Nr. 211 Erster Matt 181 Jahrgang Donnerstag, 10. September 1931 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen tmd unö Derlag: vrühl'fche Unioerfttäu-Vuch- nnö Sieinöruderei L. Lange in Sießeiu Schnftleitung uns iSefchästrstelle: S^uHtraM 7. Annahme von Lnzelae» für die lagtsnummer bi* zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Plotzoorschrist 20* . mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange, verantwonlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr tz.Tdynot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Ma§ Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Srilaaen: Die Illustrierte Gießener FamiliendlLtter Heimat im Bild Die Scholle. Monat,vezugsprel»: 2.20 Reichsmark und 30 Deichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. 5er,fprechanfchlüfie unter Sammelnummer 2251. »n|d)rift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. pokschestfonto: .Venffurtam Main 11686. n i cf benutzt worden, um mit Professor Dr. Alsberg und seinem Sozius Goll- Hilfe feiner Frau aus jtaiwiroiti Die kommunistische Presse schwelgt seit einigen Tagen in Enthüllungen über einen neuen Iustizskandal. Wir haben davon bisher nicht Kenntnis genommen, weil derartige „Skandale" in diesen Blättern etwas Alltägliches sind. Inzwischen hat aber doch die Hetze Formen angenommen, die zu einer Klarstellung zwingen. Ausgangspunkt ist der Fall des jungen Stinnes, der vor zwei Jahren wegen Anleihebetrugs onge- klagt war. Er wurde vom Gericht freigesprochen, während fein Prioatsekretär von Waldow, der mit ihm yifammengearbeitel hatte, vier Monate Oe- fangnis erhielt, wobei das Gericht feststellte, daß die Teilnahme von Hugo Stinnes am, Betrugsvcrluch objektiv sicher sei, daß er auch fahrlässig gebandelt habe, daß aber der Betrug ein Dorsatzdelikt sei und nur ein erheblicher Verdacht der Böswilligkeit gegen Stinnes bestand, nicht jedoch die Gewißheit. Nun kommen die Kommunisten und behaupten, dieses Urteil sei damals nicht rechtmäßig zustande gekommen, es sei vielmehr mit Bestechung, wenn auch nur auf Umwegen gearbeitet worden. Und zwar wird der Zusammenhang so konstruiert, daß der Vorsitzende des Gerichts, Landgerichtsdirektor Dr. Arendt, sehr befreundet gewesen sei mit einem damaligen Assessor, heutigen Rechtsanwalt Dr. Glade und dessen Frau. Dieser Glade nun sei von den Verteidigern des Angeklagten Stinnes, dem Was noch vor kurzem von vielen als Phantasterei abgetan wurde, soll jetzt doch Wirklichkeit werden: Dis zum Jahre 1933 will eine amerikanische Gesellschaft eine Kette künstlicher Flugzeuglandeplätze durch den Atlantischen Ozean legen, so daß fortab der Flugverkehr zwischen beiden Konti- nenten auf einer verhältnismäßig sicheren Basis ruht. Die erste dieser künstlichen Inseln, ein riesiger Schwimmkörper mit gewaltiger Oberfläche, ist bereits auf halbem Wege zwischen der ostamerikanischen Küste und den Bermudainseln verankert worden. Sieben weitere Inseln sollen nach und nach geschaffen und über die Route, die der Zeppelin auf seinen Amerikaflügen zu wählen pflegt, verteilt werden. Jede Insel besteht aus Stahl. Sie ist so groß, daß sie auch bei schwerem Seegang nennenswerten Er- lchütterungen nicht ausgesetzt ist. Ihre Oberfläche hat Raum genug, um Flugzeuge bequem aufzunehmen und wieder starten zu lassen. Außerdem werden diese Inseln mit Funk, und Wetterstationen Flugzeug- schuppen und Unterkünften ausgestattet sein. Das also, was man sich nach der ersten lieber- querung des Atlantischen Ozeans durch ein Flugzeug erträumte und was immer die Phantasie unserer Zeichner erregte, will nunmehr die Armstrong Sea- drome Development Corporation in Wilmington (Delawares durchführen, lieber Geldmittel scheint sie in ausreichendem Maße zu verfügen da sehr wahrscheinlich eine Summe von rund 120 Millionen Mark erforderlich sein wird. Die gesamte Strecke soll nach ihrer Fertigstellung zehn Stützpunkte umfassen, also acht künstliche und zwei natürliche, die Bermudainseln und die Azoren. Politisch interessant ist daran, daß die Franzosen offenbar durch die Amerikaner von den Azoren verdrängt worden sind, denn nach den Absichten der Pariser Regierung sollte eine unter portugiesischer Flagge gegründete französische Flugverkehrsgesellschaft verhindern, daß irgendeine fremde Macht ihren transatlantischen Flugverkehr über die Azoren gehen läßt. Frankreich behält aber immer noch d i e Strecke nach Südamerika, die zwischen den beiden am weitesten ins Meer hineinragenden Punkten Brasiliens und Afrikas liegt, sehr kurz ist. durch AvisoS mit hoher Geschwindigkeit befahren wird, wahrend von beiden Seiten Flugzeuge den Zubringedienst leisten. Das ist natürlich kein Idealverkehr. er dürfte auch sehr rasch in sich zusammensacken, wenn sich erst einmal die amerikanischen Stahlinseln bewähren und wenn die Amerikaner noch dazu übergehen sollten, mit dem gleichen Hilfsmittel Zweiglinien nach Südamerika einzurichten. Die künftige Sicherung des dem Vorsitzenden Arendt Einzelheiten über die Behandlung des Falles herauszulocken und den Vorsitzenden so zu beeinflussen, daß der Freispruch schließlich zustande kam. Frau Glade habe auch bereits gegen Hugo Stinnes eine Zivilklage eingereicht, worin sie 1500 Mark Schadenersatz verlangt für Ausgaben, die ihr bei ihren Bemühungen für gesellschaftliche Repräsentation entstanden seien, wäh- rend ihr Mann gleichzeitig eine Klage auf 15 000 Mark angestrengt habe, weil ihm für seine Bemühungen angeblich sehr beträchtliche Summen versprochen seien, die er nur zum Teil erhalten habe. Don allen Beteiligten liegen inzwischen Erklärungen vor, worin sie diesen Tatbestand wenigstens in der Deutung, die ihm die Kommunisten geben, abstreiten. Dagegen ist wohl richtig, daß Dr. Glade zur Bearbeitung juristischer Fragen herangezogen worden ist, wogegen ja auch nichts einzuwenden wäre. Der Gedanke jedoch, daß auf diesem Hmtoege der Versuch einer Beeinflussung deS Gerichtsvorsihendcn mit mehr oder minder deutlicher Bestechung gemacht worden sei, ist so abenteuerlich, daß man ihn zunächst als unmöglich ablehnen möchte. Selbstverständlich muß der Fall untersucht werden; nachdem einmal derartige Anwürfe erhoben sind, gilt es, Klarheit zu schaffen, um zu verhindern, daß durch eine derartige Hetze oaS Vertrauen zur Rechtsprechung untergraben wird. Aber wenn die Llnlersuchung beendet ist, wird auch mit voller Schärfe gegen die Verleumder eingegriffen werden müssen, deren Handwerk nur darin besteht, durch solche infamen Klatschgeschichten die Grundlagen der Gesellschaftsordnung zu erschüttern. französische Enisuyroervote für Wein nnö Holz. Ein seltsamer Auftakt zur deutsch-französischen Wirtschaftsverständigung. Berlin, 9. Sept. «DIB.) Die französische Regierung hat mit dem Datum vom 28. August Einfuhrverbote für Wein und hol; erlassen, die am 4. September in straft getreten sind. Diese beiden Einfuhrverbote berühren auch deutsche Interessen, insbesondere wird der deutsche Holzhandel in Mitleidenschaft gezogen. Am schwersten geschädigt wird der badische Holzhandel, um so mehr, als die französische Regierung am 5. September eine Zusahverordnung herausgegeben hat, wonach das deutsche Holzkontingent für das laufende Ja^r als bereits erschöpft bezeichnet wird, so daß jede weitere Ausfuhr von Holz plötzlich unter- bunden ist, obwohl die Einfuhrverbote grundsätzlich stontingenle für dieses Jahr vorgesehen hatten. Abgesehen von einer unmittelbaren Schädigung des deutschen Wein- und Holzhandels ist man in deutschen politischen streifen auch au» grundsätzlichen Erwägungen von den plötzlichen Einfuhrverboten überrascht, da sie im Widerspruch zu dem deutsch - französischen Handelsvertrag stehen. Wenn dieser Vertrag auch für einzelne Güter Einfuhrverbote vorsieht, so dürfen diese Verbote jedoch nur aus lebenswichtigen Interessen für die betreffende nationale Industrie erlassen werden. 3m Hinblick auf die unverhältnismäßig geringe Zahl von etwa 1 00 000 Arbeitslosen, die Frankreich im Vergleich zu Deutschland hat, kann man die Begründung der Einfuhrverbote mit lebensnotwendigen Interessen nicht verstehen. Das Auswärtige Amt wird mit der französischen Regierung in Verbindung treten, um die deutschen Interessen zu wahren. Wenn Deutschland nach demselben Prinzip verfahren würde, so könnte es so ziemlich jede Einfuhr verbieten, da bei seiner ungeheuer großen Zahl von Arbeitslosen durch jede Einfuhr ein deutsches Gewerbe betroffen wird. Die „D. A. Z " bezeichnet die französischen Einfuhrverbote für Wein und Holz als den Ausdruck einer europafeindlichen Handelspolitik. DaS Weineinsuhrverbot richte sich in schroffer Weise gegen Italien und vor allen Dingen gegen Spanien. Von dem Holzeinfuhrverbot werden am ftärlftcn Deutschland betroffen. Mit Recht vertrete die deutsche Regierung den Standpunkt, daß hier eine glatte Verletzung des deutsch-französischen Handelsvertrages vorliege. Die Franzosen hätten seit einiger Zeit schon mehrfach durchblicken lassen, daß ihnen der deutsch-französische Handelsvertrag nicht mehr besonders gefalle. man könnte also die Einfuhrverbote zu den Vorbereitungen der Liquidation dieses Handelsvertrages rechnen. Dann bleibt aber immer noch, so schreibt das Blatt, dieses abrupte und ziemlich grobe Verfahren reichlich merkwürdig, wenn man an den bevorstehenden französischen Ministerbesuch in Berlin denkt, zu dessen Programmpunkten auch so etwaS wie eine wirtschaftliche Verständigung gehören soll. Einfuhrverbote pflegen nicht unter die Rubrik „wirtschaftliche Verständigung" gerechnet zu werden. Die „D. A.Z." gibt weiter der Ansicht Ausdruck, daß die französische Aktion entweder auf die Aktivität von ein paar ehrgeizigen Deputierten aus der Provinz i m Dienste lokaler Interessen zurückzufüh- ren sei oder daß man es für gut gefunden habe, bar. deutsche Holz auSzusperren, weil man in der französischen Handelsbilanz Platz schaffen mühte für das Holz der Russen, mit denen man in Wirtschaftsverhandlungen steht. Beides sei eine seltsame Vorspeise in dem Menu der beabsichtigten 'Berliner Besprechungen. Holland will die Zolltarife erhöhen. Amsterdam, 9. Sept. (WTB) Wie aus politischen Kreisen verlautet, beabsichtigt die Regierung, für die Fehlbeträge, die im Staatsjahr 1932 zu erwarten sind, durch Einführung einer Benzinsteuer und durch Erhöhung des allgemeinen Zolltarifes um 8 bis 12 Prozent einen gewissen Ausgleich zu schaffen. Flugzeugverkehrs über den Atlantik kann dem Plan, den Zeppelin in den ilcberfecbienft xu stellen, empfindlichen Abbruch tun. Aber auch hier bleibt schließlich nur zu überlegen, ob ein Flugzeug, bas womöglich zehnmal Zwischenlandungen vornimmt, dem Zeppelinluftschiff vorzuziehen ist oder ob nicht der Zeppelin doch billiger und besser arbeitet. Das (Stillhalteabkommen von deutscher Seite unterzeichnet. Berlin, 9. SepL (WTB.) Da» Stillhalte-Ab- kornmeu ist heute durch die drei beteiligten Stellen. Reichsbank. Deutsche Golddiskont-Bank und Banken- stomilce, unterzeichnet worden. 3n straft tritt das Abkommen an dem Tage, an dem b i e Bank für internationalen Zahlungsaus- gleich an die beteiligten Stellen die Mitteilung gelangen läßt, daß sämtliche Vertragsparteien den Vertrag gezeichnet haben. Der maßgebende Text des Stillhalteabkommens usw. eia- Die betreffenden Gesetzentwürfe sollen dem Parlament schon kurz nach der für den kommenden Dienstag bevorstehenden Eröffnung der neuen Sitzung»- vcriode des Parlaments unterbreitet werden. Ferner sollen noch weitere Maßnahmen zur Entlastung des Staatshaushaltes, u. a. durch Erzielung von C r • f p a r n i f f c n bei der Ausführung der Zuiderfee- Werke, oorgefehen fein. ©er tschechische Hopsen. Wie kann der süddeutsche Hopfcnbaucr stk chützt werden? Berlin. 9. Sept. (ERB.) Wie die „Boss. Ztg." berichtet, ist der tschechoslowakische Gefandte. Dr. Lhvalkovsky. beim Berliner Auswärtigen Amt vorstellig^ geworden, um gegen den Hopfenverwenoungszwang z u protestieren. durch den der Hopfcncrport aus der Tschechoslowakei unterbunden werde. Bei dieser Gelegenheit erklärte der tschechische Gesandte dem zur Zeit amtierenden Ches des Auswärtigen Amtes. Dr. Köpke, daß die Prager Regierung unter dem Druck der Saazer Hopfen- bauern gezwungen sei, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn die reichSdeutschen Bestimmungen nicht geändert würden. SS wird dazu bemerkt: Der Hopfenverwen- dungszwang ist eingeführt worden, um d i e süddeutschen Hopfenbauern vor dem Ruin zu bewahren. In den letzten drei Jahren ist der HopsenpreiS von 300 und in den letzten drei Monaten von 150 auf 46 Mark gefallen, obwohl der Anbau bereit» um ein Drittel der Fläche reduziert worden ist. Dazu kommt, daß die Hopfenernte des vergangenen Jahre- noch nicht verbraucht worden ist. während die 'Heuernte in den nächsten Monaten auf den Markt kommen wirb. Daß eS sich bei Einführung beS Berwcn- dungSzwanycS nicht um eine zollpolitische Unfreundlichkeit gegenüber bet Tschechoslowakei han- belt, geht schon baraus hervor, bah ble Hopsen- bauern in bet Tschechoslowakei z u 75 Prozent Subetenbeutsche sind. Man wird daher hofsen dürfen, bah die Prager Regierung auf Geaenmahnahmen verzichtet, da eine Aufnahmefähigkeit für tschechischen Hopfen nur zu Lasten der schwer gefährdeten deutschen Hopfenbauern geschaffen werden könnte. Skandinavische Initiative für ein Mstungsfeierjahr. Oie skandinavischen Staaten wollen den italienischen Vorschlag aufnehmen und als Antrag im Abrüstungsausschuß des Völkerbundsrates einbrmgen. London, 10. Sept. (WTB. Funkspruch.) „News Ehronicle" berichtet, die italienische völkerbunds- kornrnission sei noch nicht zu einer Entscheidung darüber gelangt, ob sie für ihren Vorschlag eines Rüstungsseierjahres eine endgültige Entschließung einbringen solle. Wahrscheinlich wurden aber d 1 e skandinavischen Staaten die Initiative ergreifen. Sie feien gegenwärtig damit beschäftigt, den Wortlaut einer Entschließung festzulegen, in der ein 12monatiger Rüstungsfeiertag oorgeschlagen wird. Bevor der Vorschlag eingebracht wurde, solle aber die 11 n - lerstühung anderer Staaten gewonnen werden. Natürlich bereitet, so heißt e» in dem Bericht des „Tleros Ehronicle" weiter, die praktische Durchführung Schwierigkeiten, denn während die Suspendierung von Sd)iffneubauten eine einfache Sache ist, kann dies von der Anwendung der Feiertagsidee auf die regelmäßige Arbeit in den Wilifärarfenalen nicht behauptet werden. Indessen besteht große Aussicht darauf, daß der skandinavische Vorschlag eingebracht und an den dritten Ausschuß des Völkerbundsrats verwiesen werden wird, in dem der dänische Außenminister Dr. Munch den Vorsitz führt. Das Blatt fügt feiner Mitteilung hinzu: Der Wunsch, daß Henderson den Vorsitz in der Abrüstungskonferenz behalte, sei nahezu allgemein. Zeder, der einen Erfolg der Abrüstungskonferenz wünsche, scheine der Meinung zu sein, daß eine Wiederaufrollung der Frage des Vorsitzes einen verhängnisvollen Zustand der Ungewißheit und Unsicherheit zur Folge haben würde. Amerika begrüßt den Vorschlag Grandis. Verbesserung der Atmosphäre für die Abrüstungskonferenz Washington, 9. Sept. (WTB) Irn Staatsdepartement wurde heute betont, die amerikanische Regierung begrüße jeden Schritt, der, wie der Vorschlag Grandis es offenbar plane, die schwierigen Genfer Verhandlungen im nächsten Jahre er- lelchtere. Ein Rüstungsfeierjahr würde die Atmosphäre bei der Genfer Konferenz erheblich verbessern, und die amerikanUche Regierung erwarte mit Interesse die genauen Einzelheiten de» Italienischen Planes. Die Frage, ob nicht ein ähnliches Feierjahr zwischen England und den Vereinigten Staaten erörtert worden sei, wurde mit dem Hinweis darauf verneint, daß rin derartiger Plan nur möglich sei, wenn er alle in Frage kommenden Staaten einschlleße. Die amerikanische Regierung könne mangels Kenntnis der Details sich formell zu Grandis Vorschlag nicht äußern, aber die zugrundeliegende Idee stoße hier auf volle Billigung. Beginn der Ausschußsitzungen in Genf. Fehlbetrag im Haushalt. — Auch der Völkerbund soll sparen. Genf, 9. Sept. (TU.) Die großen Ausschüsse der Vollversammlung des Völkerbundes, mit Ausnahme des 'Abrüstungsausschusses, haben Mittwoch nachmittag ihre Arbeiten ausgenommen. In den Eröfsnungssitzungen wurden nur formale Fragen, wie die Wahl der Vizepräsidenten sowie die Festsetzung der Geschäftsordnung und des Arbeitsprogramms behandelt. Der Ausschuß für Rechtsfragen behandelte die Frage der Angleichung deS Völke r b un d Sp akt eS an den Kelloggpakt. Die in dieser Frage noch bestehenden großen politischen Schwierigkeiten traten in unverminderter Form scharf zutage. Die überwältigende Mehrheit des Ausschusses sprach sich für Vertagung der Aussprache aus. — Den Verhandlungen des Ausschusses für Haushalts- und Finanzfragen des Völkerbundes kommt diesmal besonderes Interesse zu. da der Haushalt des Völkerbundes infolge des Ausbleiben- der Mitgliedsbeiträge einiger Staaten einen Fehlbetrag aufweist und in der Versammlung von verschiedenen Seiten die Forderung auf eine wesentliche Herabsetzung der außerordentlich hohen Ausgaben de- Völkerbünde- sowie die Herabsetzung der Gehälter der hohenBeamten deSSekretariat- geforoert worden ist. Der Haushalt deS Völkerbundes umfaßt insgesamt 23 Millionen Mark und ist um einige Millionen höher al- im Vorjahre. schließlich Mantcloerlrag wird befannfgegeben werden, sobald der vertrag in Kraft getreten ist. DelRe'ch-auMußfmKrieasbeschäi>ig!en- und firieger&fnferbliebenenfürforge. Berlin, 9. Sept. (TTl.) Am 8. September tagte der Reichsausschuh der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenenfürsorge als gesetzliches Gutachterorgan für die Fragen der Versorgung der Kriegsopfer in Gegenwart von Vertretern des Reichsarbeitsministeriums. Diesem Ausschuß gehören sämtliche Kriegsopferorganisationen Deutschlands von Reichsbedeutung sowie die Vertreter der Hauptfürsorgestellen des Deutschen Reiches an. Die Organisationen und die Vertreter der Hauptfürsorgestellen konnten in der A e n - derung der zweiten Rotverordnung, soweit sie Kriegsopferfragen betraf, eine Einigung erzielen. So wurden eine Besserung der Renten für Leichtbeschädigte, eine Milderung der Anrechnung der Renten auf die Arbeitsll>sen- Unterstützung bei arbeitslosen Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, eine Milderung der RuhenSbeftimmungen für Personen, die öfsent- liches Einkommen beziehen, sowie grundsätzliche Aenderungen auf dem Gebiete der Gewährung von Zusatzrente der Reichsregierung empfohlen. Beamtenbesoldung und Neuordnung der Pensionen. Heute Sitzung des Reichskabinetts B e r I i n, 10. Sept. (CNW) Durch die Preste geht eine Meldung, wonach die Reichsregierung die Absicht hat, das System der Beamtenbesoldung durch Notverordnung neu au regeln und die Pen- sionen zu kürzen. Dieser Plan ist nicht neu; vielmehr wurde bereits vor einigen Wochen darüber berichtet. Wie wir erfahren, wird sich nun aber voraussichtlich heute das Kabinett mit der Vorlage befassen. An den bisherigen Veröffentlichungen ist übrigens falsch, daß d i e bisherige zweijährige Aufrückungsfrist in drei Jahre umgeanbert werden soll. Nach der Vorlage des Reichsfinanzministeriums ist vielmehr beabsichtigt. Die Eröffnung des Parlaments in London a f f u n fl b e r zeitig um die Ermächtigung, die Stellen durch Angestellte auf Privatdienstvertrag versehen zu lassen unter freier Vereinbarung der Bezahlung, wobei auch über die planmäßigen Bezüge eines Beamten hinausgegangen werden kann. — Cßon der sozialdemokratischen Fraktion wird eine neue Besoldungsvorlage gesordert mit einer wesentlichen Herabsetzung der hohen Gehälter und einer zwingenden Herabsetzung der in den Gemeinden gezahlten Gehälter, soweit sie über die Gehälter der vergleichbaren Staatsbeamten hinausgehen. — Der Landbund fordert Einwirkung auf die öffentlichen Sparkassen, daß b e i Zwangsvollstreckungen auf die Notlage der Bauern und Gewerbetreibenden gebührend Rücksicht genommen wird; weiter soll die Landesbank bei ihren Zinsberechnungen auf den gemeinnützigen Charakter der Feldbereinigung Rücksicht nehmen, denn Zinssätze von 12,5 Prozent könne die Landwirtschaft unmöglich tragen. — Abg. Dr. Werner (Nat.-Soz.) verlangt eine gründliche Prüfung der Verhältnisse, wie sie durch den Schenker-Vertrag in Hessen entstehen würden, und Behandlung der Angelegenheit im Reichsrat. Polizisten bahnen dem Ministerpräsidenten den Weg zum Parlamentsgebäude. Hinter Macdonald seine Tochter Isabel. eine zweijährige Sperre ein^ulegen. Wäh- , rend dieser Zeit sollen keine Gehaltszulagen und keine Aufrückunaen in der Stellung erfolgen. Diese Regelung ist für die Beamten nicht so schmerzlich wie die dauernde Verlängerung der Fristen auf drei Jahre sein würde. Was übrigens die Kürzung der Pensionen anlangt, so werden von unterrichteter Seite verfassungsrechtliche Bedenken entschieden bestritten. Es wird darauf hingewiesen, daß die Verfassung nur eine „an« gemessene Versorgung" vorschreibt und daß diese Bestimmung durcheineAnpassungder Pensionen an die heutige Wirtschaftslage nicht verletzt werde. Das gelte sowohl für die Herabsetzung der Höchstpen- sionsgrenze von 80 auf 75 Prozent, als auch für eine gestaffelte Kürzung der großen Pensionen über 12 000 Mark, wie sie vom Reichsfinanzministerium beabsichtigt Aus aller Welt. Professor Lujo Brentano In München ist Geheimrat Prof. Dr. jur. et phil. Lujo Brentano, einer der führenden deutschen Sozialpolitiker und Nationalökonomen, am Mittwochnachmittag im 87.Lebensjahre gestorben. Der Gelehrte war bereits vor einigen Monaten an einem Blasenleiden erkrankt, aber wieder genesen. — Lujo Brentano, ein jüngerer Bruder des Philosophen Franz Brentano und Neffe des Romantikers, wurde 1844 in Aschaffenburg geboren. In Dublin, Münster, München, Heidelberg, Würz- bürg und Göttingen studierte er Nationalökonomie und hielt sich ein Jahr zum Studium der englischen Arbeiterverhältnisse in England auf. Als Frucht die- ser Studien erschien 1871 ein Buch über die Geschichte der englischen Trade-Unions (Gewerkschaften) unter dem Titel „Die Arbeitergilden der GegenNotverordnungsrechi für das Kabinett Macdonald. Was wirdSnowdensSteuerbukctt bringen? London, 9. Sept. (TU.) Ministerpräsident Macdonald brachte im Unterhause ein Gesetz ein, durch das die Regierung zum Erlaß von Kabinetts- Verfügungen, sog. „Orders in council" zu dem Zwecke ermächtigt wird, Einsparungen in den aus öffentlichen Geldern zu bestreitenden Ausgaben i u erzielen und Verbesserungen in der Art und Weise der Begrenzung der Ausgaben herbeizuführen. Dieses Gesetz, das der englischen Regierung neue bedeutende Vollmachten, etwa im Sinne des §48 der deutschen Verfassung gibt, parierte die erste Lesung. Die zweite Lesung soll am Freitag stattfinden. Um die dem Parlament während der außerordentlichen Sitzungsperiode zur 23er- ügung stehende Zeit selbst für die Fragen des Staatshaushalts zur Verfügung stellen zu können, legte Baldwin einen Antrag vor, der die Einbringung von privaten Gesetzesanträgen der Abge- Kongreffe und Tagungen. Deutscher Juristentag in Lübeck. 3n Lübeck begann der 36. Deutsche Juristentag mit einer Plenarsitzung im Stadttheater. Auf Vorschlag des Kammergerichtspräsidenten i. R. Dr. v.Staff wurde Geh. Iustizrat Dr. Wildhagen (Leipzig) zum Präsidenten der Tagung gewählt. Namens des Senates der Freien Stadt Lübeck entbot Bürgermeister L ö w i g t der Tagung den Willkommensgruh der Stadt. Ministerialdirektor Schäfer vom Reichsjustizministerium überbrachte die Grüße der Reichsregierung. Nachdem noch der Präsident des Hanseatischen Oberlandesgerichtes in Hamburg, Dr. Kies selb ach, Sektionschef Dr. Hermann (Wien) als Vertreter der österreichischen Regierung Grüße überbracht hatten, übermittelte Senator Dumont namens der freien Stadt Danzig die Aufforderung, einen der nächsten 3u» ristentage in Danzig abzuhalten. Der deutsche Apolhekerlag in würzurg. Die 57. Hauptversammlung des Vereins deutscher Apotheker vereinigte über 500 Vertreter im Hutten» soal. Nach den üblichen Begrüßungsworten erstat- tete der zweite Vorsitzende, Medizinalrat Spar« r e r (Nürnberg), das erste Referat über „Die kommende gesetzliche Regelung des Apothekenwesens*. Er vertrat die von einer Kommission der Fachoereinigungen oufgefteUten Richtlinien für die Stellungnahme zum Reichsapothekengesetzentwurf, die das gemischte System der verkäuflichen Apotheken sowie die ausgebaute Personal-Konzession befürworten, und unterbreitete eine Entschließung, die diese Grundsätze billigt. In der Debatte wandten sich eine Reihe Realkonzessionäre gegen den beabsichtigten Abbau ihrer Rechte. Die Entschließung wurde jedoch mit allen gegen neun Stimmen bei fünf Stimmenthaltungen angenommen. Beim Punkt „Arzneitaxe" erhob die Versammlung in einer Entschließung Einspruch gegen jede Senkung des Spezialitätenzuschlags. Eine weitere Entschließung fordert, daß allen Krankenhäusern zur Pflicht gemacht wird, ihren gesamten Arzneibedarf in den nächsten Apotheken zu decken. Der 56. Deutsche Gastwirle-Tag in Stuttgart. 3m Zusammenhang mit der Gastwirts- und Nahrungsmittel-Messe wurde die deutsche Gastwirtetagung unter dem Vorsitz des wieder- gewählten Präsidenten des Deutschen Gastwirte- Verbandes, Reichstagsabgeordneten Köster- Berlin eröffnet. Der Redner erklärte u. a., die Gastwirte forderten nach wie vor, daß d i e Getränke allein Steuerobjekt des Reiches blieben. Am schwersten sei das De- herbergungsgewerbe belastet. Die Steuer sei höchst unsozial. 3m kommenden Winter werde man ohne Massenspeisungen nicht durchkommen. Die Gastwirte seien bereit, ihre Einrichtungen und ihre reichen Erfahrungen zur Verfügung zu stellen. Für die württembergische Staatsregierung erklärte Wirtschaftsmimster Dr. Maier u. a.: Der Gastwirtsverband habe sich vollen Anspruch auf staatlichen Schutz erworben. Wer nicht an den wirtschaftlichen Erfolg eines kommunistischen oder sozialistischen Staates glaube, müsse sich bewußt einsetzen für die Erhaltung und Vermehrung einer breiten Mittelschicht in Deutschland, auf die eine gesunde Wirtschaft aufgebaut werden könne. Namens der aetränkesteuerfreien Stadt Stuttgart hieß Oberbürgermeister Dr. Lautenschläger die Gastwirte mit herzlichen Worten willkommen. Durch einstimmigen Beschluß wurden Köster-Berlin und West- Aachen zu Ehrenmitgliedern des Verbandes ernannt. • -< stein und Schmalbach je zwei 3ahre Gefängnis. Der Angeklagte Dietz wurde freigesprochen. Der Totschlag an dem Stahlhelmsührer Heister. Die Untersuchung des Totschlags an dem Stahl- helm-Geschäftsfährer Albert Heister in Köln ist jetzt zu einem gewissen Abschluß gelangt. Am Diens- tag fand ein Lokaltermin statt, in dem festgestellt wurde, daß der 19jährige Arbeiter Niksch, per der Kommunistischen Partei angehört, den tödlichen Schuß auf Heister abgegeben hat. Durch sein Geständnis wird der bisher als Haupttater angesehene 2) ürroarbt teilweise entlastet, kommt jedoch weiter als Mittäter in Frage. Schreckenstat einer wahnsinnigen. 3n Olmüh hat sich eine furchtbare Familientragödie zugetragen. Die Frau eines in der tschechischen Gesandtschaft bekannten Staatsbeamten wurde nach der Geburt eines Kindes vor etwa einem halben 3ahr schwermütig. Sie wurde i n eine Nervenheilanstalt gebracht, kam jedoch vor einigen Tagen anscheinend gesund zurück. Am 9. September ergriff die Frau ihr Kind und sprang mit ihm aus dem Fen st er des zweiten Stockwerks auf die Straße. Das Kind blieb mit zerschmetterten Gliedern auf dem Stra- henpflaster liegen, während die Frau am Gesims hängenblieb. Der Ehemann sah mit-Egtjehen den Vorlall, ohne helfen zu können. Rach schweren Mühen gelang es der Feuerwehr, die Frau zu bergen. Sie wurde sofort in eine Irrenanstalt gebracht. Lin Auto vom Zuge erfaßt. Bei Motzlar (Rhön) stieß an einem ungeschützten Bahnübergang ein Mietauto mit dem aus der Richtung Tann kommenden Personen- zug zusammen. Das Auto, das mit zwei erwachsenen Personen und zwei Kindern besetzt war, wurde von der Lokomotive erfaßt und zur Seite geschleudert. Das siebenjährige Söhnchen des Versicherungsdirektors Dieckmann aus Eisenach wurde derart schwer verletzt, daß es alsbald verschied. Dieckmann erlitt u. a. einen Oberschenkelbruch und mußte in das Geisaer Krankenhaus übergeführt werden. Sein elfjähriges Töchterchen und der Chauffeur kamen mit leichteren Verletzungen davon. TUit dem Kinderstuhl zu Tode gefallen. 3n Simmern (Hunsrück) wurde ein einein- halbjähriges Kind in Abwesenheit der Eltern von einem älteren Mädchen beaufsichtigt. Das klein« Kind sah in einem Kinderstuhl und drückte wahrscheinlich mit den Beinchen gegen den dicht dabet stehenden Tisch, so dah der Kinderstuhl umf ieL Dabei stürzte das Kind so unglücklich, dah es daS Genick brach und sofort tot war. mit einem Kiesbagger in den Rhein gestürzt. 3n der Nähe von Monheim bei Düsseldorf ereignete sich bei Baggerarbeiten im Rhein ein bedauerlicher Anglücksfall. Ein auf einem Kiesnachen montierter Dampfbagger stürzte plötzlich in den hier etwa fünf Meter tiefen Rhein. Während es dem Kranführer gelang, sich in Sicherheit zu bringen, konnte sich der Heizer aus dem Kranhäuschen nicht befreien und ertrank. Spannung in Ostasien. Japans Interessen in der Mandschurei. London, 9. Sept. (WTB.) Mehrere Blätter berichten über eine zunehmende Spannung der japanisch - chinesische ^Beziehungen wegen der Ermordung eines japanischen Hauptmanns in der inneren Mongolei. Sechs japanische Heeresslugzeuge, die sich auf einem Rundslug über die japanischen Alpen befanden, haben Flugblätter abgeworfen, in denen die Ration aufgefordert wird, die Gefahr zu erkennen, die ihren Rechten in der Mandschurei drohe. 3n den Flugblättern wird daraus hingewiesen, dah der Preis, der für die Stellung Japans in der Mandschurei durch den russisch - japanischen Krieg bezahlt worden sei, 200 000 Tote und zwei Milliarden' Ben betrug, und daß von dem japanischen Nationalvermögen 1700 Millionen Ven in der Mandschurei angelegt seien. „Times" bemerkt dazu, es handele sich hierbei wahrscheinlich um eine Unternehmung von Hitzköpfen, aber eine solche Kundgebung von Ofsizieren eines der bestdisziplinierten Heere der Welt sei ein Zeichen für die Empörung die das Verbrechen in Japan hervorgerufen habe. Das japanische Kabinett beschloß gestern, das Ergebnis der zweiten chinesischen Untersuchung ab, zuwarten, bevor über die zu unternehmenden Schritte entschieden wird. ordneten unterbindet und die Erörterung von geschäftsmäßigen Anträgen usw. auf 30 bis 60 Minuten nach Beendigung der Debatte beschränkt. Baldwin teilte mit, daß während die er außer- ordentlichen Sitzung außer dem Spargesetz und dem Haushaltsentwurf wahrscheinlich nur noch das Gesetz für gewisse Notstandsarbeiten zur Verhandlung kommen würde. Der Baldwinsche Antrag wurde mit 308 gegen 215 Stimmen angenommen. Die Presse rechnet damit, daß der Schatzkanzler dem Unterhause ein Steuerbukett überreichen wird, das insgesamt 1,2 bis 1,4 Milliarden Mark Mehrerträge einbringen soll. Grundsätzlich würde er an der gegenwärtigen direkten Besteuerung mit Ausnahme vielleicht der hohen Einkommen fest- halten, jedoch durchgreifende Aenderungen in den Bestimmungen für Steuerrabatte usw. vornehmen. Auch glauben die Londoner Blätter eine Erhöhung der Tabakzölle, der Abgaben auf Bier, Zucker und Tee sowie der L u st - barteitsfteuer für Theater und Hunderennen und endlich auch eine Erhöhung der Rund - funkbeiträge Voraussagen zu können. wird. Oie Sozialdemokraten zur Wirischastslage. Berlin, 8. Sept. (DDZ.) 3n der Sitzung der sozialdemokratischen Deichstagsfraktion berichteten die Abgeordneten Dr. Hertz und Dr. H i l s e r d i n g über die Verhandlungen mit der Reichsregierung. Die Fraktion nahm mit Befriedigung zur Kenntnis, daß die Reichsregierung z u g e s a g t hat, einige Härten der Notverordnung vorn 5. 3uni z u mildern. Nach längerer Aussprache nahm die Fraktion eine Entschließung an, in der es heißt: Die Fraktion fordert die Errichtung eines Amts für Dankpolitik, das nut allen möglichen Vollmachten zur Information über die Privatbanken und zum Eingreifen in volkswirtschaftlichem 3nteresse ausgestattet ist. Sie erneut die Forderung nach Errichtung eines Kartellamts. Die Reform des Aktienrechts muß den Mißbrauch mit den Mehrstimmrechts- und Depotaktien unterbinden, die Haftbarkeit für Aufsichtsräte sichern und weitgehende Publizität und Offenlegung zur Pflicht machen. Ein Druck auf die Kartellpreise, eine Verminderung der Handelsspanne und der schädlichen Preisbindungen der zweiten Hand muh zu einer schnelleren Anpassung des deutschen Preisniveaus an die veränderte ökonomische Lage führen. Die Fraktion fordert Senkung der Produktionskost en für die bäuerliche Veredelungswirtschaft und Verbilligung der wichtigsten Nahrungsmittel, insbesondere des Brotes, durch Zollsenkung und Verringerung der Handelsspanne sowie die Ermäßigung des Zuckerpreises. Um eine neue Verringerung der Kaufkraft und damit eine neue Schrumpfung des Wirtschaftsprozesses hintanzuhalten, fordert Die Fraktion die 23er- hinderung jedes weiteren Lohnabbaues. Die Fraktion erwartet endlich die notwendigen Gesetzesmaßnahmen zur Durchführung der 4 0 ° S1 un - d e n w o ch e. Sie lehnt alle Bestrebungen zur Beseitigung der Arbeitslosenversicherung und zur weiteren Verringerung ihrer Leistungen entschieden ab und befürwortet die Vereinheitlichung der Krisenfürforge und der gemeindlichen Wohlfahrtsfürsorge zu einer Reichsarbeitslosenfürsorge unter ausreichender finanzieller Beteiligung des Reiches. Beratungen der Deutschen Volkspartei. Berlin, 9. Sept. Die Reichstagsfraktion der -Deutschen Volkspartei hat in Potsdam eine umfassende politische Aussprache gepflogen. Dabei legte Abgeordneter Dr. Cremer die ernste Etatlage des Reiches, der Länder und Gemeinden dar. Abg. Dr. Moldenhauer befürwortete unter Ablehnung aller währungspolitischen Experimente eine elastische Kreditpolitik der Reichsbank. Abg. Keinath vertrat den Gedanken einer entschiedenen Reform der Hauszinssteuer als eines zentralen Problems der deutschen Volkswirtschaft. Die Abg. Dr. Pfeffer und Thiel behandelten die mit der Arbeitslosenversicherung zusammenhängenden sozialpolitischen Ausgaben. Die Aussprache bewegte sich in der Richtung, die darniederliegende Wirtschaft und den Arbeitsmarkt durch kreditpolitische Lockerungen, Herabsetzung der öffentlichen Lasten und Verminderung der Produktionskosten zu beleben und damit auch die Gesundung der öffentlichen Finanzen herzustellen. Kleber die Außenpolitik erstattete der Vorsitzende, Abg. Dingeldeh, den einleitenden Bericht. Don den Verhandlungen des Parteiführers mit dem Reichsauhen- minister Dr. C u r t i u s wurde zustimmend Kenntnis genommen. 3n der inneren Politik forderte die Fraktion mit aller Entschiedenheit e i n rasches und entschlossenes Handeln der Reichsregierung. Das Zögern der Staatsführung in der Durchführung oft angekündigter und dringend erforderlicher Maßnahmen könne von der Deutschen Volkspartei nicht länger geduldet werden. Eine Sitzung des Deutschen Landvolks. Berlin, 8. Sept. (TA.) Unter dem Vorsitz des Parteiführers von Hauenschild- T s ch e i d t tagte die Reichstagsfraktion des Deutschen Landvolks gemeinsam mit der Preußenfraktion. Es kam eine außerordentlich ernste Beurteilung der Lage zum Ausdruck. 3m Hinblick auf die Vorgänge in Genf ist das deutsche Landvolk der einmütigen Aufsassung, dah Außenminister Dr. Curtius nicht länger Mitglied des Reichskabinetts bleiben dürfe. Die Deutsche Landvolkpartei ist gewillt, ihre ganze Kraft dafür einzusetzen, daß die Lebens- grundlage des deutschen Bauerntums und damit auch die Ernährung des gesamten Volkes in dem vor uns liegenden Notwinter gesichert wird. Mit allem Nachdruck betont das Deutsche Landvolk, dah zugleich durch rücksichtslose Sparsamkeit und durch durchgreifende wirtschaftliche, finanzielle und sozialpolitische Mahnahmen die Voraussetzungen für eine neue dauernde Gesundung von Staat und Wirtschast sowie für die Erkämpfung der deutschen Anab- hängigkeit und Freiheit geschaffen werden müssen. Vorlagen und Anträge im Hessischen Landtag. Darmstadt, 9. Sept. (WHP.) Der Finanzminister legt ein Verzeichnis der Stellen vor, dce durch Angestellte anstatt durch Beamte versehen werden können. Er ersucht gleichwart", womit er seinen Ruf als Sozialpolitiker begründete. Brentano hatte sich inzwischen als Privatdozent in Berlin habilitiert, wurde schon 1872 außerordentlicher und 1875 ordentlicher Professor in Breslau; 1882 folgte er einem Ruf nach Straßburg. Als Nachfolger Lorenz v. Steins war er dann 1888—89 in Wien, ging aber schon 1889 an Stelle Wilhelm Roschers, des Altmeisters der deutschen Nationalökonomie, nach Leipzig. 1891 folgte er einer Berufung nach München, wo er seither ununterbrochen lehrte, bis er 1916 von feinem Lehramt zurücktrat. Brentano ist der bekannteste Verfechter der Freihandelstheorie und ist in zahlreichen Schriften für sie eingetreten, ebenso für eine lebhafte Sozialpolitik. Als 83jähriger begann er noch die Herausgabe eines großen oierbändiaen Werkes, von dem schon drei Bände erschienen sind: „Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung Englands". Das Werk umfaßt zwei Jahrtausende. — Dem Gelehrten wurde zum 85. Geburtstag vom Reichspräsidenten der Adlerschild des Reiches verliehen. Die dänische Ost-Grönland-Expedition zurückgekehri. Das dänische Grönlandschiss „Godthaab" mit dem Leiter der staatlichen Ost-Grönland-Expedition, Dr. Lauge Koch, und u. a. mit den beiden deutschen arktischen Forschern Dr. Frebold und Dr. Pofe r ist nach Kopenhagen zurückgekehrt. Dr. Lauge Koch erklärte, daß die Fahrt noch Ost-Grönland äußer st gefährlich sei, 14 Tage lang lag sein Schiff von Eismassen umschlossen fest. Er berichtete weiter, daß er wertvolle Kohlen-Vorkom« men festgestellt habe, aus denen man den Kohlen- bedarf für Ost-Grönland, wenn nicht gar für ganz Grönland decken könne. Im Innern des Landes seien noch bedeutend größere Kohlenfunde festzustel- len, aber nicht derart, daß sie für den Transport nach Europa in Frage kommen könnten. Er habe diese Kohlenselder für den dänischen Staat in Besitz genommen. Weiter stellte er fest, daß Petroleum- Vorkommen auf Ost-Grönland nicht existierten. Ob Erzvorkommen zu finden seien, konnte noch nicht sestgesteUt werden. „Nautilus" In Spitzbergen. In Longyear City (Spitzbergen) ist das Unterseeboot '„Nautilus" mit voller Geschwindigkeit ein- gelaufen. Es ist nur leicht beschädigt und wird, sobald es neuen Brennstoff ausgenommen hat, südwärts w e i t e r f a h r e n. Die Fahrtteilnehmer haben sich über die Erfahrungen mit den mitgenommenen wissenschaftlichen Geräten sehr zufrieden geäußert. Vor allem habe der Kreiselkompaß allen Anforderungen genügt, sogar als das Unterseeboot sich am weitesten nördlich zwischen dem 82. und 83.Breitengrad befand. Die Funkverbindung wurde durch das Untertauchen unter das Eis gestört; außerdem brannte in dem Funkgerät eine Spule durch, deren Ausbesserung etliche Tage dauerte. Professor Sverdrup, der deutsche 23 i l- (i n g e r und der Amerikaner Soule sind diese Nacht mit einem norwegischen Dampfer nach Har- stad a b g e r e i st. Wie „Aftenposten" meldet, wird dies dahin gedeutet, daß „Nautilus" entweder direkt nach Amerika oder auf der Route über Island fahren wird. Gerichtliches Nachspiel einer politischen Untat. Das Karlsruher Schwurgericht verkündigte das Urteil in dem Prozeß gegen die fünf Kommunisten, die am Pfingstmontag dieses 3ahres anläßlich einer nationalsozialistischen Veranstaltung in Karlsruhe den nationalsozialistischen Motorradfahrer Paul Bille t aus Lahr i. D. durch Stockschläge getötet hatten.. Der Hauptangeschuldigte Haas erhielt wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch vier 3ahre Zuchthaus, der Angeklagte Linder drei 3ahre sechs Monate Gefängnis, die Angeklagten Eck- * MM j M » A. Aus Der Provinzialbauptfiadt. Dtehen, den 10. September 1931. Gn Aufruf der deutschen Krauen. 3m Hinblick auf die immer mehr anwachsende Arbeitslosigkeit und die (Böte de- kommenden Winter- erlösten die unterzeichneten Frauen, organtsationen folgenden Aufruf: Schwerster wirtschaftlicher Druck, härteste menschliche Rot lasten auf dem deutschen Volk. Die Arbci t-los tgkeit wächst erschreckend. Unzäh- lige einzelne, die früher zur Linderung der Rot ihrer Mitmenschen beitrugen, sind heute seiber hilf-bedürflia. Den Einrichtungen der Gesund- heit-. unb xinderfürsorge droht der Zusammen- bruch. Wir alle sehen mit größter Sorge dem kommen, den Winter entgegen. Wer wird die QEt Ilio» n e n von Hungernden und Frierenden die Alten und Ätanltn versorgen? Wer hilft den Kindern? Wer hilft den Verlassenen und Hofsnung-losen? Wer wird die ratlo- vor dem Leben stehenden Jugendlichen seelisch aufrecht, erhalten? Die Maßnahmen von Staat und Gemeinden sind allein nicht imstande, der Hot wirksam zu beaeg. nen. Auch die Kraft der freien Wohl- fahrt-pflege reicht nicht au-, wenn ihr nicht neue Hilfskräfte in großer Zahl zur Seite treten. Die unterzeichneten Verbände richten deshalb an alle deutschen Frauen den dringenden Rus: versaget eure Mithilfe nichts Die Rothilfe leistenden Organisationen warten daraus, daß ihr euch ihnen zur versügung stellt. Jeder gebe und Helse nach seiner firaft, nach seinem vermögen; auch die kleinste (Babe, auch der geringste Hilfsdienst ist heute unentbehrlich. Laßt un, wieder lernen, von Mensch zu Mensch einander bei,ustehen und einer des anderen Last mitzutragen. Arbeiterinnen • Sekretariat der Freien Gewerkschaften Deutschland, Bund Deutscher Frauenvereine, Deutscher Akademikerinnenbund, Deutsch-Evangelischer Frauenbund, Evangelische Frauenhilfe, Jüdischer Frauenbund, Katholische Frauen-Berussver- bände. Katholischer deutscher Frauenbund, Die deutschen Frauenvereine vom Roten Kreuz, Verband der katholischen Jungfrauen- und Mütter-Dereine, Vereinigung evangelischer Frauenoerbände Deutschlands. 3iegenmarff in Gießen. Der gestern wieder eingeführte Ziegenmarkt in Gießen offenbarte lebhafte- Interesse für die Ziegenzucht. Die vom KreiSziegenzuchtvercin Gießen in Verbindung mit dem Landwirtschaft-- kammcrau-schuß für Oberhessen und dem Ziegen- -uchtverein Gießen mit Unterstützung der Stadt- Verwaltung Gießen durchgeführtc Veranstaltung konnte einen Austrieb von etwa 150 Tieren aller Klassen ausweisen. Durchweg war gute- Zucht- material, darunter zahlreiche schon von der D. L. D au-gezeichnete Tiere, aufgetriebem Auch die Zahl der Interessenten, besonders die der auswärtigen, war sehr groß. Der 1. Vorsitzende des Krci-ziegenzuchtvcrein- Gießen, LandtagSabge- ordncter Fenchel, Ober-Hörgern, und Generalsekretär deS Landwirtschaftskammerausschusses, Dr. Wagner, waren erschienen. Für die mit dem Markt verbundene Prämiierung fungierten vom LandwirtschastSkammerauSschuh Gg. Büx- I e r, der Zuchtwart des Kreiszicgenzuchtvereins AlSscld, Iohs. Martin, Angenrod, und Ober- Sekretär Philipp, Steinberg. Prämiiert wurden insgesamt 86 Tiere. GS wurden folgende Preise verteilt: Klasse l: V öcke (2 Jahr und älter): 1. Preise: Gemeinde Hattenrod und Gemeinde Grohen-Vu- seck. 2. PreiS: Ziegenzuchtverein Dießen. Anerkennung: Dem. Burkhardsfelden. — Klasse II: Vöcke (von 1 Jahr): 1. Preis: Gemeinde Rödgen. 2. PreiS: Ziegenzuchtverein Gießen. — Klasse Ul: Ziegen (3 Jahr und älter): Ehrenpreise: H. Münster, Hattenrod; W. Dorr, Lich; T. Scheid VI., Großcn-Vuseck; H. Rau IV., Hattenrod; K. TrechSler, Gießen. 1. Preise: D. Philipp III., Steinberg; H Bernhardt, Großen-Lindcn; W- Wagner IX., Großcn-Vuseck. 2- Preise: H. Degenhardt, Gießen; E. Philipp IV., Steinberg. Anerkennung: H. Vecker, Gießen. — Klasse IV: Ziegen (2 Jahre alt): Ehrenpreis: H Münster, Hattenrod. 1. Preise: K Görlach, Grohen-Vuseck; W. Wagner, Großcn-Vuseck. 2. Preise: H. Decker. Gießen; H. Großer, Grohen-Vuseck. 3. PreiS: K Weiß!., Steinberg. - Klasse V: Einjährige Ziegen: Ehrenpreis: H. Rau IV., Hattenrod. 1. Preise: W. Dort, Grohen-Vuseck; L. Zink, Steinberg. 3. PreiS: A. Röhmig, Dießen —• Klasse VI: Zeitziegen: 1. Preis: H Münster, Hattenrod. 2. Preis H. Degenhardt, Gießen. 3- Preise: 6. Mohl, Holzheim; Witwe Römer, Gießen. Anerkennung: Witwe Römer, Gießen — KlasseVII: Ziegenlämmer: 1. Preise: L. Scheid, Grohen-Vuseck; Ehr. Scheid VI., Grohen- Vuseck; H. Heß, Großen-Linden. 2. Preise: Ehr. Wagner Ul.. Grohen-Vuseck; K. Görlach. Sbcr- stadt. 3. Preise W- Wcdcmann, Eberstadt; I. Altensen, Giehen. — Klasse VIII: Vocklämmer: 1. Preise: L Scheid, Grohen-Vuseck; E. Scheid VI., Grohen-Vuseck. 2. Preise: V. Philipp, Steinberg; W. Dort III., Grohen-Vuseck; K. Weiß l., Steinberg. 3. PreiS: E. Geiger. Grohen-Linden. Obwohl im allgemeinen Lämmer nicht prämiiert werden, hatte sich der OrtSziegenzuchtvcrein Gießen infolge des großen Interesses an der Ziegenzucht veranlaßt gesehen, auch für die Lämmer eine große Anzahl Preise in Gestalt von Gebrauch-gegenständen zur Verfügung zu stellen. Rach der Prämiierung setzte lebhafter Handel ein. SS wurden bezahlt für gute Ziegen 50 biS 70 Mark, junge Vöcke 40 bis 80 Mk., wobei auch Spitzenpreise von etwa 110 Mk. erzielt wurden. Apotheker Th. Schwieder, Gießen, wurde in Anbetracht seiner Verdienste um die Entwicklung der Ziegenzucht vom Ortsziegenzuchtverein Gießen zum Ehrenmitglied ernannt. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: 168er, 20.30 älhr, Monats-Versammlung bei Kamerad Zaulstich. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, -Rie wieder Liebe" (Dolkstaa). — Astoria-Licht- spiele, Seltersweg, ,Die geheimnisvolle Insel". — Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Am Dienstag. 15. September, gelangt die letzte Reueinstudierung der Eommerspielzett, ..Der Garten Eden", von Oesterreicher und Dernauer, als 11. Vorstellung im Sommer-Abonnement zur Ausführung. Die Spielleitung hat Peter F a f f o 11 Es gelten gewöhnliche Eommcrpreise. Deginn der Vorstellung 20 Llhr, Ende gegen 22.30 Ahr. £>er6fffogung der DLS. in Darmstadt Die Deutsche Landwirtschas ts-De» s e 11 s ch a f t veranstaltet ihre diesjährige Herbsttagung in der Zeit vom 13. bis 18 September in Darmstadt. 3m Rahmen dieser Tagung findet eine Reihe ron Versammlungen und Vorträgen statt, in denen Fragen von allgemeiner und auch tnm spezieller Bedeutung erörtert werden. Sv ist eine Versammlung vorgesehen, in der die Förderung der Hauswirtschaft behandelt werden soll, eine weitere öffentliche Versammlung wird sich mit der Förderung der Landarbeit befassen, der Förderung deS landwirtschaftlichen AbsatzwesenS ist ebenfalls eine besondere Versammlung gewidmet. 3n der gemeinsamen Versammlung der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde und ber Allgemeinen Tierzuchtabteilung werden drei aktuelle Vorträge gehalten, die sicherlich viele 3ntsresscnten finden dürften. Außerdem find Vorträge vorgesehen über die Themen: .Erfahrungen mit eigenen Düngungs- versuchen", .Der Stallmist und seine Pflege", .MechonisierunmSsragen im bäuerlichen Betrieb". -Wi» sich die Bauersfrau die Arbeit erleichtern kann", „l>ie Rotwendigleit von Kolonialbesitz für bie beuttoe Wirtschaft, inSbesonbere die Landwirtschaft" u. a. m. Prof. Dr. SessouS- Gicßen wird über .Saatguterzeugung und ^aatgutwechsel inHesfen" sprechen und Pros. Dr. Kraemer-Gießen referiert über .DaS Dogel-berger Rind einst und jetzt". .Der Ackerfutterbau in Südwcst- beutschland", (F i n g e r - Darmstadt) .Da- Zucht- ziel der deutschen Fleckviehzucht", .Die Bedeutung ber Krastsuttermittel in ber Gegenwart", »Die Kartoffelverwertung unter befonberer Be- rückfichtigung mittel- unb Neinbäucrlicher Betriebe", »Die Pferdezucht in Westdeutschland", (Denker- Darmstadt) .Möglichkeiten ber Verbesserung ber Bodenbearbeitung im bäuerlichen (Betrieb* .Der Stand unb bie Entwicklung des Zuckerrübenbaues in den mittel- unb kleinbäuerlichen Betrieben Südbeutschlands", (Bauer- Darmstadt) .Sortenwahl im Obstbau nach betrieb-wirtschaftlichen Gesichtspunkten" und noch manche- anbere mehr wird in ausführlichen Referaten behandelt werden. 3n ber Hauptversammlung, bie ben Abschluß der Vorträge und Versammlungen bilden soll, spricht Generaldirektor der LandwirtschaftS- kammcr Darmstadt Dr. Hamann- Darmstadt über da- Thema .Stand und Entwicklung ber landwirtschaftlichen Verhältnisse in Hessen innerhalb der letzten 25 3ahre". Für die einzelnen Vorträge sind namhafte Redner aus dem ganzen Reichsgebiete herangezogcn, so daß dem Landwirt Gelegenheit gegeben fern wird, au- berufenem Munde fein Wissen zu erweitern und zu vertiefen. 3n Verbindung mit dieser Tagung sollen auch einige Ausflüge mit Betriebsbesichtigungen veranstaltet werden. Reben dem Besuch des Weinbaugebietes und verschiedener Lehranstalten soll insbesondere dem Landwirtschaftlichen 3 n ft i t u t der Aniversität Gießen und dem Muster- und Versuch-gut Selgenhof bet Ulrichstein ein Besuch abgestattet werden. " Herbstkühle und «nobel. Rach einem Sommer des Mißvergnügens scheint nun auch ein frühzeitiger Herbst hereinbrechen zu wollen. Seit einigen Tagen sinken nachts die Temperaturen so tief, daß sie nicht mehr weit vom Gefrierpunkt entfernt sind. In den Riederungen der Flüsse herrscht morgen- auch schon starker Rebel, der au erheblichen Störungen der Schiffahrt führte. Während der Tagesstunden spendet die Sonne zwar noch etwas Wärme, aber ihre sommerliche Kraft scheint gebrochen zu sein. Wenn ber Herbst schon so früh seine Macht spüren läßt, wie mag bann erst ber Winter werden? •• „E i n Denkmal bürgerlichen Gern einst nnS!" war eS — so schreibt man un« aus dem Stadttheaterbureau —, als vor fast 'einem Vterteljahrhundert euere Väter sich ihr Stadttheater erbauten, ein Zeichen bürgerlichen GemeinsinnS ist eS jetzt, wenn ihr an Der Erhaltung euere- Theaters mithelft, indem ihr euch dem großen Stamm der Abonnenten anschlieht. Anmeldungen schriftlich oder an der Tageskasse an allen Vorvcrkaufstagen während der Sorn- merspielzeit, ab 25. September täglich. Die Alt- Abonnenten sichern sich bis zum 11. September ihre Stammplätze. " S A. - K u n b g e b u n g. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Ortsgruppe Gießen, veranstaltete am Dienstagabend im „Laf6 Leib" wieder eine SA.-Kundgebung. AIS erster Redner sprach Graf SolmS-Laubach (Arnsburg). Gr knüpfte an den Tod des kürzlich verstorbenen nationalsozialistischen Gauleiters Ge - m e i n d e r an und schilderte den Toten als einen Menschen von hohem Pflichtgefühl, dem er einen herzlichen Rachruf widmete. Deutscher sein, heiße Kämpfer sein, so fuhr der Redner u. a. fort, wer zur deutschen Gemeinschaft gehöre, müsse sich einreihen in die Reihe der Kämpfenden. Das Bewußtsein von ber Bedeutung des deutschen Geiste« in der Welt müsse uns ausrechterhalten und unS veranlassen, alle Kräfte einzuschen, um unser Geschick zu meistern. Die Politik, die in Deutschland nach dem Kriege gemacht wurde, sei mehr oder weniger im Sinne französischen Willen- gewesen; als der jüngste Ausdruck sei der freiwillige Verzicht auf die Verwirklichung der Zollunion anzusehen. Hitler habe vor 3ahrcn vor dieser Entwicklung gewarnt und andere Vorschläge gemacht, man habe seine Warnungen aber in den Wind geschlagen. 3etzt müsse baS Volk wissen, wen es zum Führer haben wolle; jene, die eine Kette des Mißerfolges hinter sich gebracht hätten, oder jenen, der mit klarem Blick feinen Weg gerade vorwärtsgehe 3n seinen abschließenden Worten kennzeichnete der Redner noch den Geist der SA., die stete Opferbereitschaft der Mannschaften, ihren steten Einsatz von Leben und Gesundheit für die deutsche Sache, und er forderte schließlich auf, sich einzureihen in die Front der Kämpfer um ein neues Deutschland. — AIS zweiter Redner sprach stud. theol. Wend- nagel Er führte u. a. auS, daß wir al« Dcutsche aus heiligem Fanatismus für die deutsche Sache eintreten müßten, die unser aller Sache sei; es gelte, wenn es um Deutschland gehe, den Toten des Weltkriege- nachzusolgen. DeShall» sei es notwendig, die Bewegung der Rationalsozialisten um die deutsche Sache nicht nut anzuerkennen, sondern sich einzurethen und zum Kamps gegen Mammon und Knechtschaft anzutreten. Die 3ugcnd, die in der RLDAP. vereinigt sei, gebe den Glauben an Deutschlands Zukunft nicht auf. denn wenn sich dieser Glaube nicht halte, stehe sie vor dem RichtS. Deshalb gehe eS heute um bie Wertung ber 3dce und nicht allein um wirtschaftliche Belange. Die Rot müsse da« Volk zu einer Gemeinschaft -ufammenschwcchcn. Die SA fäe jetzt, unb wenn sie ben Ausgang der Saat auch nicht erlebe, bann werbe doch Gott die Saat wachsen lassen, denn der Opfertod der vielen au« ben Reihen ber SA. dürfe nicht umsonst gewesen fein. Die Feinde dcS deutschen Dolkes würden eine« Tages ein einige- Volk vorfinden, da- seine Rechte zu wahren wisse. Den größten Schädlingen im Volkskörper, ber Korruption und dem Gedanken be- Klasienkampfc-. werde ein (Snbe bereitet. Beide Redner sanden anhaltenden Beifall Sine Mufillapelle au« SA -Leuten füllte bie Pausen unb umrahmte die Ansprachen mit Mus»!. •• Gesangverein .Heiterkeit". Man berichtet un«: Aus Anlaß ber 53. Wiederkehr de- Gründung-tage- versammelten sich die Mitglieder dcS Gesangverein- .Heiterkeit" am SamS- tag in«stattlicher Zahl im wirkung-voll dekorierten Verein-lokal .Zum Schipkapah". Der Vorsitzende. Emil Koch, betonte in seiner Ansprache, daß e« nicht zeitgemäß sei, rauschende Feste zu veranstalten, unbedingt notwendig sei aber ein Rückblick auf die abwechselung-reiche Entwicklung dc- Verein- und ein Gedenken derer, die mit besten Krästen daran mitgewirkt haben. 3n Würdigung dessen sei cS Pflicht jedes Mitgliedes, nach bestem Können sich einzuschen für die Pflege unb Förderung de- schönsten aller deutscher Kulturgüter, dcS deutschen Liede-, das geeignet sei, alle« Gegensätzliche im Widerstreit der Meinungen, im Unterschied der sozialen Stellung und ber kon- sessionellcn Richtung der beutschen Staatsbürger zu überbrücken unb die Sorgen deS Alltages, wenn auch nur vorübergehend, vergessen zu lassen. AIS ein Beweis treuen Zusammenhaltens ist die Ehrung der Herren Karl D o r s e l d, Adolf D ö 11, Albin Klein, Earl Schmidt und Ludwig Wahl für 25jährige ununterbrochene passive Mitgliedschaft zu verzeichnen, die von den 3ubi- laren dankbar gewürdigt wurde. Sine zwanglose Familienzusammenkunst am Sonntag, bei Mitglied Hormann in Wieseck, trug auch der tanzlustigen 3ugcnd einigermaßen Rechnung. •• 3agdschonzeltetz im Kreise Wetz- I a r. Der Bezirksausschuß in Koblenz hat für ben KreiS Wetzlar für 1931 bestimmt: Die Schon- zeit für männliche Rehkälber wird auf baS ganze 3ahr ausgedehnt. Für weibliche R e h k ä l b e r verbleibt cS bei der geschlichen Schonzeit, so daß sie in den Monaten Ro- Dcmber und Dezember abgeschossen werden dürfen. Der Schluß ber Schonzeit für Fasancnbähne unb Fasan enhennen wird auf den 29. September festgesetzt, so daß der 30. September der erste 3 a g b t a g ist. Tierschutzverein für Hessen. # Schotten, 9. Sept. Seine 50. ordentliche Hauptversammlung hielt der Tierschutzverein für Hessen heute in der Turnhalle zu Schotten ab. Die Tagung war auS allen Teilen deS Landes sehr stark besucht. Rach mehreren Liedcrvorträaen ber Klasse deS LehrcrS Blei begrüßte ber Vorsitzende, Ministerialrat 3 u n g ^Darmstadt) die vielen Gäste. Trotz der Rotzeit hatte man die Tagung abgehal- ten, um den Tierschuhgedanken immer fester und weiter zu verbreiten. Weitere passende Lieder- und Gedichtvorträge einer Klasse der Volksschule folgten. KreiSdirektor Dr. 3 a n n (Schotten) und Bürgermeister Mengel (Schotten) entboten Witt- kommensgruh und Dank deS Kreises und der Stadt Schotten. Dekan Widmann (Gedern) übermittelte Glückwünsche und betonte, daß auch die Kirche sich immer für den Tierschuhgedanken eingesetzt habe. Sin Sprechchor bet Dolk-schulklasse wurde schwungvoll vorgetragen. Der Vorsitzende gedachte sodann der Un letzten 3ahre verstorbenen Mitglieder, dcS Beirats Direktor Dr. F r e n z e l, Alzey, unb 06er- forftrat (Blum, Langen, denen die übliche Ehrung erwiesen wurde. Oberrechnungsrat Kräh erstattete alsdann den Geschäftsbericht. Die Finanzlage des Verein« ist gut. Für die Zeitschrift des Verein« wurden etwa 12000 Mk. verausgabt, für die Tierschutzkalender zirka 9100 Mk., an Prämien für Anzeigen u. bgl. 1500 Mk. An (Beiträgen wurden 2 Mk. pro Mitglied erhoben. An Vermögen sind zirka 20 030 Mk. vorhanden. Aus dem Tätigkeitsbericht ging weiter hervor, welche Anträge, Verbesserungen, Vorschläge zum Schutz der Tiere der Verein an den verschiedenen Stellen eingcreicht hat. Herr Dr. Seliger, Darmstadt, sprach alsdann über Wesen unb Ziele dcS Tierschutzes. Er berührte auch ben Tierschutz bei ben verschiedenen Religionen, Völkern und Zeiten. Der 4. 011 o b e r (Todestag des Tierfreundes Franz v. Assisi) wird alS Welttier- s ch u h t a g begangen. Der Redner gedachte besonders der großen Verdienste deS Oberrechnungs- rateS Kratz um ben Verein. Heber Vogelschutz, Entfernung von Hecken, Bekämpfung tollbernber Katzen entspann sich eine Debatte. Dem Rechner würbe Entlastung erteilt unb die Rechnung genehmigt unter DankeSworten an ben Rechner. Der Voranschlagsürl931 wurde genehmigt; die Einnahmen sind mit 30 100 Mk. vorgesehen, die Ausgaben in gleicher Höhe. AuS den Zinsen deS Vermögen- von 20 000 Mk. werden viele Stellen (Polizei, Raturschutz, Tierpfleger, Bibliotheken u. bgl.) unterstützt. 36 Gendarmerie- und 5 Polizeibeamte, 70 Tierpfleger wurden mit Diplomen und Geldgeschenken ausgezeichnet. Am Schluß ber Tagung hielt Lehrer Blei, Schotten, einen interessanten Vortrag über Tierschutz auf dem Lande mit praktischen Vorschlägen über den Schutz. Ue6erfcfrreifungen beim Marburger Ortskranlenkaffen-Neubau. ][ Warburg, 9 Sept. Die hiesige Ortskrankenkasse ist nunmehr in ihr neues Geschäftsgebäude übcrgefiebelt, welches mit einem Kostenaufwand von rund 120 000 Mk. an der Wörthstrahe erbaut wurde. Daß der Voranschlag für den Reubau um rund 4 5 0 0 0 Mk. überschritten wurde, hat seinen Grund barin, daß man Keller und Inneneinrichtung besser auSbaute, als ursprünglich vorgesehen war. Auch hatte der Architekt sein eigene« Honorar in Höhe von rund 13 000 Mk. vergessen. DaS Grundstück, auf dem der Reubau errichtet wurde, kostet einschließlich eine« dort schon vorhandenen großen Wohnhauses mehr alS 1 00 000 Mark. Die Heberschreitungen bei dem Reubau haben bei den Krankenkassenmitgliedern begreiflicherweise großen Llnwillen erregt Sin 5elbt)üter von dvWeben trfdiofltn. W§N. Frankfurt a. M, 9 StpL Heute kurz nach 16 Uhr überraschte ber Feldhüter Hattcmer au» Kaldach in der Gemarkung zwiichen Solbad) und Bonamc» mehrere Leute, die dem 6 b ft b i e b • ft a h I nachgingen. Al» er zur Feststellung der Personalien schreiten wollte, zog einer ber Diebe den Revolver und gab auf den Beamten einen Schuß ab, ber ben sofortigen Tod herbeiführte. Die Leiche de» Erschossenen wurde spater von Kindern ausgesunden, die die Polizei benachrichtigten. Bon den Tatern hat man noch keine Spur. Große Strafkammer Gießen. ' G i c h c n, 8. Sept Vom erweiterten Bezirk«- Schöffengericht Gießen war ein Schuhmacher von Höchst a. b Ridder wegen Sittlichkeit-Verbrechenzu einer Gefängnisstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. Er hatte sich an einem Kind vergangen. Der Angeklagte verfolgte dagegen (Berufung, um Freisprechung zu erzielen. Rach mehrstündiger Beweisaufnahme nahm er mit Zustimmung ber Staatsanwaltschaft, Wohl in ber Annahme, daß er auch strenger bestraft werben könne, seine aussichtslose Berufung zurück. Auf bie gleiche Weise endete die Berufung eines wegen fahrlässiger Körperverletzung bereit- vorbestraften KrastwagenführerS, der vom Erweiterten Bezirks-Schöffengericht Gießen wegen fahrlässiger Tötung zu einem 3ahr Ge- sängni - verurteilt worden war. Er hatte auf der Landstraße Sich—Rieder - Bessingen beim Schneiden einer Kurve ein Motorrad überrannt, dessen Führer und Sozius mit grauenhaften Verstümmelungen um- Leben kamen. Er war, ohne sich um die Verunglückten zu kümmern, angeblich ohne Kenntnis von dem Vorfall, weiter- gcfahrcn. Der Kraftwagenführer nahm am Schluß der Beweisaufnahme feine auSfichtSlofe (Berufung zurück. Schöffengericht Gießen. ' G i c h c n . 9. Scpt. Ein Arbeiter vom Land« hatte eine Arbeitsbescheinigung feinet♦ (Bürger- meisteret verfälscht und unter ihrer Vorlage Unterstützung zu erlangen versucht. Er wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Ein junger Mann hatte um Bewilligung der Kriscnunterstühung nachgcsncht und war abgcwic- fen worden. Dagegen legte er Einspruch ein und fälschte, um dessen RechtSgültigkeit nachzuweisen, daS Datum deS ihm zugestellten Bescheid«, den er bann durch seinen Vater in der Verhandlung vor dem SpruchauSschuß vorlcgcn ließ. Strafe: drei Monate Gefängnis. Sin Frankfurter Kommunist hatte in einer Versammlung in Lindenstruth von den Farben Schwarz-Rot-Senf gesprochen. Wegen Vergehen« gegen da« Rcpublikfchuhgesch erhielt er drei Monate Gefängnis. Von der Anklage, sich gegen daS genannte Gesetz vergangen zu haben, wurde ein Einwohner von Dad-Rauheim sreigesprochen. Die Beweisaufnahme ergab zwar, daß er den Reichskanzler schwer beleidigt hatte; es konnte aber in tatsächlicher unb rechtlicher Beziehung nicht sestgestellt werden, daß er dadurch die verfassungsmäßig fest- gestcllte republikanische StaatSform deS Reichs herabgewürdigt hatte. Die Wetterlage. inflO- 35 1t M'ttwoch t d- 9• 'Scp^tmbtr IQUhi < 10. ngmdg v VfFintf 0wolkenlos.O neittr. Qmm ocdtm » wenig Gvroerkr # Schnee o »riupem ■ Heftet K »ewifter sehe tekhter Ost «nissiger luosodvesi n sivrm»c"ti "ordwesl Bie Mene fliegen mit dem winde Oie Beiden Stationen siegenden zahlen geften die Temperatur an. Oie Urnen eerftmdeo Orte mit gleiche^ auf Aceresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Seit gestern zeigt die Luftdruckverteilung keine wesentliche Aenderung. 3mmer noch kommt für unser Gebiet der Hochdruck zur Geltung, unter dessen Einfluß trockenes Wetter vorherrscht. 3m nördlichen Deutschland dagegen verursacht kühle maritime Luft immer noch etwa- unbeständige- Wetter mit gelegentlichen Schauern. Da wir außer dem Störungsberich verbleiben werden, fo ist bei uns noch keine Witterungsänderung zu erwarten. Vorhersage für Freitag: Reblig, wolkige- Wetter mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, trocken. Vorhersage für Samstag: Fortdauer des mäßig warmen, teil« neblig-wolkigen, teil- aufheiternden Wetters. Lufttemperaturen am 9. September: mittag- 15,1 Grad Celsius, abends 8,4 Grad; am 10. Sept.: morgens 7,1 Grad. Maximum 15,4 Grad, Minimum 4,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe 9. September: abends 14,6 Grad, am 10. Sept.: morgens 10,6 Grad. Immer weiße Zähne -s* v Mitteilen, daß ww ichon über 15 Jahr e die Zahnpaste Chlorodont benutzen. Noch nie hat sie uns enttäuscht I Wir hatten immer weihe Zähne und einen angenehme« Ge^chmaa nn jüiunbe, umsomehr, Öa wir schon längere Zell da» ChlorodoM» Mundwasser benutzen. Auch benutzt die ganz» Familie nur Thlorodont.Zabnbürfteru" gez. T. Chudoba, Fr... Man verlange nur die echt« Chlorodont -Zahnpaste, Tuh» 64 Ps. unb 90 Pf., unb weise leben Ersatz bafür zurück. MI B Seiöenl gfet KxÄ! Jr*"*! rZÄ schlafen ^utzt KrLfte,hat^ detdieMM! fetn oder nach »en Westen können, fliehen ren Hihe- Qiur unten und keine Stun immer viel SU anslaufen, frage mmeters. ^e» schickten Piloten Gewirr von Pa dampsern an oe besitzt seit einem die Passagierdm macht man die - in allem immer mufi; der W worden für l Der Hafen, der nen Verkehr die im Wittelmeer, feille und G Otomen unwillkü und Sokrates er noch mit alleden raöe groß und ; Devölkerung von worden für eine übersteigt und b a wird! Damm fei Jahre des Kriege asien lawinenait haben Griechenlc um schnell das '■ Aber nicht nu den Kampf, der meidlichen Kam zwischen Ohiden und Modern ismi schaulichkeit und Stadt im W> eine Werlftatt \\\ Moderne Cim und Sommerfell bahn, die ben' Kisissia verbind noch den ehrwü zum Transport — warum dem Vankpaläste sic fallens Baracken fünf, mit sechs, ragen! 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Die Straßen sind fast leer, man bleibt so lange zu Hause wie nur möglich Die meisten Aemter schlichen um 14 Uhr, die Geschäfte sind von 13 bis 17 Uhr geschlossen. Man sitzt zu Hause mit geschlossenen 3aloufien. man ruht erschöpft in irgendeinem Kaffeehau-, trinkt Wasser. Wasser und dazwischen auch einen herrlichen türkischen Kaffee, der vor dem Einschlafen schützt und schimpft, so man noch dazu Kräfte hat, aus diese furchtbare Hitze. Und beneidet diejenigen, die fortgegangen sind nach den Inseln oder nach .Europa", wie man hier den ganzen Westen nennt! Denn alle, die es sich leisten können, sliehen rechtzeitig vor dieser unvorstellbaren Hitze. ... ~ Dur unten im Pyräus ruht kernen Tag und keine Stunde die Arbeit Der Hafen hat immer viel zu tun und die Schisse, die ein- und auSlaufen. fragen nicht nach dem Stand des Thermometers. Ucber eine Stunde brauchen die geschickten Piloten, um sie durch das unentrinnbare Gewirr von Passagier» und vor allem Handel^- dampfern an den Kai zu leiten. Denn der PyrLuS besiht seit einem Jahr einen richtigen Kai. an dem die Passagierdampser anlegen können. Dort schon macht man die Beobachtung, die man überall und in allem immer und immer wieder hier machen muß; der Hasen, die Stadt sind zu klein geworden für die riesig gewachsene Bevölkerung. Der Hafen, der bis zum Kriege einem bescheidenen Verkehr dient«, kommt heut« an dritter Stelle im Mittelmeer, er steht gleich hinter Marseille und Genua I Und die Stadt — deren Damen unwillkürlich an die Akropolis, an Plado und Sokrates erinnert, und die doch heute kaum noch mit alledem zu tun hat — Athen, das gerade grob und organisiert genug war für eine Bevölkerung von 200 000 Seelen, ist zu klein geworden für eine Einwohnerzahl, die di« 800 000 übersteigt und bald dieMrllivnerreichen wird! Darum fehlt es auch an allem und lange Jahre des Krieges und deS Elends der aus Kleinasien lawinenartig hereingebrvchenen Flüchtlinge haben Griechenland kaum Zeit und Geld gelassen, um schnell daS Dotwendige nachzuholen. Aber nicht nur dieses merkt man, sondern auch den Kampf, den bei solcher Entwicklung unvermeidlichen Kampf zwischen Altem und Deuem, zwischen Okzident und Orient, zwischen Tradition und Modernismus, zwischen orientalischer Beschaulichkeit und westeuropäischem Tempo! Eine Stadt im Werden, eine Stadt, die heute eine Werkstatt ist! Moderne Einrichtungen — man baut, Siemens und Sommerfeld bauen eine Untergrundbahn. die den PyräuS mit dem reizenden Dorort Kisissia verbinden soll, daneben sieht man immer noch den ehrwürdigen Pferdekarren, der von jeher zum Transport von Möbeln, Gemüse. Fleisch und — warum denn nicht? — auch Menschen dient! Bankpaläste sieht man stolz über alte, halbverfallene Baracken — di« Häuser sein sollen — mit fünf, mit sechs, mit sieben Etagen in den Himmel ragen! Die ©traben in der Innenstadt sind wunderbar asphaltiert, man glaubt sich in Paris oder Berlin, grobe Chausseen, die in di« Umgebung führen, blitzen vor Sauberkeit. — Ader, o weh! ®e&t man ein paar Schritte daneben, betritt man eine der Hundert« von Debenstrahen, schon tritt man dezimeterties in den Staub oder den Dreck ungepflasterter natürlicher Wege. Warum? Don einem Tag zum anderen tarnen hunderttausend Fluch Hinge nach Athen, und waS fte am dringendsten brauchten, waren nicht ©traben, sondern Häuser. Und dies« hat man gebaut. Mit bewundernswerter Schnelligkeit, mit aufvpfe- rung-sreubigem Eifer Danze neue Vier- t e l von 40— 50 000 Einwohnern find um Athen wie die Pilze aus dem Boden gewachsen. Und diese Tausetrde. die bitterste Dot gekannt und tiefste Derzweislung durchgemacht haben, erwiesen 'ich mit der Zeit als ein höchst wertvolles, vorwärtStreibendes Element, ©i« haben dem wirtschaftlichen Leben des Landes einen neuen Schwung verliehen Sie haben neue Industriezweige — Teppichweberei. Seidenzucht, Töpferei usw — inS Land gebracht ähnlich den Hugenotten, welche vor Jahrhunderten neue Industrien, neue Kenntnisse nach Deutschland und den Dieder- landen brachten Kaum in einem anderen geographischen Punkt der Welt wird soviel gebaut und gebuddelt. An jeder Ecke werden di« ©traben aufgerissen, wird repariert, gebaut und zugemacht. Leider ohne viel System, woran weniger die Stadtverwaltung als die verschiedenen ausländischen Gesellschaften schuld sind, die ohne jede Verständigung miteinander, jede für sich die ©traben aufreiben, offen lassen, wieder mangelhaft zudecken, um sie bald wieder aufzureiben. Diese Gesellschaften haben eS oft unter harten Bedingungen unternommen, Athen mit Wasser, mit elektrischem Strom, mit gut angelegten Straßenbahnen, mit modernen Omnibussen, mit Lichtreklame und was noch dazu gehört. zu versorgen. Wohl ist dies alles tellweis« vorhanden, aber in zu kleinem Ausmaß«, in zu altem Zustande. Die Wasserversorgung, die für 200 000 Menschen kaum reichte, ist heute bei einer Bevölkerung von 800 000 Menschen zu einer Katastrophe geworden. Man hat wohl Meerwasser nach Athen kommen lassen, um damit wenigstens die ©traben zu sprengen Das süb« Wasser aber ist enorm knapp. So knapp, hab es in den meisten Bezirken wöchentlich zweimal nur auf eine Stund« von dem f©genannten Wasser- tyrann — einem Manne mit einem groben Was- serschlüssel — herausgelassen wird! Wenn der Tyrann von toeitem sichtbar wird und die Kinder mit lautem Gejohle feine Ankunft begrüben, dann stürzen sich die Frauen und die Mägde auf die Handpumpen, denn das bißchen Wasser hat keine genügende Pression, um von selbst auf die Dächer in die eigens dazu hergerichteten Reservoirs zu fließen! Eine amerikanische Gesellschaft hat es übernommen. Athen mit Waffcr zu versorgen. Man hat das Tal von Marathon, in das zwei Flüsse münden — Charadro und 3ama- vaS —. die bisher ins Meer flössen, mit einem enormen Damm abgesperrt, wodurch sich ein grober Stausee gebildet hat. Wenn das Werk in zwei oder drei Jahren b mer noch im Arresthaus, immer noch beteuerte er den Soldaten der Wache seine Unschuld Da kam, den geheimnisvollen Skandal endgültig aufzuklären, der erfahrene Hauptmann auf einen klugen Gedanken Ohne dem einen oder dem andern von den Streitenden die Gründe zu verraten, schickte er den Verhafteten am Mittag in den Gasthof, er solle doch seinen .Herrn" bitten, sofort zur Wache zu kommen. Der betrogene Avenftrup erfüllte diefe Ditte, nach wenigen Minuten schon stand er mit dem dreisten Olius vor dem Hauptmann. Und dieser zeigte beiden ein Hufeisen mit den Worten, die ©ach« scheine zwar belanglos, aber es könnte doch sein, dah Herrn Avenstrups Pferde dieses Ding vom Hinterhuf verloren hätten Sofort nahm Olius das Eisen in die Hand und lachte überlegen, dies fei kein Stück vom Hinterhuf, sondern das Eisen vom Dorderhus. Damit ging Olius stolz aus dem Wachthaus, aber der Hauptmann pfiff ihm nach unb rief. .Halt, Kutscher, noch eins ...!" Auf den Pfiff schon drehte sich Olius trotz seines vornehmen Rockes um, während der richtige Kaufmann unbekümmert sitzen blieb. Olius fragte verlegen, was los sei. aber statt einer Antwort legte man ihm die Handgelenke sofort in Ketten, denn ein echter hanseatischer Wollkönig hätte nie und nimmer auf einen Pfiff gehört, noch weniger auf den Titel eines Kutschers: und auch die mit überlegenem Stolz geäußerten Kenntnisse vom Hinterhuf oder vom Vordereisen (der Hauptmann hatte beides nur aus List verwechselt!) dürften nur einem zünftigen Pferdelenker geläufig sein. Was nützten also die getauschten Kleider, wo immer nur und in diesem Falle zumal — das wahre Wesen des Menschen sich mit einer anderen Stimme of'en- bart? Das ist eine große Lehre. Der Kutscher Olius ergab sich knirschend in fein Schicksal, er bedurfte keiner weiteren Ueberführung mehr. Wer für den Rest der Leipziger Reise nun Herrn Avenstrups Pferde lenkte, steht in der Chronik dieser längst erloschenen Firma nicht mehr ver. zeichnet. Auch schweigt sich die Geschichte des Hauses über die Strafe aus, mit der die Untat eines Kutschers gesühnt wurde, der sich zu erhöhen ver- meinte, während er sich in Wahrheit zum gemeinen Straßenränder erniedrigte. Unbekanntes von Schopenhauer. Im ©eptemberheft der ©üddeutschen Monatshefte. das soeben ausgegeben wird, erscheint ein umfangreicher Beitrag von Arthur Hübscher über ..Unbekannte- von Arthur Schopenhauer", der eine Fülle neuen und bedeutsamen Materials zur LebenSgeschichte deS Philosophen enthält. An der Spitze stehen eine Reihe bisher unveröffentlichter Briefe Johanna Schopenhauers, die uns die Entwicklung des Verhältnisse- von Mutter und Sohn in ganz neuem Lichte zeigen. Es folgen unveröffentlichte Briefe unb Mitteilungen aus dem Kreis der ersten Anhänger und Freunde Schopenhauers (Adam von Doß, Becker, ÄiUer), die besonders für das letzte Jahrzehnt seines langsam ausgehenden Ruhms neue Aufschlüsse bieten. Ein im vollen Wortlaut abgedruckter Brief des Frankfurter Jüngers Aug. Kilzer berichtet, mit zum Teil bemerkenswerten Abweichungen von den bisherigen Darstellungen, von der letzten Lebenszeit, der Krankheit und dem Tode Schopenhauers. Wir entnehmen ihm die folgenden Stellen: „Schopenhauer fühlte sich schon im Laufe de- Sommers') nicht ganz wohl: er klagte über Athembeschwerden, die ihn hinderten feine Spahiergänge in (der) gewohnten rafchen Weise zu machen und deren Grund er in Blähungen -u finden glaubte. Er confultirte auch den Arzt (Hofrath Dr. ©tiebel) der die Sache anfänglich leicht nahm. Im September suchte ihn auch eine Lungenentzündung heim, die jedoch geheilt war, nach Aussage des Arztes, als er Sonntag, Montag. Dienstag und Mittwoch — 16. bis 19. September — ganz bettlägerig wurde. Donnerstag, 20ten, war er wieder so weit wohl und Freitag, 21ten, stand er nur wenig später als gewöhnlich auf, Neidete sich an, ging ins Wohnzimmer, ließ sich Wasser zur Bereitung seines Kaffee- kommen und hieß feine brave Dienstmagd (Margarethe bchnepp aus Heidelberg, feit etwa zwölf Jahren in feinen Diensten) das Schlafzimmer in Ordnung bringen. Diese war kaum hineingegan- gen als der Arzt kam, gegen den sie sich äußerte» daß ihr ihr Herr heut gar nicht gefalle. Der Arzt trat ins Wohnzimmer, ging aber sogleich ins andere und sagte zur Schnepp: was sagst du von deinem Herrn? — dein Herr ist tobt! unb so schied ber Meister — 81/« Uhr — von einem Lungenschlage getroffen (im Canapee) einsam, wenn auch von sorglicher Hülfe umgeben, wie er gelebt hatte!!.. •) 1860. aung und kann unerquickliche Folgen für den Aechling haben! Deutsche gibt es viele in Athen, teilweise solche, die bei den großen Werken als Fachleute arbeiten und auch solche, die hier ein besseres und leichteres Fortkommen als in Deutschland erhoffen. Auch einige sind da, seit langen Jahren, denen Athen als Stadt und als Klima gefällt und die in der gulcklichen Lage sind, ein sorgloses Leben weit von geschäftlichem Aerger zu führen. Ab und zu taucht vor „Jcmnakis", dem immer vollen Cafe, vor dem die Leute wie in Paris auf der Straße sitzen, ein deutscher blonder Jüngling mit Kniehosen und Wetterjacke auf und bietet den Gästen Postkarten mit fernem Bilde zur Erinnerung an seine Weltreise an. Gerührt und glücklich sieht er auf, wenn er auf deutsch angesprochen wird, was oft und gerne geschieht. Lind da fühlt er sich, ob er aus Sachsen oder aus Westfalen stammt, ob er nach Konstantinopel oder Alexandria weiterwandert, doch nicht so fern von der Heimat: die Akropolis, der Parthenon, die Säulein von -Zeus dem Olympischen sind ja auch da, um ihn an die heimatliche Schule zu erinnern. 24. Anneliese Pauly, Reichsbahn T. u. Sp.-D. Gießen, und Gretchen Rinn, Tv. Heuchelheim, 94 P. — 25. Anna Amend, Tv. Treis a. d. Lda., 93 P. — 26. Marie Dodenbender, Tv. Treis a. d. Lda., 92 P. — 26. Liesel Georg, Mtv. Gießen, und Hertha Hock, Tv. Klein-Linden, 90 P. Jugendturnerinnen. Ober st ufe (Jahr, gänge 1915 und 1916). Zehnkampf (wie oben, entsprechend abgestuft) — 131 bis 200 Punkte — 62 Teilnehmerinnen, 40 Siegerinnen — 1. Christine Schmidt, Mtv. Gießen, und Frieda Henkel, Tv. 1860 Marburg, 179 P. — 2. Anneliese Rup- pel, Tv. Butzbach, 174 P. — 3. Emma Lotz, Tv. 1846 Gießen, 171 P. — 5. Anna Weinandt, Tv. Großen-Linden, 166 P. — 6. Hedwig Bocher, Tv. 1846 Gießen, 164 P. — 7. Gertrud Kessel, Tv. Ridda, 160 P. — 8. Helma Schmieder, Tv. 1846 Gießen, 159 P. — 12. Luise Weih, Tv. Großen-Linden, 152 P. — 14. Emmi Schupp, Tv. 1846 Gießen, Mia Homel, Reichsbahn T. u. Sp.-D. Gießen, und Hilde Valentin, Tv. Krofdorf, 149 P. — 15. Lieselotte Euler, Tv. Grünberg, und Martha Wagner, Tv. Lang-Göns, 148 P. — 16. Else Leinweber, Tv. 1846 Gießen, 146 P. — 17. Anna Schmidt, Tv. 1846 Gießen, 144 P- — 19- Anna Peter, Tv. Groh-Eichen, 141 P. — 20. Marie Hhrhan, Tv. Lich, 140 P. — 22. Alwine Dreier, Tv. Lang-Göns, 138 P. — 23. Erna Geist, Tv. Groh-Eichen, 137 P. — 24. Doris Speck, Tv. Grohen-Linden, 136 P. — 26. Marie Vollmann, Tv. Heuchelheim, 133 P. — 27. Berta Bocher, Tv. 1846 Gießen, 132 P. Jugend tu rnerinnen - Unterstufe (Jahrgänge 1917, 1918, 1919). Achtkampf (vgl. Zehnkampf, ohne Keulenübung und Handballweitwurf) — 103 Punkte aufwärts bis 160 Punkte, 97 Teilnehmerinnen, 84 Siegerinnen. — 1. Käthi Körner, Mtv. Gießen, 145 P. — 2. Inge Dittong, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 139 P. — 3. Dora Craß, Tv. Laubach, 135 P. — 4. Dina Michel, Tv. Grünberg, 133 P. — 5. Annemarie Kröck, Tv. 1846 Gießen, 130 P. — 6. Liselotte Herbert, Tv. 1846 Gießen, und Mariechen Schmidt, Tv. Lich, 128 P. — 7. Marga Deppler, Tv. 1846 Gießen, und Thea Walz, Tv. Lich, 127 P. — 9. Margot Benderoth, Tv. 1846 Gießen, 123 P. — 10. Annemarie Bergmann, Mtv. Gießen, Klara Wagner und Hilde Würtz, Tv. Krofdorf, 121 P. 11. Käthi Müller, Tv. 1846 Gießen, und Annt Schnez, Mtv. Giehen, 120 P. — 12. Hedwig Döll, Mtv. Gießen, Johanna Wagner, Reichsbahn T. u. Sp.-V. Giehen, und Hedwig Pfeffer, Tv. Grünberg, 119 P. — 13. Martha Menges, Tv. Grohen-Linden, 118 P. — 14. Gretel Gimpel, Tv. 1846 Giehen, Irmgard Abt, Mtv. Gießen, Martha Schäfer, Tv. Lich, Marianne von-Eiff, Tv. Grünberg und Else Schneider, Tv. Krofdorf, 117 P. — 15. Wilma Leipold, Tv. 1846 Giehen, Anneliese Zollmann, Mtv. Giehen, und Luise Grönlein, Tv. Grünberg, 116 P. Offen s ür a l le Stufen. Volkstümlicher Vierkamps. (75-Meter-Lauf, Hochsprung, Handballweitwurf mit den Maßen der Turnerinnen- Oberstufe, dazu Weitsprung 2,50 bis 4,50 Meter) — 50 bis 80 Punkte — 106 Teilnehmerinnen, 59 Siegerinnen. — 1. Erika Röhmig, Mtv. Giehen, 94 P. (14 Heberpunkte!). — 2. Tilly Reinheimer, Tgde. Friedberg, und Liesel Bücking, Tv. Alsfeld, 81 P. (ein Heberpunkt!). — 3. Ria Philipp, Tv. 1846 Giehen, und Martha Arabin, Tv. Wetzlar, 79 P. — 8. Mathilde Koch, Tv. 1846 Gießen, 71 P. — 10. Elfriede Münnich, Tv. 1846 Giehen, 70 P. — 11. Dora Crah, Tv. Laubach, 69 P. — 12. Christine Schmidt, Mtv. Giehen, 68 P. — 13. Frieda Peter, Tgde. Laubach, 66 P. — 14. Elisabeth Schimmel, Tv. 1846 Giehen, und Käthi Körner, Mtv. Giehen, 65 P. — 16. Erna Petermann, Tv. Ridda, 63 P. — 17. Ria Schwan, Mtv. Giehen, 62 P. — 20. Margot Katz, Mtv. Giehen, 58 P. — 23. Hedwig Bocher, Tv. 1846 Giehen, und Henni Obmann, Mtv. Gießen, 55 P. — 24. Anna LehmaNn, Tv. Ridda, 53 P. — 25. Sofie Volkheimer und Gertrud lächerlich aus in der Hohenrömniher Livree. Ein brauner Knirps, der den Arm „ recken muhte, damit er in den Zügel langte. Früher hatte hier ein blonder Schlagetot gestanden, der schweigend sein Amt übte. Der kleine Affe da aber sprudelte mit raschen Bewegungen kauderwelsche Worte. Wohin er den „Cavallo" führen sollte, war ungefähr der Sinn. Malte nahm ihn ins Genick, pflanzte ihn auf den Boden: „Hier bleibst du stehen mit dem „Cavallo" mein Sohn, ich gedenke mich nicht lange aufzuhalten!" Das schien er zu begreifen... Auf der Vordiele empfing ihn ein ähnlicher kleiner Kerl, nur war die Verständigung leichter. Mit der höheren Verantwortung wuchs anscheinend die Kenntnis des Deutschen. Wen er anzumelden die Ehre hätte, fragte er. Malte griff in die Tasche seines Reitrockes, von früher her steckten noch ein paar Visitenkarten darin. Rur der „Leutnant der Reserve" stimmte nicht mehr, aber das war wohl gleichgültig... „Da, mein Sohn, aber ich hab' es ein bihchen eilig!" Der Kleine verschwand mit einer Verneigung, und wie immer dauerte es eine endlose Weile, bis der Bescheid zurückkam. Diesmal aber lautete er ein wenig unerwartet. Seine Exzellenz bedauerten sehr. Wann sie zu sprechen wären, würden sie dem Herrn schriftlich mitteilen. Malte lachte ingrimmig auf. „Ach nee, min Jung, dat göfft' hier nicht! De Moden wölln toi nich inföhren!" Er schob den Kleinen mit einer Handbetoegung zur Seite, ging durch die Halbdunkeln Prunkgemächer, den langen Korridor entlang, in dem die eisernen Rüstungen standen unter den zahllosen Hirschgeweihen an dec Wand. Mitten auf dem Wege begegnete ihm der alte Kammerdiener Paalzow, das letzte Heberbleibsel aus früherer Zeit. Er hob die zittrigen Hände... „Hm Gottes willen, Herr Graf, da draußen hat es eine Ohnmacht gegeben. Ihre Exzellenz die Frau Erblandmarschall haben sich über die plötzliche Meldung so erschrocken, und da sind Seine Exzellenz natürlich um sie bemüht" ... Malte legte ihm die Hand auf die Schulter. „Ach nee, Paalzow, sprechen Sie noch Deutsch? Ich wundere mich zu Tode! Ra denn grüßen Sie meinen Onkel recht schön, wenn die Ohnmacht meiner neuen Frau Tante vorüber wäre, mochte er sich in sein Schreibzimmer bemühen. Da warte ich auf ihn. Sonst bin ich gegen Damen rücksichtsvoll, aber diesmal ermangle ich des Zartgefühls. Meine Angelegenheiten sind wichtiger!" Der Alte knickte zusammen, hob die Augen gen Himmel, als wenn er mancherlei auf dem Herzen hätte. Dann aber nickte er, ging langsam zur Gartenterrasse zurück. Walte trat in das eichengetäfelte Zimmer, in dem die alten Römnitze SJixfpoit Gauwettkampf -er Frauen O.T. Trotz gleichzeitigen Wettkampfes mit den Launen des Wettergottes blieb dem XL ©au* frauenturnen zu Butzbach dank der temperamentvollen Leitung durch den Gauwart Rudolf Paul (Gießen) ein schwungvoller Rhythmus. Schon bei dem Einmarsch der Turnerinnen in die vertraute Turnerstadt unter flotter Marschmusik beteiligte sich ein feiner Sprühregen. Eine frische Folge vielgestaltiger Sondervorführungen unter dem Leitspruch „Deutsches Frauenturnen, ein Quell jugendlicher Freude und anmutsvoller Kraft" fesselte am Begrühungsabend die beifallsfreudige Aufmerksamkeit der vollbesetzten großen Festhalle Wertvolle Beziehungen des Frauenturnens nach verschiedenen Richtungen des Berufs- und Volkslebens brachten in ihren Gruß- ansprachen zum Ausdruck Dr. med. Rau als Vertreter des Ortsvereins, Bürgermeister Dr. Jansen namens der Stadt und der 2. Gau- vertreter K. Schneider, während der Gesangverein „Orpheus", die Kapelle der Butzbacher Feuerwehr und gemeinsame Lieder einen stimmungsvollen Rahmen schufen. Rach einem Frühgottesdienst am Sonntag traten die Turnerinnen in 22 Riegen auf dem Sportplatz Lustgarten zum Wettkampf an, der mit einer nassen Unterbrechung planmäßig durchgeführt werden konnte. Als beim Werbeumzug des Rachmittags ein neuer Regenschauer den Schluß mitmachte, wurde unter allgemeiner Beteiligung das Scha u- turnen mit Volkstänzen, Sondervorführungen und den allgemeinen Freiübungen in die Festhalle verlegt. Auch die in einer neuen Form wirkungsvoll durchgegliederte Siegerin- nen-Chrung muhte der Hallenbühne entsprechend abgeändert werden. Aber trohalledem schieden die Hefsenturnerinnen in froher Stimmung von der gastfreundlichen Stadt. Von den Eraebnissen des Wettkampfes geben wir nachstehend einen Auszug: Oie Ergebnisse: Sondervorführungen: Mit dem 1. Grad wurden gewertet Männerturnverein Gießen (Kürübungen am Pferd), Tv. 1846 Gießen (Körperschule), Tv. Grohen-Linden (Stabübungen), Tv. Grünberg (Freiübungen), Tv. Krofdorf (Keulen), Tv. Klein-Linden (Stabübungen). — Mit dem 2. Grad gewertet Tv. Groh-Eichen (Barren), Tv. Lich (Freiübungen), Tv. Ridda (Tanz). Turnerinnen-Ober stufe. Zehnkampf (Reck, Barren und Pferd mit 2 Kürübungen, Frei- und Keulenübung, 75-Meter-Lauf, Hoch- sprung, Handballweitwurf) — 133 Punkte aufwärts bis 200 Punkte — 26 Teilnehmerinnen, 22 Siegerinnen. — 1. Ria Philipp, Tv. 1846 < Giehen, 190 P. — 2. Elfriede Münnich, Tv. 1846 . Giehen, 187 P. — 3. Ria Schwan, Mtv. Giehen, 180 P. — 8. Gertrud Bock, Tv. Grünberg, 157 P. 9. Klara Amend, Tv. Krofdorf, 153 P. — 12. Emilie Reuschling, Tv. Heuchelheim, und Emma Lein, Tv. Grünberg, 146 P. — 14. Erna Petermann, Tv. Ridda, 138 P. — 15. Käthe Preih, Tv. 1846 Gießen, 136 P. — 17. Else Homel, Tv. 1846 Giehen, 133 P. — Turnerinnen-Oberstufe. Geräte-Sieben- kampf (wie oben Zehnkampf, ohne die drei volkstümlichen Hebungen) — 94 Punkte aufwärts bis 140 Punkte — 30 Teilnehmerinnen, 26 Siegerinnen. — Ehrensiegerin Elfriede Münnich, Tv. 1846 Giehen, 131 P. — 1. Ria Schwan, Mtv. Giehen, 130 P. — 2. Ria Philipp, Tv. 1846 Giehen, 125 P. — 3. Gertrud Bock, Tv. Grünberg, 115 P. 16. Tilli Hahn, Tv. Klein-Linden, 96 P. Turnerinnen-Hnterstufe (Jahrgang 1914 und früher) Zehnkampf (wie oben, entsprechend abgestuft) — 131 bis 200 Punkte 101 Teilnehmerinnen, 81 Siegerinnen. — 1. Frieda Ruppel, T. u. Sp.-V. Butzbach, 192 P. — 2. Liesel Bücking, Tv. Alsfeld, 187 P. — 3. Elisabeth Sann, T. u. Sp.-V. Butzbach, 179 P. — 6. Gertrud Gombert, Tv. Krofdorf, 170 P. — 9. Elisabeth Schimmel, Tv. 1846 Giehen, 166 P. — 10. Hilda Schmidt, Tv. Krofdorf, 164 P. — 11. Effi Oppenheimer, Tv. Hungen, und Else Reuschling, Mtv. Giehen, 163 P. — 12. Elisabeth Dender, Tv. Krofdorf, 159 P. — 13. Henny Obmann, Mtv. Giehen, 157 P. — 14. Liesel Schäfer, Tv. Hungen, 156 P. — 15. Ida Fett, Tv. Grohen- Linden, 155 P. — 17. Marie Suchann. Tv. Krofdorf, 153 P. — 19. Herta Wilhelm, Mtv. Giehen. und Anna Lehmann, Tv. Ridda, 150 P. — 20. Else Beinhorn, Tv. Grohen-Linden, 149 P. — 21. Lilli Dern, Tv. Grohen-Linden, 148 P. — 23. Elise Menges, Tv. Lich, 146 P. — 24. Ma- ricchen Siek, Tv. Grünberg, und Erna Biehler, Tv. Ridda, 145 P. — 25. Marie Schäfer, Tv. Lich, 144 P. — 26. Kath. Harbach, Tv. Treis a. d. Lda., 143 P. — 27. Johanna Wolff, Tv. Ridda, Hedwig Schmidt, Tv. Langgöns, und Anna Will, Tv. Treis a. d. Lda., 142 P. — 28. Gustel Heberling, Reichsbahn T. u. Sp.-V. Giehen. Martha Studenroth, Tv. Hungen, und Berta Tröller, Tv. Groh-Eichen, 141 P. — 29. Hedi Schuchardt, Mtv. Giehen, 140 P. — 31. Sofie Volkheimer, Tv. Ridda, 138 P. — 32. Frieda Riebergall, Reichsbahn T. u. Sp.-V. Giehen, 137 P. — 33. Marie Wagner, Tv. Krofdorf, und Erna Rühl, Tv. Lang-Göns, 136 P. — 34. Gretel Zecher, Tv. Treis a. d. Lda., 135 P. — 37. Marie Zimmer und Hermine Walz, Tv. Lich, 132 P. Turnerinnen-Hnterstufe. Geräte-Sie- benlampf (vgl. oben, entsprechend abgestuft) — 90 bis 140 Punkte — 51 Teilnehmerinnen, 39 Siegerinnen. — 13. Lina Bender, Tv. Krofdorf, 105 P. — 16. Lina Löber, Tv. Heuchelheim, 102 P. — 17. Else Schmidt, Tv. Lich, 101 P. — 19. Lina Michel, Tv. Treis a. d. Lda., und Marie Herr, Tv. Heuchelheim, 99 P. — 22. Hilde Scholl, Reichsbahn T. u. Sp.-V. Giehen, 96 P. — Das bißchen Erde. Vornan von Richard Gkowronnet. Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart 28. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Es ist schrecklich, wenn man so tyrannisiert wird! Aber sie hat leider recht, die liebe Frau Försterin ... Run denn: auf Wiedersehen! Hoffentlich recht bald!" ... Sie streckte ihm über den Tisch hinweg die schmale, ringgeschmückte Hand entgegen. Er verneigte sich, unterließ es aber, die Hand an die Lippen zu führen. „Jedenfalls wünsche ich herzlich auch werter gute Besserung!" Damit hatte er nichts versprochen ... Hnd als er wieder auf dem sandbestreuten Gartenwege stand, atmete er auf. Der Besuch da eben muhte sein letzter gewesen sein ... Der Förster Schwarz nahm die Hacken zusammen: „Herr Graf haben befohlen?" „3a richtig! Rehmen Sie sich ein paar Handseste Leute und sorgen Sie dafür, daß der Verwalter Bergemann sofort meinen Hof verläßt. Ich habe ihm wegen Untreue und Gehorsamsverweigerung ohne Frist gekündigt." Heber das rotgebrannte Gesicht des alten Weidmanns flog ein Heller Schein. „Und das von Rechts wegen, Herr Graf! Bloh diesen Dachs hält' man schon früher ausräuchern müssen. Ehe er so viel Speck und Feist an- gesetzt hatte unter feiner dicken Schwarte" ... Malte schwang sich in den Sattel, um nach Hohenrömnitz zu reiten. Als er den Gaul $ur (Strafte wandte, glaubte er hinter den werftgestärkten Fenstervorhängen ein feines Gesichtchen zu erblicken mit dicken blonden Flechten darüber. Vielleicht war es auch nur eine Täuschung ... er wandte sich nicht um, das hier muhte ein Ende haben! Eigentlich hatte es ja noch gar nicht angefangen, aber welcher Rarr rannte wohl mit sehenden Augen in eine Gefahr, nachdem er sie erkannt hatte? ... Und sollte es noch mehr solcher Rächte geben, in denen man sich ruhelos von einer Seite auf die andre warf, von Selbstvorwürfen und begehrlichen Gedanken geplagt? ... Gedanken, die zudem nutzlos waren, denn die kleine Frau in ihrer kühlen Reinheit ging ohne Anfechtungen ihren Weg ... Ein paar blahblaue Augen sah er vor sich in einem fettigen Gesicht, die ihn, keine Stunde war es her, mit scheuer Ditte angeblickt hatten. Da nickte er nur: kannst ruhig sein, es geschieht dir nichts ... Die weißrote Fahne auf dem Turm der Hohen- römnrh hing schlaff an der Stange herab, kein Lüftchen regte sich, die Frühlingssonne schien warm. Den Schnee hatte sie schon längst auf» gezehrt, nur ein feuchter Glanz lag noch über den grünenden Saaten und den bräunlich schimmernden Wiesen. Der Bach, dessen Quelle im Schlvhbrunnen entsprang, rann geschwätzig neben dem Wege zu Tal. Gelbe Blumen blühten an seinem Rand, das Volk der Stave stelzte dazwischen, suchte emsig nach dem täglichen DroL Der Frühling war ein gar freigebiger Herr und reich gedeckt sein Tisch... Malte lieh seinen Gaul in Schritt fallen, es ging bergan. Hnd etwas von der alten Beklommenheit überkam ihn. wie früher immer, wenn ihn eine lästige Pflicht nach dem Hause_ des Oheims geführt hatte. Wenn er sich's recht überlegte, war die Hnterrebung nutzlos. Sein Schicksal ging auch ohne sie seinen vorgeschriebenen Gang, heftige Worte konnten daran nichts ändern. Hnd alles übrige war auch durch einen Anwalt zu besorgen. Dem mußte sich der Herr Erbland- rnarschall ja ebenso stellen wie ihm auf die Frage, wo ine Einkünfte von Vellahn geblieben waren... Weit hinten im Park vor der Gartenterrasse waren ein paar bunte Farbenflecke. Er sah schärfer hin... eine ganze Gesellschaft war es, die sich dort im Sonnenschein erging. Eine Dame mit einem leuchtendroten Schal um die Schultern wurde von einem Diener im Rollstuhl gefahren, ein Herr in hellem Anzuge schritt daneben, hielt mit einem Schirm die allzu grellen Sonnenstrahlen fern. Voran gingen zwei andre Damen in bunten Frühjahrskleidern, die eine davon fett und rund, die andre schlank und hochgewachsen. Ein schwarzbärtiger kleiner Kerl daneben, der einen dicken Mops im Arme trug... Malte lachte kurz auf: eine Idylle! Der Herr Erblandmac- schall im Kreise seiner neugegründeten Familie. Hnd alles seliger Hoffnungen voll, wie rings die Hebe Ratur im Frühling... Als wenn kein böser Frost mehr kommen konnte über Nacht, in dem manch zartes Pslänzlein welkte... Da stieg ihm ein grimmiger Zorn empor: die andern da wandelten lachend im Sonnenschein, er aber ritt hier in finstern Sorgen und Gedanken. Mußte als ein Bettler abziehen, verhöhnt und ausgelacht, in der Hohenrömnitzer Wiege lag ein Eindringling. Schlug die Augen auf, und alles rings um ihn war sein... Der Haß packte ihn an und schüttelte ihn, rote Flammen brannten vor seinem Gesicht... Wenn er jetzt dem Gaul die Sporen einsetzte und über die Parkmauer flog... Das Volk da vor der Terrasse stob auseinander, er aber richtete sich im Sattel auf: „Holla, hier bin ich! Hnd freut euch nur nicht zu früh' ... Aber das war natürlich Hnsinn... die Zeiten, in denen man mit gepanzerter Faust dazwischengriff und das Messer am rechten Ende packte, waren vorüber... Der Kerl, der ihm an der säulengetragenen Freitreppe den Gaul abnahm» sah geradezu Kessel, Tv. Ridda, 52 P. — 27. Lilli Dern, Tv. Großen-Linden, Erna Diehler, Tv. Ridda, und Anna Peter, Tv. Groh-Eichen, 50 P. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) unterliegt im 1. Derbandsspiel in Wallau 1:3 (1:1). Gemessen an den Leistungen der vorausgegange» neu Gesellschaftsspiele lieferten die Blauweihen eine sehr mäßige Partie. Das Zusammenspiel zwischen Läufern und Stürmern wollte nie recht klappen. Cs fehlte die flüssige Kombination und der gesunde Torschuh. 1900s Liga lieh diesmal jeden kämpferischen Geist missen. Der Gastgeber Wallau spielte wuchtig, schnell und gut, jedoch nicht so gut, daß er von einer in besserer Verfassung spielenden Els 1900s nicht bezwungen worden wäre. So besaßen die Stürmer überhaupt keine Schuhkraft. Die Gießener Niederlage verschuldete in erster Linie der Torwart, der nach recht guten Leistungen es sich nicht versagen konnte, einem Mitspieler seine Ansichten über die mangelhafte Spielleitung persönlich auszudrücken. Beide Mannschaften waren in dem ausgeglichenen Treffen übernervös. Cs wurde beiderseits viel mit dem Mund gespielt und die fehlerhafte Spielleitung wirkte auch nicht beruhigend. 1900 war in der ersten Spielhälfte tonangebend. Die getriebene Heberkombination endete im Morast vor dem gegnerischen Tor. Nur einen Treffer erzielte der Mittelstürmer im Nachschuh auf einen Eckball hin. Einen schlecht geschossenen Wallauer Eckball will der Gießener Heilmann in Höhe des Strafraums mit der Brust ausnehmen. Der hohe Ball springt aber in eine Wasserpfütze und von da unerwartet an Heilmanns Oberarm. Der Spielleiter verhängt einen Elfmeter gegen Gießen. Die erste Ausführung geht daneben. Bei der Wiederholung entglitt der schmutzige und glatte Ball Schmidts Händen und führte zum Ausgleich. Nach dem Wechsel spielte Wallau mit dem Wind. 1900s Hintermannschaft hat alle Hände voll zu tun. -Seiler, Jäckel und Schmidt, das Schlußtrio war aber in Hochform. Wallaus Angriffe endeten erfolglos. Ein Punkt wäre den Gießenern sicher gewesen, wenn nicht etwa eine Viertelstunde vor Schluß 1900 den Torwart durch Platzverweis verloren hätte. Jäckel war kein genügender Ersatz. 1900 ging nun, mit zehn Mann spielend, mehr aus sich heraus, aber zwei sichere Chancen wurden in der Hast nicht ausgenützt. Dagegen mußte Jäckel in der achten und dritten Minute vor Spielende zwei hohe Bälle passieren und den Gegnern den Sieg lassen. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Die Ligareserve kämpfte mit Ersatz und nur mit 10 Mann in Hermannstein bei Wetzlar gegen die dortige erste Elf unverdrossen, um den Sieg im ersten Verbandsspiel. Ein Eigentor der Gastgeber in der ersten Spielhälfte brachte den Gießenern Sieg und Punkte. 3n der zweiten Spielhälfte leisteten die blauweihen Schlußleute Erstaunliches und hielten das Resultat. Die dritte (Lehr-)Mannschast sand sich auf dem ungewohnten Sandplatz in Wieseck nicht zurecht. Man hätte von den Gießenern eigentlich mehr erwartet, nachdem sie noch vor kurzem diesen Gegner, Wiesecks erste Elf, in Gießen in einem Gesellschaftsspiel mit 9:0 abfertigten. Die Gießener Els verschenkte durch Auslassen eines Elfmeters, wie am Vorsonntag in Steinberg, auch diesmal den sicheren verdienten Sieg. Endresultat 1:1 (1:0). Die verbandsspielfreie vierte Mannschaft schloß noch in letzter Minute ein Gesellschaftsspiel mit Steinbachs zweiter Elf in Steinbach ab. Der Gastgeber, durch einige Spieler der ersten Mannschaft verstärkt, leistete heftigen Widerstand und siegte auch knapp mit 4:3 (2:2). Einen Kunstturnkampf haben Frankfurt, Basel und Amsterdam abgeschlossen, der am 11. Oktober in der Mainstadt zum Austrag kommen foIL hingen, die sich im Laufe der Jahrhunderte durch irgendeine Großtat aus der Menge der übrigen gehoben hatten. Hnd eine seltsame Laune trieb ihn, sich unter das Bildnis seines ersten Vorfahren zu stellen, an den Platz, auf dem sonst immer der andre stand, wenn es sich um wichtige Entscheidungen handelte. Der guten Vorbedeutung halber... Wohl eine halbe Stunde war vergangen, bis sich endlich die Tür auftat. Der Erblandmarschall trat über die Schwelle. Hnd Malte mußte bei allem bangen Ernst fast auflachen, so hatte der alte Herr sich verändert. Die langen grauen Predigerlocken waren gefallen, das Haar starrte in kurzen Borsten um den eckigen Kopf, wie bei einem Kavallerieleutnant, der sich mit dem Handtuch kämmte, und — wahrhaftig — einen kohlrabenschwarzen Schnurrbart hatte sich der Herr Onkel wachsen lassen! Das Lächerlichste aber war der modische helle Anzug mit einer Blume im Knopsloche... na ja, wenn man mit siebzig Jahren noch eine junge Frau genommen hatte..« Der Erblandmarschall runzelte die Stirn. „Mein Anblick scheint deine Lachlust heraus- zufordern?" Malte verneigte sich knapp. „Ich habe keinen Grund, aus Höflichkeit zu lügen. In meinem Gedächtnis stehst du wie cm alter Konsistorialrat, und da fand ich es komisch, daß du dich so verändert hast. Aber wir wollen uns nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten. Ich bin gekommen, um ein Paar kurze Fragen an dich zu richten, zu denen ich nach Gesetz und Recht befugt bin." Der Erblandmarschall neigte den kurzgeschorenen Kopf. „Ich bin zu deiner Verfügung. Aber möchtest du nicht lieber?"... Hnd er machte eine einladende Hcmdbewegung nach einem der breiten Ledersessel in der Mitte des Zimmers. „Danke verbindlichst", sagte Malte mit einem Lächeln, „ich stehe hier recht gut. Ich weih nicht, ob ich noch einmal im Leben Gelegenheit haben werde, unter den Augen meines ersten Ahnherrn um mein Recht zu fechten... Also erstens einmal: du hast nach dem Tode deiner ersten Frau wieder geheiratet, Onkel Christoph. Dazu bedurftest du keines Menschen Zustimmung. Ich aber habe das Recht zu der Frage, ob diese Ehe unferm Haus- gesehe entspricht. In Ansehung der Deszendenz nämlich, die du etwa zu erwarten hättest"... Der hagere alte Herr richtete sich auf, schob zwei Finger der Rechten in die diskret gemusterte Seidenweste. „Meine Frau ist eine geborene Komtesse Rocca- bruna. Ihr Adel ist so alt und rein wie der meinige. Die Dokumente darüber kannst du einsehen» sie liegen im Hausarchiv." (Fortsetzung folgt) Wirtschaft. OoS Gebot her Stunde: Bargeldlos zahlen! Wenn eS auch Sorge der Regierung und der Reich-bant ist, die zur Ueberwindung der Geldkrise erforderlichen Maßnahmen durchzuführen, so bat doch jeder einzelne die Möglichkeit, die Reich-bant bei der Durchführung dieser schweren Ausgabe zu unterstützen. Das Mittel, daS hierzu in erster Linie geeignet ist, ist eine Einschränkung de- Bedarfs an Zahlungsmitteln, d. h. also möglichst weitgehende Ausdehnung de- bargeldlosen Zahlungsverkehrs. 3n Deutschland ist der bargeldlose ZablungS- verkchr soweit ausgebildet, das; die Umsätze in der Unternehmersphäre bereit- ausschließlich bargeldlos crsolgen, während das Stückgeld und Banknoten nur noch sür Lohnzahlungen und Der- brauchSausgaben verwendet werden. Hier liegen noch gewaltige ErsparniSmöglichkciten, zu deren Ausnutzung die großen volkstümlichen Zahlung«- verkehrseinrichtungerr, vor ollem der Lleberwei- sungsvcrkehr, der sog. Spargiroverkehr, die Dor- ausschung geben. Bargeldlos zu zahlen, ist heute kein Privileg des wohlhabenden Bankkunden mehr. Das Ach des Spargiroverkehr- umfaßt über 4500 kontosührende Stellen im Reiche t Sparkassen, Giry,kassen, Kommunalbanken und deren Spitzenbanken, die Girozentralen und Landesbanken), bei denen bereit- zirka 2 500 000 Spargirokontoinhaber (nicht zu verwechseln mit den ISOOO OOO Spar- buchinhabern) ihren Zahlungsverkehr bet denkbar einfacher Formularbenutzung bargeldlos ab- wickeln. Wer sich am bargeldlosen Zahlungsverkehr beteiligt, handelt in mehrfacher Beziehung verdienstvoll: Er selbst spart Geld, Zeit und Arbeit, er Iaht diese Vorteile auch seinem ihm zah- lungspslichtigcn Schuldner zukommen und unterstützt die Regierung und die Reichsbank in ihrem Kamps um die Gesundung der Wirtschaft. Lockerungen der Frankfurter Börse. Der Frankfurter Dörsenvorstand gibt bekannt, daß vom Donnerstag, 10. September, ab für diejenigen Werte, die bisher zum Borsentermin- handel zugelassen waren, mit Ausnahme der Bankaktien, die fortlaufende Notierung ausgenommen wird. Auster diesen Werten wird noch für Anlcihe-Auslosungsscheinc des Deutschen Reiches einschl. t Ablösungsschuld (Altbesitz), Anleihe-Ab- lölungsschuld des Deutschen Reiches ohne Aus- losungsjchein (Neubefitz), Reichsbankanteile die fort- laufende Notierung zugelasscn. Für den Verkehr gelten die bisher im Terminoerkehr üblich gewesenen Mindestschlüsse; für Ablösungsanleihen und Reichsbankanteile gelten die bisher für den fortlaufenden Verkehr mastgebenden Mindestschlüsse. Veranoerun- aen treten nur ein bei Mindestfchlust. Deutsche (Erb- ol Aktien 2000 Mark, Svenska Tandsticks-Aktien St. 10. Die fortlaufenden Notierungen finden statt von 12.15 bis 14 Uhr: für die fortlaufend notierten Wertpapiere wird der Einheitskurs um 13.15 Uhr fcstgestellt. Für alle übrigen Wertpapiere beginnt die Feststellung der Einheitskurse um 12.45 Uhr. Ab Donnerstag, 10. September, werden auch an der Abendbörsc Kursfeststellungen im fortlaufenden Verkehr und zu Einheitskurfen statt- finden. Die fortlaufenden Notierungen finden von 17.15 bis 18 Uhr statt: sämtliche Einheitskurse werden um 17.45 Uhr feftgefteUt. 'Fünftagewoche in der süddeutschen Brauindustrie. Die Brauereien des Frankfurter DraubezirkcS haben beschlossen, mit Wirkung vom 9. September in ihren Betrieben die fünftägige Arbeitszeit einzuslihren: die Arbeit soll an jedem Mittwoch ruhen. Mit dieser Mah- nahme folgte man den badischen und pfälzischen Brauereien, die bereits seit einiaer Zeit Kurzarbeit eingeführt haben. Gegenüber dem Brau- jahr 1929/30 wird ein Absahrückgang von 33 biS 35 Prozent verzeichnet. 'DeutscheGold-undStlberscheide- anstalt, vorm. Roehler, Franksurt a m M a i n. Don der Derwaltung der Gesellschaft wird dem WTB.-Handelsdienst mitgeteilt: Da- Ergebnis des September 1931 endenden Geschäftsjahres dürfte, soweit man bis jetzt übersehen kann, wieder befriedigend sein. Die Gdel- metallbetriebe waren trotz vorübergehender Hemmungen fast normal beschäftigt. Einige Produkte leiden unter der andauernden Reuerrichtung und Ausdehnung von neuen Fabrikationen im 3n- und Auslande. Das Ergebnis auö den Beteiligungen sei nicht schlechter alS im Vorjahre. ' Hafenmühle in F r a n k f u r t a. M. AG. 2ln der gestrigen AussichtSratS-Sitzung der Hasen- mühle in Frankfurt a. M. AG. wurde beschlossen, der auf den 3. Oktober cinzuberufenden Generalversammlung für das Geschäftsjahr 1930 31 nach Abschreibungen in Höhe von 113 776 Mk. wiederum eine Dividende von 5 Prozent in Vorschlag zu bringen. Weitere 2 rb e i t e r e n t l a s s u n g e n bei Daimler-Benz. Bei dem Mannheimer Werk der Daimler-Benz AG. ist die Entlassung von 300 Arbeitern angekündigt, die bis zum 20. September durchgesührt werden soll- Das Werk dürste damit als nahezu ftillgekgt zu betrachten fein. .Wie von der Werksleitung mitgeteilt wird, soll es sich hierbei nur um eine vorübergehende Mahnahme handeln Frankfurter Vörse. Frankfurt a. M., 10.6ept. (WTB.) Tendenz: Unsicher. Am ersten Tage nach Wiedereinführung der variablen Notierungen brachte die Efsektenbörfe stärkere Unsicherheit, deren f)aupiurfud)c in der schwächeren Verfassung der Reichsmark im Auslande und in den Kursrückgängen an den ausländischen Börsen zu suchen war. Zum Teil ist in dem Nachgeben der Kurse am hie- f'gen Platze auch eine Reaktionserscheinung gegenüber der außerordentlichen Festigkeit an dem voran- gegangenen Tage zu erblicken. Eine gewisse Ver- stimmung ging davon aus, dost die Terminengagements immer noch nicht abgewickelt sind. Am Aktienmarkt schienen sich die Kauserschichten etwas große Zurückhaltung aufzuerlegen, denn die Nachfrage hat eine Abnahme erfahren. Das hat den Anschein, als ob verschiedentlich wieder Exekutionsware an den Markt kam, wodurch ein Druck auf die Kurse ausgeübt wurde. Die Kursge- ftattung liest zu Beginn einige Einheitlichkeit erkennen, doch war allgemein eine leichte Schwächeneigung seftzustellen. Es eröffneten von Chemiewerten ZG -Farben 1,50 Prozent niedriger, wahrend Scheideanftalt auf Grund einer Verwaltungsmitteilung mit Plus-Plus-Zeichen erschienen und etwa 5 bis 6 Prozent höher taxiert wurden. Am Elektromarkt lagen Schuckert im Angebot von 4,50 Prozent schwächer, wogegen die übrigen Papiere ziemlich gehalten waren. Montanwerte bei kleinem Umsatz wenig verändert, nur Stahloerein L25 Prozent niedriger. Durch bemerkenswerte Festigkeit Helen Schissahrtsaktien auf, die ihren Kursstand um bis zu 2,25 Prozent erhöhten. Recht fest notierten ferner Aschaffenburger Zellstoff plus 3, Salz- detfurth plus 2,75, Deutsche Linoleum plus 1,75 Prozent. Chemienebenwerte, Karstadt und Reichs- bankanteile hatten baaegen Kurseinbusten von 0,50 bis 2,50 Prozent aufzuweisen. Von ben nur per Kassa gehanbelten Bankwerten eröffneten Commerz- Bank 2 Prozent hoher. Am Anleihenmarkt blieben Neubefitz gut behauptet, währenb Altbesitz 0,25 Pro- Zent nachgaben. Am Psanbbriefmarkt war bie Nachfrage heute nicht mehr so stark, boch konnte sich bas Kursnioeau gut behaupten bzw. besonbers für 7pro- zentige Emmissionen leicht befestigen. Von 3nbu- ftrieobligahonen tenbierten 7prozentige Mainkraft sehr fest. Am Gelbmarkt blieb Tagesgelb sehr leicht. Der Satz gab auf 6,50 Prozent nach. Monatsgelb blieb dagegen noch gesucht und stellte sich für erste Adressen auf 7,75 bis 8 Prozent, für zweite Stellen auf etwa 11 Prozent. Warenwechsel zu 8 Prozent eher gesucht, Prioatdiskonte sehr still und etwa 7% Prozent. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Neuyork 4,85'J3, Paris 123,95, Mailand 92,90, Madrid 54,00, Schweiz 24,92 und Holland 12,05g. Berliner Börse. Berlin, 10. Sept. (WTB.) Die Entfefselung des Börsenverkehrs hat heute durch bie Aufnahme bes variablen Hanbels weitere Fortschritte gemacht, es haben sich aber bie schon in ben letzten lagen auftauchenben Befürchtungen zum Teil bestätigt, baß die Spekulation diese Freiheit zu Entlastungen ihrer Engagements benützen würde. Auch bas äußere Bild ber Börse erfuhr burch die Wiedereinführung variabler Notierungen eine Veränderung. Es wurden wieder Geld- und Briefkurfe gerufen, fo da st es äußerlich etwas lebhafter zu fein schien, anderseits drängten sich aber nicht, wie in ben letzten Wochen, alle Drbers auf ben einen Kasiakurs zusammen, wodurch das Geschäft als solches wesentlich ruhiger wurde. Die Nachfrage ber Privatkunbfchaft hielt auch heute an, boch fetzte sich biefe aus vielen Klein- orbers zusammen. Die anhaltenbe Schwäche ber Auslandsbörfen machte bagegen keinen befonberen Einbruch Es sollen heute auch auf einigen Märkten Exekutionen ftattgefunben haben, überhaupt wirb verschiedentlich über entstehenbe Schwierigkeiten bei ber Abwicklung ber laufenben Terminengagements geklagt. 9m allgemeinen gingen bie Adweichun - gen nicht über 1 bis 1% Prozent hin- aus, unb nur Kaliwerte, Deutsche Linoleum, Holzmann und Mittelstahl waren bis zu 3 Prozent gebessert. Auch Scyiffahrtsaktien waren gefragt, Chade sogar Plus-Plus, während Reichsbankanteile heute trftmafig 1,75 Prozent verloren und auch Riaa, Dessau und Schlesische Gas und Farben 2 bis 3 Prozent schwächer lagen. Bemberg, die anfangs mit Minus-Minus-Zeichen erfchienen, notierten sogar 4,75 Prozent niedriger. Harpener waren ebenfalls Minus Minus, doch kam eine Notiz zunächst nicht zustande. Bankaktien, die bekanntlich als einzige Terminpapiere nicht zu fortlaufender Notiz jugelaffen sind, schienen auch beute weiter im Angebot zu liegen. Anleihen behauptet. Pfandbriefe waren wesentlich ruhiger, als gestern. Der Geld- markt erfuhr eine weitere Versteifung, Tagesgeld stellte sich auf etwa 9 Prozent, Monatsgeld auf etwa 8,50 bis 10, Warenwechsel aus etwa 10 Prozent. Nach den ersten Natterungen brodelten die Kurse bei stillem Geschäft zunächst langsam ab, spater setzte sich aber eine B e s e st i g u n g durch, so daß das Anfangsniveau verschiedentlich bis zu 1 Prozent überschritten werden konnte. Schwarzer Tag der Stockholmer Effektenbörse. Stockholm, 9. Sept. (WTB.) Der heutige Mittwoch war ein besonders unruhiger und schwarzer Tag für die Stockholmer Effektenbörse. Gewaltige Kursrückgänge trafen fast alle inländischen, wie ausländischen Papiere. Die Rervosität war sehr stark, eS wurden bedeutende Abgaben vorgenommen. Gießener Wochenmarktprcise. Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfund 1,40 bis 1,50; Matte 30 bi« 35; Wirsing 8 biS 10; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 10 biS 12; Spinat 20 bis 25; Römischkohl 8 biS 10; Dohnen 15 bis 25; Sinter-Kohlrabi 5 biS 6; tvewlanauszug 5. Klaffe 37. Preustlsch-Liibbeolfche (263. Prrvtz.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr_________________Nachdruck verboten Aos jede gezogene Nummer sind zwei gleich hebe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Loteilunge» I und II 26. Ziehungstag 8. September 1931 ön der heutigen Dormitlaasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 ®«8>lnne |u 10000 M. 230862 8 eeurinne *u 0000 W. 18127 51098 135478 138341 220210 265496 299674 151188 175647 192819 213933 235636 252544 268486 318554 339035 369834 394827 96085 136184 187361 207508 223619 243437 297382 355568 390120 112231 214945 269490 330486 390641 215183 300608 338070 2000 ®L 193483 233788 303460 339279 135909 168461 183135 200589 227325 247028 257527 298720 328469 341302 386677 64232 204721 249434 306004 376212 139811 162250 191815 206649 230538 249430 260780 304237 330067 355775 388074 123947 155003 195378 219317 236332 276656 315376 383176 70023 208154 251568 311435 380262 156767 180640 200353 225545 244614 253959 297107 326285 340120 374365 395353 110397 153390 184994 215805 235784 272738 310161 380561 100305 211514 263267 313163 386337 163198 179005 194010 219873 240914 253041 282495 318626 339233 871349 395049 149602 175619 214250 225162 261294 309908 376387 143297 17241(1 19200 213220 235002 252179 28809' 306464 331690 365142 392309 135681 164049 203456 221327 238671 286637 31578 88660 24 »ttDlnn* ,u 3000 M. 11907 19402 88835 105109 130129 176054 192508 ------ ------ 341401 373100 58 Gewinn, iu 119980 122 •etoinne |» 1000 ®L 5778 7249 12112 12177 16770 25711 54427 58831 62797 63879 70209 105685 106177 ------ ------ ----- 142685 172499 213350 224596 {247146 301188 359150 399520 „188 Äetoinn, iu 500 M. 12225 1 2816 1 2985 2 356? 38820 44312 46673 52065 58276 60203 6290 70999 71734 72395 73439 73683 75794 8614 8901994842 99989 105511 114618 123892 12531^ 129129 133749 134724 ------ ------ Ön der heutigen NachmiNagszlehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 ©etninn, ,u 5000 M. 190279 234995 50 Gewinn, »u 118660 121232 73240 219694 292551 370076 102962 232579 302872 372791 201820 253725 296977 317364 391840 299057 2000 W. 111587 239867 307235 382068 223374 272413 300275 324545 239693 274683 301893 339226 157520 242966 282567 302338 339806 191510 251261 287188 309025 365386 195811 253047 295419 316452 389542 21590 65954 189582 339826 358663 2587 37322 53238 66804 125432 150543 213863 264117 283257 287071 322427 323883 337059 4 Gewinne ,n 25000 ®L 316632 374724 2 Gewinne ,u 10000 ®t. 264913 16 Gewinn, |u 3000 M. 222777 254313 ------ 86 »etomn« 1000 M. 23247 25803 26933 36486 116246 183660 222667 267648 290824 345864 363800 397358 163663 218853 239400 282070 307381 357188 385392 120708 179918 220405 251146 287464 333456 361269 390669 193268 224580 274381 304079 352921 378671 149645 212690 235221 277667 306267 354783 383982 178007 219620 245575 284388 331621 358246 387413 91540 93238 98659 99232 99605 112426 135976 140839 ------ ------ „196 Gewinn, iu 500 M. 2553 6267 6719 18061 39972 54037 55420 59139 60657 69906 73277 74772 75463 83587 85821 85905 86976 88979 Tomaten 15 bis 20: Zwiebeln B bis 10: Meerrettich 40 bis SO. Kürbis 5 bis 6; Pilze 20 bis 25. Kartoffeln 3.5 bi« 4; Frühäpfel 8 bi« 10; Falläpsel 3 bi« 4; Birnen 8 biS 15: Dörrobst 30 bi« 35; Preißelbeeren 30 bis 35: Brombeeren 30 bi« 35; Pfirsiche 40 bi« 60: Zwetfchen 10 bis 15; Hönig 40 bi« 50; junge Hähne SO bi« 1,00; Suppenhühner 80 bi« 1,53; Rüste 40 bi« 50; Käse (10 Stück» 60 bis 1,40; Tauben Stück 50 bi« 60; Eier 10 bi« 11; Blumenkohl 30 bl« 70; Salat 5 bis 10; Salatgurken 10 bi« 20; Ein- machgurken 2 bi« 4; Endivien 10 bi« 15; Ober- Kohlrabi 8 bi« 10; Lauch 5 bi« 10; Rettich 10 bi« 15; Sellerie 10 bis 40; Radieschen Bund 10 bis 15; Kartoffeln Zentner 3,00 bi« 3,50 Mk. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 10. Sept. Auftrieb: Rinder 82 Stück, Kälber 769, Schafe 187, Schweine 920. E« wurden notiert: Kälber, beste Mast- und Saugkälber 50— 55, mittlere Malt- und Saugkälber 45-49, geringe Kälber 36—44; Schafe, Mast- lämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast, 40—43, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 34^ 39, fleischige« Schaf- Vieh 26—33; Schweine, vollslcischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 54 bis 58, de «gl. von zirka 200 bi« 240 Psd. Lebendgewicht 53-57, deSgl. von zirka 160 bi« 200 Psd. Lebendgewicht 51—56. Marktverkauf: Zn allen Diehgattungcn ruhig, geräumt. Dewinnauszug 5. «lasse 37. Preußisch-Lüddeuische (263. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verholen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hede Gewinne aesallen, and zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer In den beiden Abteilungen I und II 27. Ziehungstog 9. September 1931 8n der heutigen Dormlllaaszlehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 Gewinn. IV 10000 M. 26611 176170 12 »wie-, m 0000 M. 94764 104191 114631 211459 233966 376644 18 eWinM |U 3000 an. 23126 73284 86194 109070 194638 248308 261361 306231 316816 62 G-w.nn, iu 2000 QJL 7030 12573 16358 16495 22402 38206 47737 60332 61305 67654 79563 109814 111843 112507 119311 144166 221611 256668 263310 271087 272243 275603 276691 283209 284635 292696 308580 321464 348220 370536 397519 116 Gewinn, ,u 1000 ®t. 293 2686 3940 7421 11079 18849 20494 24083 26072 33696 61281 60953 64511 68116 74508 78686 80767 85168 87681 92191 97019 121100 126838 166257 166590 170034 173496 181244 184556 207093 245375 250606 270447 293609 297214 298420 304224 306098 312179 313786 318716 320398 321290 324283 328741 336673 342999 354717 360304 361543 363412 377142 379253 384266 385062 391031 393175 393241 ISO G,winn, iu 600 OB. 268 2164 2648 9888 10873 13373 20196 21213 23161 24434 28586 33170 33731 34760 37943 39080 41136 49645 50300 62343 62358 76706 02813 96113 100929 104200 107724 118227 118673 132102 135726 172155 174460 200486 201002 221628 223118 271995 273600 280676 284547 296481 308832 325930 328348 351417 351924 367373 370638 396148 397733 119644 120548 137319 158795 179045 194948 217999 219420 225715 253163 274098 277103 289766 290483 311539 316814 333996 339305 357143 357867 381010 381687 122231 130203 166862 168062 196099 200143 220346 221397 271374 271985 278442 280535 293964 294679 317120 320435 340760 343649 361372 362926 382884 385013 3n der heutigen Nachmlttaaszlehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen . 2 »Wien, p, 25000 Oll. 156332 4 »Winne iu 10000 M. 165098 318251 12 •Witin, iu 5000 W. 76060 119758 142823 277104 354315 384029 18 »W.nn. »U 3000 au. 70445 86166 119622 152043 162689 219025 301990 354764 395341 58 Gewinn, iu 2000 OH. 1626 3285 16320 24115 24386 41114 41130 47709 48997 49321 68589 81807 85982 118813 134508 135991 171443 180823 188638 192967 213927 224266 288827 294364 302259 337098 340624 356994 391119 122 »Winne |U 1000 an. 5711 12663 13154 20039 23615 27026 45100 45321 49279 56216 61779 68635 72331 76259 79239 90443 96729 99867 106486 111827 116287 120579 127014 130730 138901 145604 148765 148860 150927 153111 156073 156869 158450 165254 166496 1682'3 180123 183882 186865 192485 204961 219293 219403 221657 239433 243296 246134 262778 265442 269075 286572 291872 293657 294535 294760 307584 313906 317175 347584 347872 352726 140 »Wien, |i 500 TL 6110 6891 14433 14747 15646 17193 17526 30489 43734 46968 47828 53849 57356 67623 71070 73596 81749 113833 114722 121460 130707 130988 144287 149946 152615 159915 161679 164903 168338 168578 175009 176615 190304 195448 208442 222177 231580 237193 237406 243761 245330 262603 265725 266617 267394 273792 279543 282582 287272 290887 294329 302924 305980 307907 3'3485 316868 316891 331474 344959 348607 359559 362195 370426 372879 375144 375482 375828 379968 387098 390261 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu fe 600000, 2 Gewinne zu je 200000, 2 zu fe 6000Ö, 4 zu je 25000, 16 zu je 10000, 80 zu je 5000, 73 zu je 8000, 150 zu je 2000, 818 zu je 1000, 546 zu je 500, 1564 zu je 400 M. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 8 o.H., Lombardzinsfuß 10 o. H. (r = repartiert). trranflun a. 271. ZJerlin Lindeste flnlang# (hnbet» »nlana, für# turt iure kurt Datum 9.9. 10.9. 9.9. 10.9. 6% teuildw IReidiMnlttiK v. 1921 — — 71,5 — 7% tfurldx ÄelcManleHe 0.1929 — — 87.5 — 6^% öounfrÄnleifc von 1930 teutfd.e «nl..MbW..£d)ulb mit «ullos.-Rechtrn ....... — — 57,75 — 47.25 47 47 47 Trt.it. ohne Au»ios..Rechte . . . 3,4 3,5 3,5 3,65 8% Hess. BoOeftaat von 1929 (ructinblt. 102<\)...... 72 _ _ Cbtrbrflen Provinz-Snlelkie mit Wuflicl. Serbien....... 41 _ Teurttt? Somm. öammelabL e Hnlrtbe Serif 1....... 41,13 41,5 6% örantl. Hyp.-Vank »olbpfe 16 unkundbar bis 1935 .... 7% firanfl. Hyp.-Vank Golvvk 89,5 ■— — — unlünBbar 6ü 1936 Serif 16 . 81 _ 4K% itranH. Hvp.-Vank £iqa^ Bfantrnefe. ........ Rheinische Hyp-Bank-Liqu. 79 — — — 77,75 8% 'fit. PanDrtPlanbbriclanttaU, Bsandb riefe JL 19...... 7% Pr. Sanbrtpfanbbrielanüalt, — — — — Pfanddriol? R. 10...... 4% OeNerrei»i!-tie Soldrente . I - 1 1 3 — 4.20% Lesterreich-.iche GÜbcnentr — — 0,80 4°; Ungarische Oiolbrcnte .... 12,13 - 12,4 4% Ungarische Staatircnie B. 1910 12,25 12,5 — drtgl von 1913..... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 — — _ 4% Türkische Zollanleide von 1911 4% Türkische Bagdaddahn-Lnkethe — 2 -— «Serie 1........... — 2 — 4% drtgl. Serie 11...... 1,9 — 2.05 _ 6% flhimän. vereinb. Renke v. 1903 5,75 — 5.75 _ 4% Rumänische oereinh. State . 12.4 _ 4,75 — 4,85 _ 814% I- anatoliet....... 12,91 — 13,1 — Ifrcnffurt a. 171. ZTrriln ckinhestr »nlangi kurt Unfangd kurt rurt kurt Datura 9.9. 10.9. 9 9. 10 9. Hamvurg-Amersta Pake, . . . k 31,5 33,75 31,75 32 Haraburg-Lüdam. Tarapfschiff. 0 — 85 89.5 Hansa Dampfschiff . . . . . c — Norddeutscher Lloyd . . . . . k 34,4 35,75 34,13 35.25 A.'«. für verkekrtweien ML — 33,75 34.75 Berliner Handelsgesellschaft . k — — 67 Ccmmrti. und Prioal-Bank. 7 M 66 64 Xcnnftäbttr und Narionaldank 8 76 Deutsche Bank und TUconto^itkUldjafi . . . 65 — 65 — t 38 RdcMbati...... . 12 120,5 118 119,75 118 «.S.G........... . 7 60 5 $0 75 60 5 Bergmann........ . 9 49 49 Dektr. Lieserung-yelewchall. 10 66 — 66 68 Licht unb graft...... 10 75,25 75,25 75 76,5 {reiten Ä Guilleaume . . . 6'n 49 48,75 48 Gesellschaft für Lcftrktch, Unternehntungen . . . . 9 67,5 67.5 67 67 ÄbetnHdx (EdtnjUAl . . . . 9 75,25 75 74,5 71,25 Lchucken L Co....... 11 79.5 79 75,5 Giemen* Ä Hal-ke..... 14 118,25 118,25 119 118,13 12 Suberui......... 27,75 28 77 5 77 Teustche Crböl...... . 6 42,75 42.5 42,5 43 Gelsenkirchener...... 44 44,5 43,5 (-arvener......... . 0 — — 44 — Hoeich Cifen........ . 6 — —— 32 33.25 Me Bergbau....... Klöcknerwerke....... 10 . 6 33,5 — 129,5 34 129.5 43,75 sö!n Skeuefien....... — Manartmann-Siebren . . . . 6 40.5 40,75 40 40,5 Kar.ifrlbet Bergdau .... . 0 12,75 — 13 11,13 cberschles.s^irerke . . . . 8 — 41,13 40 Pboni; Bergbau...... 4', 28,75 28 29 28 ladeinische Braunkohl«. . . 10 127 126,75 127 125,5 «Hemstahl........ - 6 43 50 y Frankfurt a. 2J1. 2kriin Anhetrt enfang« Änhest« Anfangs lurt ture für« kur« Datum 9.9. 10.9. 9.9. 10.9. »iitbfd iXoiuan......7a — — — Set einigte Stahlwerk .... 4 29,25 28 29,5 27,25 Ctaet Minen......18'/, 12,9 — 13,13 13.9 Kaliwerke Äldiertitben ... 10 64.5 — 84 86.4 Kaliwerke rZesteregekn ... 10 Kaliwerk Latzdetntrlh . . . 15 92 153 155,75 92 153 95 155 fl. •. tzarSen-Industrie... IS Verein, chem. Industrie Frank» 109 107,5 109 107 furt a. M........... _ Scheideanstalt.......10 94 —— (stoldlchmidi.........0 25 22 24 RütgertwerK........5 25,4 — 25 27 vretallgesellschasi. ...... 6 40 40 - VH01PP Hotzmarra .....| Zewentwerk Heidelberg. ... 7 lernentraert Öarlftalt.....7 49 43 43.5 48,5 "V 50,75 Day b K Frey tag......0 7,25 - 1 — Schultdei! Panenstoier ... 15 öu («llgewetne Kunstseide) 0 49,25 49,25 93 49 93,5 49 vewcherg......... o 65,25 65 60,5 Paltlüf.....12 50,5 35,4 51 35 50 80 5 Zelkstsss Sichassenburg ... k Teisauee Gal...... . '• 38,5 Tairnler Motoren......< 14,75 40 14,75 41,75 15 39,75 15 42,5 Teuftche t-moleum.....5 Crenftein & ftcppd.....0 24 24 Leonhard Tie- ....... 8 60,5 •— 61 61 Lren-ka.......... 164 182 165 193 Lhade............ 182 193 sZroTikfttrrer Mal chinen . . . . o »ri-oer..........o MainKaftwerke Höchst a. M.. . 6 21,5 - 2 - - Ludvemicher ZuL« . . . . 10 61,51 4w Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 9.Se-iember 10. September stlmiliche »e1t> Notierung »rief Amtliche Notierung Geld 25rief velsmgsorS . toten.... Prag . . . Budapest. . Golts . . . |oü