rfJSfii -5 >*ü?' 9 f,ehn fi* **• ■ as i fcÄ 4 (inet Sreid) u"i nXe?^ 1 'n anbetraH9.'11 Di, ’ercn a««bbÄU wenn ein ,;„.Unb ®«i " ®,rhf« Ion mS” ®!»8 £ *> M' Sieger Ä ä,.*l ,8rrt,ren Hunden beteiligen. - s!f gegen OsthollM dnerbanb wird den Luri- 2tif, der am 25. Oktober md folgender Mannschusi • ।?ucr ßrle); §chrö> A affch; Janes (Süffel iLachenl', Frank V hvchgesang (beib: tLchM 04); Köhler, ildborf). iortnoti$en. r der internationale Ion Aolweiß die Absicht hege, nCrten von Notwciß Franl. lentiert SfHrrforb im M-Meln- Minuten wurde aus der imziell bestätigt. ta wird am 11. Oktober hLrburger Sports • dem dann am 8,> ,n Berlin gegen Hertha» W l« »• BSSSfflSff l bhS#1 >qenen | 0ebfljy gogouW Chicago Nr. 256 Erstes Blaff 181. Jahrgang Freitag, y. Moder Ml Erschein! täglich,auhei Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 8ernsvrechanschliiffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnkck und Verlag: vrühl'sche Universiläls-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulllrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot,' für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Brünings Verhandlungen noch ohne Ergebnis. — Bracht und Gchmitz haben abgefehnt. — Verhandlungen mit Vogler und Gilverberg. Hat Brüning Vollmacht zur Auflösung des Reichstags? Geßler bittet um Bedenkzeit Berlin, S.Okf. (LNB.) Auch die Derhand- langen des Donnerstag über die Regierungsneubildung haben nach der personellen Seile hin noch nicht zu einem positiven und abschlie- hcnden Ergebnis geführt. Abgesehen von -en Ministern, die ohnehin wiederkommen, herrscht am Donnerstagabend nur über die Besetzung von drei Ministerien Klarheit: Das ist die des Reichswirtschaftsministeriums mit Professor Marmbold, des Reichjustizministe- r i u m s mit Staatssekretär Joel und die Heber- nähme des Auswärtigen Amtes durch Dr. Brüning. Diese letzte Tatsache mutz deshalb seslgestellt werden, weil in den letzten zwölf Stunden immer wieder behauptet wurde, datz der deutsche Botschafter in London, Frhr. v. 71 e u r a l h, Autzen- minister werden solle. Das ist falsch. Entgegen an- derslautenden Nachrichten ist Dr. v. Neurath nicht in Berlin, sondern zur Erholung in Bayern. Lr wird erst morgen nach Berlin fahren, um den Kanzler für Samstag zu Besprechungen zur Verfügung zu stehen. Sie dürfen sich darauf beziehen, datz Dr. v. Neurath vielleicht später einmal bas Auswärtige Amt übernimmt. Für die bevorstehende Reichstagskampagne ist jedoch mit ihm als Autzen- minister unter keinen Umständen zu rechnen. Der Hauptgrund dafür ist darin zu suchen, datz durch die Uebernahme des Auswärtigen Amtes durch Dr. Brüning auch der leiseste Anschein vermieden werden soll, datz in der deutschen Außenpolitik eine Aende- rung eintreten könnte. Die Verhandlungen mil Dr. Getzler wegen des Reichsinnenminisleriums sind auch am Donnerstagabend noch nicht abgeschlossen. Dr. Gehler, der sich Bedenkzeit ausgebeten hatte, hat sich inzwischen mit seinen Berliner Freunden beraten. Ls scheint aber im Augenblick nicht, datz sich die Aussichten, ihn zu gewinnen, wesentlich verbessert haben. Ganz abgesehen von der ablehnenden Stellung der Sozialdemokraten gegen Dr. Gehler scheint das auch daraus Hervorzugehe«, dah heute in Berlin bereits mit dem Essener Oberbürgermeister Dr. Bracht verhandelt wurde. Dr. Bracht hat endgültig abgetehnt und kommt nun für einen Eintritt in das Kabinett nicht mehr in Frage. 3n unterrichteten Kreisen nennt man auher Dr. Gehler jetzt auch den früheren Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, für das Amt des Reichsinnenministers. Ebenso wenig sind heute die verhändlungen wegen der B e s e h u n g des v e r k e h r s Ministeriums vorwärtsgekommen. Wahrscheinlich hängt hiermit auch zusammen, dah der Kanzler nun mit Dr. vögler von den Vereinigten Stahlwerken, und Dr. Sitoerberg vom Rhein-Main-Kohlen- syndikat Fühlung genommen Hal, ohne dah freilich ein positives Ergebnis dabei herausgekommen wäre. Neben den personellen Fragen scheint jetzt auch das Problem der Vollmachten aktuell zu werden, die der Reichspräsident dem Reichskanzler Dr. Brüning zu geben bereit ist. Dr. Brüning hat n o ch nicht die Vollmacht, im Falle einer parlamentarischen Niederlage des neu zu bildenden Kabinetts den Reichstag aufzulösen. Die Entscheidung dieser Frage dürfte wesentlich von dem weiteren Gange der Kanzleroerhandlungen abhän- gen. Immerhin läht sich mit einiger Sicherheit sagen, dah, wenn der Reichspräsident sich grundsätzlich zu der Auflösung entschliehen wollte, er die Vollmacht dazu in erster Linie Dr. Brüning geben würde. Wenn übrigens in einigen Berliner Abendblättern angedeutet wird, dah es auch die Möglichkeit einer Auflösung unter Verschiebung der Neuwahlen geben könnte, so können wir demgegenüber mit Bestimmtheit feststellen, datz der Reichspräsident eine solche Lösung aus verfassungsrechtlichen Gründen und seiner ganzen Mentalität entsprechend untergartelnen Umständen zulassen würbe. Kombinationen. Bor Freitagabend keine Entscheidung. Berlin, 9. Oft. (TU.) Wie die „D A Z." meldet, wird der Reichskanzler am Freitagvormittag it a. Dr. Bögler, Dr. Silverberg und Dr. Schmitz er -sangen. Rach dem Blatt hat der Reichskanzler nach dem Empfang beim Reichspräsidenten am Donnerstagabend den früheren Reichswirtschaftsminister und langjährigen Führer der Deutschen Bolkspartei, Dr. Scholz, die Uebernahme des Reichsjustizministeriums angeboten. Dr. Scholz habe noch keine endgültige Antwort geben können. Er sehe wohl, sagt die „DAZ." weiter, auch als Ehrenvorsitzender der DBP. keine Möglichkeit, in dieser Frage ohne Stellungnahme seiner Freunde zu handeln. Die Entscheidung werde infolgedessen in der Freitagsihung des engeren Borstandes der DBP. fallen. Rach dem „Vorwärts" hat man am Donnerstag neben Gehler und Bracht auch von Treviranus und K a r d o r f f als künftigen Innenminister gesprochen. Der Rame Getzler erregte bei der Sozialdemokratie besonders unangenehmes Aufsehen, womit natürlich nicht gesagt sein soll, dah einer von den anderen erwünscht sei. Im Bordergrund sei Treviranus für das Innere geblieben. Ob das zweite Kabinett Brüning überhaupt auf die Beine komme, sei noch die Frage. Bon den 30 Bolksparteilern sollen höchstens drei bis acht noch für die Regierung Brüning stimmen wollen, die anderen zählen sich schon zur Opposition. Falls Brüning nicht ‘ zu Rande komme, erwarte man entweder eine Regierung Hugenberg oder ein Kabinett der vier Retter: Luther, Getzler, Cuno (Präsident der Hapag und ehemaliger Reichskanzler), Frhr. v o n G ay l (Bevollmächtigter Ostpreutzens zum Reichsrat, Führer der Arbeitsgemeinschaft im preuhischen Staatsrat). Der „Borwärts" spricht im übrigen von einem halben Rückzüge Brünings vor der ganzen sozialen Reaktion. Der „T a g“ berichtet ebenfalls, dah der Reichskanzler auch charan gedacht hat, Treviranus zum Innenmini st er zu ernennen. Eine Fühlungnahme mit der SPD. habe ergeben, dah die Sozialdemokraten gegen einen Reichsinnenminister Treviranus keinen Einspruch erheben werden. Wenn der Kanzler mit dem Versuch der Kabinettsbildung vor dem Reichstag oder im Reichstag scheitere, müsse er zurücktreten und es müsse die Bildung einer Regierung ber nationalen Opposition in die Wege geleitet werden. Gegenüber all diesen Kombinationen über den Stand der Verhandlungen erklärt die „Germania", sich allein auf die Wiedergabe der Tatsachen beschränke/! zu wollen, die als feststehend anzusehen seien. Danach hat Brüning zunächst mit Dr. Schmitz von den IG.-Farben wegen Uebernahme eines Ministeriums verhandelt. Schmitz hat aber eine Beteiligung an der Regierung abgelehnt. Dagegen seien die Bemühungen Brünings, Professor Warmboldt zum Eintritt in das Kabinett zu bewegen, von Erfolg gewesen. Warmboldt, seinerzeit Landwirtschaftsminister im Preuhischen Ministerium Ste- gerwald, werde das Reichswirtschaftsministerium übernehmen. Auherdem hätten Besprechungen mit Dr. Getzler stattgefunden, der anscheinend für das Reichsinnenministerium vorgesehen sei. Diese Frage sei jedoch noch nicht entschieden. Die „Germania" verzeichnet weiter die Anwesenheit von Dr. Bracht und Freiherrn von Reurath in Berlin. Der Reichskanzler hoffe, seine Kabinettsliste bis Freitagabend abgeschlossen zü haben. Bezüglich der parlamentarischen Aussichten sagt das Blatt, man höre aus politischen Kreisen, dah sich die Gruppen rechts vom Zentrum nicht in das Schlepptau der nationalen Opposition nehmen lassen wollten; bezüglich der SPD. weist das Blatt darauf hin, dah der „Vorwärts" trotz seiner grundsätzlich kritischen Einstellung eine abwartendeHaltung ein- nehme. Zu dem Vorwurf der „Germania", die die Haltung der DVP. als eine Pression bezeichnet hatte, bemerkt die „RLE.": Die DVP. hatsichniemandem aufgedrängt, auch nicht dem Kanzler Dr. Brüning. Er mag sein neues Kabinett zu bilden versuchen, wie er es für richtig hält. Rur darf er. nach unserem Dafürhalten nicht annehmen, datz er die Unterstützung der DVP. für ein solches Kabinett findet, das an denselben Halbheiten leiden muh, wie das frühere. Das sollte klar ausgesprochen werden. Oie Sozialdemokraten gegen Geßler. Berlin, 9. Oft. (VDZ.) Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion nahm am Donnerstagabend einen Bericht seines geschäftsführenden Vorsitzenden Dr. Breitscheid über die politische Lage entgegen. Dr. Dreitscheid machte Mitteilung von den Schritten, die Dr. Brüning bisher zur Umbildung seines Kabinetts unternommen habe, und die zum Teil gescheitert seien. Besondere Bedenken erregte im Fraktionsvorstand die Absicht Dr. Brünings, den früheren Reichswehrminister Dr. Gehler mit einem Posten in der Reichsregierung zu betrauen. Bei dieser ungeklärten Situation vermied der Fraktionsvorstand eine Stellungnahme in diesem Augenblick und beschlotz, die Fraktion selbst für Montag 15 ilfjr einzuberufen. Wie das VDZ.-Bureau aus parlamentarischen Kreisen hört, betrachten die Sozialdemokraten ein Kabinett unter Beteiligung von Dr. Getzler oder vielleicht sogar unter seiner Führung als u n t r a g - 6 a r für die sozialdemokratische Fraktion. Nie Aussichten im Reichstag. Die Entscheidung liegt bei den Sozialdemokraten. Berlin, 8. Oft. (Sil.) In politischen Kreisen ist man eifrig dabei, d i e Aussichten eines neuen KabinettsDrüning imReichs- t a g abzuschähen. Hinter der Regierung stehen eigentlich nur noch vier Parteien mit insgesamt 105 Stimmen, nämlich das Zentrum mit 68, die Bayerische Volkspartei mit 19, die S t a a t s p a r t e i mit 14 und dieV olkskonservativen mit 4 Stimmen. Die Regierungsparteien rechnen aber noch auf die Unterstützung der kleineren und kleinsten Gruppen, nämlich der Christlich-Sozialen mit 14, der Volksnationalen mit 6, der Deutschen Bauernpartei mit 6 und der H a n - noverane r mit 3 Stimmen. Das wären insgesamt 134 Stimmen. Freie Hand haben sich Vorbehalten die Deutsche B o l k s p a r t e i mit 30, die Wirtschaftspartei mit 23 und die Landvolkpartei mit 19 Mandaten. In scharfer Opposition zur Regierung stehen 234 Abgeordnete, nämlich 107 Rationalso- zialisten, 41 Deutschnationale, 77 Kommunisten, 6 Mitglieder der S o z i a l i - Berlin, 8. Oft. (TU.) In der Hauptaus- schuhsihung des Deutschen Industrie- und Handelstages sprach Reichsbankpräsident Dr. Luther zu dem Thema Reichsreform und Wirtschaft. An die Spitze seiner Ausführungen stellte Dr. Luther ein erneutes und nachdrückliches Defenntnis zur stabilen Währung und unterstrich ihre Bedeutung für das gesamte Schicksal des Reiches, da Währungsfragen und politische Fragen eng miteinander verbunden seien. Der Hauptton der Darlegungen zur Reichsreform lag auf der Rotwendigfeit einer einheitlichen und fraftüollen Führung des Reiches durch Herstellung einer Realunion zwischen Reich und Preußen,' oder richtiger: durch Wiederherstellung in neuer Form und zwar in Reichs- hand jener Reichs- und preuhischen Gew al- t e n e i n h e i t, die der tragende Pfeiler des Dismarckreiches gewesen sei. Dies sei nicht etwa dasselbe wie schematisierende Zentralisierung, vielmehr sei umgefehrt eine starte Reichsgewalt geradezu die Voraussetzung für eine gesunde Dezentralisation, die dem Heimatgefühl Lebensraum und möglichst viel Washington, 8. Oft. (WTB.) Staatssekretär S t i m s o n teilte in der heutigen Pressekonferenz mit, dah die französische Regierung diesmal von den Schritten, die Hoover i n d e r Reparationsfrage vorhabe, vor der Bekanntgabe informiert worden fei. Er habe am Dienstag, sobald er in der Kabinettssitzung von Hoovers Plänen erfuhr, den Washingtoner französischen Geschäftsträger davon in Kenntnis gefetzt und auch den amerikanischen Botschafter in Paris, Edge, telephonisch angewiesen, Lavül zu benachrichtigen, dah Hoover mit dem französischen Ministerpräsidenten bei dessen Besuch in Amerika ö i e in ferne t i o n a l e Schuldenfrage besprechen möchte. Edge habe gemeldet, dah Laval sich sowohl mit der Form der Benachrichtigung, wie mit der Tatsache einer Diskussion über die Schuldenfrage vollkommen einverstanden erklärt habe, „washing. ton herald" behauptet, dah die Bankiers, mit denen Präsident Hoover in der letzten Woche konferiert hatte, sich mit der Schaffung eines Konsortiums mit einem Kapital von 500 Millionen Dollar unter der Bedingung einverstanden erklärt hätten, dah Hoover durch einen neuen Schritt in der Reparationsfrage jur Entspannung der internationalen Kreditlage beitrage. Dagegen habe sich in der Konferenz im Weihen Haufe bei einigen Parlamentariern Widerstand erhoben. Hoover hoffe jedoch, nach der Konferenz mit Laval auchbieZustim- mung der Kongrehführer zu seinem neuen Plan erhallen zu können. Senator B i n g h a m , der an der Konferenz im weihen Hause teilnahm, teilte mit, dah nur zwei oder drei der Anwesenden entschieden gegen eine Verlängerung des Moratoriums gewesen feien. Die übrigen Teilnehmer hätten sich ihr Urteil vorbehalten, bis sie übersehen könnten, welche Mahnahmen und welche Zeitdauer der Verlängerung erforderlich wären. Präsident Hoover habe keinen bestimmten Plan mitgeteilt und auch keine bestimmte Zeitdauer für die Verlängerung genannt. Der Senator vertrat die Ansicht, dah der Kongreh für eine Verlängerung des Moratoriums zu gewinnen fei, wenn Europa einige Zuge- ft ä n b n i f f e mache. Das Mitglied des Repräfeu- stifchen Arbeiterpartei und 3 Landvolk- Abgeordnete, die sich der nationalen Opposition angeschlossen haben. Demgegenüber können die Regierungsparteien im günstig st en Falle, wenn sich auch die Mittelparteien, d. h. Deutsche Volkspartei, Landvolk und Wirtschaftspartei, ihnen anschlietzen, im ganzen nur 206 Stimmen aufbringen. Die Entscheidung über das neue Kabinett Brüning liegt also b e i den Sozialdemokraten, die nach der Absplitterung noch über 137 Mandate von den 577 des Reichstages verfügen. Cs genügt nicht, wenn die Sozialdemokraten sich der Stimme enthalten, sondern sie mühten gegen di eMitztrauens- a n t r ä g e stimmen, um das neue Kabinett Brüning zu retten. Wirkungsgebiet geben kann und soll. Dabei sei es in keiner Weise notwendig oder auch nur empfehlenswert, den organisatorischen Ausdruck solcher Ausnutzung regionaler Kräfte gleichmähig über ganz Deutschland hin zu behandeln, sondern es sei richtig, diejenigen Länder, deren Eigenleben noch von innerer Kraft getragen sei, in ihrer bisherigen staatsrechtlichen Stellung zum Reich zu e r h a l - t e n. Der Einwand, die jetzige Rotzeit wäre zur Reichsreform ungeeignet, sei durchaus unrichtig. Höchste Aktionsfähigkeit der Reichsregierung, die nur durchReichs- reform erreicht werden könne, sei von entscheidender Bedeutung für die Möglichkeit zweckmäßiger und fester Durchführung und Durchhaltung der jetzt so brennend wichtigen Maßnahmen auf wirtschaftspolitischem Gebiet. Rur eine das deutsche staatliche Gesamtproblem lösende Reichsreform würde das deutsche Volk vor der Gefahr eines Rückfalls in den schweren finanzpolitischen Fehler einer unüberlegten Ausnützung besserer Wirtschaftsverhältnisse in der Zukunft behüten. tantenhauses, Garner, erklärt jedoch, von den 32 Vertretern des Kongresses, die an der Konferenz teilnahmen, fei nur der obengenannte Senator Bingham für eine Verlängerung des Moratoriums gewesen. Frankreich widerstrebt. Der ungeschützte Teil der Reparationen. Paris, 8. Ott. (TU.) Die Absicht Hoovers, mit dem französischen Ministerpräsidenten insbesondere das Problem der Reparationen und der interalliierten Schulden zu besprechen, hat in der französischen Oeffentlichkeit schon jetzt zur Bildung einer Einheitsfront geführt, die dagegen Stellung nimmt, dah auch der ungeschützte Teil der Reparationen in eine etwaige Verlängerung des Moratoriums miteinbezogen werde. Pertinax erklärt im „Echo de Paris", datz es Hoover freistehe, zwei Drittel der deutschen Reparationen aufzugeben, weil sie den Gegenwert der interalliierten Schulden an Amerika darstellen. Er habe jedoch nicht das Recht, über den ungeschützten Teil der Reparationen zu verfügen. Man könne hier auch nicht begreifen, datz die Leistung dieses „minimalen“ Betrages die Wirtschaftslage in Deutschland und in der Welt verschlechtere. Was die Abrüstung angehe, so werde zugegeben werden müssen, daß die französische Armee der Pfeiler für jede europäische Ordnung sei. Enttäuschung über dieZndienkonferenz. London, 8. Okt. (WTB.) Die Versuche der Konferenz am Runden Tisch, die Ansprüche der Hindus und Mohammedaner unter einen Hut zu bringen, sind gescheitert; das mit dieser Aufgabe betraute Komitee hat sich auf unbestimmte Zeit vertagt. Gandhi muhte zugeben, dah seine Bemühungen in den vergangenen Wochen erfolglos geblieben sind. Macdo- n a l d hat an die Delegierten die Aufforderung gerichtet, sie möchten nichts unversucht lassen, die Wege zur Einigung zu ebnen und hat hinzuge- fügt, dah die Regierung gezwungen wäre, aus Eigenem zu handeln, wenn die Konserenz mit einem Fehlschlag endete. Reichsreform und Wirtschaft. Luther fordert dringend die sofortige Inangriffnahme. Msknssivn her Schnldensrage in Washington. Oie Bankiers fordern einen neuen Schritt Amerikas zur Entspannung der internationalen Kreditlage. - Hoover will mit Laval darüber verhandeln. Oie Pensionskürzung. Berlin, 8. Okt. (CNB.) Sn verschiedenen Treffeerörterungen zu der neuen Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten befindet sich die Behauptung, durch die Pensionskürzungsvorschriften TeilIII Kapitel 5 würden die langgedienten Offiziere der alten Armee besonders scharf betroffen, die neuen Vorschriften wirkten sich ihnen gegenüber in der Richtung einer Sonderbelastung aus. Diese Behauptung geht, wie amtlich mitgeteilt wird, fehl. GS ist festzustellen, daß die Notverordnung fiegenüber dem ursprünglichen Entwurf des Pen- ionskürzungsgesehes eine wesentliche Milderung enthält. Der § 1 des Abschnittes I der Bestimmungen bemißt die Kürzung des Ruhegehaltes nicht mehr lediglich nach der Dauer der Tätigkeit in der letzten Dienststelle, sondern berücksichtigt daneben die Dauer der ruhegehaltsfähigen Gesamtdi^nstzeit. Diese Vorschrift wird im besonderen Maße gerade den altgedienten Offizieren paratlonen, der Abrüstung, der ungleichen Verteilung des Goldes in der Welt und der finanziellen Verflechtung der Länder einer Prüfung unterziehen. Unter den Fragen der Innen- Politik ist die wichtigste diejenige der passiven Handelsbilanz, deren Reaktivierung für die Stabilität unserer Finanzen wesentlich ist. Diese kann nur durch dieSenkungderEinfuhr ober die Steigerung der Ausfuhr ober burch beides zusammen bewerkstelligt werden. Ich bin bereit, olle Methoden zu prüfen, durch die das Notwendige erreicht werden kann. Ich erkenne an, daß sich die Lage durch die Entwertung des Pfund Sterling ge- ändert hat, ich bin aber der Meinung, daß diese Entwertung keinenrichtigenErsatzsür sorgfältig ausgearbeitete und der gegenwärtigen Lage angepahte Z o l l t a r i f e darstellen kann. Ich werde also fortfahren, den Wählern Zolltarife als die schnell st e und fidjerfte Waffe zu empseh. len, nicht nur zur Senkung der übermäßigen Ein- fuhr, sondern auch um uns zu gestatten, in wirksamer Weise die anderen Länder dazu zu bewegen, die Höhe ihrer Zollmauern herabzusetzen. Das Pro- blem des Reiches ist, die wirtschaftliche Ein. Helt zu erzielen. Das Ideal der Reichswirtschaftseinheit ist heute weit verbreitet, und ich bin überzeugt, daß die Grundlage einer solchen Einheit mit der allgemeinen Unterstützung unseres Volkes gelegt werden wird. Readings Besuch in Paris. Zufriedenstellendes Ergebnis der englich-französischen Fühlungnahme. P a r i s, 8. Okt. (TU.) Der britische Außenminister Lord Reading ist heute abend wieder nach London abgereift. Lord Reading hat durchblicken lassen, daß die englische Regierung augenblicklich nicht an die Stabilisierung des Pfundes denkt. Sie wolle vielmehr die Festigung des Pfundkurses und den Ausgang der Neuwahlen in England abwarten. Französischerseits ist England die jederzeitige Hilfe Frankreichs zugesagt worden. Die bevorstehende Washingtoner Reise und die Abrüstungskonferenz waren int übrigen Haupt- gegenständ des Meinungsaustausches. In gut unter- richteten französischen Kreisen erklärt man, Laval habe zur Abrüstungsfrage erneut darauf hingewiesen, daß Frankreich nur bereit fei, in dem Maße abzurüsten, wie die gegenseitige Unterstützung im FollbewaffneterKonflikte konkrete Formen annehme, lieber die franzö- fisch-englischen Handelsbeziehungen, die durch 'den Psundkurs stark in Mitleidenschaft gezogen find, unterhielt sich Lord Reading mit dem französischen Handelsminifter. Beide versicherten, alles für eine möglichst reibungslose Abwicklung der Handelsbeziehungen zu tun. In der Repara - t i o n s f r a g e versicherte Ministerpräsident Laval, daß in Washington sehr wohl vorläufige Maßnahmen ergriffen werden könnten. An eine endgültige Regelung dieser Frage sei jedoch nur auf der Grundlage einer strikten Trennung der Reparationen und der interalliierten Schulden zu den. ken. „Daily Mail" berichtet, in Pariser politischen Kreisen fei oorgeschlagen worden, England zu den Besprechungen Lavals mit Hoover hinzuzu - Ziehen. Dieser Vorschlag sei aber bisher noch nicht offiziell vorgebracht worden, da naturgemäß der erste Schritt hierfür von Amerika ausgehen müsse. „Times" bezeichnet den Verlaus der Verhandlun. gen Readings als sehr zufrieden stellend. Lord Reading sei besonders über die deutsch-franzö- fischen Beziehungen, den bevorstehenden Besuch Lavals in Washington und die Stabilisierung der Währung unterrichtet worden. Der Umfang und die Offenheit der von den französischen Stellen gegebenen Informationen fei bemerkenswert. Die Um- stände hätten Frankreich in eine Lage gebracht wo es einen entscheidenden Einfluß auf die Angelegenheiten der Welt ausübe. Die Initiative läge bei Frankreich. Nach Reuter hat Lord Reading Paris verständigt, daß die englische Regierung das Pfund sobald wie möglich nach den Wahlen stabi- lisieren wolle, und Aroar zum Wert von etwa 100 Franken für das Pfund ober etwa rund 16 Mark. schlägesürdie Gläubiger beigefügt worden, u. a. sollen danach die Z i n s e n um 2,5 auf 7,5 o. H. — also wie bet den Aufwertungshypothekem die über 1931 hinauslaufen — erhöht werden. Man wolle erwirken, daß diejenigen Unternehmungen, die am 1. Januar 1932 zahlen müssen, dazu aber außer- stände seien, in einer Veröffentlichung erklären, daß sie von dem Moratorium Gebrauch machen. Einer befoaberen Zustimmung der Gläubiger soll es nicht bedürfen. Der Moratoriumsantrag erstreckt sich auf die durch Auslosung fällig werdenden Beträge. Das höhere Schulwesen in Hessen. Der Hessische Philologen-Derein teilt der Presse u. a. folgendes mit: Entgegen dem verbreiteten Schlagwort von der „I n f l a t i o n der höheren Schule" ist festzustellen, daß die Schülerzahl der höheren Knabenschulen Hessens gegenüber der Vorkriegszeit nicht gestiegen ist. Sie betrug 1909: 13 268, 1917: 13 774 und beträgt 1931: 13 754. Dagegen ist bei der Schülerinnenzahl der höheren Mädchenschulen eine Zunahme zu verzeichnen, deren leicht verständliche Ursachen in der Erringung der politischen Gleichberechtigung der Frau und in dem sich dauernd steigenden Zudrang der Frau zum Berufsleben zu suchen sind. Der Prozentsatz der von der Grundschule zur höheren Schule übertretenden Kinder ist in ständigem Sinken begriffen: 1929 — 15,3, 1930 —12,9, 1931 —11,77 Prozent. Richtig ist, daß aufberDberftufe der höheren Schulen ein Anwachsen ber Schüler- zahlen zu verzeichnen ist, bas auf der Schwierigkeit beruht, ein Unterkommen im Erwerbsleben zu finden. Soweit dem Zuwachs durch schulische Maßnahmen zu steuern ist, geschieht es in Hessen durch eine beträchtliche Verschärfung der Auslesebestimmungen. Das höhere Schulwesen in Hessen erfordert einen wesentlich geringeren Zuschuß wie das der meisten anderen Länder. Nach den Berechnunaen des Statistischen Reichsamtes betrug 1925 der Hu» fchußbedarf für das höhere Schulwesen auf den Kopf ber Bevölkerung: im in Reichsdurchschnitt Hessen für den Staat 4,58 Mk. 4,23 Mk. für die Gemeinde 2,62 „ 2,45 „ zusammen 7,20 Mk. 6,68 Mk. Seit 1925 hat Hessen die Einnahmen aus seinem höheren Schulwesen durch eine empfindliche Erhöhung des Schulgeldes gesteigert, die Ausgaben durch fortgesetzten Stellenabbau gesenkt. Seit 1926 sind an den höheren Schulen Hessens 93 Stellen g e st r i ch e n und 61 Stellen auf den Inhaber gesetzt worden. Auf 37 noch vorhandene Assessoren- stellen warten heute schon 345 Assessoren und Referendare. lieber die Hälfte aller Oberstufenklassen und mehr als ein Viertel aller Klassen sind überfüllt. Primen mit 40 Schülern und Kombinationen, selbst von Oberklassen, in den Hauptfächern kennzeichnen einen Zustand, der sobald wie möglich revidiert werden muß. Aus dem Gesehgebungsauöschuß. WHP. Darmstadt. 8. Okt. Der Gesetz- gebungsausschuß des Hessischen Landtags führte die Beratung des Naturschutzgesetzes zu Ende. Die Regierung hat die Artikel 21 und 22 sowie zu den früher genehmigten Artikeln radikale Aenderungen vorgeschlagen, denen der Ausschuß zustimmte. — Ein Antrag des Zentrumsabgeordneten Keller- Gießen auf verstärk- ten Schuldnerschuh wurde der Regierung einstimmig als Material Überwiesen. — Ein vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft vorgelegter Gesetzentwurf zur Aenderung des Gesetzes über die landwirtschaftliche U n - fallversicherung vom 21.Dezember 1912 wurde einstimmig genehmigt. Bisher wurden die Beiträge zu der Unfallversicherung von den Gemeinden cingezogcn. Eine Anzahl von Gemeinden hatte aber, da es an flüssigen Mitteln fehlte, die Beiträge zunächst zurückgehalten und für Wohlfahrtsunterstützungen verausgabt. Da dies zu Llnzuträglichkciten führte, wird nunmehr der Genossenschaft das Recht gesetzlich zugcsprochen, die Beiträge unmittelbar von den Beitragspflichtigen einzuziehen. Oie Kandidaten des Christlich-Sozialen Vottsdienstes. WSR. Darmstadt, 8.Okt. Der Christ, l l ch - Soziale Dolksdienst (evangelische Bewegung, hat für die hessischen Landtagswahlen am 15. November folgende Kandidaten an erster Stelle der Liste nominiert: 1. Lehrer Gred, Mainz-Weisenau. Landesvorsitzender des Christlich-Sozialen Volksdienstes; 2. Geschäftsführer Schmitz, Gießen; 3. Arbeiter^ sekretär Läufer, Darmstadt; 4. 3ugcndpfarrer zur Rieden, Offenbach; 5. Studienassessor Schneider. Grünberg. Auf der Liste stehen u-,av 81 Heßler. Oberrangiermeister. Vad-Rauheim; 9. Müller» Ahlheim. Shc- frflu.®runberg; 11. Wahl. Strafanstaltspfarrer, Butzbach; 13. V e e s e m e y e r. Apotheker, Gedern; 16. Koch, Professor Dr., Gießen. Aus aller Wett. Das Jüterboger Eisenbahnattentat. 3n der Nacht wurde der knecht kurt Bartels in hohenfeefeld wegen Verdachts der 7Nit- t a t e r s ch a f t an dem Jüterboger Eisenbahnattentat fe st genommen und dem Kriminalkommissar Dr. Wächter, der der Untersuchungskommission für das Elsenbahnattentat angehört, vorgeführt. Der Kommissar veranlaßte die sofortige Ueberführung Bartels nach Berlin. Bartel» soll auch an dem Sprengstoffdiebstahl in Peterrhaln (Niederlan- sih) beteiligt gewesen sein, wo vor einiger Zeit etwa 50 Pfund Sprengstoff entwendet wurde. Schweres Lxplosionsunglück in Gdingen. 3n ® b i n g e n stürzte durch die Explosion eines größeren Gasbehälters im Wohnhäuserblock des Verbandes für Geistesarbeiter ein Teil des 200WohnungenumfassendenGebäu- deblocks ein. Vierzehn Wohnungen sind gänzlich zerstört. Die ganze Nacht wurde gearbeitet, um die V e r s ch ü 11 e t e n zu retten. Bisher konnten neunToteundsiebenVerlehte. darunter ein Schwerverletzter, geborgen werden. Unter den Trümmern befinden sich vermutlich noch siebenPersonen. Die Katastrophe erfolgte während einer probeweisen Zuleitung des Leuchtgases. Anscheinend isteinRohrundicht geworden und das ausströmende Gas mit einer offenen Flamwe in Berührung gekommen. Es handelt sich hier um Erdgas, das bekanntlich fast geruchlos ist, so daß ein Entweichen auS undichten Rohren schwer festzustellen ist. Die Rettungsmannschaften der Feuerwehr, der Polizei und eine Kompanie der polnischen Kriegsmarine sind bei der Bergung tätig. Etwa 11 Wohnungen sind völlig zerstört. Brand in einer Geflügelfarm. 3n Glansee (Kreis Greifenberg) in Pommern wurden durch ein Großfeuer die Geflügelfarm von Wesenberg und vier Bauernhöfe vernichtet. Lediglich die Wohnhäuser der vier Besitzer der Bauernhöfe konnten von den am Brandort erschienenen 24 Feuerwehren vom Feuer freigehalten werden. Da auch die eine Seite des Dorfes schwer bedroht war, wurde der Motorlöschzug aus Kolbe r g zu Hilfe gerufen, dem es im Verein mit den übrigen Wehren gelang, des Feuers Herr zu werden. Mitverbrannt sind etwa 900Hüh- ner und d i e gesamten Ernten der vier Besitzer. Pfeilerbruch auf einer schlesischen Grube. 3n Beuthen (Oberschlesien) wurden infolge des Zusammenbruches eines Pfeiler- auf der 724 Meter tiefen Sole der Karsten-Zentrum- Grube 5 Bergleute verschüttet. Durch die unter Leitung der Bergbehörde sofort auf» genommenen Bergungsarbeiten gelang es, einen der Verschütteten, der nur unerheblich verletzt ist. zu bergen. Die Rettungsarbeiten wurden mit allen Kräften weitergeführt. 3m Laufe einer zwölfstündigen Rettungsarbelt wurden vier als Leichen geborgen. Schnelle Justiz. 3n Nürnberg fand sich in einem in einer Wirtschaft abgehaltenen Sprechabend der NSDAP, ein ehemaliger Fremdenlegionär ein und nahm auf einem'Stuhl vor dem Rednertisch Platz. Nach kurzer Zeit stand er auf, begab sich in eine Ecke des Saales, zog eine geladene Pistole aus der Tasche und legte diese gegen den Redner an. Die Pistole wurde ihm sofort entrissen. Der Täter wurde bereits am folgenden Tage vom Schnellrichter zu einer Gefängnisstrafe von a ch t Monaten verurteilt. Er wurde sofort in Haft genommen. Ein Führer de» Deutschtums in Brasilien gestorben. In Blumenau (Staat Catharina, Brasi - l i e n) starb Ioss D e e t e, früher Direktor der Hanseatischen Kolonisattonsgesellschaft in Hammonia, im Alter von 56 Jahren. Der Verstorbene gehörte einer der ältesten Familien Blumenaus an; sein Vater zählte zu den Mitarbeitern Hermann Blu- menaus, des Gründers der Kolonie. Jost Deeke hat sich um die Entwicklung der Blumenauer Hansa große Verdienste erworben und sich auf dem Ge- biete der Landmessung und des Kartenzeichnens sowie als Schriftsteller einen Namen gemacht. Er hot zahlreiche treffliche Arbeiten über die Geschichte sei- ner Heimat und seines Heimatstaates geschrieben. Decke ist stets für die Pflege von Kirche und Schule und alle gemeinnützigen Bestrebungen eingetreten. 3n 41 Stunden über den Pazifik. Die beiden Tokio-Flieger Pangborn und Hern» don sind in Wenarchee im Staate Washington gelandet. Sie haben den ersten ununterbrochenen Flug über den Pazifischen Ozean in 41 Stunden durchgeführt. Die Flugstrecke beträgt rund 8400 Kilometer. Kurz nach dem Aufstieg tn Samushiro in 3apan hatten die Flieger die Landungsvorrichtung des Flugzeuges abgeworfen. um bai Gewicht zu vermindern. Sie muhten daher die Landung ohne Räder vorneh-- men. Um eine Explosion zu vermeiden, hatten sie zuvor den Rest ihres Gasolins abgetoorfen. DaS Flugzeug überschlug sich beinahe beim Aussehen auf den Boden, drehte sich dann nach links und kam schließlich !n einer riesigen Staubwolke zum Stehen. Die Flieger blieben dabei unverletzt. Aus Der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. Oktober 1931. Wieviel Schlaf braucht der Mensch? Don Or. med. Hans Voltenborn. Die Frage, wieviel Schlaf der Mensch braucht, dürste jeden interessieren, denn es ist wohl niemand von den unangenehmen Folgen dauernden Nichtausschlafens frei. Gs ist ja nicht zu leugnen, dah Schlaf und Leistungsfähigkeit des Menschen voneinander abhängen. Trotzdem toirb cs uns auffallen, daß gerade manche Menschen, die den Tag über besonders viel arbeiten, abends noch lange ausgehen können und am anderen Morgen tpieber früh vollkommen krisch zu ihrer gewöhnlichen Beschäftigung erscheinen. 3m Gegensatz oaju gibt es Patienten, die dem Arzt schildern, daß sie beinahe regelmäßig zehn Stunden schlafen und trotzdem immer über Müdigkeitsgefühl au klagen haben. Wodurch begründen sich nun drese rätselhaften Unterschiede? Man kann wohl mit Sicherheit behaupten, dah unbedingt ein Unterschied zwischen geistiger und körperlicher Arbeit zu machen ist. Diejenigen Leute, die ihrem Beruf nur mit starker Anspannung ihrer gesamten Muskelkräfte nachgehen können, werden bedeutend gröberes Schlafbedürfnis haben als die geistigen Arbeiter. Bei diesen sind sogar besonders die Kopfnerven nach Spätarbeit so angestrengt und angespannt, dah es ihnen meistens besser bekommt, wenn sie nicht direkt nach Beendigung ihre« Tageswerkes sich zur Nachtruhe begeben, sondern erst irgendwelche Ablenkung vorher versuchen, um eine allgemeine Entspannung des Nervensystems hcrbeizusühren. Eine grabe Rolle übt bei diesen Leuten auch oft das ■■Iinotin aus, welches durch seine anfängliche Nervenanspannnung längeres Wachsein ermöglicht. Bisher hat man in den weitesten Kreisen sich die einfache Formel zu eigen gemacht, dah die 3ugend bedeutend mtzhr Schlaf brauche als da- und aus seinem Bekanntenkreise Immer nn Menschen gedacht, die deshalb angeblich so früh aufstehen, weil sie wegen ihres fortgeschrittenen Lebensalters doch nicht mehr lange schlafen 3",Amerika ist jedoch vor kurzem eine Statistik veröffentlicht worden, die eine Umfrage bet über 500 Prominenten über deren Schlafgewohnheiten berücksichtigt. Die Ergebnisse waren ganz anders, al- man eigentlich vermutet hatte Es hat sich nämlich herausgestellt, daß gerade das höhere Alter und außerdem die Befragten zwischen 35 und 40 3ahren besonders viel Schlaf brauchen. Die Dauer eines genügenden Schlafes kann man im Durchschnitt wohl auf acht Stunden annehmen. ES steht fest, daß sich durch Gewöhn- Oie Wetterlage. StfL. Tour Xi (pruna /• Oonnsrsfact | den 8 UKt'Ober /ycz/w Qvorxtnios O "fiter »nai» otdernt. ® wolkig. • otdcctL eRtge^ »Sehnet atraupcin w neoet R Onwn’-r {gjwmdjliiic <>, $at (eichte- Oh y n«$igc> Tüäjuowesi q Muemijene- nordweal Oie Ptene fliegen mu oem wmdt CHe Der der. Stationen Menenden Zahlen geben die Temperatur an. Vie Limen verDmdeo Orte m< gleichen euf nreresmveau umgereehneltn Luftdruck Wettervoraussage. Der hohe Druck über Frankreich hat sich mehr nach ^ntraleuropa verschoben und nimmt auch unseren Bezirk in seinen Bereich. Dabei ist die starke Wcststramung sehr schnell abgeflaut. Die abfintenbe Luftbewegung hat bereits die Bewölkung aufgelost und heiteres Wetter eintreten lassen. Die Temperaturen, die nunmehr durch Ein und Ausstrahlung bestimmt werden, erfahren zwischen Tag und Nacht stärkere Gegensätze. Obwohl über Island bereits eine neue kräftige Störung erschienen ist, dürfte bei uns die Hochdruckwetterlage zunächst erhalten bleiben. Doch wird die in höheren Schichten vordringende Warmluft in der Frühe zu verbreiteter Nebel- bildung führen. Dorhersage für Sam «tag: Morgens dunstig, tagsüber aufheiternd und warm, nacht- stärkere Abkühlung, trocken. -Vorhersage für Sonntag: Weiterhin jrupncbcl, im ganzen noch etwas wärmer, tagsüber ausheiterno. aber auch leicht bewölkt. Lusttemperaturen am 8. Oktober: mittag» 13,7 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 9. Oktober: morgen» 9,7 Grad. Maximum 14,2 Grad, Minimum 7,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8 Oktober: abends 11,4 Grad; am 9. Oktober: morgens 10 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5% stunden. — Niederschläge 0,1 mm. • zy um 1. !tttrl66L An alle FORD-BESITZER! Wie weit kommen Sie mit 1 Liter Brennstoff? Krahn & Comp., Gießen, Marburger Straße 7, Tel. 3039, autorisierter Fordhändler g5, h2. Schwarz Weih. Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Weih 8 Steine: Kg3; Da6; Lh5; Sc4; Bb3, c3, Lösung des Problems Ar. 300. Don R. Steinweg, Berlin. Dh8 — e8! usw. Aus der Schachwelt. Kunst und Wissenschaft. Der liierari'chc Nobelpreis fällt an einen Toten. Die schwedische Akademie hat am Donnerstag den literarischen Nobelpreis an den verstorbenen schwedischen Dichter Erik Axel Karlfeldt verliehen. Die Bekanntgabe erfolgte einen Monat früher als üblich. Zum erstenmal in der Geschichte des Nobelpreises wurde ein Dichter ausgezeichnet, der nicht mehr am Leben »st. Die Satzungen des Nobelpreises lassen jedoch ausdrücklich die Möglichkeit zu. das) der Preis an eine Persönlichkeit verliehen wird, die in dem betreffenden 3cchre vorgeschlagen war, inzwischen jedoch gestorben ist. Dies war mit Karlfeldt der Fall, der im Frühjahr vorgeschlagen wurde. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. M74Z Ärxt^-Gutachten! Jede Bohne Qualität jeder Tropfen Genuß jede Tasse Gesundheit das ist Kaffee Hag! In jedem Paket ein Gutschein. Im Weihnachtsmonat auf 40Gi't"hcine 1 imlt. Altsilberdose mltKaffee Hag gratis Vom 9.-11.10.31. findet der hiesige Brennstoffverbrauchs-Wettbewerb, offen für alle Ford-Besitzer, statt. Wertvolle Preisei Die 6 Gesamtsieger aus ganz Deutschland sind 3 Tage lang Gäste der Fordwerke in Köln (bei freier Hin- und Rückfahrt). Meldungen werden noch entgegengenommen. Näheres bei: >n iu h,N* I |Äl« Ä kW Weiß: Schiffers. Die vorstehende sehr interessante Stellung hatte sich aus einer Turnierpartie zwischen Weih: Schiffers und Schwarz: Tschigorin ergeben. Weih hatte zuletzt De3—a7 gezogen, auf welche feine Weise entschied nun Tschigorin die Partie? Weih 10 Steine: Kgl; Tal, kl; Lei; Sg3; Ba2, b2, c2, f2- Schwarz 11 Steine: Kc8; Td8, h8; Lc6, e5; Se7; Bb7, c7, f6, g6, g7. 5 Steine: Kf5; Le6; Bb5, c5, h6. Endspiel Nr. 92. Lehrreiche Partiestellung. Schwarz: Tschigorin. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Nedaktionstisch. Tropenlalein. Der berühmte Gast leerte den vierzehnten Whisky und erzählte: „Mitten im ursten Urwald hatten wir unser Zelt aufgeschlagen und ein Feuer angezündet. Sieben unerschrockene Kerle waren wir. Die Stimmen des nächtlichen Urwalds drangen zu uns herein, das Fauchen der Tiger, das Rasseln der Krokodile, das Schleichen der Kobras. Uns konnte das natürlich nicht stören. Wir setzten uns im Kreise und pokerten. Was soll ich Ihnen sagen — auf einmal teilt sich der Zeltoorhang, eine riesige Tigertatze langt herein, greift sich den jungen Lord Bummersham und verschwindet mit ihm!" „Entsetzlich! Sie machten sich dann an die Verfolgung!?" „Unsinn, 5)ätte keinen Zweck gehabt. Mann war verloren. Wir nahmen die Zweien aus der Karte und pokerten weiter. Es dauerte keine fünf Minuten — ich hatte gerade drei Asse zu zwei Königen gekauft —, langt die Tigerkatze wieder herein. Diesmal war ein gewisser Mister Singer aus Hongkong an der Reihe. Weg. Erledigt." „Grauenvoll!" „3a. Schön. Die Dreier raus. Weiter gepokert. Rach fünf Minuten holt sich die Tigerkatze Föhns. Dann Lord Appelgreen. Dann Peterson ..." „Mein Gott! Was taten Sie?" „3m Morgengrauen fand mich ein 3Sgertrupp. 3ch legte Patience." (Luft. Bl.) Brianb in der Anekdote. Briand und Caillaux waren längst heftig miteinander verfeindet, als beide im 3ahre 1925 im Kabinett Painlev 6 Minister wurden. „Also söhnen Sie sich miteinander aus, meine Herren", meinte Painlevs, „es ist im 3nteresse des Staates. Vergessen Sie 3hre Differenzen und drücken Sie sich die Hand!" Caillaux und Briand drückten sich wirklich die Hand, und Caillaux sagte emphatisch: ,,3d) wünsche 3hnen alles, was Ste mir wünschen, Briand!" „Mein Gott, nun fangen Sie schon wieder an!" erwiderte Briand pikiert. Gepäck. ,^)abcn Sie denn gar kein Gepäck, Herr Petersen?" „Rein, das ist mir abhanden gekommen!" „Abhanden gekommen?" „3a, der Korken ist aufgegangen, und da ist es ausgelaufen!" (Luft. Bl.) Dem Schachweltmeister Dr. Aljechin wurde vor kurzem in Kopenhagen eine besondere Ehrung zuteil. 3n einer Audienz bei König Christian X. erhielt er vom König von Dänemark das Ritterkreuz des Isländischen Falken, eine sehr seltene Auszeichnung, die nur bei ganz besonderen Anlässen verliehen wird. Später führte der König mit dem Weltmeister eine längere Unterredung über das Schachspiel, dessen begeisterter Anhänger auch der König ist. — 3m Schachwettkampf zwischen dem Exweltmeister Capablanca und dem holländischen Vorkämpfer Dr. Euwe siegte Capablanca + 4, — 2, — 4. — Der Schachmeister W. Orbach spielte kürzlich im Sobernheimer Schachklub 17 Partien simultan: +15, —1, =1. darauf hinwies, daß die gestrige Diskonterhöhung der Reuyorker Federal Reserve Bank auf 2,5 v. H. erst nachbörslich bekanntgeworden ist. Die Spekulation verhielt sich vorläufig abwartend, Umsätze fanden noch nicht statt, und Kurse wurden nicht genannt. Am Devisenmarkt taxierte man Pfund gegen Kabel aid 3,83 bis 3,86, gegen Mailand auf 74,50, gegen Spanien auf 42,65 bis 42,75", gegen Paris auf 97,5 bis 98, gegen Amsterdam auf 9,5, gegen Schweiz auf 19,65. heit auch dieses Quantum bedeutend verkürzen läßt. Trotzdem ist es fraglich, ob nicht diejenigen, ßie jahrzehntelang nur sechs Stunden oder noch weniger schlafen, ohne am nächsten Morgen Ermüdungserscheinungen zu verspüren, nicht doch früher altern, da ja ihre sämtlichen Körperorgane bedeutend mehr abgenutzt werden als diejenigen der Langschläfer. Es ist nämlich durch wissenschaftliche Versuche nachgewiesen worden, daß schon eine einzige durchwachte Nacht eine ganz bedeutende Herabsetzung der Elastizität unseres Körpergewebes hervorruft und damit gleichzeitig eine Leistungsverminderung der Muskulatur. Man kann also nicht annehmen, daß jemand jahrzehntelang diesen Zustand ohne jede nachhaltige Schädigung aus- hält. Wir sollen unserem Körper die sicherlich notwendige Ruhe nicht auf die Dauer entziehen, sondern auch Muskulatur und Nerven die durch den Schlaf gewährleistete Stoffwechselerneuerung gönnen. Andererseits ist es jedoch ausgeschlossen, allgemein gültige Regeln darüber aufzustellen, wieviel Schlafstunden ein jeder braucht, da hierzu der einzelne Organismus zu verschieden ist. Der Durchschnitt liegt aber sicherlich bei einer achtstündigen Schlafdauer l Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Voruntersuchung", 20 bis 22.30 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein: 3ubiläums-Ausstellung Ernst Eimer, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. — Gießener Eisverein: Mitgliederversammlung, 20 Uhr, Stadtcass. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Walzerparadies". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Hände hoch!" und „Die Goldgräber". — Don der Ehr ist engemeinschaft, Bewegung für religiöse Erneuerung, wird uns mitgeteilt: Hilmar von Hinüber (Barmen) spricht am Samstag, 10. Oktober, 20.15 Ahr. im Saale des Caf6 Ebel, Durggraben 9, über das Thema: „Schicksal und Verbrechen". Der Redner . lebt .seit etwa fünfzehn 3ahren in intensiver Fühlungnahme mit dem Schicksal des Proletariats und steht in Verbindung mit einer großen Anzahl von Strafgefangenen und entlassenen Gefangenen. Er wird aus reicher Erfahrung sprechen über die Probleme des menschlichen Schicksals, seine Erkenntnis und seine Meisterung, über die Entwürdigung des Menschen durch die gegenwärtigen Methoden auf dem Gebiete der Fürsorge und des Strafvollzugs-, über die neuen Wege, die er selbst mit einer Anzahl von Freunden und den entlassenen Gefangenen beschritten hat. Nach dem Vortrag findet freie Aussprache statt. (Siehe heutige Anzeige.)' — Vortragsabend über naturgemäße Ernährung. Am nächsten Montag, 20.15 Ahr, findet im Hotel Schütz ein'öffentlicher Vortrag über das Thema „Gesundheitfördernde Köcperbeeinslussung und Leistungssteigerungen durch naturgemäße Ernährung" statt. Richard Büch ter (Frankfurt a. M.), der Redner des Abends, wird auch Fragen aus dem Publikum beantworten. 3m Anschluß an den Vortrag findet ein zweitägiger Lehrgang in neuzeitlicher Küchenführung statt. Näheres in der heutigen Anzeige. — Der Tanzclub „Rot-Weiß" Gießen, Mitglied des Reichsverbandes zur Pflege des Gesellschaftstanzes veranstaltet morgen, Samstag, im Saale des Gesellschaftsvereins ein Tanzturnier, verbunden mit der Austragung der Klubmeisterschaft 1931. Dem Publikum ist dabei Gelegenheit gegeben, den guten Gesellschaftstanz kennenzulernen. 3n den Turnierpausen und nach dem Turnier findet Ball statt. Das Tanzpaar Ewald Däulke und Frau wird einige interessante Tänze vorführen. Es wird ferner eine Gästeklasse eingerichtet, an der alle (Interessenten, die keinem Tanzklub angehören, teilnehmen können: die drei besten Gäste-Paare werden mit Preisen bedacht. (Siehe heutige Anzeige.) Karlfeldt, geboren am 20. 3uli 1864 in Folkärna, galt neben Werner von Heidenstam als der bedeutendste schwedische Lyriker seiner Zeit; seit 1904 war er Mitglied der schwedischen Akademie, wo er das Amt des ständigen Sekretärs bekleidete. Karlfeldt gehörte zu den Dichtern, die den Naturalismus verinnerlichten und die Eigenwerte ihrer Heimat entdeckten. 3n seinen „Wildnis- und Liebesliedern" (1895), „Fridolins Poesie" (1902), in „Flora und Pomona" (1906) und „Flora und Bellona" (1918) lebt in Stimmung, Stoff und Wortwahl Karlfeldts schwedische Heimat mit ihrer uralten Bauernkultur. (Schluß des redaktionellen Teils.) Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Losungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. .303. Don H. Eichstädt, Kreuzburg. Schwarz. 7«°"^ y NI nie: 'Nbem «Nch-LL 9 uns ■ ."beiten k ’ ?!e den am anha Noch seinen. Zm L Nn- die dem fr?* 6hKfr 'M? J^ slch nun dfä&t ZLrZ „ ■ Jcinc anfänglich» l!^?°^in ermöglicht. sich . bQ6 Ne । J brauche als bei Olt deshalb angeblich |0 : N® ihres fvitgeschrii- I mehr lange schlafen 1 leooch vor kurzem eine -vrden, die eine llmstagr Mtm über deren 6chlaf. m ganz anders, als man ttc. 6i hat sich nämlich crade das höhere 211er fragten zvifchen 35 un) viel Schlaf brauchen. mügenben Schlafes kam toofll auf acht Stunden M 5ch durch ©ttoobn« ** Abgabe der Vermögenssteuer-Erklärung. 3n einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil veröffentlichen die Finanzämter Gießen, Butzbach, Grünberg und Hungen eine Aufforderung zur Abgabe der Vermögenssteuer-Erklärung für das Jahr 1931. 3nteressenten seien besonders darauf hin- gewiesen. ** Billige Aepfel für Hilfsbedürftige. Wie das Städtische Wohlfahrtsamt uns mitteilt, gehen die Bestellungen auf Aepfel für Erwerbslose und sonstige Hilfsbedürftige, die das Obst zu außerordentlich billigem Preise erhalten können, sehr zahlreich ein. Um einen genauen Ueberblick über den Umfang der Belieferung zu bekommen, ist es erforderlich, daß die 3nteressenten für diesen verbilligten Aepfelbezug (nur Erwerbslose und sonstige H i l f s b e d ü r f t i g e)^sich bis morgen, Samstag, mittags 12 Uhr, beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Zimmer 9, melden. Dort ist auch eine Probe der Aepfel zur Ansicht ausgelegt. Die Ein- Haltung dieser Meldefrist ist den Reflektanten drin- gend anzuraten, da die zur Verfügung stehende Aepfelmenge bis jetzt noch auf ein gewisses Maß beschränkt ist. ** 3 u b i l ä e n b e i d e r R e i ch s b a h n. Zu den gestern mitgeteilten Reichsbahn-Dienstjubiläen ist berichtigend zu vermerken, daß nicht der Lokomotivführer FriedrichKlotz, sondern der Lokomotiv- sichrer Heinrich Klotz wohnhaft in der Liebig- straße 107, das 3ubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit bei der Reichsbahn feiern konnte. ____________ RDV. Mit der Bahnsteigkarte Im Zuge. Die Bahnsteigkarten berechtigen im allgemeinen nur zum Betreten der abgesperrten Bahnsteige. Es wird jedoch den Besitzern solcher Karten auch gestattet, einen zur Abfahrt bereitstehenden Zug vorübergehend zu betreten, wenn es sich darum handelt, den Reisenden das Handgepäck in die Wagen zu schaffen, oder hilfsbedürftige Reisende, sowie Frauen und Kinder im Zuge unterzubringen. Selbstverständlich muh der 3n- haber der Bahnsteigkarte darauf achten, daß er nicht zu lange im Zuge verweilt; denn sonst kann er eine unangenehme Aeberraschung erleben, wenn der Zug sich plötzlich in Bewegung seht und er nunmehr als unfreiwilliger Reisender die Fahrt bis zur nächsten Haltestation mitmachen muß. Der Fahrgast muß dann als Reisender ohne Fahrkarte angesehen werden; er hat also den doppelten Fahrpreis zuzüglich etwaiger Eilzug- bzw. Schnellzugzuschläge zu entrichten. ** Reichs-Cdeka-Woche. Man schreibt uns: Die Kaufmannschaft des Kolonialwaren- und Feinkost-Einzelhandels rüstet sich, in diesem 3ahre ihre durch den gemeinsamen Großeinkauf bedingte Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Die Schaufensterauslagen der Edeka-Geschäfte werden Wohl den kritischen Blicken der Hausfrauen standhalten, da sie den Willen der Geschäftsinhaber offenbaren, den Anforderungen der schweren Zeit Rechnung zu tragen und den Hausfrauen die täglichen Sorgen zu erleichtern. Es ist das Prinzip der Cdeka-Kauf- leute, dem Kunden den Einkauf und was damit verbunden ist, in jeder Weise zu erleichtern. ** Werbeabend des Elektrizitätswerkes. Das Städtische Elektrizitätswerk veranstaltete gestern abend in Verbindung mit der Elektrogemeinschaft Gießen einen sehr stark besuchten Werbeabend im Cafä Leib, bei dem die Verwendungsmöglichkeiten der Elektrizität im Haushalt in den verschiedensten Formen vor Augen geführt wurden. Der Redner des Abends, Direktor Mohling von der Werbegemeinschaft für Elektrizitätsverwertung-Berlin, hielt einen Vortrag, in dem er viele Möglichkeiten der Erleichterung der Haus- frauenarbeit im Haushalt durch Elektrizität erörterte. Er begründete die Verwendung der Elektrizität im Haushalt in wirtschaftlicher Hinsicht, wies auf die praktischen Vorteile bei der Verwendung moderner Hilfsmittel hin und betonte, daß elektrische Geräte kein Luxusartikel, sondern Gebrauchsgegenstände erster Ordnung seien. Der Redner führte im Rahmen seines Vortrages eine Anzahl von Geräten (Kochherde, Staubsauger, Bügeleisen, Heizsonne, Heizöfen, Heizkissen, Massageapparate, Höhensonne, den Kochapparat „Elektro-Oekonom" usw.) vor. Er wies außerdem auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Anschaffung der Geräte hin, die auf dem Weae der Mietzahlung allmählich in den Besitz der Mieter übergehen könnten. Während des Vortrages wurden verschiedene Gerichte bereitet, die als Kostproben zur Verteilung gelangen. Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer folgten dem Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. Während einer Pause war Gelegenheit gegeben, die ausgestellten Geräte eingehend zu besichtigen. Zum Schluß gelangte ein Theaterstück durch Mitglieder der Werbegemeinschaft zur Auffüh- rung, das in scherzhafter Form die Anwendung elektrischer Geräte veranschaulichte. Das Publikum dankte mit lebhaftem Beifall. Der Werbeabend, mit dem eine Verlosung verbunden ist, soll heute abend seine Wiederholung finden. " Der Himmel als Reklamefläche. Die Persilwerle Henkel & Cie., Düsseldorf, schickten für gestern abend einen Scheinwerferzug nach Gießen, mit dessen Hilfe der abendliche Himmel durch Ausstrahlung als Reklamefläche ausgenüht wurde. 3n riesigen Buchstaben erschien die Reklame der Persilwerke über der Stadt und lenkte für einige Zeit die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Deutlich waren die Buchstaben „1M1“ und „ATA“ zu lesen. Rach einiger Zeit lösten sich jedoch die Wolken, die die Voraussetzung für oas Gelingen dieser Lichtreklame sind, auf und das Wort „Persil“ erschien nur noch fragmentarisch am Nachthimmel; der Lichtstrahl des Scheinwerfers verlor sich im Anendlichen. 3mmerhin war das Geschehene eindrucksvoll genug. Es ist interessant, einiges über die technische Seite dieses neuen Reklameverfahrens zu erfahren. Ein riesiger Scheinwerfer, der in seinen Ausmaßen weit über das hinausgeht, was man bisher an Scheinwerfern gesehen hat, wirft sein intensives Licht auf eine große, schräg gestellte Fläche, die aus lauter — etwa einen Dezimeter großen — quadratischen Spiegeln zusammengesetzt ist, die aber im einzelnen so gestellt sind, daß sich eine Anzahl Scheiben in ihrer Spiegelrichtung in einem Punkt vereinigen und so das Dildelement für die Buchstaben geben. Die ganze Scheinwerfer-Apparatur ist nach allen Seiten beweglich und drehbar montiert. Ein kräftiger Benzinmotor erzeugt die Kraft, die durch einen Dynamo in elektrische Energie umgeseht wird und den Strombedar des Scheinwerfers deckt. Das ganze ist au einen Lastkraftwagenzug montiert, und kann von Stadt zu Stadt gebracht werden. Der Scheinwerfer war im Hofe der Speditionsfirma Helmolt & Plank, 3m Gartfeld, aufgeftellt. Berliner Börse. Berlin, 9.Okt. (WTB. Funkspruch.) Der feste Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse blieb hier im heutigen Frühverkehr ziemlich eindruckslos, da man M Wir ,r ^ankrcich un. ■ trW‘5 kalten bl.tl' iunad)U *•’ Dorbrm' Reichs-Edeka-Woche«>° * * Der Großeinkauf von 430 Edeka - Genossenschaften mit zirka 32000 Geschäften in 5500 Städten verbürgt die Leistungsfähigkeit derEdeka-Geschäfte 6730 A DeffenWeVersammIung Sonntag, den 11. Oktober 1931, abends 8% Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten f 632 D Freie Aussprache! Unkostenbeittag 30 Pf. Deutschnationale Volkspartei, OrtSgr. Gießen Verschiedenes | H. Bommer. 6341V R7tnn Gewerksdialt deotscher Lokomotivlührer, Orlgqruppe GieDen schoben. 67470 Der Vorstand. Heuchelheim, den 6. Oktober 1931 05829 (Lcnrkenbcrgstrafte) 05857 Letzte Sendung frische Preiselbeeren. Cuittcu und Pfirsiche, 10 Psd. Mk. 1.— H. Oster, Offenbach Aus Oroßen-Linden, den 8. Oktober 1931. 05837 00 00 67250 zwar: Zum Aussuchen übersichtlich Im 1. Stock ausgelegt! 6739 A Salomon 6742 0 Schub Straße 10 Stück 25 Ps. 25 Psd. Mt. 1.50 Schrisli. Angeb. nnt. 674 )0 an d. GH. An-. Neue Zitronen - BZintcrzwiebcln Die Honatsversanun- Inng vom 10.10. wird aut den 17.10.31 ver- Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge meines lieben Mannes sowie für die vielen Kranzspenden, insbesondere noch für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Bremer sage ich auf diesem Wege herzlichen Dank. Wirksame Werbe-DrucKsachen liefert die Brühl'sche Druckerei Für die trauernden Hinterbliebenen: Frau Margarete Rinn, geb. Krödt r Sie finden Ihres Schirm tut und biniiJi bei Häuser fieienfUi. Frensdorf .....Mk. 1.80 3 Vlund 50 Ps. Ein treues Vaterherz hat aufgehört zu schlagen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, plötzlich und unerwartet meinen inniggeliebten Mann, unseren treusorgenden Vater. Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Klein-Linden, Gießen, Rom. den 7. Oktober 1931. Die Beerdigung findet Samstag, den 10. Oktober, in aller Stille statt. 05845 Zwangsversteigerung 65/31 Am Donnerslag, dem 10. Dezember 1931, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichts, acbäude zu Gießen, Zimmer 106, die nachstehenden im Grundbuche von Gießen, dem Kaufmann Karl heckrolh in Glehcn zu- geschriebcnen Grundstücke versteigert, und Jlur 1 71r. 726 - 49 qm hofrelle, Teufelslustgärtchen 11, geschätzt 1230 RM. Jlur 1 Ur. 888'io = 253 qm hofrelle. Sci)an^nstrabe 1, geschätzt 12 320 RM.; von lesstcrem nur die den Schuldnern zu- stehende ideelle Hälfte. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Berg- strahe 20 (Stadthaus), zur Einsicht aus- gehängt. Giehen, den 7. Oktober 1931. 3.21. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Frau Elisabetha Hankel, geb. Volk nebst Angehörigen. 10 Viund- Lüfte Trauben zu jedem annehmbaren Preis. H. Kirchner. die eich matt und elend fühlen, keinen Appetit haben, an nervösen Kopfschmerzen leiden, nachts nicht schlafen können, sollen Doppelherz, das anerkannte Nervenkräftigungsmittel nehmen, denn alle diese Krankheitserscheinungen kann ein gekräftigter Körper besser überwinden. Aerztlich empfohlen. Verblüffende Erfolge. Probeflasche M2.50 große Flasche 4,50 und 5,50 Doppelherz-Dragees 1,50 Zu haben in den nachstehenden Drogerien : 0. Winterboft, Kreuzplati 9 IP; C. Salbei, Frankfurter Str.; Grünbcrz: Karl Scholl and sftmtl. Filialen; Lobär: Achtung 1 Moose Mm VMlIIMrl Verkäufe | Molkerei geschält in bester GeichäfiS- Inne Umstände batv. nbAuncb. Schr. Ang. u. 03846 a. d.GH. 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Org 8 D L?Z 3 B 61^ D 3 8 " 3- 43 öoc 8‘ ci 3- ö o 3 3-^ 6)' 2 g.'S’a-1 -1 O 5* o 5=3 3 - • CT 05 § e-a- Eg 3 D: 8^6)' =.2 6) 6) a. 2 r OÖ123 — o 3 5T v _ n. q 3, 8s?ft gz«5 o o 2 fl-c-s tt 73 «'S* o" „ g H ~" 2 o —- ^|| 3 <3*__ <-» 3 2 = 0 = = 5 o .-,-ES 5 43 3-saO -8-" 5 LSZ 5*8 5 *33T 2 O O Je § 2 6) 8 . ej • C -3 M5 §*°© So a-ee.3 if^o 3 0?? 3 CD 3 5 o SJ ife 2 O* *Ä * n * C hoi 3 "3-> ° -8® 3 o 2. ~ 3 » er — al , "x c 2 =^42- zg=s 3 o 3 '=* ©^.= 22, ns®. §•§«3 J ’crZ5-” 5 45ti>" ~D 6) "Sö-gSS 61= 2. 3 Z §• § 3L» i_)8= 6) y 'S1 cx cx a. 3 -o o__ 2. 3 3 3 =' = e o 2 2 W 3 3 .** Z°sZss s 2 = 2 »"• 1 8*= 3 Ö-S- Ä 51450^® 32 2. 2f er—cm Q: o "I —•■ >-. <*■ E 8 e 8.3' ^—Z <23 E. £g” :ij| >-r C* M O cn 2- ♦ s>H^> Z4O o O 2.3 Q •• Zg o 2 A= T3 n O- 3 ^tS 3 t o S I 8 o ° * ex _ o 5. ~.® 3 -i 2 ex »v 3 -» §432, ZLZ 3 n _ —■ 3 O 8-» E 3 ES~ c g o- °.2 3 tcx8 ©^ ® g 2D 3 o ÖDo 3 C tf> 3 © #32 3 3 3 2.L ST'ö'S 8 3 3 32 45^r 3 o we 8 3 3 2.«3 =s 43 ra 3 83 =2.3 3« u> °:%g BO r-» = - S «E <$> a-8-8! 8 3 3 8 3 ^3« tSc 3 *» ex v> 35)"> 0-3 ro 6)3- «5>= 8" ^3 3 2.7? 8 2 8 5^3° 2 e S. o u> 3™ 3 Eg ,-y 3s'1 ■E » 8 3 WO g s-5 ffi» 5 = 33 3 Ö'J'S'O 37 2 ° g,J§ ex -2 2? = o - « _ 2 *1 3 2 3 3 rs ä-fa o 8 Äislg 3 ** 3 c q n n = =-8 g38 - = a = °"g^ = 5 O 33 oBS 8 c o Sg«1 := 3 6) <7)3.4559^0 8 LLS 3 2 S’« 8 5 8 q'?Jä33 3 --2. 3 c 2 <7, O: 3 ■^'5' O 2- K2 , . 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Herr wn Ängehörigen leirdromittiert, u der uns für Jahr feinen Ausgang c schen noch andere gegen solche Sing Juli Sklarel - d dieses Prozesses aeschichtliche Krit lution grundleger Am ö.Avvem slawlrn die' womit der Hebt sassungsmähiger aber soweit kom die aus den ve her einlausen, i> befindet sich m schastlichcn und gewaltsame Sic Singe habe es nicht mehr nächsten Tagen bräche. Set Ä all stark an 3 hinter sich als aber ist ein uns den wirtschaft^ bei den Sauer die Erregung Besonderen Ei gesamten polit San ber QT g eine t haben. Man f; scheu den höhe Parteien sehr e . B-i Mondello das Meer der nchterem Grün der an die kalter erinnert. L°ttsl'ch es blosseren Ltraßen c® 6ei fnJen Böschung A r°°« 0 eft Dle*e -oluinen ür JÄ^^UW $58« £*äb in die »imni«. au; hi?arPunen u, ^'ltzin °rot°?Ei üir fnt ^esarbi °°n fofr an i SÄ SS kSgi von I» alte p le-w°Ue7^end, °nsich E°lpeki ez js??°cht er n* 'st der T. t°Pie bieTkn°m,n KeÄ 1 ^N 2[U * ;* bat. । °,s die'^ungeu >enZe"föpf b,e i-do'chl >wch' m wenj Nr. 236 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Zreitag, 9. Oktober Ml Randnoten. Am 13. Oktober wird jetzt nach mehr als zweijähriger Voruntersuchung der große Skan - dalprozeh gegen die Gebrüder Skla - r e k und ihre Freunde beginnen. Am 13. Oktober und gegen 13 Angeklagte: wenn das nicht für Abergläubige ein Grund für allerhand tiefsinnige Betrachtungen ist! Man rechnet damit, daß dieser Prozeß einige Monate dauern wird und daß darin die immer noch nicht ganz geklärten Zusammenhänge aufgehellt werden, die von den Sklareks über ihre mehr oder minder kompromittierten Freunde in die Verwaltung der Stadt Berlin tief hineinreichten. Die Vorbereitung ist jedenfalls sehr gründlich gewesen. Die Akten aus Zeugenvernehmungen füllen allein eine ganze Scheune nicht unbeträchtlichen Umfangs, und: die Anklageschrift mit ihren drei Bänden in Lexikonformat kommt auf 1600 Seiten. Immerhin, zwei Jahre sind eine lange Zeit, in der sich mancherlei vertuschen läßt, und es wäre schon denkbar, daß es nicht mehr möglich ist, den Hintergrund, auf dem sich dieses Korruptionsdrama abspielte, noch einmal wieder herzustellen. Die Angeklagten selbst und ein großer Teil der Beteiligten haben zuviel Interesse daran gehabt, die Spuren zu verwischen, und wenn sie schon verurteilt werden, das. was geschehen ist. wenigstens in möglichst harmloser Beleuchtung erscheinen zu lassen. Bei den Sklareks handelt es sich um d e n T y - pus des Nachkriegsgewinnlers. der rücksichtslos seinen Weg geht und moralische wie gesetzliche Hemmungen einfach überspringen zu können glaubt. Die Sklareks sind geborene Berliner und hatten schon, als ihr Aufstieg begann, einige Geldmittel hinter sich. Indessen, so bis in die Nachkriegszeit hinein, war von ihnen wenig die Rede. Dann kam die große Konjunktur, das Geld floh ihnen in Strömen zu, und wenigstens zwei von ihnen hatten den Ehrgeiz, ihren jungen Reichtum auch in ihrem äußern Auftreten zu zeigen. So gründeten sie einen Rennstall, kauften das ehemals königliche bayrische Gestüt und erreichten im Jahre 1928- den Höhepunkt, als sie die drei größten Rennen des Jahres auf deutschen Bahnen gewinnen konnten. Ein Jahr darauf folgte dann der Sturz. Sie wurden verhaftet, der Oberbürgermeister Böß telegraphisch aus Amerika zurückgerufen. Herr Böß stolperte über sie, Dutzende von Angehörigen der Berliner Verwaltung waren kompromittiert, und der ganze Reinigungsprozeh, der uns für Jahre lahm legt, hat eigentlich hier seinen Ausgang genommen. Wir haben in inzwischen noch andere Skandale erlebt, sind eigentlich gegen solche Dinge abgebrüht. Aber trotzdem, der Fall Sklarek — darin beruht das Symptomatische dieses Prozesses — wird für die gesellschaftsgeschichtliche Kritik der Periode nach der Revolution grundlegend bleiben. Am 8. November sollen offiziell in Jugoslawien die Wahlen zum Parlament erfolgen, womit der Uebergang von der Diktatur zum verfassungsmäßigen Regime geschaffen würde. Ob es aber soweit kommt, wird nach allen Mitteilungen, die aus den verschiedensten Kreisen von Belgrad her einlaufen, immer zweifelhafter... Jugoslawien befindet sich mitten in einer finanziellen, wirtschaftlichen und politischen Krise, die nach einer gewaltsamenEntladung geradezu drängt. Die Dinge haben sich bereits soweit zugespitzt, daß es nicht mehr überraschen könnte, wenn in den nächsten Tagen schon eine offene Rebellion aus- bräche. Der König hat durch die Diktatur überall stark an Boden verloren, er hat nichts mehr hinter sich als das Militär. Auch das Militär aber ist ein unsicherer Faktor geworden, weil durch den wirtschaftlichen Truck die Unzufriedenheit auch bei den Bauern überhand nimmt und von da her die Erregung auf die Soldaten übertragen wird. Besonderen Eindruck hat es gemacht, daß fast die gesamten politischen Parteien auf eine Beteiligung an der Wahl verzichten und dadurch dem König eine offene Kriegserklärung überreicht haben. Man spricht sogar schon davon, daß zwischen den höheren Offizieren und den politischen Parteien sehr enge Fäden bestehen, die den König auch nach der Richtung hin abschnüren, so daß seine eigentliche Stühe der Ministerpräsident General Schifkowitsch ist, zweifellos ein Mann von Eisen, vor allen Dingen ein Mann ohne Nerven. Aber den Befähigungsnachweis, daß er wirklich auch mitten im Sturm seinen Poften zu halten weiß, soll er erst noch erbringen. Das Unglüd ist, daß der neue Staat Jugoslawien in den 13 Jahren seines Bestehens sich immer noch nicht innerlich konsolidiert hat. Weder die kulturellen noch die nationalen Unterschiede sind irgendwie beseitigt. Die Serben fühlen sich als Staatsvolk und wollen das Land ausschließlich beherrschen, obwohl sie völkisch nur die Minderheit bedeuten. Die Kroaten denken gar nicht daran, sich auf die Dauer zu Staatsbürgern zweiter Klasse für einen ihnen fremden Staat machen zu lassen. Das Höchste, was sie zugestehen wollen, ist ein Föderativ st aat, in dem sie ihre völlige Autonomie behalten. Sie warten vorläufig ab, weil die Unzufriedenheit, die heute in Altserbien herrscht, für sie arbeitet. Wenn aber die Empörung ausbrechen sollte und es zu einer Neuordnung kommt, werden sie ihre weitgehenden Ansprüche anmelden, die den Bestand dieses Staates gefährden müssen. Möglich, daß es dem König und seinem Ministerpräsidenten noch gelingt, den Sturm zu beschwören. Aber die Finanzkrise geht trotzdem weiter, der Staat steht unmittelbar vor seinem Bankrott, von der Seite her würde dann also sofort wieder eine neue Krise drohen. Im günstigen Fall bleibt Jugoslawien auch weiterhin ein Pulverfaß auf dem Balkan, das jeden Augenblick explodieren kann. Wirtschaft. 4 355 000 Arbeitslose im Reich. Langsamer Anstieg der Arbeitslosigkeit. Berlin, 8. Okt. (WTB.) Nach dem Bericht der Reichsanstalt hat der h e r b st l i cy e A n st i e g der Arbeitslosenzahl auch in diesem Jahre in der zweiten Hälfte des Monats September eine A b - s ch w ä ch u n g erfahren. Die Zahl der Arbeitslosen, die in der vorhergehenden Berichtszeit um rund 109 000 gestiegen war, hat in der Zeit vom 15. bis zum 30. September um rund 31 000 zugenommen und betrug am letzten Stichtage r u n b 4 3 5 5 0 0 0. Die Zunahme seit dem tiefsten Stand des Sommers beläuft sich damit in diesem Jahre auf rund 401 000, übertrifft also die Steigerung in der entsprechenden Zeit des Vorjahres (rund 369 000) nicht erheblich. In der Arbeitslosenversicherung wurden am 30. September rund 1 344 000, in der Krisen- den Statistik der Wohlfahrtserwerblosen waren am 31. August rund 1 131 000 arbeitslose Personen vorhanden. • Die Indexziffer der Großhandelspreise im Monatsdurchschnitt September. Die vom Statistischen Reichsamt berechnete Großhandelsindexziffer stellt sich für den Monatsdurchschnitt September mit 108,6 um 1,5 v. H. niedriger als im Vormonat. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 101,1 (minus 2,2 v. H.), Kolonialwaren 94,1 (minus 1,8 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 100,1 (minus 1,4) und industrielle Fertigwaren 134,6 (minus 0,9 v. H). Der Monatsdurchschnitt für Produktionsmittel stellte sich mit 130,5 (August 130,7) um 0,2 v. H. niedriger, der Konsumgüterindex ist mit 137,8 (139,7) um 1,4 fürforge rund 1 140 000 Hauptunterstützungs- I v. H. zurückgegangen, empfanget betreut. Nach der letzten jetzt vorliegen- • Deutscher Außenhandel und Pfundkrise. Das Institut für Konjunkturforschung beschäftigt sich in seinem neuesten Wochenbericht mit den zu erwartenden Auswirkungen der Pfundkriseaufdendeutschen Außenhandel und gelangt dabei zu nachstehenden Feststellungen: Die Länder, deren Währungen seit Mitte September vom Goldstandard losgelöst wurden (Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Aegypten und Britisch-Jndien), sind an der deutschen Einfuhr (1930 Gesamteinfuhr 10,39 Milliarden Mark) mit rund 18 Prozent, an der deutschen Ausfuhr (Gesamtausfuhr 12,04 Milliarden Mark) mit rund 22 Prozent beteiligt. Im Außenhandel mit diesen Ländern erzielte Deutschland 1930 einen Ausfuhrüberschuß von 819 Mill. Mark, im ersten Halbjahr 1931 einen Ausfuhrüberschuß von 4 2 8 Mill. Mark. Die Frage ist nun, wie sich die Handelsbilanz mit diesen Ländern in Zukunft gestalten wird. Die stärksten unmittelbaren Auswirkungen der Pfundkrise sind zunächst im Konkurrenzkampf der deutschen und der englischen Industrie zu erwarten. Wenn die Erwartung, daß die Herabsetzung der Goldparität des Pfundes die Kostenlage für die englische Industrie verbessert, zutrifft, würde nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit englischer Waren auf den Auslandmär k- t e n erhöht, sondern auch die Einfuhr ausländischer Waren für den englischen Binnenmarkt gedrosselt werden. Die deutsche Industrie würde davon in doppelter Weise betroffen werden. Einmal nimmt Großbritannien selbst etwa ein Zehntel der deutschen Ausfuhr auf. Svdann stehen deutsche und englische Waren auf einer Reihe von Märkten in scharfem Wettbewerb. Bisher schien die deutsche Ausfuhr gegenüber der englischen preismäßig bevorzugt zu sein. Falls die Entwertung des Pfundes anbauern sollte, könnte die englische Industrie möglicherweise diesen Vorsprung ein- holen. Jedoch ist dabei zu beachten, daß England bisher vielfach ganz andere Waren e'wor- tierte und auch z. T. an anderen Absatzgebieten interessiert war als Deutschland. Im Jahre 1930 waren die deutsche und die englische Ausfuhr annähernd gleich groß. Jedoch lieferten nach europäischen Ländern Deutschland 9,4 Milliarden Mark, Großbritannien 4,5 Milliarden Mk., und nach Ueberfee Deutschland 2,6 Milliarden Mk., Großbritannien 7,1 Milliarden Mark. Innerhalb des Absatzes nach Europa gingen von der englischen Ausfuhr nach Deutschland 547 Mill. Mk., von der deutschen Ausfuhr nach England 1219 Mill. Mk. Von einer Einschränkung der englischen Einfuhr würden fast alle Zweige der deutschen Fertigwarenindustrie betroffen werden. Für englische Waren auf dem deutschen Markt dürste sich zunächst die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Lieferungen Deutschlands erhöhen. Das gilt vor allem für Baumwollgarne und Wollgarne, die größten Posten in der deutschen Fertigwareneinfuhr aus England. Aber auch die Konkurrenz mit der deutschen Industrie selbst wird bei länger andauernder Pfundentwertung zunehmen. Besonders die Webereien, die Eisenwarenindustrie und der Kohlenbergbau usw. werden voraussichtlich schwerer als bisher gegen das Vordringen englischer Waren auf dem deutschen Markt zu kämpfen haben. Auf den Auslandsmärkten, auf denen Deutschland und England konkurrieren, dürften sich die hochwertigen Qualitätserzeug- nisseDeutschlands verhältnismäßig gut beOer Tempel von Himera. Äon Felix Braun. Bei Mondello an der Küste Siziliens durchwaltet das Meer der tiefdunkelazurne, in Talstriche von lichterem Grün überschillernde, metallisch funkelnde Glanz, der an die Flügelfarben großer brasilianischer Falter erinnert. Aber an der anderen Seite Palermos verfließt, es in einen sanftsilbernen, von vielen blasseren Straßen durchzogenen Schimmer, der dort, wo nahe am Ufer das strenge Grün der Agaven oder das stechende der Opuntien steht, in einer dunklen Schwerflüssigkeit von grundlosem Blau ergossen liegt. An den Böschungen der weiß-staubigen Chaussee, die durch Saatfelder, Limonenpflanzungen, Oelbaum- bestände zwischen langen Mauern hinzieht, leuchten viele Blumen, am schönsten die hochgelbe Margerite und der rubinrote großblütige Mohn, die sich zuweilen in Gruppen zusammenstellen ober durcheinander mischen oder wie zwei Musikinstrumente einander begleiten. Draußen auf dem Meer aber warten jetzt die vielen kleinen Boote auf den Thunfisch, dessen Ankunft nahe ist, so daß die Fischer Tag und Nacht in dem großen Wachtschiff spähen und lauern. Bon Messina bis Trapani sind die riesigen Netze gespannt, in die das arglos zur Küste treibende Heer hineinschwimmen wird, und die es festhalten werden, wenn Harpunen und Aexte der Männer niederstoßen auf die verlorenen Opfer, von deren Blut das Meer weithin rot gefärbt sein soll an diesen Tagen. Wir fahren an den Sommerschlössern des Adels von Palermo vorbei; durch Dörfer, deren eintönige, zuweilen grell blaugetünchte Hausreihen zu beiden Seiten der Straße hingehen und die eine barocke Kirchenfassade oder di- Ueberraschung einer hoch- geschwungenen Treppe unterbricht; bald halten wir ganz nahe am Meer, bald wenden wir uns in das Landinnere hinein; auf einmal entzückt eine hoch- schwebende alte Flußbrücke das Auge, die Nahe von Termini Jmerese, der heiteren, sanft gehügelten Stadt verkündend, die nun sich auftut und mit vielen reizvollen Prospekten, Bogen, Gassen den Fremden an sich locken möchte; allein heute sucht er em anderes Ziel; es ist der Tempel von Himera, den zu sehen er sich vorgenommen, seit er die gewaltigen Lowen- föpfe die jetzt im Museum von Palermo ausgestellt sind,'erblickt hat. Ein junger Kunstfreund, der be, den Ausgrabungen anwesend war, hatte erzählt, daß, als die Löwenkopfe aus dem Schutt emporgehoben wurden alle noch die alte Bemalung an sich trugen, die jedoch in wenigen Minuten vor den Augen der Betrachter im Licht und Luft zauberartig hinschwand. Oh, die Löwenhäupter: welche grausame Macht drucken sie ausl Cher haben sie etwas Karthagisches als Griechisches, blutdürstig sind Stirn, Augen, Nüstern, Rachen, an dessen lang heraushängender gehöhlter Zunge das Wasser der Regenrinne auslief. Streng symmetrisch wurden die Linien der Mähne, die Stirnfalten, der Schnurrbarthaare gezogen gerade in diesen Sterben offenbart sich das Mächtige, Schreckliche der Gesichter; aber es sind mehrere Weisen der Linienführung, die man unterscheiden lernt, so daß man sagen könnte, es hätten mindestens zwei'Meister die Skulpturen gefertigt, namenlose Meister, deren einer vielleicht der Künstler der horizontal, 'deren anderer jener der vertikal geordneten Linien genannt werden könnte. In Buonhornello hält das Automobil, und da sehen wir auch schon den Tempel. Die Enttäuschung des ersten Anblicks ist groß. Denn was man wahr- nimmt, ist bloß das Fundament eines dorischen Pe- ripteros (von Säulen umstandenes Bauwerk), dessen Säulenumgang vollkommen kenntlich blieb, aber es stehen von den Säulen höchstens zwei verwitterte Trommeln, meistens nur eine, auf ihren Posten. Stufen führen zum Heiligtum hinab, das Peristyl (Säulengang) umschließt das eigentliche Gotteshaus, dessen innere Mauern noch sehr schön die Drei- gliederung in Vorhalle, Cella und Nachhalle wahr- nehmen lassen. Ich erinnere mich nicht, in einem der weitaus besser erhaltenen griechischen Tempel das Innere deutlicher eingeteilt gesehen zu haben: sogar die Stufenaufgänge zum zweiten Stockwerk sind wie im Concordia-Tempel zu Agrigent nych erhalten. Wie alle sizilischen Tempel ist auch dieser von Muschelkalk aber sehr verwittert, weil ja ein ganzes Dorf auf'ihm gebaut war, das Jahrhunderte durch über ihm bestand und erst abgetragen wurde, als man mit den Ausgrabungsarbeiten begann, wobei viel zerstört wurde: die Bruchstücke von Krügen, Vasen und Schalen, von Marmorsäulen, vornehmlich aber die der Löwenköpfe beweisen, wie schwierig das Bloß- legungswerk gewesen sein muß. Im Peristyl liegen Fragmente vom Gebälk mit den Tropfen daran, zerbrochene und verwitterte dorische Kapitelle, Dachplatten ohne Akroterien (Ornamente), schimmernd in der Sonne in dem grauen Glanz des Kalks. Aber vielleicht wäre trotzdem dieses Bild des zerstörten Tempels am Meer, dessen Säulen nicht mehr raaen, und den die wenigen Häuser des Dorfes bewachen, während das Gebirge sich weit zurückgezogen hat, wie die Göttin selbst, der der Tempel geweiht gewesen war, — vielleicht wäre dieses alles gar zu trauervoll, wenn nicht die Blumen die Stellvertretung der Gottheit übernommen hätten oder doch die der gläubigen Menschen; wie eine Wallfahrt kommen von der Ostseite die schönen goldgelben hohen Margeriten über die Mauer herein und machen wahrhaftig Miene, die Stufen hinanzusteigen, um Athene ihre Farben und ihren Dust zu opfern. Nach der Schlacht von Himera im Jahre 480 vor Christus, als die Griechen über die Karthager den Sieg errangen, der Sizilien zum erstenmal der europäischen Welt bewahrte, weihten sie dankbar der Göttin Athene ein Heiligtum. Es ist dieses, das hier in Trümmern vor unseren Augen liegt. Aber nicht denkmallos ist die Göttin geblieben, wenngleich ihr Standbild, das im Tempelinnern gestrahlt haben muß, nicht aufgefunden wurde. Rings um den Tempel stehen in Scharen die Bäume, die ihr heilig waren, und die besser als der Stein dauern, unsterbliche Ehre ihr zu bezeugen: die Delbäume. Und in dem Schatten eines von ihnen ruhen auch wir und schauen hinaus auf die mattgrünen Fluren, den ockerbraunen Sandstrand und das blaufunkelnde, silberglitzernde Meer. Das einsamste Restaurant. Hoch oben im fernen Norden von Kanada, am 54 Grad nördlicher Breite, an einem Ort, der nur als „Meilenstein 137“ bekannt ist, erhebt sich in der weiten öden Wildnis eine lange niedrige Holzhütte, die in großen Holzbuchstaben die Aufschrift trägt: „Pctt's Palast. Das Heim der guten Küche im hohen Norden." Dieses seltsame Luxuslokal ist wohl das einsamste Restaurant der Welt, und merkwürdig geht es hier zu, wie den Schilderungen eines Besuchers zu entnehmen ist, der in einem Blatt von Montreal davon erzählt. Die Inhaberinnen dieses Speisehauses sind zwei Engländerinnen, bekannt als „Pak" und „Cassie", die vor einigen Jahren nach Kanada verschlagen wurden. Nachdem sie zuerst in Winnipeg gearbeitet hatten, fühlten sie in sich den „Ruf der Wildnis“ unö beschlossen, im hohen Norden ein Restaurant zu eröffnen. Sie fuhren mit dem ersten Zug, der von The Pas in Manitoba nach Churchill an der Küste der Hudson-Bai ging, und an dem „Meilenstein 137" fanden sie eine verlassene Hütte, die ihnen für ihre Zwecke geeignet schien. Die Gäste ihres Lokals bestehen aus einigen Ansiedlerfamilien, die aus der Ilmgegend bisweilen hierher kommen, aus einem Schullehrer, der in haupten können, dagegen werden die Industrie- erzeugnisse mittlerer und billiger Qualität, sowie alle Stapelartikel (Kohle, Eisen, Eifenkurzwaren, einfache Gewebe usw.) unter einer durch die Währungsentwertung geförderten Kostensenkung Englands stärker zu leiden haben. Indes kommt hier der deutschen Industrie zugute, daß England zunächst versuchen dürfte, seine A b so tz - Verluste auf den überseeischen M ä rk - t e n wieder wettzumachen, auf Märkten also, auf denen England in erster Linie mit Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika, aber weniger mit Deutschland konkurriert. In welchem Umfang sich diese Länder freilich auf den bisherigen Hauptmärkten Deutschlands (Europa) schadlos zu halten suchen, entzieht sich zunächst der Beurteilung. Der Einfluß erhöhter Wettbewerbsfähigkeit Englands in Ueberfee auf die deutsche Wirtschaft darf jedenfalls nicht unterschätzt werden, so klein zunächst die unmittelbaren Auswirkungen erscheinen mögen. Ganz abgesehen davon, daß einzelne Industrien in beträchtlichem Umfang an den überseeischen Märkten interessiert sind. 2m allgemeinen ist D e u t s ch l a n d jedoch mehr an europäischen Märkten interessiert. In Mittel- und Osteuropa beherrschen deutsche Waren vielfach den Markt, englische Jndustrieerzeugnisse haben hier auch vor dem Weltkrieg keine große Rolle gespielt. Anders in Nord-, West- und Südeuropa, wo deutsche Waren in den letzten Jahren gegenüber englischen an Boden gewonnen haben, hier dürften sich wohl die ersten größeren Schwierig- keilen ergeben, falls es England gelingen sollte, feine Preise stärker als Deutschland zu senken. In erster Linie würde davon die Textilindustrie berührt. Auch für Eisenwaren und viele andere Waren würde eine Aenderung der Konkurrenzverhältnisse auf diesen Märkten von erheblicher Bedeutung sein., Für die Lage in den nordischen Ländern, die in jedem der beiden letzten Jahre für 1,2 Milliarden Mk. deutsche Waren bezogen, kommt erschwerend hinzu, daß diese Länder ebenfalls den Goldstandard aufgegeben haben, wodurch sich die Konkurrenzlage für Deutschland weiter verschlechtern kann. Devisenbewirtschaftung in Oesterreich. Wien, 8. Okt. (WTB.) Der Hauptausschuß des Nationalrates hat heute die von der Regierung vorgelegte Devisenverordnung mit verschiedenen Abänderungen genehmigt. Darin wird verfügt, daß der Handel mit ausländischen Zahlungsmitteln ausschließlich der Oester- reichischen Nationalbank Vorbehalten ist, welche ihrerseits Kreditinstitute und Gewerbetreibende ermächtigen kann, als Devisenhändler nach den von ihr erlassenen Weisungen für Rechnung der Nationalbank und im Wechselstubenverkehr für eigene Rechnung mit ausländischen Zahlungsmitteln zu handeln. Berliner Prodnktcnmarkt. Berlin, 8. Okt. Bei weiter lustlosem Geschäft war die Preisgestaltung im heutigen Produktenverkehr nicht ganz einheitlich, jedoch herrschte eine schwächere Grundstimmung. Die Mühlen sind infolge des keineswegs gebesserten Mehlabsahes mit Anschaffungen vorsichtig, anderseits ist das ersthändige Angebot von Jnlandbrotgetreide keineswegs reichlich. Besonders Jnlandroggen für Waggon- und Kahnverladung wird nur verhältnismäßig wenig und zu unnachgiebigen Forderungen angeboten; dagegen lagen heute Offerten in Russenroggen zu 197 Mark cif. Berlin vor, jedoch bekunden die Mühlen infolge Qualitätsbefürchtungen, nur geringe Kaufneigung. Das Weizenangebot reichte zur Befriedigung des vorhandenen Bedarfes aus und die Gebote der hiesigen Mühlen lauteten etwa 1 bis 2 Mark niedriger, während in der Provinz annähernd gestrige Preise zu erzielen waren. Am Lieferungsmarkte setzte Weizen bis 2,25 Mark schwächer ein; Roggen war auf Abgaben der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft gleichfalls um 1,25 bis 2 Mark gedrückt. Das Geschäft in Weizen- und den verstreut liegenden Hütten Unterricht gibt, und in seinen Freistunden bei ihnen als 216- wäscher erscheint, einem gelegentlich vorbeikommenden Missionar und einigen Beamten der Eisenbahn oder vorbeiziehenden Trappern. Am Sonntagabend sind alle Lampen, die von der niedrigen Decke herunterhängen, entzündet und beleuchten mit ihrem schwachen Schimmer ein buntes Bild. Dann sind alle Männer, Frauen und Kinder aus den Herumliegenden Siedlungen hier versammelt, die Herren in farbigen Hemden, blauen Sweaters und kniehohen Stiefeln, die Damen in Toiletten, die alle Modestile vom Jahre 1890 bis vor zwei oder drei Jahren spiegeln. Das Grammophon erklingt, und alles tanzt; Polka und Walzer sind häufiger als Foxtrott, und man kann hier Volkstänze sehen, die wo anders längst ausgestorben sind. Um Mitternacht endet der Tanz; die Männer schirren die Pferde vor die Magen, packen die ganze Familie auf, und dann geht es hinaus über Stock und Stein durch die kalte Nacht. Außer an diesen Abenden wird die Eintönigkeit dieser Wirtschaft nur dann unterbrochen, wenn ein Zug vorüberkommt. Die Reisenden haben schon von der guten Küche dieses „Palastes" gehört und stürzen sich nun hungrig auf die Mahlzeiten, die meist in Schinken mit Ei oder Beefsteaks bestehen. Die beiden mutigen Frauen, die im Winter oft bei 40 Grad Kälte den Schnee von der Tür fortschaufeln müssen, sind glücklich in ihrem Beruf und stolz darauf, das einsamste Restaurant der Welt so gut zu führen. Sochschulnachrichten. Professor Dr. Friedrich Hoffmann in Münster hat den Rus auf den Lehrstuhl der wirtschaftlichen Staatswissenschaften an der Universität Greifswald als 2lad)folger von W. Diermann angenommen. Der Pastor Lic. Dr. Helrnuth Sch reiner, Vorsteher des evangelischen Johannesstifts inBerlin- Spandau, hat den Ruf auf das Ordinariat der praktischen Theologie an der Universität Rostock als Nachfolger von Professor Hupfeld angenommen und bereits seine Ernennung zum 1. November d. I. erhalten. In der philosophischen Fakultät der Universität Jena sind die beamteten außerordentlichen Professoren Dr. Ernst L a n g l o tz (Archäologie) und Dr. Fritz S ch a ch e r m e y r (Alte Geschichte) zu per- sönlichen ordentlichen Professoren ernannt worden. Roggenmehlen war ruhig, die Forderungen der Mühlen lauteten nur wenig entgegenkommender. Am Hafermarkte hat die Kauflust etwas nachgelassen und gestrige Preise waren im allgemeinen schwer zu erzielen. Auch für Gerste trat das Angebot vereinzelt stärker in Erscheinung, die Preise blieben aber ziemlich stetig. Weizenexport- scheine lagen schwächer, dagegen wurden Roggenexportscheine höher bewertet als gestern. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märkischer, 213 bis 216 (vereinzeltes Auswuchskorn ist zulässig), Oktober 228 (Brief), Dezember 229,50 (Geld, matt); Roggen, märkischer, 185 bis 187, spätere Lieferung 196 waggonfrei Berlin, Oktober 195 bis 195,50 (Geld). Dezember 194.75 (fester-; Braugerste 159 bis 173 (ruhig); Futter» und Industriegerste 151 bis 158 (ruhig); Hafer, märkischer, 140 bis 148, Oktober 151, Dezember 152,50 bis 155; für je 100 Kilo: Weizenmehl 27 bis 32 (ruhig); Roggenmehl 26 bis 28,75 (behauptet); Weizenkleie 10,20 bis 10,40 (schwächer-; Roggenkleie 9,15 bis 9,40 (still); Biktoriaerbsen 20 bis 27; Leinkuchen 13,20 bis 13,40; Trockenschnitzel 6 bis 6,10; Erdnuhkuchen ab Hamburg 11,30; Erdnuhkuchenmehl ab Hamburg 11,40; extrah. Sojabohnenschrot ab Hamburg 11,10, ab Stettin 11,70 Mark. Allgemeine Tendenz: uneinheitlich. Oie deutschen Börsen. Außerordentlich zurückhaltend in Frankfurt. Frankfurt a. M., 8. Oft. Rach wie vor sind die innerpolitischen Ereignisse tonangebend für die Situation auf dem Effektenmarkt, soweit von einem solchen überhaupt noch gesprochen werden kann. Mit Rücksicht auf die noch schwebenden Berhandlungen über die Regierungsbildung bleibt man in Börsenkreisen außerordentlich zurückhaltend. Man scheint nicht geneigt zu sein, sich irgendwie festzulegen, bevor nicht die neue Regierung gebildet ist. Demgegenüber werden die Rachrichten von den Auslandbörsen recht wenig beachtet. Trotz der gestrigen Kurs st eigerungen an allen großen Auslandbörsen, die in der Erwartung einer neuen Aktion Hoovers eingetreten waren, hörte man im telephonischen Verkehr von Bureau zu Bureau Kurse, die gegen gestern um etwa 1 bis 2 Prozent niedriger lagen. Elektroaktien, die bereits am gestrigen Tage fester bewertet wurden, konnten ihren Kursstand dagegen gut behaupten. Der Geschäftsverkehr bleibt nach wie vor begrenzt. Der Pfandbriefmarkt wies gegen gestern keine Veränderungen auf. Freundlichere Haltung in Berlin. Immer neue Länder geraten in Idährungsschwierigkeiten. Berlin, 9. Okt. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Effektenfreioerkehr zeigte freundliche Haltung, obwohl eine Aenderung der innerpolitischen Situation bisher noch nicht eingetreten ist. Das Geschäft war nicht sehr umfangreich, doch hörte man meist Geldkurse, teilweise noch über gestriger Basis, wobei sich das Hauptinteresse auf Bankaktien erstreckte. Man diskutierte die vielleicht überraschend gekommene Diskonterhöhung der Neuyorker Federal Reserve Bank und hörte verschiedene Auslegungen. Einmal wird behauptet, daß sie nicht aus Rücksicht auf den Hoooer-Plan vorgenommen sei, sondern daß man bloß den europäischen Bankraten näherkommen und hierdurch das Kreditgeschäft der Banken rentabler gestalten wolle. Rach anderer Version war der bisherige Satz nur deshalb so niedrig gehalten, damit eine Goldeinfuhr aus England vermieden wurde, was jetzt nicht mehr nötig fei. Der heutige Reichsbankausweis brachte nur eine verhältnismäßig geringe Entlastung. Die neue Devisenoerordnung kam in ihm nur sehr wenig zum Ausdruck. Immer neue Länder geraten mit ihren Währungen in Schwierigkeiten. So hat Lettland heute eine Einschränkung des Devisenhandels verordnet, durch die sich der An- und Verkauf ausländischer Zahlungsmittel bei der Bank von Lettland konzentriert. Ferner hat die argentinische Regierung die direkte Devisenkontrolle zum Zwecke der Sicherung des Peso übernommen. Die brasilianische Regierung hat ein Zwei-Monatsmoratorium für alle ausländischen und inländischen Zahlungen erklärt; die fälligen Beträge müssen jedoch in brasilianischer Währung bei den Banken deponiert werden. Die laufenden Deoisenkontrakte werden durch diese Maßnahme nicht berührt. Die Ankündigung einer neuen De- visenverordnung in Wien hatte gestern bereits genügt, um den freien Devisenverkehr fast ganz zu unterbinden. Die Händler versuchen noch im letzten Augenblick, fremde Zahlungsmittel abzustoßen, wobei diese bis auf ein nur sehr geringes Agio über den offiziellen Clearing-Kurs zurückgingen. Auch heute verhandelte man in Bank- kreisen über eine weitere Hilfe für die Makler. Es scheint die Absicht zu bestehen, einen Darlehensfonds von etwa einer halben Million aufzubringen, wobei man hofft, daß auch die Regierung sich an diesem Unterstützungsplan, abgesehen von den ersten 100 000 Mark, beteiligen werde. Oie Lage an den Auslands-Börsen. Die Londoner Effektenbörse, die gestern in uneinheitlicher Tendenz eröffnete, konnte sich im Verlaufe wieder etwas erholen, doch blieb das Geschäft sehr ruljia und die Kursveränderungen waren nur geringfügig. Britische Staats- Papiere erholten sich, doch behaupteten Deutsche Bonds ihre anfänglichen Gewinne nicht immer, und die Pounganleihe ging nach 43 wieder auf 38 zurück. Am Londoner Devisenmarkt waren die Veränderungen auch am späten Nachmittag nicht erheblich, unter kleinen Schwankungen konnte sich das Pfund wieder auf 3,84 XA erholen, die Reichsmark befestigte sich auf 16,43, sonst waren die Der- änderungen nur gering. Die Pariser Börse, die schon etwas schwä- cher eröffnete, hatte bis zum Schluß unter A b - gaben zu leiden, so daß die letzten Kurse meist die niedrigsten Tageskurse waren. Die Rückgänge waren z. T. recht beträchtlich. Auch die Brüsseler Börse tendierte in schwächerer Stimmung; die Spekualtion hielt sich in Erwartung der weiteren Entwicklung in Deutschland und England zurück. Die Amsterdamer Börse blieb auch im Verlaufe bei ruhigem Geschäft schwächer, die Verluste betrugen bis zu 8 Prozent. Am Amsterdamer Devisenmarkt lag die Reichsmark etwas fester, jedoch ohne Geschäft. Die Amster- damer und Rotterdamer Warenmärkte warov ruhig und fast unverändert. Es wurden noch immer Goldoerschickungen nach Holland vor- genommenn, und man hört, daß eine Goldsendung aus Britisch-Indien unterwegs ist. Durch das anormale große Angebot von Pfandbriefen sind, wie von sachverständiger Seite erklärt wird, holländische Hypothekenbanken in Schwierigkei- t e n geraten. Es waren Stützungskäufe notwendig, jedoch für Hypothekenzwecke standen nur geringe Mittel zur Verfügvng. Infolgedessen sind die Hypothekenkurse höher als in anderen Ländern. Es wird jedoch bestritten, daß die Hypotheken schwere Verluste erlitten hätten. Die ungünstigen Zeiten machen sich nur bei den Grundstücken bemerkbar, die nicht vermietet sind. Schwierigkeiten bei den Zinszahlungen sind bisher noch nicht eingetreten. Ein Grund zur Beunruhigung über die Lage der holländischen Hypothekenbanken ist nicht vorhanden. Die Neuyorker Börse zeigte bei ruhigem Geschäft zunächst nur geringe Kursoeränderungen, die Stimmung ist etwaszuverfichtlicher geworden, doch verleiht man der Meinung Ausdruck, daß sich der Hoover-Vorschlag zunächst nur psychologisch auswirken werde. Am Neuyorker Devisenmarkt waren die Veränderungen gegen gestern nur gering. Das Pfund notierte d,85i, Reichsmark 23,40. Mrd der Dollar widerstehen können? An den Devisenmärkten konzentriert sich das Hauptinteresse zur Zeit weniger auf das Pfund, von dem man annimmt, daß es auf dem gegenwärtigen Stand ungefähr in Gleichgewichtslage ist, als auf den Dollar. Wird die amerikanische Währung, so fragt man sich, dem starken, von der Zurückziehung kurz- friftiaer Auslandguthaben ausgehenden. Druck widerstehen können? Man schätzt die Gesamthöhe der kurzfristigen Auslandgut, haben in Neuyork auf etwa 2,5 Milliarden Dollar. Wenn auch der größte Teil davon durch kurzfristige amerikanische Ansprüche an das Ausland gedeckt ist, so sind diese amerikanischen Auslandguthaben zum größten Teil vor der Hand unmotiviert. Selbstverständlich ermöglichen die ungeheueren Goldvorräte Amerikas eine volle Auszahlung der Guthaben. Die Frage ist nur, ob sie ohne eine Herabsetzung der gesetzlichen Golddeckung möglich sein wird. Der Amsterdamer Markt zeigt nicht den Pessimis- mus Pariser Kreise, der sich mit einem Disagio auf Termindollar dem Franken gegenüber ausdrückt. Am Amsterdamer Termin-Devisen- markt, der allerdings immer noch äußerst beengt ist, stehen Ein-Monatsdollar auf pari, während Drei- Monatsdollar mit ungefähr z Cents Agio genannt werden. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 8.Df ober 9-Dfiober Amtliche Jiotirrung Amtliche Geld Dotierung Brief e (Rflh »rief HelsingsorA . Wien...» 10,34 50.70 10,36 50,80 10.34 51,45 10,36 51,55 ^rag . . . 12,482 12,502 12,477 12.497 Budapest . . 73,28 73,42 73,28 73.42 Sofia . . . 3,067 3,073 3,072 3.078 Holland . . 169,83 170,12 169,83 170.17 £8lo .... 92,91 93,09 92,91 93.09 Kopenhagen. 93.41 93,59 92.91 93,09 Stockholm . 96.40 96.60 96.40 96,60 London. . . Buenos Aires 16.13 16.17 16.23 16,27 0.848 0,852 0,868 0,872 Neunorf . . 4.209 4,217 4,209 4,217 Otüliel . . . 59,04 59,16 58,94 59,06 Italien. . . 21,58 21,62 21,63 21,67 Varis . . . 16,68 16,72 16.68 16,72 Schweiz . . 82,52 82,68 82,52 82,68 Spanien . . 37,96 38,04 38,06 38,14 Danzig. . . 82,07 82,23 82,07 82,23 Japan . . . 2,078 2,082 2,078 2,082 £Rro de Ian.. 0.209 0,211 0.229 0,231 Jugoslawien. 7,473 7.487 7.473 7.487 Liliabon . . 14,69 14,71 14,79 14,81 Diskonterhöhung in Neuyork um l°/0. Reuhork, 8. Okt. (WTD.) Die Reuyorker Dundesrefervebank hat ihren Diskontsatz von Berlin, 8. Df'»ter Geld Brief Ameriianlsche Noten....... 4,20 58.93 4,22 Belgische Noten......... 59.17 Dänische Noten......... 93,21 93,59 Englische Not.-n......... 16,09 16,15 ."vranzösische Noten........ 16.67 16,73 Holländische Noten........ 169.46 170.14 Italienische Noten........ Norwegische Noten........ 21,66 21.74 92.71 93.09 Deulsch-Lesierreich, 1 100 SchMtng 50.45 50.65 Rumänische Noten........ 2,50 2,52 Schwedische Noten........ 96,21 96.59 Schweizer Noten......... 82,34 82.66 Spanische Noten. ........ 37,72 37,88 Ungarische Noten........ 72,75 73,15 1,5 v. H. um 1 auf 2,5 v.H. he ra uf g ese h t. Der Satz von 1,5 v. H. war seit dem 7. Mai d. 3. in Geltung. Oie Stockholmer Börse wieder eröffnet. WTB. Stockholm, 8. Okt. Der Dörsenoorftand hat heute beschlossen, die Börse am Freitag, 9. Oktober, wieder zu eröffnen. Bis auf weiteres soll nur ein Aufruf jeden Tag stattfinden. Zahlungseinstellung einerpariserBank Paris, 8. Ott (WTD.) Die Banque Syn- dicale de Paris (ehemals Claude Lafontaine et Co.) hat heute ihre Schalter geschloffen. Ihr Kapital wird mit 50 Mill. Franks angegeben. Die Gläubigerforderungen sollen sich auf 132 Mill. Franks belaufen. Oberheffen. Landkreis Gietzen. 0 Lollar. 8. Okt. Werkmeister Konr. Dingel steht feit 25 Jahren im Feuerwehrdienst; zuerst war er Angehöriger der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Lollar, seit Gründung der Buderusschen Werksfeuerwehr in Lollar ist er deren Kommandant. Dem Feuerwehrjubilar wurde durch Kreisfeuerwehr- Inspektor D i ck o r e (Gießen) das vom hessischen Mi- nifterium verliehene Ehrenzeichen für 2öjährige Feuerwehrdienstzeit überreicht. • Staufenberg, 7. Oft. Gestern wurde hier in schlichter Weise die Feier des 2 5» jährigen Bestehens der hiesigen F i - ltale der Z i g a r r e n f a b r i k Rinn & Cloos 21 G. in Heuchelheim begangen. Zu der Veranstaltung war der Chef der Firma. Herr Ludwig Rinn, in Begleitung der Geschäftsführer Qllbert Rinn und Cornelius erschienen. Rach Begrühungsworten des ersten Meisters der Filiale an den Chef des Hauses und an die Herren der Geschäftsleitung sprach Herr Ludwig Rinn zu dem versammelten Personal, wobei er die Entwicklung des Unternehmens im Laufe der 25 Jahre in großen Zügen schilderte, dann auf die gegenwärtige schwierige Lage der deutschen Wirtschaft hinwies und zum Schlüsse dem Wunsche Ausdruck gab, daß für die deutsche Wirtschaft bald wieder bessere Zeiten kommen möchten. Werkmeister H e b e r e r überreichte dem Chef des Hauses eine von der Belegschaft des Betriebes gestiftete Gedenktafel; die Gemeinde Staufenberg ließ Herrn Rinn als Iubiläumsgabe einen Blumenkorb mit einem Begleitschreiben zugehen. Die Feier und ihr Verlauf in dem überreich mit Blumen geschmückten Arbeitssaal irares ein eindrucksvolle- Zeichen der Verbundenheit zwischen Werkleitung und Belegschaft, die für beide besonders in der heutigen Zeit als ehrenvoll bezeichnet werden darf. Z A lle nd or f a. d. Lda., 8.DU. Dieser Tage fand die Frau des hiesigen Landwirts Johannes Merkel II. beim Kartoffelausmachen einen gol- benenlrauring.ber sich um einen Zinken des Karstes festgeklemmt hatte. Die Feststellungen ergaben, daß der Ring der Frau des hiesigen Schuh- machermeisters Heinrich Weiß IV. gehörte. Diese hatte den Ring ooretwa33Iahrenauf einem Feldwege, der inzwischen durch die Feldbereinigung als Ackerland in das Eigentum Merkels übergegangen war, verloren. Trotz der langen Lagerung im Erdreich war der Ring unversehrt und vollständigerhalten. Die Eigentümerin ist bereits vor etwa 30 Jahren verstorben. Preußen. Kreis Wetzlar. <> Hörnsheim, 8. Oft. Gestern zwischen 20 und 21 Uhr wurde ein junger Mann von hier, der als Friseurlehrling in Gießen beschäftigt ist, auf dem Wege zwischen Großen-Linoen Wenn Menschen auseSnandeegehn Noman von 3- Gchneider-Foerstl. Urheberrechtsschutz Verlag O. Meister, Werdau. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Vater, du hassest ihn so sehr, wie ich ihn liebe." „Hassen? — Reins Er fann sich sein Glück holen, wo er mag und soviel er will. Rur in meinem Hause nicht!" Das Gesicht der Tochter fanf immer tiefer, bis es auf feine Füße zu liegen tarn. „Vater — ich Eie glitt lautlos zur Seite. Das dunkle Haupt sorgsam an feine Brust gebettet, trug er sie nach Ihrem Zimmer. Als sie nach Minuten erwachte, hatten ihre Augen allen Glanz verloren. Sie lehnte mit halbgeschlossenen Lidern in den Kissen und hielt die Hände reglos auf der Decke gefaltet. „Weiß Guido um all das Schreckliche?" fragte sie. „Vielleicht! Ich habe mich nie darum gekümmert. Es interessiert mich nicht. Ich denke aber, daß er. wenn er eine Ahnung davon hätte, nie und nimmer um dich geworben haben würde. Man freit nicht um die Tochter eines Mannes, dessen Hände rot vom Blute des eigenen Vaters find." Rajas Kopf glitt zur Seite. * * * * Rls Guido am anderen Morgen sein Pferd bestieg. um nach der Station zu reiten, neigte er sich wiederholt zu der Greisin, die das Gesicht zu chm aufgehoben hielt. „Gib mir immer Rach- richt. Großmutter, wie es hier in der Steppe geht!" Er preßte chre Hand und hielt schon den Mund geöffnet, ihr die Schuld zu gestehen, dann drückte er die Lippen nur um so fester aufeinander. Wo- zu diese achtzig Jahre auch noch mit weiterer Rot belasten? War ihr Leben nicht ohnedies gerüttelt voll von Sorge und Leid gewesen? „Leb wcchl, Großmutter!" Der Hengst spürte die Lockerung der Zügel und schoß dahin. Weit draußen bei den Pappeln stand ein Mann, der auf ihn zu warten schien. Als er näher kam. erkannte er Gunnar Bo- sanhi. Er grüßte und lieh das Tier im Schritt gehen. Von einem Druck seiner Hand aufgefordert, stand es augenblicklich. Dosanvis graues Haar flatterte im Morgenwind. Widerwillig öffnete sich der bartgekbtoun- gcnc Mund zum Sprechen. „Ich wollte Ihnen nur sagen. Herr Horvath, daß ich mir jede weitere Annäherung Ihrerseits an meine Dochtes verbitte." Da keine Antwort erfolgte, sprach er weiter: So viel Ehrgefühl werden Sie wohl im Leibe haben, daß Sie ein Haus meiden, in dem Sie gehaßt sind." „Rur von Ihnen", entgegnete Horvath ohne Erregung. „Sie irren!“ „Auch von Raja?" fragte er heiser. „Auch von ihr! Der gestrige Abend hat ihr die Augen geöffnet.“ „Eie wissen, Herr Bosanhi?" — Horvaths Wangen leuchteten in fahler Tönung. Die beiden Männer bohrten ihre Blicke ineinander. Und daß keiner weiter sprach, zeitigte das große Mißverständnis, das unendliches Leid über zwei Menschen bringen sollte. „Wenn es so ist", würgte Horvath heraus, „wenn Raja mich fallen läßt." Seine Stimme versagte vollkommen. verlange nichts als Ihr Ehrenwort, daß Sie nie mehr die Wege meiner Tochter kreuzen", ließ sich Bosanhi hören. „Mein Ehrenwort", preßte Guido hervor. Bosanhi trat zurück. Ohne Gruß wandte er sich ab und schritt die Felder entlang, bis er hinter Weißdornhecken und wogenden Halmen verschwand. Horvaths Pferd stand noch immer. Der Blick des Geigers ging geradeaus. Dann riß er am Zügel, daß der Hengst sich erschrocken aufbäumte. In der nächsten Minute flogen die beiden über die verkohlte Erde dahin. Der Rinderhirte stand am Weg und sah ihm nach. Er hatte gewußt, wie es kommen würde. Auch wenn er gewarnt und gesprochen hätte, es wäre das gleiche gewesen. Armer Guido! Es mußte getragen werden. Was vom Schicksal bestimmt war, vermochte keiner zu ändern. Er konnte daran rütteln, wie er wollte. * > * Wenn der grimme Rordost über die Steppe fegte und alles Leben in ihr erstarb, wenn die Ernte bis zum letzten Kürbis eingeheimst und alle Frucht von den Bäumen geholt war, begann Aga zu packen, um in das vornehme, behagliche Wiener Heim des Professors zu übersiedeln. Die Alte war an Arbeit und Tätigkeit gewöhnt. aber soviel Ach und Oh und Weh entschlüpfte ihr während des ganzen Jahres nicht, wie um diese Zeit des immer wiederkehrenden Umzugs. Kein Mensch wußte aber auch, was es da alles zu tun gab. denn alles und jedes blieb auf ihren Schultern lasten. Rosmarie stellte sich so ungeschickt an im Helfen, daß Aga schon drei Kreuze schlug, wenn sie das Kind nur zu Gesicht bekam. ..Du stehst mir im Wege", schalt sie. ..Du machst alles verkehrt. Geh ein bißchen zu Ianos und laß dir von ihm Geschichten erzählen, oder besuch Großmutter Horvath, oder lauf hinüber zu Bosanhi. Du bist so lange nicht dort gewesen." Rosmarie gehorchte ohne Widerrede. Es war ohnedies viel schöner im Garten oder weit draußen in der Steppe bei Ianos im Gras zu liegen, als hier zwischen Bergen von Kisten und Koffern sich herumschieben zu lassen. Agas Stimme klang den ganzen Tag durchs Haus, befehlend, bittend, zankend, nörgelnd, zuweilen sogar in heftiges Klagen ausartend. Sie verstummte erst, wenn am Abend die große Hängelampe über dem runden Eßtische brannte. Dann war sie wieder ganz Mutter für ihren jungen Schützling, ilnö während sie die Radel durch zerrissenes Strumpfgewebe fahren lieh, bekam Rosmarie alles zu hören, was sich vom Morgen bis zum Abend ereignet hatte. Unb dann stand eines Spätherbsttages der Reisewagen vor dem Tor. 21 ga schoß noch einmal durch das ganze Haus, hatte tausend Aufträge für das zurückbleibende Gesinde und ein Dutzend Bitten an den alten Verwalter. Der kannte das von früheren Jahren her. zog ihren Arm unter den seinen und ging mit ihr zum Wagen, wo Rosmarie bereits neben dem Kutscher Platz genommen hatte. „Ach, so ein Kind! Das weint nicht einmal." Aga aber wischte sich ein über da- andere Mal über die Wangen, richtete sich halb im Sitze auf, als die Pferde schon angezogen, torkelte zurück, streckte sich wieder hoch und winkte, bis nichts, aber auch gar nichts mehr zu sehen war. Dann war es aber auch schon verwunden. So schnell konnte die Alte sich von etwas losreißen und sich Reuem zuwenden. Während daS Gefährt über die dunstverhan- gene Straße glitt, sorgte Aga sich bereits, cb sie in Wien auch alles in Ordnung sände. ob Lisette. das Hausmädchen, beim Waschen keine Risse in die Vorhänge gebracht und der Hausmeister die Vorräte im Keller ergänzt haben würde. Plötzlich stoppten die Pferde. Rosmarie hatte in die Zügel gegriffen, sprang in der nächsten Sekunde vom Bock und lief auf den Rinderhirten zu. der, an eine Pappel gelehnt, auf ihr Vor- überkommen gewartet hatte. „Ianos!" Die Kinderhände legten sich zärtlich um sein ausgetrocknetes Gesicht. Der blonde Kops schmiegte sich zutraulich an den verschlissenen Mantel des Alten. Er streichelte das flimmernd leuchtende Haar aus den weihen Schläfen und lachte das Mädchen an. All die Falten und Runen in seinem Gesichte waren in diesem Augenblick vollkommen geglättet. „Leb wohl. Kindchen! Telka. die Echäferhündin, hat heute nacht 3ungc geworfen, drei Stück! Davon zieh ich dir einen groß. Rosmarie!" „Wirklich?" Sie gab fein Gesicht frei und ilatffic in die Hände. „Den schönsten. Ianos?" „Den allerschönsten!" stimmte c# zu. Llngeduldig rief Aga Rosmaries Hamen und forderte sie auf, einzusteigen, man würde sonst den Anschluß versäumen. Rosmarie sah in das bewegte Gesicht deS 'Hirten und bemerkte, wie dessen Augen umflort standen. Sie streckte sich und kühte chn rasch auf den Mund. „Aus Wiedersehen, Ianos!" „Auf Wiedersehen, Kind!" Er stand noch immer und schaute dem Gefährt nach, als längst nichts mehr davon zu sehen war. Rur die Radspur hatte sich, tief in den Boden eingeprägt. Er lieh die Augen darauf ruhen und nickte wehmütig. „So tief wird das Leben seine Spur in dir zurücklassen. Rosmarie! So tief I“ Den Rücken weit nach vorn gekrümmt, wandte er sich zum Gehen. Er sah Raja Bosanhi quer über die Felder kommen und schritt, al- sie sich genähert hatte, ohne Wort und Gruh an ihr vorüber. „Ianos!" Sie haschte bittend nach seiner Hand, fühlte, wie diese zusammenzuckte und ließ sie wieder fallen. „Ich bin am Verzweifeln." Er nickte, ohne stehen zu bleiben oder auch nur aufzufehen. „Was soll ich tun, Ianos?" Sein vertrockneter Mund öffnete sich langsam. „Weitertragen daS Leben — weitertragen", sagte er stockend. „Weiht^du nichts anderes, IanoS?" weinte ihre Stimme. Gr schüttelte wortlos den grauen Kopf und beschleunigte seine Schritte. Sie lief atemlos neben ihm her. „Glaubst du, daß der Hortobagy tief genug ist, meine Schande zu begraben?" wimmerte sic. Er blieb stehen. Das erstemal, seit sie mit ihm sprach, sah er sie an, lächelte und streichelte die Hand, die an ihrem Kleide heradhing. „Komm mit! Ich muß nach meinen Rindern sehen und dann reden wir." Schweigend schritten sie nebeneinander her. Wortlos sah das Mädchen nach einer Viertelstunde auf einem Bündel dürren DraseS, dem Alten gegenüber. Raja lauschte, als er zu sprechen begann, wurde rot und bläh, weinte und blieb bann ganz still, bis er zu Ende geredet hatte. „Willst du?" sagte er gütig. „ES ist daS einzige, wie ich dir helfen kann." Sie bejahte stumm. „Riemcmd wird etwas ahnen, wenn du nicht selbst Grund dazu gibst", mahnte er eindringlich. „Gib mir Bescheid, was dein Vater dazu gesagt hat, dann helfe ich dir weiter." Sie drückte seine Finger, erhob sich und nickte ihm nochmals zu. Dann schritt sie nach der Tanja hinüber, die zwischen entlaubten Obstbäumen hervorlugte. (Fortsetzung folgt.) in Gange. Dillkreis. 9.Ji.4pori der siir sich zu entscheiden. In Apolh. u. Drog. Vfdmsduilie wundervolle Auswahl Hnu! iS „sparen“ , Jideka“- Geschäften Alle Schweine, zürückgebltedene?nd 163D ebenso Iung-Mnder zum Verkauf. RASSOL 05849 IW MM L. u. LN. 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Die Gäste stehen un- f g cschlagen an der Tabellenspitze und dürften sich a uch am Sonntag die beiden Punkte nicht nehmen lassen. Vorher spielen die Schülermannschaften d er beiden Vereine. Sandball im Lahn-Dünsberg Sau. Am kommenden Sonntag gelangen im Lahn- Oünsberg-Gau folgende Verbandsspiele zur Durchführung. 3n der Gauklasse stehen sich Do- Londorf und Tv- Allendorf, sowie Tv. Dorlar /. uni) Tv- Staufenberg gegenüber. 3m 1. Bezirk dec Bezirksklasse treffen sich Rodheim und Erda, Kinzenbach und Garbenheim, sowie Waldgirmes zeu. Geblar. Ost. Gebern zwischen ein junger Wann dvn [i.ng in Siehen beschäs« milchen Grohen-LiMn Rücksicht auf die Schwere der Beleidigungen wurde er zu sechs Monat Gefängnis verurteilt. ia Aevvschafishatts mtt Garten in feinster Lage, modern eingerichtet und in bester Ordnung, mtt freier Wohnung sofort sehr günstig aus Privathand zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter 05858 an den Gießener Anzeiger. Wie eck Alten Buseck Rödgen Letzte Nachrichten. Brünings Verhandlungen. Verlin, 9. Oft. (LRV. Drahtmeldung.) Trotz der außerordentlichen Schwierigkeiten, denen Dr. Vrü - n i n g bei der Bildung des neuen Kabinetts begegnet, beobachtet man in unterrichteten Kreisen heute vormittag im Gegensatz zu gestern abend einen stärkeren Optimismus. Man glaubt, datz es sich jetzt darum handelt, die Vollmachten klarzustellen, mit denen der Reichskanzler in die Parlamentstagung hineingehen kann. Ls ist anzunehmen, datz die personellen Verhandlungen verhältnismätzig früh zum Abschluß kommen werden, so datz das Kabinett, wenn nicht heule abend, so doch bis späte st ens morgen mittag komplett sein dürfte. Der Partei- oorstand der Deutschen Volkspartei beschäftigte sich natürlich auch damit, datz der Kanzler den früheren Reichswirlfchaftsminister Dr. Scholz zunächst das Innen, und dann das Justizministerium angeboten hat. Dr. Scholz, der Ehrenvorsitzender der Deutschen Volkspartei ist, hat in einem Schreiben an den Reichskanzler abgelehnt. Zur Begründung seiner Ablehnung führte Dr. Scholz aus, er sei aus Grund seiner elfjährigen parlamentarischen Erfahrung zu der Aeberzeugung gekommen, datz dieRechkezur Verantwortung herangezogen werden mützte. Es bleibt demnach bei Joel. Für das Innenministerium steht weiter Dr. Getzler im Vordergrund, der heute vormittag eine neue Besprechung mit dem Reichskanzler und später mit dem Staatssekretär Dr. Meitzner hatte. Der Reichskanzler setzte die Besprechungen mit den Industriellen Dr. Vogler und Silverberg sowie Dr. Schmitz fort, solche mtt steifen Deinen, gesunden und entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes Anschlag auf das Haus des Oberbürgermeisters Bracht. Essen, 9. Off. (WTB. Funkspruch.) Im Vor- garten der Dienstwohnung des Oberbürgermeisters Dr. Bracht in Lssen-Vredeney explodierte gestern abend ein Sprengkörper. Ls handelt sich um eine mit Sprengstoff und Schrotstücken gefüllte M e- t a l l p l a 11 e, die über den Gartenzaun bis an das Haus geworfen worden war und dann durch eine Zündschnur zur Explosion gebracht wurde. Am Gebäude entstand geringer Sachschaden. Einige Fensterscheiben im Erdgeschotz gingen in Trümmer. Die Polizei hat umfangreiche Ermittlungen nach den Tätern eingeleitet. Miklas erneut zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt. Wien, 9. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die Bun- desversammlung wählte in feierlicher Sitzung im Saal des Rationalrates im ersten Wahlgang den bisherigen Bundespräsidenten Dr. Miklas mit 109 Stimmen der Christlich-Sozialen, Grohdeutschen und des Landbundes zum Bundespräsidenten. Für Dr. Renner hatten 93 Sozialdemokraten gestimmt. Dr. Miklas ist somit für die Dauer von vier neuester Modelle 690 8901090 Die 1. Mannschaft des Turnvereins Großen- Auseck hat am kommenden Sonntag die 1. Mannschaft des Polizeisportvereins Butzbach zum Derbandsspielgegner. Die Poli- ' Men stellen eine sehr fähige Mannschaft, die g d ie Grvßen-Dusecker auf eine harte Leistungs- 'i p®9n.«uÄin f.m tirf in den Men & M h #i‘ 8= Ab Samstag, 10. Oktober, steht ein größerer Transport ostpreußischer hochtragender Stäbe imb Rinder Zechten im Turngau Hessen (OT ). Die bedeutendste diesjährige Veranstaltung der Fechter des Turngaues Hessen (DT.) ist der Vereinsmannschaftskampf auf Florett, dirr am kommenden Sonntag in Friedberg znm Austrag kommt. Sieben Mannschaften bewerben sich um den Sieg, und zwar: Tv. 1846 Gießen, Tv. Wetzlar (zwei Mannschaften), T. i ui Spv. Marburg, Lgm. Friedberg, Tv. 1860 Bad- Bauheim (zwei Mannschaften). 3n der Gießener Mannschaft stehen Ludwig Gerhardt, Walter Gerhardt und Ludwig V a u b e 1. Handball im Gau Hessen (O.T.) ... „L. sich lanfl* g/ftnA* ■ mA ** en 5't -..,obagv Ä »«• fie / dürren u spre- und k-"" bu nicht 'HAO ttöfih eteita. W belaufen ffen. ^kßeu. giftet Sonr m, VUet»ehrh- flel düng h?r % C Dr*5. ävS t. ,ur «mhnge d^ Tes-crn tourbe 0,c Feier bes 25, •M• bd Hauses unb sprach Herr vcr'anuneüen Der- ‘^.9 des llntmeh. h9t°6cn ^ügen cg.nivartige schwierige WJ dmwies unb iUm Emk gab, bah für Wkle 3ci- ^dnnster Heberer eine von bet Scfti’tetc Sebenttafel; Herrn Rinn I.uinenkvrb mit einem Die Feier unb ihr mit ‘Blumen ge'chmück« n eindrucksvolles Fei- zwischen Derkleitung beide besonders in der >oH bezeichnet werden a., 8. Oft dieser Tage n Landwirts Johannis iausmachen einen gol- Mi umjinen Zinken dk- tie yiititellungen ergrau des hiesigen vchub- eiß IV. gehörte. Diese 3 3 5 a b r e n auf einem irch die ffeldbereinigung um Kertek übergegan- r landen Lagerung im ersehn und vollständig ist betest; vor etwa Jahren wiedergewählt. Die Mitglieder des heimak- blocks waren der Sitzung ferngeblieben. Bundespräsident Miklas erklärte, die Wahl anzunehmen und leistete darauf den Verfassungseid. Dec Vorsitzende beglückwünschte den Bundespräsidenten in längerer Ansprache, in der er der lleberzeugung Ausdruck gab, datz es während seiner neuen Amtsperiode gelingen möge, dem Volke das Matz von innerer Ordnung ünd Befriedung zu erhallen, das die Voraussetzung der politischen Selbständigkeit und damit der Selbstbestimmung überhaupt ist. Lr schloß mit einem dreifachen hoch auf den Bundespräsidenten und die österreichische Republik. Die Explosionökaiastrophe in Gdingen. Gdingen, 9. Oft. (WTB. Funfspruch.) Bis 11 Uhr waren 10 Tote aus den Trümmern des infolge der Gasexplosion eingestürzten Gebäudes geborgen. Man nimmt an, datz sich s a st eben- soviele noch unter dem Schutt besinden. Die geborgenen Toten sind zum Teil so zugerichtet, datz ihre eigenen Angehörigen sie nicht identifizieren können. Ls hat sich herausgestellt, datz schon seit einiger Zeit sich Gasgeruch in dem betreffenden Häuserblock bemerkbar machte. Die Gasleitung wurde daraufhin zwar einer Revision -unterzogen, die jedoch nicht sehr gründlich gewesen zu sein scheint. Die Katastrophe erfolgte dann gestern abend, als eine Hausangestellte einen Keller- raum des zerstörten Hauses mit einem offenen Licht betrat. Die Ausmaße der Explosion sind größer, als ursprünglich angenommen wurde. So sind außer den 14 vollständig zerstörten Wohnungen des Häuserblocks 2 0 weitete s o stark beschädigt, daß sie wegen Einsturzgefahr geräumt werden mutzten. Ferner weist der ganze Häuserblock große Mauerrisse auf. (Schluß des redaktionellen Teils.) 12 376 Personen besahen sich am letzten Sonntag in der Zeit zwischen 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends die Schaufensterauslagen der Firma Th.Köhler, Gießen, Seltersweg 17. Diese Zugkraft verdankt das Bekleidungshaus für Herren und Knaben ihrer sachlichen und neuen Art der Dekorationen. Durch das vom Publikum gezeigte große Interesse ist bewiesen, daß die Firma Köhler den Zeitgeschmack anspruchsvoller Käufer in jeder Beziehung richtig erraten Hot. Wirklich schöne Qualitätsbekleidung zu niedrigen Preisen wurde gezeigt. Der Erfolg konnte auch nicht ausbleiben. Der Käuferandrang war be- sonders in den Nachmittagsstunden sehr groß. Um zur Belebung des Stadtbildes während der Gießener Derkehrswoche beizutragen, ließ die Firma Köhler gelegentlich ihrer Geschäftsoerlegung nach dem Sei- tersweg 17 eintausend Kinderluftballons verteilen. In den Abendstunden wurden Filmvorführungen veranstaltet, die großes Interesse bei den Straßenpassanten gefunden haben. Die Firma Köhler, Herren- und Knaben-Bckleidungshaus, verfolgt das Ziel, gediegene und elegante Qualitätsbekleidung zu liefern zu so niedrigen Preisen, die es jedem gestatten, sich zeitgemäß zu kleiden. 6741A III! nähen - sticken - kurbeln - zeichnen 1111 [imachen Hohlsaum-Handarbeiten-Wäsche UH 11 Gardinen - Oberhemden - Matratzen 6726A ~ Haus ...Handarbeit ;", mengen. Verlangen Sie nur echtes Rassol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Lngel- apotheke Gießen, gu haben in allen Apotheken. Der Tv. Heuchelheim stellt am Sonntag auf eäznem Platz drei Mannschaften ins Feld. Die l.Ju- q*nb steht der gleichen Mannschaft der Spielver- * eEinigung 1900 Gießen im Verbandsspiel gegenüber, j Ti; ist dies die erste Begegnung der beiden Mannhaften. und deshalb kann eine Voraussage über den möglichen Ausgang des Spiels nicht gemacht werden. Anschließend trifft die Erste, ebenfalls im Ver- dLindsspiel auf den Tabellenführer der Meisterklasse, Mtv. G i'e ß e n I. Die Gäste sind bis jetzt unge- ।(fragen und lassen sich sicherlich durch ihre größere Spielerfahrung auch in Heuchelheim Sieg und Punkte nicht nehmen. Den Abschluß bildet das Spiel der 2-3ugenb gegen Krofdorfs Jugend. Ihr Frühstück wie bisher — aber 2—3 Kaffeelöffel Ovomaltine dazu Gehaltvoll, aber leicht — das ist das ideale Frühstück! Mit Ovomaltine frühstücken Sie richtig; Ovomaltine nährt, ohne den Magen zu belasten. Sie ist aus Malz, Milch, Eiern und Kakao in lockerer Bindung hergestellt, sie löst sich sofort im Magen und geht fast restlos ins Blut über! Ovomaltine zum gewohnten Frühstück gibt Ihnen jeden Tag einen Überschuss an Nährkraft, der allen Gliedern und Organen zugute kommt. Schon bald fühlen Sie, wie Ihre Kräfte wachsen. Und man sieht es Ihnen auch an: mit Ovomaltine ist ein Stärkerer in Ihren Körper eingezogen, der Ihnen hilft, frisch und jung zu bleiben. Ovomaltine Ist sehr einfach zu bereiten. Man löst 2 bis 3 Kaffeelöffel davon in trinkwarmer Milch und zuckert nach Belieben. Auch in Kaffee oder Tee wird Ovomaltine gern genommen. Originaldosen: 500 g zu M. 4,45, 250 g zu M. 2,40, - p-jzasi- i 125 g zu M. 1,25 in allen Jetzt audl J.i Apotheken und Drogerien. Ovomaltine fyilft mit - Kostenlos erhalten Sie eine Probe, wenn Sie Ihre Adresse einsenden an: Dr. A. Wander G. m. b. H., Abt. O 79 Osthofen (Rheinhessen). Vertreter bei Gewährung hoher ProvtstonSbezüge. Günstige Ge- legenheli aut Erlangung eines NebeneinkommcnS, bet Eignung Anstellung gegen feste Beuige. Weitgehende Unterstützung wird zugesickert. Schriftliche Angebote unter 05850 an den Gießener Anzeiger erbeten. und Launsbach. 3m 3. Bezirk stehen sich Albach l l und Beuern I, Albach I und Albach II gegenüber. 3n der 3ugendgruppe spielen Rodheim und Launsbach. * verbandslurntag des Südwestdeutschen Turnverbandes. Der diesjährige Verbandsturntag des Südwestdeutschen Turnverbandes findet am kommenden Sonntag in Londorf statt. Dem Verbandstag liegt eine umfangreiche Tagesordnung vor. Berichterstattung über 1931, eine Aussprache über Turn-, Sport- und Spielwesen, sowie über Bundesangelegenheiten, Wahlen zum Verbandsvorstand u. a. m. werden die Versammlung beschäftigen. Arbeiter-Turn' und Sportbund. Am kommenden Sonntag herrscht anläßlich des Herb st Waldlaufes im Bereiche des 3. Bezirks Spielverbot. Der Herbstwaldlaus findet gemeinsam mit den leichtathletischen Mannschafts- Wettkämpfen des Bezirkes in Grohen-Linden statt. Den Abschluß der Veranstaltung bildet ein Fußballwettspiel zweier Bezirks-Auswahlmannschaften. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 7. Oft. Untcis Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Arbeiter wegen Blutschande verhandelt. Der Angeklagte wurde zu 11/2 3 ahr Zuchthaus verurteilt. Ein wegen Betrügereien vorbestrafter Reisender hatte sich wiederum wegen eines Betruges zu verantworten. Der Angeklagte suchte Bestellungen auf Bücher auf und gab die Aufträge an seine Firma weiter, die ihm, falls diese in Ordnung gingen, enstprechende Provisionen bezahlte. Unter diesen Aufträgen befanden sich aber auch fingierte Aufträge. So legte er einen größeren Auftrag vor, der den Anschein hatte, als ob er von einem Landwirt herrühre, während er nach der Rachgabe des Angeklagten von einem nicht zu ermittelnden Schüler unterzeichnet war. Das Gericht erblickte in diesem Verhalten einen Betrug und verurteilte den Angeklagten zu zwei Monat Gefängnis. 3n Anbetracht der Vorstrafen wurde dem Angeklagten bedingter Strafaufschub nicht gewährt. Ein Strafgefangener, der zur Zeit wegen fortgesetzter Betrügereien eine mehrjährige Zuchthausstrafe verbüßt, hatte in verschiedenen Eingaben die seinerzeit amtierenden Richter und Staatsanwälte schwer beleidigt und ihnen u. a. bewußte Rechtsbeugung vorgeworfen. Einen Beweis konnte er aber nicht erbringen. Mtt Ausnahme -Tage Staunenswerte Angebote — Prüfen Sie die Preise der wenigen Beispiele: 0.95 0.28 2.90, 4.90 3.90 1.90 2.95 0.62 2.50 2.95 0.95 0.45 0.78 3.90 0.48 0.45 0.68 1.95 2.90,1.95. rungen 0.95 0.58 1.65 0.58 0.50 0.95 0.78 0.28 3.90,2.90, 1.15, vj.95, wert Muster J. HEILBRONNER Marktstr.17 Rittergasse 8 6729 A Eintritt freit Eintritt frei! Zur Unkostendeckung freiwillige Beiträge erbeten. 05815 65840 et Damen-Schlüpfer schwere gerauhte Qualität .......... Landhausgardinen verschiedene Ausführungen, Meter 0.95.058, Kinder-Schlüpfer gute, angerauhte Qualität........... Kunsts. D.-Röcke fei ne Qualität und Ausführung............... 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MnkWe Knffotöetnng int Mgnüe einet BetmögensetllörnnQ ffit 1931. Nach § 15 Abs. 2 des Dritten Teils der Verordnung des Reichspräsidenten vom 19. September 1931 (Zweite Steueramnestieoerordnung) -- Reichsgesetzbl. I S. 493 — wird mit Freiheitsstrafe, und zwar mit Gefängnis nicht unter drei Monaten, in besonders schweren Fällen mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft, wer oorsätz- lich einer bestehenden Rechtspflicht zuwider eine Bermögenserklärung 1931 bis zum Ablauf der Amnestiefrist nickt abgibt, obwohl das steuerpflichtige Gesamtvermögen nod) dem Stande vom 1. Januar 1931 die nach §8 des Verrnögensteuergesetzes vorn 22. Mai 1931 (Reichsgesetzbl. I S. 237) maßgebende Freigrenze übersteigt. Mit Rücksicht hierauf werden, sofern das Gesamtoermögen nach dem Stande vom 1. Januar 1931 20 000 RM. überstiegen hat und eine Dermögenserklärung 1931 bisher noch nicht abgegeben worden ist, hiermit zur-Abgabe einer derartigen Ver- mögenserklärung bei dem zuständigen Finanzamt aufgefordert: 6724 1. alle natürlichen Personen (Deutsche und Nichtdeutsche), die im Inland entweder ihren Wohnsitz haben oder sich mehr als sechs Monate aufhallen, 2. alle nicht natürlichen Personen (z. B. Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaften u. dgl., rechtsfähige und nichtrechtsfähige Vereine, Stiftungen, andere Zweckoermögen u. dgl., offene Handesgefellfchaf- ten, Kommanditgesellschaften u. dgl., Kreditanstalten des öffentlichen Rechts), sofern der Sitz oder der Ort der Leitung im Inland liegt. Nicht zur Abgabe einer Bermögenserklärung verpflichtet sind die im § 4 des Verrnögensteuergesetzes vom 22. Mai 1931 bezeichneten natürlichen und nicht natürlichen unbeschränkt steuerpflichtigen Personen, die bereits bisher von der Ver- mögensteuer befreit waren oder von dem zuständigen Finanzamt ausdrücklich von der Abgabe einer Vermögenserklärung entbunden sind. Unberührt hiervon bleibt die Verpflichtung zur Abgabe der Vermögenserklärung für die natürlichen und nicht natürlichen Personen, die durch Zusendung eines Der- mögenserklärungsvordrucks zur Abgabe der Vermögenserklärung 1931 besonders auf- acfordert worden sind. Wer also einen Er- rlärungsvordruck vom Finanzamt übersandt erhalten hat, muß auf jeden Fall eine Vermögenserklärung 1931 abgeben. Wer im Zweifel ist, ob er eine Dermö- aenserklärung 1931 abzugeben hat, kann Auskunft beim Finanzamt einholen. Vordrucke für die Vermögenserkläruna sind unentgeltlich beim Finanzamt zu Haven. Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 8. Oktober 1931. Die Finanzämter. I Ingenieurschule Ilmenau K n Thüringen. Maschinenbau und Elektrotechnik. 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