Nr. 185 Urft« Blatt 18b Jahrgang Montag, 10. August (951 et|d)etei tägltd),außer Soentag» anb Friertag» Btfleeti: Di» ODuftnert« fJtefjener Jamiltenblttia Hermai im BiL Ttr Scholle ■ewati-Bejaaiprdi: 2.20 Reichsmark anb 90 Reid)»pfenntg für Trägt» lohn, auch bei Nicht«» scheinen «nzelaer Nummern «folgt höherer Gewalt. Zer»fprech«»fchlstl!« ■nterSammeüuunmcr2251. Lnschnfl für Drahtnach» richten anjtlger »ithei. Postscheckkonto: frewffirtam Dlaln 11688. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dnid enböerlag: vrLhl'fch« Uitoerfhät^Bidh eib Stehtbniderei K tawge ti «eße». Schrift1ettv«g nib SeschSftrftelle: Zchulftraße 7. loalfet don 3njdgea für die Tagesnummer bis jum Nachmittag vorher. Prell für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Ne- klameanzeigen von 70 mne Breite 35 Neichspfennig, platzoorfchrist 20',. mehr. Chefrebakleun Dr. Jnebi. Will). Lange. Verantwortlich für Volitiü Dr. Fr. Will). Lange: für Feuilleton Dr H.IHyriot; für b,n übrigen Teil Ernst Llumschein vnd für den Anzeigenteil Ma^ Filter, sämtlich in Gießen. Der Volksentscheid in Preußen gescheitert. Berlin, 10.8. (WTB.) Amtlich. Von 26399855 (Stimmberechtigten stimmten 9793603 für den Volksentscheid auf Auflösung des preußischen Landtags, das find 37,01 Prozent. Der Volksentscheid hat also fein Ziel nicht erreicht. DaSGrgebniS des Volksentscheids Berlin, 10. Äug. (XU.) DaS Ergebnis der zum Volksentscheid abgegebenen Ja-Stimmen mit rund 9.8 Millionen bleibt hinter den zur letzten Reichstagswahl für die Parteien, die sich für den Volksentscheid erklärt hatten, zurück, da diese am 14. September ,n Preichen zusammen rund 12,4 Millionen Stimmen erholten hatten. Hingegen ist das Ergebnis zum Volksentscheid beträchtlich fcöbcr alt das zum Volksbegehren, da beim Volksbegehren 5 955 000 Stimmen aufgebracht worden waren. Die Tatsache, daß die für den Volks entscheid aufgebrachten Stimmen so beträchtlich hinter den Ergebnissen der letzten ReichS- tagSwahl zurückgeblieben sind, ist zweifellos darauf zurückzuführcn. daß die Kommunisten in vielen Teilen Preußens der Parole der Partei nicht gefolgt sind. bzw. im letzten Augenblick obgcblasen haben. So wird cruS dem Westen berichtet, bafo in mehreren größeren westlichen Städten am Vorabend deS Volksentscheids kom» munifttschc Deheimversammlungen stattfanden, in denen die Parole auf Richtbeteiligung am Volksentscheid auSgegeben worden sein soll. Wie weit derartige Parolen daS Ergebnis beeinflußt haben, ist schwer abzuschätzen. Die Wähler der Parteien der Rechten dürften dagegen, wie daS vor allen Dingen aus einer Durchsicht der Ergebnisse der ländlichen Wahlkreise im Osten hcrvorgcht. weitgehend der ausgegebenen Parole gefolgt sein und mit 3a gestimmt haben Setzt man die rund 3,1 Millionen Stimmen, die die Kommunisten bei den Reichstagswahlen am 14. September erhielten, von der Ziffer von 12,4 Millionen ab, so ergibt sich zumindest die Wahrscheinlichkeit für diese Erwägungen. Irgendwelche politischen Rückschlüsse wie bei den kommenden Wahlen die Stimmen der einzelnen ausfallen würden, läßt der preußische Volksentscheid kaum zu. Der Verlaus des Abstimmungstages. D c r l i n, 9. Aug (WTB.) Die ReichShaupt- ftadt bot beute in allen Bezirken ein sehr ruhiges Bild. Allerdings haben die radikalen Parteien in der vergangenen Rächt «ine überaus rege Propaganda entwickelt, die sich zum größten Teil auch darauf konzentrierte, die Plakate der DolksentscheidSgegncr zu entfernen. So wurden nicht weniger als sieben Litfaßsäulen in Brand gesteckt und damit zum Teil die in den Säulen untergcbrachten elektrischen Umformer in Gefahr gebracht. Teilweise haben die politischen Wcrbelolonnen in den Straßen das Licht zum Erlöschen gebracht, um besser und ungesehen arbeiten zu können. 3m Rorden und Osten wurden zahlreiche Transparente und Plakate, die von der Polizei nicht genehmigt waren und die zum Beitritt in den Der* boten en Rotsrontkämpserbund aufforderten, zum Teil von der Feuerwehr mit mechanischen Leitern entfernt. Sogar aus einem Fabrikschorn- stcnn war die Sowjetfahne gehißt, die gleichfalls von der Polizei herunlergeholt wurde. Personen wurden festgenommen, die wegen Verteilens polizeilich nicht genehmigter Flugblätter. Zettelanklcbens. VemalenS der Gehsteige, Häuser, sow.e wegen verbotenen Sammelns für die Rote Hilfe abgeurteilt werden sollen. DaS Straßenbild zeigte auch die sonst üblichen Propaganda-Umzüge nicht, nur vereinzelt versuchten Sprechchöre der Kommunisten und Rationalsozialiften für den DollSentscheid zu werben. Die ersten Kommentare. Berlin, 10. Aug. (ERB. Funkspruch. eigene Meldung.) Da ein großer Teil der Morgenausgaben der Berliner Zeitungen an Montagen nicht zu erscheinen pflegt, sind daher heute nur wenige Kommentare zum Ausgang des Volksentscheids zu lesen. — Rach Ansicht der , Deutschen Allgemeinen Zeitung" liegt die Schuld an dem Scheitern des Volksentscheids bei den Anhängern der Kommunisten, die nicht überall die Parole zur Teilnahme an der Abstimmung befolgt hätten. — . -Eine Schlacht ist geschlagen", so schließt die Deutsche Allgemeine Zeitung. Jic hat keine Entscheidung gebracht. Der Kampf geht weiter!" — Auch .Der Montag" führt daS Scheitern deS Volksentscheides auf eine zu geringe Beteiligung der Kommunisten zurück. Die Kommunisten hätten, als sie die Parole zur Beteiligung an der Abstimmung ausgaben, die nationale Opposition vor einem Teil ihrer Anhänger diskreditieren sollen. — Der .Vorwärts" leitet seine Betrachtung mit dem Satz ein: »Die Vernunft hat gefiegt" und fährt il a. fort: daS Ergebnis des Volksentscheids sei ein Vertrauensvotum für die preußische Regierung unter Brauns Führung. Die Gefahr einer neuen schweren Erschütterung des Vertrauens des Auslandes in die Stabilität der inneren Lage Deutschlands fei gebannt Rachdem bet Volksentscheid vorüber sei, beginne der wahre Kampf. Das Ergebnis in den Wahlkreisen. Stimmkrei- ReichStagSwahl 14. 9. 1930 Volksentscheid Ja-Stimmen % Stimmberechtigt Abgeg. Stimmen* Ostpreußen ............ . . . 1381547 702262 658053 47,1 Berlin............... . . . 1567433 782385 461129 30,0 Potsdam n............ . . . 1391282 694066 452133 31,8 Potsdam 1 ............ . . . 1385011 740274 556065 39,2 Frankfurt a. O........... . . . 1084 931 544209 519140 48,5 Pommern............. . . . 1207955 689499 659351 53,5 Breslau.............. . . . 1275474 650263 495556 39,1 Liegnip.............. ... 811591 370919 358951 44,4 Oppeln............! . . . . 872672 321044 290 595 32,9 Magdeburg............ . . . 883474 421125 373691 42,5 Merseburg............. . . . 974 209 611415 528369 54,2 (Erfurt............... . . . 425139 200109 179644 42,8 Schleswig-Holstein......... . . . 1054080 542260 494433 47,2 Weser-Ems............ . . . 457042 175018 164 621 35,3 Osthannover............ . . . 709540 379495 348293 49,0 Südhannover........... ... 1001962 441869 346178 35,8 Westfalen-Nord .......... . . . 1469631 549692 400773 26,8 Westfalen-Süd........... . . . 1688210 730553 551217 32,7 Hessen-Nassau........... . . . 1654503 751341 554557 32,2 Köln-Äachcn............ . . . 1512313 517275 245 442 16,1 Koblenz-Trier........... . . . 821027 247 179 212324 25,4 Düsseldors-Lst........... . . . 1489481 771 341 531055 35,8 Düsseldorf.West.......... . . . 1215655 536205 401847 32,9 Insgesamt..... . . . . . . . 26399855 12279399 9793455 37,01 • In dieser Rubrik sind die Stimmen zusammen- gefaßt, die bei der Reichstagswahl vom 14.9.30 für die hinter dem Volksentscheid stehenden Parteien (DNVP, Rat.-Soz., D. 23. P., Wirtsch.-P., Landvolk, Kons. VP-, Dtfch.-Hann.-P., Christl.-Soz. Lolksd. und Komm. P. D.) abgegeben wurden. Oer Volksentscheid in Hessen. Nassau. WSR. Frankfurt a. M.. 9. Aug. 3n ganj Hessen-Rassau ist die Abstimmung zum Volksentscheid ruhig und obne Zwischenfälle verlaufen. 3m Durchschnitt war die Beteiligung in diesem Gebiet etwas schwächer als im gesamtpreuhischen Durchschnitt: sie betrug etwa 32,25 Prozent. Auch in den einzelnen Regierungsbezirken war die Wahlbeteiligung recht verschieden. Während im Regierungsbezirk Kassel rund 36,8 Prozent der Stimmberechtigten an die Stimmurne gegangen waren, war oieS im Regierungsbezirk Wiesbaden nur bei 28,75 Prozent der Fall. 3n Frankfurt a. M. bot das Straßenbild kaum eine nennenswerte Veränderung. Rur in den Abendstunden, zur Zeit der Bekanntgabe der Resultate kam es vor den Derlagshäusern der großen Zeitungen zu einem beängstigenden Menschengedränge. Mit 22 Prozent war die Wahlbeteiligung in Frankfurt a. M. — für die größeren Städte berechnet in Hessen-Rassau fast d i e niedrigste. — Auch in Wiesbaden hatte die 'Abstimmung das sonntägliche Bild nicht verändert Allerdings war ein recht lebhafter Schlepperdienst mit AutoS und Motorrädern zu beobachten. Die Abstimmungsbeteiligung betrug 33,33 Prozent 3n den übrigen größeren Städten Hesfen-Rassaus bot sich ungefähr das gleiche Bild. In Hanau betrug die Wahlbeteiligung 40 Prozent: diese Ziffer wurde im ganzen Bezirk nur von der alten Universitätsstadt Marburgäbet» boten, wo sich f ast 5 1 Prozent für den Volksentscheid aussprachen. Dies dürfte wohl d i e höchste Ziffer in ganz Hessen-Rass au gewesen sein. Gesamtergebnis Ja-Stimmen: 554 557 (14. 9. 30): 764 376). Stimm, berechtigte: 1 720 210 (14.9.30: 1 654 503). Regierungsbezirk Wiesbaden: Ia-Stimmen: 280 089 (14.9.30: 440 447). Stimm- Regierungsbezirk Kassel: berechtigte: 973 849 (14.9.30: 967 575). Ja- Stimmen Kreise Stimmberechtigte Frankfurt-Stadt Wiesbaden-St. u. L. 429 609 117 899 94 518 39 334 Biedenkopf 36 238 18179 Dillkreis 37 811 20173 Main-Taunuskreis 46 510 7 707 Oberlahnkreis 26 865 8 564 Obertaunuskreis 36 602 9 740 Obcrwefterwaldkreis 19 921 9 835 Limburg 40 580 8132 Wetzlar 47 678 16 826 3a-Stimmen: 257 642 (14.9.30: 323 929). Stimm- berechtigte: 698 683 (14.9.30 : 686 928). Kreise Stimm- berechtigte 2a- Stimmen Kassel-Stadt 128 680 37 511 Fulda-Stadt 17 63ff 2 353 Marburg-Stadt 17 898 8.500 Gelnhausen 34 385 12 115 Hersfeld 28 227 10 802 Kirchhain 15 770 5 274 Marburg-Land 23 993 12 282 Ziegenhain 25 234 13 974 Schwere Tumulte in Berlin N. Schießerei mit Kommunisten am Bülowplah. — Zwei Polizeihauptleute getötet Gauberungsaktion bei der,:Rofen Fahne". Berlin, 10. Aug. (111.) Samstagabend kam es in der Reichshauplfladt am Bülowplah zu schweren kommunistischen Unruhen. Gegen 20 Uhr hatten sich in der Rähe des Verlagsgebäudes der „Holen Fahne" einige hundert fiommuni- ffen angesammett, die gegen die polizeimannschasten, die die Ansammlungen zerstreuen wollten, eine drohende Haltung einnahmen. Da die vorhandenen Polizeimannschaften zur Räumung des Bülowplohes von den Kommunisten nicht ous- reichlen, wurden neue Streifenzüge der Schuhpoli; ei eingesetzt. Als die Polizeimannschaften den Bülowplah räumen wollten, fielen plötzlich aus den neben dem Kino „Babylon" liegenden Häusern S ch ü s se. Der Vorsteher vom 7. Revier, Polizeihauptmann Anlauf, sank von mehreren Kugeln getroffen dem hinter ihm gehenden Oberwachlmeister Dillig in die Arme. Polizeihauplmann Lenk, der für diesen lag zum Revier 7 in der hankeslrohe abkommandiert war, brach ebenfalls schwer verfehl zusammen. Beide Pollzeihaupsteule starben auf dem Transport zur Rettungsstelle. Oberwachlmeister ll>i l l i g erlitt ebenfalls schwere Schuhoerletzungen. Die Polizei, die bisher eine bemerkenswerte Zurückhaltung zeigte, nahm nun die umliegenden Häuser unter Jeu er. Bei dem Räumen des Bülowplotze» fand man mitten auf dem plah einen Demonstranten tot liegend vor. Die Schießereien zogen sich nun auch über die Prenzlauer Allee bis zur Olioaerstrahe hin. Schnellastwagen mit Schupomannschaften beseht, durchsausten die Slrohenzüge. Scheinwerfer blitzten auf und leuchteten die Häuserfronten und Dächer nach den versteckten kommunistischen Mord- schühen ab. dauernd ertönten die Rufe der Schuh- polizeibeamten: „jenfler zu. es wird ge- schossen?" Das ganze Stadtviertel vom Alerander- platz bis hinauf zur Danziger Straße glich einem Heerlager. An den Straßenecken, in den Torbogen standen die JJolijeibeamten mit schußbereiten Karabinern. Alle Strahenzüge wurden abgeriegelt In der Kaiser-Wilhelm-Straße wurden sechs Kommunisten f eftgenommen. Gegen witternacht waren die Unruhen auf dem Bülowplah unterdrückt. Der Bülowplah selbst ist. abgesehen von den zahlreichen polizeibeamlen völlig verödet. Die Häuser liegen im Dunkel. Starke Polizeistreifen und polizeikraslwa- gen ziehen durch die umliegenden Straßen, die systematisch abgesucht und mit Scheinwerfern abge- leuchlel werden. Seil 24 Uhr wird insbesondere das Karl-Liebknechl-Haus, der Herd der Unruhen, einer gründlichen Untersuchung unterzogen, ebenso wie Verlags - und Druckereiräume der „Roten Jahne". Die Zahl der Opfer der Unruhen stehl noch nicht fest, vom Kommando der Schutzpolizei wird mil- geteilt, daß nach den bisherigen Ergebnissen der Nachfragen in Rettungsstellen und Krankenhäufern in der Nähe des Bülowplahe» ein Toter und 16 Schwerverletzte auf Seiten der Demonstranten zu verzeichnen sind, wie groß die Verluste auf Seilen der Kommunisten find, läßt sich zur Zeil nicht übersehen. Daß sie bei dem Umfang de» Jeuergesechle» eine Reihe von Tote haben, dürfte außer Zweifel stehen. Sie haben aber wahrscheinlich ihre Toten und verlehten in der Wehrzahl sortgebracht. Bei der planmäßigen Durchsuchung de» Bülowplahe» und der anliegenden Straßen fanden die Beamten in einem Haufe einen Schwerverletzten auf, der als polizeigefangener in» polizeikrankenhau» eingeliefert wurde. In zwei kommunistifchen partei- lokalen wurden geheime Versammlungen ausgehoben, In denen weitere Demonstrationen beraten werden sollten. Rach den bisherigen Jest- ftedungen ist zu erkennen, daß die Unruhen von kommunistischer Seite planmäßig geleitet und durchges ühr l wurden. Schwere Bluttat in Köln. Ein Ltahlhclnisüßrcr von Kommunisten erschossen. Köln, 9. Aug. (WTB.) 3n der vergangenen Rächt wurde der Gaugeschäftsführer des Stahlhelms Köln, Heister, am Eingang seiner Wohnung meuchlings erschossen. Heister war gegen 2 Uhr nachts mit einer Autodrofchke nach seiner Wohnung in der Steinstrahe zurückgekehrt. Dor dem Haus sah er einen Trupp jüngerer Stahlhelmer, denen er Anweisungen zum Zettelankleben erteilte. Während der Unterhaltung kam ein weiterer Stahlhelmer mit dem Rade hinzu und meldete, daß Kommunisten unterwegs seien, von denen einer eine geladene Pistole mit sich führte. Heister nahm die jungen Leute mit in den Hausflur und schloß die Tür ab. Die Kommunisten versuchten nun, die Tür einzutreten. AIS ihnen dies miß- lan^, schoß einer durch daS Fe n st e r. Die Äugel prallte an der eisernen Verzierung ab, durchschlug als Querschläger die Scheibe und traf Heister in die linke 03r u ft feite. Heister schleppte sich noch ein paar Schritte weiter und brach dann tot zusammen. Der Täter ist von der Polizei fest genommen und die Waffe beschlagnahmt worden. 3m ganzen wurden a ch t Kommunisten verhaftet, die an dem Ueberfall mitbeteiligt sind. Der Eindruck im Ausland. Paris ist befriedigt. Paris, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Zu dem Ergebnis des Volksentscheids schreibt „Petit 3ournal". der Reichskanzler, der beute nach Berlin zurückkehre. werde feine Aufgabe durch den Ausfall der Volksabstimmung beträcht- lcch erleichtert finden, und die nächsten internationalen Verhandlungen. von denen man soviel moralische Ergebnisse erwarte, würden merklich leichter werden. — „Watin" schreibt, die Okt- nunft habe gestern in Preußen den Sieg über die Unvernunft davongetragen, und zwar sogar sehr deutlich. Es habe gestern nicht das Schicksal einer Regierung aus dem Spiel gestanden, sondern daS Schicksal deS Kredits Deutschlands, der schon recht schwankend und geschwächt gewesen fei. — „O eu v r e" sagt, man müsse das Ergebnis begrüßen. das die Regierung Broun und ebenso die Regierung Brüning konsolidiere, es müsse nunmehr die Möglichkeit bieten, die in Paris eingeleitete Politik der Zusammenarbeit weiter zu verfolgen. Das deutsche Volk habe nach den Unterredungen von Paris und London endlich begriffen, daß für Deutschland nur in einer Politik der Entspannung und der europäischen Zu- fammenatbeit daS Heil liegen könne. Die Besserung der Finanzlage Deutschlands scheine in der Tat die Zögernden bestimmt zu haben, sich der Stimmabgabe zu enthalten. Tie Blätter des französischen Rationalismus sind auf einen anderen Ton abgestimmt. ,3our- nal“ schreibt, nach den ersten Rachrichten hätten die Kommunisten durch ihre Enthaltung den Mißerfolg des Volksentscheids hervorgerufen. Daraus ergebe sich also nicht, daß die Anhänger der Unordnung ziffernmäßig zurückgegangen seien. Diese Feststellung habe in der Stunde, in der Deutschland den Bankrott und die Revolution mir mit Hilfe des Auslandes und besonders Frank- reichs vermeiden könne, nichts Beruhigendes an sich. Man werde begreifen, das; noch nicht der Augenblick gekommen sei, die von Frankreich geforderte und von Ministerpräsident Laval nachträglich vertretene Garantiepvlitik auf- zugeben. „Figaro" ruft aus: „Sn Berlin nichts AeuesI" Die preußische Regierung sei nichtsdestoweniger sehr geschwächt, schon durch die Tatsache, daß der Volksentscheid möglich gewesen sei und daß die Opposition eine große Zahl von Stimmen aufgebracht habe. „A m i d u P e u p l e" schreibt, man müßte sich vor jeder Illusion hüten. Die Lage bleibe ernst. Das offiziöse „Echo de Paris" meint, man müsse den Ausfall des Volksentscheids begrüßen, der unmittelbare finanzielle Gefahren ausfchalte und einer vernünftigen Politik nicht den Weg versperre. Aber man wäre sehr naiv, wenn man sich einbildete, daß die Schwierigkeiten, auf die diese Politik fuße, dadurch vermindert worden wären. — „L 'Ordre" sagt, Reichskanzler Brüning, der sich mit dem preußischen Ministerium solidarisch erklärt habe, habe unleugbar einen Sieg davongetragen. Es wäre schön, wenn der Reichskanzler nicht allzu r a sch v o n F r ank r e ich Verla n g e, daß es die Kosten dieses Sieges bezahle. — „Q u o t i d i e n" schreibt, der Beweis für die Au» torität der Regierung Brüning, der sich deutlich gegen die Offensive der Rechtsparteien ausgesprochen hatte, sei erbracht. — „Echo de Paris" glaubt zu wissen, daß angesichts des Mißerfolges des Volksentscheids nichts mehr im Wege stehe, den Zeitpunkt des Besuchs des Mini ster- Präsidenten und des Außenministers in Berlin festzusetzen. Genugtuung in London. Der Volksentscheid im Spiegel der englischen Presse. London, 10. Aug. (WTD. Funkspruch.) „Die preußische Demokratie hat Europa und Deutschland einen Dienst geleistet, indem sie es | ablehnte, sich von der unheiligen Allianz von i Rationalsozialisten und Kommunisten aus den Wog der unverantwortlichen Taten schieben zu • (lassen." Mit diesen Worten beginnt der heutige Leitartikel des Arbeiterblattes Daily Herald, das ebenso wie die übrige englische Presse aus seiner Genug uung über das „völlige Fiasko" des gestrigen Voltsentscheids in Preußen keinen Hehl macht. Durch dies« Abstimmung habe Preußen Europa versichert, daß es alles tun wird, was möglich ist, um die Ruhe auf« recbt^uerhalte^r, die die größte Hoffnung der Welt ist. Europa schuldet Preußen viel. — ,,'4i e to d Chronicle" schreibt: Das deutsch« Volk hat sich von neuem der Lage gewachsen gezeigt. Dieser Volksentscheid war eine ernste Prüfung für die Demokratie, und die preußischen Wähler haben sie glänzend bestanden. Die Ergebnisse dieses Volksentscheids werden Rückwirkungen weit außerhalb Preußens oder sogar Deutschlands haben. — „Daily M i r r o r" betont die „wunderbare Ruhe und Geduld" des größten Teiles des deutschen Volkes, das gezeigt hat, daß es ohne Erschütterungen weitergehen wolle. A — l'L □ v ; > XA- vj r f /X w Polizeipatrouillen wahren die Ordnung im Berliner Zentrum. Attentat auf den Schnellzug D 43 Zraukfurt-Verlin. Gprengstoffanschlag bei Jüterbog. — Sieben Wagen umgestürzt. — Keine Toten. Auf der Suche nach den Verbrechern. Berlin, 9.Aug. (IDIB.) Auf den Schnell- zug Bafel — Jrantfurt a. 211. — Berlin, der um 22.22 Ahr auf dem Anhalter Bahnhof eintreffen sollte, wurde gestern um 21.45 Uhr bei Jüterbog ein Spreng st offanschlag verübt kurz nach der Station Jüterbog hörte der Lokomotivführer einen fdjacfen knall, worauf er sofort bremste und versuchte, den Zug zum Stehen zu bringen. LH« dies gelang, entgleisen sieben Personenwagen, der Packwagen und der Speisewagen, stürzten um und sielen die Böschung hinunter. Trotz der Schwere des Unfalls wurden nur drei Personen schwer und 16 leichter verletzt. Tote Spuren, die bei dem Regen ohnehin schon meist verwaschen waren. Eine Untersuchungskommission der Kriminalpolizei ist im Dorfe Zinna stationiert. An der Llngtücksstütte. Acht v-Zugwagen die Böschung hinunter- gekippt. Die Stätte deS Eisenbahnattentats bietet noch Donntagmittag ein Bild wüster Zerstörung. Die Hnglückstelle befindet sich etwa zwei Kilometer von Jüterbog entfernt in der Äähe von Dorf Zinna. Der etwa sechs Meter hohe Bahndamm macht an dieser Stelle am Waldrand entlang eine weite Kurve. Am Bahndamm, die Böschung h e r u n te r g e w o r fe n fo e r d e n mußte. Außerdem hat man eine Stelle gewählt, die ganz einsam liegt. Trotzdem die Böschung ziemlich hoch liegt, sieht man in etwa zwei Kilometer Entfernung nur den alten runden Stadtturm von Iüteroog und ein Gebäude der Heeresverwaltung. Zu der Hnglücksstelle führen auch keine Straßen, sondern nur einige untergeordnete Feld- und Waldwege. Die Verbrecher haben eine 170 Meter lange Klingelschnur, die mit dem Sprengstoff verbunden war, am Fuße des Bahndammes entlang geführt bis zu einem Dusch, der sie von der Explosion genügend entfernt hielt und auch «in Versteck gegen Sicht bot. Als der Zug heranbrouste. haben sie die Schnur offenbar mit einer DatterieinDerbindunggebracht und damit die Entzündung hervorgerufen. Der Lok>- motivführer und die anderen Dahnbeamten standen zunächst vor einem Rätsel. Die Llrsache deS Hnglücks wurde erst klar, als man nach längerer Zeit fand, daß 3 Vz Meter Schienen fehlten. Merkwürdigerweise ist auch genau die Grenz« zwischen den Direktionsbezirken Halle und Berlin gewählt worden. Aus der Art der Explosion ist auch zu schließen, daß die Verbrecher ausgezeichnete Sprengstofffachleute gewesen sein müssen. Oie Untersuchung. Ein erstes Ergebnis. Berlin, 10. Aug. (TU.) Wie Berliner Blätter ergänzend zu dem Anschlag auf den O-Zug Frankfurt/M.—Berlin melden, hat die bisherige Untersuchung ergeben, daß mehrere Personen an l>«n Attentat beteiligt waren. Beim Absuchen des Buschwerks entdeckte man eine Lager stelle. Die Verbrecher haben hier Zigaretten geraucht und beim Hin- und Hergehen den Grasboden zertreten. Don dem Lager aus konnten sie aber die Stelle, an der die Explosion erfolgte, nicht sehen. Man vermutet, daß die Attentäter ern enSig- nalpvsten auf gestellt hatten, der im geeigneten Augenblick ein Zeichen gab, worauf im Lager die Zündung gelöst wurde. Vermutlich bestand die Absicht, die Explosion direkt unter derLo- kvmotive erfolgen zu laffert Der Posten hat offenbar aber das Signal um einige Sekunden zu spät gegeben, die Maschine hatte die Stelle bereits passiert und so explodierte der Sprengkörper unter einer Kuppelung. Die Untersuchung an der Hnglücksstelle erstreckt sich auch auf die Art des Explosivkörpers, dessen! sich die Täter bedient haben. Soweit sich erkennen läßt, müssen sie einen hochbrisanten Stof f zur Verfügung gehabt haben, der fest umhüllt war. Die Explosion erfolgte unter dem sechsten Wagen des Zuges. An dem Schotter ist nur eine ganz geringe Wirkung zu sehen, sie muh sich demnach mehr nach oben und nach den Seiten erstreckt haben. So erklärt sich auch das Fehlen deS vier Meter langen Schienenstückes, von dem man jetzt beim Suchen Splitter gefunden hat. Es sind TeilevvnGasröhren gefunden worden, di« die Verbrecher mit dem Sprengstoff angefüllt und als Bomben verwandt haben. Sie sind dann über den 170 Meter langen elektrischen Draht mit Hilfe einer Taschen l a m pe nb a t t erie zur Explosion gebracht worden. Weiter ist festgestellt worden, daß wahrscheinlich dreiPersonencm dem Attentat beteiligt waren. Mit einer gewissen Sicherheit hat sich letzt auch ergeben, daß es sich in der Tat um ein Po li ti sches At ten t a t ra d i- kaler Elemente bandelt. Die Vermutung, daß das Attentat dem heimkehrenden Reichskanzler und Außenminister gegolten haben soll, erscheint wenig glaubhaft. Sowohl in den Zeitungen als auch im Rundfunk war der Oeffentlichkeit bekanntgegeben worden, daß der Reichskanzler und der Aeußenminister Rom am Samstag um 19.40 Uhr verlassen würden. Sie konnten also unmöglich eine Stunde später schon in Jüterbog bzw. Luckenwalde erreicht haben. sind glücklicherweise nicht zu beklagen. Auf die ersten Meldungen hin eilte von Wittenberg ein Hilfszug herbet Die Untersuchungskommission der Reichsbahn fand an der Unfallstelle einen 200 Meter langen Draht mit Zündschnur und stellte fest, daß aus einer Schiene ein Stück herausgesprengt worden war. von der Attentatstelle geht dicht am Boden eine Schwach slromlel- tung, die 200 Meter rückwärts in einem Gebüsch seitlich der Bahn endet, hier haben die Tater offensichtlich gelagert. An den Telegraphenstangen längs der Bahn find fünf Leitungen von den Tätern durchgefchnitten worden. An einer Telegraphenstange neben der Unsallftelle war eine Rümmer des „Angriffs" befestigt mit der Buntfchriftauffchrift: „Attentat 8. 8." Der Anschlag der Verbrecher ging noch weiter; bei der Prüfung des Rebengleises entdeckte der Zugführer des verunglückten Zuges zwei eiserne Schwel- l e n. Mit einem Schaffner feines Zuges konnte er sie noch rechtzeitig entfernen, wie bei Tagesanbruch festgestellt wurde, ist aus den Gleisen, vermutlich durch mehrere Sprengladungen, ein 3% Meter langes Stück herausgesprengt worden und in Einzelteilen bis zu 30 Zentimeter Länge zum Teil über 20 Meter rechts und links der Strecke fortgefchleudert worden. Den knall der Sprengung hat man selbst in dem 13 Kilometer entfernten Luckenwalde gehört, wie Bewohner angaben, die von dort an die Unfallstelle eilten. In Zinna haben bei der Explosion in den Wohnungen Teller und Gläser geklirrt. In der Rähe der Unfallstelle wurde noch eine Zweite Rümmer des „Angriffs" gefunden, die mit mehreren Hakenkreuzen und der Aufschrift: „Attentat 8. 8. hoch R e v o l u - tlo n!" verfehen war. Polizei und Staatsanwalt sind der Meinung, daß diese Blätter mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun haben, sondern am Samstag für die Elfenbahnarbeiter bestimmt waren, die den am Fuß des Bahnkörpers entlang laufenden weg zu benutzen pflegen. Sollten sie trotzdem von den Verbrechern flammen, fo liegt die Vermutung nahe, daß sie zur Irreführung bestimmt find. Auf Veranlassung des Generaldirektors der Reichsbahngesellfchaft, Dr. ing. Dorpmüller, ist eine B elohnung von 20000 Mark für bie Ergreifung der Täter ausgefeht worden. Die Reichsbahn hat auf allen Strecken verstärkte Streckenbewachung eingerichtet. Der Sprengftoffanfchlag war von den poften am Munitionsdepot der Artilleriefchule Jüterbog beobachtet worden, von den Posten waren auch verdächtige Personen bemerkt worden, die sich in nächster Umgebung des Munitionslagers Herumtrieben. Da die Posten sich innerhalb der Umzäunung befanden, die um das Lager herumgeht, war es ihnen unmöglich, die Verdächtigen fest zunehmen. Bisher haben die Ermittlungen der Kriminalpoli^i und der Staatsanwaltschaft noch kein Ergebnis gehabt. Die Polizeihunde, die sofort auf die Spur gesetzt wurden, versagten angesichts der Fülle der zum Teil tief in den Sand eingegraben, liegen acht V-Zug-Wagen, darunter auch der Speisewagen. Alle acht Wagen sind u m gekippt, und es sieht fast so aus, als wenn sie zum Teil frei in der Luft schwebten. An mehreren Wagen sind die Llntergestelle abgerissen. Der Schienenstrang war an der Explofionsstelle in einer Länge von 3,40 Meter aufgerissen. Inzwischen sind bereitsneue Schienen gelegt worden. Die alten Schienen sind durch die Explosion buchstäblich in Stücke gerissen worden. Bruchteile liegen jetzt noch herum, die an Spreng- stücke von Granaten erinnern. Wie das Aiteniai geschah. Geistesgegenwart des Lokomotivführers verhindert größeren Schaden. Nachdem der O-Zug Jüterbog verlassen hatte, fuhr er mit einer Geschwindigkert von 100 Kilometer. Der Lokomotivführer berichtet, daß er plötzlich einen donne rä hnlichen Knall hörte und Feuergarben um sich herum sprühen sah. Er zog sofort die Schnellbremse und bemerkte gleich darauf, daß der Zug entgleiste und auf den Schwellen weitersprang. Man kann übrigens genau sehen, wie die Schwellen dabei eingedrückt worden sind. Der Zug hat sich auf diese Weise noch etwa 400 Meter weiter- bewegt. Rur Lokomotive und Packwagen standen noch, alle anderen Wagen stürzten um. In der Dunkelheit, die um diese Zeit herein- gebrochen toar, entstand natürlich eine wilde Panik: Schreckensschreie und Angstrufe gellten durch die Luft. Wer irgend konnte, arbeitete sich aus dem Innern der Wagen durch die Fenster heraus. Erste Hilfe wurde dann von den Einwohnern von Zinna geleistet, die die gewaltige Detonatton gehört hatten. Rach einiger Zeit kamen dann auch Reichswehr und Feuerwehr von Jüterbog, die vor allem mit Fackelnund Scheinwerfern dafür sorgten, daß die Hn- glücksstelle beleuchtet wurde. Dann wurde sie im großen Hmkreis abgesperrt, und mit der verstärkten Hilfeleistung konnten die Bergungsarbeiten verhältnismäßig schnell beendet werden. Rach Ansicht der Fachleute ist es geradezu ein Wunder, daß das Hnglück keine schlimmeren Folgen gehabt hat, zumal der Zug sehr stark besetzt war. Das hat seinen Grund einmal darin, daß dieneuenHÜlsenpuffer sehr viel stärker sind als die des alten Systems und deshalb einen viel größeren Druck aushalten, so daß diesmal ein Ineinanderschieben der Wagen vermieden worden ist. Außerdem hat der Lokomotivführer mit bewunderungswürdiger Geistesgegenwart sofort richtig gehandelt. Die starke Bremswirkung ist auch noch durch den lockeren Sand unterstützt worden. Die Vorbereitung des Attentats. Raffinierte Sprengftoffachleute am Werk. Generaldirektor Dr. Dorp müller hat mit anderen leitenden Herren der Reichsbahngesellschaft die Hnglücksstelle besichtigt, ©er Präsident der Eisenbahndirektion Halle, Heinrich, erklärte, der Anschlag sei mit einem geradezu beispiellosen Raffinement verübt worden. Richt ohne Grund'ist eine Stelle ausgesucht worden, in der der Zug beim Entgleisen aus der Kurve und Herabsetzung her Kriegsschulden um 50 Prozent? Oie Unterredung zwischen Vor einem neuen Hooverangebot. London, 10. Aug. (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Das Sonntagsblatt »,T h e People", das demselben Besitzer gehört, wie das Arbeiterblatt „Daily herald", aber in keiner offiziellen Verbindung mit der Labour Party steht, verössentlicht eine Mitteilung über die geheimen Besprechungen zwischen dem britischen Premierminister Macdonald und dem amerikanischen Staatssekretär S t i m s o n im schottischen Hochland. Das Blatt glaubt, Grund zu der Annahme zu haben, daß diese Besprechungen da» Vorspiel zu einer allgemeinen $ t r e l - chungder Kriegsschulden sein könnten. Macdonald und Stimson stimmten, wie das Blatt wissen will, darin überein, daß die Rationen nicht länger diese riesigen Lasten fragen könnten. Sie hätten die Vorteile und Rachteile des planes einer allgemeinen Verminderung der Kriegsschulden um 50 v. h. erörtert, der kürzlich hinter der Szene in Finanzkreisen angeregt worden sei. Stimson habe bereits einen Macdonald und Stimson. zweiten Schritt unternommen und den amerikanischen Botschafter in Paris ersucht, nach England zu kommen und die Schuldenfrage mit ihm vom f ranzöf if chen Standpunkt aus zu besprechen. Weitere Beratungen mit den anderen Diplomaten und Staatsbanken werden stattfinden, bevor Stimson nach Amerika zurückkehre. Stimson prüfe jede Seite der europäischen Meinung, damit er sofort nach feiner Rückkehr nach Amerika dem Präsidenten Hoover ein vollständiges Bild unterbreiten könne. Unterrichtete Persönlichkeiten würden daher, so schließt „The People", nicht erstaunt fein, wenn als Ergebnis aller dieser Besprechungen ein neues Angebot Hoovers auf herab- fehungaller Kriegsfchuldenum Hunderte von Millionen Pfund Sterling zu erörtern fein würden. Ein solches Angebot könne man nochvorder Weltabrüstungskonferenz erwarten. E» werde jedoch von praktischen Verminderungen der Rüstungsausgaben aller in Betracht kommenden Länder abhängen. Eine Bestätigung der Meldung de» „The People" wird von der „Daily Mail" ge- I bracht. Des Reichekanzlers Rückkehr aus Italien Die letzte Aussprache. Mussolinis Vertrauen in die deutschen Aufbaukräfte. Rom, 8. Aug. (WTV.) Bei dem Gegenbesuch, den heute vormittag Mussolini und G r a n d i dem Reichskanzler und dem Reichsaußenminister auf der deutschen Botschaft abstatteten, fand nochmals eine anderthalbstündige Besprechung statt. An der Aussprache haben auch der italienische Botschafter in Berlin Orsini. Baroni und Botschafter Dr. v. S ch u b e r t teilgenommen. Rach der Begegnung ist folgendes gemeinsam verabredete Kommunique ausgegeben worden: Während des Aufenthaltes des Reichskanzler Brüning und des Reichsaußenministers Curtius in Rom am Freitag und Samstag hat ein mehrfacher Gedankenaustausch zwischen den deutschen Staatsmännern und dem italienischen Regierungschef unö dem italienischen Außenminister stattyefunden. Dieser Gedankenaustausch stand im Zelchengegenseitigenfreund- schaftlichen Verständnisses undwar- mer Herzlichkeit. Im Laufe der Besprechungen ist die allgemeine europäische Lage eingehend geprüft worden und übereinstimmend die Notwendigkeit einer vertrauensvollen und aufrichtigen Zusammenarbeit aller Regierungen zur Heber» Windung der gegenwärtigen Schwierigkeiten erkannt worden. Es hat gleichfalls Hebereinstimmung darüber bestanden, daß es notwendig ist, alles zu tun, damit die kommende A b r ü - stungSkonferenz günstige und greifbare Erfolge im Interesse des Friedens und des wirtschaftlichen und moralischen Wiederaufbaues der Welt zeitigt. Mussolini gab den Vertretern der deutschen Presse in deutscher Sprache folgende Erklärungen ab: Es hat mir zur größten Freude gereicht, daß ich in den langen und herzlichen Besprechungen feststellen konnte, daß die zwei deutschen Staatsmänner vom festen Willen beseelt sind, mit entschiedener Tatkraft die Hebel, woran ihr Land leidet, zu heilen und ihrem Volke das zuversichtliche Vertrauen in eine bessere Zukunft wieder einzuslößen. Ich wünsche auch durch Ihre Vermittlung der deutschen Nation den Ausdruck meiner Heberzeugung zukommen zu lassen, daß Deutschland aus sich selbst und auf die eigenen Kräfte sich verlassen kann und verlassen muß. Alle Völker haben im Laufe der Geschichte schwere Zeiten durchgemacht, welche sicherlich ebenso hart gewesen sind wie diese. Die wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands sind jedoch unversehrt, und es ist bekannt, wie groß und reell diese sind. Diesen Kräften müssen noch die hohen moralischen Eigenschaften hinzugefügt werden, welche das deutsche Volk in noch schwierigeren Verhältnissen bezeugt hat, und das genügt, um mich für die nächste Zukunft optimistisch zu veranlagen. Abschied von Rom. Mussolini hat Besuch in Berlin zugesagt. Rom, 8. Aug. (WTB.) Rach dem Abschluß der Politischen Besprechungen hat Reichskanzler Dr, (Brüning zu Türen Mussolinis aus der deutschen Botschaft ein Frühstück gegeben, wi dem sämtliche in Rom anwesenden italienischen Minister und andere hochstehenden Persönlichkeiten sowie die Botschaftsmitglieder gelabert waren. Mussolini verlieh nach sehr herzlichem Abschied vom Reichskanzler und ReichSauhenminister gegen 15 Uhr die Botschaft. 3n den Rachmittagsstunden machte der Reichskanzler in Begleitung von Botschafter v. Schubert einen Ausslug über die Bia Appia in die Albaner (Berge. 18 Uhr wurden Reichskanzler Dr. Brüning und ReichS- auftenrntnifter Dr Lurtiu« nach dem für Regie- rungShüupter üblichen Zeremoniell im Dati- kan empfangen. Sie statteten nacheinander zunächst KardinalstaatSsekretär Pacelli einen Besuch ab, worauf ihnen der Papst ebenfalls längere Privataudien.z«n gewährte, die sehr herzlich verlausen sind. Rach dem (verlassen des Datt- kans begaben sich Dr. Brüning und Dr. SuNiu» zu einem auf der deutschen Botschaft beim Dati- kan veranstalteten Abendessen, an dem auch Aardinalstaatssckretär Pacelli teilnahm. Diedeu'.- schen Herren traten heute 21.40 Uhr die Rückreise nachDerlinan. für die die italienische Regierung bis zur Grenze wieder den Minifter- präsidentcnzug zur ‘Verfügung gestellt hatte. Sei einem ablchließenben (Empfang der deutschen Presse wies der Reichskanzler noch einmal auf den außerordentlich freundschaftlichen und , offenen Charakter der Aussprache mit dem Chef der Halte« nijchen Regierung hin. Rückhaltlos seien die Lage Deutschlands und (Europa» und die Probleme erörtert worden die bei einer Wirtschaftskrise, wie sie die Welt noch nie gesehen, auf allen lasten. Rur wenn die Volker (Europas wieder volles vertrauen In ihre Zukunft erlangen, werden die Initiative, die Unternehmungblust und die Bereitwilligkeit zur Kapitalanlage wieder geweckt werden können. Ganz wesentliche Fortschritte zur Wiederherstellung des Vertrauens und 3um wirtschaftlichen Wiederaufbau können durch die Abrüstung erreicht werden. Rach einigen Worten über die liebenswürdige ®aft- sreundschoft Italiens gab der Reichskanzler der besonderen Freude über die Annahme der Einladung zum Gegenbesuch in Berlin und der Hoffnung Ausdruck, dah dieser bald erfolge, da er sich von der Fortsetzung der Aussprache, wie sie in Ehequers begonnen wurde, ganz außerordentlich viel verspreche. Wieder in Berlin. Berlin, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Mit dem sahrplanmähigen Zug trafen um 7.35 Uhr der Reichskanzler Dr. Brüning und Reichs- auhenminister Dr. Turttu « in Begleitung deS italienischen Botschafters Orsini Daroni auf dem Anhalter Bahnhof ein. Zu ihrem Empfang hatten sich eingefunden: Der italienische Deschäfts- träger Botschaftsrat Ticconardi mit dem gesamten Personal der Botschaft, als (Vertreter des päpstlichen Runlills Orsenigo, Huntiaturrat Mgr. Eentvz, ferner war Staatssekretär von Dü- l o w erschienen. Aus aller Well. Hindenburg geht nächste Woche nach Bayern. Reichspräsident von Hindenburg hat der Schloßherrin von Dietram-zell, Frau von Schilcher, dieser Tage mitgeitdlt, daß er am Donnerstag, 13. August, mit dem Kraftwagen zu feinem Erholungsurlaub in Dietramszell eintreffen werde. Der Reich-Präsident verläßt am Abend vorher mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug die Deichshauptstadt und trifft am Donnerstag um 9 Uhr in München ein, von wo ihn wieder ein Kraftwagen der Landespolizei nach Dietramszell bringen wird. Der Aufenthalt des Reichspräsidenten wird sich voraussichtlich aus etwa drei Wochen erstrecken. „Nautilus" In Iromsö. Da- Unterseeboot .Rautilus" ist am Sonntagvormittag 11 älhr in Trvm-ö angefommen. lln- terwegs hatte das Unterseeboot wieder Havarie: die elektrische Steuerung versagte, so dast da- Unterseeboot hilflos umhertrieb. Fahrzeuge, die ihm entgegengefahren waren, erboten flch, eS zu schleppen, was aber abgelehnt wurde. Rach zwei Stunden gelang e- endlich, die Steuerung wieder in Ordnung zu bringen. Wie lange das Unterfeeboot in TromSö wird liegen mästen ist ungewiß. lodessahrl Ins Wochenende. Ein schweres Kraftwagenunglück ereignete sich am SamStagnachmittag einige Kilometer nördlich von Löwenberg in der Mark. Der Generaldirektor Zwietulch auS Berlin befand sich in feinem Wagen mit dem Direktor Sperling und dessen Ehefrau auf der Fahrt von Berlin nach Reu - G lodsow, wo die Frau deS Generaldirektor- augenblicklich in der Sommerfrische weilt Kurz hinter Löwenberg platzte bei dem ziemlich schnellfahrenden Wagen der rechte Hinterreifen. Der Wagen fuhr zwei Bäume um, riß einen Ehausseestein heraus und stürzte dann eine Böschung hinab. Dabei wurde der Tank a u f g c r i f f e n und da- ausströmende Benzin entzündete sich an dem heißen Motor. Den Insassen des brennenden Wagen- gelang es nicht mehr, in- Freie zu kommen. Rur der Führer konnte von dem gerade des WegeS kommenden Wandervogel Werner Kraft aus dem brennenden Wagen gezogen werden. Er hat nur geringfügige Verletzungen erlitten. Die drei anderen Insassen des Wagen- verbrannten. Der Deutschlandflug 1931. 2m 11 August beginnt in Berlin-Staaken der vom Aero - Club von Deutschland veranstaltete .Deutschlandflug 1931". An diesem, al- reines Leichtflug-eugrennen rund um Deutschland au-geschriebenen Wettbewerb, werden sich eine große Anzahl bekannter deutscher und österreichischer Flugzeugführer beteiligen. Dem eigentlichen Streckcnflug gehen eine Reih« von technischen Prüfungen voran-: da- eigentliche Reimen beginnt am 14. August in Staaten und endet am 16. August in Tcmpelhvf. Der Rundslug, der in zwei Tagen beendet sein muß, führt am ersten Tag von Staaten über Lübeck. Münster, Duisburg, Stuttgart nach München. Hier haben sämtliche Flugzeuge, die mit dem Flugzeugführer und einem Beobachter bemannt sein müssen, die Rächt über zu bleiben. um am Morgen des 16. August von München au- über Wien. Breslau nach Berlin zu fliegen. Mit Rücklicht auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten. sind dieses Mal nur Geldpreise aus« geletzt worden. Den Städtepreis (17 500Mk.» ha. Den die vom Flug berührten Städte gestiftet: der Schwabenpreis (2000 011?.) ist vom Ibürttembergt. schen Wirtschaftsminister und der Be:ncbsstc>tt. Preis (9000 "IRL) von den Gesellschaften Dapolin, Olef und Rhenania-Olsag zur Beifügung gestellt worden. Der Betrieb-stofsprei- entfallt auf die Führer der bestgewertetsten Flugzeuge, die während des Wettbewerbs reines Markenbenzin der Stifterfirmen gebraucht haben. Zwei Kinder verbrannt. In dem Euskirchen iRHI.) benachbarten Geich ettttzand in dem Anweten eines Landwirtes ein Brand, der auf em mit Stroh und Heu gefülltes Stallgebäude Übergriff, in dem sich drei Kinder des Landwirtes aufhielten. Ein anderes Kind eilte zur Brandstelle, um die Geschwister zu retten. Die Kinder hatten sich jedoch in das Innere des brennenden Stalle- zuräckgezo«n, so daß es nur gelang, das jüngste der drei Kinder in Sicherheit zu bringen. Schwimmrckord eines 14jährlgen Mädchens. Sin 14jährige- Mädchen namen- Mary Dell au- Port Dalhouse (Ontario) durchschwamm die äußerst gefährliche Strecke unterhalb den Riagara.Fällen und verbesserte gleichzeitig die bisherige Rekordzeit um eine Minute. €ne ist die erste weibliche Person, der diese schvimme- rische Leistung gelungen ist. eine gute, unter Umständen gemci fertigstellen zu dürfen, bestärkt die des jungen Menschen ungemein. Aber chon das elbftänbig ejjte Der- sichtigung von den Wanderfreunden Verrichtungen aueführen zu lassen. Das dabei in sie ge trauen ohne sonderliche Hilfe ober Beau jute, unter Umständen gemeinnützige Arbeit eilen zu dürfen, bestärkt die Selb tändigkcit Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 10. August 1931. Jugend will wandern! Jugend und Wandern gehören heute unzertrenn- lich zusammen. In der Jugend lebt noch wie ehedem der Drang, Fesseln zu sprengen und ungebunden hinauszustürmcn in die Welt, in der e» Neues zu erleben und zu schauen gibt. Gerade da» Uebermaß der Einförmigkeit, dem auch zumeist Unluftgefühle und mangelhafte Hingabe bei der Arbeit zuzuschrei- den sind, löst den Wunsch aus, eine wenn auch nur vorübergehende Veränderung oder besser Gegensätzlichkeit zu schaffen. Die Jugend wandelt zum Wan- dem ihre Kleidung, sucht andere Gegenden auf und fühlt sich In das ursächliche Verhältnis des Menschen zur Natur ein. Dann fällt der Ballast des Alltag- lichen ab. (Ein frohes Gefühl kommt über die jungen Menschen und sie können jetzt herzlich-froh fingen und unbeschwert guter Dinge fein. Nun ist die Äugend für all das Schöne empfänglich und aufnahmebereit für geschickt angebrachte Belehrungen erzieherischer Art. Die Jugend wird auf Be- fonderheiten aufmerksam und wünscht Zusammenhänge in der neuen Umgebung klargelegt zu haben, weil sich jeder einzelne bald mit Fug und Recht al» Glied der Natur, der Welt weih. Auch findet sich beim Wandern wie feiten sonst reichlich Gelegenheit, Abwenden von der bisherigen Beschäftigung und da» Hinwenden zur anderen Tätigkeit ist Entspannung und damit Erholung. Dazu kommt die Ruhe in der Natur, die sich der oft nervösen Stadtjugend bald mitteilt. Darum wird jeder erkennen, wie sehr gerade der Stadtjugend das Wandern not tut. Infolge der unruhig-hasten- den Gleichförmigkeit ihrer Umgebung ist sie immer wanderbereit, schon fühlend, daß durch Wandern ein notwendiger Ausgleich herbeigeführt wird. Während einer Tagesfahrt, stärker und nachhaltiger noch während einer längeren Fahrt, wird man an der Bereitschaft zur munteren Betätigung die Auffüllung der Energie feststellen können. So bringt Wandern geistige und körperliche Kräftigung. Dazu verhelfen auch die Jugendherbergen. Sie sorgen für ein treffliches Nachtlager und führen alle Gutgesinnten unter einem Dach zusammen. Aus alledem ergibt sich die Mahnung: Lasset die Jugend wandern! Volkshilfe für den kommenden Winter Die In der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Spitzenverbande: Innere Mission, Caritasverband, Jüdische Wohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz, Fünfter Wohlfahrtsverband und Christliche Arbeiterhilfe haben sich mit der Reichsregierung eins in der lieber, zeugung erklärt, daß der gesteigerten Not im kommenden Winter durch ein umfassendes Hilfswerk Rechnung getragen werden muß. Es sind bereits jetzt Richtlinien für die Vorbereitung einer Volksfammlung aufgestellt worben, die unter dem Namen „Volk s- Hilfe" und dem Motto „W i r wollen helfen" Geld, Nahrungsmittel, Kleidungsstücke usw. für die Notleidenden herbeischaffen soll. Die Durchführung des Sammelwerkes bleibt den Organisationen der Verbände in den Ländern und Provinzen überladen; der (Ertrag verbleibt grundsätzlich in dem sammelnden Bezirk. Die Geschäftsführung allgemeiner Natur übernimmt die Deutsche Liga in Verbindung mit den ihr angehörenden Spitzenverbänden. Art und Weise der Sammlung, die Verteilung der Spenden und Lebensmittel, die Errichtung von Speisungen usw. sollen so rechtzeitig vorbereitet werden, daß beim (Eintritt des Winters d i e Hilfs- mahnahmen sofort geordnet einfetzen können. Nach den Erfahrungen im vergangenen Winter hat sich gezeigt, daß der. Wille zum Geben in der Bevölkerung noch vorhanden ist und bei der inzwischen verschärften Notlage e r ft recht weiterhin vorhanden sein dürfte. Auch die selbst notleidende landwirtschaftliche Bevölkerung wird bereit sein, sich an den Sammlungen von Lebensrnitteln in erheb- lichem Umfange zu beteiligen. Oie Herbsttagung der Deutschen LandwirtschastSgesellschast. Dom 13. bi- 18. September findet in Darmstadt die Herbsttagung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft statt. Die Tagung beginnt am Sonntag, dem 13. September, mit verschiedenen kleinen Sitzungen der Sonderausschüsse. Insgesamt finden wahrend der Herbsttagung rund 9ö Sitzungen und Versammlungen statt. Während die Sitzungen der Sonderausschüsse und Äomminioncn sowie die Vorüands'iyungen nicht öffentlich sind, kann jeder Landwirt an den großen Versammlungen teilnehmen, von denen nicht weniger als 17 stattfinden und in denen maßgebende Praktiker und Wisfenschaftler aus dem ganzen Reiche zu Wort kommen. Gleichzeitlg werben tandwirttchast- liche Besichtigungsfahrten in biedre! hessischen Provinzen stattfinden. Hm auch dem hessischen Weinbau die Teilnahme an dieser Herbsttagung zu ermöglichen, wurde he auf Mitte September vorverlegt, während sie sonst gewöhnlich Ansang Oktober stattsindet. 'Bei der schwierigen Lage unserer gesamten Landwirtschaft kommt den Beratungen der Deutschen Landwirt- schal tsgesellschalt. die sich um die Förderung der deutschen Landwirtschaft besondere Derdienste erworben hat. erhöhte Bedeutung zu. In-beson- der« begrüßt es die hessische Landwirtschaft, daß xum erstenmal in ihrem Bezirk eine Herbfltagung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft stattfindet und knüpft daran die Hoffnung, daß vielleicht in kommenden Jahren auch einmal die große deutsche landwirtschaftliche Ausstellung auf hessische» Gebiet verlegt wird Taten für Montag, lv August. 1896: der Flugtechniker Otto Lilienthal bei Rhinow gestorben. Gichcncr Wochenmarktpreise. E» kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: (Butter 140 bi» 150 Pfennig. Matte 30 bis 35, Käfe (10 Stück) 60 bi» 140, Wlrsing 10 bi» 12, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bi» 15, gelbe Rüben 10 bi» 15. rote Rüben 10 bi» 15, Spinat 20 bi» 25. Römischkohl 8 bl» 10, Dohnen 10 bi» 15. Unterkohlrabi 5 bi» 6, Erbsen 10 bis 15, Tomaten 20 bi» 25, Zwiebeln 10 bi» 15. Kürbis 5 bi» 6, Kartoffeln 4 (pro Zentner 3.50 Mark), Pilze 20 bi» 25. Aepfel (auSl) 50 bi» 60, Frühäpfel 15 bi- 20, Falläpfel 4 bi- 5. Dirnen 10 bi- 20, Dörrobst 30 bl» 35, Heidelbeeren 20 bi» 25. Stachelbeeren 20 bi» 25, Preißelbeeren 35 bl» 40. Pfirsiche 40 bi» 60, Pflaumen 15 bi» 20, Zwetschen 30 blS 35, Mirabellen 30 bi- 35. Reineclauden 30 bi- 35, Honig 40 bis 50. junge Hähne 90 bi- 110, Suppenhühner 90 bi« 100 Pfennig pro Pfund: Tauben 50 bi» 70. Eier 9 bi« 10, Salat 5 bis 10. Blumenkohl 30 bis 70, Endivien 10 bi« 15, Dalatgurken 10 bi« 25, Einmachgurken 2 bi« 5, Oberkohlrabi 8 bi« 10. Sellerie 10 bi« 15, Lauch 5 bi- 10. Rettich 10 bl« 15 Pf. pro Stück: Radieschen 10 bi- 15 Pfennig pro Bund. Dornotizen. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Anna Ehrlftie". — TageSkalender für Dienstag: DolkShalle. 15 älhr. Derfassungsfeier. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße n2Iima Christie". — I m Lichtspielhaus, Bahn ho s - stratze, gelangt heute abend der Film .Anna Christie" nach dem gleichnamigen Stück von Eugene O'Reill zur Aufführung. Greta Garbo, die Trägerin der Titelrolle, spricht in diesem Tonfilm deutsch. Räheres in der heutigen An- ytge- •• F l u g t a g. Da- prächtige, wenn auch etwa- windige Wetter des gestrigen (Bormittag« und der freundlich« Sonnenschein am frühen Rachmittag lockte viele Zuschauer nach dem Flugplatz. Auf der Terrasse de« Flughafen-Taf^S war kaum mehr ein Platz frei, lang» des Rollfeldes standen viele Zuschauer und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Bier Flugzeug« breiteten im Sominerlonnenscheine die blanken Flügel, jeden Augenblick bereit, sich in die Luft zu schwingen. Rach einem Hürdenrennen des älniversitats- Reitinstituts Schömbs starteten die Flugzeuge zu einem Degrützuna-flug, geführt von den Piloten Maier. Moog. Sachfenberg und Diedrichs. 3n ruhiger Sicherheit, trotz de» überaus böigen Winde-, zogen die Flugzeuge ihr: 'Dahn und boten einen prächtigen Anblick. Mit gesteigertem Interesse folgte man jedoch den Kunstflügen im Doppeldecker, bewunderte immer wieder die Kühnheit deS Piloten, der das Flugzeug bis ins Letzt« beherrscht« und in steilem Anstieg, in jähem Fall, im schwindelnden Abtrudeln. im Rolling und Looping bewies, daß di« Maschine unter den geübten Händen de« Piloten ein willig:» Werkzeug ist. Das Lied des Motor» ist dabei gle.ch- eilig ein Lied deS Vertrauens, da« den Piloten immer wieder jene Selbstsicherheit und Sicher- he.t überhaupt gibt, di« allein solch« Äunftflügc möglich werden läßt. DaS kleine Leichtflugzeug, da« mit nur 20 PS ausgerüstet ist, wurde nicht weniger geschickt gesteuert und auch im Segelflug vorgeführt. Die bekannten Ballonjagden, die als Geschicklichkeit-Wettbewerb durchgcführt wurden. Wurden ebenfalls sehr aufmerksam verfolgt und trugen zur Unterhaltung wesentlich bei. Zwei Falischirmabsprüng: gaben der Veranstaltung die sensationelle Rot«. Gespannt harrte man de» Augenblick» de» Absprunges. beobachtete die Fallsch'.r.npiloten (R e s ch - Würzburg und döiegmaie r -Braunfels) in jenen Sekunden- lruchteilen zwifchen Absprung und dem Oefsnen des Sch.rmes mit größter Spannung, die so schnell c.ncr liefen Beruhigung Platz macht, wenn der Helle Fallschirm sich prall füllt und den Menschen. der sich ihm anvertraut, 7icher zur Erde trägt Rückenfluflvorführungcn auf langen Strecken überraschten auch hier wiederum auf» neue und stellten den Reroen de« Piloten da» beste Zeugnis aus. Eine Staffel, zu denen Vertreter der verschiedensten Sportzweig: an traten (Reiter, Läufer. Radfahrer, Motorradfahver. Läuferinnen und Fliegrr), gelangte zwar nicht völlig reibungslos zur Durchführung. vernuxhre aber doch geraume Zeit das Interesse der Zuschauer wachzuhal.en. Leider Wurde bi« Veranstaltung durch den auftretenden Regen sehr beeinträchtigt und Die Zuschauer sahen sich verschiedentlich gezwungen, in den Räumen de» Flughafen- Eafs» und im Walde Schuh vor dem Regen zu suchen. Am frühen Rachm.ttag startete Chefpilot Maier im 80-P5-SiemenK-Klemm-Eindecker zum Deutschlandflug 1931 in Richtung Berlin. 3um Schluß bet Veranstaltung folgte ein zweite« Flugzeug nadx Rach einer Flugzeit von 2 Stunden und 36 Minuten landete wie un« heute morgen mitg:tei!t wirb Fluglehrer Maier (Graf SolmS-Laubach al» Order) in Berlin. •• Der Einzelhandel zum Verfassung » t a p Born Canbtsnerbanb bf» Hessischen Einzelhandel» wirb un« folgende» mitgeteili: Jin Gegensatz zu Preußen ist in Neffen der Verfassung». tag zum gesetzlichen Feiertag erhoben morden. Alle Anträge auf Aufhebung diele» Gesetze» wurden bi»* her abschlägig beschieben. Der He'süche Einzelhandel hat sich erneut an Regierung und Landtag gewandt mit dem Antrag, angesichts der kritischen wirtschaft* lichen Verhältnisse h-n verfafsungstaa al» gesetzlichen Feiertag aufzubeben und da» Offenheiten der Ladengeschäfte zu gehalten In dieser überaus schwierigen Zett, in der wohl die ganze Bevölkerung wirklich nichl an die Abhaltung von Feiern und Festlichkeiten denkt, wirb es vom Einzelhandel al» schwere Unbilligkeit empfunden, bah ihm die Mög* lichkeit wirtschaftlicher Betätigung durch die Einschiebung eine» Feiertays abgeschnitten wird. "DasOberhefftfche'Istufeumundder Heidenturm sind am Verfassungstage in der Zeit von 11 bis 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. ' Kein« Geld- und Landzust ollung. Die un« hTute morgen vom hiesigen Postamt mitgetetlt Wird, findet die für den Derfassungstag ursprünglich vorgesehene Geld- und Landzustet- Iimq nicht statt. •• Reuregelung der Zuständigkeit derhefsen-nafsauischenDevifen st elfen. Im Einvernehmen mit den Industrie- und Handelskammern ist die Zuständigkeit der Devisenbewirtschaftungsstellen innerhalb des LandeS- finanzamtsbezirks Kallel neu geregelt worden, um den Wünschen der Beteiligten gerecht zu werden. Rach der Reuregelung ist die Devisenbewirtschaftungs-Zweigstelle in Frankfurt a. M zuständig für den Regierungsbezirk Wiesbaden und die -Kreise Fulda-Stadt und Land, Gelnhausen, Gersfeld, Hanau-Stadt und Land, Hünseld, Schlüchtern und Wetzlar. Die Frankfurter Stelle ist in den Räumen der Industrie- und HandelS- fammer Frankfurt a. M. (Börse) untergebracht. Die Stelle für Devisenbewirtfchaftung in Kassel umfaßt die übrigen Teil« des Landesfinan-amtS- bezirks Kassel einschließlich de« Kreises HerSfeld. Sin Kind in der Lahn ertrunken. Am Donnerstagmittag ertrank der etwa 8jährige Joseph Klein, der mit noch einem Kameraden in der Rähe der Kläranlage die Lahn durchwaten wollte. Der Junge verlor dabei den Halt, wurde von der Strömung fortgerissen und fiel den Fluten zum Opfer. Der andere Jung«, dem es gelang, da« jenseitige Ufer zu erreichen, bemerkt«! den Unfall erst, al« eS zu spät war. Trotzdem wurde sofort Hilfe herbeigcrusen. Mitglieder der Reichswehr suchten nach dem Knaben, konnten ihn jedoch nicht bergen. Erst am anderen Vormittag gelang eS einem Einwohner, die Leich« de» KindeS an da« Land zu bringen. Oie Wetterlaqe. V u. Pans 1U All * 19 1 Wien tigqr Tours ,5L Qwoiittnios. Oneuer, ortet» eedtett ® völlig # onecii «Kegen • Sehnet a 6'iupein. ■ HeOel K Cewi|l£r.(g)Winfl$tillcO^ u» nenter Osi nissiger Sudsoevesi q stürmischer nordwejl ok »lene fliegen en dem wmde Pie oerden jret.one* sientnden «en geoen die Temperatur en P t Linien eergmdco Orie »a giere» u>i neeremiveeu wmatrezenttr» Lufidmci Wettervoraussage. Die Störung über Dänemark bewegt sich In nordöstlicher Richtung nach Finnland hin weiter. Ihre Aaltluft an der Rückseite ist auch über Deutschland vorgedrungen und hat merkliche Abkühlung gebracht. Die heutigen Morgentemperaturen lagen in unserem Bezirk ungefähr 5 bis 6 Grad niedriger als vor 24 Stunden. Kräftiger Barometeransticg erfolgte bereits durch die Kaltluft, und bas Hoch im Südwesten hat feinen Weg nach dem Festland eingefchlagen. Unter dem weiteren Zuslrorn.o;eanischer Luft dauert das wechselhafte und kühle Wetter mit ftridjweifen Regenschauern an. Jedoch steht mit dem ansteigenden Luftdruck der allmähliche Uebergang zu beständigerem und später wieder wärmerem Wetter in Aussicht. Vorhersage für Dienstag: Noch wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, kühl, einzelne Schauer. Dorherfaye für Mittwoch: Ruhiger, be- wölkt mit Aufheiterung, etwas wärmer, meist trocken. Lufttemperaturen am 9. August: mittags 19,2 Grad Celsius, abends 12,6 Grad: am 10. August: morgens 12,9 Grad. Maximum 19,6 Grad, Minimum, 10,3 Grad. — (Erbtemperoturen in 10 an liefe* am 9. August: abenbs 18,3 Grad: am 10. August: morgens 15,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 6 Stunden. Deranttvorllich für Lokales: i. D- H. L. N e u n e r. Gesunde weiße Zähne: Chlorodont “z» * > BESTE an. Ein Posten Wasch musseline.solangeVorrat, Meter im Rest 15 Pf. Gießen, Mäusburg 4 i2nx in unsererWerbe-Woche märchenhaft billig! FClbClS Benutzen Sie diesen billigen Verkauf, Sie werden staunen über die m billigen Pfennigpreise dieserWoche. Große PostenWeißwaren, Kleider- D0 äH Stoffe, Sommerstoffe, Buckskinreste, Lodenreste für Mäntel v. Mk. 2.50 spricht In Ihrem ersten deutschen Tonfilm AnnaChristie mit Hans Junkermann Theo Shell Regie: JacquesFeyder nach d. glelchn. Stück von Eugene O'Nelll Beiprogramm: Dick und Dof, Lustspiel ,„,r Neue Ufa-Wochenschau ■Lichtspielhaus*Gießene Heute Montag Premiere Greta, Garbo ______________________________________________04536 Zwangsversteigerung 7OA3O Am Donnerstag, dem 8. Oktober 1931, vormittags 9 Uhr. wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen. Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen dem Heinrich Weber und dessen Ehefrau Karoline geb. Karle in Gießen zu je % zugeschriebene Anwesen Friedrichstraße 3 Flur 6, Nr. 105*7io = 192 qm hofreite. geschätzt 21 840 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20 (Stadthaus) zur Einsicht ausgehängt. 5265V Gießen, den 4. August 1931. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. In der S& F-Original-Packung % Pfund 1.05 90 83 73 5264a ausgewogen y4 Pfund 65 50 Hof Bubenrod und Dillenburg, den 8. August 1931. Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. August, nachmittags 3 Uhr, von Hof Bubenrod aus statt 5266 D Verwandten und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung, daß heute mittag %2 Uhr unser liebes, unvergeßliches Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Ottilie Weber, geb. Ratzlow. Gertrudchen nach kurzem, schwerem Krankenlager im zarten Alter von 9 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jakob Schwarzentraub. Nach kurzem Krankenlager ist heute unsere liebe, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Anna Ralzlow, geb. Müller im 66. Lebensjahre von uns gegangen. S & F — das Zeichen Für Kaffee ohnegleichen Lang'Göns, Dortmund, den 9. August 1931. 04540 Gießen, den 10. August 1931. 5272 D 5278 V 4659 A Frau Dr. Man, Aerztin verreist vom 12. August 1931 Von Montag, den 10., bis Samstag, den 15. August Postkarten bei Brühl, Gießen Hinterbliebenen: Alfred Kohlhase u. Frau im Alter von 60 Jahren. Die trauernden Frau Käthe Kohlhase, Wenn Sie Drula- S Bleicbwachs anwenden, dann hab. Sie die Garantie, daß ihre 874eD ommer- prossen u. Hautunreinigkeiten restlos verschwinden (2.50). Nur: Engelapotheke. Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. August, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehaus aus statt. ju/naipanfesten Offenbach, Marburg, Hann.-Münden, d. 10. Aug. 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. d. M., nachmittags 3 Uhr in Offenbach statt NOWACK 3048 Statt Karten. Todesanzeige. Nach langem schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief sanft Sonntag abend 11 Uhr mein lieber Gatte, unser guter Vater, Groß' vater, Bruder, Schwager und Onkel Hermann Kohlüase, Postamtmann 1.0. äsog feine Schokolade gratis Um immer weitere Kreise von der hervorragenden Qualität unserer Kaffee-Mischungen zu /M» überzeugen, geben wir in diesen Tagen bei Einkauf von VsPfd. S & F- KAFFEE Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteil- nähme bei dem Heimgange unseres lieben Söhnchens Rudi sagen wir hiermit allen innigsten Dank. Ludwig Keil und Frau Irma KelL Trauer geb. Biohorn Kurt Kohlhase. Herrn. Kohlhase u. Frau Statt Karten! Gießen, den 10. August 1931. Niederkleen, Gießen, Los Leones (Argentinien), Lang-Göns, den 8. August 1931. Pie Beerdigung findet Mittwoch, den 12. August, nachmittags um 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt 5273 D Die Beerdigung findet Dienstag, 11. August, nachm. um 21/, Uhr, in Niederkleen -statt 5271 D KurzgeschnttteneS 1490V liefert Die trauernden Hinterbliebenen: Anna Eisenhardt, geb. Mack Sophie Glaum Wwe, geb. Mack Paul Mack Lina Schäfer, geb. Mack Martin Eisenhardt Dr. Ernst Schäfer und Enkel. Damplsägewerk Lollar B. Nubn, A.-G. V 5279 D Mittwoch rns.-Mlio Hindenbura. w o Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gertrud Einhäuser. Am Samstag, dem 8. August, entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Heinrich Mack, Postagent im Alter von 74 Jahren. Am Sonntagnachmittag entschlief ganz unerwartet mein lieber, herzensguter Mann, unser Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Einhäuser Rentner im Alter von 75 Jahren. Mittwoch, den 12. August 1931, nachmit- tags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 1. ein Grammophon, eine Radioanlage mit Apparat, Aku, Anodenbatterie und Lautsprecher, 36 Grammophonplatlen (groß), ein Motorrad (Emma) VO 5641 (2,5 PS). 5269D 2. Büfetts, Kredenzen, Vertikos, Nähmaschinen, Warenschränke, Ladentheken, Grammophone, Sofas, Schreibtische, Schreibmaschinen, Kleiderschränke, Hirn- merteppiche, Chaiselongues, Trumeau. spiegel, Kommoden, Diwans, ein Damen, fahrrad, einen Dauerwellenapparat, Eßservice, Kaffeeservice, 100 Mistbeetfenster, Kassenschränke, Registrierkassen, Rucksäcke, Koffer, Aktenmappen, Handkoffer, Biegel- koffer, Schi^fskoffer, Schulranzen, Pup- penwagen, Kalbfelle, einen Geräteschrank, Kunstleder, Kühlerduck, einen Photo- apparat, Bücherschränke, eine Wanduhr, Damensportstiefel, ein Fernglas, Gasherde, eine Kuh, ein Rind, zwei Schlafzimmerbilder, Oelgemälde, einen Bilder, schrank mit 95 Bildern, Tischdecken, Deck- bettenbezüge, Kopfkissenbezüge, Paradekissen, eine Hobelbank! ein Paneelbrett, Hirschgeweihe, eine Reformküche, zwei Stücke Sohlenleder^ einen Flügel, ein Motorrad, einen Gewehrschrank, einen Küchenherd, drei Frisiertoiletten, ein Pianino, ein Gewehr, Werfpupoen, eine Truhe, Halsketten, zwei Klubsessel, einen Regulator, eine Klebepresse. 3. verkauf aus freier Hand: ein Grammophon. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 SfflADI&FüllGRAE 5% Rückvergütung , *r> )ltue&. W gegen IQIl [ogf |q|| fffit uni 'honpllllien ') VO5641 5268D 05, Näh. demhekn, hrtibtische, >nke, jim. Xmmenu. in Damen. Parat, Th. i>eetfenfter, i. Rucksäcke, tff, Siegel.' njen, Sup» r™«|, ien Wlo. ! Danduhr, glas, 00$. mei Schlaf, ien Silber. ecken, Deck- e, Patado laneelbreU, :üd)t, zwei Ülugel, em rant, einen iletten, ein nippen, eine dsessel, einen ö r- c a> jer o r> LL 3 ö« 3 = = = w o o t E e 1 D 2 E - A 19 2 55 2 c ® e ? »4 53 % 2 y = as A K. = = = 3 *=♦ - «£? 2 2 1 E 3 ö£2 'D --X 8 2 ö D L n SÄ2 = A 2d «"LV E2 L € E S) -- e ® to - 3* E ö t-v E E K 22 —2^, ^y*s 2 ■e t- X — EEE y -io y E 2 yio ER A 3 sV ©ER.S (0 « = w a Ec=i 55 - 2 ft C c S E 4 2 ElO s E 3 ® 2 = 2.(9 E ® a E = = «C* ER E y w tx « 3 E »*■ ± E Z 3 -Eg 2 s 2 ® •e «ä E & £■=* E N S 5 A § 5® e = A A fE = ® E*° 3«»S.Ä^ lö c j. 5fc) ■e s2zZ 8? . c E ±! a o E E E 3 ER Ei e e H a E E O 3 Bft L -e =h , L O Es ES Z ES = E 2 ■e t X v dta ER E 2 = = S r? sIe •e^-=±=h —S-giO s ± § 2 t ®a |X S c Ee:@(S £ • B g " E c -E 10 t(9 cA _ :^53 c (5 S 22 -8 ö S1® ?• B ®lc±ö *3 ■§■ e "y y (9 E 3 A “ 5 * - KtN 3 e SZ !e E — 3 '— c y c 5 = -gCTw :C 3 "=O £•(9 2 e £.2 ® * t 3*8$: »S7-5 55 S - ® = _ A (D i:O B«A^B&8 ^y .E 2 c a*®’" E =Ss !?i O «3 1 pH 2 £ o 2. = ~§5 — jO 1t 10 F c ä.*“ u_>e 5 3 3 5 0 S S 55 A _F s - 5?*i-= 2-oO_ ei5 t® = E ^b'0^32 3 * *JS E (ö®2b5 c-e=e= c —• e = 2ZSy a 2 ° c Wr tTßB §= =10 -1 KLs a' * 6 ‘ 5 o.S 2 KB 29 Jt 2 2 E ±E£ 2 • ± E E 2 E 2 E 2 Z=3 • E ® 2 2 19 E ® E E 10 K 2 ro 10 t E 2 y » . e(Ö y y- gjo :— E « ffimml flalL jon UN 52710 Itttood) B.-M bura. no rfTil11" Stile* -Hel11 •,tsPiel 2 2 E 22 2 E «3 cs g es t ° E a e. s -O 2 f ft o - :a c 2 2 t> Lß- ^«2 OZt c t. r §§5 s«! ö.ü o s 255 E ~ = - ft (0 HF ^2-° 5, WZ. Ets-e- 2- o E 5 » = :ffs.. ■° D O w “2s "= -Q ZL«5Z5- - - 0.5=- 3 a e-=-^ c~ s sr 2 A 2 w 2 e> = 3 5> a O — c ~ h2> C7 k- g .L'y PK »fs — A «7-e io’S ® 3 c = s^-B- t o o ~-e = 55 ä o e3 3 “ ,2. «■ o — z. c - 3 -•3- U c 19 Z - sS®! ’ - EH = -e ML S*5 - B-to-.o o . s = c CT. 3 io u. O 3 -" a c s LZ - AD- M £- "2 5 o o 2 S Q - ■5; ■c y _E2k S-- ' "3 O 5 3 3 - >O X3 _ ,V 8ZsZ u C «3 £-e\=?c 5- 0—32 AßZ = s? I= = 3 3 |= = c, —• C o» S «. CV o:"o i_ c <-■« « « ■^=S=-5 Ztz — o w O *■* = 2 €_uA üx - i?55 5 05 _- o u _ v.21 82-e‘S s «gC? 2e U-ZZK 3 C O Ä O 2 2 H A <9 E E 2 2 3? cZ S X a ■3 w 3 S 3 o *? 2 AÄ :-e . o = A tß E 2 a o - a2 — — •— o S /=> 2 3 3 o 5 s>2& t «y 3. A x 3 "3 2 E B 3 — JD — <5^ «> 2 o 2-fi* S e Ä 3 3 O Ä - X o H 3^ u. -Co 19E£ •ff»“- E# 3 o «•y >- 5 -3 — «■ C _ o<9 £3 o :=i — Ä o X 3) o •- 3 5®1 “ X:C X ® * O — «hs —ys 3 — "3 X U. =B 2*2 ±£3 (=0 = = ®o E — ä- 4=- e., S :O CS — "ö £ ug = = -°Sa ■ 2-o B = ? = t 3 3 3 1.Ü ■3 3- C 3:«. U ■=.--> ö — X -S -r> «> X 1, o x *» 2 e s-X o o x"*— o c'$? ?r=E sr. ■€"2 o o 3 iBsj 3^3 ,j E ct=j«E|S2 -3-ZS2--B t =A 22Äft S = l- 70 O — o ■ — w — 3 3X; S O — D 3 X = si30 - E 2 c °A Z -E i x • XJ — u- 3 S = 21 V. aM = aÜ c: ä S = = 5 -o "3 70 3 ^70 ~ “ A — — o s HeS8 gfiSwKj s.— 3 <» — “ ^■3 o^L^Z- Q - e:^- o 33 -E 2 S£ 2 2 — 33:--, 3 ' 2. x = X ige« <0 15 i LZ •= 70 L- „ 3 ML. cs2 -5 — •— •— — — - d>— k- ^ho - <9 - r 3.2 ~ W oä -12 - 5X — SB -ÄSc ® c‘ b-Sle?: x-eeäsj; — S 255x di e, — _ . <0 - o — s« c.x £ = z ■3' D — tf> 3 bxc 2-2 X D 3 3 55 3 f 55' E 70 os s p p 2 3 o •o 3 D «o 3 D 3 75 o x> W « 3 3 « a 3 o Ci -r p <0 3 s ■ö s 5 <0 70 s s 4 s p 3 2 37' LZ«-3 E 61 iS^ _.3 iS iS 2 er ,53 Z.K z p&- treff'» -tyn 1 A 5 3.5 61 S 3=§rD = 3 egs =i 3 «3 t3 er 3 A ^5 * D55^ 3 2.8 <369* SAZ. 'S to "t3- Sm@ re =3 A L = a ff 8 3 9 8 S 3 3 O -3»© 3 8 3 3^ ff© ©; <3 8 Z 2 iS 3 5 3 A er -■ H 2 A3 «* 3 5 - 3 X S H 3 m S-ö ID ti 2 S 3 Q.+SCS o o 3 3 - 3 re es •3-iW re 5 —• 5 - 3- 61 re 31 re CD CP re 2.^5 ©a 5 » 0'^'3 co g S" 3 recp^-g. ■'§•‘8'8- £©£ o S- re' 3 ®3|| 2 5? 3 5- Sf§?3. LtzS tß s ts:« . _" . -• rj — 0.0:0 3 5 3 ° -ä o a = 3 3:t3 «• 3 e5 AS" 3 3- -’Sc S-m'^ = g <£ 2® "as c ts3 2 5 3' f7 3* r» = rs Z5K 3a •11 3 S?. WÄJ 5 s er 2 erg o 3 iSff 81 O ? D 2. J3 r ° 2 B f-ZtS 3 3 Sä Mn ff re c?8^ ,13 §2.3?-3:§3 5-5 3,61 reff | e s3- 2 Are’2 re a U> 3 ©ä E O 2S 3«523 ? 5 3 3 = ®S§-iL»61Ztz^61Z 2 A 2” 2 8 g LZa »5 g & 3 2 l.re 3CP « 3IslS ff 3 © or Aa rr 2.3- = 3 iSo ?3- = re — 3 re Ui re 3-2 83c 1© 8 co iS 3 3 re. re • H „ o O 1*D 77 g”aSs?S3ss a 3 5723-0 3 LiScpff Z S 3 <3 5 re a. 613 Sg- ~3 ö'2:UT6iö 3-S' re a 61 cd a ö re §.61ro S-Ö» a ö 3 ° 3 O-Lr) re S ^a la? a 2» © =:a 5 3 3 = s*3 3 © a«-#s§ 3 re 3.3 3 !s. »Ss !ff C Ul «jtf o-e re 3 5 3 CP re ö CTÜ 3 2? a o er re re -•. 2=oA=ÖSE 3 "re re" re n re re • o* _ 3 3 3 12 iS o H 3 8 iS « 2 3 {?3 Ä 'rer® •S-E ore S Are K^Z Z §Z 3 CO. Q. reT t3- 3g C-ETCPO Z.ZiS sr er 3 Ea Ö u> ■ts_. 3>are Ire iS = z K1ZZ 2 S- 8 ^al 5 ’iar sä LZ^S ä* 8' 61 = iS 5 ©re a8 3 re ff 8 sr & 5 z- !a a 3 3 3 3 3 55 :A a 3co »3 3 a re g 2 Mo- tS L 5 3 -are Sorg CfiCp.3 DDO ö O w >/t 3ZH Dg -1 © iS o 3 3 L ZZ ö 8532. Ul -1 ®3 a 3 _, re ff 3 @8 re— 2a3 a.2 a- ui 3X y H 2 5 " co e ^3 Ul o;CPre a O re-.GM 2C1E 3 3-3 iS 3 „ ö’^a 2 er 3 2 3 ui ©•2.2 re re g) Ea 0) i-= Zs. ex- es* S= er er co - Q D _ O S E-° 3 3 3 Ore^ o- 2 3 re 8 13 °* ^3©2 re E 3 5 St 3 a S rs z 3 8 61 o 2 3 a®3 2 5 a iga?o^s 5 6i| <3- 3? “3a* 1X1 SO-2 "o-3 g 8 re 2 "o3 iS o: !O . , o O 3 o ^a w®3 — 2. H Jod 3? Ul re^lEci re XT. er 3 co ® •3-°or§ a§.ff a3 3 CP ö — § vÄÄ 0^0: :«3^ «szs' er re e 1" M- ^2 vao: "ÄEOT ZZ.AH.TD re -o- i? o ui Sao' ^335 ««er §-?ll f aa 3 O E? n o «re 3 l^re 5 o 3 o a 3 s 3 ®S 561 Seltsam j 9m August beginnen, t [unöen und jedem der lwend die (F- «n Achsen 3 «o S a^a^orre Ä3 O: V 3 — 3?^sas e Vs gsag g'©;^ A- 5-re re 3 (5) y 3 ~ o°3^Z.I %=i: ;«aS = := bz® a - re tzre 5§ M i3-ä& "3a 3 8 re- ZB s. 2^§^aZ TTre 61 o 3 3 - SZ 61« o iS „.3 3 O-E re 3 35 K3 Za-3§8 ä \aa rz g'SUoCPre 3 x- = aa 3 - ©° 2 LS öS' Ao C 2 ^5-8 3 ©^ « 2 - Hifij ® ° 358: nutzt. Aeutt ade Mal a i änöerunx In Polen bah die Bed Politik gerii ches. 3n *1 einer wi ständigu kam mir, V im Time d Darum spi> gerade bei sind, mit d xnbexSysln. pen linb bafh einen ist die die Melodie der Deutsche strebt man ei Kriegsge . Deltöffentlü Frage ist ab, Müschen h riese Frage stündlich kei Sesahren au deutscher Sei dvr die Kri. so wäre sein des Krieges dieder an P wenn Polen der nur ängl iren Krieg \\ aor-re 3 3# 3 Aff 2.B 3# X 61 2.5--Z. er-.3' ?a5-& .■ „ggS’aff3 (kl re D re o H® E 3 re _ " er CD _ =^a re re 3 ä^’zeng 3-8:3’ LE 2 ff 5 g 8.2! re iS re ffBa 61™ "öS3 a 61 re — t-, « ff-a^a § « re o 2 TDZ 8<®W Sr über ?r* S L"s L‘fe «raMiw wesen l'ndL beleidigt.^ Staatsmam« ihr Kommen Elends am All das' ieuselt ernt die S preu Teil der pc liner sagt, schlägt W Deutschland sinkt, droht K°p,.med° .Kurier, Ps rungsossizw Kurier W Darszawslc matie, sie 1 löse Sprach Deutschlan Politik-, der fachen loeri Andere ■ in der Sa - Gelegenhei ter die deu so besser su nung gar1 Aotlage ix .# i 3 OT 3 iS erco ui 53-2.© #S‘ “ re.^5 3 re 3 re sis o re co 5 re 0) re ui Ws'-ä IZcS# 8a- Z-3 ö; tsa^^are a - re O rj _ 3 q. a ES cr-3^ re. re 6,5 § 5 5ffiiS ö5Z§a. 3 3 O re 2. — U> "EJ ffZ.--a 3 61 re, 2 5-552 3 re 3 re‘5 2 tt er JSco ' ^Z6)M ® re - -re E o er 3, 3 B 2.5a 8 re Z ZS iSE h#äi( ?{" 6d)tDQrtr Ä p'^INent i Aerzen u, 2??3ut( h.^einfatner gft den Sub guilst 'M oben,e Mbrunnen der weiten "L Dageib «?bW«ö fei LA Ä Hm* ro 3^© i-Ü v 8- AjS' ©wfäff|a® 8 D: 5'1 ! re o 553 ^=3 iS AiS" re s „. 3 CD ff «-Ö fföüölS re CD kZ-ZZ are 3 2,3 3 3 61ffts5 La Z o 2. E — 3- 2 m er L 2.^61" re y 3 □ a 61 - ff sa re’ 8 5 9. e.8öäl CPff 3 3 2- e -■'®‘ Sff-.re e 3 2:5 cp - - cp®: 9 = 2 re E re —• c co -■ 8 o- §• 3. §2 "Z' LS M- -,_8E2 y^6i pii^sss 1 ff re'0*3 43> 533 a~cro 8 o 2. o d ®8=3 0 oa -.Z | isa re 3 Z— « 3^a Ma^S iSg-8 = ff 3 re re O — a 3 re ff3 s-a-.3® re ° re 3 5 n 8 u> 8 8 3 2 cp 5 8 3 ücp 3 8 3 3 3 3 3 3 8 61 © 8 c I 3 3 ■ff©» 61 2 2.5 2 - re 8 ^SiB.re 3 3 8 re' es- ui re 61 co 3Z 3 CD ”3 fit. 185 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Montag. 10. August 1951 polen und die deutsche Krisis. 2-s schuldet der Welt nmb 10.3 Milliarden Zloty, darunter 3.7 Milliarden an die Bereinigten Staaten. 1,2 Milliarden an Deutschland und nur 1L Milliarden an Frankreich. 3ft diele Schuldenlast Don unserem Warschauer D. 8.-Korrespondenten. Warschau. August 1931. Sollte sich ein deutscher Minister mit einem Kranken über den Absatz von Burgunderin in Deutschland oder mit emcm arntl-.chen »nglan- der über die Heringstischerei m der Bords« un- terhalten so können toir gewth 1cm. daß dte polnischen Blätter von einer Bedrohung de» Korridor» sprechen werden. GS gibt sur den Polen keinen Zu'ammenhang, in den der Korridor nicht hineingehörte Der Korridor ist das schlechte Gewissen, aus welche» Polen sein Haupt gebettet hat Polen leidet an unruhigem, von Alpdrücken geplagtem Schlaf. Seitdem nun aber deutsche Minister in Paris und London gewesen Unb. ohne daß man sie aus Schritt und Tritt beleidigt und gedemütigt hättze. seitdem englische Staatsmänner Berlin besuchen und französifche ihr Kommen in Aussicht gestellt haben, ist Polen vollend» au» dem Häuschen geraten. Polen farm überhaupt nicht» tun. wa» nicht schliehlich sür seine Zutun!t gefährlich wird. Ver- hält man sich in Warschau still und friedlich, wird man nicht beachtet dann entsteht in London oder Washington vielleicht der Eindruck. Polen werde mit einer Revision zufrieden sein. Lärmt man, Lässt man in allen Tonarten, so erschrickt die Welt und überzeugt sich immer mehr von der Rotwendigkeit einer Grenzrevisivn. Inzwischen ist Polen gerade durch die Derbun denheit mit der deutschen Krisi» auch seinerseits bedroht. Oeko- nomisch ist e» ja viel abhängiger von Deutschland als umgekehrt. Das deutsche Boll braucht sein Getreide und seine zusätzliche Fleischeinfuhr nicht auS Dolen zu beziehen. Polen muh aber nach Deutschland verkaufen. Das liegt an der Verkehrsgeographie. Polen hat erhebliche AuSlandf-chulden. auch nicht übermäßig doch so muh sie doch, zumal 40 Prozent davon auf den Staat entfallen, verzinst werden. Die Preisentwicklung für Polen» Gr Porte ist aber rückläufig. Zinsen, die früher leicht bezahlt werden konnten, erweisen sich heut» als Last. Es läßt sich noch gar nicht übersehen, ob Polen seine Getreideüberschüsse, seine Agrarproduktion, überhaupt los werden famt Die Krisi» ist heute erst schleichend. Sie wird wirklich -um AuSdruch kommen, wenn die 6mte eingebracht ist, und wenn e» sich darum handelt, den Ueberschuh Io» zu werden. Wenn in Warschau verständig regiert würde, so läge auch hier ein Anlah zur Versöhnung mit dem Rachbarn. Solange es aber lohnt. Haß- gefänge vorzutragen, so lange die Welt hohe (Kn- tritt »gelber bezahlt um he zu hören, wird in Warschau kein vernünftiges Wort gesprochen werden und kein vernünftige» Wort Gehör finden! All da» hat seine lustige, aber dazu eine verteufelt ernste Seite, und e» ist nicht ganz einfach die Spreu vom Weizen zu trennen. 2m grober Teil der polnischen Oefsentlichkeit ist, wie der Berliner lagt au» den Pantinen gekippt. Ste überschlägt sich .Die deutsche Freiheit ist gren-enlo». Deutschland schreit nach Geld, da e» angeblich sinkt, droht aber mit dem Kolben, den e» auf den Kopf niedersausen läßt“ — so äufoerte sich per .Kurier Poranny". der bi» vor kurzem regte- rungSvfsiziöse Ansichten widerspiegelte. Der .Kurier War»zawlki" wieder rechnet mit einer Hitler-Regierung in Deutschland. Die .©ascia Warszawika" verlangt von der polnischen Diplv- matie, sie solle eine „Aare, harte und ruMtchts- lofe Sprache führen." Die .Gazeta Polsla Jagt: Deutschland» Gewinn wäre ein Fiasko der Welt- politck. der Trumpf der Erpressung muffe ge- ftvchen werden." Andere Blätter sind in der Form gemäßigter, in der Sache aber ebenso scharf. Sie Gelegenheit zu Erpressungen ihrettett». Je schiech- ter die deutsch-französischen Beziehungen sind, um so besser für Polen. Sie können nach hiesiger Jitet- nung gar nicht schlecht genug sein. Die fmanz.elle Rotlage de» Deutschen Reiche» wird denn auch unverhullt zur Empfehlung eine» Kuhhandels benutzt Deutschland solle, da» hofft Polen, ein für alle Mal zum Verzicht auf eineGrenz- änberung im Osten veranlaht werden. In Polen sühlt man natürlich ganz deutlich daß die Bedeutung Polen» für die Internationale Politik geringer ist, als die de» Deutschen Reiches. In Warschau weiß man, daß man bei einer wirklichen europäischen Verständigung hinten herunterfallen wird. Man kann nur, solange man sich mißliebig macht, etwa» im Sinne der heutigen französischen Politik bieten. Darum spielt man die Rolle de» wilden Manne» gerade bei Gelegenheiten, wie sie jetzt vorhanden sind, mit doppeltem Rachdruck. Die Unterschiede in der Haltung der Presse der verschiedenen Gruppen sind dabei belanglos. Das Ausdrucksmittel der einen ist die Pauke, das der anderen die Flöte, die Melodie ist die gleiche. Und das politische Ziel der Deutschenhetzc ist klar. Als ultima ratio erstrebt man einen Zustand der latenten ober offenen Kriegsgefahr. Man will in Warschau die Weltöffentlichkeit nach Möglich'eit erschrecken. Die Frage ist aber, ob die Kriegsgefahr, die man vorzutäuschen trach et, auch tatsächlich vorhanden ist. Diese Frage ist zu verneinen. Polen will selbstverständlich keinen Krieg. 3m Kriege wären alle Gefahren auf polnischer und alle Hoffnungen aus deutscher Seite. Dann würde nämlich der Korridor die Kriegsursache sein, und würde er das. so wäre sein Schicksal, gleichviel wie der Ausgang de» Krieges fein mag, besiegelt: er würde nicht wieder an Polen fallen. Ein anderes ist es aber, wenn Polen ohne ernsthaften Konflikt seine Gründer nur ängstigt, ferne Gründer, die ebenfalls keinen Krieg führen können. ______________ Oie wissenschaftliche Ausbeute der Arktisfahrt des Zeppelin. Or. Eckener über die geographische Erkundung des Eismeers. lieber die Fahrt des Luftschiffe» „Graf Zeppelin" in der Arkti» hat Dr. Eckener nunmehr interessante Angaben gemacht, aus denen wir folgendes hervorheben: Die Fahrt führte von der Halbinsel Kanin direkt nach Franz-Io- fephs-Land, das vom Kap Flora bis zum Kap Fligely in feiner ganzen Länge überquert wurde, von dort etwa auf dem 82. Breitengrad entlang bis nördlich von dem noch halb sagenhaften Rordland, da» dann in seiner ganzen Länge übersahren wurde, weiter bis zum östlichen Zipfel des Taymir-See» auf der Taymir- Halbinsel und von hier aus ziemlich genauen westlichen Kurs bis Dickson-Hasen, an der Mündung de» Jenissei, endlich von hier bis zur Rordspitze von Rvwaja Semlja und in größerer Höhe über die Gletscher und Gebirgszüge der Rordinsel bis Matotschkin-Sund, durch diesen und quer über die Südinscl und bann nach bet Halbinsel Kanin zurück. Da» große Viereck zwischen Rvwaja Semlja, Franz-Josephs-Land und Rordland wurde also aus seinen Grenzlinien umfahren. Es konnte festgestellt werden, dah Daher und Weyprecht vor nunmehr 60 Jahren unter den schwierigsten Verhältnissen und durchweg zutreffender und mustergültiger Weise die Hauptumrisse des südlichen Franz-Iosephs-Land festgelegt haben. Das Gebiet im Rorben von Franz- IosephS-Land konnte aus einer Höhe von 1100 Meter photographisch genau festgelegt werden. Auf der Fahrt von Kap Fligely bis nördlich von Rordland ergab sich einwandfrei, daß nördlich und südlich dieser Route sich neue, noch unbekannte Inseln nicht befinden. Mit der Rord- spitze von Rordland scheint die nördlich ste Erstreckung des asiatischen Festlan- des unter etwa 81,5 Grad nördlicher Breite erreicht zu fein. Rordland besteht aus zwei Inseln, einer kleineren südlichen und einer größeren nördlichen. Die letztere ist in großartiger Weise übergletfchert und von Gebirgen von etwa 1200 Meter Höhe durchzogen. Die Westküste ist buchtenreich mit steil abfallender Eiswand. Auffallend war dasungeheuerfestzusammen- geschobene Eis, das selbst um diese Jahreszeit zwischen Rordland und dem asiatischen Kontinent lag. Aus der Ta h m i r - H a l b in sel wurde die säst unbekannte östliche Halste besonders ausge- kundschastet. Es ergab sich, dah nördlich und östlich deS langgestreckten Taymirsces sich eine große Bergkette mit Höhen bis zu 1400 Meter hinzieht. Die Ausnahmen werden interessantes Material von diesen entlegenen Gegenden bringen, die bisher nur ein Forscher durchquert hat. Die Ueberquerung der Rordinsel von R o - waja Semlja ergab eine ungeheuere Vergletscherung dieser Rordinsel in ihrer ganzen Länge, wohingegen die Südinsel kein Inlandeis zeigte, abgesehen von Gletschern, die von den GebirgSstöcken herunterkommen. Heber die meteorologischen Beobachtungen sagte Dr. Eckener, daß da- Lustschiff in allen Höhen verhältnismäßig hohe Temperaturen angetroffen habe, in der normalen Fahrthöhe von 500 Meter 6 bi» 7 Grad Wärme, in Höhen bis 1200 Meter sogar bi» 8,5 Grad Wärme. Im Hochsommer ist also die Atmosphäre auch hier start erwärmt. Die Feuchtigkeit der Atmosphäre war relativ außerordentlich gering, bis zu 10 bis 12 Prozent. Rur in der niedrigen Rebelzone, unmittelbar über dem Wasser, war e» kühler. Die Fahrt verlies sehr angenehm, über dem Rebel und den niedrigen Wolken erstreckt» sich ununterbrochen blauer Himmel. Das Luftschiff hat erfolgreich eine Schlechtwetterzone an der Barents-See durchbrechen und in ein Schönwettergebiet einfliegen können. Der Ansicht, als ob die Arktis ein besonders günstiges Gebiet für die Luftfahrt und als ob Luftfahrzeuge das geeignetste Instrument für die wissenschaftliche Erforschung der Arktis seien, tonne man freilich nur mit gewissen Vorbehalten beipflichten, da das Luftschiff diesmal sehr günstige Vorbedingungen getroffen habe. Es wäre twch festzustellen, wie sich die Bedingungen in anderen Jahreszeiten gestalten. Rebel und Wolken, die bis 80 Meter über den Wasserspiegel herabreichten, können eine ergebnisreiche Forschung mit dem Luftschiff nur allzuleicht ausschließen. Talen für Dienstag, 11. August. Sonnenaufgang 5.04 Uhr, Sonnenuntergang 19.56 Uhr. — Mondaufgang 1.09 Uhr, Monduntergang 19.05 Uhr. 1778: Turnvater Friedrich Ludwig Jahn in Lanz geboren; — 1813: Oesterreich erklärt Frankreich den Krieg; — 1904: die Herero am Waterberg entscheidend geschlagen; — 1917: Beginn der 11. (letzten) Zsonzofchlacht; 1919: Verkündigung der Weimarer Verfassung; — Andrew Carnegie in Stockbridge geworben. Nacht im August. Don 'Oiemar Moering. Seltsam ist es, des Nachts über Land zu gehen. Im August, wenn die Tage sacht schon zu welken beginnen, das Korn schon zu gelben Garben gebunden und in Mandeln gerichtet auf stoppelharlen Aeckern der Einfahrt harrt, wenn in blutrotem Abend die Erntewagen hochgelürmt und mit knarren- den Achsen unter goltmer Last über die Feldmark schwanken, die Fische seltsam stille stehn in den dürstenden Bächen und das Wegekraut schon grau geworden ist unter trockenem Staub. Dann auszudrechen, nach Dunkelwerden, hinaus- zutreten auf die große Straße, die das Land überquert, wandernd Schritt vor Schritt zu fegen und einzugehen in die Nacht, die warm dein Antlitz berührt und voll wirrer Schwere und süßer Trauer ist. Denn größer sind keine Nächte, als die des August, wenn die Sonne auf ihrer sinkenden Bahn dem mächtigen Bilde des Löwen begegnet, bie schweifenden Schwärme der Sternschnuppen in schweigsam jubelndem Spiel ihre blitzenden Spuren über das Firmament jagen und die Horizonte unter ihrem feurigen Regen verzaubern, wenn das Heu warm in den «tadeln duftet und die Nessel mannshoch in den Gräben brennt. Du schreitest die Alleen entlang, aus deren schwarzen und vollen Bäumen frühe Früchte zuweilen zur Erde tropfen, ein säumiger Wind fängt den einsamen Schall deiner Schritte und entführt ihn hinter den starrenden Wall der Weißdornhecken, Staub quillt weich unter deinem Fuß, Nachtschatten sendet abenteuerlichen Wohlgeruch. Der Balken eines Ziehbrunnens ragt steil ins Dunkel wie ein Wächter in der weiten Ebene der Felder, der nächtliche Schrei eines Vogels schreckt dich. Schwermut überfällt dich und Trauer. Denn es fühlt das Herz zuzeiten, wie nah dies alles schon dem Abschied ist, daß die Nächte nun mählich tiefer werden und dunkler, finsterer unter den Gezeiten des Nordens, daß die Zeit der Erfüllung nicht mehr ferne sei und die glückliche Stunde dieses Sommers bald dahin. — Immer müssen wir Abschied nehmen, und nichts bleibt unseren späten Tagen, als vielleicht der schmale Glanz der Erinnerung, dem stillen Licht einer Kerze vergleichbar in dunklem Gemach. — Spitz wie eine Nadel sticht der Turm einer Kirche gegen Dan Himmel, und vor dir erwachsen mäßig und breit aus dem Dunkel die niederen Häuser eines Dorfes. Ein Hund schlägt an, da dein Schritt durch die enge Gasse hallt, ein anderer antwortet, und lautend läuft das Gebell der Tiere von Gehöft zu Gehöft, auf und niederfchwellend in wachsamer (Erlegung, und erst langsam in der Nacht verebbend. Doch geleitet dich ihre heimliche Unruhe, lautlos huschen sic über die Höfe, scharren kratzend am (Behalt der schweren Tore und ihre spitzen und feuchten Nasen stoßen gierig schnuppernd unter die Spalten der Iirren und saugen den scharfen Geruch deiner Fremdheit ein. Schwarz sind die Höhlungen der jenfter, und hinter ihnen spürst du den Schlaf der Bauern, mächtig lastend über dem ganzen Dorfe gleich dem ausgebreiteten Flügel eines riesigen und dunklen (Engels, verwunschene Sphäre, in die du störend dich drängst. Schwer und tief ist der Schlaf dieser Menschen wie die Arbeit ihrer Tage. Eine Fledermaus geistert in zackigem Fluge oorüber^und eine Kuh schnauft satt und bumpt aus einem «tall. Ein Brunnen begegnet dir auf dem Anger mit der heimlich süßen Melodie eines alten Liedes aus dem Volke. Du steigst die Stufe zu ihm empor, du neigst dich über den bemoosten Rand seines Beckens. Aus feiner liefe blicken Sterne dich an, wundersam, verweilst eine kleine Stunde, lauschend dem eintönigen lieblichen Singen des Wassers. Sterne rieseln auch aus dem Brunnenrohr, deine gehöhlte Hand fängt ihr Geleucht in irdischer Schale, und deine Lippen trinken ihre kristallene Klarheit. An Gärten vorbei, aus deren Dickicht verworren der Duft spater Rosen herüberschläat, vorbei an Hecken, in deren' Gezweig noch das Vicbcsgeflüfter abendlicher Paare verwehend flattert, an Zäunen, hinter deren Latten wie silberne Kugeln die «amen- flocken des Löwenzahns auf niederen Stielen schimmernd sich wiegen — vorbei an den eseuumwucherken Trümmern eines verfallenen Gemäuers, und nun wächst Wald vor dir empor, steil, eine finstere und schweigsame Wand, hinter deren Toren Geheimnisdunkel dir winkt. Eintrittst du, von leisem Wind bewegte Wipfel schlagen stumm und schwarz über dir zusammen wie die sanfte Woge eines ruhenden Meeres. Unhörbar gleitet dein Schritt über nadelbedeckten Boden, unhörbar gleich den schleichenden Tritten der liefe, die räubernd das Unterholz durchziehen, auf ungenanntem Pfad zur Tränke wandern. Fremder bist du nirgend denn in den nächtlichen Wäldern! Welcher Vogel kündet warnend dein Nahen mit heiserem Schrei aus den Kronen der Fichten? Wessen Augen folgen dir lauernd aus dem Gewirr der Sträucher? Westen Schatten gleitet unsichtbar neben dir durch bas Holz? Du gehst, du weißt es nicht; blind wird dein Blick im Dunkel der Forstung und schlägt hilflos in sich zurück. Aber Tausend wissen von dir, Tausend nahen dir spürend und weichen und fliehen aeschreckt. Groh ist das Geheimnis der Wälder, und ohne Laut lebt sich ihr nächtiges Leben. Vor dir aber, im Dunkel irgendwo, singt mur- melnd eine Stimme. Du schreitest voran, langsam, kaum daß des Weges breite Spur dich noch führt. Vor dem sinkenden Pfad öffnet eine Mulde sich dir. Ein Bach wirft sich schluchzend über Gestein, du verweilst, gelehnt an das knorrige Geländer des Steges: Sterne auch hier, zu deinen Füßen, über deinem Scheitel. Müde beugt sich dein Knie, der Teppich der Kräuter, deren leidenschaftlicher Atem betörend dich um- wirkt, empfängt deinen sinkenden Leib, die zackigen Fächer der Farren schatten flüsternd über deiner Stirn. Schlaf umarmt dich, jäh, traumlos und heftig. Die Kühle des Morgens macht dich erwachen. Tau sinkt leise, ein grauer Schleier, glänzende Perlen um- säumen die Halme der Gräser. Ein Vogel zwitschert auf. vielhundert mit einemmal. (Ein blutroter Strom durchbricht im Osten den Vorhang der Wälder. Die Sonne steigt. Oie besten Hausfrauen der Wett. Welches Volk besitzt die besten Hausfrauen? Diele Frage, die in einer Zeit, in der man den Niedergang der häuslichen Tugenden des Weibes beklagt, besonders aktuell ist, wird von einer weit gereisten Engländerin. Frau James Rodney, in einer Londoner Zeitschrift beantwortet. Sie weiß aus genauer Kenntnis der Lebenshaltung der einzelnen Rationen überall Hausfrauentugenden aufzufinden. .Manche behaupten", fo schreibt sie, .daß Deutschland das einzige Land ist, in dem jemand, der eine tüchtige Lebensgefährtin finden will, die ideale Gattin erlangen kann. Die Deutsche ist in ihrem Heim ebenso vortrefflich wie ihr Mann seinem Büro; sie weiß die größte Menge Behagen und Gemütlichkeit mit dem geringsten Aufwand zu erzielen. Ihre Wäsche ist in glänzender Ordnung, ihr Silber stets gut geputzt und die Spei len sind mit Sorgfalt ausgewählt und zubereitet. Eie widmet ihr ganzes Leben der Aufgabe, ihre Familie auch in den schwierigsten Zeiten auf einem hohen Lebensstandard zu erhalten. Auch die Französin ist eine Aänzende Wirtschafterin, die nicht mir aut koch., sondern auch stets für geschmackvolle Kleidung bei sich und den Kindern sorgt. Ihrem Gatten siest sie jeden Wunsch vom Oberheffen. Landkreis Gießen. • Watzenborn-Steinberg. 10. Aug Am Mittwoch, 12. August, feiert die älteste Einwohnerin unsere» Orte». Frau Anna Marie Gilbert Witwe geb. Burk, in lörper- ltcher und geistiger Frische ihren 9 0. Geburts- t a g. 3 ÄUenborfo. b Cba., 7. Aug In der vorigen Woche fanb bas Kreisschießcn des Kreises Gießen-Norb, dem zwölf Schünenoereine angeboren, in Beltershain statt. Der Wintkampf würbe in zwei Klassen ausgetragen. In der Wettkampfklasse I (Iungschutzen) errang die Mannschaft bes Schutzenvereins Rubbmgshaujen ben 1. Sieg mit 292 Ringen. Bester Schufte in bieser Mannschaft war Wilhelm Scholl mit 72 Ringen. Die Einzelmeister- schäft in ber Wettkampfklasse I errangen bie Jung- schützen Heinrich Becker vom Schugenverein Stein- bad) unb Heinrich Opper vom SHügenverein Geilshausen mit je 73 Ringen. In ber Sonderklasse erschoß bie Iungmannschasi bes Schützenvereins Lauter 263 Ringe. Bester Schütze war hier Otto I r o 11 e r mit 70 Ringen. In ber Wettkampfklasse 11 (Altschüften) errang bie 1 Mannschaft bes Schuften- Vereins Steinbach mit 390 Ringen ben 1. Preis. Bester Schütze in bieser Mannschaft war Ludwig HaasVI. mit 83 Ringen. Die Emzelmeisterschast in ber Wettkampfklasse II errang Hermann Lang vom Schützenveretn Rübbingshausen mit 87 Ringen. Alle Einzelsieger unb Siegermannschaften müssen am 7. September b. I. in Marburg um bie (Bäumet- sterschaft schießen. — Wegen beroorragenber Derbienste um den Schießsport im Verbände ber Hessischen Kleinkaliberschüftenvereine wurde dem Schuften Eberhard Loft II. vom Schützenoerein Allendorf a. b. Lba. burch den Areisschießletter F ö r - ft e r bie Derbanbsehrennabel überreicht. NreiS Friedberg. I Butzbach, 8. Aug. Das Mathilden stift (Bezirkssparkasse) hat seinen Geschäftsbericht für 1930 (82. Geschäflsiahr) herausgegeben unb bie Bilanz veröffentlicht. Das Institut hat eine recht günstige Weiterentwicklung zu verzeichnen. Die Bilanzsumme Enbe 1930 beträgt 7294359,57 Mark gegen 6 710 786,11 Mark im Vorjahre. Die Spareinlagen finb — ohne Auswertungseinlagen — von 5 295 933,45 Mark auf 5 989 417,70 Mark an- gewachsen (bas finb 111.2 v. H. ber Vorkriegsein- lagen). Die Anzahl ber Sparbücher ist von 6212 auf 6739 gestiegen. Auf jeben dritten Einwohner des etwa 19 000 Einwohner zählenden Sparkassenbezirks ensällt ein Eivlagebuch des Mathildenstists. Die Depositen-, Scheck-, Giro- und Kontokorrent- einlagen betrugen Ende 1930 = 771707,fff Mark. Die hcreingenommenen Gelder finb ben Vorschriften ber Satzungen entsprechend angelegt. Der Umsatz betrug im Jahre 1930 55 393 283 Mark, bas be- beutet gegen 1913 eine Steigerung um 1311 o. H. Der Reservesonbs beträgt nach Zuschreibung bes Reingewinnes von 35 246,61 Mark 211 826,46 Mark. Die Mobilien unb Immobilien stehen nur mit 1 Mk. zu Buch. Kreis Büdingen. A Ridda, 7. Äug. Von den vielen Reisenden, die die Autobusse deS Zweckverbande» Ridda—Bad-Salzhausen- Ulfa und der Linie Ridda—Ober-Lais benutzen, wurde es bisher al» sehr unangenehm empfunden, daß sie auf dem Kreuzung»punkt der Bahnhof-, Schiller- und Reuen Straße oder auf dem Marktplatz ohne jeden Schutz bei ungünstiger Witterung auf den Abgang der Auto» warten mußten. Diesem Mißstand hat nun der Stadtvorstond dadurch Abhilfe geschaffen, daß er in einem städttschen Gebäude. Ecke Bahnhof- und Reue Straße, eine Wartehalle für die Autofahrgäste hat einrichten lassen, die neben der Bequemlichkeit für da» reisende Publikum auch noch zur Verschönerung de» Vtta- ßenbildes betträgl. Ferner wird vom hiesigen Postamt ein B r i e s k a st e n, ein Briefmarkenautomat und eine Telephonzelle mit Münzfernsprecher in der Halle angebracht. Weiter sollen Postschließfächer für die hiesigen Firmen in dem Warteraum eingerichtet wer- Munde ab. Die Spanierin versteht mit ihrer natürlichen Anmut, mit ihrer sanften Stimme und ihrem ruhigen Wesen ein glückliches Heim zu schaffen. Gastfreundschaft ist ihr zur zweiten Ratur geworden. unb ein reich gedeckter Tilch erwartet Freunde, die der Mann unerwartet mitbringt. Sie erkermt noch gern in ihrem Gatten den .Herrn und Meiste?' an und ist stolz darauf, wenn er ihr seine Zufriedenheit ausdrückt. .Wähle eine Italienerin, wenn du ein glückliches Leben führen wUlst", so raten andere, denn sie sieht noch immer in dem Hamen der Gattin und Mutter den höchsten Ruhmestitel; sie ist überaus zänlich zu ihren Kindern, besitzt einen natürlichen Geschmack, der sich in der Einrichtung der Wohnung ausdrückt, und versteht gut zu kochen, wenn sie auch freUich in der Kunst der gefälligen Anrichtung mit der Deutschen oder Französin nicht Schritt halten kann. Sie ist geduldig und nachsich'.ig und wird einige Seitensprünge oder sonderbaren Gewohnheiten des Gatten mit Ruhe ertragen. Sie kennt die Männer und ist zufrieden, wenn sie ihre Stellung als Herrin des Hauses behaupten tarnt Die Schwedin ist so stark wie ein Marrn und so zärtlich wie ein Kind. Sie weiß, daß die Liebe des Gatten durch den Magen geht, und sie sorgt für vortreffliche Speisen, ist auch immer heiter und gleichmäßig. Die Russin besitzt mehr Seele, und sie ist Wohl unter allen Frauen die anschmiegsamst«, die sich am besten in jede Lage zu schicken weiß und daher eine ausgezeichnete Ehefrau ist. Wenn sie etwas passiv erscheint, unb nicht immer für Ordnung und PünkUichteit sorgt, so beweist sie dafür durch Aufopferung und Hingabe die Größr ihr s Herzens. Die Holländerin wird oft als das Muster der Ordentlichkeit unb Sauberkeit hin- gestellt; sie ist infolgebesfen etwas pebantifch, was man von ber Oesterreicherin nicht sagen kann. Tiefe ist ebenso anmutig wie tüchtig, verliert nie ihre gute Laune unb weiß auch Unglück mit Würde zu tragen. Die Amerikanerin macht sich die Haushaltung gern etwas bequem; sie besitzt aber ein großes Organ, sattonStalent und findet rafch den prakttschsten Weg, um ihre Pflichten zu erfüllen. Dabei ist sie stets elegant im Auftreten und begeistert für jede Art Sport. In dieser Sportliebe wird sie noch von der Engländerin übertroffen, die die besondere Gabe besitzt, als Gastgeberin in einem wohl geordneten Haushalt mit Würde zu repräsentieren. Sie ist klug, mutig unb entschlossen, und man hat oft gesagt, daß rn ihr die wahre Stärke England» liegt den. Damit die Inhaber solcher Fächer ihre Postsachen sofort nach Ankunft jeden Postzuges sich selbst holen und dadurch srüher in deren Besitz kommen können. Die zeitgemäßen Neuerungen der Stadt- und Postverwaltung haben beim Publikum große Anerkennung gefunden. Preußen. Kreis Limburg. WS-r. Limburg. 10. Aug. Am Donnerstagnachmittag fiel das sechsjährige Kind des Lahn- schiffer» Wahl aus Limburg in die Lahn und ertrank. Das Kind hatte auf dem Kahn seines Vaters gespielt und war dabei so unglücklich aus den Rand des Kahnes gestürzt, daß es bewußtlos wurde. Anscheinend rollte das Kind dann über Bord und fiel ins Wasser. Nnterlahnkreis. WSN Bad Ems, 7. Aug. Durch eine Art »Notverordnung" hatte sich kürzlich der Bürgermeister von Ems ganz energisch an die Geschäfts- Welt gewandt, die Preise für Gegenstände des täglichen Bedarfs herabzusetzen. Sein Bemühen zwar von Erfolg gekrönt. Der Milchhandel ging um 2 Pfennig je Liter auf 28 Pfennig herunter und die Metzger senkten ihre Preise um 10 bis 24 v. H. Die Gemüsehändler sind ebenfalls in die Preissenkungsaktion eingeschlossen worden. Eine Mühle ermäßigte den Preis für Futterkleie von 7 50 auf 6,50 Mark. 3n einem Ausruf wendet sich nun der Bürgermeister an die gesamte Einwohnerschaft, das stark eingerissene Pumpsystem-möglichst aufzuheben, da Preissenkung nur unter Voraussetzung der Barzahlung für die Geschäfte tragbar sei. Jom Schlossergesellen zum Opernsänger. MSN. L i m b u r g. 7. Aug. In den Opelwer- kcn in Rüsselsheim war vor einigen Jahren ein Schlossergesolle namens Vinzenz Breser aus Lindenholzhausen bei Limburg tätig, der eines Tages durch seine schöne Stimme dem Mitinhaber der Opelwerke, Heinrich v. Opel, auffiel. Dieser ermöglichte dem jungen Mann das Studium an der Opcrnschulc in Darmstadt, das ihm nach dein Tode Heinrichs v. Opel durch dessen Tochter Irmgard weitergewährt wurde. Breser hat nunmehr nach ^/.jähriger Ausbildung seine Studien in Darmstadt beendet. Bei einer Musikschüler-Aufführung in Darmstadt hatte der junge Künstler bereits einige Erfolge und fand große Anerkennung. Auch der Generalintendant der Berliner Staatsoper, vor dem Breser eine Probe seines Könnens ablegte, äußerte sich sehr anerkennend. Breser begibt sich nunmehr zur weiteren Ausbildung für drei Monate nach Berlin. SJt.-'fport 10 Lektionen Kußball. Von Otto Nerz. IV. Etwas von der Technik des Spannstoßes*. Der nächste schöne Sommermorgen wird dazu benutzt, das Stoßen zu erlernen. Man kann und sollte auch einen spielfreien Nachmittag hindurch nichts weiter tun als nur zu stoßen, mal flach und hart aus's Tor - übrigens, nur der Stoß zum Tor heißt Schuh! — und mal hoch und weit zu einem Kameraden. Als Anfänger stößt man eigentlich nur mit der Fußspitze und daher meist daneben, weil man nur an einem Punkt auftrifft und deshalb den Ball nicht richtig lenken kann. Für den Stoß kommt aber alles darauf an, wo der Ball getroffen wird: trifft man ihn im Mittelpunkt, so legt er eine flache Dahn hin: weiter unten — und er steigt in die Höhe: rechts oder links der Ball trudelt in der Luft, er dreht sich um seine eigene Achse. Mer Dillard spielt, und das tun viele gute Fußballer, der kennt ja den Ässekt des Billardballes I Nun hat im Spiel jeder dieser Stöße seine Berechtigung, nur muß man sich blitzschnell sür den richtigen entschieden haben. Es ist ober recht unsicher, wenn man die Fußspitze auf gut Glück irgendwo auf dem Leder landen läßt. Nur beim Spannstoß hat man den Fuß genügend in der Gewalt, um ihn sicher auf der richtigen Stelle auftreffen und da- Leder in der gewünschten Richtung fliegen zu lassen. -Also nun los. Halt — schon falsch! Erstens stürmt man beim Anlauf in der Richtung auf den Ball zu, in welcher er später fliegen soll. Zweitens dars das Standbein nicht vor oder hinter dem Ball stehen — nur direkt neben ihm, und zwar natürlich rechts, wenn man mit dem linken Fuß stößt, und umgekehrt. Meist stößt man mit dem rechten B der Vellahner heimkehrte, sagte er mit seinem schlitternden Lachen zu seinem Vertrauten: „Du, Lentz, heute hab' Ich's dem da drüben" — den Namen Köhnemann sprach er nicht gern aus — „unter vier Augen gründlich besorgt. Prozesse rann er mit mir führen, so viel er will, hoffentlich aber unterläßt er's von jetzt an, mir über die Drenze hinweg Schimpfreden an den Kopf zu schmeißen. Von dem Alten-Krakower aber wurde erzählt, er wäre von dem Zusammentreffen nur ganz mühselig nach Hause gekommen und hätte unter Dem Vorwande eines Hexenschusses Drei Tage lang Das Bett hüten müssen. UnD in Der ganzen Unv gegenb gab es ein Schmunzeln, Denn so ziemlich jeDermann gönnte ihm wegen seiner ewigen Stän- fereien Die unfreiwillige Bettruhe ... So spann sich Die FeinDschaft von Jahr zu Jahr unD hörte nicht auf. selbst als Der Vellahner Herr eines Tages Das Zeitliche gesegnet hatte. Nur Die Prozeßakten Des Barons von Köhnemann bekamen ein anDeres Aktenzeichen. Nicht mehr gegen Den Grasen Römnitz lauteten sie. sondern gegen Die Vellahner Gutsverwaltung. Alles andre blieb wie sonst. Die Kühe tourDen gePfänDet, wenn sie einmal über Die Grenze liefen, Die Förster schossen sich gegenseitig Die HunDe tot, unD Die Knechte verprügelten einander, wenn sie auf dem Tanzboden jufammen- stiehen. Und nur zwei Menschen gab es, Die sich an die alte Feindschaft nicht kehrten. Ein blondhaariges Mädchen, das frisch aus der Strelitzer Pension in das freudlose Vaterhaus zurück- gekehrt war, und ein schlanker junger Mann, der eben bei den Friedeoerger Dragonern sein Jahr abgebient hatte unb nun auf bem väterlichen Gute sich ein wenig um bie Wirtschaft kümmern sollte, um später einmal bas Hohenrömnitzer Majorat zu übernehmen, zu bem er aller menschlichen Voraussicht nach der nächstberechtigte Erbe wär. Die Ehe seines Oheims, des Erblandmarschalls Grafen Römnitz, war schon seit mehr als siebzehn Jahren kinderlos ... (Fortsetzung folgt.) HOT »*e 3 U" pe!: Frau Godfrey Frl. Irenthom (England), ®<- rnischles Doppel: Frl. Payot Fisher. (5d)tt>immfompf Schwei; - Deutschland fraglich. Beim Schweizer Vchwirnrnverbanb ift etn Antrag M Schwirnrnciubs Luzern «lngelausen, den sür den 30. August geplanten Schwimm-Länder- komps zwischen der Schweiz und Deutschland ad- zusagen. Der Grund hiersür ist Die infoly der Ausreisegebühr t*on 100 3HL vom Deutschen Schwimmverband noch nicht endgültig gegebene Zulage, die der mit der Durchsugrung betraut« Luzerner 6lub bil zum 5. August enwrtrte. Bad Homburger Tennisturnier. Während da- Tennisturnier von Bad-Nauheim ebenso wie die Nationalen Tenni-meifterschasten in Braunschweig etn Opser der wirtschastlichen DerHälMiss« geworden sind, hält der Tennisclub Bad Homburg an seinem Plan, ein Turnier gröberen Ümsonge- zu veranstalten, seit. Für da- Turnier sind die Tage vom 20. bis 23. August in Aussicht genommen. Die Kamps« werden zum ersten Male auf der neuen Platzanlage ausgerra» gen. die von der Kurverwaltung im Park errichtet worden ist. Kurze Sportnotizen. Hans Stuck, einer der erfolgreichsten deutschen Automodilrennsahrer, will seinen Vertrug mit Mer. cedes-Benz losen. Der Grund hierfür ist die Bevor« zuaung von Taracciola beim Avusrennen, dem man bessere Reifen al» Stuck zur Verfügung gestellt hatte. e Amerikanische Fechterinnen trafen in Hamburg ein und werden auf ihrer Deutschland« tournee ihre ersten Kämpfe am 12. und 13. August in der Hansastadt austrugen. Den Höhepunkt dieser Veranstaltung bildet ein Schaukamps zwischen der Führerin der Ueberseeaaste Marion Lloyd und der Weltmeisterin Helene Mayer. Die jungt Kölner Meifterspielerin Lilly Außem im Gespräch mit dem Hamburger Senator d e L h a • peaurouge, der ihr anläßlich des Hamburger Turniers um die Deutsche Tennis-Meisterschust die höchste Auszeichnung des deutschen Sports, die Ehrenplakette des Reichspräsidenten, llberretchle. Deutsche TenniSmeistefschafien. Die Vorschlußrunden erreicht. Di« anbaltenbe Hitze war am Dvnnerstag auch m Hamburg wieder so ttart daß di« ©plele um die Deutschen Tennt-meist«rschafl«n erst am Nachmittag vor nur 2000 Zuschauern fortgesetzt werden konnten. 3n den Einzelspielen sind aber dennoch bereits die Vorschlußrunden erreicht worden. 3m Herren-Ginzel stehen der Argentinier Boyd, der Spanier Maier, sowie der Deutsch- böhmc Roderich Menzel unter den .letzten Bier", während die beiden Deutschen Dr Dessart und 3aenede noch um den Eintritt in die Borschluh- runde kämpsen müssen. Der Sieger dieses Lres- sens kommt im Demifinale gegen den Argen- linier Doyd. während aus der anderen Seite Maier auf Roderich Menzel trifft. 3n den Bier- telfinales siegt« Boyd über den Tschechen ®iba mit 6:4 6:3. 6:2. Maier fertigte den Tschechen Malecek leicht mit 6:3. 6:1. 62 ab. Schwerer hatte es Roderich Menzel, der den fapanifchen Davispokalspieler H. Sa loh nach vier Sähen mit 2:6. 6:3. 6.1. 6:4 bezwang. Im Achtenfinal kam der junge Berliner Iaeneck« zu einem neuen schönen Grsolg. er schlug den letzten Im Wettbewerb liegenden Engländer. Sharp«, nach interessantem Kamps mit 0:6. 9:7. 1:6, 6:3. 6:2. — Bei den Damen erreichte Irmgard Rost (Köln) nach einem 6:4, 6:l-Sicg über Freisrau v. Reznicek die Vorschlußrunde, wo sie auf die Siegerin des Treffen- Krahwinkel-Hammer trifft. 3n der anderen Hälfte kam hie Engländerin Mist Heeley zu einem schwer erkämpften 3:6. 8:6. 6:1 Sieg über Aenne Pech. Mist Heeletz kommt im Demifinale gegen Lilly Auhem. die am späten Dorabend noch nach Satzverlust gegen die hoffnungsvolle Marielouise Horn (Wiesbaden) 6:3, 3:6, 6:2 gewonnen hatte. Im Laufe des Donnerstagnachmittags muhten die Spiele in Hamburg wegen eine- schweren Gewitters für länger« Zeit unterbrochen werden. DiS zu dieser Zeit waren in den Doppelspielen noch folgende Ergebnisse zustande gekommen: Herren-Doppel: Dr. DessartMourney — Ha- berl/Bvlzano 6:4, 61. 4:6. 6:0; Brugnon Bernard —Serwrio Gaslini 6:2, 6:3. SB; Maier Artens —Avory/David 6:3, 6:3, 6:2. Gemischtes Doppel: Horn/Zappa— Iedrzejowska Frenz 6:4. 9:7. DeutscheTennismeisterschaften beendet Die Internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland wurden am Sonntaa vor einer groben Zahl von Zuschauern beendet- Die neuen Meister heißen: Herren Einzel: Menzel (Deutfch-Böhmen). Damen-Einzel: Lilly Außem (Köln). Herren-Doppel: Dr. Dessart/Rourney (Hamdurg/Koln), Damen-Dop- Kleine Strafkammer Giehen. • Gießen. 7.August. Lin auswärtiger Gastwirt war vom Amtsgericht wegen Psandoerschleppung im Sinne des 8 13? StGB, zu einer Geldstrafe von 60 Mk. bzw. 12 Tage Gefängnis verurteilt worden. Kegen dieses Urteil legte er zwecks Freisprechung Berufung ein. Die Berufungsoerhandlung ergibt aber wiederum, daß der Angeklagte ein gepfändetes Schwein beiseite geschafft hat. Da-die Tat in milderem Lichte erscheint, wird die Strafe auf 25 Mark evtl. 5 Tage Gefängnis ermäßigt. Lin Reisender aus Oberhessen wird beschuldigt des Widerstand» gegen die Staatsgewalt. Lr soll bei einer Lrwerbslosendemonstration einen Polizeibeamten, der sich im Dienst besand, vor die Brust gestoßen haben und zwar derart, daß er bewußtlos zusammenbrach und noch längere Zeit hindurch an Schmerzen in der Herzgegend zu leiden hatte. Das inständige Amtegericht hm ihn zu 5 Monaten Ge- ängnis verurteilt. Der Staatsanwalt ist in der wütigen Berusungsverhandlung der Meinung, daß der Angeklagte wußte, daß der Verletzte Polizeibeamter war, und beantragte mit Rücksicht aus die ene 'Brutalität und '>11111 schütze der in der heutigen Zeit besonders gesährdeten Sicherheit»- beamten Erhöhung der Strafe auf 8 Monate Gefängnis. Das Gericht beließ es aber bei der in erster Instanz erkannten »träfe von 5 Monaten Gefängnis, da nicht mit voller Bestimmtheit erwiesen sei, daß der Angeklagte den Verletzten al» Polizetagent erkannt habe. Ein vielfach vorbestrafter in höherem Alter flehen- der Bettler war in erster Instanz wegen Bettelns und Landstreicherei zu 6 Wochen Haft und Ueber- weisung an die Landespolizeibehörde verurteilt wvr- den. Aus seine Berufung erkannte das Gericht auf 5 Wochen Haft, erklärte diese aber verbüßt und : überwies ihn außerdem an die Verwaltungsbehörde Jwecks Einleitung von Fürsorgemaßnahmen, damit er körperlich zurückgekommene und nicht mehr ar I beitssähige Mann in einer geeigneten Pflegeanstalt untergebracht werde. Amtsgericht Gießen. Ein Einwohner «ineS Nachbarortes, der nach Gießen fuhr, ließ sich von einem anderen Orts- «inwohner überreden, für dessen Sohn. einem Gießener Metzger, drei frisch geschlachtete Ziegen- lämnKfcen mitzunebmen. Ss war dies ein« reine Gefälligkeit von ihm. Mit Baler und Sohn hatte er gar nichts zu tun. erhielt aber zu feinem Erstaunen einen Strafbefehl, weil er gegen eine Verordnung der Stadt Gießen belr. die Einfuhr von frischem Fleisch, verstoßen und al» Sinbringer keine amtliche Nachuntersuchung des Fleisches veranlaßt habe. Qr erhob Einspruch und erklärte in der I Verhandlung resigniert, er hab« von seinem Auf» I traggeber nicht einmal ein .Dankschön" erhalten und solle nunmehr noch Strafe zahlen; dieser, der ihn auch gar nicht instruiert habe, sei allein der (huldige Teil. Das Gericht stellte sich auch auf den Standpunkt, daß unter solchen Verhältnissen allerdings nicht der Angeklagte, sondern der Austraggeber als Einbringer zu betrachten sei und sprach ersteren frei. Die Nkinlmalgeldstrafe — 1 Mark — erhielt ein anderer Angeklagter wegen eines ViehtranS- portes. Er batte aus einem fernen, seuchenverdächtigen Bezirk 3 Schweine für seinen Hausgebrauch nach Trais a. d. Lda. verbracht und versäumt, den Transport rechtzeitig, wie dies Vorschrift, bet der zuständigen Stelle anzumelden. Er will die ein- schlägiaen Bestimmungen nicht genau gekannt, namentlich nicht gewußt haben, daß der betret fenbe Bezirk seuchenverdächtig feL Das mag richtig sein, schützt ihn aber nicht vor Strass, denn jedermann, einerlei ob er Händler fei oder nicht, muffe fich. nach Anficht des Gerichtes, bet den großen Schäden, die Seuchen mit sich brächten, vor jedem Viehtranspvrt über die einschlägigen Bestimmungen und darüber, ob der Ursprungs ort der Tiere seuchenfrei sei oder nicht, verlässigen, tue er es nicht, so handle er mindesten» fahv- lässig. Die Polizei hatte gegen 4 Uhr auS einem b* Frankfurter Straße herunter! ährenden Auto Grammopbonmulik gehört, die fraglos die Ruhe der Anwohner der Straße störte. Ss gelang ihr, die vier Insassen, drei Herren und ein Mädchen, die von einer Festlichkeit kamen, sestzuftellen. 5ie erhielten lämtsich Strasbesehl« wegen Ruhestörung. Der Autolenker und der Aufdreher des Grammophons ließen diese rechtskräftig werden, das andere Paar erhob Einspruch, und beide erzielten Freispruch. Es war ihnen zu glauben, daß fte sich um die Musik in feiner Weise kümmerten, nicht zum Spiele ermunterten, keinen Beifall äu- mußten eine Niederlage hinnebmen. in der der 1 Krästeunterfchkd richtig zum Ausdruck tarn. Di« Fürther machten auch in Fulda «inen ausge- | zeichneten Eindruck. 1. Sd. Xürnbtrg schlügt den veutschrn Meister. vor 20 000 Zuschauern mußte der Berliner und Deutsch« Meister Hertha BsL. 1" Nürnberg eine verdiente Niederlage hinnehmen Der .Club de- herrschte fast wahrend de» ganzen Spiele» das Feld und siegte selbst in dieser Hohe durchaus verdient. Halb dirigierte den Angriff glänzend. Cpieloereiniflung 1900 (Ziehen. Spklocreinlgung 1900 (Clga) gegen Sportklub 06 Alsfeld (CI90). Mm morgigen Dienstag haben die Mannen der epielDtrriniflung 1900 die erst« Mannschas, de» Sportklubs Alsfeld zu Gast. Die Alsfelder find in (Bitfttn keine Unbekannten. Al» die IwOer zum letzten Male In Alsfeld antraten, waren sie reichlich vom Pech verfolg«. Die Blauweißen konnten nur mit 0 Mann antreten und mußten nicht zuletzt deshalb eine Riederiag« von 4:1 hlnnehmen. Morgen treten nun die Al-selder auf dem Platz an der Liebigshöhe an und finden voraussichtlich eine abermals ersatzgeschwächte Elf al» Gegner vor. Die 1900er müssen auf einige Ihrer Besten vier,sichten. Unter diesen Umständen ist zu erwarten, daß sich ein zleenlich ausgeglichener Kampf entwickeln dürste, denn die Alsfelder stellen eine eisrige Mannschas«, bk zu kämpfen versteht und dabei über »inen schuß- freudigen Sturm verfügt. Die 1900er follten das Spiel durchaus ni«h« aus die leichte Achsel nehmen, sondern redlich bemüht sein, dem Unentschieden ge- gen Wiesbaden 00m Sonntag einen Sieg folgen zu lasten Man erwartet, trotz ersatzgeschwächter Mann- schast einen Sieg der Dlauweißen, der um fo eher zu ereingen sein müßte, als bk Hiesigen vor eigenem Publikum und auf eigenem Platze (pielen werden Außerdem Ist eine Revanche für di« Niederlage in Alsfeld fällig. Die höchste Gportauszeichnung für Lilly Außem. betten. feinen Spielvorschlag »„achten u bgL m, so daß sie als Ruhestörer auszufchalten waren. Rundfuntprogramm. Freitag. 14. August. 7 Frühkvnzer« aus Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert Szenen aus .Die Walküre" von Richard Wagner 17 Nacdmittagskvnzert des Rundfunkorchesters. 18.43: .Di« Rechtsstellung der Ehefrau nach yeietzlichem Güterrecht". Bortrag von Dr H Kißling. 10.05: .Die fozial« Rund- funkhisse", Vortrag von H. 8bele. 10 20: .Was haben wir von her diesjährigen Funk-Ausstellung zu erwarten?", Vortrag von Herbert Hofen, Berlin. 10 45: Handharmonikokonzert d«s Hand- Harmonika-Quartett» *.rolflngen 20.13: 6-äit Spitteier Prosa und Lyrik. 20.50: Untrtt>allun®4» kontert des Philharmonitchen Orchesters Stuttgart. 22.30 bis 24 (Don Karlsruhe) IxmAimiftl Samstag, 15 August. T: Frühkvnzeri auf Schallplatten. 10,20 dis 10.50: .Lest ihr eine Zeitung?" Gespräch zwilchen Redakteur Wilhelm Aventz und Lehrer Erich Augenretch. 12.05 Schallplattenkonzert 15.20 bis 16: Stunde der Jugend. 17. Nachmtttagskonzert des Rundttmkorchcfters. 18.40. .Alts und neu« Publiztflit", Gespräch zwilchen Hannes 5Tüppers und Erich Reger 10.05. Samischer Sprachuntev richt 10.45 Anekdoten. 20 (Von Baden-Baden)! Konzert des Städtischen 0rchesters. 21 Aquarium! Bunter Abend 23 vis 24: Tanzmusik. WowrbWtimifil im Dresdener Zwmaer. An den schönen Hochsommerabenden dieser Wochen werden im Dresdner Zwinger Abendkonzerte veranstaltet, zu denen die hellerleuchtete Fassade des eindrucksvollen Varockbauwerk» einen stimmung». vollen Rahmen abgibt. Buntes Allerlei. wie man dem Fingerabdruck auf die Spur kam. Tie Daktyloskopie, die Lehre von den Fingerabdrücken, hat heute eine große Bedeutung erlangt, vor allem aus kriminalistischem Gebiet, wo man tm Fingerabdruck dos sicherste Identisizie- rungszeichen für die Verbrecher erkannt hat; aber es ift auch des weiteren vorgeschlagen worden. dieses untrügliche Erkennungszeichen überhaupt für jeden Menschen zu verwerten und feinem Pah hinzuzufügen. Immer wieder werben auf bielem Gebiet noch neue Fortschritte gemacht. So ist jetzt in dem Polizeilaboratortum des berühmten Lyoner Kriminalisten Dr. Loc a r d eine Methode auSgearbeltel worden, um undeutliche und verwischt« Fingerabdrücke, di« fich schwer photographieren lassen, doch verwerten zu können. Man bat eine Flüssigkeit gesunden, die. wenn Ile auf einen fast unsichtbaren Fingerabdruck gehäufelt wird, hart wird und ein vollkommen genaue» Modell deS Fingerabdrucks bietet. Wenn die Flüssigkeit geronnen ist, kann vieler Abguß leicht abgenommen und im Laboratorium für mikroskopische und photographische Studien benutzt werden Es hat Jahrtausende gebauert, bevor die Menschheit diesem ^Interfcheidungsmerkmal auf die Spur kam. Die interessante Geschichte der Entdeckung der Bedeutung der Fingerabdrucke liesert Dr. Locard in einem Aufsatz d«r Pariser Fachzeitschrist „Detcctive“. Die Zeichnungen der Linien an den Fingerspitzen kannten die Chinesen schon vor 3000 Jahren, und Ile wurden von europäischen Anatomen im 17. Jahrhundert beschrieben. Marcello M a l p i g h i war der erste, der 1686 in seinem Bries an Russu» diese Linien- bilter an den Fingerspitzen eingehender beschreibt und sich für di« Fingerabdrücke interessierte Er wurde zum .Großvater der Daktyloskopie'. Nach ihm veschästigten sich noch verschiedene Anatomen mit diesen Fingerabdrücken, aber ber rechtmäßige Taler der Wissenschast wurde erst der große böhmische Physiologe Johann Svangelista Purkinje. Er vecöfseiitltchte tm Iahi« 1823 eine »Physiologische Untersuchung de» Gesichtsorgan» und des Hautsystems" und gab darin eine Beschreibung und Klas thkrung der Finge abdrücke. Doch starb er 1869, ohne die große Bedeutung seiner Arbeit sür die Kriminalistik erlebt zu haben Unteredessen hatte die Anwendung dieser Wissenschast bereits ein hoher englischer Beamter in Indien. Sir William Jones Hers hell, begonnen. Er war Ehes der Verwaltung de» Hocghly-Distrikts In Bengalen und ließ seit 1858 die geschriebenen Verträge mit den Fingerabdrücken der Vertragschließenden versehen. Hershell wußte zuerst nicht, daß dieser Abdruck einzigartig war und daher zur Identlsizierung bienen konnte, sondern «r benutzte nur den mystischen Gedanken, der sowohl von Chinesen wie Hindu» vertreten wird, daß eine durch körperliche Berührung hervorgerusene Spur stärker an ein Gelöbnis bindet als di« bloße Unterschrift. Lange Ersahrung -brachte ihn dann aber zu der Erkenntnis, die sogar Purkinie entgangen war. daß nämlich die Linienbilder der Fingerspitzen ausgezeichnete Srkennut^smale seien. Im Jahre 1877 pal er in einem Bericht an die Regierung um die Erlaubnis, diese Methode bei Gesungenen anwenden zu dürsen, und benutzte sie auch bei der Pensionsverwaltung. Doch war nicht» von seinen Beobachtungen und Anwendungen in der Öffentlichkeit bekannt geworden, alS 1880 die Londoner Zeitschrist „Nature*4 einen Brief von einem englischen Arzt Henry F a u l d s erhielt, der in einem Krankenhaus zu Tokio an- I gestellt war. Er hatte vorgeschichtliche japanische Töpfereien untersucht unb zahlreich» | Fingerabdrücke gesunden, die er mit den Ab- Die schweren Unwetterverheerungen am Mittelrhein. Zerstörte Rhein Uferstraße südlich von Bonn. drücken lebender Japaner verglich. Gr beschrieb die verschiedenen Typen und erörterte bereits die Hebertragung dieser Linienbilder durch Erblichkeit: er betonte, dah damit ein. vortreffliches Mittel zur Entdeckung von Verbrechen gegeben sei, und gab eine Methode an, um Fingerabdrücke mit einer Zinnplatte und Tinte zu nehmen. Er erwähnte auch zwei Fälle, in denen er die Fingerabdrücke zur Aufdeckung von Verbrechen tatsächlich verwertet hatte, und regte an, die Fingerabdrücke von Verbrechern mit ihren Photographien auszubewahren. Daraufhin teilte Hershell seine bereits früher gemachten Erfahrungen mit. Mm dieselbe Zeit begann sich der große englische Naturforscher Sir Francis ©alten, der Begründer der Eugenik, mit den Fingerabdrücken zu beschäftigen, brachte eine große Sammlung zusammen und veröffentlichte 1890 ein eingehendes Klassifizierungsshstem. Damals aber war bereits ein solches System in Südamerika von dem Leiter des Erkennungs- von dem Leiter des Erkennungsdienstes in Bu dienstes in Buenos Aires, Juan Vucetich, aufgestellt worden. Dieser Kriminalist war durch frühere Arbeiten Galtons dazu angeregt worden, die Fingerabdrücke in der Kriminalistik einzuführen und eine Klassifizierungsmethode auszuarbeiten, die sich rasch über Südamerika verbreitete. Er erhielt von Galton die Anregung zur Verwertung der Fingerabdrücke, aber der erste Ausarbeiter der Klassifizierung ist der englische Gelehrte gewesen. Merkwürdige Ferienideale. Die Erholung und Ausspannung, die in diesen schweren Zeiten so besonders nottut, ist vielen heutzutage nicht in der Form gegönnt, die sie sich ersehnen. Cs sind ja nicht nur die Hindernisse, die bei uns der Auslandreise entgegenstehen, sondern überhaupt der leere Geldbeutel, der vielen eine Ferien reise verbietet. Mannigfache Vorschläge sind schon gemacht worden, wie man auch zu Hause seine Ferienzeit genießen kann, aber das Originellste in dieser Hinsicht dürfte doch der Vorschlag eines Engländers sein, der rät, seine Ferien im Bett zu verbringen. Er behauptet, diese Erholung bereits seit einigen Jahren mit bestem Erfolg durchgeführt zu haben. Die Vorteile liegen ja auf der Hand: einmal ist der Aufenthalt im Bett billig und erspart einem vielen Aerger, dem man sonst auf seinen Fahrten nicht ganz entgehen kann, sodarm ist man nicht vom Wetter abhängig, ist wohlversorgt und entbehrt nicht die liebgewordenen Gewohnheiten, auf die man in der Fremde verzichten muß. „Sehen Sie mich anl“, so schreibt dieser Bett-Freund. „Hier liege ich mit meiner Pfeife im Munde, drei Kissen unter meinem Rücken, ein gutes Buch vor mir und mit allen Bequemlichkeiten ausgerüstet, darunter auch dem Radioapparat, der meinen Zusammenhang mit der Welt aufrecht erhält und mir, sobald ich mich langweile, alle möglichen Mnterhaltungen bietet. Ich muß herzlich lachen, wenn ich an diese schlecht beratenen Menschen denke, die sich jeht auf den Eisenbahnen, in den Hotels, in Pensionen, in den Bädern und Kurorten drängen, sich mit ihrem Gepäck herumschlagen und mit den Hoteliers und Pensionsinhabern herumärgern. All das macht mir nicht den geringsten Kummer. Ich bin sorgenlos. Ich bin glücklich. Ich bin im Bett! Wenn die Sonne brütet, so bekomme ich keine Sommersprossen, denn ich ziehe meine Vorhänge vor: wenn es regnet, und zwar Tag für Tag, so lausche ich der eintönigen, aber angenehmen Musik der Tropfen und denke dabei, wie gut das für die Ernte ist." Diesem seltsamen Feriengenießer schließt sich ebenbürtig ein anderer an, der den Hauptwert einer Sommerreise darin erblickt, sich einmal nach Herzenslust ausschwin - d e l n zu können. Er meint, daß in jedem Menschen etwas vom Münchhausen stecke und dah man einmal im Jahr seiner Phantasie freien Lauf lassen müsse. Zu $aufe im Alltag, mitten unter Verwandten und Bekannten, die einen genau kennen, haben die Lügen kurze Beine, aber in einer fremden Umgebung, in der einen niemand kontrollieren kann, da macht es den größten Spaß, seiner Einbildungskraft die Zügel schießen zu lassen, und wenn man nicht zu grob schwindelt, findet man immer jemanden, der einem seine kühnen Erzählungen glaubt. „Wie schön ist es", ruft dieser Phantast aus, „alles, was man aus dem Herzen hat, jemandem mitzuteilen, den man nie mehr Wiedersehen wird. Man befreit sich auf diese Weise von allen Wunschträumen und Sehnsüchten und kehrt zufrieden und erleichtert nach Hause zurück. Was kann man da alles erzählen über seine Stellung und Beruf, über seine Leistungen, Verwandten, Eroberungen usw.l" Wirtschaft. ZurNoilagederhessischenLandwirischast Veranlaßt durch den Preissturz auf der Frankfurter Getreidebörse vom Montag, 3. August, und die schwierige Geldbeschaffung hat die Hessische Landwirtschaftskammer nachstehendes Telegramm nach Berlin gerichtet: „An den Herrn Reichskanzler, Berlin. In Anlehnung an die von dem Herrn Reichskanzler in seiner Rundfunkrede gemachten Ausführungen bitten wir im Flamen der hessischen Landwirtschaft um sofortige Maßnahmen gegen die Zerrüttung des Getreidemarktes, da ausreichender Getreidepreis Voraussetzung für Fortführung der landwirtschaftlichen Betriebe und die Aufrechterhaltung der Zinszahlung für erststellige Hypotheken ist. In noch viel größerem Ausmaß als im Vorjahr besteht die Gefahr, daß Landwirtschaft zur Zeit der Ernte ihr Getreide zu Schleuderpreisen abgeben muß, was den Zusammenbruch vieler landwirtschaftlicher Betriebe bedeutet, ohne auf der anderen Seite für die Allgemeinschaft von Ruhen zu sein. Die Gewährung ausreichender Mittel für die . Erntefinanzierung ist mindestens so wichtig für das deutsche Wirtschaftsleben wie die Bereit- V stellung von Reichsmitteln für Großbanken, die auch wir für notwendig erachten. Ein Zu- ' sammenbruch der Landwirtschaft macht die notwendigen Selbsthilfemahnahmen Deutschlands unmöglich und gefährdet unser ganzes Staatswesen. Wir bitten deshalb den Herrn Reichskanzler ganz ergebenst, durchgreifende Maßnahmen für unsere Landwirtschaft treffen zu wollen. Landwirtschaftskammer für Hessen. Hensel, Vorsitzender." Weiterhin hat die Landwirtschaftskammer in einer längeren Eingabe an den Herrn Reichs- ernährungsminister und die maßgeblichen Stellen in Hessen ausführlich die derzeitigen schwierigen Verhältnisse in der hessischen Landwirtschaft dargelegt und schleunigst Maßnahmen zur Hebet» Windung der Rotlage gefordert, insbesondere Bereit st ellungausreichenderMittel für die Erntefinanzierung, Erlaß eines Teilmoratoriums, Heraufsetzung des Dermah- lungszwangs auf 97 Prozent, sowie sofortige Maßnahmen zur Sicherung der Verwertung der übrigen Erzeugnisse der Landwirtschaft, ins- besondeve auch Obst, Gemüse und Wein. Oer Arbeiiömarki im Reiche. Rach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 16.—31. Juli 1931 hat in der zweiten Hälfte des Juli die frühsommerliche Entlastung des Armeitsmarktes ihr Ende erreicht. Wenn als Folge der kritischen Ereignisse auf dem Gebiete der Kreditwirtschaft ein rasches Ansteigen der Arbeitslosigkeit vielfach schon zu Ende Juli erwartet worden ist, so hat der tatsächliche Verlauf nach den statistischen Meldungen der Arbeitsämter bis jetzt diesen Vermutungen nicht recht gegeben. Die Zunahme der Zahl der Arbeitslosen um rund 20 000 auf rund 3 976 000 hält sich vielmehr in engen Grenzen: in der zweiten Iulihälfte des vorigen Jahres betrug die Zunahme, allerdings im Zuge einer rasch abfinkenden Konjunktur bereits etwa 50 000. In der Arbeitslosenversicherung ist ein weiterer Rückgang der Zahl der Hauptunterstühungs- empfänger zu verzeichnen, und zwar um rund 39 000 auf rund 1 205 000. Die Belastung der Krisensürsorae ist naturgemäß verhältnismäßig stark, nämlich um rund 57 000 auf rund 1 027 000 Hauptunterstühungsempfänger angestiegen. Die Oandesarbeitsamtsbezirke Schlesien, Brandenburg unb Pommern hatten, entgegen der allgemeinen Entwicklung noch eine Abnahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, hauptsächlich infolge der Anforderungen in der Landwirtschaft. Abgesehen von den Bezirken Sachsen und Südwestdeutschland, in denen nahezu keine Veränderung stattgefunden hat, hatten im übrigen alle Teile des Reiches an der Zunahme der Arbeitslosigkeit teil. Die Getreideernte, die in der Berichtszeit fast überall im vollen Gange war, hatte einen hinter dem Vorjahre allerdings zurückbleibenden Bedarf an landwirtschaftlichen Arbeitskräften zur Folge. In allen übrigen Berufsgruppen, abgesehen von begrenzten Sonderkonjunkturen auf einigen Gebieten (Wirkerei und Strickerei, einzelne Zweige des Rahrungs- und Genußmittel- gewerbes, Streckenarbeiten der Reichsbahn) überwogen die Anzeichen eines rückgängigen Beschäftigungsgrades. 'DieJndexziffer derGroßhandels- preise vom 5. August 19 31. Die vom Statistischen Reichsamt für den 5- August berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 109,8 gegenüber der Vorwoche um 0,3 Prozent gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 100,8 (— 4,0) Prozent, Kolonialwaren 96,9 (+ 0,6) Prozent, industrielle Rohstoffe und Halbwaren 102,4 (— 0,5) Prozent, industrielle Fertigwaren 136,1 (— 0,1) Prozent. Für den Monatsdurchschnitt Juli lautet die Gesamttndexziffer 111,7 (gegenüber dem Vormonat — 0,5) Prozent. Indexziffern der Hauptgruppen: Agrarstoffe 105,4 (— 1,8) Prozent, Kolonialwaren 96,9 (-s- 1,9) Prozent, industrielle Rohstoffe und Halbwaren 103,1 (+ 0,2) Prozent, industrielle Fertigwaren 136,3 (— 0,3) Prozent. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. g. August 10. August Amtliche Notierunq Amilichc Notieninq Meld Bdcf Geld Briet Helstngsor« . 10,585 10,605 10,585 10,605 Wien.... 59,15 59,27 59,15 59,27 Prag . . . 12.467 12,487 12,464 12,484 Budapest. . 73.43 73,57 73,43 73,57 Sofia . . . 3,052 3,058 3,052 3,058 Holland . . 169,68 170,02 169,68 170,02 Oslo.... 112.39 112,61 112,39 112,61 Kopenhagen. 112,39 112,61 112,39 112,61 Stockholm . 112.44 112,66 112.44 112,66 London. . . 20,425 20,465 20,435 20,475 Buenos Aires 1,163 1,167 1,186 1,190 Neuyorl . . 4.209 4,217 4,209 4,217 Brüste! . . . 58.62 58,74 58,62 58,74 Italien. . . 22,01 22,05 22,02 22,06 Pariü . . . 16,49 16.53 16,485 16,525 Schweiz . . 82,04 82.20 82,02 82,18 Spanien . . 35,81 35,89 35,81 35,89 Danzig. . . 81,62 81,78 81,67 81.83 Japan . . . 2,080 2,084 2,080 2.084 Nw de Ian.. 0,279 0,281 0,269 0,271 Iugostamtea. Lissabon . . 7,453 7,467 7,453 7,467 18,53 18,57 18,53 18,57 Berlin, 8. Au .ufl 4,20 58,43 112,13 20,375 16,45 169,31 21,94 112,13 59.08 2,477 112,18 81,84 35,42 73,05 Amcrilanijche Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten. ........ Ungarische Noten........ Bries 4,22 58,67 112,57 20,455 16,51 169,99 22,02 112,57 59,32 2,497 112,62 82,16 35,58 73,35 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Aug» Die Frankfurter Produktenbörse verkehrt zu Beginn der neuen Woche allgemein in fester Tendenz. Das Angebot für In- land-Brotgetreide war wesentlich geringer als in der Vorwoche, trotzdem konnte sich kein nennenswertes Geschäft entwickeln. Die Preise für Weizen und Roggen lagen auf 15 bzw. 20 Mark befestigt, wobei man allerdings Stützungskäufe von interessierter Stelle beobachtet haben wollte. Auch neue Wintergerste und alter Hafer notierten etwas besser. Das Mehlgeschäft war etwas belebter bei allerdings weiter etwas ermäßigten Forderungen. Kleie und auch die übrigen Futtermittel waren ruhig und meist schwächer. Es wurden notiert: Weizen 235 Mark, Roggen 195 bis 200 Mark, Wintergerste (neue Ernte) 175 Mark, Hafer (inländischer, alte Ernte) 190 bis 195 Mark, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 39,50 bis 40,20 Mark, Weizenmehl (niederrheinisches) 39,50 bis 40 Mark, Roggenmehl 27,50 bis 29,50 Mark, Weizenkleie 9,25 bis 9,50 Mark, Roggenkleie 9 bis 9,50, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 32 bis 36 Mark, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 25 bis 68 Mark, Heu (süddeutsches, gut, gesund und trocken) 4 Mark, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt) 3 Mark, Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 2,75 Mark, Treber (getrocknet 10,25 bis 11 Mark. — Tendenz: Getreide fest, Futterartikel ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., Auftrieb: 1381 Rinder, darunter 316 Ochsen, 153 Dullen, 483 Kühe, 396 Färsen: ferner 543 Kälber, 55 Schafe, 5594 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere, 43 bis 47, ältere 38 bis 42, sonstige vollfleischige, jüngere, 33 bis 37; Bullen, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts, 35 bis 38, sonsttge vollfleischige ober ausgemästete 30 bis 34: Kühe, jüngere, voll fleischige, höchsten Schlachtwerts 34 bis 36, sonstige vollfleischige ober aus- gemäftete 30 bis 33, fleischige 22 bis 29; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder), vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, 43 bis 47, vollfleischige 38 bis 42, fleischige 32 bis 37; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 55 bis 57, mittlere Mast- und Saugkälber 46 bis 52, geringe Kälber 38 bis 45: Schweine: Fettschweine übet 300 Pfund Lebendgewicht 58 bis 60, vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 58 bis 61, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 56 bis 60, fleischige Schweine vvn etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 52 bis 57 Mark. Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer Heberstand. Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine lebhaft, später abflauend, ausverkauft; geringe, leichte Ware vemachläsfigt. Frankfurter Eiermarkt. Die etwas unsichere Situation am hiesigen Markt hielt auch bei Beginn der neuen Woche an. Trotzdem einige Preisreduzierungen vorgenommen wurden, um dadurch das Geschäft etwas zu beleben, war der Absatz an den Einzelhandel weiter sehr schwach, da der Konsum nur von der Hand zum Mund kauft. Auch im weiteren Verlauf der Woche trat keine Besserung ein. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt: Bulgaren 8. Jugoslawen 8,25, Rumänen 7,75, Russen 7 bis 8. Holländer 8 bis 10, Dänen 8 bis 10, Flandern 8,75 bis 9.50, Bayern 8,50 bis 8,75, deutsche Frischeier 8 bis 10. Für in- und ausländische Mittel- und Schmuheier wurden 6.5 bis 6,75 Pfennig pro Stück bezahlt. Gewinnauszug ~ — 5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewahr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 8. August 1931 ön der heutigen Vormittagszichung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 25000 W. 119605 4 Gewinne zu 10000 M. 172176 298270 18 Gewinne au 5000 M. 14500 30241 31395 58818 99786 164309 188824 313110 383682 12 Gewinne zu 3000 M. 11679 19607 34571 51431 122642 347780 52 Gewinne zu 2000 M. 140 1969 5406 11198 53323 112567 115830 142590 158909 165809 180995 202747 241267 246481 250559 288101 291691 308699 317944 318397 348957 352765 366287 366615 367070 376070 96 Gewinne zu 1000 M. 3918 12532 32443 36723 37992 40924 44333 44420 46486 52031 53344 5431063831 89980 105604 115543 123588 126970 142016 142250 152980 174878 181946 186392 198529 215813 217023 225258 232812 233223 239815 243241 246976 250418 253639 253750 253965 271925 272065 279630 303028 306440 312549 316559 335121 340539 341964 378455 216 Gewmne zu 500 W. 5348 11361 12296 13962 22166 23717 27359 28298 29316 30284 33776 43918 46974 47963 53103 56514 68344 72976 73437 73453 73518 80710 81642 84092 85099 86041 87557 90582 98162 105741 107376 109032 111182 113163 116982 117707 123032 125740 127934 128956 132399 143668 143798 145567 147967 149598 155389 155977 161762 170223 171995 180684 180816 187779 190926 198257 203095 203259 204931 206523 223396 234547 236529 239841 245542 248427 248684 251053 252580 252969 254958 262476 262690 272232 285776 289527 289767 299078 299417 307580 307708 312396 315354 326031 326757 331233 334270 334990 340417 344865 353427 355081 355417 356550 360488 363932 365215 367389 367720 374143 374871 382168 385402 387689 388942 396159 397706 397907 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 50000 M. 179359 2 Gewinne zu 25000 M. 143320 6 Gewinn« zu 10000 W. 103683 219639 327354 4 Gewinn« zu 6000 M. 300114 390009 14 Gewinne zu 3000 M. 7098 44891 189213 206824 220350 253961 293853 52 Gewinne zu 2000 M. 8313 15309 28712 37699 39907 41883 45424 83226 86768 95539 119498 127199 244053 259365 308307 315616 325402 339770 351062 353470 354985 358112. 361246 372860 386942 391175 94 Gewinne zu 1000 M. 4215 24238 27022 36579 49806 51564 53985 57991 58946 60022 65814 76507 95519 110776 110856 112084 116527 120346 129573 130216 136840 142923 157786 172809 200623 201296 204371 205329 231075 237316 272346 280152 282081 288193 303995 314184 319908 321338 321542 337381 340951 346573 361180 361405 363835 377736 399326 166 Gewinne zu 600 M. 9246 10884 16879 18417 24370 24970 28354 32971 38096 39838 41661 60377 60398 51121 66031 68185 58815 63678 73237 91865 92697 93064 96361 109861 116966 118307 119336 166024 164724 190091 203283 236051 239417 268809 261257 282538 285343 309096 309192 320627 323793 343581 345497 359780 374089 120341 131374 166938 175540 218540 221684 246991 247580 263760 268762 286094 294170 314498 315312 329106 333234 352194 352855 380218 399844 142816 151973 180237 187824 229773 230260 248460 255690 276888 282324 298947 301596 317119 320207 339161 343538 354815 357234 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu fe 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 10 zu je 50000, 26 zu je 25000, 190 zu je 10000, 478 zu je 5000, 976 zu je 3000, 2896 zu je 2000, 5810 zu je 1000, 9618 zu je 500, 28836 zu je 400 M. 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