könne. Die Steuerlast zur Bezahlung der Rüstungen sei heutzutage größer als vor dem Weltkriege. Die wirtschaftliche Unsicherheit in der Welt sei zum größten Teil bedingt sowohl durch diese Lasten wie auch durch die Furcht, die durch gewaltige Rüstungen erzeugt werde. „Die Welt sollte sich, durch keine Argumente irgendwelcher Art entmutigen lassen, die Rüstungen auf vernünftige und maßvolle Basis zu beschränken" LebhafieAusspracheimGenai. Bo.aß fordert Eu ova auf, das Teinige zu seiner Rettung zu tun. Sofort nach der Verlesung der außenpolitischen Botschaft des Präsidenten Hoover begann im Senat eine lebhafte Aussprache über das Feierjahr. Eine ausreichende Mehrheit für die Ratisizierung scheint trotz heftiger Opposition sicher zu fein. Zah'reiche Senatoren aus beiden Lagern, insbesondere auch D o - r a h , wandten sich gegen eine Verlängerung des Feierjahres. Senator Dorah erklärte mit Anspielungen auf die Abrüstungskonserenz, dah der nächste Schritt Jur Rettung Europa- von den europäi- chen Staaten, nicht von Amerika ausgehen müsse. Europa habe es bisher unterlasser., das Moratorium zu benutzen, um Angelegenheiten in Ordnung z u bringen, die cs in Ordnung bringen müsse, bevor eine wirtschaftliche Erholung möglich sei. »Ich vermag kein Zeichen dafür zu entdecken", so erklärte Borah, „dah Europa beabsichtigt, seine Rüstungen zu vermindern oder die Reparationsfrage auf vernünftiger Grundlage zu regeln. Wir haben die Kriegsschulden bereits auf Grund der Zahlungsfähigkeit der Schuldner herabgesetzt und auf ungefähr sieben Milliarden Dollar, die uns zustanden, verzichtet. Angesichts der gegenwärtigen Politik Europas würde eine Reuregelung auf Grund der Zahlungsfähigkeit auf eine allgemeine Streichung der Schulden hinauslaufen. Amiliche Srläutenmwn zur Mverordmmg. Berlin, 11. Dez. (WTB.) Zu den Vcftlmmun- gen über die Erhöhung der Umsatz st euer wird amtlich erflärt, daß die ursprüngliche Schätzung de- Aufkommens der Umsatzsteuer für das laufende Etatsjahr sich auf 1095 Millionen belief. Aus Grund der bisherigen Eingänge ist diese Vor- schätzung auf 980 Millionen herabgesetzt worden. Das Mehraufkommen der Umsatzsteuer auf Grund der Erhöhung wird mit 900 Millionen beziffert. Wesentlich ist die Einführung der sog. Phasen- Pauschalierung. Diese Phasenpauichalierung bedeutet, daß die Steuer auf eine Ware im Produk- tions- und Derteilungsgang nur an einer Stelle erhoben wird. Das würde also beispielsweise In der Texllwirtschaft bedeuten, daß nur die Weber, nicht aber die unteren an HeisteUung und Vertrieb der Ware Beteiligten die Umsatzsteuer bezahlen. Diese Phasenpauschalierung stellt in der Lndmirkung keine Aenderung der Gesamtbelastung durch die Umsatzsteuer dar, sondern nur eine Aenderung in der Fo>m der Erhebung. Zu den Mahnahmen, die Oer Sicherung von Ordnung und inneren Frieden gelten, wird noch mitgeteilt, dah das Reich darauf verzichtet hat, eine generelle Anmeldungspflicht für alle Waffen anzuordnen, weil dadurch eine ungeheuer« Derwaltungsvcrmchrung cinirctcn würde. Man hat sich darauf beschränkt, den Ländern erweitert« Vollmachten zu geben. Es wird aber nicht angenommen, dah die Länder nun eine allgemeine Anmcldungs- oder Ablieferungspflicht vorlchreiben: vielmehr werden sie von den Möglichkeiten der Rotverordnung nur in Bezirken Gebrauch machen, in denen eine Gefährdung der Sicherheit eintritt. Auch die Vorschriften für den Waffenerwerb sind verschärft worden, und zwar so, dah die Prüfung des Bedürfnisse» vom Waffen'chein auch auf den Wefsenerwerböschein ausgedehnt worden ist. Die Schärfe dieser De- ftlmmungen gilt allerdings nicht für Jäger, Die im Besitze eine- Iahresjagd- scheine- sind. Wer ferner z. 2. Iagdwasien oder überhaupt Waffen besitzt, ist zu einer Anmeldung nur dann verpflichtet, wenn in dem oben erwähnten Fall für seinen Bezirk «ine entsprechende Verfügung ergeht. Wesentlich ist, daß nun auch Die Hieb- und Stoßwaffen in da- ganze Kontrollsystem ein» bezogen worden sind, da sie bei politischen Ausschreitungen eine immer stärkere Rolle spielen. Von zuständiger Seite wird aber ausdrücklich unterstrichen, dah der Sinn dieser ganzen Bestimmungen nicht daraus hinauSläuft, dem ordentlichen Bürger die Verteidigung zu erschweren, sondern nur solchen das Handwerk zu legen, die ihre politischen Meinungsverschiedenheiten mit Waffen aus-utragen pflegen. Das DerfammlungSverbot ist bereit» In Kraft getreten. Um Mißverständnisse ouSau- schließen, muh betont werden, daß eS nicht für geschlossene CBetfamm'ungen In geschlossenen Räumen gilt, fo daß also Weihnachtsfeiern politischer Verbände m g'ich sind, wenn sie diesen Vorschriften genügen. Sehr schwierig ist die Definition deS Begriffe» der Personen, die im öffentlichen Leben stehen und den verstärkten Ehrenschutz genießen sollen. In den meisten Fällen wird der Richter entscheiden müssen. Der Sinn dieser Bestimmungen ist aber, eme Entgiftung des öffentlichen politifchen Kampfes herbei zuiühren, und daraus geht schon hervor, daß der Rahmen ziemlich breit gehalten ist. Oie Zinssenkung. Staatssekretär Schlegelberger sprach im Rundfunk über Die Zinssenkung. Die Ste.gerung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschland» ist nur m glich, wenn es ihr gelingt, den Preisstand Dem des Weltmarktes anzupassen. Dazu bedarf es einer grundlegenden Senkung der Gestchungskosten. Auch der ungeschultesten Betrachtung ist klar, daß eine Senkung der Gestehungskosten die Herabsetzung der Löhne und Gehälter erfor- derlich macht. Diese ist aber von zwei gleichzeitigen Maßnahmen abhängig: Senkuna des Preisniveau» und b ej Mieten. Die Mietsenkung aber erfordert eine Senkung de» Hypothe - Iranlreichs Bedingung sür eine Revision des Noungplans. Herabseyun" der Kriegcschuldcn und provisorische Ae elun . Washington, 10.Dej. (Brüter.) Die französische Regierung hat der amerikanische» Regierung formell mitgeteilt, dah eine Revision der Reparationsoerpslichtungeu von einer entsprechenden Herabsetzung der Kriegsschulden begleitet sein müsse. 81» Gegenleistung verlangt Frankreich die Zusicherung Deutschlands aus Innehalten der internationalen Verträge. Damit dürfte — wie Baltimore Sun erlärt — der Versailler Vertrag gemeint sein. Frankreich betrachte die augenblickliche Unsicherheit In der weitwirtschast al» eine ungeeignete Zeil für eine endgültige Neuregelung und könne sich nur auf eine vorläufige Herabsetzung cln- laffen. „Eoening Star" bemerkt, daß Hoover durch seinen Antrag auf Einsetzung einer ft r leg»- schuldenkommission deutlich die Alflcht zu erkennen gegeben habe, den Nachlaß an die Alliierten nur auf eine Prüfung ihrer Zahlung»- f ä h I g k e i l zu basieren. Kleine politische Nachrichten. Der A e l t e st e n r a t de» Reichstag» Ist für Mittwoch, 16. Dezember cinbcrufen worden. Aus der Tagesordnung stehen die Anträge der Kommunisten und der Deutschnationalen auf Einberufung de» Reichstag» zwecks Stellungnahme zue neuen Notverordnung des Reichspräsidenten. e Alcala Zamora ist von den spanischen Cortes mit 362 von 410 St.mmen zum Präsiden- ten der Republik gewählt worden. Aus aller Welt. Da» größte Denkmal der Welt. Wie die sow etamtliche Telcgrapbrnagentur mit» tcilt. ist in Leningrad beschlossen worden, im Hasen eine Lenin -Statue zu errichten, die mit einer Höhe von 110 Meter da» größte Denkmal der Welt werden soll. Ihre Errichtung im Hafen und ihre gleichzeitige Verwendung alS Lcuchtturm läßt erkennen, daß man offensichtlich dabet daS amerikanische Beispiel der Freiheits st atue im Hasen von Reu- York im Auge hat. Die Arbeiter und Angestellten sind angewiesen, einen Teil ihre» Einkommen - in einem besonderen Fond- einzuzahlen, der für diese- Denkmal geschaffen wurde. Auf der Zugspitze tödlich abgestür-1. Der bekannte Bewirtschafter deS Münchener Hauses auf der Zugspitze. Anselm Bart, ist durch Absturz auf der ins Platt führenden Seite der Zugspitze tödlich verunglückt. Die Leich« ist durch eine mittel- Sondcrzug der bayerischen Zugspitzenbahn bergwärt» beförderte Efpedition der Rettungsstelle Partenkirchen zu Tal gebracht worden. vier läge und vier Nächte verunglückt im Dolde gelegen. Bei Rothenburg o. T. verunglückt« beim Holzsammeln dieser Tag« eine Frau Katharina Wnß au- Vailroth. Indem sie sich « l n e n Fuß brach. Da sie außerdem aus einer Seite gelähmt ist. konnte sie sich nicht weiterschleppen unt> blieb vier Tage und vier Rächte im Walde liegen. Ihr« H.lferuse wurden nicht gehört. Erst am vierten Tage abend» fand eine Zagdgcselllchast die Verunglückte in erschöpftem Zustande auf und brachte sie in da- Rothenburger Krankenhau». Da die Frau für fich allein wohnte, war ihr 'Ver'chwinden in den vier Tagen nicht bemerkt worden. wegen Versicherungsmorde, verurteilt. Vom Amsterdamer Landgericht wurde ein Dachdcckcrmeister wegen Der icherungSmorde» zu lebenSlänglicherGefängni -s.ra'e verurteilt. Dem Angellagten wurde zur Last gelegt, vor zwei Jahren seinen Gehilfen von dem Turm der Derardu» Mafella-Kirche In Amsterdam in di« Tiefe gestürzt zu haben, nachdem er ihn einige Zeit vorher mit 50000 Gulden hatte versichern lassen. Man glaubte »unächst an einen Ung ück»sa'l und zah'te dem Dachdecker n.i'.er nach demTcd: d »Gehlen anstand-lo- die Versicherung-iumme au». Erst vor einem Jahr wurde der Dachdeckermeister unter dem Verdacht der Täterschaft verhaftet. In dem Prozeß leugnete der Angeklagte bi- zum letzten Augenb.ick, auch noch nach der Verurteilung bestritt er jede Schuld. Da- Gericht hielt ihn jedoch der Tat für überwiesen. Erschwerend fiel in» Gewicht, dah der Dachdeckermeister inzwischen wieder eine andere Person versichert hatte. die hoovrr durch (einen 85 8 A Die neue Lesmona 50(0 • Auch ohne Mundstück, dick und rund • Konzernfrei! llch die Wchl jn ah an die AUiierlm rer Zahlung». wurde. Getragen von dem Geist der Verbundenheit. entwickelte sich eine gemütliche, weihevolle Stimmung. Worte des Dankes durch den Vorsitzenden beschlossen die harmonisch verlaufene Feier. ten, die ihn besitzen. Wer kauft, hilft! Hilft den Geschäften, die mit schwerer Aot kämpfen, hilft einer Armee von Angestellten, die nicht entlassen zu werden ulft Fabrikarbeitern. Heimarbeitern, Nachrichten. : e i d) s t a g s ist sür ijen worden. Aus der ge der Kommunisten (Einberufung iteHungnafw $ur spräfibentcn. den spanischen Lor« zum Präsiden« hit worben. Wettervoraussage. Kaltluft über Skandinavien hat dort zum Aufbau eines Hochdruckgebiets geführt, das sich mit dem Hochdruck Uber den britischen Inseln und dem Atlantik verbunden hat. Dabei ist Kaltlust aus Aordosten über ganz Deutschland vorgedrun- gen und räumt die seitherige Ozeanluft weg. Temperaturrückgang bis zum Gefrierpunkt und darunter war die Folge. 3m Vereich der Kaltluft kommt eS jetzt zu Frostwetter, wobei auch zeitweise Aufheiterung eintritt. Aiederschläge in Form von Schnee sind vorerst kaum oder nur ganz vereinzelt zu erwarten. Aussichten für Samstag: Teils wolkig, teils aufheiternd, Frost, auch tagsüber Temperaturen vielfach unter Aull, nur vorerst etwas Schnee. Lufttemperaturen am 10. Dezember: mittags! 6,1 Grad Celsius, abends 5 Grad: am 11. Dezember: morgens —0,9 Grad. Maximum 6,3 Grad. Minimum. (Schluß des redaktionellen Teils.) Aus der provinzialhauptstavt Glehen. den 11.Dezember 1931. Wer kaust, Hilst! Wer kauft, hilft I Cs ist ein mutiger Aot- ruf, ein SOS, das den kategorischen Imperativ „Spare!" übertönt. Sparen ist so selbstverständlich geworden, daß man sich auch die Worte darüber sparen könnte. Aber der Mensch ist ungerecht. Luxus wurde von gestern auf heute zum verfemten Begriff. Was ist Luxus? Für den einen das Auto. Für den andern die Autodroschke. Für den dritten der Autobus. Selbst „überflüssigster" Luxus ist lebenserhaltender Begriff für Hunderttausende, die ihn schaffen - erstarrte Form nur für die vereinzel- steret und Abkehr vom Sparen führen zu Kreditkündigungen der Kassen, zu Betriebsstillegungen in Handwerk und Gewerve, zu Arbeitslosigkeit und zu neuer Aot und neuem Elend. Die Sparer haben jetzt die Hand am Hebel der großen Wirtschaftsmaschine, jetzt wie noch nie! Sie müssen zeigen, daß sie ein mündiges Volk sind, und sie müssen wissen, daß ihre Feinde da stehen, wo Mißtrauen gesät wird. Denn Vertrauen ist die beste Stütze einer Währung, eine bessere als Gold und Devisen. Dortrag im DOA. In einem Vortrag, veranstaltet von der Akademischen Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland an der Hniversität Gießen, sprach am Mittwochabend Prof. Dr. Mannhardt, Marburg, über das Thema „Volk, Staat und Kirche in Südamerika". Die südamerikanischen Staaten, so führte der Vortragende aus u. a. aus. hatten, in großen Zügen gesehen, eine annähernd gleiche Entwicklung Hücker sich, ob sie nun unter portugiesischem, oder spanischem Einfluß standen. Auf uraltem Kulturboden habe Spanien ein Kolonialreich errichtet, Raubbau getrieben (wie die Portugiesen auch), gegen das 17. Jahrhundert sei aber dann diese Herrschaft zerfallen, und erst mit dem Auftreten der spanischen Jesuiten habe sich eine Bezugspreissenkung. vom 1. Januar an wird der Bezugspreis für den Gießener Anzeiger gesenkt auf Mark 1,80 monatlich ohne Illustrierte und auf 2HL 1,95 monatlich mit der Illustrierten. Dazu kommt die Zustellungsgebühr. Verlag des Gießener Anzeigers. neue Blütezeit angebahnt, der durch brauchen. . , . _ Familie, hilft, hilft, hilft. Heute weih es bereits jedes Kind: es muß gespart werden. Aber das Sparen um des Sparens willen ist eine gefährliche Propaganda. und Bezirksteilmonatskarten können ohne Zuschlag benutzt werden: a) Karten 2. Kl.. Cilzug in 3. Kl., Schnellzug: b) Karten 2. Kl., Personenzug in 3. Kl., Cilzug und c) Karten 3. Kl., Cilzug in 2. Kl., Personenzug. Actz- und Bezirkskarten gelten einen Monat. Sie können an jedem Tag des Kalendermonats gelöst werden und gelten bis zu dem Tag des Aach° monats, der in der Zahl dem ersten Tag der Geltungsdauer vorangeht. Bezirks teilmonatskarten gelten eine Woche von Sonntag bis Samstag, wie die gewöhn ichen Teilmonotskarten. Kinder genießen keine besondere Ermäßigung. Auf Bahnhöfen, wo die Karten aufliegen, müssen sie spätestens zwei Stunden vor ihrer Benutzung, auf anderen Bahnhöfen spätestens fünf Tage vorher bestellt werden. Aetzkarten für mehrere Bezirke müssen in jedem Fall fünf Tage vorher bestellt werden. Bei der Bestellung ist der Tag anzugeben, von dem an sie gelten soll. Ein deutliches Lichtbild (Paßbild) ist der Bestellung am Fahrkartenschalter beizugeben. Die Karten sind nach Ablauf der Gel- tungsdauer zurückzugeben. Außer dem Fahrpreis ist eine Sicherheitsgebühr zu hinterlegen, die für Aetzkarten auf 10 Mark und für Bezirkskarten auf 5 Mark bemessen ist, und die innerhalb einer kurzen Frist nach Ablauf der Geltungsdauer der Karte erstattet wird. Für Bezirksieilmonatskarten wird keine Sicherheitsgebühr erhoben. Grundbesitzer zu finden. Der Ausländsdeutsche wünsche wohl eine engere Verbindung mit dem Mutterlande, wenn auch die Sehnsucht zu einer Rückkehr nicht ausgesprochen vorhanden sei. Leider sei das Deutschtum in den Städten stark gefährdet, die junge Generation spreche als Umgangssprache meist spanisch: wohl sei noch ein Zusammenhalt unter den Deutschen vorhanden, Vereine bestünden wie bei uns im Mutterland, aber doch könne das alles eine Entfremdung nicht verhindern. Lebendiger sei die Schicksalsgemeinschaft unter den vor langer Zeit nach Argentinien ausgewanderten Rußlanddeutschen. Man müsse sich damit abfinden, daß man aus dem Ausländsdeutschen nicht mehr den mit dem Mutterlande verbundenen Deutschen schaffen könne, vielmehr gelte die Arbeit jetzt den Bestrebungen, innerhalb der Staaten Südamerikas den deutschen Chilenen, den deutschen Brasilianer und den deutschen Argentinier zu schaffen, so, daß sie sich als besondere Grupven integrieren und dabei ihr Volkstum aus sich selbst heraus zu erhalten bemüht seien. Heute könne es bei der wirtschaftlichen Ohnmacht Deutschlands nicht mehr das Ziel sein, deutsche Schulen einzurichten, dazu reichten die Mittel nicht aus, vielmehr müsse man sich darauf beschränken, deutschstämmigen Lehrern und Geistlichen in Deutschland das Studium und die Ausbildung zu ermöglichen, damit sie dann in Liebersee in deutschem Sinne wirken könnten. Der Vortrag, dem die Zuhörer, meist Studenten, mit großer Aufmerksamkeit folgten, fand starken Beifall. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater Gießen: „Der Schusternazi", 20 bis 22.15 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein: Künstlerhilfe, Turmhaus am Brandplatz. 15 bis 17 Uhr. — Cafs Amcnd: Gemäldeausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Auto und kein Geld". — Asto- ria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Heldenritt im wilden Westen" und „Die letzte Warnung!". — Aus dem S t a d t th ea t er bu re au wird uns geschrieben: Morgen,Samstag, 12. Dezember, 15.45 Uhr, als Schülervorstellung: „Wilhelm Teil" von Schiller. Spielleitung Peter F a s s o 11. Ende 18 Hhr. Hessische Landes-Zubiläums-Geflirgelschau. WSA. Mainz, 8. Dez. Aus Anlaß deS 25jährigen Bestehens des Landesverbandes Hessischer Geflügelzüchter-Vereine beranitaltcte der Iubelverband in den Tagen vom 4. bis 6. Dezember hier eine Hessische Landes-Iubiläums-Ge- flügels chau, verbunden mit Jung- geflügelschau. Dem Verbände gehören z. Z. über 200 Vereine mit über 8000 Mitgliedern an. Am Samstag fand die offizielle Eröffnung der Ausstellung statt. P:ovinzialdirektor Dr. Wehner g b c ne: Freud: üb r die zih're'ch ke'chickte Aufstellung Ausdruck. Er beglückwünschte die hessischen Züchter, die allen Widerwärtigkeiten zum Trotz die bedeutungsvolle Ausstellung zustande gebracht hätten. Zum Schluß gab der Redner dem Gedanken Ausdruck, daß die Ausstellung dazu beitragen möge, die Abhängigkeit von der ausländischen Einfuhr weitestgehend abzuschwächen. Der Vorsitzende des Landesverbandes Hessischer Geflügelzüchter, Karl V e i t h. Reichelsheim (Oberhessen), wies darauf hin, daß das Hand-in-Hand-Arbeiten mit der hessischen Regierung dazu geführt habe, die hessische Geflügelzucht auf eine hohe Stufe und damit in der Welt an dritte Stelle zu bringen. Der Vertreter der Hessischen Landwirtschaftskammer, Landwirt M o s s e l, Marienborn, betonte, daß auf dem Gebiete der Geflügelzucht noch ein großes Betätigungsfeld vorhanden wäre. Pflicht aller Kreise sei es, sich für die Förderung der Geflügelzucht in Deutschland einzusetzen. Die Ausstellung, in der 400 hessische Züchter 1600 Tiere zur Schau stellten, erfreute sich eines zahlreichen Besuchs. Am Samstagabend vereinigten sich die Aussteller und Mitglieder des Bundes deutscher Geflügelzüchter, des Hessischen Landesverbandes, der Provinzialverbände und des Mainzer Vereins zu einer Feier des 25jährigen Bestehens des Verbandes im Rheingoldsaal der Stadthalle, bei der der Verbandsvorsihende Karl D e i t h, Reichelsheim (Oberhessen), die Festrede hielt. Liberalen ein Ende bereitet wurde. Gegen das ausgehende 18. Jahrhundert sei die von den Jesuiten geschaffene Staatsform zerfallen, der Dassenstolz verfiel, und eine Mischbevölkerung ohne engere Verbindung mit dem Mutterlande wuchs h^ran. Als in Aordamerika die Hnab- hängigkeitsbewegung Platz griff und zu Erfolgen führte, habe man auch in Südamerika die Ideen aufgegriffen und in die Wirklichkeit umgeseht. In der Folge habe sich dann ein bestimmtes System der Regierung entwickelt, der Usurpator übernahm die Herrschaft, entweder auf Grund der bewaffneten Macht, oder durch den Wahlzettel, füllte sich den Säckel, um dann schließlich einem anderen Platz zu machen. Später wurde diese Art der Plutokratie durch Ideen formaldemokratischer Art (aus Europa übernommen) zur Volksvertretung übergesührt, und heute bemühe sich Aordamerika um das Land, das den Aufsaugungsbestrebungen nicht allzu großen Widerstand entgegensetzte. In seinen weiteren Ausführungen ging der Redner auf die bevölkerungspolitischen Zusammenhänge ein, charakterisierte das Verhältnis zwischen Europäern, Indianern und Regern, vergaß aber auch nicht, die auftauchenden sozialpolitischen Fragen zu erörtern. Als besonders interessant stellte er die (reichlich primitive) Form des Aationalgefühls dar, aus dem sich sehr wohl ein ausgesprocheneres Aationalgefühl entwickeln könne. In kurzen Zügen streifte er sodann die wirtschaftlichen Verhältnisse und d-e Bemühungen der (katholischen) Kirche um die Schaffung einer kirchlichen Disziplin. Am Schlüsse seiner Darlegungen gab der Redner ein Bild von der Stellung der Deutschen in Südamerika. Der Deutsche sei in den Städten Südamerikas als Kaufmann, auf dem Lande als 11 Eine nach der andern.. das dürfen B B H l Sie getrost bei einer 5 010. Sie ist ja _ I ■ B 50 mild,so rein und so bekömmlich.. das Vorbild einer 3>/3 ?sg.- Nfür NM SWNbtt e elun. ?*«•) D'e Iran. öer onierikairschei, !.e>"e Revision ichlungen von absehung bet lew müsse. Al, die Zusiche. "uehallen her ]ge. Damit bürfk d" Versailler kreich belrachle blt t Dcklwlrtschasl al» für eine end- id könne sch nur rabsehung ein« Seit bet Welt. graph:nagenturmiß | beschlossen worben, k laiue zu errichten, | Meter das größte st. Ihre Errichtung - ie Lervendung » erkennen, daß man » Ionische De'lpK b« I äsen von Den | Arbeiter und W I nen Teil ihres | "onderen Fonds em- ml geschallen wurde. 3 sich abgestnrzt- , des Münchener Anselm Zart, ist führenden Erüe s-^nLie Leche "ua der bayerWn 6«l= »Ä iw Wm tzA'ise n Nen iSDeths 5 ! ein- in bit Se auf i?r 6,„x.;.9t, der mber gZ W ’ eine ’ \e98lunq des Ausgabe L dverlchc^ " ,'ch dabei int 'ndesbehörde des ** Das Stadttheater-Abonnement. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz hat es durch Spielplan- Dispositionen ermöglichen können, der Schwierigkeit der Zeit Rechnung tragend, die nächste Abonnementszahlung nicht in den Weihnachtstagen zu erheben, sondern die nächste Date erst Anfang Januar 1932 zur Verrechnung zu bringen. ** Arbeitsjubiläum. Der Maurer Heinrich Hahn, wohnhaft in Großen-Buseck, kann am morgigen Samstag auf eine 25jährige Tätigkeit beim Gas- und Wasserwerk Gießen zurückblicken. "DerHessischeEvangelischePfarr- verein hielt am Dienstag in Gießen eine gutbesuchte Provinzialversammlung ab. Der Vorsitzende, Dekan Widmann, Gedern, begrüßte besonders den Superintendenten, Oberkirchenrat D. Wagner, der bei den anschließenden Besprechungen über Fragen des Pfarrstandes wertvolle Aufschlüsse geben konnte. Den Hauptvortrag hielt Dekan i. R. Dernbeck, Darmstadt, über „Evangelisches Siedlungswesen". Der Vortrag wurde durch eine Reihe trefflicher Lichtbilder ergänzt. Eine lebhafte Aussprache schloß sich an. •* Gewerkschaftsbund der Angestellten. Man berichtet uns: Einige vergnügte Stunden bereitete am Samstagabend der Gewerkschaftsbund der Angestellten seinen Mitgliedern anläßlich der diesjährigen Weihnachtsfeier im Cafe Ebel. Zahlreich hatten Freunde und Gönner sich unter den strahlenden Lichtern des Tannenbaums im festlich geschmückten Saale zusammengefunden, um Tradition zu pflegen und in würdiger Weise eine Feierstunde zu begehen. Der Aotzeit entsprechend, hatte man das Fest in ganz bescheidenem Umfange durchgeführt und von vornherein jebeneunnötigen Kostenaufwand vermieden. Aus freiwilligen Spenden war eine Tombola aufgebaut, während das Programm von den Mitgliedern, unter Mitwirkung der Iugend- gruppe und des Vereinshumoristen, bestritten Verkehrsverbeffenmg bei der Reichsbahn Netzkarten, Bezirkskarten und Bezirksteilmonatskarten. s Nächte be gelegen I mer4ein^n 3UÖ f ste sicher Seit- aui ^jterschlepp^ l '^v7erNöcht- 'N in er- Derungu-" KfeiW für Last ,.n »L-he l 2!aiell°^'Habern aestü" 50000 ® .f'ntt Nit t nrtdH potge ,(en. jttu KB .adere WSA. Frankfurt a. M., 10. Dez. Zum 1. Januar 1932 werden Aetzkarten, De» zirkskarten und Bezirksteilmonats. karten 2. und 3. Klasse eingesührt. Die Karten gelten nur sür Deichsbahnstrecken und können von jedermann ohne Ausweis gelöst werden. Im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt /M. werden au gelegt: a) Die Netzkarten 8 (Aordbayern), 10 (Südwestdeu^schland), 11 (Frank,urt/M) und 12 (Rheinland) bei der Fahrkartenausgabe F.ank uck,M. Hof.: b) die Bezirkskarten und Bezirksteilmona.slarten wie folgt: Karte 241 „Frankfurt": bei den Fahrkartenausgaben Franksurt/M. Hbf., Gießen, Hanau Hbf., Limburg (Lahn), sowie Bingen, Darmstadt Hbf., Mainz Hbf. und Wiesbaden Hbf. Karte 242 Westerwald: bei den Fahrkartenausgaben Betzdorf (Sieg), Gießen, Limburg (L.), sowie in Aiederlahnstein und Siegen: Karte 24 3 „O b e r h e s s e n": bei den Fahrkartenausgaben in Frankfurt M. Hbf., Gießen und Fulda: Karte 24 4 „Fcankfurt/M.- Mainz": bei den Fahrkartenausgaben in Frank- furt/M. Hbf., Friedberg (Hess.) und Hanau Hbf., sowie in Darmstadt Hbf. und Mainz Hbf. und Wiesbaden. Aetzkarten gelten für Schnell-, Ei'- und Personenzüge. Bei Benutzung von FD, FFD und Luxuszug tarifmäßiger Zuschlag. Die BezirksEs ist sonderbar: reiche Leute sparen nämlich zrk allererst. Geld und Geiz wohnen sehr nahe nebeneinander. (Es gibt sogar Verfechter der Anschauung. ohne Geiz kein Reichtum...) Das Dauerschlagwort der „schlechten Zeiten" lähmt jede Aktivität. Wer kann, kaufe — kaufe ein bißchen Lebensfreude für sich und für andere. Schöne Dinge verbreiten eine glückliche Atmosphäre, darin sich Menschen froher, tatkräftiger und bejahend entwickeln können. Die fünf Sinne find uns schließlich nicht zum Einmotten gegeben worden... Es herrscht jetzt große Aot. Sehr große Aot. Zu viele Menschen vergessen, daß sie durch Sparen nur sich helfen, durch Kaufen auch den andern. Es wird jetzt niemand einfallen, sinnlose Verschwendung zu predigen, aber ebensowenig sollte man sinnlose Sparsamkeit predigen. Die Kinder singen: Taler, Taler, du mußt wandern, Von der einen Hand zur andern. Es liegt kein Segen in einer zufest verschlossenen Hand. 21. Mündiges Volk. Mündig sein, heißt nicht nur frei über sein Vermögen, über seinen Willen und über sein Können schalten zu dürfen, mündig sein bedeutet in einem höheren Sinne auch „unter eigener Verantwortung zu handeln verstehen", sich nicht von fremden Einflüssen und eigenen Stimmungen treiben zu lassen, sondern nach Hebcrlcgung handeln und dann zu seinen Taten stehen, — das heißt mündig sein. Man hat uns — gerade uns Deutschen — in besseren Zeiten oft getagt, wir seien ein mündiges, freies Volk. Den Beweis, daß dies stimmt, können wir nirgends besser erbringen, als zu dieser Stunde. Jetzt, in diesen Wochen ärgster wirtschaftlicher Bedrängnis, in diesen noch n.e erlebten Aot- zeiten, hat uns das rauhe Schicksal an den Kreuzweg gestellt und vor die Frage: Sollen wir uns von dem trübe quellenden Strom des Mißtrauens mitreißen lassen, oder sollen wir standhalten, kühl nachdenken und dann sinnvoll und vernünftig handeln? Die, an die man diese Frage stellt, werden atoar unwillig die Köpfe schütteln: „Selbstverständlich wol- len wir vernünftig und besonnen handeln!" Aber wie sieht die Wahrheit aus? Da ist ein neunmal» kluger Irgendwer gekommen, leise, geheimnisvoll, und hat getuschelt: „Wissen Sie schon... Inflation... Spargeld in Gefahr...!" Und kaum sind die Worte gesagt, da schießt das Mißtrauen, die Angst schon lodernd empor, wie ein prasselndes Feuerwerk. Vergessen der gute Vorsatz, sich nicht verblüffen zu lassen, vergessen jede ruhige Hebet» legung. „Wissen Sie schon..." ist berauschendes Gift, dem nur ganz feste, kühle Aaturen widerstehen können. Fragt man dann einen der Aufgeregten nach plausib.en Gründen für sein Mißtrauen, dann wird er ein wenig von „Inflation", von „Alles- schondagewesen", von „Dorfehen ist besser als Aachsehen", so von Dingen, die man sagt und nicht beweist, stottern, aber Gründe, wirklich handgreifliche Gründe vermag er nicht anzuführen. Hnd wenn man dann mit einigen scharfkantigen Erwiderungen auf den Mißtrauischen lossteuert, bann ist er bald von einer ganz kläglichen Hilflosigkeit. ..... Aber hilflos wollen und dürfen toir nicht fein. Gerade der Mann aus dem Arbeiter- und Mittelstände darf sich nicht gedankenlos in den mitreißenden Strom grundlosen Mißtrauens fallen lassen: gerade er muh das, was ihm an wirtschaftlicher Kraft fehlt, ersetzen durch den Willen zu klarer Heberlegung, er muß mündig sein. Aachdenken ist die einzige Parole, die helfen kann! Hnd bei solchem ruhigen Heberlegen kann niemand an den wirklichen Tatsachen Vorbeigehen. Diese Tatsachen aber sind die gerade in den letzten Wochen und Monaten von berufenen Stellen weithin hörbar abgegebenen Versicherungen, daß Reichsregierung und Reichs- banksichjegliche m Versuche,dieWäh- rung zu erschüttern, mit allen Kräs - ten entgegen ft em men werden. Aun liegt es bei uns, den öffentlichen Stellen, die sich auf unsere Seite gestellt haben, nicht in den Rücken zu fallen. Das tun wir aber, wenn wir uns von den Demagogen des Mißtrauens in den Hinterhalt locken lassen, wenn wir unsere Spargelder, anstatt sie der heimischen Wirtschaft auf dem Wege über die Kassen zur Verfügung zu stellen, in den Strumpf stecken. Wir gefährden damit nicht nur uns selbst, betrügen nicht nur uns selbst um die Zinse , sondern geben auch unsere Mitmenschen, unsere Aachbam, Verwandte und Freunde neuen Gefahren pteis. Denn Geldham- -'Wo’ in allen Preislagen £M(oMen - Pra/nen - ff. Waren-frpedih’on. &ll(Sh«nU:%r Seltersweg 49 Denn einer eine Reife tut, so kann er was erzählen. Dieses Sprichwort ist aus einer Zeit, da das Reisen noch eine Seltenheit war. Heute, beim Reisen im Schnellzugswagen, ist eine Reise vielfach erlebnisarmer, und zu gewissen Jahreszeiten läuft man Gefahr, auf die Frage: „Was haben Sie von der Reise mitgebracht?" immer wieder die Antwort zu bekommen: „Nichts als eine tüchtige Erkältung, Husten und Heiserkeit." Gar zu leicht erkälten mir uns in unseren Atmungsorganen. Es würde dies aber viel seltener passieren wenn wir auf jede Reise einen Beutel oder eine Dose der echten „Kaiser's Brust Caramellen" mitnehmen und so die Atmungs- organe gegen Erkältungen schützen würden. (6608V Die wirtschaftliche Rotlage zwingt die weitesten Kreise der Berbraucherschast, bei den Einkäufen auf günstige Preise und bewährte Qualitäten zu sehen. Es ist deshalb besonders beachtenswert, wenn ein altbekanntes Geschäft wie das Schuhhaus Süß, in diesem Augenblick Angebote bringt, die jeden auch bei schärfstem Rechnen in die Lage versetzen, sich mit guten Winterschuhen zu versorgen. 8508D Der heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt des Schuhhauses Süß bei, der beweist, daß diese Firma nicht nur ihre Leistungsfähigkeit bewahrt hat. ländern aud) in ihren Preisen sich den Erfordernissen der Zeit voll angepaßt hat. Wer also Winterschuhe braucht oder praktische Weihnachtsgeschenke machen will, sollte ihn zu seinem Vorteil einer genauen Prüfung unterziehen. überreichend schnelle Sdimerxbeieltlgung durch das von vielen Aerzten bestens empfohlene Cikovanille gegen Kopfschmerzen jeglicher Art, Migräne, Neuralgien und rheumatischen Beschwerden. 30 Jahre bewährt. Unschädlich für Herz und Magen. 6 Pulver oder 12 Oblaten - Padcuno RM 1.10 Polstersessel 118.- Chaiselongues £32. Marktstraße 29 Betten-Bär- Gießen Seltersweg 20 Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben, guten Vaters sagen auf diesem Wege herzlichen Dank Geschwister Birkenbeul. (rieben, den 10. Dezember 1931. illfiem. Dentscber Frawerein Isolde Kurz Ilr*t an* eignen Werken. Montag, den 14. Dezember, 20 Uhr, im Höreaal des Kunstwissenschaftlichen Institutes (Bismarckstraße 22) Eintrittskarten Mk. 1.50, für Mitglieder 75 Pf., für Schüler und Studierende 50 Pfennig. 8498d Gäste, auch Herren willkommen! Not lehrt sparen-darum: Hinein in den Konsumverein! Limburger......... */< Pfund 13 Limburger ohne Rinde.....1« Pfund 15 Schweizerkflse...........*/4 Pfund 37 Edamer 30%..............*/« Pfund 22 Edamer 20%..............*/» Pfund 17 Tilsator................Pfund 30 Emmenthaler ohne Rinde..4 Pfund 10 Emmenthaler, ßtciligeo Paket...... 75 Romadour...............*/< Pfund 27 Alpenrose....................... 20 Tilsator....................Stück 38 Ada Block..................Stück 10 Ada Block....................3 3 50 Camembert.................Stück 25 Alpenland.................Stück 12 Berg Trio..................Stück 27 Kümmelkäse...............Stück 17 Allgäuer Stern..............Stück 10 Toniatenkitse, ßteillge Schachtel.....52 Gobirg-.quelie 20%.................'4k Gehirgsquelle 30%.................55 Thüringer Stangenkäse............ Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig Pfennig G EG-Marinaden: Rollmops u. 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Dezember, abends 8*, Uhr MiÜiMlMk im LchüNcnhauo, wozu alleMitglieder herzlichsteingeladen sind. — Bei andere schriftlEinladungen ergehen nicht. Ter Borftand. Vereine Morgen abend 8'/, Uhr »mD hessischer ( e-e.^ c «- e* ~ B n 'he'-a = ^® 2 i=_E « E19 5 ®© o.Ü 3 >=■ E pj. E 23 E “ «-< O E !”53 u Ke e 0 (£> eta He? Si ?c 2e es = E ° B ZA A E-b^ E < Z "3 e -A < 2 € L.S jo £•£ o 3L '— o .2 C 1 Feppiche 3 5 p = 5^ ee, L ea 19 = 10 6* E ’g =19 5 tatter N e A Q E E Z E E E ö eK sr e$ IOTA 19» S L.A A S A A Ä CO i?ee 2Ke^a le! 2 g--Z -e-c >1 oZa KL :3 2 äS> a ••«e 2 53 e SS E cS- e.= B E Q $»&§■; N O ® 5 2 La = o EA * ® = 5 ’C 2-® *6 = E = 2eg3 Si® e -S-3 5 ra 2 e§ 3 c 19 5w^& ea 8 >2. 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P E 8 = = s O-® o „- E m E 2 c^g(2t9 S E r=E = » s 8§L LgL ®S)aao„B ASel§ p La !l«i^ 5«® ä p-5 2 p 43-5 JO ® e» •-» 42 C= M O:O '-> Q — -Q a>“ CC-“~.2 iC- a C ® 0 &SA* 8» :J 33 P 3 c b a. s **0 o a s = "c E 2 E «g E (9 L=t9 Sä' . 0”" = e= e a<9 u-s e o E19 Ä J—' so Üts p£w 5i9e^5 c> Ä«" 3 19 E A ^§P8 “ — -— «• ■—□=. o:'--* — 2,8 = § g 's 19 rp, 55 p, o 1. s .. — ’ä g-^ ÄaA ES«« So ei9S(9 £g®2 Z g«LZ = 61 Za es 8- es 35 Cs s 5 3 5 = am o ö: 3 3« 8 2 sz- 2.5 te = e = 3 A 2 = ?°r~ y -O sag a .44 5 8 ga 3 3 m3 5» H S «. m = 5 3 a 24 ?o-a 3 8 3 a iS 5 GS ® 3 7 s a = o-^s-a -< 2* e ■E 8Z ä° 9 s m Za 5ä L 3 <2? a 2« 8 A _r 3 ff) a a a: = ■ c B 3 5 to 8 tluf C und die munfl dj Innern =■§ r a a 2 e» 3 3 ? O 8 g>3 3 o o B ”7? = a a = a 8uf ( Halle ooi ta ö(fei Verbind, Sb^nitl zieller, r e.311) die Ten hing oo Höhe de Tießi Vs _«= A3 ;2 ts = 2 a 3 3 -18 h 3 3 ?- 43 - « O o 7K- OL -A 5 5ME o 3 So, 3 K ö »35 ■E A-E- = a® a -.3 - «2 La-"' 2. o ~o3 — Do 5 sa 3 ?=aE?3H a c N- Bi? 3 « ®ig 3 r,„ i!?- öoiih liin ^Sl »n ^Mie * 4?j 8 ?33 Gl So ff' O • -Xor = Z 5 a a 3 3 J ■ Tff3 2. o :£"K>c ’ 3 3 i) 8'jö <5 2» a - « hi 3 =-o • § Z" 3 s0'®'® " 'äg« 3 o"S SSG) ög s!ßü' S35 ^5$ = Ujunfl u a th fktr.: 2>l So das genii Sir le nung und einer nein 310 in 8a den rdrtt stnd gießen 3 3 D 3«4öHo c S *2.® 3 2 2 8S-- o egtS 58.5 As 3 343 a 3 3 o* 2. “-“m®g3 S3O Bms ^■gcflc,3 v- ö S =, 3 ° D 8 : S„Ö7i ba - d 4 aB«___—ä. — —- a ®a=ti «jb.’ a a?^3 Z V,L Allein 9ar t'ü suh in I ^iamr Km m den , "1 rn" de r ö lri <» nu 9raum$ S veile L' 2» i* tmh ,infn Q ?d trinte , sitzend ys* Ä.X« *Öer Muk &*■* -> I ?rQ,m 1 f'udte |( a" 0,0* C 3 q = a s>3 o Ö3® 3 S 3 2.7 Hi™ 6I3 „ " 5.8.8 äZ * tf ? e’ s»—3 2. D. Q- ? ä§s 1 3 s ?J? c 5 e A äsaq 00- |g)Z ä 4a 8 4 Z- ™ " S4 ®5 hg 3 -1 S 1-2 5 3 2 e o 5 =5. 3 a 3 "’|4 KZ5L2° 1^3 8,3 H- GlorO'cp gs ® 3-=> e g°- Dlffl ä S>5 ZT LZ S 3 Ö2 = l=i3"; ^äa 2 3 s?’’ ___3 =-c 37 3.'9='35 3? rnä-^2 V w o — O ."1 SÖH 1?!- a?o. • ~ 2 —. 2. o o O äye3 n 33.”« 8 c c S = = M55s «Z " 2 .8 Ma Ea rsM- 4 3^aS ä^ö g-= S-äsjS 33 a S 5 M 8 8 8 2« 8 iS 8 8 3 3 s 5-.M g 8 8 8 8 3 3 3 3 8 8 3 8 a 5? 3 8 O 5 8 * 2-3 " 2 8- - A ®"o* c lSB 8 8 2.61 8 3 3 8 8 3 3 3 8 8 m s 3 m 8 Ä ff) 3 8 - 8 es S 3 ff) 8 a 3 " 8 22. 3 ■ h 8 2 ff) !ten- die flQtu ®moS ' M PZ gebrach, (Haboutörnet ren9ftoffüetotb' ’ ü,e unsrer W >>Ä -fe» Obet Gigenfi Än °^den 'strafe bis w ®e- ' -"eichsgesetzes ". Wen neben i 835 der Ee- nnterlog, wird. m ist das Ab- ^ichchalgeletz- en vbhni Kinder Ionen anverirmi n und dich Per- waren, eine der- 21tl.44 des hei,' n Perlenen beim alle mit der im lauer für die Se- Hr. 290 Zweites Blatt Oberheffen. Landkreis Gictzen. g. Klein-Linden. 10. Dez. Aus der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ist folgendes ju berichten. Gegen die Ortssatzung über die Erhebung der Kanalgebühren hatte eine Anzahl Ortseinwohner Einspruch erhoben. Der Einspruch wurde aber vom Gemeinderat als unbegründet erachtet. Ein Ausschlag der Kanalgebühren im Sinne der Reklamantanten ist unzulässig, da es sich bei den Kanalgebühren nm dingliche Ansprüche handelt. Dem Wunsche der Reklamantanten hinsichtlich der Belastung der Richthausbesitzer wurde insofern Rechnung getragen, als der Hausbesitzer berechtigt ist. 40 v. H. der Kanalgebühren auf die Mieter nmzulegen. Auf Ersuchen des Elektrizitätswerkes Gießen werden die zur Zeit bestehenden Strompreise, bei Streichung der früheren Preise, als Bestandteil des bestehenden Vertrags beschlossen. Gegen den Bau der Kläranlage wurden fron verschiedenen h-esigen Einwohnern, sowie von den Gemeinden Allendorf und Heuchelheim Ein- stzrüche erhoben, die inzwischen erledigt worden find. Die getroffenen Vereinbarungen wurden vom I Gemeinderat bestätigt. Die Beschlußfassung über die Ausführung einer Kanalteil- st r e ck e am Friedhofsweg wurde zurück- g-est e l l t. ck. Heuchelheim, 10. Dez. Sn der jüngsten Gemeinderatsfitzung machte Dürgermei- j fter Rinn eine Mitteilung des Kreisamtes Gießen bekannt, wonach mit einem Ausfall an bcc Lieberweisung von Einkommen- und Körperschaftssteuer von 27 Prozent für das Rechnungs- , fahr 1931 zu rechnen sei. Der hierdurch bedingte Fehlbetrag könne in unserer Gemeinde durch I Mehraufkommen von anderen Steuern und durch Ersparnisse gedeckt werden. Die Gemeindever- iaaltung hofft, wenn nicht noch besondere Belastungen eintreten, mit den vorhandenen Mitteln bis zum Schlüsse des Etatsjahres auszukommen. — Die Sammlung der Winternothilfe hotte auch in unserer Gemeinde ein gutes Ergebnis. Der überschießende Teil der Sammlung, der hier nicht benötigt wurde, wird an das Wvhl- sahrtsamt Gießen abgegeben. Die Reichswehr be° forderte diese Liebesgaben mit zwei Fuhrwerken noch Gießen. £ Alten-Buseck, 10. Dez. Am Sonntagabend veranstaltete der hiesige Frauenchor seinen diesjährigen Familienabend. Der Ein- labung waren so viele Einwohner unseres Ortes gefolgt, daß der Rühlsche Saal gut besetzt war. Pfarrer R a u m a n n begrüßte zu Beginn die zahlreichen Besucher. Das reichhaltige und ab- d>cchslungsreiche Programm brachte für mehrere Stunden $ute Unterhaltung. Drei flott auf« ; geführte Theaterstücke wechselten ab mit zahlrei- • hren mit dem Dampfer nach Genua weiter. Es ist: unbeschreiblich schwer, nicht in Neapel zu bleiben, unb sei es nur einen Tag. Einen einzigen, solchen leg. Er wiegt ein halbes Jahr Nebel und Norden awi. Grauenhafter Norden ... Wenn ich ihn nur öe*ite, packt mich schon das Unbehagen ... Aber itz muß weiter nach Florenz. Selbst in Rom ist mir te ine Rast gestattet. Ich lasse mir aus einer nahen 8 ir einen Espresso und ein Biskuit holen, esse tirb trinke, auf ein paar aufgestapelten Koffern fickend ... Diese Sonne, diese rauschende Sonne tuife dustgefüllte Brise, die nun anhebt ... Neapel: bu Grundwert meines Daseins. Du Element, un- w.mdelbar ... Eine halbe Stunde später fliegt der Zng gegen Formia zu, am Meer entlang. Graust Ntzs Meer: dich so dem Liebenden zu zeigen, der unter muß. O Gaeta, schlehenblütenweiß in die re-zungslose Flut hinausg choben ... Vorbei ... 8 irge zur Rechten. Duftblau. Das Licht fließt an öe-i Graten nieder wie flüssiger Schnee. Ginster '$ jt. Städte lohen auf kahlen Kuppen. Rosen stürzen om Terrassengeländern. Ich schließe die Vorhänge bc*i Abteils, in dem ich allein bin. Ich kann nicht m ihr sehen. Purpurne Dämhierung um mein eignes hmdärnrnern. Plötzlich Rom Habe ich geschlafen? il Tisteigen. Drüben, ein paar Gleise weiter, wartet der 9hpibo. Schon will ich dem Träger Weisung geben. Di fällt es über mich: Nein. Nein. Mögen sie m.crten in Florenz. Mögen sie zehnmal warten. Ich vNsündige mich nicht am Geiste dieses Tages, am @ aste der Ewigen Stadt. Ich bleibe über Mittag in Rom Ein Jubel ist diese Entscheidung. Das I» stindien. Andere Bläue, andere Erde. 2lber südliche Erde ... Südliche Erde ... Ich weiß, wo ich diese große, feuchte, grün- gefleckte Partagas später rauchen werde ... Dann liege ich bei heißem Trümmcrftein im Gras des Palatin, hoch über Rom Eidechsen sitzen neben mir, ganz still. Ich rühre mich nicht. Winden blühen in einem Lorbeerbusch Die Lüfte flirren ... Palatin ... Wie es im Obre raunt ... Wie die Gezeiten auslöschen ... Plötzlich: dies ist das Zeitjenseitige ... Dies ist die Ewigkeit ... Daß wir uns so lösen können von unserem Körpersein ... Rom: Heimat der Welt. Zwei Stunden später sitze ich auf der schattigen, engen Terrasse meines geliebten Ristorante Roma, dicht bei der Fontana Trevi. Ich habe unheimlich schweren Sardinierwein getrunken ... Nun verweht er langsam im Dufte der Partagas ... Duft vorn Mittelmeer im Duft des Karibischen ... Es war Zeit aufzubrechen ... Noch mußte ich die Geldstücke in die kristallklaren, graugrünen Wasser der Fontana Trevi werfen: den Sold der Wiederkehr. Nobel-Friedenspreisträger: Jane Addams und N. Murray Butler. WTB. Oslo, 10. Sez. Sas Robel-KomUee des nortoegischen Sterling hat den Röbel» Friedenspreis für 19 31 je zur Hälfte Sane A d d a m s und Richolaus Murray Butler, dem Präsidenten der Columbia-LIniver- sität, LISA., verliehen. Sane Addams ist die Gründerin der sozialen Siedlung Hullhouse bei Chikago. Sie hat zahlreiche Werke sozialen Sn- Halts veröffentlicht. Bemerkenswert ist noch, daß Sane Addams il a. gleich nach dem Kriege eine Lebensmittelaktion für die notleidende Bevölkerung Seutschlands eingeleitet hat Sn Anwesenheit des Königs, des Kronprinzen, des Stortingpräsidenten d r Mitglieder der Regierung, des diplomatychen Korps und der wissenschaftlichen Institute erfolgte heute mittag in dem hiesigen Robel-Snstitut die Ll e b e r - reichung des Friedenspreises an Sane Addams und Richolas Murray Butler. Rachdem der Präsident des Robel-Komitecs, Professor Stang, unter allgemeinem Beifall die Ramen der Preisträger verkündet hatte, feierte der Historiker Hakvdan K o h t deren Verdienste um den Frieden Er erklärte, daß mit gutem Grunde in den letzten Sahren so viele Friedenspreise nach den Vereinigten Staaten gegangen seien. Sie diesjährigen Träger des Preises seien zwei der hervorragendsten Vertreter des amerikanischen Idealismus. Sn Frau Addams werden die Arbeit der Frauen zur Förderung des Friedens und der Brüderlichkeit unter den Völkern geehrt. Sie sei der lebende Ausdruck der besten Seiten des weiblichen Wesens, das dazu beitragen werde, den Frieden auf Erden zu schaffen. Beide Preisträger hätten große Verdienste um das Zustandekommen des Kellogg» Paktes, indem sie in hervorragendem Maße dazu beitrugen, die Söeale des Friedens in den Herzen der Menschen zur lebendigen Wirklichkeit werden zu lassen und die notwendige Grundlage für die Bemühungen der Staatsmänner und Politiker zu schaffen. Nob« «fest und Nobelbankett. WTB. Stockholm, 10. Dez. Im großen Saale des Stockholmer Konzerthauses wurde heute abend das diesjährige N o b e l f e st unter den traditionellen Formen in Gegenwart des Königs, einer großen Anzahl der übrigen Mitglieder des königlichen Hauses, der Regierungsmitglieder und des diplomatischen Korps gefeiert. Der frühere Ministerpräsident Hammerjkjöld, Vorsitzender der Nobelstiftung, hielt die Begrüßungsrede. Der Professor an der Technischen Hochschule Stockholm, Will). Pa Im o er, schilderte in einer längeren Ansprache die Forschungen und die Forschungsergebnisse der deutschen Professoren Bosch und Sergius. Darauf nahmen die beiden deutschen Gelehrten aus der Hand des Königs ihre Preise entgegen. Das Mitglied des Nobelkomitees für Physiologie und Chemie, Professor Hannarsten, feierte in einer Rede die Leistungen des medizinischen Preisträgers Professor Otto W a r b u r g. Nachdem auch Professor Warburg seinen Preis erhalten hatte, hielt der schwedische Dichter Anders O e ft e r l i n g ‘eine Rede über die Bedeutung des verstorbenen schwedischen Lyrikers Erik Axel Karlfeldt, der mit dem diesjährigen Literaturpreis geehrt wurde. Die Feier schloß mit einem Volkslied aus Dale- farlien, der Heimatprovinz Karlfeldts, und mit der schwedischen Nationalhymne. * An die Ueberreichung der Nobelpreise im Stockholmer Konzerthaus schloß sich am Donnerstag das große Nobelbankett an, alljährlich die festlichste Veranstaltung des Stockholmer Gcsellschafts- lebens. Von den Prinzen des königlichen Hauses führte Prinz Eugen (Bruder des Königs) die Gattin des deutschen Gesandten o. Rosenberg zu Tiich, Prinz Gustav Adolf Frau Geheimrat Bosch und Prinz Sigwart Frau Dr. Sergius. Außer den drei deutschen Nobelpreisträgern saßen ferner an der Ehrentafel der deutsche Gesandte, Sven H e d i n, Selma L a g e r l ö f der schwedische Außenminister und Vertreter der Familie Nobel. Für die Preisträger sprach der schwedische Prof. O s e e n. In seiner Dankesrede sprach Geheimrat Bosch über die Beziehungen zwischen Technik und Wissenschaft. Unter ben Preisträgern befänden sich diesmal statt Fachgelehrten zwei Techniker, aber Alfred Nobel sei ja selbst Techniker gewesen und würde die Auszeichnung an Nichtwissenschafller sicher gutgeheißen haben. Dr. Bosch leerte sein Glas auf das Wohl der Akademie der schwedischen Wissenschaften. Generaldirektor Dr. Sergius hob hervor, daß die Technik in Schweden sehr doch entwickelt sei, daß man sogar — was in wen.gen Ländern der Fall sei — eine Akademie der Ingenieurwissenschaften besitze. Das Land Alfred Nobels sei auf vielen technischen Gebieten als Pionier vorangegangen. Dr. Bergius brachte einen Trinkspruch auf die Familie Nobel aus. Als letzter hielt Prof. Warburg eine Ansprache und dankte für die Auszeichnung, die ihm zuteil geworden war. Wirtschaft. Senkung der Habenzinsen. Berlin, 10.Dez. (WTB.) Wie WTB -Han- beLbienft erfährt, hat die Stemvel-Der- e i n i g u n g aus Anlaß der Herabsetzung be- Reichovanko-lontsatze- auf 7 Prozent p. a. beschlossen, mit Wirkung vom 10. Dezember 1931 die Habenzinfen für täglich fällige Gelder in provision-freier Rechnung auf 4 Prozent p. a, in p.ovision.Pflichtiger Rech.iuna auf 5 Prozent p a. ?u ermaß.gen. Wegen beS ZinsjaheS für Spar- onien schweben zur Zeit noch Berhanblungen. Senkung der Oebetzinsen bei der preußenkaffe. Berlin, 10. Dez. (WTD.) Im Sinne der Bestimmungen der 4. Notverordnung und entsprechend der Sentung der Zinssätze bei der Reichsbank hat die Preußische Zentralgenossenschafts. kaffe ihre D - b e t z i n s s ä tz e mit Wirkung vom 10. Dezember 1931 herabgesetzt. Dabei hat sie bei den ungedeckten Ueberzichungskrediten eine gro. tzere Mindcruna eintreten lassen, als durch die Senkung des Reichsbanklombardsatzes bedingt war. • Damag.Meguin AD., Berlin. Die Bilanz für 1930 31 schließt nach Abschreibungen von (.29 527 (638 €81) Mk. mit einem Derlust von 2161 145 Mk. ab. In der AufsichtSratSsitzung wurde beschlossen, zur Deckung des Verlustes, der sich durch den Gewinnvortrag auS dem Vorjahre auf 2 0.5 336 Mk. vermindert, die gesetzliche Rücklage von 400 000 Mk. heranAuziehen und den Rest vorzutragen. (3m Vorjahre 100 539 Mk. Reingewinn, der nach Verteilung von 6 Prozent Vorzugsaktiendividende mit 93 809 Mk. vorgetragen wurde.) 3m Abschluß soll das Stammaktienkapital im Verhältnis 2:1 von 12 auf 6 Millionen Mark zusammengelegt und alsdann durch Ausgabe von 500 000 Mk. neuen kprozen- tigen Vorzugsaktien erhöht werden. Das In- landgeschätt der Gesellschaft hat 1930 31 emp- findlich gelitten. Ein gewisser Au-gleich hat sich im AuSlandgeschäft gefunden. Der Auftrags- bestand ist befriedigend und steht etwa auf der Höhe des Vorjahres. • Süddeutsche Zucker AG., M an n b e i m. Der Aufsichtsrat hat in seiner gestrigen Sitzung be- schloffen, der Generalversomm ung am 8. Januar 1932 für das am 31. August 1931 abgelaufcne Geschäftsjahr vorzuschlagen, aus dem Reingewinn von 4 294 095 Mark eine Dividende von 8 (i. D. 10) Prozent auf d'e Stammaktien und von 7 Prozent (7) auf die Vorzugsaktien zu verteilen, und den um 87 545 Mark auf 1 898 095 Mark erhöhten Gewinn- reft auf neue Rechnung oorzutragen. • Verein für chemische Industrie. A. -G., Frankfurt a. M. In der außerordentlichen Generalversammlung de- Vereins für chemische Industrie, A.-G., Frankfurt a. M.. bei der mehr als drei Viertel deS ganzen Akticn- kapUals der Gesellschaft vertreten waren, wurde die Uebrrtragung des Vermögen- auf die Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt vormals Roeßler, Frankfurt a. M.. einstimmig genehmigt. Die Fusion wird in der Weis« vollzogen, daß für eine Stammaktie des Vereins für chemische Industrie von nom. 200 Mark eine Scheideanstalt Stammaktie im Rennwert von 100 Mark mit Dividendenberechtigung ab 1931/32 umgetauscht wird. • 4 Prozent Dividende bei Blohm Ä Voß. Hamburg. In der AufsichtSratssitzung der Blohm & Voß Kommanbit-Geselllchaft a. A., Hamburg, wurde beschlossen, der auf den 29. Dezember einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von wieder 2,5 Prozent auf die Vorzugsanteile und von 4 (5) Prozent auf die Stammaktien vorzuschlagen. Oie deutschen Börsen. Frankfurt unsicher. Frankfurt o.M., 10.Dez. Im heutigen telephonischen Freioerkehr war nach der öeröffent- llchung der Notverordnung zwar eine Beruh gung fcstzustcllen, doch blieb die ©runtftimmung im Hinblick auf die flaue Haltung der IG.-Farben-Aktien. sowie auf die schwache Tendenz der Ncuyorker Börse noch recht unsicher. So lagen IG.-Farben und Schuckert auch heute wieder sehr schwach, gegen den bereits tiefen Stand im geftugen Abendverkehr büßten erstere etwa 3 Prozent und letztere 4 Prozent ein. Man vermutet in Bankkreisen allgemein, daß stärkere Exekutionsoerkäufe in diesen Papieren vorgenommen werden, denen nur wenig Aufnahme- neigung gegenüberstand. Die übrigen Märkte wurden hiervon nur wenig beeinflußt, doch lagen einige Werte ebenfalls um etwa 1 Prozent schwächer. Nur Siemens blieben auf den bereits gemeldeten große- ren Südamerikaauftraa gut gehalten, ebenso Reichsbank. Sehr fest tendierten Reichsbahn-Vorzugsaktien mit plus 3 Prozent, da sie von der voraesebenen Zinskonoersion nicht erfaßt werden. Die Umsatz- l ä 11 g k e i t beschränkte sich auf ein Minimum, da die Spekulation wegen der Durchführungsbeftim- mungen der neuen Notverordnung und ihre Aus- Wirkungen auf die Gesamtwirtschaft eine abroartcr.be Stellung einnimmt. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld bei leichter Ten- denz mit 7 Prozent unverändert. Freundliche Stimmung in Berlin. Berlin, 11. Dez. (WTB. Funkspruch) Die freundliche Stimmung der gestrigen Abendstunden konnte sich auf den heutigen Freioerkehr übertragen. Dies kam eigentlich etwas überraschend, da man auf Grund der innerpolitischen Unsicherheit und der etwas plötzlich aeänberten Einstellung der Amerikaner mit der Hoooer-Dotschast zunächst mit einer schwächeren Tendenz gerechnet hatte. Es machte aber dock einen guten Eindruck, daß Dr. Brüning jede Gelegenheit und alle Möglichkeiten ausnutzt, um die etwas ins Schwanken geratene Dolksft.inmung in feinem Sinne zu beeinflussen. Soweit bisher die Ausführung der in der Notverordnung festgelegten Pläne in Angriff genommen wurde, ist zu sagen, daß doch schon in mancher Beziehung ein Erfolg zu verzeichnen ist, so z. B. auch die Zinspolitik der Reich bank. Dies war wohl der Hauptgrund, daß für festverzinsliche Werte die Tendenz freundlich blieb, Goldpfandbricfe, Reichsbahn- Vorzugsaktien, Altbesitzanleihen ufro. weiter gefragt waren und erneut um 1 bis 2 Prozent anziehen konnten. Aber auch die Aktienmärkte blieben freundlich, als sich herausstellte, daß das Angebot in Farbeitaktien weiter nachgelassen hat, so daß sich der Kurs um etwa ein Prozent erholen konnte. Farbenbonds waren nach ihrer gcfingen starken Abschwächung ebenfalls leicht befestigt. Die Spanne zwischen den Aktien und den Bonds ist aber wieder auf etwa 13 Prozent angewachfen, nachdem sie vorübergehend nur etwa 10 Prozent betragen hatte. Die Gründe des Angebotes der letzten Tage waren hauptsächlich technischer Natur, da es sich besonders um Ausiandangcbot gehandelt haben soll und die Farbenaktie eines der deutschen Papiere ist, das vorn Auslande besonders gern gelaust wurde. Inwieweit bei diesen Abgaben auch noch ermäßigte Dioidendensch^yungen eine Rolle spielten, laßt sich schwer beurteilen. Natürlich wird auch der Aktionär fid) eine Dioidendenredult.on für dieses Jahr gefallen (affen müssen, doch kann man sich über deren Ausmaß heute noch kein Urteil bilden. Daß das Stick- stoffg:schaft der IG.-Farben ebenso wie bei allen anderen Firmen dieser Branche schlechter geworden ist, ist bekannt. Etwas größeres Inleresie bestand außerdem noch für Rcichsbankanteile, die etwa drei Prozent gewannen, und für Schultheis-Akt.en, die etwa 2 Prozent tzcher lagen, während die übrigen Marktgebiete zwar freund'iche Tendenz hatten, aber kursmah.g nicht wesentlich verändert waren. Oie Bedeutung der Golddeckung. Der Rückgang der Gold- und Devisenbestände der Reichsbank konnte hier und da nur deswegen Beunruhigung Hervorrufen, weil über die Bedeutung der Deckungsvorschriftrn ost falsch« Vorstellungen bestehen. Die Gold» und Devisenbestände dienen der Reichsbank au folgenden zwei Zwecken: 1. der Deckung des Geldumlaufs. 2. dem Ausgleich d.S Z-hlungSverlehrS zw.schon Deutschland und dem Ausland. Der Bestand an Gold und Devisen ist immer verhältnismäßig begrenzt Dadurch, daß die Reichl bank Roten nur bis zu einem bestimmten Mehrfachen ihres Gold- und Devisenbestandes auSgeben darf, wird eine obere Grenze geschaffen, über die hinaus von der Reichsbank neues Geld nicht oder nur in erschwertem Maße geschaffen werden darf. Richt auf die Höhe der Deckungsbestände an sich kommt es also an. sondern auf die Begrenzung des Dold- umlaufs gegen ein« Geldentwertung. Diese Begrenzung könnte selbstverständlich auch dann ein- gehalten werden, wenn überhaupt kein Goldoder Devisenbestand bei der Reichsbank vorhanden wäre. Die Deckung-Vorschriften find nur ein Hilfsmittel von vielen für die Wahrung der Grenze der Notenausgabe. Der Bewegung der Gold- und Devisenbestände kommt also sicherlich nicht die Bedeutung zu. die ihr vielfach zuerkannt wird. Die Veränderung der Bestände ergibt sich hauptsächlich aus der anderen wichtigeren Aufgabe des Goldes und der Devisen. alS Ausgleichs- mittel im internationalen Zahlungsverkehr zu dienen. Schwankungen der Bestände sind hierbei nichts Außergewöhnliches, so wenig wie Schwankungen im (Selb beutel deS einzelnen. Deoiienmartl Berlin — jronfinrl a. ÖL 10 franst 11 Crantei mm. »to'i dx A»:icrcn. <*<• Prt 45 rv 6 494 6 5M e C$4 6 106 tit/e 55 94 57.»« 54 95 55 05 t-rej 12 47 12 49 12 47 12 49 73 24 73 42 73 28 73 42 3 .-‘ui 3 (57 3 (63 3 (57 3 063 V? a»9 169 53 170.27 170 03 170.37 75 67 75 13 75 67 75 13 »rtr«b.:ite. 76 42 76 53 76 62 76.71 et.-dbot» 76 22 76 33 76 62 76 78 tensdo 13.64 13 iS 13 »• 13 $2 ti-rnN Äirr# 1.023 1.027 1 (33 1(37 «ruooct 4.2(9 4 217 4 2l9 4 217 ttn-nrl 53 49 53 61 53 54 53 (6 .Italic« 21 53 .1 62 21 53 21 62 16 50 16 54 16 53 16 54 ILM 12 00 81 97 8213 Si-srte« 34.72 34 73 34 72 34 71 Tanne 81 97 82 13 81 97 82 13 ?a n« 2.053 2.(02 2 (53 2.(02 Ute W 3®L 0.244 0 246 0 249 7 393 0.131 7.407 j-;« 7.293 7 407 VtiiiAu« 12 84 12 16 12 84 12 86 Banfnolen Berlin, jo fr,ernt'er «*el» Tritt -imcntonndw Hei 3 4 20 4.22 Öelflt'dx Sloten . . 53.33 53.57 lamld’# Note« . . . 76.25 76 55 IhtflHH* 91 ot •n 13.80 13 86 .»TiirndiHd'f Urtrn . . . . 16.43 16 54 169 56 170.24 .Italirnüd* Roten . . . 2156 21 M Rcrtrpegtlthe Noten 75 5) 75 10 Teutltb-Cefimri • 1OO Ctfu;ina WusnandAe 9 etrn . . 2.43 2.51 €di®eclldx Not>. 76.05 76 M Noten ... 81.64 81 M Lvant-ckie Noten . . . 34 53 34 72 Unaarlldre Note« Re'.chabankdiskont 7 o. f)., Lombardzinsfuß 8 o h. Aus Dem Amlsvei-künDlguttgsdlatt. • DaS AmtSverkündigungsblatt Rr. 85 vom 8. Dezember enthä.t: L.and der Maul- und Klauenseuche in Hessen. — Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen. — Die Erhebung der Demeinde-Biersteuer in Gar- ber.te.ch. — Die Aufste.lung der Voranschläge der evangelischen Kirchen gemeind en. — Sonntagsruhe im Handelsgewerbe der Stadt Gießen. — Bekämpfung der Schnakenplage. — VerzugS- zuschläge für Steuerrückstände. — Ortssatzung über dte Erhebung einer Vermögenssteuer in der Gemeind« Lich. — Dienftnachrichten. Oie Devisenmärkte gestern ruhig. Oie Reichsmark gut behauptet. An den internationalen Devisenmärkten war das Geschäft gestern Dormittag sehr ruhig Gs ergaben sich auf der ganzen Linie nut geringfügige Schwankungen DaS englische Pfund eröffnete mit 3,2925 gegen den Dollar, zog bann auf 3,31 an, um später wieder auf 3,3025 herunterzugehen. (Segen den Gulden stellte sich das Pfund auf 8,175j, gegen Zürich auf 16,9753, gegen PariS auf 84,25 und gegen die Reichsmark auf 13,9250, später 14,00. Der Dollar war unverändert, die Reichsmark konnte sich ebenfalls gut behaupten. in Amsterdam stellte sie sich auf 58.50 und in Zürich auf 121,25. Die Rord- dcvisen waren stetig, die Südamerikaner knapp gehalten. Am Rachmittag war daS englische Pfund kleinen Schwankungen unterworfen. Rach einer Befestigung auf 3.3150 ging es später wieder auf 3,3050 gegen den Dollar zurück. Gegen den Gulden stellte es sich auf 8,18. gegen Zürich auf 17 und gegen Paris auf 84,25. Der Dollar lag allgemein schwächer, die Ansichten über Die Wirkungen von HoovetS Dlänen sind geteilt, eine gewisse Verstimmung ist aber unverkennbar. Die Reichsmark war gut behauptet. Die Rotoerordnung hat in Amsterdamer Finanzkreisen Besriedigung hetvorgerusen, man fegt, daß die deutsche T.egiciuni das äußerste leistet, um die Stabilität der Wahrung zu gewährleisten. In London stellte sich die Mark auf 14,0250, in Reuyork auf 23,62, in Amsterdam auf 53,45, in Zürich auf 121,25. Die übrigen Devisen wiesen nur wenig Veränderungen auf. WessenKindbinich? Vornan von Fr. Lehne. (Drh.bcrschutz durch T. Ackctmann, Romanzentrale Stuttgart.) 26 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Gin tiefes, qualvolles Stöhnen ließ Gbba erschreckt in ihrem Bericht aufhören. „3ft Ihnen nicht gut, gnädige Frau?" fragte sie ängstlich. ES war ganz dunkel geworden: man sah gar nichts mehr. Als sie aufspringen wollte, um Licht zu machen, wurde sie festgehalten. „Kein Licht! Mir ist ganz wohl! Kommen Sie ganz nahe zu mir — so — ich möchte Die fühlen!" Angela legte ihren Arm um Gbba» Schultern und zog sie dicht zu sich heran. .Sie armes, liebe», liebstes Kind! Sprechen Sie weiter, sagen Sie mir alle- — auch von Ihrer Liebe —** Und Ebba erzählte, stoß, sich endlich einmal gegen eine mitfühlend« Seele aussprechen zu können: wie sie Hanno geliebt und vertraut, und wie sie gedacht, sie sei feine Braut! ilnb als bann der anonyme Bries an Christel gekommen, wie da Hanno auSgewichen unb wie sie schließlich gemerkt, daß sie ihm Wohl als Geliebte — Gbba drückte ihr erglühende- Gesicht gegen Angelas Schulter. - oh. wie mich das gc- bemütigt hatte! Ich liebte Hanno so sehr, unb daß ich ihn nicht vergessen kackv. ist meine Qual! Ich sehe ja ein: ein Graf kann ein Findelkind nicht heiraten: er muß eine ebenbürtige Frau haben! Ach. hätte meine Mutter, da sie doch einmal von mir nichts wissen wollte, mich sterben lassen, anpatt mich auszusehen wie eine räudige Kotze! Rein — gegen die ist man mitleidiger — die ertränkt man —I“ Frau Angela zuckte plötzlich zusammen. .Kind .Man wird so —! WaS ich seelisch in dem letzten Vierteljahr gelitten habe — I Die Herrschaften verlebten die Wintermonate in Dresden. Dringend hatte man mich cingelaben! Ich konnte nicht anders — ich mußte der Einladung folgen! Vier Tage war ich dort — dann bekam Frau Gräfin auch einen anonbmen Brief von ähnlichem Inhalt wie der an meinen Bruder! AlS ob ich ein Liebesverhältnis mit Graf Hanno hätte! Die Gräfin wollte meine Rechtfertigung nicht hören: sie wieS mich auS dem Haufe! Ich war in tiefster Verzweiflung! Ich konnte doch nicht schon wieder heimsahren — WaS hätte man im Serie gedacht! Unb da faßte ich den Entschluß, dahin zu geben, wo mich niemand kannte — und daS andere wissen gnädige Frau —** Fest, fest umschloß Angela das weinende Mädchen. .Ich preise den Zufall, Der Sic in meinen Weg führte. liedeS Kind! Ilnb Sie dürfen nicht wieder von mir gehen, wie ein Kind will ich Sie halten! Unb darum bitte ich, gönnen Die mir baS ,Du' I" Di« streichelte die weichen Wan- ficn, das goldene Haar — ganz außer sich war le. .Du armes, liebes Kino! Die Heimat will ich dir tolebcrgeben — bei m'.r sollst du alles vergessen!" Mit leidenschaftlicher Inbrunst küßte sie Gbba. die nicht wußte, wie ihr geschah, auf Stirn und Wangen — »die Mutter will ich dir ersetzen!" »Mutterliebe habe ich nicht zu entbehren brauchen! Glücklich war ich bis zu jenem Tage, da mir das Schreckliche ins Gesicht geschleudert wurde — ich sei ein Findelkind! 3eben Tag habe ich mich bann gefragt: Wessen Kinb bin i ch?I Ramenlos quält es mich." »Kinb, liebes — und wenn nun deine Mutter jetzt austauchte — und dich von deinen Pfleye- eitern zurücksorderte, würdest du — da mit ihr gehen?' Wenn Gbba geahnt, mit welch unerhörter Spannung die Frau auf ihre Antwort wartete! »Meine Mutter!" Gbba lachte kurz auf; unheimlich klang dieseS Lachen aus des MädchenS Munde: wie ein scharfer, nadelseiner Stich ging es durch Angela- ist's ja eben! Wissen möchte ich es, und dennoch fürchte ich mich davor! Denn wenn ich einen Menschen hasse, so ist es die Frau, der ich das Leben verdanke! — Verdanke — ? Ach, ich weiß nicht! Wohler wäre mir, ich wäre nicht geboren! Wie elend und arm ist doch der Mensch, der die Frau, die ihn geboren, hassen und verachten muß — der sich ihrer schämen muß!" sagt.' Gbba wild mit unterdrückter Leidenschaft. »Jedes Tier schützt seine 3ungen, verteidigt sie mit Lebensgefahr -- und meine Mutter setzt mich am Wege auS! 3ebe Gemeinschaft mit ihr weise ich für immer zurück! Rur wissen möchte ich. auS waS für Blut unb au- was für einem Hause ich stamme —" . .Edle Menschen sind es. die dich gezeugt haben, sie haben das Beste und Tiefste ihrer Liebe in dich hineingelegt! Sieh dich doch an. Kind, unb sage dir selbst, daß ein Wesen wie du. vollendet an Körper unb Seele, aus edlem Blut stammt — stammen muß!" Zurusen wollte «S ihr die Frau, doch keinen Ton brachte sie hervor. Wie ein schönes Marmorbild in Schmerz erstarrt, saß sie reglos da. unb jede- Wort, das der rote Mädchenmund sprach, bereitete ihr tausend Martern. »Hatte meine Mutter nicht bedacht, al- sie mich oussetzte. was aus mir werden würde? Die nun, wenn ich nicht von so guten Menschen ausgenommen wäre? Konnten es nicht auch schlechte sein? Bei denen ich an Leib unb Seele verkommen wäre? Hätte sie das je vor dem Höchsten, verantworten können? Rein, auch Pfarrer Sturm, der die verkörperte Liebe und Güte ist, hat sie verdammt l" Angela schauerte zusammen In tiefster Qual. .Pfarrer Sturm hat sie auch verdammt!?" Wie ein Hauch glitten diele Worte über ihre Lippen. Sic lastete nach Gbba, jog sie an sich heran. Zu ihrem Befremden suhlte es Gbba warm unb nah an ihrem Gesicht. Hatte ihre Lebensgeschichte ihre gütige Gönnerin so erschüttert. daß sie weinen mußte? Aus einem plötzlichen Gefühl heraus, das sich Ebba nicht erklären konnte, schlang sie ihre Arme um Angela- Hals unb schloß die Augen, ilnb da war ihr, als ob ihre liebe Mutter sie im Arme hielt, als ob sie im geliebten Schulhaufe wäre unb bas Erlebte nur ein böser Traum! ilnb bann sah sie Hanno. — Keines sprach ein Wort. ilnb Angela war ganz «rsüllt von dem einen sie beherrschenden Gedanken: Du hältst dein Kind im Arm! Ach, diele- unwahrscheinliche, nicht mehr erhoffte Glück! Aber schrecklich tauchte e- bann in ihrem Bewußtsein auf: nie barfft bu dieses Glück ganz auskosten! Darfst dich nur still unb verstohlen daran erfreuen — wie ein Dieb sich an einem gestohlenen Gegenstand, den er beiseite gebracht, heimlich erfreut! Denn jetzt schon wußte sie, nie durst« Gbba erfahren, wessen Kind sie war! 3n diesem Augenblick würde sich de- Mädchens sichtliche Zuneigung unb Verehrung in baS Gegenteil verwandeln: da- hätte sie nicht ertragen können! Sie wollte die kaum Gesunden« nicht wieder verlieren! — Als Gbba Licht gemacht, sah sie ihre gütige Freundin regunnSlos mit geschlossenen Augen im Delsel sitzen Aschfahl unb um 3ahre gealtert da- schöne Gesicht. Angst erfüllte Gbba. Doch mit einer müden Handbewegung wehrte Angela die Besorgnis des Mädchens zurück. »Ich bin nur sehr abgespannt. Kind! Die Tragik der Ladh Macbeth saugt meine ganzen Kräfte auf — ihre Schuld — ihre Sühne r sagte sie leise, indem sie sich erhob. Mit einer unbeschreiblich zärtlichen Bewegung umfaßte sie Gbbas Kopf und blickte lange in das süße, traurige Mädchengesicht, als suche sie darin etwa-. »Tu mein liebes Kind! Ich möchte dir ja soviel Gutes und Liebes tun — und alle- wäre nod) viel au wenig!" Gbba neigte lich über Angelas Hand. »Sie sind so gütig gefpn mich armes Findelkind. gnädige Frau! Wie kann ich das je gut machen?" Groh und eindrucksvoll fab die Frau sie an. .Du kannst «S, mein Kind! — Einmal, daß du dich nie wieder . Findelkind' nennst, und bann: verachte unb verdamm« bi« Frau, die dir das Leben gab, nicht zu sehr! Sie bat vielleicht mehr gelitten, als bu ermessen kannst! Vielleicht hat sie deiner täglich in Sehnsucht, bitterster Reue unb Verzweiflung gedacht. Unb blefe jahrelange, nagende, ungestillte Seünsucht ist mehr als Strafe barür. was sie ihrem Kind« angetan! Glaub« es mir, sie hat es nicht vergef'en! Denn leint Frau vergißt daS Wesen, das sie unter dem Herzen getragen unb mit Schmerzen geboren hat! Ich weih es, Kind: btnn auch ich war Mutter! Darum taten mir deine harten, verurteilenden Worte so weh! Wenn bu älter bist, wir'' vt mich besser verstehen! Mein Beruf hat mich das Leben Lnn:n gelehrt! Alles verstehen, mein Xim>, macht sehr nachsichtig!" Frau Angela strich Gbba da- blonde Haar aus der Stirn und küßte sie zärtlich. »Eine Freud«, mein Kind, kann ich dir noch rnachen: Pfarrer Sturm-, die du vorhin erwähntest, sind mir nicht unbekannt! 3a, ja, schau mich nicht so verwundert an! Morgen erzähle ich dir mehr, unb in den nächsten Tagen werde ich mit dir zu ihnen fahren! Doch darüber heute nicht- mehr! Ietzt möchte ich vor dem Abendessen noch ein wenig ruhen. Ich kann nicht viel essen. Gin Gi genügt mir! Denn da dafür sorgen willst -F Freundlich nickte Angela Gbba au. AlS daS junge Mädchen das Zimmer verlassen, tat sie ihr einige Schritte nach unb streckte vet- langenb bie Arme aus. .Mein Kinb — mein geliebtes Kind!' schluchzte sie in tiefster Bewegung, »baß ich bich gefunben habe — unb so rein unb so gut! Herrgott, ich danke dir! Ich verdiene diese Gnade nicht!" Di« sank vor dem Diwan nieder unb preßte ihr Gesicht in bi« Kissen. Sie hätte laut schreien mögen! Ihr Kinb in ihrem Hause unb doch nicht sagen können: »Du bist mein Kinb — ich bin beine Mutter —“ Welche Qual! Qin Königreich hätte sie darum gegeben, wenn sie Gbba frei und offen vor aller Welt als ihr Kind hätte in bie Arm« schließen bürfen! Doch auf bieses Glück mußt« fl« verzichten! * 16. GS ging schon tief in di« Rächt, als Angela ihr Laaer au, suchte. Lange b-itle sie vor dem Schreibtisch gesessen unb in den Papieren des verstorbenen Gatte« gelesen — ihr Trauschein, der Taufschein bei Kindes — alles war da! GS fehlte nichts, was rechtliche Ansprüche beweisen konnte! »Dein Glück gilt es. mein Kind!" Die legte beide Hände übet bie Augen — .23ein Kinb!" Wie bie Worte sie In ihrem Innern au!» wühlten! — Am Anfang ber anberen Woche fuhr Angela, die di« Gltern auf ihren unb GboaS Besuch vorbereitet hatte, mit Gbba bie gleich« Streck« zurück, auf der sie sich gefunben. Förmlich verklärt vor Freube war Gbba. bah sie bie verehrten Pfarrer Sturms Wiedersehen sollte. Sie wurde nicht müde, von ihnen au erzählen. und Angela wurde nicht müde, zuzuhören! Wie groß war Gbbas ileberraschung gewesen, als sie erfahren, daß ihre gütige Gönnerin bic Tochter der verehrten P'arrerSleute sei! — Run war die Wiedersehensfreude überstanden! Man saß am festlich gedeckten Kasseetisch, au! dem ein lederet Rapskuchen prangt«. (Fortsetzung folgt) 8495 A Teppiche GRÖ brauchen Sie noch Preußen. Kreis Bicscnkopf. T Fellingshausen. 10. Dez. Am der- ! qangenen Sonntag sand hier Im Saale des Gastwirts Philipp Weber eine Erwerbslosen- E Versammlung statt, in welcher der Komtur Der Ballet Lahn--Dill vom Jungdeutschen Orden, Justizoberinspektor Rolle aus Eh- Iringshausen, über die gegenwärtige und zukünftige Lage der Erwerbslosen sprach. Dabei machte Der Redner aus den Vorschlag des Jungdeutschen Ordens aufmerksam, der die heutige Rotlage der Arbeitslosen durch Ostsiedelung und Landnahme beheben will. Gegenwärtig stehen aber nur für 20 000 Siedler Mittel zur Verfügung. Sollte sich die Siedlung aus dem ArbeitS- markte segensreich auswirken, so mühten jährlich mindestens 200 000 Siedler angefetzt werden. Vorbedingung zum Gelingen des S'.edlungswerkes ist die Umschulung und Erlernung der für den Siedler erforderlichen Kenntnisse, die im freiwilligen Arbeitsdienst erworben werden könnten. Der freiwillige Arbeitsdienst mühte zu diesem Zweck allerdings weiter ausgebaut werden. Aus der Versammlung heraus meldeten sich 16 Erwerbslose für den freiwilligen Arbeitsdienst, denen sich am Montag noch 14 Arbeitslose anschlossen. Mit ihnen soll hier ein kleines Projekt von etwa 2200 Tagewerken bei sechsstündiger Arbeitszeit zur Ausführung gebracht werden. Es handelt sich dabei um den Ausbau des Sportplatzes. Die Arbeit ist vom Arbeitsamt Wetzlar sowohl, als auch vom Landesarbeitsamt Frankfurt a. M. schon genehmigt. Träger des Unternehmens ist die Gemeinde Fellingshausen, Träger des Arbeitsdienstes ist der Junadeutsche Orden. Falls die Arbeitsaufnahme durch Dürokratismus nicht weiter behindert wird, kann die Arbeit vor Weihnachten noch in Angriff genommen werden. Eine Opel-Werkhochschule. WSR. Rüsselsheim, 10.Dez. Die Adam Opel AG., in Rüsselsheim hat eine Werk- Hochschule ms Leben gerufen, die heute abend feierlich eröffnet wurde. Die Eröffnungsrede hielt das Vorstandsmitglied der Opelwerke Manfred Wronker • Flatow. Den Mittelpunkt der Eröffnungsfeier bildete ein Vortrag des Gießener Universitätsprofessors Dc. Friedrich Lenz über „Die Wirtschaftskrise in Deutschland". Wer's gut mit Ihnen meint wird Ihnen dringend abraten von Waschmitteln mit allerhand Zusätzen, die Ihre schöne Wäsche zerfressen. Nur reine Seife wäscht wirklich gut und schonend. Naumann s weihe Kernseife ist vollkommen rein und mild und so schäum- und waschkräftlg, daß man Ihnen nichts Besseres raten kann für Wäsche und Hausputz. 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Strafsache grgen den Schriflleiter Friedrich Hausner, ge-b. am 26. März 1901 zu Frankfurt a.M., wehnhaft in Frankfurt a. M.-Rödelheim, verheiratet, vorbestraft wegen Vergehens gegen §§ 186, 196, 200 StGB., § 20 des R eichspreffegesetzes. Das Erweiterte Schöffengericht in ? ÄÄ v* * |en« i. «*3*‘”'' Ä'ÄI Ä I »1°^' ^Wehrkreiskommando V) in Stuttgart wird bit Befugnis zugesprochen, die Verurteile ng durch Veröffentlichung des cntschei- )c noen Teils des Urteils öffentlich bekannt- Miachcn, und zwar: 8494D in der „Arbeiterzeitung" in Frank- Möbel • kaufen Sie heute schon zu den Notverordnungs-Preisen! Polierte u. mattierte Zimmer, Küchen Imitierte Schlafzimmer, von Echt nicht zu unterscheiden. furt am Main, in dem in Gießen erscheinenden „Gießener Anzeiger", in beiden Zeitungen je einmal, durch Aushang in der Gießener Rcichswehrkaserne des 1. 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