Nr. 2(2 (Erftes Blatt M Jahrgang Zreitag, st- September |95| Erschein» täglich,oußei Sonntags und feiertags. Beilegen: Die Illustrierte Siebener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. DlonatsBeiegsprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfevnig für Träger» lohn, auch bei Richter- Icheinen einzelnerRummeru infolge höherer Gewalt. 5ern|vrechan!chlüfie unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger riehen, poßschecktonto: Zrantfort am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfllälr-Vuch» und Steinöruderet R. Lange in'Stehen. Schriftlettvng und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme van Anzeiaen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platz Vorschrift 20' . mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Liehen. England gegen jede Verschiebung der Abrüstungskonferenz. Lord Cecil unterstützt in Genf den italienischen Vorschlag einer Rüstungspause und fordert die deutsch-französische Verständigung als Angelpunkt einer Befriedung Europas. (8 e n f 10. Sept. (WTB.) 3m Mittelpunkt der heutigen Sitzung der Dölkerbundsoerfammlung stand eine Rede des englischen Hauptdclegicrten Lord Robert Cecil. Cs ist notwendig, erklärte er, daß die Weltöffentlichkeit die Gewißheit eines dauernden Friedens hat. Es kommt alles darauf an, das internationale Kapital dazu zu oeranlaffcn, di e Cürfen der Zahlungsbilanz auszu- füllen; Lord Cecil verwies auf Deutschland, das Im Mittelpunkt der gegenwärtigen Krise stehe. Cr zitierte mit Nachdruck die Stelle au» dem Basler Sachoerständigenbericht, die die Wiederherstellung des freien Umlaufes von Geld und Waren und ein tatkräftiges handeln der Regierungen vor dem Ablauf der Stillhaltefrist fordert und betont, bah die internationale politische Lage auf die Grundlage de» vertrauens gestellt werden und die Zahlungen Deutschland» so geregelt werden mutzten, dah sie seine finanzielle Stabilität nicht gefährdeten. Wohl könne man sagen, dah kaum jemals der Krieg unwahrscheinlicher gewesen sei als jetzt, doch bestehe in vielen Ländern eine Atmosphäre der inneren Unruhe, deren Rückwirkungen sich über die ganze Welt auSdehncn. Heft gc Reden und aggressive Kundgebungen seien in vielen Ländern an der Tagesordnung. Leider finde die Mäßigung nicht den gleichen Widerhall in der Öffentlichkeit. Zum Teil auf diese Um- stände sei es zurückzusühren, dah eine Atmosphäre des internationalen Mißtrauens entstanden sei. Es sollte die besondere Aufgabe des Völkerbundes fein, dieses Mißtrauen zu zerstreuen. Gr wisse nicht, ob die Revision Der durch die Friedensverträge geschaffenen Lage den Frieden fördern würde. Dagegen würde die Weiterbetreibung der Abrüstung mehr als irgend etwas anderes das Vertrauen fördern und die Gerechtigkeit als Schiedsrichter der internationalen Streitigkeiten einsehen. Das fei eine dringende, sehr dringende Angelegenheit. Er wolle auf ein Symptom Hinweisen. In letzter Zeit hätten in verschiedenen Ländern — er möge kein Land nennen und auch keinem Lande eine besondere Schuld geben — Luftmanöver zur Ausbildung und Vervollkommnung dieser Waffe, die eine ausgesprochene Ang r is fs w af se fei, stattgefunden. Dabei habe sich wieder einmal ergeben, daß der Desih von Luftstreitkräften kein Schutz gegen die Luftstreitkräfte des Gegners sei. Die Wirkung der Luftwaffe bestehe in der Zerstörung größerer Städte, d. h. in der Vernichtung einer unübersehbaren Anzahl von Menschenleben und der wichtigsten Zentren des materiellen Reichtums. Welch eine Sicherheit sei das für den internationalen Kapitalmarkt? Das gleiche gelte für die Land- und Seerüstung. „keine Regierung, am wenigsten die meinige, würde irgendeinen Vorschlag zur Verschiebung der Abrüstungskonferenz dulden." Der Vorschlag Grandi » ist ein großartiger Auftakt zur Abrüstungskonferenz und wird hoffentlich im Dritten Ausschuß der Völkerbundsverjamm- lung konkrete Gestalt annehmen. England wird ihm feine begeisterte Unterstützung leihen in der ernstlichen Hoffnung eine» praktischen Ergebnisses. Die Abrüstungskonferenz mutz Erfolg haben, sie muh zu einer wesentlichen Herabsetzung der Rüstungen führen. Wenn wir allgemein nur darauf bedacht sind, wie unser Land möglichst leichten Kaufes daoon- komml, dann kann nichts erreicht werden. Die Krise drängt zu entscheidendem handeln. Ich sehe vor mit die Vertreter zweier hochangesehener Rationen, die auf ihrem Gebiet in der Kultur führend sind. Wenn eine wirkliche A n - Näherung zwischen Frankreich und Deutschland nicht nur in Worten, sondern durch die Tat erfolgen könnte, so wären 75 Prozent der politischen Unruhe au» der Well beseitigt. Ls ist behauptet worden, daß England diese deutsch - französische Annäherung im Grunde seine» Herzen» nicht wünsche, weil es durch die Entzweiung der beiden kontinentalen Mächte einen um so gröheren Einfluß im Rate der Rationen habe. Das ist eine grobe, skandalöse Beleidigung Englands. Die gegenwärtige und jede zukünftige Regierung werden ihr äußerstes tun, um eine wirkliche und sichtbare Freundschaft zwischen den beiden Ländern herbeizuführen. Der Geist von Locarno ist, wenigstens soweit England in Betracht kommt, noch vorhanden. Oer Eindruck in Genf. Der scharfe Hinweis auf die französischen Suftrüstungcn. Genf, 10. Eept. (SU.) Die große Rede Cecils hat ein starkes Echo gefunden, weil man darin eine unmittelbare Stellungnahme derenglischenRegierungzuden Fragen der Abrüstung und der Reparationen erblickt. Diel beachtet wurde seine Erklärung, daß die englische Regierung sichjederVertagungder Abrüstungskonferenz widersetzen werde. Rach dieser Erklärung erscheint es kaum mehr möglich, dah die französischen VertagungS- versuche noch fortgesetzt werden. 3n Cecils Rede ist ferner zum ersten Male in der Vollversammlung des Völkerbundes von englischer Seite die Frage der Revision der Friedensverträge zur Sprache gekommen. Die Erklärung Cecils wird dahin ausgefaht, daß die englische Regierung die Aufmerksamkeit der Völkerbunds- Versammlung auf die unabwendbare Rotwendig k e it einer kommenden Revision der Verträge hinlenken wollte. Am schärfsten erscheint in der Rede der Teil, der die deutsch-französischen Beziehungen behandelt. Cecil stellte da- Problem der deutsch-französischen Beziehungen in den Mittelpunkt der europäischen Probleme, ohne jedoch den Standpunkt der englischen Regierung näher darzulegen. Den stärksten Eindruck machte die Forderung, dah die Ab- rüstungskonserenz unter keinen Lim ständen zu einem Mißerfolge führen dürfe und der Hinweis auf die Gefahr der Luft- rü ft ungen, der als eine Anspielung auf die Luftrüstungen Frankreichs aufgefaßt wurde. Die Erklärung CecilS führt den italienischen Vorschlag auf Schaffung eines Rüstung-Waffenstillstandes bis zum Abschluß der Abrüstungskonferenz weiter. Runmehr ist die Möglichkeit gegeben, daß der italienische Vorschlag im Abrüstungsausschuß der Vollversammlung behandelt wird. Das 2Reid? und Preußen beraten über gemeinsame Sparmaßnahmen. Noch keine endgültigen Entschlüsse über die kommende Notverordnung. Berlin, 10. Sept. (ERB.) Zwischen den zuständigen Ressorts des Reiches und Preußens haben heute Besprechungen stattgefunden, die eine möglichst weitgehende Angleichung der Maßnahmen bezwecken, von denen bereits in den letzten Tagen bte Rede war. Dabei handelt es sich z. D. um die Penfions kürzung und die Deförderungssperre für die Beamten, die nach Auffassung der beteiligten Stellen am besten vomReich aus durchgesührt werden, um zu vermeiden, daß alle Länder dieselben Cinzelvcrfügungcn treffen müssen. Aehnlich sollen auch noch andere Dinge in Einklang gebracht werden. Bisher sind die Beratungen aber noch nicht zum Abschluß gekommen, und es ist mit der Veröffentlichung der preußischen Rotverordnung auch erst im Laufe der nächsten Woche zu rechnen. Sie soll bekanntlich gleichzeitig mit der der Reichsmaßnahmen erfolgen. Daraus ergibt sich von selbst, daß die bisher in der Presse aufgetauchten Mitteilungen über Einzelheiten nicht zutresfen können. So veröffentlicht ein Berliner Blatt heute abend eine eingehende Darstellung der angeblich beabsichtigten Sparmaßnahmen im preußischen Schulwesen. Von unterrichteter preußischer Seite wird hierzu nur die Auskunft gegeben, daß Richtiges mit anderem vermengt fei, was durch die ja jetzt noch nicht abgefchlofsenen Verhandlungen überholt worden ist. Ebenso lassen sich die vom Reich geplanten Maßnahmen nur in Form von Lieberschriften wiedergeben, ohne daß man vor der in der nächsten Woche stattfindenden Kabinettssihung sagen kann, wie sie in den Einzelheiten aussehen werden. Faßt man die Pläne in Etichworten zusammen, so handelt es sich um folgende Punkte: 1 . Abbau der Hauszins st euer. 3m Reichsfinanzministerium wird an zwei Plänen gearbeitet, von denen der eine eine Art Kapitalisierung der Steuer, der andere die Einspannung auch der Mieten in den Preisabbau vorsieht. 2 . Die gemischt städtisch-ländlichen S i edlu n- aen für zunächst 100 000 Wohlfahrtsunterstützte. 3 .Herabsetzung der hohen Pensionen über 12 000 Mark. 4 .Zweijährige Beförderung», und Zu- lagensperre für Beamte. Außer dielen Maßnahmen, mit denen sicher zu rechnen ist, spricht man bekanntlich auch noch von anderen Plänen, so von weiteren Einlpa- rungen am Etat, der Reform der Krisen. und Wohlfahrtsfürsorge, der Schaffung einer Einsichtmöglichkeit bei den Banken und anderes, lieber die Gestaltung dieser Pläne wird sich erst im Laufe der nächsten Woche Näheres sagen lassen. Wie der „Börsencourier" berichtet, hat sich bei den Resfortbesprechunaen in der Reichskanzlei ergeben, daß auch Dorrt Reich aus verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Kürzung der Gehälter der kommu- nalen Wahlbeamten durch Notverordnung nicht bestehen. Die Gehälter der preußischen Oberbürgermeister, Bürgermeister usw. werden deshalb von Preußen auf dem Wege der Notverordnung wie folgt festgesetzt werden: Berlin 30 000 Mark, für Städte von 400 000 bis 1 000 000 Einwohner 18 000 bis 24 000 Mark, von 100 000 bis 400 000 Einwohner 15 000 bis 18 000 Mark, von 50 000 bis 100 000 8400 bis 12 600 Mark, von 30 000 bis 50 000 6200 bis 10 600 Mark, von 10 000 bis 30 000 4400 bis 8400 Mark von 2500 bis 10 000 2800 bis 8400 Mark. Die Notverordnungen des Reiches und Preußens sollen am 1.Oktober in Kraft treten. Wie England sein Defizit beseitigen will. Snowdens Nachtragsetat im Parlament. — Oie Verstärkung der Einnahmen. Spannung im Unterhaus. Ein Erfolg des Schatzkanzlers. London, 10.Sept. (CNB.) Schatzkanzler Snowden wurde bei feinem Erscheinen heute im Unterhaus nicht nur von den Regierungsbänken, sondern auch von einem großen Teil der Opposition mit Beifall begrüßt. Es ist das zweite Budget, das dieser durch lange Krankheit und eine chwere Operation körperlich geschwächte Mann die- cs Fahr einbringen muß. Die Opposition, die kurz vorher während der Fragezeit die Aenßerung seines ebenfalls „abtrünnigen" Kollegen Thomas in ironischem Gelächter erstickt hat, lauscht dem Schatz- kanzler andächtig gespannt. Denn was heute aus seinem Mund dem Haus verkündet wird über neue Ersparnisse und neue Steuern, i ft im Prinzip schon Gesetz und trifft einschneidend jeden Bürger vom Arbeitslosen bis zum Millionär. Aus die Feststellung des Defizits: 74 Millionen Pfund Sterling für dieses Fahr und 170 Millionen Defizit für nächstes Fahr folgt tiefes Schweigen und dann Rufe der Ueberraschung im Haus. Als das Wort „Steuervorschläge" fällt, beugen sich die Abgeordneten vor und lauschen mit größter Spannung der vorgetragenen Lifte von Erhöhungen der Abgaben, von den Steuern auf Einkommen, Bier, auf Tabak, auf Benzin, auf Vergnügungen. Als der Schatzkanzler dann mitteilt, daß sowohl der diesjährige, wie auch der nächstjährige Riesenfehlbetrag in ein Plus verwandelt werden soll, geht ein hörbares Aufatmen durch das Haus. Gleich aber folgt ironischer Widerspruch der Opposition, als Snowden schildert, wie alt und jung, arm und reich ihm Spenden von einem Schilling bis zu 1000 Pfund Sterling übermittelte, um dem Land aus der Not zu helfen. Als Snowden am Schluß seiner fünfviertelstündigen Rede aber vom „unbezähmbaren Geist" der britischen Nation spricht und mit dem Zitat endet: „England muß uns doch bleiben!" erhebt sich die Kon- servative Partei wie ein Mann und jubelt tücher- schwenkend dem sozialistischen Schatzkanzler zu. Snowdens Steuerbukett. Herschärfung der Einkommensteuer und der indirekten Besteuerung. Snowden erklärte in seiner Rede über bas Rachtragsbudget. Es ist zweifellos eine Tatsache, daß das Ausland mit Rervosität die nationale Finanzlage Englands beobachtet. Ein unbalanciertes Budget ist eine sehr ernste Angelegenheit für England, und es ist nötig, unsere finanzielle Position in eine solche unzweifelhafter Sicherheit und Stabilität zu verwandeln. Die Regierung hat entschieden, dah das Borgen für den Ar b e i t s l o f e n f o n d s auf hören muß. Es unterliegt natürlich keinem Zweifel, dah wir seit einiger Zeit über unsere Mittel und zu einem beträchtlichen Teil von unserem Kapital gelebt haben. Die Alternativ-Heilmittel sind folgende: 1. Verringerung der Ausgaben, 2. Anziehen der Steuerschraube, 3. eine Kombination der beiden erstgenannten Punkte. Das Defizit für das laufende Finanzjahr beträgt schätzungsweise 7 4,7 Millionen Pfund. Ich stehe einem sehr bedenklichen und scharfen Fallen der Einnahmen von nicht weniger als 25 Millionen im laufenden Finanzjahr gegenüber, wozu noch vier Millionen Mindereinnahmen aus Zöllen und Akzisen kommen. Die Suspendierung der Kriegsschuldenzahlungen au- dem Hooverplan wird die Einnahmen dieses Jahr um weitere 30 Millionen verringern. Anderseits werden durch das Hoovcrjahr an den an Amerika zu leistenden Zinszahlungen diesmal 13.5 Millionen erspart. Durch den Hooverplan werden auch die Rückstellungen für die Rückzahlung der Staatsschuld um 5,75 Millionen vermindert und der Amortisationsfonds auf etwas über 46 Millionen verringert. Die Au-gabenschätzungen de- laufenden Finanzjahres wurden durch zusätzliche Anschläge noch um etwas weniger als eine Million vermehrt. Ferner wurden 25 Millionen für Anleihen an den Arbeitslosenfonds und 9 Millionen für den Wegesonds benötigt. Der RegierungSbcfchluß, Anleihen für den ArbeitSlofen - und auch den WcgefondS nicht mehr aufzunehmen, muß bereit- für da- laufend« Finanzjahr Geltung haben. Die Gcfamterfparnlsie de» laufenden Jahre» veranschlagte Snowden auf 22 Millionen, während er für da» kommende Finanzjahr mit Brutto-Erspamissen in hohe von 70 Millionen rechnet. An zusätzlichen Steuern hält er in diesem Jahre 39 Millionen und im nächsten Jahre 80 Millionen für erforderlich. Der größere Teil davon müsse durch direkte Steuern getragen toerben. Snowden verkündete bann, daß ber Einkorn- mensteuersatz um 6 Pence auf 5 Schilling für bas Pfunb Sterling erhöht roorben ist. Allerbing» würde er die 3nbustrie für die Erhöhung der Ein- tommenfteuer dadurch entschädigen, daß er ihr rund den gleichen Betrag in Form einer besonderen Erhöhung der für Abschreibungen zugestandenen Summe wieder erstatte. Ferner gab Snowden bekannt, daß das steuerfreie Einkommen- Minimum in jedem Falle verringert würde. So würde z. B. das steuerfreie Minimum eines Unverheirateten von 135 Pfund auf 100 Pfund oer- ringert werden. Bei verheirateten Personen ist die Verringerung von 225 Pfund auf 130 Pfund vor. gesehen. Die Abzüge für Kinder würden aleidjfaüs herabgesetzt werden. Die Sondersteuer auf die großen Einkommen würde um 10 v. H. erhöht werden. Die gesamte Einkommensteuer und die Sondersteuererhöhungen würden 29 Millionen in diesem Fahre und 57% Millionen in einem ganzen Finanzjahr ergeben. Zu ber indirekten Besteuerung bemerkte Snowden, daß die Abgaben auf Bier aller Art mit Geltung von morgen um 31 Schillinge pro Standard-Barrel, b. h. um einen Penny per Pinte (etwa i Liter) erhöht würden. Ebenfalls mit Wir- hing von morgen werde der Zoll a v f Tabak (Blatt) von 8 Schilling und 10 Pence auf 9 Schilling 6 Pence pro Pfund erhöht. Die Abgaben auf Tavakimporten in anderer Form würden entfpre- chend gesteigert werden. Die Benzinsteuer werde um 2 Pence pro Gallone, und zwar b e - relts mit Wirkung von heute 18 Uhr hinaufgesetzt. Dergnügungsveranstaltun- gen würden in schärferem Maße herangezogen werden, indem man für die Lustbarkeitssteuer eine neue Skala aufstelle, in die billigere Sitze finge« schlossen wurden. Das von der Regierung geplante Finanzgesetz werbe Vorschläge enthalten, die zur Erleichterung der Konvertierung b e r 5 p r o . 3 e n 11 g e n Kriegsanleihe dienen sollte. Gegenüber dem veranschlagten diesjährigen Defizit von 74 679 000 Pfund würden 22 Millionen an Ersparnissen und 13,7 Millionen an Minderzuwen- düngen an den Schuldentilgungsfonds stehen. Die neuen Steuern würden 40,5 Millionen einbringen, so daß mit einem Ueberschuß von 1,5 Millionen zu rechnen sein würde. 3m kommenden Finanzjahre soll das vorveranschlagte D e s i - zit von 17 0 Millionen in folgender Weise ausgeglichen werden: Ersparnisse 70 Millionen, Minderleistungen auf die Schuldendienste 20 Mil- Honen, neue Steuern 81,5 Millionen, so dah sich ein Ueberschuß von 1,5 Millionen ergeben würde. Grahams Kritik. DiciOpPosition wartctdicLparvorfchläge ab Rach Snowden sprach als erster Redner der Opposition der frühere Handelsminister Graham, der zunächst behauptete, der Bericht der Sparkommission habe England im Auslande sehr geschadet. Er müsse zugeben, dah die Steuervorlagen der Regierung anscheinend sehr weitgehend feien; aber man könne sich noch kein endgültiges Llrteil gestatten. Wenn die neuen Steuern schon früher eingebracht worden wären, so hätte vielleicht gar kein Regierungswechsel stattzufinden brauchen. Durch eine zeitweilige Suspendierung der Lleberweisungen an den Tilgungsfonds hätte sich der Angriff auf die Arbeitslosenbezüge und die Lehrergehälter vermeiden lassen. Sehe doch der Staatshaushaltsplan allein 38,5 Millionen Pfund für Zuwendungen an den Tilgungsfonds vor, während die Cr- sparnisse auf dem Gebiete der Erziehung und dem der Arbeitslosenunterstützung nicht mehr als 22 bis 23 Millionen Mark betragen hätten. Graham beklagte es, daß die Regierung keine Erklärung über die vorgeschlagenen Einsparungen abgegeben habe, und schloß damit, daß cr sich eine ausführlichere Kritik des Snow- denschen Budgets Vorbehalten müsse. Die Arbeiterpartei beabsichtigt, sobald im Llnterhaus in der zweiten Lesung der Sparvorlage die Debatte eröffnet wird, eine Res olut ion folgenden Inhalts einzubringen: Obwohl das Haus die Rot- Wendigkeit, das finanzielle Gleichgewicht zu erhalten, durchaus anerkennt, weigert es fich, Maßnahmen zu billigen, die einerseits die breiten Massen des lebensnotwendigen Llnterhalts berauben würden, während andere Teile der Bevölkerung auch weiterhin im Lieberfluh leben könnten und die andererseits die Arbeitslosigkeit durch Beschränkung der Kaufkraft der Lohn- und Gehaltsempfänger vermehren würden. Ferner wird in ver Resolution die Absicht ver Regierung miß- billigt, Sparmaßnahmen auf dem Wege der Kabinettsorder ohne vorherige Zustimmung des Unterhauses anzuordnen. Unterbindung der Lukuseinsuhr. Die Konservativen unterstützen einen liberalen Vorschlag. Der liberale Abgeordnete R u n c i m a n wandte sich zunächst gegen die Behauptung des früheren Lords der Admiralität, Alexander, daß die englischen Banken Geld zum Zinssatz von 2 v. H. geborgt und zu 8 v. H. an Deutschland weiterverliehen hätten. Die Behauptung entspreche jüd)t den Tatsachen: vielmehr hätten die Banken für das im Juli an Deutschland geliehene Geld s e l b st f a st 4 v. H. und zu der Zeit, als der englische Bankdiskont auf 2Vz v. H. gestanden habe, etwa 2,85 v. H. gezahlt. Der Redner erklärte sich im übrigen mit den Vorschlägen des Schatzkanzlers einverstanden und betonte die Wichtigkeit eines Ausgleichs der Handelsbilanz. Er glaube nicht daran, daß die Regierung dies durch die Einführung eines allgemeinen Schutzzolles erreichen würde. Er schlage eine älntersuchung darüber vor, auf welche Weise die Einfuhr ausländischer Luxusgegenstände unterbunden werden könne. Auch der Konservative Lewis befürwortete eine Einschränkung oder gänzliche Sperre der Einfuhr von Luxusartikeln oder solchen Waren, die im Lande selbst erzeugt werden können. Die Regierung hat bereits zugesagt, ein Komitee von Sachverständigen mit der Prüfung des Antrags zu betrauen. Das Mechaus billigt den Etat. Das Unterhaus billigte gegen Mitternacht ohne Abstimmung die von Snowden unterbreiteten Haushaltsvorlagen. Die Zahl der auf der Regierungsseite befindlichen Anterhausmitglieder der Arbeiterpartei ist von zwölf auf dreizehn ge st legen. Freitag abend wird der Schah- kanzler durch Rundfunk eine Ansprache an dasenglischevolk halten, in der er das Budget erläutern wird. Msormverbot für die Nationalsozialisten in Hessen. Darmstadt, 10. Sept. (XDSJt.) Die hessische Regierung hat ein Uniformoerbo( für die Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und ihre Unterorganisationen erlassen. Die Bekanntmachung des hessischen Innenministers Leuschner hat folgenden Wortlaut: „Auf Grund des 8 8 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. März 1931 sowie auf Grund der 8 4 der Verordnung des Gesamlministerlums vom 31.März 1931 verbiete ich mit sofortiger Wirkung für das Gebiet des Volksstaates Hessen der RSDAP., ihren Unter-, Hilfs- und Rebenorganisationen, insbesondere den Sturmabteilungen (SA.), den Schutzstaffeln (SS.) und der Hitlerjugend das Tragen einheitlicher Kleidung. Als einheitliche Kleidung ist jede Kleidung anzusehen, die dazu bestimmt oder geeignet ist, abweichend von der sonst üblichen bürgerlichen Kleidung die Zugehörigk aerlichen Einheitsliste beschlossen, einen zweiten M i n i ft e r zu wählen, falls ein solcher Antrag im Landtag eingebracht wirb. Es ist somit anzunehmen, daß der von den Nationalsozialisten bereits nominierte Regierungsrat Klagges in die durch den Rücktritt Dr. Franzens freigeworbene Stelle einrückt. Die Verordnung des Ministeriums über eine Einminister-Regierung ließ bekanntlich die Wahl eines zweiten Ministers durch den Landtag offen. Der Preußische Kultusminister Dr. Grimme hat den Heidelberger Professor Lederer als Aa- tionalölonomen an die Berliner Universität berufen. Die Ernennung Lederers ist über Fakultät und Senat der Berliner Universität hinweg erfolgt, beide Körperschaften hatten Professor Lederers Berufung abgelehnt. • Während die französische Regierung ein Einfuhrverbot für Holz au8_ Deutschland erlassen hat, hat sie mit der österreichischen Regierung ein Holzausfuhrabkomme n abgeschlossen. Frankreich nimmt danach aus Oesterreich für 1931 noch 95 000 Tonnen Schnitt- und Rundholz ab. • Rach einer neuen Zusammenstellung des Handelsdepartements werden die amerikanischen Kapitalanlagen im Auslande für Ende 1930 auf rund 15 Milliard en Dollar, gegen nur eine halbe Milliarde im 3ahre 1912, beziffert. Mehr als je eine Milliarde sind in Kanada, Deutschland, Kuba und Argentinien angelegt. Aus aller Wett. Eine wilhelm-Raabe-Stiflung. Bei den Veranstaltungen zur Feier des 100. Geburtstages Wilhelm Raabes teilte Dr. Ab i tz - S ch u l z e mit, daß zu einer von ihm ins Leben gerufenen Raabe-Stiftung durch eine Spende aus Hamburg von 1000 Dollar und eine Spende eines Verlegers von 1000 Mk. der Grundstock gelegt worden sei. Die Stiftung wird ein Vermögen sammeln zu einem Ehrenpreis, dem Raabe- Preis, der an solche Dichter gegeben werden soll, die in ihren Werken und ihrem Wollen echt deutsch im Sinne Raabes sind. Den Vorstand bilden Borries Freiherr von Münchhausen, Werner 3anfen und Dr. Abitz- Schulze. Der Deutsche Duriffenfag in Lübeck. Auf der Tagung des 36. Deutschen Juristentages sprach Settionsckef Dr. H e r m a n n (Wien) namens der österreichischen Juristen ein Bekenntnis zum Anschlußgebanken aus und setzte sich für eine Rechts- angleichuna und eine Rechtseinheit zwischen Deutschland und Oesterreich ein. Präsident Dr. Wildhagen ging auf Die Begrüßungsworte des österreichischen Vertreters ein und betonte, es könne nicht Aufgabe des Deutschen Juristentages sein, sich mit dem Haager Urteil über b t e Zollunion auseinanberzusetzen. Aber soviel könne man wohl sagen daß der Haager Schiedsspruch ein Phyr- russieg für Frankreich sei. Wenn man die Stimmen wäge, so würden die sieben Stimmen der Minderheit schwerer sein als die acht der Mehrheit. Es werde der Tag kommen, an dem d i e Weltgeschichte das Weltgericht sei. Die Völker innerhalb der deutschen Grenzpfähle und in Oester- reich seien eines Stammes, ihre Bereinigung könne nicht auf die Dauer verhindert werden. Man wolle trotz der Grenzen die deutsch-österreichische Rechtseinheit pflegen. Mit Herz- sichern Brudergruß an die Deutschen in Oesterreich schloß der Präsident seine mit Beifall aufgenommene Rede. — Es begannen dann die Fachberatungen in den einzelnen Abteilungen. In der bürgerlich-rechtlichen Abteilung wurde die Frage erörtert, ob sich eine gesetzliche Regelung des Treuhänderver- hältnisses empfehle. Es wurde der Beschluß Elch-Lagd. Von Siegfried von Vegesack. Von allen Jagden, die es im alten Livland gab, war die auf den Elch wohl die schönste und aufregendste. Wochenlang vorher und monatelang nachher sprach man von ihr, und unter den Jagd- geschichten, die man sich an den langen Winter- abenben vor dem brennenden Kamin erzählte, waren die von abenteuerlichen Elchjagden immer besonders geschätzt und beliebt. Und das hat seine besonderen Gründe. Erstens mar der Elch das größte urweltlichste Tier unserer Wälder (das armselige Geschöpf im Berliner Zoo gibt nur eine sehr schwache Vorstellung von der Kraft und Wucht dieser in der Freiheit lebenden Ungetüme), zweitens durfte der Elch nach russischem Gesetz erst vom 15. August ah gejagt werden, und da gerade m diesen Tagen die Sommerferien zu Ende gingen, blieb, jedenfalls für uns, die wir noch zur Schule mußten, gewöhnlich nur ein einziger Tag für die Elchjagd übrig. Kein Wunder, daß dieser Tag der Höhepunkt des ganzen Sommers war. Schon als kleiner Junge beschäftigte ich mich viel mit diesen unheimlichen Riesentieren. Einer meiner ersten Kindheitseindrücke war — ich werde damals drei ober vier Jahre alt gewesen sein — ein mächtiger blutiger Elchkvpf. Mein Vater hatte den Hirsch geschossen ich durfte in die Küche gehen, den merkwürdig langen Kopf mit der herunterhängenden Oberlippe und den breiten Schaufeln betrachten. Vom Elch wurden die abenteuerlichsten Geschichten erzählt. Einem Treiber, der seine Wollhandschuhe vor den Bauch in den Gürtel gesteckt hatte, soll ein angeschossener Hirsch einen solchen Tritt mit dem Vorderlauf versetzt haben, daß die Wollhandschuhe hinten am Rücken herauskamey! Und ein Vetter von mir wurde tatsächlich um ein Haar von einem an- geschossenen Elch zertrampelt: er hatte sich unvorsichtigerweise dem schon liegenden Tier auf wenige Schritte genähert, als sich plötzlich der Hirsch auf« richtete und auf ihn losging. Mit der letzten Kugel — sorgfältig zwischen die Augen gezielt — hatte mein Vetter das Tier niederaestreckt. Diese Bleikugel trug er seitdem immer als Andenken an seiner Uhrkette. Einem alten Buschwächter (so nannte man bei uns die Unterförster) war es noch schlimmer ergangen: er hatte eine ganze Nacht auf einer nicht sehr hoben Fichte hocken müssen, während der gereizte Elch Den Stamm mit seinem Geweih bearbeitete. Zum Glück hatte der Baum standgehalten. Diese und viele andere unheimliche Geschichten erzählte man sich vom Elch, und so verhielten wir ?.9utt gichtig, löi ■ fönn nad) allen ■ Wr i)inein|d)üttel ■“«; denn es fing ■M mir Wort eh >art hatte er an fe lanMe' ölnc*m Äe Kunden x'L traf ich den '.!>°t mich um F< fragte ich ch, ^"b,etze. Dime: 20001" * 2.0-ng weiter, pachte.- Wenn i iMwindeln. K°ttealfo aud dber Welt". Er Klietz er jeden nun’ % DM fei b.« -S-L DIe lagung der Der Mite D« Ws jjüjen ?•»!» lassen gewahr Orten Wr über ,-ben. Die Aot," Stn wurde m Ulf. 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Die sirasrechlliche Abteilung befähle sich mtt Fragen, die durch das neue Strafgesetzbuch aktuell werden, vor allen Dingen mit der Rcchtsein- hell in der Rechtsprechung der Gerichte und auf dem Gebiete des Strafrechts -wischen Deutschland und Oesterreich. Don einer Beschlußfassung wurde abgesehen. Ueoer die Frage, ob e» sich empfehle, dos Reichs- und S t a a t » an g e hö r, g - kettsgefetz von 1913 in seinen Grund^tzen zu ändern, kam man In der öffentlich-rechtlichen Abteilung zu dem Ergebnis, daß zwar die Reichs- und Staatsangehörigkeit nebeneinander bestehen bleiben solle dah aber die Reichsangehörigkeit das Primäre, die Staatsangehörigkeit das Sekundäre sein müsse. In dieser Abteilung setzte sich Reichsminlster o. D. Koch - Weser bezüglich der Stellung der Frau dafür ein, die neue Gesetzgebung auf dem Grundsatz de, Selbstbestimmungsrechtes der Frau auhubauen. 3m Ausschuß für Zivilpro^eß- und Gerichtsverfassung wurde deschlosien, Leitsätze ,ur Verminderung von Eide,lei st ungen und zur Einschränkung de» Zeugende- weises herauszugeben. Zu dem Entwurf einer neuen Zivilprozeßordnung wurde keine Stellung genommen. Weiter wurden Erleichterungen im Ur- kundenprozeh und eine einheitliche Eides- forme! für ganz Deutschland oorgeschlagen. Die Tagung de» Deutschen Apothekerverein» in Würzburg. Der zweite DerhandlungStag wurde mit der Luslprache über die Frage der Apotheker- au-bildüng eröffnet, wobei dem Antrag der Dorstandschaft, sechs Semester Hochschule und zwei 3ahre PrasiS zu verlangen, zugestimmt wurde. Sin weiterer Antrag bekärnpst d i e hohen Rabatte, die den Uranien- fassen gewährt werden und die an manchen Orten sogar über die gesetzliche Grenze hinaus- gehen. Die Rotlage der kleinen Apotheken wurde in einem weiteren Antrag behandelt. SS wurde festgestellt, dah Deutschland tS Apotheken mit weniger als 5000 Qltarl Jahresumsatz und 966 Apotheken mit weniger als 20 000 Mk. Jahresumsatz habe. SS wurde beschlossen, dahin zu wirken, haß ersten- da- Di-pe"sierrecht der Tierärzte auf ein Mindestmaß »uruckaeschraubt, zweitens der ungesetzliche Hausierhandel mit Arzneimittel durch schärfste Maßnahmen unterbunden, dritten- die Aufstellung von Drogenschränken auf dem Lande verboten wird. Auch gegen die Abgabe der Aerztemuster und die Drosselung der ärztlichen Arzneiverschreibung durch die Krankenkassen wurde Stellung genommen. Der Rot der erwerbslosen jungen Kollegen soll durch finanzielle Hilfsmaßnahmen gesteuert werden. An die Apothekenbesitzer erging der Appell, von Kündigungen möglichst Abstand zu nehmen. Der 1. Dor- sitzende, Dr. Salzmann (Berlin), und der 1. Vorsitzende, Medrzinalrat Sparr er (Rürn- berg), wurden wiedergewählt. Aus der Pwvinzialhaupifiadt. D i e ß e n. den 11. September 1931. Oer einzige Freund im (Sommer 1931. 3a, tthr haben einen Tröster in all den regen- raffen Monaten gehabt: Unfern allen Regenschirm! Wenn wir — verhindert waren, dieses 3ahr unfern Gommerurlaub draußen an der See oder in den Bergen zu uerbringen, dann haben wir vielleicht — natürlich völlig neidlos! — mit geheimem Behagen am Fenster gesessen, wenn der Regen Tag für Tag vom Himmel strömte. Wollten wir aber selber aus- achen, bann mußte unser Freund, der Regenschirm, mit. Wir freuen uns, daß wenigsten» die Schirmfabri- kanten gute Geschäfte machen konnten, daß ihre Sabriken in dem schlechten Jahre 1931 durch den egen „angelurbelt" wurden. Auch der „wahre Jakob", der seiner guten Rase folgend, in diesem Jahre Schirmverkäufer geworden war, machte gute Geschäfte. Ich bin Zeuge davon gewesen. Bei schönstem Sonnenschein war ich abgefahren. In einer süddeutschen Stadt aber überraschte mich ein starker Regenschauer. Auf dem Messevlatz hörte ich gerade den Uebertreibungen de» wahren Jakobs zu, der leine Regenschirme in musikalische und unmusikalische einteilte, sah, wie er den Muster- schirm nach allen Selten umbog, einen Eimer I Lasser hineinschüttete, das schließlich gar nicht nötig mar; denn e» fing plötzlich an zu regnen. Ich er- I stand mir sofort einen Schirm von ihm. Mit zehn I Mark hatte er angefangen, bis er schließlich bei I 1,50 Mark landete. Zu diesem Preis verkaufte er I „bic besten Schirme Der Welt". Sein Geschäft ging glänze nb. Einige Stunben später, al» die Sonne wieber schien, traf ich ben Schirmverkäufer in ber Stadt. Er bat mich um Feuer für feine Zigarette. So beiläufig fragte ich Ihn, wieviel Schirme er an einem läge abfetze. Ohne mit der Wimper zu zucken, sagte tr: „Etwa 2000!" Ich lieh mir auch nichts merken und ging weiter. Aber innerlich lachte ich doch und dachte: Wenn man schwindelt, soll man gleich richtig, schwindeln. Ich hatte also auch einen von den „besten Schirmen der Welt". Er war auch danach. Rach zwei Wochen ließ er jeden Regentropfen durch. Das Ge- stell wackelte. Mit einem Wort: Der Schirm war erledigt. Was nun? Ich dachte daran, ihn Im CafL ober in der Elektrischen stehen zu lasten. Aber da» mürbe nicht viel helfen, benn alte Regenschirme bekommt man totstcher wieder vom L-ellner oder Bahnschaffner sofort nachgetragen und muß obendrein ein gute» Trinkgeld geben Ich hebe also vorläufig den Schirm aus, vielleicht finbet sich jemanb, ! der ihn ^daheimherum" auftragen will. Merkwürdig ist jedenfalls, daß man einen guten Regenschirm, den man irgendwo vergessen hat, 1 niemals wieder bekommt. Aus dem Fundbureau sehen wir Hunderte von Schirmen, aber den gesuchten finden wir nicht. Daß ein Gastwirt eine kleine Anzeige einrückt, etwa so: .Sin in Gedanken steyengebliebener Regenschirm kann abge- holt werden", findet man auch selten. Es ist keineswegs das Vorrecht von Professoren und alten Herren, ihre Schirme aSein stehen 1 iu lassen. DaS passiert fast allen Menschen, besonders nach einem schönen, sonnigen Sommer, den wir 1931 leider nicht hatten. Man sagt, wir hätten keine gute Verbindung mit dem Schirm, wir ! ärgerten uns schon, wenn wir ihn mitnehmen mühten, außerdem sehe er nicht elegant auS, und Venn man ihn brauchte, stünde er zu Hause, und bei Sonnenschein liefen wir mit ihm herum. Daran ist allerhand richtig, aber auch viele- übertrieben. Sin guter Schirm ist immer unser Freund. Wenn rr stark genug ist, können wir ihn auch als Stühe gebrauchen. Es gibt viele Leute, die sich nach dem englischen Sprichwort: Wenn das Wetter schon ist, nehmt den Regenschirm! richten. Sie sind in diesem Sommer nicht schlecht damit gefahren, anb jeder, der in iltlaub fahren konnte, dankte Gott, wenn er seinen Schirm mitgenommen hatte. WaS hätte er sonst in Kuhdorf oder Fischbach machen sollen? Da konnte man keinen Schirm kaufen, und der wahre Jakob kam auch nicht dahin. Man hat geglaubt, daß der Gummimantel oder die Cclbaut den Regenschirm verdrängen würden. Aber dem ist nicht so. Die hutlose Mode, noch mehr die zarten Damenhüte, sind dem Regenschirm zu Hilfe gekommen. Wa» hilft schließlich ein Gummimantel, wenn die Regentropfen auf unserem Kopf hüpfen und sich irgendwo Eingang suchen? Da ist der gute Regenschirm doch ein besserer Schutz. Gewiß macht man feine Witze über ihn und denkt an die Augenblicke, wenn er bei stürmischem Wetter umgestülpt davonfliegt und fein Besitzer hilflos hinterdrein rennt. Da- ist immer ein ergötzliches Bild, nur darf es uns nicht selbst passieren. Wenn wir auch nicht mit Franz Völker fingen: .Dein ist mein ganzes Hertz", so sind wir unserem Regenschirm doch dankbar und haben un- in diesem Sommer über ihn gefreut, und er ist die paar Zcklen wert, die ihm allhier gewidmet wurden! Lz. Amerika als Vorbild und Warnung. 3n der Stadtkirche hielt am Mittwochabend nach einem einleitenden Orgelvorspiel und einer kurzen Begrüßung durch Pfarrer Becker Pfarrer Devaranne, der Direktor der Ostasien-Mis- sion, der kürzlich aus Amerika nach Deutschland zurückkehrte, einen Dortrag über da- Thema .Amerika als Dorbild und War- nung". Europa befinde sich, so führte er u. a. auS, in keiner beneidenswerten Lage. Zwei benachbarte Kulturkreise versuchten Einfluß zu gewinnen: im Osten bebtobe eine fragwürdige ruf. fische Kultur unseren KulturkreiS, vom Westen her fei eS der Amerikanismus, dem sich die europäischen Doller differenter und nicht so ablehnend gegenüber verhielten, al- den russischen Einflüssen. Amerika könne in verschiedener Hinsicht als D o r b i l d dienen. In Amerika herrsche z. B. trotz der Derschiedenheit der bevölkerungspolitischen Zusammensetzung, eine starke nationale Einigkeit. Alle seien begeisterte Amerikaner, das Dolk sei eine einzige kompakte Masse. An dieser Tatsache habe die amerikanische Dolksschule daS größte Verdienst: die Volksschule, in der jedermann u. a. englisch lerne, sei der Schmel^tiegel für diese nationale Einheit. Sin zweiter Aktivposten in Amerika sei das dort übliche Frei, kirchentum, daS zwar manchen Mangel an sich habe, wiederum aber auch große Vorteile in sich schließe. Es gebe dort keine Staats- und Landeskirche: manche Reibungsfläche zwischen Staat und Kirche sei durch diese Regelung vermieden. Wenn man anderseits von Amerika als Warnung spreche, so müsse man sich zunächst bemühen, der Mentalität diese- Dolles gerecht zu werden. Die Amerikaner seien noch immer Pioniervolk, noch herrsche der .Zug nach dem Westen" vor, noch konnte sich eine bodenständige Kultur nicht entwickeln. Daraus ergäben sich einige Eigentümlichkeiten, die unserem europäischen LebenSgefühl fremd erschienen. Dominierend sei der Begriff de- Selfmademan: der Amerikaner sei stolz auf sich und auf fein Selbstvertrauen. Deshalb habe man auch die demokratische StaatSform gewählt. Die Erfolgspsychologie beherrsche schon Immer das ganze Sein des Amerikaners. Kunst und Gemüt seien Faktoren zweiter Ordnung. Die amerikanische Pädagogik habe übereinstimmend damit drei wesentliche Ziele: »AmerikaniSmuS", .Hygiene" und .Erziehung zum Erfolgstreben". Interessant und bemerkenswert fei daS Wesen der amerikanischen Mission. Die Amerikaner trieben gleichzeitig neben der Verbreitung des Evangelium- eine Art amerikanische Kulturprogaganda, Propaganda sür die Demokratie und die amerikanische Wirtschaft. Die Amerikaner sehen bei ihrer Missionsarbeit ungeheure Summen ein. Die deutsche Mission verschwinde dagegen. Ss gelte jetzt, die deutsche Mission ausrechtzuerhalten und zu unterstützen, denn wenn die deutsche Mission im Osten, in Asien, den Platz verlasse, dann greife entweder der AmerikaniSmuS oder der Bolschewismus Platz. Don einem Weltchristentum könne man dann nicht mehr sprechen. Rach einer Pause zeigte der Dortragende in einer Anzahl teil- farbiger Lichtbilder das Amerika von heute in seiner mannigfachen Gestalt. Stenographentagung in Gießen. Man berichtet unß: Der Mittelwestdeutsche Stenographenbund Etolze-Schrey hielt am vergangenen Sonntag im .Bayrischen Hof" eine trotz der Ungunst der Zeit stark besuchte Dereins- vertreterversammlung ab. Bundesvorsitzender Karl Fuchs (Wiesbaden) als Leiter der Versammlung konnte alS Ehrengast den jetzigen DerbandSgeschästSführer der Schule Stolze- Schrey und ehemaligen Bundesvorsihenden, Hch. Konrad (Berlin), begrüßen. Die Verhandlungen gingen insofern über einen internen Rahmen hinaus, als sie im Zeichen der ungeschwächt aufrecht- erhaltenen Forderung der Schule Stolze-Schrey nach einer wahren Reichskurzschrift stand. Singe- leitet wurde die Versammlung damit, daß die Hauptdelegierten der fünf Bundesbezirke ein anschauliches Bild über die stenographische Lage entwarfen, aus dem sich ergab, daß zwar die allgemeine Ungunst der Zeit auch nicht ohne Rückwirkung geblieben ist, daß doch unverzagt und erfolgreich an dem allen gemeinsamen Ziel der Heranbildung tüchtiger Stenographen nach Stolze- Schrey toeltcrgearbcitet wird. Meldungen von Anfängerkursen mit nicht unwesenlllchen Teil- nehmerzahlen wurden mit Genugtuung ausgenommen. Aus dem durch den Bundesschriftiührer K. Simon (Wiesbaden) verlesenen Geschäftsbericht der Gesamtorganisition. ergab sich, dah in einem Jahre die Zahl der nach Stolze-Schrey Unterrichteten um nicht weniger als 1500 angestiegen ist. Hervorragend ist in diesem Zusammenhang daS Breslauer Wettschreibeergebnis zu nennen: Rund 960 Arbeiten, davon allein 60 in den Abteilungen von 300 bis 440 Silben, waren preiswürdig. Alles dies, in Verbindung damit, dah die sog. Ein- heitskurzschrift die gehegten Erwartungen bisher nicht zu erfüllen vermochte, ergebe wieder eine Berechtigung für die beharrliche Welterverlolgung des Zieles Der Schule Stolze-Schrey: Wiederherstellung des freien Wettbewerbes auf stenogra. phischem Gebiete, um im freien Spiel der Kräfte sich eine wahre Reichskurzschrift entwickeln zu lassen. Einen breiten Raum nahm auch bte AuS. spräche über die Werbemahnahmen und die 3u- genbarbeit ein, die manche Anregungen brachte. Bornotizen. — TageSkalender für Freitag: Lichtspielhaus, Bahnhofstrahe: .Rie wieder Liebe (Dolkstag). — Astoria-Lichtsplele: .Die gehetmntS- voll« Insel*. — AuS b em Stadttheater-Bureau wird uni geschrieben: Die Komödie .Der Garten Eden" von Bernauer und Oefterreicher gelangt als letzte Reuelnstub'erung der Sommerspielzeit 193« am DienStag, 15. September, unter der Spielleitung von Peter F a s s o t t einmalig im Sommerabonnement xut Ausführung. Gewöhnliche Preise. Beginn der Vorstellung 20 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. — „Die blaue Adria." Am Sonntag 11.15 Uhr gelangt im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wieder em Kulturfilm zur Aufführung, der den Freunden de» guten Film» sicherlich manche Freude bereiten dürste. Der Bildstreifen wird die Zuschauer im Geiste an die blaue Adria führen, in die Lagunenstadt Venedig mit ihrem romantischen Zauber, nach Triest, zum Schlosse Miramore, an die istrische Küste nach Abbazia und Fiume. Welter wird man Gelegenheit kerben, die eigenartige Schönheit der dalmatinischen Küste zu bewundern, Spalato, Ra- tMa und Montenegro, Cetinje und Cattaro, den Lowcenpaß und den Skutarisee, Albanien» Berge und noch viele» andere wird der Besucher zu sehen bekommen. Nähere» In der gestrigen Anzeige. Taten fürFreitag, 11.September. Sonnenaufgang: 5 53 Uhr, Sonnenuntergang: 18.50 Uhr. — Mondaufgang: 4 30 Uhr, Monduntergang: 18.38 Uhr. 1709: Sieg der Oesterreicher, Preuhen und Engländer über die Franzosen bei Malplaquet. — 1816: der Mechaniker Karl Zeih in Weimar geboren. •• Militärpersonallen, versetzt wurden: Oberleutnant Sonrab vorn 1. Batt. Ins.Rat. in Gießen zum Ausbildungsbataillon Inf.-Rat. 15 in Marburg, Leutnant Knetfch vom Ausblldungbatl. Marburg zum 1. Batl. Inf.-Rgt. 15 In Gießen, Leutnant Knapo vom Ins.-Rat. 13 zum 1. Batl. Inf.-Rgt. 15 in Gießen, Dbermufitmeiftcr Krauße vom 2. Batl. Inf.-Rgt. 13 In Ludwigsburg, kommandiert zur Leitung des Musikchors des 1. Batl. Inf.-Rgt. 15 In Gießen (Obcrmusikmeifter Krauße ist ein Sohn de» bekannten Leiter» der früherett Gießener Regimentsmusik, Musikdirektor Krauße), sämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober ab. Weiter wurde mit Wirkung vom 1. September ab der Oberfähnrich Fett, ein Sohn de» früheren Regi- mentstommanbeur» der 15er, General» Fett, von der Infanterieschule in Dresden zum L Batl. Inf.- Rat. 15 in Gießen verletzt. •• Sine große militärische Hebung, an der die Bataillone von Gießen und Marburg beteiligt sein werden, wird am Freitag nächster Woche Im Gelände zwischen Dießen und Marburg, Im sog. EbSdorser Grund in der Rähe der Orte Wisselsberg, Beltershausen und Hassenbach stattfinden. Die Hebung wird schon In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag beginnen und voraussichtlich erst am späten Abend deS Freitag beendet sein. Rach der Hebung werden die Truppen noch in Ihre Garnisonen zurück- marschieren. Der Hebung wird der Kommandeur des Ins.-Rgt. 15 Oberst von SchickfuS und Reuendorff beiwohnen, wahrscheinlich wird auch der Oberbefehlshaber unseres Wehrkreises General der Kavallerie von Kayser zugegen sein. •• AltertumSfunde In Gießen. Dor etwa 14 Tagen veröffentlichten wir unter dieser Heberschrift eine Notiz über die Funde, die bei dem Abbruch deS alten HauseS an der Damm- straße gemacht wurden. Wie erinnerlich, fand man seinerzeit zwei prächtige Ofenkacheln mit Darstellungen auS der biblischen Geschichte. Die eine dieser beiden Kacheln veranschaulicht die .Rückkehr deS verlorenen SohneS", die andere zeigt die .Erschaffung der Welt". Reben diesen beiden Kacheln wurden auch eine Anzahl schriftlicher Dokumente auS der Korrespondenz des Hof- bankierS Marr Joseph aus Wetzlar, in einem versiegelten Säckchen ausbewahrt, vorgefunden. Das Hochbauamt Gießen ließ von diesen Zeugen einer anderen Zeit (Dokumente und Kacheln stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts) photographische Aufnahmen unfertigen, die zur Zeit im Schaukasten am Geschäftshaus deS .Gießener Anzeigers" zu sehen sind. Besonder- beachtenswert ist bei den Kacheln die schöne räumliche Gestaltung der bildlichen Darstellungen und die kultivierte Behandlung der Schrift. Bei den Dokumenten ist Die von vielen Fremdworten durchsetzte, für das beginnende 18. Jahrhundert charakteristische Schreibweise bemerkenswert. Richt weniger beachtenswert sind die schöngeschnittenen Siegel, die auf den Dokumenten deutlich sichtbar sind. •• Sin eigenartiger HnglückSfall ereignete sich gestern gegen 11 Hhr an der Ecke Neustadt-Kleine Mühlgasse. Dort wird zur Zeit ein alteS HauS wegen Baufälligkeit abgebrochen. Gestern vormittag waren die Arbeiter damit beschäftigt, den Schornstein abzureihen, wobei sie die Steine durch ein Loch in der Decke nach unten warfen. Hierbei muh ein Stein an die Kante des Loche- gefallen und dadurch seitlich abgeprallt sein, so dah er durch eine Fensteröffnung auf die Straße fiel. Zufälligerweise ging im gleichen Augenblick Die in der Neustadt wohnende Frau A m e n d an dem Haus vorüber, die von dem Stein am Kopfe getroffen und erheblich verletzt wurde. Mit stark blutenden Wunden wurde die bedauernswerte Frau von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik gebracht, wo sie mit Schädel- verlehungen barnieberliegt Ihr Befinden ist den Hmsländen entsprechend gut, so dah wohl die Hoffnung gerechtfertigt erscheint, die Frau in nicht allzulanger Zeil wiederherstellen zu können. 9ie Dillenburger ilnIerschlagungSaffäre. WSN. Dillenburg, 10. Sept. In der Untcrfchlagungsaffäre Zwanzig sind die Erhebungen noch nicht abgeschlossen. Gerüchte, di« von einer Erhöhung der veruntreuten Summe auf 100 000 Mark wissen wollen, eilen nach unfern Informationen den Tatsachen voraus, doch scheint die Möglichkeit zu bestehen, daß die angegebene Summe von 40 000 Mark sIch noch wesentlich e r h ö h t. Die mit der Klärung der Angelegenheit befaßten Stellen vermögen in dem jetzigen Stadium der Untersuchung keine Auskunft zu erteilen. Die Veruntreuungen wurden auf verschiedenartige Weife ermöglicht, in erster Linie durch Falschbuchunaen. Ungeklärt ist es noch, für welche Zwecke Zwanzig die unterschlagenen Gelder verwendet hat, da seine Familie nicht über ihre Verhältnisse zu leben schien. Zum Wiederauf- bau des dem Sohn des Zwanzig gehörenden abgebrannten Sägewerks standen aus Mitteln der Brandversicherung 34 000 Mark zur Verfügung, die ebenfalls nicht mehr vorhanden sind. Auf dem Unternehmen soll aber auch noch eine große Schuldenlast ruhen. Luch haben zahlreiche hiesige Dewerdclreldende noch Forderungen an Zwan» zig, die mit rund 20 000 Mark angegeben werden. Rriegtfopfertogung in Herborn. DSR. Herborn, 10. Sept. Am Sonntag hlell der Gau H e s s e n - N a s s a u - D a r m st a d t de» Reich»oerbande» deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener in Burg feine diesjährige Gautagung ab. Bemerkenswert aus de mGang der Berhandlungen ist die Annahme einer Entschließung, die an die Reichsregierung abgesandt wurde. Darin heißt e» u a.: „Die zahlreich erschienenen Strlegsopfrr erheben schärfsten Protest gegen die durch Notverordnung und Sperrerlassc bedingten Berschlechterungen der Versorgung und Fürsorge, die unerhörte Un- acrcchtigkeiten darstellen und geeignet find, die den Kriegsopfern bisher mit Recht zugestandene gehobene Fürsorge auf bas Niveau der in den Dor» kncgsjahren bestandenen allgemeinen Armenpflege dcrabzudrücken. Dom Reichstage erwarten die Kriegsopfer auf bas bestimmteste ein Eingreifen zu ihren Gunsten. Dom Reichstag und von der Regierung wird gefordert, die Notverordnungsbestim- mungen, soweit sie Kriegsopfer betreffen, aufzu- heben." Kirche und Schule. Kreis Schotten. wg. Rieder-Seemen. 8. Sept. Der Zweigverein Schotten der Gustav- Adolf-Stistung feierte hier am Sonntag fein IahreSsest, daS einen starken Besuch, auch aus den Rachbargemeinben, aufzuweisen hatte. In bem festlich geschmückten, überfüllten Kirchlein hielt der Dtafporapsarrer Gebhard aus Bieber bei Offenbach die Predigt, die ausklang in der Mahnung zu tätiger evangelischer Bruderliebe im Sinne deS WahlspruchS deS Gustav-Adolf-Dereins. Dor Festgottesdienst wurde noch verschönt durch erhebende Gesang-voriräge des KirchengesangvereinS von Ober-Seemen unter Leitung von Pfarrer Raumannn und deS Kinderchor- Rieder-Seemen unter Leitung von Lehrer S m r i ch. Im Saale von Gastwirt Schmidt fand nachmittag- die von Pfarrer Raumann - Ober-Seemen geleitete, ebenfalls sehr gut besuchte Rachversammlung statt. Rach einem Liedvortrag deS Ober-Seemener Kirchengesangvereins begrüßte Pfarrer Raumann die Gäste. Die Ansprache deS Festpredigers ließ lebensvolle Bilder auS der hessischen sowie aus der AuSlanddiaspora vor dem geistigen Auge der Zuhörer erstehen. Die Grüße des Dekanat-, deS Schottener ZweigvereinS und deS DorstandeS de- Hessischen HauptvereinS der Gustav-Adolf-Stiftung überbrachte Dekan Widmann- Gedern. Rach einem Schlußwort des Ort-geistlichen, Pfarrer Raumann, wurde die Feier mit gemeinfamem Gesang geschlossen. Die Festkollekte im Betrage von nahezu 46 Mark wurde der Diasporagemetnde Bieber zum Ausbau ihrer Schwesternstation und zur Stärkung ihres Kirchenbaufonds überwiesen. Oie IBeffertaae JOM 31 gti <3 _wien öWonreiifoiOMitw »mr» o«ot<*L ®wertig eetdtai •*«ge% < Ithnet a e btOci X »tWifttr (Q)UindMriie.-O' X*» Kkhitr Oil *l»igc- SuesuewtM -o-e-tH Olt prellt fliegen mit gern Winde Vie eeotn Jietionen jttnenden Zeit- len geBen die Temperatur en. k>ie im>en -erOmdto Orit mil gKKttcM ,ui ntertini#e«u umgeretnaelen Lufldruct Wettervoraussage. Da» südsranzösische lief hat an seiner Nordselle einen Ausläufer bis nach der Schweiz oorgeftreckt, der dort verbreitete Niederschläge verursacht. Die Zuarichtung des Tiefs Ist jedoch nach dem Mittelländischen Meer hin, so dah nur für Süddeutscksiand eine Beeinflussung in Frage kommt. Auch die flache Storung über Dänemark wird ohne Einfluß auf die Wetterlage Mitteldeutschlands fein, so daß im wesent. lichen der hohe Druck die Vorherrschaft behält. Da» trockene Wetter dürfte noch fortbestehen, zumal der hohe Druck über Den britischen Inseln eine neue Kräftigung erfährt. Vorhersage für Samstag: Lokale Nebeloder Dunftbilbungen, teilweise etwas bewölkt, sonst meist heiteres Wetter, nachts sehr kühl, tagsüber wärmer. Vorherfage für Sonntag: Fortdauer der Schönwetterlage. Lufttemperaturen am 10. September: mittags 14,3 Grad Celsius, abends 9,3 Grad: am 11. Seotemben morgens 7,5 Grad. Maximum 14,7 Grad, Minimum 5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. September: abends 14 Grad: am 11. September! morgens 9,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. An unsere blonden Leserinnen! Wir weisen Darauf hin. Daß es ^jetzt ein neues Spezial- Shampoo für Blondinen gibt: Schwarzkopf „Ertra-BlonD" mit Haarglanz unD Schaumbrille. Es hellt nachgeDunkeltes BlonDhaar allmählich bis zu jeDer gewünschten Nuance auf und gibt ihm so fernen u^prünglichen Blondton zurück. Sie erhalten „Extra-Blond" zu 30 Psg. überall Dort, wo „Schwarzkopf-Extra" (bell und Dunkel) vorrätig ist. Tie richtige Packung erkennen Sie an dem roten Ausdruck „Extra-B trab*. Aoman Copyright by Sortierung. Mr wohl meinen Wien. Aber d mit loeben ers & ^er9Qm Abfolge rege Kopfe, ich ha, nut mal eine mich dunkel, { »nbörgjsch'. D ni? mit Ain W di- Hkf, 5"fi8cm, ang, . 6r6(gni i. 6ic mi " S^toigi .-Das ist »in iÄbic ^ede "Aid fofo; ^.schüttel Ät,, X-?4 W *< e tuhja ?en&U)ii kommen S«6 ”S*5 ts>~ »'SÄ’1«, *’ Jf $ gflit echi Schwäch^ Schnur "5, MnÄ t! |i •Äs. sy.i *5®A m« S^S . freiwiöi PÄ Falle die W ü5ßer kommt gefangen bis weit, von den meine Mtun zende Schtmg Kraft, Pe abZU rium, in b.er ■ net ZU kriege ein bißchen n es unter einen düngen, und r daß dies olles Lälkeroerfohnu träge gestützten Es fehlt ouä wisse Todeszuä Modekrankheite krisis". Darunt nwnentcn Sri' 61, Germain h hoben will,, fiil betont lebhaft, kuriert werde! Krankheit ielb, um jeden Pre Meinungen |ir Besonders || Sie glauben Symptomekur. feit der $erträ; eine Revision fangen. Uber Schnur? Doch keinen Bedarf z zur Hand, oor' (trect tracht, n griff iit, Kontu nien weid pun schon an dem ( daß die Aktici binnen wenig« Kurswertes eil dem siechen ü bundene fieber italienische rührt. So ko i;-y dem Beme \<\ sie nun tatfi nicht brauche, i nichts gepumpt Die Verhängun das fleißige it erzeuge es (eil auf dos Jnlar worden, daß mußte. Bon e zu spüren, der Bullenverkauf. Die hiesige Gemeinde hat einen schlacht- isen 5959V Vogelsberger Bullen i verkaufen. Angebote, auf je Pfund Lebendgewicht lautend, sind bis spätestens In dem am ZHonfag, dem 14. b. BL, nachm. 4^ Ahr, im Dienstzimmer des Gemeindevorstehers stattfindenden Eröffnungstermin bei dem Unterzeichneten einzureichen. Salzböden, den 10. September 1931. Der Gemeindevorsteher. Bodenbender. Noch nie waren Schuhe billiger lllllllWUlV!!lll!ll!!IIMIIl!l!ll!lllllllllll> Lack-Spangenschuhe A35 mit Fleck.......Gr. 20 -22 Ä Kräftige Kinderstiefel gute Qualität uTPftßform, Gr, 36 39 31^ 27-30 ä95 6.95 5.85 4.95 23-26 O Farbige Damenschuhe 095 Einzelpaare. Gr. 39-42 nur W Rin dl.-Feldhalbschuhe *150 Gr. 36—42, bewährte Qual., ■ Extrabeqneme Damenschuhe Gesundheltsschuhe Spangen oder Schnür. 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Er habe von Frankreich nichts gepumpt, folglich auch nichts zurückzuzahlen. Die Verhängung der Kreditsperre lasse ihn kalt. Was das fleißige italienische Volk zum Leben brauche, erzeuge es selber, die letzte Fünfmilliardenanleihe, auf das Inland beschränkt, sei derart überzeichnet worden, daß er zwei Milliarden zurückschicken mußte. Don einem Kursschwund sei bisher nichts zu spüren, denn man habe Vertrauen zuin Staat, Das bißchen Erde. Vornan von Richard Skowronnel. Copyright by I. Engelhorn» Nachf., Stuttgart 29 Fortsetzung Nachdruck verboten »Sehr wohl, Onkel Christoph, ich werde sie durch meinen RechtSbcistand sorgfältig prüfen lassen. Aber da ist noch etwaö andres dabei, was mir soeben erst eingefallen ist. Den Wortlaut des alten Pergamentes, das in der Hohenrömnih die Erbfolge regelt, habe ich nicht genau mehr im Kopse, ich habe in den Papieren meines "DaterS nur mal eine Abschrift gelesen. Aber ich entsinne mich dunkel, da ist des öfteren daS Wort „med- lendörgisch" vorgekommen. Ich vermute, vielleicht nicht mit Anrecht, es bezieht sich daraus, daß auch die Ehefrau des Hohcnrörnniher Herrn aus hiesigem, qngesessenem Adel stammen soll." Der Erblandmarschall machte eine rasche Bewegung, die mit seinem sonst so gemessenen Wesen in merkwürdigem Widerspruche stand. .Das ist ein Irrtum. Davon ist in der Urkunde nicht die Rede. Wenn du willst, kannst du dich im Archiv sofort davon überzeugen"... Malte schüttelte den Kops. .Ich danke. Zu Hause habe ich ja eine Abschrift. Ich werde ihren Wortlaut ebenfalls durch meinen Rcchtsbeistand prüfen lassen. Und nun zu einer andern Abrechnung." Der ältere Traf Römnitz hob die gepflegte Hand. .Einen Augenblick noch! Du gebrauchst hier immer das Wort .Rechtsbeistand". Soll das heißen, daß du mit mir einen Prozeß anzufangen gedenkst?" Der Jüngere zuckte mit den Achseln. .DaS wird von den Umständen abhängen. Rach allem, waS ich gehört habe, wird sich'S ja bald entscheiden, ob hier in dem alten Hause der künftige Erbe zur Welt kommt oder ein unbeträchtliches Komteßlein, das mich nichts angeht. In diesem Falle hätte ich natürlich keinen Grund, mich irgendwie zu strapazieren. Dann fitze ich ruhig in Dellahn und warte, bis meine Zeit kommt." .Sonst aber würdest du dich nicht scheuen, meinen guten Ramen durch die schmutzigen Gossen eines Slandalprozesses zu schleifen?" Der Erblandmarschall richtete sich zornig auf, die Erregung trieb ihm das Blut in die Hagem Wangen. Malte aber sah ihm fest in die Augen. ..Der Ramc ist auch der meinige, Onkel Christoph. Aber du selbst hast es dir zuzuschreiben, wenn ich alles, was du tust, mit Mißtrauen aufnehme. Wäre an deiner Stelle ein andrer, würde ich mich still fügen ... gut ... das Schicksal hätte gegen mich entschieden. Bei dir muh ich immer Aur Regierung. Und über die Deltkrisi» und ihre Ursachen hege er seine besondere, im übrigen nicht unbekannte Meinung. Mit anderen Worten, er wolle den Krieg der goldenen Kugeln nicht mit- machen. Noch einmal: Kurszettel zur Hand. Dann versteht man, warum Italien auf der Abrüstungskonferenz anders auftreten wird, als Curtius und Schober in Genf. Versteht, warum Frankreich, da es auf dem Dege der wirtschaftlichen Erpressung nicht weiter- kommen würde, Italien politisch einkreisen und militärisch umzingeln muß. In dieser Beziehung bestehen zwilchen Rom und Paris, wie sonst nirgendwo, ehrliche Verhältnisse. Man handelt nicht ander», al» man sagt. Vicht, al» ob nun damit behauptet werden solle, Mussolini mache keine Fehler. Er wird e» eines Tages noch bereuen, die französische Politik in der Zollunionsfrage, die nur scheinbar denken, du wärest imstande, dem Schicksal im entscheidenden Augenblicke nachzuhclfen, wenn es nicht so läuft, wie du willst." In den Augen des Aclteren sprühte es auf. ..Das ist Heller Wahnwitz. Törichte Faseleien eines unreifen, schlecht erzogenen Knaben" ... Malte trat einen Schritt näher. Je mehr der andre sich erregte, desto kühler wurde er selbst. „Onkel Christoph, cs dürste sich empsehlen, die Worte ein wenig mehr zu wägen, ehe du sie aussprichst. Einmal habe ich mich schon in schwere Ungclegenheiten gebracht, weil ich vor weißen Haaren zu viel Respekt hatte. Don diesem Fehler bin ich kuriert. Und nun sprich weiter!" ... Der Erblandmarschall machte eine wegwerfende Handbewegung, ging zum Fenster und sah In den sonncnbeschienenen Park hinaus. „ES ist genug. Schick deinen Anwalt her, er wird alle dir zustehenden Auskünfte erhalten." Malte verneigte sich spöttisch. „Ich werde mir erlauben, ihn zu begleiten. Auch aus Mißtrauen. Aber du mußt schon entschuldigen. ich habe noch mehr auf dem Herzen ... Du sagtest eb?n. ich wäre schlecht erzogen. Darf ich dagegen fragen, wer seit meinem zwölften Jahre meine Erziehung geleitet hat?' Der Erblandmarschall wandte den Kopf über die Schulter. „Ich habe an dir stets meine Pflicht getan. Richr mehr, aber auch nicht weniger!" „Ah nein, Onkel Christoph!" Malte ging auf ihn zu. und der Haß übermannte ihn plötzlich, daß er hervorfprudelte, was sich in ihm angesammelt hatte in dieser Zeit. Wahres und vielleicht Falsches, Bewiesenes und etliches, was so ungeheuerlich war, daß man selbst .in Gedanken davor zurückschreckte ... „Du hast mich gehaßt von meinem ersten Atemzuge an. Riemais habe ich von dir auch nur einen Hauch Liebe erfahren, ein Eindringling war ich dir immer, der nach einem Platze langte, den du für einen andern bestimmt hattest. Für einen, der dir näher stand. Aber der kam nicht. Und ich tat dir nicht den Gefallen, das Genick zu brechen. Mich kalt aus dem Wege schaffen zu lassen, fehlte dir wohl der letzte Mut ... Du wolltest mich anders verderben! Entsinnst du dich vielleicht noch eines rothaarigen kleinen Theo- logiekandidatcn, der das linke Bein nachschleppte? ... Der hat mich — es ist noch gar nicht so lange her — darüber aufgeklärt, nach welchen Grundsätzen ich deiner Weisung nach erzogen werden sollte. Ein verbummelter Lump sollte ich werden, der in irgendein Moderloch geriet, um als ein Unwürdiger der Rachsolge verlustig zu gehen! Das heißt, so offen hast du das natürlich nicht ausgesprochen, als heiliger Mann und Dor- fitzender des Konsistoriums ... Der Rothaarige aber verstand dich. Rur dauerte ich ihn, und da erzog er mich auf seine Art. Cs ist mir zum Guten ausgeschlagen, ohne etliche seiner Lehren von sekundärer Wichtigkeit ist. unterstützt zu haben. Nicht, als ob Italien genug Geld hätte, lieber schon heute als morgen einen Krieg zu führen. Aber roe- urntlich ift, daß Italien allein von allen europäischen Staaten erkannt zu haben scheint, wohin Frankreich steuert. Daß heute jeder Staat, groß oder klein, vor der Schicksalsfrage steht: Unterwerfen ober Behaupten? Und in Rom hat man au» der Geschichte gelernt, was es heißt, sich einem übermächtigen Frankreich auf Gnade und Barmherzigkeit auszuliefern. Ein Blick in» heutige Europa zeigt es noch besser. Darüber muß man sich also in Genf klar sein, bevor Italien dem Beispiel Oesterreich» und Deutschland» fv'gt. rokb es sich an dem Beispiel Frankreichs auf- richten, das noch einmal beweist, wie erfolgreich die Ideale von gestern geblieben sind: ein starkes Heer, imperialistischer Geist und Machtpolitik. hätte ich dir schon längst den Gefallen getan, mich selbst aus dem Wege zu räumen. Jetzt aber lebe ich noch, sogar zwei Jahre Afrika habe ich überstanden und — wenn Gott mir weiter hilft — gedenke ich dir daS Leben herzlich sauer zu machen!" Er hielt erschöpst inne, trat wieder auf seinen Platz zurück. Der Erblandmarschall hatte schweigend dage- standen. Jetzt wandte er sich um, stützte die langen Amre rückwärts auf das Fensterbrett. In seinen hellblauen Augen mit den dicken Wülsten darunter stand ein kalter Schein. „Bist du fertig, ja? ... Run denn — eS ist wohl das letztemal, daß wir uns sehen, da möchte ich dir auch einiges zum Abschied sagen... In einem hast du recht, geliebt habe ich dich niemals. Ich hatte keine "Veranlassung dazu. WaS in mir von Liebe war, hatte eine ertötet. Durch schnöden Treubruch. Dielleicht hat dir dein Tater erzählt, daß deine Mutter meine heimlich Derivate war. Bis er dazwischentrat ... es ist gut, es heilt sich alles aus. Diclleicht hielt mich eins nur aufrecht damals, ihm auch nicht den andern Platz noch zu räumen. Die Herrschaft hier, die er mir nicht nehmen konnte, solange ich lebte ... Ich führte ein Weib heim, meine Ebe blieb kinderlos, ihm wuchs ein Erbe heran, der meinige zugleich. Ich muhte mich fügen ... Gott hielt schwer seine Hand über mir ... Als du in meine Obhut kamst, tat ich meine Pflicht, du warst immerhin aus dem Blute meines DaterS. Die andern, die da in der Mark warten, find Fremde, von unferm Geschlecht durch Jahrhunderte geschieden. Und zuweilen" — der alte Herr fuhr sich mit der gepflegten Hand über die Augen — „zuweilen emofanö ich etwas Seltsames für dich. Etwas, das sich schwer in Worte fassen läßt ... Du warst von dem Fleisch und Blut der einen, die meine Liebe verraten hatte ... Das war immerhin ein Band ... Aber da kam der Tag, an dem du hier vor mir standst, du vermessener Knabe, und mich als ein RichtS behandeltest. Mein Andenken auslöschen wolltest, wenn du einmal in Hohenrömnih der Herr wärest! Da habe ich mich hier in diesem Zimmer auf die Knie geworfen und geschrien: Herr, hilf! Herr hilf, daß dieser Richtswürdige zuschanden wird! ... Und von da an wandte sich mein Schicksal ... der Schoß meines jungen WeibeS ist gesegnet, und ich vertraue dem Höchsten, der mich so weit geführt hat: er wird mir den Erben schenken aus meinem eigenen Blut. Wenn ich dereinst mich zur ewigen Ruhe begebe, nehme ich den Trost mit, hier auf der Hohenrömnih herrscht mein Sohn!" ... Malte lachte kurz auf. „Bist du fertig, Onkel Christoph ... ja? Run denn, laß dir sagen, was du mir eben erzählt hast, war Historie, wie sie ungefähr in unfern Volksschulen gelehrt wird. Der Erzieher, den du mir aussuchtest. hat mir den Blick dafür ge- SJixfpoti Fußballkampf Deutschland-Oesterreich Die deutsche Rationalmannschast geht am Sonntag einen schweren Gang Sie soll in Wien bu böse Schlappe auswetzen, die Oesterreich unseren besten "Vertretern im Frühjahr in Berlin beibrachte. Man kann, ohne gerade Pessimist zu sein, schon heute sagen, daß unseren Spielern selbst bei gutem Willen das Dorhaben kaum gelingen wird. Auf den Plätzen der Donaustadt wird bec technisch feinste, aber auch erfolgreichste Fußballstil gepflegt. Die großen Erfolge gegen England. Schottland und Deutschland in diesem Jahre haben Oesterreichs Mannschast eine Einladung nach dem britischen Inselreiche verschasst. Zugegeben, daß Oesterreichs Elf im Frühjahr in einer schwer noch za überbietenden Form war, die deutsche Mannschaft dagegen kaum noch schlechter spielen konnte. Es wird aber, selbst bei einer merkbaren Formverbesserung unserer Internationalen, stets ein kleiner Klassenunterschied zugunsten der Wiener Derussspieler sest- zustellen sein. Die Bilanz der bisher ausgetragenen acht Länderkämpfe ist für uns stark passiv. Rur zwei wurden gewonnen, fünf gingen verloren und ein weiterer Kampf endete unentschieden bei einem Torverhältnis von 25:15 zugunsten Oesterreichs. Die Aufstellungen lauten: Deutschland: Kreß (Rot-Weiß Frankfurt) Emmerich Brunke (beide TB. Berlin) Kauer Leinberger Knöpfte (TD. Berlin) (Spvg. Fürth) (FSD. Franks.) Weiß Hornauer Kuzorra R. Hosmann Kund (1. FC Rürnbcrg) (Schalke) (Dresden) (l.FC.R.) Taget Schalt Sindelar Gschweidl Zischek (Admira) (Austria) (Tienna) (Wacker) Gatt Smistik Mock (Austria) (Rapid) (Austria) Blum Rainer (beide Tienna) Hiden Oesterreich: (WAC.) Schiedsrichter deS Spieles ist der Schwede O l s s o n, der bereits das achte Spiel in Berlin zur Zufriedenheit beider Mannschaften geleitet hat. Deutsche Olympiahilfe aus USA. Die in Los Angeles ansässigen Deutschen scheuen kein Opser, um ihren Landsleuten in der Heimat die Teilnahme an den 10. Olympischen Spielen 1932 zu ermöglichen. Die in der kalifornischen Hauptstadt wohnenden Deutschamerikaner haben beschlossen, einen Betrag von 100 000 Dollar aufzubringen. der es ohne weitere- gestatten würde, eine zahlenmäßig starke deutsche Mannschaft nach den Bereinigten Staaten 1932 zu entsenden. Gauvolksturnen des Gaues Hessen (DT.) Als letzte der größeren Fachveranstaltungen deS Gaues Hessen findet am kommenden Sonntag in Butzbach das Gausportfest statt, das die besten Bolksturner des Gaues auf dem Plan sehen wird. Außer den üblichen Einzelwettbewerben in den Konkurrenzen des Laufs, Wurfs und Sprungs bringt die Wettkampffolge Staffeln und Mehrkämpfe. Für die Turner ist ein Sechskampf und ein Dreikampf ausgeschrieben, für die Turnerinnen, Altersturner und Iugendturner ein Dreikampf, lieber 300 Turner und Turnerinnen sind gemeldet. Kurhausturnen in Bad-Rauheim. Zu einem turnerischen Ereignis unseres Heirnat- gebiets dürfte sich das große Kunstturnen gestalten, das morgen (Samstag) abend im großen Bühnensaal des Bad-Rauheimer Kurhauses vom Turnverein 1860 Bad-Rauheim unter Mitwirkung erster auswärtiger Kräfte veranstaltet wird. Eine besondere Rote erhält der Abend durch das Auftreten der Hessenriege, die unter Leitung von Gauoberturnwart Will (Gießen) an den verschiedenen Geräten ihr reifes Können zeigen wird. Man sieht den morgigen Darbietungen der besten Hesscnturner, die bekanntlich am 4. Oktober in der Gießener Bolkshalle im hessischen Provinzialkampfe mit den besten Geräteturnern aus Starkenburg und Rheinhessen um den Wanderpreis des hessischen Staatspräsidenten lämpfen werden, mit gespanntem Interesse entgegen. Reuzeitliche Turnarbeit auf den Gebieten der Gymnastik und deS TanzeS wird Turnlehrer S i n n w e l l mit Abteilungen des veranstaltenden TereinS zeigen, und zu einem Höhepunkt des Abends werden sich gewiß auch die Fechtvorsuhrungen in Florett, Säbel und Degen unter Mitwirkung des mittelrheinischen Kreismeislers R. Wahl (Franksurt a. TI.) gestalten Der große Bühnensaal des Kurhauses ist ein nicht alltäglicher Rahmen für den Kunst- turnabend der Hessenturner. Es sei auf die Anzeige in heutiger Rümmer verwiesen. Sandball im Gau Reffen (D. T.) Aliendors (Lahn) — Dornholzhausen 6:0 (1:0). Am Sonntag trafen sich obige Mannschastcn zum FreundschastSspiel. Aliendorf konnte auf Grund feine» besseren Zusammenspiels die im Torspiel erlittene Riederlage wettmachen. Beide Mannschasten traten mit Ersatz an. Handball im Lahn Dünsberg«Gau In der G a u k l a s s e wurden am vergangenen Sonntag drei Spiele ausgetragen. Io. Dorlar I — Io. Gardentelch 1 6:3. Mit einigen Ersatzleuten und dazu nur mit 10 Mann trat die Mannschast deS Turnverein-Gar- bentcich in Dorlar an. Die Riederlage kam infolgedessen nicht überraschend. Dorlar präsentierte sich .außerdem in bester Form. Io. Allendors I — Io. wiefeck I 6:3 (5:2). FührungStresser für Aliendorf und der Ausgleich fielen kurz nach Spielbeginn in kleinen Abständen. Durch bessere- Zusammenspiel erzielte Allendors bi- zum Wechsel noch vier weitere Tore, denen Wieseck nur ein Tor entgegenzusetzen vermochte. Rach der Pause gelang jeder der beiden Mannschasten noch je ein örfolg. Io. Ahbach I — Io. Staufenberg 1 5:5 (4:2). Trotzdem der Plahbesitzcr um einige- besser war. endete daS Spiel Unentschieden. Di- zur Pause erzielten die Atzbacher vier Tore, denen die Gäste nur zwei entgegenzusehen vermochten. Rach der Pause erzielte Atzbach ein 5. Tor. und erst kurz vor dem Schlußpsisf fiel der Au-gleich, denn die Staufenberger vermochten im glänzenden Endspurt innerhalb kurzer Zeit drei Tore auszuholen. In der Bezirk-klasse traten solgende Mannschaften an: Bezirk I. Io. Launobach I — Io. UNhmar 1 3:3 (2:1). Laun-bach lag bei Seitenwechsel mit 2:1 in Führung. Rach dem Wechsel erzwang Wißmar den Ausgleich, schließlich auch den FührungS- treffer, vem Laun-bach erst kurz vor Schluß den Ausgleich entgegenzusetzen vermochte. Io. IDalbgirme» i — Io. Erda I 4:1 (1:1). Die erste Hälfte verlies bei wechselndem Terlauf ausgeglichen und brachte beiden Parteien je einen Erfolg. Rach dem Wechsel kam Waldgirme- mehr auf und vermochte bi- zum Schluß durch drei Tore den Sieg sicherzustellen. Bezirk II. Io. Allert»hausen I — Io. Lollar 1 3:0 (2:0). Der AuSgang diese- Spiel- bedeutet eine kleine Ueberraschung, da man allgemein mit einem Siege des Gaste- gerechnet hatte. Der Plahbesiher war dem Gegner technisch unterlegen, ersetzte die- aber durch Eifer und vermochte bereit- bi- zur Pause mit zwei Toren zu sühren, während Lollar leer ausging. Rach dem Wechsel machten die Gäste verzweifelte Anstrengungen, das Resultat zu verbessern, wa- ihnen jedoch nicht gelang. Der Gastgeber erhöhte vielmehr auf 3:0. Io. Ruttershausen I — Io. Lollar II 10:1 (6:1) Ruttershausen, die stet- bessere Mannschaft, lag während des ganzen Spielverlauf- im Angriff und errang einen auch in dieser Hohe verdienten Sieg. Bezirk III. Io. «Ibach I — Io. Hausen II 18:3 (12:2). Beide Mannschasten traten mit Ersah an, dazu Hausen mit nur 9 Spielern. Albach war stets im Angriff und erzielte in regelmäßigen Abständen viele Tore. schärft. Und jetzt frage ich dich: wo ist mein Ter* mögen geblieben unter deiner Tertoaltung? Weshalb hast du mir es unterschlagen, frage ich dich? ... Und weshalb hast du dir in diesen letzten zwei Jahren da- Recht angemaßt, über mein Hab und Gut zu verfügen? Heber das letzte bißchen, waS ich jetzt brauche wie ein Stück Brot?" Der Erblandmarschall tat ein paar Schritte vorwärts, drückte auf eine Klingel, die auf dem Schreibtische stand. „Jetzt ist es genug! Einem Tollhäusler, wie sich'S gehört. Ich habe keine Lust, mich in dem Hause hier, solange eS noch mir gehört, schmähen und nichtswürdiger Bergehen beschuldigen zu lassen!" In den Augen deS Jüngeren blitzte e- unheilkündend auf. „Lieber Onkel, eS könnte umgekehrt kommen. Ich glaube, ich bin stark genug, all dein welsche- Gesindel da einen Stock tief durchs Fenster zu befördern. Und dich voran. Ich spüre ein seltsame- Gelüsten, dich so zu beschimpfen, daß du dich mir morgen früh stellen müßtest al- ein Edelmann dem andern! Der AuSgang dieser betrüblichen Afsäre ... nun, ich will nicht prahlen, aber vielleicht liegt- dir daran, dich deiner lieben Familie noch ein Weilchen länger zu erhalten" . .. Der Kammerdiener Paalzow erschien in der Tür: „Exzellenz beschien?" ... Der Erblandmarschall stand da, vor Zom und Ingrimm keines Wortes mächtig. Malte winkte mit der Hand. „Es Ist gut, Sie können wieder gehen. Mein Onkel hat nur aus Berschen die Glocke berührt!" Der Alte -zog sich wieder zurück mit verwundertem Kopfschütteln, der Erblandmarschall ließ sich in den nächsten Stuhl fallen. Er krampfte die magern Hände ineinander und dämpfte mühsam feinen kochenden Zorn. „Ich hätte daran denken follen, daß du der Sohn deine- Taters bist. Sein Blut verleugnet sich nicht, er schreckte auch nicht vor dem Letzten zurück . .. Also wa- willst du nun von mir? Tor Wochen schon, als mir deine bevorstehende Rückkehr angekündigt wurde, machte ich mich auf irgendeine Art von Tötigung gefaßt" ... Malte zuckte mit den Achseln. „Bel mir ist's verraucht, Onkel Christoph, ich will deine Worte nicht auf die Waage legen. Ich verlange nichts weiter als mein Recht. Rach dem Berichte meines soeben entlassenen Der- walters Bergemann hast du den Ueberschuh der letzten zwei Jahre dazu verwandt, auf meinem Gute Tel Iah n unnötige "Verbesserungen vorzu- nehmen. Ich stehe wie ein Bettler da, wenn ich hier den Platz räumen muß" ... Er brach ab und sah mit schwimmenden Augen ins Leere. Der andre aber ersah behend seinen Torteil ... (Fortsetzung folgt) Oberhessen. Kreis Friedberg. WSN. Friedberg. 10. Sept. In der Nachbargemeinde Nieder-Florstadt fand auf Veranlassung des Ortspfarrers eine Zusammenkunft sämtlicher Einwohner seines Kirchspiels im Alter von 70 Jahren und darüber statt. Dem Rufe folgten 61 Personen, die zusammengerechnet die stattliche Zahl von 4487 Jahren erreichten. Den Ehrensessel nahm der 92jährige Ortsälteste Philipp Koch ein. Die alten Leute wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. WSN. Bad-Nauheim, 10. Sept. Bei den im benachbarten Wisselsheim von der Gemeinde vorgenommenen Ob st oer st eigerungen wurden sehr niedrige Gebote abgegeben. So kamen Frühobstbäume, mit zwei bis drei Zentnern behängt, auf 60 bis 70 Pf. (!) Der äußerst geringe Betrag von 1 Mark für einen Baum konnte als Höchstgebot genannt werden. Auch die von Aufkäufern gebotenen Preise sind äußerst gering: für Fallobst werden nicht mehr als 2 Pf. für das Pfund bezahlt, während das Brechobst auf 5 bis 6 Pf. kommt. * Bad-Vauheim, 10. Sept. Der Verband Oberhessischer Geflügelzucht - vereine hielt am Sonntag in Bad-Vauheim eine V o r st ands sitz u n g ab, zu der auch die Vorsitzenden der sechs oberhessischen Dezirksver- eine geladen waren. Als wichtigster Punkt der Tagesordnung stand die geplante Derbands- ausstellung zu Bad-Vauheim zur Be- sprechung. Vach längerer Aussprache wurde ein Antrag gestellt, in dem es hieß, daß mit Rücksicht auf die schlechte wirtschaftliche Lage eine Verbandsausstellung 1931 nicht abgehalten werden soll. Die hierfür dem Verband verfügbar gewordenen Mittel sollen der Jubiläums- schau in Mainz zugeführt werden. Außerdem stiftet der Verband für diese Landesschau 10 Ehrenpreise. Den oberhessischen Bezirksvereinen wird ebenfalls ein Betrag zu Ehrenpreisen zugesprochen. Der Antrag fand die Zustimmung der Versammlung Lieber Dundesangclegenheiten sprach der Landesverbandsvorsitzende D e i t h , Reichelsheim. Er empfahl den Bezug des Bundesfutters und berichtete über die Bundessihung in Leipzig. Er schilderte das Verhältnis der Reichsverbände und der Landes- und Provinzialverbände innerhalb des Bundes Deutscher Geflügelzüchter. Der Vorsitzende des Provinzialverbandes, Kolter (Dad-Vauheim), dankte dem Referenten und wünschte den kommenden Verhandlungen in Hannover guten Erfolg. Kreis Büdingen. * Bad Salzhausen, 10. Sept. Die diesjährige Kurzeit in unserem Staatsbade litt naturgemäß auch unter der Einwirkung der schwierigen Wirtschaftsverhältnisse und der zum Teil sehr ungünstigen Witterung des Sommers. Immerhin ist der Rückgang der Frequenz hier nicht so erheblich gewesen, wie in zahlreichen anderen Bädern. Bis zum 1. September waren in der Gesamtfrequenz gegenüber dem Vorjahre etwa 15 Prozent weniger Kurgäste hier anwesend, wäh- rend Bad-Nauheim beinahe 30 Prozent weniger in Betrieb gehabt haben soll. An Bädern wurden hier etwa 12 Prozent weniger als im Vorjahre abgegeben. In den Einnahmen der Badeverwaltung ist ein Rückgang um ungefähr 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, jedoch ist hier die Ermäßigung der Bäderpreise und der Kurtaxe maßgebend in Betracht zu ziehen. * Heegheim, 10. Sept. Gestern gegen 16.30 Uhr brach in der Hofreite des Landwirts Otto Goll, dahier, Feuer aus, dem in kurzer Zeit die neuerbaute Scheune mit sämtlichen darin unter- gebrachten Vorräten zum Opfer fiel. Das Vieh konnte rechtzeitig geborgen werden. Glücklicher- kveise konnte das Feuer infolge der herrschenden Windstille nicht weiter um sich greifen und blieb durch das tatkräftige Eingreifen der Ortsfeuerwehr sowie der rasch herbeigerufenen Nachbarfeuerwehren auf seinen Herd beschränkt. Der Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein. * Bindsachsen, 8. Sept. Der am Sonntag hier abgehaltene L i e d e r t a g des Gesangvereins „Sängerlust" gestaltete sich zu einem großen Ereignis für unser Dorf. Bereits der Frühgottesdienst stand im Zeichen der Veranstaltung. Pfarrer Köhler predigte über die Bedeutung und den Wert der Musik. Gegen Mittag fanden sich viele auswärtige Vereine ein, um am Feste teilzunehmen. Die Räumlichkeiten in der Gastwirtschaft Zimmermann waren bald bis auf den letzten Platz beseht. Die Hauptveranstaltung am Vachmittag wurde eingeleitet durch den deutschem Sängergruß. Der 1. Vorsitzende des festgebenden Vereins, Maurermeister Wilhelm Günther, begrüßte die Teilnehmer und wies darauf hin, daß der Verein in diesem Jahre sein 20jähriges Bestehen feiern kann. Besonders begrüßte er den Gründer des Vereins, Lehrer Kochhafen (Offenbach), der den Festvortrag übernommen hatte. Der Festredner betonte, daß die gleichen Beweggründe, die heute das Wesen des Vereins bestimmten, schon vor zwanzig Jahre zur Gründung geführt hatten: Die Liebe zum Gesang und zum Volkslied. Er gedachte der im Weltkrieg gefallenen Mitglieder, gab einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins und schloß mit einem Hoch auf den Veranstalter des Festes. Aus den anschließenden zahlreichen Liedvorträgen der Gastvereine ergab sich die Tatsache, daß die Vereine unserer Gegend über sehr fähige Dirigenten verfügen, deren fruchtbare Arbeit und starkes musikalisches Verständnis in den Darbietungen der Chöre deutlich zum Ausdruck kam. Der Gesangverein „Sängerlust" (Dindsach- sen), dessen Leistungen auf beachtlicher Höhe standen und mit Beifall ausgenommen wurden, und sein Dirigent Wilhelm Rausch (Büdingen) können auf den schönen Verlauf der Veranstaltung stolz sein. i. Dobenhausenl., 8. Sept. Dieser Tage fand die Gemeinde - Zwetschenverstei- gerung statt. Gut behangene Bäume — etwa ein Zentner Früchte — kosteten bis zu 8 Mark. Die Zwetschen sind in diesem Jahre gesuchtes Obst: täglich werden sie von Händlern aufgekauft. Der Preis beträgt je Zentner durchschnittlich bis 10 Mk. Wirtschaft. Vergleichsverfahren bei der Darmstädter Dolksbank. Sanierung aus eigener Kraft vorgefehen. 2,7 Millionen Verluste. WER. Darmstadt, 10. Sept. Die Entscheidung über das weitere Schicksal der Darmstädter Volksbank ist in der Vicht zum Freitag gefallen. Vach mehrwöchigen Beratungen mit den Zentralkredit-Jnstituten zur Behebung der Zahlungsstockung der Bank trat in der Mltt- wochnacht eine neue Situation ein, als sich die Votwendigkeit erheblich größererAbschrei- b u n g e n und Rückstellungen im Status ergab. Es handelt sich um einen Betrag von rund 2,7 Millionen, wovon etwa 2Millionen Mark abzuschreiben und weitere 700 000 Mk. für zweifelhafte bzw. ungeklärte Posten zurückzustellen sind. Die erhöhten Abschreibungen gegenüber der Juni-Revision sind daraus zu erklären, daß eine Reihe von Wertpapieren nach Wiedereröffnung der Börse erhebliche Kursrückgänge erlitt und mehrere größere Kreditnehmer infolge der Schalterschließung der Dolksbank in Bedrängnis gerieten, ihre Zahlungen einstellen muhten und nun einen Vergleich anstreben. Angesichts dieser Tatsache, daß neue Kredite durch die Zentralkreditinstitute, insbesondere die Preußenkasse, nicht mehr zu erhalten sind, hat die Verwaltung in Liebereinstimmung mit der gewählten Kommission der Genossen die Sanierung aus eigener K r a f t vorgeschlagen und die Eröffnung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens beantragt. Die Sanierung, die die Erhaltung der Genossenschaft ermöglichen soll, ist so gedacht, daß zur Deckung der entstandenen Verluste die Reserven und die Geschäftsguthaben der Mitglieder mit 2 Millionen verwandt werden. Die Gläubiger würden in einem Zeitraum von drei bis vier Jahren mit 75 v. H. ihrer Forderungen befriedigt werden, wogegen die Mitglieder die Erhöhung des Geschäftsanteils von 500 auf 1000 Mark beschließen müßten. Es soll versucht werden, die beteiligten Gläubiger zu einem Verzicht auf die Inanspruchnahme der Mitglieder aus der sich dann ergebenden Haftsumme von 1000 Mark zu erreichen. Aus diese Weise würde das völlig abgeschriebene eigene Vermögen wieder im notwendigen Umfang gebildet und damit die Grundlage für eine Weiterführung der Genossenschaft, wenn auch auf verkleinerter Basis, geschaffen. In der Generalversammlung am Freitag dürften jedoch außer der Veuwahl des Aufsichtsrats entscheidende Beschlüsse noch nicht gefaßt werden. Die Zentralkredit-2n- stitute hatten sich angesichts der neuen Schwierigkeiten am Donnerstag an weiteren Verhandlungen desinteressiert erklärt. • • Die Markkursschwankungen. — Kein Grund zur BesorgniS. Die letzten Schwankungen des Markkurses im Auslande geben Anlaß zu der Feststellung, daß jede Besorgnis im Hinblick auf die durchaus normale Entwicklung des Votenumlaufes und auf den anhaltenden Devisenzufluß zur Reichsbank, die aus dem neuesten Ausweis der Reichsbank hervorgehen, unberechtigt erscheint. Cs bedarf im übrigen keiner Erwähnung, daß die Reichsbank die Markkursschwankungen aufmerksam verfolgt. * Südwe st deutsche Luftoerkehrs- AG., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft erhielt im Jahre 1930 einen Verwaltungszuschuß im Betrage von 50 700 (41 200) Mark und Streckensubventionen in Höhe von 184 000 (225 000) Mark. Für Verwaltungskosten wurden (in 1000 Mark) 84,0 (92,0), für den Zubringerdienst 62,0 (70,0) und für den Schulbetrieb 24,0 (13,0) verausgabt, denen Einnahmen aus dem Zubringerdienst in Höhe von 60,0 (62,0), aus dem Schulbetrieb von 24,0 (11,0) und Streckeneinnahmen von 21,6 (33,2) gegenüberftehen. Im Geschäftsbericht wird ausgeführt, daß eine Selbsterhaltung des Luftverkehrs in absehbarer Zeit nicht zu erwarten sei. Im Jahre 1930 wurden befördert 15 871 (14 756) Personen, 371 (275) Tonnen Gepäck und Fracht und 74,5 (40) Tonnen Postgut. * Bayerische Motoren - Werke AG., München. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Bayerischen Motoren-Werke AG. berichtete der Vorstand, daß im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres Umsatz und Erträgnis in den Abteilungen Flugmotoren- und Automobilbau rückgängig waren, aber im wesentlichen durch die Er- gebniste im Motorengeschäft und in der Geräteabteilung ausgeglichen wurden, so daß per Saldo nach den üblichen Abschreibungen per 30. Juni ein Gewinn verbleibt. Die Liquidität hat sich weiter verbessert, so daß nach der bereits im Sommer vorgenommenen vorzeitigen Abdeckung von 1,6 Millionen Mark Bankschulden eine weitere außerordentliche Rückzahlung oorgenommen werden konnte. Die nunmehr noch vorhandenen langfristigen Bankschulden von 3,3 Millionen Mark und andere Verpflichtungen sind durch Bankguthaben und Außenstände reichlich gedeckt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M. 11. Sept. Tendenz schwach. Nachdem noch an der Vorbörse gut behauptete Kurse zu hören waren, trat zu Beginn des offiziellen Verkehrs allgemein eine ziemlich schwache Stimmung ein. Es bestand Realisationsneigung infolge der vorangegangenen Kurssteigerun- gen. Außerdem machten sich Entlastungsverkäufe bemerkbar, die um so mehr auf den Markt drückten, als ihnen infolge der Übersättigung der Käufer keineneuenKaufauträge gegenüberstanden. Als verstimmende Momente fielen auch die Kursrückgänge an den ausländischen Börsenplätzen heute stärker ins Gewicht. Dabei war das Angebot keineswegs als drängend zu bezeichnen, doch genügten die wenigen Angaben, um das Kursniveau gegenüber der gestrigen Abendbörfe im Durchschnitt 1 bis 2,5 v. H. herabzudrücken. Das Geschäft verlief heute wohl ruhiger, da man weite st gehende Zurückhaltung bewahrte. Die stärksten Kursabschläge hatten vor allem die am Vormittag bevorzugten Werte, wie Reichsbank, die 6 v. H. einbüßten, Salzdetfurth die 4,5 v. H. und Gesfürel, die 4 v. H. verloren sowie JG.-Farben und Siemens, deren Kursstand sich um 3,5 v. H. ermäßigte. Von den übrigen Kursrückgängen sind noch Aschersleben minus 3 v. H., Phönix, Holzmann, Zellstoff Waldhof mit je 2 v. H., und AG. für Verkehrswesen mit minus 2,5 v. H. zu erwähnen. Am Umsatzaebiet der Bankaktien erlitten Bayrische Hypothekenbank eine Abschwächung um 2 v. H. Deutsche Anleihen: Neu- besitz 3,4 v. H. (3,5), Altbesitz 46,70 nach 47,25. Am Pfandbriefmarkte bestand auch heute einiges Angebot. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 6,5 v. H. unverändert. Berliner Börse. Berlin. 11. Sept. (WTB.) Immer mehr stellt sich heraus, daß die unter 20 gesetzten Ein- heitskurfe der letzten Woche nicht ein wahres Bild vom Effektenmarkt geben konnten und daß diese Kurse mehr oder weniger von den Banken manipuliert waren. Vach Wiederaufnahme des freien Handels sind die Märkte auch den Einflüssen von außen wieder zugänglicher. Berlin schwimmt nicht mehr gegen den Strom der Auslandbörsen, sondern leidet heute empfindlich unter den A b - schwächungen Veuhorks, wo gestern auch deutsche Werte erstmalig stärker angeboten waren. Die Boung- und Goldanleihen erreichten sogar neue Tiefkurse. Trotz vorausgegangener Steigerung bestand Verkaufsneigung besonders im Auslande, und die noch vorliegenden Publikumskaufsorders reichten nicht aus. Die ersten Kurse verloren daher verschiedentlich bis zu 3 Prozent. Bei Schubert 8c Salzer, Schultheis, Svenska, Reichsbank, Gelsenkirchen, Ilse, Rheinstahl, Kaliwerte, Bergmann, Farben, Elektropapieren und Holzmann gingen die Verluste noch darüber hinaus bis zu 7 Prozent. Relativ gut gehalten waren Chadeaktien. Zahlreiche Papiere erschienen mit Minus-Minus-Zeichen, für sie kam eine Votiz zunächst überhaupt nicht zustande. Immer mehr wird man sich darüber klar — die heutige Briandrede trug in dieser Hinsicht bei — daß eine Verständigung mit Frankreich unbedingt notwendig ist. Die Reichsmark konnte sich im Auslande auch heute weiter erholen, so daß die diesbezüglichen Befürchtigungen nicht mehr zu hören waren und vielleicht auch deswegen die Käufe aus Furcht vor einer Markentwertung aufgehört haben, denn auch am Pfandbriefmarkt war das Geschäft heute wesentlich ruhiger und die Nachfrage nur gering. Reichsschuldbuchforderungen verloren in den späteren Fälligkeiten bis zu 3 v. H. Die Gerüchte von einem Aufwertungsmoratorium um 1 Jahr wirkten sich bisher am Markte der Jndustrieobligationen nach keiner Seite aus. Der Geldmarkt erfuhr eine weitere Versteifung. Für Tagesgeld hörte man einen Satz von zirka 83/4 bis 10 v. H, Monatsgeld nominell 81/? bis 10*/2 v. H. und Warenwechsel zirka 8V2 v. H. Heute ist Zahltag für die Differenzen aus den Kassageschäften vom 11. Juli 1931. Im Verlaufe blieb das Geschäft weiter sehr ruhig, die Abgabeneigung überwog. und die Kurse erfuhren neue Rückgänge um etwa 1 v. H. Mexikaner lagen Plus-Plus, auch Bosnier höher. Sprechstunden ver Redaktion. 11.30 bis 12.30 llyr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Gcwtnnauszug 5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 28. Ziehungstag 10. September 1931 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 »ttoinne ,u 200000 M. 341664 2 Gewinne «u 25000 W. 56368 2 Gewinne,u 1OOOO M. 213065 8 Gewinn, in 5000 W. 48612 70794 80238 106656 16 Gewinne zu 3000 M. 51569 99777 101641 130577 183556 201798 217161 242544 292842 40 Gewinne jn 2000 M. 11142 19849 28624 33670 35045 60588 67153 75814 92943 136089 228330 235945 262006 271299 262679 312682 339721 355096 359407 398233 110 Gewinn« ,a 1000 W. 6243 8589 11623 11809 14681 40338 43448 52603 68660 60692 79638 79974 80386 88111 90701 91018 92175 98574 114308 118554 120199 125686 146980 173196 192942 206870 208055 212917 213071 215326 216620 216858 219715 226853 250988 253321 253567 261895 265334 266956 267085 277113 303126 303490 304116 324677 327763 337500 362359 365038 368642 371916 373822 379318 379934 194 Gewinne zu 500 M. 2544 7716 9668 11949 14463 16107 18182 20091 25002 28166 28822 29242 36737 37371 42162 46826 60433 62801 73882 74696 84233 85326 86696 94765 98286 98962 99207 104592 105046 105064 123534 127525 129645 130001 134395 137916 138002 141368 141462 146423 150662 154496 165812 167280 173681 181179 182318 183238 185365 186370 186430 187470 193817 217489 217565 218112 221671 224854 225147 225807 226807 237358 240051 244994 246151 247269 251867 273964 274723 275366 275732 283100 293105 295817 300073 300215 304234 305089 313449 317078 326344 332593 341813 342560 346907 349319 351033 360610 363940 367556 370713 374582 375558 377262 383406 384720 391543 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 12 Gewinn« zn 5000 M. 274266 326511 368780 24 Gewinne «u 3000 W. 129998 164634 169016 23761 29421 233388 58178 75995 85052 217312 263692 317385 637 6568 6955 78 Gewinne zu 1000 W. 106824 116135 47981 243035 348645 77060 101224 106604 166375 186026 216842 242181 273208 308103 345002 373301 101238 129443 167337 189335 218833 243235 277671 310777 351538 374368 397599 2000 M. 153091 103550 135868 172375 196280 219396 248818 285685 315063 355088 376524 22865 211679 312441 146627 178341 200596 220417 257582 293743 319904 357242 379200 150790 181407 202162 232776 258384 295726 325799 363294 384933 48218 252635 351444 20292 74326 160357 244830 321613 369808 158253 183279 203092 241213 267904 296126 343831 363452 392490 258374 267385 312384 361045 371988 376671 35535 49549 52252 59748 68632 72401 76523 81474 81555 90761 106934 126908 194152 203408 208875 212113 228893 259669 262766 273856 281615 295639 347940 350044 352890 354605 354753 347126 347438 36 Gewinne zu 104999 141080 37|356&©eto?n9n«°J9u45009OT.1 18960 31883 34816 36063 36593 45342 53770 60387 62395 66386 67713 ----- 78746 93424 95521 99201 100220 101089 ----- ------ 103764 106824 116!35 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu fe 600000, 2 Gewinne zu je 50000, 2 zu je 25000, 14 zu je 10000, 10 zu je 5000, 30 zu je 8000, 74 zu je 2000, 130 zu je 1000, 196 zu je 500, 592 zu je 400 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdiskont 8 v.H., Lombardzinsfuß 10 o. H. (r = repartiert). Berlin ifrrani ur a. 11.9. 10.9. Datum 11.9. 10.9. 28 83,5 152,75 108 104,9 104,65 108,25 12 40,5 40,25 48 52 49 5,5 7,25 42 40 129,5 41,5 25,75 an. a.211. Berlin — 15,13 41,25 23 26,9 io 0 5 . 5 24,5 26 40 20,5 -57 61 165 193 25,9 38 27,75 13,5 87 95,5 155,5 24 27,5 40 15 0 0 12 0 . 9 . 0 . 6 . 0 . 8 16 86,5 95 157 Anfangs lurd Anfangs für» Schluß- fure Schluß- furd 40,13 11,13 38 26 124 45 28 43,25 44 40 26,4 41,75 38,75 39 31 125 32 51,5 62 49,75 39 27,5 13,25 82 92,5 152 41,75 11 39,75 27,75 125,25 52 27,75 126,75 51 Niedert Montan . . . . Bereinigte Stahlwerke . Otavi Minen..... Kaliwerke Aschersleben . Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth . 50 43,5 27 43,5 44 40,5 33 129,5 33,75 Buderus...... Deutsche Erdöl . . . Gelsenkirchener . . . Harpener...... Hocsch Eisen..... yl|e Bergbau . . . . Klöcknerwerke . . . . Koln-Neuessen. . . . ManneSmonn-Röhren Marisfelder Bergbau . . 7,L . . 4 16'/, . 10 . 10 . 15 Schultheis Payenhoser . . . Mu (Allgemeine Kunstseide) Bemberg......... Zellstoff Waldiws..... Zellstoff Aschaffenburg . . . Dessauer GaS....... Daimler Motoren..... Deutsche Linoleum . . . . Orenstetn & Koppel . . . . Leonhard Tietz...... Svenska......... Ehade.......... Oberschlei. Koköwerke .... 8 Phönir Bergbau......4'/, Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinttahl.........6 . 5 . 8 . 0 . 6 10 . 6 «>/- . 6 . 0 I. ®. tzarben-Jndustrie . . . Verein, chem. Industrie Frankfurt a.M......... Scheideanstalt....... Goldschmidt. . ...... Rütgerswerkc....... Metallgesellschaft...... Frankfurter Maschinen . ... 0 Grihner . .........0 Mainkraftwerke Höchst a. M.. .6 Süddeutscher Zucker .... 10 Philipp Holzmann......8l Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cementwerl Karlstadt.....71 Wayb S Freytag......0| ijrten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Hrau-iM. a. J/i. Schlußkurs Anfangs kurs Schluß- turs Anfangs kurs Datum 10.9. 11.9. 10.9. 11.9. t l A r C 2 2 9 1 amburg.Amerila Pale» . . . t amburg-Südam. Dampfschiff. •> ansa Dampfschiff .....0 orddeutscher Lloyd.....6 für Verkehrswesen Akt. . . erliner Handelsgesellschaft . 8 ommer». und Prival-Bank. 7 )armstävter und Nationalbank 8 deutsche Bank und Disconto-Geseilschast... 6 )re«dner Bant...... 6 ielchSbank........12 l.E.S............7 Zeig mann.........9 zleltt. LieferungSgelellschaft. 10 icht und Kraft......10 selten & Guilleaume . ... 6% iesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 Rheinische Elektrizität .... 9 -chuckert & (So.......11 Siemens L Halske.....14 )ahmeyer L Eo.......12 34 36 34 66,5 66 75,5 65 39 117,5 60,75 76 48 69 72,5 77 118 78 S 52 1 St 1 SS? Illis II 1 1 1 £ 1 1 1 1 33,5 84,5 35,65 35,5 67 66 76 66 39 117 61,5 49,75 71,5 78 47,5 68,13 71,5 76,25 118 79 31,75 33,5 111 59,5 49 68 74,5 44,5 65 70 75 114,75 Die hinter den Papieren angefü .rraniiUi .. ux. Zitniu Schlußkurs Anfangs kurs Schluß- kurs Anfangs kurs Datum 10.9. 11.9. 10.9. 11.9. 6% Deutsche Reichsanteihe o.l92< 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 5Yt% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-AblöI^Schuld mit AuSlos.-Rechten....... Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 8% Hess. Bolksstaal von 1929 (rückzahlb. 102%)...... Oberhesten Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpsc 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 . 4'4% Franks. Hqp^Bank ßfqu.- Pfandbriefe......... ren. f bie Juli lehr og. um ruch 'Olea ich itt tu 1931 'inne 6656 M !833O 18721 1809 «38 3574 3196 1326 3321 nir 7500 9318 11949 fflöl 82801 98288 231:4 38002 65612 185365 117565 26807 5'667 93106 13449 16307 70713 191543 VMM e<3 o> E O <=n i— Xr <3 r*> Ä E H <-> b* E E s O o Ä = A E (9 35 E - E C E - 2. JO c *= o — O. JD E 3 ’S? e, jd «D o 33 . «e E E -- e E e c ID o B c E — XD CZfa. E jQ C <3 — £ ■=> =?S ■ o 9 «u. O G -s o (v = 2 S M si ■e», ■e" e jo a e A W E *> E O s! - jQ U O - ° ee = JZ - «. * 16 §K O G B a «t E|X M =-2- -O- v = C E . * a> — o -« e[ _ -e c o «'. E LZI -alD .1 £ ■= O «-A o -M e tO 3 i „ Q — .O- 3 « IQ •S tK 5 o o Z^L -ZL o ■e v. E t L.S5 er — £1 = s O«ID. = o . jo - b1 E 2> O £ e=x &■ * V JD =c= -C E JrÄÄ= 3—33 E^ = K> = 519 to . 3 5 — •o ö — JO X. <8t *JO = EL? 5 - . 3 = -e' §1- — — Ä ö „I9:3 gj 3Z^ 2 = B =. e; e s^-es. E 3 fc.10 c • t E E O g c HID® c E -- X« « JO EXE HS 3 -KL «BS- -A ± E A a ; c-ee ty E — 8 e »rÜ «6-E OÖ>OQ ® Z B* a s E Ec« H 19 cv e B B E ID <52 s § E ± B e «^JQ i 4^ o E L-b EÄ = ■e e = § S 4 4 € A "- e. es eoE* M'L to € (D® 4 s- ft 4 4 = •=-£- E i« S-'s jo® 4 °2-A E* « s; . g -.N E ° = S-L o a s E A u B? ^Ä» = x B s A n E€.2 i^ :o —.«STH 13 A D E B E E 233388 85052 317385 48218 252635 351444 20292 74328 162357 M4830 121613 169808 36063 67713 101089 116135 158223 1832'9 203092 241213 267904 296126 343831 3?3452 392490 n zu l* 25000, e 8000, lje«A in. w 1M1 59.» ir.M 73^ 3,065 170-1} iij'8 ii'ä Ä '4 53« 32. 16.« 32,3< 37.« i|,92 öS SS 50-g SS '8: l 0 ia E • O — c u E - a EÄ 5§ 3 x> a £■ zs xd ; •e-e 3 —: c E E_ E *5 »» k- x> Xe- * s ! s ÄS-E- E E E o *4 G SL2. <4 — EC •g c LZ ö £ e" x> 'd' — ■» Hi o»2 =5*» J5 B IDgQ E O o JO — » JO » ej :O .89 ZG a B a 2 2- — o £«e? 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