Nr. 210 Erstes Blatt 181. Jahrgang Mittwoch, 9. September (931 Eriche inr täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. HlonatiBtiugsprtli: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliisse nnterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Lnzeiaer riehen, pottfcheckkonto: Arsnlsvrtam Main liess. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'fchc Unioerfitäts-Bucb» und Steinöruderei R. Lange in Gieren. Zchriftleitnng und Seschäftrftelle: SchulNraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag oorhsr. Preis für l mm höhe für ?1n;eigen non 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klamean',e,gen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20* , mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Dange, Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Idnriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Macdonald siegt im Unterhaus. Der Kampf der neuen nationalen Regierung im britischen Parlament. — Eine Mehrheit von 59 Stimmen für das Kabinett Macdonald. Ein großer Tag in Westminster. Eine BotschaftdcsAönigsandaoUnterhaus London, 8. Sept. (ERB.) „Alles wieder w i e Im Krieg e", mit diesen Worten hat der Premierminister Macdonald seinerzeit die Bildung einer nationalen Regierung gerechtfertigt. Fürwahr „Wieder wie im Krieg!" Echon die Anfahrt. Polizisten drängen die Menschenmengen zurück, die sich vor dem Parlament angestaut haben, als gelte es, einer Kriegserklärung bcizuwohnen. Auf allen Gesichtern tödlicher Ernst, besonders auf denen der Volksvertreter, in deren Hände das Wohl und Wehe der Ration gelegt ist. Vertrauen für die nationale Regierung wird heute von ihnen gefordert: Vertrauen in die Berechtigung der Sparmaßnahmen, die das schwer bedrohte Budget und damit das Pfund und die Wirtschaft des Britischen Reichs treffen sollen. Im schwach erleuchteten Haus bietet sich auf den ersten Blick nur das gewohnte Bild eines großen Tages. Kaum gewöhnt sich das Auge an das Bild im Haufe — welche Metamorphose! Verschwunden sind von der Regierungsbank alle die altgewohnten Gesichter mit Ausnahme von vier: Macdonald, Snowden, Thomas und Iowitt. Menschen, die sich als Politiker bis vor kurzem aufs bitterste befehdeten, sitzen heute auf einer Bank nebeneinander. Ihnen gegenüber d i e Opposition: alle die Arbeiterführer um Henderson, die die Bildung einer nationalen Regierung durch Mac- donald nicht billigen und sie nur als eine Kapitulation vor dem Kapital der City ansehen. In ihren Reihen zahlreiche vormalige Minifterkollegen Mac- dvnalds, für die von einem Tag zum andern kein Platz mehr auf der Regierungsbank war. Dicht gefüllte Tribünen blicken auf das seltsame Schau- spiel hinab. In der Galerie der Lords sieht man bekannte Gesichter, darunter das des Außenministers Lord Reading. In der Diplomatenloge befindet sich unter den zahlreichen Vertretern der auswärtigen Mächte auch der deutsche Geschäftsträger Graf Bernstorff. Nachdem der Sprecher sein Gebet beendet hat, werden einige Fragen und Zwischenfragen gestellt, bei denen die Gegensätze zwischen Konservativen und Arbeiterpartei scharf auseinanderprallen. Die Tlngeduld des Hauses, zu dem Hauptthema überzugehen, wächst. Plötzlich erklingt eine Stimme vom Eingang des Hauses: .Eine Botschaft vom König Sirs, unterzeichnet von seiner eigenen Hand." Als der Sprecher die kurze Botschaft des König- verliest, hat die Spannung des HauseS ihren Höhepunkt erreicht. Die Botschaft des Kö. nigs fuhrt in medias res: Nationale Notlage, neue Einkünfte. Aus diesen vier Worten fußt die neue Regierung. Ein Rededuell zwischen dem Führer der Opposition Henderson und dem Premier Macdonald über die im Unterhaus zu befolgende Prozedur erhellt blitzartig die Gegensätze zwischen Regierungsparteien und Opposition, zwischen Macdonald und Henderson. Atemlos lauscht daS Haus den Ausführungen Macdonald«. Und während im Parlament die heiße und erbitterte Schlacht zur Rettung der Finanzen deS Britischen Reiches beginnt, sitzen im St. Iames-Park, nur einen Steinwurf von Westminster entfernt, in weißen Turbanen die Diener von indischen Teilnehmern an der Rundtischkon- ferenz und wärmen sich in den Strahlen der Sep- tembersonne. Macdonald spricht. Der Weg der nationalen Negierung. Macdonald machte mit kräftigem Nachdruck folgende Ausführungen: ,.Es gibt zuweilen Ereignisse, denen man nur die Stirn bieten kann, wenn man Mut besitzt. Es ist dann nicht leicht, einen leichten und volkstümlichen Entschluß zu fassen. Cs wurde am 8. August bekanntgegeben, daß die Bank von England angesichts der beunruhigenden Zurückziehung von Einlagen und einer Gefahr für die Goldreserven der Auffassung war, daß die Lage ernst werden konnte. Die Krise verschärfte sich. Es wurden für den Augenblick Kredite bereitgestellt, um der Goldflucht entgegenzuwirken. 3n der dritten Augustwoche waren die Kredite de facto erschöpft und eine neue Anleihe war notwendig, um zu verhindern, daß die Goldbasis des Pfund Sterling erschüttert wurde. Die Lage hat sich soweit entwickelt, daß ein Sturm im Anzug war. Wenn wir ihn nicht abwendeten, so würde er weite Trümmer hinter sich lassen. Die Regierung hatte prompt und mit Kraft zu handeln, nicht mit Rücksicht auf d i e Parteimaschinerie (mit einem Blick auf die Opposition), sondern es wurden Maßnahmen notwendig. u;n uns eine Chance zu geben, unsere Verteidigungslinie auszubauen. Wenn dies getan ist, dann werden alle anderen Fragen sorgfältig und gründlich untersucht werden. Der Premierminister betonte ausdrücklich, daß niemals während -es ganzen Verlaufs der von Snowden und ihm 'mit Zustimmung und Kenntnis der Regierung geführten Verhandlungen die Danken sich in politische Vorschläge eingemischt hätten. Sie hätten sich lediglich darauf beschränkt, der Regierung sachverständigen Rat über die Wirkung der Vorschläge und den möglichen Ertrag ihrer Anleihe zu erteilen. Keine außenstehende Autorität sollte die Politik des Staate- kontrollieren. (Beifall bei den Regierungsparteien und Gegenrufe von der Opposition.) Weder irgendeiner finanziellen noch irgendeiner anderen Organisation (mit einem Blick auf die Arbeiteropposition) sollte das Recht zu- gestanden werden, die nationale Politik zu diktieren. Angesichts der weitreichenden Verhandlungen, die ziemlich bald über die Reparationsabkommen usw. begonnen werden mühten und mit deren Erörterung nur angefangen werden könnte, wenn der allerbeste Wille zwischen Frankreich, Amerika und England geschaffen sei, bemerkte Macdonald mit einem festen Blick auf Henderson, fei zu hoffen, daß diejenigen, die Erfahrung in der Führung auswärtiger Angelegenheiten haben, dafür gesorgt haben, daß in diesem Kampfe gegen die Banken nichts von dem wiederholt wird, waS neulich über den angeblichen Mangel deS von Neu- hork und der ganzen amerikanischen Bankwelt an den Tag gelegten großartigen guten Willens gesagt worden ist. Als darauf der Premierminister sich für Sparmaßnahmen in allen Volksschichten einsehte, wurde er mit der Frage unterbrochen, wie es mit ihm selbst stünde. Seine Antwort darauf lautete: Ich werde eine Reduzierung von 1000Pfund(— 20 000 Mark) zu tragen haben. Die Regierung würde solange im Amte bleiben, bis die Krisis überwunden, bis die Welt aufs neue davon Überzeugt fei, daß der Sterling unangreifbar sei und Löhne und Einkommen des Volkes von den zerstörenden Einflüssen befreit seien, die sie kürzlich bedroht hätten. Wenn das Unterhaus entscheiden würde, daß nichts mehr getan werden könne, bann würde die Regierung bereit sein, ihr Amtssiegel dem König zurückzugeben. Hendersons Entgegnung. Tie Opposition der Arbeiterpartei. Nachdem der Premierminister geendet hatte, erhob sich sofort Henderson als Führer der Opposition und führte u. a. aus: Bei der gegenwärtigen Regierung handele es sich nicht um eine nationale Regierung. Solange diese Regierung im Amte sei, würden er und feine Kollegen die Opposition bilden, und nichts würde sie davon abbringen. Wenn das Budget balanciert werden muß, so sollten wir uns an diejenigen wenden, die am meisten haben und nicht an diejenigen, die am wenigsten besitzen.. Die ehemalige Arbeiterregierung hat Sparmaßnahmen im Umfang von 56 Millionen Pfund provisorisch angenommen. Einen Tag nach dieser Annahme wurde mitgeteilt, daß weitere 25 bis 30 Millionen Pfund eingespart werden mühten, und daß in der Hauptsache die Ersparnisse zu Lasten der Arbeitslosen erfolgen mühten. Sein Glaube an die guten internationalen Beziehungen Englands, die in großem Mähe ein Ergebnis des Washingtoner Besuches des Premierministers seien, sein Glaube an die guten Beziehungen zwischen England und Frankreich, an deren Herstellung er ein wenig beteiligt gewesen sei, und sein Glaube an die gegenseitige Abhängigkeit der internationalen Finanzwelt, all dies hätte ihn zu dem Schluh veranlaht, dah jene Elemente in ihrem eigenen Interesse niemals gewagt haben würden, den englischen Kredit zusammenstürzen zu lassen, wie drohend die Lage auch fein möge. Er schloß mit der Bemerkung, die Opposition habe sich an jenen Teil des Landes gewandt, den sie zu Der-4 treten habe. Nichts würde sie davon abhalten, zu ihren Idealen, ihren Grundsätzen und ihrer Selbstachtung zu stehen. Die Aussprache. Churchill fordert baldige Neuwahlen. Zum allgemeinen Erstaunen sprachen nach Henderson nicht etwa Baldwin als Führer der Konservativen oder der Liberale Samuel, sondern es erhob sich Churchill, der gleich zu Anfang seiner Rede mit seinem bekannten Humor in die durch die aggressive Rede Hendersons geschaffene gereizte Atmosphäre deS Hauses eine leichtere Note trug. Churchills Rede war dadurch bemerkenswert, daß sie nachdrücklichst für baldige Neuwahl eintrat. Er begründete diese Notwendigkeit damit, dah die Sozialisten durch jede weitere Verzögerung gewinnen würden, und betonte, es könne lern Wiederaufleben des Handels und des Vertrauens erfolgen, bis Klarheit in diepolitifcheLage gebracht worden ist. Zur allgemeinen Ueberraschung erklärte Churchill auch, daS Land sei reif für Schutzzoll, und drang in die Regierung, die Zwischenzeit dazu zu benutzen, um eine nationale Politik zu formulieren und die Männer guten Willens aller Parteien um sich zu scharen. Das Mitglied der Unabhängigen Arbeiterpartei, Marton, erklärte, die nationale Regierung sei ein .elender Mietling' des Finanzkapitals und Macdonald ein Führer der Weltreaktion. Er schloh: Parlamentarische Opposition ist nicht das einzige Kampfmittel der Arbeiterschaft. Ich hoffe, die Arbeiterbewegung versteht, dah sie sehr bald einer revolutionären Lage gegenüber» stehen wird. Nach ihm erklärt« Baldwin: Um die so dringend notwendige und wesentliche Ausgleichung des Etats durchzusühren, ein Werk, das keinen Verzug duldete, hätten die Konservativen die lebenswichtige Frage eines Schutzzolles verschoben. Dom Parteistandpunkt aus gesehen, ei dies ein Opfer, und die Tatsache daß die Kon- crvative Partei dieses Opfer auf sich genommen )abe, zeige, daß sie den Ern st ber finge voll erkannt habe. Baldwin zollte dem Mute Macdonalds Anerkennung, der, von der ganzen Partei verlassen, die ungewöhnliche Tapferkeit be- festen habe, aufzustchen und zu sagen, er werde allein, versuchen, das Land über die Schwierigkeiten Hinwegzubringen. Es gelte, mit größter Schnelligkeit Ersparnisse zu erzielen, um der Welt zu zeigen, daß England nicht nur die Notwendigkeit, Opfer zu bringen, einzusehen vermag, sondern diese Opfer auch tatsächlich gebracht habe. Er fürchte zwar, daß wirkliche Einmütigkeit nie herrschen werde, dennoch möchte er die Opposition darauf aufmerksam machen, welche Verantwortung auf ihr laste. Sie müsse sich vor Augen halten, wie sehr sie den Stand der Regierung im Lande draußen erschweren könne. Keine Katastrophe der Jetztzeit oder irgendeiner Zeit sei vergleichbar mit der, die im Zusammenbruch des in» ternationalen Kredites Englands läge. Dies wäre gleichzeitig eine Katastrophe für die Welt, die feit dem Kriege in England eine der stabilsten Säulen gesehen habe. Baldwin schloß: „Ich und meine Partei werden dem Premierminister voll st e und wärm st e Unterstützung gewähren, um die Ziele zu erfüllen, die für die Gründung der neuen Negierung bestimmend gewesen sind." Die Abstimmung. Tie Mehrheit für das Kabinett Macdonald Nach weiterer Debatte, in der noch IH o »leg, Alexander und zum Schluh der Führer der Liberalen, der Dnnenminlffer Sir Herbert Samuel sprachen, folgte die Abstimmung über den Regierungsantrag. Die Abstimmung ergab für da» Kabinett Macdonald 309 Stimmen und 250 dagegen. Das Unterhaus hat dadurch mit einer Mehrheit von 59 Stimmen der Regierung das vertrauen bezeugt. Die Regierungsmehrheit fetzte sich zusammen au« den Konservativen, den Liberalen, sowie drei Unabhängigen, ferner den sieben sozialistischen Ministern und fünf sozialistischen Unterhausmitgliedern. Drei Sozialisten enthielten sich der Stimmabgabe. Gegen die Regierung stimmte die Arbeiterpartei mit den erwähnten 15 Ausnahmen, außerdem drei Unabhängige, darunter auch Baldwins Sohn, Oliver Baldwin, und die vier Mitglieder der Mosley-Gruppe. Italien fordert einen Wungsstillstand. Eine grohe Rede Grandis in der Genfer Dölterbundsversammlung. Der Vorstoß in Genf. Der italienische Außenminister Grand! hat auf der Völkerbundstagung gleich zu Beginn der politischen Aussprache für eine große Sensation gesorgt. Er hat in die stickige Atmosphäre dieser Versammlung, die sich sonst gern an ihren eigenen Phrasen benebelt und allen praktischen Fortschritten aus Angst vor irgendwelchen Komplikationen aus dem Wege geht, frische Luft hineingelassen und den versammelten Außenministern gezeigt, wohin die Reise geht, wenn man die Dinge wie bisher einfach treiben läßt. Dabei ist es von besonders pikantem Reiz, daß er Briand kopiert hat, daß er von Driands Gedankengängen ausging, aber doch zu Ergebnissen kam, die der französischen Politik tn allen Punkten widersprechen. <3r hat sich die alte französische These zu eigen gemacht, daß dem Völkerbund die Regelung internationaler Schwierigkeiten, die Abrüstung und die Sicherheit besonders am Herzen liegen müsse. Während Briand aber dann mit einem Taschen- spielerkunststückchen immer den Begriff der Sicherheit in den Vordergrund schob, um dahinter die Abrüstung verschwinden lassen zu können, hat Grandi eine andere Gruppierung vorgenommen und mit Recht die Abrüstung v o r a n g e ft e 111 als die wichtigste aller Bemühungen zur Beruhigung Europas. Er ist sogar mit dem praktischen Vorschlag hervor- getreten, daß sofort vor der Vollendung der Arbeiten der Abrüstungskonferenz etwas geschehen müsse und zu dem Zweck den Still- stand der Rüstungen während der Dauer der Abrüstungskonferenz angeregt. Das ist — wie sollte es auch anders sein — in erster Linie natürlich italienische Politik, ist wahrscheinlich eine Vorbereitung für die neuen italienisch - französisch - englischen Verhandlungen über das Marineabkommen und wird vermutlich in Paris so ausgelegt, daß Italien nicht mehr imstande fei, das Wettrüsten der großen Panzerschiffe auszuhalten. Aber so leicht wird Frankreich diesmal doch nicht aus der Verlegenheit kommen, zumal da vermutlich die Vereinigten Staaten den italienischen Plan billigen. Wir Deutsche haben nicht ohne weiteres Veranlassung, hierin gerade eine brauchbare Lösung zu sehen, denn der Stillstand der Rüstungen würde ja nur die zur Zeit bestehende Llngleichheit verewigen, während wir einen Ausgleich zwischen der uns aufgezwungenen Abrüstung und der Aufrüstung der Sieger floaten fordern. Immerhin ist es erfreulich, daß innerhalb der Vollversammlung die Dinge einmal beim rechten Namen genannt werden, noch erfreulicher, wenn Grandi über den Rahmen der eigentlichen italienischen Politik hinaus griff und gleichzeitig das Reparationsproblem anschnitt mit der richtigen Nutzanwendung, dah der Völkerbund durch die Lösung der Abrüstungsfrage sehr viel zur wirtschaftlichen Beruhigung Europas beitragen könne. Insoweit sind auch wir bereit, den moralischen Zusammenhang zwischen Abrüstung und Reparationen anzuerkennen. Wir müssen hier nur aufpassen, daß Briand nicht das Verhältnis um« dreht und eine sachliche Verbindung zwischen beiden Fragen konstruiert, gegen die wir uns zu wehren alle Veranlassung hätten. Sofortige Mflungspause während der Abrüstungskonferenz. Ter Zusammenhang von -tbrüstung und Verschuldung. Genf 8.Sept. (TU.) Der italienische Außen- Minister Grandi hat in feiner großen politischen Rede vor der Dolloersammlung des Völkerbundes, mit der er die Generalausfprache eröffnete, im Auftrage der italienischen Regierung folgenden Vorschlag an sämtliche Mächte gerichtet: Die italienische Regierung schlägt vor, daß man bereit» jetzt und unverzüglich einen wirksamen und wahrhaften Still st and der Rüstungen — wenigsten» während der Dauer der Abrüstungskonferenz — beschließt. Die Mächte müssen gegenwärtig die Jrage prüfen, ob nicht während des Zeitraumes der Vorbereitung der Abrüstungskonferenz diejenigen Staaten, die sich endgültig verpflichtet haben, an der Konferenz teitzunehmen, bereit» vorbereitend« Maßnahmen ergreifen können. Der völkerbund»- rat hat seinerzeit den Vorschlag gemacht, vor der Abrüstungskonferenz eine vorbereitende Fühlungnahme zwischen den Regierungen herbeizuführen. 3m Geiste dieser Empfehlung scheint e» daher erforderlich zu fein, sofortige und praktifcheMahnahrnen zu ergreifen. Ein entscheidende» allgemeine» Abkommen zwischen den Staaten in dem Sinne, dah die Staaten darin einwilligen, die Durchführung ihrer neuen Rüffungsprogramme zeitweilig während der Dauer der Konferenz einzustellen, würde den Völkern ein erste» Beispiel de» guten Milien» der Regierungen zeigen. Grand: führte dazu folgendes aus: Der Völkerbund beruht auf der Notwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit, die dringend von allen Völkern gefordert wird. Wenn der Dölker- bundspakt seine wahre Bedeutung weiter behalten soll, so müssen die sich aus ihm ergebenden Verpflichtungen, die friedliche Regelung internationaler Streitigkeiten, die Abrüstung und die Sicherheit gewissenhaft eingehalten werden. Der Völkerbund steht heute am Vorabend der Abrüstungskonferenz. Daher ist es notwendig, daß jede Regierung freimütig die Politik ö ar legt, die sie auf der Abrüstungskonferenz verfolgen wird. Der Dölkerbundspakt ruht selbstverständlich auf der Sicherheit öet Staaten und diese Sicherheit ist einerseits von der Entwicklung der friedlichen Regelung der Streitigkeiten unb andererseits von einer allgemeinen Herabsetzung der Rüstungen abhängig. Der Verzicht auf Gewalt und die Herabsetzung der militärischen Streitkräfte auf ein Mindestmaß find die dringendsten Erfordernisse der Oegen- toart Tatsächlich besteht überhaupt keine von der Abrüstung und der Schiedsgerichtsbarkeit unabhängige Sicherheit. Denn in den internationalen Beziehungen die Möglichkeit von Gewaltlöfun- gen nicht mehr existiert, fo hat damit auch da» Problem der Sicherheit aufgehört zu bestehen. Da» Problem der Sicherheit bestcht nur so- S'.W Mr» MW. ie- ie* In Frankfurt a. M. fand ein evangelischer Volkstag statt, dessen Höhepunkt eine öffentliche Kundgebung vor dem Römer bildete, bei der Superintendent Zentgraf (Mainz) die Ansprache hielt. mächtig und groß und so gut organisiert und ausgerüstet er auch sei, der nicht unter dem Eindruck steht, daß seine eigene Organisation jeden Tag durch das Anwachsen der Krise in seinen Grundlagen bedroht werde. 3n Kriegsschulden und der Reparationen in Angriff zu nehmen und zu lösen. Frankreich wolle anscheinend diese Frage nur in einem deutsch-französischen Rahmen allein verhandeln. Der Plan der Zollunion dürfe aber nicht durch einen europäischen Teilvertrag erseht werden, der eine Teilnahme der anderen Länder und ein gemeinsames Zusammengehen ausschliehen würde. Unfreundliches Echo in Paris. änderten. Trotz aller Bedenken darf dennoch der Plan des Reichsfinanzministeriums als ein gesundes Projekt angesehen werden, da er tatsächlich daS Uebel der Arbeitslosigkeit an einer seiner Grundwurzeln anzufassen geeignet ist. In den nächsten Tagen werden hierüber zwischen den einzelnen Ressorts des Reiches sowie mit dem preußischen Ressorts Verhandlungen geführt werden. Wenn überhaupt, so mühte der Plan sehr bald verwirklicht werden und die Gestalt einer fertigen Kabinettsvorlage annehmen, damit die Arbeiten noch in diesem Herb st begonnen werden können. Gin weiteres Erfordernis wäre allerdings auch die Vermeidung jeglicher Derwaltungskosten und die Einheitlichkeit der Durchführung, Damit sich hier nicht das Schicksal der Osthilfe im Kleinen wiederholt. Einigung iliderWirtschastspariei Wirtschaftspolitische Forderungen. zu finanzieren. Dieser Plan hat vielfach große Zustimmung ausgelöst, da er, wenn auch vorläufig nur in geringem Umfange in gewissem Sinne eine grundsätzliche und dauernde Lösung des statischen Arbeitslosenproblems zu geben verspricht. Allerdings stehen dem Plan mindestens ebenso viele Bedenken gegenüber. 3n unterrichteten Kreisen macht man geltend, daß seine Durchführung auch nur für 100 000 Familien auf die Dauer mindestens eines Jahres keine Ersparnis, sondern zusätzliche Ausgaben verursachen würde. Frühestens im v «. t « v l v ....... .. -....... , ... .. , Herbst 1932 könnten die Siedlerstellen Erträgnisse Momente des französischen Sicherheitssystems seien.1 abwerfen, die als ein Ausgleich zu der bisherigen Berlin, 8. Sept. (TU.) Das Reichskabinett wird heute keine Beratungen abhalten, um den Ressorts die Möglichkeiten weiterer Vorarbeiten zu geben. 3m Vordergrund deS 3nteresses steht gegenwärtig der überraschend bekanntgewordene Plan des Reichsfinanzministeriums, zur Behebung der Arbeitslosigkeit kleine Siedlerstellen von zwei bis vier Morgen zu schaffen und auS Mitteln im wesentlichen der Hauszinssteuer, Berlin, 8. Sept. (DDZ.) 3m Reichsaus- schuh der Wirtschaftspartei gelang eö nach längeren Verhandlungen, eine Einigung mit den oppositionellen Gruppen herbeizuführen, die eine besondere sächsische Wirtschaftspartei gegründet hatten. Der Reichsausschuh beschloh die Herausgabe einer Kundgebung, in der die Wiedervereinigung der bisherigen sächsischen Wirtschaftspartei mit der Gesamtpartei begrüht und betont wird, dah die gi einigte Wirtschaftspartei für ihr Ziel eines b« rufsständisch orientierten deutschen VolksstaateS ungenügend ablehnt und obwohl endlich ein deutscher Antrag wegen Festsetzung eines a n - deren Schemas, das die Mitteilung sämtlicher, nach Ansicht der deutschen Regierung notwendigen Angaben vorsah, vom Rate nicht an. genommen worden ist. Die beiliegenden Tabellen lassen erkennen, wie gering die Rüstungen Deutschlands im Vergleich zu denjenigen anderer an Gebiet und Bevölkerungs- zahl ihm entsprechender Staaten sind. Teilweise bleiben sie sogar erheblichhtnterdemdurch den Versailler Vertrag festgelegten Stand zurück. So besitzt z.B. die deutsche Marine gegenwärtigen u r vier in Dienst stehende Linienschiffe, während sie auf Grund des Versailler Vertrags sechs Linienschiffe Im Dienst und zwei Linienschiffe in Reserve, also den doppelten Bestand, zu haben berechtigt ist. * Bon den übrigen Mächten haben bisher Amerika, Belgien, Frankreich, England, Holland und neuerdings auch Italien auf die Anfrage des Gene- ralsekretärs geantwortet. Mit Ausnahme von Frankreich haben alle diese Staaten ebenso wie Deutschland ihrenRüstungsstandbekannt- gegeben. Frankreich dagegen hat bekanntlich noch keine sachlichen Mitteilungen gemacht, sondern sich auf eine politische Polemik be- chränkt, die darauf hinausläuft, daß eigentlich nur Deutschland abzurüsten habe. Das ist natürlich ein Boden, auf den die Reichsregierung unter gar keinen Umständen treten kann. In diesem Zusammenhang ist schließlich noch von Interesse, daß die Sowjetunion die Mitteilungen über ihre Rüstungen bereits v o r der Umfrage des Generalsekre- tärs geliefert hat, aber unter der Bedingung, daß keine Veröffentlichung erfolge. Darauf hat Polen sich geweigert, seinen Militärstatus bekanntzu- geben. Paris, 9. September. (WTB. Funkspruch.) Die Rede des italienischen Außenministers Granoi In Genf findet in der französischen Presse große Beachtung. Einheitlich wird die Gemeinsamkeit der Italienischen These in der Abrüstungsfrage mit der angelsächsischen festgestellt, wie auch derGegeniatzzumfran- zösischen Standpunkt. „Journal" schreibt aus Genf, der Vorschlag Grandis, mit der Weiter- sührung der Rüstungsprogramme bis zur Abrüstungskonferenz auszusetzen, passe nicht auf das französische System der Sicherheit. Der italienische Minister habe einen A n g r i f f g e ge n d i e S o n- derabkommen unternommen, die wesentliche Arbeitslosenunterstützung bewertet werden könnten. Eine weitere große Schwierigkeit werde die Auswahl derArbeitslosen.dieln ihrer großen Menge ohnehin berufsfremd sein dürften, aber ausgerechnet auf die schwierigste landwirtschaftliche Arbeit, Gartenarbeit, eingesetzt werden müßten, machen. Hinzu kommt, daß gerade der Gartenbau zur Zelt wohl der unrentabelste Zweig der deutschen Landwirtschaft ist und die allgemeinen wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Herstellung seiner Rentabilität gegenwärtig fehlen. Zur Zeit wenigstens fehlen noch alle Voraussetzungen, die eine Abwehr derAuS- landskonkurrenz und damit deS Tleberan- gebotes ermöglichen. Zwar hat der gegenwärtige Reichsfinanzminister als damaliger Reichsernährungsminister dem Gartenbau eine Reihe von Krediten zur Umstellung und Modernisierung zur Verfügung gestellt. Diese Kredite sind aber bis heute noch nicht amortisiert. Eine Rentabilität der Siedlerstellen über die Deckung des eigenen LebensmittelüedarfS hinaus würde also kaum erreichbar sein, es sei denn, daß sich die allgemeinen wirtschaftlichen Voraussetzungen Aus Oer provinzialbauptstadt. Gießen, den 9. September 1931. ©er Aogelzug im September. Mit so großem Interesse jedesmal im Frühling das Kommen und im Herbst das Tornetzen der Vögel beobachtet wird, so sind wir doch noch nicht in die letzten Geheimnisse des Vogelzuges eingedrungen. Auch die Beringung von Zugvögeln, die bereits vielfach vorgenommen wird, hat noch nicht die letzten Schleier über die Wanderungen der Zugvögel hinweggenommen. Schon die Frage, was den unmittelbaren Anstoß zur Abwanderung im Herbst gibt, läßt sich nicht mit Sicherheit beantworten. Rahrungssorgen sind es bei den meisten Arten noch nicht, denn in den Zeiten, da im Spätsommer oder Herbst viele Vögel von uns gehen, gibts noch reichlich Rah- rung. Doch wie Dem auch sei, die Vögel machen sich jedenfalls zur Abreise nach dem Süden bereit. Einige Arten, wie Mauersegler und Pirol, sind sogar schon abgewandert. Der Hauptmonat des Vogelzuges im Herbst ist bei uns stets der September. 3n diesem Monat verlassen uns Bachstelze, Rachtigall, Sprosser, Ziegenmelker, Turteltaube, Rohrdommel, Schwalbe,"^Grasmücke, Regenpseiser, Kiebitz, Drossel, Heidelerche, Steinschwätzer und noch andere Arten. Einige Wochen später, gewöhnlich im Oktober, machen sich Rohr- ammer, Waldschnepfe, Rotkehlchen, Taucher, Habicht, Mäusebussard usw. zur Abreise fertig. Als letzte, erst im Rovember, folgen Dohle, Saatkrähe, Girlitz und Wildgans. Vor der Abreise zeigt sich oft bei den Vögeln eine große Unruhe. Auch stimmen die Singvögel um diese Zeit oft noch, wie zum Abschied, ein Liedchen an. Merkwürdig ist beim Vogelzug auch, daß bet manchen Arten die Alten nicht mit den Jungen, die Männchen nicht mit den Weibchen ziehen. Die alten Kuckucke sind manchmal längst abgereist, wenn sich die jungen Kuckucke noch hier herumtummeln, bei den Buchfinken und bei den Rachtigallen ziehen die Weibchen später fort, als die Männchen. Unter den älteren Buchfinken gibt es sogar schon viele, die den Zug zum Süden überhaupt nicht mitmachen, sondern die im Winter als Strichvögel leben. Wegen dieser zeitweisen Lösung der Ehe ist Hern Buchfink auch bereits die Bezeichnung „eheloser Vogel" beigelegt worden. Die Wanderstraßen der Vögel sind meistens die Täler der größeren Ströme und Flüsse. 3m Zuge der Seine, der Rhone, des Rheins, der Glbe, der Oder und noch anderer Ströme ziehen die Vögel in der Regel dem Süden zu. Jedoch nicht alle Dogel- arten halten sich an diese Wanderstraßen, manche Arten fliegen auch über grohe Gebirgszüge. Die Strand- und Seevögel dagegen halten sich immer an die Meeresküsten und ziehen an der westlichen Küste Europas entlang nach dem Süden, bis in die Mittelmeerländer, oder auch weiter bis nach Afrika. Am besten sind wir bisher über die Wander- straßen der Störche unterrichtet. Das stammt wohl auch daher, daß dieser Vogel ziemlich groß ist und leichter beobachtet werden kann. Der Storch zieht auf zwei Wanderstrahen nach dem Süden, auf einer östlichen und auf einer westlichen. Die westliche Straße geht den Rhein entlang, dann über Südfrankreich und Spanien, an der Küste Afrikas entlang bis nach Südafrika. Die östliche Wanderstrahe geht zunächst der Richtung zum Schwarzen Meere zu, bann über Kleinasien, Syrien, Aegypten und schließlich von Aegypten aus weiter südlich. Die Weser ist ungefähr das Scheidegebiet dieser beiden Wan- berungsgebiete. Die Störche, bie sich westlich ber Weser niebergelaffen haben, ziehen auf der westlichen Wanderstrahe fort, die östlich der Weser heimischen Störche benutzen die östliche Wander- straße. Die Art des Vogelfluges bei den Wanderungen ist durchaus nicht gleichartig. So ziehen Wildgänse und Kraniche in Keilformen, andere in mehr oder weniger breiten Geschwadern. 3m übrigen sind die Zugvögel in Tag- und Racht- wanberer einzuteilen. Finken, Wachteln, Schwalben, Wildgänse, Kraniche, Störche ziehen am Tage, Drosseln, Schnepfen. Kuckucke, Reiher in ber Rächt. Der Herbstzug geht burchweg langsamer vor sich als der Frühjahrszug. So dauert der Frühlingszug bei den Störchen nur den brüten Teil ber Zeit, wie der Herbstzug. Wahrscheinlich ist im Frühling ber Paarungstrieb ein zu starker Antreiber. Die vorstehenden Ausführungen gelten hauptsächlich auf die Vogelwanderung in der nördlichen Erdhälfte. Aber auch in ber südlichen Erdhälfte geht jedesmal Im Frühling und Herbst die Vogelwanderung vor sich. Da zur Südhalfte geringere Landmassen gehören, macht sich dort allerdings die Vogelwanderung nicht so stark bemerkbar tote bei uns. Weiter zeigt sich In Mitteleuropa im Herbst nicht allein eine Abwanderung von Vögeln, wir bekommen auch stets einen Vogelzuzug, und zwar von jenen Vögeln, deren Brutbezirke hoch im Rorden liegen, wo im Winter alles vereist ist. Zu diesen Wintergästen aus der nördlichen Vogeb« Welt gehört vor allem bie Schneeammer, auch noch Schneevogel unb Winterling genannt, ein gegen 16 Zentimeter großer Vogel. Der noch auf Spitzbergen, in Rorbgrönland, auf Rowaia-Semlja unb auf Franz-Iosevhs-Lanb heimisch ist. Die Schneeammer zieht sich sogar für ben Wmter- aufentfjalt in unseren Breitegraben ein beson- bere* Kleid an. 3m Sommer unb hoch oben im Rorden ist dieser Vogel schneeweiß, wenn er zu uns kommt, hat das Gefieder eine zimtbraune Farbe angenommen. Daten für Mijtwoch, S. September. 9 n. Ehr. (9. bis 11.) Schlacht im Teutoburger Walde. — 1737: der Raturforscher Luigi Galvanl in Bologna geboren. — 1828: der russische Schriftsteller Graf Leo Tolstoj in IaSnaja Poljana geboren. — 1928: ber Industrielle Kurt Sorge in Berlin gestorben. Bornotizen. — TageskalenderfürMlttwoch: Stabt« kirche, 20 Uhr, Lichtbildervortrag „Amerika als Vorbild und Warnung" von Misstonsdirektor Pfarrer Devaranne. — Guttempler.Loge „Hassia", Naturhellverein, Obst- unb Gartenbauverein, Kausm. Vereinshaus, 20 Uhr, Vortrag über „Süßmost im Haushalt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Nie wieder Liebe". — Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Als 11. Vorstellung im Sommer. Abonnement gelangt am Dienstag, 15. September, die Komödie: „Der Garten Eden" von Oesterreicher und Bernauer als letzte Reu- einstudierung ber Sommer-Spielzeit unter bet Spielleitung von Peter F a s s o 11 einmalig zur Ausführung. Slegewald über grundsätzliche Ausgaben des kommenden Winters. ©i« Versorgung der Arbeitslosen. - Umbau der Bevölkerungsstruktur. - ©ie Reform der Arbeitslosenversicherung. lange, als die Möglichkeit für ein fortgesetztes Wettrüsten offengelassen wird. Die Vorkriegsperiobe zeichnete sich durch zwei typische Erscheinungen aus: Auf der einen Seite wurde an dem Gedanken der Schiedsgerichtsbarkeit, gearbeitet, auf der anderen Seite ging das Wettrüsten ununterbr o che n weiter unb kämpfen werbe. Es wurde dann noch folgender Entschluß bekannt: gegeben: Unter augenblicklicher Zurückstellung parteipolitischer Forderungen läßt sich die Wirtschaftspartei von dem ernsthaften Willen leiten, geeignete Bestrebungen zu unterstützen, Ordnung in die wirtschaftlichen und finanziellen Verhält nise in Reich, Länder und Gemeinden zu bringen. Vor allen Dingen müssen Arbeits- Möglichkeiten geschaffen werden, um nicht das Heer ber Arbeitslosen zu vermehren, insbesondere aber zu versuchen, daß die Arbeitslosigkeit nicht in erschreckendem Umfange auch auf bic Kreise der selbstänbigen Gewerbetreibenden übergreift. Die durchzuführenden Maßnahmen haben sich auf Erfüllung nachstehender Forderungen zu erstrecken: 1. Unbedingte Sicherung des privaten Eigentums an Grund und Boden. 2. Be eltlgung der Hauszinssteuer. 3. Be eltlgung der Wohnungszwangswirtschaft. 4. Te lweise Umgestaltung der Erwerbslosen- und Krisenunterstützung In produktive Erwerbslosensür- sorge und Abdrosselung jeglicher Schwarzarbeit. 5. Reform des politischen Lohn- und Schlichtungswesens. , 6. Ueberführung ber Betriebe der öffentlichen Hand in die Privatwirtschaft mit Ausnahme der Gas-, Wasser- unb Elektrizitätswirtschaft. 7. Progressive Staffelung der Umsatzsteuer, Einführung einer Filialsteuer. 8. Bei Durchführung von teilweiser Naturalienlieferung an Erwerbslose Einschaltung von Handel und Gewerbe. — „Echo be Paris" gibt der Meinung Ausdruck, daß Grandi mit einer Annahme seiner Vorschläge durch Frankreich gar nicht gerechnet habe — „Motin schreibt Grandis Vorgehen in der Abrüstungsfrage gehöre in das Gebiet der Propaganda. Eine Einstellung der Arbeiten für die nationale Verteidigung würde große budgetäre Verwirrungen und unvorhergesehene Arbeitslosigkeit schaffen. — Quotibien", der die Italiener ausgezeichnete Diplomaten nennt, erklärt, Italien wolle sich das Air einer Friedens, unb AbrüftungspoUtik geben, gleichzeitig aber gegen die französische Politik opponieren. — „Peuple" behauptet, ber Friedensgedanke sei für Rom nur ber »orroanb, um Reibungspunkte zu schaffen. Die faschistische Opposition sei gegen Frankreich gerichtet, unb es sei zum mlnbe- ften ärgerlich, dah eine gewisse französische Polltlk Dies überhaupt möglich gemacht habe. Deutschland gibt seinen Rüstungsstand bekannt. Eine deutsche Note an den Völkerbund. Genf. 8. Sept. (WTB.) Reichsaußenminister Dr. C u r t l u « hat am 28. August an den Gene, ralsekretär bes Völkerbundes eine Rote gerichtet, In ber eS heißt: Die deutsche Regierung hat sich entschlossen, die erbetenen Rüstungsangaben nach dem von dem Völkerbund angenommenen Schema zu machen, obwohl ber Rüstungsstanb Deutschlanbs durch die im Versailler Vertrag enthaltenen einseitigen Abrüstungsbe- stimmungen bereits bis in alle Einzelheiten fe ft gelegt unb bekannt ist, ob. ; wohl ferner bie beuische Regierung ben von ber Vorbereitenden Abrüstungskommission sertigge- stellten Konventionsentwurf, der dem von dem Rate beschlossenen Schema zugrunde liegt, als führte schließlich 3 u m Weltkrieg. An- I i /tu i h« pinem Berliner S'£».ess »• ■" •“ ft Seit 20 Jahren befindet sich Europa meinem mutma bliche Za h l d e r A r veil sm | en fortgesetzten Zustand der Unruhe Die genannt worden sind, als völlig willkürlich oa nationalen Wirtschaften ber Staaten sind in ihren sie meist nur auf einer gefuh l S kN a ß »g e i Grundlagen erschüttert und die Arbeitermassen Schwarzseherei beruhen zvi der am oller- sind beschäftigungslos. Es gibt keinen Staat, so wenigsten Anlaß sei. Soweit bie Entwicklung im teil zu der Auffassung kommen, baß sich die deutsche Wirtschaft überraschend Widerstands, fähig bewiesen habe. Aber selbst wenn die Zahl der Arbeitslosen Im kommenden Winter erheblich i«n tetteTiforäten k-kn'sich Sreigniffe m der I Setzer würde als im »origen Winter, gebe es noch Richtung einer Zusammenarbeit der Völker abge- eine Fülle von Möglichkeiten, um selbst erheblichen spielt, besonders zwischen Völkern, die vorher noch Beanspruchungen gewachsen zu sein. durch blutige Konflikte getrennt waren. DieseBe- Der Minister steht dem Gedanken ber teilroei« toegung zur Zusammenarbeit und Solibarität muß sen Naturalverpflegung für bie Arbeits- jetzt weiter gestützt werben unb barf sich nicht jofen positiv gegenüber. Er rechnet damit, daß für auf einzelne Staaten beschränken. In engem Zu- bie Arbeitslosen vom 1. September 1931 bis sammenhang mit dem Problem ber Abrüstung 31. März 1932 etwa zwei Milliarden aufzubringen steht das außerordentlich heikle Repara- Hub, davon ungefähr 500 Millionen für Mieten, tionsproblem. Gin weiteres großes Problem bcr Rest von 1500 zu 80 v. H. für Lebensmittel und ist der fortgesetzte Zollkrieg. Die wirtschaft- Kohlen. Es könne allerdings nicht in Frage kom- 'lichen Abschließungen werben von selbst verschwin- men, den gesamten Betrag von rund 1200 Mil- ben, wenn erst bie militärischen Rüstungen ver- (ionen in Naturalien zur Auszahlung zu bringen, t schwunben sind. Der Minister empfiehlt aber in einzelnen Fällen - Die italienische Regierung vertritt die Aufsas. unb unter besonderen Verhältnissen Abmachun- jung, dah die Abrüstung der Ausgangspunkt g e n zwischen K 0 mm un e n auf der einen, K 0 n - ft- nlek «jungen ifl. Das W »•• »'»»■ d-°- !nd«-n Ä't-,"wonach für Ne üftb-tts! gendste Programm des volkerbun. „'k g,gestände des täglichen Bedurft ßu des. Der Augenblick ist jetzt gekommen, Mut, wesentlich verbilligten Preisen erhält- Ausdauer und gesunden Menschen- sind. verstand zu zeigen. Jede Regierung ist jetzt Wir müssen versuchen, mit einem elastischen verpflichtet, unter Zurückstellung der eigenen System über den Winter zu kommen. Daxu ge- Interessen die Rüstungen auf das allermindeste hören auch alle Möglichkeiten der Rand iev- Maß zurückzuführen, das mit der nationalen Hing bot den Großstäbten. Sür bie ST??* ‘b Utf? IRädücn bevölkerung. ein Umbau ber Bevö 1 ke - tiket 8 des Völkerbundspaktes allen Machten t u n g ß ft r u f t u r erreicht werden. Aufgaben auferlegten Verpflichtungen endlich durchzu- dieser Art lassen sich aus Steuermitteln nicht führen. finanzieren. Es müssen vielmehr andere Wege A l * w- v _ wx beschritten werden, deren Ziel, ganz allgemein 1932 bü$ 3flbr btr HCDifWltCn. gesprochen, die Mobilisierung unserer Volkswirtschaft sein müßte. Die Frage Die römische Presse Uber Brandts Borstotz steht in engem Zusammenhang mit ber ber Gestal. in Gens. tung bes brutschen Krebitvolumens und des Zah- r» A m q (a-t-t zcvm \ znf» rnmif*»n lungsmittelumlaufs überhaupt. Es hat sich Ueber- bie Abrüstung habe vor allem ein unmittelbar niu'sen. Dte lie zur ^uun^ iprer -au^g oe finanzielles Gesicht. Die Abrüstung könne „ a a aubt ber -ilini ter n i ä t daß PMnna Ö6Au1benfraaent unb ber durch Umbau ober Reformen Ersparnisse große- «ÄrÄLnÄ 34? 1& kündig- L^-w-gi ,tch nicht mehr ate bat Ab-üstungsfth-°n ,°n- WWn, ?bgfben sÄ SaU würde ®t bern auch als bas der allgemeinen Revisio- notwendig sein, bie Krisenunterstützung mit grö- n e n ber finanziellen mit dem Kriege noch zu- I TKitteln außauftatten Auch von einer Zu - sammenhängenden Verpflichtungen Vaida toeift bann auf bie beutschen Reparationszahlungen und \qUxv Wohlfahrtsfürsorge errechnet sich ber Mi- ^ren Zusammenhang mit ber zunehmenben Der- ni|ter x ? ine großen Ersparnisse, fonbern lebig» njnnumj Deutschlanbs hm und fofgert, mit ber eine organisatorische Vereinfachung. Abrüstungsfrage sei gleichzeitig die Frage ber u 1 ' Dietrichs Siedlungsplan. Zustimmung und Bedenken. ÄS ÄrS L"S-t- - Leistungen. te mi,3?S S W1 BUi Zs !»r treuen De A-'ll-b-rft Armin, der ner und M Miet in jec " Vom,S Postamt ist jet ein Schalter fj nahnie von Ein geben von Tel, sprächen offen. N'cht gemacht t "beginn festen er S Publikum hat durch den rege neue erhärtet, nvh der Artse wuchsen, tzv tr ^rrjcharsten A emen radikale oer, gesteigert derMnstigung ^er fernb(eibi bester am $ Werden. 2Inn ^geskasfe ar Somnierf E alten Ab Mnten s°™t> Seih ^Asruhe" b- V^burta Sag0 über te S« flunben2„enJm Kriminalpoltz Hund Farme erschien, durch aufgeklärt, i Feldscheune. ' Hund gesteh leigte der holtzeibaupttv im Vorgarten Stricken gesesst zwischen auf e zu stellen. 2ll Hund Marmel Äm üeberfa, geschickte Arb. ein in den Dc zum Stehen zv überfall durch und intelligen Festgenommer ebenfalls durc unmöglich ger mann hielt. er auf bie D hlminellet Hl zeige für bie ß fallen zu verh spur mit Srfol muffe immer die ben, bfl ein unfa< der Polizei nut' Die Arbeiten Publikum mit g fchiietzend fand ii bie Preisver würben die na 1. Die Polizeidic Befiger Krimina! Gießen (Seroerti Aijerhund „B fßtr und Füh iZeweriungt gr „Donar v. ho' Schwarz, A bic deutsche Sc Schloß", Zuchth Gtetzen (Bewei Polizei' und Gchuhhundprüfungen. Der Hessische Polizei- und Schutz. Hundverein 1914 (Sieben veranstaltete am Sonntag eine öffentlich« Zucht-, Schutz- und Po- lizeibundprüsung. Infolge der hohen Mcldczahl wurde ein Teil der Hunde bereit- am Samstag geprüft. Die Nasenarbeiten sanden teil» Im Philo- sophenwall) und im Schtsfenberger Tal statt. 2m Sonntagnachmittag zeigten dann die Hunde auf dem Gebiete de» Gehorsam» und dec Verbrecher, arbeit den zahlreichen Interessenten beachtliche Leistungen 21» Richter fungierten die ÄrimlnaU beamten Seitz (Gießen) und Hainer (Fried, berg). Die Prüfunasleituna lag in den Händen der Herren Matheis, Derzbach und Kri- mtnaipolizeimeister Hofmann. Zur Vorführung gelangten 13 Zuchthund«, 2 Schutzbunde und 2 Polizeihunde. Da» Können der 17 Hunde erbrachte ein sehr gute» Srgebni». Die Führer wurden mit Ehrenpreisen bedacht. Im Anschluß an die allgemeine Bewertung der Tiere fand eine Propagandavorsührung statt. Diese Vorführungen zeigten den Wert et ne» gut abgerichteten Hunde» in Privatband und im Pollzeidienst. Do wurden u. a. zwei Äaubüber. fälle inszeniert, die durch da» mutige Zusassen der treuen Begleithunde vereitelt wurden. Bei diesen Heberfällen zeigten die Hunde „2ur“ und .Armin", deren Besitzer Frl. Irmgard Wag. ner und Herr Kurt Huber sind, daß sie ihre Führer in jeder Lage verteidigen. Sin äleberfall auf eine Dame wurve nach Benachrichtigung der Kriminalpolizei, die a'Sbald mit dem Polizeidienft- Hund .Larrneid mittel» Kraftwagen» am Tatort erschien, durch die vorzügliche Arbeit de» Hunde» aufgeklärt. Der .Verbrecher" wurde in einer Feldscheune, In der er sich verborgen hielt, vom Hund gestellt. Bei dem lieberfall auf eine Dtlla zeigte der Polizeidiensthunb .Bruno" (Besitzer Polizeihauptwachtmeister Seng) die Kunst, seinen im Borgarten der Billa überfallenen und mit Stricken gefesselten Herrn zu befreien und den In. zwischen aus einen Baurn geflüchteten Berbrecher zu stellen. ANgemeine Bewunderung erfuhr der Hund .Lärmen" durch fein entschlossene- Zupacken beim Hebersall auf da- Auto de- Herrn. Dageschickte Arbeiten de» .Verbrecher» , der durch ein in den Weg gelegte» Hindernis da» Fahrzeug zum Stehen zwang, um aus diese Weife den Raub, überfall durchzusühren. wurde durch da» mutige und intelligente Tier vereitelt. Fluchtversuche de» Festaenommenen au» dem fahrenden Auto wurden ebenfalls durch da» scharfe Eingreifen de» Hunde» unmöglich gemacht. Kriminalpolizeimeister Hofmann hielt sodann eine fune Ansprache, in der er auf die Bedeutung der Arbeit der Hunde In krimineller Hinsicht htnwie» und einige Finger, zeige sür die Laien gab, wie sie sich in kriminellen Fällen au verhalten haben, damit der Hund die Spur mit Erfolg auf nehmen kann. Auf jeden Fall muffe immer die Polizeibehörde benachrichtigt wer. den, da ein unfachmännische» Eingreifen die Arbeit der Polizei nur erschweren könne. Die Arbeiten und Vorführungen wurden vom Publikum mit großem Beifall aufgenommen. Anschließend fand in der Wirtschaft „Philosophenwald" die Preisoerteilung statt. An erster Stelle wurden die nachstehenden Hunde ausgezeichnet: 1. Die Poiizeidiensthundin „Carmen", Dobermann, Besitzer Kriminal Hauptwachtmeister Rienhardt, Gießen (Bewertung: vorzüglich)', 2. der deutsche Schäferhund „Bärbel" von der Strupmühle, Besitzer und Führer W. Weiß, Grohen-Duseck (Bewertung: gut): 3. der deutsche Schäferhund „Donar v. Hohlweg", Zuchthund, Besitzer Karl Schwarz, Wiefeck (Bewertung: vorzüglich); 4. die deutsche Schäferhündin „Britta vom Dusccker Schloß", Zuchthund, Besitzer Karl Wiedmeyer, Gießen (Bewertung: vorzüglich). ” Born, Stadt-Po st amt. Beim Stadt- Postamt ist jetzt in der Zeit von 12 bi- 14 ilbd ein Schalter für Berkauf von Wertzeichen. An- nahnie von Dinschreib- und Wert b r i e f e n, Auf- geden von Telegrammen und Anmelden von Gesprächen offen. Einzahlungen können in der Zeit nicht gemacht werden. •• Beginn der Winterspielzeit de» Gießener Stadttheaters. Da» Gießener Publikum hat den Willen zu feinem Theater durch den regen Besuch im vorigen Jahre auf» neue erhärtet. Die Zahl der Borstellungen Ist trotz der Krise unsstzer wirtschaftlichen Lage gewachsen. Do war e» und so soll e» bleiben! Der verschärften Rotlage ist Rechnung getragen durch einen radikalen 2tobau der Abonnementspreise, der. gesteigert noch durch die zahlreichen Sondcr- vergünstigungen, es ledern, der bisher dem Theater fernbleiben mußte, ermöglichen soll, Mithelfer am Kulturwerk seiner Heimatstadt zu werden. Anmeldungen schriftlich oder an der Tage-lasse an allen Dorverkauf-tagen während der Somnierspielzelt, ab 25. September täglich. Die alten Abonnenten können sich durch fdjrift* liche Bestellung bis Freitag, 11. d. M., ihre gewohnten Plätze sichern. • * ®ln Achtzigjähriger. Am morgigen Donnerstag feiert der Gerichtsvollzieher i. R. Konrad Seivel auf feinem Jagdhaus .Waid- mannsruhe" oei BerSrod in aller Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. • • Wem gehören d i e Fundgegen- stände? Da» Polizeiamt Gießen teilt mit: Das Verzeichnis über die im Monat August gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts. Landgraf-Philipp-Platz 1, etngefehen werden. Die Empfangsberech- tigtcn werden aufgefordert, ihre Rechte innerhalb zwei Monaten im Fundbureau während der Dienst- stunden geltend zu machen. Die Deutsche BokkSpartei, Ott». 8ruppe Gießen, hielt am Montagabend Im Gasthaus „Hindenburg" eine gut besuchte Mit- gliederversammluna ab, in welcher der Pro- vingial-GeschäftSführer Heinemann, Gießen, über daS Thema „Der Aationalsozlali-muS" sprach. Der Redner empfahl zunächst, die nationalsozialistische Bewegung nicht al» eine Partei abxutun, denn hinter dieser Bewegung stehe mehr, stebe der Aufbruch im deutschen Dolk, der Protest der deutschen Seele gegen alle», wa» ihr seit 1918 an 3nre±t angetan worden sei. Sodann beschäftigte sich der Dortragende in eingehender Kritik mit dem nationalsozialistischen Programm, da- er in den Hauptkaptteln beleuchtete. Er betonte, daß die Deutsche BolkSpartei fick in keiner Weise von den Ratwnalsozialislen bei der Geltendmachung der nationalen deutschen Interessen vor der Weltöffentlichkeit und der vaterländischen Belange im Innern übertreffen lasse; In dieser Hinsicht sei die DBP. durchaus einig mit allen rechts von Ihr stehenden politischen Gruppierungen. Hinsichtlich der Außenpolitik rückte der Redner von der taktischen Haltung der Rattonalsoziallsten ab, wobei er behauptete, der außenpolitische Riederaang Deutschlands sei erst seit den Reichstagswahlen am 14- September v. I. mit dem starken Anwachsen der Rationalsozialisten zu verzeichnen. Cr empfahl al» besser und erfolgversprechender daS Borbild Stresemann» in der Art seine» taktischen Handeln» von Fall zu Fall. Weiter beschüsttgte sich der Redner eingehend mit den Programmpunkten der Rationalsozialisten zur Innenpolitik, wobei er namentlich in finanz- und wirtschaftspolitischer Hinsicht, ober auch In den Fragen der Kulturpolitik einen scharsen Trennungsstrich gegenüber der RSDAP. zog. Mit Entschiedenheit sprach er sich gegen ein StaatSrentnertum für alle alten "Volksgenossen auS, wie eS in den sozialpolitischen Forderungen der Rationalsozialisten verheißen werde. Ebenso entschieden widersprach er der von Gottfried Feder verantwortlich gezeichneten nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik, wobei er sowohl dem Antisemitismus im Sinne der RSDAP. aus menschlichen Gründen, Vie auch dem Hochkapitalismus, au» Erwägungen einer gesunden privatkapitalistischen Wirtschaftsführung, eine klare und entschiedene Absage erteilte. Der Redner wandte sich weiter gegen die politische Vormachtstellung der Gewerkschaften und schließlich in scharfer Weise gegen die verheerenden Auswirkungen einer bedenkenlosen politischen Agitation unter der Jugend, die schwerste Befürchtungen um die Heranwachsende Generation und da» künftige Geschick deS BaterlandeS berechtigt erscheinen lasse. Zum Schlüsse bezeichnete der Redner die politische Arbeit auf der Grundlage der deutsch-volkSparteilichen Weltanschauung al- die sicherste Gewähr für einen gedeihlichen Wiederaufbau von Volk und Vaterland, an dem eifrig mitzuarbeiten allen ehrlich um die Dolks- aemeinschast und nicht um Parteiinteressen besorgten Deutschen oberste Pflicht sein müsse. An den mH lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine kurze Aussprache an. • • Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. In einer nationalsozialistischen Versammlung sprach am Samstag abend im East Leib der Iugendsührer Gerhard Stöckel über das Thema „Jugend im Ausbruch". Der Redner sprach von der geistigen Haltung der heutigen Jugend, die unter wesentlich veränderten Voraussetzungen der Erziehung ausgewachsen sei, als die vorhergehende Generation. Sie sei gleichzeitig auf Grund der mannigfachen Erfahrungen der Nachkriegszeit zu einer intensiveren Teilnahme an den Ereignissen des Tages gezwungen worden, als cfl vordem der Fall gewesen sein mag. Der Redner forderte hie politische Betätigung der Jugend; der Jugendliche müsse Anteil nehmen an der Gestaltung der Zukunft, feiner eigenen Zukunft, und dürfe schon deshalb nicht abseits stehen. Politik sei werdende Geschichte, diese sei pulsierende» Leben, das auch die Jugend heute mehr denn ie bewußt leben müsse. Die Jugend sei ein Teil der menschlichen Gemeinschaft und sei daher berechtigt, ja, sogar verpflichtet, mitzuwirken an der Gestaltung unseres Volkstums. Die Schulung zu dieser Mitarbeit müsse frühzeitig einsehen, damit der Heranwachsende Mensch seiner Aufgabe gerecht werden könne. Die Jugend müsse im Rahmen der politischen Schulung gleichzeitig an Ordnung und Disziplin, än Gehorsam gewöhnt werden, und sie müsse außerdem die Rotwendigkeit deS Führers und de» Führergedanken» anerkennen lernen. Die heutige Jugend habe viel DegativeS gesehen, um so ernsthafter müsse sie um eine gefestigte Weltanschauung ringen, um eine Weltanschauung deS Positiven. Hier gelte es in erster Linie mitzuwirken an der Beseitigung der entnervenden Arbeitslosigkeit der Jugendlichen. Zum Schluß wies der Redner darauf hin, daß es heute nicht mehr angehe. im Rur-Romantischen sich zu verlieren, heute müßten vielmehr alle Kräfte in die Tat umgetoanöelt werden. Die Hitlerjugend habe eS sich zur Aufgabe gemacht, in diesem Sinne den jungen Menschen vorwärtszuhelfen. Der Vortrag wurde beifällig aufgenommen. Oberbeffen. Landkreis Gieren. X K l ein - L 1 n b e n, 8. Sept. Die Wetzlarer Straße, die feit langer Zeit in einem mangelhaften Zustand war, wird jetzt durch Aufbringen einer größeren Schicht Steinschlag, mit nachfolgender Teerung, wieder in guten Zu- stand gebracht. — Der Behang der Obstbäume an der Provinzialstraße Gießen—Wetzlar ist nur als mittelmäßig zu bezeichnen. • Alt«n -2 u s «ck, T. Sept. Der Kegelklub ..Gut Holz" veranstaltet« In dielen lagen sein 2 bkegeln. Die Meisterschaft für da» Iahr 1931 errang Fr. DSU mit 282 Holz bei 40 Kugeln. Den Wanderpreis für 1931 errang Wilhelm Wagenbach mit 44 Holz bei 6 Ku- ?eln. Bei dem zugleich stattfindenden Preis- e ge l n erhielt ebenfalls Fr. Döll den 1 Preis, 2. Wilhelm Leidner. 3. -Heinrich Müller, 4. Gustav Lückel, 5. Wilhelm Waaenbach. )( Li ch. 7. Sept. 3m Alter von 66 Jahren verstarb nach langem schweren Leiden der Landwirt Wilhelm Fuhr. Del der Beerdigung zeichnete StiftSpsarrer D r a u d t in treffender Weise da- Lebensbild deS stillen und bescheidenen, treuen und gewissenhasten ManneS. Landwirt Fuhr gehörte seit 1913 bzw. 1913 der Kirchengemeindevertretung und dem Kirchenvorstand an und hat sich in dieser Stellung besonder« Verdienste erworben. Rektor Srb legte daher namen» de» KirchenvorstandeS bei der Trauerfeier einen prachtvollen Kranz nieder. Der Männergesangverein ,(MclIia“ ehrte fein langjährige» Mitglied und feinen DereinSrechner durch Vortrag von zwei Liedern. — Der hiesige e t> a n • geltsche Kirchengefangverein. der seit einigen Jahren seine Tätigkeit eingestellt hatte, lebt jetzt wieder auf. ES traten dem Verein etwa 50 neue Mitglieder bei. Die Leitung übernahm wieder der Organist der Marienstift»kirche Lehrer Stein. ältphe, 8. September. Dieser Tage fand die ligcr luflsuflwoi Q »iv/ei^chci -v-a-t»» v>t Pltnc fliegen mit dem wmdc Die vei oen Stationen Menenden zeW len geben die Temperatur «n Vie nn>en eeromdeo Orte mit gieicnc< tut nctrcsniVteu umoerechneien Luftdruck Wettervoratrssage. Der Hochdruck ist etwas zurückgegangen, anderseits hat sich die nordöstliche Störung weiter aufgefüllt, so daß ein Ausgleich der Druckgegenfätz« ftattgefunben hat. Unser Gebiet liegt im Bereich einer Hochdruckbrücke, die sich in west-östlicher Richtung quer über Deutschland erstreckt. Die zusam- mensinkenden ßuftmaffen in ihr behalten zunächst noch das schöne Wetter, wobei die Temperaturen tagsüber anfteigen. Nachts tritt wieder Abkühlung ein, jedoch nicht mehr so stark wie seither. Lorherfage für Donnerstag: Frühnebel, tagsüber aufheiternd, aber auch zeitweise leicht wolkig, wärmer und trocken. Vorhersage für Freitag: Teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter und trocken. Lufttemperaturen am 8. September: mittags 14,2 Grad Celsius, abends 7,2 Grad; am 9. September: morgens d,9 Grad. Maximum 14,3 Grad, Minimum 2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 8. September: abends 14,2 Grad; am 9. September: morgens 9,0 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6Vi Stunden. Einen«e* Harnmeier Imt deriovcrU-alce Wetterprophet Im Han*. Barometer, Hygrometer. Thermometer t drinnen u.dranUen In all Preis! in Bosnien mit ehemaligen gemäßigten Politikern. Mit Matschek und Pribitfchewitsch, den maßgebenden Führern der Opposition, nahm er natürlich keine Fühlung. Es wurden lediglich Männer konsultiert, von denen man hoffen konnte, daß sie mit sich reden ließen. Allein man hatte sich in dieser Hofsnung sehr getäuscht. ES ist unbclaimt, an welchen Einzelheiten die Verhandlungen scheiterten. Sicher ist nur, daß die Mehrzahl der gelaßenen Personen es ablehnte, an den Absichten der Regierung mitzuarbeiten. Die Lieberzeugung, daß mit halben Maßnahmen wenig gedient fei, mag dafür ausschlaggebend gewesen fein. 3n der Ablehnung waren die serbischen Parlamentarier ebenso einig, wie die Kroaten und die Slowenen. Die Teilnahme an der Verantwortung in einem so kritischen Augenblick ist zweifellos eine sehr undankbare Aufgabe. Die .StaatSpartei" hätte ja nut als Dekorum dienen, im übrigen aber vorge- schriebene Politik machen sollen. Der 16. August verlief infolgedessen in gedrückter Stimmung Die Enttäuschung war in Belgrad ebenso bemerkenswert wie in anderen Städten taS Landes. Die Frage, waS geschehen muß, ist also nicht gelöst. Wenn ein allmählicher Abbau taS Regimes nicht möglich ist, müssen bald die Umstände stäiker werden, al» alle taktischen Erwägungen. Dte Kroaten nehmen nach wie vor einen völlig starren Standpunkt im Sinne ihrer ertremen separatistischen JJortarungen ein. Au» Furcht, vom Volke einst zur Rechenschast gezogen zu werden, können sich auch die gemäßigten Elemente nicht entschließen, in Me Bresche zu springen. Immer häufiger Höri man flüstern: ES kommt ganz so, wie in Spanien. Pban- tastische Gerüchte über die republikanische Strömung sind im Umlauf. Der König wird einer anachronistischen Herrschsucht geziehen und s ü r alles verantwortlich gemacht. Seins Lage ist überaus schwierig. Sr gleicht tarn Manne, der ein Hornißnest in tat Faust umklammert hält. Er weiß, daß er die Hand nicht ewig zudrücken kann, er weiß aber auch, daß er furchtbar zugerichtet würde, wenn er einmal loSlasfen muß. Der Versuch, ein älebergangSregime zu schassen, — denn al» solches wird die Staatspartei gewertet — ist vorläufig gescheitert, aber man Darf nicht annehmen, daß damit die Würfel schon gefallen find. ES stehen zu große Dinge auf dem Spiel, alS daß man die Hände in den Schoß legen könnte. Es geht um nichts weniger, als um Thron und Staat. Daher muß man annehmen, daß die Versuche in kurzer Zeit erneuert werden. Die Frage, wie die serbische Diktatur unter möglichst geringen Erschütterungen liquidiert werden farm, wird nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden. SJ.-fporl D.f.B. Leichtathletik. Luh gewinnt in Köln Kugelstoßen und Diskuswerfen. Die Nationalen Öugendwettkämpfe des Kölner Ballspielklubs halten eine erstklassige Besetzung auszuweisen. 3ugendliche auS Koblenz, Aachen, Rheydt, Krefeld, Duisburg, Dortmund usw. waren am Start. 3nfolge des überaus schlechten Wetter» wurden insbesondere in den Wurfkonkurrenzen die Leistungen stark beeinträchtigt. Luh vermochte jedoch trotz stärkster Konkurrenz zwei erste Siege zu erringen. Er gewann das Kugelstoßen und das Diskuswerfen, blieb jedoch hinter feinen seitherigen Leistungen zurück. Kugelstoßen: 1. Luh, VfB. 08 Gießen, 13,69; 2. 3anfen, SD. Rheydt. 13,61; 3. Fleschenberg, KDE. Köln. 13,52 Meter. Diskuswerfen: 1. Luh, VfB. 08 Gießen, 37,03; 2. 3an|en, SD. Rheydt, 36,71; 3. Häuser, KBE. Köln, 36,45 Meter. W. Schäfer, der jetzt In Köln wohnhaft ist. startete für die Farben deS VfB. im 100- Meter-Lauf der Klaffe A. Er konnte sich bis in die Entscheidung durchkämpfen, kam jedoch im Endlauf durch Sturz um den Sieg. U f. B DfB. III — Io. Heuchelheim I 5:1 (1:1). Auch das zweite Derbandsspiel konnten die VfB.er siegreich beenden. Mit nur 10 Mann hatten sie Mühe, bis zur Pause ein Llnentschieden herauszuholen. — 3n der zweiten Halbzeit setzte sich jedoch das größere Können und die bessere Technik durch und Gießen konnte 4 weitere Treffer buchen, denen der Gegner nichts mehr entgegensetzen konnte. Dugenbfplcle. vsv.l. Jugend — VsR. Buhbach 1. Jugend 1:5. Die 1. 3ugcnb konnte sich gegen die körperlich stark überlegenen Butzbacher nie durchsetzen. Kurz nach Beginn deS Spiels mußte der talentierte Halbrechte wegen Verletzung ausscheiden, so daß die Mannschaft von vornherein gehandicapt war. DaS Spiel war jedoch nie einseitig. Die 1. Schülcr- mannschaft mußte sich auf eigenem Platz eine hohe Niederlage von der 1. Schülermannschaft des Sp.-V. Wetzlar gefallen lassen. DaS Kräfteverhältnis war hier mehr alS ungleich. Die Heinen VfB.er tarnen gegen Wetzlar nicht auf, fo daß sich daS Spiel meist vor dem Tore GießenS abspielte. (Spidötreinigung 1900 Gießen. Zugcndspitlk. Der erste Sonntag der Pflichtspiele war für die Fußball-3ugendabtellung ein voller Erfolg, da die vier inS Feld geschickten Mannschaften ihre Spiele sämtlich gewannen. Die 1. 3 ugend spielte gegen Lollar- 1. 3u- aend 2:0 (0:0). Die Gäste stellten eine körperlich stärkere Mannschaft, während 1900 durch feine Schnelligkeit und belfere Technik im Vorteil war. Die erste Halbzeit spielten die 1900er gegen den Wind, konnten trotzdem überlegen sein, ohne jedoch den Torwart des (Segnet» überwinden zu können. Die zweite Halbheit mußte Lollar zahlreich verteidigen. Ein schöner Fernschuß des Mittelläufers schaffte das erste Tor und bald darauf fiel aus einem Gedränge heraus daS zweite. Die 2. 3 u g e n b gewann gegen SV. Wetzlar (2. 3ugenb) 2:0 (2:0). Auch hier war der Gast stadt des Erfinders der Typographie, die Entwicklung der Druckkunst ihrer Gebiete stolz in eigenen Räumen oder Heimen zur Schau stellen werden. Vielleicht gelingt es auch, die ungeheuere Bedeutung der Druckkunst für die Zivilisation und Kultur der Neuzeit in deren Niederschlag im Buche überwältigend darzutun. Als Krönung des Ganzen ist der Tempel der Letter gedacht, der, alles überragend, als erhabenes Denkmal der Völker das Wallfahrtsziel einer künftigen Menschheit sein soll, die sich in der Pflege geistiger Güter eins weiß. Da der Ausgang der gegenwärtigen wirtschaftlichen Weltkrise nicht vorauszusehen ist, wird statt der Eröffnung des neuen Weltmuseums der Druckkunst wahrscheinlich erst dessen Grundsteinlegung mit der 520-3ahrfeier der Erfindung der Duchdruckerkunst im 3ahre 1940 zusammenfallen. 3nzwischen wird der innere Ausbau des Museums und seiner Sammlungen weiter fortgesetzt, und es ist auf das stärkste zu wünschen, daß bei der Rationalisierung der Betriebe alles entbehrliche Material an Pressen wie an Druckereigerät dem Gutenberg-Museum für seinen Ausbau zum Weltmuseum der Druckkunst zur Verfügung gestellt wird. Abenteuerliche Ozeanfahrt Anno Tobak Wenn Ozeanreisende vor einem halben 3ahr- hundert endlich wieder festen Boden unter den Füßen fühlten, so teilten sie ihren Freunden gewöhnlich nicht mit, daß der Kaviar etwas zu salzig gewesen sei und daß der Oberkellner an Bord kein argmeßmeö Gesicht gehabt hätte, sondern erleichterten sich in einem Stoßseufzer: „Gott sei Dank, daß ich endlich heil angelangt bin!" älnb zum Zeichen ihrer Dankbarkeit veranstalteten sie gewöhnlich eine Sammlung für den Kapitän, weil er das Schiff fo glücklich in den Hafen gebracht hatte! Der Kapitän war übrigens damals ein absoluter König seines Schiffes. Nichts geschah ohne seine Billigung und Erlaubnis. Zum Ausgleich für alle gemeinsam getragenen Leiden und Strapazen der Seereisen herrschte eine seltene Kameradschaftlichkeit unter den Passagieren. Ein Freudenruf an alle Mitfahrer, baß einer einen Walfisch, einen Eisberg ober ein Schiff gesichtet habe, wäre damals wohl kaum beleidigter kühler Abwehr begegnet wie heute. 'Ein bezeichnendes Erlebnis von heute für den Grad von Llnnahbarkeit Srster-Klasse-Passagiere: zwei Engländer sitzen Tag für Tag schweigend nebeneinander an Deck. Dem einen fliegt eine« Tages die Mühe ab, der andere fängt sie auf. Es entspinnt sich eine Unterhaltung: „Danke vielmals, fahren Sie nach Europa rüber?" „3a, Eie auch?" „3a“, entgegnete der erste Reisende und damit waren für jetzt und weiterhin genug der Worte gewechselt. Die Unterbringung und die hygienischen Einrichtungen waren primitivster Art. Das allgemeine Bad durfte nicht länger als 10 Minuten von jedem einzelnen benutzt werden. Cicherheitsketten machten cs Ungeduldigen unmöglich, sich mit hineinzudrängeln, wenn der Steward Seife und Badetuch hineinreichte. Ein köstliches Erlebnis aus jener Zeit, das die ganzen Zustände an Bord beleuchtet, erzählt der Mitarbeiter eines Neuyorker Blattes. Eine kleine Schlange Wartender stand wieder auf dem Gang vor dem Badezimmer zigarettenrauchend an, als ein Steward gelaufen kam, der vor Schrecken und Angst kaum die Worte hervorbringen konnte: „Der bengalische Tiger ist aus seinem Käsig entsprungen!" Einige Augenblicke später kam der Tierwärter mit einer Eisenstange und einer Peitsche vorübergerannt. Die Passagiere klopften wie rasend an die Badezimmertüren und begehrten schleunigst Einlaß: „Laßt uns schnell rein, der bengalische Tiger ist los!" Die Badenden lachten schallend; auf diesen plumpen Schwindel fielen sie nicht herein, sie wollten ihre 10 Minuten ungestört zu Ende genießen. Kurz danach hörten die entsetzten Passagiere schon ein Fauchen, und der Tiger selbst starrte vom Ende des Ganges her auf sie hin. Cie zogen sich alle verzweifelt an einer Holzstange ein paar Fuß hoch, während nun der Tiger zu näherer Besichtigung schritt. Gerade als die verirrte Bestie unter den vor Angst benommenen, laut keuchenden Leuten dahin- schlich, gab die Stange unter dem vereinten Gewicht so vieler nach, und ein dicker Mann au« Boston fiel dem Tiger auf die Nase. Anstatt aber den Mann sofort zu verspeisen, machte der Tiger seinerseits entsetzt mit eingezogenem Schwanz kehrt, wanderte weiter und stattete der Küche noch einen Besuch ab, während alle Köche wie ein Mann zur anderen Seite hinausschossen. Später legte er sich im Musiksalon friedlich schlafen, wo fein Wärter ihn einfing und in den Käsig zurückbrachte. körperlich im Vorteil, doch er trat unvollständig an und kam daher gegen die eifrigen 1900er nicht an. Die 1. Schüler spielten gegen Wiesecks 1. Schüler 1:0 (0:0). Bei 1900 fehlte der Zusammenhalt, das nötige Verständnis untereinander, nur dem Tormann war es zu verdanken, daß das Spiel nicht verloren ging. Die 2. Schülermannschaft gewann gegen Wiesecks 2. Schüler 2:0 (1:0). Wohl das schönste Spiel des Tages. 1900 war schneller und wuchtiger als der Gast und gewann dadurch das Spiel. Handball im Gau Hessen (O.T.) Die Ergebnisse des Sonntags. Meisterklasse: Tv. Alsfeld l — Mtv. Gießen i 3:4 (2:0): Lv. Heuchelheim l — Pol.-Spv. Butzbach I 1:7 (1:1); Tv. 1846 Gießen I - SC. 1900 Gießen l 5:1 (4:0); VfL. Wetzlar I — Tgm. Friedberg! 3:12 (2:6); T.- u. Spv. Marburg l—Tv. Kirchhain! 3:4 (1:3); Tv. Cappel I-Tv. Goßfelden I 1:4 (0:2). A-Älaffe: DfL. Wetzlar H-Tv. Münch- Holzhausen l 2:10 (1:5); Tv. Treis l — Tv. Wetzlar!! 6:3 (2:2); Tv. Mieder-Mörlen! — Tv. Gr.- Linden l 2:5 (1:1); Tv. Merkenfrih 1 — Tv. Gedern ! 1:1 (0:1); Tv. Orlenberg l - Tv. Dorheim I 2:1 (1:0). Ä t 8-Klasse: Tv. Ebersgöns! — Tv. Kirch- gons! 6:2 (3:1); Tv. Lich I—Tv. Pohlgönsl! 2:2 (3:3); Tv. Nauborn l — Tv. Krofdorf! 8:3 (3:1); Tv. Angersbach! — Tv. Maar! 1:4 (0:1). O.Klasse: Tv. Klein-Linden l! — Tv. Groß- Rechtenbach ! 2:2 (2:0); Tv. Krofdorf I! -Tv. Oberbiel! 9:2 (6:0). 3 u g e n b f l a f.(e: Tv. Lich 3gd. — SC. 1900 Gießen 3gd. 2:0 (1:0); Tgm. Friedberg 3gd.— Mtv. Gießen 3gd. 1:5 (0:2); Tv. Gr.-Lindcn 3gd. — T.- u. Spv. Butzbach 3gd. 7:7 (4:2). Tv. Alsfeld 1 — Mtv. Gießen I 3:4 (2:3). Am Sonntag trug die erste Mannschaft des Männer-Turnvereins in Alsfeld gegen Öte gleiche Mannschaft des dortigen Turnvereins ihr drittes Berbandsspiel aus. Die ersatzgeschwächte Mtv.- Mannschaft trat mit nur zehn Mann an. Die Alsfelder befanden sich in ausgezeichneter Form. Das Spiel litt sehr unter den äußerst ungünstigen Boden- und Witterungsverhältnissen. Alsfeld spielte zuerst mit dem Winde. Durch Strafwurf ging MTB. Gießen in der Mitte der ersten Halbzeit in Führung und konnte sogar auf 2:0 erhöhen. Aach kurzem Hin und Her in der Gießener Spielhälfte konnten jedoch die Alsfelder zu einem Erfolg und nach wenigen Minuten auch zum Ausgleich kommen. Dann drückten die Männerturner stark auf das Tempo und rissen durch einen unhaltbaren Treffer die Führung wieder an sich. 3n der zweiten Halbzeit waren die Gäste weiterhin überlegen, doch kamen sie zu nur einem weiteren Erfolg, da die gegnerische Hintermannschaft sehr auf der Hut war. Kurz vor Schluß des Spieles kommen die Alsfelder durch einen Eckball noch zu einem weiteren Erfolg, so daß die Gießener mit einem 4:3-Siege die Heimfahrt antreten konnten. Die MTB.er lieferten ein hervorragendes Spiel. Arbeiter-Turn» und Sporibund. Naunheim 1 — Gießen 1 7:5. Gießen war zum fälligen Kreisklassenspiel in Raunheim zu Gast. Die Mannschaften lieferten sich ein flottes Spiel und nach kurzer Zeit führte Raunheim bereits mit 2:0. Dann aber gerieten die Gießener in Fahrt und erzielten den Ausgleich. Trotz der massiven Abwehr der Einheimischen konnten die Gäste bis zur Halbzeit mit 3:5 Toren führen. Rach dem Wechsel kamen die Platzbesitzer wieder auf, schufen den Ausgleich (wozu Gießen durch einige Selbsttore wesentlich t beitrug) und errangen mit zwei weiteren Treffern den Sieg. ' Nieder-wöllsladl 1 — wieseck I 2:1. Wieseck unternahm mit Ersah die Fahrt nach Rieder-Wöllstadt. Die Einheimischen stellten eine körperlich kräftige, sehr produktiv spielende Mannschaft ins Feld. Zu Dpielbeainn mußten beide Hintermannschaften reichlich Abwehr leisten. 3n der Mitte der ersten Halbzeit kamen die Einheimischen zum Führungstreffer, der gleichzeitig das HalbzeitergebniS darstellte. Rach dem Wechsel war dann Wieseck wieder mehr im Borteil und schuf den Ausgleich. Rieder-Wöllstadt ging nun hart aus sich heraus und es gelang ihnen, abermals die Führung zu übernehmen. Trotz gegenseitiger Bemühungen blieben weitere Erfolge aus. Großen-Buseck 1 — Gießen II 6:0. Gießen 11 war zum Serienspiel in Großen- Buseck zu Gast. 3n einem äußerst flotten Spiele kam Großen-Buseck bald zur Führung, während es den Gießenern nicht gelang, den sehr guten Hüter der Einheimischen zu überwinden. Die Plahbesiher errangen einen hohen Sira. — Großen-Buseck I! verlor gegen Grohen-Linden 11 mit 1:0. Schwalheim 1 — Heuchelheim 1 2:2. 3m Spiel Heuchelheim gegen Schwalheim wurde auf schlechtem Platze eine mäßige Partie geboten. Heuchelheim konnte zwar in Führung gehen, der Ausgleich durch Elfmeter ließ jedoch nicht lange aus sich warten. Rach dem Wechsel bot sich ungefähr das gleiche Bild, so daß man sich mit einem Anentschieden trennte. Lich I — Annerod I 7:2. Annerod war in Lich zu Gast, ging zuerst in Führung, dann kamen aber die Sicher mehr auf und rissen ihrerseits die Führung an sich. Die Anneröder fielen nun merklich ab und überließen dem Gegner den Sieg. Harbach 1 — Lindenslrulh I 4:1. Beide Reulinge standen sich in Harbach gegenüber. Harbach war dem Gegner überlegen und entschied das Spiel sicher für sich. Handball. Gambach I — Vieleck 3:8. Wiesecks Handballmannschaft weilte zu einem Werbespiel in Gambach. Der Reuling stellte eine eifrige Mannschaft ins Feld. Wieseck war jedoch stets tonangebend und nicht zu schlagen... Wirtschaft Besserung des Status der Reichsbank Oer Ausweis vom 7. September. Berlin, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. September hat sich in der verflossenen Dankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 170.2 Millionen auf 3279,8 Millionen Mark vermindert. 3m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 79,6 Mill, auf 3021,4 Mill. Mk., die Lombardbestände um 56,2 Mill, auf 151,4 Mill. Mk. und die Bestände an Deichsschahwechseln um 34,3 Millionen auf 4,1 Millionen Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen sind 101,4 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 91,8 Millionen auf 4292,1 Millionen Mark, dahingehend ausgelegt, daß die bisherige Linie der politischen Entwicklung in Zukunft eingehalten wer- den kann. Man glaubt, daß die Einführung des variablen Börsenverkehrs einen guten Schritt vorwärts zur Wiedereinführung normaler Verhältnisse im Börsenhandel bedeutet. Die Schwäche der Auslandbörsen machte sich wieder stark bemerk- bar. Die Umsätze in einigen Spezialwerten waren recht lebhaft, während das Geschäft sich im übrigen in gewöhnlicher Form abspielte. In einer Anzahl von Papieren lag auffallend geringes Angebot vor, so daß die Kurse beträchtliche Steigerungen aufzuweisen hatten, so bei JG.- Farben, Siemens, Rheinstahl, Reichsbank- und Kaliaktien, die ihren Kursstand um 5 bis 7 Prozent besserten. Auf anderen Marktgebieten waren die Kurssteigerungen von Aku plus 4,50, Stahloerein plus 2,75, Deutsche Erdöl plus 2,50 und Holzmann plus 4,75 Prozent bemerkenswert. Von Elektrowerten gewannen Gelfürel 4, Licht und Kraft 2,25 und Lahmeyer 2 Prozent. Dagegen verkehrte der Bankenmarkt auch heute wieder in schwacher Haltung. Die D-Banken und Commerz-Bank gaben je 4, die Dresdner Bank 3 Prozent nach. Am Renten »mrkt gingen Neubefitzanleihen und von fremden Werten Anatolier um je 0,10 Prozent zurück. Oe- sucht blieben weiterhin festverzinsliche Papiere. Liguidations-Pfandbrie e erfreuten sich weiter bei ansteigenden Kursen reger Beachtung. Auch Gold-Pfandbriefe tend erten weiter f e ft. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 7 Prozent leicht. Arn Devisenmarkt nannte man London und Neuyork 4,8600, Paris 123,95,50, Madrid 54,75, Schweiz 24,91,50, Holland 12,05g. lleberwiegend Kurssteigerungen an der Berliner Börse. Berlin, 9. Sept. (WTB.) Rach einem sehr ruhigen Verkehr war die Stimmung an der Börje vor Festsetzung der amtlichen Notierungen mehrfachen Schwankungen unterworfen. Als oerstimmen-- des Moment wirkte die Schwäche der Börsen Amsterdam und London, nur Zürich war weiter erholt. Ferner verwies man wieder auf die schwache Veranlagung der Mark. Verschiedentlich tauchten Befürchtungen hinsichtlich des morgen beginnenden variablen Verkehrs auf, der der Spekulation große Bewegungsfreiheit bringt. Haussegünstige Momente waren dagegen die ziemlich optimistisch klingenden Ausführungen Stegerwalds, die Verlautbarungen über die Absichten des Reichskabinetts, eine Pflichtrevision für die Großaktien-Geschäfte durch Notverordnung au verfügen (letzteres wäre sicherlich ein Schritt, um das Vertrauen der Oeffentlichkeit in die deutsche Geschäftsmoral zurückzugewinnen) und ein als normal anzusprechender Reichsbankaus-- w e i s. Nach diesem hat sich die Gesamtkaoitalanlage in der ersten Sevtemberwoche um zirka 170 Millionen veringert, zirka 101 Millionen Noten sind au« rückgeflossen, die Bestände an Gold und Devisen haben um 48,6 Millionen zugenommen und die Deckung hat mit 41,3 die 40prozentige Grenze wie- der überschritten. Besonders aber bewirkten die rein Fortlaufende Notierungen an der Berliner Börse. Der Berliner Börsenvorstand, Abteilung Wertpapierbörse, teilt mit: Dom Donnerstag, 10. September ab, wird für diejenigen Werte, die bisher zum Börsentemrinhandel zugelassen waren, mit Ausnahme der Bankaktien, sowie für Anleihe- auslosungsscheine des Deutschen Reiches einschließlich ein Fünftel Ablösungsfchuld (Attbe- sih), Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiche« ohne Auslosungsschein (Reubesitz), Reichs- banfanteUe die fortlaufende Quotierung der tatsächlichen Umsätze ausgenommen. Als Mlndestabfchlüsse für den Handel zur fortlaufenden Rotiz gelten für: Anleiheauslosungs- scheine des Deutschen Reiches (Altbesih) 10 000 Mark, AnlelbeablösungSschuld des Deutschen Reiche« (Reubesitz) 25 000 Mk., Allgemeene Kunst- zijde Unie-(Aku-)Aktien hfl. 2000, Campania His- pano Qlmerkana de Electricidad Seria A bis D lChadeaktien) 2500 Pes., Montecatini-Aktien St. 50, Schuckert & Co. Elektr.-Aktien 3500 Mk., Siemen« & Halske-Aktien 3500 Mk., Svenska Tändsticks-Aktien St. 10, Otabl Minen und Eisen- bahnanteile St. 50, und für alle übrigen Werte 3000 Mk. und ein mehrfaches hiervon. Die Feststellung des ersten Kurses für Wertpapiere mit fortlaufender Quotierung erfolgt um 12 Ahr. Der EinheitskurS für diese Werte wird um 13 Ahr, der Schluhkurs um 14 Ahr feftge- stellt. Für alle übrigen an der Berliner Börse notierten Wertpapiere beginnt die Feststellung der Berliner Einheitskurse um 12.30 Ahr. derjenige an Rentenbankscheinen um 9,6 Millionen auf 410,4 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 17,2 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 434,1 Millionen Mark eine Abnahme um 74,5 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigenDevisen haben sich um 48,6 Millionen auf 1771,0 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 4,4 Millionen auf 1370,5 Millionen Mark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 44,2 Millionen auf 400,4 Mill. Mk. ^genommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 41,3 Prozent gegen 39,3 Prozent in der Borwoche. • Auslandaultr ag für d i e Büssing- Qt QI®. ^Bereinigte R u h k r a f t w a g e n Braunschweig. Der tschechische Schuhindu- trielle Bata steht Im Begriff, feinen gesamten, ehr umfangreichen Gütertransport zu motori- leren. Es handelt sich hierbei um den, Aeber- landverkehr zwischen deutschen, französischen und holländischen Häfen von dem Sih der Schuhfabrik In Zlin für die Anlieferung von Häuten- und für den Versand fertiger Schuhwaren nach Aebersee. Rach ausgedehnten Probefahrten und Wlrtschaftslichkeitprüfungen hat die tschechische Fabrik einen großen Auftrag auf 20 dreiachsige Büssing-RAG -Dieselmotor-Lastwagen erteilt. Verstärkte Aufwärtsbewegung der Kurse. frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 9.Sept. (WTB.) Tendenz fest. Die Aufwärtsbewegung der Kurse, die bereits die Börse der Vortage charakterisierte, setzte sich heute in verstärktemUmsange fort. Don günstigem Einfluß auf die Stimmung war vor allem der Reichsbankausweis, der eine Erhöhung der Notendeckung auf über 40 Prozent zeigte. Auch die Tolerierung der Reichsregie. rungdurchdleSozlaldemokraten wurde technischen Momente und das anhaltende Interesse des Publikums überwiegend Kurssteigerungen, die bei Papieren wie Reichsbank, Berger, Chade, Deutsche Atlanten, Gelsenkirchen, Salzdetfurth und Siemens bis zu 1 o. H. betrugen. Zahlreiche Werte, wie Schiffahrtaktien, 3. G., Rheinstahl, hatten zunächst überhaupt nur Plus-Plus-Zeichen zu verzeichnen. Umgekehrt waren aber auch Kursverluste bis zu 4 v. H. vereinzelt festzustellen. D-Bank und Commerz-Bank verloren erneut 4 v. H. Atka notierte 31 unter gestern. Mit Briefrepartierungen am Pfandbriefmarkt hielt die Nachfrage an, hauptsächlich allerdings in kleinen Posten und für 8pro« zentige Emmissionen, die durchschnittlich 2 bis 3 v. H. gewannen. Stadtanleihen uneinheitlich. 3 n d u - strieobligationen dagegen weiter gefragt. Am Devisenmarkt konnten sich Pfund und Spanien befestigen. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld nannte man mit 8% v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. OIL, 9. Sept. Es wurden notiert: Weizen 235, Roggen 212,50, Sommergerste für Drauzwecke 180, Hafer 175—177,50, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, alte Mahlung 39,25 bis 40,00, Sondermahlung 34.75—35,50, Roggen- mehl 29,25—30,75, Weizenkleie 9,60—9,35, Roggenkleie 9,50—9,25, Weizenmehl, ni®bej;rb., alte Mahlung 34,25—34.75, Sondermahlung 34,75 bi« 35,25. Tendenz ruhig. Schweinemarkt in Giehen. Auf dem heutigen Schweine markt in Gießen standen 213 Ferkel zum Berkaus. Es kosteten Ferkel bis sechs Wochen alt 10 bis 14 Mark, Ferkel sechs bis acht Wochen alt 15 bis 18 Mark. Tendenz: Handel schlecht, großer Aeber- stand. Gewlnnauszvg 5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preuß.) Elaals-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II_____________ 25. Ziehungstag 7. September 1931 Sn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 ©enrinne iu 10000 W. 21196 96780 281601 8 ©twinne au 6000 M. 9106 169917 239618 328302 32 »etoinne in 3000 M. 37743 62822 109196 112237 150888 156679 218752 233853 234471 266951 317810 335607 355472 361991 878551 383121 38 »etDinn* ,u 2000 M. 29067 36943 44964 65810 69927 72435 98590 104106 160803 163399 185097 186255 236270 245270 303819 335281 344778 379407 399026 112 Gewinne ,u 1000 M. 13439 16836 16263 20096 25832 32246 32878 43561 47077 60762 67214 59520 69123 72138 78530 87746 88709 100731 112947 118468 133486 140111 148582 156285 195310 201903 206798 208777 210320 210711 212417 225323 233266 235180 236776 242964 250876 262093 283198 296880 297263 299672 307226 311006 313577 324480 325951 326261 331976 336207 841933 377814 381716 381805 391609 394264 186 Gewinn. ,u 500 M. 8606 13866 22264 24419 24804 30434 31243 34127 35645 47590 52278 55965 65103 66543 68993 70739 87193 92711 95806 109827 112814 116852 118119 118681 125090 128636 134095 138758 139674 141852 143799 148581 154619 155528 156984 166260 167217 169713 169980 173813 174764 173751 177608 178856 194472 197824 201536 208390 210155 213367 217882 228318 232596 244490 250486 255245 257415 259807 266466 267668 271093 272167 272822 273252 278048 280088 281020 281452 282764 286754 291822 295171 304122 306999 307098 309607 310616 312913 314954 316824 318878 320824 320633 324737 339735 342617 344320 348612 363579 373115 375243 380176 384611 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 1i7677 352764 380484 288424 276120 263481 391793 383719 93206 145959 168790 201647 226743 292987 116653 138331 169084 234295 156260 174734 206327 243804 326800 157683 183196 212693 271492 336748 148597 194915 244787 167236 195245 223504 284891 337057 15581' 20223: 249531 107304 149178 173194 203364 234663 316165 101945 131861 164689 209735 257608 293192 307089 345909 369929 93381 148323 172811 202455 233717 296671 117981 148235 188766 8 Oatoinnt ju 10000 QU. 85484 235053 335104 336988 2 Gewinns zu 5000 M. 220279 8 Gewinn, o, 3000 M. 16866 275143 328643 241003 260894 263481 270947 276120 288424 297375 298186 301401 301971 304111 315256 319000 323971 339928 340062 351629 359126 363583 365972 366644 330865 54 Gewinn« >n 2000 M. 8692 19480 30708 43152 52702 68786 73736 94666 104908 107203 161140 162349 174261 189600 214112 272442 277846 280268 289652 291732 293350 317087 318657 356479 364249 392968 399037 100 Gewinn, ju 1000 M. 17628 50863 51177 52371 58303 60673 62631 .67164^69680^80508,8976^ 113634 138032 165274 224579 332704 380484 386706 „„„ . 138 Gewinn« »o 500 M. 5453 14386 17289 19714 20788 23738 23796 29919 39888 40989 41230 42Ö4O 64423 73659 76542 92291 95220 96148 ----- ------ ------ — 120151 123512 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 8 V.H., Lombardzinsfuß 10 o. H. (r - repartiert). :/,% be«fll. von 1913 . . — —— 12 5% abgesi. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 — — — 1,8 1,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 1,75 Serie l 1,8 4Rumän.verelnh.Rentev.l913 —- 12 — 4% Rumänische vereinh. Renke -— 4,75 —— 2 %% I. Anatolier — 12,9 12,8 13,1 ;Vianriuri a. Ml. Lewi Einheit! mrei Einhe'IS fure Ein heikS lurS üinhettr Iure Dalum 1 8.9. 9.9. 8.9. 9.9. Hamburg-Amerika -llotei . . ■ fcl . 0 29,5 30 31,75 Hamburg-SÜdam. Dampslchiss Hansa Dampsschisl - - - —— — 84,25 85 • 0 — —— 54 -- Norbdeuklcher Lloyd .... . 6 30,25 34,13 30 34,13 B.G, für Verkehrswesen Akk. 31,75 — 32 — Berliner Handelsgesellschast . 8 — — 70 67 Kommen» und Privat»Bank . 7 68 64 68 64 Darmstädter und Nakionalban Deutsche Bonk und 8 75,65 ■—' 76,13 76 Dlsconto-Geiellschast. . . Dresdner Bank ...... 6 6 69 41 65 69 41 65 38 Retchsbanl ....... 12| 115,5 120,5 115 119,75 A E tsmarkt des 'Ber- kekrvaewerbes neigte zur Bersch lech terung Mehrere Bezirke melden besonders um tangreiche Entlastungen und Kündigungen von Angestellten. Vie Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen'Rassau. Weitere Zunahme bet Arbeitslosigkeit. In der zweiten Augusthälfte hat bitürbeit»- losigteit in Hessen undHessen-Nassau weiter zugenommen. Die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden ist um 6751 auf 2 7 U 5 9 2 an* gestiegen. Bon dieser Zunahme entfallen auf die Metallindustrie 1676 oder 3,6 Prozent Lei insgesamt 48 055 Arbeitsuchenden, das Baugewerbe 1561 oder 5,1 Prozent bei insgesamt 32 029 Arbeitsuchenden, die Ungelernten 1232 oder 2,5 Prozent bei In»- gesamt 50HM Arbeitsuchenden, da» Holzgewerbe 394 oder 2,8 Prozent bei insgesamt 14 713 Arbeitsuchenden, die Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gärtnerei 334 oder 6,4 Prozent bei insgesamt 5526 Arbeitsuchenden, und die Industrie der Steine und (Erben 289 oder 2,1 Prozent bei insgesamt 13 753 Arbeitsuchenden. Die Zahl der Hauptunterstützung»- empfänger in der Ardeitslosenverstcherung «st um 4657 auf 73 823, die der Krifeunterstützten um 1734 auf 64 857 gestiegen. Schwcincmartt in Gkbeni. l (Sehern, 8 September. Zu dem beutigen Schweinemarkt waren 719 Tiere ausgetrieben. Für 6 bi» 8 Wochen alte Zerkel würben 8 bi» 10 Mark, für Läufer, |e nach Qualität. 12 bi» 20 Mark bezahlt Der Handel war sehr lebhaft. . Kredenz. Standuhr. 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