Nr. 83 (Erftes Blatt M. Jahrgang Hrcitag, 10. April 193( Eriche,al täglich,outza Bonntags und F et erlag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamllienblLtta Heimat im Bild Die Scholle IRonats-Bejugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» Beinen einzelnerRummern folge höherer Gewalt, ZernfprechanfchlSste •nterSammelnummet225L Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gieße», poßschemoitto: graelfurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'sche Unlversitittr-Vllch' und Stehtöruderci L Lange in Gießen. Schrtftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mnc Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" a mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Fillech sämtlich in Gießen. Zollunion und Industrie. Don Dr. Joses Winschuh, MdR. Die Richtlinien au einem künftigen Zollunion- txrieag, die zwischen Deutschland und Oesterreich vereinbart worden sind, haben eine lebhafte politische Diskussion entfesselt. Ueber> ihr kommt die wirtschaftliche und besonders die privatwirtschaftliche Veite diese- Durchbruchs noch zu kurz. Rach dem Zoll- unionvertrag, an dessen Ausarbeitung man nun herangeht, werden zwischen Deutschland und Oesterreich ungefähr 90 v. H. der heute bestehenden Zollpvsittonen fallen. Sieht man von UebergangSreglungen ab, so bedeutet der Vertrag. daß Deutschland und Oesterreich sich zu einem Binnenmarkt, einem gemeinsamen Absahraum zusammenschliehen. Auch zu einem einheitlichen Produktionsraum? Das nicht. Der Zollunionvertrag vereinheitlicht durch den Wegfall der Zölle des Warenverkehrs zwischen Deutschland und Oesterreich nur die Absatzbedingungen. Das österreichische Erzeugnis auS Linz kann in Zukunft zu den gleichen Bedingungen in Köln oder Bremen konkurrieren wie das deutsche Erzeugnis aus München. Aber da die p o l i t i s ch e Selbständigkeit beider Länder bestehen bleibt und infolgedessen auch die Verschiedenheit der Steuern und der Wirtschaftsgeseh- gebung, der Sozialbelastung und Löhne, so bleiben die Produktionsbedingungen der Zollunionpartner verschieden. Bewährt sich die Zollunion handelspolitisch, so wird allerdings in ihrem Gefolge eine Angleichung der Produktionsbedingungen nicht zu vermeiden sein. Fragt man nicht nach dem handelspolitischen Archennuhen, sondern nach dem unmittelbaren Vorteil, den beide Länder auS ihrem Zusammenschluß zu einem einheitlichen Binnenmarkt ziehen, so hat zweifellos auf den ersten Blick die österreichische Industrie den größeren Vorteil von der Zollunion. Sie verzehnfacht nämlich, an der Zahl der Devöllerung und damit der Verbraucher gemessen, ihren Binnenmarkt. Hingegen wird der Binnenmarkt der deutschen Wirtschaft nur um ein Zehntel vergrößert. Es besteht aber kein Zweifel, daß der Absatz deutscher Erzeugnisse in Oesterreich durch die Zollunion belebt wird. Der deutsche Antell an der Einfuhr nach Oesterreich betrug im Jahre 1930 25 v. H Deutschland steht in der österreichischen Handelsbilanz anderSpitze. Diese Stellung wird durch den Wegfall der Zollschranken zwischen Oesterreich und Deutschland nicht nur befestigt, sondern stärker ausgebaut. Die leistungsfähigen Industrien in Deutschland und in Oesterreich werden gegenseitig durch die Zollunion gewinnen. Aichtleistungssähige Industrien allerdings, denen durch den Wegfall des Zollschuhes im neuen vergrößerten Binnenmarkt ein schärferer Wettbewerber entsteht, werden durch die Zollunion benachtelligt. Das gilt beispielsweise für einige österreichische Industriezweige, wie den Maschinenbau, Teile der chemischen Industrie sowie Gebiete der Metallwaren- und Kleineisenindustrie. Hier ist die deutsche Erzeugung vielfach der österreichischen überlegen und wird diese Ueberlegenheit erst recht nach dem Wegfall der Zollhürden, die bisher von ihr übersprungen werden mußten, zur Geltung bringen. Auch die österreichische Landwirtschaft sieht der Zollunion mit einigen Befürchtungen entgegen, die sich vor allem auf die deutsche Einfuhr von Zucker und Vieh erstrecken. Es scheint, daß diese Befürchtungen übertrieben sind. Wenn in Zukunft das osielbische Schwein in größeren Mengen auf dem Transitverkehr durch Mähren nach dem Groß- verbrauchsplah Wien kommt, an Stelle des polnischen Schweins, so ist das eine durchaus günstige Entwicklung. Andererseits haben Tirol, Steiermark und Salzburg Aussicht, ihr hochwertiges Zuchtvieh lohnender in Deutschland abzusetzen. Die österreichischen Wirtschaftsgruppen, die von der Zollunion am meisten profitieren dürften. sind neben Holz und Papier die Konfektion. Leder - und Kurzwaren sowie die G e s ch m a ck s i n d u st r i e. Sie sind leistungsfähig und haben in Oesterreich einen guten Standorr, was Tradition und menschliche Leistung anlangt Auch haben österreichische Baumwollgarne Aussicht stärker in Deutschland abgesetzt zu werden, da sie ein besonders zoll- empfindlicher Artikel sind. Jedenfalls hat die deutsche Industrie im großen und ganzen geringe Einzelnachteile und älebergangsschwierigkeiten von der Zollunion zu befürchten. Man mich hierbei in Rechnung stellen, daß bereits eine starke Kapitalverflechtung zwischen den deutschen und österreichischen Wirtschaftsgruppen besteht Zunächst einmal haben sich zahlreiche deutsche Industrie- und Handels Unternehmungen durch Einrichtung von Filialbetrieben in Oesterreich einen Absatz geschaffen, der bisher in den Außenhandels- zahlen nicht zum Ausdruck kam. Sv sind die österreichischen Großbetriebe der Elektrotechnik im Grunde deutsche Werke. Zahlreiche und vielfach enge Kapitalverflechtungen bestehen zwischen der deutschen und der österreichischen M o n- tanindustrie, ferner zwischen der Eisen- verarbeitung, der Maschinenindu- strie, der Chemie, dem Papiergewerbe und einzelnen Textilindustrien. Die Kapitalverflechtung bedient sich dabei der verschiedenen Formen, von der österreichischen Tochter- Große politische Kundgebung des französischen Staatspräsidenten Doumergues Amtszeit abgelaufen. — Ein „Vermächtnis an die Ration". — Gegen die Abrüstung. — Absage an Briand? Oer Wechsel im Elysee. Zahlreiche Kandidaten. — Unsicherheit bis zuletzt. Don unserem p.-Korrespondenben. Paris, 9. April. Am 13. Mai treten in Versailles die Mitglieder der Deputiertenkammer und des Senats, insgesamt 850 Stimmberechtigte, zusammen, um den neuen Präsidenten der französischen Republik auf die Dauer von sieben Iahren zu wählen. Die Stellung des französischen Staatsoberhauptes ist in ihren verfassungsmäßigen Rechten sehr elastisch aus- gestallet. Sie kann rein repräsentativ auf gefaxt werden, sie bietet aber auch einer starken Persönlichkeit die Möglichkeit weitgehender politischer Einflußnahme, und der gegenwärtige Präsident Doumergue hat es durch sicheren Takt wie durch Geschicklichkeit wiederholt verstanden, in entscheidenden Fragen seine Meinung zur Geltung zu bringen; wenn er auch nicht so heftig in die Politik eingegriffen hat wie Pvincare unseligen Andenkens. Immerhin, die ganze Art Doumergues, seine Verbindung von Repräsentation und Politik, hat den Franzosen wohl gefallen, und wenn er wollte, würde er es voraussichtlich nicht schwer haben, noch einmal gewählt zu werden, zumal da ein eigentlicher „Kronprinz" bisher noch fehlt. Aber Doumergue scheint keine Reigung zu haben, er will sich zunächst wenigstens zurückziehen und macht dadurch den Weg für das große Heer der Ehrgeizigen frei. Altem Herkommen nach gibt es offizielle Kandidaturen bis zum Tage der Wahl überhaupt nicht. Erst bei der Eröffnung der Rationalversammlung teilt der Vorsitzende, das ist der Präsident des Senats, mit, wer für das Amt kandidieren will. Dadurch ist eine gewisse Unsicher- heit bis zum letzten Äugenbllck geschaffen, die oft genug zu Ueberraschungen geführt hat und merkwürdige Koalitionen zusammenbrachte, die Außenseiter durchs Ziel führte, nur um bestimmte unbequeme Bewerber auszuschalten. Cs gibt in Frankreich ebenso wie in den übrigen Ländern eine Reihe von Ramen, die eigenllich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund geschoben werden. Dazu gehört auch der Senats- Präsident D o u m e r, der schon vor einem Viertel- jahrhundert gegen Fallieres vergeblich kandidierte. Er genießt als Präsident des Senats große Sympathien. Immerhin, eristschonvierund- siebzig Iahre alt, und das ist in Paris nicht unbedingt eine Empfehlung. In heißestem Wettbewerb mit ihm steht voöäufig P a i n - leve, der vor sieben Iahren gegen Doumergue mit 309:515 Stimmen durchfiel und diesmal das Rennen zu machen hofft. Daneben läßt sich noch der Kriegsminister Magi not nennen, der auf die Unterstützung der Rechten rechnet. Poin - c a r e, dessen Gesundheitszustand seine neue Wahl unmöglich macht, hält eine Sonderkandidatur mit dem Senator Lebrun in Reserve; im Hintergründe lauert das große Rätsel B r i a n d, der zwar vorläufig eine Kandidatur ablehnt, aber sich vielleicht doch zuletzt bitten läßt. Das einzig Gewisse ist also zur Zeit noch das ilngetoiffe, und wenn die Franzosen etwas mehr angelsächsischen Sportgeist hätten, dann wären für einen Totalisatorbetrieb mit Wetten auf Sieg und Platz unbegrenzte Möglichkeiten gegeben. Doumergues politisches Testament. Frankreich mutz selber für seine Sicherheit sorgen. Paris, 9.April. (TU.) Der Präsident bet Republik Doumergue traf auf feiner Helfe nach Tunis am Donnerstagvormittag in Jl i j } a ein. Gelegentlich eines ihm zu Ehren gegebenen Festessens hielt er dort eine große Hebe, beten politische Be- bculung nicht unterschätzt werben bars. Der französische Staatspräsident fleht bekanntlich am Enbe seiner siebenjährigen Amtszeit unb hinterläßt mit biefer Hebe sozusagen sein politis ch e s T e st a in e n t. Die Worte aus bem Dlunbe des höchsten Beamten Frankreichs finb jeboch ein neuer Beweis dafür, wie weit noch immer die französische Ration insgesamt oon dem Geiste des gerechten Friedens entfernt ist. Doumergue erinnert an d i e Ereignisse ö o n 1 9 1 4, roo Frankreich trotz der großen Gefahr seine Truppen zehn Kilometer hinter die Grenze zurückgezogen habe. Ebenso habe in der Nachkriegszeit die französische Regierung darauf verzichtet, gewisse Hechte in Anwendung zu bringen, die ihr die Berträge zugesprochen hätten. Auch habe Frankreich st arte Hüstungseinschränkungen seit einigen Iahren durchgesührt, die um so mehr anerkannt werden mühten, als Frankreich sehr stark unter dem Kriege gelitten habe. Dieser Krieg, der den wert des Friedens erst in ein rechtes Licht stelle, habe Frankreich aber auch die Erfahrungen eingebracht, dah es keinen dauerhaften Frieden gebe ohne die S ichetheit der Grenzen. Die französische Regierung sei daher Ira Recht, solange diese Sicherl>eit selbst zu oer- roalten, wie der Völkerbund nicht über eine Militär» macht oetsüge, die es ihm erlaube, seine Entschlüsse denjenigen aufzuzwingen, die sich ihnen nicht freiwillig beugten. Doumergue fuhr wörtlich fori: „wir haben um so mehr bas Recht, so zu denken, als wir uns plötzlich vor einem Ereignis sehen, dessen gegenwärtige Bedeutung und dessen Folgen wir um so weniger unterschätzen dürfen als die Geschichte des Landes, in dem es sich zuträgt, bereits einen bezeichnenden Präzedenzfall aufweist, den zu oergeffen für uns gefährlich fein könnte." Mit diesem gewundenen Sah spielte Doumergue auf die deutsch - österreichische Zollunion und auf die Geschichte des Deutschen Zollvereins an. Doumergue schloß: Frankreich brauche nur sich vom gesunden Menschenverstand leiten zu lassen, und dieser gesunde Menschenverstand rate ihm zweierlei an: 1. über den guten Z u st a n d der Sinan- zen zu wachen; 2. sich oon dem Gedanken leiten zu lassen, dah ein Land, solange es keine starke internationale Streitmacht gebe, nicht zulassen dürse. dah man seine eigene materielle Streitkraft unter das Hioeau herabsehe, das die Sicherheit und Unantastbarkeit des Landes erhalle. Die jetzt lebenden Generationen trügen vor den künftigen Generationen die Verantwortung hierfür. • Doumergue wird in Nizza den 'Kriegsminister Dumont treffen. In seiner Begleitung befinden sich die Mitglieder des Militär- und Zivillabmetts, sowie anstelle von Briand der 3uftUminifter B 6 - r a r d. Am Donnerstag wird der Staatspräsident dem Fürsten oon Monaco seinen Besuch ab- statten und sich am Nachmittag an Bord des Kreuzers „Colbert nach Tunis einschiffen. Lebhafter Berfall der presse. Zrankreich muß stark bleiben. — Gegen die „Umtriebe* Berlins und Wiens' Paris, 9. April. (TU.) Die ganz unerwartete polittsche Rede Doumergues findet hier um so stärkere Beachtung, als man darin tatsächlich eine Art ,Vermächtnis an die Ration" erblickt. In polittschen Kreisen wird hinzugefügt, daß diese Kundgebung von höchster Stelle zweifellos nicht spontan erfolgte, sondern das Ergebnis eingehender Besprechungen im Schoße der Regierung gewesen sei. Man habe diese Gelegenheit wahrgenommen, um die Haltung der französischen Außenpolitik in Gegenwart und Zukunft -noch einmal autoritativ fest zulegen. In diesem Lichte gewinnen die Aeußerungen Doumergues zur Abrüstungsfrage höchste Bedeutung. In die nüchterne Sprache des Alltags überseht, bedeuten seine Ausführungen über die Rolle der Militärmacht Frankreichs ein unumwundenes Bekenntnis zur bisherigen französischen Sicherheitspolittk und gegen dieAb- r ü st u n g. Die Rede des Präsidenten der Republik in Rizza wird von den meisten Blättern groß aufgemacht und von ihnen, soweit sie Stellung nehmen, vollauf gebilligt. — .Iournee Industrielle" schreibt, die sehr deutliche Anspielung des Präsidenten der Republik auf das deutsch - österreichische Abkommen, verdiene besondere Erwähnung. .Avenir" erklärt, man werde Doumergue zweifellos das Recht zuerkennen, in voller Kenntnis der Sachlage zu sprechen, da er ja seit sieben Iahren die Geschicke des Landes lenke und Zeit und Gelegenheit gehabt habe, die ernstesten Probleme der französischen Rachkriegspolitik kennenzulernen. Man müsse stark bleiben, da einerseits der Völkerbund sich nur an den guten Willen seiner Mitglieder wenden könne und andererseits man einige Mitglieder den Völkerbundsgeist völlig vernachlässigen sehe, um, wenn es ihnen gut dünke, zur individualistischen Formel gesellschaft einer deutschen Firma bis zur Repräsentanz, Beteiligung oder Arbeitsgemeinschaft. Aehnliche Kapitalve^lechtungen bestehen auch zwischen deutschen Großbanken und österreichischen Kredittnstttuten. Diese Kapitalverflechrungen sind einmal privatwirtschaftliche Pioniere einer volkswirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Oesterreich und damit auch der Zollunion. Sie erleichtern aber auch die Ueberwin- dung der Tlebergangsschwierigkciten. die es natürlich geben wird. Es ist wahrscheinlich, dah auch die Kartellbewegung durch die. Zollunion belebt und erweitert wird und sich in den Dienst der Durchführung des Univnvertrages stellt. Wenn man die Einzelheiten der deutsch- österreichischen Kapitalverflechtung studiert, ist man erstaunt über das Maß gegenseitiger wirt- schafllicher Durchdringung, das bereits zwischen beiden Volkswirtschaften besteht und sieht in dem Zollunionsvertrag nur eine logische Fortsetzung dieser Polittk der wirtschaftlichen An- ^eichung. Während die Hauptvortelle, die Oesterreich aus der Zollunion hat, im Gewinn des großen deutschen Binnenmarktes liegen, reifen die deutschen Früchte nur zum Teil auf dem österreichischen Markt. Man darf aber hier keine Krämerrechnung aufmachen, sondern muß die Fluchtlinien auch der geschäftlichen Entwicklung weiterziehen. Für die deutsche Industrie besteht der Vorteil der Zollunion in einer stärkeren Durchdringung der österreichischen Wirtschaft und in einer deutschen Ergänzung der nicht leistungsfähigen österreichischen Industrien. Er besteht zum zweiten darin, daß Oesterreich zum Schrittmacher für die grohdeutsche Erschließung des südosteurvpäischen Geschäfts wird. Ein dritter Dortell kann die Tatsache werden, daß die deutsch-österreichische Handelspvlittk in Zukunft gemeinsam vorgeht und ein größeres Gewicht in die Dertragswaag- schale werfen kann. Die Ergebnisse eines solchen Vorgehens kommen dabei insbesondere der d e u t- schen Aussuhrindust rie zugute. Das Volksbegehren in Preußen. Lcldtc und Tüstcrberg sprechen auf einer Stahlhelmkundgcbung. Berlin, 9. April. (TU) Im bis auf den letzten Platz gefüllten Berliner Sportpalast sprachen Donnerstagabend die Dundesführer des Stahlhelms, S e l d t e und Düsterberg, zum Volksbegehren. Seldte führte u. a. aus: Wir brauchen das Volksbegehren, weil der Preußische Landtag dem Willen des Volles nicht mehr entspricht, weil wir den Bürgerkrieg verhindern wollen, den eine sozialistische Diktatur vorbereiten will, weil die Wahl des Reichspräsidenten und eines neuen Reichstages nicht mit der Wahl zum Preußischen Landtag zusammenfallen darf, well auch die Preußenwahl geklärt sein muh. bevor im Frühjahr auf der neuen großen Abrüstungskonferenz in Genf über Europas und Deutschlands Schicksal neu bestimmt wird. Wenn Deutschland. in sich einig, wieder zu alter Kraft unZ> Größe, sich zäh langsam und sparsam ernt?erarbeitet, so wird auch der Kreis der Mächte, die noch heute unsere Gegner sind, uns doch zum Schluß so schachten müssen, wie sie innerlich tief die Revolution und die internationalen entwur- zelten Sozialisten bei uns verachten. Düsterberg betonte: Wir kennen im Stahlhelm nur eine Partei und die heißt Deutschland. Wir betreiben keine Parteipolitik, sondern im Geiste der Front bewußte Staatspolitik. Die Wiedergewinnung der deutschen Wehrhoheit ist Deutschlands Schicksal._Um diese geht es im Februar 1932 in Genf zu kämpfen. Hierzu brauchen wir nicht nur eine starke nationale Regierung im Reich, sondern auch in Preußen, um die schwächenden marxistischen Einflüsse auszuschalten. Die einseitige deutsche Abrüstung ist die größte Kriegsgefahr. Die deutsche Wehrlosigkeit, der waffenleere deutsche Raum ist nur die Fortsehurrg des Krieges mit anderen Mitteln. Wer verhindern will, daß Deutschland Kriegsschauplatz wird, muß für eine Rüstung eintreten, die uns Befähigt, aus eigener Kraft wenigstens unsere Reutralität zu wahren. Der nächste Grund für das Volksbegehren ist die Rotwendigkeit, in absehbarer Zeit dieRevisivns- frage von Reichswegen anzuschneiden. Deutschland kann und braucht die Tribute nicht länger zu bezahlen. Deutschlands Unschuld am Weltkrieg ift erwiesen. Die Erfüllungspolitik ist am Ende. Richt nur von Deutschlands Pflichten, sondern von Deutschlands Rechten muß gesprochen werden. Zu diesem schweren Kampf brauchen wir enttchlossene nationale Regierungen. Außen- und innenpolitisch haben die Lehren deS Marxismus vollständig Schiffbruch erlitten. Zum Schluß wandte sich der Landesführer deS Stahlhelms, Major a. D. v. Stephani, in einer Ansprache besonders an das Beamtentum. Die Beamtenschaft solle sich bewußt sein, daß das heuttge System nicht bestehen werde. Es werde für den Stahl Helm in- t e r e f f a n t sein, festzustellen, wer sich im Volksbegehren für ihn entschieden habe. Im neuen Deutschland forme man nu r Männer gebrauchen. auf die man sich verlassen könne. Der Stahlhelm werde nach dem Grundsatz handeln: Auge um Auge, Zahn um Zahn. grundsätzlich e i n Gesamtschul- Eine Wandlung, Beruhigung, Verdunkelung im Klang, die einer mit etwa den gleichen Werten zu bezeichnenden Veränderung ihres Gesamtstiles entspricht... Das soll kein Urteil, sondern eine Feststellung sein. (Und man kann nicht einmal sagen, wie weit dies vom Stück und von der Rolle abhängt oder beeinflußt ist, die sie hier zu spielen hat.) Ezinners Regie hat das Verdienst, in der Kontrastierung dieser darstellerischen Gegenkräfte eine leichte und sichere Hand bewiesen zu haben: er inszeniert mit Geschmack, mit unmerklichen Betonungen, viel Großausnahmen und einem impressionistischen Szenenwechsel, mit wirksamem Austausch von visuellen und klanglichen Elementen und einem wohltuenden Taktgefühl in heiklen Augenblicken (wie dem von Ariane raffiniert an* gezettelten Brand im Schlafzimmer). Berlin, 9. April. (WTB.) Die Unterrichtsverwaltungen der Länder sind übereingekommen, Zeugnisse der mittleren Reife auszustellen und gegenseitig anzuerkennen. Für den Erwerb der mittleren Reife ist ; Das Bild rundet sich sofort — und dennoch fehlt etwas bis zu jenem großen und bezaubernden Erlebnis ihrer früheren Dramenrollen, die sie zur ersten Darstellerin Berlins machten. Es mag an der Aufnahme oder an der Wiedergabe, wohl auch an beidem liegen: die Stimme hat sich verändert — vielleicht klingt sie jetzt, nach Jahren, wirklich anders: dunkler, verhaltener, ohne den hellen, silbernen Vogelton, von dem damals jeder entzückt war, der sie etwa Shakespeare-Verse sprechen hörte. Das Urteil, wenn man vorweg zusammenfassen will, kann nur eine tiefe Bestätigung sein: daß man damals, als die zuvor gänzlich unbekannte Anfängerin Elisabeth Bergner für die deutsche Bühne entdeckt wurde, in der ersten Freude nicht übers Ziel hinaus geschossen ist und das Augenmaß verloren hat —: Am Mittwoch begann in der gesamten Sowjetunion die Gottlosenwoche gegen die russischen Ostern. Die Gottlosenverbände veranstalten große Demonstrationen. 3n Moskau, Leningrad und anderen Städten wurden Beschlüsse gefaßt, die Kirchen der Staatsverwaltung Dr. Sahm, der frühere Danziger Senatspräsident, auf dessen Kandidatur sich die Mittelparteien geeinigt haben. Berlin, 9.April. (TU.) 3n dem Bericht der Reichsanstall für die Zeit vom 16. bis 31. März 1931 heißt es: Die der Jahreszeit entsprechende Au flocke - rung am Arbeitsmarkt, die im vorigen Be- richtsabfchnitt noch durch die ungünstige Witterung ausgehallen worden war, hat in der zweiten Hälfte des Monats Mürz, obwohl die Witterung noch stark winterlichen Charakter hatte, fühlbar eingesetzt. Richt nur die Zahl der hauptunter- slühungsempsänger in der Arbeitslosenversicherung hat um über 210000 abgenommen, sondern auch die Zahl der Arbeitslosen insgesamt ist um rund 2 2 4 0 0 0 zurückgegangen. Demnach wurden unter den am 31. Mär; bei den Arbeitsämtern vorgemerkten versügbaren Arbeitsuchenden rund 4 756 000 Arbeitslose gezählt. Bon der Entlastung gegenüber Mitte Mär; entfallen etwa ;wei Drittel auf die Saisonaußenberufe, der Rest auf die übrigen Berufsgruppen. Die Arbeitslosenversicherung war am 31 Mär; noch mit rund 2 316 000 hauptunterskühungsempsängern belastet. 3n der ürisensürsorge ist die Zahl der hauptunter- stühungsempfänger zurückgegangen. Sie belieft sich am 31. Mär; auf rund 923 000, d. h. rund 26 000 weniger als am letzten Stichtag. Zum erstenmal seit längerer Zeit ist also die Zahl der Krisen- unterstühten ;urückgegangen. Man könnte diesen Rückgang nun darauf ;urücksühren, daß die wohlsahrtseinrichtungen der Städte stärker belastet worden sind. Anfragen beim Deut- scheu Städtetag haben jedoch ergeben, daß die Berichte aus dem Reich nur ein Anwachsen der Ziffern um 1 bis 2 v. h. bei den Wohlfahrts- erwerbslosen bringen. Oos Teilgutachten der Brauns-Kommission. Eine Million Neueinstellungen bei Abschaffung des Toppclverdienftes und Arbeitszeitverkürzung. (Berlin, 9. QIpriL (ERB.) Das Teilgutachten, das die unter dem Vorsitz des früheren Reichs- arbeitsministers Brauns eingesetzte Gutachterkommission an Ostern erstattet hat, enthält in seinen Einzelheiten noch viel interessantes Material, so vor allem über die Auswirkungen, die von der Abschaffung des Doppel- verdienstes und der Verkürzung der Arbeitszeit erwartet werden. Durch die Regelung des erstgenannten Problems glaubt man, im Laufe der Zeit über 300 000 Arbeitslose wieder in den Arbeitsprozeß eingliedern zu können. Erheblicher noch ist die Zahl, die bei der Verkürzung der Arbeitszeit heraustt>mmen dürfte. Die Schätzungen maßgebender ©teilen weichen stark voneinander ab. Am optimistischsten sind offenbar die des Instituts für Konjunkturforschung, das bei fester Durchführung der Maßnahmen mit 1,5 Millionen rechnet, am nieorigften die des ReichsarbeÄs- ministeriums, das die Zahl auf etwa 600000 veranschlagt. Das Gutachten der Brauns-Kommission macht sich die Berechnung der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung zu eigen, die auf 750 000 hinausläuft. Zusammen wurde also eine Verringerung der Arbeitslosigkeit um eine Million Personen zu erwarten sein. Das ist doch sehr vielmehr, Leider ist die Wiedergabe ungleich: die Klangreproduktion ist stellenweise imtabelig, stellenweise aber so unsauber, daß man Schwierigkeiten hat, dem Dialog zu folgen. Doch sollte dies niemanden vom Besuch des Films abhalten, der zwei bedeutende und hier selten zu habende Darsteller in die Provinz zu Gast führt. —y— Bergner-Tonfilm. „Ariane" im Lichtspielhaus. Wiedersehen mit der Bergner nach sehr langer Zeit: ein Ereignis... und eine überaus lehrreiche Begegnung. Wir sahen sie zuletzt in einigen stummen Filmen und wir sagten damals, wie schwer es sei, sich nach der klanglosen Szenenfolge ein Bild vom wirklichen Wesen dieser berühmten Schauspielerin zu machen, wie man es von der Bühne her gewinnt. Da war die Stimme der erste und der letzte, der große und bleibende Eindruck vom Spiel der Bergner, jetzt, in ihrem ersten Tonfilm, hört man sie auch sprechen. als man in der Öffentlichkeit bisher geglaubt hatte. Die Brauns-Kommission wird ihre Arbeiten in der nächsten Zeit sehr energisch fortfetzen. Sie wird in der kommenden Woche wieder zusammentreten, um zunächst das Problem der Arbeitsbeschaffung zu beraten. Sobald das Gutachten hierüber fertiggestellt ist, soll die Frage der Sicherung der Arbeitslosenfür- svrge nach der finanziellen Seite hin in Angriff genommen werden. Unter dieses Gebiet fällt auch die Krisen-unddie Wohlfahrtsfürsorge. Die Vorschläge des Deutschen Städtetages werden zweifellos in die Erörterungen einbezogen werden, die zu einer Reform des Arbeitslosenversicherungswesens führen sollen. Zeugnisse der mittleren Reise. Eine neue Vereinbarung der Unter» richtsvcrwaliungen. Sochschulnackrichten. Zum ordentlichen Professor der Mineralogie und Petrographie an der Universität Graz ist als Nachfolger des Hofrats Professor R. Scharizer, der mit dem Titel eines ao. Professors bekleidete Privat- dozent daselbst und Professor an der dortigen ßan- desoberrealschule Dr. Franz Angel ernannt worden. Professor D. Dr. Paul Tillich in Frankfurt a, M. hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Halle abgelehnt: er sollte dort den Lehrstuhl der systematischen Theologie als Rachfolger von Professor Mehrung übernehmen. Professor Dr. Herbert Koch in Leipzig und Privatdozent Dr. Walter Holtzmann in Berlin haben die Berufungen an die Universität Halle angenommen. Professor Koch übernimmt in Halle den Lehrstuhl der klassischen Archäologie als Rachfolger von Professor G. Karo, während Dr. Holtzmann den Halleschen Lehrstuhl der mittleren und neueren Geschichte als Rachfolger von R. Holtzmann übernimmt. Zu ordentlichen Professoren an der Freiburger Universität wurden die o. Professoren Dr. Wolfgang S o e r g e l von der Universität Breslau und Dr. Gustav D o e t s ch von der Technischen Hochschule in Stuttgart ernannt. Professor Soergel übernimmt in Freiburg den Lehrstuhl der Geologie und Paläontologie als Rachfolger von W. Deecke, Professor Doetsch wurde der Freiburger Lehrstuhl der Mathematik an Stelle von L. Hesfter übertragen. Oie neuen Gtadthäupter von Berlin. Sichere Mehrheit für Bürgermeister und Kämmerer. Berlin, 9. April. (CNB.) Im Wahlausschuß der Berliner Stadtverordnetenversammlung stellte sich bei den heutigen Probeabstimmungen heraus, daß sowohl für Dr. Sahm als Oberbürgermeister als auch für Dr. E l s o s und L a n g e als Bürger- SS. Elisabeth Bergner. Worte, die sie hört, ihren Ausdruck verändern, und wie in diesen fast unmerklichen Uebergängen das ganze Schicksal einer Frauengestalt und ein seelischer Zusammenbruch beschlossen liegt. Merkwürdig also, daß der stärkste künstlerische Ausdruck dieses Klangsilms im stummen Spiel erreicht wird. Zugrunde liegt der Roman „Ariane" des kürzlich verstorbenen Franzosen Claude Ane t: das Drehbuch stammt von Paul Czinner, dem Gatten der Bergner, der auch die Regie führt. Eine Liebesgeschichte. Aber nicht im Sinne der Shakespeareschen Lustspiele oder der spanischen „Donna Juana", eher in der Art von „Fräulein Julie" oder von „ Fräulein Else". Die beschwingte Heiterkeit jener früheren Rollen ist nur in einige Szenen der Fabel hinübergerettet, die oft etwas An der günstigeren Entwicklung des Arbeitsmarktes sind alle Bezirke, wenn auch in verschiedenem Ausmaße beteiligt und zwar am günstigsten im Verhältnis zum Stand von Mitte März die Bezirke Brandenburg, Rord- mark, Riedersachsen und Südwestdeutsch- land. Verhältnismäßig ungünstig dagegen Ostpreußen, Westfalen und Sachsen. Die Besserung des Beschäftigungsgrades beschränkt sich zur Zeit Verkrampftes, Rervöses und Krankhaftes in die Beziehungen der Liebenden hineinträgt. Einen Unterton nordischer Gefühlskälte und russischer Melancholie... Die eben dem Gymnasium entronnene junge und unschuldige Studentin Ariane wird die Geliebte eines erfahrenen und frauenkennerischen Herrn der Welt. Unter den Klängen des Mozart- schen „Don Juan", beziehungsvoll, ihre erste Begegnung. Ihn reizt das zarte Geschöpf, und er scheut sich doch vor dem unberührten jungen Mädchen. Da spielt sie, ihm bald verfallen, die Rolle der wissenden Frau mit Abenteuern und „Vergangenheit" . .. und spielt dennoch falsch und zur Qual des Geliebten, weil sie ihm eben bald mehr bedeutet als nur das Abenteuer einer flüchtigen Begegnung. Wichtiger, als die vielen, verwirrenden Stadien der Entwickelung — erste Annäherung, Vereinigung, Mißklang, Abschied, Verstimmung, Glück. Trauer, Wiedervereinigung und neue, schmerzlichere Trennung bis zu der überraschenden Wen- düng im allerletzten Augenblick — ausführlich nachzuzeichnen, scheint uns ein Hinweis auf die ungemein reizvolle Gegenüberstellung der beiden schauspielerischen Polaritäten, die den Film tragen: . Reben der Bergner, die zart, zierlich, mädchenhaft erscheint, schüchtern, zaghaft, empfindlich, nervös, traurig und tief erschrocken, demütig zuletzt in der bedingungslos liebenden Gefolgschaft — steht, breit, wuchtig, um Haupteslänge über ihr, Rudolf Forster, der Mann Konstantin, der Geliebte, Don Juan, ,',Großfürst" und Grandseigneur, ein launenhafter, herrischer, oft einfach brutaler Mensch kühlen Willens, der alles erreicht, was er will... Man sieht eine reife, der Partnerin ebenbürtige Leistung. »meister und für A s ch als Stadtkämmerer eine sichere Mehrheit vorhanden ist. Bei den Adstim- l mungen erklärten sich für Sahm, Elsas, Lange und „ Asch die Vertreter der Sozialdemokraten, r der Stoatspartei, des Zentrums und der Deutschen Volkspartei, die im Plenum über 104 Stimmen verfügen. Wie die Telegraphen- Union erfährt, beabsichtigt die deutschnatio» nale Fraktion der Berliner Stadtverordnetenversammlung, den ehemaligen Vorsitzenden des Zweckoerbandes Groß-Berlin, Dr. Steiniger, für die Wahl zum Oberbürgermeister vorzuschlagen. Weiter verlautet, daß die Deutschnationalen auch für einen der beiden zu besetzenden'Bürgermeisterposten einen Kandidaten vorschlagen wollen, und zwar den jetzigen Bezirksstadtrat und preußischen Landtagsabgeordneten S t e i n h o f f. im wesentlichen noch auf diejenigen Berufsgruppen, deren Arbeitsplätze infolge der besseren Witterung wieder stärker beseht werden konnten. So haben nunmehr die Abrufe in die Landwirtschaft etwas lebhafter, wenn auch nicht im Ausmaße des Vorjahres eingesetzt. Im B a u - ge werbe sind Fach- und Hilfsarbeiter zur Fertigstellung vorjähriger Bauten eingestellt worden, während vom Beginn neuer Bauvorhaben noch kaum die Rede ist. Mehrfach sind Stein- brüche und Zementwerke wieder in Betrieb gesetzt worden, während bei den Ziegeleien mit Rücksicht auf hohe Lagerbestände die Frühjahrsarbeit meist nur sehr zögernd ein» seht. Eine leichte Besserung, überwiegend im Zusammenhang mit dem Daumarkte, hat auch der Arbeitsmarkt in der Sägewerkindustrie, in der Bautischlerei, in der Möbelindustrie und für die ungelernten Lohnarbeiter erfahren. Die seit Mitte Februar anhaltende Besserung des Beschäftigungsgrades in einigen (8 er- brauchsindu strien hat im wesentlichen auch in der zweiten Märzhälfte sich fort» ge se h t. Das gilt von der Kleider- und Wäschekonfektion, von der Maßschneiderei, sowie schließlich vom Tabakgewerbe. Eine gewisse Belebung, die nach wie vor jedoch erhebliche bezirkliche Unterschiede aufweist, ist auch weiterhin in der Spinnstofsindustrie zu erkennen. In der Schwerindustrie verharrt der Arbeitsmarkt weiterhin in einem Zustand der Depression. Im Ruhrkohlenbergbau wurden nicht unerhebliche Entlassungen durchgeführt. Das gleiche ist in geringerem Maße im Braunkohlenbergbau erfolgt. Die Metallverarbeitung hat, abgesehen von der Kraftfahrzeug- und Fahrradindustrie, im allgemeinen keine Besserung zu verzeichnen. In einzelnen Betrieben, wie Rheinland und Hessen, wurde der Arbeitsmarkt zwar etwas stärker entlastet, in anderen jedoch setzte sich der Rückgang der Beschäftigung noch weiter fort. In der Seeschiffahrt, vor allem des Bezirks Rordmark, hat die Belebung weiter angehalten. Der Umzugstermin brachte zum ersten Male seit dem Kriege größere Anforderungen von Transport- arbeitern. Im übrigen war die Arbeitsmarktlage im Verkehrsgewerbe wenig günstig. In der Binnenschiffahrt infolge mangels an Ladung eher wieder rückläufig. mindestens lOjähriger lehrgang mit Dollunterricht erforderlich, der eine in dem erzielten Reifegrade mindestens der anerkannten preußischen Mittelschule entsprechende Allgemeinbildung verbürgt: anstelle der Fremdsprache kann in Fachschulen eine vertiefte Fachbildung treten. Hierzu wird vom Reichsministerium des Innern u. a. mitgeteilt: Die Schülerzahlen der verschiedenen tische Lebensberufe eignen. In den Aufboukursen der Volksschulen, den preußischen Mittelschulen und den ihnen entsprechenden mittleren Schulsystemen sowie in den Fachschulen werden Schüler und Schülerinnen herangebildet, die nach (Begabung. und Ausbildung in vieler Hinsicht den Anforderungen des praktischen Berufslebens be stilgerecht werden als vorzeitig entlassene Schüler der höheren Lehranstalten. Die Absolventen dieser Schularten haben überdies den Vorzug, auf Grund einer in s i ch abgeschlossenen und den Bedürfnissen praktischer Berufsarbeit weitgehend angepaßten Bildung^ in das Leben zu treten. Dem Mangel der ungenügenden Berücksichtigung dieser Schularten abzuhelfen, zu dem aber eine wesentliche Vereins achung und Vereinheitlichung des Berechtigungswesens sowie eine Beseitigung seiner ungesunden Auswüchse herbei- ^uführen, ist das Ziel der Vereinbarung, die nach langjährigen Verhandlungen nunmehr zustande- gefommen ist. Verhandlungen mit den Wirt* schnf t s k r e i sen lassen erhoffen, daß diese Kreise bereit sind, sich dieser Auffassung der Unterrichtsverwaltungen anzuschliehen. Tie Durchführung der Vereinbarung über die mittlere Reife würde zugleich eine erhebliche Ersparnis an privatem und öffentlichem Erziehungskapital zur Folge hoben. Das Reichsministerium des Innern und die Unterrichtsverwaltungen der Länder sind sich bewußt, daß die mittlere Reife ihre Auswirkung erst in der Zukunft haben wird. Aber gerade die derzeitige Fehlleitung und die heutige Ueberfüllung der höheren Schulen und der Hochschulen lassen die mit der mittleren Reife bezweckte organisatorische Umstellung des Schul- und Berufslebens dringlich erscheinen. Kleine politische Nachrichten. Die Reichsleitung der RS DAP. hat jetzt n->ch offiziell beschlossen, das Volksbegehren c Auflösung des Preußischen Landtags mit auec - Energie zu unterstützen.* Für das Volksbegehren auf Auflösung des Preußischen Landtags haben sich am ersten Tage in Frankfurt 1282 Personen eingetragen. Bei dem Volksbegehren gegen den Voung- plan hatten sich am ersten Tage 400 Personen eingezeichnet. Auf Grund der Rotverordnung vom 28. März hat der Berliner Polizeipräsident von neuem das Tragen einheitlicher, insbesondere militärähnlicher Parteiuniformen oder Dundeskleidung der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder ihrer Rebenorganisatto- nen, insbesondere der Sturmabteilungen (SA.), Schuhstaffel (SS.) und der Hitler-Jugend verboten. Gleiche Verbote sind am selben Tage in den meisten preußischen Provinzen erlassen. zurückzukehren, ohne sich zu scheuen, das europäische Konzert zu stören. Tie letzte Geste Deutschlands und Oesterreichs beweise, daß nicht alle Welt offenes Spiel spiele, und es sei symptoma- ttsch, daß s o g a r Herriot, dessen Friedenswillen man nicht in Abrede stellen werde, sich gegen Sie ..Umtriebe" Berlins und Wiens erhebe. Hierüber mühten a 11 c 5 r a n » zosen einer Meinung sein. Doumergue fordere Frankreich auf, diese durchzuführen. — Als typisch für die Wertung durch die na- tionalistische Presse kann der Kommentar des „Echo de Paris" gelten. Das Blatt erklärt, die Worte Doumergues hätten keinen Sinn oder sie stellten eine Verurteilung des Völkerbundes dar, der nicht einmal in der Lage sei, einfache Enthüllungen zu formulieren. Die Worte Doumergues hätten keinen Sinn oder sie bedeuteten eine scharfe Kritik der Ad- rüst ungsbemühungen, so wie sie gegenwärtig unternommen würden. Wenn der Präsident zu verstehen gebe, daß er in dem Wirtschafts- anschluh nicht einen vereinzelten Akt erblicke, sondern vielmehr den Beginn einer Reihe von Ueberraschungen, so stelle er damit indirekt fest, daß die poetische Anschauung, auf der Briand die Politik von Locarno aufgebaut habe, verfehlt gewesen sei. AllE Anschein nach glaube der Mann, der so deutliche Worte brauche, nicht, daß Deutschland sich den bestehenden Verträgen anpassen werde und auch nicht, daß Deutschland damit einverstanden Jem werde, sie nur durch ein regelrechtes und sried- liches Verfahren zu korrigieren. Das Blatt erblickt in der Rede des Präsidenten eine Verurteilung der Driandschen Politik. Rückgang der Arbeitslosigkeit. Leichte Besserung der Lage am Arbeitsmarkt, besonders in Südwestdeutschland. Zweige und Stufen des Bildungswesens von der Volksschule bis zur Hochschule' stehen mit den Vorbildungsbedürfnissen und der Aufnahmefähigkeit der Wirtschaft nicht t in Einklang. Das lieber angebot „überwertiger" Kräfte bewirkt eine Ueberjtei- gerung der Vorbildungsanforderungen bei den freien ober behördlichen Arbeitgebern. In diesem Mißverhältnis liegen große Gefahren sowohl für die Bildungsziele der Schule wie für die Berufs- retrutierung, wie vor allem für die betroffenen Jugendlichen selbst. Dieser ungesunden Entwickelung wird an erster Stelle durch eine Verbesserung des Ausleseverfahrens abzuhelfen sein, in dem Sinne, daß ungeeignete Schüler aus der heute einseitig bevorzugten höheren Schule ausgeschieden bzw. von ihr fern gehalten werden. Doch bedarf es darüber hinaus positiv wirkender Maßnahmen zugunsten solcher Begabungen, die sich vorzugsweise für prak- Sie ist noch immer eine große und in gewissem Sinne unvergleichliche Darstellerin — abgesehen einmal ganz vorn blendenden, ablenkenden Auhen- bilb. .. von der grazilen Figur, der kindlich runden Stirn, den großen Augensternen. Man muh das etwa nachprüfen an der schauspielerisch vollkommensten Szene, gegen Ende, nach der Wiederbegegnung: Großaufnahme des Gesichtes neben dem Kopf ihres Partners. Man muh verfolgen, wie die wenigen entscheidenden Hauptmann a. D. Stennes hat am Donnerstag zum erstenmal die angekündigte Halbwochenzeitung erscheinen lassen, die den Titel „Arbeiter, Bauern, Soldaten" führt. en auf Auflösung iben sich am ersten Personen eingetta« gegen den Poung- tage 400 Personen achnchien. 1A P. Hai fehl n-'ch ssbegchren t Landtags mit auet ■ K raffinierte szimmer). und der ?E.n ‘ "ittiL1 bot üh. Sv& erbe^S ä'ä jT’-taiS Sfeft S'L L ? ktoie in den L««ÄÄ bS?eruri*n dicht 4uf.* 5. auf ®tUnj) ^^nundden »er AeruÄ ’^unginta JJSf; e?infa Der Vorstand. Pfund Pfund Pfund .. zus. EmilGießler/polkzei-Oberwachkmeister und Frau (Smmi/ geb. Bopf Nene SDOllpreife Pfund fflnkkaroni | Pfund Pflaumen Pfd. Elerwchnlftnud. Pfund Pflaumen Gießen (Marburger Straße 9), den 9. April 1931 (z. Z. Katholisches Schwesternhaus) FROHER IN ALTENBURG 38. SCHULJAHR MASCHINENBAU • ELEKTROTECHNIK AUTOMOBIL- UND FLUGZEUGBAU PAPIPPTFCHNIK. PROSPEKT ANFORDERNI Für die vielen Beweise herzlicher Teil' nähme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir hiermit innigsten Dank. Ph. Breitwieser und Kinder. unübertroffen an Aus- mahl,Schönheit und Preisroürdigkelt. Zuschneide - Lehranstalt des Ersten Frankfurter Zuschneider-Vereins e. V., Frankfurt a. M., Zell 63. EamStaa, d. 11, 4. SOV, Ubr 24B3D Vereinsabend in ber-etabt Vid>". 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Gießen (Schillerstraße 5), den 8. April 1931. Die Beerdigung findet statt: Montag, den 13. April, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Bürogehilfe perfekt in Stenographie unb Ma» fchinenschreiben lniägl. gelernter An» lunliönrlnlfc) auf Anwalts- u. Wo» tartaivbüro iüt fofort acfncht. Schr. Angeboie mit (Mebnlt»nnfpr. unter 02053 an den Gies,en. An^. erbeten. Kßroeinen PHanmen Aprikosen Hirnen - 9icue u.acdranchtc DtlllOl- luafloen btllta 8U verkaufen. Revaralurwerkstätte Karl Schmidt Vdberllr 19 K’OM | Kaufgesuche | Gut erhaltenes Damenrad au kaufen gesucht. Schrift!. Anaeb. unt. 25251» an d. Äh. ?1NA. j Verschiedenes | Düngekalk sämtliche Sorten Kunstdünger Torfmull empfiehlt billigst H. Trechster Telephon 3.581 -'"0 grossen werden enter Garantie durch |l r II || Q Stärke Bbeaei- V L H U 0 tlgt. Preist2.75 Drogerie O. WInierhoff, Krouzplatz 9/10. c.nhunz- Drogerie. Koltersweg ß8n. -MW fj y/67 Af/o 6es- -fZ/zj A'rfuj/n///#/, 2dc/c/> Zd6/e/Ze7). 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Gießen (Asterweg 31), 10. April 1931. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 13. April, nachmittags 214 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt Nachruf. Nach kurzem, schwerem lietben verschieb unerwartet unser Neiseoertreter langjähriger HerrFrißdrichEikmeierausGißOen Wir bebauern aufrichtig ben Bcrlust biefeü bewährten Mit- arbetterS, der fid) durch sein aufrichtiges Wesen und bnrch 8cwisfenhaftc Pflichterfüllung et unS ein stets chrenbeS Gebenken gestchert hat. 30h. Dan. Sans A.G. Tabat n. Ztgarrenfabriken Dillenburg. ,7'1 11 •feen “Meisen “Mer MOU elommen • Martin Wer April M if)au<) ***** IWM 8 Wz im Uta«* imluug itten um allseitige- n 3. Verschiedene-. 0205; ilat Rund-Flüge _ Schauflüge. MO ssen Reichsmark imünieo! veranstalten wir im nnung 0^°^ 1 einen Tietwodügen fiWiiß E ,n zVerbandes. °c SgStf beit, sich m -szubndCSbeltab.' ■ nuten Aroei ^oclderMode -ei«tt 1^KüD$t 06 ,, Wir me'd^ tSeff$senten sowie Io« c 'reiche® u} olmmt h des K?r, 0iebe°- GSr,fle’ ««” -M < [»nel. hen° ®#lc. *e,7$u L-- *£Ä»s* E = E 4 = S öö 4 = xa b § °V) B c « BB=4£t =€€ E&H EU) J! VZb § 4 ®9 = « 9s = S 'S.« E 3 f ts Mo C3 E = e® »t§ E 4 Mi3 8 s B4<3 19 o Z 9 KZ-9 plD$ (9 e e ES E ■es- C7® e^E ae4 = 4 5z Z « E E>-2S L - x E = E E 8 A S B 8 ^®s ■S« e 5® Q y 19 ■e <9£ .= «Q ■e E 3 E Z8ZF e to*2 a 4L D-&29 2 Ä E = s m ° - a es —, o x = ■e-61 =■— N N ZL ^•e JD 8 LS m E3 E E = « cc o. n(9® Ü) 3 -o B EA cH t E F E E o Sä r--. E DEE f8S® E 2 B Ö E LE = §B E B E = ®E» = E 4 (0 BL =»4 Ea E 3?b^ä 3 es 4 .p- £ S. E Bo" ES 4 C E B 2 = ^ laa L 3 Et9°:® LStZK! EL Br? 5 s 9 egJöEE = E a Et = firi *C o •e° € 3 LZZ»Z 8x ,cy 5 a «. e £ C -- C? p o e E . E «I i-.!O 9 Q E« c s E 8 c = gÄB o EK —z ss9 L 2WZ EH2». B e E = 4 3 fi 2 <9 3 « e-9 3 >’ 8 es -8 K 9§ 2=^.8 L.E sr u 0 E TcE ö SS a o-. B B ä 8 c a E eo C“ S.E DZ S E E X rj ^4 — e *P 4£t IZ8 4 3 9-e8 L >55 £ ^=8 3JL E o». 2“ E E O S5 H ö L »s C7 Q ■9 -3^4 Ü) aa =E< c ü. SBC« x;— _ 3 03! 0 e, » • ilss A = .42 44 00 G cx 3 — tf. c £2 «Ec ce e- ® Eg' a> *e O.'o^ !O^ UU) o «1 ® E E^x O . E L ftiEct "E .to. 2^*0 3; ' o«-3 o c4=c£ _ eS 2 .2 . « 4 o 8 g-jsia1 0 > L « e e eE« " > E c-E c. = a — »> EtZi E Exss p w- o *6 r. g ZT -D 13.'-- :C c o c 3 O "E-c.» ©!p c U> w ’toE c(fl öS 5 S <** Ä 38^ 14g E 3Ö > o > © g er> o,n L 2E^4Z ?44§ w—E v Ss.-2s 12 fg-g S- ö .3 - ~ o o * =-=• o d 3 a S €a» E-B® g.t9^-ci e 3a £ eEoS s a o >: ’-e-u^e O -*G- c. G" A 0-3 ä w x E 5NNs§ EßS =1=5 LLN « cy G"-- 'N 3 E o _. — C e clTG" C c u öN 3 ö *— — — J—' o 8 "=Q g? = B 5 c E -- C , L- B 2 = 2^ uEo _ g»^E®« m-oS.E 2 0^9 £S£öfl c-gt Bro o *» u o :e- 5 e 9 == o x - E .E EZ9 E- o s5.£ ®h® O . c. . 48-9N g 514 L B 5 o -g 4 o JO 'S1 E B - e = ®S5 ZU- 2- 4|B 4§l ä ® B Sä x ZD s4 ^5:i E E.= ö -S 8 E -E s c. S 54° — B -0 •et: £ L-Z A -SO B ^§8®4A§ ~A a .E—- m = LZD 3 E a|-'c c ■- E E »TS- pl Ä 5-^8 BIS -LZ E$ 4u9=| =4 2E€2 O 3=- E "G^e s ra *ür.e: a 4= .0 g4j$ o E •“4£4S- HCT® E-8 E^ E -8- E t^s® 4112 §2S M.:t2?SEB o o . ü, E •§1^1 r* *- *P St xE - ~ 4-5 |4toe*4| c E— . = -• ^>5 = 5 LZ | S?hS8 .§.*25125 e' Uu o t3- O 3 2t öcwl°- 4c?3:Q <9- ES ZZ« ilisi !=i$ °K8K^-ssZSA 5 .s^e - eE = ,= e5«E - 3!^bS ^go- ^ga8± ■^a = = „ ß> 0*3 a = 6f^| E 5ö See Z-D ®Aec S es seö-^- L.E -® 4- «s LD =• &?§» ^445 aA £-?f§44 _ =9—i= . »H o o o" — § 's * 8-e-o . 2(9 3 L E 2J E n^A^e GTo ea-e E E B 5? E s <9 B 2 B B E E 2 B B B B 2 2 E E <0 t*D E - 8 - B E to e B E B oa- 4je E z=9 3 B c ■e = e <92 o 1. II ■5« 2 « A iS o 3- 61 2: 5 o 3 ~~>ro £r ;3~—r^- ”3 s?® A 2.2 2 O- 3 2 2 l-L O pTre O ■ ^Ä>3 „2 0 o >8» 3 3. er^S« ra 3»^; 3 § 3 2C Ö-P.CT U, C" 3 e« D O Q! 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Besonders im Einzellauf entsteht eine scharfe Konkurrenz zwischen dem Titelverteidiger F o r n o f f (Tgs. Darmstadt), Reuter (Tgm. Sachsenhausen) und Mittel (Tgs. Koblenz). Reben diesen sino als ernste An- Wärter auf die Meisterschaft auch Berkholz (Bad Homburg). Voigt (Seligenstadt) und Pfannenschmidt (Stockheim) zu betrachten. Roch stärker dürste der Meistertitel im Mannschaftslauf umstritten sein. Es sind vor allem die Mannschaften von Tgm. Sachsenhausen, Tgs. Darmstadt und Tgs. Koblenz, die sich den Rang streitig zu machen versuchen. Die Besten des nächsten Sonntags werden den Mittelrheinkreis bei dem Waldlauf der DT. gemeinsam mit der DSB. in Hannover vertreten. Westdeutsche Zußball-Meisterschast. Fortuna Düsseldorf und Meidericher Sportv. bestreiten am Sonntag in Duisburg das erste Entscheidungsspiel um die westdeutsche Meisterschaft. Als weiterer Teilnehmer an der Runde hat sich bereits BfD. Bielefeld qualifiziert, während der vierte im Bunde noch zwischen Alemannia Aachen und Kassel 03 ermittelt wird. 3n der Runde der Zweiten spielen am 12. April: Sterkrade gegen Rheydter EpB; Echwarzweih Barmen gegen Borussia Rheine. — Die westdeutsche Handballmeistcrfchast wird am Sonntag in Krefeld zwischen Aachen 08 und Tura Barmen entschieden. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Großen-Buseck Liga 1:6. Am ersten Osterfeiertag weilte die Ligamannschaft Großen-Busecks zu einem Gesellschaftsspiel in Leihgestern. Leihgestern muhte auf eigenem Plaste die erste Niederlage hinnehmen. Großen-Buseck konnte zur Halbzeit mit drei Toren in Führung gehen. 3n der Mitte der zweiten Halbzeit gelang Leihaestern das Ehrentor, während die Gaste das Resultat auf 6:1 schraubten. Leihgestern I — Germania Marburg Ligareserve 4:2. Für den zweiten Osterfeiertag hatte sich Leihgestern die Ligareserve des Sportvereins „Germa- nia“ Marburg verpflichtet. Die Gäste zeigten ein schönes Spiel. Leihgestern ging in diesem Spiel ganz aus sich heraus und konnte bis zum Schluß vier Tore erzielen, nachdem vorher Marburg mit zwei Toren führte. Am Sonntag fährt die erste Mannschaft zu einem Gesellschaftsspiel nach Steinberg. Die neu ausgestellte Schülermannschaft wird voraussichtlich auf eigenem Platze gegen die gleiche des Sportvereins Klein- Linden spielen. (Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — Steinberg I 5:4 (3:1). 2lm ersten Feiertag weilte die I. Mannschaft von Wallenborn-Steinberg in Garbenteich zu Gast. Rach einem harten und wechselvollen Spiel verließen die Plahbesitzer als verdiente Sieger da» Spielfeld. Das Rückspiel in Steinberg verlor Garbenteich durch ein Eigentor mit 1:0. Auch dieses Spiel wurde überaus hart durchgeführt. Garbenteichs II. Mannschaft spielte gegen Dutenhofens II. unentschieden 1:1. Kreuzweg der Lebe. Vornan von Paul Grabein UrheberrcchtSschuh: Romandienst _Digo". Berlin W 30. 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ursula fuhr auf aus ihrer Betäubung. Was sollt« das alles? Wie durfte er diese Frage an sie richten? Alnö sie wollte davon stürzen. Er aber ergriff, zum letzten entschlossen, ihren Arm und hielt sie zurück. „Alrfula, beantworte mir die einzige Frage wenigstens — das bist du mir schuldig: Liebtest du Drenck schon damals, als alles kam, als du — noch mein warst?" „Das konntest du glauben?" Wie ein Aufschrei entrang es sich Ursulas Brust. „Also nein? — Rein!" Fast jubelnd stieß es Wigand hervor. „Dann weiß ich alles: Ein Opfer war deine Ehe — ein Sühneopfer!" ©ein« entflammten Blicke verzehrten ihr süßeS, blasses Gesicht, so dicht vor ihm. 3n der flüchtigen Sekunde, wo er die angstvoll Widerstrebende so zurückhielt, jagten sich seine Gedanken wie Blitze: -Die lieb, wie schön war sie! Sein eigen war sie einst gewesen, und das sollt« ihm nun auf ewig verloren sein! Rur um einer einzigen, unseligen Stunde des Vergessens willen, für die sie berde in langen Leidensjahren schwer gebüßt hatten. Warum muhte eS denn sein? 3enem anderen war sie nichts, nur eine lästige Fessel — M hatte ihn nie geliebt, nur aus Mitleid ihn genommen — was hinderte sie also, ihre Bande zu sprengen, frei zu werden — wieder sein zu werden — sein, dem sie gehörte mit dem heiligen Recht der Liebe? And näher beugte er das Antlitz zu ihr, die entsetzt rang, sich aus seiner Hand zu befreien. 3hr Widerstand, das Anringen ihrer garten Glieder gegen seinen zwingenden Grifs raubte ihin den Rest der Besinnung. Lohend schlugen die Gluten seiner Liebe über ihm zusammen. „Arsula!" Sein heißer Atem schlug ihr ins Gesicht. „Deine Ehe ist ein furchtbarer 3rrtum, der uns alle zugrunde richtet: ihn, dich und mich! Mach ein Ende damit, mach dich frei! — Arsula, ich kann nicht ohne dich leben! Sei wieder meinI“ Die im leidenschaftsbehenden Flüsterhauch her- vorgestvhenen Worte, der heiße Hauch seines Mundes in ihrem Gesicht, drohten ihr die Besinnung zu rauben. Es kam über sie wie damals als Braut vor Drencks Ankunft, wo er sie auch so an sich gerissen und mit seinen Liebkosungen fast erstickt hatte — kam über sie wie ein süßer, lähmender Dann, der jede Wider st crnds kraft aus- Handball im Gau Hessen (O.T.) Der Turnverein L i ch hatte an Ostern den befreundeten Turnverein 1850 Bad-Rauheim mit zwei Mannschaften bei sich zu Gast. Tv. 1860 Dad-Rauheim Ii gewann gegen Lich l 6:3, nachdem in der Halbzeit noch Lich 2:1 geführt hatte. Schwerer hatte es Dad-Rauhrims 3ugent». sich gegen den körperlich überlegenen Gegner durch- zulehen. Das Treffen der Zugendmannschatten endete 1:0 (0:0) für Dad-Rauheim. Tags darauf weilte übrigens eine kombinierte Mannschaft des Tv. 1860 Bad-Rauheim in Kirchhain, wo sie von der ersten Elf des dorttgen Turnvereins 4:1 (IX)) geschlagen wurde. To. Großen-Linden I — Io. wchlor II 9:0 (3:0). Dieses Treffen endete mit einem überraschend hohen Siege der Großen-Lindener. Die Gäste waren aber keinesfalls so schlecht, wie aus dem Resultat hervorgeht. Sie waren im Feldspiel fast gleichwertig, aber der Sturm versagte vor dem Tore vollkommen. Wesentlich anders war es bei der Stürmerreihe des Gastgebers, denn diese mach e sich d e gerügte Schußgciegenheit zu nutz en. Vorher unterlag die 3ugend Grohen-Lindens Lützellindens 3ugend 2: 4. To. Großen-Buseck I — Liga Rol-Dciß Frankfurt 5:3. Mit der Verpflichtung der Frankfurter Gäste hatte man einen guten Griff getan. Frankfurt stellte eine äußerst körperliche Mannschaft ins Feld, die mit allen Mitteln des Erlaubten um den Sieg kämpften. Dagegen hatte Großen-Buseck eine sehr schnelle und eifrige Vertretung, wodurch ein Gegengewicht geschaffen wurde. Das Spiel war von Anfang an spannend. Die Hauptstärke der Frankfurter lag im Sturm und in der Abwehrarbeit. Daß jedoch nicht mehr Tore geschossen wurden, lag lediglich am Dusecker Tormann, der ein ganz hervorragendes Können zeigte. Das 3ugendspiel gegen Heuchelheim endete 2:2 und enttäuschte. Tv. Allendorf (Lahn) — To. Großen-Linden I. Am Sonntag treffen sich die beiden Mannschaften zu einem Gesellschaftsspiel in Allendorf. Großen-Linden hat die größere Spielerfahrung für sich und sollte aus diesem Treffen als Sieger hervorgehen, wenngleich der Sieg nicht leicht errungen werden dürfte, denn auch Allendorf vermochte in der letzten Zeit eine ansprechende Spielstarke zu beweisen. To. Großen-Buseck I — Polizei Buhbach I. Die Mannschaft der Polizisten ist in weitem Amkreise bekannt und befindet sich augenblicklich in bester Form. Die Großen-Dusecker werden deshalb vor eine große Leistungsprobe gestellt, um so mehr deshalb, weil sie die körperlich schwächere Mannschaft darstellt. Handball im Lahn Oünsberg-Gau. To. Dorlar I — Tv. Ahbach I 5:3 (2:3). Während in der ersten Hälfte der Gast mehr vom Spiel hat, und die Ueberlegenheit auch zahlenmäßig ausdrückt, kann Dorlar kurz nach der Pause durch seinen Halblinken den Ausgleich erzwingen und durch zwei weitere Tore mit 5:3 führen. To. Münchholzhausen I — Tv. Dorlar (komb.) 6:3. Mit fünf Spielern aus der Jugendmannschaft muß Dorlar in Münchholzhausen eine unverdient hohe Niederlage hinnehmen, die dem Spielverlauf nicht entspricht. zulösen drohte. 3n tödlicher Angst und doch in einem Gefühl beseligender, heraufziehender Ohnmacht begann ihr ganzer Leib zu zittern und zu erschlaffen. Als Wigand dies stumme Sich- hingeben fühlte, riß er sie an sich — er verstand Üjre stumme Antwort — und seine Lippen wollten sich auf ihren Mund pressen, wieder Besitz von ihr zu ergreifen. Doch, im letzten Augenblick kehr-e ihr die Besinnung zurück. Was wollte sie dulden? Sie war ja Freds Frau! „Laß mich — vergiß nicht, was du der Frau eines anderen schuldig bist!" „Stoß mich nicht zum zweiten Male zurück — opfere dich nicht aus falschem Edelmut — laß mich hoffen!" Einen Augenblick, einen bang lastenden, voll schicksalsschwerer Entscheidung, schwieg sie; dann klang tonlos ihre Antwort: „Es gibt für uns kein Hoffen mehr. Wir müssen tragen, was wir uns selbst auferlegt haben." Zerschmetternd fielen die Worte in feine neu hoffende Seele. „Warum?" schrie er verzweifelt auf. „Was zwingt uns?" „Die Pflicht." Herb und unbarmherzig klang es in sein Ohr. Da schwieg auch er, und seine Seele rang sich von ihrem Hoffen los. Die Portieren rauschten hinter Arfula zusammen, die Tür fiel ins Schloß — er war allein. Müde lieh er sich auf den Sessel an dem Flügel fallen, auf dem sie gesessen hatte. So war denn also nichts mehr zu hoffen. Das törichte Aufflackern seines Sehnens war erstickt worden im ersten Auflodern. Run ging es weiter im alten, schleppenden Trott des Kärrnergauls, wie all die 3ahre bisher. Run, mochte es sein! Er war eS ja schon gewohnt geworden. Aber, daß er ihr nicht Helsen konnte — nicht helfen sollte! 3n ausbrechendem 3ngrimm ballte sich noch einmal seine Hand zusammen. Alles hätte er für sie getan, auch wenn er nichts für sich damit hätte erringen können; nur, daß er sie. die Geliebte, nicht mehr leiden sah um seinetwillen! And wenn et Drenck hätte zwingen sollen, sie freizugeben — zum zweiten Male! Aber sie wehrte ja seine Hand ab, die ihr die Last vom Racken nehmen wollte — sie wollte weiter ausharren und dulden. ES war ja ihre Pflicht. Am das Bild, das er von ihr im Herzen trug, wob sich in dieser Stunde ein Helligenschein. Mit festem Entschluß erhob er sich endlich: Er wollle lernen von ihr, zu entsagen ohne Bitterkeit und Groll. 3a. eine Heilige sollte sie ihm fortab fein, unerreichbar für seine Wünsche und Begehren. To. Lollar I — Tv. Launsbach I 3:5 (3:1). Am ersten Ostertag trafen sich diese Mannschaften im Freundschaftsspiel. Es kam ein sch.mes, faires Spiel zustande, das von Launsbach mit 5:3 gewonnen wurde. Die Derbandsspiele sind soweit beendet. Im 3. Bezirk findet noch ein rückständiges Spiel zwischen Burkhardsfelden und Beuern statt, das als offen zu bezeichnen ist. Auf neutralem Platz in Wißmar treffen sich zu einem Entscheidungsspiel um den Zweiten Platz des 2. Bezirks die Mannschaften von Staufenberg und Allendorf I. Als Bezirksmeister in den einzelnen Bezirken sind im 1. Bezirk To. Dorlar, im 2. Bezirk To. Londorf und 3. Bezirk To. Garbenteich ermittelt worden. Die Entscheidungsspiele um die Gaumeisterschast beginnen am 19. April. Gerälc-Nlannschastskamps. Kommenden Sonntag findet in Kinzenbach zum erstenmal ein Geräte-Mannschaftskampf statt, der Mannschaften des Turnvereins Launsbach, der Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber und des Turnvereins Gut Heil Kinzenbach zufammenbringt. Der Sieger in diesem Kamps ist im voraus wohl nicht zu bestimmen, obwohl Rodheim vor nicht langer Zeit einen solchen Kampf gegen Waldgirmes und Atzbach bestritt, wahrend Launsbach und Kinzen- bad) feit langer Zeit wieder zum erstenmal zu einem Mannschaftskampf antreten. Handball der Turner (AOT ) Bönstadt I — Allendorf I 1:2 (0:0). Die 1. Handballmannschaft des Turnvereins Allendorf a. d. Lda. unternahm eine Oftcrreife zunächst nach Bönstadt (Gau Wetterau der ADT.). Rach torloser erster Halbzeit, in der die Allendor- fcr durch ihre bessere Kombinatton auffielen, ohne den guten Tormann des Gegners überwinden zu können, wurden die Seiten gewechselt. 3n der 2. Halbzeit gelang es den Allendorfern in der 13. Minute, das l.Tsr zu erzielen und in der 20. Minute siel der zweite Erfolg. Unmittelbar darauf holten die Plahbesiher ein Tor auf, trotz aller Anstrengungen reichte es jedoch nicht zum Anentschieden. Friedberg-Fauerbach I — Allendorf I 4:3. Am zweiten Feiertag sah man die Allendorfer als Gäste in Friedberg- Fauerbach. Es entwickelte sich gegen die dortige erste Mannschaft ein flottes Spiel, in dem die Fauerbacher durch ihren großen Eifer zuerst die Führung übernahmen. Mi? 1:0 für den Gastgeber wurden die Seiten gewechselt. 3n der 8. Minute der 2. Halhzrit entglitt dem Allendorfer Tormann ein Ball und rollte ins Tor. Schußpech und der gute Fauerbacher Tormann verhinderten vorerst jeden Erfolg der Gäste und erst nachdem der Gegner bis Aur 22. Minute noch zwei Tore zu erzielen vermochte, rafften sie sich auf, schossen innerhalb von acht Minuten 3 Tore und überließen so den Friedbergern nur einen knappen Sieg. Arbeiter-Turn- und (Sportbund. Im weiteren Verlauf der Frühjahrsserienspiele treffen sich am kommenden Sonntag in der e r ft e n Klasse Wetzlar I gegen Gießen I in Wetzlar. Hier dürste mit einem sicheren Siege der Gästemannschaft zu rechnen sein. In Heuchelheim stehen sich Heuchelheim I und Naunheim I gegenüber. Auch hier dürften die Gäste die bessere Mannschaft darstellen. In der zweiten Klasse ist Daubringen I in Marburg zu Gast. Zwei gleichwertige Gegner wer- den hier ihre Kräfte messen. Gießen II hat Großen- Buseck zum Gegner. Gießen sollte das Spiel für sich entsechiden. Auch Wiesecks II dürfte auf eigenem Platze gegen Hachborn I Sieger bleiben. Großen-Linden I ist in Naunheim zu Gast. Der Ausgang dieses Spieles ist nicht vorauszusagen. Leun I spielt auf eigenem Platz gegen Hungen. Der Ausgang ist ebenfalls ungewiß. Grünberg spielt in Ruddingshausen, während Allertshausen und Odenhausen a. d. Lda. in Allertshausen ihre Kräfte meßen. Treis I hat Marburg I in Treis zum (Gegner. Londorf spielt gegen Sichert:Hausen in Sichertshausen. Annerod I spielt auf dem Trieb gegen Gießen III. Watzenborn II hat Beuern I zum Gegner. Hausen I spielt in Nieder Ohmen gegen die dortige erste Mannschaft, Saasen I gegen (Brünberg I treffen sich in Saasen Allendors a. d. Lahn spielt in Launsbach gegen die dortige erste Mannschaft. Frankenbach 1 und Gleiberg I treffen sich in Frankenbach. Wißmar I gegen Waldgirmes I stehen sich in Wißmar gegenüber. Klein Lindens erste Mann- schäft spielt gegen Wetzlars zweite Mannschaft in Klein-Linden. Die Jugendklasse hat folgende Spiele, jeweils am Ort des erstgenannten Vereins: Großen- Linden gegen Gießen, Fellingshausen gegen Naunheim, Wieseck II gegen Wißmar, Rödgen gegen Wieseck I, Lollar gegen Hachborn, Fronhausen gegen Hausen. Oer (Sport im Reiche. Rach schwerem Kampfe mit den hartnäckigen Frösten scheint nun doch die Sonne gesiegt zu haben und nun muß eS endlich Frühling rverden, den Sumer und Sportler schon lange mit Ain* geduld erwarten. Hochbetrieb herrscht am Sonntag in den Rasenspielen. 3m Fußball stehen die Endkämpfe um die Meisterscha ten der La.'.d.'s- verbände im Vordergrund. 3n Berlin wird das Zusammentreffen des deutschen Meisters Hertha BSE. mit Tennis-Borussia das Spiel des TageS. Schon am Samstag kämpft Minerva 93 gegen den FE. Mailand. Eine zweite italienische Mannschaft, Ambrosiana Mailand, spielt am Sonntag gegen die Kölner Stadtelf. Auch im Handball werden die Meisterschaftsspiele der Turner und Sportler fortgesetzt. 3m Rugby übt die voraussichtliche „Deutsche Fünfzehn" gegen Odin Hannover, um für den bevorstehenden Länderkampf mit Frankreich in Paris gut gerüstet zu sein. 3m Hockey gehen in Berlin die Meisterschaftskämpfe weiter, während im Reiche wieder interessante Freundschaftsspiele ausgetragen werden. 3m Turnen sind die deutsch-schweizerischen Kunsttumwettkämpfe zwischen Zürich und München, der Almer Turnerschaft und des Tv. Arbon sowie weitere Begegnungen in Brandenburg (Potsdam- Rathenow—Brandenburg), und Düsseldorf (Städtekampf Essen—Düsseldorf—Köln) hervozuheben. 3n der Leichtathletik kommen die Waldlaufmeisterschaften der DSB.-Derbände undTurn* kreise zum Austrag. Bei den Sportlern kommen die Brandenburgischen Meisterschaften in Eichkamp (SCC.-Plah) zur Durchführung. Mitteldeutschland ermittelt seinen Meister in Merseburg, Westdeutschland in Minden, Süddeutschland in München und Südostdeutschland in Waldenburg. 3m Schwimmen sind die internationalen zweitägigen Kämpfe in Wien unter Beteiligung der Wasserfreunde Hannover zu erwähnen. 3m Radsport litt die Eröffnung der Sommerbahnen an den Oftertagen unter der schlechten Witterung. Am Sonntag wollen die Bahnen in Leipzig, Düsseldorf und Halle die ersten Rennen durchführen. Aus der Landstraße wird die Fernfahrt Berlin—Kottbus- Berlin und der Straßenpreis von Süddeuftchland (Stuttgart) ausgetragen. 3m Motorsport finden in 3talien zwei große internationale Veranstaltungen statt. An dem 1000-Meilen-Rennen von Brescia beteiligen sich Earacciola und v. Stuck, während in Sizilien die Targa Florio für Motorräder ausgefahren wird. 16. Kapitel. 3n ihrem dunklen Zimmer sah Alrfula am Fenster, Freds Rückkehr aus dem Speisesaal erwartend. Sie scheute sich vor dem Licht. 3m Dunkel sollte alles bleiben, was in ihr wogte. Die Begegnung da eben mit Wigand hatte ihre Seele von Grund aus aufgestört. Sie fühlte alles um sich her wanken — woran sich nur noch halten in diesem Chaos ihrer Empfindungen! Was sie damals auf die Dahn getrieben hatte, wo sie nun elend zu erliegen drohte, das war ein furchtbarer 3rrtum gewesen: Richt aus Gefühllosigkeit, weil er sie kaltherzig aufgab, war 3övg Wigand von ihr gegangen — nein, gerade weil er sie liebte, well er dem Anblick der verlorenen Geliebten nicht gewachsen war! Wenn sie das damals geahnt hätte! Dann hätte sie ja auf ihn gewartet, 3ahr für 3ahr, getreulich, bis zur Gelegenheit einer Aufklärung — dann hätte sie sich auch nie zu dem Schritt der Verzweiflung hinreihen lassen, sich für Drenck zu opfern! Das war ja nur in dem Gefühl geschehen: Es ist ja doch alles verloren! So geliebt hatte Wigand sie, sie, die jetzt bettelarm an Liebe durchs Leben ging! And diese Liebe hatte sie zurück gestoßen! Do geliebt war sie worden. Verloren — verscherzt solch Glück! Aber nein — 3örg hatte sie nie vergessen, er liebte sie heute noch! Mit wild pochendem Herzen sprang sie auf. Sie hörte ihn wieder rufen: „3ch kann ja nicht von dir lassen, sei wieder mein!“ And wie er sie an sich gerissen hatte mit seiner über alles hin- wegorausenden Leidenschaft! Sie schloß die Augen — noch jetzt durchrieselte sie der Schauer. So liebte er sie, noch jetzt! Wenn sie nur ein Wort sprach, so gab es kein Hindernis, das er nicht niederrih mit seinen starken Händen, um ihr die Freiheit zu verschaffen. Sie fühlte es, sir wußte es. And wieder schossen ihr die Gedanken durch den Kopf, die sich vorhin gerade, ehe er kam, bemächtigt hatten: Wenn sie nur frei würde — jetzt wäre ja die Zufluchtsstätte da, an die sie sich hätte retten können! Wenn sie nur wollte. And wollte sie es? Ein Schwindel kam über Arsula. Sie fühlte es aus ihrem tiefsten 3nnern pl^lich aufsteigen mit wachsender Gewalt. Was da jahrelang gelegen hatte für tot, begraben, es begehrte jetzt wieder ans Licht, zu neuem Leben. Die Liebe zu 3örg war nicht tot! Falscher Stolz nur hatte sie eingesargt. Run aber erhob sie sich aus der Gruft und forderte chr Recht! 3hr Recht? Sie gehörte einem anderen, und der würde sie niemals frei geben, wenn er merkte, zu welchem Zwecke. And sie würde auch nicht mehr den Mut haben. Fred um ihre Freiheit zu bitten. Dor einer Stunde twch, als sie nichts mehr für sich begehrte, hätte sie Wohl offen vor ihren Mann Eintreten können und ihm sagen: „Laß unsere Wege sich wieder trennen, damit wir uns nicht weiter quälen!" Aber jetzt? Rein — sie hätte sich selbst nicht mehr achten können. Also fort mit allem Hoffen und Wünschen! Aber wie grausam war das: Roch einmal eröffnete sich ihr in ihrem trostlosen Dunkel ein lockender Ausblick ins Licht, nur um sich hohnvoll gleich wieder zu verschließen! Qualzerrissen sah Alrfula in dem dunklen Gemach. Daß doch nur Fred endlich käme, daß sie handeln, diesem martervollen Hin und Her ihrer Gedanken ein Ende machen könnte! Aber was sollte sie ihm sagen? Mußte sie ihm alles bekennen, was ihr heute begegnet war, was ihre Seele in dieser Stunde aufgewühlt hatte? Rein, — das war sie ihm, der sich ihrer Seele so entfremdet hatte, nicht schuldig. Cs genügte, wenn sie ihre Pflicht gegen ihn tat, still ihr Begehren niederzwang. Rur sagen wollte sie ihm: „3a, laß uns von hier fortgehen — gleich morgen! Wohin du willstI Alles soll mir recht sein. Rur fort!“ Wo blieb Fred nur? Lauschend trat Alrfula an die Tür ihres Zimmers. Alle waren längst aus dem Speisesaal wieder heraufgekommen — sie hatte deutlich die Schritte draußen vernommen, die Türen schlagen hören — nur er tarn nicht! Wieder wartete sie fünf Minuten — zehn — dann machte sie Licht und klingelte nach dem Mädchen, das alsbald erschien und Auftrag erhielt, unten nach dem Herrn zu sehen. Es dauerte nicht lange, so kam die Botin zurück: Herr Drenck sei ausgegangen; et hätte bei Tisch die Absicht geäußert, hinunter nach Montreuk zu gehen, um in der Tonhalle noch ein Glas Bier mit den deutschen Herren zu trinten, die dort allabendlich am Stammtisch zusammen- lämen. Ein Schrecken durchfuhr Alrfula bei dieser Meldung. Sie ahnte, wie das alles zusammenhing: Ford war aus Aerger, aus Zorn über sie — die ihm die Gelegenheit zu einer Versöhnung verweigert hatte — fortgegangen. Dazu noch die verzweifelte Stimmung nach Wigands Erklärung heute morgen — kein Zweifel, Fred spielte jetzt wirklich mit feinem Leben va banque. Genießen wollt« er, was noch zu genießen war, in froher Zccherrunde fein Elend vergessen, den Zwist mit seinem Weibe, so lange es eben ging, und dann — mochte kommen, was woltte! Don Angst, von Selbstvorwürfen gepeinigt, rang Alrfula die Hände ineinander. Wenn nun ein Alnglüd geschah — war sie nicht schuld daran? Warum hatte sie ihm heute mittag nicht geöffnet, als er zu chr wollte, gewiß reuevoll, mit bester Absicht, alles wieder gutzumachen! (Fortsetzung folgt.) 21. Tf8-d8? Höhepunkt der Waldlaufsaison bildet dann der Lauf um die Deutsche Waldlaufmeisterschast, die 8 8 Wirtschaft 7 7 6 6 5 5 4 4 jetzt gedeckt ist. Teixe5 29 3 3 30. Dd3xg6 2 2 l g gespielt. Damengambit. 1. Sg8-f6 31 32 Tf7-h7 d4-d5 18. Dd8-a8 19. d5xc4, 20. Lb7-e4 13. Sf3-e5 14 Sd2-f3 15 S(3xe5 16. Se5-g4 17. Sg4-e5 22. Le4xd3 23. Sf6-d7 21. Tdl-el 22. g2-g4! 13. Ta8-c8 14 Sd7xe5 15. Sfö-d7 16. Sd7-f6 c7 —c6 d7-d5 e7-e6 29 Tg8xg&+ 30. h7xg6 31. Da8-f3 32. Df3-g4 + 33. Dg4-f4+ 34. Dl4xe5+ Lxe5, Lb4+ entscheidet. Weih: Lundin. Schweden. Schwarz: Dogoljubow, Deutschland. 1. c2-c4 2. Sgl -f3 3. d2-d4 4. e2-e3 5. Sbl-d2 6. Lfl-d3 7. 0-0 8 b2-b3 9. Lei —b2 33. Kgl - f2 34 Kf2 — el Aufgegeben, da nach in diesem Jahre erstmalig von beiden Verbänden gemeinschastlich, und zwar in Hannover, gelaufen wird. Daten für Samstag, 11. April käme vernichtend 26 Txe6! 26. Td8-g8 27. Kf7-e8 Mit der Idee: 29 Dxgö, hxgö 31. Txd?+ ulw. ziert werden. 18. Dc2-d2 19. f2—f4 20. b3xc4 5 Lf8-e7 6. Sb8-d7 7. 0-0 8. b7-b6 9. Lc8-b7 22 23. Dd2xd3 24 Se5xf7l Ein chancenreiches Opfer, das durchschlagen sollte. 24. ..24. Kg8xf7 25 f4 — f5 25 e6xf5 bis 63 Mark, geringe Kälber 50 bis 58 Mark. — Marktverkauf. Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine schleppend, nahezu ausoerkauft. Schweinemarkt in Bleichenbach. rl. Dleichenbach. 9. April. Zum Schweine- markt am Dienstag waren etwa 30 Ferkel und Springer aufgetrieben. Aach anfänglich schleppendem Handel blieb schließlich nur ganz geringer Lleberstand. Der Durchschnittspreis für Ferkel mittleren Alters lag zwischen 17 und 20 Mark: geringere Tiere wurden für 12 und 10 Mark verkauft. Springer galten 30 bis 42,50 Mark je Stück. Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Weiß. Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Weih 7 Steine: Ke7; Dd4; Lc3, e2; Sd5; Ba4. b4 Schwarz 8 Steine: Kc6; Del; Lb8; Sd2, h7; Ba7, c2,d6. Eine sehr hübsche und geistvolle Aufgabe. Partie Nr. 216 Im internationalen Meisterturnier zu Stockholm Aus aller Welt. Schweres Verkehrsunglück bei Athen. Auf der Strecke Athen—Tatoi stieß derOrieni- erpreß mit einem Autobus zusammen. Der Autobus wurde vollkommen zertrümmert, zwei Personen wurden getötet und vier schwer verletzt. Schweres Unwetter an der Küste von Korea. Ein schweres Unwetter hat in der Rächt die Südwestküste von Korea h-eimgesucht. Mehr als 100 Fischerboote sind dem Sturm zum Opfer gefallen. Die Zahl der dabei ertrunkenen Fischer wird auf mindestens 125 geschätzt. Aber diese Kombination Hal ein Loch. Slalt besten hätte der Zug 28. d5! gewonnen. 28 28. Sd7-e5! Die Parade, die für Schwarz entscheidet, da Le7 Die Waldlaufmeisterschaften der Verbände der DSV. und der Kreise der DT. Kurze Sportnotizen. Als Europameister bestätigt wurde Ernst Pistulla von der Internationalen Br>?° Union, nachdem das Protokoll seines siegreichen Kampfes im März gegen den Spanier Martinez in Valencia in Paris eingegangen ist. Endlich eine Abweichung. 11. Tal-dl 11. c5xd4 12. e3xd4 12. g7-g6 Hierdurch gerät er spater in Verlegenheiten, zu diesem Zuge lag absolut kein Grund vor. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom AedaktionStisch. Drei Maler in Amerika. Im „Kunstwort" (Heft 3) lieft man folgende hübsche Geschichte: Drei amerikanische Maler untereinander. „Jüngst", sagt der eine, „habe ich ein kleines Holzbrett so täuschend ähnlich marmoriert, daß es, als ich es später in den Fluß warf, sofort wie ein Stein untersank." „Pah", sagt der dtoeite, „gestern hing ich an meine Staffelei mit der Polarlandschaft ein Thermometer. Im Nu sank das Queck- ilber auf 20 Grad unter Null." „Das ist alles nichts, meine Lieben", sagt der dritte. „Mein Porträt eines prominenten Neuyorker Millionärs war so lebenswahr, daß es„ ... zweimal in der Wache rasiert werden mußte." Das ist die Liebe? Geographiestunde in der Sekunda eines Berliner Gymnasiums. Da stellte auf einmal der Lchrer tae merkwürdige Frage: ^Was ist d'.e Liebe? Erst Erstaunen, doch die angehenden Jünglinge fassen sich schnell: die Antwort fällt je nach Charakter und Temperament des einzelnen Schülers grundverschieden aus! Der Lehrer aber, mit feinem Lächeln, erklärt seelenruhig: „Die Liebe, die ich meine, ist ein rechter Aebenfluh der Weichsel!" Weih scheint sich nicht recht viel zuzutrauen, wenn er hier die Partie schon remitieren will, und bah Bo- goljubow darauf verzichtetist Wohl nur seinem schlech- ten Turnierstand zuzuschreiben. 17. ..17. Tc8-c7 Ein seltsamer Einfall, die Dame soll auf a8 pla« 2. 3 4. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachrebaktion des „Giehener Anzeigers". Problem Nr 289. Don 03. Hülsen, Wittenberg. Schwarz. a b d e Ein gutes und scharfes Angristsmanöver, das bei korreklem Weiterspiel zum Ziel hätte führen sollen. " * Gute r Erfolg der Rumänen-Anleihe in Deutschland. Wie delsdienst erfährt, ist der deutsche Abschnitt der 7,5prozentigen Goldanleihe von 1931 des Konrgl Rumänischen Monopolinstituts voll gezeichnet worden. Die Zeichnungen erstrecken sich auf viele kleine Stücke und solche mit Sperrverpflichtuna, so daß die Zeichnungen aus die freien Stücke repartiert werden. , * Aus dem Salzdetfurth-Konzern. Wie in den Geschäftsberichten des Salzdetfurth-. Konzerns ausgeführt wird, hat sich die rückläufige Konjunktur, die bereits im zweiten Halbjahre 1929 den Absatz der deutschen Kali-Industrie beeinträchtigte, im Jahre 1930 für die Werke des Konzerns noch stärker ausgewirkt. Der Rohgewinn der Kaliwerke Sa l z - detfurth AG., Bad Salzdetfurth, betrug 8,28 (8,28) Mill. Mk., Unkosten erforderten 1 27 (1,22), Steuern, Abgaben und Lasten 1,25 (1 43), Anleihezinsen 0,61 (0,53) und Abschreibungen 0 93 (0,83) Mill. Mk. Aus dem Reingewinn von 4 399 646 (4 398 451) Mk. sollen wieder 15 Prozent Dividende auf 28 Mill. Mk. Stammaktien verteilt werden. Bei den Werken der zu den Kaliwerken Aschersleben, Aschersleben, gehörenden Gruppe stellten sich Betrieds- aewinn und sonstige Gewinne auf 8,57 (8,69), Generalunkosten auf 1,30 (1,26), Steuern Abgaben und soziale Lasten auf 1,99 (2,46) und Anleihezinsen auf 1,15 (0,96) Mill. Mk. Aus dem nach Abschreibungen 1,92 (1,71) Mill. Mk. verbleibenden Reingewinn von 2 469 755 (2 462 066) Mk. wird eine gleichfalls unveränderte Stammaktien- Dividende von 10 Prozent vorgeschlagen. Bei der AG. ConsolidierteAlkaliwerke,Westeregeln, ist der Betriebsüberschuh geringfügig auf 7,05 (7,14) Mill. Mk. zurückgegangen. Verwaltungskosten beanspruchten 1,33 (1,50), Steuern, Abgaben und soziale Lasten 1,21 (1,36) und Anleihezinsen 0,67 (0,50) Mill. Mb Rach erhöhten Abschreibungen von 1,63 (1,49) Mill. Mk. ergibt llch ein Reingewinn von 2 453 857 (2 453 400 Mark ber zur Ausschüttung einer Dividende von Wieder 10 Prozent auf 22 Mill. Mk. Stammaktien verwendet werden soll. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 10. April. Tendenz, gut behauptet. Rachdem es an der Vorbörse infolge der verschiedenen französischen Reden wegen der deutsch-österreichischen Zollunion und sonstiger außenpolitischer Angelegenheiten, ferner des matten gestrigen Aeuyorker Börsenschlusses etwas schwächer geworden war, eröffnete die amtliche Börse in gut behaupteter Haltung. Die Grund- stimmung war unverändert freundlich, um so mehr, als neue kleine Kauforders zur Ausführung gelangten und auch für einige Spezialwerte weiteres Börseninteresse anhielt. Die Kursentwicklung zu den ersten Rotierungen war gegenüber der festen Abendbörse nicht ganz einheitlich, jpäter lagen die Kurse jedoch meist bis 1 Prozent Eber dem Anfangsniveau. Besonders für Oel- jDcrte erhielt sich verstärkte Rachfrage. Deutsche Erdöl lagen 1,13 Prozent und Rütgerswerke etwa 2 Prozent höher. J.-G.-Farben lagen zum ersten Kurs gut behauptet, während Verein für Chemische Industrie 3 Prozent verloren. Elektrowerte tendierten sehr ungleichmäßig. Stark rückgängig waren Siemens (minus 3,25 Prozent), AGG. (minus 1,25 Prozent), Gesfürel (minus 1 Prozent). Hoher lagen dagegen Licht & Kraft mit 4,50 Prozent und Schuckert mit plus 1 Prozent. Von Kaliaktien gaben Salzdetfurth und Westeregeln je 2,5 Prozent nach. Mehr angeboten waren anderseits noch Gelsenkirchen, Mannesmann, Aku, Zellstoff Waldhof und Schiffahrtswerte, die 1 bis 1,75 Prozent einbühten. Fester eröffneten ferner Süddeutsche Zucker, Buderus, Phönix, Aschersleben und Holzmann bei Besserungen bis zu 1,5 Prozent. Don Banken eröffneten Barmer Dank Auf 25 gxf 26. g4xf5 Das Einzige. 27. t5xg6++ 28. Tfl — f7 ? 28 .... Txg6+ 30. Texe7+, Kd8 Sonnenaufgang 5.16 Uhr, Sonnenuntergang 18.42 Uhr. — Mondaufgang 3.35 Uhr, Monduntergang 11.30 Uhr. , , 1806: der Dichter Anastasius Grün m Laibach ÄSntamÄ. —g au—en. ®en I gtbnrcn; - 1825 bet Losung des Problems Rr. 286. Don Dr. C. Delphi. 1. Kh3-g4! (Drohung 2. Thl matt) 1 Td44- 2. Lf4 matt. I. ..., Tg7+ 2 Lg5 m tt. 1. ..., Lxf3+ 2. Dxf3 matt 1. ..., Ld4 2. Dd3 matt. 1. ...» Lc3 2. Sxc3 matt. 1 Txh7 2. Dd3 matt. Aus der Schachlvelt. Capablanca hat den Weltmeister Dr. Alexander Aljechin zum Kampfe um die Schachweltmeisterfchaft herausgesordert. Im ersten Kampfe wurde bekanntlich der damalige Weltmeister Capablanca von Aljechin mit + 6,-3 bei einigen 20 Remisen empfind- lief) geschlagen. Wir können diesmal Capablanca eher noch weniger Chancen als damals zusprechen, da Aljechin gegenwärtig in großer Form ist. uni) Commerzbank bis 1 Prozent höher. J^us Reichsbank und Bayerische Hypothekenbank büßten 2 5 Prozent ein. Am Anleihemarkt lagen Alt- besitz'fest, sonst blieben die Anleihekurse behaup- tet. Don sremden Werten Anatolier etwas niedriger, aber Goldmexikaner 0,25 Prozent höher. Der Pfandbriefmarkt lag freundlich, im ganzen aber wenig verändert. Im Derlaufe toar die Tendenz sehr schwankend, doch blieben die Kurse allgemein gut behauptet. Weiter fest blieben Erdöl .Rütgerswerke und Süddeutsche Zucker. Derspätet niedriger zur Rotiz kamen noch Karstadt und Bemberg, die je 1,5 Prozent verloren. Das Geschäft war im ganzen recht ruhig. Am Geldmarkt bestand etwas Rachsrage, so daß der Sah auf 4 Prozent ermäßigt wurde. Am Devisenmarkt lag die Mark schwach. Man Tjvnnte Mark gegen Dollar 4,2005, gegen Pfunde 20,4125. Don Daluten Paris schwach, dagegen Madrid und Holland fest. London gegen Reuyork 4,8592, gegen Paris 124,2750, gegen Mailand 92,82, gegen Madrid 43,97, gegen Schweiz 25,2375, gegen Holland 12,11. Berliner Börse. Berlin, 10. Avril. Heute vormittag war die Tendenz nach der weiter festen Frankfurter Abendbörse nicht einheitlich. Man konnte allgemein eine gewisse Zurückhaltung feststellen, die wohl auf die Rede Douinergues zurückzuführen war. Die Börse eröffnete dann wieder in freundlicher Grundstimmung, und gegen die gestrigen Mittagsschlußkurse ergaben sich Der- änberungen bis 1 Prozent nach beiden Seiten. Im allgemeinen lag das Kursniveau behauptet. Aus der Provinz lagen fibertoiegent) Kauforders und nur vereinzelt kleine Verkaufsaufträge vor, während die Spekulation nach den gestrigen Käufen eher etwas Realisationsneigung bekundete, besonders in Salzdetfurth und Elekttowerten, von denen Siemens 2,5 Prozent, Chade & Berger 4 Prozent bzw. Mark verloren. Die schwache Reuyorker Börse blieb ohne größeren Einfluß, dagegen wurden die Mitteilungen über die Reuyorker Derhandlungen Rormans, nach denen das Reparationsproblem eingehend besprochen worden sei, lebhaft diskutiert. Der heutige De- ginn der Russen-Derhandlungen in Berlin und die Erteilung größerer russischer Aufträge an die Oberichlesische Industrie boten eine Anregung, ebenfalls die weitere Erleichterung am Geldmarkt. Im Vordergründe des Interesses standen wieder Deutsche Erdöl, die erneut 2.13 Prozent anzogen. Es herrschte die Ansicht. daß wahrscheinlich eine siebenprozentige Dividende zu erwarten sei. Hiervon beenflußt waren auch Rütgerswerke. die ebenfalls stark gefragt wurden. Stolberger Zink, Deutsche Linoleum, Eisenbahnverkehrsmittel, Kali Aschersleben, Südd. Zucker büßten bis 3 Proz. ein. 10eiter schwach lagen Sarotti, die erneut um 4 Proz. zurückgingen. Deutsche Anleihen befestigten sich gering. Ausländer gut gehalten. Reichsschuld- buchforderungen gefragt. Der Pfandbriefmarkt zeigte freundliche Grundsttmmung bi sehr ruhigen: Geschäft. Tagesgeld ermäßigte sich auf 4,5 bis 6,5 Proz., Monatsgeld auf 5 bis 7 Proz., Warenwechsel auf 5 Proz. 2m Verläufe waren die Kurse mehrfachen Schwankungen unterworfen. Zunächst wurde es etwas schwächer, dann au die feste Haltung der Elektrischen Licht & Kraft, die 3 Proz. gewannen, allgemein lebhafter. Später schritt jedoch die Spekulation zu Realisa- Honen, und bei sehr ruhigem Geschäft bröckelten die Kurse etwa bis 1,5 Proz. ab. Schultheis 2 und Aschersleben 3 Proz. schwächer. Die Grundstimmung blieb jedoch widerstandsfähig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. April. Auftrieb: 78 Rinder. 985 Kälber, 86 Schafe, 737 Schweine. Es wurden notiert: Kalber: beste Mast- und Saugkälber 64 bis 68 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 59 Amüsant, außer dem fünften Zug hat Dogol» jubow jeden Zug seines Gegners nachgeahmt. 10. Ddl-c2 W. c6-c5 a b Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 v. H-, Lombardzinsfuß 6 o. H. iVrantlun a. 3)1. Berlin Banknoten. .frranlfuri u. dl Berlin Schluß« turi Schluß!. Abend« bürfe Schluß, turd Schlugt. Mittag, börfe Datum 94. | 10.4. 9.4. 10.4. 6% Deutsche Reichsanieilfe von 1927 ......... 84,75 — 85 — 7% Scutjdie ReichSanletlie 100,5 _ 100,6 _ Deutsche Slnl.-Dblöi.-Schuld mil Wuslol.-Sicditen ..... 59,5 59,9 59,7 59,9 ohne 9tuolo|.»Mc(f)te . . 6% Hell. tSolleiinat von 1929 6,7 6,7 6,55 94,65 6,75 äüdiablb 102%)...... überhi lfcn Provinz • Anleihe mit 94,75 — — (HiieloL'fRrducn...... Seuifdic Komm. GammclabL — — — —— Anleihe Gerte 1 ... 8% Rrantf. Hnv.-Bank (Beihilfe 58,75 — 58,5 — XIII unfünobar bis 1934 . . . 7% firanlf. cepfanbbriefanftalt, Pfandbriefe 31.1» 8% Pr Vanoe6vianc6rlefanftalt, 100,5 — 100,5 — Komm.-Lbt. 91. 20..... — •— — —— 7% Pr. L'anbecptanobtfefanftali, 96,5 96,5 A E G abß. yotirteflft-Obligatio- nen. rückzahlbar 1932 ..... ■— — — 4% Cefterretmildje Goldrenie . . 23,25 23,25 4,20% Oefterreichifche Gilbenente 4% Ccfterteidiifche Einheitliche — 2,5 2,1 Rente — — —- _ 4% Ungarische Goldrente . . . . — — 19,1 18,8 4% Ungariiche Gtaaterente v. 1910 16,5 —— 4y,% Deenl. von 1913 _ 16,5 — 4% Unparifdie Ihonenrente — — — 4% Türtifche Zollanleihe von 1911 4% Türtifche Bagdadbahn-Anl 4,4 — 4,35 4,35 Serie 1 ... 4,5 — — 4,45 4% desgl Gerte il...... 6% RumSnilche eetefnb. Rente 4,4 — 4,4 4,45 von 1903 ... 4¥t% RumSnifche verein h Ment — 8,6 8,7 von 1913 ... ..... 15,25 15,25 15,3 4% Rumänische beietah. Mente 7 7 i 7,13 Jranlfurt a. JJl. •Berlin Schluß« hird Schiuyi. AbenV» hör' Schluß» mrd Schluß!. Mittag, börfe Dalum 9.4. 10.4. 9.4. 10.4. t'amourfl-itimenta 'Batet . . 7 77,75 76,5 77 77,75 Hamburg-Südam Dampfschiff 8 — — 121,65 — Hama Tampflckiff .... 10 — — 97 98,25 'Jlorboeuhdier Sjlonö .... 8 78,9 78,5 78,25 78 5 illinemeine TeutfdieCrebitanfi. 10 — — — —— Barmer Bantverein . 10 — — Berliner HandelSgefellfchaft . 12 131,5 — 130,75 130,5 Commerz- unb Privat-Bank . 11 121,25 121,75 120 121,5 Tarmfläbt’t und Wationalbanl 12 152 — 151,5 151,5 Xeuifdie Bant und TiscontoGeselischaft, . . . 10 116,5 —— 115,5 115,75 Dresdner Bank...... 10 116,25 115,75 115 115,5 Reichsbant........ 12 — — 264,65 — A.S.G . ........ d 117 115,75 116,5 115,5 Bergmann........ 9 — — 102 98,25 (Siehr fiiefening«nelellidiaft. 10 141,25 — 141,75 141,65 L'ichi und Straft 10 131,75 134 131,5 132,5 Reiten & (Sullleaume 1V1 95,5 95,65 96 96,5 (iSefellidiatt für Ciehrifche Untcritehmunflen .... 10 134,5 133,75 134 134 Hamburner EieltrizitütS.Werfe 10 —- — — — Rbeinlfche Eteltrizuat . . . 9 124,5 — 125 125 Gdtletiidje Ciettrizitai. . . . 10 — — — — Schocken & Go....... 11 145 145,9 145 145 Siemens & Halske..... 16 192,75 189,5 191,29 189,5 Iraneraoto...... . . 8 — — — — IC 133 135,5 132,5 ■ - . 6 58,25 59 57,5 58,13 Deutlche Erdöl ...... . t 83,4 85 82,75 84,5 Eifener Steinkohle ..... . 8 — —— —' — Geilenkirchener...... . 6 89,5 88 89 88 Harpcner ....... Hoeich (Stlen........ . 0 ey, 79 — 79 76,25 80,5 76,5 Ntfe yctßbau ....... 10 •— 212 213 SllödueriUerfe ■ ...... 76 -— 7b,5 76,65 fföln-gicuciicn..... . —— 83,25 83,25 SDlannc»niunii-5löbrei . . • 85 83,9 84,65 84,13 9,'lanvfelber Bernbau . . . 37 — 37,25 38 Cbcrfchlci. Ghenbeoar! . • • — — 1 Oberfchlef. Itotoroerte . . . — — 84,9 84,25 | Phönix Bergbau ..... ev 66,5 66,9 66,5 67 I Rheinische Braunkohle» . . 1< — —— 187.5 187,5 | Rheinstahl ...... 91,5 91,5 91,25 91 i Riebeck Montan ...... 7, — •— *— Schluß« fürs Schloßt. Abmd« börs Schluß« turs Schluß/. Uli. lag« böre Datum 9.4. 10.4. 9.4. 10.4. Berewtgte Stahlwerke . 63 —— 62,5 62,75 Olavi fVilnen . . 16'/. 33,25 —- 32,9 33,13 Kaliwerke «frherileben . e 10 177,5 178,5 175,75 178 Kaliwerke Westeregeln . • 10 184 181,65 181 181 Kaliwerke Salzdetfurth . • 15 274,5 272 270,75 2/0 I. ®. ^arben-Industtte . 12 158,75 158,5 '158,5 158,25 ^nnatnlt Rubel .... 6 — — — — v 138,5 138 — — 5 56,5 —— 55,5 55,5 Rütgerswerke..... 6 60 60,75 59,13 6! Metallgelelllchaft. . . . 8 77 78 77 77 DhiltVV Holzmann . . . 7 101,5 1021 101,251 101,5 Zementwerk Heivelberg . • 10 — Cementwerk Karlstadt. . e ♦ 10 — Wankt & ftrentao . . . » • 8 — 37,75 38 Echuithets Payenhofer . • < 15 181,25 182 Cftroerfe....... Aku ....... 12 18 96,25^ 94,5 94,5 94,5 Bemberg....... Zellstoff Waldhof . . . . . 11 . 13'/. 107,5 113,5 106 112,5 105,5 112 105 112,5 Zellstoff Afchaffenkmrg . e . 12 88,5 88,75 88,75 87,5 Charlottenburger Waffe, Schauer Wa3 ... • • . 8 . 9 144,5 144,5 Daimler Motoren . . . * e . 0 35,4 — 35 33,5 Deutlche Linoleum . . • • • . 96 96,75 95 96,25 . (J — ■----- Rat. Automobil . . . — —— Crenfteln & Koppel . . — 58,25 | 58,13 Leonhard Tietz . . . . e • 10 123,5 — 123,75 ! 122,75 Svenska . . . . . . » • - — 269 I 267,5 frankfurter Malchin« . * e . 18,75 — 18,4 — Kriyner ...... e • . 44 — 44 Hevligensiaedt . • • • YungvanS....... e e — •— — — • e . -— — Lechwerke....... ■ e — Dlainttaftwerke Höch» a. M.. 71,25 —— ■— Miag......... 1 — •— ®ebr. Roeder . . . . . e • 1 — -— — —- Boigt & Haeffner . . . — —— — Süddeutichc Zucker . . • • 1 133,5 134,75 131,5 135,5 Berlin, 9 April (Selb Brief Ameriknnhche Noten . . . • e . 4,18 4,20 Belgückie Noten - . . . 58,23 SV,4/ 112,40 Taniiche Noten . . . . . , ■ 11,96 öiiO'lldie Noten..... 20,347 20,427 Rran.iöllldie Noten . . . . 16,386 16,446 Holländische Noten . . . . . . 167,86 168,54 gtalieniidie Noten..... 22,03 22,11 Norweni'che Noten . . . . . » • 11,96 112,40 Deutfch-Oeslerrelch, i 100 Tchillmg 58,80 59,04 Rumänüche Noten . . . . 2,477 2,497 Schwedliche Noten . . . . 112,03 112,47 Schmetter Noten..... 80,66 80,98 Gpanifche Noten..... 46,16 46,34 r>chechoiiowakftche Roten. 12,39 12,45 llngariiche Noten 72,97 73,27 Devisenmarkt Berlin — Franksur a. M. 9. April 10. April Amtliche Noiierun Amtliche Notierung cheld 1 Arie Gelb Brief Amfe.-Nott. Buen-'AireS Brfs. Antw- Ebriftinnia. Mooettboacn Stockholm - Helfinafors. 168,23 1,458 58,36 112,23 112,23 112,31 10.56 21,97 168,57 1,462 58,48 112,45 112,45 112,53 10,58 22,01 168,39 1,458 58,345 112,29 112,26 112,35 10,561 21,965 168,73 1,462 58,465 112,51 112,48 112,57 10,581 22,605 20,388 20,428 20,393 20,433 4,1955 4,2035 4,1917 4,2015 Pari«.... Stiiwei) . . P,pn i n . . 16,404 16,444 16,406 16,446 80,825 46,22 80,985 46,32 80,815 46,52 80,975 46,62 g=aDan • • • 2,072 2,076 2,073 2,077 «Tito de Jan- 0,309 0,311 0,309 0,311 Wie' in D.« Ceft- aboeft. 58,975 59,095 58,99 59,11 Prag - - 12,427 12,447 12,43 12,45 Belirad . . 7.373 7,387 7.377 . 7,391 tubupefl - ■ 73,12 73,26 73,15 73,29 Lui arten. 3,041 3,047 3,047 3,053 Lissabon . 18,84 18,88 18,85 18,89 Danna■ - 81,49 81,68 81,50 81,66 Konti mrm. 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. 5,44 5,45 5,41 5,51 Lanaoa 4.192 4,201 4,193 4,201 Uru uav. 2,912 2,918 2,887 2,893 Ltüro - . 20,91 20,95 20,91 1 20,95 MhrVogeWich im Sladt- und Landkreis Gießen Dfterfeieri fall mn Lassen Sie doch die Enzyme für sich arbeiten Tlordanlage 1 Telephon 4148 2536 D Surtmt ist i* einschlägigen Geschäfte« hi Vosen pi Hn ermäi preuhen. Krei- Wetzlar. so lang« schon zu behandeln pflegt, schütz tut not! Idi bringe Ihnen GlUdf! Bestellen Sie = sofort = eis« »on 22 und 54 Pf. erhältlich. Weiter« «uffunft über Bunm« tm» lattti «kL-Ges, varmfiedt. Oberheffen. Landkreis Gießen. y Lollar. 9. April. Am -weiten Vogel ft. und ein Mädchen au- der Schule entlassen Verlustreiche Abstoßung der Sronffurter Hofgüter. nicht Korrvad Maul, sondern Konrad Schäfer. Durch die amtsärztliche und gerichtlich« Untersuchung des Falles ist festgesteLt, daß die • Dindsach sen. 9. April. Der Bericht in Ar. SO deS „Gieß. Arn." über den Unglücks» Preußisch-SUdd. Staats Lotterie Zlehoft 1. Klasse: 20. 1. 21. April bei einem Staad. Lotterie-Einnehmer oder bei der Preußisch- Süddeutschen Locteriebank, Berlin W 8, Friedrichstraße 186 1 7. Los 5 R.M, V. 1O KM 1 '/, 20 RM, 7i 40 UM Ad morgen, den 11. April, siehen größere Transporte ostpreußische hochtragende Kühe, Rinder und frischmelkende Kühe in meinen Stallungen Hammstraße 15 zum Verkauf. Leovotd Löb, Gietzen riniissKiH IlbbllllNiHI STAATS i in n i:n. tage fand bei sehr zahlreicher Beteiligung der Gesamtgemeind« in der schön geschmückten Kirch« zu Kirchberg die Konfirmation der Konfirmanden deS Kirchspiels ftatt Es war die seit vielen Jahren nicht dagewesene kleine Anzahl von 52 Kindern; zwei Konfirmanden aus Lollar konnten wegen Krankheit nicht anwesend sein. Es entfielen auf Staufenberg 13. auf Lollar 19, auf Mainzlar 4, auf Daubringen 14, auf Ruttershausen 2 Kinder. △ Hörnsheim, 9. April. Sn unserer Gemeinde wurden in diesem Jahr zehn Kinder, sechs Knaben und vier Mädchen, konsirmiert. I Dornholzhausen, 9. April. Hier wurden in diesem Jahre sechs Konfirmanden, fünf Knaben Berlepsch sagt, der das veranlaßt hat eine ebenso große Freud« für das lustwandelnde Publikum, tot« für die Obstgorlenbesitzer der Nachbarschaft" ((Bün- ther, Naturschutz). Welche Bedeutung den Bogelschutzbestrebungen,' abgesehen von ihrer großen ästhetischen Wertschätzung, auf wirtschaftlichem Gebiet zukommt, giebt Hiesemann in seiner ..Lösung der Bogel- schtchfrag« nach Berlepsch" zu bedenken: „Als im Frühjahr 1935 der gesamte, mehrere Quadratmeilen Kroße, südlich von Eisenach gelegene Hainischwald gänzlich vom Eichenwickler (Tortrix viridana) kahlgefressen war, blieb der Wald deS Freiherrn von Berlepsch, der durch 2000 daselbst aufgehängte Risthöhlen einen reichen Meisen- bestand aufweist, völlig davon verschont. Er hob sich von den umliegenden Waldungen tatsächlich wie eine grüne Oase ab. Erft etwa einen halben Kilometer jenseits der Grenzen machten sich die Spuren des Fraßes erstmalig bemerkbar, nach weiterem halben Kilometer war er aber oereits in vollem Umfange eingetreten. Ein deutliches Zeichen, wie weit die Meisen und Genossen während deS Winters, überhaupt außerhalb der Brutzeit, gestrichen waren." Der verstorben« großherzvgltche Forstmeister Küllmann in Darmstadt, der als Altmeister der Hessischen Bogclschutzfvrschungen angesehen werden kann, teilte Prof. Günther mit, daß sich „in den dortigen Waldungen im Jahre 1904/05 die Kohlmeisen sehr auffällig durch das Vernichten der Puppen von schädlichen Kiefernblattwelpen (Lophyrus pini) verdient gemacht haben. Magenuntersuchungen an zu diesem Zweck geschossenen Meisen zeigten, daß die Tiere ganz bedeutende Mengen von Puppen gefressen halten; auch konnte festgestellt werden, baß die Vögel di« Puppen nicht nur von den Stämmen ablasen, sondern auch auS der Erde zogen. Durch das alles haben die Meisen die Gefahr einer Blatt- wcspenplage für daS kommende Zahr verhütet. 1907 haben sie dann den Schaden deS Eichenwicklers aanx abgewandt Auch 1909 ist Eichenwicklerfraß, der hx Aussicht stand, sozusagen im Entstehen unterdrückt worden." Wie groß die Vertilgungsintensität eines Vogels sein kann, beweist die Beobachtung eines böhmischen Entomologen, der einen Daum mit Tausenden von Kiefernspinnerranpen beseht fand. AlS er sich wenige Tage danach einige zu Sammelzwecken holen wollte, flog ein Kuckuck ab, und nicht eine einzige Raupe war noch vorhanden (Floericke, Iahrb. f. Vogelkunde 1909). Der hier genannte große Dogelforscher hat übrigens nicht zu Unrecht auf die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche hingewiesen, die auf indirektem Weg durch das Vertilgen der Fliegen durch unsere Schwalben erfolgt; eS ist nachgewiesen worden, daß diese gefürchtete Seuche dadurch weiterverbreitet wird, baß die Fliegen den Speichel vom Maule der kranken Kühe auf di« gesunden übertragen. Es ist weiterhin auch keinesfalls abwegig, zu behaupten, daß die aL'«r- orts bemerkte und vergeblich bekämpfte Vermehrung von Mücken und Schnaken, die man neuerdings auch an Orten fcstgestellt hat, an denen man die lästigen Blutsauger früher gar nicht kannte, nur im Zusammenhang mit der Ab- nahxne unserer insektenfressenden Dogelwelt möglich war. Aber nicht nur Forstwirtschaft und Oartcnbtiu, sondern auch Weinbau und Land- wirt'.chaft haben in stärkstem Maße unter Schad- lingska'lamitäten zu leiden. Man erinnere sich nur an den Raupenfraß am Gemüse und die großen DerbreitungSherde der Spargelschädlinge im Groß-Gerauer Spargelgebiet I Aus all diesen Darstellungen erhellt sich unser Anrecht auf die dringende Forderung an die zuständigen Behörden. fortan das Kapitel „Vogelschutz" nicht mehr als ein nur der Vollständigkeit halber auf dem letzten Blatt deS jährl-chen Wirtschaftsprogramms stehendes Objekt zu betrachten, das in feiner allgemeinen und öffentlichen Bedeutung ziemlich unwichtig fei, und sch endlich frei zu machen von der kurz'chtigen Stiefmütterlichkeit, mit dem man eS und - für sich sparen. (Sie haben es jetzt nach der Erfindung des organischen Wäsche-Einweichmikiels Burnus (Deutsches Xeichspafent) nicht mehr nötig, sich bei der Wäsche noch so zu quälen. (Sie brauchen nichts weiter zu tun, als Ihre Wäsche in lauwarmes Wasser zu legen, dem etwas Burnus zugefehi ist, und sie einige (Stunden - am besten über Tiacht - darin liegen zu lassen. Den größten Teil der ganzen Wascharbeit besorgen dann die im Burnus enthaltenen Enzyme der Pankreasdrüse. Diese haben nämlich die wunderbare Eigenschaft, fast allen (Schmutz an der Wäsche schon während des Einweichens selbsttätig abzulösen, so daß dasWoschen nur noch eine Art kurzer Nachbehandlung ist. - Oie gerade in den gegenwärtigen Zeiten bedeutsamen Vorteile bei der Verwendung von Burnus: Erleichterung der Arbeit, Ersparnisse an Wasch, und Feue- rongömaterial und höchste (Schonung d-r Wasche sind von wissenschaftlichen Autoritäten, Haus- frooenvereinen und zahlreichen Hausfrauen anerkannt und schriftlich bestätigt worden. Em einziger Versuch überzeugt auch (Sie! Machen (Sie diesen Versuch in Ihrem eigensten Interesse bald, möglichst bei der nächsten Wäsche, und (Sie werden nichts anderes mehr nehmen als ö iimus verunglückte Wuwe Tinge* von Werkens ritz herzleidend war. wie sie auch am Tage vor dem UnglückStall erst einen SchwächeaniaT erlitten und wtederholt di« Besorgnis geäußert hoitte. daß fie einen Herzschlag erleiden förmte. €r.c ist nicht infolge einer heftigen Bewegung des Motorrades von diesem herabgesallen, sondern der Sturz der Frau erfolgt« infolge eines Herzschlages, und die beim OluHdSagen des Kopfes auf di« Erde entstandenen Verletzungen sind ganz ohne Einfluß auf das tödlich« önb« deS Vorfalls gewesen; der Tod war vielm^r schon vor dem Sturz erfolgt. Den Schwiegersohn der Verstorbenen, den Arbeiter Konrad Maul, trifft also keine Schuld. ftreid Schotten. + Groß-Eichen, 9. April. 3n diesem Zähre wurden hier acht Knaben und sieben Mädchen, darunter ein Mädchen auS Klein-Eichen, konfirmiert. Am dritten Ostertag wurde der übliche KonfirmandenauSslug unternommen. Rach Besichtigung deS Gießener Flughafens. wo dem Start eines Sportflugzeugs oeigewohnt wurde, ging eS zum Schiffenberg und anschließend nach Watzenborn—Gießen, von wo aus abends die Heimreise wieder angetretep wurde. WSR. Frankfurt a.M. 9. April. Der Ma- giTtrat der Sladt Frankfurt hat der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage unterbreitet, in der um Zustimmung zur Abstoßung der Frankfurter Hofgüter Dlumenrvd und Langwiesen ersucht wird. Das Hofgut Dlurnenrod soll an den Freiherrn von Freyberg- Schütz zurückfallen, der sich bereit erklärt hat, di« Stadt aus dem bi- zum 22. Februar 1924 abgeschlossenen Pachtvertrag zu entlassen. Hierbei hat die Stadt mit einem LiquidationS- verlust von 80 500 Mark zu rechnen. Auch für das Hofgut Langwiesen besteht Aussicht, daß der Besitzer Graf von Waldersdorff die Stadt Frankfurt aus dem Pachtvertrag gänzlich enüäßt. Als Rachpächter tritt hier der Gutsverwalter Karl Altbrod von dem Sanatorium Küppelsmühle bei Bad Orb auf, für den voraussichtlich sein zukünftiger Schwiegervater, Oeko- nomierat Spieß, die Bürgschaft übernimmt. Altbrod hat sich bereit erklärt, in den zwischen der Stadtverwaltung und dem Verein für lieber* gangsheime für Strafentlassene abgeschlossenen Vertrag einzutreten. Bei Langwiesen würde ein Liquidationsverlust von 1 65 7 3 2 M k. entstehen. Auch für das Hofgut Henrietten- t h a l soll unter möglichst günstigen Bedingungen eine Unterverpachtung herbeigeführt werden. Der Magistrat begründet die Vorlage damit, daß die Preis« all«r landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf einen kaum dagewesenen Tiefstand gesunken sind und daß mit einer Hebung der Preise vorerst nicht zu rechnen seL Es wird im Gegenteil angenommen, daß einzelne Erzeugnisse durch die allgemein verminderte Kaufkraft der Konsumenten noch weiter« Preiseinbußen erleiden. Rirchtiche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Samstag, den 11. April. Lladtkirch«. 14 Uhr: Pfr. Becker; Beichte für die Konfirmanden der Markusgemeinde und deren Angehörigen. — Johanneskirche. 14: Pfr. Ausfeld; Beichte für die Konfirmanden der Johannesgemeinde und deren Angehörigen. — üapelle des Alten Friedhofs. 14: Pfr. Lenz; Beichte für die Konfirmanden der Luthergemeinde und deren Angehörigen. — Lich. 14: Beichtgottesdienst; Stiftspfarrer ©raubt. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 11. April. Vorabend 7 Uhr; morgens 8.30; abends 7.20 und 8.05 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 11. April. Freitag abend 6.45 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8. — Wochengottesdienst, morgens 6.30; abends 6.30 Uhr. t Treis a. b. ß b a., 9. April. 3n unserer Berneinbe wurden 13 Kinder. 5 Knaben und 8 Mädchen, konfirmiert. Der Posaunenchor verschönt« di« Feier durch feine Mitwirkung. — Am ersten Feiertag brachte der Posaunenchor mehrere Lieder vom Kirchturm aus zu Gehör und löste damit viel Freude aus. Es wurde allgemein der Wunsch laut, öfters Musik vom Turm zu Hörem — Hm dem feit Jahren bestehenden Wassermangel abzuhelfen, wird jetzt .im Weiher" «ine ergiebige Quelle erhöh r t. deren Wasser durch eine elektrische Pump« in die Wasserleitung geführt werden soll. )( L i ch. 9. April. Frl. Marie Z o r m h a l -, die 20 Zähre al- Hausangestellte in der Familie von Spenglermeister Walz tätig ist, wurde für ihre treuen Dienste vom Landes verein des Alice- FrauenvereinS in Darmstadt zu Ostern mit der Ehrenbrosche und dazu gehöriger Urkunde au-gezeichnet. Die Auszeichnung wurde der verdienten Angestellten durch den Vorsitzenden des hiesigen ZweigvereinS vom Roten Kreuz, Oberamtsrichter Dr. Bernhard, überreicht. i. GttingSyaufen, 9. April. Am zweiten Ofterfeiertaa veranstaltete der hiesig« Gesangverein .Concordia" ein Konzert. Okben Ehören deS Verein-, die von fleißiger Hebung Zeugnis ablegten, sanden besonders die Lieder, die ein Mädchenchor vorttug. alle Anerkennung. Außerdem hatten sich einige Musiker von auswärts zur Verfügung gestellt. Sologesänge deS Lehrers Kruger von Steinfurth gefielen sehr gut; die Vorträge der Herren Volz-Alten« Duseck (Violine), Weimer- Alten-Buseck (Violine), Schneider - Grohen-Buseck (Cello), sowie von Lehrer Erb und Frau - Ettingshausen (Klavier) bewiesen hohes musikalisches Können und sanden starken Dttsall. Besonderen Dank verdient Lehrer Erb für die Ausgestaltung und Leitung des Abends, der ein guter Austakt ist zu dem im kommenden Jahre bevorstehenden 50. Jubiläum des Verein-. Das Konzert bedeutete für die Zuhörer ein schönes Erlebnis und für den Verein einen vollen Erfolg. • Weiter-Hain, 9. April. Für unseren nach Lang-Göns versetzten Lehrer E v n r a d fand eine gut besuchte AbschiedSfeier statt. Die Schüler überreichten dem Scheidenden ein Bild, Bürgermeister Reichert übermittelte ihm ebenfalls ein Bild als Zeichen des Dankes und der Anerkennung. Don der Kirchengemeinde durch Pfarrer Thom erhielt Lehrer Conrad eine reich ausgestattete Bilderbibel; für den Gesangverein und den Gemischten Chor widmete dessen Vorsitzende, S. Schnörkel, dem Dirigenten Conrad anerkennend« Worte, zugleich wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Darbietungen der Schüler, Lieder des Gesangvereins und deS Gemischten Chores, sowie einige Solodarbietungen von Lehrer Kruger, Steinfurth, umrahmten die eindrucksvolle Feier. KreiS Friedberg. $ Friedberg, 9. April. Rach altem Brauch geben sich die Abiturienten der ehemaligen hessischen Lehrerseminare in bestimmten Zeitabschnitten ein Stelldichein, um Erinnerungen an die gemeinsame Seminarzeit auszutauschen. So trafen sich dieser Tage in Bad- Rauheim die Friedberger Seminarabiturienten von 1891, die zum größten Teil in Oberheffen im Lehramt stehen. Don 29 Abiturienten, die vor 40 Jahren von Friedberg auS in den Lehrberuf traten, sind allerdings nur noch 17 am Leben. Diese waren mit einer Ausnahme vollzählig erschienen, unter ihnen auch Ministerialrat Diehl vom hessischen Kultusministerium. Don den einstigen Lehrern deS Jahrganges lebt nur noch Schulrat Süß hochbetagt in unserer Stadt. 4 Bad - Rauheim, 9. April. Sine Studie nkommission englischer Aerzte traf von Aachen auS im GesellschastSauto hier ein. Eingehend wurden von den 21 Gästen die technischen Dettiebe des Bades und unter Führung von Professor Dr. Weber daS staatlich« Bal» neolvgisch« älniversitätsinstitut besichtigt. Auch lernten di« Gäste di« Einrichtungen deS neuen Kerckhoff-Lknstituts kennen. — Bad-Rauheim, 9. April. Unter den 1000 Kurgästen, die aus dem In- und Ausland« zur Zeit schon hier anwesend sind, befindet sich der frühere König von Sachsen, der im Sanatorium Groedel Wohnung genommen hab 3m Kettlerheim sind Herzog Friedrich Christian zu Sachsen und Herzogin Elisabeth Helen« zu Sachsen abgestiegen, während Herzog Ulrich von Württemberg im Carlton-Hotel wohnt. Kreis Büdingen. Blutter, wetchedie Bedeutung der Kinder- Wundpflege erkennt heben, benutzen Penaten-Creme 5 „Gieß. Anz." über den Unglücks» 4. d. M. bedarf einiger Richtigstellungen. Der das Motorrad lenkende Arbeiter war Trotzdem Im Gegensatz au der früheren Anschauung, die im Vogelschutz nur das Prinzip der Erhaltung aller Arten sah, seit Berlepsch- bahnbrechendem Wirken die Vogelschutzbestrebungen eine volkswirtschaftliche Bedeutung erlangt haben und ihre Rotwendigkeit im Interesse der Schädlingsbekämpfung allgemein anerkannt ist, könnte mancherorts noch viel mehr für diese äußerst wichtige Sache getan werden. Zwar ist schon häufig von maßgebender Seite der Meinung Ausdruck verliehen worden, man sollte die Bedeutung der wirtschaft-nützlichen Vogelwelt ja nicht überschätzen, unb die vogelschützlerischen Ornithologen übertrieben manchmal zu stark, doch kann hiergegen nicht genug entgegnet werden, daß eine derartige, von Zweiflern vertretene Ansicht nur dadurch entstehen kann, daß die insektenfressenden Vögel, die den SchädlingSbe- stand stetig auf einer in der Harmonie des Ratur- lebens wohldisziplinierten „ei fernen Portion" halten, oft genug auSbrechende, oder für das kommende Jahr drohende KalamitätenschonimKeimeer sticken, ohne daß der Mensch es merkt und die Vogelsorschung es nachweisen könnt«. Aus diesem Grunde allein ist die Forderung ge- rechtfertigt, auch in und um Gießen mehr wie bislang für den Vogelschutz zu tun, denn geschehen ist seither noch so gut wie nichts. Man darf nicht denkeck, daß ein erfolgreicher, biologisch richtiger Vogelschutz schon dadurch betrieben wurde, daß man den Vögeln zu ihrem Schutz und zu ihrer Vermehrung Nisthöhlen bietet. Damit erleichtert man nur einem geringen, allerdings äußerst wichtigen Teile unserer Dogelwelt das Dasein. Der ersolgreichste Schutz unserer einheimischen Dogelwelt wird immer durch Anlegung von Dogeischutzgehölzen zu bewerkstelligen sein. Und da sich der volkstümliche Vogelschutz, an dem sich jeder einzeln« beteiligt« aus technischen Gründen stets nur auf die Darbietung von Winterfutter und Nistkasten beschränkt, wird der allerwicytigste Teil des gesamten Vogelschutz- dienstes zu einer Aufgabe und Pflicht der Behörden: Herstellung von Schutzgehölzen Oedlandereien und wirtschastsunbrauch- bare Areale hat jede Gemeinde, und in jeder Gemarkung finden sich Oertlichkeiien wie Raine, Wegränder, Hänge, Eisenbahndämm«, Bachufer, die sich ohne große Opfer an Zeit und Arbeitskraft zu idealen Anlagen Herrichten ließen, denn meist hilft sich bd geeigneter Dorsorge hier die Natur von selbst weiter. Auch Gießen hat im Stadt- und Landbezirk Orte genug, die sich zu solchen Schutz- anlagen einrichten ließen, sowohl in den städtischen Anlagen, die ohne Verletzung ihrer ästhetischen Auf- §abe sich gut zur Herrichtung für die genannten wecke eigneten, als auch in dem reichlichen Vorhandensein wertlosen Terrains (z. B. am Bergwerks- wald). Es ist ^ewiß nicht notwendig, daß auch hier, wie mancherwärts, dadurch große Kosten entstehen, daß man z. B städtische Gärtner oder Krcisobst- baumpfleger oder forstlich« Betriebsbeamte zum Studium der Musterstation nach Burg Seebach (Ber- lepsch) schickt. Das forstzoologische Institut, zu dessen Disziplin ja Natur- und Vogelschutz gehört, wird sicherlich Ratschläge über die Anlage solcher Gehölze und Gebüschgruppen geben können. Eine geeignete, gut angelegte Schutzstation gibt den Lebensraum für folgende Vogelarten ab: Hänfling, Grünfink, Gartenspötter, Singdrossel, Schwarzamsel, Wacholderdrossel, Garten-, Dorn-, Zaungras- mucke, Distel-, Buchfink, Kernbeißer, Hrckenbraunelle, Goldammer, Goldhähnchen, Pirol, Zaunkönig, Neuntöter, Weiden- und Waldlauboogel, Spechtmeise (Kleiber), Baumläufer, Fliegenschnäpper, Haus- und Gartenrotschwanz. Schilfsänger, Rotkehl- chen, Tannen-, Sumpf-, 'Blau-, Kohl-, Haubenmeise, Star, Wend7hals, Bachstelze, Schmätzer, Pieper und Nachtigall. Mit Hilfe der Nistkasten kann man nur folgende Arten ansiedeln: Meisen, Kleinspecht, Grünspecht, Grauspecht, Schwarzspecht, Buntspecht, Wiedehopf, Star, Eulen. Käuze, Turmfalk, Dohle, Hohltaube und Blaurake Dies« Dogeiarten sind hauptsächlich forstlich nützlich, und da die moderne Forstwirtschaft es mit ihren Nutzholz- und Produk- tionsrücksichten nicht mehr vereinbaren kann, hohle, mit natürlichen Spechtlöchern versehene Bäume in ihren Standorten zu belassen, ist gerade bei ihr ein unbedingter Ersatz der Brutstätten erforderlich. Aber auch D:ele Kleinvögel beziehen die Nisthöhlen, so daß ihr Anbringen für den Gartenbesitzer und Obst- züchter ein nicht zu unterschätzender Sicherheits- saktor ist. Neuerdings hat man sogar in den „Hessischen Nisthöhlen^ ein Nistkastensortiment herausgebracht, das unbedingt spatzensichere Höhlen enthält und b?n Dogelschützer in spatzenreichen Siedlungen vor Inanspruchnahme seiner für Meisen berechneten Kasten durch Spatzen schützt Ein Muster- beifmd vogelschützlerischer Großzügigkeit durch die Stadtverwaltung ist die Karlsaue, der belebteste Park von Kassel, wo sich die Vögel durch Anlegung von Dogelgebüschen und Aushängen von 2750 Nisthöhlen verzehnfacht haben, „und es ist das, wie - j j Id W WWUWW Graue Turnschuhe mit Chrom* 21-24 1.45 6.50 1.95 ho hie, ffute Qualität Größe 30-4'2 31-35 2a-30 Box-Derbystiefel, holzsenagelt, ffute Qualität und Paßform Giöße 31—35 27—aO 23 26 Braune Kindledersandalen Größe 36-39 31-35 27-30 6.95 5.85 Kräftige Schulstiefel mit holzffenageli em Boden 4.45 3.95 3.45 kräftige Qualität, hoizgenagelt Größe 36- 42 31-35 27 - 30 21-26 Braune Kinderstiefel 9.50 8.50 5.25 4.50 3.75 gute Fabrikate, bewährte Qualitäten Größe 31 35 27 30 25-26 23-24 20-22 Braune Spangenschuhe schöne Formen Größe 3642 31 35 27-30 23-26 20-22 6.95 5 75 4.95 3.45 3.25 Verlangen Sie billige Einzelpaare! 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Alle noch rückständigen Rechnungen über ausgeführte Arbeiten und Lieferungen bis 31. März 1931 find in doppelter Ausfertigung unter Beifügung der Bestellzettel bis spätestens zum 25. April 1931 einzureichen. 25220 Gießen, den 9. April 1931. Städtisches Hochbauamt: G r a v e r t. Neuenweg 28 in Gießen, die wir nunmehr als gutes Bier- und Speise-Restaurant weiterlühren werden, übernommen haben und bitten um geneigten Zuspruch. Samstag,11. April, Schlachtfest! Ab 9 Uhr vormittags Wellfleisch mit Kraut — abends Schlachtplatten 02068 la Exportbier la Mosel- und Rheinweine Fritz Greilich und Frau IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH besonders billig für Damen Baumwolle..... 50 Pf. echt Mako..............Mk. 1.50, 95 Pf. Kunstseide........... .Mk. 1.50, 95 Pf. für Kinder Baumwolle ...50, 30 Pf. echt Mako...................75, 60 Pf. Eltern schickt Eure Kinder erst auf die Handelsschule. Ihr bereitet ihnen einen erfolgreichen Lebensweg. 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Dosch Damen- und Herren-Friseuigeschäfl Neuen Baue 12, Ecke der Weidengasse Bekanntmachung. Rach § 3 der Polizeiverordnung, betr. die Bekämpfung der Schnakenplage, vom 28. November 1911 hat jeder Grundstückseigentümer in den Monaten April bis September einschließlich mindestens einmal monatlich die auf seinem Grundstück befindlichen, den Schnaken zur Brut dienenden stehenden Gewässer (Wassertümpel, Regenfässer, Bassins, Wasserlachen, Jauchegruben, Abortgruben usw.) mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Mittel (Saprol, Petroleum usw.) zu übergießen. 2462C Ich fordere hiermit alle Hauseigentümer, die derartige Einrichtungen auf ihren Grundstücken besitzen, auf, obengenannter Polizeiverordnung entsprechend zu verfahren. Dießen, den 8. April 1931. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Zwangsversteigerung^ Am Freitag, dem l.lTlai 1931, vormittags 9 Uhr. wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Hermann Lublinski in Gießen zugeschriebene Anwesen Dammstraße 41 Jlur 1, Nr. 12435/to = 86 qm Grabgarten, Jlur 1, Nr. 1243°/,° -- 281 qm hofreile, geschätzt 20 875 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. 2024D Gießen, den 17. März 1931. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen. _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ Zwangsversteigerung 2/31 Am Donnerstag, dem 7. Mai 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 106 das im Grundbuche von Gießen dem Kaufmann Heinrich Marlin Dilges in Gießen als Alleininhaber der Firma Klingelhöffer & Dilges in Gießen zugeschriebene Anwesen Westanlage 28 Flur 1, Nr. 882'/.° = 667 qm hofreile, geschäht 42 700 NM„ versteigert. 1635D Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, am 2. März 1931. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: ______Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ Zwangsversteigerung^ Am Donnerstag, dem 21. Mai 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebäude zu Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Fritz Greilich, Metzger und Wirt, w Frankfurt am Main zugeschriebene Anwesen Skein- straße 23 Flur II, Nr. 13Vio = 475 qm hofreile. geschäht 25 830 Reichsmark. versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. 25190 Gießen, den 7. April 1931. I A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ Bekanntmachung. Die Rechnung der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen für das Rechnungsjahr 1929 liegt zur Einsicht der Beteiligten acht Tage lang in der Wohnung des Unterzeichneten, Marktstraße 30, offen. Nur während dieser Frist können Einwendungen gegen den Inhalt und die Richtigkeit oorgebracht werden. 25180 Gießen, den 8. April 1931. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen. ___________I. V.: Meyerfeld.___________ Versteigerung. Montag, den 13. April 1931, vormittags 10% Uhr, versteigere ich mit Zusammenkunft der Steigliebhaber an Station €au- bacher-Wald: 25280 zirka 130 m Brennholz, bestehend aus 50 m Fichte (für Bäcker geeignet), 80 m Buchenbohlen (30 bis 35 cm dick), teilweise als Werkholz noch geeignet, freiwillig gegen gleich bare Zahlung. L r a ß 1 Gerichtsvollzieher in Laubach. 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