Nr. 84 Erster Matt M- Jahrgang Samstag, H. April 193) Erich«'n» rüglich.knitz« Sonntag« unb feiertags. Beilagen: Die DDuftrterte Vtetzener $amtlienbl6tta ßetmal tm Bild Die Scholle monati-Bejngsprets: 2.20 Reichsmark unb 30 9leid)spfennig für Iräger» lohn, auch bei Richter» Semen emzelnerNummern folgt höherer Gewalt. Kernfprechanfchlöste •nterSammeutummer225L 8n,d)rif1 für vrahtnach» richten Anzeiger »letzen, poltschecklonto: gravflnrt am Main 11686. Gieheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnilk nitö Verlag: vrühl'sche UntverfitätL-vuch. und Stehtörudcrei L Lange in Sietzen. Schristlettun- und Geschäftsstelle: §chulfttatze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für ben übrigen Teil Ernst Blumfchein unb für ben Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen Chequers. Diplomatische Intrigenwirtschaft hat im Verein mit den durchsichtigen Machenschaften einer gefügigen Presse selten ähnliche Triumphe gefeiert, als in dieser ersten Woche nach dem Osterfest. Arthur Henderson, der Staatssekretär des Auswärtigen im Kabinett Macdonald, hatte offenbar den Eindruck, über seiner Dermittlerlätigkeit zwischen Frankreich und Italien in Sachen des Floltenpakts die Fühlung mit Deutschland etwas verloren zu haben. Die Ankündigung von dem bevorstehenden Abschluß einer deutsch-österreichischen Zollunion erinnerte ihn daran, daß Deutschland trotz Reparationslast und Wirtschaftsnot immer noch vorhanden und willens ist, sich zu rühren. Man hatte in Deutschland an die unter Hendersons Aegide in Rom getroffenen Flottenabmachungen, von denen die deutsche Regierung erst hinterher und dann nur dürftige Kenntnis erhielt, hier und da unfreundliche Kommentare geknüpft. Vielleicht lag Herrn Henderson daran, diesen Eindruck beabsichtigter Vernachlässigung mit einer freundlichen Geste wegzuwischen Vielleicht aber hielt er es auch für zweckmäßig, sich für die bevorstehenden Verhandlungen in Genf, die, soweit Englands Interesse in Frage kommt, im wesentlichen der Vorbereitung der großen Abrüstungskonferenz dienen werden, der Unterstützung Deutschlands zu vergewissern. Die letzten Abrüstungsbesprechungen in Genf haben zwar den englischen Vertreter stets stramm an der Seite Frankreichs gesehen, aber inzwischen hat sich die politische Situation etwas verschoben. Der französisch-italienische Flottenpakt will nach verheißungsvollen Anfängen nicht voran kommen, weil Frankreich nicht bereit ist, auf feine maritime Vormachtstellung im Mittelmeer zu verzichten und in fünf Jahren wieder volle Handlungsfreiheit für die Erneuerung seiner Flotte fordert. Henderson wird also wohl andere Wege suchen müssen, um sein Ziel zu erreichen, für den französischen Uebermilita» risrnus haltbare Fesseln zu schmieden. Und vielleicht führen diese Wege nach Genf und wenigstens für Augenblicke an die Seite Deutschlands. Möglicherweise, daß diese Hintergedanken bei der Einladung an den deutschen Reichskanzler und den Außenminister Dr. Curtius zu einem Wochenend in Che- quers, dem behaglichen Landsitz des britischen Premiers in der anmutigen Hügellandschaft Bu- kinghamshires, eine gewisse Rolle gespielt haben. Sie würden jedenfalls am ehesten den stürmischen Protest der öffentlichen Meinung Frankreichs und die gewiß nicht ohne Fühlungnahme mit dem Quai d'Orsay inszenierte wüste Hetze der Pariser Presse gegen den Plan einer deutsch-englischen Besprechung auch in dieser ganz unoffiziellen und zwanglosen Form eines Wochenendbesuä-s erklären. Dabei ist besonders interessant, daß die erste Nachricht von der beabsichtigten Einladung Macdonalds an die deutschen Staatsmänner durch eine Indiskretion der „Time s" an die Oesfentlichkeit kam, in einem Augenblick, wo der Meinungsaustausch über den Besuch zwischen dem deutschen Botschafter und dem Foreign Office noch nicht abgeschlossen war, und mit dem, von dem konservativen Blatt zu sehr durch- sichtigen Zwecken gemachten falschen Zusatz, auch Herr Briand, der französische Außenminister, sei eingeladen worden, mit den Deutschen zusammen Gast Macdonalds in Chequers zu fein. Darob die flut gemachte Empörung in der französischen Presse, die Herrn Henderson die Absicht unterschob, nach seiner Vermittlerrolle in den Flottenoerhandlungen zwischen Paris und Rom sich nun durch die beabsichtigte Konfrontation Briands mit den deutschen Staatsmännern in Chequers zum arbiter mundi aufschwingen zu wollen. Sollte der britische Außen- Minister wirklich die aus der Zwangslage der britischen Politik gewiß begreifliche Neigung gehabt haben oder noch haben, als ehrlicher Makler auf eine Besserung des deutsch-französischen Verhältnisses hinzuwirken, so wurde ihm dies von der Pariser Presse mit heftigen Worten als Anmaßung aus- gelegt, die man sich entschieden verbitten müsse. Aber auch, nachdem die Zeitungsente der „Times" dahin richtiggestellt wurde, daß eine gleichzeitige Einladung an Briand und Brüning niemals beabsichtigt gewesen fei, daß der deutsche Besuch auch längst vor dem Bekanntwerden der deutsch-österreichischen Zollverhandlungcn erörtert worden sei, die also gänzlich grundlos mit dem Besuch in Chequers in Zusammenhang gebracht feien, konnte man sich in Paris nicht beruhigen. Man gab sich nicht eher zufrieden, als an b em Termin der beabsichtigten Englandreise solange hin- unb hergeschoben wurde, bis er auf eine Zeit nach den Genfer Beratungen zu fallen kam. Triumphgeheul in Paris, leichte Verärgerung in London und in Deutschland ein begreifliches (9e- fühl der Ernüchterung darüber, daß Englands Po- ütik auch unter der ßabourregierung sich von der französischen Bevormundung nicht zu lösen vermocht hat. Das ist die erste und eindrucksvollste Lehre aus diesem für uns Deutsche nach verschiedenen Richtungen hin sehr instruktiven Intrigenspiel um den Besuch von Chequers: Frankreich fühlt sich immer noch stark genug, dem britischen Partner jede Extratour, sollte er je dazu Lust und Neigung rerspüren, gründlich zu versalzen. Und England, tas um jeden Preis, auch um den einer französischen Hegemonie, ein ruhiges Europa in feinem Rücken braucht, um sich ganz feinen eigenen Wirtschafts- fleten und feinen großen überseeischen Interessen widmen zu können, wagt nicht, gegen den Stachel 311 loden, weil es das Risiko einer Veruneinigung mit dem französischen Imperium, dessen Kanonen vom Kongo bis zum Pas de Calais herrschen, nicht auf sich nehmen kann. So wirst dieser Zwischenfall auch schon ein nicht grade ermunterndes Schlaglicht auf die bevorstehende Abrüstungskonferenz. Da England Frankreichs Beitritt zur Flottenkon- Ooumergues politisches Testament. Innerpolitische Hintergründe. - Oie Schatten der Präsidentenwahl. Briands Wirtschastsplan für Sudosteuropa. Der französische Präsident hat, bevor er eine Besichtigungsfahrt in die französischen Kolonien an trat, e ine außenpolitische Rede schärfster Tonart gehalten, die wie in den Zeiten PoincarsS und Millerands dem streitlustigen Deutschland zu Leibe geht und daraus die Schlußfolgerung zieht, daß das friedliche O Frankreich weiterhin bis an die Zähne bewaffnet sein müsse. So stark ist Herr Dou- mergue in den sieben Jahren feiner Amtsführung nie aus seiner Reserve herausgegangen, er hat es stets dorgezogen, seinen Einfluß hinter den Kulissen gellend au machen. Kein Wunder, daß seine Rede gewaltiges Aufsehen erregt und die nationalistische Presse mit Rücksicht darauf, daß seine Amtsperiode in vier Wochen abläuft, von seinem politischen Testament spricht. Die Rede ist sicherlich nicht als Ding an sich zu betrachten, sie ist zu verstehen auch aus den besonderen Bedingtheiten der französischen inneren Politik. Es ist ja ein öffentliches Geheimnis, daß zwischen Doumergue und Briand seit Monaten schon eine sehr starke Spannung besteht. Denkbar wäre also, daß Doumergue nur seine Wut an Briand auslassen wollte, wofür auch spricht, daß der französische Außenminister die Reise nach Tunis nicht mitmacht. Aber ebenso «gut denkbar ist auch, daß Herr Doumergue bestimmte Absichten für den Aufmarsch der Parteien bei der Präsidentenwahl verfolgt, deren Wirkungen sich bann erst am 13. Mai zeigen werden. In jedem Fall hat er die Linie festgelegt, auf der sich die französische Politik in den nächsten Monaten bewegen wird. Wir wissen also, waS wir von dort her zu er- erwarten haben; wußten das freilich schon aus der Art, wie Briand auf die deutsch-österreichische Zollunion gezeichnet hat. Es ist Briand gelungen, die Aussprache mit den englischen Ministern vor Genf zu sabotieren, er hat damit einen kleinen Erfolg errungen. Aber der täuscht trohk^m darüber nicht hinweg, daß er durch die Ankündigung einer Zollunion außenpolitisch zum erstenmal seit langer Zeit überspielt worden ist. Daher die Rervosität der Franzosen, daher auch die außerordentliche Rührigkeit am Quai d'Orsey. Schon wird uns angedeutet, daß sämtliche beteiligten Ministerien sich zusammengesetzt haben, um einen großen Plan auszuarbeiten, der wirtschaftlich Mitteleuropa und Osteuropa unterstützen soll. DaS Hauptgewicht ist dabei selbstverständlich auf Osteuropa zu legen. Frankreich fürchtet die Anziehungskraft, die ein wirtschaftliches Zusammengehen der beiden deutschen Mittelmächte gerade auf den Balkan ausüben könnte und will daher unter Mobilisierung seiner Goldschätze wenigstens den Balkan an sich fesseln. Das könnte bei den unmittelbar beteiligten Staaten aus ihrer Finanzllemme heraus vielleicht sogar gelingen, wenn nicht England und Italien da auch noch ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Den Engländern ist im vorigen Jahr hundertmal das boshafte Wort nachgesagt worden, daß sie Gott sprechen und Kattun meinen. Man kann heute mit demselben Rechte den Franzosen vorwerfen, daß sie Wirtschaft sagen und französische Machtpolitik meinen. Darin liegen die wirklichen Schwierigkeiten für Briand — mag er nun mit oder gegen Doumergue arbeiten — jedenfalls bereitet sich für Genf eine Konstellation vor, die sich zu einer Kraftprobe auf dem osteuropäischen Kampffelde auswachsen kann. Opposition gegen Doumergue. Oie Blätter der Linken verteidigen den Bnand-Kurs. Paris, II. April. (WTB. Funkspruch.) Verschiedene Blätter nehmen zur Rede des Präsidenten Doumergue in Tlizza in ablehnendem Sinne Stellung. So verwahren sich „B o 1 o n t e“ und „E r e R v u v e 11 e" nach grundsätzlicher Billi- ng der Ausführungen Doumer^ues dagegen, ß die nationalistische Presse sich dieser Qleufoc» rungen bemächtige, um gegen die Politik Briands Sturm zu laufen. — Das Blatt „La Repu- b I i g u eu bedauert, daß nach siebenjähriger musterhafter Zurückhaltung der erste Beamte des Staates geglaubt habe, Männern, die dessen keineswegs bedürften, c ine patriotische Lektion erteilen zu wollen. Die in Europa durch die Präsidentenrede hervorgemsene Erregung sei bedeutend, denn Doumergue gelte a 1 s Sprecher Frankreichs. Frankreich wolle ein föderatives Europa, die Dersöhtning der Völker und die Abrüstung. Frankreich wisse, daß ihm die ersten zehn Friedensjahre eine Politik des Argwohns eingetragen haben; es wisse auch was die andere Politik, die von >1924. brachte. Europa dürfe sich über den Willen des französischen Volkes nicht täuschen. — Roch schärfer urteilt das sozialistische Organ „Le Po - pulair e". Seit Monaten bereits stehe Doumergue in Widerspruch zur auswärtigen Politik Briands. Der gesunde Men- schenverstand mühte ihm geraten haben, den Mund zu halten und nicht noch mehr die internationale Lage zu erschweren. Sie fei schon schlecht genug. — In der „Victoire" verurteilt Gustave Herv 6 das Verhalten des Präsidenten der Republik. Doumergue teile die Verblendung der meisten französischen Patrioten und Rationalisten über die Richtlinien der französischen Außenpolitik. Wie sie, wolle er den Frieden unter gleichzeitiger Beibehaltung deS Vertrages von Versailles, der, wenn man ihn nicht abändere, einen viel schlimmeren Krieg als Öen letzten her auf - beschwören werde. Doumergue wolle also wie alle französischen Rationalisten den Frieden, treibe aber direkt auf den Krieg zu. Das Drama und die Tragik der gegenwärtigen Stellung Frankreichs sei, daß die besten Patrioten aus patriotischer Verblendung sich weigerten, anzuerkennen, daß der Versailler Vertrag das Leben Europas vergifte und für Frankreich unvermeidlich eine neue Katastrophe bringen werde. Briands „Rein". „Wie lange noch?" fragt ein Londöner konservatives Blatt. London, II. April. (WTB. Funkspruch.) Der konservative „Sailt) E x preß", der Lord Dea- verbrock gehört, widmet einen Leitartikel der Betrachtung dser durch die österreichisch- deutsche Zollunion geschaffenen Lage. Frankreich, so heißt es darin, ist ärgerlich,Deutschland und Oesterreich haben die „älnverschämtheit" oention braucht, um feine für feine Finanzen bald unerträgliche Rüstungslast zur See zu erleichtern, Frankreich aber nm längeren Hebelarm sitzt, wird die britische Politik sich vermullich auch auf der Abrüstungskonferenz kaum aus der französischen Verstrickung lösen, sondern zu weitgehender Rücksichtnahme auf die französischen Sicherheitswünsche zu Lande die Hand bieten, wenn es dafür Konzessionen in der Frage der Seerüstungen eintauschen kann. Ob Deutschland bis dahin stark genug sein wird, darin eine Aenderung herbeizuführen, muß dahingestellt bleiben. Eine weltpolitische Konstellation, die für Deutschland vielleicht eine Erleichterung mit sich brächte, könnte aller Wahrscheinlichkeit nach in absehbarer Zeit — will man seine Karte nicht auf Sowjetrußland und die mit einer solchen Politik untrennbar verbundene Gefahr der Bolfche- wisierung Europas setzen — nur durch eine veränderte Haltung Amerikas heraufgeführt werden. Aber vorerst liegen für eine solche stärkere Anteilnahme der Vereinigten Staaten an europäischen Dingen, seien sie wirtschaftlicher, feien sie machtpolitischer Natur, kaum sichtbare Anzeichen vor. Der Zwischenfall ist auch am deswillen interessant, weil er in feiner ersten Phase gezeigt hat, daß bei der konservativen Opposition in England selber die ausgesprochen frankophile Richtung den deutschen Besuch keineswegs gern sieht und durch die oben erwähnte Indiskretion der .Times", in deren Redaktion alte Freunde Poincares immer noch das Heft in der Hand haben, der Pariser Presse erst das Stichwort gab zu ihrer Hetze gegen Henderson. So spielt die Sache auch auf die innere Politik Englands hinüber. Es sind immerhin Anzeichen dafür vorhanden, daß Macdonalds Regierung nicht ewig währen wird. Die Stimmung im Lande ist dem Labourkabinett nicht gerade günstig. Die Arbeitslosigkeit, die Sorge um den Staatshaushalt sind Dinge, die durch fragwürdige außenpolitische Erfolge Hendersons auf die Dauer nicht ausgeglichen werden. Sollte es in Bälde zu Reuwahlen kommen, ist ein Sieg der Konservativen Partei, die sich unter Baldwins strenger Fuchtel wieder langsam konsolidiert hat, mehr als wahrscheinlich. Mit Baldwin würde auch die frankophile Richtung in der konservattven Außenpolitik Wieder anS Ruder kommen. Gewiß sind die Unterschiede nicht groß. An der Grundlinie der britischen Außenpolitik hat sich nicht allzuviel geändert, ob nun Chamberlain oder Henderson das Amt des Staatssekretärs bekleiden. Dafür sorgt schon die Bürokratie des Foreign Office, die, gleichgültig welche politische Partei am Ruder fein mag, nach starren Traditionen das Steuer der britischen Außenpolitik lenkt, heute so gut, wie in den Tagen Richolsons, Hardinges, Tyrrells und anderer. Immerhin würden Reuwahlen in England und ein sich daraus ergebender Regierungswechsel für die deutsche Politik im Augenblick gewiß keinen Vorteil bedeuten. Alles, was man heute bei einem Labourkabinett von der Schwäche der politischen Situation, in der England sich befindet, für die künftige Entwicklung zwar befürchten muß, was jedoch immer noch gewissen Modifikationen unterliegen kann, würde unter einer konservativen Regierung zur absoluten Gewißheit. Die Einladung nach Chequers bleibt trotz der unerfreulichen Begleiterscheinungen, die bei etwas größerer Geschicklichkeit und auch vielleicht etwas mehr gutem Willen bei den verantwortlichen "Beamten des Foreign Office mit einiger Sicherheit gewiß vermeidbar gelpesen wären, der Versuch einer Anbahnung vertrauensvollerer Beziehungen zwischen der deutschen und der englischen Regierung, der auch abgesehen von feinen, in Paris vielleicht xu älnrecht in den Vordergrund gerückten Beziehungen zu den aktuellen Problemen der Abrüstungskonferenz und der deutsch-österreichischen Zollunion, in seiner Bedeutung und in seinen Möglichkeiten von uns nicht unterschätzt werden sollte. Gewiß wäre es für die Leiter der deutschen Polittk wertvoll gewesen, wenn sie vor der Zusammenkunft in Genf die dort zur Sprache kommenden Probleme mit den englischen Staatsmännern hätten erörtern können. Vielleicht hätte sich doch so etwas wie eine gemeinsame Marschroute oder auch nur eine Angleichung der Meinungen in der Abrüstungsfrage unb dem hier zunächst aktuellen Problem des Vorsitzes auf der großen Abrüstungskonferenz ergeben. Hnb sicher wäre es Brüning und Curtius gelungen, ine wahren Absichten der deutsch-österreichischen Zollunion den Engländern zu erläutern und sie auf die wirtschaftliche Rotwendigkeit hinzuweisen, die au diesem Schritt zwang und der auch sie sich nicht verschlossen hätten, war doch der englische Einspruch im Gegensatz zu den französischen Protesten mehr formaler Ratur. Diese Fragen treten nun durch die Verschiebung des Besuches auf Anfang Juni zurück. Dafür aber werden die deutschen Staatsmänner in Chequers Raum gewinnen, das Zentralproblem deutscher Außenpolitik, die Reparationsfrage, anzuschneiden und in rillet Ausführlichkeit zu erörtern. Hoffentlich lassen sie jedoch ihren Stab von Sachverständigen und Sekretären, ohne den ein deutscher Minister besuch im Ausland kaum noch denkbar ist, diesmal zu Hause. Er würde in das von Henderson mit voller Absicht gewählte Milieu von Chequers schlecht htneinpassen und dem als vertrauliche Fühlungnahme geplanten Besuch einen falschen Anstrich geben. In Chequers kann es sich nur darum handeln, durch klare Darlegung der wirtschafllichen Verhältnisse Deutschlands und eine vertrauensvolle Erörterung der weltpolittschen (Situation, die in absehbarer Zeit Deutschland vielleicht bot ganz bestimmte Entscheidungen stellen wird, den Boden zu bereiten für ein besseres Verständnis der deutschen Forderung auf erneute Rachprüfung und Abänderung der Tributverpflichtungen und aus Revision des Versailler Vertrages wenigstens soweit er die deutsche Ostgrenze betrifft. Die Tatsache, daß Reichskanzler Dr. Brüning persönlich cingelaben wurde und diese Einladung angenommen hat, bürgt dafür, daß die Engländer nicht unvorbereitet in die Erörterung dieser für Deutschland brermenbften Probleme eintreten werden. Hat doch Dr. Brüning seit der ilebemabme der Kanzlerschaft vor einem Jahre immer wieder mit Rachdruck betont, daß die ganze innere Reformarbeit, die e£ sich zur Aufgabe gemacht hat, lediglich der Vorbereitung der großen außenpolitischen Aktton diene, die die Revision der Reparattonsfrage und der Oft* grenze zum Ziel haben soll. So kann vielleicht der Besuch in Chequers, unbeschwert von den Problemen der Tagespolitik, ein erster Schritt auf diesem Wege sein. die Im Die T. von Präferenzzöllen aufgebaut sein und sich logisch eingliedern in die Bemühungen untre- gionale europäische Wirtschaftsver- st ä n d i g u n g . die in dem deutsch-österreichischen Zollabkommensvertrage ihren Anfang genommen hätten, doch werde das Abkommen mit diesem letzteren Vertrage in ke i n e m direkten Zusammenhang stehen. * Echulstreik in Braunschweig Der „Weltliche Elternbund" gegen Minister Franzen. Das Verbot Grzesinfkis. Der inkriminierie Osterartikel des Bundeskanzlers Wagner. Oie ökumenische Bewegung der Kuchen. Besuch des Erzbischofs von Canterbury in Jerusalem. Oie Bundeszeitung des Stahlhelms aus 3 Monate verboten. Der Aufstand auf der Insel Madeira Die Revolutionäre sind Herren der — Dor Eintreffen eines portugiesischen Expeditionskorps. Lissabon. 11. April. (WTB. Funkspruch.) Die Regierung hat nach einem offiziellen Kommunique mehrere Funkspruche aufS^gcn die zwischen den Aufständischen der Insel Madeira und dem früheren portugiesischen MlNlst^Prasi- denten Bernardino M a ch a d o ausgetauscht tour* den. - Die Zeitung „Diario de Manha versichert. daß zahlreiche portugiesische Politiker^ die gegenwärtig in Spanien oder in Frankreich im Exil lebten, ständig in Fühlung mit den Aufständischen ständen. Der Kapitan des portugiesischen Dampfers „Arojo", der aus Funchal einactrosfen ist, teilt mit, das) die Aufständischen die Insel vollko mm e n b e - herrschten. Ueber die Lage in Madeira berichten auch Funksprüche zwner Pas. agiere des Dampfers „Edinburgh Castle", der gestern aus dem Rückweg von Kapstadt in Madeira anlegte. Der erste Passagier, der die letzten zehn Tage auf der Insel zugebracht h)t, bezeichnet die Lage als ruhig, die Revolutionäre slndHer- ren der Situation. Dort wohnende britische Untertanen, so heißt es in der Meldung weiter, sind durch die Anwesenheit des britischen Kreuzers „London" beruhigt. Andererseits verlassen Besucher, die das Schauspiel einer Revolution nicht in ihr Erholungsprogramm ausgenommen hatten, die Insel. Ein Teil der portugiesischen Bevölkerung, die erneut Zwischenfälle befürchtet, wenn die portugiesische Flotte eintrifft, verläßt Funchal. um rn den Bergen Schutz zu suchen. Die Angehörigen anderer Rationen erwarten das Eintreffen von Kriegsschiffen ihres Landes. Der andere Passagier berichtet, er sei gestern gelandet und habe eine Fahrt um die Insel gemacht, ohne dabei in irgendeiner Weise belästigt worden zu sein. Allerdings sei das militärisch« Clement vorherrschend. Das Geschafts- leben scheine sich normalerweise abzuspielen. Rur wenige Läden sind geschlossen. Starke Garung auch in Portugal. M a d r i d, 10. Apr'l. (TU.) Im Zusammenhang mit der Aufstandsbewegung gegen die portugiesische Regierung in Madeira und auf den Azoren wird aus Lissabon gemeldet, daß diese Umsturzversuche anscheinend von Portugal aus unter st ü tz t worden sind. Die portugiesische Regierung hat in Lissabon und anderen Teilen des Landes zahlreiche Offiziere, mehrere ehemalige Minister und bekannte Politiker v e r - haftet. Ferner ist außer der Armee und der Marine die republikanische Garde mobilisiert worden, um jeden Aufstandsversuch im Keime zu ersticken. Lieber die Lage auf Madeira wird hier dasgröß te Stillschweige n beobachtet. Ein Expeditionskorps ist mit Artillerie und Wasserflugzeugen nach der Insel abgegangen. Es wird strenge Zensur geübt. Die Truppen in den Forts von Lissabon befinden sich in Alarmbereitschaft, dir Regierungsgcbäude werden scharf bewacht. Zahlreiche Patrouillen in voller Ausrüstung mit Stahlhelm durchziehen abends die Straßen Lissabons. Das Rathaus, das Telegraphenamt und andere öffentliche Gebäude haben starke Wachen erhalten. „Paris Rouvelles" lassen sich aus Lissabon melden, daß trotz der optimistischen Erklärungen der Regierung dieLageinPor- tugal mehr als ernst sei. Die Regierung berate in Permanenz in der Kaserne des 3. Artillerieregiments und habe die Verkündung des Kriegsrechtes in Lissabon ins Auge gefaßt. Rach unbestätigten Meldungen aus Lissabon hat sich die revolutionäre Bewegung auch auf die Azoren ausgedehnt. Die Garnisonen von Ponta, Belcada und Angra sollen sich den Aufständischen angeschlvfsen haben. Berlin. 10. April. (Täl.) Wegen eines Artikels des Bundeskanzlers des Stahlhelms. „Außenpolitik und Preußen-Volksbegehren" in der Osternummer des Stahlhelms vom 5. April hatderDerlinerPvlizeipräsidentdas Dundesorgan des Stahlhelms auf Grund der Rotverorkmung für drei Monate verboten .Das Verbot besagt wörtlich: Auf Grund der Paragraphen 5, Ziffer 1 und 13 des Gesetzes zum Schuhe der Republik vom 25. März 1930 sowie der Paragraphen 1, 3iff.2 und 12 der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931. verbi ete ich die in Berlin erscheinende periodisch« Druckschrift „DerStahl- Helm" mit sofortiger Wirkung bis zum 9. Iuli 1931 einschließlich. Das Verbot umfaßt auch die in demselben Verlag erscheinenden Kopfblätter der Zeitung sowie jede angeblich neue Druckschrift, die sich sachlich als die alte darstellt oder als ihr Ersatz anzusehen ist. Gegen das Verbot ist binnen zwei Wochen vom Tage der Zustellung ab die Beschwerde zulässig. Sie hat keine aufschiebende Wirkung. Die Beschwerde ist bei mir einzureichen. In der Begründung des Verbots, das sich °i!!e. wrich man- lvigen der Äideii der » Tätigkeit der Äom- ^e auSnahmslv» Men unter schweren et werde. Er sei aus denKnaWeg« grunä- lber allein gewih not- chen Lüstzeug der ot« den Maßnahmen dieser leit stehen müsse. Ha« n segensreich entfalten, ger Mitwirkung cht gegen sie auä^aut gegenwärtige Direktor . Schoentchcn. der die mtvär'igen Stand Ser siege aufzeigte. Der rrschung, DdÜsdiidung chaffung und St« nen Landschaft-«. tschuh und der Heimat« nst an der Diffenfchaft, inst an der Menschheit. in Silis 3elanb. ngehorigen Frau Peggy iner Erholungsreise be« ? in die bereinig' ^gt worden. Die De« loralifd) oerdor« beim üblichen 'Lr-Sc ibeamkn. chuidiggrschirden Internierung aus Ems fer .Bremen" abge- ichemngrfchnnndel. gemeinde -ermsdort mchts der Ansttftung , größerer Unter | d> la' dem Amtsgericht WJ’ lürflertneifler Werner soll 'e!t SM M °n dem her Schmidt m W i" M »'M >nverficherunsrpo- Sen ®ummitnuP« -Arfts teilt werden, L ts *e*;5 ÄiHn der Temeinde- »»flt«’e 1J ft! S' d°ch°"^ 16d '« n am *!p[x_.r-r lln* lcn BcrgM n ° o^« 6C,au I-«MquÄ""S, SZE-! 5; i'“ ■ “’4 . wiiset, I"* sllkont^' 5@ral G-V'Z mitiaS» ^rge"' i ioJp ii Aprü .^Srüd irah: ib. 8 1 Grad, am 1 q Kral .01 gpu- Aus der provinzialbauptstadt Sichen, den 11. April 1931. Oie blauen Wölkchen. Wir können die Menschen sehr leicht in zwei Gruppen imtctbringcn: einmal in solche, di« ein Auto besitzen und in solche, die feinet haben, ober in solche, die gern Kirschwasser trinken und in solche, die diese- nicht mögen. Unsere Reichsbahn teilt ander- ein: Raucher, oder Richt- rauchcr. Und wer einen Zug aufmerksam mustert, wird finden, dah für die Raucher meisten- einige Abteile mehr vorhanden sind, al- für die „Richtrauch cr". Scheinbar gibt e- also — besonder- bei den männlichen örDcnbürgetn — mehr Raucher alS Richtraucher. Vielleicht kann ja bei einer der nächsten Volkszählungen auch eine Rubrik gc- scha.fen werden, in der das festgestellt wird. Warum auch nicht? Die Statistik will doch sonst so vielerlei von un- wissen. Mit andern Zahlen kann man schon aufwarten. Es ist festgestellt worden, wieviel Milliarden Zigaretten und Zigarren und wieviel Zentner Rauchtabak jährlich in Deutschland geraucht werden. Auch übet die Summe, die dafür auögegebcn wird, sind wir im klaren. Die Gegner de- Tabak- halten sie un- ja vielfach vor. Sie können eS einfach nicht verstehen, dah man Geld für eine solche Leidenschaft, wie sie eS nennen, verschwendet Wir Raucher lächeln ba- aber nur nachsichtig. Wir wissen, was wir an dem braunen Kraute haben. Auch unsere Frauen wissen e-. Die Ehemänner, bie sich nach bem Essen ihre Zigarre ober ihr Pfeifchen anzünden, sind die gemütlichsten. Sie denken schon nicht mehr an da- Essen, da- vielleicht nicht so gut geraten war, sondern schenken nun ihre Liebe den blauen Wöllchcn. Dc-Halb sollen sich die Gattinnen freuen, wenn ihre Männer rauchen. 3m allgemeinen haben die Tabaksgegner keine Ahnung, welche Wohltat da- Rauchen für viele Menschen bedeutet. Wer im Kriege war, weih, dah oft mehr nach Tabak gefragt wurde, als nach dem Essen. Unb wenn man einmal einen Raucher beobachtet, mit welcher liebevollen Vorsicht er seine Zigarrentasche öffnet, ben braunen Stengel, von bösen Menschen Giftnudel genannt, herausnimmt, ihn von allen Seiten betrachtet, dann da- Messer zückt, um die Spitze abzuschnci- den, hierauf von der verkehrten Seite fest hindurchbläst, damit der Staub herauSfliegt und um zu sehen, ob sie Luft hat, der must doch zugeben, daß es sich hier um etwa- sehr Ernstes handelt. Dieser Eindruck wird noch gesteigert, wenn der Raucher da- Streichholz aufflammen lästt unb mit genießerischer Freuoe die ersten Züge, bie besten, tut. Mit welcher Andacht wird an der Zigarre gezogen, wie langsam wird der Rauch mit gespitztem Mund« in die Lust befördert, und da erscheinen auf einmal blaue Ringel Träumerisch blickt ihnen der Raucher nach. Wie sie schweben, höher und tiefer steigen, sich langsam in der Form verändern, dann breit auseinandergezogen in der Lust verschwinden! Was wäre ein Mittagessen ohne die daraus folgend« Zigarre? Richts! Ernste Männer haben das wenigsten- behauptet, und ich geb« ihnen recht. 3m Zigarrenrauch erstehen noch einmal alle Freuden de- Mahls vor unserem geistigen Auge. Sie nehmen nur eine fantasievolle, bewegliche Form an, und auf- und abziehend segeln sie durch die Lüfte. Und sitzest du mit deinem Freund« gemeinsam an einem Tisch, oder leitest du Verhandlungen mit einem Feind« ein, rn beiden Fällen hilft un- die Zigarre. Sie lenkt ab, versöhnt und ist so ost der eigentliche Qkrmütlet. Ganz« Vände konnte man schreiben von der Zauberwirkung, die von einem bißchen Tabak zu gegebener Zeit ausgehen kann. Das Kraut, das die blauen Wölkchen erstehen läßt, verbreitet Freude und Genuß, hilft über schwere Stunden hinweg und färbt nur manchmal, -um Aerger der Gattin, die Vorhänge unseres Wohnzimmers braun. Qlbcr in einem Hause, in dem es nach Vlumen und Tabaksrauch riecht, ist gut sein. Wo man raucht, da kannst du ruhig harren, Dose Menschen haben nie Zigarren! Auch im 3ahre 1931, wenn da- Rauchen auch etwas teurer geworden ist. Wr. Gegen Lleberbelaftung der Kraftwagen Schärfste Ueberroadjung de» Oastkraswagenoerkehr» in Sicht. Vom Krei - amt Dießen wird un- geschrieben: .Durch die Ueberlastung von Last- kraftsahrxeugen werden die mit hohen Kosten hergestellten Landstraßen unverhältnis- mähig stark beansprucht und beschädigt. Die zulässigen Höchstgewichte für zweiachsige Lastkraftwagen betragen 10.8 Tonnen, für zweiachsige Kippwagen mit Kippvorrichtung, die nicht durch Menschenkrast betrieben werden, 11,8 Tonnen, für dreiachsige Kraftwagen 16 Tonnen. Zwei- achfige Anhänger dürfen höchstens 10 Tonnen, unb wenn sie nicht luftbereift sind, nur 7,5 ^onnen Gesamtgewicht haben. Reben der Schädigung der Straßen ist auch die Schädigung der Häuser und die erheb- llch« Storung der Bewohner von Häusern an DurchgangSstraßen eine Folge der Uebcrschrci- tung der Gewichts- und Deschwindigfeitsvorschris- ten für den Lastkraftwagenverkehr. Die Halter und Führer von Lastkraftwagen haben daher bei Richtbeachtung der gesetzlichen Vorschriften folgende Maßnahmen zu gewärtigen: Rach § 35a der Kraftfahr§eugvcrordnuny kann der kontrol- lierenbe Polizeibeamte bei Feststellung der Ucberlabung eine dem Uebergewicht entsprechende Entladung fordern, für die der Halter die Kosten trägt Ferner kann die Bestrafung des HalterS und des Führer- erfolgen, und endlich werden Ausnahmebewilligungen hinsichtlich der Bereifung von Lastkraftwagen s o - fort widerrufen, wenn eine Ueberschreitung des zulässigen Höchstgewichts festgestellt wird. Di« Besitzer von Lastkraftwagen werden in ihrem eigenen 3ntcreffe darauf aufmerksam gemacht daß mit einer verschärften Ueberw ach ung deS Lastkraftwagenverkehrs zu rechnen ift“ Zurück aus der Fremdenlegion.... Wilhelm Henß. der Sohn eine- Landwirt- au- Großen-Duseck, ist in die Heimat zurückge^ kehrt. Seit etwa 8 Tagen weilt er in seinem Heimatdorfs. dessen Bewohner ihm einen freundlichen Empfang bereiteten. Für Großen-Duseck war bie Rückkehr des Derlorengegiaubten ein Ereignis. 8r ift schnell wieder heimisch geworden. Roch ist er etwas verschlossen, er erzählt nicht allzuviel und nicht jedermann, denn auch die Erinnerung ist für ihn hart. Obwohl er sieben lange 3ahre in der Fremdenlegion fcstgehallen war. hat er seine deutsche Sprache und auch seinen hessischen Dialekt nicht verlernt. Zwar ist ihm seine Heimatsprache noch nicht wieder ganz geläufig, manche- deutsche Wor^ist ihm entfallen, er ersetzt es durch ein sranzMsches, wenn auch mehr aus Gewohnheit, als aus Mangel. Wie er zur Fremdenlegion kam? Er hat in Gießen eine höhere Schule besucht, hat al- Kaufmann gelernt und bekleidet« in Frankfurt eine entsprechend« Stellung. Er war ein frischer, lebenslustiger Bursche. 3n Frankfurt sand er einen .Freund", der mit ihm in di« Fremdenlegion gehen wollte. 3n einer tollen Rächt un ter schrieb Wilhelm Henß, der bis dahin die Fremdenlegion nur vom Hörensagen kannte und kaum eine Vorstellung von ihrem wahren Wesen hatte, jenen berüchtigten Schein. Der andere Tag sah ihn bereits in GrieSheim (im 3ahre 1924 noch besetztes Gebiet) in einem Barackenlager zusammen mit 20 anderen zukünftigen Fremdenlegionären. Der .Freund" aber war verschwunden. Metz, Marseilles. Oran (Rordasrika), das waren d>« nächsten Stationen; das Ziel: Siddi del Abbes, das das Ende jeder Freiheit und den Anfang einer beispiellosen Fron, den Anfang einer Reihe von unsagbaren Demütigungen, be» Leide», der Schmach und der Schmerjen bedeutete. DaS Handgeld, das ihm ausbezahlt wurde, betrug 500 Frank, die schnell im Winde verflogen, der Sold 4 Pfennige pro Tag. Es ist schwer, aus der Fülle der erschütternden Erlebnisse deS ehemaligen Fremdenlegionärs, der sich nach und nach dem Besucher ausgeschlossener zeigt, das wesentlichste herauS- zugrcifen. Es sind Ungeheuerlichkeiten, denen man mit Unglaube gdgenüberstehen würde, wollte man sie lediglich aus Büchern kennenlernen und nicht aus dem Munde eines Mannes, der sie am eigenen Leibe erlebte, entgcgennehmen. Di« Ausbildungszeit in Sidi-bel-Abbes dauert 6 Monate, so erzählt cr; ist sie zu Ende, bann ist mancher Legionär auch am Ende seiner Kräfte. Das Leben des einzelnen gilt nichts. Rach der Ausbildung fetzt der Arbeitsdienst em. Dom Morgen bis zum Abend heißt es unter der Aufsicht unerbittlicher, grausamer Offiziere arbeiten, arbeiten unter allen Umftänben. Bei infernalischer Hitze, bei mangelhafter Ernährung, bei rohester Behandlung gehen viele schon im ersten 3ahre ihrer Dienstzeit zugrunde. Dem Abenteurer schwindet angesichts dessen der letzte Rest einer Illusion. DaS 3ahr des Zremdenlcgionärs hat 365 Arbeitstage, cs gibt keinen Sonntag, keinen Feiertag — Gottesdienst? Riemais! Der Tag gehört der Arbeit, solange die Sonne scheint, des Rachts steht der Soldat noch 4 Stunden Wache. Lieber- flüssig au sagen, daß bie wenigen Stunden, bie bem Schlaf gehören sollten, vom Ungeziefer zur Holle gemacht werden. Diele Legionäre halten den Lauf der Flinte unter das Kinn und machen dem Leid ein Ende. Die Fliehenden fallen ben Arabern unb ihren Messern zum Opfer und werden furchtbar verstümmelt. Die Araberfraucn tun sich dabei besonders hervor, quälen ihre Opfer, treiben sie zum Wahnsinn, bereiten ihnen ein schreckliches Ende. Der Araber, der einen Entflohenen lebendig zur Gamifon zurückschleift, erhält 50 Frank Belohnung, der Deserteur gelangt vor das Kriegsgericht, bas ihn zu 10 unb mehr 3ahren Zwangsarbeit verurteilt. Die Zwangsarbeit bedeutet den Tod. Wenn in irgendeinem Winkel deS französischen Kolonialgebietes einer der ewig aufständischen Derberstämme revoltiert, dann gilt das für ben Legionär enblofe Märsche. 400 unb mehr Kilometer in täglichen Strecken von über 50 Kilometern müssen zurückgelegt werben. Sie Hitze tötet viele, wer zuruckolcibt. ist unrettbar verloren. 3m Gefecht vor dem Feind muß der Legionär siegen oder sterben. Ein Datalllvnsführer. der noch beute in der Fremdenlegion Dienst tut, ließ einmal, so erzählt Wi.helm Henß. «ine Kompanie, die vor dem Feinde zurückwich, an treten, zählte ab unb schoß jeden zehnten Mann nieder. Wilhelm henß nahm in den Jahren 1925 1926 am Kriege gegen die Rifkadylen teil Diele Legionäre liehen im Kamps gegen Abd-el- Krim ihr Leben. Riemand dankte es ihnen. Der Fremdenlegionär ist der mißachtetste Mensch in Rordasrika. Menschenwürde und Gerechtigkeit sind, bem Fremdenlegionär gegenüber, völlig unbekannte "Begriffe. Der Erzähler wei.te lange Zeit in Marokko unb erlebte dort bie grausamsten Strapazen. Endlose Märsche, finniofc Quälerei unb "Beanspruchung der Mannschaften, harter Dienst auf den vorgeschobenen Forts, auf den äußersten Posten in der trostlosen Sahara unter der ständigen Gefahr der Ermordung durch b.2 ste.s feindseligen Qlraocr füllte die Tage. Das aJ.cS drängte viel« Soldaten der ruhmvv.ien „grandc nation" an den Abgrund Rachbem Wilhelm Henß lange Zeit in Marokko (Fez, Maratcsch und Maroiko) Dienst getan hatte, versuchte cr dieser Holle zu entgehen unb meldete sich zum Dienst in Ehina. Sein Gesuch würbe seinerzeit befürwortet, da er sich als Legionär ausgezeichnet geführt hatte. Das „Himmelreich des Legionärs' nennen die Legionäre die französischen Kolonien 3ndo- China, Kotschinchina und Tonking. Die Erleichterungen. ,bie dort der Dienst bringt, muh der Legionär aber teuer erlaufen. Er muh ein 3ahr länger, also 6 3ahre. seine Kraft der Legion widmen. Durch eine bureaukratische Maßnahme eines Feldwebels, eines Deutschen, war Wllhelm Henß dazu berurtei.t, ein 7. 3ahr zu dienen. Rur widerwillig lieh man ihn frei. Zuletzt tat er Dienst in einem Lazarett und wurde dort durch bie Güt« eines Stabsarztes insofern bevorzugt, als jener ihn zu seinem Helfer aus- bilbetc unb et dadurch vom Kasernendienst dispensiert werden konnte. Der Dank, den di« ..große Ration" den Männern weih, die ein gütiges Geschick die Heimat Wiedersehen läht, besteht in der Heberlaffuyg eines Zivilanzuges zweifelhaftester Düte unb im Transport an die Grenze seines Daterlandes. Dort ist er seinem Schicksal überlassen. Der Fremdenlegion gehören insgesamt 30 000 Mann an. Der Zurückgekehrle vermutet, dah sich unter diesen 30 000 etwa 15 000 Deutsche befinden. Dies« Zahl sei insbesondere deshalb so angewachsen, weil französische Willlür während der Besetzung des deutschen Gebietes jung« Deutsch«, di« sich durch Geringfügigkeiten mißliebig machten, slrupellos in die Legion zwangen. Leider sind es aber auch noch viele, die freiwillig gehen. Der zurückgekehrte Fremdenlegionär mußt« dem Besucher etwas besonders zu erzählen: Di« Fremdenlegion feiert in diesem 3ahre das 3u* biläum ihres 100jährigen Bestehens. Aus diesem Anlah wird im Hof der Kaserne von Sidi-bel- Abbes ein Denkmal geschaffen, dessen Dau aus indirekt erzwungenen ..Spenden" der Legionäre finanziert wird. Di« Daukosten sind auf etwa 45 000 Franken veranschlagt. Aber bereit- seit dem 3ahre 1927 wird für dies Denkmal gesammelt, und wer nicht freiwillig gibt, gelangt a uf die schwarze Liste. Was das bedeutet, weih der Legionär nur zu gut. — Fürwahr, ein 3ubiläum unter würdigen Voraussetzungen. Wilhelm Henß hat all dies überstanden. Sein« kräftig« Konstitution lieh ihn sogar gesund zurücklehren. 3n der Heimat erwartete ihn eine grohe Freude, ein Märchen fast: ein Mädchen hatte seiner 7 3ahre lang gewartet. Run wird er Landwirt werden, er, der vordem Kaufmann gelernt hatte, cr wird nun hinter dem deutschen Pfluge schreiten auf eigenem Grund und Doden. Er wird versuchen, 7 lange 3ahre seines Lebens zu vergessen, die er einem Lande geweiht hat, das des Opfers nicht wert war. Oie Verwaltung der Llniversitätskliniken. Die Grsparnismahnahmen der hesfischen Regierung Haven bei den Llniversitätskliniken zu Organisationsänberungen geführt. Für di« human-medizinischen Kliniken ist mit Wirkung vom 1. April 1931 ab eine Gcsamtverwaltung unter der Bezeichnung „Verwaltung der Uni» versitätskliniken" eingerichtet, die im Verwaltungsgebäude, Klinikstrahe 32, untergebracht ist. Di« Gcsamlverwaltung nimmt die bisherigen Verwaltungen der Medizinischen Klinik, Frauen- llinik, Hautklinik unb Medizinischen Poliklinik, der Chirurgischen- und Ohrenklinik, der Augen- und Kinderklinik, der Rervenklinik sowie des Physiologischen (Instituts nebst den in dem 3n- stitutsgebäud« weiter untergeboachten 3nstf1uten auf. Alle Anschriften sind nunmehr an die „Verwaltung der älnivcrsitätslliniken Giehen" zu richten. Telephonanruf einstweilen unter Rr. 3173. Taten für Lonntag, 12. April. 1831: der Bildhauer und Maler Constantin Meu« nier in Brussel geboren. Gießener 'L-ochenmarktpreife. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 1,10 Mark an; Butter 130; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 35; Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 15 bis 15: rote Rüben 12 bis 15; Spinat 35 bis 40; Unter« Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 35 bis 40; Feldsalat 120 bis 150; Tomaten 70 bi- 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Kartoffeln 4 bis 5; Aepfet 40 bis 50; Birnen 30 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Horrig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 110; Hüffe 60 bi- 70; ba& Stück: Lauben 70 bis 80; Gier 8 bis 9; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 30 bis 45; Salatgurken 60 bis 110; Endivien 15 brs 35; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; da- Bund: Radieschen 20 bis 25 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3 bis 4; Weißkraut 10 bis 12; Wirsing 20 biS 25; Rotkraut 12 bis 15 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. DfD. 08: 3ahreshauptversammlung. Cafe Evrl. — Dürgervereinigung „Sachscnhauf^n": 3ahreS- hauptvcrsammlung, 20 Uf)r, im Fischerhof. — 1870 1920: Hauptversammlung, 21 Ahr, Hotel Viktoria. — G. D. A.: Monatsversammlung, 20.30 Ahr, Hotel Hopfeld. — Reichsbund der Zivil- dienstbercchtigtcn: Monatsversammlung, 20.30 Ubr, im »Aquarium". — 1. Reichskurzschrift-Ge- sellschatt e. D.: Dereinsabend, 20.30 Ubr, „Stadt Lich". — Kavallerieverein: Monatsversammlung, 20.30 Uhr, Hessischer Hof. — Lichtfpielhaus Bahnhofstraße: „Ariane". — Astoria-Lichtspiel«: „Das Gesetz der schwarzen Berge" und „Madame im Strandbad". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: „Robert und Bertram". 18.30 bis 21.30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Wunder des AmazonenstromS", 11.15 Uhr Rach- mittags und abends: „Ariane". — Aftoria-Licht- spielc: „Das Gesetz der schwarzen Berge" und „Madame im Strandbad". — Aus dem'Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Sonntag, 12. April, gelangt ünter der Spielleitung von Heinrich Hub die erfolgreiche Poste von Raeder „Robert und Bertram" auf vielfache Wünsche auswärtiger Theaterbesucher nochmals als Fremdenoorstellung letztmalig zur Aufführung. — Montag, 13. April, einmaliges Gastspiel von Curt Goetz mit seinem Berliner Ensemble. Es dürfte ein genußreicher Abend beoorstehen. Die drei Einakter „Mörder", „Märchen" „Die tote Tante" gelangen unter dem zusammenfastenden Namen „Die tote Tante und andere Begebenheiten" zur Ausführung. Das Gastspiel findet bei Dpcrettcnpreifen außer Abonnement statt; Abonnenten ermäßigte Operettenpreise. Beginn 20 Uhr. — Am Dienstag, 14. April, 19.30 Uhr, ,Lm Spiel der Sommerlüfte" von Arthur Schnitzler; Mittwoch, 15. April, „Die Welt, in der man sich langweilt" von Pailleron, Gastspiel der Frau Auguste Prasch-Grevenberg. Freitag, 17. April, 20 Uhr (ermäßigte Preise, zum letzten Male) J?abn Windermeres Fächer" von Oskar Wilde, Gastspiel der Frau Auguste Prasch- Greoenberg. — Konzert derHeilsarmee. Man schreibt uns: 3n der Aula der Universität veranstaltet, wie im Anzeigenteil vom Dienstag schon bekanntgegeben wurde, am kommenden Freitag, 17. April, 20 Uhr, die Stabsmusik der Heilsarmee aus Berlin ein Konzert. Diese Kapelle steht feit ihrer Gründung nor 20 Jahren unter der Leitung ihres Kapellmeisters T reite, des Heilsarmee-Finanstekretär» in Berlin. Außer dem Konzert in der Universitätsaula am Freitagabend gibt die Kapelle um 19 Uhr auf dem Brandplatz ein Freikonzert. E» empfiehlt sich, dos Auftreten dieses einzigattigen Orchesters mit feinen Darbietungen aus Werken Händels, Beethovens, Mendelssohn-Bartholdys usw. und den hervor« ragenbften Heilsarmee-Kompositionen, wie auch die tufempfunbenen Bokaldarbietungen in der Universi« tätsaula anzuhören. — "Bor träge für Frauen mit Vorführungen d«s Thalyfia-Systcms am Icbenbcn Modell finden amTkmstag. 14. 2lpril, im Cafö Leib statt. Di« interessierten Domen seien auf blefc Veranstaltung aufmerksam gemacht. Rähcrcs Im heutigen Anzeigenteil. • • • Oeffen11iche Sitzung de» Kreisausschusses. Am Dienstag, 21. April, 8H Uhr, findet im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Kreisausschuffes des Kreises Gießen statt. Tagesordnung: Beanstandung der Bürgermeisterwahl in Holzheim. • * E i n Fünfundsiebzigjähriger. Der Kreisfeuerwehrinspektor August Dido re, Echan- zenstraße 8 wohnhaft, feiert heute in geistiger und körperlicher Rüstigkeit feinen 75. Geburtstag. Der Jubilar, der der hiesigen Feuerwehr bereits 50 Jahre angehört, hat sich große Verdienste um das Feuerlöschwesen irn Kreise Gießen erworben. August Dickors entstammt einer alten Gießener Familie, sein Großvater war Universitätszeichenlehrer, sein Vater ein anerkannt tüchtiger Büchsenmacher. Der Jubilar hat das gleiche Handwerk erlernt. • • Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Dreisen geöffnet. "• Don der K ras tpostlinie Gießen — Launsbach — Wißmar. Wegen Erneuerung der im Zuge der Straße Gießen-LaunSbäch in der Rähe des Umspannwerkes liegenden Drücke kann vom 13. April ab die Straße, die von der Krvfdorfcr Straße nach Launsbach abzweigt, durch die Kraftpost für voraussichtlich einige Wochen nicht befahren werden. Der Verkehr mit den Orten Launsbach und Wißmar wird unter Benutzung der Straße Gießen-Wißmar über die Witzmarer Lahnbrücke fast zu denselben Zeiten wie bisher aufrecht erhalten. Die Fahrzeiten sind wie folgt festgesetzt: Ab Gießen Bahnhof: 6.20 Uhr (Werktag-); 8.25; 11.15 (Sonntags); 12.30 (Werktags); 17.35 Uhr; die Verbindung ab Gießen 8.25 Uhr geht über Wißmar nach Krofdorf, alle übrigen Wagen verkehren nur bis Launsbach. Ab Krofdorf 9.05; ab Laun sbach 6.50 Uhr (Werktags); 11.50 (Sonntags); 13-05 (Werktags); 18.10 Uhr. Der Weg über bi« Wißmarer Drücke muh von den Fahrgästen zu Fuß zurückgclegt werden, weil die Drücke nach einer Polizeiverordnung nur mit dem Gewicht des zur Verwendung kommenden leeren Wagens belastet werden darf. •• Rindvieh, und Schweinemarkt Der nächste Rindviehmarkt findet am Dienstag, 14. April, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 15. April, statt. ** Rundflüge. Am heutigen Samstagnach« mittag und am morgigen Sonntag werden vom hie- sigen Flughafen aus Rundflüge zu verbilligten Preisen durchgeführt. Näheres in der heutigen Anzeige. ** Schwerer Sturz vom Fahrrad. Ge- stern gegen 19 Uhr stürzte der Förster Braun aus Daubringen, als er auf der Landstraße Gießen— Marburg hinter Lollar die steile Tiefenbach auf seinem Fahrrad herabfuhr, beim Ausweichen vor einem Auto so unglücklich vorn Rade, daß er mit inneren Verletzungen nach seiner Wohnung in Daubringen und von dort noch am späten Abend nach der Chirurgischen Klinik in Gießen übergeführt werden mußte, lieber die Art der Verletzungen des Bedauernswerten konnten heute morgen noch keine sicheren Angaben gemacht werden. •• Lernt Einheitskurzschrift! Man schreibt uns: Ein geistiges Rüstzeug, das sich jeder aneignen sollte, ist die Beherrschung der deutschen Einheitskurzschrift. Der Kurzschriftoerein von 1861 eröffnet am Donnerstag, 23. April, 19 Uhr in der Goetheschule, Westanlage, einen Anfängerlehrgana für Damen und Herren unter Leitung eines staatlich geprüften Kurzschriftlehrers. Zur Weiterbildung und Vervollkommnung geben die gleichfalls beginnenden Fortbildungs«, Redeschrift-, Diktat- und Praktikerlehrgänge des Vereins Gelegenheit. Man beachte die heutige Anzeige. •• Bullenversteigerung in Lauterbach. Am Mittwoch, 22. April 11 Uhr, findet in Lauterbach die zweite große Bullenversteigerung des Landwirtschaftskammer.Ausschußes für Oberhesien statt. Zur Versteigerung kommen 50 Bullen des hessischen Fleckviehs, darunter 15 Leistungsbullen. Die Zuchtoiehversteigerung ist eigene Veranstaltung des Landwirtschaftskammer-Ausschusies für Ober» Hessen, auf der nur die in das Zuchtregister eingetragenen Faseltiere zugelassen werden. Gemeinden und Zuchtbullengenossenschaften ist bei dieser Der- fteigerung Gelegenheit geboten, ihren Bedarf an Zuchttieren zu decken. Was nennen Sie sparen? Sie können nicht sparen wollen und dabei Waschmittel mit scharfen Zusätzen verwenden, die Ohre gute Wäsche zerstören. Sparen beißt Mit reiner Seife gründ!, aber schonend waschen. 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Die schleSweg-holsteiner Heimat wurde verlassen, die Familie verbrachte die nächsten Bahre in Dresden und in Gotha. Wahrlich: nicht fürstlich war daS „Augusten- burg-Palais" in Gotha, an der Promenade gelegen. Der Garten war wie alle anderen Gärten in der Straße, lleinbürgerlich, ebenso einfach daS Leben. Die paar kümmerlichen Hofbälle in Gotha, die Herzog Ernst II. mehr als Tradition als auS Freude daran für alle „Dürgersfamilien" in Gotha gab, haben di« jungen Herzen der Prinzessinnen auch kaum höher schlagen lassen. Aach der Vermählung mit dem zukünftigen deutschen Kaiser kam die Verpflanzung nach Berlin. ES waren hier nicht die angenehmsten Kreise, die sich an die junge Prinzessin Wilhelm herandrängten und ihr« natürliche Frömmigkeit in ihre bigotten Bande zu schlagen versuchten. — Sie wurde Mutter einer großen Kinderschar, Mutter wie jede andere. Und doch nicht wie jede andere: Ettkett«, höfische Verpflichtungen, Repräsentation hielten sie oft genug fern von den Kindern, und der Konflikt ist ihr oft schwer genug gewesen, um so schwerer, als Auguste Viktoria ein einfaches, ruhiges Leben dem aufregenden Trubel vorzvg. Ob sie es als Frau des impulsiven Mannes mit der unruhigen Seele und dem starken Herrscherbewuhtsein immer leicht gehabt hat. darf füglich bezweifelt werden. 3m Krieg«! Die Kaiserin litt als Frau des Gießener Gtavtiheater. Eduard Pailleron: „Die Welt, in der man sich langweilt". Was man hier erlebt, ist. auf den ersten Blick und von außen gesehen, ein verblüffender und zum Lachen reizender Äoftüm-ilH: Modenschau und Raritätenkabinett aus dem Jahre 1880. Die Ansammlung von Schoßröcken, Röllchen, Schleifen und Manttllen, von verschollenen Bärten und Haartouren von anno Toback ist sehenswert und erheiternd. Don den zahlreichen Stücken des Pariser Rv- bariatskanzlisten Eduard Pailleron (1834 bis 1899) ist. als das bekannteste und erfolgreichste, nur noch „Le monde, oü l’on s’ennute“ übrig geblieben, dreiaktiges Lustspiel, technisch im Fahrwasser des berühmteren Sardou. motivisch eine Kopie der gescllschaftskritischen Komödien Mo- lidres ... obschon das Theaterspiel Sar- dous minder harmlos und das Drama Moliöres menschlich und künstlerisch ungleich stärker fundiert war. • Immerhin wollte Pailleron mit diesem Stück doch mehr als reine Unterhaltung —: einen sattrischen Hieb nämlich auf das Salonliteratentum und die polittsch-gesellschaftliche Cliquen- und Klüngelwirtschaft seiner Zeit ... wie der große Poquelin zuvor etwa in den „Zierpuppen" und im „Misanthrop". Der Unterschied wird deutlich durch die Gegen- überstellung: beim „Misanthrop" lohnte sich die Umkostümierung auf den sachlichen Stil von 1930 — bei Pailleron nicht', sein Stück bleibt (für uns) historische Unterhaltungsware im großväterlichen Gewände. Die vermeintliche Aktualität ist gering: literarischen Snobismus. Stellenjägerei, Intrigenwirtschaft und polittsche Kuhhändel gibt es bei uns auch. Aber unsere Zeit hat ihren eigenen brutalen und handgreiflichen StiL an den die läppische Starifaturiftil vor fünfzig Jahren nicht mehr heranreicht. Die Satt re darauf kann nur aus der Gegenwart geboren werden. Die geistige und gesellschaftliche Situation ist übrigens auch noch von anderer Seite her zu kennzeichnen: wenn sich etwa die Entrüstung einer gereiften Dame über die liberale Entartung und die freien Sitten der Heranwachsenden Generatton Luft macht in der empörten Festdeutschen Dolles: alS Mutter chrer Kinder, als Gattin des bald hefttg bekämpften ManneS. Welche Frauenseele vermöchte das nicht nachzuempfinden? Lind dann der Zusammenbruch! Pracht und Glanz zerstoben. Stellung unb Ansehen geschwunden. niedrigste Instinkte kamen hoch und machten auch nicht Halt vor der Frau, die immer hilfsbereit gewesen war. di« litt und duldeie. Lind dies am meisten in dem Bewußtsein, sich nun nicht mehr um Kranke und Schwache ihres Volles sorgen zu dürfen: denn in dieser Beziehung war sie wahre Landesmutter. Daran sollen wir deutschen Frauen, ohne LInterschied der Weltanschauung und der sozialen Stellung, am 11. April 1931 denken mit dem einen Wunsche, in ihrem Sinne alS deutsche Frauen und Mütter weiter zu leben. Der Familie in erster Linie, dem deutschen Doll unb Daterlanb wollen wir unsere Kräfte, unsere । Liebe geben, wie sie eS getan hat, bis bic müden | Augen sich zur ewigen Ruhe schlossen. Das russische Ruhrgebiet. Ein neuer Riesenwirtschastsplan der Sowjets. — Zusammenarbeit von Llral Erz und sibirischer Kohle. Bon unserem bi.-Berichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten l Moskau, April 1931. Mehrere große Schaufenster des „staatlichen Warenhauses" in Moskau, des ehemaligen Kaufhauses Muir und Murelise, sind fürdie staatlich-kommunistische Propaganda reserviert. Man mag hier aus der Rot eine Tugend gemacht haben. Denn der Waren gibt es nicht eine so überreiche Fülle, daß diese paar Fenster nicht entbehrlich wären. Außerdem ist aber die Schaulust der Moskauer Bevölkerung noch immer weit größer als ihre Kaufkraft. Der Anschauungsunterricht, der in diesen Fenstern getrieben wird, ist — wie überall, wo es sich um bolschewistische Propaganda handelt — gut. Da gibt ein Plakat bildmäßig die Entwicklung der Roheisenproduktion im Lira! wieder. Links eine Fabrik in mikroskopischem Format, rechts ein Riesenhüttenwerk. Lind darunter steht: .1928 — 603 000 Tonnen, 1932 - 2 545 000 Tonnen". — Fragt man seinen sachkundigen kommunistischen Begleiter, ob die oberfte wirtschaftliche Behörde sich denn in der Tat eine solche Steigerung der Eisenerzeugung und eine solch ungeheure Ausbreitung der Hüttenindustrie erhofft, so erhält man die Gegenfrage zur Antwort: „Sie kennen doch Ihr Ruhrgebiet? Run, die Produktion des Llrkuzkom wird in wenigen Jahren die deS westdeutschen Montan- und Hüttenindustriebezirks weit übertreffen.“ Dabei wird man noch an die Beschlüsse ber jüngsten Tagung in Moskau erinnert, die die ursprünglichen Doranschläge beträchtlich nach oben revidiert haben. Zwar sei allcrbingd die bisherige Erzeugung hinter den Scll-Ziffem zurückgeblieben, aber die neuen, die offenbar noch nicht bis zu dem Plakatzeichner durchgedrungen seien, lägen weit höher. Llrkuzkom? Die neurussische AbkürzungS- methode hat hier ein besonderes Wortmonstrum geschaffen. Cs bedeutet: Lira!-Kusnezk-Kombinat. Es bedeutet — zum erstenmal in ber bolschewistischen Wirtschaftspolitik — in seiner praktischen Zielsetzung eine Rayonierung des Wirtschaftsgebietes und in seiner wirtschaftlichen Auswirkung so etwas, wie einen Ansatz zu dem vertikalen Aufbau der Sowjetindustrie, im Gegensatz zu der bisherigen wahllosen Errichtung von einzelnen Riesenwerken, die in der Hauptsache wegen ihrer rein opttschen Wirkxmg auf die Masse so außerordentlich beliebt waren. In dem dritten Teil des Wortes „Kombinat", der folgerichtig auf Kombination zurückzuführen ist, liegt seine Bedeutung, kombiniertes Industriegebiet Ural-Kuznezk. d. h. Verbindung von Llral-Erz mit sibirischer Kohle. Der Plan, die im Ural und in Westsibirien schlummernden, ungeheuer reichen Bodenschätze weitgehend auszubeuten, ist erst .verhältnismäßig spät entstanden. Seine Llmsehung in die Tat wurde aber sofort mit Feuereifer betrieben. Den ersten Anstoß gaben wohl die schlimmen Erstellung: „Ein junges Mädchen allein in der Eiienbahn!" Schrecklich. Run, man braucht deshalb nicht zu verzagen: Pailleron wäre kein echtes Kind seiner Zeit, wenn et nicht neben der Gesellschaftskritik und der po- littsch-literarifchen Satire noch eine herzhafte Intrigen Handlung mit viel Liebe und Eifersucht in Bereitschaft hätte, eine Affäre, die etwa um die Mitte des Stückes Oberwasser bekommt und mit allen bewährten Mitteln der Mißverständnisse. des vertauschten Briefes, der angeblichen Kopfschmerzen, der verwechselten Paare und deS Beiseitesprechens ischallend ins Parkett geflüstert) vom Stapel gelassen wird. • Lind wenn im letzten Akt drei verschiedene Pärchen aus der tödlichen Dorlesung eines fünf- aktigen Trauerspiels verstohlenerweise entweichen, um sich im nächtlichen Park bei spärlicher Beleuchtung und unter mancherlei erschwerenden und ergötzlichen Zwischenfällen ein Rendezvous zu geben, und dabei belauscht toerben, — dann macht das auch dem modernen Zuschauer, der natürlich mitlauschen darf vom nahe gelegnen Parkett aus, einen diebischen Spaß, zumal sich die nächtliche Verwirrung zuletzt in zwei liebliche Verlobungen zu allgemeiner Zufriedenheit auslöst. Die von Peter F a s f o 11 inszenierte Ausführung verzichtete billigerweife auf unangebrachte Aktualisierungen, spielte im Stil der Zeit, in die das Stück nicht mir koftümlich gehört, mit viel Sinn für den Humor der Maskerade und weniger auf scharf satirische Töne als auf eine gutmütige und stellenweise wirklich drollige Parodistik bc- dacht Eine sehr reizende und amüsante Leistung war die von Frau Prosch-Grevenberg mit erfrischender Ratürlichkeit und Lleberlegenheit gegebene Herzogin von R«Wille, die als Dertreterin des gesunden Menschenverstandes und gesunden Gefühls, auch als ein freundlicher und gute* Geist der Liebenden segenstiftend durch die Versammlung geschraubter und verdrehter Standes- persvnen hindurchwandelte. Als Dellac (zu dem ein seinerzeit sehr bekannter und von den Frauen verwöhnter Akademiker Modell gestanden haben soll) hörte man in witziger Pose Herrn Hauer, mit einem Fuhsack-Bart ä la Sudermann, blühenden Blödsinn über die Liebe in den erschauernden Salon deklamieren. Wahrungen, die die Sowjets in jeder Hinsicht mit dein Donez-Gebiet gemacht haben. Einmal liegt dieser wichttge Berqdaubecken bekanntlich in der Likraine. Die Sowjets, die überhaupt das Pech haben, daß sämtliche wichtigen Bodenschätze in den Gebieten der sogenannten nationalen Republiken liegen, haben deren Bewirtschaftung zwar im Fünsjahresplan den Bundesstaaten entzogen und ihnen wurde nur noch die kulturelle Autonomie gelassen, die durch den Parteiapparat in getoiffen, sehr eng gezogenen Grenzen gehalten wird. Das Rationalbewuhtsein der Ukrainer sollte dadurch einen Ausgleich für die verlorenen wirtschaftlichen Werte erhalten — ganz hat die Llkraine diesen Verlust aber nie verschmerzt. Lind hierdurch entstehen Gefahren für die Moskauer Zentralregierung, die sie dadurch teilweise zu verringern glaubt, daß sie die Schaffung eines neuen Zentrums der Kohlenförderung und Eisenerzeugung im Ural und Sibirien beschloß. Der Ukraine soll dadurch gesagt werden, daß ihre dominierende Bedeutung auf dem Gebiet der Schwerindustrie — das Donezgebiet liefert noch heute drei Viertel des gesamten Kohlen- und Eisenbedarfs der Union — sehr bald gebrochen sein wird. — Sodann will aber auch die Mechanisierung der Arbeit im Donezgebiet noch immer nicht gelingen. Auch der Bau neuer Hüttenanlagen und Kohbm- schächte bleibt trotz aller Investierungen weit hinter dem gewünschten Tempo zurück, in den verflossenen ersten zwei Jahren deS Plans betrug die Gesamtkohlenförderung nur 84,2 Millionen Tonnen gegenüber einem Soll von 92,7 und die Eisenerzeugung 9,0 gegenüber 9,4. 3m «Sommerquartal sind die Aufgaben nur zu 69 v. H., im Januar zu 75, im Februar sogar nur au 58,5 v. H. erfüllt worden. Diese Zahlen machen die ungeheuren Brennstoff- und Derkehrsschwie- rigfeiten verständlich. — Schließlich aber ist das Donezgebiet auch besonders schlecht ernährt. Die Produktivität der Arbeit ist im letzten Jahr um 14,5 v. H. gesunken, und wie groß die Arbeiterwanderung noch ist. zeigt die Mitteilung der Verwaltung, daß im Februar zwar über 3500 neue (hauptsächlich landwirtschaftliche und jungkommunistische. also ungelernte) Arbeiter ins Donezrevier beordert wurden, daß im gleichen Zeitraum aber über 5000 abgewandert sind. So ist Urkuzkom Moskaus Lieblingskind geworden. Man Witt die im Ural vorhandenen Ansätze zur Erzgewinnung benutzen, um durch Errichtung von Riesenwerken alle bisherigen Rekorde zu schlagen. Don hier aber, von Swerdlowsk, dem Verwaltungszentrum, unb von Magnitogorsk, dem Industriemittelpunkt, toanbert der Blick über die Bergkette des Ural hinüber nach dem 2000 Kilometer entfernt liegenden Kuznezk südlich von Tomsk in West- sibirien. Dort sind Kohlenvorkommen gefunden worden, die — wenn die Schätzungen stimmen — Rußland zum reichsten Kohlenland der Welt machen. 2000 Kilometer... Für die während D o 1 ck als Saint-Röault, aufgeblasen und mit bombastischen Gebärden über indische Philosophie predigend, Wolken von Anmaßung und Langweile über die eingeschläferte Versammlung breitete. • Maria Koch: die glatte, kalte (Intrigantin ®6ran; sehr frisch und Luftig das Ehepaar Raymond: Doering und Schelcher: Elisabeth Wiel an der: daS junge Mädchen „allein auf der Eisenbahn": Wesener: ein steifer Forschungsreisender: die Damen 3ahn, Schube r t - 3 ü n g l i n g , Walther-Lederer : ein seufzendes Terzett überspannter Blaustrümpfe, wie sie heute übrigens gottseidank auch nahezu auSgestorben sind. — Dem Publikum machte die Sach« Spaß. Diel Beifall und Blumen. hth. Kleine Scherze. feurio! 3erome K. 3 erome. der englische Dichter, telephonierte einmal einem Agenten der Feuerversicherung: „3ch möchte mein Haus versichern! Kann ich das telephonisch machend .3awohl, ich schicke Ihnen meinen Untervertreter hin", erwiderte der Agent. „Ja, aber rasch, das Haus brennt schon!“ rief Jerome naiv i Nächtlicher Zwischenfall. Mitten in der Rächt brach Feuer in ber Menagerie aus. Die Käfige wurden geöffnet, und in wilden Sähen flüchteten di« Tiere dem nahen Park ?u 3m Gebüsch war eine kleine Lichtung. dort ammelten sie sich Der Mond kam hervor, sein erster Strahl fiel auf ein Beuteltier, das an einem Raum lehnte und die Pfoten rang „Was ist denn passiert?" fragte man das Beuteltier. »Ach. es ist zum Derzweifeln. - ich habe in dem Durcheinander aus Versehen einen j u n - genßötoeneingeftedt!“ Seemannsgarn. Kapitän Hannenüt ist von langer Reise in den heimatlichen Hafen zurückgekehrt Er erzählt unter anderem folgendes: »Als wir den Hafen von 3amaifa kaum verlassen hatten, entdeckten wir plötzlich einen riesigen Hai. der unser Schiff verfolgte. Er verfolgte uns tagelang Wir warfen einen Sessel ins Wasser, der Hai verschluckte ihn Einige Tage später fiel eine Frau über Bord, der Hai verschlang fie. Wieder sibirischen Dimensionen gewiß nichts Uebertoät* ttgcndeS! Aber (von den erst noch mit den Ent- stehungsschwierigkeiten ringenden Schacht- und Hüttenanlagen abgeleben> allein schon ein Problem, das in die Erfüllung ber Moskauer Wunschträume von ber Versorgung nicht nur Sibiriens und über die Turkiib Mittelasiens, sondern auch eined großen Teils des europäischen Rußlands mit Brennstoffen und Eisenerzeugnissen vorläufig noch In große Zweifel sehen läßt. Man bat bas Wort vom „russischerrRuhrgebiet^ noch in den Obren, da ber Zug sich Swerdlows? nähert Man denkt an Bochum und Gelsenkirchen unb hält nach Fördertürmen und Hochöfen, nach Kokereien und Eisengießereien Ausschau. R t ch t S von alledem ist aber vorläufig zu feben. Langsam rattert der Zug durch die Stepp« und erst im Uralgebiet selbst zeigen sich bewaldet» Hügel. Dann gebt# in allmählichen Steigungen auswärts, bis man zum erstenmal hält. Ein Blick durch die Fenster — wir sind mitten im Walde. Erstaunt fragt man nach ber Ursache ber Störung unb kriegt von erfahreneren Mitreisenden zu hören, daß das das Vorzeichen von Swerdlows? fcl Der Knotenpunkt sei verstopft — Der - kehrSschwierigkeiten — man hört etwas von mangelnder Disziplin. Und in der Tat hielt ber Zug noch viermal, bevor er sich — wieder auf freier Strecke — endgültig verpustet batte. Rechts und links fieht man ein Knäuel von Gleisanlagen — hier in Swerdlowsk, dem ehemaligen 3cfaterinburg, kreuzen sich fünf Strecken, wo zur ZarenAeit nur eine war — aber «S gibt keinen Bahnhof. Der alte entsprach nicht mehr den gewachsenen Ansprüchen und wurde abgerissen — ber neue ist aber noch nicht ganz fertig. Man muß mühsam bie Stufen bis zur ebenen Erbe herunter» klettern unb befinbet sich mitten auf dem großen Rangierbahnhof. Swerdlowsk könnt« Detroit heißen. ES ist eine amerikanisch« Stadt, eine aus dem Boden gestampft« Großstadt. Aeußerlich fällt das Fehlen der Kirchen im Stadtbild auf. Die wenigen, die im alten Jekaterinburg standen, sind abgerissen, umgebaut und in Arbeiterkinds verwandelt, ober so von den benachbarten Derwal» tungs- unb Fabrikpalästen zurückgedrängt worden, daß man sie nicht mehr sieht. Dagegen dominieren di« Fabrikschlote, die riesigen, oft sieben- bis achtstöckigen Zweckbauten ber Werke unb Bureaus. Die staatlichen Trusts feiern Orgien in Glas unb Beton. Gerabe Linien, peinlichste Raumausnuhung. viel Licht unb Luft. Ganze Straßenzüge werben neu geschaffen, hier unb ba wechseln moderne Großbauten mitBretter» zäunen, ja mit schiefen Wohnhütten ber Deklassierten ab. Die Wohnungsfrage ist auch hier ein trauriges Kapitel. Es gibt »war mehrere einfache, aber wohnlich errichtete Arbeiterhäuser. und den ständig neu Auziehenden Arbeitern sucht man damit zu helfen, oay man ihnen unentgeltlich Holz zum Wohnungsbau zur Verfügung stellt. Es ist auch schon ein ganzer Gürtel von Arbeiter-Wohnlauben um das Zentrum der Stadt entstanden. Für den enormen, im Plan vorgesehenen Arbeiterbedarf ist das aber völlig unjureidjenb. Trotzdem wird hier Gewalttges geleistet, wenn auch bas meiste noch zu tun übrig bleibt unb man vergeblich nach einem Gelsenkirchen, Bochum ober Dortmunb sucht. Die kommunistis'chen Arbeiter finb zäh — nicht umsonst wird dies der röteste Fleck der roten Erde genannt — und eS gibt in jedem Klub, dem ber Maschinisten, der Schlosser, ber Dreher, zuverlässige kommunistische Zellen. Einen Feinb haben sie alte — b e n Kapitalisten, „ber uns bas Blut aussaugt" unb ber für alles, buchstäblich für alle« verantwortlich gemacht wirb. Selbst die Verkehrs- unb Crnährungsschwierigkeiten gehen auf sein Konto. Lind nur die Einsichtigsten geben zu: „Es wirb alles gehen. — wenn mit der Ernte alle« klappt". Das ist ber wunde Punkt. Auch hier. Rach dem im Februar revidierten Plan des obersten Volkswirtschaftsrats soll ber Ausbau Nach einigen Tagen fiel eine Kiste Orangen inS Wasser auch die verschluckte der Hai Kurz bevor wir die Küste von Eurrpa erreichten fingen wir den Hai. Als wir ihn aufschlihten, sah die Frau auf dem Sessel und verkaufte uns bie Orangen, drei Stück für zwanzig Pfennig!" (Lust. DL) Oochschulnacknchten. Der Pfarrer D. Emil Fuchs in Eisenach ist als Professor für Religionswissenschaft an bie Pädagogische Akademie in Kiel berufen worben. Er wird sein Kieler Lehramt im Mai d. 3. übernehmen. Fuchs, durch zahlreiche Werke über religiöse, ethische unb weltanschauliche Fragen bekannt geworben, oblag in Gießen bem Studium ber Theologie, besonders unter Stabe unb Kattenbusch, unb liestanb bie belben theologischen Prüfungen. 1900 erwarb er in Gießen den Lt- zenttatengrab. Zunächst als Vikar ber deutschen Gemeinde in Manchester tätig, war er später Repetent an ber theologischen Fakultät der ilni- berfität Gießen, 1905 bis 1918 Pfarrer in Rüsselsheim a. M. und kam dann nach Eisenach. Die Gießener Theologische Fakultät ernannte ihn zum Ehrendoktor, b. Fuchs ift Mitbegründer ber Zeitschrift für Religion unb Sozialismus. Prof. Dr. Heinrich Freiherr Rausch von Traubenberg an ber deutschen Universität in Prag hat den Rus auf den Lehrstuhl der Physik an der Universität Kiel als Rachfolger von Prof. H. Geiger angenommen. Der ordentliche Professor und Direktor des 3n- stituts für landwirtschaftliche Betriebslehre und Arbeitswirlschast an der Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule, Geh. Regierungsrat. Landesökonomierat Dr. Friedrich Aer e b oe. ist von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden worden Geheimrat Aereboe hielt von 1903 ab Vorlesungen an der neugegrünbeten Akabemie in Dosen. 1904 folgte er einem Rufe nach Breslau, 1906 wurde er ordentlicher Professor für landwirtschaftliche Betriebslehre an der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Bonn-Poppelsdorf und Ordinarius der Landwirtschaft an ber Bonner Universität. Seit 1907 war Professor Aereboe mit ber Abhaltung von Vorlesungen an der Berliner _ Landwirtschaftlichen Hochschule betraut 1910 übernahm er ein Ordinariat an ber Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule, kam später an die Universität Breslau, war 1919 bis 1922 Direktor der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim und kehrte.1922 als Ordinarius für landwirtschaftliche Betriebslehre an die Landwirtschaftliche Hochschule in Berlin zurück. des Ural-Kuzorzk-Kombinats als vordringlich behandelt werden. Daß zur Durchführung desPlans ein besonderer Ausführungsausschuh eingesetzt wurde, zeugt von der Bedeutung, die man ihm beilegt. Der 15. Mai und der 15. Sunt sind die ersten Stichtage für die Generalinventur. Dis dahin soll es sich gezeigt haben, ob die Projekte in dem Umfange, tote sie ausgearbeitet wurden, wirklich Aussicht auf Verwirklichung haben. Die besten Kopfe der Union sind damit beschäftigt. Die Teilaufgaben müssen in fünf bis sechs Jahren erfüllt sein, und 1937 soll ein Schwer- Industriezentrum d a ste h en, wie es auf der Welt einzigartig ist. Die Schlagworte „Wir müssen Amerika überholen" und „Das gröhte der Welt" spielen auch hier wieder eine große Volle. — Und auch hier, gibt es Zahlenpyra- midcn. Der in der Aähe von Magnitogorsk befindliche Dera — Magnitowaja Gora — soll ein einziges Erzvorkommen sein. Dann gibt es aver auch Platin, "Gold, farbige Metalle, mit beten Abbau überhaupt erst jetzt begonnen wurde, und Edelsteine. Dor allem aber: Eisen, Eisen und wieder Eisen. Ein grobes Werk in Magnitogorsk, das nach dem ursprünglichen Plan jährlich 650 000 Tonnen Metall liefern sollte, wird auf eine Erzeugung von 2,5 Millionen und später auf 4 Millionen Tonnen umgestellt werden. Das gröhte amerikanische Werk soll nur wenig über 2,8 Millionen liefern können. Im Herbst d. 3. soll die Arbeit bereits beginnen, und im letzten Iahresquartal wird schon mit einer Lieferung von über 150 000 Tonnen gerechnet. Auch die Kupfer-, Dlei -und Zink werke werden ausgebaut, ihre Produktion soll in diesem Jahr nahezu verdoppelt werden. Dann ist aber da noch das riesige Kohlenprojekt von Kuznezk. Die dortigen Vorkommen wurden auf 250 Milliarden Tonnen geschäht. Die in Deutschland sollen nur 275, in Amerika 255 und in England nicht ganz 200 Milliarden Tonnen betragen. Zusammen mit dem Donezgebiet (Schätzung 75 Milliarden Tonnen) würde Ruß- land also die reichsten Kohlenvorkommen der Erde besitzen. Aber die Ausbeutung stöbt wegen des Verkehrsproblems auf Schwierigkeiten, die in Europa gar nicht vorstellbar sind. An sich ist der Plan, die sibirischen Dodenschähe nutzbar zu machen, nicht neu. Er wurde aber immer wieder fallengelassen, weil seine Durchführung Jahrzehnte an Zeit und Milliarden an Geld erfordert. 2lun hat das rote Moskau^das Projekt in Angriff genommen. Sn diesem Saht sollen allein 1,3 Milliarden investiert werden. Der Eigenkostenpreis soll gesenkt, die Arbeitsergiebigkeit verbessert, neue Arbeiter eingestellt, neue Riesenwerke errichtet werden. Man geht also mit Elan an die Arbeit. Und 1936, dem Sahre des Heils, soll z. B. in der Roheisen, Produktion die enorme Zahl von 25 Millionen Tonnen erreicht werden. Um damit Amerika, das nur etwas über 31 Millionen Tonnen produzieren soll, bald hinter sich zu lassen. Das ist Moskaus • Hoffnung. Dreibundpolitikim Balkankrieg von 1912 Kiderlen-Wächter unterschätzt die großserbische Bewegung. - Schlechte Informationen aus Wien. - Vorläufer zum Weltkrieg. Don Or. Gustav Noloff, o. v. profeffor der Geschichte an der Universität Gießen. 3e mehr die Veröffentlichungen über die Vorgeschichte des Weltkriegs fortschreiten, desto mehr treten gewisse Persönlichkeiten in den Vordergrund der Detrachtung, deren Tätigkeit man früher nur in dunkeln Umrissen gekannt hatte. So in England der Unterstaatssekretär Sir Ehre Er owe, ein fanatischer Deutschenfeind, der seit 1907 im englischen Ministerium durch — zum Teil absichtlich — verzerrte Schilderungen der deutschen Politik eine Atmosphäre des Argwohns und des Hasses gegen Deutschland zu schaffen bemüht war, in Deutschland der Geheime Rat v o n H o l st e i n, der namentlich unter Bülow dazu beigetragen hat, das Verhältnis zu England zu verschlechtern, und btr Staatssekretär von Kiderlen-Wächter, der die auswärtige Politik von 1910 bis 1912 geleitet hat. Er galt lange Zeit als der gedankenreichste Staatsmann und geschickteste Diplomat im deutschen auswärtigen Dienst, und , eine Sammlung von Tagebüchern und Driesen, die im Sahre 1924 herauskam, hat durch einseitige Schilderung der Ereignisse und Personen diesen Rimbus erhöht. Indessen sein Lorbeerkranz hat durch die Akten- publikation der folgenden Jahre viele Dlätter verloren; der Marokkokonflikt z. D., der durch die Entsendung des Kanonenbootes „Panther" im Jahre 1911 in ein akutes Stadium trat und nur mit Mühe beigelegt werden konnte, hat sich als ein schlecht durchgeführtes Manöver entpuppt: ohne Zweifel hätte Deutschland mit geringerem Lärm aber gröberem Gewinn aus dem leidigen Handel herauskommen können, wie kürzlich erst durch einen nahe beteiligten Diplomaten (b. d. Lancken, Meine dreihig Dienstjahre) nachgewiesen worden ist. Aber vor allem hat Ki- derlen versagt im Hauptbrennpunkt der internationalen Angelegenheiten, in der orientalischen Politik, obgleich er sich hier auf seinem eigensten Felde — er war mehrere Jahre Gesandter in Bukarest — befand. Hierüber verdanken wir u. a. der im vorigen Jahre erschienenen großen österreichischen Aktenpublikation manche Aufklärung. Es ist an dieser Stelle wiederholt auf die große Bedeutung des Balkankrieges von 1912 hingewiesen worden. Er hat durch Vergrößerung der Balkanstaaten auf Kosten der Türkei vor allem die Gegner der Mittelmächte auf der Balkanhalbinsel gestärkt, die angriffslustigen Strömungen unter den Dalkanslawen gegen Oesterreich-Ungarn gekräftigt und viel zu der ungünstigen Lage beigetragen, in der die Mittelmächte im Jahre 1914 zum Kriege gezwungen wurden. Der Krieg gegen die Pforte wurde von den eroberungslustigen Serben und Bulgaren durch den Abschluß eines Geheimbundes im März 1912 vorbereitet: man nahm sich vor, aus (Srünben der inneren und äußeren Politik, den Krieg erst im Herbst 1912 zu eröffnen und bis dahin auch Griechenland und Montenegro zu gewinnen. Auhland und die Ententemächte, die die Entstehung des Bündnisses begünstigt hatten, weil sie seine gegen die Mittelmächte gerichtete Tendenz deutlich erkannten, erhielten Kenntnis von dem Bündnis; die Absicht, den Krieg binnen kurzem vom Zaun zu brechen, suchten die Bundesgenossen freilich zu verhehlen, weil Rußland einen solchen Kampf vor der Hand nicht wünschte. Da sich an einem Balkankonflikt leicht ein Weltbrand entzünden konnte, wollte es die Eröffnung des Krieges nicht den Kleinstaaten überlassen, sondern erst nach Vollendung feiner Rüstungen das Signal zum Kampfe geben. Indessen die serbischen und bulgarischen Politiker waren überzeugt, auch gegen Rußlands Willen zum Angriff auf den Sultan schreiten zu können, weil sie auf die Unterstützung der panslawistischen öffentlichen Meinung, der sich die Regierung beugen müsse, rechneten. So ist es in der Tat wie bekannt gekommen: obgleich Rußland und die anderen Großmächte die Erhaltung des Friedens wünschten, haben ihnen die Kleinstaaten ifjre kriegerische Politik aufgezwungen. Die Frage liegt nahe: Ahnten denn die Mittelmächte nichts von dem heraufziehenden Gewitter und konnten sie nichts zu seiner Abwendung tun? Tatsächlich blieben sie nicht ohne Warnung. So sorgfältig der Geheimbund vor den Mittelmächten verborgen werden sollte, sie erfuhren doch davon: ein Beamter der russischen Botschaft in London teilte zwar nicht den Wortlaut, aber doch den Hauptinhalt mit manchen anderen Geheimkvrrespondenzen unmittelbar nach dem Abschluß in Berlin mit, so daß Zeit vorhanden war, Gegenmaßregeln zu treffen, zumal man wußte, daß auch Rußland eine Balkan- Verwicklung in absehbarer Zeit nicht wünschte. Aber Kiderlen hat sich über den wahren Charakter des. Bundes täuschen lassen. Er hielt ihn für rein defensiv. Das Bündnis sei nur gegen einen etwaigen Angriff Oesterreichs auf Serbien abgeschlossen, schrieb er dem Verbündeten des Dreibundes auf der Dalkanhalbinsel, dem König von Rumänien (April 1912). Er ließ sich durch einige Phrasen von Defensive, die in dem ihm zugegangenen Auszüge standen, irreführen, obgleich er aus den aufgefangenen russischen Geheimpapieren eines Delleren hätte belehrt werden können: er konnte daraus ersehen, daß Bulgarien sich lange gegen das Bündnis mit dem serbischen Rachbarn und Rivalen gesträubt und es erst angenommen hatte, nachdem ihm mazedonische Provinzen als Preis zugesagt worden waren. Es mußte danach wohl dem Bunde eine Offen- sivpvli tik zugrunde liegen, ohne Beraubung der Pforte lieh sich dieses Programm nicht verwirklichen. 3a, man erfuhr aus derselben unanfechtbaren Quelle noch mehr: der bulgarische Minister des Auswärtigen suchte in persönlichen Besprechungen mit Sasonow, dem Leiter der russischen Politik, die russische Zustimmung zur Eroberung Adrianopels zu erlangen; der bulgarische Finanzminister erörterte ohne Scheu mit führenden russischen Diplomaten die Möglichkeiten eines baldigen Angriffs auf die Türkei, da ein so günstiger Augen» blick — die Pforte lag seit Oktober 1911 mit Italien im Kriege — nicht unbenutzt verstreichen bürte; Griechenland schloß sich dem Bunde an. und Montenegros Anschluß wurde erwartet. (Mai, Juni 1912.) Wenn das auf Offensivabsichten der bulgarischen Regierung hinwies, so nicht minder unaufhörliche populäre Kundgebungen auf entsprechende Stimmung in der Bevölkerung. Trotz allem hielt Kiderlen an seinem Optimismus, daß es^nicht zum Kriege kommen werde, fest. Er setzte seine Zuversicht auf den Frie - denswil len Ruß lands, dem die kleinen Balkanstaaten gehorchen müßten: die Macht des panslawistischen Gedankens, dem sich auch der Zar beugen mußte, stellte er nicht in die politische Rechnung ein. Er suchte seinen Optimismus auch dem Grafen Derchtold, dem österreichischen Minister des Auswärtigen, mitzuteilen, aber dieser war skeptischer, da ihm aus Rumänien manche Warnungen vor den serbisch-bulgarischen Umtrieben zugingen. Hieraus und aus einigen unvorsichtigen Worten der Königin von Bulgarien schloß der Wiener Staatsmann, daß die slawischen Balkanstaaten gegen die Türkei los- brechen würden, sobald die türkischen, Zustände dazu einlüden, und da gerade in dieser Zeit manche Meutereien in Der türkischen Armee vorkamen, so konnte dieser Moment jeden Augenblick eintreten (Anfang Juni). Wenn man zu allen diesen Anzeichen hinzufügt, daß die Bundesgenossen im Verein mit der Entente nicht nur die Tatsache des Bündnisses vor den Mittelmächten zu verbergen suchten, sondern daß sie das Dünonis sogar mit der größten Skrupellosigkeit ableugneten, als durch Indiskretionen französischer Diplomaten Andeutungen über das Bündnis in die Oeffentlichkeit kamen, so mußten, sollte man meinen, die Regierungen der Mittelmächte auf den Verdacht verfallen, daß hier etwas ihnen Feindliches verborgen werden sollte: warum sollte ein harmloser Defensivvertrag das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen haben? Aber monatelang haben beide Regierungen untätig sich der Hoffnung hingegeben,, daß Rußland seine unruhigen Balkanvasallen im Zaume halten werde. Die Erklärung für diese resignierende Politik liegt zum Teil in den Beziehungen zwischen den beiden Mittelmächten: sie teilten sich gegenseitig ihre Informationen nicht völlig mit, so daß sie über die vom Balkan her drohende Gefahr nicht so unterrichtet waren, wie es möglich war. Ein weiterer, vielleicht der entscheidende, Grund liegt in der politischen Anschauung Kiderlens: wie den Panslawismus überhaupt, hat er insbesondere die Stoßkraft der groß- serbischen Bewegung und ihre Gefährlichkeit für Oesterreich-Ungarn unterschätzt. Aus einem soeben veröffentlichten Briefwechsel zwischen dem Fürsten Bülow und dem nationalliberalen Politiker vom Rath aus den Jahren 1912/13 (Preußische Jahrbücher Januar bis März) erfahren wir, daß Kiderlen in dem erstarkenden Südslawentum nicht nur eine Gefahr für die Donaumonarchie, sondern sogar ein wirksames Gegengewicht gegen Rußland erblickt hat. Selten dürfte sich ein Staatsmann vor dem Kriege in einer der entscheidendsten Fragen gröber getäuscht haben als der damalige Staats- sekretär, und von dieser Grundauffassung aus ist es verständlich, daß er die den Mittelmächten feindltchen Kräfte und'die ganze Situation falsch beurteilt hat. Aber ein Vorwurf trifft nicht ole deutsche Politik allein: Die Wiener Regierung hat versäumt, die Berliner rechtzeitig über die revolutionäre großserbische Agitation in den habsburgischen Provinzen zu unterrichten. Aufklärung hierüber sowie über Die analogen serbischen Umtriebe In Albanien, worüber man in Wien gut unterrichtet war, hätten vielleicht den Optimismus Kiderlens heilen können. Erst als die Kriegsabsicht der Balkanstaaten mit Händen zu greifen war, im Auaust 1912, versuchte Oesterrelcht, eine internationale Gegenwirkung ins Leben zu rufen, aber Inzwischen war die Dolks- ftimmung in Bulgarien, Serbien und Rußland viel zu erregt geworden, um diplomatischen Dorstellungen Gehör zu geben. Kiderlen hat das Scheitern seiner Dolitik nicht lange überlebt; er ist mitten in den Balkanwirren plötzlich gestorben (Dezember 1912). Aber das deutsche Auswärtige Amt war gründlich geheilt; sein Rachfolaer Jagow erkannte die groß- serbische Gefahr richtig und war im Verein mit Berchtold bemüht, sie bei Neuordnung der Balkan- Verhältnisse im Jahre 1913 einzudämmen. Aber der Erfolg, den die Balkanstaaten, besonders Serbien, über die Türkei davongetragen hatten, war nicht aufzuheben und trug in der gesteigerten Offenflvpolitik der Serben gegen Oesterreich seine Früchte. Ihre letzte war die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand am 28. Juni 1914. Schützt die Frösche! Vom Tierschutzverein für Hessen wird uns geschrieben: Der Frühling zieht durchs Land und die wärmenden Strahlen der höher steigenden Früh- lingssonne locken auch die Schläfer des Winters aus ihrem Versteck. Die grünen Gras- und Wasserfrösche verlassen ihr feuchtes Bett am Teiche und steigen zur Wafferoberfläche empor. Run kommt wieder eine Schreckenszeit für diese armen Frösche. Die Frofchfänger ziehen hinaus, fangen die kleinen Tiere, reihen ihnen die Hinterbeine aus oder trennen sie mit üblen Messern ab, werfen die zappelnden, geguälten Tierchen weg und überlassen sie dem Hungertode. Auch Buben ziehen in ihrem jugendlichen Llebermut gar manchmal an den Teichs mit Stöcken und Steinen bewaffnet, um alle Frösche, die sich ihnen zeigen, zu schlagen oder zu bewerfen. Zu Tode getroffen, zappeln , die armen Geschöpfe dann hilflos im Grase, bis sie nach qualvollen Leiden verenden. Die Eltern, Lehrer und Erzieher sollten die Jugend durch Ermahnungen von dem verwerflichen Tun abhalten. Dem Handwerk der Froschfänger am Teich sollten hiergegen alle Tierfreunde und mitfühlenden Menschen zu steuern suchen. Gleichwie in Baden und Tirol ein vollständiges Verbot des Frosch- schenkelhandels erlassen wurde, so sollten fluch die übrigen Länder diesem Beispiel folgen. Berliner Börse. Berlin, 11. April. (WTB. Funkspruch.) Das Geschäft ist heute noch ganz unentwickelt, die Tendenz scheint aber nach der festeren 2ü)enbb5rjt wieder freundlich zu fein. Man nimmt an, daß btt Spekulation, die gestern Blankoabgaben vorgenommen hatte, heute zu Deckungen schreiten wird. An- regend wirkt die Meldung von beschleunigter Durch- führung der deutsch-russischen Verhandlungen. Man taxiert AEG. 116 (Geld), Siemens 188, J.-G.-Farben 157,50. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Berlin 20,41, gegen Kabel 4,8593, gegen Schweiz 25,2275, gegen Amsterdam 12,1113, Kabel gegen Berlin 4,2005. Briefkasten ver Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schnstleitung.) R. Sch. Wer einen Hund in fremdem Jagdgebiete (also außerhalb einer Ortschaft) bei sich hat und denselben außerhalb der erlaubten Verbindungswege über 100 Schritte von diesen frei Herumlaufen läßt, sowie derjenige, dessen Hund allein in der angegebenen Weise frei herumläuft, wird mit einer Geldstrafe von 1 bis 5,20 Mark bestraft. Erlaubte Verbindungswege sind die dem öffentlichen Verkehr geöffneten Wege, welche eine Verbindung zweier Ortschaften bilden^ nicht aber Walbschneisen, oder Spazierwege, die diese Eigenschaften nicht haben. Dieses ergibt sich aus Artikel 25 des Hessischen Iagdstrafgesehes. Maulkorb- oder Zwang, den Hund an der Leine zu führen, besteht z. D. bei behördlicher Anordnung wegen Tollwutgefahr. AK. in G. Zu den Fragen I und III: Der Dichter Heinrich Mann, Bruder des Robelpreisträgers Thomas Mann, wurde am 27. März 1871 in Lübeck geboren. Von feinen Werken nennen wir: „2m Schlaraffenland" (1900), „Die Göttinnen" (drei Bände, 1903), „Professor Unrat" (1905), „Zwischen den Rassen" (1907) und die Romantrilogie „Das Kaiserreich" (drei Bände, 1914, 1917, 1925). Heinrich Mann ist gegenwärtig Vorsitzender der Preußischen Dichterakademie. Die Beantwortung der unter II. und IV. gestellten Spezialfragen geht über den Rahmen der im Briefkasten üblichen Auskunftserteilung weit hinaus; wir verweisen auf die modernen Literaturgeschichten, insbesondere etwa von Hans Rau- mann und Paul Wiegler. Daten für Montag, 13 April. Sonnenaufgang 5.37 Uhr, Sonnenunteragng 19.15 Uhr. — Mondaufgang 4.38 Uhr, Monduntergang 14.13 Uhr. 1598: Heinrich IV. gewährt im Edikt von Nantes den Protestanten Religionsfreiheit; — 1872: der Schriftsteller Roda Roda in Pußta-Zdenci geboren. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen An;eir,enauflrage sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 12. April. Quasimodogeniti. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; Konfirmation der Kinder der Markusgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Pfarrassistent Seemann. — 3o- hanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; Konfirmation der Kinder der Johannesgemeinde; Feier des hl. Abend- mahls; 18: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Müller. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; Konfirmation der Kinder der Luthergemeinde; Feier des hl. Abendmahls. — Elifabelh-Kleinkinderschule. 9.45: Pfr. Lic. Sßaas 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienft; 11: Kindergottesdienst. — Diefeck. 14.15. — Alfen- Vufeck. 9.30: Konfirmation; im Anschluß Beichte und hl. Abendmahl; Kollekte. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Daubringen und Ruttershausen; 13.30: Lollar. — Hausen-Garbenteich. 10: Häufen; hl. Abendmahl; 13: Garbenteich. — KJafjenbotn-Stein- berg. 9: Beichte; 9.15: Predigtgottesdienst; im An- schloß Feier des hl. Abendmahls (ältere Eheleute). — Lich. 9: Beichte im Gemeindesaal; 9.30: Konfirmation; hl. Abendmahl; Stiftsdechant Kahn. Katholische Gemeinden. Samstag, den 11. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 12. April. Weißer Sonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; Feier der ersten hl. Kommunion der Kinder; 11: Messe; 15: Weihe der Erstkommunikanten an die Gottesmutter, darauf Andacht mit Segen und Tedeum. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt; Erstkommunion der Kinder und Schulentlassungsfeier; 15: Taufgelübde und Weihe. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.____________________ Lonn'nq«dienü b. tterzte u. Slvotbefen am 12.4.31. Fr.Oi- Rothenberger. llr.Neumann'Svengel. Engel- ODOtbete. Z rtniarzt: Dr Wertheim. D Snifettungs-Kuren im Frühling find sehr enivfehlenSwert, weil der Körper gerade ietjt eine besondere Neigung zur SioffauSfchetdung besitzt. Nehmen Sie früh, mittags und abends 2 bis 3 Toluba-Kerne, die Sie in Apotheken erhalten. Sodbrennen ■ 250 gr 0,60. 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Sie konnte natürlich nicht allein jetzt in der Dunkelheit nach Montreux hinunter und chren Mann auS dem Restaurant herau-holen. Aber Fräulein Zindler kam ihr zu Gefallen sicher mit, und der Gchheimrat auch. Und Ursula hatte sich nicht getäuscht. Beide stellten sich ihr bereitwilligst zur Verfügung. Sofort machten sich alle drei auf den Weg, durch dve nächtlichen Weinberge hindurch, die Straße zum Seeuser hinab. Es war ein Weg, der Ursulas Ungeduld und Aufvrgung noch steigert«. Endlich waren sie unten auf der Rouvenaz, der langen Dillen- und Hotel- strafe längs des Sees, angelangt, nun nur noch wenige-Minuten, und sie standen vor der Ton- Halle. deren Fenster im ersten Stock hell erbe uch: et waren. Gott sie gedankt! ..So, meine Damen!" Der Geheimrat schickte sich an. allein die Treppe htnaufzusteigen. ..Wenn Ste hier warten wollten —, gleich bin ich mit Ihrem Herrn Gemahl wieder unten, gnädige Frau." Und schon eilte er die Stiege hinan. — Doller Spannung harrten die beiden Frauen. Die wenigen Minuten beuchten Ursula qualvolle Stunden. Erst jetzt, wo sie hier wartend stand, kam ihr zum Bewußtsein, wie entwürdigend diese Szene im Grunde war. Das; sie hier vor der Schenke stand, die auf den trunksüchtigen Mann Wartete, der unbekünrmert sich und seine Familie zugrunde richtete. Ein Ekel stieg in ihr auf. Wie furchtbar erniedrigte sie doch das Leben, ihre Ehe! Richt- blieb ihr erspart! Und doch mußte sie dankbar sein, wenn es mir gelang, den Unseligen, an den ihr Los einmal gekettet war. ohne Schaden wieder herauszubekommen. Da kamen Tritte die Treppe herab. Unwillkürlich trat Ursula einen Schritt näher, aber ein Schreck durchzuckte sie. Der Geheimrat kam allein herunter mit enttäuschter Miene. .Er tolll nicht? Er weigert sich?"' Geängstigt stieß sie es hervor. »Er ist gar nicht oben, schon wieder weg" .Weg?" ,3a, schon seit einer Stunde. Da kam der Assistenzarzt von uns oben — ich sprach ihn eben selber — auch an den Stammtisch. Seine Gegenwart hat offenbar Herrn Drenck geniert: jedenfalls ist er unmittelbar darauf mit zwei jüngeren Herren, aufgestanden und weitergegangen. Leider eine wenig geeignete Gesellschaft für Ihren Herrn Gemahl, meine gnädigste Frau: denn die beiden jungen Leute, die hier mehr zum Vergnügen weilen, stehen im Rufe, arge Rachtbummlcr zu sein, wie mir der Doktor sagte." .Mein Gott! Und wohin sind sie gegangen?" Der Geheimrat zuckte die Schultern .Das wußte leider niemand. Der eine der Herren hat nur lachend beim Abschied gesagt, sie wollten heute mal einen .kleinen Betrieb' aufmachen. Da- verheißt nichts Gutes. Man vermutete am Stammtisch, sie werden eine Tournee durch alle Dar- und Weinstuben hier unternommen haben." .Aber das kann ja sein Tod sein!" Verzweifelt rang Ursula die Hände. Ich flehe Sie an — helfen Li« mir! Wir müssen ihn suchen — überall!" .Aber natürlich, meine gnädigste Frau! Befehlen Sie nur ganzüber mich. Und nur nicht den Mut verlieren! Wir werden die Au-reiher schon noch erwischen." »Wie gut Eie beide zu mir sind!" Mit innigem Dank preßte Ursula im Weitcrschreiten den Arm ihrer jungen Begleiterin, die sich tröstend an sie geschmiegt hatte. .Wenn ich Sie jetzt nicht hätte!" Sv machten sich denn die drei auf die Suche, aber sie blieb erfolglos. Wohl glückte es ihnen, hier und da die Spur der Gesuchten ausfindig zu machen: aber überall waren sie schon wieder nach kurzem Aufenthalt davongegangen. Inzwischen verrann die Zeit: Ursula, von Verzweiflung übermannt, wurde es immer gewisser, daß da- heute zu einer Katastrophe führen müsse. Da endlich, eS war schon stark nach Mitternacht, gelang es, da- Ende der Spur festzustellen, in einer kleinen Weinstube in Clärens. Die drei waren hier vor etwa einer Stunde erschienen, bereits in sehr animierter Stimmung und hätten Seckt bestellt. Einer von ihnen, nach der Beschreibung des Wirts ohne Zweifel Drenck, hätte die andern bewirtet und sie immer mehr zum Trinken angeseuert. .Wer weiß, wie lange es noch geht!" habe er ein paarmal, den vollen Kelch hinunterstürzend, gerufen — ein Spaß, den die andern Herren mit lautem, übermütigem Lachen lärmend quittiert hätten. Da, — gerade als die dritte Flasche gekommen war — wäre plötzlich dieser luftig« Herr totenblaß geworden, wäre sich mit dem Taschentuch zum Mund gefahren —" .Barmherziger Gott — Blut!" Dellend entrang sich der Schrei Ursulas Brust. Der Geheimrat nickte mit tiefem Ernst und erzählte weiter: Da wären die beiden anderen plötzlich ganz still geworden Eilends hätten sie bezahlt und mit dem Herrn, der sich soweit wieder erholt und hartnäckig jede ärztliche Hilfe abge- lehnk hatte, das Restaurant verfallen. Wohin, Totsse brr Wirt zwar nicht bestimmt: er glaube aber verstanden zu haben, daß die beiden anderen Herren den Kranken, der nun erst recht weiter wollte — so was tue ihm nichts, das habe er schon öfter gehabt — nach Hause hätten begleiten wollen. Einen Augenblick stand Ursula wie niedergeschmettert. Also doch zu spät — vergebens ihrer aller Bemühen! Dann aber fuhr sie auf: Rach Haus! Daß sie Gewißheit bekäme, und wäre e- auch die schlimmste! So eilten die drei in dunller Rächt heimwärts — wortlos legten sie den langen Weg zurück. Es war schon nach ein-, al- sie oben im Sanatorium anlangten. Run waren sie vor Drenck- Zimmer angelangt. In stillschweigender Vereinbarung blieben Fräulein Zindler und der Geheimrat draußen auf dem Korridor, um mit teilnahmsvoller Spannung Ursulas Rachricht abzuwarten, wie es dort drinnen stände. Aber kaum war sie hinter der Tür verschwunden, da gellte ein entsetzlicher Angstschrei an ihr Ohr und machte ihre Herzen erzittern. Im nächsten Augenblick wurde die Tür wieder ausgerissen und Ursula stand vor ihnen, tödliche- Entsetzen in den Zügen: .Den Arzt! - Den Arzt!" Sie wollte noch mehr rufen, aber die Stimme versagte ihr, sie wankte, und der Geheimrat muhte hinzuspringen, um sie vor dem Sturz zu schützen. Ein Blick, den er zugleich ins Innere des offenen Zimmers sandte, zeigte ihm Drencks regungslosen Körper auf der Chaiselongue hinten am Fenster. Ein Schauder überlief ihn. .Kommen Eie — nicht hier herein!" Schnell sprach er es zu Fräulein Zindler, die hilfreich von der anderen Seite Ursulas schwer in seinen Armen hängende Gestalt stützte. .Wir wollen sie ins Rebenzimmer schaffen." So geschah cs. Ursula wurde in ihrem Zimmer niedergrlcgt, und Fräulein Zindler blieb dort zu ihrem Beistand, während der Geheimrat zum Zimmer des Arzte- hinuntereilte. Wigand war noch auf; die Erlebnisse des heutigen Tages hatten keinen Schlaf zu ihm kommen lassem Don seinen Gedanken gequält, schritt er ruhelos in dem Gemach auf und nieder. Wohl stand das eine fest für ihn, unwiderruflich: Ursula stand fortab über seinem Begehren! Aber er fühlte, es ging über seine Kraft, tagtäglich ihren Anblick zu ertragen. Er durfte sic nicht mehr sehen. Und wenn sie nicht ging — wohlan, so muhte er es! Aber tncrm es auch geschah, würde er wirklich Ruhe haben — wirklich Ruhe? Würde nicht immer ihr Leidensbild ihm vorwurfsvoll vor der Seele sieben? Da klopfte es plötzlich an Wigands Tür. Mitten in der Rächt, so heftig und ungeduldig. Rasch ösfnete er: Der Geheimrat! .Herr Doktor" — atemlos stieß er die Wort« hervor — .schnell zu Drenck! Ich fürchte allerdings. Sic kommen zu spät!" .Was? Tot?" Jener nickte. Wigand erschrak. War «S nicht, als ob seine Gedanken in die Ferne gewirkt hätten? Doch im nächsten Moment schüttelte Wigand dies Gefühl des GrauenS ab: Ein Zufall, nichts weiter! .Ich komme — sofort!" Wigand rief es dem Geheimrat zu; nun dachte nur noch der Arzt in ihm. Mechanisch griff er nach allem nötigen, dann folgte er dem Boten an die Stätte des Unglücks. Wigand war um Drenck beschäftigt. Er hatte dem regungslosen Körper die Brust entkleidet, nun lauschte er mit ungehaltenem Atem am Stethoskop, daS er auf die Herzgegend gesetzt hatte. War da noch ein Funke bewegender Kraft in dem abgenutzten, schadhaften Mechanismus dieses Leibes? Sekunden feierlich ernsten, entscheidungsschweren Lauschen-, mit geschlossenen Augen — ganz Ohr. Da plötzlich ein Geräusch von der Tür zum Rebenzimmer her. und herein trat Ursula, die Augen in entsetzter Frage in sein Antlitz bohrend. Wigang hob warnend die Hand, und still stand sie wie erstarrt. Kein Laut in dnn Raum. Run aber eine Dewegung Wigands, dichter noch preßte er sein Ohr an den Schalltrichter, noch einmal vergewisserte er sich — dann richtete er sich langsam auf. Ursulas Blicke Hämmerten sich an ihn mit der letzten Hoffnung eine- Ertrinkenden: .Er lebt?" .Roch lebt er — aber ich fürchte, eS geht zu Ende." Ein Wanken, abermals drohte die eben erst aus ihrer Ohnmacht Erwachte zusammenzu- brcchen; diesmal war es die Hand de- Arzte-, die sie stützte. Halb ohne Bewußtsein ließ sie es geschehen. Die Frau in seinen Armen war geweiht gegen jedes Begehren. Sie gehörte dem Unseligen da, dessen letzte Stunde gekommen war. .Fassen Sie sich!" In innerster Teilnahme, mit leiser Stimme redete Wigand auf die unglückliche Frau ein, aus deren weitqeöfsneten Augen ein Blick der Verzweiflung flog. ..So furchtbar es Eie auch im Augenblick trifft — bedenken Sie, wie schwer er gelitten hat. Es ist das Beste so, für ihn und Sie!" .Rein, nein!“ (Fortsetzung folgt.) 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So regte schon gleich nach den Feiertagen die Einladung der Minister Brüning und EurtiuS nach England trotz der Absage von französischer Seite stark an. Weiter die Reugründungen der I -G.-Farbenindustrie in Europa in Zusammenarbeit mit amerikanischen, englischen und holländischen Oelfirmen. die alS starkes Zeichen zwischenstaatlichem Gemeinschaftsarbeit in der Großchemie ausgenommen wurden. Daneben beachtliche Atemaufträge auS Publikumskrcisen, die vielleicht noch in Nachwirkung deS Zins- terminS. vielleicht aber auch nur infolge der allgemeinen DertrauenSstärke. die in der festen Haltung d«S Rentenmarktes und in der teilweisen Rückkehr von Fluchtkapitalien schon seit langem sichtbar wurde, an die Börse gelangt sind. Währendem allgemeinen die Kleinaufträge die Märkte beherrschten, waren auf einem Spezialgebiet, nämlich bei der I.-G.-Farbenindustrie, auch größere Umsätze zu beobachten. Ueberhaupt war der Farbenmarkt auch der Markt, von dem am Dienstag eine merkliche Schwäche infolge der unklaren Dividendensrage ausging. Die Farbenaktie sank schnell wieder auf 154 Prozent, nach 160 Prozent. Später setzte sich jedoch wieder eine kräftige Aufwärtsbewegung durch, da für AEG.-Aktien stärkeres Auslandintereffe bestanden haben soll. Das Geschäft wurde aber wieder wesentlich ruhiger. Als jedoch im weiteren Verlauf der Börsenwoche die Abnahme der Arbeitslosenziffern um 200 000 Mann und die Meldung einer gut informierten Zeitung in Westdeutschland bekannt tour'c wonach die I -G.-Farl enindustrie an ihrem schon lange bestehenden Dorhaben fest hält und der Aussichtsratssihung am 2. Mai wieder ^Prozent Dividende Vorschlägen will, setzte sich eine erneute kräftige Aufwärtsbewegung durch. Das Geschäft nahm allgemein lebhafte Formen an. wobei sich Aunstseideaktien besonderer Nachfrage erfreuten. AAU. gewannen 6.5 Prozent und Bemberg 8 Prozent. Durch stärkere Aursgewinne fielen Salzdetfurth mit plus 22 Prozent, Aschersleben und Westeregeln mit je plus 13 Prozent und PH Holzmann mit plus 10 Prozent auf. Fest lagen außerdem Glektrowerte, unter Führung von Schuckert und AEG., Deutsche Erdöl, d.-®.- Farben. Th Goldschmidt und einige Bankaktien, besonders Bayerische Hypothekenbank. 3m übrigen betrugen die Besserungen bis zu 4 Prozent. Arn Rentenmarkt lagen Altbesihanleihen der Städte bis 2 Prozent höher, ferner recht fest Liquidationpfandbriefe, Industrieobligationen und Reichsschuldbuchforderungen. Der Geldmarkt erfuhr nach den Feiertagen eine merkliche Erleichterung. Der Privatdiskont wurde für beide Sichten um ’/« auf 4Ve Prozent ermäßigt. Am Devisenmarkt konnte sich die Reichsmark wieder beseftigen. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter ®etreidernarkt zeigte in dieser Woche auS Anlaß der vergangenen Ofterfeiertage schwachen Besuch und ruhigen Derkehr. Die Um- sahtätigkeit war dadurch erneut stark eingeengt, zumal das inländische Offertenmaterial knapp blieb, da nunmehr die Destellungsarbeiten der Landwirtschaft beschleunigt fortgesetzt werden. 3m ganzen war die Haltung gegenüber der Vorwoche weiter befestigt, wenn auch die Händterschalt teilweise in Erwartung weiterer Maßnahmen gegen eine DrotpreiSerhöhung stärkere Zurückhaltung bekundete. 3n 3nlandweizen war das Angebot gering. vermochte aber trotzdem den Bedarf leicht zu decken. Die Preise zogen gegen die Vorwoche um weitere 2,50 Mark per Tonne an. Das Roggenangebot war äußerst knapp, so daß die Preise bei relativ ruhigem Handel 4 Mark höher lagen. Gerste hatte bei kleinem Bedarfsg-schäft unveränderte Preise. Feinste Draugualitäten wurden etwas besser beachtet. Für Hafer entwickelte sich kein größeres Geschäft, doch lagert die Preise erneut 2,50 Mark per Tonne fester. Das M e h l g e s ch ä f t zeigte im ganzen noch keine Belebung. Roggenmehl lag fest und eS wurden auch einige nennenswerte Umsätze getätigt. Die Preise für Weizenmehle notierten 0,50 Mark höher, während Rvggenmehl unverändert blieb. Der Futtermittelmarkt hat anhaltend feste Tendenz. 3n Ateie und Futtermehlen trat eine Anappheit ein. so daß sich die Preise erneut um 0.25 Mark befestigten. Die Umsätze blieben trotzdem beschränkt. Araft uttermittel, w.e Soja- schrot und Oelkuchen. hatten in greisbarer Ware stets Aäuser. Rauhfutter lag unverändert ruhig. Fest verkehrte der Aartoffelmarkt, da!aum Ware angeboten wurde. Die Preise liegen wesentlich hoher, wurden jedoch in dieser Woche nicht amtlich notiert. Die Woche schloß in fester Haltung und zu folgenden Notierungen: Weizen 335. Roggen 212 bis 214, Sommergerste für Brauzwecke 235 bis 240, Hafer 192,50 bis 195, Weizenmehl südd. 43.75 bis 44.75, Niederrhein. 43.75 bis 44,50, Roggenmehl 29 bis 30.75, Wcizcnklcie 11,60 bis 11.75, Roggenkleie 12,75 Mark. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne, für alles übrige je 100 Ailogtamm. Wochenbericht vom frankfurter Schlacbtviebmarkt Wie immer unmittelbar nach hohen Feiertagen waren auch diesmal die Märkte schwach beschickt. Die erfreuliche Abnahme der Arbeitslos^nzifsem wurde in den Areifen der Metzger- und Händler- schäft stark beachtet. Die Preise blieben gut gehalten. zeigten vereinzelt auch kleine Einbußen, teils auch einige Besserungen. Auf dem Rindermarkt war der Austrieb geringer als in der Vorwoche, genügte jedoch der Nachfrage. Nach ruhigem Geschäft wurde der Markt ziemlich geräumt. Die Preise zogen bei Ochsen. Bullen und Färsen um je 1 Mark per Zentner an; bei Aühen hielten sie sich auf der Höhe der Vorwoche. Auch der Schweinemarkt war schwächer beschickt, doch vollzog sich der Handel schleppend, so daß Ueberstand verblieb. Die Preise blieben gehalten. Am Aälberm arf t war der Handel zu Beginn der Woche lebhaft, wobei sich Preisbesferungen bis zu 5 Mark ergaben, die jedoch am Nebenmarkt vollauf verloren gingen. Am Schasmarkt war der Auftrieb so gering, daß von einer amtlichen Notiz Abstand genommen wurde. Der Gesamtaustrieb bestand aus 981 (gegen 1224 in der Vorwoche) Rindern, darunter befanden sich 210 Ochsen, 77 Dullen, 337 Kühe und 188 Färsen, ferner aus 1494 (1803) Kälbern, 105 (175) Schafen und 5626 (6262) Schweinen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark. Ochsen Al 47 bis 51, A2 43 bis 46, Bl 38 bis 42; Bullen A 42 bis 45. B 37 bis 41; Kühe A 37 bis 40, B 32 bis 36. C 27 bis 31; Färsen A 48 bis 52, B 43 bis 47. C 38 bis 42. Kälber B 64 bis 68. C 59 bis 63. D 50 bis 58. Schweine A 45 bis 48, B 45 bis 49, C 46 bis 50, D 46 bis 50, E 43 bis 47. * Phönix 21®. Die Bilanzsitzung der Phönix 21®. für Bergbau und Hüttenbetrieb in Düsseldorf wird am 13. April stattsinden. Wie WTB -Handels- dienst erfährt, ist auf Grund der um 2 o. H. gekürzten Dividende der Bereinigten Stahlwerke, die die Haupteinnahme der Gesellschaft bildet, mit einer Dividende von 41 v. H. gegen 61 v. H. i. 23. zu rechnen. * Adam Opel AG., Rüsselsheim. Die Derwaltung der Opelwerke teilt mit, daß sich der neue Opel 1,8 6 Zyl. über Erwarten gut eingeführt habe. In der letzten Woche wurden im Durchschnitt 263 Wagen pro Tag bei einer Höchstablieferungs- menge ab Werk von 319 Wagen verkauft. Die Produktionsmenge muß von Tag zu Tag gesteigert werden. Dies wirkt sich naturgemäß auch auf den Arbeitsmarkt günstig aus. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 11. April. Tendenz: fest. — Auch zum Wochenschluß eröffnete die Börse in fester Haltung, da für Spezialwerte noch Kauf- Orders Vorgelegen haben. Daneben machte der Monatsbericht der Dresdner Bank einen guten Eindruck. Anregend wirkte ferner die beschleunigte Durchführung der deutsch-russischen Verhandlungen. Die Spekulation schritt, nachdem sie gestern mittag einige Blankoabgaben oorgenommen hatte, wieder zu Rückkäufen und Deckungen. Das Geschäft war für einen Samstagsoerkehr recht lebhaft. Die ersten Notierungen lagen gegen die feste Abendborfe über- wiegend bis 1,5 v. H. höher. Besonderes Interesse wandte sich erneut dem Elektromarkt zu, an dem AEG. mit plus 1,5 o. H, Licht & Straft mit plus 2,75 o. H., Siemens mit plus 2,25 v. H. lebhafter umgesetzt wurden, ©effürel und Schuckert gewannen je 1 v H. Rütgerswerke gaben auf die Meldung über ungünstige Geschäftsberichte 1 v. H. nach, nach, dem sie gestern noch starker gesucht waren. Sehr fest tendierten am Kunstseidemarkt Aku, die 3,25 v Sy ansogen. Am Kalimarkt lagen Salzdetfurth 3 v. H. höher, Westeregeln behauptet. Bon Berkehrsaktien acroannen AEG. für Verkehrswesen 2,5 v. H und Allgemeine Lokal, und Kraftwerke 1,5 v. H., Reichsbahnvorzugsaktien plus 0,4 v.H. Montanwerte lagen bei kleinem Geschäft behauptet. Höher setzten noch ein Süddeutsche Zucker, Waldhof und Daimler, bei Besserungen bis 1,5 v. H. Am Anleihemarkt Alt und Neubcsitzanleihe gut behauptet Ausländer ruhig. Der Pfandbriefmarkt lag geschäftslos und um eine Nuance niedriger. Der weitere Verlauf der Börse war sehr ruhig, doch blieben die Kurse im allgemeinen behauptet. Am Geldmarkt war lagesgelb mit 4 v. H. unverändert. Der Devisenmarkt lag ohne jede Veränderung. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2001, gegen Pfund 20,4173, London gegen Neu- York 4,859250 gegen Paris 124,27, gegen Mailand 92,85, gegen Madrid 43,82, gegen Schweiz 25,2290, gegen Holland 12,1113. Berliner Börse. Berlin, 11. April, Unsere gestrige Mitteilung, daß entgegen allen anders lautenden Nachrichten die deutsch-russischen Verhandlungen nicht abgebrochen, sondern im Gegenteil mit Beschleunigung sortgeführt und in einigen lagen wahrscheinlich zu Ende ge- bracht sein werden, hatte bereits an der Frankfurter Abendborfe wieder eine festere Stimmung hervor- gerufen, die sich erhielt. Außerdem regte eine Meldung eines hiesigen Morgenblattes an, nach der man es für ausgeschlossen hält, daß das Reich jetzt mit einer Inlandanleihe herauskommen will, wie an der Börse gerüchtweise verlautete, nachdem sich gerade erst Besserungszeichen am Kapitalmarkt bemerkbar gemacht haben. Der Monatsbericht der Dresdner Bank, der durchaus optimistisch gehalten ist, trug ebenfalls zur freundlichen Tendenz noch bei, ferner das Projekt zur Erleichteruna der Arbeitslosigkeit. Das Geschäft war zwar nicht sehr umfangreich, doch lagen aus dem Auslande und der Provinz Kauf- orders vor, zu denen sich Deckungskäufe der Spekulation, die gestern Blankoabgaben vorgenommen hatte, gesellten. Im allgemeinen waren 1- bis 3°v. H.- Besserungen festzustellen, denen nur vereinzelt Rückkäufe bis 1 v. H. gegenüberftanben. Kunbseibe- werte waren stark erholt, ebenfalls Kalipapiere, von benen Salzbetsurth 4,5 v. H auf holten. Lebhaft war bas Geschäft in AEG, Siemens, Licht 8= Straft, ©effürel, Schuckert unb I.-G -Farben Eisenbahn- Verkehrsmittel lagen bis 2,5 o. H. niebriger. Für Reicbsbank erhielt sich bei 2-v. H.-Besserung bas Interesse. Deutsche Anleihen lagen etwas fester. Aus- länber waren kaum verändert. Reich-schuldduch- forberungen behaupteten sich. Der Psandbriesmarkt war sehr ruhig. Der ©elbmarkt zeigte weiter leichte Verfassung, bie Sätze blieben unneranbert. Im Verlause würbe cs etwas ruhiger, später setzte sich aber, ausgehend von Montanaktien, für Schiffahrtswerte und 21®. für Verkehrswesen, die fast um 3 v. H. anzogen eine neue Aufwärtsbewegung durch Man bemerkte an den betreffenden Märkten Käufe von ©roßbankseite. Elektrische Werke Schlesien wurden verspätet 3 o. H höher notiert. Lissaboner Stabtanleihe bagegen 1,13 o. Sy schwächer. Letzte Nachrichten. ,(5raf 3eppriin* lendet in Kairo. Kairo, 11. April. (WTB. Funkspruch) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" lanbetc um 7.20 llhr i m Flughafen von Almazo, wo sich trotz bet frühen Morgenstunbe etwa 25 000 Menschen elnge- funben hatten, um ber Landung beizuwohnen. Das Luftschiff hatte kaum ben Boben berührt, als bie Menge bie polizeiliche Absperrung durchbrach unb sich enthusiastisch um bas Luftschiff herumbrängte. Als Dr. Eckener an ber Tür ber ©onbcl sichtbar würbe, war dies bas Zeichen zu einer großen Sunbgcbung ber Menge. Eine Stunde später flieg bas Luftschiff erneut auf, um einen Runbf 1 ug über Palästina zu unternehmen. Oer Schulstreik in Braunschweig. Braunschweig, 11. April. (WTB. Funkspruch.) Der Schulstreik an ben weltlichen Schulen in Braunschweig, Wolfenbüttel unb Schöningen wirb auch heute aufrechterhalten. In Braun- schweig finb von etwa 3000 Kinbern 120 zum Unterricht erschienen, in Wolfenbüttel finb von 282 Kin- dem etwa 10 zur Schule gekommen, in Schöningen wird vollständig gestreikt. Zu Zwischenfällen ist es bisher nicht gekommen. Sürsunfl ber polnischen deamienaehälter. Warschau, 11. April. (WTB. Funkspruch.) Wie der „Nasz Przeglond" erfährt, hat der polnische Ministerrat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die Beamtengehälter um 15 d. Sy z u kürzen. Weiter soll in den Staatsbanken das sog. 13. Monatsgehalt gestrichen werden. Wie das Blatt mitteilt, wird diese Maßnahme schon am 1. Mai in Kraft treten. Lim die Aufrechterhaltung der Mag. Verhandlungen in Wölfersheim. • Friedberg, 10. April. Vom Kreisamt Friedberg wird mitgeteilt: Gestern fanden in Wolfersheim unter dem Vorsitz des Kreisdirektors R e ch t h i e n , Friedberg, Verhandlungen auf Grund der Stillegungsverordnung wegen der beabsichtigten T e i l st i l l e - gung der He frag statt. Es waren außer den Vertretern der beteiligten Behörden anwesend: Provinzialdirektor Graes für die Provinz Oberhessen, Oberregierungsrat Ritzel für das Kreisamt Gießen und mehrere Gewerkschaftsvertreter unter Führung des Reichstagsabgeord- neten Decker, Herborn, vom Bergarbeiter- Verband. Für die Betriebsleitung begründete Ministerialrat W indisch unter Lieberreichung eingehenden Zahlenmaterials die wirtschaftliche Notwendigkeit der Stillegung. An bie angemelbefe Teilstillegung müsse sich leiber zum 1. Juli b. 3. bie völlige Stilllegung bes ganzen Werkes schließen. 21n die Ausführungen, die die ernste Lage für das Wölfersheimer Werk klar erwiesen, schwß sich eine eingehende Aussprache, deren Inhalt unb Ergebnis ausdrücklich für vertraulich erklärt wurde. In ihr suchten alle Beteiligten nach einem Weg, wie man irgendwie der Schwierigkeiten Herr werden könne. Die Erörterungen ließen es nicht als ausgeschlossen erscheinen, daß ein Ausweg vielleicht doch noch gesunden werden könne. Alte Beteiligten sagten zu, sich für die Aufrechterhaltung des für die Wirtschaft Oberhessens überaus wichtigen Betriebes einsehen zu wollen. Es gilt, nicht nut eine Belegschaft von fast 1350 Köpfen in Arbeit zu halten, sondern darüber hinaus die Existenz weiter Kreise nicht zu gefährden. Es wurde nachgewiesen, baß bas Wölfersheimer Werk runb 4,2 Millionen BM. dem oberhessischen Wirtschaftsleben in Form von Löhnen, Aufträgen usw. jährlich zuführt. Es sind Verhandlungen angebahnt worden, die eine gewisse Aussicht auf Erfolg haben, so daß der Ausfall des Werkes mit seinem für das Wirtschaftsleben Oberhessens geradezu katastrophalen Einfluß vielleicht vermieden werden kann. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe ber zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o.H., Lombardzinsfuß 6 v.H. HranNun a. Dl. Derltn .frranmm a. ■ Berlin Jranffun a. JJl. Vertin eichius- fur4 l-Ubr- Nur» Schluß» »n(ü. a. ^chiuß- tur4 1-Uhr- Nur, €d>lu6- fure Anfang« Nurs Echmß-i tu re 1 1-Ubr- N r# Schloß«, tur« Lniang» Nur« kur» nur» t>ahim 10.4. 11.4. 10.4. 11.4. Dalum IM. 11.4. 10.4. 11.4. Datum 104. 11.4. 10.4. 11.4. 8% D-uNche WeidxameUR 84,75 Hamburgmertio Pakei ... 7 Homburg-Gubam, Dampfschiff. 6 76.5 76 ■75.75 76.5 Bereinigte Liahlwerte .... 63 — 62.75 63 OOT IW?......... — 85 — 122 Ltavi Minen ... 16'/. - — 33.13 33,25 7% Teutlcfce ReldrfanltOft 100,5 Hama Sampfldilff .... 10 — 97.5 96,25 Kaliwerke iHldjetäleben ... 10 175 — 174 177,5 t>on 1929 . ....... — 100,6 — Rorbbeuticber Liovb.....8 77,5 —— 76,75 77 Kaliwerke Westeregeln ... 10 180 180,25 179 181 TtuilAe «nl.-ei>löf.-Sd)iiIt mit SUflemelne TeurickieLrebitank. 10 — Kaliwerke GaUbe tfuttb ... 15 267 270 266,5 271,5 üutiof.•Strebten ..... 59.65 59.7 59,6 59.7 Barmet Bankverein ... 10 _ teifll. ebne 9lu»lol.-Red)te . . 6% Hefl. SolhfiMl bon 1929 6,7 6,7 6,5 6,7 Berliner Hanbei-gelellfchofi . 12 klommen- unb Pnvat-Bank . 11 121,75 122 129,75 121 130 122 I. ®. rzarben InbuKrie ... 12 157,5 158,5 156,75j 159 (rütfiablb. 102%)...... Cberbclkn Yrovinji • «nlette mit eu«lol.-Srd)ten...... Teuifd* flomm. GammelabL Bnletbe Gerte 1 .... 8% fironfi. hnp-Bank (Solbple 95 58 58,9 1 1 1 95,9 58,7 1 1 I Tarm(tdbter unb Ranonalbanl 12 Deu ticke Bank unb TUtonto ffieleUldjaft, ... 10 Dre«bner Bank ...... 10 Reick» dank........12 150,5 115,75 115,25 1 1 1 1 150 115,25 115 273 151 116 115,75 — «olbickmib, ........5 Rüigerswerie ........ 6 KeiaUgeirllickxlst.......8 138,25 55,5 62.25 78,5 138 61,5 - 55,13 61,9 78 62,25 XJII unkündbar bll 1934 . . . 101,5 — — •1ö.®...........8 116 117.5 115 118,25 Philivv Hol,mann......7 101,13 101,75 100,75 100,5 -% Krankl Hop.-Bank Oolbpfr 95,75 Bergmann....... . 9 — —- 97 97 Zementwerk Heibelberg . . 10 83.5 unkündbar bU 1932 . . — — — tfleltr Lirierung»geIeNI»aft. 10 141 141 140 141 Cernerrroarf Sarlktabt. ... 10 87 — — __, 4S% SOxtnlKbe Hop. Bank L'ldti unb Stafi......10 131,75 134.5 131,75 134.5 LSavh & Rteutao ..... 8 38,9 38 _ ölflu. ÖtMfple....... 8% Pr. Lanbeflvkanbbriekanstali. Plondbrtrle R. 19 . . 8% 1-r t'flnbe«Ffancbrief«nÜQU, Somm.-Lbl. R. 90. . . 7% Pr Lande»r 'anbbrtekankalt, $fonbbncle Ä 91 ..... 93,35 — _ — tzrlien & ©uineoume ... 7^ 95 — 95.13 95,5 100,5 _ 100,5 G.-ieliickaii für Detailche Unternehmungen .... 10 133,25 134,5 133,25 US Gdtultbe« Paheohoier ... 15 — — 178,13 180,5 _ Hamburger Delrmitä».Serie 10 Rb, miicke Dekrrijilät .... 9 126 125 125 »hi........ 18 91,7p 95 92,5 95 96,5 96,5 Gdiicliidx Dektrifliräk. ... 10 Zckucken L Lo. ......11 145 146 143.4 146.5 Bemberg..... H Bellftoff Solbbof .... IS1/, 111,5 112,5 103,13 112,75 106 112 B ä.® obfl. 6ot,neel.C6liflati> uen. rüdiablbci 1932 . . . — — Girmens & Halske . . • . . 16 Iranrrabto ......... b > ibmeoer&tte.......10 188 135 190.25 - 187,5 134,9 191,75 — Bellftoll Bltballenbutfl ... 12 Charlottenburger Sähet ... 8 Sedaner «u . ...... 9 Toi miet Motoren ...... 0 2 111 88,5 — 34,5 89 142 33,65 89 144,75 34.25 4% DeflerretdifKbe Oolbrente . . 4,20% Dcfienddrtftbe GUberrtr.tr 23,25 _ 23,13 58 57.5 57 Teuriebe Linoleum ...... 96,5 97 96.25 96 2,6 _ TruHctie SrbSl . ...... 6 84.25 86 Maickinenbau B. S. ..... 0 —— — — 4% Ocsterreickliche CtnbeiUitbr _ — — — Diente — _ _ _ 86.5 79 87 Lrenktew & Sovpel ..... 6 —— — 56,13 57 4% UngotildK Solbrrnte .... 18.7 18,75 18,7 Hoeick Dien........ 79 _ 80 Lernbarc> Tie, ...... 10 123 — 121.75 — 4% Ungariicke Gtaatirente b. 1910 16.5 — 74.5 74.5 Goenrka........... 267 266 264 4H% betfli. oon 1913 — — 16,5 16.5 Iiie Berabau ....... 10 —— .— 206 206 4% Unpariltbe «honentente . . — — filbtfnerrorrfe . .•••••. 7 75 — 74,13 75,75 frankfurter Maicktnen .... 4 18,5 18,5 4% lürtifcbe Zoll anleide von 1911 4,4 — 4,4 4,45 Söin-Reuejien. . ...... 7 — 82.5 81.75 »nuner ...... 6 43,75 — — — 4% lürfilchc «agbabbabn-Lnl Dannermaun-Rubren .... 7 83 83 83 83.5 Heviioenitaedt .......0 aungtans.........6 — _ —— Gerte I 4% beflfll. Serie II....... 4,4 — 4,45 Sianslelbet Bergbau . .... 7 38 38 38,25 •— — — 4.4 — 4,4 4,45 CberiAlci. (Eiicnbvbarf .... 6 — Leckwcrfe..........8 _ — — _ 6% Rumänische oerrtab. Rente Cberldtlel. fiel enterte.....7 — — 83.25 84 Mamkraitwerkt Höchst a. M.. .8 71,5 — — — bon 1903 . . . . — —— 8,6 8,75 Pdbnix Bergbau.....6Vi 66 —— 66,25 66,25 ikiag...........10 «%% Kumtalltbt oeretnb. Rente Sideinilcke Braunkohl« . . 10 - — 186,13 186,75 Gebt, Roeder.......10 «oigt & Haeffner......9 — — von 1913 .......... 15.5 15.4 15,3 Rbetnftabl . ....... 6 90 —— 89,25 91 — — 4% Rumänische vertinb. Rente . 7,13 — 7,1 7,1 Wiebed 'Konto»......7L — kübbrunche Zucker .... 10 136,5 138 136,75 — Banknoten. Ve rtin, 10 April ®elb »rief Lmenkani'che Roten . . 4,18 4,20 58.18 58,42 Lüniiche Roten . . . 111.93 112,42 gun'ildte Roten .... 20.347 20.427 sfranzöiilcke Roten . . . 16,377 16.437 Hollänbdcke Roten ... 167,96 168.64 Italienticke Roten.... 22,03 22.11 Rorwegiicke Roten . . . ... 112.00 112.44 Deutlck-Oelkerrelch, 4 100 Schilling 58.83 59.07 Rumaniiche Roten . . . ... 2,477 2.497 Sckwebiiche Roten . . . • . . 112,05 112,49 Gcbroeuet Roten .... 80.69 81,01 Lpanilcke Roten .... 46.31 46,49 T'ck)echoi>owakiiche Roten. 12.39 12,45 Lngariiche Roten 72,97 73,27 Devisenmarkt Berlin rranffurl a. zn. 10 April 11. April Amtliche Roiierunq Amtliche Roiieruna »eib Snei »eib Brief rlmit.« tRott. 168,39 168.73 168,29 168.63 Burn.-AireS 1,458 1,462 1.451 1,455 Brü-Äntw 58,345 58.465 58,32 58.44 Sbriftianta. 112,29 112,51 112,26 112.48 .Ropenbaam 112.26 1 i 2,43 112.25 112.47 Stockholm - 112,35 112.57 112,32 112.54 HelstngsorS- Italien. . . London. . . 10,561 21.965 10,581 22,005 10,556 21,965 10,576 22.005 20.393 20.433 20.389 20.429 Weunorf . . 4.1917 4.2015 4.1965 16.404 4.2045 Paris.... 16.406 16.446 16.444 Schwei, .. 80.815 80,975 80,825 80.985 Svantea. . 46.52 46,62 46,50 46.60 Japan . . . 2,073 2,077 2,073 2,077 •Rio de Jan- 0,309 0,311 0,307 0,309 Vien in Ceft abgeft 58,99 59.11 58,98 59,10 Prag . . . Be U r-id . . 12,43 12.45 12,429 12,449 7,377 7.391 7.380 7.394 Buoav.'Y • . 73,15 73,29 73.15 73.29 Bui arun 3,047 3,053 3.047 ., 3,05a Lissabon 18,85 18,89 18.85 18,39 Tnn,ta 81,50 81,66 81.53 81,69 Äonft nnn. 1 ,784 1.789 1.M 1,789 Ütben 5,41 5.51 x5,44 5,45 Lanaoa 4,193 4,201 Z 4,193 4,200 Uru nao - 2,887 2.893 ■ 2,827 2,833 Ititro ■ • • 20,91 20,95 V 20,91 20,95 SJL-'fpoti die VfL.er nur in kompletter Rundfunkprogramm Sack Für Kinder nur Chlorodont A l s Schiedsrichter für das am 26. April in Amsterdam stattfindende Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Holland wurde jetzt der Schwede Axel Bergquist bestellt. Jung gewohnt ist alt getan! So heißt’s im Sprichwort und so bin ich auch mit Ihrer Chlorodont-Zahnpaste gefahren. Als Knabe kaufte mir die Mutter schon immer obige Paste und ich weiß mich kaum jemals zu erinnern, eine andere gebraucht zu haben. Tube 54 Pf. und 90 Pf., Zahnbürsten 1 Mk., für Kinder 60 P f. preuhen. Kreis Wetzlar. 4 Launsbach, 10. April. Der Arbeiter Wilhelm Mandler von hier verunglückte in seiner Scheune, als er damit beschäftigt war, Stroh zu holen. Er stürzte oom Scheunenboden und erlitt schwere innere Verletzungen, die seine Ueberführung nach der Chirurgischen Kli- nik in Gießen notwendig machten. Der bedauernswerte Verunglückte liegt in ernstem Zustande darnieder. Sonntag, 12. April. 7: Hafenkonzert. 8.15: Evangelische Morgenfeier, veranstaltet von der Evangel. Landeskirche Frankfurt a.M. 9.15: Stunde des Chorgesangs. 10.15: Laienmusik. 11: „Zu Unrecht vergessene deutsche Dichter", Vortrag von Gerhart Pohl. 11.30: „Probleme der Voruntersuchung", Gespräch zwischen Amtsgcr'.chtsrat Dr. Alfred Unger und Rechtsanwalt Dr. Alscerg. 12 (von Berlin, Sportpalast): Volkstümliches Konzert der vereinigten Staatsopern-Orchester. 14: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16.30: Vach- mitiagskonzert. 18.15: „Rheinische Romantik und moderner Vers, eine Klangstudie". Vortrag von Gerda von Dremen-Hirschheydt, Berlin. 18.45: „Anekdoten mit Nutzanwendung", erzählt von Ernst Bloch. 19.45: Musikalischer Zeitvertreib. 21.15: Sympho nie -Konzert des Rundfunk-Orchesters. 22 bis 24: Tanzmusik. Montag, 13. April. 7.15 bis 8.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Schallplattenkonzert. 15.50: „Wann ist die Ehefrau zur Erwerbsarbeit verpflichtet, und wann ist sie ihr erlaubt?", Vortrag von Dr. Elisabeth Schwarzhaupt. 16.30 bis 18: Rachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.15: „Studenten- gemeinschaft", Drcigespräch. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.35: Aus dem Kleinen Saal des Saalbaues Frankfurt a. QU.: Stunde der Kammermusik. 20.40: Hessischer Abend. 22.30 bis 23.30: Tanzmusik. Dienstag, 14. April. 7.15 bis 8.15: Frühlonzert des Rundfunkquintetts. 12: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Vachmittag. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.15: „lieber den Gebrauch von Fremdwörtern", Vortrag von Dr. Wiesengrund--Adorno. 18.45: Erinnerungen aus dem Literarischen Elsaß von 30 Jahren, erzählt von Herm. Wendel. 19.15 (von Freiburg): Zither-Konzert. 20 (aus dem Großen Haus der Württembergischen Landestheater Stuttgart):Der Freischütz. Romantische Ober in drei Akten. Mittwoch, 15. April. 7.15 bis 8.15: Frühkonzert auf der Kino- Orgel. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: „Wörter aus der Wanderschaft". Eine sprachgeschichtliche Plau- Oberbeffen. OerneueZahrplan derBuhbach—Licher Eisenbahn. Für das Sommerhalbjahr weist der Fahrptun der Butzbach — Licher Eisenbahn einige Aenderungen auf. Die einschneidendste ist wohl die, daß Zug 1, der seither von Butzbach 7.42 Uhr abfuhr, so spät gelegt worden ist, daß er den Anschluß in Lich an den von dort nach Gießen fahrenden Zug nicht mehr erreicht. Dafür ist aber ein wöchentlich dreimal nach Gießen fahrendes Auto für die Orte Birklar, Muschenheim, Münzenberg, Oberhörgern und Gambach bereit- gestellt. Die Späterlegung des Zuges geschah auf Wunsch der aus den Orten zwischen Lich und Butzbach täglich nach Butzbach fahrenden Arbeiter, die bisher etwa 20 Minuten vor Arbeitsbeginn schon in Butzbach waren. Auf der Strecke Grünberg — L i ch bleibt der Fahrplan im wesentlichen unverändert. Vur fährt am Mittwoch und am Samstag dis Vachmittagsauto im Anschluß an den von Gießen in Lich um 17.01 Uhr ein treffenden Zug ab und nimmt in Grünberg den Anschluß vom Zug 18.16 Adler Wagner II. Schmidt Wagner I. Boger Schäfer Post Kreß III. Preiß Schneider I. VfB.: Döckler Die 3. und die 4. Mannschaft der Spielvereini- gung 1900 haben keine Spiele abgeschlossen. Der DfD. Gießen hat für den kommenden Sonntag keifterlei Spiele angesetzt. Die Ligamannschaft, die ursprünglich am morgigen Sonntag gegen Darmstadt 98 in Darmstadt antreten sollte, wird nicht reifen, da die 98er das Spiel abgesagt haben. So steht also nur die Ligareserve gegen den Lokalrivalen auf dessen Platz im Gefecht. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Da die Verbandsspiele beendigt sind, will die Ligamannschaft des FC. 26 Großen-Buseck Gelegenheit nehmen, mit den Nachbaroereinen in Freundschaftsspielen gegenüberzutreten. Der Sportverein Geilshausen bei Grünberg, der der Untergruppe Grünberg im Gau Gießen-Wetzlar angehört, und der in dieser Gruppe einen annehmbaren Fortschritt während seiner kurzen Verbandszugehörigkeit genommen hat, wird am nächsten Sonntag in Großen- Buseck antreten. Die Elf stellt keine durchaus geschulte Mannschaft, in iyr befinden sich aber eine Anzahl Spieler die wirkliche spielerische Qualitäten besitzen. Da Großen-Buseck die flache Kombination pflegt und auch gut durchgebildet ist, so stellt die Begegnung für den Gast eins Leistungsprüfung dar. F.E. „Teutonia" Wahenborn-Steinberg. Am Sonntag gelangt das mit Spannung erwartete Lokaltreffen Watzenborn-Steinberg gegen Leihgestern auf dem neuen Sportplatz in Steinberg zum Austrag. Die Gäste, die in den Wintermonaten ein eifriges Hallentraining ausgeübt haben, haben an Spielstärke sehr zugenommen. Die Mannschaft spielt einen technisch guten Fußball. Ihre Haupt- Sieg hoffen können. Geräie-Meisterschasten der DT. Die diesjährigen Gerätemeisterschaften der Deutschen Turnerschaft werden am 26. April in Ess e n an vier Geräten, Reck, Barren, Ringe und Pferd ausgetragen. 110 Turner sind in zahlreichen Ausscheidungskämpfen von den Turnkreisen genannt worden, die sich im einzelnen wie folgt verteilen: Kreis 14 (Sachsen) und 12 (Bayern) je 12, 9 (Südwest) 11, 11 (Württemberg) 9, 3b (Brandenburg), 10 (Baden), 8a (Westfalen) und 13 (Thüringen) je sieben Teilnehmer. Die kleineren Kreise haben bis zu sechs Bewerber gemeldet. Mit den besten Aussichten gegen die Berliner Kiwatschinski, Bockenauer, Mock, Schmikaly, die Leipziger Krötsch, Kleine, die Hamburger Stedens, Huck und Pfeiffer, Wedekind- Forst und die Münchener Christ und Schmidtbauer in den Kampf. Kurze Gportnotizen. Zwei internationale Hockeyspiele wurden am Donnerstag in Mannheim ausgetragen. Der VfR. Mannheim brachte dem Wiener Allround SC. eine weitere Niederlage mit 2:0 (0:0) bei. Sehr gut führte sich die englische Damenmannschaft „Miß Pollard Eleven" ein, die über die Damen des VfR. Mannheim überlegen mit 14:3 (7:3) siegreich blieb. Uhr von Gießen auf. An den übrigen Wochentagen besteht der seitherige Abendverkehr weiter. Ob diese Aenderung über den ganzen Sommer hinaus bleiben wird und ob nicht ganz einschneidende Detriebseinschränkungen nötig sein werden, hängt davon ab, ob sich die wirtschaftliche Lage der Dahn bessert, und ob, wie es schon der Staat getan hat, auch die Streckengemeinden sich bereitfinden werden, die Steuerschuld aus früheren Jahren, die bei der katastrophalen Lage des Bahnunternehmens sich gebildet hat, zu erlassen. Sollte dies nicht geschehen, so ist sogar De- triebseinstellung nicht ausgeschlossen. L Oer Laubacher Voranschlag für 1931. □ Laubach. 10. April. In seiner vorgestrigen Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Gemeindevoranschlag für das Vj. 1931, der in Einnahme und Ausgabe je mit rund 150 000 Mark abschließt. Durch größere Mehrausgaben auf verschiedenen Gebieten und infolge der Mindereinnahme aus dem Wald mußten zum Ausgleich neue Einnahmequellen erschlossen werden. So wurde nach längerer Aussprache die Einführung der Bürger-, Bier- und Getränkesteuer beschlossen, weiter mußte zur Erhöhung des Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 12. April, 19 bis nach 22.45 Uhr: Der Vosenkavalier. Montag, 13. April, 19 bis gegen 22.30 Uhr: Viktoria und ihr Husar. Dienstag. 14. April, 19.30 bis nach 22 llfjr: Die Bohöme. Mittwoch, 15. April, 19.30 bis 22.30 älhr: Die Fledermaus. Donnerstag, 16. April, 19 bis 22.15 Uhr: Figaros Hochzeit. Freitag, 17. April, 19 bis gegen 22.30 Ubr: Viktoria und ihr Husar. Samstag. 18. Apnl, 19 bis gegen 22.30 iUjr: Einmaliges Gastspiel Eva Turner von der Metropolitan Opera Veu- york: Aida. Schauspielhaus. Sonntag. 12. April. 20 bis gegen 23 Ahr: Phaea. Montag. 13. April, 20 bis gegen 23 Ahr: Elisabeth von England. Dienstag, 14. April, 20 bis gegen 22 Ahr: Ernst (Dunbury). Mittwoch, 15. April, 20 bis gegen 22.30 Ahr: Alt-Frankfurt. Donnerstag, 16. April. 20 bis gegen 23 Ahr: Elisabeth von England. Freitag, 17. April, 20 bis gegen 22.30 Ahr: Gvand Hotel. Samstag, 18. April, 20 bis gegen 23 Ahr: Elisabeth von England. Sonntag, 19. April, 20 bis gegen 23 Ahr: Phaea. Montag, 20. April, 20 bis 22.30 Ahr: Erstes Gastspiel der Reinhardt-Bühnen, Berlin: Diener zweier Herren. — In der Besetzung der Salzburger Festspiele. kann über den Ausgang des Spieles keine Voraussage gemacht werden. Sehr wahrscheinlich ist es jedoch. daß die Gießener — nach den Resultaten, die ' in letzter Zeit erzielt haben, zu urteilen — mpletter Aufstellung auf einen knappen Spielvereinigung 1900 Gießen. Das kehle Verbandsspiel. Das längst fällige, bereits ursprünglich auf den 1. März angeseyte. aber schlechter^ Plotzver- hältnisse wegen abgeblasene letzte Verbanbssprel der Lahngruppe in der 1. Dezirksklasse gelangt am Sonntag auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe zum Austrag. Der Sportverein Wetzlar ist bei 1900, dem alten hartnäckigen Gegner, zu Gast. Beide Mannschaften lieferten sich von jeher Mannende Kämpfe. Im Vorspiel siegten die Gaste auf eigenem Platze mit 3:1 und die 1900er durften bemüht sein, die Scharte auszuwetzen. Die Wetzlarer konnten auch gegen die hiesigen VfBer bereits achtbare Ergebnisse erzielen und wenn die Mannschaft auch im jüngsten Spiel gegen Germania Marburg etwas enttäuscht, so sollte das für die Bl auweiben noch lange kein Grund fein, den Gegner etwa zu unterschätzen. Die "Wetzlarer stellen eine kampffreudige Mannschaft ins Feld, die nicht nur einige energische Draufgänger in ihren Reihen hat. sondern auch einige gut veranlagte. technisch durchgebildete Spieler. Man muß bei der Mannschaft der 1900er allerdings ein hohes Maß von Eifer voraussetzen. wenn ein Sieg, der durchaus im Bereich des Möglichen liegen müßte, errungen werden soll. "Denn sich die Mannschaft zu der Form aufrafft, die sie im Spiel gegen VfB. Kurhessen Marburg gezeigt hat, dann darf man den Sieg sogar als sicher bezeichnen. Weitere Voraussetzung wäre endlich wieder einmal eine komplette Aufstellung, denn es geht um Punkte. Ein eindrucksvoller Sieg wäre in Anbetracht der bisherigen unrühmlichen Vie- derlagen in den Gesellschaftsspielen längst fällig. Die I. Jugend der Spielvereinigung hat die gleiche Mannschaft des Sportvereins Wetzlar zu Gast. Die "Wetzlarer werden imstande fein, eine körperlich sehr leistungsfähige Mannschaft zu entsenden, die 1900er, die in ihrem Können über den Durchschnitt hinausragen und dies ver- schiedentlich unter Beweis stellten, werden dem Gegner durch klare Kombinationen beizukommen versuchen und möglichst von Anfang an auf Sieg spielen müssen. Die Schüler treten einer Schulermannschaft des gleichen Vereins gegenüber und sollten zum mindesten ein gleichwertiges Spiel zu liefern imstande sein. Das Derby der Ligareserven. Am Sonntagvormittag treffen sich die beiden Ligareservemannschaften auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 zu einem Entscheidungskampf in der Sonderrunde um die Meisterschaft der 1. Gauklasse. Bekanntlich stehen in dieser Klasse drei Mannschaften, die der Spielvereinigung 1900, des VfB. und des Sportklubs Dau- bringen punktgleich an der Spitze. Der Meister muh also in der Sonderrunde ermittelt werden. Es finden drei Spiele statt. Das erste steigt am kommenden Sonntag: am Sonntag, 19. April, spielt bann die Spielvereinigung 1900 auf dem VsB.-Platz gegen Daubringen und am Sonntag darauf der VfB. auf dem 1900er Platz gegen Daubringen. Die Chancen des morgigen Kampfes der Lokalrivalen sind beiderseits gleichmäßig verteilt. Der Ausgang des Treffens ist deshalb kaum voraus- ■ zusagen. Das letzte Verbandsspiel, das die beiden Mannschaften einander gegenüber sah, gewann .die Ligareserve des VfB. mit knappem Ergebnis. Man ist geneigt, den 1900ern eine kleine Chance l zuzusprechen, Die aber lediglich aus dem Platzvorteil abzuleiten wäre. Da ein hoher Sieg der 7 einen ober der anderen Partei ziemlich ausgeschlossen sein dürfte, darf man auf einen span- nenben Kampf hoffen, der sich in zwar harten, schließlich aber doch fairen Formen abspielen dürfte. Die beiden Mannschaften treten in folgender legen durchgeführt und 2:1 gewonnen. Die als Ersatz eingestellten Jugendlichen fügten sich gut ein. Am kommenden Sonntag empfängt die Jugend- mannschaft die gleiche des Tv. Heuchelheim zu einem Freundschaftsspiel. Handball nn Männerturnverein (O.T) Am Sonntag wird die 1. Handballmannschaft des hiesigen Männerturnvereins einer Einladung des Vereins für Leibesübungen Wetzlar Folge leisten. Da dieses Treffen das erste Freundschaftsspiel ist, das der Mto. Gießen — nach der Einigung zwischen DSB. und DT. — gegen den VfL. Wetzlar austrägt, Wassergeldes geschritten werden. In Zukunft sind auch die "Derbungskosten (Hauer- und Cetzerlohn) für das Dürgerholz von! den Ortsbürgern zu tragen. Da die seither von der Stadt erhobenen, an sich niedrigen Gemeindeumlagen in Höhe von 10 000 Mark nach Gesetz für 1931 nicht erhöht werden können, war der Ausgleich nur dadurch möglich, daß neben der Rückforderung eines ausgeliehenen Kapitals auch noch eine besondere Kapitalaufnahme von 14 000 Mark beschlossen jvurde. Der neue Voranschlag ist sparsam auf gestellt und hat sich bei vielen Kapiteln in der Ausgabe Abstriche gefallen lassen müssen. Landkreis Gießen. t Lich, 10. April. Der viele Morgen zählende fürstliche Gemüsegarten vor der alten Stadtmauer, der sog. Hopfengarten, wird in diesem Jahre nicht mehr oom fürstlichen Hause bewirtschaftet, sondern istinoielekleineParzellen auf geteilt worden, die zur öffentlichen Versteigerung gelangten. Die Stücke fanden infolge ihrer günstigen Lage zur Stadt viele Liebhaber und brachten dementsprechend ansehnliche Preise. Diese bewegten sicy zwischen 15 und 40 Mark-füL^inen Anteil von 300 bis 600 Quadratmeter. Kreis Friedberg. <£ Bad-Nauheim, 10. April. Die hiesige Fr eiwillige Sanitätskvlvnne vom Roten Kreuz, die zur Zeit 54 aktive und etwa 450 passive Mitglieder zählt, hat mit dem städtischen Krankenkraftwagen im abgelaufenen Geschäftsjahre insgesamt 340 Transporte durchgeführt, davon 83 nach auswärts. Zu Ende geführt wurde jetzt ein vom Zweigverein vom Roten Kreuz und Alice-Frauen- verein mit Unterstützung der Kolonne veranstalteter Betriebshelferkürsus.dervvn Sanitätsrat Dr. Hahn geleitet wurde und von 90 Teilnehmern besucht war. Kreis Büdingen. A Aus dem oberen Niddatal, 10.April. Infolge der immer noch herrschenden Trockenheit und Nachtfröste sind in unserem Tale die Wiesen im Graswuchs noch weit zurück, und der Stand des Rotklees auf den Aeckern ist keineswegs befriedigend, weil die Pflänzchen sich durch den Witterungswechsel von kalten Nächten und sonnigen Tagen gehoben haben. Nur ausgiebiger Regen kann hier helfen. Die Aussichten für Grünfutter sind deshalb noch gering. r Ortenberg, 10. April. Hier wurden Ostern acht Kinder, und zwar fünf Knaben und drei Mäd- chen die in schwerer Kriegszeit geboren waren, und von denen zwei den Vater im Kampfe für das Vaterland verloren, in unserer altehrwürdigen Stadt» kirche konfirmiert. Kreis Schotten. □ Laubach, 9. April. Am Dienstagnachmittag fand im hiesigen „Schützenhof" die diesjährige Hauptversammlung der Laubacher „Aus- schußgesellschast" unter dem Vorsitz des vorjährigen Hauptmanns Wilhelm K r e i ck e r statt. Die Rechnung ergab einen Aeberschuß. von 216,50 Mark. Das Kapitalvermögen beträgt 313,93 Mark. Bei der Vorstandswahl wurde Studienrat Ferdinand Vetter einstimmig zum Hauptmann gewählt. Der übrige Vorstand seht sich aus folgenden Mitgliedern (Hauptführem) zusammen: Wilh. Kreicker. Herrn. Bohn, Ludw. Schudk, Franz Kreuder, Dr. Fritz Roßbach, Ludwig Hohmann jun., Georg Göbel, Rudolf Justus, Karl Zimmer, Karl Göbel, Wilh. Schmidt IV. und Karl Poth. Ersatzhauptführer sind: Gg. Klein, Herrn. Diehl, Karl Kopp und W. Michel. Weiter wurden neun neue Mitglieder in die Ausschußgcscllschast aufgenommen. Eine längere Aussprache entspann sich über die Entschädigung von auswärts wohnenden Ausschußmitgliedern bei guten Schußleistungen auf dem Hammelstand. Da solche Mitglieder keinen Anspruch auf den gestifteten Hammel und die Hammelsgabe haben, sollen sie in Zukunft mit einem Ehrengeschenk bedacht werden. Die Stiftung dieser Ehrengeschenke übernahm Fabrikant Ludwig Hohmann. Vach einem Amzug durch die Stadt vor die Wohnungen der Hauptleute fand die Versammlung ihr Ende. derei von Dr. Franz Wallner. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Vach-- miütagskonzerl des Rundfunkorchesters. 18.15: Zeitfragen. 18.45: Vovtvag von Dr. Kümmerten. 19.45: Aus Hans VatonÄs „Kleinem Chaplin- Drehbuch", gelesen von Wolfgang Kaehler. 20.15 (Kurhaus Bad Homburg): Lieber-Abend. Eva Liebenberg. 21: Kompositionsstunde. Donnerstag, 16. April. 7.15 bis 8.15: Frühlonzert des Rundfunk- quintetts. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Vachmittags.onzert des Rundfunk-Orchesters. 18.15: „Das Leben an einer freien Gemeinschaftsschule", Vortrag von Dr. Fritz Könekamp. 18.45: „Brüning", Vortrag von Dr. Scharp. 19.15: An ton W'.ldgans zum 50. Geburtstag. Vortrag von Eduard Jacob. 19.45: Operettenkonzert des P h lmarmonischen Orchesters Stuttgart. 21: Renaissance, Barock, Rokoko. Italienischer Abend. Freitag, 17. April. 7.15 bis 8.15: Frühlonzert auf Schallplatten. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: „Wie ich es sehe." Wünsche zur Reform der Erziehungsmethoden in den Schulen. Von QHarta Oppenheimer. 16.30 bis 18: Vachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Stunde des Buches. 18.30: Eine Viertelstunde Deutsch. Von Dr. Franz Wallner. 18.45: Horace Mellon. 19.15: lieber Blutungen aus Blase und Viere. 19.45 (von Karlsruhe): Wiener Abend (Schubert—Strauß). 20.45: Ein "Bomben- mädel. Hörspiel. 21.45: Neue Musik der Va- tionen. Das Philharmonische Orchester Stuttgart. 23.10: Tanzweisen aus Amerika. Samstag, 18. April. 7.45 bis 8.45: Frühkonzert des Philharmonischen Orchesters Koblenz. 10.20: „Leben im Zirkus"', Hörbericht von Paul Laven. 12: Schallplattenkonzert. 13.05 (von Köln): Mittagskonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Konzert. 18.10: „Wohnungsmarkt, Zwangswirtschaft und Hauszinssteuer"', Vortrag von Dr. Köbner. 18.45: Eine Handvoll gereimter und ungereimter Dreiminutengeschichten von Eberhard Beckmann. 19.10: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Bunter Abend. 22: Das unbekannte Kino. Ein Hörspiel. 23 bis 24: Tanzmusik. AussteUung an: 1900: Bree Balser Grob Kraft Hammes Michel Arnold, Gg. Enders Best Wißmar toaffe allerdings ist der Sturm, der über gute Schuß- traft verfügt. Die Einheimischen sind den Gästen technisch überlegen, haben aber in den letzten Spielen ihre Schußkraft vermissen lassen. Wenn die Teutonen am nächsten Sonntag in guter Form sind und das Schießen nicht vergessen, dann ist ein Sieg der Platzbesitzer zu erwarten. $. e>p. D. 1Q26 Steinbach. Die erste Mannschaft Steinbachs hatte am ersten Osterfeiertag die erste Mannschaft von Wieseck zu Gast. Es entwickelte sich ein flotter Kampf. Die Platzbesitzer führten zur Halbzeit bereits mit 4:0. Nach dem Wechsel oermod)te Wieseck den Ausgleich Am zweiten Feiertag mußte die Mannsll-aft ein Spiel gegen Wetterfeld mit größtenteils nur neun Mann zum Austrag bringen und verlor trotzdem nur knapp mit 2:0. Handball der Gp.-Dg. 1900. Am Sonntag empfängt die Spielvereinigung 1900 die beiden aktiven Mannschaften des Turnvereins Wetzlar-Niedergirmes zu .den Rückspielen. Da sich die Gegner in Wetzlar schon sehr ansprechende Partien lieferten, so Dürften auch in Gießen technisch hochstehende Kämpfe bevorstehen. Im Vordergründe tehen natürlich die ersten Mannschaften, heißt es doch: hie Gaumeister der DT. — hie Gaumeister der DSB. Die 1900er werden wahrscheinlich eine etwas tariere Mannschaft als am Vorsonntag zur Stelle haben und sollten in Der Lage sein, Die 10-8-Nieder- lage wettzumachen. Die 2. Mannschaft Der Spielvereinigung 1900, Die anschließend spielt, wird wohl ihren Siegeszug fort- etzen. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Das Werbeturnen der 1. Riege in Herborn- eelbach war ein voller Erfolg. Mit Begeisterung verfolgten die zahlreichen Zuschauer die glänzenden Darbietungen an Reck, Barren und Pferd, sowie die Freiübungen. Reicher Beifall belohnte die Gießener Turner und zeigte, daß das Geräteturnen gerade auf dem Lande dankbare Anhänger besitzt. Das Handballspiel wurde von den 1846ern über» Gießen, den 10 April 1931 ?566D Großen-Llnden und Lang-Göns, den 10. April 1931 2571 D Die Beerdigung findet Sonntag. 12. April, nachmittags 3 Uhr statt 02067 MM Stundenplan 02100 von der Leichenhalle aus statt 02102 Erste Reichskurzschriftgesellschaft e.V., Liehen BRINKMANN autorisierter Telefunkendienst Fichte: la-Klasse 15 Stück Größte Erfahrung Aelteste Fachfirma 2564 A II. (Güteklasse N) Cafe Germania Telephon 2824 Wleseck, den 11. April 1931. 187 D Spezialität: Güteklasse F. 1 Stück -- 0,25 frn wird preiswert abgegeben. 02103 PERTRIX, Afchnitte (Güteklasse N). 2 Stück - 0,89 hn 2563 D 2569 D 3 1 1 7 22 18 13 6 2 Lollar und Darmstadt, den 10. April 1931 Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. April, nachmittags 3*/,Uhr. Ich neugum miere und repariere als modernste Vulkanisierwerk stätte jede Reifengrößei Riesenluftreifen * Reifen-Lager Ein Posten neuwertiger Decken 0,26 fm 7,75 „ 33,04 „ 92,46 „ 81,86 „ 32,55 „ 4,75 „ 27,55 „ 4,47 „ 0,55 „ für die am 20. April in der Pestalozzi- schule, Nordanlage 18, beginnenden Stenographie-Kurse - 1,85 = 0,37 = 0,94 - 3,48 - 17,26 - 21,39 = 22,52 = 14,23 - 5,76 Hier würben Dfltm iahen unb brtl 3Räb. : geboren waren, unb im Kampfe für bas ilfeljrwürbigtn Stabt» Dekanutmawung. Der vom Öcmeinbcrnt durchberatene und genehmigte Voranschlag der Gemeinde Watzenborn-Steinberg für das Ri. 1931 liegt vom Montag, dem 13. April 1931, eine Woche lang aus hiesiger Bürger, meisteret während der Dtenststunden zur Einsichtnahme und Erhebung von Ein- Wendungen offen. Cs wird eine Umlage erhoben, wozu auch die Ausmärker bei- zutragen Hoden. 2594D Watzenborn Steinberg, 11 April 1931. Hessische Bürgermeisterei. Schäfer. Fichte: Ib-Klasse 2a, „ 2b. „ 3a. „ 3b. „ 4a. „ 4b. „ Torf-Mull Tori-Streu Dungkalk Zier-Kiefe fürGärten U-Gräber In größter Auswahl auf Lacen Gebr. Kahl Tel. 2287. Wiederverkäufer wollen besonder« Anuehoteiür Klein und Waggon besnff verlangen. 2M7l > Für die vielen BeweiseherzlicherTelluahmebeidom schweren Verluste unseres lieben Entschlafenen.insbesondere dem Herrn Pfarrer Sallier für die trostreichen Worte, der Altersvereiniguns, den Gesangvereinen.der Krankenschwester, sowie für die vielen Kranzspenden sprechen wir hiermit unseren innig sten Dank aus. Im Namen der Hinterbliebenen : Frau Marie Jung, geb. Kreiling Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verluste, der uns betroffen, besonders Schwester Marie für ihre aufopfernde Pflege sagen wir aut diesem Wege herzlichen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Weimer. Daubringen. den 10. April 1931. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Luise Germer, geb. Kreiling. Heuchelheim, den 8. April 1931. Pertrix-Batterien sind von längster Lebensdauer, daher im Gebrauch am billigsten! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgang meiner lieben Frau, unserer lieben Mutter sowie lür die Kranzspenden, die trostreichen Worte des Herrn Planers und den Gemeinde-Schwestern lür die liebevolle Pflege sagen wir aut diesem Wege unseren Innigsten Dank. Heinrich Wagenbach und Kinder. Gießen, den 10. April 1931. Fichte: 2b-Klasse 3a. „ Kiefer: 2b. „ 3b. „ = 2,53 hn = 32,17 „ = 38,00 „ = 34,37 „ = 10,24 „ = 4,62 „ .t/rOUC"’ , P L Holzsubmission. Mittwoch, den 15. April 1931, vormittags 10% Uhr, werden aus den Wal. düngen der Stadt Ullendorf a. d. Lda., aus Försterei I und II, nachstehende Holzsorti- mente im Submissionswege vergeben. Försterei I. Langholz (Güteklasse N). Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres liehen Entschlafenen sage ich allen für die so zahlreichen Blumenspen- den, insbesondere dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte sowie allen Vereinen für ihre Teilnahme und Kranzniederlegungen am Grabe meinen tiefgefühlten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fran Auguste Schaler und Kinder. Gießen, den 11. April 1931. SÄ l °n 8 ® \ oufB' Der ln Auto - Bereifungs - Betrieb RE8SER - Weilar Braunfelser Straße 35 2 Stück - 29 „ = 62 „ = 88 „ = 57 „ = 15 „ = 2 „ = 45 „ a 5 „ = 1 = en. Klar. < 3er Arbeitcr M'l' «ftiat war, etrot) ö“ Td)eunenbobtn re DerUhungtN. S 3*-k * lten. m DienStagfiachmit. ihol" die diesjährige 'aubachn .Aus« t dem Lvriih deS LWm Kreider inen Ueberfchuh von :alvermögen beträgt orftandsivahl tourte ter einflimmig zum ihrige Vorstand setzt )cm sHauPführmi) r, Hcrm. 2Mn, cubct, Dr. W nann M., Tevrg , W Zimmer, midt IV. und Äarl sind: Tg. Äleln. ^p imd W. Michel. > Mitglieder in die ntmen. Eine längere er die Entschädigung Ausschlchmitgliedern ls dem Hammelstand. t Anspruch ms dm Hammelsgabe haben, einem stung dieser nt Ludwig r Stabt vor die Dote nt> die Versammlung 6en. '«e. Um 3!onne vttanslaltkk öer W Sanilätsrat Mn 90 Itilne^mero gen. 'dotal, lO.MpriL Wen Trockenheit m Tale die Wiesen , unb bet Stand de, 'iMgrbestiedigend, ch dm 'Bitterung», inb sonnigen tagen Ier Regen lann hier ünfutter sind be5hald Das Holz ist mit Rinde gemessen; das Nadelholz ist entrindet. Angebote sind nach Klassen aetrennt, verschlossen, mit Aufschrift versehen, bis zum obigen Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzu- reichen. Angebote mit zusammengezogenen Klassen oder Dorbehalten und Bemerkungen versehen, bleiben unberücksichtigt. Es wird empfohlen, das Hol; vorher zu besichtigen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Die Betriebsbeamten, Herr Förster Bing, Treis a. d. Lda. (Försterei 1) und Herr Forster Förster, Aliendorf a. d. Lda. (Försterei II), zeigen auf Wunsch das Holz vor. 258ID Die Derkaufsbedingungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen wer- den und werden beim Termin nochmals bekanntgegeben. Mendorf a. d. Lda., den 10. April 1931. Hessische Bürgermeisterei. Schneider, Langholz Fichte: la-Klasse 1b. „ 2a. „ 2b- „ 3a» ,, 3b- „ 4a. „ Kiefer: 2b. „ 3a. „ Lärche: 2b. „ chsZ slmtrÄa» 6inSra w 12 Äprii. 20 13- Aoniag. Q^gianb. I geg^ 22 gegen oh)tu. iß jprn. li''abet^J°22.30 & >is ge-^gbili< 3 SoB-ag. Audktinitetn:Nediio-. Sirai-.tvamil .-Shine, lenen. eiten. Gesuch» Bet träne Bcobacb- iiinncn. Uebeviuadm und (Ermittlungen prcHro-ürcnn öiotr ii an all Orten ert ii. erleötni oetektiv- Bnreaa-n.Är.eknolte Inb.K.Gerz.Bi '.-Nia- beim. Koretr. 17. '■** Donpraniiiert Gold und Silberfafiincn nette ich tl*,D WM da» Stück zu l.BO RM ab. (Mnrnntierc für volle Beirudnunn. »ciicbclbcim, (Ernftitr. 23, Lei.3660 1b. „ 106 2a. „ 66 2b. N 36 3a. „ 8 3b. „ 3 Försterei Todesanzeige Donnerstag, den 9. April, vormittags 10 Uhr, ent schlief sanft nach kurzem, mit Geduld ertragenem Leiden unsere unvergeßliche treusorgende Mutter, gute Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter. Schwägerin und Tante Frau Maria Wagner, ged. lang im 76. Lebensjahre Die trauernden Hinterbliebenenr Wilhelm Kehler I und Familie Heinrich Beppler und Familie Heinrich Wagner VII. und Familie Heute mittag 12 Uhr, kaum 4 Wochen nach dem Heimgänge unseres unvergeßlichen Vaters, Schwiegervaters und Großvaters, entschlief nach 14 tägigem schweren Leiden, nach einem arbeitsreichen Leben und 44 jähriger Hebammentätigkeit nunmehr auch unsere unvergeßliche treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katharina Taubert Hebamme L R. im 71. Lebensjahre Martin Taubert und Familie Karl Taubert und Familie Vekanntmaivlrng. Der Dienst eines Organisten an der Kapelle des Reuen Friedhofes ist sreigewor- den und baldigst wieder zu besetzen. Rur hiesige Berufsmusiker wollen ihre Bewerbungen, soweit dies noch nicht geschehen ist, bis zum 21. d. M. bei dem Herrn Oberbürgermeister, Stadthaus, Bergstraße 20, einreichen. 2545C Gießen, den 10. April 1931. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: 2545C Dienstag, den 14. April 1931, Rindvieh- (Rutzvieh.) Markt; Mittwoch, den 15. April 1931, Schweinemarkt. Austriebszeit an beiden Markttagen von 1% bis 8% Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Dieh gegen Maul, und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 11. April 1931. Der Oberbürgermeister. ______I. B.: Dr. Rosenberg.______ Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene und genehmigte Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für Rj. 1931 liegt vom 11. d. M. ab acht Tage lang aus der unter- zeichneten Bürgermeisterei offen. (2577D Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker oeizutragen haben. Einwendungen dagegen können innerhalb der Frist schriftlich oder mündlich dargebracht werden. Geilshausen, 10. April 1931. Hessische Büraermeistcrei Geilshausen. _________Wagner._________ Jagd-Verpachtung. Am 27. April 1931, nachmittag, 3 Uhr, wird in der Gastwirtschaft Weber zu Ah- bach die 3agd der Gemeinde Ahbach auf die Zeit vom 1. April 1931 bis 31. März 1940 öffentlich meistbietend verpachtet. Der Jagdbezirk umfaßt 814 Hektar, da- von 240 Hektar Wald. Die Jagd besitzt einen sehr guten Bestand an Rehwild und Hasen, ferner Hühner, Enten und Fasanen. Das Revier liegt an der Bahnstation Atz- bad) der Strecke Wetzlar—Lollar oder Station Dutenhofen (20 Minuten entfernt) der Strecke Frankfurt—Gießen—Köln, Gießen—Koblenz. Die Jagdpachtbedingun. gen können bei dem Unterzeichneten ein- gesehen werden oder gegen Voreinsendung von 2 RM. bezogen werden. 2586D Atzbach, den 10. April 193L Der Iagdvorsteher. Br üdmann. Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde fangb für Rj 1931 liegt vom 14. dis einschließlich 20. April 1931 auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Langd, den 10. April 1931. 2574D Bürgermeisterei: Fritz. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Stockhausen für Ri. 1931 liegt vom 14. April L 3. ab eine Woche auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und etwaigen Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhcbuna einer Umlage beschlossen, zu der auch Die Ausmärker betzutragen haben. 2540D Stockhausen, den 5. April 1931. Bürgermeisterei Stockhausen. Jochim. Gießen, den 10. April 1931. Ide Beerdlffuner tindet Dienstag, den 14. April, nachmittag' 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt n?i I onnerstajrabend verschied nach mit grober Geduld ertragenem Leiden, mein Inniirst geliebte* Töchterchen. unser gutes Schwesterchen, Enkelcheo und Nlcbtcben Heute nachmittag. 7' , Uhr. verschied infolge eine* Schlaganfalles unsere Hebe Schwester und Tante Margarete Appel Wwe„ geb. Stühler im Alter von 78 Jahren Dia trauernden Hinterbliebenen: K ti । Ii Gertrud Im Alter von 8 Jahren. Ule trauernden Hinterbliebenen: Frau Margarethe Valentin und Kinder. Gießen. Alicenstr. 4. Großen Buseck, den 9. April 31. Die Beerdig in er findet Montag, den 13. April, nach- mlttair* 1 , Uhr auf dem Neuen l-riedhof statt. Nachruf Unerwartet schied aus unseren Reihen unser lieber Kamerad Wilhelm' Wagner Als Angehöriger der Kapelle des I Batl. 15. Int -Regts. werden wir ihm stets rin treues Andenken bewahren Die Kameraden der Kapelle I. BatL 15 Inf.*R Statt Karten. Für die überaus vielen wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres heißgeliebten Willy sagen tiefgefühlten, innigsten Dank Elise Noll. geb. Junker Marie Noll. Gießen (Bahnhofstraße 50), den 11. Apnl 1931. K7 t) 2597" >65 D 0 Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange meiner lieben Mutter, unserer treuen Schwester und Schwägerin Frau Berta MengelWw.,geb.Kehm sage ich innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna Menget. Gießen, im April 1931. Zeit JU.ontag Dienstag Mi. woch Donnerst re tag 19-20 llhr Diktat 60-100 An änger — Distat Anfänger 60 - ICO 19N-21„ — — praiilfcru höh.DlkKI - — 20-21 , Diktat 120 u. höh Fortbildung — Diktat 120 u höh. Fort» bilburg 21-22 , Kedeschrist — — Redeschrift — Gröhe Meffe-S onderver kauf stage von Montag, den 13. April, bis Montag, den 2 0. April 1931 Wir bringen in falt (amtlichen Abteilungen 2557a Extra-Angebote die aufTifchen ausgelegt find, zu fabelhaft billigen Preifen Wir bitten um unverbindlichen Befuch und Beachtung unterer Schautentter! Nähkursus 2174 A 3. B. H AUSER. GIESSEN AM OSWALDSCARTEN Unterricht in Damenmaßschneiderei und Weißnähen erteilt in ganzen und halben Tagen 8. Bornemann, Damenschneidermeisterin Großer Steinweg 12 gross Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen. Vogtsche Handelsschulen Gießen und Herborn Beginn des neuen Schuljahres: 14. April 1. Höhere Handelsschule f. Schüler nur mit Obersekundareife. Dauer: 2 Semester. 2. 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April, von vorm.9—12 und nachm. 2—6 Uhr, finden in Gießen, im Hotel Prins Karl, Sprechstunden statt Die Auskunft wird kostenlos und unverbindlich erteilt. Ich bitte. Leidende u. Eltern von stotternden Kindern, vertrauensvoll zu mir zu kommen. Früher war ich ein starker Stotterer und habe, nachdem ich eine neue Methode erfunden habe, mich selbst von dem Uebel befreit Prof. Böttcher, Tilsit (später in Königsberg wohnhaft), schrieb mir schon vor vielen Jahren: ..Ihre Methode müßte einen Ruhmes- u. Siegeszug durch die Welt machen !'* Kein langsames Sprechen! Keine Atemübungen: Nur das Angstgefühl muß beseitigt werden. Stottern ist keine Krankheit. Kommen Sie zu mir u. überzeug. Sie sich selbst, daß prakt.Aerzte. die selbst Stotterer waren, u. ebenfalls Anstalten ohne Erfolg besucht haben, durch meine Methode in 2-4 Woch. dauernd von ihrem Uebel befreit wurden. I nrinriri Warnnrlin Direktor der Internationalen Sprachheil- Ludwig WdrdeinB anatalt. 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