Nr. 8 Erstes Blatt Samstag, 10. Januar (931 M- Jahrgang 0 s 15 ® 2, 01 'S 3 > *» l» s s te .es s 2 3 Q Paris, 9. Dan. (XU.) Daques Kayser, der im Auftrage der radikalfoziolistifchcn „R e p u h l i - quc“ eine Rundreise durch ganz Deutschland gemacht hat, berichtet jetzt über seine Eindrücke in Ostpreußen. insbesondere ander deutsch-polnischen Grenze. Ls sei vet- gebliche Mühe, zu hoffen, so schreibt er, daß Deutschland jemals den Gedanken aufgeben könne, Ostpreußen wieder mit dem Mutterland zu vereinigen. Zwei Flachen einer Munde Hütten vielmehr stets das Bestreben, sich wieder zu vereinigen. Man brauche nur einen Blick auf die Karle zu werfen, um auch die schärfsten Gegner einer Wiedervereinigung zu überzeugen. Man habe jedoch Deutschland nicht nur in zwei Teile geteilt, sondern zum Ueberfluß dem besiegten Gegner noch eine Reihe unnützer Beleidigungen zugesügt, die stets ein Hindernis für eine Verständigung sein würden. Der Korridor, der Ostpreußen vom übrigen Deutschland trenne, sei eine Herausforderung des gesunden Menschenver- sl a n d e s. Die polnische Grenze, die sich in zwanzig Meter Entfernung an der Weichsel entlang ziehe, habe das Leben der dort wohnenden deutschen Bevölkerung in ihren Grundlagen erschüttert. Der Damm, den die Deutschen errichtet hätten, um den jährlichen veberschwemmungen des Flusses Einhalt zu gebieten, sei an fünf Stellen von der Grenze durchschnitten und er, Kayser, habe feststellen können, daß die Teile des Dammes, 8 ,0 = = 2 2 S e . 3 b? 2 0'"*- £ 3 C: - r '61 .3 SE 1,0 'S 3 '5* s = cayr» «23? s die zu Deutschland gehörten, in einem vorbildlichen Zu st and seien, während polen den Damm vollkommen vernachlässige. Damit jedoch nicht genug, habe man zum Beispiel Gransee und Bischosswerder von ihren Bahnhöfen getrennt und mit einem Schlage das ganze wirtschastsleben erschüttert. Bischosswerder, vor 15 Dahrev noch eine blühende Stadt, liege heute in Agonie. Kayser berichtet sodann über die Zerstörung der Münsterwalder Weichselbrücke durch die polen. Die Zerstörung habe nicht etwa gleich nach dem Kriege in der allgemeinen Erregung statt- gesunden, sondern man habe die Brücke in den Jahren 1 9 2 8 und 1 929 kaltblütig systein a t i sch zerstört. Der Zugang zum Korridor, den man Deutschland versprochen habe und den man ihm bei Kurzebrack gegeben habe, sei illusorisch, denn der Rebergang fei nur denjenigen gestaltet, die mit aller» notwendigen Papieren ausgerüstet seien und auch nur zu bestimmten Tagesstunden. Die Schlußfolgerung, die Kayser aus seinen Beobachtungen zieht, geht dahin, daß man die „blutende Grenze" durch eine gerechtere Grenzlinie ersehen müsse, wenn man sich nicht sogar der Auffassung anschließeu wolle, daß die Frage der Grenzregelung weniger wichtig sei. da doch das ganze Problem des Korridors endlich einmal gelöst werden müsse. noblem, dieser materiell wie ideell furchtbarsten ’ib tiefgreifendsten Jjolge unserer Wirtschaftskrisis Reichskanzlers' Sollte es mchr mehr als ein Zufall oder ein Versehen sein, daß gerade an dem 'Tage des Reichstanzlcrbesuches in Oppeln drei polnische Militärflugzeuge eineStunde lang über dieser Stadl Ire uzten, die angesichts ihrer geographischen Lage und ihres Umfanges mit keiner anderen Ortschaft auf hundert Kilometer in der 'Runde verwechselt werden kann! Betrachten wir getrost diesen ..Fehl- flug" als eine polnische Demvnstra- t i o n gegen Deutschland in einem 'Augenblick, wo man in Polen eine Frontalofsensive gegen die deutschen Klagen und Beschwerden über die Mißhandlung der deutschen Minderheit unternimmt. Diesmal hat uns der Zufall das corpus delicti in die Hand gespielt, und wir werden Gelegenheit haben, Polens Piloten Auge in Auge zu fragen, was sie eigentlich immer wieder mit ihren Maschinen über deutschem Boden zu suchen haben. Daß sie n i ch t a l s F r i e - densengel kommen, ist jedem klar, der die Gesinnung polnischer Militärkreise und die Stimmung an der deutsch-polnischen Grenze kennt. das neue Hahr hinzogen, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Die Unternehmer hatten darauf zum 15. Januar den Belegschaften gekündigt, aber auch trotz persönlichen Eingreifens des Reichsarbeitsministers gelang es nicht, Unternehmer, die eine Lohnsenkung um 8 v. H. verlangten, und Gewerkschaften, die nur eine solche von 4 v. ch. bewilligen wollten, zusammenzubringen. So drohte im cherzen der deutschen Wirtschaft, im Ruhrkohlenbergbau ein 'Arbeitskonflikt größten Ausmaßes und non unabsehbaren Folgen. Der Regierung mußte daran liegen, ihn in diesem Krisenwinter unter allen Umständen zu vermeiden. Da ihr durch das geltende Schiedsverfahren die chönde gebunden war, griff sie zur Notverordnung. Sie ging auch hier neue Wege. Während bis vor etwa zwei Jahren der von der Regierung bestellte Schlichter von sich aus und mit seiner Stimme allein einen Schiedsspruch gefällt hatte, sobald die Parteien sich in der Schlichtungskammer nicht einigen konnten und auch keine der Parteien dem '23er- milllungsvorschlag des Schlichters beigestimmt hatte, so wurde nach dem bekannten Lohnkonflikt in der Gruppe Nordweit der Eisenindustrie dieses selbe 'Verfahren vom Reichsarbeitsgericht verworfen und das Gesetz über das Schlichtungswesen dahin^inter- pretierr, daß stets eine Mehrheit der Schlichtungskammer den Schiedsspruch herbeisühren müsse, der Schlichter diesen also nicht allein fällen könne. Durch diese Auslegung des Gesetzes war natürlich das Zustandekommen eines Schiedsspruchs sehr erschwert, da es die Zustimmung mindestens einer der streitenden Parteien vorausletzte. Auch im Lohnkonflikt der Ruhrindustrie war man gestern an dem Punkt angelangt, wo nur offener Kampf übrig zu bleiben schien, als die Reichsregierung mit einer Notverordnung des Reichspräsidenten eingriff. Soweit uns im Augenblick bekannt ist, kehrt die Notverordnung nicht, wie man erwartet hatte, zu dem früher üblichen System des sog. Einmannschiedsspruchs zurück, sondern macht sich die Form zu eigen, die in dem Lohnkonflikt der Berliner Metallindustrie im Herbst des vergangenen Jahres sich Inneltme von Snjeigea für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20%, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; Tür den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich m Gießen. o3-s «5 2.r 5 o <# D ° so -a 3 6123" Eine unerhörte Provokation. 60 Kilometer von der Grenze entfernt sich an eblich verflogen. Oppeln, 9. Jan. (111.) Die die „Oberschlesische Tageszeitung" berichtet, überflogen am Freitag um 13.35 Uhr drei polnische Flugzeuge in ganz geringer höhe zweimal die Stabt Oppeln. Um 13.40 Uhr landete ein Flugzeug auf dem Exerzierplatz neben den Schießständen der Garnison. Die Dache nahm den Flugzeugführer, der wieder aufsteigen wollte, fest. Fünf Minuten später ging ein zweites polnisches Flugzeug neben dem ersten nieder. Auch dessen Führer wurde zwangsgestellt. Die Flugzeuge wurden sichergestellt. Es handelt sich um polnische Militärflugzeuge, die auch die polnischen Hoheitszeichen tragen. Die Flieger, die in polnischer Uniform waren, gaben an, sich verflogen zu haben. Das dritte Flugzeug, das spater noch über Grudschüh gesichtet wurde, ist verschwunden. Es fällt schwer, in dem Flug von drei polnischen Militärmafchinen über Westoberschlesien am Tage des Reichskanzlerbesuches keine beabsichtigte Herausforderung zu sehen. Don zuständiger preußischer Seite wird zwar erklärt, es stehe nach Prüfung der Angelegenheit fest, daß das Vorkommnis keinerlei Zusammenhang mit der Anwesenheit des Reichskanzlers und seiner Begleiter habe. Die polnischen Flieger seien zweifellos durch das sehr schlechte Wetter und infolge des starken Schneegestöbers, das die Sicht behinderte, zu ihrem heruntergehen auf deutschem Gebiet gezwungen worden. Die Jlotlan- bung finbet aber doch in Berliner politischen Kreisen starke Beachtung. Man weist barauf hm, bah bies janichtberersteFall einer Uebersliegung bet deutschen Grenze durch polnische Militärflugzeuge ist. Auch die Darstellung, daß die beiden Maschinen sich verflogen hätten, wird bezweifelt, da Oppeln schließlich 60 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Letzten Endes ist es ja Sache der Polen, dafür zu sorgen, daß nicht in diesem doch recht schwierigen Grenzgebiet unerfahrene Piloten verwandt werden, die den fliegerischen Anforderungen nicht gewachsen sind. (Ein solcher Zwischenfall hätte nach Ausfassung Berliner politischer Kreise um so eher vermieden werden müssen, als auch in Polen bekannt ist, daß der Reichskanzler sich mit der von ihm geführten Delegation heute in Oppeln auffjiell. Empörung in Berlin. Die Politiken Militärslieeer keine Friedenseugel sagt die Germania. Berlin, 10. San. (CAD.) Zu den Grenz- überfliegungen bei Oppeln durch polnische Flieger schreibt die „Germania", das Blatt des c t e »3 e o © 1 bewährt hatte. Wie damals wird auch nach der neuen Notverordnung ein von der Regierung bestellter Sonderschlichter, zwei unabhängiae, aber mit den Interessen der Parteien vertraute Persönlichkeiten berufen und dieses Dreimännerkollegium wird mit Stimmenmehrheit einen Schiedsspruch zu fällen haben, der durch den Reichsarbeitsministcr für verbindlich erklärt werden kann. Wenn auch diese in der Notverordnung verfügte Aenderung des Schlichtungsverfahrens bas dikta ■ torische Eingreifen des Staates in Lohnfragen gegenüber dem früher üblichen System des Einmann- schiedsspruchs etwas abmildert, so bleibt doch eine schwere Beeinträchtigung der sozialpolitischen Selbst- verwaltung, die grundsätzlich die direkte Derständi- gung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Tarifstreitigkeiten allenfalls durch Vermittlung eines Unparteiischen anftrebt, den diktatorischen Schieds-- spruch eines vom Staate bestellten Organs jedoch ablehnt, zumal wenn dieser Schiedsspruch weniger auf wirtschaftliche ober soziale, als vielmehr auf allgemeinpolitische Momente zurückgeführt werden muß. Immerhin kann es schwerwiegende Gründe allgemeinpolitischer Art geben, die den Staat zum Eingreifen zwingen, aber der Staat sollte sich stets vor Augen halten, daß seine Entscheidung die ultima ratio ist und bleiben muß und daß feine Klinge durch allzuhäufigen Gebrauch nicht oorjeitig schartig wird. Es tut auch nicht gut, den Parteien durch staatlichen Machtspruch die Verantwortung abzunehmen, die sie für ihre Wirtschafts- und Sozialpolitik und die aus ihr entstehenden Folgen vor dem Gesamtoolk zu tragen haben. Probleme der Wirtschaft wollen mit viel Delikatesse behandelt werden, das gilt von der Arbeitslosigkeit und Dietrichs Vorschlag zu ihrer Behebung, das gilt nicht minder vom staatlichen Schlichtungsverfahren. Es ist gut, wenn es ohne den Staat geht und die Wirtschaft sich selber zu helfen vermag. Zwingen die Verhältnisse jedoch den Staat, einzugrelfen, so muß Offenheit und Klarheit herrschen und es muß ganz fest und sicher zugevackt werden li-gi: e q- o c s * -> 3 — i ' o n ~S® richten. Anzeiger Sieben. fro-nurt am moin°i lese. Vrvlk und Verlag: vrühl'sche UntverMtr-vuch' und Stehtörnderei v. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstraste l ?3 = = ' xr-o *38. Vs 2 n 0 3 h 3 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen trld)etnt täglich.außer Sonntag» und Feiertag» Vellage«: Dte Illustriert« Etetzener FamilienbläUer Heimat im Bild Die Scholle monat$«8e$ugspreu: 2.20 Reichsmark und 30 •Reidjspfcnnig für Träger» 'ohn, auch bei Nichterscheinen emzelnerNummern infolge höherer Gewalt 5ernlvrechanlchlüfse anter5ammelnummcr2251. Anschrift für Drahtnach« ä n n ’s. ,5 3 2-2- Q 2 5? Neue Wege. '' Rcichsfinanzrninister Dietrich hat den Faden mfitergefponnen, den er in^ seinem am vergangenen Sslmstag hier erwähnten Silvesterartikel ausgenom- nm hatte Er mochte dem Arbeitslosen« O o-3 "C-O o Die „Deutsche Allgemeine Leitung* weist darauf hin, daß wir uns Jahre hindurch die ständigen Grenzverletzungen durch polnische Militärflugzuge haben gefallen lassen. Die deutschen Beschwerden wurden mit Dementis ober mit Ausflüchten beantwortet. Es bebeutet eine uncr» hörte Provokation gegenüber dem Deutschen Reiche, zum Besuch des Kanzlers in Oppeln polnische Militärflieger zu entsenden. Es bedeutet aber weiterhin eine Provokation gegenüber dem Völkerbund, unmittelbar vor dem Zusammentritt des Völkerbunds- rates, der über schwere Verletzungen des Rechts durch Polen entscheiden soll. In diesem Augenblick wagt dieser Ruhestörer einen neuen lieber« griff, von so unentschuldbarer Drei- stigkeit, daß ihn keine noch so routinierte Lügemaschine wird umbeuten können. Von der Reichsregierung aber verlangen wir schärfsten P r o t e ft gegen den letzten polnischen Uebergriff, der dem Völkerbund einen neuen schlüssigen Beweis für die Berechtigung unserer Beschwerden und unserer Warnungen zu geben geeignet ist. uf>er die Hereinnahme von Arbeitslosen zu treffen, imit der gleichzeitigen Verpflichtung zur Senkung ^i*r Preise und damit Förderung des Absatzes. Wir • ■tfieinen, unsere wirtschaftliche Lage sei ernst genug, ;»iun jeden Vorschlag, der zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Süifurbching unserer Wirtschaft gemacht wird, auf das sorgfältigste auf seine -rauchbarkeit hin zu prüfen. Und der Reichsfinanzminister Dietrich, dessen starke Energien wir in den Notverordnungen des Kabinetts Brüning gespürt buben, ist zweifellos ein Mann, der bereits gezeigt hat, daß man aufhorchen darf, wenn er sich zum 13ort meldet. Aber man sollte ihm nicht all die stichhaltigen Einwände, wiederholen müßen, die gegen jeie Art von Subventionspolitik geltend gemacht werden. Wie wollen die vom ciaate mit der Verteilung der Lohnbeihilfe an die Industrie beauflagten Organe ermitteln, welche Unternehmungen dlcwähr dafür bieten, daß bei ihrer Unterstützung burd) öffentliche Gelder die Wirkung erreicht wird, blt das System der Lohnbeihilfe zu erreichen be- isebt ist? Wäre cs nicht denkbar, daß schlecht geleitete und deshalb nokleidende Betriebe, die infolge bss Absatzrückganges ihre Belegschaft einschränken mußten, durch die Subventionen in Form von Lvhnzuschüssen aufgepäppelt und in den Stand gesetzt werden, anderen Betrieben desselben Produktionszweiges, die dank einer besseren Organisation rfccr einer vorsorglicheren Geschäftsführung noch rollbeschäftigt waren, keine neuen Arbeiter einstellen tarnten und deshalb auch keine Zuschüsse «erhielten, empfindlich Konkurrenz machen, daß sie gezwun- pen werden, ihre Erzeugung einzuschränken und Ar- j-eitcr zu entlassen? Wie will man es vermeiden, beß die staatlichen Zuschüsse statt in die richtigen iunäle der Wirtschaft zu gelangen, den Wirtschafts- Igruppen oder Einzelunternehmungen zufließen, dis durch bewegliche Klagen ihre Bedürftigkeit nachzu- wifen suchen oder durch irgendwelche Machina- tirneii künstlich die Voraussetzungen für eine Sub- icntion schaffen? Dem Reichsfinanzminister sind ratürlid) diese und andere grundsätzliche Bedenken be- Lijmt, die gegen die Suboentionspolitik im allge- cteinen erhoben werden, cs ist deshalb schlecht ein ziehen, weshalb er all diesen Einwendungen nicht burd) Bekanntgabe präziser Vorschläge die spitze abbrach. Noch schwieriger ist das Kernproblem des Dieb 'nchschen Plans, die A d s a tz f r a g e. Der Minister -meist selber daraufhin, daß die Beschäftigung der Lrbeitslosen weniger eine Frage der Produktion i a($ des Absatzes fei, und er hofft, dem dadurch bei- jLttommen, daß er die subventionierten Wirtschaftszweige zu einer Senkung der Preise ver- ^lichteL. Es muß aber doch wohl bezweifelt 'm erben, ob bei gleichbleibenden oder gar steigenden Lasten aus Steuern, Sozialabgaben, Verkehrs- und Werktarifen ein so starker Preisabbau möglich wird, daß, da ja durch die bloße Umleitung der Arbeitslosenunterstützung in Lohnzuschüsse keine zusätzliche .Kaufkraft entsteht, für die durch die Lohnbeihilfen zusätzlich entstehende Produktion Absatz geschaffen werden kann, soweit wenigstens der innere Markt in Frage kommt. Und soll Dietrichs Plan vorwiegend der Exportindustrie zugute kommen, so wird man dagegen sagen müssen, daß bei der geringen Bedeutung des Außenmarktes für die Gefamtkon- junkturlaae von ihm kaum eine starke Belebung der Wirtschaft und Entlastung des Arbeitsmärktes zu erhoffen sein wird. Gewiß würden wir wenigstens für begrenzte Zeit größere Warenmengen als bisher auf den Weltmarkt zu werfen vermögen, dank der Lohnprämien vermullich auch zu billigeren Prellen, sicher die wirksamste Lektion für unsere Tributgläubiger, aber wir können natürlich die Weltbewerbsländer nicht hindern, sich burd) Zoll mauern, Antibumpinggesetze und ähnliches gegen die deutsche Warenflut abzusperren. Dietrich ließ auch die Frage offen, ob Urprobuf- tion oder verarbeitende Industrie vorwiegend mit der Lohnbeihilfe bedacht werden sollten. Es liegt natürlich nahe, den Plan des Reichsfinanzministers in Zusammenhang zu bringen mit den Schwierigkeiten, die der Regierung aus dem Lohnkon f 1 i k t im Ruhrbergbau erwachsen sind. Die Kohlenindustrie des Ruhrreviers hatte zur Unterstützung der Preissenkungsaktion der Reichsregierung mit Wirkung vom 1. Dezember ihre^Kohlen- preise um 6 v. H. geienft, bevor ihr eine Senkung der Selbstkosten ermöglicht worden war und zwar im Vertrauen auf die Zusage der Regierung, in der Senkung der Produktionskosten sonzufahren. Ueber diese Zusage ist zwischen Zechenbesitzern und Reichsarbeitsminister eine Kontroverse entstanden, die jedoch nichts an der Tatsache ändert, daß seitdem die öffentlichen Lasten sich gleich geblieben sind oder gar erhöht wurden und die Verhandlungen über eine Neugestaltung des Lohntarifs sich bis in Die blutende Grenze. Der Korridor eine Herausforderung des gesunden Menschenverstandes. Das Urteil eines Franzosen nach einem Besuch der Weichselgrenze. " s C < o .2.5 0’85 i-- LZ Reue schwere Grenzverletzung durch Polen. Polnische Militärflieger landen am Tage des Kanzlerbesuchs in Oppeln nach einstündigem Rundflug über der Stadt. ~ 2 •» 5 Gl? m E.d = = £3 = (J, 2 3 C.tO -i n 5 • o,'3- = ts3 ö »2.8 D "30 8£2.g5? "o a3 g - o X-» __ 3 O:— » 3 _ 2" 2a-> Ä3”3®- O 2 -> -.L-SSS 3 o ft D 2 = • »2 a a ign einer anderen Seite beikommen. Nicht Unter- 'Vßung, sondern Beschäftigung, das ist fein Zieh 51c Milliarden, die die Arbeitslosenversicherung all- «chrlich verschlingt und die eine bet Hauptursachen ter die chronischen Finanzkalamitäten der Reichs- itffe wie auch iiber die Wohlfahrtsfürsorge der Ausgesteuerten fü(bie katastrophale Finanzlage der meisten ^tmeinben sind, diese Milliarden sollen wenigstens Ilil einem Teil dadurch nutzbringender angelegt wer- den, baß man den Versuch macht, zusätzliche B'ejchäftigungsmögl ich leiten zu schaffen. Der Reichsfinanzminister hat auf der Drei- länigstagung der württembergischen Demokraten in Stuttgart und wenige Tage später in einer Rede irr Heilbronn nur angedeutet, in welche Richtung feine Plane zielen, da sie anscheinend vorerst nur die von ihm betreuten Ministerien beschäftigt, die Zustimmung des Reichstabinetts aber wohl noch nicht gefunden haben. Wir zweifeln, ob es taktisch geschickt war, die Oesfentlichkeit ohne rechten Zusammenhang und brockenweise mit einem Projekt e 5 a Lü’Z» :2... Sj I 3 23 2^5 ; bekanntzumachen, das unter Umständen gewaltige Umwälzungen für unsere gesamte Finanz, Wirtschafts- und Sozialpolitik bedeuten könnte, zumindest ober in einem Augenblick, wo die Arbeitslosenziffer Ionf 4^3 Millionen emporschnellte, eine lebhafte Dis- Tiilfion und heftiges Für und Wider auslösen mußte, vielleicht war aud) Dietrichs Absicht, erst einmal hlc interessierten Kreise auf den Zahn zu fühlen, ;ti erkunden, welchen Widerhall diese Gedanken- qänge in der Wirtschaft finden würden, bevor er ö»m Kabinett einen festumrissenen Plan vorlegen Ivvllte. Wenn wir den Reichssinanzminister recht nerftanben haben, io will er einen Teil der für die " rbeitslosenunterstützung aufgebrachten Gelder in i^orm von Lohnzuschiissen solchen Privat- mternebmungen zuwenden, die mit Hllfe dieser Gelder Arbeitslose einzustellen vermögen, also ein Lohnprämiensystem, das unter der Flagge „Sub- nentionspolitit" nach den betrüblichen Erfahrungen 'Leier Jahre in übelstem Rufe steht, oo ist bas ^cho, das Dietrichs Projekt 'm der Industrie sowohl wie bei der Arbeiterschaft gefunden hat, auch nicht jieraöe freundlich. Und die Antwort, die der Reichs- । nanjminifter seinen Kritikern vorläufig gegeben hart, ist immer noch zu lückenhaft, als daß sie nun 'her Nacht all die'schweren Bedenken beschwicht'.gen 'ännte, die man gegen jede Suboentionspolitik welcher Art auch immer mit ihren bureaukralischen Eingriffen in bas seinverästelts und weit schneller )iird)einanbcrgebrad)tc als wieder organisierte Getriebe des deutschen Wirtschaftskörpers geltend machen muß. Dietrich hat erklärt, er wolle keineswegs schlechte Unternehmungen auf Kosten der guten stützen, er >:nke vielmehr daran, mit einzelnen, leicht überseh- • Äraren Produktionszweigen, welche die wichtigsten " Produkte unserer Wirtschaft liefern, ein Abkommen ;?g«s§-3>3 n 9 er. -o : 0 i s o s 1^0-er - §S r5 3 c O-Sr‘ ' „-3 n -- " 2.°3 2.2 ? 0* p ft 2 = C 8® t ' 3 ä« •,5Q O 9 — ! ^"5 9 3 s 2 8^5.3»'S 2 3=-? 2 8 3 £ ' -4 , aö» c 2 z.fZ^-9 ^3§,3’§1 3 ®s'' a' 8 ;3* - c-’ ^*2 , ft ft P - r- ft Auch der „T a g" (chugenberg) spricht von einer ungewöhnlich dreisten polnischen Provokation, die beweise, daß die Polen glaubten, sich Deutschland gegenüber so ziemlich alles heran s - nehmen zu können. Diese neueste Leistung der polnischen Luftspionage sei ein vorbedachter Akt zynischer Frechheit. — Der „Lokal- Anzeiger" (Hugenberg) bezeichnet es als eine Provokation von außergewöhnlichem Format, wenn drei polnische Militärflieger ausgerechnet am Tage des Kanzlerbesuchcs sich nicht weniger als 60 Kilometer über die deutsche Grenze „verirren". Die Ausrede, daß die Flugzeuge im Schneegestöber vom richtigen Wege abgekommen seien, werde in diesem Falle schwerlich irgendwo Glauben finden. — Der „Vorwärts" (Soz.) hebt hervor, daß ein großer Teil des deutschen Volkes nicht leicht von der Auffassung abzubringen sein werde, daß das Ueberfliegen deutschen Gebietes durch polnische Militärflieger gerade am Tage des Kanzlerbesuches absichtlich erfolgt fei. Es wäre eine Frage des Taktes gewesen, namentlich nach den jüngsten Ereignissen in Oberschlesien und am Vorabend der Genfer Auseinandersetzungen, solche Vorfälle zu vermeiden. Oie Oberschlesienfahrt des Reichskanzlers. Oppeln. 9. 2an. Reichskanzler Dr. Brü» n i n g und seine Begleitung, darunter der Ost- kornrnissar Minister Tre v iranus und der Reichsbankpräsident Dr. Luther, haben auf ihrer Ostreise der Provinz Oberschlesien einen Besuch abgestattet. Am ersten Tage ging die Fahrt von Oppeln über Rosenberg, Beuthen und Gleiwih nach Ratibor. Während der Fahrt wurden dem Reichskanzler von den Vertretern der Behörden und führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, namentlich von Industrie und Landwirtschaft, Vorträge über die Rotlage der Grenzprovinz gehalten. 3n Beuthen und Ratibor kam es zu kommunistischen Kundgebungen gegen den Kanzler, während in anderen Orten die Einwohnerschaft den Kanzler freudig begrüßte. 3n einer gemeinsamen Besprechung erklärte der Reichskanzler zusammenfassend: seine Reise habe nicht den Zweck, große Reden zu halten und ungeheuer viel zu versprechen. Diese Zeit sei vorüber. Jetzt müsse mit wenig Geld viel geleistet werden im Gegensatz zu vergangenen Jahren. Allerdings sei es manchmal nottocning gewesen, sehr energisch zuzugreif e n, um zu einem einheitlichen Handeln zu kommen. Lind das sei der Zweck dieser Grenzland- rei^. Er hätte feststellen müssen, daß mit dem von der Reichs- und der Staatsregierung zur Verfügung gestellten Mitteln in den betroffenen Grenzgebieten nicht immer das heraus-- geholt worden sei, was unter allen Umständen hätte erreicht werden können. Das Zusammenarbeiten der Behörden sei nicht immer so gewesen, wie es notwendig wäre. Wenn es gelinge, alle Kräfte zusammenzufasse n auf eine klare Erkenntnis und ein einheitliches Ziel hin, werde auch mit den geringeren Mitteln, die zur Verfügung stehen, in der nächsten Zeit erheblichmehrgeschaffenwerden können, als in der Vergangenheit. Er sei hierhergekvmmen, das Selbstbewuhtfein der Grenzbevölkerung wieder zu heben. Wenn man sich jenseits der Grenze über die Reise aufgehrnlten und ihr irgendeine außenpolitische Bedeutung beigemessen habe, so müsse er feststellen, daß diese Aufregung der Reichsregierung beweise, daß sie mit dieser Re.se den be ste n Weg gegangen sei. Wenn den Grenzgebieten auf die Dauer geholfen werden solle, so sei notwendig eine Umkehr auf dem Gebiete der ländlichen Organisationen, sowie bei der Vergebung des länd- lichen Kredits. Die Landwirtschaft müsse aber auch den Glauben an ihre eigene Kraft wieder gewinnen. Rotwendig sei ferner eine größere Planmäßigkeit in der Prvduk- tion. Mit den Methoden der Vergangenheit gehe es nicht weiter, sparen, sparen, sparen werde freiwillig oder zwangsläufig die Devise der nächsten 3ahre oder eines ganzen Jahrzehnts sein. Auch die Siegervölker könnten sich heute keinen höheren Lebensstandard leisten als in der Vorkriegszeit, um so weniger Deutschland. Wenn es möglich sei, dem deutschen Volke den Sinn für Wahrhaftigkeit und Wahrheit restlos wiederzugeben, dann sei der Zweck dieser Reise restlos erfüllt. Die Solidarität der Gläubiger. Die französisch«br.tischen Finanzverhandlungen. Paris, 9. Ian. (TU.) Die große Pariser Jn- svrmationsprefse ist sich darüber einig, daß die Umerredung, die am Donnerstag zwischen B r i a n d und dem englischen Botschafter in Paris, Lord Tyrrell stattgefunden hat, einen gegenseitigen Meinungsaustausch über die bevorstehende Völkerbundstagung in Genf, in erster Linie aber den zwischen Frankreich und England begonnenen Finanzoerhandlungen galt. Sämtliche Blätter geben die Auffassung der deutschen Presse wieder, die in den englisch-französischen Verhandlungen ein Manöver sieht, Deutschland abzuschließen. Der „F i g a r o" erklärt dazu, daß eine engere französisch-englische Zusammenarbeit gegenüber den „dauernden deutschen Drohungen, sowohl den Äoungplan, wie auch den gegenwärtigen europäischen Status quo in Frage zu stellen", absolut nichts außergewöhnliches fei, um so weniger, als beide Länder die Hauptgläubiger des Reiches seien. Die augenblickliche europäische Krise sei außerdem ohne eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten kaum zu bekämpfen. Auf der anderen Seite stehe jedoch noch lange nicht fest, ob die englische Arbeiterregierung zueinergesünderenAuf- fassung gelangt sei. Es sei vielmehr zu befürchten, daß sie in den gegenwärtigen Verhandlungen lediglich eine Möglichkeit suche, um die Verantwortung für ein Mißlingen der gewünschten Zusammenarbeit auf Frankreich abzuwälzen. ^Excelsior" schreibt, die brcklsch-^ranzösifchen Sonderverhandlungen zwischen Vertretern des englischen Schatzamtes und des französischen Finanzministeriums könnten nicht isoliert bleiben; denn ohne die Vereinigten Staaten sei das Goldproblem nicht zu lösen, umsomehr als die Goldfrage einen Teil der Weltwirtschaftskrise ausmache. Man verstehe deshalb nicht die augenscheinliche Beunruhigung, die in Deutschland, Italien und auch in der Sowj etunivn wegen dieser britisch-französischen Verhandlungen entstanden sei. Rur eine Regl-nnmg, die auf Abenteuer Sie Milderung des Schiedsverfahrens. Oer Ausweg für die Beilegung des Lohnkonflikis im Ruhrbergbau. Oie Notverordnung. Berlin, 9.Jan. (121.) Amtlich. Auf Grund des Artikels 48 Absatz II der Reichsverfassung wird folgendes verordnet: „Bestellt der Reichsarbeltsminister in den Fallen des 812 Absatz II der Verordnung zur Aus- führung der Verordnung über das Schlichtungswesen vom 29. Dezember 1923 einen besonderen Schlichter zur Durchführung eines neuen Schlichtungsverfahren», weil er ein solches i m öffentlichen Jnlereffe für er forder- l i ch hall, so hat der Schlichter auf Anordnung des Relchsarbettsministers zur Bildung der Schlichtungskammer außer den Beisitzern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zwei unparteiische Beisitzer zu berufen. Ist bei der Regelung ober bei der Abstimmung der Schlichtungskammer die IHilroirfung sämtlicher Beisitzer der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer ober eine Stimmenmehrheit nach der Feststellung des Vorsitzenden nicht zu erzielen, so haben der Schlichter und die beiden unparteiischen Beisitzer den Schiedsspruch im Sinne der Verordnung über das Schlichtungswesen vom 30.Oktober 1923 mit Stimmenmehrheit abzugeben. Die Anordnung nach Absatz I seht voraus, daß sie int Staatsinleresse dringend erforderlich erscheint, hierüber hat der Reichsarbells- minisler die Entscheidung der Reichsregierung herbeizuführen. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft und mit dem 31.Juli 1931 außer Kraft. Berlin, 9. Januar 1931. Der Reichspräsident: gez. v. Hindenburg. Der Reichskanzler: gez. Dr. Brüning. Für den Reichsminister des Jnnern: Der Reichsminister der Finanzen: gez. Dietrich. Der Reichsarbeilsminister: gez. Dr. $ l c g e r ro a l b. Oie Begründung. In der der Rotverordnung beigegebenen amtlichen Begründung heißt es u. a.: Die Schlichtungsverhandlungen im Ruhrbergbau sind gescheitert, weil sich in der Schlichtungskammer eine Mehrheit für einen Schiedsspruch über die Löhne nicht erzielen lieh, und ein Schiedsspruch mit der Stimme des Vorsitzenden allein mit Rücksicht auf die bekannte Entscheidung des Reichsarbeitsgerichtes im Nord» Westdeutschen Eisenstreik anfangs 1929 nicht in Frage kommt. Damit droht ein tarif vertrag s loser Zustand, der in dieser lebenswichtigen Industrie zu den schwersten Erschütterungen des wirtschaftlichen und politischen Lebens führen kann. Lim diesen Rotstand beheben zu tonnen, hat der Reichspräsident die Rotverordnung vom heutigen Tage erlassen. Die Anordnung des Reichsarbeitsministers, unparteiische Beisitzer zu berufen, die das in der Schlichtungsverordnung nicht vorgesehene besondere Verfahren nach der neuen Verordnung in Kraft setzt, soll nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen, nämlich dann, wenn das Staatsinteresse die Anwendung dieser Maßnahme dringend erfordert. Zur Entscheidung darüber hat der Reichsarbeitsminister vor der erwähnten Anordnung einen Beschluß der Reichsregierung herbeizuführen. Wie der Inhalt der Notverordnung ergibt, ist sie lediglich auf den gegenwärtigen Fall des Streiks im Ruhrbergbau anzuwenden. Die allgemeine Fassung war erforderlich, weil ähnliche Gefahren wieder in der augenblicklichen Notzeit nach den Erfahrungen auch an anderen Stellen auf treten können. Andererseits ist die Geltungsdauer der Verordnung auf die Zeit bis 31. Juli 1931 btzs chränkt. Oie Bildung der Gchlichtungskammer. Am Samstagabend ist der Schiedsspruch zu erwarten. Dortmund, 9. Jan. (2DIB.) Auf Grund der neuen Verordnung über die Beilegung von Schlichtungsstreitigkeiten öffentlichen jnteresses ist der Schlichter für Westfalen Prof. Dr. Brahn zum Schlichter für das Verfahren im Ruhrbergbau ernannt worden. Er hat zu Beisitzern Oberbürgermeister Dr. B r a ch t - Essen und Landesarbeitsamts- präsibent Dr. Link- Hannover ernannt. Die neuen verhanblungen finden morgen 9.30 Uhr in Essen statt. Ls bürste richtig sein, daß ber kommende Schiedsspruch sich etwa auf der Basis von einer Sprozentigen Lohnsenkung halten wird. Der in den früheren Erörterungen einmal ausgetauchte Gedanke, die h a t - denbestände durch einen größeren Kredit zu beleihen, wird nun nicht durchgeführt werden. Auf der anderen Seite ist im Augenblick auch keine Erhöhung der Knappschaftsbe i t räge zu erwarten. Das Problem der Sanierung der knappfchaflsversicherung wird zunächst ruhen, bis die Verhältnisse im Ruhrbergbau wieder ein normales Aussetzern bekommen haben. Den BergarbeUeroerbänben kam die heute mittag veröffentlichte Notverordnung des Reichspräsidenten Über die Neuregelung der Schlich- lungsverhandlungen unerwartet. Die verbände erklären, daß sie keine Möglichkeit sehen, von ihrem bereits des öfteren bargelegten Standpunkt abzugehen, so daß damit gerechnet werben muh, daß bie Schlichtungsverhanblungen von ziemlich langer, Dauer fein werden. Jn Zechenbefiherkreifen wird bie ver- orbnung über die Neuregelung des Schlichtungswesens als ein sehr bedenklicher Schritt angesehen. Dieser Schritt zeige, so äußern sich die Zechenbesiher, wie verfehlt das ganze Schlichtungswesen sei. Jm übrigen wird in diesen Kreisen darauf hingewiesen, daß, wenn der morgige Schiedsspruch eine Lohnherabsehung unter 8 Prozent bringe, bieCinlegung von weiterenFeier- s chichten und bie Stillegung weiterer Betriebe bie Folge sein werben. „Gemischte Gefühle". Das Berliner Echo der Notverordnung. Berlin. 10. Jan. (TL1.) Jn einer Stellungnahme zur Notverordnung über das Schlichtungswesen hebt die »Nativnalliberale Kor- respvndenz" hervor, daß die Notverordnung einen bedenklichen Schritt neben dem normalen Wege bedeute. Die Verantwortung werde wieder einmal von den Schultern der unmittelbar betroffenen Parteien genommen und wieder einmal einer nur mittelbar interessierten staatlichen Institution auferlegt. Dolksnot mühte das Verantwortungsbewußtsein des Volkes allgemein steigern Das allein offne den Weg zu n a - türlich en Lösungen. Es sei dringend notwendig, daß sobald wie möglich zu dem normalen Schiedsverfahren zurückgekehrt werde. Es sei Zwangswirtschaft, wenn ein Cinzelfall, möge er an sich noch so bedeutsam und erfolgreich sein, zum Anlaß einer generellen Entscheidung genommen werde. — Die .Deutsche Allgemeine Zeitung" sagt, dem Erlaß der Notverordnung wird man mit sehr gemischten Gefühlen gegenüberstehen tonnen. Nicht nur drohe eine Politisierung des Schlichtungswesens. Die Sorge, daß hier — wenn auch nur befristet und begrenzt — eine Entwicklung rückgängig gemacht werde, die sich seit Jahren im wesentlichen bewährt habe, sei nicht von der Hand zu weisen. ausgehe, Knne sich darüber beklagen, daß England und Frankreich eine Zusammenarbeit wieder aufnehmen, ohne die es fein Heil für diese beiden Länder und keinen Frieden in Europa gebe. Denn die Zusammenarbeit der beiden hauptsächlich kreditgebenden Rationen sei unerläßlich für die Wiederaufnahme der Industrie- und Handelstätigkeit in Europa. Gründung der Demokratischen Bereinigung in Hessen. Darmstadt, 9. Jan. (WSN.) Jn Darmstadt wurde die Demokratische Vereinigung in Hessen gegründet. Eine Reihe von Persönlichkeiten, die in der seitherigen Demokratischen Partei Hessens eine führende Rolle gespielt haben, haben ihren Beitritt erklärt. Ein vorläufiger Vorstand, dem u. n. auch Landtagsabgeordneter Reiber angehört, wurde mit der Ausarbeitung eines Programmentwurfes und mit der Aufstellungoon Richtlinien für die Agitation beauftragt. Ihre Mitarbeit haben auch die Landtagsabgeordneten Donat und Eberle in Aussicht gestellt. Aus aller Wett. Schloß werfen bei Salzburg vollkommen zerstört. Das tausend Jahre alte Schloß Hohen Werfe n des ehemaligen Erzherzogs Eugen ist einem Brande fast vollständig zum Opfer gefallen. Zwei große Schloßtrakte mit der Bibliothek und dem Rittersaal sind zerstört und nur ein kleiner Nebentrakt konnte gerettet werden. Die Löscharbeiten gestalteten sich deshalb besonders schwierig, da das Wasser aus der Salzach 150 Meter hoch herausgepumpt werden mußte und die Löschzüge nur äußerst mühselig über die vereisten Zufahrtsstraßen an die Brandstelle her- angebracht werden konnten. Erst als morgens Pioniere aus Salzburg anrückten, gelang es, den Brand einzudämmen. Da die Feuerwehrleute, die im oberen Schloßhof arbeiteten, Gefahr liefen, durch das Feuer abgeschnitten zu werden, mußten sie zurückgezogen werden. Die riesige Holzkonstruk- tion der Burg sowie die Futter- und Erntevorräte boten dem Feuer reichlich Nahrung. Der Dachstuhl stand in hellen Flammen, als die Feuerwehren ber Umgebung anrückten. Mit furchtbarem Getöse stürzten die beiden Glocken vom brennenden Glockenturm herab. Der Markt Werfen befand sich in heller Aufregung. Zum Glück herrschte Windstille, so daß sich das Feuer nicht ausbebnte. Die Brandkatastrophe wird auf Brandstiftung zurückgeführt. Man vermutet, daß am Donnerstagnachmittag, als der Kastellan des Schlosses sich in Salzburg befand, Einbrecher in das Schloß ein- ftiegen, um sich an den Kunstschätzen zu bereichern. Man glaubt es dabei mit den gleichen Personen zu tun zu haben, die bereits im vorigen Jahr einen Einbruchsversuch in das Schloß unternommen hatten. Bei der außerordentlichen Ausdehnung, die der Brand nahm und infolge der Vernichtung zahlreicher Kunstschätze dürfte es schwer fallen, sestzu- ftellen, ob die fehlenden Gegenstände dem Brand zum Opfer gefallen sind oder die Beute der Eindringlinge wurden. Es wird angenommen, daß die Einbrecher, um ihre Spuren zu verwischen, das Feuer angelegt haben. Einwandfreie Beweise für diese.Annahme sind allerdings nicht gegeben. Großseuer auf einem oberschlesischen Schloß. Auf Schloß T w r k a u im Kreise Ratibor brach Feuer aus. Die Feuerwehren der umliegenden Dörfer konnten nicht viel ausrichten. Bald stand der ganze Dachstuhl des Schlosses in Flammen. Der brennende Schlvhturm leuchtete wie eine riesige Fackel weit int das Land. Die Llr- sache der Entstehung des Brandes ist unbekannt. Das Schloß gehört dem Grafen Saurma-Jeltsch, der sich zur Zeit auf seiner Besitzung in Oesterreich aufhält. wie ein britisches Q-Boof ein britisches U-Boot versenkte. In einem Buch „Auf gut Glück und mit Gott" („By Guess and by God“), dessen Verfasser der ehemalige Navigationsoffizier der britischen Kriegsflotte, William C a r r, ist, wird geschildert, wie er während des Weltkrieges „irrtümlich" ein britisches U-Boot versenkte. Die (J-Doote waren U-Dootfallen; sie waren als harmlose Fischdampfer aufgemacht, führten aber mehrere maskierte Geschütze. Die Besatzung des fraglichen Q-GBooteS glauhte bei einer Gelegenheit, das deutsche Doot „U 6" vor sich zu haben und brachte den vermeintlichen Gegner durch mehrere Schüsse zum Sinken. Erst als das Boot unterging, bemerkte das H-Bvot, bat) es das britische D-Bvvt »J 6“ be° ydlsfjord \ — \ NordW ie»r I-i ÖV'S gt! i And haiMMdre^i rye f vM W da s - L trwW aaö dm W , Zeitraffer, Ttatanet- i bern Mensch untet M zcben sind. | Ehrungen des Pressung erhielt Müller ein Jahr sechs Monate Gefängnis, Keindorfs ein Jahr vier Monate Gefängnis; gegen sieben der Angeklagten wurde auf drei Jahre Ehrverlust erkannt. Die Tat Die Magdeburger Erpresser vor Gericht. Jn Magdeburg begann die Verhandlung die beiden Erpresser Müller und Keindo der beiden zeuge von besonderer Gemeinheit; sie sei gemeingefährlich gewesen und habe lanr~ Zeit hindurch in der Bevölkerung große Unrul «.fr, sondern mit e nicht zu Schaden. 3d). . x , Dann toirb auch t-aä cs sich veilohr terzichten, dessen 0 viegen kann. Mr ist. als du W - icnl“ des altgriec Msellösespiel an t lenen die natürlich hervorgerufen. Die Wetterlage. Owomen!os.Onedei.<>nef6 DMecut.® wontig. • oeueckt • Schnee c Graupeln. - Neue! KGcwitter,(§)wiiidstilie.-O^ s«r» lichter Ost jS tiassiger Südsüdwest q stürmische» Hordwesfc Oie Pfeile fliegen mit dem Winde. Pte oeiden Stationen stenenden Za» «en geven die Temperatur an. Die Linien verbinden Oru mit aldchc® tu! MeeresniVeau umoerechnetee Luftdruck, Wettervoraussage. Die mildere ozeanische Luft der^ nördlichen! Störung hat ihren Einfluß nur bis über Rord» und Ostdeutschland ausgedehnt. Dort herrschte heute morgen stärkere Bewölkung und in Schlesien traten stellenweise sogar Schneefälle auf, auch der Frost hat sich um 1 bis 2 Grad abgeschwächt. Im übrigen Teil des Reiches dagegen hat durch das klare Wetter der strenge Frost weiter angehalten und sich zum Deik noch verschärft. Durch die Verlagerung des hohen Druckes über dem Baltikum mehr südwärts nach Polen hin, hat sich eine Drücke hohen Druckes gebildet, in deren Bereich Mittel- und Süddeutschland liegt und die sich westwärts nach dem Kanal und dem südlichen Teil der britischen Inseln erstreckt. Linker dem Einfluß des hohen Druckes hält in unserem Bezirk das strenge Frostwetter weiter an, wenn auch durch die ozeanische Luft der im Norden- vorüberziehenden Storung sich zeitweise etwas Bewölkung und Dunstbildung einstellen - Von der Pressestc ‘ tät Gießen wird hiltät hat den Prä i Ichen Landeskirche r Helm Diehl ge! : tages ehrenha Rechtswissens plvm wurde heute 1 ?chung durch den Pi lät, Prof. Dr. Fr überreicht. Don Ser Stabt 3 laten llür.Diehl Glückwünsche der St hierbei eine von der Meihe Kranz vor Verzeichnung de Tigenter Widmung 2" Herrn Prälaten. Arsafser wichtiger t Schichte Duhbachs tenfbarec Anerkenn', wt von der Stadt 2 Mi Prälat D. Dr. ' Mbertjahrfeier der &QÄn6[un9 1 N°ch, feine Saut hat er die Monte geschriebe Taten für Lc N entdeckt pkÄ** Taten für Vf Patetz, geboren; - ■ Flegel gestorben. («I.Btncr 'l kosteten auf Matte 30 Shraut 8 bis K Ztz 10 bis 12 t 30 6iä 3.5 40 bts S. b's 40; Hühner gV S 51 618 ro1. bis 1.20; zÄiich ro hJ'.w 3) bis 7n. 80; Dücr^Äs Salat 25 L-ZLr r6u die im Sommer 1930 ganz Magdeburg und Um« gebung mit ihren Erpressungen monatelang auf das schwerste beunruhigt haben. Sie haben durch die an landwirtschaftliche Institute gerichtete Drohung, den Eolorado-Käfer auszusetzen, Geld zu erpreßten versucht. Der Schäftemacher Müller gab tung .. Mrlicher Sammlung, f« Dinge erkennen 1 Lbeckachen fplegeln. ■ Aiel>' i u«« 1 dürfte. Aussichten für Sonntag: Anhalten des Frostes, nur stellenweise dunstig und bewölkt, sonst meist klar und heiter, trocken. Lufttemperaturen am 9. Januar: mittags —2,9 Grad Celsius, abends —6,4 Grad am 10. Januar: - morgens —9,1 Grad. Maximum —2,1 Grad, Minimum — 9,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Januar: abends — 1,4 Grad; am 10. Ja- nuar: morgens — 1 Grad Celsius. — Sonnenschein- , dauer 2% Stunden. Amtliche Vinterfportnachrlchlen. Vogelsberg, Hoherodskopf. Klar, —'9 Grad, 6 bis t cm Pulverschnee; Spvrtmög- lichkeit stellenweise vorhandeau — Herchen^ hainerHöhe: Klar, — 6 Grad, 15 cm Pulverschnee; SpvrtrnoglichSeit gut. Taunus, Feld berg: Klar, — 10 ®raf\ 8 cm Pulverschnee, Ski mäßig, Rodeln gut. Sauerland. Winterberg: Klar, — ti Grad, 26 cm Pulverschnee Ski und Rodel» gut gjgggn i Aus der Provinzialhaupistadt Gießen, den 10.3anuar 1931. (erbat. Taren für Sonntag 11. Januar de-nKanatMu Shutter Pfund ron 1,00 Mk. an; Butter 1,20 3nf£eSii 't6 1.30; Watte 30 bis 35; Wrr.mg 10 dis 15; DruifeS Wrihiraut 8 bis 10; Rotkraut 10 brS 15; gelbe iftoxtttt ve^ tibm 10 12; rote Rüben 10 bis 15; Spmat He Luft dtt , 25 bis 30; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grunft>hl 15 i*SSi A » «JMÄ 2 IGO; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 8 bis 10; )L-crretti 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis !) Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepsel 30 bis 45; Ncnen 20 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig ;(> bis 50; junge Hähne 90 bis 1.20; Suppen - USncr 90 bis 1,20; Gänse 1,00 bis 1,10; Russe b bis 60; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben lötüd) 70 bis 80; Eier 15 bis 16; Blumenkohl j) bis 70; Salat 25 bis 30; Endivien 20 bis 30; eNer-Kohlraöi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich |0 bis 15; Sellerie 10 bis 50; Kartoffeln (Zent- Ki) 2,50; Weißkraut 6,00 bis 7,00; Wirsing ;0) bis 8,00; Rottraut 9,00 bis 10,00. Bornotizen. — Lageskalender für Samstag. Vortrag von Missionar Walter, 20 U6r, in der Stadtkirche. .Zanket nicht auf dem Wege. - Drutschnatipnaler Arbeiterbund: Dortrag von P. Äüffer über .Deutschnationale Dolkspartei und Arbeiterschaft", 20,15 Uhr, im Postkller. — fteichskurzschriftgesellschaft Babelsberger: Gene- IVon der Pressestelle der Landesuniversi- iä t G i e ß e n wird milgeteilt: Die Juristische Fakultät hat den Prälaten der Hessischen Evangelr- Ichen Landeskirche in Darmstadt D. Dr. phil. Wi l - hrlm Diehl gelegentlich seines 60. Geburtstages ehrenhalber zum Doktor der Rechtswissenschaft promoviert. DaS 5n- jioni wurde heute vormittag bei der Bezlückwun- Idrnng durch den Prodekan der Juristischen Fakul- litt, Prof. Dr. Frölich, mit einer Ansprache Erreicht. . . „ ., □Jon der Stadt Butzbach wurden dem Prälaten D. Dr. Diehl zu seinem Geburtstage Me Mtüdwünsche der Stadt ausgesprochen, und ihm 'Lhlerbei eine von der Kunstgewerblerin Frl. Mar- garethe Kranz von Butzbach angefertrgte Federzeichnung der St. Markuskirche mit sr-loender Widmung übersandt: »Dem hochve-.e)r- ^teix Herrn Prälaten D. Dr. Wilhelm Drehl, dem Drrfasser wichtiger wissenschaftlicher Arbe.ten zur vefchichte Butzbachs, zu seinem 60. Geburtstag in ^.dankbarer Anerkennung seiner Berdienste gewid- flmet von der Stadt Butzbach." Bemerkt sei hierher, daß Prälat D. Dr. Diehl anläßlich der <5ed>3- lundertjahrfeier der Stadt Butzbach eire geschlcht- liche Abhandlung über ^a"dgraf PhrUPP von Vuhbach, seine Bauten und S uMen, verfaßt hat. Weiterhin hat er die Ge,^ra).e des hiengen Kuge- ^34^ Sä»*' II»« nt, nB‘ S«tenti &äs M Im ?.en do» ' bl8 W Ijenbafm LKr anö.r^eenhh. chrere 11 b«n Brande Bericht. erte V 3 Nm ®« h°ben butÄT tiöiiü n 3abr sechs m0. "“Ml em Zahr D|cr Men der Angeklagten öeHuft erkannt Die Tat Eer Teineinheit; sie sei unb habe lange ’olferung große Unruhe Rückkehr zum Ich. Man hat in dem letzten Jahrzehnt viele- in Ke Rumpelkammer angeblich überlebter An- chauungen geworfen. Auf Scheiterhaufen, auS lenen flammende Schlagwörter und blendende begriffssetzungen sinnverwirrend loderten, wurden „muffige" Spießer- und Großväterwelten rerbrannt. Äugend berauschte sich an dem Voll- zesühl einer Freiheit, für die ihr größtenteils ein veltanschaulicher Boden fehlte, auf dem es sich nicht nur von heute auf morgen stehen ließ. Das eigene Selbst wurde zum Ball, den man um- anzt«. Der Ellenbogen und «ine Kautschulmoral nachten solcher Tüchtigkeit freie Bahn. Und bei il-kbem wurde der Mensch doch zum Herden- .ier! An Stelle der in sich geschlossenen Person- ichkeit trat der Massemnensch, das entwurzelte Produkt einer Scholle, die mit Phrasen gedüngt Da«, was dem Menschen in der heutigen Zeit 'Qanctften Existenzkämpfe- tocit mepr ncx^ als Islkrilher allein „Steden und Stab fein kann, das Zuhause, der ruhende Pol der eigenen vier »Wände, der Iungbrunnen des häuslichen Leidens, wurde als „altfränkisch, steifleinen, Hausladen" usw. mit einer großspurigen Handbewe- ;ung als nicht mehr „diskutabel" abgetan. Drau- 5en lodten ja tausend zerstreuende Möglichkeiten ^sogenannter Unterhaltungl Vergnügen um jeden Preis mußte die innere Hohlheit übertünchen. Well man kein Ich geformt hatte, konnte man mch sich selbst nichts sein. Man jagte al- 03a-' kazzo hinter Seifenblasen her! '' Und nun will allenthalben die Vernunft wieder Einkehr halten. Wenn es auch vorerst nur eine almkehr wird, „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg". Der Weg, auf dem der an eine Scheinwelt Ee Sohn buchstäblich heimkehrt ins Vater- Licht um nun darin von einem Gegensatz anderen zu fallen und mit Stumpf und . verbrennen, was er vorher himmelhoch! rt hatte. Auch hierbei bleibt die be- „goldene Mittelstraße" das brauchbarste lixier. Das Maßhalten und „alles zu sei- t", sollten die Wegweiser in der neuen ichtung sein. nlichkeit muß die Hast ablösen, der Mut zu ►er Sammlung, die den Wert und Unwert nge erkennen läßt. Abseits von dem Ge- nd den Eiiitagssliegen-Moden, die nur hen spiegeln. Ohne abgrundtiefer Seelen- wucyer oder Perlenfischer zu werden, sein Ich für eine kurze Weile umschalten auf einen ruhigeren Hang, sich mit Menschen unterhalten, die sich Wind haben um die Rase wehen lassen, empfangs- villig fein für das Verwertbare und Zukunftsträchtige aus den Erfahrungen anderer, nicht bloß i Zeitraffer, Verdiener- und Amüsiermaschine, fon- bcm Mensch unter Menschen sein wollen, nicht mit ab-, sondern mit aufgeblendetem Gesicht einander gegenüberstehen, das ist Pfadsindertum zum Ich. Dann wird auch da- Ziel erreicht werden, um ||W cs sich verlohnt, auch einmal auf etwas zu Lrerzichten. dessen Verlust den Gewinn nie auf- ilt-icgen kann. Weil dieser Gewinn kein anderer .»ist als du selbst. Das: .Lerne dich selbst erfew- ^ne'nl" des altgriechischen Orakels ist das beste -rVätsellösesPiel an den langen Winterabenden, an ^dcnen die natürlichen Voraussetzungen hierzu geil geben sind. Ehrungen des Prälaten D. Dr. Diehl. .io N1 Y •lurmscuo H6,deta Linifn WM«« 0« ßl1 ivlttiltt «raussage. He, Lust haussonds geschrieben. JlSteSt Daten für Lonntag II.Jannar. Lattung und in g 1841: ^oh entdedt Land im Südpolargebiet; - [war S 1 831: der Kolonisator und Derlagsbuchhandler H. u7l bls2Gr°d^ _ Ttel)et geboren. Taren für Montag. 12. Januar. J1..?Teil iwch 1746: der Pädagoge Heinrich .Ut^ozzi in ftH Hohen Druckt $äci$ geboren; - 1829: der Schriftsteller Fr. v. nach idblcgel gestorben. Gi.gcncr Wochcnmarktpreise. -ZrSS HfSOW KrSs j Celsius. - Das Landesmissionsfest am 11. Zanuar. Don Dekan Mdmann-Gedern. Eine kurze Schau über die Arbeitsgebiete der Basler Mission, die am Landesmissionsfest besonderes Interesse beansprucht, well für sie her. kömmlich an diesem Sonntag in allen Kirchen unsres Landes die sog. Epiphaniaskollekte erhoben wird, mag die Gegenwartslage der Mission aufzeigen. Durch China tobt ein gewaltiger Sturm. Hier begegnet man einer Nichtachtung des Christentums ohnegleichen, wofür folgendes außerordentlich charakteristisch ist. Von dem nationalen Christenrat war in einer Eingabe an das Unterrichtsministerium um Freigabe des Religionsunterrichts und der religiösen Betätigung an Missionsschulen gebeten wor- den. Obwohl dieses Recht der Mission bisher noch nie bestritten worden war, erfolgte in dem Ant- Wortschreiben der chinesischen Ünterrichtsbehörde eine schroffe Ablehnung aus sog. Billigkeitsgründen. Aber trotz der behördlich sanktionierten Bekämpfung des christlichen Einflusses wird auch von Erweckungen in China berichtet, die zum großen Teil getragen sind von aus dem chinesischen Volk selbst heroorgegangenen Evangelisten. Und um die Jahreswende traf die Freudenbotschaft ein, daß die beiden bisher von kommunistischen Räubern ge- angengehaltenen Missionare nun endlich die Freiheit erlangt haben nach beinahe lijährigem Harren. In Indien, dem Land der national-revolutio- nären Gandhi-Bewegung, zeigt sich neben den dadurch bedinaten schwierigen Verhältnissen erfreuliche Aufgeschlosienheit für die Gedanken des Evangeliums und manch schöner Erfolg der Arbeit in den Missionsschulen. Auf der Goldküste in Westafrika, dem ersten Arbeitsfeld der Basler Mission, wo eine gefestigte und auch stets wachsende Missionskirche vorhanden ist, sind die Türen für das Wort Gottes weit offen, sowohl im Dorderland, wo man die Missionare freudig willkommen heißt, als auch im Hinterland, das neue Ausdehnungsmöglichkeiten bietet. Unter der tatkräftigen Führung eingeborener Christen schreitet der Ausbau der Arbeit rüstig vorwärts, und die Zahl der Taufen ist recht ansehnlich. Kamerun zeigt trotz verschiedener Krisen verheißungsvolle Fortschritte. Ein eingeborener Lehrer schreibt von einem ooraeschobenen Posten im Grasland: „Diese Menschenfresser sangen an, gut zu werden durch Jesus Christus. Jetzt erntet man» was die früheren Missionare gesät haben." Das Missionsgebiet auf der Insel Borneo ist gekennzeichnet durch die heldenhafte Geduldsarbeit der Missionare, die bort einem fast unüberwindlichen Heidentum gegenüberstehen, in ihrem Wirken aber auch häufig gehemmt werden durch die infolge des Klimas sehr oft auftretenden Tropenkrankheiten. Aber auch hier findet Gottes Wort seinen Weg zu den Herzen der Heiden, und der Erflog wäre wohl größer, wenn mehr Arbeitskräfte zur Verfügung stünden. Licht und Schatten, beides zeigt sich wie in der heimatlichen Christenheit, so auch draußen auf den Missionsfeldern. Aber der endliche Sieg des Lichtes ist gewiß. Dieser Glaube, der aus Liebe rettende Heilandsarbeit treibt und sich durch nichts irre- I machen läßt, lasse in allen hessischen Missionsfteun- den den Geist der ersten Zeugen aufwachcn! Und so gehe reicher Segen aus von dem diesjährigen Lan- desmissionsfest! Oie Bürgersteuer-Berechnung. Von der Stadtverwaltung wird uns getrieben: Ueber die Burger st euerpflicht der Hausangestellten, Knechte, Gewerbegehilfen, Lehrlinge, Lehrmädchen usw. besteht vielfach noch Unklarheit. Es darf auf Grund der bisherigen Veröffentlichungen als bekannt vorausgesetzt werden, daß einkom- mensteuersreie Personen, also Personen mit einem Einkommen von weniger als 10U RM. monatlich, nur die Hälfte der Bürgersteuer zu bezahlen haben. Bei einer Hausange stellten z. B., die neben voller freier Station eine monatliche Barvergütung von 30 RM. erhält, würde sich folgende Berechnung ergeben: 30 RM. Barvergütung und volle freie Station im Wert von 25 RM. (für die Steuerberechnung zugrunde zu legender Wert) ergeben zusammen ein monatliches Einkommen von 55 RM., mithin unter 100 RM. monatlich, jo daß nur die halbe Bürgersteuer, also 3 RM. zu 6630!)len sind. Sofern also die Monatsvergütung für Januar Ende dieses Monats zur Auszahlung kommt, sind zu diesem Termin 3 RM. als Bürgersteuer vom Arbeitgeber einzubehalten und unter Beifügung des auf Seite 4 der Steuerkarte abgedruckten Abschnitts 1 innerhalb 8 Tagen nach dem Zahltag — also bis zum 8. Februar lfd. I. — an die Stadtkasse Gießen — Postscheckkonto 8315 Frankfurt a. M. — abzuführen. Der Abschnitt 2 ist, falls sich bis dahin die Veraütungsverhältnisse nicht geändert haben, innerhalb 8 Tagen nach dem auf die Auszahlung für März 1931 folgenden Termin mit fölgendem Vermerk an die Stadtkasse Gießen abzugeben: „zweite Rate nicht zu bezahlen, da einkommensteuerfrei". Für die Berechnung der gesamten Monatsver- gütung erscheint es notwendig, nochmals auf die für Steuerzwecke gültige Bewertung der Sachbezüge hinzuweisen. Es werden berechnet: 1. volle freie Station (einschl. Wohnung, Heizung und Beleuchtung) a) für weibliche Hausangestellte, Lehrlinge, Lehrmädchen und sonstige gering bezahlte weib- RM. liche Arbeitskräfte monatlich 25,— b) für männliche Hausangestellte, Knechte, männliche und weibliche Gewerbcaehilfen und für Personen, die der Angeftelltenoersi- cherung unterliegen monatlich 46.— c) für 21 n g c ft e 111 e höherer Ordnung, z.B. Aerzte, Apotheker, Hauslehrer und Lehrerinnen, Hausdamen, Geschäftsführer, Werkmeister, Gutsinspektoren usw. m 0 - natlich 60,— 2. freie Station: f der unter 1 bezeichneten Sätze. 3. freie Wohnung für (verheiratete) Deputatempfänger in der Land- und Forstwirtschaft jährlich 40,— Sofern die von mehreren Arbeitnehmern ein- behaltenen Beträge an die gleiche Gemeindekasse abzuführen sind, kann dies in einer Summe geschehen. In derartigen Fällen wird die Bezeichnung des Arbeitnehmers zweckmäßig in der Weise bewirkt, daß der Arbeitgeber den auf der unteren Hälfte der 4. Seite der Steuerkarte des Arbeitnehmers befindlichen Abschnitt 1 bzw. 2 abtrennt, seinen (des Arbeitgebers) Firmenstempel auf den Abschnitt aufdrückt und den Abschnitt binnen einer Woche der Stadtkasse übersendet. Der sich auf die gleiche Bürgersteuerrate beziehende Abschnitt la bzw. 2a ist dagegen nach Ausdrücken des Firmenstempels dem Arbeitnehmer als Quittung auszu- händigen. Hat der Arbeitgeber nur die Bürgerfteuer» raten für wenige Arbeitnehmer an die gleiche Gemeindekasse abzuführen, so kann die Bezeichnung des Arbeitnehmers statt durch Ueberfenbung des Abschnitts durch einen entsprechenden Vermerk auf der Zahlkarte oder Postanweisung vorgenommen werden; dabei sind die Arbeitnehmer nach Name, Wohnort, Straße und Hausnummer oder mit der Steuerkartennummer genau zu bezeichnen. Die einbehaltene Bürgersteuer ist von dem Arbeitgeber in dem für Steuerzwecke zu führenden Lohnkonto gesondert zu vermerken. raltxrfammlunq In „Stadt Lich". — Damen- vereiniaung 1877/78: Monatsversammlung, 20 Uhr, In „Stadt Mainz". — Lichtspielhaus, Bahn- hofstraße: „Das Land des Lächelns" und um 14,30 Uhr: „König Drosselbart und Rotkäppchen". — Rstoria-Lichtspiele: „Rin-Tin-Tin, der König der Wildnis" und „Mein Herz gehört Mr“. — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Goldmarie und Pechmarie", Anfang 14,45 Uhr; „Das Land des Lächelns", 18,30 bis 20,30 Uhr. — Konzertverein Gießen: Konaert- und Klavierabend, 17 Uhr, in der llniversitäts- aula — Dortrag von Missionar Walther, 20 Uhr, in der Stadtkirche, über „Wo ist unsere und unseres Volkes Rettung?" — Oberhessischer Kunstverein und Gesellschaft der Gießener Kunst- freunde: Ausstellung „Der schone Mensch in der Kunst aller Zeiten", 11 Uhr, Turmhaus am Drandplah. — Mtv.: Turngang nach Steinbach, 14 Uhr, Ludwigsplatz. — Eisenbahn-Fahrbeamten: Versammlung, 15 Uhr, bei Hopfeld. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „König Drosselbart und Rotkäppchen", 11,15 Uhr, und „Das Land des Lächelns , ab 16 Uhr. — Astoria-Lichtspiele: „Rin-Tin-Tin, der König der Wildnis" und „Mein Herz gehört Mr“. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die nächste Woche bringt als Premiere ein Lustspiel Shakespeares, und zwar „Der Widerspenstigen Zähmung". Die Spielleitung hat Peter Fassott, der das Stück vom regietechnischen Standpunkt aus in modernisierter Form herauSbringen wird. — Lehars Operette „Das Land des Lächelns“ hatte auch tn Gießen einen erstaunlichen Erfolg zu verzeichnen. Die Intendanz hat sich, vielen Wünschen entsprechend, entschlossen, nochmals eine Fremdenvorstellung dieser Operette anzusehen. Die Vereinigten Operettentheater Dochum-Hamborn werden morgen 18.30 Uhr mit dieser Operette gastieren. Diese Aufführung ist zugleich Me letzte Operettenaufführung für Monat Ianuar. — Die Komödie „Die erste Frau Selby" wird am Dienstag, 13. Ianuar, wiederholt werden. Die Rolle der „Elfte" spielt Lony Leuth ols. — Die erste Wiederholung von Shaws politischer Komödie ..Der Kaiser von Amerika" findet am Mittwoch, 14. Ianuar, statt. — Der Goethe-Bund teilt uns mit: An Stelle des verhinderten Dichters Ren4 S ch i ck e l e konnte der junge Dichter Edwin Erich D w i n g e r, der Verfasser der großen Werke „Die Armee hinter Stacheldraht" und „Zwischen Weiß und Rot", zu einer Vorlesung aus eigenen Werken für den 23. Februar gewonnen werden. Der Abend dürfte ein literarisches Ereignis ersten Ranges werden. Wester war es der Intendanz des Stadttheaters und der Leitung des Goethes-Bundes möglich, das seinerzeit verschobene Gastspiel der berühmten „Weintraubs - Syncopators" endgültig auf den 22. März festzulegen. Im übrigen bleibt das Vortragsprogramm des Goethe-Bundes bestehen. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Oberhessifche Gesellschaft für Ratur - und Heilkunde hält am Montag, 12. Ianuar, im Hörsaal de- Physiologischen Instituts die Hauptversammlung ihrer beiden Abteilungen ab. Im Rahmen der Versammlung werden zwei Vorträge gehalten. Räßeres im heutigen Anzeigenteil. — Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veranstaltet am Donnerstag, 15. Ianuar. in der Reuen Aula der Univerfität einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Pfarrer a. D. Dr. Alfred Kaufmann spricht über „Palästina". Räßeres in der heutigen Anzeige. — Die Gesangsschule Frau Dr. Meyer veranstaltet am Donnerstag, 29. Ianuar, im großen Hörsaal der Universität ein Wohltätig- keitskonzert zugunsten der Gießener Schwestem- station. Frau Franke-Zondervan (ehemalige Altistin der Nürnberger Oper) hat ihre Mitwirkung zugesagt. Zum Vortrag gelangen Arien, Lieder und Duette. Räßeres im heutigen Anzeigenteil. " Auszeichnung eines Gießener G e - lehrten. Don der Pressestelle der Landesuniversität Gießen wird mitgeteilt: Der ordentliche Professor für deutsche Philologie an unserer Landesuniversität Dr. Karl Vietor hat für das Früh- jahrs- und Sommersemester 1932 eine Einladung als Gastprofessor an die Columbia-Universität in Neuyork erhallen. •• Fremdenvorstellung im Gießener Stadttheater. Man schreibt uns: Die Intendanz hat. um vielen Wünschen auch der auswärtigen Besucher Rechnung zu tragen, für Sonntag, 11. Ianuar, Me Vereinigten Operettenbühnen Tvchum-Hambom zu einem Gastspiel verpflichtet. Die Operettenbühne gastiert auf Grund vieler Anfragen nochmals mit der Operette „Das Land des Lächelns" von Franz Lehär, der neuesten Schöp- sung des bekannten Komponisten, die allenthalben ausverkaufte Häuser und auch in Gießen großen Erfolg bei den früheren Ausführungen erzielte. Die Schlager Mefer Operette sind bereit- Allgemeingut geworden. Die Intendanz macht nochmal- darauf aufmttffam, daß Mc Operekke. rttoe® zahlreiche Rachfragen vorliegen, zum letzten SRoIn aufgeführt wird, und daß es außerdem die letzt» Operettenvorstellung des Monats Ianuar ist» Operettengutscheine haben Gültigkeit. Beginn bet Vorstellung 18.30 ülhr. Ende 21.30 Uhr, — Ebenso fei auf Mc letzte Märchenvorstellung von .Golb- maric und Pechmarie“ (Frau Holles hirrgewiesen. Beginn 14.45 Uhr (nicht 15 Uhr). '• Gastspiel deS Gießener Stadt" theaters in Großen-Linden. Ma« chreibt uns: Heute, Samstag, 10. Ianuar, wirr» das Gießener Stadtthealer ein einmaliges Gastspiel in Großen-Linden geben. Es wird das> Lustspiel „Geschäft mit Amerika" aufgeführt. ‘Sie Vorstellung beginnt 20.15 Uhr. Durch Mefe Werbevorstellung sollen die Bewohner von Großen-Linden, Leihgestern, Hochelheim, Lützel» linden, Hörnsheim für ihre bodenständige Bühne, bas Stabttheater Gießen, interessiert werben. Die Werbeaufführung findet im Saale bei Gastwirt Schaum statt. *• Der Oberhessische Kunstvereinbe-< ginnt feine Veranstaltungen im neuen Iahre nron» gen Sonntag, 11. Ianuar, gemeinschaftlich mit bef Gesellschaft der Gießener Äirnftfreunbe mit einer Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz, bi welcher „Der schöne Mensch in der Kunst- aller Zeiten" zur Darstellung kommt. Sie besteht aus photographischen Reproduktionen hervorragender Kunstwerke von der Anftke bis zur neueren Zeit, welche einen besonders wertvollen Teil der auf der Mathildenhöhe in Darmstadt' stattgehabten gleichnamigen Ausstellung bildeten und dort größtes Interesse hervorriesen. Die Er-- ösfnung findet vormittags 11 Uhr mit einer Für* zeit Einführung durch Herrn llniversitätsprofes* fvr Dr. Rauch statt, welcher die fetzt dem kunst* wissenschaftlichen Institut der älniversität gehörige Kollektion zur Verfügung gestellt hat. ist zu hoffen, daß die xntereffante Ausstellung sich auch tn Gießen regen Besuchs erfreuen wird. Den Mitgliedern des Kunstvereins wird als Reu* jahrsvergünstigung ein auf Veranlassung de« Kunstvereins Kassel neu hergestellter Piperdrucst der „Asnath“ aus Rembrandts berühmtem Ge-- mälde: Iacobs Segen (in der Kasseler Galerie) zu sehr mäßigem Vorzugspreise angeboten. Das Bild ist in der Ausstellung ausgehängt unb kamt dort bestellt werben. Näheres in der gestrigen Anzeiae. ** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei g» wöhnlichen Preisen geöffnet. Die Räume sind g<* heizt. ” Anlagenkonzert findet morgen, Sonn* tag, 11 Uhr, durch das Musikkorp- unfere# Bataillons bei günstiger Witterung in der öüb-* anlage statt. Leitung: Obermufifmeifter Löben Die Musikfolge ist: 1. Choral „Unser Herrscher, unser König"; 2. Große Fantasie aus der Opesl „Lohengrin" von R. Wagner; 3. Militärmarsch Rr. 1 von F. Schubert; 4. Potpourri aus bett Operette „Äis Dreimäderlhaus" von Schubert»' Berte; 5. zwei Märsche a) „Hessischer Fahnens marsch", Heeresmarsch I, Rr. 105, Landgraf Ludwig Vlll. (Präfenttermarsch des l.Hesfischen Grenadier-Bataillons), b) Marsch des ehemaligem Großherzoglich Hessischen Leibgarde-Infanterie- Regiments, ßanögraf Ludwig VIII. (Armeemarsch II, Rr. 238), Parademarsch des 1. Hessischen Grenadier-Bataillons 15. Insan^rie-Regi- rnents. ** Städtische DrennholAvarsteige^ rung. Bei der gestrigen ersten städttschenBrennholz-Versteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen, Försterei Hochwart, wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheitev 12,20 Mk., Eichenscheiter 7 Mk., Duchenknüppel 9,60 Mk., Eichenknüppel 6,20 Wk^ Gichenrund- schefter (Gartenpfosten) 10,80 Mk. pro Raummeter; Buchenreisig 18 Mk. pro 100 Wellen. ** Friedberger Pferdemarkt. Die Anmeldungen zum Friedberger Frühjahrspferdemarki mit Prämiierung am Dienstag, 17. Februar, können vom 15. Januar ab bei der Bürgermeisterei oori» genommen werden. Auf die Anzeige in der heutigen Nummer fei verwiesen. Mit dem Markte wird auch die übliche Verlosung verbunden werden. Außer wertvollen.Gebrauchs- unb Einrichtungsgegenständei, kommen als Hauptpreife vier Fohlen zur Ausspie^ lung. Snefkosten bet Be-akiwn. Frau Maria P. in Gießen. An Arbeitslos«, die seit l.Rovember 1930 in Fürsorge stehen, wird für 26 Wochen Arbeitslosenunterstützung und für 32 Wochen Krisenunterstützung gewähr^ Insgesamt kommen also 58 Wochen Fürsorge« aus der Arbeitsb)sen- und Krisenfürfvrge « Betracht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 11. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanias Landes-Mifsionsfesk. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Missionar Walther; 11g Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr- 17: Pfr. Becker; 20: Dortrag; Missionar Walther. Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannen gemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer. -< Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11g Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. Llifabeth-üleinkinderschule. 9.45: Dfr. llic. Waas; 11g Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. — filein-Cinoen. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinder- gottesdienst. — wieseck. 9.30; Kollekte für die Heiden» Mission; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Vuseck. 14g Kollekte für die Heidenmission. — Kirchberg. IfcJ Kirchberg; 13.30: Lollar. — Leihgestern. 10.301 Hauptgottesdienst; 19: Abendgottesdienst. — hausew- Garbenteich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. — Lich» 10: Stistsdechant Kahn; Chorschule; Kollekte für die Mission; 13: Kindergottesdienst; 20: Pfarrvikar Draudt; Kollekte. — Watzenborn-Steinberg. 13g Hauptgottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, den 10. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 11. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanie. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommuniock der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommu» nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20r Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Mesitz mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 12. Januar. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Eonntagsdieutt d. Aerzte n.Avotbeken am 11.1 A vr. Meyerhvff. Dr. S3olf. Engelapothetz Zahnarzt: Dr. Jäger. 0* I ffl 274 V danken herzlichst zugleich im Namen aller Hinter bliebenen Jacob Rinn, Gustel Lyncker, Elly Abt. Fernsprecher 4264 292D Verkäufe | Empfehlungen u A-remSenooiHcUuU Auster '«abouneuip Gustav Rae der. Sonnlag, 1». v. 1811b.gefl.20l'il* Langsdorf und Darmstadt, den 9. Januar 1931. ____________234 D Hochfrequenz. Apparate Fabrik m.rig.Eleklroden- bläferetfuduerflfl Vertreter für Private. 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Tagung des Völkerbundsrates beginnen. Was steht auf ihrer Tagesordnung und welch« Entscheidungen kann fie bringen? Di« Tagesordnung enthält die ..Fortsetzung" des Einberu- lungstcrmins für die endgültige Abrüstungskonferenz, die dreifach« deutsche Mindcrheitenbeschwerde gegen Polen (lloten vom 27. Rovember. 9. Dezember. 18. Dezember), die Zusammensetzung der sog. Dreier-Ausschüsse in Minderheitenfragen, aus der Mandatspolittk die bekannte Fr g? über das ehemalige Deutsch- O st a f r i t a. 01«. en der Ratstagung, drei Tage vorher, am 16. Januar, tritt der Studienaus- schuß für die P a n e u r o p a - Anregung Dri- ands zusammen. Für die letztere Frage liegen Denkschriften des Völkerbundssekretariats. auch der deutschen Regierung, und von anderen Seiten. vor. Rach dem Turnus käme diesmal derVorsitz dem deutschen Außenminister zu. Dieser hat aber gebeten, daß der englische Außenminister mit ihm tausche, so daß Dr. Eurtius erst bei der Sommertagung des Rates den Dor» sitz führen würde. Begründet wurde dieser Taulch- vorschlag damit, daß Deutschland gerade diesmal als Hauptankläger (gegen Polen) aufträte, nicht nur einen Minderheitenprotest unterstütze, svnbern zum ersten Male selbst eine De. schwerde führe (aus dem Abkommen über Oberschlesien von 1922). Der englische Außenminister ist nicht gern an diesen Tausch gegangen. Die deutsche Begründung überzeugt uns auch nicht recht. Man sieht nicht ein, warum es nicht möglich sein soll, als Präsident objektiv die Derhand- lungen zu leiten und zugleich in bestimmten Fragen als Kläger gegen «ine andere Dölkerbunds- partei aufzutreten. Man sieht darum auch nicht recht, warum die unzweifelhaft großen Vorteile, die die Präsidentenstellung bietet, aus der Hand gegeben wurden. Und schließlich ist der Hinweis auch berechtigt, daß Deutschland dann überhaupt niemals eine Präsidentschaft führen könne, weil Deutschland nach Lag« der Dinge ja sehr oft mit derartigen Konflikts- notwendigkeiten zu rechnen hat. Es wird sich erst zeigen müssen, ob durch diesen Tausch tatsächlich dem deutschen Außenminister freiere Hand verschafft worden ist, und ob nicht Deutschland eine Position freiwillig auf gab, die immerhin von Wert gewesen wäre. Zur Entscheidung stehen in Genf, um es genau zu präzisieren: 1. Die ..Festsetzung" jenes Termins, die unbedingt erfolgen muß. Entscheidungen über die Abrüstungsfrage und darüber hinaus fallen jetzt in Genf unzweifelhaft nicht, so scharf der grundsätzlich« Standpunkt Deutschlands zur Abrüstungsfrage dort betont werden muh. Deshalb entfallen auch jetzt schon irgendwelche Konsequenzen aus der Abrüstungsfrage selbst für Deutschlands Haltung. 2. Di« Durchsechtung unseres Konflikts mit Polen in aller Schärfe und Rücksichtslosigkeit, der selbstverständlich überall die Re- Visionsfrage. die Grenzfrage streift: aber zu einer Entscheidung nur eben auf dem Gebiete der Minderheitsfrage führen wird und muh. 3. Klarheit über die Anlage der, mit einem Wort gesagt: Paneuropa-Arbeit, unter dem Gesichtspunkte: kein« politische Reubildung und keine erneut« Festlegung auf d i e Pariser Friedensverträge, lediglich wirtschaftliche Arbeit und das ganze auf der bestimmten Grundlage, dah nur völlig unabhängig« und gleichberechtigte Staaten überhaupt diese gemeinsame Arbeit an» fassen können. Das letztere heiht, dah Deutsch- Gießener Gtavttheater. &. B. Lhaw: „Der Hatter von Amerika". Es darf daran erinnert werden, dah schon vor zehn Jahren jener metabiologische Pentateuch" erschien, den George Te mard Shaw unter dem Titel, «Zurück zu Methusalem" zusammenfaßte, und welcher — nach einem achtzig'eitt ei Vorwort — In fünf Stationen vom Garten Eden (mit Adam, Eva und der Schlange) „Q3i8 an die Grenze des Gedankens" reichte: die e Grenze war befchei- . deutlich in das Jahr 31 920 verlegt. Einen ähnlichen Sprung ins Futurum der Menschheit unternimmt auch die dreiak.ige politisch« Komödie „Ser Kaiser von Amerika", obwohl sie immerhin bereits am Halbwegs vorstellbaren Ende unseres gelobten zwanzigs'ei Jahrhunderts sich begeben soll. Abgesehen von diesem Vorstoh in eine mehr oder minder auszudenkende Zukunft hat das neue Stück mit dem früheren auch die politische Satire gemein: wobei insbesondere etwa an den zweiten Teil des „Pentateuch" zu erinnern wäre, welcher sich unter der Überschrift „Das Evangelium der CB rüber Varnabas' in einer von Lloyd George und Asquith miferabel regierten Gegenwart ereignet und ungefähr das Boshafteste enthält, was je über ein englisches Kabinett vor- gebracht worden ist. • Man tut im Verlaufe dieser drei Akte gut daran, sich gelegentlich ins Dein xu knei en. um sich darauf zu befinnen, dah das Ganze in England vor- geht und nicht bei uns. Und wenn man sich darauf besonnen hat. erinnert man sich des ferneren, dah Shaw nach allem, was man *»i*Ser darüber hören konnte. Sozialist ist. Diese ®rt t »c-ung erscheint n. tig, damit man weih, wora.o man ist. Der wahre Held des Stückes ist nämlich ein Monarch. Soweit ein „Held" für Shaws Vorstellungskraft überhaupt möglich ist. Schließlich besinnt man sich noch darauf — und es wird einem gleich leichter dabei —. daß dieses Stück in der Zukunft spielt, und dah solche Stücke immer phantastisch oder utopisch sind. Und zuallerletzt fällt einem womöglich noch ein, dah Shaw (feit Wildes Tod» der anerkannte Meister des Parado es ist, und dah die Schlagkraft seiner Satire viel e cht vor allem daraus beruht, dah er um sich haut, ohne sehr besorgt zu sein, wen ober was er babei trifft. Immerhin - mit Vorbehalten —: ist er schon Kie völlig ernst zu nehmen, so ist er doch auch nie Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) So sah derWintersport vor2SZahren aus *. 'S Luftige Szenen von Eisbahnen um 1905. Eisläufen und Tennis waren vor 25 Jahren die einzigen Sportarten, denen sich Frauen widmen durften. Aber die ehemaligen Moden, die uns heute ebenso komisch vorkommen wie unsere heutigen Moden in 25 Jahren erscheinen werden, verhinderten, dah aus dem Sport mehr wurde als ein gemächliches Gesellschaftsspiel. land feine bekannten Zentralforderungen zur Völkcrbundspolitik auch hier gleich anmeldet und aus spricht als unerläßliche Voraussetzungen für eine Arbeit, die überhaupt zu Ergebnis und Dauerhaftigkeit führen soll. Das scheint uns. ganz nüchtern und konkret betrachtet, der Aufgabenkreis in Genf zu fein. Er ist schon schwer genug für die deutsche Vertretung. Danach ist ohne weiteres zu bemessen, was in Genf jetzt an Enscheidungen fallen und was an Erfolgen auch int besten Falle von der Vertretung Deutschlands nach Hause gebracht werden kann. Selbstverständlich aber liegt der große Schatten der R e v i s i o ns b e w e g u n g gegen Sie F r i e d« n s v e r t rä g e auch auf dieser Tagung, wenn sie auch darin keine Entscheidungen bringen wird. Er bestimmt das ganz« Jahr 1931 und darüber hinaus. Wirksam und würdig hat der Reichspräsident in seiner Reujahrsrede das ausgesprochen: ..Mit steigender Spannung erwartet das deutsche Volk, dah die internationale Zusammenarbeit sich im kommenden Jahre als wirksam genug erweist, um das deutsche Volk vor weiteren schmerzlichen Enttäuschungen zu bewahren." Mit Recht haben diese bestimmten programmatischen Worte grohen Eindruck im Auslande gemacht. Der einfluhreiche Fühver der Zentrumspartei, Prälat K a a s , hat in einer Rede sodann den Vergleich mit dem Simson ge'raucht, der das Haus zertrümmerte, hat damit gemeint, dah bi« Delastungs- fähigkeit eines Volkes ihre Grenzen hätte, hat also, was bet diesem klugen und vorsichtigen Politiker doppelt bedeutsam ist, die Frage ganz richtig gestellt und wir stimmen ihm durchaus zu: RevisionoderKatastrophe? Mussolini hat in einer Rundfunkanspräche an Amerika, in bet er sich bemerkenswert scharf auf eine friedliche Politik festlegte, abermals sein Dekenntnis zur Rotwendigkeit der Revision der Verträge an diese wichtige Stelle gerichtet, was in Frankreich einen starken Eindruck gemacht hat. Schliehlich hat die amerikanische Presse am 2. Januar eine Aeuherung des bekannten Bankiers I. Speyer veröffentlicht, der ganz im Sinn« Owen D. Poungs vorsichtig, aber erkennbar die Rotwendigkeit ausspricht, dah Amerika in Sachen der Schulden entgegenkommender sein müsse als bisher. Das hat der eben von einer ganz unbemerkten Europareise zu- rückgetehrte nächste Berater Hoovers, der Unter- staatssekretär im Handelsministerium, Julius Klein, mit dem Hinweis auf W.r'schaftskrise und Arbeitslosigkeit ergänzt, von der Deutschland am stärksten betroffen sei. Das Revisions g e s p r ä ch ist also unaufhaltsam im Gange. Von dem Punkt und Tage freilich, an dem nun die Revision wirklich angel a fj t werden kann, lind wir noch weit entfernt. Und wenn man nach solcher UÜbersicht sich überlegt, wen Deutschland als Genossen lediglich Charlatan. Wenn er schon um sich haut - König Magnus wird eigentlich von keinem Streich getroffen; und ist derKönig feinSctb—ireU Shaw keine Helden mag — so ist er doch ein ganzer Kerl, ein wirklicher Mensch, ein Stück Genie, keine Marionet e auf dem Thron, sondern geistig so überlegen, dah er am @nu« fein ganzes, mehr oder minder unfähiges und oerrot« es Kabinett in den Sack steckt. Die Stoßrichtung der Satire ist jedenfalls Rar: gegen die Scheindemokratie und ein untüchtiges parlamentarisches System. Das war einen Abend lang nicht gut zu überhören. Immerhin ist das Stück auch wiederum nicht so. utopisch, dah nicht vom weltpolitischen Zustand gegen Ende dieses bedrohlichen Jahrhunderts einige verdammt deutlich formulierte Vorstellungen vermittelt würden. Etliche der (für uns jedenfalls) wichtigsten Dinge werden so ganz nebenher und unter der Hand serviert. Z. D. das hier kaum ernsllich angefahte. geschweige denn geloste Problem der Auseinandersetzung zwischen England und den Vereinigten Staaten. Und Deutschland? Darüber wird mit einem Achselzucken Auskunft gegeben als über einen geo- gr iphisch etwas weitläufigen, bolschewisierten Be- zirl zwilchen Moskau und Berlin. Es ist schon bei früheren Bemerkungen über dieses Werk (anläßlich der Berliner und der Frankfurter Aufführung) an dieser Stell« daraus hingewiesen worden, dah «s erhebliche Mängel aufweist. Es ist zu lang. Es ist (mindestens dramaturgisch) zu unbekümmert. Es ist zu theoretisch und zu politisch und nur sehr teilweise dramatisch Man kann ja noch kein Stück damit machen, dah man eine Thronrede oder einen Leitartikel ober eine Wahlrede deklamieren läßt: oder dah man eine Kabinettssihung mit verteilten Rollen auf die Bühne bringt. Der wichtigste Mann im Stück hat keinen Gegenspieler der ihm annähernd gewachsen wäre. Und der ganze zweite Akt — der den Monarchen mit seiner Geliebten plaudern läßt — ist an sich entzückend, witzig, graziös, amüsant ... höchst erquick.iche Episode und Atempause zwischen politischen S reitgesprächen und Staatsaktionen, gehör! aber im Grunde gar nicht zur Sache. Wesentlich ist indessen, dah man sich trotzdem drei Akte lang glänzend unterhält, dah man lachen muh. dah man nachdenklich werden darf, daß man. mit einem Wort, ausgezeichnet und auf eine geistig angeregte Weise in Alew, gehalten wird. Lrotzdeml Die Spannung reicht eben aus, den stark abfallenden Schluhakt einigermahen unter Dach und Fach zu bringen. Der tatsächlich greifbare Inhalt der drei Akte ist schwer aus dem Gefprudel von Rede und Gegenrede, von Witz, Bosheit. Seitenhieben und Rebensächlichkeiten hcrauszufischen: er wurde ebenfalls früher schön angebeutet; da es sich um eine Utopie unb um eine Zukunftsmusik hanbelt, genügt es. die Stichworte zu wiederholen, zumal der Dialog selbst wichtiger erscheint als die ganze Fabel. Also: die Demokratie hat eine Schlacht verloren. König Magnus, der konstitutionelle Monarch (Shaw kann selbst als Utopist nicht aus seiner englisch-irischen Haut heraus» siegt auf brr ganzen Linie: er schlägt dem Kabinett, bas ihn zum D.rzicht auf sein Vetorecht und seine offenherzigen Reden zwingen toill, das zu diesem Zweck formulierte Ultimatum aus der Hand mit der freundlichen Verheißung, sich allen Königtums fveiwillig zu begehen und sich ganz schlicht, ein Mann des Volkes, in das neue Parlament wählen zu lassen, auf dah man sich dort endlich die Wahrheit sagen könne. Hinter chm aber steht schon das allerdings phantastische Angebot des amerikanischen Botschafters, drüben, in den Staaten. Kaiser zu werden. In dieser knappen Unterhaltung umgürtet sich Shaw mit dem ganzen Stolz seines Englands — zuletzt ist er aber wieder der Alte, wenn er den König Magnus von seiner Frau Mathilde mit wahrhaft bürgerlichen Gesten zum Abendbrot führen läßt. - Wir kennen weder die Berliner noch die Frankfurter Auckührung dieses Stückes, haben also keinerlei Vergleichsmöglichkeiten. Die hiesige, von Bäuerle geleitet, war jedenfalls eine sehr erfreuliche und amüsante Angelegenheit. Es kann darüber gestritten werden, ob noch mehr hätte gestrichen werden sollen, ob die Besetzung in allen Einzelheiten den Intentionen Shaws entsprach, ob die drei Akte so englisch wirkten, wie sie nun, trotz aller Utopie, ihrem Wesen nach einmal sind. Das Ganze, darauf kommt es an, war darstellerisch gelockert, dialektisch belebt, treffsicher pointiert, witzig unb nicht ohne Spannung. Weitaus am stärksten der erste Akt; auch der zweite hatte Riveau unb Farbe: der letzte glitt immerhin nicht mehr ab, als es im Text schon geschehen ist. Samstag, 10. Zamiar 195( an seiner Seite hätte, wenn «s eine ahtoe Reviftons Politik einleitete, so ergibt sich freilich. dah es darin heute so gut wie allein steht. Dem gegenüber fängt eine höchst bemerkenswerte Entwicklung an, bi« hier nur kurz gestreift sei, inbem Verhandlungen zwischen England unb Frankreich vor sich gehen zur Stützung des LondonerGelb- Marktes, d. h. zu einer anderen Verteilung der Golbvorräte. und das heiht wieder zu einet Bereitwilligkeit Frankreichs, seinen Riesengolb» Vorrat in langfristigen Anlechen zur Verfügung zu ftelleiL Cs ist ein Weisterzug der verbündeten französischen Diplomatie und Finanz, gerade in ö i p f e m Augenblick und an dieser Stelle so anzufangen. Man kommt dem englischen Finanzinteresse entgegen. Man will die eigene Goldmasse in Bewegung setzen. Man schafft so eine «Solidarität der Gläubiger" die dementsprechend bereits von der „Times (6. Januar) (ufccr.omir.c.i und ausge'prochen wirb. Man sucht England noch stärker an sich heranzuziehen und so das zu erreiche»», was 1919 scheiterte: wenn schon nicht gleich das Bündnis mit den Angelsachse»» im ganzen, so doch das Bündnis mit England allein! In der Verbindung damit wird bann weiter ausgesprochen: Frankreich ist bereit, feine Golbpolitik neu zu orientieren, langfristige Anleihen zur Verfügung zu stellen, bamit die Länder, die Kapital brauchen (lies: Italien unb Deutschlanb), zu sanieren, das ganze aber unter der Voraussetzung und Bedingung: über Revisiondarf nicht gesprochen werden! Eine Entwicklung tut sich damit auf. bedeutsam für uns, bedeutsam aber auch für d i e Vereinigten Staaten von Amerika. Uirb wir wüßten nicht, was, richttg verstanden, bic Interessen Deutschlands und der 'Vereinigte»» Staaten stärker aneinander führen, ja drängen könnte, als solche englisch-französischen Verhandlungen, die sich rein f i n a n z mäßig gegen bic Vereinigten Staaten richten. C?fbcr wo hört bic Finanz auf und fängt bic Politik an? Das ift ja alles nur ein großer Zusammenhang! Von einer solchen Position aus. in der also Deutschland aus englische Unterstützung in keiner Weife rechnen kann, ist der „Times"-Artikel vom 2. Januar: „Europa am Scheidewege" für uns doppelt interessant. Das Blatt vergleicht die Lage heute mit der 1830. als in der Juli-Revolution bic Bewegung gegen das System Metternichs begann. Der historische Vergleich, den die „Times" damit zieht, hinkt ziemlich. Die Situationen passen nicht zueinander. Aber die Hauptsache ist ja das Aktuelle, der Hinweis auf den Kampf Brünings unb d i c labile Lage in Deutschland zwischen Rationalsozialismus und Komniu» n i s m u s, eines Deutschlands, das ein getreues QCbbilb des heutigen Europas ist. Und es kann sein, dah es, ähnlich wie Frankreich vor hundert: Jahren, anderen Rattonen das Beispiel gäbe, kah die weiteren Entwicklungen in Deutschland Wirkungen Hervorrufen, die weit über seine Grenzen hinausgehen. Es kommt uns nicht auf baS an, was hier sachlich gesagt wird, bedeutsamer: der Ton, die große, ganz kühle Distanz, bic England von dem Schicksale Deutschlands bamit nimmt Wan schreibt, als wenn die weitere Entwicklung Deutschlands England gar nichts anginge. Diese Haltung kommt aus einem Gefühle der Sicherheit: von Amerika hat man nichts zu fürchten, mit Frankreich hat man sich abgefunden, zusammengefundeir. Hinweise allerersten Ranges an die deutsche Auhenpolittk! Es kann nach unserer Meinung gar kein Zweifel fein, wohin, nach welchem S aat und auf welches Zentralproblem der Weiter für unsere Auhenpolittk hinzeigt. Was von der Auhenpolittk an Uebersicht und Entschluhfähig- keit heute erfordert wird, das gebt weit über bic Fragen hinaus, bic zunächst jetzt in Genf zur Erörterung stehen! Wir haben Werner Kraus; als König MagnuS nicht ge'ehen, aber wir gestehen, dah uns Walter Bäuerle in dieser Rolle auherordentlich geficL Es ist die dankbarste, aber auch die schwerste Aufgabe. Eine unheimliche Menge Text ist zu bewältigen, wobei jedes Wort unb jebe Betonung fitzen muh: das war hier der Fall. Man sah eine ganz überlegen gefaßte, geistig bestimmte Gestatt, deren leidenschaftslose Sachlichkett durchaus englischer Herkunft sein konnte, deren menschliches Format unb deren dialektische Eleganz sehr wohl dem Jdealbllde angemessen waren, in das der paradoxe Phantasierer Shaw sich hier einmal verliebt hat. Die anmutige Episode des zweiten Altes erfüllte Beatrice Do e r i n g, in ein apartes Kostüm von gelber Seide gehüllt, mit dem intellektuell mühsam gedämpften Temperament einer wahrhaft königlichen Geliebten, welche auf Den Märchennamen Orirth a hören darf. — Au^ der Gegenseite, im Kabinett, machten Hilde S ch w end und Lony Leu h o l f als Ministerinnen eine nicht üble Figur, vertraten ihre Sache auch in parlamentarischer Rede, doch schienen beide in der dünnen und schillernden Atml>- sphäre ter Diskussionskomödie nicht recht warm zu werden. — Die Königin repräsentierte mit wenigen würdigen Worten Maria Koch. Von den Kabinettsrnitgliebern schien uns der hitzig polemisierende und aufgeregt beleidigte Premier von Karl V o l ck am sichersten getroffen. — Linkmann, obwohl stellenweise sehr drollig, betonte in seinem Handelsminister doch zu sehr und gelegentlich mit ju primitiven Mitteln Öen proletarischen Parvenü. — Von den übrigen hatten Bruck und F a f f o 11 den besten Text erwischt. — Um den amerikanischen Botschafter bemühte sich Hauer: Schelcher (Privatsekretär) hat im ersten Akt einige hübsche Sätze zu sagen. — Das Publikum schien sich gut zu unterhalten, unb blieb bis zuletzt angeregt bei der Sache. hth. öod)fcbutnad)rid)ten. Professor Dr. Hans Greller in Münster hat einen Ruf nach Tübingen als Nachfolger von Staatsrat Prof Lr. Max o. Rümelin auf .Öen Lehrstuhl für römisches unb bürgerliches Recht erhalte». Protestkundgebung der Angestellten die Nachdruck verboten 15 Fortsetzung Ewigkeit. 11. Innungs-Richtpreise ausgesprochen hatte, betonte er zum Schluß, daß der Gehalts- und Lohnabbau nur eine neue Minderung der Kaufkraft weitester Devölkerungskreise bedeute, die sich zum Schaden der Wirtschaft in der Form verstärkter Abfatzun- Möglichkeit äußern werde. Aus diesen Erwägung „Was für ein schöner Garten! Und der gehört Ihnen?" fragte er Ricolekte. „Freilich, das ist ihr Garten", sagte Kinna schmunzelnd. „Er geht hinunter bis an den Bach, der "sich hier um den Berg herumwindet, und wir befinden uns nun hinter dem alten Schloß- flügel, wie Sie sehen. Da hinten steht sogar eine Laube, die ich eigenhändig mit meinem getreuen Iacobus zusammen da hingebaut habe. Fein, was? Hier kann uns niemand sehen als der Wald da drüben, der so steil ansteigt. Dieser Garten, so meine ich immer, ist mehr wert als das ganze Schloß." „Wirklich — es ist ganz Prächtig hier —" sagte Wördehoff. Sie gingen in den Garten hinein. Erst hinten an dem Staketzoun. hinter dem gleich der Bach entlang lief, machten sie Halt. „Hier kann man schon Lieder komponieren, Herr Professor. Sie hängen ja förmlich in der Luft." Ricolette hatte sich etwas abseits zu schaffen gemacht. Run tauchte ihr weißes Kleid hinter einem Boskett auf, in der Hand hielt sie eine schon aufgeblühte Rose. Ihr Gesicht war voll rührender Innigkeit. So kam sie näher und blieb vor Wördehoff stehen. „Darf ich Ihnen eine Rose aus unserem Garten geben? Es ist eine der ersten, die hier blüht. Und ich glaube, Sie haben die Blumen auch lieb." „Oh, Fräulein Rico —“ Unwillkürlich kam ihm diese Abkürzung über die Lippen. „Tausend Dank —" Er nahm die Rose, und dabei sah er einen kleinen Blutstropfen an ihrem Finger. „Sie haben sich gestochen —" „Rur ein Tropfen", lächelte sie, „der bedeutet Glück." Sie wischte mit dem Tuch darüber. Wördehoff ritz sich zusammen. „Ich werde oft an Sie und an das Schloß denken, wenn ich unterwegs bin. Herr Professor, darf ich auch Ihnen für Ihre Freundlichkeit danken. Ich glaube, meine -Zeit ist um. Ich muh weiter —" Und dabei war ein Zittern in seinem Herzen. Professor Kinna, der solange in den Wald hineingesehen hatte, wandte sich um und blickte Wördehoff an. „Was? Sie wollen weiter —T „Run ja, ich bin doch sozusagen auf Wanderschaft „Aber das sind Sie doch schon seit Wochen. Da hätten Sie doch das Recht, sich einmal gründlich auszuruhen, wie?" „Ach Gott, ja, ich bin vogelfrei." „Sagen Sie mal, haben Sie's wirklich so eilig? Oder gefällt's Ihnen hier bei uns nicht?" Jtinna lächelte gutmütig» Städtische Nothilfe 1930. Bon der Geschäftsstelle der Städt. Rot - Hilfe 1930, dem Städt. Wohlfahrtsamt, wird uns geschrieben: Auf den Aufruf des Herrn Oberbürgermeisters und der Gießener Frauenvereinigungen zur Sin- terstützung des eingeleiteten Hilfswerks sind neben Kleider spenden bisher Geldspenden: in Höhevon rund 900Mark eingegangen. Diese Zuwendungen reichen jedoch ber weitem nicht aus, um die Rot der in Betracht kommenden Bevölkerungsschichten auch nur einigermaßen zu lindern. Die dem Städt. Wohlfahrtsamt zur Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben zur Verfügung stehenden Etatmittel können nur die äußerste Rot abstellen. Es muß daher an alle leistungsfähigen Einwohner in Stadt und Land die allerdringendste und herzlichste Ditte gerichtet werden, weitere Zuwendungen für die Städt. Rothilfe 1930 zu machen, um die öffentliche Fürsorge zweckmäßig ergänzen zu können. In erster Linie besteht neben Bar- „Aber ich bitte — es ist wundervoll bei Ihnen." Er drehte fast verlegen die Rose zwischen den Fingern, während Ricolette intensiv auf ihre Fußspitzen sah. „Ra also! Dann — bleiben Sie doch einfach hier! Muh ich Sie erst in aller Form einladen? Sie werden uns ein lieber Gast sein, Herr Wördehoff. And — ich hab' so das Gefühl — wir verstehen uns gut. Sie versäumen doch nichts?" „Rein, nein", sagte Wördehoff erfreut, und eine starke Fröhlichkeit lieh sein Herz schneller schlagen. „Ich versäume nichts. Sie sind zu gütig, Herr Professor —" „Rur keine Komplimente. Also abgemacht: Sie bleiben! So lange Sie wollen. Richt wahr?" „Herzlich gern!" „Handschlag drauf! Ich denke, Sie werden aus diesem kleinen Paradies hier schon Ihren Ruhen ziehen." Ricolette blickte endlich auf. „Oh, nun haben wir ja einen richtigen Sommergast, Papa", rief sie lachend aus. „Herr Wördehoff, es wird Ihnen sicher gefallen —“ „Ganz sicher", sagte er herzlich. So hatte Frau Marthe weiterhin Gelegenheit, sich Gedanken zu machen. Mit Feuereifer ging sie daran, eines der besten Fremdenzimmer herzu- richtcn. And als sie fertig war, tauchte Ricolette auf, bewaffnet mit einem Riesenstrauß frischgepflückter Dluinen, die sie in die Base mitten auf den Tisch stellte. Sehr wichttg überblickte sie dann das Zimmer, ob auch alles in Ordnung wäre, so daß sich Frau Marthe nicht enthalten konnte, ein bißchen schelmisch zu fragen: „Ra — ist es auch gut so, Fräulein Ricolette? Oder fehlt noch was?" „Rein - alles gut, Warthe. Hier wird er sich schon wohlfühlen, nicht wahr?" „Ra — sicher, Fräuleinchen. Passen Sie mal auf, der will nachher gar nicht wieder weg —“ Ricolette wurde rot. Frau Marche hatte so eine besondere Art, das rechte Auge zuzukneifen. Schnell rannte sie wieder hinaus. „Ru je — die Iugend —" brummte die Haushälterin vor sich hin — „is doch war schönes um die Iugend. Immer das Herz in den Augen. Dumme, kleine Ricolette — die alte Marthe sieht's ja doch, wenn du's auch nicht verraten willst." Als die Sonne hinter die Berge gesunken war und ihr Widerschein mattrosa über den Himmel hauchte — schon dämmerte der Abend herauf und verbreitete würzige Kühle — sah Kinna mit seiner Tochter und Wördehoff hinten im Garten. Sre hatten chr Abendessen beendet, daS Geschirr war abgeräumt, und Iacobus, ein Mann mit langem, \ wallendem Bart, der ihm von Ricolette den | Beinamen .Schloßbär" eingetragen hatte, hatte l Zigarren auf den Lisch gestellt. gestaltetes, geformtes, kn Bewegung gesetztes Element gewesen. Dies ist der Argrund deS Zweifels, den man, abgesehen von allen Fragen wirtschaftlicher Möglichkeit und Vernunft, an der Lebensfähigkeit der Sowjetmacht haben muh. Der Sowjetismus oder Bolschewismus ist gewissermaßen eine Wiederholung der Petrinischen Europäisie- rungspolitik, nur mit einem ganz anderen Vor- zeichen. So wie Peter der Große in den Straßen von Moskau Soldaten mit großen Scheren aufstellte, die alle langen asiattschen Kaftane bis auf die Kürze eines europäischen Rockes abschneiden muhten, so dekrettert Stalin die Kollek- ttvierung und Traktorisierung des russischen Dor- fes. Eine ungeheure Energie steckt 'n Peters wie in Stalins Versuch, aber der Idee, so groharttg oder so wahnwitzig sie sein mag. kommt aus dem russischen Geist kein m11- schwingender Appell entgegen. Dre russischen Magnaten des 18. Iahrhunderts kleideten ihre leibeigenen Bauernmädchen uni) Bauernjungen in Rokokokostüme mit Schnürleib, Puder und Perücke und ließen sie zwischen importierten französischen Kulissen galante Schäferspiele aufführen, und wer nicht zur Zufriedenheit des Herrn gespielt hatte, bekam nachher fünfzig mit der Knute. Heute befehlen die Sowjetmachthaber, Gottlosenklubs zu gründen und Amzüge zur Verhöhnung der christlichen Feste zu veranstalten. Es ist eins wie das andere; es wird befohlen, die Szenen werden gestellt, aber es ist kein schöpferischer Funke darin. Deshalb ist es nicht klug, seine Karte auf den Bolschewismus zu sehen — zumal seine Kerzen schneller zu Ende brennen werden, als die Peters. und betonte dabei, daß die Hälfte aller Gießener Kaufmannsgehilfen im Durchschnitt ein Gehalt von 140 Mark pro Monat beziehe, das etwa 90 Mark Vorkriegsgehalt entspreche, mit dem aber heutzutage kein junger Kaufmann auch nur einigermaßen den Erfordernissen entsprechend leben könne; das Durchschnittsgehalt der anderen Hälfte der Gießener Kaufmannsgehilfen beziffere sich apf rund 233 Mark, ein ebenfalls nicht zu hoher Betrag. Von diesen Gehaltssätzen könne nichts mehr abgebaut werden. Er wies weiter darauf hin, daß zur Zeit in Gießen 513 männliche und 157 weibliche Angestellte stellenlos seien, durch deren Entlassung die Betriebe ihr Lohnkonto gesenkt hätten, und erwähnte die Senkung der Angestellten-Einkommen durch die Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge, Mietsteigerungen, Erhöhung der Elektrizitäts-, Gas- und Wassertarife usw. Auch gegenüber den Beamten stehe der Angestellte weit schlechter da; vergleiche man die Höhe des heuttgen Durchschnitts-Angestelltengehaltes mit dem Beamtengehalt, auch nach Vornahme der sechsprozentigen Kürzung der Deamtengehälter, so ergebe sich, daß die Angestellten eine 20- bis 30prozentige Gehaltserhöhung erhalten mühten, um überhaupt nur auf den Stand des jetzt gekürzten Deamten- gehalts zu kommen. Weiter sprach sich der Redner für die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Sozialfürsorge aus, verlangte entschiedene Bekämpfung der Kapitalflucht und der Steuersabotage, forderte von der Unter» nehmerschaft Revidierung der Kapital-Fehlin- vestierungen und verfehlter Rationalifierungs- mahnahmen, damit auf diesem Wege die Wirtschaft entlastet werde. Rachdem er sich noch entschieden gegen die Preispolitik der Trusts, Kartelle und der Markenarttkelfirmen, sowie gegen Welchesllrteil g'It über Rußland? Äon Or. Paul Rohrbach. Auf dcr Pariser Weltausstellung von 1878 hatte Turgenjew, der berühmte russige „Westler", ein Gespräch mit zwei Freunden. Sie standen in der russischen Abteilung, und Turgenjew faßte feine Meinung in die Worte zusammen: „Was gibt es nun eigentlich Originales in Rutzland? Die Lindenbastschuhe unserer Dauern, die Knute und den Samowar, und im Grunde haben wir auch die beiden letzteren noch von den Tataren entlehnt!" Man kann dies Urteil über Rußland leicht noch vervollständigen. Alle bedeutenden Völker: Aegypter, Dabhlonier, Israeliten, Griechen. Römer, Deutsche, Engländer, Franzosen, Italiener, haben für den Gesamtbau der menschlichen Kultur 'Beiträge geleistet, von denen man sich keinen hinwegdenkeir kann, ohne daß das Ganze cinsinkt, gleich einem Gewölbebogen, aus rem ein Stein herausfällt. Fragt man aber, welches der russische Deitrag solcher Art sei so findet sich keiner. Man denke sich das Russen» tum seit der Entstehung des russischen Staates 862 n. Chr. (dies ist das überlieferte Iahr für die Berufung des Rormannen Rjurik zu den Slawen am Ilmensee) bis auf Lenin aus der Geschichte fort, und nichts entfiele damit Jur die Menschheitskultur, dessen Hinwegnahme eine Katastrophe bedeuten würde. Hat nun ein solches Argument einen positiven Wert für die deutsche, die europäische und Die Deltpolittk, oder ist es eine bloße kulturgeschichtliche Paradoxie? Von der Antwort hieraus hängt mehr ab, als mancher politische Spießbürger glaubt. „ Rußland wurde Iahrhunderte lang von Rormannen beherrscht, deren Dlut sich langsam slawisierte. Rjuriks letzte Rachkommen in Der regierenden Linie waren jener kleine Zarewitsch Demetrius, den Doris Godunow töten ließ, und fein Bruder Feodor, der kinderlos starb. Schon lange vorher war aber das Zarentum innerlich tatarif ie rt. Tatarischer, asiatischer Geist war es, der noch weit über die äußere Abweisung des Tatarenjoches hinaus in Rußland regierte. Ein Jahrhundert später tritt die barbarisch- geniale, in ihrem mächtigen Aktivismus vollkommen unrussische Gestalt Peters des Großen auf. Von Peter an ist überhaupt kein rusfisches Dlut mehr in das Herrscherhaus gelangt (wenigstens nicht auf legitimem Wege), sondern nur deutsches und, ein einzigesmal, dänisches. Die letzten Romanows waren ihrem Blute nach deutscher, als z.D. die letzten Habsburger. Rußland ist überhaupt nur selten von Russen regiert worden. Katharina II., die größte Mehrerin des Reiches, war eine Deutsche. Die russischen Staatslenler hießen im 18. Icchr- hundert Münnich, Ostermann, Biron. Sievers; im 19. Iahrhunderi hießen sie Resselrode, Cancrin, Giers, Reutern, Witte — und wenn sie russische Ramen trugen, so war das nicht immer zum Vorteil Rußlands. Auch die bolschewisttsche Revolution ist nicht von Russen gemacht wordeir, Lenin, mit seinem eigentlichen Ramen Aljanow, war tatarischer Herkunft, wie sein Aeuheres auf den ersten Blick zeigte. Der jetzige Diktator Stalin ist Georgier. Die meisten ursprünglichen Führer des Bolschewismus waren nicht Rattonalrussen, sondern jüdischer, kaukasischer, polnischer und sonst nichtrussischer Herkunft. In dem russischen Geist — wir sprechen hier vom mosko- witischen Rußland, nicht von der Akraine, vom Kaukasus und von den Westländern — steckt eine starke Begabung für das Gefühlsmäßig-Grenzenlose, Zersetzende, Theoretische, aber nicht für das Konstruktive, Intuitiv- Auf bauende. Wenn man ein Motto über die russische Geschichte schreiben will, so kann man kein besseres finden, als jene Worte des alten Chronisten Restor über die 'Berufung der Rormannen im 9. Iahrhunderi Auf Veranlassung der Ortsgruppe Gießen des I Deutschnationalen Handlungsgri ilfen-Verbandes fand gestern abend im Saale des Caf6 Leib eine sehr gut besuchte P ro te stkundgebu ng der Kaufmannsgehilfen und Behorden- ange st eilten statt, die sich gegen Tarifkundi- gung, Gehaltsabbau und Einschränkung der Sozialfürsorge richtete. Geschäftsführer Schröder der DHB.-Ortsgruppe Gietzen wies einleitend auf den Emst der Lage für die Angestelltenschaft hin und krittsierte u. a. scharf das Vorgehen ber Stadtverwaltung, die den Angestellten der Stadt das Arbeitsvertragsverhältnis gekündigt und die Unterzeichnung eines Reverses über daS Einverständnis mit einer sechs- prozentigen - Gehaltskürzung verlangt habe, andernfalls das Dienstverhältnis als gekündigt gelte. Weiter wandte er sich dagegen, daß in Privatbetrieben auf einzelne Angestellte ein Druck ausgeübt werde. Gauvorsteher Auerbach von der DHB -Gauverwaltung in Frankfurt am Main Die kleine Aicolelle Roman von paul Hain nach Chr.: „ilnfer Land ist groß und reich, aber es ist keine Ordnung darin; so kommt und seid Fürsten bei uns!" Auf einem berühmten Globus aus dem 17. Jahrhundert fleht das Wort „Europa' so geschrieben, daß daS „E" in Spanien liegt, bei Madrid, und das „21" in Polen, bei Minsk. Vielleicht lassen es die jüngsten Vorgänge in Galizien, in Brest-Litowsk, in Oberschlesi^i und Pommerellen doch etwas zweifelhaft erscheinen, ob das moderne Polen noch ein „21“ von Europa verdient. Rach den Begriffen des 17. Iahrhiin- derts, als König Iohann Sobiesky vor Wien erschien, um die Stadt vor den Türken zu rotten, tat es das. Peter ber Große versuchte, ganz Ruß- land zu einem Stück von Europa zu machen, aber bies zweihunbertjährige Experiment Spuckte, äußerlich betrachtet, doch nur, solange europäische unb europäisch geschulte Kräfte die Rkafchine lenkten. Erst in der letzten Zeit des Zarismus tvurbe allem westlichen Wesen der Kampf angesagt — mit dem Ergebnis, daß die westlichen Verbündeten Rußlands, England und Frankreich, es waren, die die Revolution von 1917 zum Ausbruch brachten, um einen russischen Separatfrieden mit Deutschland zu verhindern. Aus alledem folgt, daß im russischen Wesen keine politisch schöpferische Kraft steckt. Roch nie ist aus der russischen Masse, ja nicht einmal aus der russischen Intelligenz, ein wirklicher Staatsmann, ein politischer Genius, eine Ordnung und Leben schaffende Persönlichkeit hervorgegangen. Das wirkliche Russentum ist immer nur Objekt, ist nie ein gestaltendes, sondern immer nur ein durch fremde, nichtmfsifche Kräfte Man plauderte von diesem und jenem. Dis Zeit verrann. Der Abendstern leuchtete schon hell, und es war ganz dunkel geworden. Es war Wördehoff, als hätte er schon brnne* hier gelebt und als kenne er Ricolette von Iugend auf. tHre Augen trafen sich oft in ber Dunkelheit» und daS blasse Gesicht Ricolettes sah wie ein ver« schattetes Madonnenbildnis aus. „Du liebes Mädchen", dachte er still — „Tnfl liebes, liebes Mädchen —" Als es kühler zu werden begann, erhob man sich, um ins Haus zu gehen. In der Vorhall« wartete schon Iacobus, um den Gast auf fein Zimmer zu führen. „Schlafen Sie gut, Wördehoff". sagte Kinna, „und tun Sie ganz, als wären Sie hier zu Hause. Bloh keine Rücksichten! Das Schloß ist groß genug. Hn& die Wälder draußen noch größer. — Also gute Rächt." And dann fühlte Wördehoff Ricolettes flehte, schmale Hand, und sie ruhte so still und fest zwi^ sehen seinen Fingern. And obwohl es nur De- künden waren, dünkte es ihm doch eine glücklich« So war es also eine abgemachte Sache: Wördehoff blieb auf dem Schloß, und er fühlte sich ungemein wohl dabei. Gleich in den ersten Tagen hatte er nach Haus« geschrieben, an die Wirtschafterin, die die Wohnung betreute. Daß Rorma verreist war, konnte er sich denken. Er bat, ihm einige Sachen zu schicken, die er nun nötiger brauchte als während seiner Wanderung. Das Verlangte traf denn auch bald ein und dazu einige Zeilen der Wirt< schafterin, die ihm Rormas Aufenthalt mitteilte. Er laS darüber hin. Was . interessierte es ihn? - Fast jeden Tag machte er werte Spaziergänge in die Umgegend, denen sich ab und zu Kinna und seine Tochter oder auch nur Ricolette allein an(3rlernte Kinna in seinem künstlerischen Schaffen genauer kennen. Wirklich, dieser alte Musikant von besonderen Gaben hatte noch immer den Kopf voller Melodien. Dann plagte ihn die Anruhe, er war tagelang nicht zu leichter Unterhaltung zu gebrauchen^ war nervös, schloß sich in seinem Zimmer ein, und selbst die zärtliche Fürsorge Ricolettes schien ihm dann zuwider zu sein. Hatte er aber endlich die Melodie, die ibn so plagte, in die richtige Form gebracht, bann schlug seine • gereizte Stimmung in laute, behagliche Freude um, und er veranstaltete im Musikzimmev ein förmliches Konzertprogramm, dessen Mittelpunkt das neue Lred bildete. ^Fortsetzung folgt) Gedunkelte Trink- und Iagdbilder längst vergessener Maler hingen dort. Auf den Fensterbänken lag viel Staub, aber der muhte hier wohl fein. Der gehörte einfach hierher. Dann tarn man wieder in kleinere Gemächer, über knarrende Stiegen hinweg, die unwillig die Last der Schritte unter sich fühlten.^ Viel altes Gewaffen hing da, Rüstungen, Trinkhorner, allerlei Iagdgerät. Man sprach nicht viel, während man so durch das Schloß wanderte. Ricolette aber stand immer dicht neben Wördehoff mit großen, tränenvollen Augen und schien überall ein lebendiggewordener Atemzug der Vergangenheit zu sein. Sie strich mit vorsichtigen Fingern über die Dinge hin, klopfte an die Zinnkrüge und die Teller und lauschte bann verhalten auf ben feinen Ton, der wie ein ewigkeitsferner Widerhall aus verrauchten Vergangenheiten durch den Raum summte. Dann vergaß Wördehoff wirklich für Augenblicke die Gegenwart all der Dinge um sich und spürte nur ein beklemmend-heißes Gefühl in sich, das jene verträumten Augen in ihm weckten, die ihn streiften, und ec atmete den feinen Duft, der aus Ricolettes Kleid wehte und ihn an die Rosen und Relken unb ben Sommertag da draußen erinnerte. „So — nun geht's noch einmal über eine ein bißchen halsbrecherische Treppe nach unten", sagte Professor Kinna, „und Sie werden was Reues erleben, Herr Wördehoff —" „Da bin ich aber neugierig —“ „Rico — halt' dich fest", ermahnte sie Kinna. „Das Geländer hier ist verteufelt wurmstichig." Wördehoff bot ihr den Arm. „Bitte, stützen Sie sich nur —" Kinna ging wieder voran. Sie klomm eine schmale, enge Wendeltreppe, ganz in Dämmernis gehüllt, hinunter ins Erdgeschoß. Dori öffnete Kinna eine Tür und nun standen sie mit einemmal im Freien, in einem nach unten abfallenden Garten, vom strahlenden Sonnenlicht umflutet unb von ben flimmernden Farben der Blumen erfüllt, die in Fülle hier in wohlgeordneten Beeten blühten. Goldlack undSttef- inütterchen, Violen und Hyazinthen, und Rosenstöcke mit weißen und roten und gelben halberblühten Knospen. Ein wahres Wunder war das! Wördehoff war wie betäubt von dieser Aebrr- raschunK. wandte sich entschieden gegen Bestrebungen. Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftskrise auf die Angestellten abzuwälzen und forderte einmütiges Zusammenstehen aller Dolkskreise zur gemeinsamen Aeberwindung der Rot. Er polemisierte sodann gegen den hiesigen Arbeitgeberverband, dem er u. a. zum Vorwurf machte, daß er trotz zweimaliger Ablehnung durch die beteiligten Arbeitgeber schließlich doch die Kündigung des Tarifvertrages erzwungen habe; gegen dieses Verfahren müsse.schärfste Verwahrung eingelegt werden, da daraus fein gutes Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erstehen könne. Hieraus besprach der Redner die Gehaltsverhältnisse der Kaufmannsgehilfen in Gießen auf Grund von statistischen Erhebungen gen heraus sei, gerade auch im Onferefle Jtefl Wirtschaftsbelebung. der Gehaltsabbau entschieden abzulehnen. , Rachdem Geschäftsführer Schröder noch zir festem Zufammenfchluh der Angestellten int Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbano aufgefordert hatte, erfolgte die einfttmmige Annahme der nachstehenden Entschließung: Die am 9.1.31 anläßlich einer vom Deutschnatto« nalen Handlungsgehilfen-Verband, Ortsgruppe Gießen, einberufenen PrStestkundgebung versammelten Angestellten aus Gießen und Oberhessen legen schärfste Verwahrung ein gegen die Art und Weise, wie vom Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberhessen die Kündigung des Angeftelltentarifoer- träges herbeigeführt worden ist. Ein solches, den Arbeits- und Wlrtschaftsfrieden störendes Vorgehen muß in der gegenwärtigen Zeit höchster lozialer und politischer Spannungen besonders scharf verurteilt werden. Die von Arbeitgeberseite geforderte Gehaltssen» kung und die sonstigen Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen sind für die Angestellten untragbar angesichts der großen Opfer, die seither von ihnen gebracht wurden und die ihnen neuerlich die Notverordnungen der Reichsregieruna auferlegt haben. Der hohe Prozentsatz, den die Angestellten unter den Arbeitslosen ausmachen, zeigt, daß sie von der Wirtschaftskrise besonders hart betroffen werden, zumal auch die Arbeitslosigkeit erfahrungsgemäß bei den Angestellten von längerer Dauer, als bei den gewerblichen Arbeitern ist. Eine Emkommens-> Minderung ist bei vielen in Beschäftigung stehenden Angestellten schon durch einen Abbau der Leistungs» zulagen, ber Gratifikationen, oder, gar des Tarifgehalts erfolgt. Eine neuerliche Gehaltsfenkungi muß deshalb abgelehnt werden, auch um deswillen, weil sie eine weitere Verschärfung ber Wirtschaftskrise bebeuten würbe. Der von ber Reichsregierung angeftrebte Preisabbau hat zudem nenenswerte Erfolge nicht gezeitigt. Die Erhöhung ber Miete, Tarifs für Straßenbahn, Elektrizität, Gas usw. machen auch bis bescheidenen Ansätze eines Preisabbaues zunichte. Durch die Erhöhung ber Arbeitslosenversicherungsbeiträge haben bte Angestellten ebenfalls eine starke Einkommensminderung erfahren. Befon« bers wird barauf hingewiesen, daß ber für Gießet unb Oberhessen für Industrie unb Großhandel geb tenbe Tarifvertrag im Jahre 1929 eine Erhöhung nicht erfahren hat, während die Gehälter in ben anberen Tarifen unseres Gebiets eine Steigerung um 4 bis 6 v. H. erfuhren. Ein Abbau ber Gießener Angestelltengehäkter ift baher weder volkswirtschaftlich, noch für ben ringele nen Angestellten zu rechtfertigen. Die Versammlung erwartet von ben Arbeitgebern die Zurücknahme ber Künbigungen unb somit ei« Ablassen von ber Forderung auf Gehaltssenkung. Atz! LW WZ ÄS- I *4 ZLS eÄeint S- I N,cn Ser ' ■ Mitteln ein außerordentlich große- Bedürfnis m Bekleidungsstücken, namentlich Leibwäsche und warmer Unterkleidung. Dies nicht nur für Kinder, sondern auch in umfangreichem Maße für Erwachsene. Es ist nur zu verständlich, daß die Familien, deren Ernährer nun schon jahrelang keinen Pfennig verdienen konnten, alles entbehren, was $u einer ordnungsgemäßen Lebensführung gehört, obwohl der Familienvater arbeitsfähig und vom besten Arbeitswillen beseelt ist. Bon den spärlichen Unterstützungsmitteln kann naturgemäß eine Erneuerung non Wäsche- und Bekleidungsstücken u. dgl. nicht vorgenommen werden, da die Unterstützungssätze nur auf den notwendigsten Lebensbedarf zugeschnitten sind. Es muß hierbei besonders betont werden, daß die Zahl der Familien, die einer Unterstützung würdig sind, weitaus größer ist, als die derjenigen Familien, die allgemein als unwirtschaftlich gelten. Selbst bezüglich dieser Familien muh jedoch darauf hingewiesen werden, baß es unmenschlich wäre, wollte man die Kinder oder die ordentliche Hausfrau, die unschuldig unter diesen Umständen leiden, die Unwirtschaftlichkeit des Baters entgelten lassen. 3n solchen Fällen erscheint gerade die Speisung der Familienmitglieder am Platze. Wer ein bedürftiges Kind an seinem Mittagstisch teilnehmen läßt, erfüllt in der heutigen schweren Zeit bestimmt seine soziale Pflicht. Bach solchen privaten Speisungen besteht ebenfalls ein großes Bedürfnis. Angesichts der ungeheuren Bot muß es jedem, der noch ein gesichertes und erträgliches Dasein hat, auch möglich fein, ein Scherflein der Städtischen Bothilfe zur Verfügung zu stellen. „Biele Wenig geben ein Diel." Cs ist hierbei nicht nur an die einzelne Person gedacht, vielmehr können gerade die Bereinigungen und Organisationen gleichermaßen und oft weit oesser helfen. Bach Auffassung der Städtischen Bothilfe muß es jedem Geselligkeitsverein, jedem Sportverein, jedem Kegelklub, jedem Stammtisch, jeder Standesorganisation (Innungen, Gewerkschaften, Kartellen und Verbänden) möglich sein, tn irgendeiner Form laufend oder einmalig eine Gabe zu spenden. Bur dann, wenn jeder einzelne für sich und jeder einzelne wiederum in seiner Standesorganisation, oder in seinem Verein des Bedürfnisses nach Hilfe inne wird und erkennt, daß es auf seine Hilfe ankommt, wird das Hilfswerk seine Aufgaben erfüllen können. Oberheffen. Schwerer Moiorradunfall. v Homberg. 10. 3an. Gestern abend ereignete sich in Homoerg ein schwerer Verkehrsunfall. Der Motorradfahrer Wilhelm W e ft r o p p aus Appenrod geriet, als er mit feinem Motorrad aus einer Werkstätte ßeraud -auf die Straße fuhr, gegen einen Kraftwagen 1er Gießener Deterinärkliniken, der eben die Straße passierte, stürzte vom Motorrad und wurde schwer verletzt. Der bedauernswerte Mann, der eine Gehirnerschütterung, Kopfverletzungen, einen Schlüfselbeinbruch und einen Unterschenkelbruch erlitt, verlor auf der Stelle dos De- wußtsein und wurde durch die Freiwillige Sanitätskolonne Gießen nach der Gießener Chirurgischen Klinik gebracht. Der Zustand des Verletzten, Der bei seiner Ankunft in Gießen wieder das Bewußtsein erlangte, ist ernst, jedoch nicht hoffnungslos. Landkreis (titefcen. Bg. G rohen-Dus eck, 9. 3an. Bei der gestrigen Holzversteigerung, zu der seit Geschichten ans aller Welt. Abenteuer eines Piloten. (f) London. 3m Flughafen von Mascot landete vor kurzem ein Flugzeug, dem ein bekannter australischer Pilot entstieg. Er trug aus dem Flugzeug eine Frau heraus, die eine schwere Kopfwunde hatte. Naturgemäß befaßte sich die Polizei mit biefer Sache und stellte folgenden, sehr merkwürdigen und wirklich nicht alltäglichen Zusammenhang fest: Kapitän Daish war zu einem Passagierflug aufgestiegen. 3n dem Apparat befand sich nur eine Dame, die nach Mascot wollte. Unterwegs verließ sie plötzlich ihrer Sih und machte dem Flieger einen heißen Liebesantrag und flehte ihn an. sie zu erhören. Der Flieger war einerseits schon.beseht", anderseits scheint auch die Inaugenscheinnahme nicht zugunsten der Dame ausgefallen zu fein. Jedenfalls wies der Pilot alle Offerten dankend zurück. Die Dame aber verfiel in Raserei und machte sich daran, den Gasolintank aufzuschrauben und auch sonst einige Hebel zu verbiegen, deren Richtung von ziemlicher Bedeutung für den einwandfreien Gang eines Flugzeuges ist. Diese Manöver wurden schließlich jo bedrohlich, daß der Pilot sich nicht anders zu helfen wußte, als daß er der Dame mit einem Schraubenschlüssel einen Schlag auf den Kopf versetzte. 3nfvlgedefsen brach sie bewußtlos zusammen. Der Pilot war gerettet. Allerdings bestreiten jetzt die Damen in Australien. daß er sich wie ein Kavalier benommen habe. Herr Kreisler weift sich aus. (r) Amsterdam. Der bedeutende Geigenvirtuose Fritz Kreisler hielt sich vor einiger Zeit in Antwerpen auf und benutzte die wenigen Stunden vor dem Abgang feines Zuges zu einem kleinen Dummei durch die Altstadt. Sein Gepäck war bereits auf- gegeben; der Künstler trug lediglich fein größtes Kleinod, feinen berühmten Stradivarius, unter dem Arm, eine altitalienische Meistergeige, an der er mit der ganzen Liebe eines passionierten Musikers hängt und von der er sich niemals trennt. Kreisler betrat einen Antiquitätenladen, um gegebenenfalls eine kleine historische Reliquie aufzustöbem und fließ auf eine wohl alte, aber gänzlich wertlose Geige. Aus purer Laune zeigte er dem Ladeninhaber sein 3nftrument und fragte den alten Trödler, was er denn dafür geben! würde. „3ch sehe wohl, daß Sie ein Kenner sind", antwortete der Antiquitätenhändler mit einer Grimasse, „der sich unmöglich für dieses alte Holz interessieren kann. Warten Sie einen Augenblick, ich zeige Ihnen gleich eine Amade- Geige...“ Sprachs, ließ Kreisler eine Sekunde allein und kehrte mit einem Schutzmann wieder: »Verhaften Sie diesen Gauner, Herr Wachtmeister". schrie der 'Alte außer sich vor Aufregung, „er hat die Geige von Kreisler gestohlen!" Der kunstverständige Alte und der ratloje Schutzmann glaubten erst bann, daß er selbst der Meister sei, als er ein kleines Konzert improvisierte und eine Kreislersche Grammophon-Platte eigenhändig „an die Wand" spielte... König Haakons „Nebenjnbiläum". (e) Oslo. Dor einiger Zeit beging, wie man sich erinnern wird, König Haakon von Borwegen fein fünfundzwanzigjähriges Regierungsjubiläum. Ungefähr gleichzeitig jährt es sich zum fünfundzwanzigsten Male, daß der Herrscher die Kunst des Autofahrens erlernte. Anläßlich dieses „Bebenjubiläums" veröffentlichte eine Osloer Zeitung eine angeblich authentische Episode des königlichen Fahrschülers aus der Zeit, in der er noch am Steuerrad ebenso ein Anfänger war wie auf dem Throne. Ein französischer Chauffeur sollte den König in die Geheimnisse des Selbstfahrens ein» führen. Alles ging vorschriftsmäßig bis zu dem denkwürdigen Tage, an dem Haakon zum ersten Male selbst seinen Wagen lenkte. Daß er das Handwerk noch nicht einwandfrei beherrschte, kann man sich ja vorstellen. Bei einer Straßenkreuzung geschah nun beinahe ein Unglück; der Lehrer brüllte aus Leibeskräften: „Bremsen! Bremsen!" Haakon bremste wunschgemäß, aber so ungeschickt, daß nicht nur der Wagen, sondern auch der Motor stehen blieb. Worauf der Lehrer, ein überaus temperamentvoller Franzose, unverblümt seine Kritik äußerte: „Zum Donnerwetter auch, wie kann man bloß so dumm fein!" Kaum gesprochen, be- farm er sich sogleich, wen er vor sich hatte und beendete den Satz höflichst mit „Majestät". 3m weiteren Verlauf der Fahrt suchte der Franzose nach einer Möglichkeit, feine Grobheit wieder gutzumachen. Bach einigem Kopfzerbrechen tarn er auf die rettende 3bee. Er lächelte Haakon breit an und meinte: „Das von vorhin, Majestät, müssen Sie nicht falsch verstehen. Dumm war natürlich keineswegs auf den Herrscher gemünzt, sondern lediglich auf den Fahrer!" Und somit war die Affäre nach den Regeln der Ritterlichkeit beigelegt ... Kriegsende zum ersten Male wieder auswärtige^ Steigerer zugelassen waren, wurden g c r i n - gere Preise erzielt, als man annehmen mußte, da diesen Winter wesentlich weniger Holz geschlagen worden ist. Zwei Raummeter Duchen- scheit galten im Durchschnitt 25 Mark, fünf Raummeter Duchenreisig 7 Mark. An Fichten- und Tannenholz gelangten nur geringe Mengen zum Ausgebot. — 3m hiesigen Turnverein „®ut Heil" ist eine D a m e n r i e g e gebildet worden. Die Leitung liegt vorläufig in den Händen des Turnlehrers Paul von Gießen. IDaubringen,9. 3an. Der hiesige Kriegerverein hielt eine Versammlung ao, die von dem 1. Vorsitzenden Wilh. Walther VII. geleitet wurde und der auch der Bezirksvorsihende der Kriegerkameradschast „Hassia", Professor Dr.. Äraemer, Gießen, beiwohnle, um einige Kameraden mit Auszeichnungen zu ehren. Prof. Dr. Kraemer gedachte in einer Ansprache der schweren Gegenwart und wies darauf hin, daß das Vaterland nur dann wieder gefunden könne, wenn Treu und Glauben wieder mehr zur Geltung kämen. 3m Anschluß daran erhielten die Kameraden Ludw. Dort I. (für langjährige treue Arbeit als Rechner), Wilh. Töpfer, Christian S t ö ck e r und Wilh. S ch w a lb I. (für 50jährige Mitgliedschaft), sowie Wilh. Walther VII. und Friedr. Roth (für 40jährige Mitgliedschaft) die Ehrenzeichen. Bei humorvoller Unterhaltung und Gesang vergingen die Stunden kameradschaftlichen Beisammenseins sehr schnell. Am Abend bereinigten sich die Mitglieder und deren Frauen zu einer geselligen Unterhaltung, die der Kamerad Deines mit musikalischen Darbietungen verschönte. * ß i dj, 10. Ian. Am Donnerstag, 13. d. M., findet im ß i ch e r St a d t w a l d e die zweite st ä d t i - sche Brennholzversteigerung statt. 2luf die Anzeige im heutigen Statt sei hingewiesen. j(Droßen-Linden.lv. Ian. Witwe 6Ttfa* betpe Schmidt, geb. Menges, wird am nächsten Montag 80 Jahre alt. Kreis Büdingen. △ Aus dem Biddertale, 9. Iqn. Schon mehrfach sanden Butz- und Brennholz- Versteigerungen statt und wurden trotz deS bis jetzt gelinden Winters durchweg hohe Preise für Buchen-Scheitholz erzielt. Dies mag auch dem Umstande zuzuschreiben sein, daß diesmal weit weniger Brennholz geschlagen wurde, als in den vorhergehenden 3ahren. Die Preise für Buchen-Scheitholz 1. Klasse bewegten sich zwischen 11 bis 15 Mk. pro Raummeter. Kreis Alsfeld. • Ruppertenrod. 9. 3an. Der hiesige Männergesangverein „Liederkranz", der erst zum Weihnachtsfest die Kirchgänger mit seinen Darbietungen in der Kirche erfreute, bereitet nunmehr das Fest feines 50jährigen Bestehens vor, das am zweiten Oftcrfcicrtag in Form eines Iubiläumskonzertes gefeiert werden soll. Der Verein wird hierbei Volkslieder und Kunstchöre von Dilcher, Isaak, Vreu, L. Baumann, M. Reumann und Kömpf zum Vortrag bringen. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 9. Ian. Nachdem vor 1930 die Bevölkerung unserer Stadt ständig wuchs, machte sich im vergangenen Jahre ein Stillstand bemerkbar der mit bem Rückgang an Gebu rten und Eheschließungen und mit einer Reihe von Qlbmetbungen begründet werden muß. 3n den letzten zehn Jahren wurden in Lauterbach durchschnittlich 102 Kinder geboren während die beiden letzten Jahre nur 88 bzw. 83 Geburten aufweisen. Sterbefälle wurden im verflossenen Jahre 53 registriert, die Zahl entspricht der der Vorjahre. Die Eheschließungen verringerten jich von 3ahr zu 3ahr. 3m Jahre 1920 wurden 70 Ehen geschlossen, 1930 nur 29. Die schwere wirtschaftliche Lage, Wohnungsnot u. a. m. dürften daran schuld sein. Spiclplan dcr frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 11.3anuar, von 19 bis gegen 22,30 Uhr: 3n neuer Einstudierung und Inszenierung: Tannhäuser. Montag, 12., von 19,30 bis nach 22 Uhr. Der Barbier von Sevilla. Dienstag, 13., von 19 bis gegen 22,30 Uhr: Viktoria und ihr Husar. Mittwoch, 14., von 19,30 bis gegen 22,30 Uhr: Simone Voccanegra. Donnerstag, 15., von 19,30 bis nach 22 Uhr: Madame Butterfly. Freitag. 16.: geschlossen. Samstag. 17* von 19 bis gegen 22,30 Uhr: Aida. ** Schauspielhaus. Sonntag. 11.3anuar, von 16 bis gegen 18 Uhr: Sturm im Wasserglas; von 20 bis nach 22,30 Uhr: Viel Lärm um nichts. Montag, 12., von 20 bis gegen 23 Uhr: Wie werde ich reich und glücklich? Dienstag. 13., von 20 bis gegen 22 Uhr: Der Mann, den sein Gewissen trieb. Mittwoch, 14., von 16 bis gegen 18,30 Uhr: Kakadu-Kakada; von 20 bis gegen 22,30 Uhr: Grand Hotel. Donnerstag. 15., von 20 bis nach 22,30 Uhr. Diel Lärm um nichts. Freitag, 16., von 20 bis gegen 22 Uhr: Sturm im Wasserglas. Samstag, 17- von 20 bi« gegen 22,30 Uhr: Grand Hotel. <**• Feuer- und Brand- Schilden in Kleidern. Wäsche und Teppichen werden in 3 bis 4 Tagen tadellos repariert 0166 Kunststopferei König Gießen. Wallforetraße 12. Tel. 2736. Oeffenlliche Anforderung der Vürgersieuer 1930. I. In der Stadt Gießen wird für das Rechnungsjahr 1930 eine Bürgersteuer von allen denjenigen Personen erhoben, die am 10. Oktober 1930 über 20 Jahre eit gewesen sind und an diesem Tage im Bezirk Der Gemeinde ihren Wohnsitz (ober mangels eines inländischen Wohnsitzes ihren gewöhnlichen Aufenthalt) gehabt haben. 280C II. Die Bürgersteuer wird von denjenigen unter I fallenden Personen, denen -für das Kalenderjahr 1931 von der unterzeichneten Gemeinde eine Steuerkarte ausgestellt worden ist, auf der Steuerkarte «ngefordert Bon den Personen, die vom Finanzamt für das Kalenderjahr 1929 »der für den letzten vor dem 10. Oktober 1930 liegenden Steuerabschnitt zur Einrommensteuer veranlagt worden sind, wird die Bürgersteuer durch besonderen Vescheid angesordert. III. Für alle übrigen unter I fallenden Personen beträgt die Bürgersteuer je ch RM.; Ehegatten, die nicht dauernd voneinander getrennt leben, haben jedoch zulammen nur das Eineinhalbfache dieses Betrages, mithin 9 RM., zu entrichten Diese Personen werden hiermit aufge- sordert, die Bürgersteuer in zwei gleichen Teilbeträgen (von je 3 RM. bzw. 4,50 Reichsmark) bis zum 10. Januar und 10. März 1931 an die Stadtrasse Gießen «Postscheckkonto Frankfurt a.M. Nr. 8315) zu entrichten. Werden die Teilbeträge nicht rechtzeitig entrichtet, so werden sie ohne fcefonbere Anforberung ober Mahnung iurd) gebührenpflichtige Zwangsvollstreckung eingezogen werden. Für die nachstehenden Personengrup- z>en, die nach den gesetzlichen Bestimmungen von der Bürgersteuer befreit sind, bedarf es einer besonderen Antragstellung nicht: 1. Am Stichtag (10. Oktober 1930) vom Wahlrecht ausgeschlossene oder rechtlich am Wahlrecht behinderte, ober Personen, beren Wahlrecht am Stichtag ruht. 2. Empfänger von Arbeitslosen- ober Krisenunterstützung. 3. Empfänger von öffentlicher Fürsorge (laufenbe Unterstützung ber angemeinen Fürsorge, Klein, und Sozial- rentnerfürforge). 4. Empfänger von Zusatzrenten nach den Bestimmungen bes Reichsversorgungsgesetzes. Für bie unter 2 bis 4 Genannten, so- Weit am Fälligkeitstage (10. Januar und 10. März 1931) diese Voraussetzungen vor- kegen. Empfänger von Sozialrenten (Invaliden-, Alters-, Unfall-, Angestelltenrenten usw.) haben durch Vorlage ihrer Rentenbescheide oder von Bescheiniyunhen der Rentenzahlstellen den Nachweis über die Höhe ihres Gesamteinkommens zu führen, Befreiung tritt nur dann ein, wenn dieses unter 900 RM. beträgt. Alle übrigen Bürgersteuerpflichtiaen, die glauben, aus sonstigen Gründen Antrag auf Befreiung von ber Bürgersteuer stellen zu müssen, haben unter Benutzung von auf Zimmer 17a bes Stabthauses, Bergstraße, erhältlicher Vorbrucke alsbalb entsprechenben Antrag zu stellen. Gießen, den 8. Januar 1931. Der Oberbürgermeister. Dr. Keller. Bekanntmachung. Wir beabsichtigen, die in Kellern und ähnlichen Räumen vorhandenen Schnaken durch Ausbrennen mittelst Spiritusfackeln zu beseitigen. An alle Bewohner der Stadt Gießen ergeht die Bitte, im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt die Schnakenbe- tämpfung dadurch zu unterstützen, daß den mit der Durchführung dieser Aufgabe beauftragten Personen bas Betreten der hierfür in Frage kommenden Räume gestattet wird. 280C Gießen, den 9. Januar 1931. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Nutz- und Brennholzversteigerung im Licher Sfabfroalbe. In dem Distrikt Großheuserberg werden am Donnerstag, dem 15. Januar 1931, nach vorheriger Zusammenkunft am Wald- eingang der Provinzialstraße Nieder-Bes- singen—Langsdorf vormittags 10 Uhr versteigert: 263V a) Brennholz. Scheiter im. Buche 600, Hainbuche 10, Eiche 17, Elsbecr 4. Knüppel nn: Buche 126, Hainbuche 6, Eiche 16, Elsbeer 3. Reisig: Wellen: Buche 4414, Stöcke nn: Buche 178, Eiche 19. b) Nutzholz. Stämme: Linde 2. Kl. 1 Stück, 0,21 fm; Elsbeer 2. Kl. 5 Stück, 1,44 fm; 3. Kl. 1 Stück, 0,31 fm. Derbstangen: Hainbuche 3 Stück, Fichte 9 Stück. Nuhschett nn: Eiche 15. Günstige Zahlungsbedingungen. Lich, den 6. Januar 1931. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. Nutz- und Drennholzversteigerung Freitag, den 16. Januar, vormittag» 9% Uhr, wird in ber Schäserschsn wirtschaft zu Daubringen aus ben Ltaatswalbbistrik- len Ober- und Rieber-Seilbach versteigert: a) Nutzholz. Stammholz: Liche 2. Klasse, N, 7 St. = 1,90 fm, 3., A, 2 St. = 0,97 fm, 3., N, 2 St. = 1,01 fm (Nieder- Seilboch, Abtlg. 8a, Nr. 1—4, Abtlg. 15, Nr. 327, 341, 348 unb 349, Abtlg. 12c Nr. 395. 397, 413); Fichte Kl. 2a 2 St. = 0,94 fm, 2b 1 St. = 1,32 fm, 3a 1 St. = 1,59 fm (Nieber-Seilbach, Abtlg. 9, Nr. 361, 362, Abtlg. 25, Nr. 381, 382). Derb- Hangen: Fichte l.Kl. 15 St., 2. Kl. 57 St., 3. Kl. 182 St. Reisslängen: Fichte 4. Kl. 365 St., 5. Kl. 150 St., 6. Kl. 20 St., 7. unb 8 Kl. 55 St. Ruhscheiter (Pfosten) 2,2 rm Eiche (2,2 m lang). b) Brennholz. Scheiter nn: 107 Buche 1. Kl., 5 2. Kl., 16 Hainbuche, 103 Eiche. Knüppel rm: 154 Buche, 18 Hainbuche, 83 Eiche, 1,5 Kirschbaum unb Aspe, 2 Lärche, 20 Fichte. Reisig 1 kl. rm: 60 Eiche; 3. kl. 256 Buche, 32 Hainbuche, 3 Birke, 94 Kiefer, 20 Fichte (Schichthaufen); 4. kl. 12 Eiche (zerstreut liegenb). Stöcke nn: 1,7 Eiche, d. i. sämt- liches Brennholz in Ober- unb Nieber-Seil. bad). 2780 Das Nutzholz wird zuerst versteigert. Auskunft durch Herrn Förster Wirth zu Treis a. d. Lda. und das Forstamt. Gießen, den 8. Januar 1931. Hessisches Forstamt Gießen. Vrenuholzversteigerung im (Bemeinberoalb Langsdorf. In dem Distrikt Hegerich (Vorderwald) werden nach vorheriger Zusammenkunft am Walbeingang des Nonnenröther Weges am Mittwoch, dem 14. Januar 1931, vormittags 9% Uhr, versteigert: 2690 Scheiter rm: Buche 600, Hainbuche 8, Eiche 15. Ruhscheiter rm: Buche 3. Knüppel rm: Buche 150, Hainbuche 24, Eiche 20, Weymouthskiefer 5,5. Reisig rm: Buche 350, Hainbuche 60, Eiche 20, Weymouthskiefern-Stamm- reifig 7. Stöcke rm: Buche 20, Hainbuche 10, Eiche 4. Aeußerst gute Abfuhrlage. Günstige Zahlungsbedingungen. Langsdorf, den 8. Januar 1931. Hessische Bürgermeisterei Langsdorf. I Wenn alles versagt, dann drift Trainers Augenwaster das sich fett 120 Iah. als Krallt- flunflSmitiel für schwache Augen glänzd. bewährt hat. Alleinverkauf für Gieren: Drogerie Wlnterhoff KreuxpletzH 168A Pianos oder Harmoniums werden erfttl. u. oreiSw. gestimmt u. repariert durch Erwin Zollinger Slavtenechniker ii. gevr. Stimmer. Serkaui von neuen u.aebr. Pianos- 8MI Gießen. Leiters- weq 79 a. Tel. 3616. Schasweide-Verpachtung. Die Schafweide der Gemeinde wieseck soll ab 1. April 1931 auf weitere 3 Iayre verpachtet werden. Die Verpachtung erfolgt auf dem Submissionswege und sind bie Offerten bis zum 16. Januar, nachmittags 3 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. 293D Die Bebingungen liegen zur Einsicht offen. Wieseck, ben 10. Januar 1931. Hess. Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m d e r. Brennholzversteigerung Gemeinbewald Salzböden. Am Mittwoch, dem 14. d. M., nachmittags von 2 Uhr ab, wirb im Saale ber Gastwirtschaft Weisbrokh dahier, nach- ftehenbes Holz aus ben Distrikten 1b Rainbach, 11 Hardt unb 14 Schottenholz öffentlich meiftbietenb versteigert: 2870 265 rm Bu.-Scheit, 66 rm Bu.-Knüppel, 18 rm Ei.-Knüppel, 898 rm Bu.-Reiser. Salzböben, ben 8. Januar 1931. Der Gemeindevorsteher. Bodenbender. Holzversteigerung. Die Gemeinde Wißmar versteigert am Samstag, dem 17. Januar, von 9.30 Uhr vormittags an, bei Wirt Dillendorf aus Distrikt 3 Berghausen: Eiche: einen Stamm Nr.551 = 0,54 fm; 17 rm Rollen, 2 m lang; 64 rm Scheit und Knüppel. Buche: 571 rm Scheit und Knüppel, 679 rm Reiser. Distrikt 10 Maulsbach: Eiche: 34 rm Knüp- pel, 181 rm Stammreifer. Buche: 115 rm Knüppel, 859 rm Stammreifer. Lärche: 7 rm Knüppel. Distrikt 5 Wäldchen: Eiche: 105 rm Knüppel, 577 rm Stammreifer, Fichte: 6 Stämme = 1,11 fm, 3 rm Knüppel. 2650 Wißmar, den 8. Januar 1931. Der Gemeindevorsteher. Bittendorf. er -Versteigerung der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Für jeden Käufer gut ausgehalten unb gefetzt. Angebote unb Auswahl groß genug. Unabhängig von Wind und Wetter. Montag, den 19. Januar, wird in Stein- Saal zu Lich sämtliches Brennholz aus Höler, Schwarzwald, Fuchsstrauch, Kolnhäuserkopf, Schmerhütte, Erlesberg u. cu versteigert, unb zwar: rm Scheitholz; Buche 329, Eiche 53, Weich- unb Nabel- hol; 54 Knüppel: Buche 366, Eiche 176, Weich- unb Nabelholz 113; Stockholz; Buche 86, Eiche 46, Kiefer 7; Pfostenholzt Eiche (2,15 m lang) 43; Reisknüppel: Eiche 180, Weichholz 8, Fichte (Spalierholz, 1,55 m lang) 28; Reisholz (Wellen): Buche 7980, Eiche 750, Kiefer 230 (babei sehr gute Forstwellen). 2900 Beginn ber Versteigerung 9.15 Uhr (Scheitholz kommt zuerst). Dienstag, 20. Januar, wirb am Pflanzgarten in ber Meilbach (bei schlechtem Wetter in Hattenrod) sämtliches Brennholz aus Meilbach, Münchwald, Riedwald versteigert, unb zwar: rm Scheitholz: Buchs 235, Eiche 8, Weich- unb Nabelholz 139; Knüppel: Buche 277, Eiche (zumeist auf Pfostenlänge geschnitten) 176, Weich- und Nabelholz 156; Stockholz: Buche 93, Eichs 2, Fichte 13; Reisknüppel: Eiche 17, Fichte (Spalierholz, 1,55 m lang) 39; Schichthaufen 7; Reisholz (babei gute Forstwellen): Buche 7375, Eiche 1660, Ficht« (nicht aufgearbeitet) 860; Späne unb Abfallholz von zirka 350 Schwellen. Zusammenkunft (auf jeben Fall) 9.30 Uhr in ber Meilbach (Scheitholz zuerst). Rot unterstrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Vorherige Einsichtnahme bes Holzes empfohlen. Auskunft burch die Oberförsterei und bie Förster. Rundfunkanlagen aller Marken Ruhl, Plockstraße 12 Telephon 8l?0 ____________WL gut billig bequem Inventur-Ausverkauf! 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Die Goldpfandbriefe der Nassauischen Landesbank sind an den Berliner und Frankfurter Börsen jederzeit veräußerlich und bei der Reichsbank lombardfähig. Außerdem sind sie für die Anlegung von Mündelgeld in ganz Deutschland zugelassen. Ausgabe in Stücken zu 100, 500,1000, 2000 und 5000 Goldmark. Die Stücke sind sofort lieferbar und können durch sämtliche Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften sowie alle Niederlassungen der Landesbank selbst bezogen werden. Direktion der Nassauischen Landesbank* Diverse Artikel zu bedeutend ermäßigten Preisen I 107. Rabatt Markenartikel) E& JR ■ g R I *m Gießen ■ Bahnhofstraße 54 KOD6H MUlier s: Bis einschließlich 21. Januar dauert mein diesjähriger Eine kaufQeleQeiilieil-.dienichl-wiederkehrl! Um mein Riesenlager in Stricksachen zu räumen, trete ich mit Preisen auf den Plan, welche ein Tagesgespräch bilden werden. 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Das Wohlfahrtsamt sowie sämtliche Gießener Danken und die Bezirkssparlasse nehmen für die „Städtische Nothilfe 1930" Einzahlungen entgegen. Für die bisherigen Zuwendungen sagen wir an dieser Stelle Herz- lichen Dank. 282D Gießen, den 9. Januar 1931. Die Geschäftsstelle her SM. Aochilfe 1950. Obstkocher» Wurstkochen Futterdämpfer» Ausdämpfen von Kannen. Fässern. Bienenstöcken! Alfa-Dämpfer 12 Monats Ratenzahlung ALFA-LAVAL-SEPARATOR ß.L Berlin NW. 40 Döberirzer-Strasse 198 Beglaubigte Alfa-Vertretung: 8379 V Georg Lang,Garbenteich,Kr.Gießen Kurzgcschnlttenes MHz liefen 1490D Dampisägewepk Lollar B. Nubn. A. («. eeeeeeeeeeee Gummi-Ueberschuhe werden aut elektrovuikanischem Wege wie Neil repariert Vulkanisieranstalt WLhelm&AlbertRuhl 61 d "Südanlage 7 Schuhwarenhändler o. Schuhmacher erb. Rabatt Nr. 8 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, st). Januar 1951 Die Lösungen derWeihnachts-preisrätsel L S o ♦ 0 uC I u\r\k X / U |/ Puffelspiel. man — zur n< 32^0^03 iEMS BBB IQ Weg: Tony May, Oie Lösungen: Krcuzwurt-Lilbcnrätscl. Die Preise können von den Gießener Preisträgern vom nächsten Montag ab zwischen 16 u nd 1 7 Uhr auf der Redaktion in Empfang genommen werden: auswärtigen Gewinnern werden die Preise zugestellt. „Am Stillen Ozean". Helmut Bauer, Leihgestern, Wilhelmstraße 20: „Das goldene Knabenbuch". Liselotte Kimmel, Gießen: Marburger Straße 15: Ilse Manz, „Buntes Buch für kleine Leute". geringerer Zeitraum würde wohl nicht ratsam sein, da dann die Unterlagen für eine sachlich einwandfreie Prüfung kaum ausreichend sein dürften. Es wäre zu begrüßen, wenn die maßgebenden! Stellen sich gründlichst mit dieser Anregung beschäftigen würden. Don Interesse wäre es aber auch, aus beit Kreisen der Bürgerschaft zu hören, wie man dort unter Berücksichtigung aller wirtschaftlichen Bedingungen und Möglichkeiten einer solchen Umstellung über die künftige Gestaltung der Straßenbahnwirtschaft denkt. Rösselsprung. Säerspruch. Bemeßt den Schritt! Bemeßt den Schwung! Die Erde bleibt noch lange jung! Dort fällt ein Korn, das stirbt und ruht. Die Ruh' ist süß. Es hat es gut. Hier eins, das durch die Scholle bricht. Es hat es gut. Süß ist das Licht. Und keines fällt aus dieser Welt Und jedes fällt, wie's Gott gefällt. C. F. Meyer. Um das Gießener pädagogische Institut. Auf Anfrage bei der Gießener Stadtverwaltung erfahren wir folgendes: Die Stadtverwallung hat, im Hinblick auf die Auseinandersetzung wegen der Pädagogischen Institute in Darmstadt und Mainz, beim Ministerium für Kultus und Bildungswesen angefragt, wie es mit der im Frühjahr 1930 beschlossenen Errichtung eines Pädagogischen Instituts an der Landesuniversität Gießen stehe, zu der bekanntlich der Gießener Stadtrat eine Beihilfe von 100 000 Mark und Forderung durch Bereitstellung von Baugelände, Erlaß von Straßenbaukosten usw., zugesagt hat. Auf die Anfrage der Gießener Stadtverwaltung ist vom Ministerium für Kultus und Bildungswesen die Antwort eingegangen, daß vom Ministerium an der Errichtung des Gießener Instituts fcstgehalten werde, dar Vorhaben jedoch erst ausgeführt werden könne, wenn die Finanzlage des Staates es gestatte. Das Ministerium hat darum gebeten, die finanzielle Zusage 'der Stadt auch für einen späteren Zeitpunkt aufrecht. I zuerhalten. Haltsplanes dieses Betriebs — auch eine 21 en« derung beim Ansatz der Betriebskosten vornimmt. Man verrät kein Geheimnis, wenn man hier erwähnt, daß der gegenwärtige Preis von 17 Pf. je Kilowattstunde Strom, den Silbenrätsel. 1 Veilchen, 2 Indien, 3 Estragon, 4 Libelle, 5 Gamasche, 6 Linoleum, 7 UHIand, 8 Etagere, 9 Chinchilla, 10 Kaiser, 11 Import, 12 Marmor, 13 Neujahr, 14 Eidechse, 15 Unruh, 16 Etikett, 17 Nebel, 18 Januar, 19 Amethyst, 20 Hirschfänger, 21 Rubens, 22 Edison. Der Wunsch lautet: Viel Glück im Neuen Jahre. Krcuzwort-Rätscl. -- ----I0BB!----- Lotte Köhlinger, Gießen, Wetzsteinstrahe 34: Terborch, „Das Konzert" (Kunstdruck). Gerhard Eberle, Lollar, • Staufenberger Ebermann, „Sagen der Technik". Frieda Ze iß, Holzheim, Kellereigasse 5: Schumacher, „Nellys Kinder". Erich Pfeil, Gießen, Wolfstraße 6: Karl IBQBI "IB*0B . s k das Elektrizitätswerk seinem eigenen Teilbetrieb der Straßenbahn in Rechnung stellt, selbst unter Einschluß der Straßenbahnrerwaltungslosten, erheblich über der Selbstkostenbafis des 'Werkes liegt. Die Senkung des Preises für Stromabgabe an die Straßenbahn würde natürlich für den Betrieb des Elektrizitätswerks als solches eine gewisse Mindereinnahme bedeuten, die aber doch ihren Ausgleich finden dürfte in der zu erwartenden Mehreinnahme durch steigende Benutzung der Straßenbahn: im übrigen würde es sich hier nur um eine rein buchmäßige Verschiebung handeln, da ja beide Unternehmungen im Besitze der Stadt sind. Als greifbares und vorteilhaftes Ergebnis dürste von einer Neuorientierung der Preise im Sinne unseres Vorschlages zu erwarten sein, daß die Zuschußleistung zum Straßen- bahnbetrieb aus allgemeinen Finanzmitteln der Stadt künftig erheblich geringer fein wird als bisher, und daß auch^die Frequenz — im Jahre 1927 rund 1950 000 Personen, 1928 2 000 000 Personen, 1929 2 017 000 Personen, also hier im Vergleich zu dem kleineren Marburg mit 2 300 000 Fahrgästen eine relativ geringe Inanspruchnahme, die wohl in der Hauptsache auf den Fahrpreis zurückzuführen fein dürfte — für die Folgezeit steigen wird, womit die beste Gewähr für den Fortbestand des Betriebes und die Aufrechterhaltung sämtlicher <5 t re den gegeben wäre. Auf diese Weise könnte aus dem kommunalen Schmerzenskind Straßenbahn wieder eine annehmbare Erscheinung in unserer Kommunalwirtschaft werden. Wenn sich die berufenen Stellen vielleicht auch — was verständlich ist — nicht sogleich zu einer Umstellung dieser Art für alle Zeit entschließen können, so wäre aber doch wohl ratsam, die praktische Auswirkung einer solchen Maßnahme etwa für ein Vierteljahr Probezeit feftzustellen: ein Irmtraud und Gertrud Geiger, Nidda, Wilhelm- straße 2: Klipstein, „Eichhörnchen" (Driginalrabie- rung). Erich Planz, Watzenborn-Steinberg, Gießener Straße 33: Karl-May-Jahrbuch. Anneliese Sa hm , Gießen, Nordanlage 7: Clara Schelpcr, „Sporthansi am Start". Reinhard Volk, Gießen, Senckenbergstraße 451: Grey, „Der letzte der Präriejäger". Paul Görg, Stangenrod bei Grünberg: „Sahara. Durch Wüstensand und Sonnenglut". Auguste H e l w i g Gießen, Goethestraße 59 I: Spemanns Alpen-Kalender 1931. Erwin Schmidt, Gießen, Glaubrechtstrahe 14: „Mein Volk, die Sioux". Hans Ludwig Jung, Gießen, Licher Straße 74: Kalender „Sport und Körperkultur". Erich Pflüger, Mainzlar, Am Bahnhof: Scheid, „Schimmel" (Aquarell). August S ch ü z , Gießen, Wilhelmstraße 56 1: Beebe, „Im Dschungel der Fasanen". Helmut Baum, Watzenborn-Steinberg: O. v. Honstein, ,Mond Rak 1". Walter Melching, Forsthaus Haina, Post Rodheim a. d. Bieber: „Aus der Wildnis in den Zoo". Margot Kaufmann, Gießen, Schillerstraße 51: „Puppe Liescls Abenteuer". Otto Jung, Leihgestern, Bahnhofstraße 36: Starb May-Jahrbuch. Hans Becker, Gießen, Frankfurter Straße 4311: Salgari. „Hauptmann Tempesta". Lilli Keßler, Lang-Göns, Breitgasse 9: „Hirn pelchen und Pimpelchen". • Ernst Simon, Gießen, Crednerstraße 19: Karl May, ,Zn Mekka". Elfriede Geller, Bieber, Rimbergstraße 28: Schumacher, „Wie ich zu mcinef Puppensammlung kam". Erwin Bach, Butzbach, Taunusstroße 9: Mendel, „Im Zauberreich des Films". Gertrude Immel, Gießen, Beethovenstraße 8: Spemanns Natur-Kalender 1931. Hans Rinn, Heuchelheim, Gießener Straße 39: Freih. Grote, „Was sollen wir mit dem Jungen?' Helene Pfaff: Launsbach Nr. 4: „Das goldene Geschichtenbuch". Ludwig Schöck, Gießen, Goethestraße 351: Grey, „Männer der Grenze". Marie Jung, Leihgestern, Wilhelmstraße 7: Margret Kranz: Aquarell. Kurt Häuser, Gießen, Liebigstraße 15: H. von Müller, „Herrscher im Reiche der Technik". Irmgard Kissel, Garbenteich, Dorf-Giller-Straße 10: „Der Kinderfreund 1931". Gertrud und Elfriede V o l ck , Gießen, Gnauthstraße Nr. 18: Spemanns Foto-Kalender 1931. Erwin Keßler, Grohen-Linden, Fglltorstraße 11t „Das technische Jahr", Kalender für 1931. als mit der Elektrischen zu fahren! Weit vorteilhafter für . die Straßenbahn, aber auch nützlicher für die Bürgerschaft erscheint uns eine Tarif- gestaltung, die auf größte Popularität dieses Verkehrsmittels abzielt. W,r moch- ten deshalb Vorschlägen, nach dem Vorbild unserer Nachbarstadt Marburg auch hier einen Einheitspreis von 10 Pf. je Fahrt, gleich welcher Länge, einzuführen. Mit diesem Groschen-Fahrpreis hat man in Marburg bisher durchaus befriedigende Erfahrungen gemacht. Wie wir durch Erkundigung an maßgebender Stelle in Marburg hörten, ist die dortige Elektrische bisher mit ihrem 10-Pfenmg- Fahrpreis gut ausgekommen: man gibt dort sogar Duhendfahrkarten aus, bei denen 12 Fahrten 1 M k. kosten, gleich welcher Länge! Der Betrieb ist nicht zu einem Ballast für den städtischen Haushalt geworden, sondern er hat im finanziellen Ergebnis die Zufriedenheit der Bürgerschaft erlangt. Die Iahressrequenz der Marburger Elektrischen belief sich in den letzten Jahren durchschnittlich auf 2 300 000 Personen. Wir wollen nicht kurz und bündig sagen, daß das, was in Marburg möglich ist, ohne weiteres auch in Gießen durchführbar sei. Aber wir möchten doch empfehlen, an Hand des Marburger Beispiels sehr ernstlich und baldmöglichst zu prüfen, ob man in Gießen nicht auch den gleichen Weg der Tarifgestaltung bei der Straßenbahn beschreiten kann. Allerdings wird die Umstellung des Fahrpreises von der heutigen Höhe auf einen 10-Pf.-Einheitssatz zur Voraussetzung haben, daß man — zur richtigeren Gestaltung des Haus« Haltsplanes dieses Betriebs — auch eine Aen- Gießener Straßenbahtisorgen < Die wachsende Ungunst der allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse hat auch den Gießener Straßenbahnbetrieb in finanzieller Hinsicht stark beeinflußt. Wie die Stadtverwaltung in unserer Nummer 305 vom 31. Dezember 1930 mitteilte, hat sich bei dem Strahenbahnbetrieb bis zum 1. Nov. 1930 ein monatlicher Durch- s ch n i t tS zu s chu ß von rund 6600 Mark ergeben, der — falls keine Gegenmaßnahmen er» griffen worden wären — bis zum Ende des Nech- ; nungsjahres die Höhe von etwa 80 000 Mark er- । reicht haben würde. Nach dem Voranschlag ist aber für das ganze Rechnungsjahr dem Strahen- bahnbetrieb ein städtischer Zuschuß von rund 44 000 Mark bewilligt worden. Um dieser außerordentlich ungünstigen Gestaltung der Finanzlage , dcs Strahenbahnbettiebs entgegenzuwirken, er- , hielt die städtische Betriebsdeputation in der Stadtratssitzung vom 27. Dezember Vollmacht zur Anordnung von Maßnahmen, die auf eine Senkung der Ausgaben abzielen sollten. Ee- • stützt auf diese Vollmacht hat die Betriebsdepu- tation vom 1. Januar ab den Verkehr der Früh- und Spätwagen auf beiden Straßenbahnlinien eingestellt und ferner die Teillinie vom Marktplatz durch die Bahnhofstraße zum Bahnhof stillgelegt. Die Ersparnis aus dieser Maßnahme wird, auf täglich 80 Mark, für den Rest des Rechnungsjahres auf rund 7200 Mark berechnet. Diese Einschränkungen sollen vorläufig nur für den Rest des Winterhalbjahres 1930 31 gelten, für das nächste Etatjahr-sollen die Stadtverwaltung und die städtischen Körperschaften den Sachverhalt erneut prüfen und dann wieder beschließen. Bei einer kritischen Betrachtung der Beschlüsse der Betriebsdeputation kann man nicht umhin, festzustellen, daß sie vielleicht auf der einen Seite eine gewisse finanzielle Entlastung des Straßen- bahnbetriebs zur Folge haben werden, auf der anderen Seite aber für das Publikum und für ten weiteren Bestand des Cesamtun'ernehmens wenig Erfreuliches bedeuten. Durch den Fortfall der Frühfahrten ist namentlich einem großen Teil der in den Außenbezirken und in Nachbarorten wohnenden Arbeiter und Angestellten die erwünschte Fahrmöglichkeit mit der Elektrischen genommen worden, das Betriebsunternehmen selbst büßt aber diese Fahrgelder ein. Hinsichtlich des Spätabendverkehrs ist es, vom Standpunkte der Bevölkerung aus gesehen, ebenfalls bedauerlich, daß die Fahrgelegenheit im Anschluß an die Spätabendzüge nunmehr fortgefallen ist, obwohl man anderseits bei der Betrachtung des pekuniären Ergebnisses dieser Fahrten Verständnis für den Entschluß der Betriebsdeputation aufbringen kann. Am einschneidendsten für berechtigte Anlieger- und Geschäftsinteressen und für die künftige Betriebsgestaltung des Unternehmens ist aber die Stillegung derStraßenbahn- linie vom Marktplatz durch die Bahnhof st rahezum Bahnhof. Hierdurch werden Entfaltungsmöglichkeiten für die interessierte Geschäftswelt. aber auch für das Verkehrsunterr.eh- men unterbunden, die gerade im Hinblick auf die Zukunft besonderer Pflege bedürftig erscheinen. Man wird nicht bestreiten können, daß durch die Stillegung dieser Teilstrecke eine gewisse Abwanderung des Publikums vom Bahnhofstraßenviertel im Bereiche der Möglichkeit liegt, zum Nachteil der gegenwärtigen und künftigen Tätigkeit der dortigen Geschäfte: man wird wohl auch nicht fehl- gehen mit der Vermutung, daß durch das Nicht- befa^ren dieser Strecke im regelmäßigen Verkehr das frühere Ausmaß der Streckenunlerhaltung nicht mehr eingehälten werden kann und infolgedessen Einbuße am Material zu befürchten ist. Als selbstverständlich gilt, daß derartige Wirkungen von den entscheidenden Stellen nicht gewollt sind, tatsächlich aber dürfte mit diesen Folgen in weitgehendem Maße zu rechnen sein. Darüber hinaus erhebt sich aber nicht nur für die Verwaltung. sondern auch für alle Bürger unseres Gemeinwesens die ernste Sorge um den künftigen Bestand unserer Straßenbahn überhaupt. Bei der voraussichtlichen Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den nächsten Monaten und der dadurch stark beeinflußten Lage der städtischen Finanzwirtschaft ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, daß vom Beginn des nächsten Etatsjahres ab eine Zu» schuhleistung in dem bisherigen Umfange an die Straßenbahn nicht mehr in Betracht kommen kann, ja es vielleicht sogar fraglich ist, ob aus den allgemeinen Mitteln überhaupt noch eine Zubuße zu der Straßenbahn möglich sein wird. Wenn diese Frage, trotz allem Verständnis der Verwaltung und' der städtischen Körperschaften für die Förderung der öffentlichen Verlehrsinteressen unserer Stadt, verneint werden müßte, so würde damit die Stillegung des Gesamt st rahen- bahnbetriebs und infblgebeffen das Drach- liegen bedeutender Werte in dem Straßenbahn- material, außerdem aber eine weitere Verstärkung der Arbeitslosigkeit zur bedauerlichen Tatsache werden. Wie einer solchen Entwicklung vorzu- beugen fein wird, ist eine Ueberlegung, die anzustellen alle Mitarbeiter an den kommunalen Aufgaben sjch zur besonderen Pflicht machen sollten. Dabei wird man unter Umständen auch vor grundlegenden Aenderungen in der bisherigen Wirtschaftsweise nicht zurückschrecken dürfen, im übrigen aber wird man möglichst bald zu Entschlüssen kommen müssen, damit nicht erst in allerletzter Stunde die Entscheidung übers Knie gebrochen werden muß. Nach eingehender Ueberlegung des Für und . Wider in dieser bedeutsamen Angelegenheit möchten wir vor allem empfehlen, mit der bisherigen Tarifpolitik Schluß zu machen. Schon seit langer Zeit hat sich immer deutlicher gezeigt, daß die Steigerung des Fahrpreises zu einer zunehmenden Abwanderung des Publikums von der Straßenbahn führte. Diese Entwicklung der Frequenz wurde für einige Zeit unterbrochen, als man dazu überging. Fahrscheinheftchen zu 80 Pf. für 6 Fahrten auszugeben, wobei die Einzelfahrt auf rund 13 Pf. kam. Solange dieser Modus galt, konnte man stärkere Inanspruchnahme der Elektrischen beobachten. Nach der vor zwei Wochen durchgeführten Beseitigung der Halbdutzendfahrten für 80 Pf. und ihrer Ersetzung durch 5 Fahrten zum gleichen Preise, was gleichbedeutend ist mit einer Fahrpreis- erh ohung. trat die rückläufige Tendenz in der Benutzung der Elektrischen wieder mehr zutage. Selbst bei dem sehr schlechten Wetter um die Zeit der Jahreswende zogen es die Bürger vor, auf Schusters Rappen durch die Straßen zu ziehen, H00l IBQB! Q»E3 Unseren Gruß zuvor an alle Rätsellösex.und Rätsellöserinnen! Nachdem nun endlich die Prüfung sämtlicher Gin» endungen erledigt und die Preisverteilung abge» chlossen ist. dürfen wir sagen, daß das Ergebnis unserer diesjährigen Weihnachts-Preisrätsel für Kinder sehr zufriedenstellend ausgefallen ist: die überaus lebhafte Anteilnahme, welche die vorhergegangene sjreisaufgade für die großen Leute gefunden hatte, cheint sich auch auf die Kinderrätsel ausgedehnt zu haben: jedenfalls wurde in diesem Jahre rein zahlenmäßig das weitaus günstigsteErgebnis aller bisherigen Ausschreibungen erzielt: mit insgesamt 125 Einsendungen hält das Preisausschreiben 1930 einstweilen den Rekord: wir hoffen aber, daß er in diesem Jahre, zu Weihnachten, abermals überboten wird. Auch qualitativ ist das Ergebnis durchaus erfreulich: aus der Gesamtzahl der Einsendungen brauchte nur ein geringer Prozentsatz wegen fehlerhafter oder unvollständiger Ergebnisse ausgeschieden zu werden. Der größte Teil war völlig fehlerlos. Die meisten Schwierigkeiten hat den jungen Lösern nicht etwa, wie wir eigentlich angenommen hatten, das Pusselspiel bereitet; das ist ohne Ausnahme glatt bewältigt worden. Vielmehr der Rösselsprung, den manche eingestandenermaßen nur nach langem Kopfzerbrechen und vielem Hin- und Herhüpfen ausgeknobelt haben; andere sind an sich richtig „gesprungen", haben aber die einzelnen Vers-Teile des ganzen Gedichtes nicht richtig zusammengesetzt; und wieder andere haben es gar nicht geschafft. Aber das sind die wenigsten. Auch Kreuzwort-, Silhen- und Kreuzwort-Silben- rätfel sind fast durchweg richtig geraten worden. Beim Rösselsprung ist uns leider der elende Druckfehlerteufel ins Gehege gekommen und hat eine Silbe verpfuscht; aber die meisten Rätselrater haben es noch vor unserer Richtigstellung von sich aus gemerkt und stillschweigend in Ordnung gebracht. Mehrere junge Löser und Löserinnen haben uns auch mit luftigen Reimen und gemütvollen Ansprachen an den Rätselonkel besonders erfreut. Eine Uebersicht über die nahezu h u n d e rt richtigen Lösungen — von denen über ein Drittel mit Preisen ausgezeichnet werden konnte —, ergibt, ähnlich wie in früheren Jahren, daß im ganzen die Beteiligung der Knaben zahlreicher war als die der Mädchen; von den Knaben wiederum erwies sich die Beteiligung in den Landbezirken stärker als in Gießen, während bei den Mädchen Stadt und Land sich zahlenmäßig genau die Waage hielten. Diese Verhältniszahlen sind bei der Preisoerteilung zugrunde gelegt worden unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Alters der Einsender und Einsenderinnen, das überwiegend zwischen 12 und 16 Jahren liegt. Es war, wie Ihr Euch denken könnt, keine Kleinigkeit, die in den letzten Tagen immer mehr anwachsenden Briefstapel zu sichten, Stück für Stück und Wort für Wort durchzuprüfen, zu sortieren nach Stadt und Land, Buben und Mädels — und endlich bei der Preisverteilung mit Geschick und Talent zu Werke zu gehen. Es gibt, wie alle Jahre, Bilder, Bücher und Kalender für die glücklichen Gewinner; wir hoffen sehr, daß wir allenthalben das Rechte getroffen ha- ben und unseren jungen Freunden mit den Preisen eine Freude bereiten. Sämtlichen Einsendern danken wir herzlich für ihre Mühe — alle, die diesmal leer ausgehen muhten, laden wir heute schon ein zur Beteiligung am Preisrätsel 1931 und wünschen ihnen im voraus viel Glück dazu! Oie Preisträger: ta t\t\a J u 6<-; Wirlschast. Holzversteigerungs - Termine. Montag, 12. Januar: Versteigerer: Marktvorstand Grüningen°Dorf- ®üIL Dcrsteigerungsort: Turnhalle zu Gruningen. 9,30 Ahr. Versteigerer: Graf zu Solms-Laubachsches Forstamt Laubach. Dcrsteigerungsort: Turnhalte zu Freienseen. 10,30 Ahr. Versteigerer: Fürstliche Oberförsterci Lich. Versteigerungsort: Kreisstraße Rieder-Bcssingen, Langsdorf, Waldcingang. 10 Ahr. Sprunghasteei Steigen -er Arbeits- losigkeit in Hessen und Hessen-Nassau. OSÖQl. Frankfurt a. M., 9. Jan. Während der letzten Dezemberhälfte stieg die Arbeitslosigkeit sprunghaft um 20 751, oder 8 2 Prozent, auf 27 4 255 Arbeitsuchenden an. An Angelernten (Lohnarbeit wechselnder Art) sind jetzt 50 000 Arbeitslose gemeldet, darunter über 16 000 Vauhilfsarbeitcr. Don den Saisonberufen belasten den Arbeitsmarkt ferner besonders stark das Baugewerbe (mit 37 363 Arbeitsuchenden), die Steinindustrie (18 346) und das Derkehrsgewerbe (13 016). Aus der Landwirtschaft sind 7448 Arbeitsuchende gemeldet. In anderen Derufsgruppcn sind vorhanden: aus dem Metallgewcrbe 48 432, Holzgewerbe 15 686, Bekleidungsgewerbe 14 194. und aus den An- gestelltcnberufen insgesamt 22 412 Arbeitsuchende. In der Gruppe Rahrungs- und Eenußmittcl- gewcrbe schnellte die Zahl um 2504 auf 8493 hinaus: vornehmlich durch die Entlassungen infolge der Erhöhung des Tabakzolles. In der Arbeitslosenversicherung standen am 31. Dezem- der 126 850, in der Kriscnfürsorge 38 924 Haupt- Unterstützungsempfänger. Das sind 13 560 bzw. 3281 mehr als am 15. Dezember und 15 724 bzw. 25 174 mehr als vor einem Jahre. Kundenwerbung amerikanischerBanken Kundenwerbung amerikanischer Danken (Financial Advertising) ist der Titel eines vor kurzem von der Verlagsbuchhandlung Leopold Weiß, Berlin-Wannscc, herausgebrachtcn Werkes von Carl Hundhau'en, Dipl.-Kaufmann, Dr. rer. pol., (Mark 42.—, 360 Seiten), das in der deutschen Bankwelt größte Beachtung verdient. Wenngleich die enschlägigen Verhältnisse in Deutschland wesentlich anders liegen als in Amerika, so zeigt doch der Verfasser Wege, die bei entsprechender Einschränkung auch in Deutschland beschritten werden tonnten. Abgesehen von Anzeigen in den großen Handelsblättern deuten nur vereinzelte Anzeigen in deutschen Tageszeitungen darauf hin, daß deutsche Banken und Finanzinstitute die Bedeutung der Reklame ebenso erkannt haben wie die amerikanischen. Das Buch verrät eine gründliche Kenntnis der Mentalität und der Werbemethoden in Deutschland unö Amerika. So sagt der Verfasser u. o.: .. 3n einem Falle sieht man nur auf das Ausgeben und im anderen nur auf den „return“, auf das, was die Ausgabe hereinbringt und aufbaut", und an anderer Stelle heißt cs: »Das Erziehungsmotiv, das in der deutschen Bankwerbung weniger beachtet wird, steht bei allen Veröffentlichungen amerikanischer Banken besonders stark im Vordergrund." Das mit Abbildungen amerikanischer Wcröedrucke reich ausgestattete Werk hat durchaus praktische Bedeutung sowohl für den Bank- wie auch für den Zeitungsfachmann. Es ist erstaunlich, wie weit die Amerikaner auf Grund von langjährigen Erfahrungen in der Kundenwerbung gekommen sind. Immer wieder kann man feststellen, daß trotz gedruckter, geschriebener und gesprochener Werbung bezeichnenderweise der Hauptteil doch auf das Inserat entfällt, und zwar wegen seiner größeren Reichweite. Rach Hundhau'en haben sich bei der damit erreichten Publizität Embleme und Schlagworte herausgebildet, deren Werbewert sich erwiesen hat. Diese Embleme haben für viele Banken Amerikas eine solche Bedeutung, daß sie sie als allein'gen Inhalt für ein Inserat wählen. Der Fachmann wird das Buch nur ungern aus der Hcmd legen, denn interessant und lehrreich sind die eingehenden Schilderungen der amerikanischen Werbemethoden und des Dienstes am Kunden". Es ist leider nicht möglich, im Rahmen einer Zeitungsbesprechung d'e einzelnen 2lb- handlungen d?s viel'eit'gen Inhaltsverzeichnis es so ausführlich zu würdigen, wie sie es verdienen. Das Buch von Hundhausen wird jedenfalls be- fruchtend auf die deutsche Bankwerbung wirken. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die Börse eröffnete das neue Jahr im allgemeinen nur wenig verändert, unterschied sich icdoch darin vom Schluß des Vorjahres, daß die gefürchteten Auslandabgaben fast zum Still st and gekommen find. Eine Belebung des Geschäftes ist allerdings auch nicht cingetreien. da das Interesse des Publikums nach wie vor ganz gering ist. , Der Verlauf dieser Börsenwoche zeigte starke Schwankungen, wobei sich die etwas festeren und anderseits wieder schwachen Börsentage ziemlich die Waage hielten. Anregend wirkten einerseits die etwas festeren Auslandbörsen und der leichte Geldmarkt, da der Monat Januar meist die Üblichen Rückflüsse bringt. Auf der anderen Seite lagen stark verstimmende Momente vor. So wurde die Börse gleich zu Beginn des neuen Jahres von den wilden Streiks im Ruhrgebiet überrascht. Lohnkämpfc setzen bei den gegenwärtigen labilen innerpolitischcn Verhältnissen die Wirtschaft wie die Börse einer schweren Belastungsprobe aus. Man rechnet jedoch damit, daß beide Parteien unter dem sausten Druck der Regierung wohl auf einen Schiedsspruch auf mittlerer Basis hinarbeiten werden. In bezug auf die bevorstehenden außenpolitr- schen Verhandlungen in Genf hegt man starke Bedenken, und daher war auch die Zurückhaltung der Spekulation, wie überhaupt der an der Börse interessierten Kreise zienlich groß. Der Schluß der Woche brachte überwiegend ungünstige Rachrichten. Ein Artikel der „Times", j)er Deutschland Zurückhaltung in der Aufschub» frage empfiehlt, verstimmte ebenso wie der starke Kursrückgang der Svenskaaktien und der dividendenlose Abschluß bei Bemberg. Die Abgaben kamen namentlich von der ausländischen Arbitrage. Auch die Streiks in Oberschlesien wirkten retardierend, nachdem man über die etwas günstigeren. Ruhrverhandlungen befriedigt war. Eine Ausnahme machte der festverzinsliche Ma.kt, der infolge der leichten Geldmarktlage eine ausgesprochen feste Haltung zeigte. Desonde.s Goldpfandbriefe undLiq.i ationsp andbriefe standen im Vordergründe des Interesses. An den Aktienmärkten war das Geschäft nicht groß. Kleine Deckungen hoben zwar den Kursstand in den meisten Werten, do-ß liegt das Eesamtniveau immer noch matt. Stark rückgängig lagen vor allem Svenska, die mit 232 Mark pro Stück einen neuen Tiefstand er eicht haben. Der Verlust gegenüber der Vorwoche beträgt fest nahezu 50 Mark. Farbenaktien unterlagen mehrsachen Schwankungen, blieben aber gut behauptet. In Montanpapieren nahm das Geschäft keinen größeren ülmfang an, da die Streiks im Ruhrgebiet und in Oberschlesien ein Hemmnis für eine Aufwärtsbewegung bildeten. Elektropapiere konnten sich überwiegend etwas erho'ei. Kaliaktien kaum verändert. Schifsahrtswerte standen weiter unter dem Druck von Positionslösungen für ausländische Rechnung. Kunstseideaktien lagen gegen das stark ermäßigte Dorwochenniveau nur noch mäßig niedriger. Ilnter den Bankaktien hatten Reichsbank auf ausländische Käufe, Hypothekenbanken und die D.-Banken meist erhöhte Kurse zu verzeichnen. Der Geldmarkt liegt sehr leicht. Am Devisenmarkt zeigte die Mark eine rückläufige Bewegung während der Franken auf die Diskontsenkung der Bank von Frankreich ebenfalls recht schwach lag. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Der Frankfurter Getrridemarkt eröffnete das neue Jahr im allgemeinen in wenig veränderter Haltung, wenn auch ein etwas freundlicherer Grundton nicht zu verkennen war. Die Stimmung war etwas fester, doch beschränkten sich die ülmfätze weiter nur auf das notwendigste. Der einzige Artikel, der in dieser Woche etwas lebhafteres Geschäft verzeichnete, war Weizen, für den auf weitere Käufe der Mühlen ein Preisgewinn von 6,50 Mark eintrat. Roggen war weiter nur mäßig angeboten. Das Geschäft konnte sich aber nicht beleben: der Preis b'ieb gegen die Dorwoche unverändert. Gerste wurde bei zunächst unveränderten Preisen weiter von Drauereiseite aus dem Markt genommen. Gegen Wochenende drückte jedoch etwas stärkeres Angebot auf den Markt, so daß ein Rückgang des Preises um 2,50 Mark pro Tonne erfolgte. Hafer bei kleinen Umsätzen stetig. Am Mehlmarkte konnte sich gegen Ende der Woche noch etwas lebhafteres Geschäft entwickeln. Äe Preise wurden in der Derichtswoche von der Mühlenkonvention im Einklang mit der festen Haltung des Weizenmarktes dreimal um je 0,25 Mark erhöht. Roggenmehl war in den Forderungen unverändert. Das Geschäft war sehr gering. Futtermittel hatten bei stetigen Preisen unvermindert kleines Geschäft. Am Kartoffelmarkt hat die Rachfrage weiter etwas zuge- nommen, so daß gegen die Dorwoche ein wesentlicher Preisgewinn zu verzeichnen ist. In Saatkartoffeln bekundete dos Ausland noch etwas Rachfrage, während vom Inland keine Abrufe mehr erfolgten. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen in Mark (für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilogramm): Weizen 275 bis 276,50, Roggen 177,50, Sommergerste 215, Weizenkleie 8,75 bis 8,90, Weizenmehl, südd. 41,50 bis 42,50, do. niederrhein. 41,25 bis 42,25, Roggen- mehl 26,50 bis 27,50, Roggenkleie 8,60 Kartoffeln per Zentner: Industrie hiesiger Gegend 2,20 bis 2,50. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt stand in dieser Woche im Zeichen stark erhöhter Auftriebe. Der Handel war infolgedessen aus allen Märkten langsam, bei Schweinen sogar schleppend, so daß größere üleberstände verblieben. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb mit 1508 gegen 1299 in der Dorwoche erheblich stärker. Das angetriebene Dich war von mittlerer Qualität. Rach sehr ruhigem Handel verblieb äleberstand. Die Preisrückgänge betrugen bei Ochsen, Dullen und Färsen 2 bis 3 Mark, während Kühe unverändert blieben. Die Exportbeteiligung war in dieser Woche mit 40 Proz. recht schwach. Auch auf dem Schweine markt war die Beschickung wieder unnormal. Die Folge war, daß bei sehr schleppendem Geschäft großer äleber- ftand verblieb und die Preise Abschwächungen bis zu 6 Mark erfuhren. Am Rebenmarkt lag der Handel vollkommen darnieder Kälber hatten ebenfalls bei ruhigem Handel Preisrückgänge von 2 bis 5 Mark, wobei die Konkurrenz von Wild und Geflügel weiter ein- wirkte. Schafe wurden bei nur leicht nachgebenden Preisen etwas lebhafter gehandelt. Der Auftrieb war auch hier mit 454 gegen 193 in der Dorwoche recht stark. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 50 bis 54, a2) 45 bis 49, b) 40 bis 44. Bullen a) 49 bis 53, b) 44 bis 48. Kühe a) 42 bis 45. b) 35 bis 41, c) 30 bis 34. d) nicht notiert. Färsen a) 50 bis 54, b) 45 bis 49, c) 40 bis 44. Kälber b) 68 bis 74, c) 62 bis 64, d) 56 bis 61. Schafe al) 45 bis 48, b) 38 bis 44. Schweine a) 60 bis 62, b) 61 bis 63, c) 61 bis 64, d) 61 bis 63. e) 60 bis 62, f) nicht notiert, Sauen 48 bis 55. Frankfurter Börse. Frankfurt o. M., 10. Jan. Tendenz: geschäfts. los. Auch die Wochenschlußbörse eröffnete ohne Erholung. Unter dem Eindruck überwiegend schwächerer Auslandbörsen und der vollkommenen Order- lofigfeit ergaben sich in der Mehrzahl kleinere Abschwächungen. Das Geschäft zu den ersten Kursen war außerdem gering. Retardierend wirkte die weitere Unsicherheit hinsichtlich der bevorstehenden Genfer Verhandlungen. Die Tagesspekulation schritt daher zu kleinen Abgaben, so daß sich gegen die gestrige Abandbörse Kursrückgängebiszu 1 v. H. ergaben. Am Schiffahrtsaktienmarkt setzten sich die Abschwächungen wegen der Dividendenbefürchtungen weiter fort. Sowobl Hapag als auch Norddeutscher Lloyd eröffneten 1 o. H. niedriger. Man war verstimmt, daß die Verwaltung bisher noch keine Erklärung hinsichtlich der Gerüchte herausgegeben hat. Bis zu 1,5 v. H. schwächer eröffneten außerdem I.-G.-Farben, Deutsche Linoleum und Montanaktien. Am Markt der Kunstseideaktien konnten sich Bemberg erneut um 1,5 v. H. erholen, dagegen verloren Aku 1 v. $). Von Bauunternehmungen lagen Holzmann um den Bruchteil eines Prozents höher, während Zement Heidelberg und Wayß & Freytag bis 1 v. H. nachgaben. Bankaktien lagen meist etwas niedriger. Nur Barmer Bank setzten etwas höher ein. An den übrigen Märkten bröckelten Deutsche Anleihe weiter ab. Von Auslandrenten blieben Anatolier uni) Rumänen behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag weiter kaum verändert, Kurse ruhig. Im Verlauf bewirkten kleine G l a t t st e l - lungen der Spekulation ein weiteres Nachgeben der Kurse um etwa 1 v.H. Die starke Geschäftslosigkeit hielt weiter an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 v. H. unverändert. Erste Adressen 6 v. H., zweite Stellen 7 v. H. Der Devisenmarkt war weiter sehr ruhig. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2046, gegen Londpn 20,41, London gegen Kabel 4,8546, gegen Paris 123,75, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 45,75, gegen Schweiz 25,0550, gegen Holland 12,0613. Berliner Börse. Berlin, 10. Jan. Die Geschäftslosigkeit zu Beginn der heutigen Wochenschlußbörse war kaum zu überbieten. Schon in der Vorbörse hatte sich die ft a r t c Unsicherheit gezeigt, die auch im Vei> laufe anhielt. Verstimmend wirkte vor allem das Einlegen von Feierschichten im Ruhrbergbau infolge der dauernden Absatzschwierigkeiten, man sprach von Dividendenreduktionen bei verschiedenen Gesellschaft ten usw. Svenska konnte sich um 2 RM. befestigen, während Aku 2,5 v. H. auf die Dividendenreduktion bei Courterlds verloren. Schiffayrtswerte, besonders Hamburg-Süd und Hansa Lloyd, waren bei stärkerem Angebot weiter schwächer. Vogel Draht, bei denen mit dem Ausfall der Dividende zu rechnen fein dürfte, schwächten sich um 3 v. H. ab. Die erneute Ermäßigung des Kupferpreises von 10,55 Cents auf 10,30 Cents wirkte sich kaum aus. DtiTorfingen um den Bruchteil eines Prozents zurück. Von deutschen Anleihen war Neubesitz wieder 0,13 v. H. schwächer und erreichte mit 4,90 v. H. einen neuen Rekordtiefstand. Von ausländischen Renten schwächten fick Mexikaner stark ab. Der Pfandbriefmarkt war noch unübersichtlich. Geld war bet unveränderten Sätzen eher eine Kleinigkeit leichter. Tagesgeld nannte man mit 3 bis 5 v. H., Monatsgeld 6,25 bis 7,50 o. H., Warenwechsel 5,40 v. H. Im Verlaufe wurde das Geschäft v ö l l i g ft U L Nur in einigen Werten kamen Umsätze zustande. Die Kurse gingen daraufhin erneut etwas zurück. Chadeaktien wurden vorzeitig 1,5 v. H. schwächer notiert. Westeregeln 2 v. H. niedriger. Am Farbenmarkt herrschte in Erwartung des Berichts für das letzte Vierteljahr ziemlich starke Zurückhaltung. Die Kurse gingen 0,5 v. H. zprück. Norddeutsche Wolle, die schon anfangs schwächer lag, verloren im Verlauf erneut 1 v. H. Strafkammer Gießen. * © i e e n , 9. Jan. Am 16. Februar 1926 hatte ein aus dem benachbarten Preußen stammender Pferdehändler auf dem Friedberger Pferdemarkt einen Fuchs angeblich für den elterlichen Betrieb gekauft und nach wenigen Tagen wieder verkauft, da er inzwischen angeblich krank geworden war. 200 Mark hatte er anbezahlt, 500 Mark b ieb er schuldig, obwohl er bei dem Weiterverkauf bares Geld erhalten hatte. Am 17. Februar 1926 kaufte er bei einem Landwirt in de: Rähe ein zweites Pferd, ebenfalls angeb ich für die cl'erlidje Landwirtschaft, verbrachte es aber zum Weiterverkauf nach Frankfurt, weil es sich als so störrisch erwiesen habe, daß er es für sich nicht brauchen könnte. Dort holte es am nächsten Tage der Verkäufer wieder ab. Wegen Betrugs angellagt, war er von dem Amtsgericht Bad-Rauheim mangels ausreichenden Beweises frei gesprochen worden. Rach umfangreicher Beweis a snahire er- urteilte ihn, der eben vier Jahre Gefängnis wegen ähnlicher „Pferdehändel" verbüßt, bie Strafkammer in dem ersten Fall wegen Betrugs zu zwei Monaten Gefängnis. Sie hielt für festgestellt, daß er von Anfang an in die e.n Fall betrügerische Absichten hatte. In dem zw'i.en hielt sie dies nicht für völlig einwandfrei nachgewie en und verwarf insoweit die Berufung der Staatsanwaltschaft. Ein Kaufmann hatte einen Strafbefehl wegen einer jlebertretung bekommen und dagegen Einspruch erhoben. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht in der Provinz war er ersch e- nenl der Termin mußte aber vertagt werden. In der zweiten Verhandlung erschien er nicht: das Amtsgericht verwarf deshalb seinen Einspruch, weil er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen sei. Hiergegen verfolgte er Berufung. Verteidigung und Staatsanwaltschaft waren sich darüber einig, daß das Urteil au'zuheben und d e Sache an das Amtsgericht zurückzuverweisen fei. Die Strafkammer war derselben Auffassung und erkannte demgemäß. Auch nach der Meinung des Berufungsgerichts trifft d'e dem älrfeil ie3 Amtsgerichts zugrunde liegende Bestimmung des Paragraphen 412 Abs. 1 StPO, nur den Fall, daß der Angeklagte in der ersten Hauptverhandlung ausbleibt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 d. Sy, Lombardzinsfuß 6 d. 3). ^ranttun a. Ul. ZJeriin ".tranlfun u. JM. Berlin e-chiuß- l'Uhr. Schluß^ Ansa g» Schnitz-l l'Uhr« Schluß». Slnlang» turt flur1 fur> | flurd furt I fl rei . fürs | Hur# Dalum 9.1. 10.1. ! 10.1. Datum 9.1. | 10.1. 9.1. | 10.1. 6% Steuhdie Rtichsanlrihe vamvurg-ÄmerUa Pater . . . '< 60 59 59.5 59,5 »on 1927 ......... 85 —- 85 — Hamburn-Südam. Dampfschiff. S — — 136,75 1 134 7% Deutsche Reichsanleche Hama Dampfschiff.....10 — — 111.75 109 von 1929.......... 100,5 _ 100,75 _— tRorbbeuheber Llobd.....S 60,25 59,5 60.4 60 r-uHÄe AnI>Ablöi.-SchuId mtl Allgemeine DeuticheTrrditanst. 10 99 — 98,25 98.25 Ausloi.-Rechten....... 52,5 52,3 52,6 52,5 Barmer Bankverein .... 10 101 101 101 101 Desai. ohne Auclos.-Rechte . . 4,95 4,85 5 4,9 Berliner HandelSgelellfchast . 12 120 —— 120,25 120,25 8% Hell. Bolk-swat von 1929 (Sommer^ und Prival-Aank. 11 111 110.5 111 110,25 Hohlb. 102%)...... 89,5 —— 89,5 — Darmstädter und Nationalbank 12 144 — 143,5 143,5 Clnbilicn Vrovtw,. Anleihe mit Deutsche Bank unb Aurloi^R-wien ...... 50 -— — — Ttsconw-Gesellschaft, ... 10 110 —— 110,13 110 Deutsche ftomm. Sammelabl. Dresdner Bank......10 111 110,5 111 110,5 Anleihe Serie 1...... 50,25 - - - 50,13 — Neichsbant..... 12 235,25 235,75 235 8% Kranfl. Hnp.-Ban» Goldpfe 90,75 XIII unfünbbar btt 1934 . . . 7% Rrantf. Hvv^Bcml Soldpsr 99,75 .. ■ — A.S.G............b 91 91,13 91 Bergmann.........9 — 104,5 92,5 __ — ■ chleltr. Lieserungögeielllchaft. 10 Licht uno Kratt......10 90,5 101,5 89 88,25 Rbcmilche Hnp.-Bank —- 101 98.5 88,75 __ - - - gelten & Guilleaume . . . 7J4 GeteUjchatt für Elektrische _ 75,25 78 8% Pr. LcmveSpinndbriesanltalt, Psnnkdri^sr R 1 O ..... 100 97 100 97 Unternehmungen .... 10 Hamburger (Siehrbltät&SBetie 10 ilib.'inlidte Elektrizität .... 9 91,4 90,5 8%" •jjr Landesp> anobriefauklaü, Lomm^Lbi. R.S9...... _ 113 —• 104.4 113,25 7% "ür. Landesv'anbbriefanstaU, Schlcitiche Elektrizität. ... 10 — 99,25 98,25 97 97 Gdnidcrt & (So. ...... 11 Siemens & HalSke ..... 16 108 145,5 108,75 146,25 107,5 145 8.8.®. obg. B orrnegi-Obligatio. 14? 1 Iranerabio.........8 123 vabm-ner &Co.......10 113 — 113 - 4°X> Oesterretchtsche Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Silberrente 26,4 2,25 _ — — Buderus .......... t Deutlche Erdöl ....... ^ 46 57,5 45,25 58 58 4% Oeiterreichiichs Einheitliche Essener Steinkohle ...... - Geilenkirchener....... 80.5 73,5 79,9 75 79 54,65 4% Ungarische Soldrente . . - - 21,75 •— 22 _ — 4% Unoariidie Staatstente v. 1910 17,1 - 17,5 — tioeith eilen........6V, 61.75 4%% beißt oon 1919..... — — 18.13 —— Qifc Bergbau ....... 1' 162 164.5 — 4% Unpariiche ttronenrente . . 1,35 —— 1,35 1.45 Klöcknerwerke ...... 54,5 54,5 55 54,5 4% Tbriische Aoll-mleche von 1911 3,1 — 3,1 3,1 ßäln^cucllcn........ 67,25 4% Türkische Bagdadbahrt-Anl 3,05 Mannermunn-Röbren . • . . 59,75 1 — 61 60,13 1.......... 3,1 3,1 _ Nirmslelder Bergbau .....’ ObcridileL Ghenbebarf . ... t Oberlchlol. Kolswerks..... 33.5 33 • 65,5 4% heigl. Serie I)....... 3,05 3,iS 5% Rumänische vereinh. Rente 1 — 65 von 1903 . ...... . 3,05 ___ s _ Bbönir Bergbau...... cy Rbeinstche Braunkohlen . . 1( 56 148 56,4 147.75 55,5 147,5 Siumäutschs veredch. RenU 1 - von 1913......... 4% Rumänische veredch. Rente 13,13 13, V- 13,3 13,3 Rheinstahl..... . . . i 66.5 — 66,25 66 6,85 6,3 6,85 — 1 - t — Ifrranliurt a.1 Berlin Bantno len. Schluß. turs l.Übr. 1 Kurs | Schluß-1 Llnsang« iin, h . junuar 4,185 4,205 58,33 58,57 Datum 9.1. 10.1. 9.1. 10.1. 111 .91 112,35 Eng'ische Roten..... flranzöiische Noten . . • ... 20,367 16.443 20,447 16,503 163.47 22,04 112,34 59,13 2,50 58 _ 58 58 LtaviÄitnen......16’/. Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Talzdetsurth ... 15 31.5 128 134,5 196 — 31,75 128,5 136 196,75 31 J5 195,25 Holländische Noten....... Malienilche Noten........ Norwegilche Noten....... Teutich-Oesterreich, 6 100 Schilling Rumänische Noten....... 1b8,79 21,96 111,90 58,89 2,48 Schwedische Noten . . . . 12,13 112,57 I. G. Narben-Industtte . . . 12 124,75 124,4 125 124,5 Schweizer Noten..... 81,39 81,71 Dhnamit Nobel..... 6 — — — — Spanische Noten..... 44,61 44,79 130,5 35 _ _ _ Sririii'rhnjInmtinL'fif’ Roten. 12,40 12.46 Goldschmidt ........ 5 35,4 36,5 — Ungarische Noten 73,19 73,49 ROtgerSwerke ........ 6 Metallgeieslschast. ...... 8 43,75 67,5 — 43,5 67,5 43,25 68 Devisenmarkt Berlin — Jtanffur t .m. Dhtlivp Hol,mann......'< Zementwerk Heidelberg . . 10 70 70,5 69,75 69,75 9 ganuar 10. Januar 71 70 Amtliche Noilerung Amtliche Notierung Cementwerk Karlstadt. ... 10 40 39,5 — Brief Geld zmef Maqb & Freytag......8 41 Amst.» Rott. 169,02 | 169,36 169,06 169,40 Eckulchett Patzenhoser ... 15 — — 147,75 146 Vuen.-Aire» Bril.-AntM- 1,303 58,575 | 1,307 58,685 1,289 58,555 1,293 58,575 Cflroerfe.........12 — — 125,5 — 112,24 112.46 112,25 112,47 Aku..... 18 52,6 — 54 51.5 112,22 112.44 112,24 112.46 Bemberg..... 14 Zellstosf Waldhof .... 13'/, 45 — 43.75 45,75 Ciockholm . HelüngforS. Italien. . . 112.39 112.61 112,40 112,62 90,75 — 90,5 90 10,567 10,587 10,57 10,59 Zellstoff Aschasseuburg ... 12 —- —— 71 — 21.98 22,02 21,98 22-02 Charlottenburger Wasser ... 8 — — 79 — London. . - Neuyork .. Paris.... 20,391 20.431 20,391 20.431 Dessauer .............9 — 102,25 4,2005 4,2085 4.2005 4,2085 Daimler Motoren ...... O 22 — 21,75 21,65 16,47 16.51 16,473 16,513 Deutsche Linoleum ...... 100 99 100,75 99 Schweiz .. 81,33 81,55 81.38 81,54 Maschinenbau A.-G. ..... O — 30 — Sva den . . 44,89 44,97 44,26 44.34 Rat. Auwmobil ....... O — —- — Japan . . . Wo de Jan. 2,080 2,084 2.081 2,085 CtcnflJn & Koppel.....6 — 41,25 — 0,366 0,388 0,388 0,390 Leonharv Tietz ...... 10 101 —— 102 101,5 240 Uten in D-- 59,05 59,17 Svenrka........... 238 — 238 Ceft. abgcit. 59,17 59.05 'Prag . . . . 12,45 12,47 12.441 12,461 Nrankfurter Molchtuen . • . . Gritzner....... • . Heyltaenstaedt ....... i 14^5 — 14 29,75 — Beiirad . . Baoupttl - - Bulgarien. Lissabon . - 7,427 73.37 7,441 71,51 7,427 79,31 7,441 73,51 — 31.5 — 32 — 3,039 19,82 3,045 18,86 3,039 18,82 3,045 18,86 74 73,5 Danäa- . . 81,46 81,62 81,46 81,62 MainkrasLwecke Höchst a-M.. . Miog...........IC 65 63 62 _ Konst.ntm. 9tben. . 1,784 5.437 1,789 5,447 1,784 5,437 1,789 5,447 Gebr. Roeder ....... IC __ — Tanaoa . . 4,186 4,194 4.189 4,197 Boigt & Haeffner ...... k - — 148 1 — Uru uat). 2,927 2.933 2,887 2,893 Süddeutsche Zucker .... IC 130,75 — 131,75 Cairo .. 20,91 20,95 20,91 20,95 S.jtxfporf Vundfunkprogramm schnitten. VfB. Gießen. '10000c lOlttL durch MENDE38, afl Spez.-Abt.: ADLER-KUNDENDIENST jrontiutl^ÜL Telephon 3802 0176 SYSTEM GÜNTHER in 10.3®“Ü RAD!^, BRINKMANN FRANKFURT AM NEUE MA1NZER5TR22 ECKE FRIEDENSSTR autorisierter Telefunkendienst OviMlailScVuz Größte Erfahrung Aelteste Fachfirma ZA1A Am 15. Januar 1931 eröffne ich auf meinem Grundstück (neben, Schiffenberger We$ 24 Schiedsrichter hatte sich mißliebig gemacht, weil er drei Hersfelder wegen derben Spieles vom Feld gewiesen hatte. Die Angelegenheit dürfte noch ein Nachspiel haben. Skirennen auf dem HoherodSkopf. Am Sonntag, 11. Januar, finden aus dem Hoherodskopf die diesjährigen Skirennen des Gaues Vogelsberg statt. Die Rennen beginnen mit dem L a n g l a u f um 9,30 Uhr am Klubhaus Hoherodskopf Über 14 Kilometer. Gegen 11,30 Uhr wird der Abfahrtslauf beginnen. Ob das Springen auf der Schanze des Skiklubs Gießen stattfindet, ist noch nicht sicher. Meldungen sind aus den Vereinen des Gaues Lungenverschleimung harmäck. Husten Vuftröbtenfaiartb, Sleudr- buiten, Bionchtalkalarrh, Asthma etc. behebt und lindert selbst tn veralteten Fällen der schleimlösende Oettheim'6 Brust- u. Lungentee Preis Mk. I,«5. Zu haben In den Apotheken bestimmt: Pelikanapotbeke (Ließen. Kreuivtatz 2. 7426 D wieder meinen Geschäftsbetrieb. Neuzeitliche Betriebseinrichtungen ermöglichen es mir. meiner geschätzten Kundschaft weitestgehende Vorteile zu bieten. Meine dreijährige Tätigkeit als technischer Inspektor bei den Adler-Werken. Frankfurt a- M., bieten Gewähr für rationelle Arbeitsmethoden, da hier die Organisation der Reparaturbetriebe eine meiner Hauptaufgaben war. 12,441 79fl 3,039 18-g 81^ |,784 1,89 "887 20/91 Deutfchev^ Oriental Qualitätsteppiche Bvöcken, Läufen, Divan - decken etc. Hu* Qualität ift billig! 58,33 111,81 20.367 16.4« 168.-9 21-96 111,90 58,« 2." 112,19 81,3 11, 73.19 1.2« 58,595 112- 1l2,2j 112.« 10,57 21.98 s, •i 0,38» 58.51 112.« M.441 15.503 169. 22.0< 112.34 59.1 2.50 112. 81.7' 44,79 12.46 73.49 Befragen Sie diese nach seinen Leistungen MENDE 38 der betriebsicherste Dreiröhren-Schirmgitter-Europa-Empfänger R.M.145.-0HNE RÖHREN MehrLicht imebriach geschützt 5 - Bia al hellere Tiaeh- belencbtnno, oder Sliomerivaims. Paßt auf jede Glüh- lamve. BD.2 • a.l 80. Georg Appel, Seitenweg 58, «D Ltchib. L Schausenst. TEPPICH HAUS BERHARD 53.17 1«-$ 8lL 1,18? 5,177 4,19 2.899 20,99 Die neue Brille m. besten punktuell abbildend.Gläsern korrekt u- fachmännisch anaepasst von Optiker Geller imD Am Bahnhof — Fernruf 4208 Irenkenkassealieferant Beparat. billigst eingegangen, außerdem schickt bet Ekiverein Maingau- Frankfurt eine Mannschaft. Zweier-Bob-Gaumeisterschasten in Winterberg. Am Sonntag, 11. Januar, werden in Winter- berg auf der 1500 Meter langen Bobbahn de« Dergisch-S ausländischen Automobilclubs (Dob- club Sauerlandl c. V. (Av.D.) W. Barmen die Gaumei st erschaftcn von Rheinland, Hessen und Westfalen im Vierer- und Zweierbob aus- gefahren. Die Bahn befindet sich in ausgezeichnetem Zustand. Vorlauf ist um 10 Uhr, der erste Rennlauf um 11,30 Uhr. Geheimrat Pschorr, Präsident der Industrie- und Handelskammer München, der Hersteller des weltberühmten Pschorrbräu- Bieres, erklärt: „Die Reklame hat sich für das gesamte Wirtschaftsleben als ein Machtfaktor ersten Ranges entwickelt!“ ftii rfcf___ 1,36 ,307 ,685 Ä 2,02 ,431 2085 6,-1 11.55 14,97 1,084 0,388 59,1} SÜ8 Ä 11: i,7h 4,94 Tätlichkeiten gegen einen Schiedsrichter. Wie erst jetzt bekannt wird, ist es am Sonntag nach dem Oberliga-Spiel Kurhessen Marburg gegen Hessen Hersfeld in Hers,eld zu häßlichen Szenen und tätlichen Angriffen auf den SchiedS- richter Markert, Kassel, gekommen. Der Schiedsrichter konnte sich vor den Angriffen des Hersfelder Publikums kaum retten. Er wurde stundenlang in den Tribünenräumen von der Menge belagert und mußte schließlich unter poli- zeilichem Schutz zur Bahn gebracht werden. Der Gpielvereinigung 1900 Gießen. Das für den vergangenen Sonntag angesagte Eastspiel der Sportvereinigung 1903 Frankfurt- Fechenheim, findet nunmehr am kommenden «onn- Cfla aeacii die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1000 auf dem Trieb statt. Die Gäste gehören zur süddeutschen Oberliga in der sie mit fast ständig unvollständiger Mannschaft meistenteils nur ganz knappe Niederlagen erlitten. Ob die Elf absteigen muß steht noch nicht fest. Die Oberllgavereine der «Aruppe Main find äußerst spielstark. In einer am Leren Gruppe wäre Fechenheim bestimmt nicht letz, ler geworden. Die Gäste durften demnach als leistungsfähiger Gegner zu achten fein. 1900 tritt in stärkster Aufstellung an. Der S,e^ 'der wohl den Gästen zufallen durfte, wird sicherlich iicht leicht errungen. . Dem Spiel voraus geht die Begegnung 1900 dritte Mannschaft gegen VfB. .dritte, also em Heines Lokallresfen, das diesmal insofern von Bedeu- luna ist als beide Mannschaften ernsthafte Berwer- ber um'die Meisterschaft sind. Das Vorspiel gewan- •nen die VfBer. 1900s Vertretung wird sich anstrengen müssen, wenn sie den knappen Vorsprung von einem Vunkt halten will. Die vierte Mannschaft spielt auswärts, und zwar In Garbenteich. Vielleicht gelingt cs ihr dort die Scharte der dritten Mannschaft vom Vorsonntag -uszuwetzen. Jugendspiele der Spielvereinigung 1900. Die 1 Jugend tritt vormittags auf dem Platz an der Liebigshöhe zum Rückspiel gegen die 1. Jugend von Großen-Bufeck an. Das Vorspiel gewann 1900 mit 4:0 und sollte auch dieses Tressen siegreich bestehen. - Die 2. Jugend spielt in Nieder-Wcisel gegen die dortige 1. Jugend. Wenn sie einigermaßen auf dem Posten ist, kann sie das Spiel für sich entscheiden. Einen schweren Gang hat die 3. Jugend. Sie muß in Butzbach gegen die dortige 1. Jugend antreten. Ein Sieg der 1900er dürfte kaum zu er- toarten sein, die Mannschaft sollte sich aber um ein ehrenvolles Ergebnis bemühen. Die Schüler müssen nach Garbenteich. Ein Sieg wird ihnen dort nicht leicht gemacht werden, da die Garbenteicher Schüler bis jetzt immer gut ab- Die 1. Mannschaft des VfB. Gießen hat für Ren kommenden Sonntag einen schweren Gang «or sich. Der Tabellenführer, VfB. Kurhessen Marburg ist der Gegner, den die Hiesigen in Lercn eigener Höhle aufzusuchen haben. Das Dor- Ipiel, das die Kurhessen seinerzeit auf dem Wald- pielplah nur mit 2:1 für sich entscheiden tonnten (unb ob der gezeigten Form etwas enttäuschten). stellte den Gießenern wohl ein gutes Zeugnis auS, war indessen dem Spielverlauf entsprechend doch noch schmeichelhaft, denn die Mar- turger konnten unter Umständen um einige Tore höher gewinnen. Mit einem Siege der hiesigen ist wohl kaum zu rechnen, es müßten Denn Zeichen und Wunder geschehen. Um ein ehrenvolles Ergebnis sollten sich die VfB.er ober unbedingt bemühen. Die Grünweißen sind »or eine schwere Aufgabe gestellt, denn, wenn auch die Marburger fein allzu großes Heber - qewicht hinsichtlich der Epielanlage und der Ball- Lehandlung haben, so ist der Mannschaft eine genauere Zusammenarbeit brr einzelnen Teile zu eigen. Auch der Sturm der Gastgeber hat _öen Cieftenem gegenüber ein Plus, da er doch über inehr Entschlossenheit verfügt, als sie die Gießener in den letzten Spielen auf^uweisen vermochten. So wenig auslichtsreich wie die Papier- fform die Situation für die VfB.er erscheinen lassen könnte, ist die Lage jedoch nicht, denn lie Grünweißen haben in ihrem letzten Kampfe «nif eigenem Platze gegen Sport Kassel eine acht- täte Leistung unter Beweis gestellt. Die Mannschaft wird nur bestrebt fein müssen, grundsätzliche Fehler zu vermeiden, die man Per- SÄ KZL kchüfic,,,. ß°tbijr|e f 6'91, bi die ^b°rgK> fa,'rt5tDerie I?11?'0" >.tz s s« i,i, Ä'il*'- 9i“0*' »wtitibttlni Gölien KLL W* 'N ßnoartunou 'feliahr ziemlich >,n9en 0L D.f 7_ anfangs schwacher laa, 1 v. h. ZS« Weit unterweis r Gießen. >16. Frbrnar 1828 hatte i Preußen stammender nedbergrr Pserbemarkt den el!e:lichen Trtricb Lagen vieler verkou't, > krank geworden war zahlt, 500 Mark b'itb ’2t dem Dei'erversaus ■ Am 17. Februar 1926 Hirt in de: Nähe ein ‘.geb ich für die elterliche es ab:t zum Dei er« :il es sich als so störrisch für sich nicht brauchen nächsten Tage bet Qkr- . Betrugs aageUagt, icht Aad'Aauheim man- les freigcsprvchen r Utoreva (nähme er- Jahre Gefängnis we- 2l" verbüßt, die Straf- all wegen Betrugs zu tngnis. Sie hielt für afang an in die en Zoll tte. In dem zw'i.en hielt inwandsrei nachgewie en r Derusung der Staats- einen Strasbeschl wegen nmen und dagegen Em- Hauptverhandlung vor Provinz war er ersch.e- aber vertagt werden. In g erschien er mch : das zhalb seinen Einspruch, i ihiger Ladung nich er- wW « ö» Frcllag. 16. Januar. 7.15 Ubr: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 13.05: (Von Köln): Mittagskonzert. 15.20: „Arbeitsschule und freies Unterrichtsgespräch", Vortrag von Professor Grupe. 16.30: (Freiburg): Unterhaltungskonzert. 17: Tanztee. 18.10: Buch und Film. 18.30: Eine Viertelstunde Deutsch. 18.50: „Die Ehescheidung nach dem geltenden Vecht und die geplante Scheidungsreform", Vortrag von Landgerichtsdirektor Leibfried. 19.20: Aerztevortrag. 19.45: (Mannheim): Unterhaltungskonzert. 20.20: „Komtesse Guckerl". Lustspiel. 21.40: Musik der Troubadoure. Trouveres, Minnesänger und Meistersänger. 23 bis 24: Unterhaltungskonzert. Briefkasten der Rc&oftion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H.2. 1. Wegen Erlangung eine« Militärpasses müssen Sie jetzt an das Zentralnachweise- amt in Spandau schreiben. Militärpässe der früheren Art werden allerdings nicht mehr ausgestellt, es werden nur noch Dienstbescheinigungen erteilt. Bei Ihrer Anfrage müssen Sie den ersten und den letzten Truppenteil, bei dem Sie Dienst taten, angeben. 2. Die Kriegsdienstzeit Wird zur Erhaltung der Anwartschaft in der Invalwenversicherung angerechnet. schiedentlich beobachten konnte. Wenn sich außerdem der Sturm zu dem längst fälligen Maß an Entschlossenheit aufrasfen könnte, so sollte eine Ueberraschung, die zugleich Sensation bedeuten würde, durchaus nicht außerhalb der Möglichkeiten liegen. Auf dem Waldsportplah findet am nächsten Sonntag ein Lokaltreffen statt. Es stehen sich hier die Ligareservemannschaften der beiden Gießener Vereine im Verbands-Rückspiel gegenüber. Das Vorspiel endete mit einem 2:1-Sieg der 1900er. Die VfB.er haben in den letzten Spielen wenig überzeugende Leistungen gezeigt: ob es ihnen möglich sein wird, das Ergebnis diesmal umgekehrt zu gestalten, steht sehr in Frage, zumal die Spielvereinigungsmannschaft in letzter Zeit beste Erfolge zu verzeichnen hatte. Auf den Ausgang dieses Treffens darf man gespannt sein. Die A 1-Iugend wird aller Voraussicht nach die Ligamannschaft nach Marburg begleiten, um dort gegen die A l-3ugcnt> des VfB. Kurhessen ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Zuhballklub 1926 Großen-Buseck. DsR. Butzbach — FC. Grohen-Duseck. Für' den Sonntag ist die Ligamannschaft des FE. 26 Vrohen-Buseck zum Derbandsspiel nach Butzbach verpflichtet. Der VfR. Butzbach führt gegenwärtig die Tabelle der II. Dezirksklasse des Gaues Giehen-Wehlar an, ist auch berechtigt für den Aufstieg in eine höhere Spielklasse: denn allein für die Vereine der Dezirksklasse I wird durch Einreihung alter Ligavereine eine Auffrischung des Soielbetriebes erfolgen. Die Bu- seeker Elf hat also keine leichte Aufgabe, sollte I jedoch ein ehrenvolles Ergebnis erzwingen können. Beide Mannschaften verfügen^ über routinierte Spieler und haben fast die gleiche Spiel- weise. Die 1. Zugendmannschaft trifft sich in Gießen mit der gleichen Mannschaft der Gießener Dpielvereinigung 1900. Der Ausgang des Spieles ist offen. $. C Teutonia Steinberg. Am morgigen Sonntag tragen die I. und N. Mannschaft der ^Teutonia" Freundschaftsspiele gegen die gleichen Mannschaften des Turnvereins Wieseck aus. Den Turnern geht ein guter Ruf voraus. Die I. Mannschaft des Platzbesitzers tritt bis auf eine kleine Umstellung in gleicher Besetzung wie am vergangenen Sonntag gegen Sp. V. 1900 Gießen an. Sollte sich besonders der Innensturm vor dem gegnerischen Tor etwas entschlossener zeigen als am vergangenen Sonntag, so dürfte der Els ein knapper Sieg nicht zu nehmen sein. Die neu aufgestellte II. Mannschaft spielt erstmalig auf eigenem Platze und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie ihren Sieg vom Vorspiel in Wieseck wiederholen will. Handball im T. D. Großen-Buseck. Für den kommenden Sonntag hat die 1. Mann, schast die gleiche vom Turnverein 1846 Gießen nach Großen-Buse-t verpflichtet. Im letzten tierbandsspiel konnten die Gießener die Busecker mit einer Nieder- läge nach Hause schicken. Ob es der Mannschaft bei diesem Spiel ebenfalls gelingt, das im Verbands» spiel geschaffene Resultat herauszuholen, ist fraglich. Dienstag. 13.3anuar. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 13.05: (Von Köln): Mittagskonzert. 15.20: Hausfrauennachmittag. 16.30: Äachmittagskonzert. 18.15: „Kulturaufgabe in der Wirtschaftskrise". Vortrag von Stadtrat Dr. Michel. 18.45: „Weltwanderungsfragen im Jahre 1930", Vortrag von M. Griesebach. 19.15: „Die drei großen Zweifel der Philosophie und chre Heilung", Vortrag von Dr. Albert Haag. 19.45: (Von Köln): Unterhaltungskonzert des Westdeutschen Rundfunk- orchesters. 20.30: Leben wider Willen, Hörspiel. 21.30: Klavierkompositionen von Chopin und Liszt. 0.30 bis 1.30: Aachtkonzert. Mittwoch, 14. Danuar. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 11: „Kinder in England", Vortrag von Lilian Harrison. 12: Schallplattenkonzert. 13.05: (Von Köln): Mittagskonzert. 15.20: Stunde der Fugend. 16.30: Vachmittagskonzert. 18.15: „Mißbrauch der Reportage in der Literatur", Vortrag von Voseph 'Voth. 18.45: (Mannheim): „Vechenknisse", Vortrag von Dr. Karl Menninger. 19.15: Volkstümliches Konzert des Philharmonischen Orchesters, Stuttgart. 20: (Aus Basel): Schweizer Abend. 21.30: Schallplattenkonzert. 22.30 bis 23.45. ..Gewitter", Schauspiel von August Strindberg. Donnerstag, 15.3anuar. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 13.05: (Don Köln): Mittagskonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: (Kurhaus Wiesbaden): Konzert des Städtischen Kurorchesters. 18.05: „Die Bedeutung der Deutschen Kraftpost", Vortrag von Postinspektor Bender. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „Der internationale Geburtenstreik", Vortrag von Redakteur Ernst Kahn. 19.20: Französischer Sprachunterricht. 20: „Die Vestalin", Oper in drei Auszügen von de Iouy, Musik von Gasparo Spontini. 22.35 bis 24: Tanzmusik. | 1-28.3. ' 58.575 112’7 112.48 112. 10.58 22.02 20,431 4,2065 16.5} 81.5 44.3f 2,085 0,390 Sonntag, 11. Januar. 7 Uhr: lVon Hamburg): Hafenkonzert. 8.30: (Adventskirche, Kassel): Morgenfeier, veranstaltet von der evangelischen iLandeskirche Hessen-Kassel. 10.30: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Erlebte Geschichten: „Der Tod in der Stadt" von Esraim Frisch. 12: (Don Leipzig): Mittagskonzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Iugend. 16: (Kurhaus Wiesbaden): Konzert des Städtischen Kurorchesters. 18: „Karl Marx". Vortrag von Prof. D. Dr. Th. Steinbüchel. 18.20: (Don Köln): Eine Stunde Kurzweil. 19.45: Don der Wiege bis zur Bahre, eine Hörfolge. 21.15: Blasmusik. 22.35: (Don Dortmund): Sechtagerennen. 22.50: Tanzmusik. Montag, 12. Januar. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 13.05: (Von Köln): Mittagskonzert. 16.30: Aach- mittagskonzert. 18.15: „Giftforschung und ihre I Gesetzgebung". Vortrag von Dr. Irene Levis. 18.45: „Die Saarbrücker Volkshochschule", Vortrag von Dr. Hammelsbeck, Saarbrücken. 19.15: Englischer Sprachunterricht. 19.35: (Großer Saal des Saalbaues): 7.Wontagkonzert des Orchestervereins. 21.15: Tanzunterricht. 22 bis 24: (Fest- saal d. Liederhalle Stuttgart): Zirkus Schätzlerini. Otto Göbel Oberh. Auto-and Fahrrad-Industrie, (Heben Kraftfahrzeug-Reparatur-Werk für alle Fabrikate Oberhessische Gesellschaft I für Natur- und Heilkunde. Hauptversammlung beider Abteilungen Montag, 12. Januar 1931, 2O1/, Uhr, im Hörsaal des physiologisch. Institutes, Friedrichstraße 24: 1. Dr. HeusseL Einführende Experimente über kurze elektrische Wellen 25i d 2 Dr Schiiephake: Deber die biologische and Heilwirkung der kurzen elektrischen Wellen. 3. Rechnungsabnahme. Gäste willkommen. Der Vorstand. MUMM Telephon 228S Schönster Ausflugsort GiestenS. 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Januar ab auf der Bürgermeisterei erhältlich. Anmeldungen zur Prämiierung ersuche ich bis zum 16. Februar vorzunehmen. Anmeldungen zur Ausstellung von landwirtschaftlichen Geräten gelegentlich des Marktes haben während der gleichen Frist zu geschehen. Friedberg, den 7. Januar 1931. 3MV Der Vürgermeisterr Dr. Ssyb. .....................................* Staff Starten! Luise Mecke Hans Weiß Verlobte Gießen MebeMach 10. Januar 1931 07R Dr. Willy Klebe Elly Klebe/geb. Moneke Vermählte Lochum t W, Kortumstraße 53_________ z. Z. Münster i. W, Hotel Küpper-Fechtrup den 10. Januar 1931 Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung sagen hiermit herzlichen Dank Else Heckmann Hugo Port Gießen, 10. Januar 1931 rr«o I Gießener Konzertverein Sonntag, 11. Januar 1931, 17 Uhr, Universitätsaula FÜNFTES KONZERT Klavier-Abend Luise ©meiner Werke von Beethoven, Schumann, Chopin, Liszt Der Bechetein-KonzertflOgel Ist vom Pianohaus Schönau, Seltersweg Eintrittspreise: 4 —,3 — und 2 RM. bei Ernst Challief (Fernruf 2671) und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1.— bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studenten» haus gegen Ausweis. 44D Die zweite Rate des Abonnements ist abzuholen. Gesellschaft für Erd- and Völkerkunde Donnerstag, den 15. Januar 1931, abends 8% Uhr, In der Neuen Aula der Universität: Vortrag mit Lichtbildern Pfarrer a. D. Dr. Alfred Kaufmann, Giefeens Palästina Neues Leben auf alter Erde Eintritt: Mitglieder frei, Nichtmitglieder 1 RM., Stu* deuten, Schüler und Militär 50 Pf. Kartenvorverkauf ______bei Dr. Töpelmann, Südanlage 4. _____________254Q G OETH E-B UND Programmändernag: Anstelle des verhinderten Dichters Schickele (12. Januari liest am Donnerstag, dem 23. Februar, abend» 8 I hr Edwin Erich Owlnger Das Gastspiel der Weintraubs-Syncopators ist endgültig auf Sonntag, 22. MArz, vorm. II1/« I hr (Stadttheater) angesetzt. — Im übrigen bleibt das Programm: 29. Januart 4. Dicbterabend: Ernst Penzoldt; 8. Februar, Stadttheater« Lichtbilder-Vortrag Dr. Stahl-München; 2. März: Licht« bilder-Vortrag Bruno H. Bürgel; 15. März: Karin Micha* eil»; 19. April, Stadttheater: Han»-Sache-Aufführung. Neuanmeldungen nimmt die Musikalienhandlung Cha liier entgegen. 1D6Y NWK NWK unübertroffen Haltbo-Keit s*ü «1, 3« vlk - Must'b ,20 Att-rplk" M flU* ^inen