nr. 289 Erstes Blatt 18L Jahrgang Donnerstag, 10. Dezember 1931 Erich«lnl töglich.außei Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen elnzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernforechanfchlüffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten : Anzeiger Sieben, poftfchecllonto: $tanffurtam Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'fche Univerfitäts-Vuch- und öteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraffe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Auf neuer imn«. Nach Wochen bald unerträglich gewordener Spannung ist nun endlich die Bombe geplatzt. Die Reichsregierung hat als Ergebnis ihrer langen Beratungen und ihrer Fühlungnahme mit den im Wirtschaftsbeirat zusammengefaßten Sachverständigen ihr Programm bekanntgegeben, mit dessen Hilfe sie das deutsche Volk über den Winter zu bringen hofft und das ihr gleichzeitig den Rucken frei machen soll für die bereits vor der Türe stehenden außenpolitischen Verhandlungen. Die neue Notverordnung, die den Namen trägt „Vierte Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zum Schutz des inneren Friedens", ist mit ihren 46 Druckseiten im Reichsgesetzblatt nach Umfang und Inhalt weitaus die schwerst wiegende unter ihren Geschwistern. Sie faßt ein ganzes Bündel von im Einzelnen so weitgehenden und tiefgreifenden Maßnahmen auf fast allen Gebieten des staatlichen und wirtschaftlichen Lebens zusammen, daß eine kritische Besprechung ihrer Einzelheiten erst einmal ein eingehendes Studium und sorgfältiges Abwägen von Gründen und Gegengründen erfordert. Mit diesem Vorbehalt darf man indessen sagen, daß auch diese vierte Notverordnung mit ihren Vorgängern den Mangel eines organischen Aufbaus teilt, wenn auch diesmal ein gewisser innerer Zusammenhang nicht zu leugnen ist. Minister Stegerwald hat in einer Rede, in der er seinen Parteifreunden die neue Notverordnung erläuterte, erklärt, daß das Notoerordnungswerk dieses Jahres schon im Jahre 1925 hätte durchgeführt werden müssen, da Deutschland, das nun einmal den Krieg verloren habe, sich nicht unter allen am Kriege beteiligt gewesenen Völkern den höchsten Lebensstandard hätte leisten dürfen, kein Volk könne auf die Dauer mehr ausgeben, als es vereinnahme und ein armes Land könne sich nur wieder emporarbeiten, wenn es ein billiges Land werde. Der Rausch der Scheinkonjunktur nach dem Abschluß der Jnflationsperiode, das Trugbild der geborgten Wirtschaftsblüte waren jedoch nicht der rechte psychologische Augenblick, diese Erkenntnis Allgemeingut werden zu lassen, die wir heute mit sehr viel schwereren Opfern bezahlen müssen. Es scheint uns bemerkenswert, daß sich ein so prominenter Gewerkschaftsführer wie Stegerwald zum Sprachrohr dieser Gedankengänge gemacht hat, die die Reichsregierung gradezu zur Grundthese so gut wie aller Maßnahmen der neuen Notverordnung gemacht hat. Das Verordnungswerk als Ganzes soll unter dem Zwang der weltwirtschaftlichen Entwicklung, im Zeichen der Pfundkrisis, der wachsenden Zerrüttung der Weltmärkte und der heraufdämmernden Schutz- zoll-Aera in England einmal dazu dienen, durch Stärkung des Binnenmarktes Landwirtschaft wie Industrie krisenfester zu machen, zum andern unserer Exportindustrie die Möglichkeit zu geben, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu erhalten oder wo sie schon geschwunden war, in Kürze wieder zu erlangen. Voraussetzung dafür ist das Stabilerhalten unserer Währung. Dieses setzt wieder voraus den Ausgleich unserer öffenllichen Haushalte. Und alles zusammen gibt uns erst die Möglichkeit, mit einiger Aussicht auf Erfolg in die Verhandlungen einzutreten, die eben in Bafel im Beratenden Sonderausschuß der BIZ. begonnen haben mit dem Ziel einer Senkung der Reparationslasten auf ein für unsere ausgepowerte Volkswirtschaft erträgliches Maß unter gleichzeitiger Regelung der kurzfristigen Auslandverschuldung. Der Reichskanzler hat in einer kurzen Erklärung vor der Presse sich mit vollem Recht 'entschieden geweigert, solche Verhandlungen ohne ausreichende finanzielle Rückendeckung in der Heimat zu führen und die Verantwortung zu übernehmen, wenn nicht Kasse und Etat in Reich, Ländern und Gemeinden für die nächsten Verhandlungsmonate absolut sichergestellt sind. Die Verhandlungen im Haag, die uns nach der Aera Hilferding den verpanschten Y)oungplan bescherten, liegen uns in ihren Folgen noch heute schwer in den Knochen. Sie sollten uns eine ernste Mahnung sein, ohne festen finanziellen Panzer auf die kommende Re- parationskonfcrenz zu gehen, wenn wir nicht wiederum erleben wollen, daß die ersten gut gezielten Schüsse eines von Paris her geleiteten Trommelfeuers uns zwingen, die Waffen zu strecken. Heute ist diese Rüstung inmitten eines fast beispiellosen Wirtschaftsverfalls weit schwieriger zu schaffen als sie es damals gewesen wäre und auch die weltpolitische Konstellation scheint uns trotz der spürbaren Isolierung Frankreichs wenig günstig zu fein. Trotzdem müssen wir uns durchbeißen und diesem Ziel' alles unterordnen. Die Erkenntnis dieser Notwendigkeit wird uns alle, denen die neue Notverordnung neue schwere Opfer zumutet, williger machen, auch diese Last auf uns zu nehmen, wenn wir den Weg und das Ziel sehen. Die Notverordnung wird in ihren wesentlichen Bestimmungen von dem Zwang diktiert, die wirtschaftliche Produktion zu entlasten. Dem soll die weitere Senkung der Löhne und Gehälter in der Privatwirtschaft dienen, gleichzeitig aber soll eine daraus drohende gänzliche Lähmung des Binnenmarktes infolge weiterer Schrumpfung der Kauf- traft durch eine allgemeine Herabdrückung des Preisniveaus verhindert werden. Dem gleichen Ziel soll die beabsichtigte Zinssenkung, die Senkung der Werktarife der kommunalen Betriebe, der Gütertarife der Reichsbahn und der Mieten dienen. Die Regierung erwartet von diesen Maßnahmen einen Antrieb für die gesamte Wirtschaft, der durch Wie- beringangbringen stillgelegter oder kurzarbeitender Betriebe auch dem Arbeitsmarkt eine Entlastung schafft. Wenn dies glücken soll, muß allerdings f ch n e l l gehandelt werden, damit das neue Ge- famtniveau bald erreicht wird, die Wirtschaft zur Ruhe Lammt und das Preisabbaugerede aufhort, das auch vor solchen Wirtschaftszweigen nicht halt-. Das Wettecho der neuen Nowewrommg. Der Widerhall in England. London, 9. Dez. (WTB.) Nachdem bereits ein Teil der gestrigen Abendpresse Meldungen aus Berlin über das neue „drastische deutsche Sparsamkeitsdekret" in großer Aufmachung gebracht hatten, beschäftigen sich die Blätter heute in Leitartikeln mit der Notverordnung- So schreibt „Daily M i r r o r", die neue Notverordnung zeige, daß die deutsche Negierung sich ihrer Berantwortung bewußt ist. N o ch s e i e s Zeit für eine kluge und praktisch mögliche Ber- einbarung zwischen den Nationen. Die Wahl liege zwischen einem europäischen Zusammenbruch und einem internationalen Einvernehmen, das eine Zusammenarbeit im Interesse der Gesamtheit fördere. — Unter der Ueberschrift „Das Drama in Deutschland" schreibt der liberale „News E h r o n i c l e": Die Notverordnung zeigt, i n welch' extreme LageDr. Brüning bei feinem verzweifelten Kampf zur Rettung seines Landes getrieben worden ist. Außerhalb Rußlands dürfte niemals zuvor ein Staat versucht haben, in so weitgehendem Maße in das Leben seiner Bürger und in die Wirtschaft einzugreifen. Dr. Brüning kann mit Recht sagen, daß er seine letzten Reserven in den Kampf wirst. Er hat sich um sein Land wohl verdient gemacht, aber durch den Versuch, die willige Aufnahme dieser neuen Lasten zu sichern, wird sogar sein Ansehen schwer auf die Probe gestellt. Dennoch handelt er unzweifelhaft richtig. Er muß diesen Feldzug um jeden Preis gewinnen, er muß beweisen, daß er der buntscheckigen Armee, die sich hinter der Gestalt Hitlers zusammenschart, gewachsen ist, und zwar nicht nur vorübergehend, sondern dauernd. Dr. Brüning wird ganz ohne Zweifel mit gewohnter Geduld und Selbstbeherrschung seine Pflicht tun. An feinen Landsleuten ist es, dem leuchtenden Beispiel zu folgen, das er ihnen in diesen Monaten unerträglicher Spannung und Not gegeben hat. — Deutschland, so sagt die „Daily Mail", habe einen Diktator, dessen Verfügungen das Leben eines jeden deutschen Bürgers unmittelbar berührten und der nicht zögere, zu harten Maßnahmen zu greifen, wenn die Wohlfahrt der Nation auf dem Spiel stehe. — Der „Daily H e r a l d" bezeichnet die neue Notverordnung als die drastischste Maßnahme, die jemals hinsichtlich der Rechte der Bürger und ihres Geldes ergriffen worden fei, ausgenommen vielleicht in Kriegszeiten. Trotz der starken Herausforderung Hitlers durch Brüning fei es zweifelhaft, ob die Sozialdemokraten das wirtschaftliche Programm annehmen könnten. Sie würden sich vielleicht mit Hitler und den Kommunisten vereinigen und die Auflösung des Reichstages verlangen- Erste pariser Stimmen. Paris, 9. Dez. (TU.) Die Rundfunkrede des Reichskanzlers wird in den Pariser Blättern noch nicht eingehend besprochen. Die großen Blätter haben anscheinend das Bedürfnis, sich in ihrer Stellungnahme zu den außenpolitischen Ausführungen des Reichskanzlers, insbesondere auf machte, die ihre Preise längst auf das ihnen von ihren Selbstkosten diktierte Maß zurückgeführt hatten. Geschieht diese allgemeine Senkungsaktion jetzt nicht Zug um Zug, so drohen aus begreiflichen psychologischen Gründen sich die Lähmungserscheinungen auf dem Binnenmarkt noch zu verstärken, was im Augenblick des beginnenden Weihnachtsgeschäfts die beteiligten Wirtschaftszweige doppelt hart treffen müßte und den Zweck der ganzen Aktion zu einem guten Teil illusorisch machen müßte. Hier ist der neue Reichskommissar für die Preisüberwachung, der Leipziger Oberbürgermeister Go erdeter, vor eine ebenso schwierige wie verantwortungsreiche Aufgabe gestellt. Ihm geht der Ruf eines energischen Mannes voraus, der auch Ucberblirf über die Gesamtwirtschaftslage besitzt. Möge er seine Maßnahmen ohne bürokratische Schwerfälligkeit nach gerechtem und sachlichem Abwägen der Verhällnisse klar und schnell treffen. Nur dann können bei diesem staatlichen Eingriff in die Sphäre der Privatwirtschaft ernste Gefahren für die Gesamtheit vermieden werden. Das gleiche gilt sinngemäß auch für die schematische Senkung der Lohn- und Gehaltstarife grundsätzlich auf den Stand vom 10. Januar 1927. Die Notverordnung hat hier bereits eine Höchstgrenze von 10 v. H. bzw. 15 v. >). für solche Tarife, die im letzten halben Jahr keine Kürzung erfahren haben, festgesetzt. Hier fällt dem Schlichter die Ausgabe zu, das letzte Wort zu sprechen, wenn die Parteien sich nicht einigen können. Dem Zweck der Wirtschaftsbelebung widerstrebt die Erhöhung der Umsatzsteuer auf 2 Prozent. Die Regierung hat geglaubt, auf diese letzte Steuerreserve, die für den Umbau des großen Finanzausgleichs zwischen Reich und Ländern zurückgestellt war, jetzt schon zurückgreifen zu müssen, obwohl sie sich gewiß darüber klar ist, daß gerade die Erhöhung dieser Steuer den angestrebten Preissenkungstendenzen entgegenwirken muß. Aber sie glaubte, daraus nicht verzichten zu können, weil die neuerliche Kürzung der Beamtenbesoldungen um 9 Prozent, die die Notverordnung ebenfalls ab 1. Januar vorsieht, so sehr hart sie auch die von den früheren Notverordnungen besonders schwer in Mitleidenschaft gezogenen Beamten wiederum trifft, doch bei weitem nicht ausreicht, den Haushalt von Reich, Ländern und Gemeinden auszugleichen. Dazu werden außerdem herangezogen die 'Bor- feinen deutlichen Hinweis auf die Baseler Verhandlung, nicht zu überstürzen. Man will voraussichtlich erst einmal die großen Richtlinien von oben herab a b w a r t e n , ehe man sich eingehender mit den Erklärungen beschäftigt. Da, wo es einige Blätter schon heute getan haben, wenden sie ihre Aufmerksamkeit mehr den innerpolitischen Ausführungen zu und unterstreichen dabei die Worte, die Dr. Brüning an die Adresse der Nationalsozialisten gerichtet hat. Der „P e - tit Parisi en" unterstreicht nur die Entschlossenheit, mit der der Reichskanzler gesprochen habe und feine Andeutungen auf Zuhilfenahme der letzten ihm zur Verfügung stehenden Machtmittel, um die Verfassung der Republik zu schützen. Der sozialistische „Populaire" bezeichnet die Ausführungen Brünings als energisch und gleichzeitig verdächtig. Sie seien nicht geeignet, die Öffentlichkeit sowohl in Deutschland, wie auch im Auslande zu beruhigen. Er habe sehr wohl die Maßnahmen der Nationalsozialisten verurteilt, er habe aber kein Wort darüber verlautbaren lassen, welche Haltung er einnehmen würde, wenn sie eine Mitarbeit an der Regierung forderten. Die Wahl des hessischen Landtagspräsidenten mit Hilfe des Zentrums könne nur mit Zustimmung des Reichskanzlers erfolgt sein und gerade deshalb seien seine Ausführungen mehr als verdächtig. Oie amerikanische presie. Washington, 10. Dez. (WTB Funkspruch.) Die Rede des Reichskanzlers und die neue Notverordnung wurden hier überall ausführlich abgedruckt. „Evening Star" hat die amerikanische Ansicht über die neuesten scharfen Maßnahmen zusammen als den „letzten verzweifelten Versuch" der Reichsregierung, den Gläubiger- ländern zu zeigen, daß Deutschland bemüht sej, zur Sanierung feiner Finanzen dieDeflation bis auf 8 äußerste durchzuführen. Die Welt glaube an die Aufrichtigkeit der Brüning- Regierung und wünsche ihr alles Gute in diesen heroischen Bemühungen, eine Katastrophe abzuwenden. In den Ueberschriften werden die neuen Borschriften als das Ende der freien Privatwirtschaft und als Auferlegung der äußersten Opfer für das deutsche Volk geschildert. Die Rede Brünings bezeichnet „Evening Star" als den festen Entschluß Hindenburgs und des Reichskanzlers, die Angriffe auf die Verfassung, wie sie von den Nationalsozialisten, falls sie ans Ruder kommen, geplant feien, mit allen Mitteln abzuwehren. Oie Meinung in Holland. Amsterdam, 9. Dez. (WTB.) Die holländische Presse beschäftigt sich in ausgiebiger Weife mit dem Inhalt der neuen deutschen Notverordnung. Der katholische „Rotterdamer M a a s b o b e" hebt hervor, daß die Notverordnung tief in das gesamte Leben des deutschen Volkes eingreife. Die ihm jetzt auferlegten neuen Opfer seien nur damit zu recht- fertigen, daß auf diese Weise der „Untergang des Abendlandes" verhindert werden könne. Es habe stark den Anschein, daß die Reichsregierung sich eine Verhandlungsgrundlage für d i e bevorstehenden wichtigen Konferenzen habe schaffen wollen. Dies sei ihr sicherlich gelungen. Denn niemand werde ihr jetzt noch den Vorwurf machen können, daß sie nicht z u den äußer st en Mitteln gegriffen habe, um Ordnung im eigenen Hause zu schaffen. Tatsächlich sei jetzt das äußerste vom deutschen Volke verlangt worden. Wer noch mehr fordern wolle, müsse mutwillig ein Chaos entfesseln. — „AI g e - meen Handelsblad" führt aus, es sei eine große Beruhigung, daß an der Spitze des Reiches Amerikaner und Franzosen einigen sch über die Rückzahlung der Deutschland gewährten kurzfristigen Kredite. Paris, 9. Dez. (TU.) Der amerikanische Bankier 1B i g g l n s hat der „Agence Economique et Finan- ciere“ eine Erklärung übermittelt, in der es u. a. heißt: „Die Vertreter der Vankinlereffen verschiedener Länder, die an der Aufrechterhaltung der kurzfristigen Kredite in Deutschland interessiert sind, haben in Paris Besprechungen abgehallen, die der Vorbereitung ihres Besuches in Berlin gewidmet waren. Die Vertreter der Banken der Gläubigerländer sind sich hierbei einig geworden, von Deutschland zu verlangen, daß es für die Rückzahlung der kurzfristigen Kredite einen gewissen hundertsah der verfügbaren Devisen bereit st ellen soll. Dieser soll für alle Länder gleichmäßig nach dem Betrage ihrer Forderungen berechnet werden. Die Aufrechterhaltung des deutschen Handels soll hierbei jedoch berücksichtigt werden. Jedes Land habe dann zwischen handelskredilen und Finanzkrediten zu unterscheiden. Man werde von Deutschland verlangen, daß es für die durch Handelspapiere nicht gedeckten Finanzkredite besondere Garantien gebe. Das Abkommen wird von den Pariser Wirt- schaftskreisen mit großer Befriedigung ausgenommen. Man unterstreicht die lieber - einstimmung zwischen den amerikanischen und französischen Bankiers, die bisher noch niemals so deutlich in Erscheinung getreten sei. In gut unterrichteten deutschen Kreisen glaubt man nicht, daß die deutschen Finanzkreise den Stillhalteplan an- nehmen werden. Verlegung der Einko m menst eucrüor- auszahlungen um einen Monat und die begrenzte Aufhebung der Realsteuer- sperre für solche Gemeinden, deren Realsteuersähe unter dem Landesdurchschnitt liegen. Eine Reichsfluchtsteuer endlich soll mit einer Rigorosität, die in diesem Falle schon vor Jahren am Platze gewesen wäre und heute vermutlich ein Schlag ins Wasser fein dürfte, die Verschiebung großer Vermögen ins weniger von Steuern gesegnete Ausland unterbinden. Der längst in Aussicht genommene Abbau der Hauszins st e u e r ist noch um drei Jahre verschoben, weil ihr sofortiger Fortfall die Finanzen von Ländern und Gemeinden in Unordnung bringen würde. Also auch hier keine sofortige Erleichterung der Wirtschaft. Richt unbedenklich ist die durch die Notverordnung verfügte Zinskon- Dertierung für Hypotheken und Obligationen. Diese Maßnahme, die noch vor kurzem in Rc- gicrungsfreifen entschieden abgelehnt wurde, soll einmal die Senkung der Mieten ermöglichen, dann auch Ländern und Gemeinden finanzielle Erleichterung schaffen. Aber in einer Zeit, wo die Kapitalbildung ohnehin aufs äußerste erschwert ist, jedoch als dringend notwendig für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft und ihre Befreiung von den Fesseln ausländischer Kredite empfunden wird, ist die Gefahr doppelt groß, daß durch einen Eingriff wie diese Zinskonvertierung die Voraussetzungen jeder Kapitalbildung, Spartrieb und Rechtssicherheit, empfindlich erschüttert werden. Im Zusammenhang mit der erneuten Beamtenbfoldungskürzung vermissen wir wiederum wie schon bei den früheren Notverordnungen jeden Ansatz zu der längst überfälligen und auch von den Beamtenorganisationen selber immer wieder geforderten Verwaltung s- r c f o r m. die nun ebenso wie eine vernünftige Neugliederung des Reichs von Jahr zu Jahr hinausgeschoben wird. Der Reichskanzler selber hat in einer kurzen Rede vor dem Mikrophon aller deutschen Sender dem ganzen Volke urbi et orbi Sinn und Inhalt der neuen Notverordnung erläutert. Seine ernsten Darlegungen, in der klaren, sachlichen, jeder Phrase, jeder Vertuschung abholden Sprache vorgetragen, die man bei Dr. Brüning gewohnt ist, (önnen aus niemanden ohne Eindruck geblieben fein, der sich ein unbefangenes und selbständiges ilrteil bewahrt hat, möge er auch sonst zur Politik des Kanzlers stehen, wie er wolle. Dr. Brüning stellte die Notverordnung in den großen politischen Zusanunenhang und richtete nach Paris und Basel die ernste Mahnung, bei der Erörterung der Tributfrage nicht wiederum bei Teillösungen stehenzubleiben, und durch stures Festhalten an formellen Rechtsauffasfungen eine Gesundung der Weltwirtschaft zu verhindern. Das Echo in der französischen Presse, wo man in der Notverordnung eine bloße Geste zu den Baseler Sachverständigen hinüber sieht, klingt nicht gerade vielversprechend für die kom- menben Verhandlungen. Mit betonter Entschiedenheit wandte sich der Kanzler nach einer kurzen Darlegung des Inhalts der Notverordnung an die Opposition, die er warnte, „in den Stunden stärkster Nervenprobe den verfassungsmäßigen Gewalten in den Arm zu fallen . Reichspräsident und Reichsregierung würden mit unerbittlicher Strenge — notfalls auch unter Verhängung des Ausnah mezu st an- d e s -- die Machtmittel des Staates einsetzen, um Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Diesem Zweck sollen auch die im letzten Teil der Notverordnung verfügten Maßnahmen dienen: Verschärftes Waffenverbot, Uniformverbot und wenigstens während der Weihnachtswochen ein völliges Versammlungsverbot für das ganze Reichsgebiet. Jeder, der an einer Verschärfung der politischen Gegensätze in unsagbar schwerer wirtschaftlicher Notzeit kein Interesse hat, wird diese durch die beispiellose Verrohung des politischen Kampfes notwendig gewordenen Anordnungen begrüßen müssen, wenn sie gerecht und unparteiisch gegen jedermann angewandt werden. Dafür ist jedoch nach den merkwürdigen Erfahrungen der letzten Zeit nur dann hinreichend Gewähr gegeben, wenn der Reichsinnenminister selber mit der Durchführung betraut wird. Die Notverordnung soll nach den Worten des Kanzlers der dicke Strich unter die Epoche der Deflation sein. Wie sich nach dieser tiefen Cäsur unser Schicksal gestaltet, hängt zu einem guten Teil von uns selber ab, von Mut, Energie und Selbstvertrauen, von Opferwilligkeit und Verantwor- tungsfreudigkeit, mit der wir auf einer neuen Ebene an die Arbeit gehen. Männer wie Brüning und Groener ständen, die sich ihrer Straft bewußt jeien und nicht vor der extre> niistische-i Propaganda fapitulieren würden. In wirt' hajtlicher Hinsicht betont das Blatt, daß man der ijrage, c-5 Brünings Rezept dem kranken Deutschland helfen werde, skeptisch gegenüberstehen könne, da ein gewaltsames Eingreifen in den nor« malen Wirtschaftsprozeß sehr unangenehme folgen haben könne. Man dürfe ledoch nicht übersehen, daß die deutsche Regierung vor der Notwendigkeit gestanden habe, etwas Durchgreifendes zu tun, ja geradezu zu Maßnahmen sensationellen oder revolutionären Charakters zu greifen. Man könne gespannt sein, wie dieses Crperiment sich aus- wirken werde. In der schnellen Anpassung des deutschen Lebensstandards an veränderte Verhältnisse gebe Deutschland unzweifelhaft Holland ein gutes Vorbild. — „T e l e g r a a f“ hebt hervor, daß der energische Ton, der jetzt in Berlin angeschlagen werde, den festen Willen erkennen lass«, daß man von fetzt ab allen politischen Freibeutereien ein Ende bereiten wolle. — ..Nieuwe Rotter- damsche Courant" sagt seine Betrachtungen dahin zusammen, es sei zu hoffen, daß die jetzt in Deutschland entfaltete Straft nicht zu spät komme. SarzdiMl Opposition und Aoioerordnvng. Oienattonalsozialistischepreffe zur Notverordnung. München 9 Dez. (ERD) Der Völkische Beobachter" überschreibt seinen heutigen Leit, artikel mit .Wieder unerträgliche Lasten für daS Volk statt Tributverweigerung" und spricht davon, daß man überflüssige Mahnungen an die Rationalsozialisten richte, aber keine Maßnahmen gegen den Volksverrat der SVD. ergreife. Vielleicht fühle niemand mehr, wie sehr feine Tage gezählt seien, alS der Kanzler selbst. Die kommende nationale Regierung deS deutschen Volkes werde durch Anschwärzungsversuche aller Art weder innenpolitisch noch außenpolitisch ernstlich gehemmt werden können. Wenn der Kanzler glaube, Verunglimpfungen im öffent.ichen Leben stehender Personen bedürfen besonders rascher und durchgreifender Sühne so müßten die Ratio- nalsozialisten erwarten, daß derartige Verum» alimpfungen auch dann ihren strengen Richter finden, wenn sie etwa in die unzweideutig erklärte Legalität der nationalsozialistischen Führung Zweifel sehen sollte. Der .Angriff" spricht von einem .Programm der Verzweislun g". Solange man ohne Tributregelung im weitesten Sinne mit einer so zu- sammengeschrumpften Decke rechnen müsse, daß diese den Romen .Decke' überhaupt nicht mehr verdiene sei eine Arbeit an Sparmaßnahmen eigentlich e i n 3onglicren Im luftleeren Raum. Wit mechanischen Maßnahmen k.nne man das organische Werden in der Wirtschaft nachhaltig nicht bcelnfluffeiL Die Rotverordnung und alle Rotverordnungen vorher seien bureau- kratische Maßnahmen, die am Leben vorbeigingen und schlimmer noch. Lebenswichtiges abschnitten. Aber nichts geschehe, um die Lebenskraft zu steigern. Die Deulschnalwnalen fordern Aufhebung der Äolv rordnung. Berlin, 9. Dez. (XII.) Die Reichstagsfrak- tion der Deutschnationalen Volkspartei hat auf Grund des Artikels 24 der Reichsverfassung die sofortige Einberufung des Reichstages beantragt Die Deutschnationalen haben ferner folgenden Antrag eingebracht: .Der Reichs- tag wolle beschließen, die 4. Dc^ordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung der Wirtschaft und Finanzen und zum Schuhe be5 inneren Friedens vom 8. Dezember 1931 ist außer Kraft zu fetzen." 3n Braunschweig sprach Dr. Oberfohren über die Rotverordnung. Die neue Rotvcrordnung fei weiter nichts als nackte Sozialisierung. Reichskanzler Brüning sei in seiner Rundfunkrede scharf von der RSDAP. abgerückt DaS sei ein Zeichen dafür, daß er ganz unter dem Einfluß des Zentrums und der Sozialdemokratie stehe. Die Heraufsetzung der Umsatz steuer müsse zu einer Erschütterung der gesamten 3ndustrie und des Gewerbes führen. 3nfolge der Senkung der Kaufkraft durch die Einkommensenkung und der damit verbundenen Schrumpfung des gesamten Erzeugungsprozesses werde automatisch das Heer der Arbeitslosen vermehrt werden. Die Regierungskreise seien über die Stimmung im Volke nicht unterrichtet. Das Schicksal der Regierung Brüning sei längst entschieden, weil die Regierung den Kampf um die Seele des deutschen Volkes 100prozentig verloren habe. Früher habe Brüning selbst gesagt, wenn man die letzte Reserve, die Umsatzsteuer, noch anfaffe, wolle er seinen 21bschied nehmen, weil die Erhöhung dieser Steuer ein volkswirtschaftliches Verbrechen fei. Cinzelfragen -er Notverordnung. Die Preissenkung. DerPreiSsenkungSkommissar, dessen Aufgabengebiet naturgemäß besonder- umfangreich ist, wird seine Aufmerksamkeit in erster Lime den Verhältnissen auf dem Lebensmittelmarkt zuwenden, wovon freilich die Crzeu- gerpreife der Landwirtschaft ausgenommen sind, die ohnehin weit unter dem Riveau der Vorkriegszeit liegen. Bei diesen Artikeln wird der Kommissar seine Bemühungen aus die Preisspannen richten. VS liegt auf der Hand, daß er sich in erster Linie auch den Brot Preis ansehen wird. Die Dauer der Tätigkeit des Preiskommissars ist nicht irgendwie begrenzt worden. Sie hängt natürlich von den Ergebnissen ab. Eine Senkung der Rechtsanwaltsgebühren ist übrigens in der Rotverordnung nicht vorgesehen, weil die Einbeziehung in die Gewerbesteuer, die kürzlich erfolgt ist, bereits eine Einkommenfenkung um 1 0 Prozent bedeutet. Außerdem vermindert sich mit der Preissenkung ja auch die Höhe der Objekte und damit fallen auch die Gebühren automatisch. Nie Senkung -er Mieten. Die Mietsenkung wird sich nach Auffassung der zuständigen Stellen bei Altwoh - nun gen reibungslos bereits zum 1. Januar durchführen lassen. Die Ermäßigung erstreckt sich aber nur auf den Mietzeitraum, der am 1. 3anuar beginnt, kommt also bei Postnumerando- zahlungen erst am 1. Februar in Frage. Bei Reubauwohnungcn wird sich das Verfahren etwas länger hinziehen als bei den alten Wohnungen: cs sott aber dafür gesorgt werden, daß auch in diesen Fällen Mieter und Vermieter die Entlastung sobald wie möglich erfahren. Wo die Einbeziehung der Reubauwoh- nungen in daS außerordentliche Kündigungsrecht terminmäßig bis zum 5. 3anuar nicht mehr möglich ist, weil die genauen Feststellungen bis dahin noch nicht getroffen find, besteht ja die Möglichkeit, von diesem Kündigungsrecht vorsorglich Gebrauch zu machen. Uebrigens wird durch die Kündigung derVertrag vollkommen a u s g e l ö st, so daß auch andere Fragen alS die der Miethöhe der neuen freien Vereinbarung Vorbehalten bleiben. Die zuständigen Stellen erwarten von diesem Äün- digungsrecht nicht, daß nun ein großer Wohnungswechsel eintritt, vielmehr liegt eS im 3nter- esse von Vermietern und Mietern, den Kündi- gungSparagraphen als Erleichterung für neue freie Vereinbarungen zu betrachten. Die Einzelheiten hierzu werden durch die Durchführungsbestimmungen geregelt, die bereits am Donnerstag mit den Vertretern der deutschen Länder beraten werden. Der Abbau -er Wohnungs- zwangswirtschast. 3m Berliner Rundfunk erklärte ReichSsinanz- ministcr Dr. Dietrich, die Rotverordnung übt nicht nur einen gewissen Zwang aus in vielen Punkten, sondern sie gibt auch gewisse Freiheiten wieder, die wir verloren haben a u s dem großen Gebiet des Bauwesens und der Dewirtschastung der Häuser. Richt nur. daß die HauSzinSsteuer gesenkt und auch in einer Reche von Jahren beseitigt wird, wird auch die Möglichkeit gegeben, sie mit dem Dreifachen eines 3ahres- vetragS abzulösen und damit daS HauS frei zu machen von dieser Last. Wenn die Ablösung der tzauSzinSsteuer erst nach dem 1. April des nächsten Jahres erfolgt, muß aber daS Dreieinhalb» sache bezahlt werden. Ss steckt darin ein starker Anreiz, von dieser Möglichkeit völliger Ablösung so schnell wie nur irgend möglich Gebrauch zu machen. Aber es werden auch weitere Freiheiten auf dem Gebiete der Wohnungswirtschaft gegeben. Das Angebot von g^öße- rdnWohnungen ist heute so, daß die Reichsregierung vom 1. April 1932 ab für diese größeren Wohnungen und für die gewerblichen Räume freie Wirtschaft einführen konnte. Darüber hinaus aber wird die Beschlagnahme von Wohnungen und auch die Verfügung über frei werdende Wohnungen durch die Obrigkeit beseitigt für alle einigermaßen größeren Behausungen. Man darf also wohl sagen, daß im wesentlichen daS Kapitel der Häuserzwangswirtschaft mit dieser Rotverordnung abgeschlossen ist. Oie Maßnahmen auf dem Geldmarkt. Die Lparlassen zur Zinssenkung. Berlin, 9. Dez. Die Sparkassen stehen den in der Rotverordnung vorgesehenen Maßnahmen auf Senkung der Au sle i Hzinsen und der Habenzinfen sympathisch gegenüber, zumal sich diese Maßnahmen mit Vorschlägen decken, die der Deutsche Sparkassen- und Giroverband vor mehreren Wochen den bezüglichen Stellen zugeleitet hat. Allerdings sei seitens der Spar- kassenorganisation das Schwergewicht auf die Senkung der Auslcihzinsen gelegt worden. weil dies im vordringlichen 3 n t e r» esse be r Wirtschaft liege und weil damit zwangsläufig die Auswirkung auf die Einlagezinsen gegeben sei. Mit der Regelung der Zinssätze allein sei es aber nicht getan, sondern auch die Provisionen müßten mit einbezogen werden, weil davon ganz wesentlich die effektive Belastung des Kreditnehmers abhänge. Rach Ansicht der Sparkasien kommt es vor allem darauf an. eine Ermäßigung des überhöhten Z i n s n i v e a u s auf die Dauer zu erreichen. Gegenüber der ZinSsenkung auf dem Kapitalmarkt der festverzinslichen Papiere nehmen die Sparkassen dagegen die gleiche Einstellung nicht ein. da man hierbei schematisch und unter Ausschaltung der beteiligten Institute eine Zinskonversion verfügt habe. ES werde auf bie zweifellos sehr verschieben gelagerten Verhältnisse keine Rücksicht genommen. Besonders sei barauf hinzuweisen, baß die Regeluna der ZinS- politik die Rentabilität Der Geldinstitute einschneidend berühre. Wichtig sei die Frage, ob durch die gesetzlichen Eingriffe nicht bie Kavital b i l d u n g außerordentlich stark betroffen werde. Oie Koalitionsverhan-lungen in Hessen. Am Mlttwochnachmtttag trat dl« Zentrums- f r a M I o a des Landtag! zu einer Sitzung zusammen, die sich bie in die späten Abendstunden hinzog. Ls handelte sich um die Beratung des üoalitionsangcbots der Rational- fo]la(lflen. Vie Fraktion kam noch zu keinem Ergebnis. Der Parfeioorstand wird sich am Donnerstag ebenfalls mit dem Angebot befassen. Die wir hören, dürfte es ju,reffen, daß die Nationalsozialisten in ihrem Brief an Sa» Zentrum zu erkennen gegeben haben, daß sie den jetzigen Finanzminister Kienberger (Ztr.) als Staatspräsidenten akzeplleren würden, wenn sie da» Innenministerium, dem da» Finanzministerium antzegiiedert wer- Hoovers Botschaft an -en Kongreß. Washington, 8. Dez. (WTB.) 3n seiner 3ahreSbotschaft an den Bundeskongreß erklärte Präsident Hoover, die Weltdepression habe auch Amerika schwer getroffen, und jede Bemühung um die eioene Erholung gebiete auch eine Zusammenarbeit mit den anderen Rationen zur Wiederherstellung deS Vertrauens und der wirtschaftlichen Stabilität. Die Wirtschaftskrise in Deutschland und in Mitteleuropa habe im 3uni das Ausmaß einer allgemeinen Panik angenommen, und cS sei Har geworden, daß diese Rationen ohne auswärtige Hilfe zusammenbrechen würden. Die Furcht vor einem derartigen Zusammenbruch hatte sowohl unseren Wertpapiermarkt al- auch das Geschäft in landwirtschaftlichen Erzeugnissen erschüttert. Dor allem aber war eS von größter Wichtigkeit, dabei mitxufrelfen, daß daS deutsche Volk von der unmittelbar bevorstehenden Katastrophe bewahrt und DeutschlandSSt a- bilität erhalten bliebe. Wenn die Welt zu einer angemessenen Lebenshaltung zurückgelangcn will, so muß sie sowohl die Flotten als auch die anderen Rüstungen weiterhin verringern. Eine allgemeine Revision des Zolltarifs lehnte Hoover ab, da dadurch bie Depression nur verlängert werden würde. DaS gegenwärtige System scharfer Einschränkung der Einwanderung durch Verwaltungsvorschriften wünschte er auf eine gesetzlich« Basis gestellt zu sehen. 3m übrigen kündigte er höhere Steuern als Rotmahnahme für bie nächsten zwei 3ahre an. Weitere Maßnahmen sink) vorgesehen zur Erleichterung deS Baues von Eigenheimen und zur Einschränkung der Spekulation in Wertpapieren, die Gründung einer großen Kreditanstalt nach dem Muster der KriegSjahce zur Finanzierung der Ausfuhr und Unterstützung der landw.rt'chaftlichen Kreditgenossenschaften sowie der Eisenbahnen. Unter erneuter Betonung der notwendigen Erhaltung des traditionellen Prinzips individueller Betätigung lehnte Hoover die 2 r b e i t SI o s e n u n t e r- stützung in direkter oder indirekter Form ab und verwies dabei auf den Fehl- schlagderartigerEsperimenteinSu- r op a. Der Steuerrückgang und die vermehrten Ausgaben für Rotstandsarbeiten hätten xu einem D e fix i t geführt, da- sich Ende 3uni o 3 auf 903 Millionen Dollar belaufen hätte und Ende 3uni nächsten 3ahres etwa 2123 Millionen Dollar betragen dürfte. Die öffentlich« Schuld werde sich am Ende deS laufenden EtatSjahreS auf 1711 Millionen Dollar erhöhen DieS fei eine untragbare Situation, die teils durch die.Aufnahme von Anleihen, teils durch erhöhte Steuern korrigiert werden müsse. Der Winterhilfe-Antrag der Aationalsvzialitlen im Landtag angenommen. Rund 16—19 Millionen Mark erforderlich. — Oie Auswirkungen des beantragten AotopferS. — Oie übrigen Parteien enthalten sich der Stimme. Darmstadt, 9. Dez. (WHP.) Unter dem Vorsitz seines Präsidenten Dr. Müller (RS.) trat heute der Finanzausschuß des Hesiischen Landtages zu seiner ersten Arbeitstagung zusammen, um sich mit den Anträgen für Winterbeihilfe zu befassen. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab Finanzminister Kirnberger einen kurzen Hebetblid über die finanzielle Situation deS Landes. Danach ist ein Defizit von 7 b i s 8 Millionen Mark vorhanden, daS aus folgenden Ausfällen resultiert: bei den Reichssteuern etwa 9 Mill., Landessteuern 5 Mill., Stempel- und Auslagen 2 Mill., auS den Betrieben usw. mindestens 1 Mill.: durch Kürzungen und Drosselung der Ausgaben wurden bisher rund 9 Mill, eingespart. Für n e u e A u S- gaben fei kein Pfennig vorhanden und daS Ministerium prüfe jede Ausgabe der Staatskasse genauesten-, ob sie unvermeidlich und Mlltel dafür vorhanden seien. Zu dem bereits mitgeteilten nationalsozialistischen Antrag auf Winterhilfe wurde erklärt, daß dieser Antrag etwa 16 bi 8 19 QUilLQKL Ausgaben erfordern würde unbeschadet der Tatsache, daß der Deckungsantrag (Erhebung eines einmaligen Rotopfers) auf Grund des FinanzausgleichsgeseheS unzulässig fein dürste. Der vorgeschlagene Notopferbetrag würde bei allen liquiden vermögen 3 bl» 4 o. h. de» vermögen» ober 60 bl» 75 v. f). de» Vermögensertrages erfordern, so daß zusammen mit den anderen bestehenden Dermdgene- ffeuern über 100 v. h. be» Vermögens- ertrage» weggesteuert werben könnten. Da» Rotopfer von allen Gehalt»empfängern über 8000 RM. würbe eine Besteuerung be» Zwei- bl» Dreifachen ber beseitigen Einkommenssteuer notroenbig machen unb eine Beteuerung be» Einkommens von 22 bi» 27 o. h. bebeukn. Rehme man bie jetzige Einkommen, unb firifenfleuer hinzu, fo könnte bei einzelnen hohen Gehältern ber jlrioatinbu- ftrle bas Gesamteinkommen ro egge ft e u e r t werben. Der kommunistische Antrag würde zu seiner Durchführung insgesamt 20 bis 24 Mill. M k. erfordern, die Winterhilfe der Kommunisten allein 14 bis 17 Mill. Mk. Der D e k - kungsvorschlag des kommunistischen Antrages (Abbau der Gehälter über 6300 Mk. und der Pensionen über 4000 Mk., Streichung aller MinisteiHenfionen. aller Ausgaben für Universität, höhere Schulen und Landestheater. Einstellung der Zahlungen an den früheren Großherzog, Einführung einer Wohnungsluxussteuer und einer Sondersteuer über 8CKX) Mk. Mieten im 3ahre und aller Vermögen über 20 030 Mk.) würde gegen das Beamtenrecht oder abgeschlossene Verträge verstoßen. Der Antrag der kommunistischen Opposition. der 30 Mark pro Haushalt. 5 Mk. für jeden Familienangehörigen und 15 Mk. für jeden Ledigen vorsieht, würde 5 Millionen Mk. erfordern. Die Deckung-anträge (einmalige- Rotopfer von allen Vermögen über 20 000 Mk. und allen Gintommensempfängern über 8000 Mk.) würde 7Prozent der Einkommen bzw. 7 0Pro- zent der Einkommensteuer barftellen. Der sozialdemokratische Antrag fordert eine Winterhilfe von 40 Wk. pro Haushalt, für jeden Familienangehörigen unter 14 3ahren 5 Mk. darüber 10 Wk., für alleinstehende Ledige 25 Mk. Vom Finanzministerium wurde betont, daß dieser Antrag etwa 6 Millionen Mk. erfordern würde, und der Deckungsvorfchlag «Erhebung eine- Grundsteuerzuschlags bei Grundvermögen von über 50 000 Mk.) würde da - sechsfache der vorjährigen Grundsteuer erfordern und stehe daher mit der Bestimmung der Rotverordnung vom 3uni 1930 in Widerspruch, wonach Realsteuern nicht mehr erhöht werden dürfen. van Regierung»feite würbe erklärt, baß bisher kein einzige» bentsche» Land eine eigene DinterhNse gewährt habe, well bei den Bemühungen, ba» Reich stark zu ben Jürforgelaflen heranzuziehen, lediglich der 210-7Nilllouen-Foub» für notleibenbe Gemeinben gebildet werden konnte, und oom Reich neue Mittel nicht zu erwarten feien. Da» Reich hab« e» auch in der Hand, die Ueberroeifungen au» diesem Fond» zn sperren, wenn die Länder von sich au» außerordentliche Dinlerhikfen gewähren. Der eigentliche Träger der Fürsorge feien die Gemeinden, und viele Gemeinden seien von sich au» zur Winterhilfe bereit 3n der Aussprache wurde von allen Parteien auf die besonder- grobe Ro11ag » im Rhein-Main-Gebiet hingewiesen. — Das Zentrum wies auf die groß« Rot auch inMittel - standSkreisen hin. Die schwierige Finanzlage des Landes erschwere jedoch eine StaatShllf« ganz besonder-, und dem Zentrum erscheine keiner der gemachten Deckung-Vorschläge brauchbar. Es werde nur Anträgen zustimmen. die sich an die gegebenen Möglichkeiten hielten. — Di« nationalsozialistischen Ausschußmitglieder setzten sich sämtlich für den Antrag ein. Wenn Deckungsmöglichkeiten in Hessen nicht bestünden, dann sei da- Reich zur Hilse verpflichtet Auf den Hinweis, daß durch den nationalsozialistischen Deckung-Vorschlag auch die Grundvermögen, d. h. auch die Landwirtschaft. betroffen werden, erfolgte von nationalsozialistischer Seite kein Wider- spruch. Staatspräsident Adelung betonte, daß die Erörterung der Srwerb-losen- fragc seit 3ahren ein politische- Problem sei. man müsse sich jedoch trotz allem an bie zwingenden gesetzlichen Bestimmungen halten. Der nationalsozialistische Hinweis, da - Reich müsse Hellen helfen, weil auch einige Großbetriebe vom Reich gestützt worden seien, sei insofern falsch, als diese Betrieb-stützungen durch da- Reich zur Verhinderung weiterer Arbeitslosigkeit gedient hätten. DaS Land sei bereit, den Erwerbslosen zusätzlich zu helfen, wenn sich ein Weg finde. Wenn Hessen eine besondere Erwerbs wsen-Winterhilfe vom Reich beanspruche, würden selbstverständlich auch die übrigen Länder mit dem gleichen Anspruch kommen. Der nationalsozialistische Antrag würde, auf da- ganze Reich berechnet, eine Summe von 1,3 Milliarden ausmachen. 3n der Abstimmung wurde der national- fozialistlsche Antrag mit den fünf Stimmen der nationalsozialistischen Vertreter angenommen, da sich bie sieben übrigen v er Ire- ter der Stimme enthielten. Die weiteren Anträge waren dadurch erledigt: sie bleiben jedoch al» Mlnderheiten-Anträge für die plenarverhand- iung aufrechter hatten. Oie Ausschüsse des Landtags. Die Ausschüsse des Hessischen Landtag- sinh wie folgt beseht: Finanzausschuß: Vorsitzender: Dr. Mülle r (RS ), Mitglieder: «RS.) Elaß. Kern, «Sockel. Äloftcrmann; (SDD ) Anthes, ßui. Widmann; (3 ) Heinstadt. Blanko: (KPD.) Kett und Stumps. Gesetzgebung-au-schuß: Versitzende» 3 u n g (RS ). Mitglieder. (RS.) Dr. Best. Ritter, Geiß, Wahl: (SPD.) Lorenz. Zinnkann, Kaul: (Z.) Schül, Wesp, (KPD.) Hammann, Rost. Petition-au-schuh: Vorsitzender Winter (Z.). Mitglieder: (RS.) 3ung. Seipel. Buttler. d'Angelo. Hauser: (SPD) Frau Pring-heim, Rink. Harth: (Z ) Frau Hattemer: (KPD.) Zeiß, Lenz. Theaterau-schuß: Gras Solms (RS). Frau Pring-heim (SPD.). Frau Hattemer (Z.) und Hammann (KPD ). Staat-gericht-hos: Lenz, Dr. Best. Klostermann 1216.), Kaul, Delp «SPD). Schül (Z), Zeih (KPD ), Dr. Glaser (Landbund) für die übrigen Landtag-mitglieder. Aus oder West. Schlaganfall des nationalfoziaUstischen Abgeordnete Stöhr. Die der .Völkische Beobachter" aus Tlaum- burg a. d. S. meldet, hat ReichStagsabgeordneier Stöhr. der auch Vizepräsident des Reich-tag- ift. während einer Versammlung einen leichten Schlaganfall erlitten. Es trat vorübergehende Sprachstörung und rechtsseitige Armlähmung ein. Lebensgesahr besteht nicht. Ministerpräsident Salanbra f. Der srühere italienische Ministerpräsident Sa- landa ist gestorben. Salandra war 1906 und 1909 bi- 1910 unter Sonnino Finanzminister. Am 10. März 1914 übernahm Salandra die Bildung de- neuen Kabinett-. 2ll- der Krieg au-brach, erklärte er 3talienS Reutralität und bereitete den Eintritt seine- Lande- in den Krieg vor. Am 24. Mai 1915 ersolgte di» 77 ÄWll gen des besn. t Stimme. 011 M Divierhilsr ■bc Don allen Pav «rohe aioHagt i* - Das Zen. -uchinMittel. Gierige Finanzlag« ne Ltaaühilfe ganz erscheine keiner ngsvvrschlLg« Anträgenjuftw denen Möglich. alwnalsozialW^n ) sämtlich für den vglichkeiten in Hef. das Reich zur nnweis, dah durch nngsvorschlag auch uch die Land« »erden, erfolgte von kein Wider« rt6rejj, LK: Ute Tn t die >g fcÄMmen düng ein»r^1Q1 : bei & 9* und tneuteA in 1°. srtzs '■sS LL *SW*{ Ä® und Ende ^.Schuld werde ^Kahres auf L fei ein durch die.2 ®kdohte Cteuern Adelmg der Erwerbslosen, sches Problem lei; nn an diezwin« Bestimmungen sche Hinweis, das weil auch einige W worden feien, MriebsKhungen inderung Wei« it gedient hätten, werbslosen zufählich Deg finde. Denn rbslosen-Dinterhilse )en selbstverständlich t bem gleichen An« jalfÄ inze Reich bc. onl,3ffiilhar* rde bet national» iif den fünf titelet angroom- ihrigen Tente* eilen. Die weiteten |gt; sie bleiben jeM . di« PlenarverhavS* schcn 2m* lind ®£® sSä* gf.’SS '»SS 3D‘riiÄ®* .?.Ss ttetner, (w St Ich &%$), Stil 2? (S^1 idcr- Geb all ziöhr- Äa^ ^.Äeordneier ident des ^ leichten •»%« ’» ’i* Kriegserklärung an Oesterreich-Llngarn. 3in Frühjahr 1916 kam fein Kabinett infolge des Ausbleibens von Erfolgen an der Front ins Wanken. 3m 3uni erfolgte der Rücktritt. Salandra trat dann jahrelang nicht mehr hervor. Ende 1924 ging er in das Lager der Opposition gegen Mussolini. Zusammenstoß zwischen Zug und Aulobus. In der Nähe des Bahnhofes von Cilli (Süd- slawien) stieß ein Personenzug mit einem städtischen Autobus zusammen. Der Personenzug zertrümmerte den mit 20 Personen besetzten Wagen vollständig. Sieben Personen waren auf der Stelle tot, während die übrigen Insassen mehr oder we> München, 10. Dez. (WTB.), Die Reichs- Pressestelle der NSDAP, teilt mit: Die NSDAP, in Hessen, die bereit ist, die Re* gierung in Hessen mit voller Verantwortung zu übernehmen, hat der Zen. trumspartei in Hessen als Voraussetzung für eine Zusammenarbeit die Grundzüge einer Politik unterbreitet, die sich im Sinne einer klaren Zielsetzung sowie einer einfachen und sauberen Staatsregierung und Staatsverwaltung auf f o l- gende Mindestforderungen beschränkt: 1. Die Zahl der hessischen Minister wird auf einen — Slaatspräsidenlen — beschränkt. Der Staatspräsident wird von der NSDAP, gestellt. 2. Sämtliche Ministerien werden zu einem Staalsministerium (mit je einer Abteilung für Inneres, Finanzen, Justiz und Bildung) vereinigt. 3. Sämtliche Staatsrats stellen werden s o - fort geftrichen. 4. Die hessische Gesandtschaft beim Reich wird sofort aufgehoben und durch eine mit einem Herrn befehle Geschäftsstelle erseht. 5. Alle Parteibuchbeamten ohne die vorgeschriebene Fachbildung werden sofort ohne Ru Hegehalt entlassen. 6. 3n der Zentralverwaltnng werden im Sinne des Gutachkens des Reichvjparkommisfars zahlreiche Stellen teils a b g e b a u l, teils auf die mittleren Behörden übertragen, zahlreiche Stellen teils sofort, teils mit der Verwaltungsreform gestrichen. 7. Das Gehalt des Staatspräsidenten wird auf 12 000 RM. festgesetzt. 8. Die M i n i st e r p e n f i o n e i. und die Höchstgehälter und Pensionen für Staat und (Bern einben werden mit der Maßgabe herabgesetzt, daß die Höchstgrenze 12 000 RM. beträgt. g. Die Zahl der C a n b f a g s a b g e o ebne f e n wirb auf 30 herabgesetzt. 10. Die Bezüge bet Lanbtagsabgeorbnelen werden auf ben Sah ber wirklichen Ausgaben her- obgefehl. 11. Die Kultur- unb Schulpolitik wirb bewußt auf christliche, nationale Niger schwer verletzt wurden. Drei von den Verletzten sind auf dem Transport ins Krankenhaus geworben, so daß die Zahl der Toten bereits zehn beträgt. (Einige Schwerverletzte ringen mit dem Tode. (Einige Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, so daß sie noch nicht identifiziert werden konnten. Lin Lhauffeurmörder zum Tode verurteilt. Rach dreitägiger Verhandlung verurteilte das Schwurgericht Potsdam den Händler K a b e - 11 h wegen Raubmordes zum Tode. Kabelitz hatte , am 24.3anuar den Chauffeur Ponigk zu einer größeren Fahrt aufgefordert und ihn unterwegs I hinterrücks erschossen. Grundlage gestellt und sofort schärfster Kampf gegen Schund und Schmutz und gegen die marxistische Kullurzersehung ausgenommen. 12. Die hessische Regierung tritt im R e i ch s r a l für eine Politik des entschlossenen nationalen wider st andes gegen Unterdrückung und Ausbeutung und für jede Möglichkeit einer aktiven Freiheitspolitik ein. Diese Voraussetzungen bilden ein unteilbares Minde st Programm. Nur wenn die Durchführung dieses Programmes der NSDAP, möglich gemacht wird, ist sie in der Lage, die Verantwortung zu übernehmen, die das (Erbe einer 13jährigen marxistischen Regierung mit ihren verhängnisvollen Folgen ihr aufbürdet. Das Volk erwartet mit Recht ganze Leistungen und keine Halbheiten und keine Kompromisse. Sollte daher dieses Programm, das alle Aussichten für eine Sanierung Hessens und eine Wiedergewinnung des Staatsvertrauens dem Volke bietet, abgelchnt werden, so muß eine neue Befragung des Volkes, wem es das Schicksal des Landes künftig anvertrauen will, stattfinden. Was sagt bas Zentrum dazu? Dingen, 10.Dez. (Sil.) Die Mittelrheinische Volkszeitung, das Dinger Zentrumsblatt, bringt einen Auszug der Drdingun- gen und schreibt dazu u. a.: Wir hören, in Hessen soll es nur noch einen Mini st er geben, aber diesen einen allein maßgebenden Mann wollen die Rationalsozialisten stellen. Auf dem gleichen Standpunkt stand schon vor zehn 3ahren der Sozialdemokrat Ulrich, aber das Zentrum hat sich gehütet, den Sozialdemokraten den Staat auszulie^ern. Da dieser Minister nach der hessischen Verfassung und nach der besonderen Lagerung der hesnschen Verhältnisse unabsetzbar ist, bedeutete die Erfüllung dieser Forderung eine bedingungslose Auslieferung Hessens an die Rationalsozialisten. Dazu kann das Zentrum die Hand nicht bieten. Ferner fordern die Rationalsozialisten, daß Hessens Derliner Gesandtschaft in eine Vertretung umgewandelt wird. Wir kleben nicht am Ramen, aber ganz untragbar ist das Verlangen, daß Hessen im Reichsrat die Politik der nationalsozialistischen Opposition mitmachen soll, men will also dem hessischen Zentrum zumuten, dem Kanzler Brüning in den Rücken zu fallen. Das ist unsinnig, das ist unmöglich! Zum Schluß drohen die Rationalsozialisten, abermals Reuwahlen vorzunehmen, wenn das Zentrum diese Bedingungen ablehnt. Run — da kennen die Reulinge die Verfassung nicht. Die Bedingungen sind so, daß sie, soweit sie Vereinfachung und wirkliche Ersparnis bringen, ohne weiteres anerkannt werden können, aber mit aller Energie müssen wir zu den zuletzt angeführten Zumutungen „R e i n“ sagen! Oie Vollmachten des Reichskommiffars für die Preisüberwachung. Berlin, 10. Dez. (LNB. Funkspruch.) Das Reichs-Gesetzblatt veröffentlicht die auf Grund des § 3 des Teiles 1, Artikel 2 ber vierten Rolverord- nutig erlassene, mit bem Tage ber Verkiinbung in Kraft trelenbe Verorbnung über bie Befugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung, in ber es u. a. heißt: Der Reichskommisiar kann Vorschriften ober Anorbnungen über Preise für lebenswichtige Gegen st änbe bes täglichen Bebarfs ober f ü r lebenswichtig e L e i st u n g e n zur Befriebigung bes täglichen Bebarfs erlassen, insbefonbere bie ben einzelnen wirtschaflsstufen zufliehenben Preisspannen unb Zuschläge regeln. Er kann auf bie freiwillige Senkung burch bie Beteiligten hinwirken, ober die Preisspannen ober Zuschläge burch enl- sprechenbe Vorschriften ober Anorbnungen senken; er kann nach seinem Ermessen bie Preise, Preisspannen ober Zuschläge unmittelbar herab- sehen ober andere hierauf abzielende Maßnahmen treffen. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften oder Anordnungen des Reichskommissars können mit Gefängnis, haft ober Gelbstrafe bestraft werden. Die Geldstrafe kann in unbeschränkter höhe angedroht werden. Der Reichskom- miffar kann die Fortführung von Betrieben, durch die lebenswichtige Gegenstände des täglichen Bedarfs oder lebenswichtige Leistungen zur Befriedigung des täglichen Bedarfs in den Verkehr gebracht werden, untersagen, wenn ber Inhaber ben auf Grund dieser Verordnungen erlassenen Vorschriften zuwiderhandelt, oder wenn fönst Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß der Inhaber oder Leiter des Betriebs die für den Betrieb erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzt. weiter enthält bie verorbnung bie Ermächtigung für ben Reichskommissar, bie Anshängungvon Preisschildern für Läden, Schaukasten, für den Wochenmarkt oder für den Straßenhandel vor- zuschreiben, die auch die Art ber (Begenftänbe nach ber üblichen Einheit unb nach Sorte, Güte und Herkunft enthalten sollen. Der Reichskommissar kann Die 12 punkte der Nationalsozialisten. Voraussichtlich Absage des Zentrums. beim vorliegen eines besonberen Bebürfnisses zur Begutachtung von Preisen, Preisspannen unb Zuschlägen Preisansschüsse aus ben beteiligten Kreisen bilben unb ihre Befugnisse regeln. Die obersten Canbesbefjörben weisen bie Po- lizeibehörben an, bie Durchführung ber Maßnahmen im Linzelfalle burch polizeiliche Verfügung anzu- orbnen unb erforderlichenfalls burch bie ihnen nach Landesrecht zustehenden Zwangsmittel dnrchzufehen. Oer Abbau der HauSzinssteuer. Der amtliche Kommentar zur Vierten Notverordnung ist, soweit der Abbau ber Hauszinssteuer behandelt wird, von amtlicher Seite dahin richtiggestellt worden, baß es heißt: Der staffelmäßige Abbau der Hauszinssteuer ist vorgesehen. In den Rechnungsjahren 1932 bis 1934 soll sie nach Abzug der Ermäßigung um 2 0 d. Sy, die nach Maßgabe der Notverordnung vom 6 Oktober 1931 mit Wirkung vom 1. April 19 3 2 an eintritt, weiter erhoben werden. Vom 1. April 1935 ab wird ein Abschlag von 25 v. H. gewährt. Wettervoraussage. Die Wetterlage sieht noch keiner älmgestaltung entgegen. 3mmer noch lagert im Westen der hohe Druck, und die im Rorden vorüberziehenden Tiefdruckgebiete bestimmen durch ihre Randstörungen unsere Witterung. Das Wechselspiel zwischen milderer und kühlerer Ozeanluft, welches fortgesetzt anhält, bringt zwar keine stärkeren Tempera- turgegensahe, aber immerhin treten Schwankungen auf. Außerdem kommt es durch diese Luft-* massenverhältnisfe nicht zu längerem und stärkerem Aufklaren. Vielmehr ist Bewölkung und Trübung vorherrschend, wobei mehrfach Riederschläge auftreten. Aussichten für Freitag: Meist wolkig und bedeckt, zeitweise Riederschläge, keine wesentliche Temperaturänderung. Aussichten für Samstag: Vorwiegend wolkig, auch kurzes Aufklaren, weiterhin zeitweise Riederschläge. Lufttemperaturen am 9. Dezember: mittags 4,3 Grad Celsius, abends 3,3 Grad; am 10. Dezember: morgens 3,6 Grad. Maximum 4,7 Grad, Minimum 2,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Dezember: abends 3,2 Grad; am 10. Dezember: morgens 2,6 Grad Celsius. — Niederschläge 4,8 mm. Rundfunkprogramm. Samstag, 12. Dezember. 7.20: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Französisch, Oberstufe. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15: Stunde der 3ugend. 16: älnterhaltungskon- zert. 16.50: Strahensarnrnlung für die Volkshilfe, Bericht von Wally Baumann und O. W. Studtmann. 17.05: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Afrika, gesehen durch die afrikanische Drille", Vortrag von Dualla Misipo. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.35: Kleiner Wegweiser durch Weihnachtsbücher, von Willy Haas. 19.45: „Musikalische Grundbegriffe — 3hr V^sen und ihre Dedeutung", Vortrag von Hans Rosbaud. 20.15: Dein besseres 3ch, ein bunter Abend. 22.40 bis 24: Tanzmusik. Ski-Bekleidung für Herren, Damen, Kinder sportgerecht — preiswert Bekanntmachung. Gemäß eines Beschlusses des Stadtrats vom 28. November 1930 ist die Gemeinde- Hundesteuer auch für das Kalenderjahr 1932 wieder wie folgt festgefetzt worden: 1. wenn der Beginn bes Hunde- RM. Besitzes in die Zeit vor bem 1. Juli fällt 24,— 2. vom 1. Juli ob 12,— für jeden Hund. Für den mehrfachen Hundebesitz werden folgende Zuschläge erhoben: RM. für den zweiten Hund 24,— für ben brüten Hund 48,— für den vierten Hund 96,— usw., so daß für jeden weiteren Hund der Zuschlag fid) verdoppelt. Die Höhe des Zuschlags regelt sich wie oben unter 1 unb 2 nach dem Zeitabschnitt, in dem ber mehrfache Hunbebesitz eingetreten ist. Erhebungsstelle bleibt auch für das Kalenderjahr 1932 die Stadtkasse Gießen. Diejenigen hiesigen Einwohner, die im Laufe dieses Jahres Hunde abgeschafft, aber noch nicht abgemeldet haben, wollen dies spätestens bis zum 31. Dezember 1931 entweder mündlich oder schriftlich auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 19 in ber Zeit von 8 bis 13 Uhr anzeigen. Vordrucke für schriftliche Abmeldungen finb dort erhältlich. Die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundesteuer dauert bei NichtabmeL ang auch im folgenden Jahre, unb zwar so lange fort, als bie entsprechende Anzeige versäumt wird. 84766 Gießen, ben 7. Dezember 1931. Bürgermeisterei Gießen: Dr. Keller. Schulranzen echt Leder, für Knaben und Mädchen nur 4.50 Mr Aktenmappen echt Leder nur 2.50 Mk. Auf Damenhandtaschen gewähre bis 50% Rabatt. He mann Röhrig Lederhandlung ortsi Neustadt 43 Gießen Neustadt 43 Darum decken Sie Ihren Bedarf in guten Damenmänteln, Kleidern, Wollwaren im Tolalansrerhaii! bei Fränkel Gewaltige Preisherabsetzungen! Vorteile wie noch nie! Der Weg macht sich bezahlt! 8451 a Trotz dieser Spottpreise sind Anzahlungen gestattet Das Geheimnis einer 8474 a weihen Wäsche bei unübertroffener Schonung liegt, in der Verwendung eines gereinigten und enthärteten Wassers. Nur solches Wasser findet bei uns Verwendung. Überzeugen sie sich durch einen Besuch von diesen Tatsachen! GrogwäscBerei Edelweiss Gleiten — Telephon 3487 I Annahmestellen in allen Stadt- teüen und benachbarten Orten. Versand nach auswärts. Ein neuer Hut erfreut immer! Hut-Richter Marktstraße 24-26 8402 A Ueber- licbtempfindlich ist der S.S.Film 30“ Sdeiner . für die Leica . kl Neu! Trocken, kurzgefchn. IhneHoIz gibt laufend ab Weller, Zimmermstr. Leihgestern. «»v / / DZxE 'n DroNe& 1 Astoria-Lichtspiele Laura La Plante 8481 C I. Ken Maynard in Der Heldenritt im wilden Westen Ein unerhört spannender Sensationsfilm " Die letzte Warnung! Ein Sensatlonsschanspiel mit Heute bis Sonntag elnschl. 2 gr. Sensations-Schlager Haus-Joppen mollig, warm 21.00,19.50,14.50,10.50 7965 A Die Gemeinde Harbach sucht ab 1. Januar 1932 für ihre Gemeindeschäferei einen tüchtigen Schäfer. Bewerber können sich bis zum 15. Dezember d. 3. bei hiesiger Bürgermeisterei melden, woselbst nähere Auskunft erteilt uirb. 84840 Harbach, den 8. Dezember 1931. Hessische Bürgermeisterei Harbach. _______________Schomber._______________ Zugkräftige Scliaufensterdekorationen nur von 07236 Eckstein & Braumöller Dekorateure o. Plakatmaler, Wolkenguee 23 II IM SIFMENS'lAUTSPRKHEß k Siemens 031 Preis RM 39,- Siemens 050 Preis RM 55,- Siemens 080 Preis RM 88,- Siemens-Empfönger mit Röhren von RM 96,- on Vorführung durch Ing. Heb. Brinkmann Gießen, Bahnhofstraße 56 gssv r Fußspezialist anwesend: Freitag, Ä /II. Dezember Ov bis Dienstag, 15. Dez. ___L zur koatenloaen Fußuntereuchung und Beratung. SCHOKOLADEN PRALINEN V RABATT H IN MARKEN » TEE KAKAO Meine liebe gute Frau, die stets treubesorgte Lebensgefährtin In tiefem Schmerz Apotheker Th. Schwieder 8457 D Auf Wunsch der Entschlafenen fand die Einäscherung und Beisetzung in aller Stille statt Von Beileidsbesuchen wolle man bitte absehen. Frau Elisabeth Schwieder geb. Körber wurde mir durch den unerbittlichen Tod nach kurzer Krankheit jäh entrissen. Stellenangebote SONDERANGEBOT Für die Weihnachtsbäckerei S & F-EiCF, groß,10 St.1.05 Magnet-Eier.......10 stück 1.40 | Deutsche Frischeier10st1.50 WEISSWEIN Flasche o.Gl. 1930er Edenkobener... 0.75 1929er Rhodter Schloß 0.75 1930er Güsserather Königsberg 1 — 1929er Oppenheimer Kehrweg . 1.10 1929er Liebfraumilch 1.20 ROT- u. SUDWEIN ’.FLo.GL Tafel-Rotwein...........0.75 1929er Dürkh.Feuerberg 0.90 1930er Oberingelheimer 1.10 Muskat, Mal. Süßwein .. 1.- Malaga, alter.......1.75,1.15 Sämtliche hier nicht aufgeführten Weinsorten über RM. 1,— verkaufen wir im Dez. mit 10 PI. Preisnachlaß pro Flasche aut die Listenpreise Auszugs-Mehl.......Pfund 0.28 S L F-Magnet-Mehl Pfund 0.30 Schweineschmalz .Pfund 0.60 Margarine ptd 66, 57, 40, 36 Kokosnuß, geraspelt... .Pfund 0.40 Haselnußkerne......pfund 1 - Sultaninen Piundl.-, 0.64, 0.44 Block-Schokolade Pfund 0.80 8463 A FESTTAGS-WEIN zu SONDERPREISEN Auch in schlechten Zeiten ein guter Tropfen! Wir haben unsere sämtlichen Weinsorten für den Monat Dezember im Preise ermäßigt, um jedermann Gelegenheit zu geben, sich an den Feiertagen eine Flasche Wein zu leisten. 'a"n=c Hühner 0.85 Bohnen, weite..........Pfund 0.14 Linsen, gutkochend.....Pfund 0.16 m ttrili ^uRtn' i die! | 3dl itntlic itm 5 25 ÖortlfR Die y)cu gen 11 3utn Drei1 :’i'iunff ®*. 5tl -4 an &! Jen ter 5 Sottme h bunte« Te. -Soll ich -2ein, A Bunte I“ Minuten laqig -Tl ’tuhrmb t ««Ulfen!" . La * inr Da. mich allfA gebe mir lebt!" -Won fü N ■q 11.12» N Uhr: J B L 20 , Uhr: glg- Anschl. Ber I. „. p Sviedvick Wilhelm Lebensversichernngs-Aktiengesell- schall Frankfurt i. HI., Neckarstr. 9 Aeltcre» zuverlass. Mädchen für vanSb. mit nur besten Bcutin. zum 15. d. ®l. ncfuctit. 2tliriftl.3lngeb.unt. 07247 a. d. Qif;. 31nz. 4-Zinnner Wohn. mit Zubehör zum 1.4. 1982 gefurot. 2tbriftl.3lnflcb.unt. 07235 n. d.Gtz.Anz. Möbl.Zimmer evtl, mit Bcntrolb., 'Jlnbe Zllinik v. Jan. nek. Schr. 31ngev.n. 07242 a. d.Gv.Anz. Vermählungs-Anzeigen hofertdi» Brühl'sche Druckerei 11. Borstellung nn k>reitafl 31bomiem. Cvcrcttcnvreifc! Dienstag- u. ’.Vlitt- roodi • Abonnenten: (fmtdfe. Overet ten- vrcu'c! ^,d (rinmaltfl. u. letztes (Oafifbtrl oonRonradTreber mit linfcmble Der 5fljyilernaii Komödie in 4 Elften von Ludwig Tbomo GlcOen. Freitag, d. 1 l . Tez. Aus Konkursmaffe kommen Jrcifag und Samstag, nachmittags 3 bis 6 Uhr, JTcuffabt S (Laden) zum Feinste Fischfilets von Cabliau. Barsch, Schellfisch Fischhaus Cuxhaven !f1arkt*tr.23 8175 A Tel 2117 Auto- BelegenhoiieUufe 4 20 PS Cvel-Zabriolett neuwertig. 7433V 4 20 PS offener Bierntzers flcncrnlübcrbolt, vreicwen Opel. Gh-Urn •yrmiffurtcr 2tr.52. Weihnachtsbäume Grobe 2cnbung cri'.flniitflc Darc in jeder beliebt, trotze werden biUinobgcn. auch cn gro*. Berkauk'ieUe früh. Lfiiie tfruft Viibmin, .Oeuen Baue 22 Otto I,otx. ,Wt neuer Staubsaug. Elektrolui sowie 1 elehr.^eh» Platte nut 2 Modi* stellen bid. zu verk. 2ct)riftl.3tiincb mit. 07227 n. d oii'r.A n z. 3lkademiker-(Lbev. sucht 2 ncbeneinan- derlieg. gut möbl. Timmer (WOhn- u. 2chlafz.) mit mod. Komfort, nicht zu weit von ü. Universität. 2chr. 3lngebote u. 07239 an den Giefr. An». Vertreter ges. bei monatl. Verdienet von 800 RM u. mehr Auch für Nebenberuf Kennten erforderlich Verdienst beg sofort RafliumTneraDie6.m.tLH. Frarwiurt i fli.. aaimnoisii.a (Geeignete Person gesucht, welche waschen, bügeln und oiätten kann, ebenso das Ausbeisern der Wäsche übern., für einige Zone i. Mon gci. (Elektr. Waschanlage vorbanden.I 2rbriftl.3hincb.unt. 07228 a.d.itzfz. An,. JKitarbeiter denenwir auch i.derEinarbcitözcit fettes Tagegeld vergüten. Unser 2nftem und Tarif Lcwäbrl. reife «.redegewandten -verreH gut.Erfolg. BorsieIIunfls,eit: Freitag, den 11. Tezember 1931, norm. 10—11 Uhr i.Hotel2chntz,Mienen Orchester-Verein liefen Freitag von S& F-Sparern freuen sich jetzt wenn Sie vor Weihnachten für ihr volles S lva.d.Gtz.3lnz. Gemälde- Ausstellung zum öffentlichen Vortrag im Hörsaal der Nervenklinik Gießen am Sonntag; dem 13. Dezember, um 11.15 Uhr; Geheimrat Sommer: Die Entsle' nng der psychischen Hygiene Oeflenlliche Rnhehallen keine Probe. Tie nächste t?robe wird im (Kietz An», bekannt flcmadit. .>-.0 Der Vorstand. Verkäufe | Wachsamer WsklM la 2tmnmbaum zu verkaufen. 07244 Bahnhofiti (Kebranchteo Klavier für 50 RM. nbuip. Wo? lagt d. Gefchit. de» (Mich. An». «7E in d.diahc v. Babnb. od. Kliniken v. Pri- ootnmmi nefl. Kaffe w kauf. nef. 2du. Vliiflcbote u. 07243 an den (Äietz. An;. bicbr. gut erhalten. Ieiippcn wagen ui [nut. gc>. Itlir. Angebote u. 07241 an den (tzich. Anz. Die Beerdigung unseres Heben Kameraden Emil Heinrich Müller findet Freitag um 15Uhr statt. [Vermietungen | 1 Zimmer u. Küche (Plans.) a. ruh. Leute zu oerm. m-nn Bsrgstr. 8 p. Laden mit kl. freier Wohn. ncbflHintergebäude als Lager od. Werk- flättcgccifln.,z.vrm. 2chrittl.3lnflcb.iint. 8459D a.d. — ----- KAISER S KAFFEE-GESCHÄF tu uum pey iu n i SCHADE &FÜLLGRABE 5% Rückvergütung Nr. 289 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Donnerstag, (0. Dezember 195( °miner: M* -_____8338D lälde- sllung ■ges. 'erdienst I u. mehr benberuf orderlich eg. sofort n um SLWI^S Vereine Tiefen trcüflS freilMiil Zreitay. tn U.Trr. 1M. on 6 Uhr ab WWW. Sie 'geiisSÄ*16 WM 5S'-Moe Filme H-be.^Lirb'tt- Sfe“ 5t$thealer •*!«» ' ,reitag'>K.M ’ »o*V r»ertl1 n is«*? r d,niÖhic ■ im''1 Kaufgesuche HALS mbÄü.'Mmh. ob. Klmile» v.Pv' oatnmnngeg.Holie •,u lauf. gel. 2mr. Angebote u. (9-43 an ben (üicB-jlib- (!)cbt. gut etbalteu. Puppenwagen ui tauf. ge'. W Drei deutsche Nobelpreisträger 1931. Von unserem Stockholmer Mitarbeiter. Heute werden in Stockholm die diesjährigen Nobelpreise verteilt. Zum dreißigsten Mal seit Bestehen der Nobel- Stiftung werden am 10. Dezember 1931, dein Todestage des Stifters, in Stockholm die Zinsen des Nachlasses an diejenigen verteilt, die, nach den Bestim- mnngen des Testaments ausgewählt wurden, weil sie iin verflossenen Jahr „der Menschheit von größtem Nutzen" gewesen sind. Nur wenige Nobelfeste sind vergangen, ohne daß Deutsche unter den P r c i s't r ä g e r n waren; Deutschland steht mit 3 7 Preisen weitaus an der Spitze aller Länder. Und in diesem Jahre wird die Preisverteilung im schönen Saal des Stockholmer Konzerthauses sogar ein eigentlich deutsches Fest sein: da der Physikpreis in diesem Jahre nicht verliehen wurd?, da der Literaturpreis dem verstorbenen schwedischen Dichter Karlfeldt zuerkannt wurde und da der Preisträger des Friedenspreises erst am 10 Dezember verkündet wird, werden es allein drei Deutsche sein, die den Preis aus der Hand des schwedischen Königs entgegennehmen: die Chemiker Professor Carl Bosch und Professor Friedrich Bergius lind der Mediziner Professor Warburg. Die Nobelstiftung, die der Erfinder des Dynamits, der gesamten Kutturmenschhcit vermachte, ist eine weitverzweigte Institution. Der Grundfonds beträgt jetzt 31,50 Millionen schwedische Kronen; die Zinseinnahmen beliefen sich im Vorjahr auf 1,28 Millionen. Davon sind satzungsgemäß ein Zehntel dem Kapital zuzuschlagen, etwa ein Viertel betragen die mit der Preisverteilung entstehenden Unkosten und aus dem Rest werden zu gleichen Teilen die fünf Preise verteilt, nachdem die nicht geringen. in den letzten Jahren aber sehr ermäßigten Steuern beglichen worden sind. Die Stiftung verfügt weiter über einen Baufonds in Höhe von 3 Millionen, aus dem später ein großes Verwaltungsgebäude mit einem Festsaal errichtet werden soll, sowie über einen Fonds von etwa 7 Millionen Kronen, der aus den nicht verteilten Preisen angesammelt wird, und dessen Zinsen Stipendien für wissenschaftliche Arbeiten und Forschungen zugute kommen. Aus dieser Stiftung sind auch zwei Institute für Physik und Chemie, die Nobel-Bibliothek und das Friedensinstitut der Nobel-Stiftung gegründet worden. Die Verteilung der Preise hat der Stifter in die Hand von vier Körperschaften gelegt. Die Preisträger für Physik und Chemie erwählt die Schwedische Akademie der Wissenschaften von 1730, der 100 schwedische und 75 ausländische Mitglieder angehören; das Karolinische Medicochirurgische Institut entscheidet über den medizinischen Preis. Der Literaturpreis wird von der schwedischen Akademie der 18 Unsterblichen verliehen, während über den Friedenspreis der norwegische Reichstag — Stör- thing — verfügt. Jede dieser Körperschaften hat eine besondere Kommission eingesetzt, die die eingegangenen Vorschläge zu prüfen hat. Außer den Mitgliedern dieser Körperschaften haben auch noch eine große Anzahl anderer Institutionen und Personen ein Vorschlagsrecht. Vierzehn deutsche Gelehrte erhielten den Chemie- Preis, zehn den Physik-Preis, sechs den medizinischen, fünf den Literatur-Preis und zwei den Friedens-Preis, und zwar Dr. Strefemann, der ihn 1926 mit Briand teilte — der Preis für 1925 wurde gleichzeitig an Chamberlain und D a - Das Haus der Nobelpreisstiftung in Stockholm. — Im Kreis: Alfred Nobel, der Stifter des Nobelpreises. Von links nach rechts: Geheimrat Bosch (Chemie). Professor Warburg (Medizin), Professor Bergius (Chemie). wes verliehen — und Professor Quidde, der ihn mit B u i s s o n tellte. Schon bei der ersten Ver- teilung wurden drei Deutsche ausgezeichnet: Röntgen, van't Hoff und v. Behring im Jahre 1901. Heber den Kreis der Fachgelehrten hinaus bekannt find auch die deutschen Preisträger Cin - st ein, Ostwald, Haber, Nernst, Koch, Ehrlich. Mit dem Literaturpreis ausgezeichnet wurden Professor Mommsen, Professor Enden, Paul Heyse, Gerhart Hauptmann und Thomas Mann. Da gerade der Literaturpreis die Oef- fentlichkeit besonders interessiert, seien hier auch die übrigen Preisträger genannt: Prudhomme, Björn- son, Mistral, Echegard, Sienkiewiez, Carduzzi, Kipling, Selma Lagerlöf, Maeterlinck. Tagore, Romain Rolland, Werner v. Heidenstam, Gjellerup, Pontop- pidan, Carl Spitteler, Knut Hamsun, Anatole France, Benavente, Peats, Reymont, Bernhard Shaw, Grazia Deledda, Bergfon, Sigrid Undset und Sinclair Lewis. Schon bei der ersten Preisverteilung wurde übrigens Widerspruch laut; schwedische Studenten richteten damals an Leo T o l st o i eine Adresse, um ihm zu sagen, daß sie ihn für den Würdigsten hielten; aber er hat den Preis ebenso wenig bekommen wie Ibsen oder St rind- berg. Die nationale Verteilung der bisher verliehenen über 150 Preise zeigt Frankreich mit 25 Preisen an zweiter Stelle; es folgen England mit 23, Schweden mit 11, die Schweiz und die Vereinigten Staaten mit 10, die Niederlande mit 7, Dänemark und Oesterreich mit 6, Belgien und Italien mit 5, Norwegen mit 4, Spanien, Polen und Rußland mit 3, 2 und einem. WeihnichtsspendefürdieKriegSblmden Der Bund erblindeter Krieger (Untergruppe Gießen und anschließende Vachbarkreise) beabsichtigt zum Weihnachtsfest eine Sammlung vorzunehmen, durch die den erblindeten Kriegskameraden eine kleine Freude in ihr ewiges Dunkel gebracht werden soll. Jeder Sehende erlebt täglich die Wunder der Natur, sieht und kann den Werdegang der Schöpfung verfolgen. Jeder Sehende denke einmal an jene, die vom Kriege am härtesten betroffen wurden. Der Bund beabsichtigt nicht, eine Haussammlung zu veranstalten, sondern er wendet sich, wie alljährlich, an seine Freunde und Gönner mit der herzlichen Bitte, die Gaben an die Obcrfürsor- gerin Schwester Anita Her mannt) (Stadt- haus, Gartenstrahe 2, Zimmer 12) zu überweis sen. Geldspenden können an die gleiche Adresse, oder auf das Konto der erblindeten Krieger bei der Bezirkssparkasse Gießen, oder auf das Postscheckkonto von Konrad Biedenkopf, Kriegsblinder, Grünberg, Hessen. Nr. 49 157 Frankfurt am Main eingezahlt werden. Für jede, auch die kleinste Gabe, sind die Kriegsblinden dankbar. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 10. Dezember 1931. Oer bunte Weihnachtsteller. Wie der Christbaum, so gehört auch der „bunte Weihnachtsteller" zu den Wahrzeichen eines richtigen deutschen Weihnachtsfestes. Dor allem die Kinder mögen den bunten Teller nicht missen, der gewöhnlich mit Aepfeln, Pfefferkuchen. Mandeln, Nüssen oder gar mit Marzipan angefüllt ist. Das sind sämtlich nahrhafte und gut schmeckende Dinge. Der deutsche Weihnachtsapfel ist uns allen willkommen wegen seines erfrischenden Geschmacks, er enthält aber außerdem vor allem Zuckerstoffe, Säuren, Vitamine und Mineralsalze, die ihm einen hohen Nährwert verleihen. Sowohl in der Mundhöhle, wie im Wagen entfaltet er eine desinfizierende Wirkung und regt ferner die Darmtätigkeit an, was in den Weihnachtstagen häufig von besonderem Werte ist. In diesem Sinne wirkt meist auch der Pfefferkuchen. Sehr hochwertige Nahrungsmittel stellen die Nüsse dar. Sie sind reich an Fett und Eiweiß, enthalten aber nur sehr wenig Zuckerstoffe. Werden Nüsse in üblicher Weise verzehrt, so sind sie häufig schwer verdaulich, well der Magen mit den von den Zähnen nicht genügend zermahlenen Brocken nur schwer fertig werden kann. Werden Nüsse und Mandeln dagegen gerieben, oder als Brei verabreicht, so ist ihre Verdaulichkeit besonders gut. Das Kratzen im Halse, der Hustenreiz und die Heiserkeit, die fich nach dem Genuß größerer Mengen von Nüssen einstellen, rühren her von dem Gehalt der Nüsse an ätherischen Oelen. Derartige kleine Unannehmlichkeiten wird man leicht durch den Genuß mäßiger Mengen vermeiden können. Mäßigkeit empfiehlt sich auch beim Verzehr von Mandeln, von denen besonders die bitteren Mand.ln, wenn auch in kleinsten Mengen, einen D»..-- ■. C.CI I HTWI Neffen Kind bin ich? Roman von Fr. Lehne. (Urheberschutz durch C. Ackermann. Nomanzentrale Stuttgart.) 25 Fortsetzung Nachdruck verboten Die Dämmerung wob ihre feinen, grauen Schleier, die Umrisse der Gegenstände verwischend. Von der Straße her fiel das gelbliche Licht einer Laterne in einem schmalen Streifen auf den bunten Teppich. ..Soll ich Licht machen?" fragte Ebba leise. „Nein, Kind, noch nicht, ich liebe die Dämmerstunde!" Minuten vergingen in Schweigen. Da sagte Ebba leise--„gestern abend! Oh gnädige Frau — Ihre Lady Macbeth —! Erschütternd war sie! Bis ins Innerste hat sie mich ergriffen!" „Die Lady ist eine Nolle, dre ich nur mit tiefstem inneren Widerstreben übernehme — und dennoch packt sie mich dann wie keine andere; sie macht mich seelisch und körperlich förmlich krank; alles gebe ich darin, was ich kann und was in mir lebt!" __ „Man fühlt es bei jedem Wort! Ganz mutlos und verzagt werde ich; denn so werde ich niemals spielen können!" bemerkte Ebba schüchtern. Ach, Kind, haben Sie erst einmal etwas erlebt, das Ihnen die tiefsten Tiefen Ihrer Seele aufwühlt — sei es durch Glück oder Jammer, Leidenschaft oder Not, Schuld oder Neue — dann ist das Letzte da, was der Künstlerschaft die Vollendung gibt! Dieses Allerletzte kann nie gelernt werden, das muh das Leben geben! Zum echten, wahren Künstler reift man erst durch schmerzhaftes, eigenes Erlebe — das Herzblut kostet es oft! Wohl Ihnen, ba„ Sie es noch nicht kennen! Ich, als Mensch, in meinem mütterlichen Fühlen für' Sie. wünsche wohl, daß Ihnen das, was dieses Letzte der Kunst erfordert, daß es Ihnen erspart bleibt! Künstlerwege sind Dornenwege, die wenige ganz zu Ende gehen können, weil das Herz zerrissen und die Füße wund werden! Künstler tragen oft eine unsichtbare Dornenkrone —" . r , . Ich will sie gern tragen, wenn ich das Bewußtsein haben darf, daß ich eine wahre Künstlerin werde —" . . Ja Kind, Sie werden es, und ich bin sogar stolz darauf, daß ich Ihre Lehrerin bin! Fabelhaftes haben Sie jetzt schon gelernt, und wenn es Herbst wird, sind Sie fertig; ich kann Sie bann nichts mehr lehren! In Ihnen ist der göttliche Funke — sonst würde ich Ihnen längst von der Bühnenlaufbahn abgeraten haben! Cs ist manchmal, als ob ich mich sehe, da ich jung war! -- Es ist doch wohl mehr als Zufall gewesen, daß wir uns damals trafen Ja, was wäre wohl ohne Ihre Güte aus I Pfarrer Sturms! Herr Pfarrer war in öern : aeworden, gnäbige Frau?" sagte Ebba leise. Dorfe, wo mein Vater Lehrer ist, Geistlicher Er hat mich miterzogen, hat mich konfirmiert! Unb so beliebt unb angesehen war er, bah bie Ge- meinbe ganz traurig war, als er sich pensionieren ließ unb bann fortzog — mein Bruder ist sein Nachfolger geworden —“ Frau Angela saß da, die Hand gegen die Stirn gepreßt, mit Mühe ihre Gedanken sammelnd. Dieses Mädchen, das sie aus Barmherzigkeit aufgenommen, kannte ihre Eltern? Welcher Zufall! Doch ehe sie sich dazu äußerte, mußte sie erst mir geworden, gnädige Frau?" sagte Ebba leise. „Vielleicht wären Sie doch wieder nach Hause weiter hören! „Warum sind Sie anderen Sinnes geworden?" „Weil mich Pfarrer Sturm ganz bestimmt wieder nach Hause gebracht hätte, und das eben konnte nicht sein!" „— und der Grund —?“ Es fiel Ebba schwer, weiterzusprechen. Sie seufzte tief. Geduldig wartete Frau Angela, Ebbas Hand in der ihren haltend und immer sacht darüber streichelnd. „Nun, mein Kind —“ „Gnädige Frau, — ich — ich — der junge Graf in unserem Dorfe liebte mich, ich war auf dem Schlosse wie zu Hause; mit der Komtesse Inga hatte ich schon als Kind gespielt — und ich dachte — ich sei seine Braut — denn sonst hätte ich doch nie — ich bin doch nicht leichtfertig." „Das weiß ich, mein Kind! Und was weiter? Zwar — ich kann mir denken, wie es kam: der Standesunterschied! Darum hat die erste Liebe ein so jähes Ende nehmen müssen! Aber es ist nicht das Schlimmste! Sie werden überwinden —" Ebba preßte ihr Gesicht an Angelas Knie. „Das alles war es ja nicht! Der Graf war nicht so hochmütig; wie ein Kind hat man mich gehalten auf Schloß Reinshagen —" „Wo — ?" fragte Angela erregt. „In Reinshagen! Es ist ein hübsches Dorf; das Schloß liegt eine Viertelstunde davon! Mein Vater ist Lehrer dort! Nein, nicht mein Vater—I“ Sie zitterte unb brach schluchzen!) aus — „Das ist's ja eben! Der Lehrer ist gar nicht mein Vater — ich habe gar keine richtigen Eltern! Balb nach meiner Geburt haben sie mich ausgesetzt! Eines Morgens fand ber Lehrer Lenz mich in seinem Garten — ich bin — nur — ein Finbelkinb —“ Ein tiefes Stöhnen kam von Angelas blassen Lippen. Angela lehnte sich vergehend zurück. Das war zu überwältigend, was sie da eben gehört! Ihre an jahrelange Selbstbeherrschung gewöhnte Natur war dieser Ueberraschung doch nicht gewachsen! „Ein — Findelkind — Sie —?“ tonlos hauchten es ihre Lippen. Ebba kniete. • Ihr Gesicht berührte beinahe ben Boden. ,2a, ein Findelkind bin ich!" wiederholte fie gefahren!" „Nein, gnädige Frau, lieber wäre ich gestorben!" rief Ebba fast heftig. „Kommen Sie einmal her, Kind — so! Ganz nahe! Nun frage ich Sie, bitte ich Sie: können Sie nicht ein wenig Vertrauen zu mir haben? Ich will gewiß nicht in Sie drängen! Aber ich meine, eine Aussprache müßte Sie doch erleichtern! War es wirklich so schlimm, was Sie veranlaßte, Ihre Eltern zu verlassen? Glauben Sie, ich ahne nicht, daß der Name Ebba Sommer, ben Sie mir genannt, nicht Ihr richtiger Name ist? Darum habe ich Sie nie so angerebet —!" Ebba wurde rot. Leise sagte sie — „Verzeihen Sie mir, gnädige Frau! Vorhin sagten gnädige Frau, daß man nur durch schmerzhaftes, eigenes Erleben zum echten, wahren Künstler reift! Dann mühte ich eine große Künstlerin werden!" „War es doch eine Herzensangelegenheit? In Ihrem Alter kann eine solche gar nicht so tiefgehend fein — dafür nimmt man sie aber um so tragischer! Aber darum läuft man nicht von zu Hause fort." „Es war auch nicht das Schlimmste, obwohl ich sehr gelitten!" So sprechen Sie, Kind! Ich habe für alles Verständnis — und sei es das Schlimmste." Der blonde Kopf des jungen Mädchens senkte sich tief; ihre Hände falteten sich im Schoß. Sie kämpfte mit dem Verlangen, sich einmal auszusprechen und sich endlich ihre Qual vom Herzen herunterzuschreien — doch Scheu hielt ihr den Mund verschlossen. Wie, wenn diese gütige »rau sich von ihr wenden würde —? Aber nein, sie würde es nicht tun! Dazu dachte sie zu groß! Sie war Künstlerin, stand im Leben — sie urteilte gewiß nicht kleinlich und engherzig! Frau Angela beobachtete ihren Schützling; sie drängte mit feinem Wort mehr, da sie merkte, baß bie wiberstrebenben Lippen sich ihr jetzt offnen wollten. Unb ba sagte Ebba leise: „Damals, als mich gnäbige Frau trafen, war ich in größter Verzweiflung! Ich wußte nicht, wohin — ins Elternhaus wagte ich nicht zurück- zukehren —“ . . „Hatten Sie außer Ihren Eltern feine Der- toanbten, zu benen Sie einstweilen gehen konnten — als so allein unb unerfahren in bie Frembe — bei Ihrer Jugenb unb Schönheit welche große Gefahr —!" fragte fie. „Für einen Augenblick hatte ich überlegt, ob ich nicht Zuflucht bei meinem väterlichen Freunb, Pfarrer Sturm" ... Da fuhr Angela in größter Erregung zusammen. „Bei wem, sagten Sie —?" „Bei Pfarrer Sturms! Ach, gnäbige Frau, ich \ kenne keine lieberen, gütigeren Menschen al« in selbstquälerischer Verzweiflung — „bas ärmste aller Geschöpfe." Vor Angelas Augen schwamm es wie ein dichter Nebel. Dieses Mädchen, das sie aus Mitleid zu sich genommen, das ihr gleich beim ersten Sehen eine so starke Sympathie eingeflößt — dieses Mädchen war — sie hätte in ihrer Erschütterung laut auf- schreien mögen — doch feinen Ton vermochte sie über die Lippen zu bringen. Mit geschlossenen Augen lag sie in ihrem Stuhl; die Arme hingen schlaff herab. Ihr ganzes Denken sammelte sich auf den einen Punkt: Du hast deine Tochter gefunden! Deine Tochter! Ebba entging Angelas Erschütterung nicht, trotz der tiefen Dunkelheit im Zimmer. „Das ist die Tragik meines Lebens!" sagte sie; „ich kann ja nichts dafür, gnädige Frau, verachten Sie mich darum nicht!" bat sie in rührender Demut; sie muhte sich Angelas Erregung ja auf ihre Weise deuten! Ja, wer Ebbas Lebens- geschichte erfuhr, mußte als fühlender Mensch dadurch aus dem Gleichgewicht kommen, und Frau Angela hatte ein fühlendes Herz! Aber daß sie so gar nichts dazu sagte! Beinahe wie Furcht sahte es Ebba an. „Weiter!" hauchte da Angela. Lind Ebba berichtete von ihrer glücklichen Kindheit, von der Liebe und Sorgfalt, mit der man sie im Schulhause unb auf bem Schlosse gehütet unb erzogen. mit Komtesse Inga zusammen bekam ich Unterricht, unb unsere Kinberfreunbschaft haben wir mit in unsere Mäbchenzeit hinübergenommen! Graf unb Gräfin Reinshagen waren sehr gütig gegen mich, obwohl ich nur ein Finbelkinb war." unb — unb wie haben Sie bas erfahren?" flüsterte Angela tonlos, „hatten — Ihre Eltern — sich später — gemelbet?“ „Meine Eltern!" Der bittere Ton, in bem Ebba diese Worte aussprach, zerschnitt Angela das Herz. „Meine Eltern — nein, die hatten sorgfältig jeden Anhaltspunkt verwischt! Auf bem Schulhofe hatte mir eine Mitschülerin, als sie Streit mit einer anberen hatte, höhnisch bas Wort „Findel- finb“ zugerufen! Ich war ungefähr neun Jahre alt! Meine Kinbheit hat es mir vergiftet; wie eine Ausgestohene, Verfemte kam ich mir vor, obwohl meine Pflegeeltern, Pfarrer Sturms, unb bie Herrschaften auf bem Schlosse alles taten, mich jenes häßliche Wort vergessen zu machen! Aber es saß unb fraß! Das eine weiß ich wenigstens, bah ich ehelich geboren bin! In bem Korbe, in bem man mich ausgesetzt, lag cm Zettel in Maschinenschrift, bah ich auf ben Quunen Ebba getauft unb ein eheliches Kinb sei! Reich müssen meine Eltern auch gewesen sein, beim es lag viel Gelb, bas für meine Erziehung verwendet werden sollte, in bem Brief!" (Fortsetzung folgt) Giftstoff, nämlich Blausäure, enthalten. Deshalb brauchen die Hausfrauen aber beim Kuchenback rn sich durchaus nicht vor der Verwendung von Mandeln zu ängstigen, oder gar ihren Ämbent da- doch fo gut schmeckende Marzipan vorzuenthalten. Die Menge Blausäure, die bei Derwen- dung von bitteren Mandeln in einem Stück Marzipan enthalten ist, darf als durchausharm- loS angesprochen werden. Sine bittere Mandel im Gewicht von etwa einem Gramm enthält ein tausendstel Gramm Blausäure! Man mühte also vom Marzipan, dessen Masse zu zwei Dritteln aus fein zerriebenen Mandeln besteht, schon sehr erhebliche Mengen geniesten, um durch den Blau- säureaehalt sich eine Vergiftung zuzuziehen. Auch der Magen schützt sich gegen solche Gefahr schon ganz von selbst. Marzipan sättigt nämlich austerordentlich rasch, und wenn man ein au großes Quantum davon au, sich nimmt, so streikt der Magen und gibt durch Erbrechen das wieder her, was man zu viel deS Guten oder — des Bösen getan hat. So mag also niemand sich die Freude und den Genuh am Weihnachtsteller verderben lassen, wenn er nur eines bedenkt: „Allzuviel ist ungesund!" Dr. K. Gießener Wochenmarktpreise. 'Gtest en, 10. D z Heutige Wochrnmarktpreise: Butter 120 bis 130 Pf. lKochbutter von 100 Pf. an), Matte 25 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 7 bis 8 (pro Zentner 4 bis 5 Mk). Weihkrairt 5 bis 6 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk.), Rotkraut 7 bis 8 (pro Zentner 4 biS 5 Mk ), gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 15 bis 20, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Honig 40 bis 50, Kartoffeln 4 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk), Aepsel 8 bis 10 (pro Zentner 4 bis 7 Wk), Birnen 8 bis 10, Dörrobst 30 bis 35, Russe 35 bis 40, junge Hähne 80 bis 90, Enten 80 biS 100, Gänse 70 bis 80, Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfund, Tauben 50 bis 60, Eier 14 bis 15, Lauch 5 bis 10, Blumenkohl 20 bis 60, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 15 Pfennig pro Stück. Bornotizen. TageSkalender f ü r Donnerstag. Oberhessischer Kunstverein, Künstlerhilfe, Turm. Haus am Drandplah, 15 bis 17 Uhr. — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, 20,15 Uhr. Reue Universitäisaula. Lichtbildervortrag .Eine botanische Forschungsreise in das Innere von Borneo". — Gesellschaftsverein. 18 Uhr, ordentliche Mitgliederversammlung. — DHV., 20.30 Uhr, Grenzlandabend im Heim, Lonystraste. — Gießener Radfah. rerverein 1885, 20.30 Uhr, Hessischer Hof, Ordentliche Generalversammlung. — Damenvereinigung 1877 78, 20 Uhr, Stadt Mainz, Monatsversamm- lung. — Lichtspielhaus, Bahnhof st raste: .Ein Auto und kein Geld". — Astorio-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Heldenritt im wilden Westen" und »Die letzte Warnung". — AuS dem S t a d t t h e a t e r b u re a u wird uns geschrieben: Der beliebte Altmeister süddeutschen HumorS, Konrad Dreher, wird am Freitag, 11. Dezember, mit seinem Ensemble zum letztenmal vor seinem endgültigen Abschied von der Bühne in Gießen zu Gast sein. Die Erinnerungen an Stunden eines launigen Frohsinns, die Konrad Dreher in den sorgenvollen Tagen der letzten Jahre bescherte, werden noch einmal lebendig in der Titelrolle der Komödie »Der Schufternazi" von Ludwig Thoma. Mit dieser Aufführung wird sich Dreher von seinen zahlreichen Freunden, die ihm auch in Giesten stets gerne Gesolgschast geleistet haben, für immer verabschieden. Sein Gastspiel in Diesten wird sein letztes Auftreten sein. Die Vorstellung ist im Freitag-Abonnement. ' Morgen keine Stadtratssitzung. Die auf morgen, Freitag, 17 Uhr, anberaumte öffentliche Sitzung des Stodtrats ist auf Dienstag, 15. Dezember, 17 Uhr, verlegt worden. ** M i n i st e r i a l - Personal! e. Der Vortragende Rat, Ministerialrat Dr. Albert G a d o w auS Darmstadt wurde auf sein Ansuchen, mit Wirkung vom 16. Dezember, aus dem Staatsdienst entlassen. ' Die Hunde st euersähe der Stadt Gie- stcn für daS Jahr 1932 werden in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Hundebesihcr seien besonders darauf aufmerksam gemacht. " Sine Fünfundfiebzigjährige. Ähren 75. Geburtstag begeht morgen, Frcilag, 11. Dezember. Frau Elisabeth H i n k l e r Wwe.. geb. Wiestner. wohnhaft Südanlage 12. •• UniversitätS-GotteSdienst. Am Sonntag. 13. Dezember, 11.15 Uhr, findet in der Reuen Aula Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Schumann. ' Hausfrauen- undKindernachmit- tag i in D H V. 3m Heim des Deutschnationalen Handlungsgchilfen-DcrbandeS fand — wie man uns berichtet — der erste Haussraucnnachmittag der Ortsgruppe Giesten in diesem Winterhalbjahr statt. Rach cii lc.tenden Musikvorträgen 6c- g rußte KrcisgeschäftSlührer Lchroedcr die Damen. Er wieS darauf hin, dast die Frau mit dem BerusSschicksal ihres ManneS eng verbunden sei. Deshalb würde der DHV. auch die Damen seiner Mitglieder von Zeit zu Zeit zusammenrusen. um so das Band zu festigen. daS iede DHV.-Familie mit dem Verbände verknüpse. Der Verband habe r^wustt seine Sigenbilfecinrichtungen auch aus die Familien seiner Mitglieder abgestellt. Die weitere Unterhaltung hatte der oberhessische Heimat- « » ®eotfl Hcst. Leihgestern, übernommen. Herr Hcst trug seine Dichtungen auS jüngster Zeit vor Sr fand überaus reichen Beifall. Drostes Interesse und Aufmerksamkeit fanden Dorlesun- 9!n "US feinem demnächst erscheinenden Buch "77 --DaS Huttenberger Land', die einen Sin- blick in die Sitten und Gebräuche der Hütten- berger Bevölkerung gaben. DaS Kapitel über Volkstänze wurde dadurch, dast der Vortragende die Tänze aus einer Ziehharmonika meisterhaft vorspwltc besonders lebhaft gestaltet. Richt min- dcr Anklang fand e-.n Lichtdildervortrag über eine Italienrelse, den ebenfalls Herr H e st hielt. Sin später veranstalteter Kasperle-Rachmittaq für die Kinder hatte eine noch größere Beteiligung aufzuweisen. Die Herren Richter. AltdauS und Sauer verstanden es. das kleine Volk über zwei Stunden lang in Atem zu halten. Wirtschaft. lieber 300000 Arbeitslose in Hessen und Hessen-Nassau. WSR. Frankfurt a. M., 8. Dez. 3n der letzten Rovemberhälfte ist in Hessen und Hessen- Rassau die Zahl der Arbeitsuchenden etwas langsamer gestiegen als im vorigen Berichtsabschnitt, weil die Forstwirtschaft eine größere Anzahl Arbeitskräfte zum Holz- fallen eingestellt hat (allein durch die Vermittlung der Arbeitsämter über 3000 Arbeitslose). Immerhin beträgt die Zunahme noch rund 6500 Personen da in fast allen übrigen Berufszweigen insbesondere aber in den Austenberufen, wie Landwirtschaft, Industrie der Steine und Erden, Baugewerbe und Lohnarbeit wechselnder Art, weitere Entlassungen erfolgt sind. Auch die Metallindustrie, das Bekleidungsgewerbe und die Lederindustrie haben wiederum eine größere Anzahl Arbeitskräfte freigeseht. Obwohl die Arbeitsämter melden daß viele auS der Arbeitslosenversicherung ausgesteuerte und wegen Richtbedürftigkeit m die Krisensürsorge oder Wohlfahrtspflege nicht ausgenommene Arbeitslose dem Arbeitsmarkt fernbleiben, hat die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden am 30. Rovember 300 000 überschritten, sie ist auf 301 93 1 (darunter 48 030 Frauen) angewachsen und übersteigt somit den Stand vom 30. Rovember des Vorjahres (239 044) um fast 63 000, oder 25 v. H. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung ist im Laufe der Berichts zeit um 5152 auf 76 523 gestiegen: Haupt- Unterstützungsempfänger in der Ärifenfürforge sind gegenwärtig 80 523 vorhanden. 718 weniger als am vorigen Stichtag. • Der Großhandels-Index im Monatsdurchschnitt Rovr mb e r. Die vorn Statistischen Reichsamt berechnete Indexziffer der GrosthandelSpreise stellt sich für den Monatsdurchschnitt Rovember mit 106.6 um 0.5 v. H. niedriger als im Vormonat. Die Inderziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 98.5 (unverändert). Kolonialwaren 93.7 (minuS 1.1). industrielle Rohstoffe und Halbwaren 99,1 (minus 0,3) und industrielle Fertigwaren 132,1 (minuS 1,0). Die Indexziffern für Produktionsmittel betrug 129,3 (130,2 = minuS 0,7 v. H.) und für Konsumgüter 134,2 (135,8 — minus IJZ v. H ). • Dergm ann - Elektrizitätswerke- AG., Berlin. In der AussichtsratSsihung der Bergmann-Elektrizitätswerke-AV., Der.in. berichtete der Vorstand, daß die Bilanz über daS am 31. DcACmber 1931 ablaufende Geschäftsjahr voraussichtlich einen größeren Verlust ausweisen wird (1930 wurde der Verlust von 978 328 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen). Der AufsichtSrat genehmigte eine Vorlage, in der weitere Reduktionen und Vereinfachungen der Betriebe vorgesehen werden. Die Reichsmark sehr fest. Umfangreiche Käufe für deutsche Rechnung. — Amerikanische Pfundläuse. An den internationalen Devisenmärkten lag gestern vormittag die Reichsmark sehr fest. In Amsterdam beobachtete man umfangreiche Käufe f ü r deutsche Rechnung im Zusammenhang mit den neuen Kapitalflucht- Bestimmungen, durch die die Kapitalflüchtlinge veranlaßt werden, ihr Geld nach Deutschland wieder zurückzubringen. Die Gläubiger Deutschlands. die unter das Stillhalte-Abkommen fallen, sehen hierin ein sehr günstiges Moment. In Amsterdam zog die Reichsmark auf 57,55 an, in Zürich auf 120, in Paris auf 595 und in London auf 13,90. Das englische Pfund konnte sich ebenfalls befestigen und zog auf 3,2825 gegen den Dollar, 8,14 gegen den Gulden, auf 16,90 gegen Zürich und 83,81 gegen Paris an. Der Dollar war gut behauptet, die Rord- devisen waren kaum verändert, der französische Frank tendierte fester. Die Besserung der Reichsmark hat auch am Rachmittag angehalten, anscheinend finden weitere Käufe von deutscherSeite mit dem Zweck der Repartierung der Kapitalfluchtgelder statt. In London stellte sich die Reichsmark auf 13,9750, in Reuyork auf 23,60, in Amsterdam auf 58,50, in Zürich auf 121,50, in Paris auf 595. Das englische Pfundhat sich gleichfalls weiter befestigt, es zog bis auf 3,32 gegen den Dollar an, gab aber am Spätnachmittag wieder auf 3,2825 nach. Die Verkäufe für französische Rechnung scheinen aufgehört zu haben, Dagegen beobachtete man amerikanische Pfundkäufe. Gegen den Gulden zog das Pfund auf 8,15 an, gegen Zürich auf 16,9a und gegen Paris auf 84,06. Die Rord- devifen waren etwas fester, sonst ergaben sich kaum nennenswerte Veränderungen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL Banknoten. 9. Dezember 10 Dezember Amillkbe Jlotitruna Smllidw (selb Notierung »riel <*el" »ritl belflngfot« . 6.893 6.907 6.494 6 506 Wien 57.94 58,06 56.94 57.06 Prag . . . ®u6a»tf! . . 12.47 12.49 12.47 12.49 73-28 73,42 73.28 73.42 Sofia . . . 3.057 3,063 3-057 3.063 Holland . . 69.93 170,27 169.93 170.27 Celo . . . . ftopcnbaflei. 75.02 75,18 75.67 75.83 75.92 76,08 76.42 76.58 Stockholm . 75.67 75,83 76 22 76.38 London. . . iHurnoc 2llrti 13,74 13.78 13.84 13 88 1.008 1,012 1.023 1.027 Neunort . . 4.209 4,217 4.209 4.217 Brüifel . . . 58.49 58.61 58 49 58.61 Italien. . . 21,58 21,62 16.54 21.58 21.62 Tarte . . . 16,50 16.50 16.54 Eckwetz . . 81, 3 61.99 81.84 82.00 Spanien . . 34. 2 34.78 34.72 34.78 Tanjig. . . 81, 7 82.13 81.97 82.13 Japan . . . 2,0 8 2,062 2.058 2.062 Nw Be Ian.. 0.2. 0,246 0.244 0.246 Iuaoflawte». 7, ?3 7,407 7.393 7.407 Lissabon . . 12,74 12.7 12.84 12.86 Berlin, 9 Dtymbtr Vlmeritanudie 'Jteten....... IJteJflifrfie Noten......... iänifdie Noten Cnglildie Not.»......... ittanjofildie Noten Holländische Note« ^talicnliche Noten Norwegische Noten Deutsch.Leslcrretch, • 100 € 21:7, 13, 14; Dr. Adler (®.) gegen "Benter (W.) 21:13, 21:8, 14:21, 20:22, 21:16; Gebhardt (G.) — Schellcnberger «W) 19:21, 17:21, 21:19, 21:18, 13:21; Berger (®.) gegen Fuld (W) 21:15, 12. 17; Günther (®.) gegen Weimar (W.) 21. 14, 14:21. 21: 14. 9. Herren-Doppel: DrebeS-Wang (® ) gegen Abee-Waldschmidt (W) 15:21, 21:18, 21:10. 10:21. 21:19; Dr. Adler-Gebhardt (®.) gegen Fuld-Denser (W ) 22:20, 21:15, 17:21, 21:19, 13; Günthcr-Treser (G) — Schellenberger-Weimar (753.) 21: 16, 14:21, 21: 16, 15:21, 21: 15. Berger- Wu (®.) — Bärwinkel-Plaumann (W.) 13:21, 21: 15, 14, 12. Damcn-Einzel: Frl Meurer (®.) gegen Sri Hensoldt icli im Auto nurh ohne Geld durch die Welt hochstapeln kann, wird in diesem Film humorvoll gezeigt Alles lacht Tränen! 8480 c Ufa-Ton-Woche AI" prnktiNclir erschiedenes r Konsum- ENOSSENSfflAmCHM 'hchswe^bemxhe! egen ■ Pfoptuxrtsd\aft~: lePafole lautet: ifgliedschaft im d -KONSUMVEREIN dort die in den eigenen Jäbti- ^kenderVerbfaiuhethergesteilten IGEG-erzeugnisse Für diese Woche drei Mittagessen 2 Pfund Sauerkraut, '/* Pfund Dörrfleisch..............75 Pf. 1 Pfund Erbsen mit Schale, 3 Paar Würstchen.........70 Pf. 2 Pfund Bohnen, 2 Paar Würstchen.................... 65 Pf Für die Weihnachtsbäckerei Weizenmehl, See. 0.............................Pfund 23 Pf. We zenmehl, 00.................................Pfund 26 Pf. Weizenmehl, feinstes Kuchenmehl..............Pfund 28 Pf. Weizenmehl, 00, in Säckchen, 5 Pfund 160 Pf.,10 Plund 310 Pf. Rosinen.....................................*/< Pfund 14 Pf. Korinthen...................................'/. Plund 15 Pf. Sultaninen........................ */< Pfund 20,15 und 12 Pf. Haselnußkerne..............................•/< Pfund 25 Pf- Mandeln ............................. */« Pfund 40 und 33 Pf Kokosnuß, geraspelt..........................1 Pfund 40 Pf. Backpulver...............................1 Päckchen 8 Pf. Vanillezucker.............................1 Päckchen 5 Pf Zuckerglasur.............................1 Päckchen 25 Pf. empfehle ich: Korsetts ’Ä Trikotagen für Damen u. Herren in groß. Auswahl. Meine .'lOjährige Tätigkeit in der Korsettbranene bietet Ihnen Gewähr für gute Paßformen und gute Qualitäten und infolge Ersparnis hoher Ladenmiete für niedrigste Preise. S479D Spezial-Geschäft W. Hornung Frankfurt exStr.l.neb.Caf^nettler. Kein Lad. Fachkund. Damenbedienung. Anprobierraum vorhanden ___Ke 1*h rn t u re n h | | J | g M t. Große Sendung, sehr schöne- Weihnachtsbäume von 90 Ff. an Verkauf Im Hofe Neuen Bäue 7. onu auf 1. vuDotbct auf (tzefrbaftob.in.Gart. ö. Seibftgeber gen. nute Sicherheit gct. ^rtiriftUlnnebunt. 5000 Mk. auf 1. yuuothef zur Ablös. f. (tzeswäslob. n. d.Lnnd sofort gcf. Sdtrifll.Aiiaeb.unt. 07237 a.d.Gß. An,. 3000 RM. auf gut geb. Landwirt icda ft gen. vu- vvthek aesucbt. 2rtniftl. .'Ingebote unter 07245 an den Gießener Anzeiger. 600 Mk. Hegen gute bvuotb. ntr ®iri ■'ibn fid ’O'atnb«- ? uniert Ic «ooiioei W^rönti Oie! . ^etl J^nitta r3 ^int darteig ®ru' liefet UdrEch Olk r , 'ster q tS.ai l-,<"'>chl