Nr. 108 Erstes Bläh M- Jahrgang Samstag, 9. Mai 1951 Erschein« läglich, autzei Sonntags und Feiertag» Betlagen the Illustriert, Ltetzenei Famil«enblätte> Heimat im Bild Die Scholle monat$:Btjug$prets; 2.20 Reichsmark und 30 Retchspsenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen «inzelnerRummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüste anter5ammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Eiestea. poftscheckfonto: 8ra«»ffurl am Blain 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmtf und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Ztetndruckerei 8. Lange tn Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer big zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma? Filter, sämtlich in Gießen. Briand empfiehlt sich für die präsidenischast. Oie Kandidatenrede in der Kammer. — Scharfe Attacke gegen die Zollunion. Einhelliges Vertrauensvotum für Briand. Paris^ 8. Mai. (TU.) 3n der Kammer kündigte sich am Freitag schon in den frühenMorgen- stunden ein „g ros; er" Tag an, wo Abgeordnete oder Presseoertreter zusammenstanden, konnte man immer wieder die Namen Driand und Franklin-Douillon erlauschen, derenRede- duell man mit großer Spannung entgegensah. Zu (Beginn der Sitzung erzählte man sich, das; Driand angeblich die Absicht habe, die Aufteilung seiner Kandidatur stillschweigend zu dulden, jedoch nach seinem Wahlsiege osort die Uebernahrne des Präsidentenamtes abzulehnen. Er wünsche nur eine Der - trauenskundgebung der National- versammlung, um dann als Vertrauensnann der Nation an den Quai d'Orsey und nach Genf zurückzukehren. Andere verbreiten das Gerücht, Driand werde im Falle eines starken Kammersieges noch vor der Präsidentenwahl fein A m t als Außenmini st er niederlegen, um auf diesem Wege eine Auflösung und A e u b i l - idung des Kabinetts unter Beseitigung seiner Gegner zu erzwingen. Schließlich soll die Absicht bestehen, Briand nach der Abstimmung aufzufordern, sich endgültig über seine Präsidentschaftskandidatur zu äußern. Die Sitzung begann um 15 ilfjr. Kranklm-Bouillon erklärte, der Außenminister habe sich in den letzten fünf Jahren ständig in seinen Voraussagen geirrt und den Frieden ernstlich kompromittiert. Die Presse, die für die Politik Driands gewonnen sei, habe die wahreLage verschleiert. Man müsse den Erklärungen Driands in Genf und in.der Kammer, daß der Anschluß nicht vonstatten gehen werde, die kategorische Erklärung der deutschen Minister und des Österreichischen Bundeskanzlers entgegenhalten, die die Notwendigkeit der deutsch-österreichischen Zolloemeinschast betonen. Der Anschluß sei die Folge des Versagens der Politik der Alliierten und der Schüchternheit der Alliierten. Entgegen den Erklärungen Briaßds, daß der Boung-Plan von Deutschland nicht offiziell in Frage gestellt werde, müsse man die Erklärungen Dr. Curtius' erwähnen, der behaupte, Deutschland könne die Rtzparationslast nicht mehr ertragen und die Franzosen müßten abrüsten. Der deutsche Finanzminister habe in Hamburg erklärt, die A e v i s i o n des *5 o u n g - Plans werde aufgeworfen werden. Schließlich verlangten auch die Vertreter der deutschen Industrie von der Reichsregierung, Ver- handlungen über die Revision des Voung-Planes einzuleiten. Dr. Luther fordere einen Teil des Goldes Frankreichs, um das Reparationsproblem zu lösen. Seit zwei Monaten gäbe es nicht mehr ein demokratisches Deutschland, sondern nur noch eine Diktatur, nämlich d i e Diktatur der Reichswehr. Habe Briand das gewollt? Briand lebe vom Prestige des Sieges der französischen Soldaten, aber er habe dem nichts hinzugefügt. Frankreich werde niemals die Proklamierung des Anschlusses erlauben. Briand spricht. Dor vollbesetztem Hause erklärt dann Außenminister Driand, nach dem Kriege habe er mit den führenden Männern Europas eine Politik der Pazifizierung unternommen und dabei einen ftarfen Willen beweisen müssen, "um die Widerstände zu überwinden. Sei er nicht auch durch solche Widerstände gestürzt worden? Ietzt müsse er neue Widerstände überwinden, um die Politik zur Geltung zu bringen, die man gemeinsam betrieben habe. Man versuche, ihn zu isolieren, während er doch seine Politik gerade zusammen mit Männern wie Poincare verfolgt habe. Er habe doch auch in voller Solidarität mit Tardieu gearbeitet. Angesichts eines so ernsten Ereignisses, wie der Plan der deutsch-österreichischen Zollunion, habe sich begreiflicherweise der ganzen Welt eine Erregung bemächtigt. Frankreich habe dieses Ereignis mit einem Gefühl der Bitterkeit verzeichnet. Deutschland habe einen schweren Fehler begangen, indem es so vorging. Wenn gewisse Persönlichkeiten in solchen Augenblicken am Ruder wären, würde das Land eine noch schwerere Krise durchmachen. Man stelle ihn als schlechten Franzosen, als international eingestellten Politiker und als Staatsmann hin, der sich bestechen lasse, um seinem Lande zu schaden! Gewisse Leute sehen sich für die Wieder- besehung von Mainz ein; aber kein Redner auf der Tribüne der französischen Kammer habe eine derartige Lösung vorgeschlagen. Das französische Außenministerium sei durch die deutsch- österreichischen Zo.langleichungsverhandlungen nicht überrascht worden. Allerdings sei die Operation sehr rasch vor sich gegangen. Am 20. März habe er jedoch bereits Telegramme abgesandt, in denen er darauf hinwies, daß das Unternehmen Deutschlands und Oesterreichs den Friedensverträgen und den Ab- machungen zuwider laufe. 'Deutschland und Oesterreich behaupteten, nicht gegen die Verträge zu verstoßen. Derartige Fragen müßten vom Völkerbundsrat geprüft werden. Die Unabhängigkeit Oesterreichs sei unveräußerlich, außer mit der Zustimmung des Dölkerbundsrats. In dieser Hinsicht fürchte er nichts. Was sei also daran erstaunlich, daß der Außenminister Englands im Einvernehmen mit ihm, Driand, den Dölkerbundsrat mit der Frage befaßt habe? Franklin-Douillon habe so gesprochen, als ob der Anschluß schon vollzogen wäre und als ob man ihn nicht verhindern könnte. Was sei das für eine Einstellung! In kurzer Zeit aber werde man der Kammer einen sehr genau bestimmten Plan zur Organisierung des ungeheuren euro- päischen Marktes vorlegen. Europa sei das Opfer eines fürchterlichen Wirrwarrs. Es würde Frankreich zur Ehre gereichen, die Rationen aufgefordert zu haben, sich um einen Tisch zu sehen um dieses Problem zu lösen. In Genf würden alle Rationen zur Stelle sein. Die erste Regung Deutschlands sei gewesen, auf die Aufforderung Englands, die Frage vor den Dölkerbundsrat zu bringen, mit nein zu beantworten. In Genf werde man nachprüfen können, wie weit Deutschland im gut^n Glauben gehandelt habe. Deutschland und Oesterreich erklärten: wir haben das Recht, einen solchen Plan vorzubereiten, wir, wir sagen: Rein! Ich wende mich an Oesterreich: hätte Oesterreich, als es das Anleiheabkommen von 1922 abfchloß, gewagt zu behaupten, daß es dabei den Hintergedanken gehabt hätte, ein Zollabkommen mit Deutsch- land abzuschliehen? Rein! Das sei der beste Beweis dafür, daß Oesterreich nicht das Recht hierzu habe. Schon 1921 habe Frankreich, die Schwierigkeiten Oesterreichs voraussehend, Schritte unternommen, damit Oesterreich leben könnte. Frankreich habe sich vollständig von dieser Sorge leiten lassen. Was man in der Vergangenheit nicht habe regeln können, werde man in der Zukunft verwirklichen. Eine große Bemühung zur europäischen Solidarität werde unternommen werden. Er hoffe, daß der Nachfolger Stresemonns begreifen werde, daß die Zeit der Zwangspolitik vorbei sei. Frankreich müsse Geduld zeigen und seine Vorsichtsmaßnahmen treffen, um einen Krieg mit einem 70-Millionen-Nach barn zu vermeiden, denn der Krieg wäre eine nicht wiedergutzumachende Katastrophe. Aber das französische Volk halte seine Augen offen. Seine Politik solle nicht auf Unvorsichtigkeiten aufgebaut sein. Frankreich stehe nicht allein. Nicht nur die Kleine Entente, sondern a u ch n o ch andere Völker ständen ihm zur Seite. Er habe die Empfindung, daß Frankreich von einer herzlichen Atmosphäre umgeben sei. Als Poincare, dessen Wachsamkeit niemand in Zweifel ziehen werde, an der Spitze der Regierung stand und man während der Konferenz von Genua eine Zwangspolitik betrieben habe, habe man plötzlich den Abschluß des Vertrages von Rapallo erfahren. Poincare habe daraufhin seinen Außenminister telegraphisch angewiesen zu protestieren. Trotz aller Zwangsmittels über die Frankreich damals verfügte, habe es lediglich protestiert. Es sei viel für d.e Organisierung des Friedens ge a.i worden. Wenn noch nicht alles getan sei, dann dürfe das nicht den zielbewußten Willen Frankreichs beeinträchtigen. Frankreich habe sich mit dem Frieden gleichgestellt. Es sei bereit, mit allen Nationen zusammenzuarbeiten. Durch eine solche Politik verkleinere sich Frankreich nicht. Stürmische Ovationen für Brrand. Als Driand geendet hatte, wurde ihm von feiten sämtlicher Abgeordneten der Linken des Hauses und zahlreichen Abgeordneten der Mitte eine lange Ovation dargebracht. Alle Minister schüttelten ihm die Hand. Darauf unterbrach die Kammer ihre Sitzung auf zwei Stunden. Um 22 Ur begann die Nachtsihung. <5 o u g ö r e (Linksrepublikaner) begründet erst die Tagesordnung der Regierungsparteien. Darauf erklärt der radikale Abgeordnete H er- riot, es gereiche Briand zur Ehre, die Politik des Antagonismus der Kräfte durch die Politik des Gleichgewichts der Rechte ersehen zu wollen. Die Pazifisten müßten lich mit größtem Nachdruck dem deutsch - österreichischen Zollunionsplan widersetzen. Der Anschluß fei unzulässig, weil er eine Verletzung der Verträge darstelle. Man forme für die Revision der Friedensverträge sein; aber wenn man das wolle, müsse man auch offen zugeben, daß eine solche Revision nicht einseitig vorgenommen werden könne. Denn sonst handele es sich eben nicht um eine Revision, sondern um eine Verletzung der Verträge. Vertragsverletzungen aber erschütterten den Frieden. Er habe die Empfindung, daß durch die deutsch-österreichische Initiative das Friedenswerk bedrohtsei; gewiß leide Deutschland; aber Frankreich habe auch gelitten, Frankreich weigere sich nicht, Deutschland zu Hilfe zu kommen, vor allem wegen feiner Arbmtslofigkeit. Man möge sagen, was Frankreich für Deutschland im Rahmen Europas tun könne. Aber man möge freimütig sprechen. Aber die Deutschland gemachten Zugeständnisse seien zwecklos, denn Deutschland begreife nur jemanden, der mit Autorität spreche. Die Tagesordnung der Regierungsparteien lautet: „Die „Kammer beteuert ihre Zustimmung zu einer Politik internationaler Verständigung und einer weitgehenden loyalen Zusammenarbeit der Völker Europas. Sie verurteilt formell den Plan der deutsch-österreichischen Zollunion, der im Widerspruch zu dieser Politik und zu den Verträgen stehen würde. Die Kammer billigt daher die Erklärungen der Regierung, spricht ihr das vertrauen aus und geht zur Tagesordnung über." Die Tagesordnung wird mit 4 7 0 von 470 Stimmen angenommen. Paris ist zufrieden. Paris, 8. Mai. (Sil.) Die große „Kandidat e n r e d e" B r i a n d s für die Staatspräsidentschaft — denn so und n»icht anders wurde sie allgemein aufgefaht — hat in Paris befriedigt, obwohl seine mit Geschicklichkeit und starkem Pathos vorgetragenen Erklärungen inhaltlich eigentlich nichts neues brachten. Die Kammer horchte jedoch erstaunt auf, als Briand erklärte, daß der Anschluß im Friedensvertrag unter gewissen Voraussetzungen vorgesehen oder zumindest nicht verboten sei. (Worauf Briand die bekannte Klausel aus dem Vertrag von St. Germain verlas, die sich auf das Entscheidungsrecht des Dölkerbundsrates bezieht.) Ferner verdient die Feststellung Briands Beachtung, daß auch Poincare den Rapallo- Vertrag Eingenommen habe, ohne daß das Prestige Frankreichs deswegen zusammengebrochen sei. Man könne ihm also nicht vorwerfen, daß er das Prestige schlechter gehütet habe, als Poincare. Der bis tief in die Mitte des Hauses gehende stürmische Beifall bestätigte gleichfalls, daß Briand keine außergewöhnlichen Anstrengungen zu machen brauche, um das Vertrauen der Kammer, gleichviel, aus welchen Motiven es auch entspringen möge, zu gewinnen. Die gestrige Kammerdebatte wird auch von der Mehrzahl der Blätter als ein persönlicher Erfolg Briands gefeiert. Rur einige rechtsstehende Organe sprechen von der Inhaltlosigkeit der Ausführungen des französischen Außenministers. „Pe t i t P a ri s ien" erklärt: Selten zeigte sich der Außenminister so Herr seiner selbst, seines Wortes und seiner Gedanken. — „(Journal" faigt, man könne nicht sagen, ob die gestrige Sitzung Driand veranlassen werde, am kommenden Mittwoch für die Präsidentschaft zu kandidieren. Sicher jedoch fei, daß er seinen Posten mit allen Hilfsmitteln eines vollendeten Redners verteidigte. „La Republique" meint, die gestrige Sitzung bedeutet den Triumph des Friedensgei st es, Zusammenbruch des lärmenden und ohnmächtigen Kriegsgeistes und Triumph des aktiven Aufbaues des Friedensgeistes. — In der „E r e N o u v e l l e" heißt es, nach der gestrigen Rede Driands fragt man sich in vielen Gruppen — bei den Radikalen, den Sozialrepublikanem, rechtsstehenden Sozialisten, der radikalen Linken, der republikanischen Linken, den Linksrepublikanern, den der unabhängigen Linken angehörenden Abgeordneten — ob man nicht den Mann, der in den Augen der Welt diese Politik verkörpert, bitten soll, feine Kandidatur für d ie Präsidentschaft aufzustellen. „Echo de Paris" ist unzufrieden: „Wer die Rede Driands ihres Wortschmuckes entkleidet, behält tn der Hand nicht viel übrig. Wie stets, hat der Außenminister sich gehütet, auf die substantiellen, gegen ihn vorgebrachten Argumente zu antworten." — „L'Ordre" sucht H e r r i o t gegen Driand herauszustreichen, da jener wenigstens durch Verurteilung der deutsch- österreichischen Initiative etwas Positives gesagt habe. Oie Kandidatur Briand kommt ins sollen. Paris, 8. Mai. (WTB.) Die radikale Kammerfraktion soll heute mittag in einer Sitzung den Vorstand beauftragt haben, sich mit den anderen Fraktionen der Kammer und des Senats in Verbindung zu sehen, um eine Demarche bei Briand in dem Sinne zu unternehmen, daß es vorteilhaft wäre, einen einheitlichen Kandidaten vorzuschlagen. Man legt diesem Beschluß der Radikalen große Bedeutung bei. Ein Beschluß über die Demarche bei Driand ist jedoch erst am Montag zu erwarten. Klarheit! Seit bald drei Wochen ist das Reichskabinett nun an der Arbeit, lein Sommerprogramm aufzustellen, also den Teil des großen Reformwerkes festzulegen und in Angriff zu nehmen, der sich folgerichtig an die Verabschiedung des Reichsetats und die damit eingeleitete Sanierung der öffentlichen Finanzen, an die Osthilfe und die Maßnahmen zur Behebung der Agrarkrisis anschließen muß. Aber es scheint fast so, als ob das Tempo der Reformarbeiten mit der Entwicklung der Wirtschaftstrisis und ihren Rückwirkungen auf die Lage der öffentlichen Finanzen nicht Schritt zu halten vermöchte. Der Eindruck verstärkt sich, daß der Kanzler and seine Mitarbeiter zu einem Wettlaus angetreten sind, den sie trotz bewunderungswürdiger Ausdauer und Hartnäckigkeit mit der bisher verfolgten Politik nicht gewinnen können, weil die Beschlußfassung und Durchführung ihres Sanierungsprogramms dank der vielfachen politischen Widerstände, die sich einer raschen Erledigung entgegenstellen, in den einzelnen Abschnitten jeweils von der wirtschaftlichen Entwicklung überholt zu werden droht. Als Ende März dieses Wahres der Reichsetat fristgerecht verabschiedet werden konnte, glaubten nicht nur rosenrote Optimisten, von dieser Seite her wenigstens für eine Zeitlang Ruhe zu haben, da eine Grundlage gefunden] schien, von der aus man nun frischen Mutes an die (Sanierung der übrigen Zweige der öffentlichen Finanzwirtschaft Herangehen könne. Ieht, nach kaum einem Monat, dem ersten des neuen Haushaltsjahres, stellt sich heraus, daß infolge der katastrophalen Einnahmerückgänge bei Steuern, Verbrauchsabgaben und Zöllen, bei einer zumindest gleichgebliebenen, vermutlich aber noch um einige hundert Millionen angewachsenen, schwebenden Schuld, nicht nur der Abschluß für 1930 ein beträchtliches Loch auf weist, sondern auch die Ertragsschähungen, auf denen der Reichsfinanzminister den neuen Etat für 1931 aufgebaut hat, durch die tatsächliche Entwicklung der letzten Wochen zu optimistisch beurteilt worden sind. Dabei wird man noch beachten müssen, daß das steuerliche Ergebnis der katastrophalen Wirt- schaftsdepression des Vorjahres bei der Einkommen- und Körperschastssteuer wie auch bei den Abgaben auf Bier und Tabak sich naturgemäß jetzt erst auszuwirken beginnt. Es zeigt sich also heute schon, daß die Sanierung der Reichsfinan- zen, die man mit der Verabschiedung des Etats für 1931 auf eine feste Basis gestellt zu haben! glaubte, nicht ausreicht, wobei nicht verschwiegen werden darf, daß auch diese unzuläng* liche Sanierung nur dadurch in diesem Ausmaße bewirkt werden konnte, daß das Reich einen wesentlichen Teil der seinen Säckel bisher belasten-- den Ausgaben durch Uebertragung von ihm bis dato obliegenden Ausgaben an andere Instanzen von sich abwälzte. Man denke dabei insbesondere an die Fürsorge für die Erwerbslosen, die durch Schaffung der Arbeitslosenversicherung der Wirtschaft zugeschoben wurde, während die ins Riesenhafte anwachsenden Unkosten für die ausgesteuerten Erwerbslosen zu Lasten der Gemeinden gehen. An echten Einsparungen hat also die letzte Sanierung des Reichshaushalts nicht so viel gebracht, wie es den Anschein haben könnte. Wie will nun der Reichsfinanzminister dem neuen drohenden oder gar schon vorhandenen Defizit im Deichshaushalt beikommen? Herr 'Sie t- r i ch verfolgt mit feinem „gedämpften Optimismus", den et geflissentlich zur Schau trägt, eine nicht ungefährliche Taktik, die ihm offenbar mit der miserablen Erbschaft des leeren Reichssäckels von seinen Vorgängern Moldenhauer und Hilfer- ding überkommen ist. Herr Dietrich glaubt anscheinend, das Volk vertrüge in seinem gewiß krankhaft gereizten und zu begreiflichen Depressionen neigenden Gemütszustand die Wahrheit nur tropfenweise, gleichsam in homöopathischen Dosierungen. Mir fürchten, der Reichssinanzminister befindet sich mit dieser Auffassung in demselben verhängnisvollen Irrtum, wie die deutsche Staatsleitung während des Krieges. Das Volk wird ihm dieses Rezept nicht danken, und wir glauben, er täuscht sich auch, wenn er meint, mit diesem „gedämpften Optimismus", der in gewissen! Zeitabschnitten immer wieder eingestehen muß, daß es zwar schlimmer gekommen ist, wie er angenommen hatte, aber sich und andere damit tröstet, daß es doch nicht so schlimm ist, wie es die Pessimisten an die Wand gemalt hatten, mit dieser Art Autosuggestion könne er der Wirtschaftskrisis von der psychologischen Seite her beikommen. Auch wir meinen, daß die Wirtschaftskrisis wenigstens zu einem gewissen Teil ui psychologischen Momenten begründet ist, daß Wirtschaftskrisis und Zuspitzung der innerpolitischen Lage in Wechselwirkung stehen, und daß deshalb alles peinlich vermieden werden muh, was durch Miesmacherei und Katastrophengerede geeignet sein konnte, die Wirtschaftsdepression zu verschärfen.» Aber wir sind allerdings auch der Ansicht, daß nichts dieser Unterminierung der Vertrauensbasis, die Brünings beste und unentbehrliche Stühe in seinem Kampf um die Gesundung von Staat und Volk auf reformatorischem Wege ist, stärker Vorschub leistet — wenn natürlich auch ungewollt —, als diese Politik der Vertuschung oder gelinder gesagt der Abschwächung, die der Reichssinanzminister nun seit einem Iahre für richtig hält. Wir meinen vielmehr, daß nur völlige Klarheit unserer finanzpolitischen Lage und nüchternste Einschätzung der vorhandenen Möglichkeiten der Reichsregierung das Recht geben, vom Volk neue, schwere Opfer zu fordern, daß aber das Volk diese Opfer bringen wird, wenn es weiß, woran es ist. Es wäre Scharfe Zuspitzung der Nnanzlage in Preußen. Minister Höpker-Aschoff über den Widersinn der Reparationen. tvahrlich ein trauriges Fazit ^incs mehr als zehnjährigen demokratisch-parlamentarischen Regimes, wenn man heute noch nicht das Volk für reif genug halten wollte, die volle Wahrheit zu vertragen. Die Regierung muh sich darüber klar sein, daß wir Gefahr laufen, uns im Kreise zu drehen. Ihr Ziel ist ein doppeltes: Sanierung der öffentlichen Finanzen und Ankurbelung der Wirtschaft. Will sie letzteres nicht gefährden, müssen für das Buerstgenannte Ziel der Finanzsanierung alle Gedanken an Steuererhöhungen von vornherein ausschalten. Die Regierung hat sich ja auch mit einiger Standhaftigkeit bisher gegen dahingehende sozialdemokratische Pläne gewehrt. Es bleibt also, will oder must man auf sofortige Ergebnisse sehen, die drakonische Drosselung der Ausgaben. Aber auch hier scheint uns sowohl auf der Seite der personellen wie der sachlichen Ausgaben der Punkt, wenn nicht schon erreicht, so doch zum Greifen nahe, wo weitere Senkungen auf Ko st en der Wirtschaft gehen würden, die man zwar anzukurbeln wünscht, der jedoch mit weiteren Einsparungen wichtige Konsumentenschichten in ihrer Kaufkraft geschwächt und öffentliche Aufträge entzogen würden, die bei der gänzlich darniederliegenden privaten Initiative für die Wirtschaft immer wesentlicher geworden sind. Ein ähnliches Mistgeschick droht den Reichsfinanzen von der Zollpolitik her. Der erhöhte Schutzzoll, der mit dazu dienen soll, unserer deutschen Landwirtschaft auf die Deine zu helfen, drosselt die Einfuhr ausländischer Agrarprodukte, vermindert aber zugleich natürlich auch die Zolleinnahmen des Reiches um ein Beträchtliches. Er dient der Stärkung unseres inneren Markts, aber die Kehrseite der Medaille ist eine gewisse Beeinträchtigung unserer Exportindustrie, die natürlich Gefahr läuft, in ggra- rischen, durch unsere Zollpolitik verärgerten Ländern ihre Absatzmärkte zu verlieren. Schließlich die Arbeitslosenversicherung: bei wachsender Arbeitslosigkeit vermindern sich ihre aus Beiträgen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern herrührenden Einnahmen, denen jedoch wachsende Ausgaben für Leistungen an die Versicherten wenigstens solange gegenüberstehen, bis diese als Ausgesteuerte i i dicWohlfahctserwerbs- losensürsorge der Gemeinden übergehen, die ihrerseits bald nicht mehr wissen, womit sie bei sinkenden Steucrerträgen die wachsenden Bedürfnisse ihrer Sozialetats bestreiten sollen. Gin circulus vitiosus, dem man mit kleinen Behelfsmitteln ebensowenig beizukommen vermag, wie den anderen tragischen Verknotungen in unserer Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik. Das kann nur durch eine organische Reform geschehen, die alle Zweige des staatlichen Lebens einbezieht. Reichskanzler Dr. Brüning hat sich zu ihr bekannt und das erste Jahr seiner Regierung war voll heißen Bemühens, diese Reform in Gang zu bringen. Aber wenn auch auf Cinzelgebieten Großes geleistet worden ist — wir denken vor allem an die Agrar- und Osthilfe —, so waren die Sünden der Vergangenheit und die politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gegenwart doch zu groß, als daß es hätte gelingen können, in einem Anlauf des ganzen Problems Herr zu werden. Der Reichskanzler will keine Halbheiten, er will sich Schritt für Schritt den Boden erkämpfen, auf dem er weitrr- bauen kann. Das ist ein Grundsatz, der von dem systemlosen Psuschertum früherer Jahre erfreulich absticht, Aber die Rot detz Augenblicks schiebt dem Kanzler wieder und wieder Probleme zu, die nur im Rahmen der Gesamtreform zufriedenstellend gelöst werden könnten, die nun aber uns so auf den Räaeln brennen, daß behelfsmäßige Lösungen gefunden werden müssen, um' ' akute Gefahren zu bannen. So ist es dem Kanzler . mit der Steuerreform ergangen, die an sich 1 nur als ein Glied der noch ausstehenden Der- - fassungs- und Derwaltungsreftzrm behandelt werden kann, die aber vorweg in Angriff ge- nommen werden muhte, um überhaupt Luft zu> schaffen. Besser gelungen ist dem Kanzler mit Hilfe der Minister Schiele und Treviranus die Agrar- und O st h i l f e, die ein organisches Ganzes werden konnte und alles leisten wird, was man von ihr unter Berücksichtigung von Deutschlands finanziellen Möglichkeiten billigerweise verlangen kann. Als nächste Aufgabe hat sich der Reichskanzler das Problem der Arbeitslosigkeit vorgenommen. Die Herausnahme der Arbeitslosenversicherung aus dem Reichshaushalt war eine Zwischenlösung, die zwar dem Reich Entlastung gebracht hat, ober das Problem selbst unberührt ließ. Die Regierung hat sich nun ein Gu.achten erstatten lassen, daß in seinen beiden ersten bisher vorliegenden Teilen sehr gründlich ausgefallen ist und auch eine Reihe von beachtenswerten Anregungen enthält. Die Kernfrage der Arbeitsbeschaffung ist zwar eine Frage der Kapitalbeschaffung, die bei der trostlosen Lage des deutschen Geldmarkts . nicht von unserem guten Willen abhängt, sondern von der Reigung des Auslandes, uns langfristige Kredite zu gewähren. Das stellt auch das Gutachten fest, aber allzu viel ist damit natürlich nicht anzufangen. Es wird nun abzuwarten sein, was die Gutachterkommission zur Reform der Arbeitslosenversicherung zu sagen haben wird. Wir hoffen, daß sie mit diesem letzten Teil der ihr gestellten Aufgabe etwas schneller zu Rande kommen wird, als mit den beiden ersten. Es macht ohnehin schon den Eindruck, als ob die Regierung es nicht ungern sähe, wenn sie mit diesem Problem noch einige Zeit verschont bliebe. Aber es geht nicht an, unter dem Vorwand außenpolitischer Inanspruchnahme eine Frage auf die lange Bank zu schieben, die unsere ganzen inneren Reformen vom Grunde aus aufrührt, nur weil man in Wahrheit politische Schwierigkeiten fürchtet/ Wir trauen dem Kanzler die nüchterne, klare und sachliche Einstellung zu, seine politische Taktik in dem Augenblick zu ändern, wo dies nottut, um sein Reformprogramm ohne Verfälschung in seinen Grundlinien durchzusehen. Daß dies mit dem bisherigen Kurs in Anlehnung an die Sozialdemokrafte nicht zu machen ist, darüber wird den Kanzler der programmatische Aufsatz des Abg. Hertz, des Steuersachverständigen der Partei, belehrt haben, wenn er sich noch nicht darüber klar war, daß die Opferbereitschaft der Sozialdemokratie im Reich mit den herannahen» den Preußenwahlen, die dem einträglichen Kondominium zwischen den Herren Braun und Heß ein Ende sehen werden, ihre Grenze gefunden haben dürfte. Der Augenblick zum Herumlegen des Steuers scheint nun für das Zentrum gekommen. An der Starrköpfigkeit eines Froktionssührers — und wenn dieser auch Heß heißt und heute noch mächtiger ist als der Preußenzar selber — darf das Zentrum nicht Berlin, 9. Mai. (VdZ.) Der Peußische Landtag begann die zweite Lesung des Etats der allgemeinen Finanzverwaltung. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff leitete die Verhandlungen mit einer finanzpolitischen Re« ein, in der er u. a. feststellt, daß das Rechnungsjahr 1930 mit einem erheblichen Fehlbeträge für den preußischen Staat abschlichen werde. Der Steuer- a u s f a l l umfasse gegenüber den Etatsansähen rund 100 Millionen. Er rührt zum größten Teil daher, daß die Steuerüberweisung des Reiches stark hinter den Ansätzen zurückblieb. Die Heberschüsse der Betriebsverwaltungen, besonders der Forstverwaltung, würden hinter den Ansätzen um 39,8 Millionen Mark zurückbleiben. Insgesamt werde für 1930 mit einem Fehlbetrag von 150 Millionen Mark zu rechnen sein. Für 1931 muß mit einer weiteren erheblichen Verschärfung gerechnet werden. Alle unsere Befürchtungen sind im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung weit übertroffen worden. Bei einem so ungewöhnlichen Absinken der Einnahmen ist es schlechterdings unmöglich, die hohen Ausgaben alsbald den sinkenden Einnahmen anzupassen. Die gleiche Erfahrung werde nicht nur in Deutschland, sondern auch in kapitalkräftigeren Staaten gemacht, z. B. in Amerika, wo der Fehlbetrag auf 983 Millionen Dollar angewachsen ist. Die schwebenden Schulden der Vereinigten Staaten betragen vier Milliarden Dollar. Der Fehlbetrag im englischen Haushalt beträgt für 1929/30 190 Millio- Berlin, 8. Mai. (ERB.) DaS Schwurgericht III in Moabit hatte heute einen großen Tag. Aus der an und für sich nicht bedeutungsvollen Verhandlung gegen den nationalsozialistischen Hausdiener Sties, den Kaufmann D e r l i ch, den Maurer Liebscher und den Mechaniker Wese mann, die angeklagt sind, den Hebe rf all auf die k o m m u n i st i s chen Sportleute im Tanzpalast Eden verübt zu haben, wobei drei Angehörige der KPD. durch Schüsse verletzt wurden, hat sich ein großer politischer Prozeß entwickelt, weil der Verteidiger den Antrag gestellt hatte, Adolf Hitler als Zeugen darüber zu hören, ob das Waffenverbot der RSDAP. ernst gemeint gewesen sei. Der Vertreter der als Rebenkläger zugelassenen Kommunisten verlangte darüber hinaus die Ladung des Polizeihauptmanns a. D. Sfennes und seines Parteigängers Wetzel zum Beweise dafür, daß in der SA. besondere „Rollkommandos' bestanden hätten, deren Aufgabe es gewesen sei, politische Gegner zu beseitigen. Das Gericht hatte beiden Anträgen stattgegeben. Adolf H i t l e r, der sich zu den Behauptungen, daß der Sturm 33, dem die Angeklagten angehörten, ein sogenanntes ..Rollkommando" gewesen sei, daß die Tat, die hier zur Verhandlung steht, vorher geplant war, mit dem Ziel, Menschen vorsätzlich zu toten, und daß Moser Plan ihm vorher zu Ohren gekommen und von ihm gebilligt worden sei, erklärte dazu u. a.: Die S. A. in der Rationalsozialistischen Partei f^nnt überhaupt keine Rollkommandos. Die Partei hat die S. A. nicht geschaffen, um gegen politische Gegner mit Gift oder Dolch vorzugehen. Die S. A. hat vielmehr die große Aufgabe, die Partei zu stützen und sie gegen Angriffe von links zu schützen sowie propagandistisch zu wirken durch das Auftreten großer disziplinierter Massen. Die Bildung eines Rollkommandos bei einer Sturmabteilung oder in der Berliner S. A. halte ich für unmöglich: eine solche Einrichtung wäre bestimmt den Vertretern der Behörden nicht verborgen geblieben; außerdem hätten die Führer dieser Sturmabteilungen absolut gegen die von der Parteileitung ausgehenden Richtlinien verstoßen. Ich halte die Weimarer Verfassung für falsch und auch für schlecht, aber ich weiß, daß ein Versuch, diese Verfassung gewaltsam zu stürzen, Blut kosten würde und wahrscheinlich vergeblich wäre. Ich schicke meine Anhänger deshalb nicht vor die Maschinengewehre. Ich gehe den von mir eingeschlagenen legalen Weg aus tiefster und innerster Heberzeugung. Freilich gibt es Kreise in der Partei, die diesen legalen Weg als verspießt oder verbvnzt hingestellt haben. eine Entwicklung scheitern lassen, die es selber mit seinem fähigsten Kopf, dem Reichskanzler Brüning, eingefädelt hat und die noch Möglichkeiten bietet, auf reformatorischem Wege zum Ziel zu kommen, das uns alle eint: Bereit- s e i n zum Kampf um die Revision der Verträge, die unsere Grenzen zerrissen und unsere Wirtschaft gefesselt haben. Dereitsein ist alles! Ein Anfang. Wie wir dem „I u n g d e u t s ch e n" entnehmen, ist es dem Iungdeutschen Orden in S a ch - s e n gelungen, die Hnterstühung der sächsischen Regierung für den Versuch eines freiwilligen Arbeitsdienstes mit zunächst 22 000 Tagewerken zu gewinnen. 120 Mann werden jetzt für dieses erste Freikorps der Arbeit zusammengestellt. Damit ist ein Anfang gemacht auf dem Wege, den auch der zweite Teil des Gutachtens der Brauns-Kommission empsohlen hat. panze, schiff A wird „Deutschland" heißen. Berlin, 9. Mai. (ERB.) Das Panzerschiff A, das am 19. Mai vom Stapel laufen soll, wird, wie mehrere Morgenblätter berichten, von dem Reichspräsidenten auf den Hamen „Deutschland" getauft werden. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt dazu, daß der Rame des Schiffes, der, wie üblich, erst bei der Taufe selbst bekanntgegeben werden sollte, durch eine Indiskretion befanntgetoorben ist. Das Blatt begrüßt es, daß das neue Panzerschiff den Ramen „Deutschland" erhält, da es nach seiner Indienststellung an Stelle der „Schleswig- Holstein" Flottenflaggschiff werden soll und da dies im Hinblick aus das alte Flottenflaggschiff „Deutschland" die Wiederaufnahme einer würdigen Tradition ist. neu, für das Rj. 1931 560 Millionen, die Mehrausgaben für das Rj. 1931/32 760 Millionen. Die Deckung der Fehlbeträge im englischen Haushalt geschieht meistens durch Aufzehrung noch vorhandener Reserven. Hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen unserer Finanz, läge und der Finanzlage Englands. Wir haben die letzten Reserven ve r b r a u ch t. Das ernste Bild unserer Lage wäre aber nicht abgerundet ohne einen Blick auf die Gemeindefinanzen. Die Entwicklung der Gemeindefinanzen ist bestimmt durch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit. Soeben hat die Brauns-Kommission den zweiten Teil ihres Gutachtens vorgelegt. Sein Wunsch ist, der Wirtschaft durch ein Arbeitsbeschaf- fungsprogramm über b'en toten Punkt hinwegzuhelfen. Die Kommission hat die Beschaffung von Aus- landkapital in den Mittelpunkt ihrer Vorschläge gestellt. Aber hier entsteht die Frage: welchen Sinn hat es, zunächst 1700 Millionen an Reparationen an das Ausland abzuführen, und dann das der deutschen Wirtschaft so entzogene Kapital mit Auslandanleihen wieder hereinzuholen? Der Youngplan hat die wirtschaftliche Kraft Deutschlands überschätzt. Das Reparationsproblem wird zur entscheidenden Frage. Die Politik der Völker wird sich hierauf einzustellen haben; denn es ist keine Zeit mehr zu verlieren. Diese Leute, die sich von uns getrennt haben, haben selbst Organisationen geschaffen. Ich habe diese kleinen Gruppen und Grüppchen der Ab- gesplitterten als das bezeichnet, was man im Jargon „Rollkommandos" nennt. Aber niemals habe ich die SA. selbst als Rollkommandos bezeichnet. Die Vorwürfe von Stennes gegen mich sind nur dann berechtigt, wenn man die Haltung der Partei aus ihrer legalen Tätigkeit her- auszunehmen versucht. Aber solange ich Führer der nationalsozialistischen Cßfctoegung bin, wird sich an der gesamten Richtung der Partei 'nichts ändern. Sie wird auf dem Wege der Legalität beharren, und darin wird sie sich von niemandem irremachen lassen. Wir machen nicht Geschichte mit Bomben und Dolchen, sondern durch große, in Bewegung gesetzte Massen. Alles andere ist lächerliches Bramabarsieren. Soweit es im Vermögen eines Parteiführers steht, habe ich alles angeorbnet, um unsere Legali - töt zu verankern und praktisch tätig werden zu lassen. Ich habe überall, wo Bewaffnung der SA.- Leute festgestellt wurde, durchgegriffen und nötigenfalls Führer und SA.-Leute entlassen. Deutschland steht heute unter einem System, einer Geistesverfassung, die umgewandelt werden muß, nicht mit Handgranaten und Pistolen, sondern durch die geistige Eroberung der Massen. Das ist die Aufgabe der NSDAP., Aufgabe der SA. ist die propagandistische Erfassung der Äugend, ihre Zusammenhaltung. Rach weiterer Debatte zwischen Hitler und dem Vertreter der Rebenkläger wird Polizeihauptmann a. D. Stennes aufgerufen. Vorsitzender: „Es ist behauptet worden, daß der Sturm 33. ein sogenanntes Rollkommando sei und daß der Heberfdti auf den Tanzpalast Eden vorher geplant worden sei und daß Sie denselben gebilligt hätten." Stennes' „Don einem solchen Plan ist mir nichts bekannt, auch nichts davon, daß Heberfälle planmäßig ausgeführt worden seien." Auf weitere Fragen erklärte der Zeuge, daß er nuy, planmäßige ^Formationen in der Partei aufgestellt habe. Stennes erklärte, er habe immer wieder den einzelnen Stürmen den Befehl in Erinnerung gebracht, daß sie lediglich in Notwehr Zuschlägen dürften. Rechtsanwalt Becker: „Sie sollen auch nach der Behauptung des Herrn Hitler als Polizeispitzel tätig gewesen fein.“ Stennes: „Hnter meinem Eid erkläre ich, daß das nie der Fall war." Auch der frühere Führer der Berliner Sturmabteilungen Wetzel bestritt, daß die Zusammenstöße der SA.-Leute mit politischen Gegnern organisiert gewesen seien. Das Kn'egsschuldenproblem aus der Tagung der Internationalen Handelskammer. Washington, 9. Mai. (WTB.) Da die Tagung der Internationalen Handelskammer ihrem Ende zugeht, konzentriert sich das allgemeine Interesse nur noch auf dieendgültigeFor- muHerung der Ergebnisse. Angenommen wurde bereits eine Resolution, die die Einberufung einer internationalen Konferenz zur Besprechung des Silber-Problems fordert, ferner eine von deutscher Seite ausgegangenie Resolution, die völkerrechtliche Abmachungen über den Schuh des Privateigentums in Krieg und Frieden verlangt. Roch steht jedoch die Fertigstellung der großen General- resolution aus, die erstens eine energische Fo rde^ung nach Abrüstung behandeln soll und zweitens die Feststellung machen wird, daß die auf vertraglichen Abmachungen beruhenden internationalen Schulden feste Verpflichtungen barftellen, die man einh alten müsse wie jeden anderen Vertrag, wenn nicht das Vertrauen in internationale Verträge überhaupt zerstört werden soll. Wie dazu von gut unterrichteten amerikanischen Kreisen verlautet, sollen diese beiden Punkte auf ausdrücklichen Wunsch derRegierung eingefügt worden sein. Es heißt jedoch, daß der dritte Punkt der Generalresolution seststellen wird, daß durch das Bestehen dieser Verträge eineerneuteHeber» Prüfung der Zahlungsbeträge nicht gehindert werde, sofern durch eine in» hwischbn eingetretene Ae nde rung der Derhäl tnisseein Verlangennacy Revision gerechtfertigt sei. Hierin erblicken die britische und die'deutsche Delegation einen großen Erfolg der Tagung, der Hitler als Zeuge vor Gericht. Oer Charakter der SA. — Keine Rollkommandos. nur dadurch möglich war, daß die nicht homogene amerikanische Delegation sich davon überzeugen ließ, daß diese wichtige Frage unmöglich verschwiegen werden dürfe. Der vierte Punkt beschäftigte sich mit dem Verlangen nach möglichster Beseitigung der Handelsschranken, weil nur durch einen möglichst freien Warenverkehr die Weltkrise behoben und die Zahlung der internationalen Schulden erleichtert werden könne. Der Versuch der Engländer, Italiener und Deutschen, diesen Puntt mit möglichst starker Betonung in die zusammenfassende Schlußerklärung hineinzubringen, begegnete.dem schärfsten Widerstand der Franzosen und Amerikaner. Die unverblümte Erklärung des Weihen Hauses, daß die Regierung der Vereinigten Staaten nicht gewillt sei, eine Herabsetzung der interalliierten Schulden zu erörtern, hat die Amerikaner, die der Regierung keine innerpolitischen Schwierigkeiten machen wollen, in eine heikle Lage gebracht. Die Entschließung des Amerikaners Houston, die eine Rachprüfung der Kriegsschiildensrage verlangte, ist bereits in der Versenkung verschwunden. Es ist deshalb noch ungewiß, ob und wieweit die Amerikaner, die durch ihren .Führer Strawn in dauernder Verbindung mit P«sj^xnt Hoover stehen, den Wünschen der revisionssreundlichen Abordnungen entgegenkommen werden. Da die Internationale Handelskammer keine Minderheitsbeschlüsse kennt, wird die Schlußerklärung notgedrungen ein Kompromiß darstellen, von dem die öffentliche Meinung Deutschlands nicht allzuviel erwarten kann. Aus öfter Welt. (Eine Forschungsexpedition im Kongo ertrunken. Es wird befürchtet, daß der Amerikaner Dr. Arthur Torrance, der Führer der nach ihm benannten medizinischen Forschungsexpedition, i m belgischen Kongo ertrunken ist. Rach einer Kabeldepesche aus Buta, die bei einertt Freunde des Arztes eintraf, ist die ganze Expedition in den Fluten des Kongo zugrundegegangen. Bei einem Bootsunglück ertrunken. Bei Düsseldorf kenterte auf dem Rhein oberhalb der Schnellenburg ein mit zwei Personen besetztes Kanu plötzlich und die Insassen ertranken, obwohl sie des Schwimmens kundig waren. Die beiden Verunglückten, die aus Düsseldorf stammen, sollen das Boot aus einem Bootshaus entwendet haben und eine Schwarzfahrt unternommen haben. Die Leichen sind noch nicht geborgen. Mit dem Freiballon gegen die Hochspannung. Der Freiballon „Braunschweig III" war unter Führung Kommerzienrats Pilz und mit drei weiteren Insassen aufgestiegen. Da eine Landung auf den E 1 bwiesen bet Wittenberge wegen der Ueberschwemmungen nicht . m u g ==■ k i ch war, mußten die Balloninsassen über dec Elbe Ba11ast abgeben. um dem Ballon neuen Auftrieb zu geben. In der Nähe der Lüneburger Bahn verfing sich der Anker in einer Eicke und der niedergehende Ballon trieb auf eine 15 000» Volt -Hochspannungsleitung zu. Der Ballonkorb blieb in den Drähten hängen und infolge des Kurzschlusses gab es eine große Stichflamme. Zum Ölü* für die Insassen rissen e Drähte, so daß ein größeres Unglück ve. - n wurde. Oie Wetterlage. 'rankt Paris lagent nsmvg. o ©yoikemos. <$ neuer, q naiv Gedeckt. ® wolkig • Geneckt • Regen * Sehnet a Graupeln. - Mebel K 0ewit!er,(§)wind$tilie.«O-. sehr «eicnter Ost ^5 nissige» Südsüdwest q sturmecner ffordwesl Oie ffeiie fliegen mit dem Winde. Pie oeiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien vereinten Orte mit gleichen* tuf Meeresniveau uiyierechnete» Luftdruck Wettervoraussage. Die kühlere Luft von den britischen Inseln ist nach dem Festlande vorgeschritten und hat das Nordseeküstengebiet in Frankreich erreicht. Mit ihrem Einbruch ist auch der hohe Druck nach dem Festlande gelangt und hat eine Hochdruckbrücke von Spanien nach dem Nordmeer geschaffen. Obwohl dadurch etwas besseres Wetter zu erwarten ist, so dürste die Nordwestluft bei uns Anlaß zu einzelnen Gewitterstörungen geben. Die Aussichten auf beständigeres Wetter sind zut Zeit wieder bedroht, denn über Irland stellt sich neuer Luftdruckfall ein, so daß für Anfang der kommenden Woche fick erneuter Störungseinfluß bemerkbar machen wird. Aussichten für Sonnt a g : Bewölkt mit Aufheiterung, Neigung zu Gewitterstörungen, tagsüber ansteigende Temperaturen. Aussichten für Montag: Weiterer Temperaturanstieg und stärkere Bewölkung mit vereinzelten Niederschlägen, teils gewitterhafter Art, wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 8. Mai: mittags 15,8 Gra- Celsius abends 8,3 Grad: am 9. Mai: morgens 9,2 Grad. Maximum 17 Grad, Minimum 6,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Mai: abends 13,8 Grad: am 9. Mai: morgens 10 Grad Celsius, i Niederschläge 0,1 mm. Tel«. 1 Kongo ertrunken. Amerikaner Dr. 'Ne der nach £ »**»k im ,^k«n ist. J„ch d'e bei einem ganze Ef. ” Äon9o zugrunde« daß v ^>ge F^.^vir >n öS un. !l be°i De !» 79 der durch pinr 5an. ^•*•48: d-ZLZir» -'ben ^u, '6 un. 19 Kr iny ..^t ■!e Ameri ?'"rr- *8 5? «T-s ^SL ütf nirunken. ?tc ?us dem Lhein i m mit afoci Personen ' die Insassen er- schwimmens kundig ! uicn. die aus Assel. ! Doot aus einem et haben und eine haben. Die Leichen ! die Hochspannung. oeig III“ war unter j 1 und mit drei roei« a eine Landung aus tenberge wegen en nicht .mvg> I minsaiien über der n. um dem Ballon i der Nähe der Lüne. ! Anker in einer Eich! trieb aus eine 15 M I itung zu. Der Bai- , n hängen und infolge ■ ne große Stich-1 ie Insassen rillen 11 5 Unglück Df-’' ii rtage. 614^ ..„um i- » ‘"ÄlMS* erreicht- t ünte ü« n«» "n sk rurfbru^e u assen- DWftftpe * ®arte^ 'nen ZU em.iu beiiänh,C tA *«»* >oche i,lu/ hen o>rd- gewölH J te!na: ®eite-!ri' Lel°°8rArt.^' »** ;e"S1U d/0 Ä wä* qZo 05« Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. Mai 1931. Muttersonntag. Don Reinhold Braun. ' ” Du sagst „Mutter" — und du hast dich „heimgerufen". Albert Talhof. Muttersonntag ... Du friede-, freudeseliger Klang, Hochklang aus deutscher Herzenswelt! Glocken klingen über dem maienlichten Lande, und dies künden sie: Dank, der Treue und den Liebe ewig wunderbaren Sinn, Erinnerung und alles Licht des Heimatwesens. Wohl mischt auch Wehmut sich darein ... Doch auch das schattende Gefühl will nur Hohes, Deines, Schönes schenken. — Glocken klingen ... Auch Mahnung find sie. Ruf und Heimkehrton ... Was den Ramen Weib trägt, soll ihn vor allem andern hören! Eine ganze Predigt spricht daraus. 3a, wer Ohren hat zu hören, höre, und höre unter vielem dieses auch: Das Höchste eines Volkes bleibt der Mutterwille; denn er blüht auf aus der tiefsten Tiefe der Seele eines Volles. Llrsprung ist er, und des LIrsprungs Adligkeit ist Sichtbarkeit der wghren Lebenskraft des Ganzen und daknit der Gotteskraft, die ihm waltet. Er ist der gnadenreichste der Impulse der Ration. Er ist das wahre Leben, das immer wieder den Tod überwindet und au$ Winterwelkheit der Frühling reich und groß heraufführt. Wenn in einem Volke der Mutterwille müde wird, rinnt Schlaffheit in das Ganze ein; wo er nicht mehr Symbol des Opfertums ist, wird das Ganze zum Opfer mehr und mehr unfähig werden. Die Höhe einer Kultur hängt ab von der Tiefe und dem schöpferischen Wesen der Mutterseele. Ohne diese keine weitere Mannheit eines Volkes. Aller Hochsinn hat seine letzten Wurzeln im mystischen Vezirk des „Reichs der Mütter". Alle Gesundung kommt nur aus der Heimkehr zu diesem Reiche. Eine feine Frauenführerin unserer Tage sagt: „Wer an den Fortschritt der Menschheit glaubt, muß an die Frau glauben." Wer die Schriften dieser Führerin und der besten ihrer Mitstreiterinnen kennt, weiß, daß sie alle die mütterliche Hrau meinen, auch die unvermählte, die berufstätige . Der Wahrheit dieses Satzes entsprechend, können wir sagen, daß unseres Volkes wahrer Aufstieg nur möglich wird aus dem Wiedererwachen des reinen Mütterlichkeitsgedankens.-- Muttersonntang ... Bei aller in ihm innewohnenden 3dyllik und edlen Gefühlsmächtigkeit gewinnt er aus solcher notwendigen Betrachtungsweise den Zug des Herben, Starken, ungeheuer Pflichtvollen, ja des Heroischen. So ihn zu nehmen, ist deutsche Art; denn es ist die — ganz von innen her. Wir wollen an diesen Tagen nicht mit Ge- fühlchen spielen und plötzlich überströmenden Zärtlichkeiten; wir wollen nicht haften bleiben am Blumen- und Geschenkdekorum, nein, wir wollen den herrlichsten der Symbolsvnntage mit heiligem Ernste erfüllen, grundhaft, wesenhaft. Denn zur Mutter sich Heimrufen, heißt, sich zum Wesen Heimrufen, sich besinnen auf des Lebens schöpferischen Strom, aus dem Mechanistischen der Zeit Heimfinden in das wahrhaft Organische, einmünden in den Weg echter Entwicklung, Heimkehr feiern zum Licht der Ehrfurcht und deS Wunders. — Keines Menschenreiches Blühen auf der Erde phne das Reich der Mütter! Muttersonntag, also grüßen wir dich und nehmen aus solcher Besinnung neuen Willen und neuen Mut, neue Kraft und auch neuen Trost ... Daten für Sonntag, 10. Mai Sonnenaufgang 4.44 Uhr, Sonnenuntergang 19.59 Uhr — Mondaufgang 2.44 Uhr, Monduntergang 11.58 Uhr. 1871: Friede von Frankfurt a. M.; Elsaß-Lothrin« gen fällt an Deutschland zurück; — 1885: der Dramatiker Fritz von Unruh in Koblenz geboren; — 1904: der Afrikareisende H. M. Stanley in London gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Ctadttheater: „Die 3ungfrau von Orleans", 15.45 bis 18.45 Uhr. — Iohann-Strauß-Konzert, 20 Uhr, Dolkshalle. — Dildungsverband der deutschen Buchdrucker: Ausstellung „Technik und Leistung im heutigen Buchdruck', 18 Uhr, Referat von Gewerbeoberlehrer Fischer, Nürnberg, 20 üfjr. — Freiwillige Gailsche Feuerwehr: Iahres« Hauptversammlung, 20.30 Uhr, Schipkapah. — G. D. A.: Monatsoersammlung, 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld. — Kavallerie-Verein: Monatsversammlung, 20 Uhr, Hessischer Hof. — I. Reichskurzschriftgesellschaft: Dereinsabend, 20.30 Uhr, Stadt Lich. — Reichsbund der Zivildienstberechtigten: Monatsversammlung, 20.30 Uhr, Aquarium. — Fünfziger 1879/1929: Fahnenübergabe, 21 Uhr. Cafe Leib. — Fünfziger 1881/1931: Fahnenüber» nähme, 20.30 Uhr, Cafe Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .^Grock". Ab 22.45 Uhr Nachtvorstellung „Lachendes Leben". — Astoria-Lichtspiele: „Die Falle am Crowton-Pah" und „Vier Federn". — Tageskalender f ü r S o n n t a g. Stabt» theater: „Die Welt in der man sich langweilt", 18.30 bis 21 Uhr. — Reichsverband Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer: Vortrag „Zeitgenössische Unterrichtsmusik für Klavier" von Professor Willi Rehberg (Mannheim), 11 Uhr, Großer Hörsaal der Univer- sität. — Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei: Deutscher Tag, 15 Uhr Werbeumzug, 17 Uhr Kund« gebuna in der Dolkshalle. — Heimatvereinigung „Schiffenberg": Hauptversammlung, 16 Uhr, auf dem Schiffenberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Kulturfilm-Frühvorstellung „Durchs bayrische Hochland, 11.15 Uhr. Zu den üblichen Zeiten: „Grock". — Astoria-Lichtspiele: „Die Falle am Crowton Paß" und „Vier Federn". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 15.45 Llhr Schüler- Vorstellung von Schillers „Jungfrau von Orleans", Spielleitung Intendant Dr. Prasch. Sonntag 18.30 Uhr Fremdenvorstellung; zum letzten Male gelangt das Lustspiel von Pailleron „Die Welt in der man sich langweilt" mit Frau Auguste Prasch-Grevenberg in der Rolle der Herzogin zur Aufführung. Spielleitung Peter Fcrssott. Ermäßigte Preise. — Dienstag, 12. Mai, 19 Uhr, letztes Gastspiel des Opernensembles des Hessischen Landestheaters Darmstadt mit der großen Oper „Carmen" von Dizet; Spielleitung Generalintendant Profellor Carl Ebert; musikalische Leitung Dr. Karl Böhm. — Mittwoch, 13. Mai, Erstausführung des Märchenspiels „Schwanenweiß" von Strindberg; Spielleitung Walter Bäuerle. Die Musik wurde von Kapellmeister Fritz Cuje zusammengestellt. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß das Märchenspiel „Schwanenweiß" nur im Mittwoch-Abonnement als einmalige Aufführung gegeben wird; dadurch wird den Abonnenten der anderen Tage Gelegenheit geboten, ihre Gutscheine einzulösen. Freitag, 15. Mai, bleibt das Theater geschlossen. — Deutsche Volkspartei. Nächsten Montagabend im „Hindenburg" Mitgliederversammlung mit Vortrag von Abg. Dr. Niepoth über „Die politische Lage". (Siehe heutige Anzeige.) — (Ein Lehrfilm über das Schneidern. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Frauenkultur und die Hausfrauenberatung Gießen zeigen am nächsten Mittwoch in den Palast-Lichtspielen (siehe heutige Anzeige) einen Kulturlehrfilm der Ufa. Der Film will einen Einblick in die Werkstatt der Mode geben und zeigen, wie die Schnitte hergestellt werden, wie man zuerst den Schnitt anprobiert, wie man zu- schneidet, die einzelnen Teile vernäht und anprobiert, kurz und gut, er zeigt die ganze Schneiderei. Großaufnahmen erläutern jede Einzelheit des Vorgangs. — Die Hausfrauenberatung Gießen veranstaltet am nächsten Dienstag eine Nachmittags- zusammenkunst, in der Frau Koeppe über „Rationalisierung des Haushalts" sprechen wird. Unterhaltende Darbietungen werden den Vortrag umrahmen. Näheres wird am Montag im Anzeigenteil bekanntgegeben. Gicsjcncr Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wo^henmavkt: Butter 140—150, Matte 30—35 Pf. das Pfund; Eier 9 Pf. das Stück; Käse 10 Stück 60—140 Pf.; Wirsing 20—40, Weißkraut 15—25, Rotkraut 25 bis 40, Gelbe Rüben 15—20, Rote Rüben 15—20, Spinat 20—25, Spargel 70—130, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 70—80, Zwiebeln 10—15, Meerrettich 30—60, Schwarzwurzeln 35—40, Rhabarber 20-25, Kartoffeln 5-6, Aepfel 40-50, Dörrobst 30—35, Honig 40—50, Nüsse 60—70 Junge Hähne 90—110, Suppenhühner 90—110 Pf. das Pfund; Tauben 70—80, Blumenkohl 40—70, Salat 20—25, Salatgurken 40—70, Ober-Kohlrabi, neue, 20—25, Lauch 5—15, Sellerie 10—50 Pf. das Stück; Rettich, neue, 20—25, Radieschen 15 bis 20 Pf. das Bund; Kartoffeln 4—5, Weißkraut 10—15, Wirsing 20—30, Rotkraut 20 bis 30 Mk. per Zentner. LU. Von der Londesuniversität. Dr. jur. Max Kaser, der sich für das Römische Recht und für vergleichendes bürgerliches Recht zu habilitieren wünscht, wird am Mittwoch, 13. Mai, 17 Uhr, in der kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung halten über „Die Rechtsstellung des unehelichen Kindes im geltenden und künftigen deutschen und österreichischen Recht". ** Die Museen und der Heidenturm siind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei ge» . wöhnlichen Preisen geöffnet. i "Maienblasen. Bei dem heutigen Maien-II blauen, das von dem Turme der Iohanneskircherl um 19 Uhr aus stattfindet, werden folgende» 'Stücke zu Gehör gebracht: 1. Sei Lob und Ehr'? *bem höchsten Gut; 2. Die Anrufung Gottes, I von E. Ruh; 3. Volkslied: „Wenns Mailüfterl weht." •• Di e Badeanstalten an der Lahn haben in diesem Jahre wieder eine bedeutende, Erweiterung und damit eine Verschönerung erfahren. Der Männerbadeverein hat mehrere Llmkleidehallen gebaut und eine Reihe Einzelzellen eingerichtet. Durch Abbruch alter Hallen wurde es ermöglicht, die Liegeplätze für Luft- und Sonnenbäder bedeutend zu erweitern und die ganze Anlage freundlicher auszugestatten. — Die Mulle rsche Badeanstalt hat ihre Anlagen ebenfalls bedeutend erweitert und verschönert; es stehen den Besuchern 270 Einzelzellen und 16 Llmkleidehallen zur Verfügung. Neu ist die Errichtung von Ctagenzellen, aus deren vorliegenden Veranden der Ausblick über die Llm-- gebung ermöglicht wird. Alles in allem genommen hat Gießen in den beiden Lahnbädern Anstalten, die allen Ansprüchen genügen, als mustergültig selbst für großstädtische Anlagen zu bezeichnen und jedem Massenbesuch gewachsen sind. Hoffentlich ist ein sonniger Sommer den Bade- lustigen beschieden, damit den Badeanstalten auch ein den aufgewendeten Kosten entsprechender Erfolg gesichert ist. " „Die Llniversitätsstadt Gießen". Unter diesem Titel hat der Verkehrs- und Dcr- schönerungsverein jetzt auch einen kleinen Führer herausgebracht, der in gedrängter und sehr übersichtlicher Form das Wesentlichste über die Stadt Gießen und ihre nähere Umgebung bringt. Der Führer weist vor allem auf die Universität, auf Theater und Museen, auf Industrie und Unterkunftsverhältnisse hin und gibt dem Fremden die Möglichkeit, sich ohne großen Zeitaufwand über die Stadt zu informieren. Außerdem bringt er einige Bilder, die charakteristische Baulichkeiten imb das landschaftlich Reizvollste der nächsten Umgebung wiedergeben. Eine klare Skizze gestattet dem Reisenden eine Uebersicht über die verkehrspvlitische Lage der Stadt zu gewinnen. Die Ausstattung des handlichen Führers, der ein einziges, in sich gefaltetes Blatt darstellt, ist schlicht, wirkungsvoll und zweckmäßig. Saubere Drucklegung gereicht dem Führer zu weiterem Vorteil. Als ganzes gewertet, darf man sagen, daß der kleinen Druckschrift eine besondere Note zuzusprechen ist. Der Führer ist in einer Auflage von 20 000 Stück erschienen. Dein Verkehrs» und Derschönerungsverein gebührt für die Schaffung dieses neuen Werbemittels eine besondere Anerkennung. ** Buchdrucker-Bildungstag in Gießen. Heute, 18 Uhr, wird im Saale des Gewerkschaftshauses, Schanzenstraße, eine Ausstellung „Technik und Leistung im heutigen Buchdruck" eröffnet durch Gewerbeoberlehrer Gottlieb Fischer, Leiter des Nürnberger Buchgewerbesaales. " Deutscher Tag der NSDAP. Man schreibt uns: Bei der am Sonntag, 10. Mai statt- findenden Kundgebung der Standarte 116 der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sprechen in der Dolkshalle General Ritter von Epp, München; Josef Wagner, Bochum, M. d. R., Gauleiter des Ruhrgebietes; Reichswehroberleutnant a. D. Weihrauch, Lllm. 14.30 Llhr sammelt sich die gesamte SA. auf dem Trieb zu einem Werbemarsch durch folgende Straßen der Stadt: Kaiserallee, Moltkestraße, Senckenbergstraste, Landgraf-Philipp-Platz, Landgrafenstraste, Ostanlage, Marburger Straße, Steinstraße, Nordanlage, Neustadt, Kaplansgasse, Seltersweg, Südanlage, Gartenstrahe, Kaiserallee zur Dolkshalle. (Siehe heutige Anzeige.) •* D i e Berufsausbildung der Kriegerwaisen gesichert. Die Kriegerkameradschaft „Hassia", Derband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, teilt mit: Die am 2. April vom Reichsarbcitsminister auf Deranlas- sung des Reichsfinanzministers verfügte Sperre über alle den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen in Form von Beihilfen, Zulagen und Linierstützungen zu bewilligenden Bezüge hatte sich wegen des Fortfalls der Erziehungsbeihilfe und ähnlicher Bezüge besonders hart und störend auf die Berufsausbildung der Kriegerwaisen und der Kinder Kriegsbeschädigter ausgewirkt und daher große Beunruhigung hervorgerufen. Der Derband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser", der im Reichsarbeitsministerium ernste Dorstellungen erhoben, kann nunmehr die Mitteilung machen, daß die Sperre rückwirkend vom 1. April d. I. insoweit aufgehoben worden ist, als die Erziehungsbeihilfen, wie auch die Kinderzulagpn über das 18. Lebensjahr hinaus unter den bisherigen Doraussehun- gen uneingeschränkt weiterbewilligt werden können. ^'Tätige Reue. In den von Steuersyndikus Hermann Will zu Gießen heraus gegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 9) lesen wir: Wer unrichtige oder unvollständige Angaben bei der Steuerbehörde berichtigt oder ergänzt, ohne dazu durch eine unmittelbare Gefahr der Entdeckung veranlaßt zu sein und bevor er angezeigt oder eine Untersuchung gegen ihn eingeleitel ist, bleibt nach § 374 der Reichsabgabenordnung straffrei. Der 2. Strafsenat des Reichsgerichts führt dazu in einem Urteil vom 4. £r:- zember 1930 — 2. D. 814/30 — aus, daß die Gewährung der Straffreiheit stets ausgeschlossen ist, wenn die Steuerbehörde.den Steuerpflichtigen bereits wegen Steuerhinterziehung verfolgte, auch wenn der Steuerpflichtige seine Angaben berichtigt hat, ohne Kenntnis von dem gegen ihn schwebenden Strafverfahren zu haben. ** (Einbruch in ein Raiffsisenlager. In der Nacht zum Freitag wurde in Maibach (Kreis Friedberg) in das dortige Lager der Raiff- eisengenofsenschaft eingebrochen. Gestohlen wurden landwirtschaftliche Produkte der verschiedensten Art. Die Landeskriminalpolizeistelle Gießen und die zuständige Gendarmerie ermittelten einen ortsansässigen Mann als Täter. ** GefundeneSachen. Das Verzeichnis über die im Monat April gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbureau während der Dienststunden geltend zu machen. " Opel-La st wagen-Karawane. Die Adam Opel AG. hat, wie man uns mitteilt, in diesem Jahr als Auftakt für das beginnende Last- Wagen-Saison-Geschäft eine großzügig angelegte Karawanen-Campagne organisiert. In. 27 verschiedenen deutschen Großstädten werden „Flie- gende Lastwagen-Ausstellungen", sog. „Karawanen" zusammengestellt. Eine der von Rüsselsheim startenden Karawanen wird am Nlontag, 11. Mai, in unserer Stadt auf dem Drandplatz eintreffen und dort Aufstellung nehmen. Inter- esienten seien daraus besonders hingewiesen. (Siehe heutige Anzeige.) Oberheffen. Landkreis Gießen. -/- L i ch, 8. Mai. Linser auf dem hohen Dache der Marienstistskirche befindliches S t o r ch n e st war in diesen Tagen das Angriffszielmehrerer Storchenpaare. Nachdem die Dor- gefechte bereits am Sonntag begonnen hatten, kam es am Montag und Mittwoch zur Hauptschlacht. Alle Angriffe wurden jedoch von den Inhabern des Nestes unter großem Geklapper abgeschlagen. Leider kam jedoch ein bereit- zur Welt gekommenes Jungtier in dem Gefecht ums Leben und wurde am Donnerstag- mvrgen hinter der Kirche tot aufgefunden. -o- Ober-Bessingen, 8. Mai. Dieser Tag« wurde der Gemeinderechner Heinrich Rühl unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Der Entschlafene verwaltete 19 Jahre lang die Aemter des Steueruntererhebers, deS Gemeinde-, Krankenkasien- und Kirchenrechners mit großer Zuverläsiigkeit und Treue. — Durch das Gewitter, das in der Nacht zum Donnerstag über unserer Gegend tobte, wurde einiger Schaden angc-richtet. Der Lehrer Jakob wurde der Fernsprecher zerstört, ebenso bei der Hilfssteele zu Ober-Bessingen und bei Gastwirt Steuernagel zu Nieder-Dessingen. Kalte Schläge trafen die Holzschneiderei Rinker und die Metzgerei Rücker, beide in Nonnenvoth, ohne jedoch wesentlichen Schaden anzurichten. Zugleich ging im nahen Wetterfeld ein Wolkenbruch nieder. der die Wetter in einen reißenden Fluh verwandelte. Kreis Friedberg. 2$. Dad-R auheim, 8. Mai. Im Alter von 76 Jahren ist hier Herr Wilhelm W a l l - mann gestorben. Er war über ein Dierteljohr- hundert Geschäftsführer der Derkehrskommission und hat sich als solcher große Derdienste um die Förderung des Verkehrs wesens erworben. Auch im Hessischen Derkehrsverband und im Derkehrsbund Oberhessen war seine Mitarbeit sehr geschäht. Kreis Büdingen. r Bad Salzhausen, 8. Mai. Der K u r - undBadebetrieb hat hier wieder begonnen. Der Besuch des Bades ist befriedigend. DaS Kriegsblindenheim ist bereits mit etwa 40 Gästen beseht. Am Tage der Eröffnung des Badehauses konnten 21 Bäder verabreicht werden. r Nidda, 8. Mai. Das Anwesen des Gastwirts Bender in Bad Salzhausen, das gestern durch das Amtsgericht Nidda zwangsweise versteigert wurde, ging zum Preise von 13000 Mark an die Niddaer Dank AG. über. Kreis Scholten. □ Laubach, 8. Mai. Am Mittwochabend versuchten zwei Diebe in dem hinter dem Schlohgarten liegenden L a n d h e i m einzubre- chen. Die Täter, die offenbar annahmen, da« Landheim sei noch nicht bewohnt, wurden von Hausbewohnern bemerkt, konnten jedoch unerkannt entkommen. Preußen. Kreis Wetzlar. t Launsbach, 7. Mai. In der jüngsten Ge« meinderatssitzung wurde der bisherige Gemeinde« oorsteherstellvertreter Wilhelm B e ch t h o l d zum Gemeindevorsteher gewählt. Die Wahl des Flurhüters fiel auf Philipp Pfaff. △ Hörnsheim, 8. Mai. Die Wasserleitungsarbeiten in der hiesigen Gemeinde sind nunmehr soweit hergestellt, daß die Einweihung der Wasserleitung, das sog. „Wasserfest", am Samstag, 16. Mai, stattfinden kann. ZDornholzhausen,8. Mai. In seiner jüngsten Sitzung beschloß der Gemeinderat, zur Bestreitung der restlichen Kosten für die Innen- renooierung der Kirche bei der Äreissparkasse in Wetzlar eine Anleihe von 1000 Mark aufzu« nehmen und an die Kirchengemeinde auszuzahlen. Weiter soll zur Bezahlung der Re st ko st en für die neuangeschaffte Orgel bei dem Atz- badjer Geistlichen-Stift in Wetzlar eine Anleihe von 3000 Mark ausgenommen werden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Jl. S. Der jüngste zweipro^entige Mietaufschlag wird selbstverständlich von der Grundlage der F r i e« bensmiete aus berechnet. ü. S. Auskünfte über die Güte von Firmen erteilen wir grundsätzlich nicht. Wenden Sie sich an ein Auskunftsbureau. Künstliche Augen Naturgetreue Anfertigung R Ad.Müller Söhne. Wiesbaden Gleiten, Univ.-Außenklinik, Friedrichstraße, vom 19. bis 21. Mai. 325) v Das AUTOMOBIL in der Kleinwagenpreisklasse Weil Opel dreimal so viel Automobile baut und verkauft wie jede andere Fabrik in Deutschland, kann Opel mit seinem 1,1 Ltr. Wagen ein wirkliches Automobil liefern. Dieser Vierzylinder ist so geräumig, so gediegen in seiner Ausführung und so elegant in seiner Ausstattung wie kein anderer Wagen zu annähernd ähnlichem Preis. Viele Opelwagen haben mehr als 500000 km zur voll- OPEL 1,1 LITE R 4 ZYLINDER ~ Hohe Qualität sten Zufriedenheit ihrer Besitzer zurückgelegt. 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Laval wollte mit dem Satze: „Solange es in der Welt Millionen von Menschen ohne Arbeit und in Elend gäbe, bleibe der Frieden unsicher und die alte Zivilisation allen Gefahren ausgesetzt, Frankreichs Bereitwilligkeit an den internationalen Bemühungen zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise mitzuarbeiten, nachdrücklich unterstreichen. Damit setzte er zugleich das französische Aktionsprogramm in das rechte Licht, und gab denn, was für uns an der Bede das wichtigste ist, den stärksten (Nachdruck: d i e glatte Ablehnung des deutsch-österreichischen Dorstoßes auf eine Zollunion. Die Gegner Driands haben gehofft, aus diesem deutsch-österreichischen Borstoß Driand selbst einen Strick drehen zu können. Die Sache ist umgekehrt gelaufen. Mit dem großen parlaments-taktischen Geschick, das Driand auszeichnet, hat er dieses Manöver vereitelt. Er hat die Kammer zur außenpolitischen Debatte, zur offenen Stellungnahme gezwungen, und sein Erfolg dabei ist zugleich die gute Dorbereitung für die Präsidentenwahl am 13. Mai, für die er sich ganz offenbar als Kandidat stellen will. Was nun später auch komme, ob Driand, wenn er Präsident der Republik ist, europäische Friedenspolitik macht oder nicht, darüber Erwägungen anzustellen, hat jetzt keinen Sinn. Denn ohne Zweifel wird er, auch wenn er nicht bei der Genfer Ratstagung im Mai anwesend ist, jetzt seinen Einfluß und feine Fähigkeiten gegen das deutsch-österreichische Projekt einsehen. Darüber soll man sich gar leinen Täuschungen hingeben! Frankreich, sein jetziger und sein künftiger Staatspräsident, sein jetziger und sein künftiger Ministerpräsident, sein jetziger und sein künftiger Außenminister — sie werden das Aeu- ßerste tun, um durch ein französisch bestimmtes Europa-Projekt den deutsch-österreichischen Dorstoß zu ersticken. Das ist im Augenblick das Allerwichtigste für uns und die Schwierigkeiten, die infolgedessen in der nächsten Woche vor dem deutschen Vertreter in Genf stehen werden, sind außerordentlich groß. Ob der Boden mit allen Mitteln, die zur Verfügung standen, wohl vorbereitet ist — wir wissen es nicht, aber wir hoffen es. Denn — es muß noch einmal wiederholt werden — man gebe sich keiner Täuschung darüber hin: die Position von Dr. Cur- tius in Genf wird ganz außerordentlich schwierig fein! Die Flottengespräche zwischen Frankreich, Italien und England sind mindestens ins Stocken geraten. Fest steht, daß das Flotten- kompromih, das schon fertig zu fein schien, vor der Genfer Tagung nicht gesichert ist. Auch dafür ist natürlich der Ausgang der französischen Präsidentschaftswahl am 13. Mai wichtig. Aber die Hauptsache ist es nicht. Wichtiger ist, daß der italienische und der französische Standpunkt sich eben nicht haben vereinigen lassen. 3m Verlauf der Gespräche ist der Standpunkt Frankreichs wieder härter geworden, das Ganze immer mehr wieder in die Sphäre der rein politischen und nicht der technisch-maritimen Gespräche gerückt worden. Diese Lage, also diese Aichtverständi- gung der drei größten europäischen Seemächte wird daher auch ihre Schatten auf die Etel- Werkspionage. Von Friedrich Arenhövcl. Eine von denen, die kürzlich beim Werkspionage- iienft für eine auswärtige Wirtschaftsmachi verhaftet wurden, ist Juliane Weber. Sie ist 26 Jahre alt. Es wird für sie von großer Bedeutung sein, wie das Gericht ihre Liebeshörigkeit zu ihrem Verlobten, Konrad Henke, als strafmildernd betrachten wird. Der lange vorbereitete Anschlag auf die Geheimnisse eines der größten Werke Deutschlands geschah folgendermaßen: Um 13 Uhr reißt Professor Becker feine Tür auf, um zum Essen zu gehen. Juliane Weber hat vor einer halben Stunde eine günstige Gelegenheit benutzt, um das Schlüsselbund Beckers unbemerkt auf den Teppich fallen zu lassen, und es mit der Fußspitze unter den Schreibtisch des Chefs zu schieben. Nun, da der Professor mit feinen kurzen, energischen Schritten an ihr vorüberstampft, ohne den Vertust der Schlüssel bemerkt zu haben, empfindet Juliane Weber einen angstvollen Triumph. Als die Tür hinter ihm zuschnappt, finken die schwellenden Blutströme, die ihr Gesicht gerötet haben, jäh zurück. Gleich darauf verläßt auch die Stenotypistin Hedwig Soltau den Raum, um in die Kantine zu gehen. Nun ist Juliane Weber allein. Die Stunde, auf die sie feit sechs Monaten Tag für Tag in angstvoller Spannung gewartet hat, ist gekommen. Eine Weile lauscht sie noch den Schritten der Angestellten der anderen Abteilungen, die über den Flur wandern. Dann ist es ganz still. Nur in ihrer Brust dröhnt das Herz in schweren Schlägen, und in ihren Ohren schwingt ein hohes Singen des Blutdruckes. Wieder überströmt sie eine glühende Welle. Jetzt ist <5 Scham, die sie plötzlich überfällt. Schon das ist men aus dem Erneue- Mamgebiet, Torttag 18.45: EfperontoturS. i io 45- Die Lornedran , 23 bis 24: Zigeuner- 14. Ulat tr jtss^S'' WW 15,1„'l d-z Jundslin!' °Ä 1930: .Unfc« ürtb* «n hefer-r 8 bringt ^ sic r von 18.1! lcanE^Ä 2!ie!« . erund^WE lullte von g. 19-45, 2ani< 16. Wi- . »gnzcrl Mr-I Kriege Stunde. k,„,orche^^ eresANS^L «M. M S »Ä# Vff«" von 44 214 Mark im Vorjahre auf 17 990 Mark für 1931 gesenkt werden. Das Städtische G a s w e r k das im Vorjahre 240 000 Mark als Betriebsüberschuß an die Stadtkasse obzuführen hatte soll im Jahre 1931 einen Betriebs- Überschuß von 222 370 Mark abliefern, wozu ferner noch 30 000 Mark als Finanzzuschlag zu den Gas- preisen hinzukommen, so daß die Stadtkasse vom Gaswerk insgesamt 252 370 Mark, gegen 240 000 Mark im Vorjahre beziehen soll. Auch bei diesem Werk treten für Gehälter und Löhne ansehnliche Abschläge in Erscheinung, daneben sind die Kosten für Kapitalzinsen und Schuldentilgung von 14 855 Mark auf 3090 Mark gesenkt worden; diese Minderung ist ebenfalls darauf zurückzuführen, daß jetzt nur für 1931 die Zinsentilgungsbeträge erscheinen, während sie im vorigen Jahre für fünf Jahre zusammen enthalten waren. Der Erneuerungsstock ist von 30 800- Mark im Vorjahre auf 58 103 Mark angewachsen, wobei allerdings beachtet werden muß, daß darin ein Betrag von 31 500 Mark, gegen 30 800 Mark im Vorjahre, als Zinsen vom Erneuerungsstock mit enthalten ist. Für Steuern, Kanalgebühren und Versicherungsbeiträge sind für 1931 insgesamt 25 200 Mark, gegen 40 000 Mark im Vorjahre, vor. gesehen. Vom Städtischen Wasserwerk wird für 1931 ein Betriebsüberschuß in Höhe von 240 500 Mark, gegen 157 706 Mark im Vorjahre, erwartet. Diese erhebliche Steigerung des Betrages zugunsten der Stadtkasse ist vor allem auf die Erhöhung des Wossergeldes zurückzuführen, durch die bei gleicher Liefermenge an Private, wie im Vorjahre, eine Einnahme vdn 404 650 Mark, gegen 345 500 Mark im Vorjahre erwartet wird. Neben der Kostensenkung an Gehältern, Löhnen und Materialien tritt auch bei diesem Haushaltsplan, aus den gleichen Gründen wie bei den anderen Voranschlägen, eine ansehnliche Minderung des Dienstes für Kapitalzinsen und Schuldentilgung in Erscheinung^ nämlich von 47 968 Mark im Vorjahre auf 9921 Mark im neuen Wirtschaftsjahre. Der Erneuerungsstock ist einschließlich der Zinsen mit 62 463 Mark, gegen 42 193 Mark im Vorjahre, verzeichnet. Vom Etat des S ch l a ch t h o f s sind neben den Einsparungen an Gehältern und Löhnen vor allem 3000 Mark Abstrich beim Wasserbedarf, nämlich von 9000 Mark im Vorjahr auf 6000 Mark im neuen Jahre, und 2500 Mark Ersparnis bei der baulichen Unterhaltung der Anlage (7500 Mark im Vorjahre, 5000 Mark für das neue Jahr) zu erwähnen. An den Erneuerungsstock sollen 18 065 Mark, gegen 19 350 Mark im Vorjahre, abgeführt werden. Bei der Fleischbeschau sind die Kosten für Vertretung in der amtlichen Fleischbeschau von 1500 Mark im Vorjahre auf 500 Mark gesenkt worden, bei den Kosten der bakteriologischen Untersuchung von beanstandeten Tieren ist eine Ersparnis von 200 Mark, nämlich von 1200 auf 1000 Mark, vorgesehen. Bei den Märkten hat man die Kosten für Unterhaltung und Reinigung der Vieh- und Pferdemarktplätze usw. von 7500 Mark im Vorjahr auf 7000 Mark ermäßigt und den Zuschuß zur Unter- stützung der Pferdemärkte von 1500 Mark im Vorjahre auf 1350 Mark gekürzt. Auf der Einnahmeseite ist das veranschlagte Standgeld im Gesamtbetrag von 18 000 Mark im Vorjahre auf 22 000 Mark erhöht worden. Im Titel „W a a g a n st a l t e n" stand die Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und Köroerschaftssteuer im Vorjahre mit 4500 Mark veranschlagt, für das neue Jahr sind 4000 Mark vorgesehen; die Rückvergütungen an Großverwieger waren im vorigen Jahre mit 2500 Mark veranschlagt, für das neue Jahr sind nur 2100 Mark in Ausgabe gestellt; für die Unterhaltung der Waage auf dem Seltersberg sind die Kosten von 1100 Mark im Vorjahr auf 150 Mark im neuen Jahre gesenkt worden. Im Haushalt der Friedhöfe ist besonders zu vermerken, daß an Kosten für die bauliche Unter- Haltung der Gebäude auf dem Alten Friedhof statt 1500 Mark im Vorjahre jetzt nur 1250 Mark, für die Gebäudeunterhaltung auf dem Neuen Friedhof statt 2500 Mark nur 2000 Mark vorgesehen sind. Die Unterhaltung der Wege, Anlagen und Baum- pflanzungen auf dem Alten Friedhof, die im vorigen Jahre mit 6000 Mark veranschlagt war, steht im neuen Haushalt mit 5750 Mark vermerkt. Die Kosten für die gleichen Zwecke auf dem Neuen Friedhof hat man von 14 500 Mark im Vorjahr auf 10 500 Mark herabgesetzt. Für die Herstellung von Einfassungsgräbern waren im vorigen Jahre 2000 Mark in Ansatz gebracht, in diesem Jahre nur 500 Mark. Tine Ausgabe von 8000 Mark, die im vorigen Jahre für die Anlage weiterer Gräberfelder in Rechnung gestellt war, fällt im neuen Jahre völlig fort. Der Zuschuß zu den Friedhofskosten, der im vorigen Jahre 27 087 Mark ausmachte, beläuft sich im neuen Jahre nur noch auf 11 464 Mark. Bei den Feuerlöschan st a l t e n war es möglich, den Zuschuß von 34 933 Mark im Vorjahre auf 27 726 Mark im neuen Haushaltsjahre zu ermäßigen. Dieses Ziel wurde erreicht durch Abstriche an den Besoldungen, durch Ermäßigung der Ausgaben für Heizung und Beleuchtung im Turmhaus und auf der Brandwache von 2800 Mark im Vorjahre auf 2500 Mark einerseits, ferner durch Erhöhung des Zuschusses aus der Brandversicherungskasse von 5000 Mark im Vorjahre auf 10 000 Mark für 1931. Kirche und Schule. Gupenntendentur-Konferenz der evang. Geistlichen Oberhessens. 3m Johannessaal zu Gießen trat am Mittwoch die Superintendentur-Konferenz unter dem Vorsitz von Oberkirchenrat D. Wagner zusammen. Dekan Dr. II n v e r z a.g t, Alsfeld, eröffnete mit Schriftlesung und Gebet. 3n üblicher Weise wurde zunächst das Andenken der aus dem Leben geschiedenen Amtsbrüder geehrt. Die Ausführungen des Superintendenten galten der gegenwärtigen Lage unseres Volkes und unserer Kirche, den Verhandlungen des Landeskirchentags, besonders dem neuen Gesetz über die kirchlichen Ordnungen. 3n den Vorstand der Pfarrtöchterkasse wurde an Stelle des verstorbenen Landeskirchenrats VernE>ed Dekan® ufern a n n, Kirchberg, gewählt, zu dessen Stellvertreter Dekan Engel, Obbornhofen. Dem Vortrag von Pfarrer Weifegerber, Vingenheim: „Die Kirche der Gegenwart im Abwehrkampf" lagen u. a. folgende Gedanken zugrunde: das Thema stellt vor die ernste, entscheidungsvolle Frage, wie „die Kirche der Gegenwart" sich der ihr Dasein bedrohenden, feindlichen Mächte erwehren kann und soll. Jeder Versuch, zu einer irgendwie fruchtbringenden Beantwortung dieser Frage zu gelangen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, wenn er nicht ausgeht von einer klaren Besinnung auf Wesen, Zweck und Ziel der Kirche. Cs ist fest- zusteUen, dafe der Glaube an die Kirche als der aus dem Evangelium und aus dem Geiste Christi fliehenden Lebensgemeinschaft in dem religiösen Bewufetsein der übergroßen Mehrheit der Kirchenglieder unlebendig ist. Das kirchliche Handeln hat sich sehr viel mehr, als es bisher zu geschehen pflegt, darum zu bemühen, dafe dieser Glaube als ein unentbehrlicher Bestandteil des christlichen Glaubens überhaupt erkannt wird. Alles Kämpfen der Kirche mufe als ein Dienen erfafet werden, in dem doppelten Sinn: die wahren Werte der Vergangenheit zu hüten und das aufbrechende Aeue im christlichen Sinne zu pflegen. Die Kirche entfaltet zur Zeit eine umfangreiche Tätigkeit zur Abwehr der gegnerischen Mächte. 3n Wort und Schrift, in Vorträgen, Vereinen, Versammlungen, Tagungen; in der Presse, in Flugblättern, Schriften und Büchern wird die Kirche gegen die Angriffe verteidigt, die Haltlosigkeit dieser Angriffe aufgewiesen und das wahre Wesen der Angreifenden ins richtige Licht gestellt. Die beste und im Grunde allein ertolgverheifeende Abwehr ist der Aufbau einer lebendigen Kirche. Dabei ist von der Gemeinde auszugehen. Der mit lebhaftem BeifaN aufgenommene Vortrag löste eine rege Aussprache aus. Oer Sternhimmel im Mai. Die große Wandlung vorn Winter- zum Sommersternhimmel hat sich bereits im April vollzogen. Die spärlichen Veste der Wintersternbilder wie das Sternbild der Zwillinge oder auch der kleine Hund Prokyon, die sich noch im Westen finden, können den im allgemeinen sommerlichen Eindruck des Sternhimmels nicht ändern. Auch die Dauer der Sichtbarkeit der großen äußeren Wandelsterne, die dort im Westen nats noch etwa zweieinhalb Stunden lang sichtbar bleibt. Er erstrahlt freilich nicht Heller als ein Stern erster Größe, doch unterscheidet ihn das Fehlen des Glitzerns und Funkelns von den Fixsternen. Was die übrigen Wandelsterne anlangt, so ist die Venus als Morgenstern sichtbar, freilich nur ein paar Minuten vor Sonnenaufgang. Der sonnenfernste der mit bloßem Auge sichtbaren Wandelsterne, der Saturn, verschiebt STERNBILDER: jo. STABEN inne ^Mars ($)Jupiter ‘^»Saturn J)1. Viertel (t) Vollmond d letztes Viertel •t . Cl. Sterne: . Kleine Buch- staben v \\ • \\ Der die 24 Stundenzahlen von Mitter•« nacht bis Mitternacht eines Tages ent• haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest» stehend zu denken. Der Sternhimmel dreh» sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt, Der eingezeichnete Horizont umrahm» die zu der Stunde, auf die der gerate Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht» baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo» natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be» obachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne ir* den nicht mitzudrehenden Horizont hin» eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo» natsmitte ist der getade Pfeil V$ Stundo früher, für je 5 Tage nach der Monats» mitte '/» Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun» gen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt teigt. stehen, nämlich des Jupiter und des Mars, nimmt schnell ab. Jupiter — im Sternbild der Zwillinge stehend und gegen Anfang des Monats noch etwa vier Stunden sichtbar — kann gegen Ende nur noch etwa anderthalb Stunde gesehen werden. Er ist alsdann kaum noch heUer als der Sirius, und nur weil dieser nicht sichtbar ist. der noch immer hellste Stern des Abend- Himmels. Etwas erfolgreicher in seiner schnellen Flucht vor der Sonne ist der links vom Jupiter stehende rötliche Mars, der sich dem Sternbild des Löwen nähert und auch am Ende des Mo- sich langsam vom Morgen- auf den Abendhimmel. Er geht Ende des Monats schon vor Mitternacht auf und wird sichtbar, ehe der Mars verschwunden ist, so daß wir nie ohne Wandelsterne sind. Vom Mond sei erwähnt, daß wir in diesem Monat zweimal Vollmond haben, nämlich am 2. und am 31. Der Vollmond am 31. ist ganz besonders kurz sichtbar, er steht nur sehr wenig mehr als sechs Stunden über dem Horizont, da er nach Sonnenuntergang aus- und vor Sonnenaufgang untergeht. EINHEITS PACKUNG 50s GROSSPACKUNG MK1-50 Statt Karten! Statt Karten! vr.med.HugoSchll'erbach Reiskirchen (Kr. Gießen) Mai 1931 Gießen Gießen Mai 1931 Worms 3267 D 3267 D Gießen Bad-Nauheim Äad-Nauheim, den 10. Mai 1931 Oer Vorstand. 02763 MlM'WMM 1836 02749 Ileuanmeldungen werden entgegen« 02743 Oer Vorstand. genommen. 3258 D Ihre Vermählung geben bekannt Kartenvorverkaut in der Gefchättsftelle, Seltersweg 50. 02786 Lang-Göns, den 9. Mai 1931 Eintritt: Mitglieder 02719 Teppiche Vermählte Gießen, am 9. Mai 1931 02776 Benutzen Sie diese günstige Gelegenheit! Einige Beispiele: 760 3272 D 695 Mk. 895 Mk. Der Bettelstudent 3214 C mit Trus van Alten, Fritz Schulz, H. H. Bollmann Hierdurch beehre ich mich, die Verlobung meiner Tochter Hedwig mit Herrn Dr. med. Hug 0 Schlierbach anzuzelgen Eine Partie Teppiche-Ausverkaufsmuster, tadellose, fehlerfreie Ware - ganz besonders preiswert Willi Beppler, Zahnarzt und Frau Ottilie, geb. Wentzel Oie Verlobung ihrer Tochter Lizzie mit Herrn Frih paStoe beehren sich anzuzeigen Lizzie Vlankenhohn Fritz Pascoe Verlobte Lisa Textor Karl Noll Verlobte Wir beehren uns, die Verlobung unserer Tochter Glöbeth mit Herrn Gerichtsaffesior Friß Heinrichs anzuzeigen Oberstudiendirektor i. R. Dr. Heinrich Schnell und Frau, geb. Kern sind infolge des großen Preisabbaues jetzt sehr billig! Fritz Heinrichs Gerichtsasseffor Zean Vlankenhohn und Frau Anna, geb. v. Velsen Heinrich Hochstätter Verkauf Brandplatz 1 ♦ Ausstellung Kreuzplatz 1. 3280 A Täglich mittags und abends Künstler-Konzert Meine Verlobung mit Fräulein Hedwig Heinrichs gebe ich bekannt Alfred Schwarz Käthe Schwarz, geb. Rlchtberg Meine Verlobung mit Fräulein Elsbeth Schnell gebe ich bekannt Anna Heinrichs,geb.Wagner Pfarrerswitwe Ihre Verlobung geben bekannt Maria Schäfer Zusius Graeser beid. Vereine 30Pf. i . , , Gäste.....75 Pf. I Hausfrauenberatung Gießen Für die uns aus Anlaß unserer Vermählung in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir auf diesem Wege recht herzlichen Dank Hermann Fung und Frau Erna, geb. Fung Klein-Linden, den 9. Mai 1931 Ein Tonfilm aus dem Leben des weltberühmten Artisten Da sich Grock von der Bühne zurückgezogen hat, bleibt nur noch die einzige Möglichkeit, den größten Künstler im Tonfilm zu sehen und zu hören Deshalb muß jeder kommen Ab Montag 11. Mai: Die neue Tonfilmoperette eingetr. Verein / Lahnstrabe 16 Unsere Anstalt, umfassend Lahn-, Licht-, Luft-, Sonnen- und Familienbäder ist eröffn«! Herrenzimmer Afrik. Birnbaum. Bücherschrank 2 m Bei Blutarmut oder Schwächezuständen ist Köstritzer Schwarzbier infolge seines hohen Gehalles an wertvollen Bestandteilen ein ausgezeichnetes Stärkungsmittel. Es wirkt anregend auf das Allgemeinbefinden und auf den Appetit. 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Sie wird zur Erbauung der Sperrmauer gebraucht. über Giebel, Däume, Türme: unter Spihbogen- toren schwatzen Litzbespärchen. „Mondschein über Giebeldächern 3n alter deutscher Stadt — 3ch weih nicht, warum der Anblick Mich stets so ergriffen bat?“ 3m lachenden Sonnenschein am nächsten Morgen liegt die uralte Stadt wie ein malerisches Steinbilderbuch innerhalb der turmgespickten Stadtmauer. Malerische Giebelhäuser um den bunten Drunnenroland am Markt. Gotische Zwillingshäuser mit grauen Treppengiebeln an der Heddamarstrahe. Heddarnar — klingt das nicht altgermanisch? Hochzeitshaus, Münze, Kurien — heute bürgerlichen Zwecken dienstbar gemachte Kulturrequisiten einer altdeutschen Stadt. Der edle romanische Dom beherrscht das Stadtbild. Weit im Umkreis stehen noch Fritzlars Wehr- tüme aus verschollener Zeit. Eine halbe Stunde Kleinbahnfahrt insWaldeck- sche hinüber (das ja nun Preußen einverleibt ist) nach Dad Wildungen. 3n einem romantischen Kranz schön geschwungener Waldberge ist Stadt und Dad hoch gelegen. Die Altstadt burggefrönt, altertümlich, behäbige Giebelhäusergassen mit buntbemaltem Fachwerk. Die Stadtkirche birgt Meisterwerke edler Kirchenkunst. Auf der langgestreckten Drunnenstraße kommt man inS „Dad". Pensionsvillen in Gärten, Hotelpaläste strahen- weit eines neben dem anderen. Tiefgelegen der stein eines der hessischen Landschaftswunder: ein roter See. Dann kommt man bei Witzenh au- s e n, dem Kirschblütenparadies, ins liebliche Tal der Werra mit seinen Bergen, Burgen uni> Kleinstadtkleinodien. Hier geht die Fahrt durchs Kurhessenland zu Ende... Reiseliteratur. — Der diesjährige allgemeine Führer durch die deutschen Nordseebäder ist erschienen. Voran steht eine kurze eindringliche Darstellung der Heilkraft der Nordsee. Die Einleitung unterrichtet über Auskunftsstätten und allgemeine Einrichtungen und gibt Ratschläge für die Reise. Sodann gibt jedes Bad auf einer Seite das Wichtigste mit kurzen Worten an. Näheres enthalten die Sonderführer. Die 22 Bilder sind diesmal am Schluß zufammen- gestellt. - - Das Westerländer Bilderbuch 19 31 ist als einer der ersten diesjährigen See- bäder-Prospekte soeben erschienen. Die neue Schrift ist wieder ein kleines typographisches und stilistisches Kunstwerk, dem an äußerer Schönheit und Zweckmäßigkeit des 3nhaltes nur wenige andere Werbeschriften ^leichkommen. Die Reuerscheinung wird sicherlich dazu beitragen, die Zahl der Freunde unseres größten Rordsee- bades noch zu erhöhen. eine schone Stunde. Reisewinke. Geiellschastüfahrten zu Pfingsten. Mit Rücksicht auf die besonderen Zeitumstände wird die Reichsbahn erstmalig zu Pfingsten 1931 das bisherige Verfahren. Gesellschaftssahrten an den hohen Festtagen zu sperren, lockern. Die Reichsbahn- direktionen sind ermächtigt, die Ermäßigung für Gesellschaftssahrten unter folgenden einschränkenden Bedingungen zu genehmigen: Die Gesellschaftssahrten deren höchst zulässige Teilneh- inerzahl auf 30 Personen festgesetzt ist, sollen bis Dienstag, 19. Mai, angcmeldet sein. Geschlossene Unterbringung der Teilnehmer kann nur übernommen werden wenn der allgemeine Verkehr dadurch in keiner ÜLeise benachteiligt wird. Dazu kommen noch einige interne Bedingungen eisenbahntechnischer Art, z. B. die Voraussetzung, daß eine ordnungsmäßige Fahrkartenkontrolle in jedem Falle sichergestellt sein muß. sowie die Möglichkeit für die Reichsbahndirektionen, bei Zügen, die erfahrungsgemäß im Pfingftverkehr überfüllt sind, die Zulassung von Ge- sellschaftsfahrten zu untersagen. Demnach können also Gesellschaftsfahrten auch während der Festtage in den Grenzen durchgeführt werden, die eine punkt- liche und betriebssichere Abwicklung des allgemeinen Psingstverkehrs nicht beeinträchtigen. Auck Schul- und Jugendpflegefahrten können ohne Beschränkung zu Pfingsten wie gewöhnlich ausgeführt werden: allerdings ist die Anmeldung hierfür bis spätestens 19. Mai, 18 Uhr, erforderlich. Saisonbeginn in Bad Tölz. Nach einer durchaus gut zu nennenden Winter- faifon hat der verstärkte Zustrom der Heilungsuchen, den eingesetzt. Stadt-, Kur- und Badeoerwaltung haben alles getan, was in ihrer Kraft stand, um den Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Ein modernes Freischwimmbad im Aich- mühlweiher bietet Gelegenheit zum Sonnen und zu Schwimmsport in schöner Lage, die im Vorjahre er- baute Wandelhalle, die neu hergerichteten Bäder- anlagen, das Kurtheater, ein ausgedehnter Kurpark ist vorhanden, was Zerstreuung und edle Erholung bieten kann. Wenn die Jodquellen bei Trink- und Badekuren die physiologische Grundlage für die Hei- lung von Arteriosklerose Hypertonie und Frauenleiden bilden, so bedürfen sie doch, um voll zur Wirksamkeit zu kommen, der psychologischen Unter- ftützung durch eine heiter stimmende Umgebung. Die Saison hat begonnen! Trotz der Not der Zeit wird die noch härtere Not der Krankheit wieder Tausende von Kurgästen nach Bad Tölz führen, daß sie hier Linderung und Heilung ihrer Leiden finden und als gesunde frohe Menschen heimkehren. Wanderfahrten. (Brünberg — Homberg — Amöneburg — Kirchhain. Von unserem Ausgangspunkt Grünberg gehen wir blauen, liegenden Kreuzen nach, die uns bis Hom- berg das Geleite geben. Zunächst durch Felch später durch Wald wandern wir über Stangenrod, Weiters- Hain (gute Einkehr) sowie Schadenbach bis Homberg, dessen Bergkuppe wir schon von weitem sehen. Vom Schloßberg haben wir einen hübschen Blick auf das Ohmtal und den hohen Vogelsberg. Nunmehr wandern wir das liebliche Ohmtal abwärts, blauen Dreiecken folgend. Bald erreichen wir Schweinsberg mit alten Fachwerkhäusern und einer schönen Burg. Bei dem Weitermarsche erhebt sich vor uns auf steilem Basaltkegel die Amöneburg, die wir besteigen, um hier oben eine prächtige Rundsicht auf das Ohmtal, Vogelsberg, Rhön, Taunus und, Westerwald zu genießen. Blaue Punkte führen uns jetzt zum Endziel Kirchhain. Die Gesamtwanderzeit dürfte sieben Stun- den betragen, läßt sich jedoch durch die Ohmtalbahn beliebig abkürzen. Rainrod — Reipperks — Skornfels — Laubach. Von unserem Ausgangspunkt Rainrod (an der Bahnstrecke Nidda—Schotten) gehen wir weißen Strichen nach über den 385 Meter hohen Reipperts, von dem wir stellenweise prächtige Blicke in die Wetterau, nach dem Taunus und auf den hohen Vogelsberg genießen, nach dem hochgelegenen Dorfe Stornfels. Das ehemalige Schloß dient jetzt als Kirche und Schule. Auch hier bieten sich uns schöne Fernblicke bis in die Gießener Gegend. Das Zeichen leitet uns weiter durch Wald und Feld nach dem anmutig im Horlofftälchen gelegenen Gonterskirchen, von wo uns gelbe Ringe nach unseren Endziel Laubach führen. Bei genügender Zeit statten wir noch dem Schloß und Park des dortigen Grafen einen Besuch ab. Die Wanderung umfaßt etwa dreieinhalb Stunden. EgOSPEKU riPvH/zA.T' Besucht deutsche Bäder! 3 WO C H E N MK. 145.- MIC heilhleber-u.Gallenlelden.Magen-Darm-u.Frauen leiden sowie RheumaHsmus.GichtuJschias. F^uschalkuren im modern und mitallen Bequem lieh keifen ausgestatteten Kurhause mit Pension, (einsch ließLNach m. Ka ffeeD, Bäder.Trinkkur etc. MHa/rorf LICHTENBERG Prospekte durch Hofel-Penslon^cfiloss Li ehren berg’ Tel: Niedern hausen, Odw/d. 15. —Jodbad Tölz — 700 m ü.d.M., im Zentrum der bayerischen Alpen, in landschaftlich und klimatisch bevorzugter Lage, gegen Bluthochdruck, Aderverkalkung und Frauenleiden. Auskunft u. 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Ie mehr man sich aber mit diesem Stoff beschäftigte, desto mehr zeigte es sich, dah es sich hier um außerordentlich schwierige Fragen handelt, deren Neuregelung auch vom staatsrechtlichen Gesichtspunkt aus nicht einfach erscheint, wenn schon es richtig ist, dah man ernstlich an eine Beseitigung dieser in die moderne Staatsund Steuergesetzgebung nicht mehr hineinpassen- den Besonderheiten des Gemarkungsrechts denkt. Man hat daher in Würdigung der entgegenstehenden Schwierigkeiten im Gesehgebungsaus» schuh des Landtages die Frage der selbständigen Gemarkungen, soweit sie in der neuen Gemeindeordnung berührt werden, zunächst zurückgestellt, gleichzeitig aber auch einen Antrag angenommen, der verlangt, dah sofort nach Verabschiedung der neuen Gemeindeordnung von der Regierung ein Gesetzentwurf über die Beseitigung der selbständigen Gemarkungen vorgelegt wcvdrn soll. Welche große Bedeutung diese Frage für unsere hessischen Gemeinden hat, geht aus der Tatsache hervor, dah wir in Hessen 120 selbständige Gemarkungen haben mit einer Gesamtbodenfläche von 612 Quadratkilometer, ein Gebiet, das größer ist als der gesamte Kreis Alsfeld. Hierbei ist der sog. gemarkungsselbständige Grundbesitz, der von den selbständigen Gemarkungen auseinanderzuhalten ist, noch nicht mitgerechnet. Es soll der Zweck dieser Zeilen sein, zu prüfen, ob und in» wie weit eine Beseitigung der selbständigen Gemarkungen und des gemarkungsselbständigen Grundbesitzes möglich und erwünscht erscheint. Zu diesem Zwecke zunächst einige Worte über das Gemar.ungsrecht allgemein. Das Gemarkungsrecht einer Gemeinde besteht in der rechtlichen Befugnis der Gemeinde, die Besitzer der einzelnen zur Gemarkung gehörigen Grundstücke zur Deckung der Kommunalbedürfnisse nach näherer Bestimmung der Gesetze heranzuziehen, wogegen die Gemeinde diesen Grundbesitzern alle diejenigen Vorteile gewähren muh, welche diese nach Maßgabe besonderer gesetzlicher Bestimmungen in einer Gemarkung beanspruchen können. Während nach den gegenwärtigen Bestimmungen der Hessischen Städte- und Landgemeindeordnung jede Gemeinde mit einer Gemarkung versehen sein soll, ist aber nicht jede Gemarkung Grundlage für die Wirksamkeit einer Gemeinde. Es gibt daneben selbständige Gemarkungen und gemarkungsselbständigen Grundbesitz; beide muffen in ihrer rechtlichen Stellung auseinandergehalten werden. Der Begriff der selbständigen Gemarkung ist dadurch gekennzeichnet. dah der Eigentümer dieses Grundbesitzes »r des selbständigen Gemarkungsrechts ist, iß daher dieser Grundbesitz ein eigenes Grundbuch hat. Das Gemarkungsrecht dieser Gemarkungen besteht im wesentlichen in der Befreiung von der Pflicht des Beitrages zu den Gemeindelasten, dagegen in der Pflicht der alleinigen Tragung derjenigen Lasten, welche den Gemarkungen gesetzlich obliegen. Die Besitzer dieser selbständigen Gemarkungen sind in der Regel die • früheren Standesherren, aber auch öffentliche Körperschaften, d. h. der Staat, oder andere Ge- r meinden. Richt zu verwechseln mit den selb» r ständigen Gemarkungen ist der sog. gemarkungs- * selbständige Grundbesitz. Dieser Begriff ist nicht unbestritten. Das Gesetz vom 8.3uli 1911 betr. die Ablösung der Steuerfreiheit einzelner gemeindesteuerfreier 'Grundstücke spricht hier von Grundstücken, die innerhalb der Gemarkung einer Gemeinde liegen, die jedoch nicht eigene selbständige Gemarkungen bilden, sondern der umschließenden Gemarkung katastcrmähig zugeteilt sind, trotzdem aber zu den allgemeinen Gemeindeumlagen nicht herangezogen werden. Es handelt sich hierbei meist um Besitz, der früheren Standesherren gehört, oder der Domänengut war. Hinsichtlich der von dem Hessischen Landtag geforderten Auflösung der selbständigen Gemarkungen muh man zu dem Ergebnis kommen, dah — rechtlich betrachtet — die Aufhebung der seitherigen selbständigen Gemarkungen in Hessen nur durch ein zu schaffendes besonderes Gesetz möglich ist, während die Aufhebung des sog. gemarkungsselb ständigen Grundbesitzes heute schon auf Grund des obenerwähnten Gesetzes vom 8. 3uIi ■ 19 11 durchgeführt werden kann. Dieses Gesetz gibt den Gemeinden die Möglichkeit, die seitherige Gemeindesteuerfreiheit des ge- markungsselbständigen Grundbesitzes durch Zahlung einer Entschädigungssumme an den Grundstückseigentümer zu erwerben. Diese Summe besteht, soweit nichts anderes vereinbart wird, in dem zwanzigfachen Betrag der Grundsteuer, den der Grundeigentümer int Durchschnitt der letzten sechs 3ahre vor dem 3ahre der Ablösung als Gemeindesteuer zu zahlen gehabt hätte, wenn das Recht der Genkeinde zur Besteuerung schon bestanden hätte und der aufzubringende Gesamtbedarf der Gemeinde gleich geblieben wäre. Es fragt sich nur, ob sich nach diesem Ab- lösungsverfahren nicht Summen füi^ die beteiligten Gemeinden ergeben, deren Aufbringung und Verzinsung für sie schlechterdings untragbar ist. Die finanziellen Auswirkungen der Beseitigung der selbständigen Gemarkungen und des gemarkungsselbständigen Grundbesitzes müssen reiflich erwogen werden, bevor man von feiten des Gesetzgebers entscheidende Maßnahmen trifft. Die finanziellen Wirkungen werden für die beiden Arten dieses Besitzes voraussichtlich verschieden sein. Für die Beseitigung der selbständigen Gemarkunaen mag die von maßgebender Stelle bereits zum Ausdruck gebrachte Ansicht richtig sein, daß die Aufhebung im 3nteresse der Gemarkungsinhaber selbst liegt. Or. Völsing, Alsfeld. Für die selbständigen Gemarkungen kommen näm» lich folgende Lasten in Frage: Herstellung und Unterhaltung der Wege und Ueberfahrten, Brük- ken und Gräben, polizeilicher Feld- und Waldschuh und auch Fürsorgelasten, da der Gemarkungseigentümer natürlich auch die Kosten der Armenpflege in der Gemarkung zu tragen hat. Wenn auch in der Regel die selbständigen Gemarkungen nur wenig bewohnt sind, meist einzelne Gehöfte, so können die letzteren Lasten unter den heutigen Verhältnissen doch von Bedeutung werden. Selbstverständlich mühten in den Fällen, in denen eine selbständige Gemarkung einerGemeinde angeschlossen wird, olle etwa aus ihr vorhandenen Lasten, auch privatrechtlicher Art, von der Gemeinde übernommen werden. Vom Standpunkt des Volksganzen aus betrachtet, sowie vom Standpunkt der Gemeinden aus erscheint die Aushebung der selbständigen Gemarkungen ebensalls berechtigt. Bei der erstrebten Beseitigung des Privilegs der Gemeindesteuerfreiheit darf freilich auch eine andere finanzielle Auswirkung nicht übersehen werden. Man muh nämlich bedenken, dah die selbständigen Gemarkungen und der seither gemeindesteuerfreie sog. gemarkungsselbständige Grundbesitz auf Grund des Gesetzes vom 28. März 1924 betr. die Kreis- und Provinzialumlagen bereits zur Grundsteuer der Kreise und Provinzen herangezogen werden, und zwar zu den vom Ministerium des 3nnern festgesetzten erhöhten Steuersätzen, die ungefähr dem Gan- desdurchschmt. entspr echen, und die selbstverständlich herunter gesetzt werden müsseir, sobald die seitherige Gemeindesteuerfr^iheit des gemarkungsselbständigen Grundbesitzes aushört, da dieser Besitz alsdann steuerlich nicht mehr anders behandelt werden kann, als der übrige ^Besitz der Gemar- . kung, in welcher er ausgeht. Diese Art der finan- | Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1900 hatte ursprünglich für den morgigen Sonntag die 1. Mannschaft der Sp.- u. Sp.-D. Dillenburg eingeladen; die Dillenburger haben indessen eine andere Spielverpflichtung abgeschlossen, so dah die Liga ohne Spiel sein wird. Die Ligareserve empfängt auf eigenem Platz die 1. Mannschaft von Schotten. Die Gäste spielen in der ersten Gauklasse des Gaues Ridda int Rordmainkreis und sind als Kampfmannschaft bekannt. Die Ligareserve wird also schon mit einer kräftigen Portion Siegeswillen antreten müssen, wenn nicht der Gast als Sieger den Platz verlassen soll. Die 33-Mannfchaft hat die 2. Mannschaft von Schotten, ebenfalls auf eigenem Platze, zum Gegner und sollte zum mindesten einen gleichwertigen Kampf liefern. Eine Vorhersage ist kaum möglich, da die Spielstärle der Mannschaft hier wenig bekannt ist. Die 3b°Mannschaft fährt nach Leihgestern und spielt gegen die 2. Mannschaft des Platzbesihers. Die 1.3ugend von 1900 hat auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe die 3ugenb von Braunfels zum Gegner. Die Gäste, die auf Grund ihrer Spielstärke einen guten Ramen haben, wurden in der jüngsten Zeit durch verschiedene Spielerabgänge geschwächt. Die Mannschaft darf aber trotzdem nicht unterschätzt werden, wenn nicht eine äleberraschung das Ergebnis fein soll. Die 2.3ugend spielt gegen Büblingshausen (Gau Wetzlar). Die 3. Mannschaft und die Schüler sind spielfrei. VfB.-Gießen. Die Ligamannschast trägt am kommenden Sonntag bereits das Rückspiel gegen den Namens- Vetter Friedberg aus. Das Spiel findet in Friedberg statt. Die Giehener sind dadurch vor eine etwas andere Aufgabe gestellt, als am vergangenen Sonntag. Es ist fraglich, ob die Grün- Weißen auf dem Platz des Gegners, auf dem fremden Mannschaften noch immer zu siegen schwer fiel, ein solches Ergebnis zu erzielen vermögen, wie »am Sonntag das 5:1 auf vertrautem Platz. Das Spiel vom Dvrsonntag hat gezeigt, daß die Friedberger, die in Gießen ungerecht hoch verloren, zu kämpfen verstehen, über viel Stehvermögen verfügen und sich auch durch den Mißerfolg nicht entmutigen lassen. Dazu kommt, daß sich die Friedberger bemühen werden, die Scharte auszuwehen und vor dem heimischen Publikum eine Mindere Figur machen wollen. Wenn sich der Sturm der Gastgeber zu einer größeren Aktivität aufrafft, so liegt ein iln- entschieden durchaus im Bereich der Möglichkeiten. Jedenfalls darf der hohe Sieg der VfB.er nicht die Mannschaft der Hiesigen dazu verleiten, den Gegner weniger ernst zu nehmen. Die VfB.er treten in folgender Aufstellung an: Balser; Bingel, Kreß; Leutheuser, Post, Henrichs; Schmidt, Fehling, Haupt, Lehrmund, Ritter. Die Mannschaft in dieser Aufstellung mühte imstande sein, zum mindesten einen knappen Sieg nach Hause zu bringen. Die 3. Mannschaft spielt gegen Oberbiel I. Die Gäste aus dem Gau Wetzlar stellen eine flinke Mannschaft, deren Können nicht unterschätzt werden darf. Die Ligareserve ist ohne Spiel. Die 1. 3ugend des VfB. trägt am Sonntag ein Spiel gegen Lollar aus und wird vor keine leichte Aufgabe gestellt sein. Die 2. Jugendmannschaft empfängt auf eigenem Platz die 1. Jugend von Wieseck und sollte den Sieger stellen. Die Schüler spielen ebenfalls auf eigenem Platz gegen die Schüler von Wieseck und werden sich um ein ehrenvolles Ergebnis bemühen müssen. Kußballklub 1926 Gnoßen-Buseck. Die 1. Mannschaft des FC. 1926 Großen-Buseck tritt morgen in Lollar zu einem Rückspiel an. Das Vorspiel in Grohen-Buseck wurde mit 3:3 Toren beschlossen, wie sich allerdings dcH Spiel ziellen Auswirkung hat Bedeutung für solche Kreise, z. B. den Kreis Alsfeld, in denen der gemarkungsselbständige Grundbesitz hinsichtlich der Kreisumlagen eine erhebliche Rolle spielt. Cs würde sich in solchen Fällen dann das Bild ergeben, daß die beteiligten Gemeinden zwar einen Zuwachs an Gemeindeumlagen erhalten, der Kreis jedoch einen unter Umständen nicht unerheblichen Ausfall von Kreisumlagen erleiden würde, der wieder auf die Allgemeinheit ausge- fchlagen werden mühte. Es fei hierbei schließlich noch auf die Besonderheit hinfichtlich des sog. seitherigen gemeindesteuerfreien gemarkungsselb- ständigen Grundbesitzes hingewiesen, der nicht den Charakter einer selbständigen Gemarkung hat. Wie oben schon ausgeführt, bietet sich für diesen Besitz jetzt schon die Möglichkeit, die Gemeindesteuerfreiheit auf Grund des Gesetzes vom 8. 3uli 1911 gegen eine Entschädigung abzulösen. Es fragt sich aber, ob die Gemeinden gut tun, diesen Weg zu beschreiten, denn abgesehen von den oft recht hohen Ablösungssummen, die sich dabei für manche Gemeinden ergeben, und die vielleicht nicht tragbar sein werden, ist ferner zu bedenken, dah diese Art Grundbesitz in Wirklichkeit schon ungefähr im Landesdurchschnitt durch die erhöhten Kreis- und Provinzialumlagen. zu denen er herangezogen ist, besteuert wird, mithin tatsächlich keine besonderen Steuerprivilegien mehr genießt. Eine etwaige Ablösungssumme, die diesem Grundbesitz auf Grund des Gesetzes vom 8. 3uli 1911 zufliehen würde, wäre also ein unverdienter Gewinn für den Grundstückseigentümer. 3nzwischen hat sich auch der Hessische Landgemeindetag mit der Angelegenheit besaht und bei allen Gemeinden genaue Erhebungen über den Umfang des gemarkungsselbständigen Grundbesitzes in die Wege geleitet, um die Frage zu prüfen, in welcher Form am besten und zweck- mähigsten die Auflösung der selbständigen Gemarkungen und der gemeindesteuerfreien gemarkungsselbständigen Grundstücke in Hessen herbeizuführen ist. in Lollar gestaltet, kann nicht vorausgesagt werden. Die Sportabteilung des Turnvereins Lollar, eine Mannschaft von bester Verfassung und zäher Ausdauer, war zu Hause stets gefährlich. Sportverein 1928 Garbenteich. Die 1. Mannschaft des Sportvereins Garbenteich empfängt am Sonntag die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern. Trotzdem die Leih- gefterner als eine spielstarke Mannschaft bezeichnet werden darf, dürfte dem Plahbesitzer ein Plus zugesprochen werden. Die Lßihgesterner vermochten gegen die Reserve der Spiekvereini- gung 1900 Gießen einen Sieg von 4:1 und gegen Steinberg ein Unentschieden zu erzielen. Ein spannender Kampf dürfte demnach zu erwarten sein. $.(£. „Teutonia^ Watzenborn-Steinberg. Am Sonntag fä^rt die 1. Mannschaft des FC. Teu. tonia Watzenborn-Steinberg nach Laubach, um in einem Gesellschaftsspiel mit der dortigen Ligamannschaft ihre Kräfte zu messen. Die Laubacher Mannschaft spielt einen technisch schönen Fußball. Die Gäste werden schwerlich um eine Niederlage herum- kommen. Die 2. Mannschaft empfängt zum Rückspiel die 1. Mannschaft des Sportvereins 1923 Vorwärts. Obwohl das Vorspiel (Steinbach verstärkt) 3:2 für Stangenrod ausging, ift den Teutonen immer noch ein kleines Plus zuzuschreiben. Handball der Sp.-Hg. 1900. Postsportverein Frankfurt in Gießen. Am kommenden Sonntag empfängt die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 einen namhaften Gegner des Mainbezirks. Die beste ^-Klasse repräsentierende Elf des Frankfurter Postsportvereins kommt einer Rückspielverpflichtung gegenüber den 1900ern nach. Das Vorspiel in Frankfurt bestritten im vergangenen 3af>r die Spielvereinigungsleute in schwacher Aufstellung und muhten eine empfindliche Niederlage ein« stecken. Diesmal wollen die Einheimischen in besserem Licht erscheinen und kommen in ganz neuer Aufstellung heraus. Hoffentlich tritt das notwendige Verständnis unter den einzelnen Mannschaftsteilen so rechtzeittg ein, dah den Leuten aus dem Mainbezirk von vornherein einiger Widerstand entgegengesetzt werden kann. Jedenfalls dürfte ein technisch hochstehender Kampf zu erwarten sein. Handball im Gau Hessen (O. T.) Grohen-Buseck (komb.) — Großen-Linden I. Am kommenden Sonntag erwartet eine kombinierte Mannschaft des Tv. Grohen-Buseck die erste Mannschaft des Tv. Grohen-Linden. Die Grohen-Lindcner stellen eine leistungsfähige Mannschaft, Deren 6türmer»3nnentrio den gefährlichsten Mannschaftsteil darstellt. Oh es den Gästen gelingen wird, den int Vorspiel errungenen Sieg zu wiederholen, ist fraglich. Tv. Großen-Linden 3ugd. — Tv. Hochelheim 3ugb. Zum Rückspiel empfängt die Jugendmannschaft des Tv. Großen-Linden die Jugend des To. Hochelheim. Der Spielausgang ist offen. Großen-Lindens 1. Elf löst bereits am Sonntag ihre Rückspielverpflichtung in Großen-Buseck ein. Tv. Klein-Linden 3ugd. — To. Heuchelheim 3ugb. Am kommenden Sonntag tritt die Jugendmann- schaft des Tv. Heuchelheim gegen die 1. Mannschaft des hiesigen Turnvereins auf dem hiesigen Sportplatz zum hyndballspiel an. Klein-Lindens 2. Mannschaft fährt nach Griedel, um gegen die dortige 1. Mannschaft des Turnvereins ein Spiel auszutragen. Der Ausgang der beiden Spiele ift ungewiß. Handball im Lahn-Dünöberg-Gau Mit zwei weiteren Treffen wird am Sonntag die Meifterferie fortgesetzt. Es stehen sich Garbenteich und Lonoorf, sowie Dorlar und Wieseck gegenüber. Das erste Spiel hat insofern Bedeutung, da es schon die S.Jl.-ifpori Entscheidung um den Meistertitel bringen kann, fall« Londorf gewinnt. Im Falle eines Sieges des Platzvereins Garbenteich bleiben die Chancen offen. In Staufenberg treffen sich zum Entscheidungsspiel für den Jugendmeister der Gruppe II Londorf gegen Lollar. Geländeritt. Zu dem am Sonntag, 17. Mai, stattfindenden Sportfest unseres Giehener Bataillons (Divi- sionsmeisterschaften) bildet ein am kommenden Mittwoch, 13. Mai, um 15.30 älhr vom Sportplatz der Spielvereinigung 1900 ausgehender und dort wieder endender Geländrritt die Einleitung. Der Ritt, veranstaltet vom Bataillon unter Beteiligung des Reit- und Fahrklubs Giehen und Um- igebung führt über 16 Hindernisse auf einer Strecke von etwa 10 Kilometer. Da an der Konkurrenz etwa 30 Reiter teilnehmen und der Ritt über eine abwechselungsreiche Strecke führt, dürfte sich allen Freunden der Reiterei und des Pferdes als Zuschauer ein schönes Bild bieten. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Nachdem am vergangenen Sonntag das Spiel Lollar 1.—Naunheim 1. nicht zum Austrag kam, stehen sich beide Mannschaften am kommenden Sonntag in Lollar gegenüber. N«ro,ßxim dürfte den Sieger stellen. Wieseck 1. ist in Watzenborn zu Gast und ' dürfte, trotz Ersatz, Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. In der zweiten Klasse hat Burkhardsfelden 1. Wiese<^2. zu Gast. Wenn die Gäste, die bis jetzt ungeschlagen sind, das Spiel für sich entscheiden wollen, dürfen sie ihren Gegner nicht unterschätzen. Daubringen l. und Grohen-Buseck 1. stehen sich in Saubringen gegenüber. Kinzenbach 1. hat den Neuling Oberndorf 1. zu Gast. Naunheim 1b muh nach Hungen und wird wohl den Sieg mit nach Hause bringen. Treis 1. und Londorf 1. stehen sich in Treis gegenüber, Rüddingshausen 1. hat Sichertshau- * sen 1. zu Oaft 3n Allertshausen dürfte Grünberg 1., und in Odenhausen Marburg 2. den Sieger stellen. Wetzlar 2. hat Allendorf 1. und Frankenbach 1. Klein-Linden 1. zum Gegner. Launsbach 1. und Wihmar 1. stehen sich in Launsbach, Hausen 1. und Gießen 3. in Hausen gegenüber. Außerdem treffen sich: Annerod 1. und Grünberg 2., Lich 1. und Beuern 1., Saasen 1. und Watzenborn 2. । v 3n der 3ugendklasse stehen sich: Naunheim und Wißmar, Fellingshausen und Rodheim, Wieseck 1. und Frohnhausen, Wieseck 2. und Gießen 1., Wieseck 3. und Nieder-Ohmen, Hachborn und Hausen, Staufenberg und Lollar gegenüber. Handball. Am Sonntag werden sich die Handball-Mann« schäften von Bottenhorn und Krofdorf zum fälligen Serienspiel in Bottenhorn gegenüberstehen. Beide Mannschaften stellen körperlich starke und flinke Spieler ins Feld. Die technisch Besseren dürften allerdings die Krofdorfer sein. Eine hohe Nieder-' läge'wird sich jedoch Bottenhorn auf eigenem Platze kaum gefallen lassen, vielmehr den Gästen allen Widerstand entgegensetzen. 3n der Serie dex Handballer stehen sich am Sonntagvormittag Wißmar 1. und Wieseck 1 in Wißmar gegenüber. Obwohl den Gästen die meisten Siegesaussichten zufallen, dürfte eine Ueber- raschung nicht ausgeschlossen sein. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 10. Mai. Rogate. Sladttirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; Augleid) Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgem oe; 9.30: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Mat. us- gemeinde; Pfr. Mahr. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfir- mierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrassistent Seemann; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Jo- hannessaal; Pfr. Groh. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elisa- beth-kleinkinderschule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfr. Lic. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgernetnde; Pfr. Lic. Waas. — 3m Saale der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die' Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Wieseck. 9.30: Beichte; 10; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — Allen-Vufeck. 14. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Daubringen; 13.30: Lollar. — Hausen-Garbenleich. 10: Hausen; Christenlehre; 13: Garbenteich. — Wahenbom-Sleinberg. 9: Beichte; 9.15: Predigtgottesdienst; im Anschluß hl. Abendmahl (Jugend). — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für-die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt. — Heuchelheim. 13: Pfarrassistent Seemann (Gießen); anschließend Christenlehre. katholische Gemeinden. Samstag, den 9. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 10. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; X Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: HochaiSt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht; 15; Versammlung der Jungfrauenkongreaation. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt-; 20: Christenlehre und Andacht, — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 11. Mai. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. LonntaaSdienstd.Akrztcu. Apotheken am 10 5 31. Dr. Wolf. l)r._Geyer. Pelikanavoibeke. Zahnarzt: Dr. Fischer. ’D Entfettungs-Auren im Frühling * sind sehr empfehlenswert, wett der Körper gerade jetzt eine besondere Neigung zur Stofsausschetdung brsitzi. Nehmen Sie früh, mittags und abends 2 bis 3 Toluba-Kerne, die Sie in Avothekenerhal en. fahrAtem*- QdoJ^ ;Qdol -2aAnpxuta D-M SsiS AEL fetaT’te'» »orfSunö -IKZ -itea "«-r Seist N Spiel (ür nl’ &ten Gegner nicht ?ÄMen lich Aunhnin lb nnch oen Sieg mit nach in Treis W durfte Grün- Xatbur« 2. Len Sie. uni Franlenbach 1. LaunSbach l. unk mnSbach, Haufen 1, muhet uekad 1. und Vrün« ;V Saasen 1. und stehen ficht Daun, aufen und Mheun, Mefeclr. und Gie^ r-Ohmen, Hachborn d Lollar gegenüber, iriditen. nelvdcn. toi. Nogate. fer; zugleich Ehristen' der Markusgem oe; che für die Mat. as- Kanneskirche. 8: M- e für die Wonfir« >• 9.30: Pfarraffistent • die Lutosgemeinöe,' Ibefprechung im Joelle der Alten Zned- Christenlehre iut w emeinde-, W Kmdn- Pst. Lenz. - W' Ef)n(tmlel)« t«t ‘ .acincindet 9.4o. W- irdiePetrusgememde, Ä» &5Ä 13.30: Sott«. - Christenlehre:^- Ks v _ hcuchethe^^.' anlN®1*' neinden. 9. Vai. die WaMann- "fdorf zum fälligen enüberstehen. Beide starke und stinke h Besseren dürsten Eine hohe Bieder- ■ E r aus eigenem Platze r den Gästen allen | aller stehen sich am । l. und Wed 1 in i den Gästen die mei« , dürfte eine Heber« sein. Es- 7; ®JIJ’ 8. Aymmu- W\ -«ÄEl 15- L-rsav""' I Andacht.19’gfünbetg. L SKvz edigt- " r. Fischs Das SchiMa» spricht »aS Roman von I. Schneider-FoerstL Arheber-Rechtschutz durch Verlag OSkar Meister. Werdau L 6a. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. .Ich meinte die Düste", erklärte er etwas verlegen. „Was verlangst du dafür, Tante? Ich möchte sie gerne für mein Musikzimmer haben!" „Tas landfremde Mädel, Lutz?" Ulla Settrrholm weidete sich mit offner Bosheit an dem Farbenwechsel seines Gesichtes. „Hab ich dich!" kicherten ihre Augen. „Ich hab mir's ja gedacht, daß den Herrn Reffen was zu mir treibt." Ganz klar aber sah sie noch immer nicht. „Ich müht halt einen Abguß für dich mach'n". überlegte sie. „Im Geheimen, weiht. Ich hab ja keine Ahnung, ob ihr's überhaupt recht ist, wann ich ein zweites Kopferl anfertig." Er nagte an seiner Unterlippe. „Und daß du mir bas Original gibst, Tante, und ihr den Abguß?" „3a, aber Bub!" Sie lachte ihm hellauf ins Gesicht. „Das geht doch nicht! Das wär ja glattweg Betrug. Jetzt hör mir aber auf, du! Was gibt's denn, Uschi?" wandte sie sich an die Bedienerin, deren Kopf in der Türspalte auftauchte. „Das Fräulein Hetterfield", meldete die Alte. Ulla sah, wie es Luh zusammenrih. Zu einem Fragen tpar keine Zeit mehr. Einen großen Strauß langstieliger Relken im Arm, kam das Mädchen auf sie zu. Als sie Luh gewahrte, kam ein kühler Ausdruck in ihre Züge. „Darf ich Ihnen meinen Reffen vorstellen?" fragte Ulla. „Herr Setterholm, Fräulein Hetterfield. Er tut nix", setzte sie lachend, hinzu, als Alice den Schritt verhielt. „Die Frauen be- haupt's wenigstens, dah er ganz ungefährlich ist!" „Ich fürchte mich durchaus nicht!" Alice reichte ihm kaum die Fingerspitzen un> das nur, weil er der Reffe der Professorin war. Sonst wäre Luh völlig leer ausgegangen. Die Brauen zusammengezogen, ging ihr Blick über ihn hin. „Wir kennen uns doch?" „Ich schätze mich glücklich, noch in Ihrem Gedächtnis zu stehen, meine Gnädigste." Ulla Setterholm erstaunte über die tiefe Verneigung, die Luh der Schönheit zollte und die jedenfalls die devoteste war, die er je einer Frau gezollt hatte. Sie lachte belustigt auf. „Woher kennen sich die Herrschaften?" Die beiden schönen Gesichter röteten sich für die Dauer einer Sekunde, das seine aus Verlegenheit und weil er sich durchschaut sah, das von Miß Hetterfield, weil sie sich ärgerte. Endlich sagte Luh, seine Gestalt hockreckend: „Ich hatte für eine kurze Minute das Vergnügen, dem gnädigen Fräulein im Palasthotel in Hamburg zu begegnen." „Ach so!" Ulla machte ihr spitzbübischstes Gesicht. „Jetzt geb’n wir aber Tee trink'n. Ja?" Den einen Arm in den des Reffen, den anderen unter den Alice Hetterfields hakend, schritt sie mit den beiden nach dem Wohnzimmer hinüber. In der Rächt war einer jener schweren Gewitter niedergegangen, wie sie die Ebene des Donautales heimzusuchen pflegen. Auf dem Asphalt spiegelten sich kleine Seen und in den Anlagen sah es aus, als hätte der Himmel eine besondere Lust daran gehabt, das, was er bislang zum Blühen und Reifen gebracht, in einer einzigen Rächt in Grund und Boden zu schlagen. Die Blautannen standen mit zerfetzten Aesten, dem Strauchwerk waren die Spitzen abgerissen und das Gezweig geknickt, die Blüten der riesigen Kallas lagen abgeschlagen im Gras, das den Hagelschauer am besten überstanden hatte. Lippstädt, der den Weg nach den Anlagen genommen hatte, sah all diese Verwüstung nur mit halbem Auge. Mit der Spitze seines Stiefels schob er einen Haufen Blätter zusammen und teilte sie dann auf dieselbe Weise wieder auseinander. Dabei zog er wohl schon zum zwanzigsten Male die Uhr und vergewisserte sich der Zeit. Er lauschte in 016 Stille, ging ein Stück zurück, lauschte wieder und begann den schmalen Steig zurückzulaufen. Wo sie nur blieb? Vielleichtchatte es Zank zu Hause gegeben, oder sie war so scharf bewacht worden, daß sie nicht fortgekonnt hatte. Möglicherweise war ihr auch jemand von den Ihren nachgeschlichen und hatte sie zurückgeholt. Cs war ihm schrecklich, so im Ungewissen zu sein. Möglich auch, dah sie einen großen Umweg hatte machen müssen, um irgendeinem Spion Sand in die Augen zu streuen. Ihr Zusammenkommen hing immer von tausenderlei Wenn und Aber ab. Immer mußten sie- auf der Hut sein, immer in Angst, ob kein Verrat drohte, immer in Aufregung, ob die wenigen Küsse, die sie tauschten, keine bösen Folgen für Evelin hatten. Und wenn sie sich bann trafen, ein bißchen abgehetzt, din bißchen verängstigt, dann hatte er kaum Zeit, sie zu liebkosen und ihre scheuen Zärtlichkeiten entgegenzunehmen. Wie ein verschüchterter Vogel lag sie dann in seinem Arm und schauerte zusammen, wenn seine Lippen ihre Wimpern und ihren Mund überhauchten. Ein einzigesmal hatte er die ganze Leidenschaft seiner reifen Mannesjahre über sie verströmt und dann nie wieder. Er konnte den schreckhaft geweiteten Blick ihrer Augen nicht vergessen und das Lallen ihres Mundes, in den er den seinen gewühlt hatte. Er hätte sich erwürgen mögen. Die Reinheit ihrer siebzehn Jahre war in seine Hände gegeben, und er ängstigte sie durch die haltlose Begierde seiner sechsunddreißig. Sie war ein Kind! Und er emc Bestie! Im Grase kniend, hatte er ihre Knie umfaßt. „Vergib mir!" Die Zähne in den Rücken ihrer Heinen weißen Hände drückend, wimmerte er sich die Rot seines Blutes von der Seele. Und sie verstand ihn nicht, konnte ihn nicht verstehen. Was wußten ihre siebzehn Jahre von den verzweifelten Rächten seiner sechsunddreißig! Sie weinte über ihn hin, seinen Kopf gegen ihre Schulter drückend. Aber ihre Lippen boten sich ihm dennoch willig, als er zart und behutsam nach ihnen verlangte. — Cs würde gut sein, wenn er nun fortkam, so weit, daß sie ihm unerreichbar blieb. Und wenn er bann wiederkam, würde sie ihn begreifen. And würde sich schon etwas finden, eine Stellung oder ' so. Wenn sie nur erst sein Weib war! Sein Blut rauschte. Er verspürte mit einem Male eine gräßliche Angst. Hände griffen ihm um den Hals und drückten zu. dah seine Lidern an den Schläfen hochzuschwellen begannen. Mit nassen Fingerspitzen tastete er an die Stirn. Sie war feucht und kalt. Dann löste diese Kälte ein Fieberschauer ab, der ihm das Blut in siedenden Stößen vom Herzen zum Gehirn pumpte. Was war denn nur? Seine Zunge lag trocken im Gaumen. Er versuchte zu sprechen und konnte nicht. Er wollte Evelins Ramen hinausschreien und empfand, dah die Kehle keinen Laut gab. Cs mußte etwas geschehen fein, etwas ganz Ungeheuerliches. Er begann zu laufen, nahm die Richtung nach der Villa Dloem und verlangsamte das Tempo erst, als die Innenstadt zu passieren war. Die Leute sahen ihm nach, er meinte es wenigstens. Erst als er in die Rähe der Villa Dloem kam, verlangsamte er das Tempo. Regenüberrieselt neigte das Strauchwerk sich über den Staketzaun, der das Terrain umfriedete. Er drückte sich dicht daran, um zu sehen, ob sie vielleicht auf einem der bekiesten Wege wandelte. Das Gebüsch gewährte fast keinen Durchblick. Rur ab und zu tat sich eine Lücke auf. Dann suchten seine Augen, und sie fanden nichts. And wieder wuchs die Angst ins Angemessene. War sie krank? Die Stille hier in diesem vornehmen Viertel war lähmend. Sie kroch wie ein Todesahnen durch Herz und Dlut und machte ihn taumeln. Er mußte sich für Sekunden gegen die Hm« jäunung lehnen. Jetzt durch diese kunstvll geschmiedete Türe dort gehen dürfen, zu ihr hinein- sehen, dd sie zu Hause war, d6 ihr nichts fehlteI Rur einen Duck hineinwerfen, dachte er. Die Auffahrt lag in weißem Flimmern. Der Rasen, der sie links und rechts flankierte, trug ein sattes Grün. Ein Dursche schob die kleine Maschine exakt hin und zurück. Die gemähten Felder waren wie Samt. Der pompöse Dau des Hauses mit seinen beiden breiten Erkern im Souterrain und der tixitoorfbringenden Terrasse nach Westen hin stand in der matten fahlen Sonne wie ein verwunschenes Schloß. Keine Menschen- seele ringsum, nur der junge Mensch, dessen Maschine in den Mittag klapverte. Viktor suchte die lange Reihe der großen Fenster ab. Richts! Einmal schon war er vor Wochen hier borübergegangen, auch in diesem verzweifelt unerträglichen Sehnen wie heute. Da hatte ihr blondes Gelock sich über eines der Simse geneigt. Er war stehengeblieben und hatte den Hut fast biS zur Erde gerissen. Ihre Hände hatten sich in flehender Gebärde gefaltet. „Geh!" And als sie sich anderen Tages getroffen, hatte sie ihn beschworen: „Tu das nicht wieder! Ich trage solche Angst um dich!" And heute stand er wieder hier... TaS Klappern verstummte. Der Durscbe schob die Maschine über den Rasen und verschwand zwischen den "Säumen damit. Ein Mädchen in weißer Tändelschürze trat unter das Portal und nahm den Weg nach dem Tor. Lippstädt Joartete, bis sie nahe kam, und machte eine Gebärde des Ersuchens. Sie öffnete und kfeH khn etnen Schrill in den Park tun. „Ist das gnädige Fräulein zu sprechen?" Tas zierliche Ding maß ihn etwas verwundert. „Fräulein Dloem?" „Sie sind wohl Reisender?" Ein tarierender Dlick glitt über ihn hin. „Reisender — ja!" Er wußte nicht, warum er Mitleid erweckte, aber sie war sehr nett und mitleidig gestimmt, die Kleine, als sie jetzt faate: „Versuchen Sie's am Rachmittag noch einmal. Fräulein Dloem ist nicht zu Hause, nein, wirklich nicht", bekräftigte sie, sein enttäuschtes Gesicht sehend. „Sie ist schon vor zwei Stunden weggegangen." Mein ®ott, er wird wohl hungern, erbarmte sich das Kammerkätzchen, als er nun fassungslos vor neuem Schreck gegen die Gittertüre taumelte. „Ich sage ihr, dah Sie da waren. Vielleicht geben Sie mir eine Karte Ihrer Firma." Er konnte nichts tun, als eine abwehrende Handbewegung machen. „Ich komme wieder!" „Ja!" ermuntert«? sie ihn freundlich und sah ihm kopfschüttelnd noch, wie er mit hastenden Schritten davoneilte. Er Rarr! Warum war er nicht in den Anlagen geblieben? Run suchte und suchte sie wahrscheinlich und lief sich die kleinen Füße müde und weinte womöglich und dachte sich die schrecklichsten Dinge aus! Das Wasser tropfte ihm vom Hinterhaupte nach dem Racken, als er endlich schweißgebadet die Stelle wieder erreichte, wo sie sich sonst zu treffen pflegten. Dar Platz lag nachmittagsstill. Ein Fink nahm in einer der versickernden Lachen ein Dad. Zwei Kinder kamen getrippelt und hinter ihnen die Donne, dürr, schmal, mit einem ärgerlichen Zug in dem blassen Gesicht. Don Evelin sah er nichts. » Er war todmüde und zerschlagen, weniger wegen der Hetze hin und zurück, als wegen der Folter der Angewißheit, in der er sich befand. Ein Stückchen weiter abseits, unter den über- hängenden Zweigen eines Haselnuß st rauches, ließ er sich nieder und streckte die Füße von sich. Den Hut abnehmend, trocknete er die Stirne und lehnte dann den schmerzenden Kopf an den dünnen Stamm. Immer wieder glitt er seitwärts. Die Stille lag bleiern wie ein Alp. Eintönig pochte das Dlut vom Herzen nach dem Gezweig der Adern. Er würde jetzt für eine Stunde ober zwei hier sitzen bleiben. Vielleicht kam sie doch nod) einmal vorüber, wenn sie wirklich schon hiergewesen war. Die Lider waren schwer und vibrierten in einem raschen Zucken. Ich will nicht einschlafen, dachte er und rekelte sich mit Gewalt empor, glitt wieder zurück und saß mit gebeugtem Rücken. Eine Schnecke kroch vorüber, wunderte sich über das Gebirge, das da plötzlich in Gestalt eines Menschenfußes vor ihr aufwuchtete, schlug einen Dogen um den eleganten Halbschuh und schob sich weiter. Rur das Marienkäferliebespaar, das des Weges taumelte, war frech genug, sich auf Lippstädts rechten Aermel zu setzen und dort zu flirten. Es war mollig und warm auf dem dunklen Tuch und ein sicherer Platz für ein Rendezvous. Die Flügel spreizend, hielt es Zwiesprache. Der Arm, auf dem es sich wiegte, rührte sich nicht. (Fortsetzung folgt.) 6» Das kleine Vim Muster, das mir neulich ins Haus gebracht wurde, hat mich überzeugt Wie leicht und schonend geht alle Putzarbeit mit Vim. 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Beschlußfassung über Auszahlung der Aufrvertungseinlagen. 7. Statutenänderung und Vereinsangelegenheiten. . Die Rechnung liegt vom 11. Mai ab auf dem Kassenbureau zur Einsichtnahme offen. Spar- und Vorschuhverein e. G. m. b. h. Allendorf an der Lumda. Lotz, Aufsichtsratsvorsitzender. TENNISSPIELER! ACHTUNG! Bctr. Erstkl.Neubesvannung von Tennisschlägern mit besten englisch. Darmsaiten. Hervorragend spielstarke Qualttäisbesvanng. schon zu 15 Mk. Bill. Bespannung 8 Alk.—Weitere Preislagen: 18, 20, 25, 30 n. 32 Mk. Emzelsaiten: 60-80 Pf. — Ferner: Trainings-und Turnierbälle, starke elegante Tenmsrahmen 13-14'/, in allen Pre lS lag en.—Außerdem: Sämtliche Ausbesserungsarbetten unter billigster Berechnung. Vergessen Sie nicht. Ihr Rakett umgehend an Erwin Feldges, Braunfels (Kr.Wetzlar), Untere Ferbornstraße 173 e., etuzuienden. Sie erhalten es m wenigen Tagen au ^brer vollsten Zufriedenheit zurück. [02757 ind'r'eTfa'g’enziehung (Dienstag) Weimarer Natarhp. 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Die Zahl der Arbeitslosen ist um fast 240 000, die der Hauptunterstühungs- empfängcr in der Arbeitslosenversicherung um rund 216 000 zurückgegangen; in der Krisenfürsorge ist noch ein leichtes Ansteigen um rund 12 000 zu verzeichnen. Aach den vorläufigen Meldungen der Arbeitsämter wurden Ende April in der Arbeitslosenversicherung rund 1 888 000 Hauptunterstühungsempfänger gezählt, womit gegenüber dem diesjährigen Höchstpunkt Mitte Februar ein Rückgang um über 700 000 eingetreten ist. Die lleberlagerung gegenüber dem Dorjahre beträgt in der Arbeitslosenversicherung nur noch 125 000. Die Krisensürsorge ist noch mit rund 902 000 Hauptuntcrstühungsempfängern belastet. Der Bestand an Arbeitslosen betrug Ende Aprii rund 4 3 8 9 0 0 0 gegenüber 4 628 000 Mitte April. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Am Frankfurter Schlachtviehmarkt hat sich auch in der abgelaufenen Woche nichts wesentliches geändert. Wenn auch die Preise zum Teil kleine Besserungen erfahren haben, fo ist die allgemeine Situation nach wie vor sehr unklar. Die Austriebe auf den einzelnen Märkten zeigten indessen überwiegend eine leichte Abnahme, doch trat eine Geschästsbelebung nicht ein. da die Aach- frage des Konsums immer noch recht schwach ist. Die trostlose Lage aus den Schweinemärkten auf allen Biehmärkten Deutschlands beeinflußt auch die übrigen Preise. 3n Viehhändler» kreisen hofft man jedoch, daß der tiefste Stand der Rinderpreise nunmehr erreicht ist, während man hinsichtlich der Schweinepreise noch immer Befürchtungen hegt. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb mit 1402 Stück etwa der gleiche wie in der Borwoche. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität, doch sind auch einige gute Tiere am Markt gewesen, für die höhere Preise erzielt werden konnten. Die Preise für Ochsen und Färsen gaben um eine Mark nach, dagegen konnten sich Dullen nach den letzten Rückgängen um 1—3 Mk. erholen. Kühe blieben unverändert. Aach ruhigem Handel verblieb etwas Ueberstand. Der Schweinemarkt, war mit 6592 Stück um fast 600 weniger beschickt. Die Preise gaben indessen doch erneut um 1—3 ML. nach, konnten sich aber am Ende der Woche wieder leicht heben. Das Geschäft war sehr schleppend, doch wurde der Markt geräumt, wobei wahrscheinlich größere Exportverkäufe mitgespielt haben. Am Kälbermarlt ergaben sich im Zusammenhang mit dem verminderten Auftrieb gegen die Vorwoche Besserungen um 2—5 Mk (1376 gegen 1566). Das Geschäft war ruhig. Für Schafe betrug der Auftrieb 154 (gegen 77 in der Vorwoche» Stück doch wurde von einer amtlichen Aotiz wiederum Abstand genommen. Die Preise lagen 1—2 Mk. höher. Aach ruhigem Handel wurde ausverkaust. Es notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mk.: Ochsen al) 45 -48, a2) 40-44, bl) 36-39. Bullen a) 40—43, b) 36-39, Kühe a) 35—38, b) 30 bis 34, c) 25—29, d) nicht notiert. Färsen a) 45 bis 48, b) 40—44, c) 36—39. Kälber b) 62—65, c) 57—61, d) 50—56. Schafe nicht notiert. Schweine b) 40—42, c) 41—43, d) 40—43, e) 40 bis 42. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am Frankfurter Getreidemarkt ergaben sich in dieser Woche keine nennenswerten Veränderungen. Die Umsatztätigkeit beschränkte sich meist nur auf den notwendigsten Bedarf, da auch der Mehl- ablah sehr zu wünschen übrig ließ. Für einige Artikel ergaben sich auch neue Besserungen. Die Ungewißheit über das Ausmaß der Zollrückvergütung bei Weizen machte sich störend bemerkbar. Angeblich soll die Rückvergütung nur in geringerem Ausmaße als angenommen, gewährt werden. Die Maßnahmen des Ministers auf Senkung des Weizenzolls in beschränktem Umfange werden kritisch beurteilt und man befürchtet, daß sie nicht hinreichen werden, die gefbannte Lage auf den Getreidemärkten zu erleichtern. InWeizen hat sich das Angebot etwas verstärkt, doch blieb der Preis mit 305 Mk. per Tonne gut behauptet. Auslandbrotgetreide lag 'bei etwas besserem Geschäft fest. Auch der Roggenmarkt verkehrte in ziemlich ruhiger Haltung, obwohl hier das Angebot ziemlich gering blieb und die Mühlen scheinbar recht schwach versorgt sind. Das angebotene Material fand schnell Unterkunft, ohne daß sich jedoch der Preis (217,50 Mk. per Tonne) verändert hätte. Hafer konnte sich im Hinblick auf die Zollerhöhung von 120 auf 160 Mk. weiter befestigen, doch war der Umsatz ebenfalls nicht groß, zumal auch von der zweiten Hand etwas billigere Offerten Vorgelegen haben. Gegen die Vorwoche ergab sich immerhin ein Gewinn von 5 Mk. per Tonne. Gerste war nur wenig angeboten und hatte sehr unregelmäßiges Geschäft. Für Braugerste wurde die Aotiz gestrichen, Industriegerste ' war zu zirka 23 Mk., und Futtergerste zu zirka 22 Mk. per Zentner angeboten. Sehr fest lag weiterhin der Futtermittelmarkt und die Preise für Kleie und Futtermehle sind weiter, erhöht worden. Das Angebot in diesen Artikeln war sehr klein. Der Umsatz jedoch gering, da die hohen Forderungen auf Widerstand der Käufer stoßen. Man verlangte für Weizenkleie 13,75 Mk., für Roggenlleie 14 bis 14,25 Mk. Auch ölhaltige Futterartikel und Rauhfuttermittel waren viel gefragt. Das Mehlgeschäft konnte sich nur für Roggenmehl etwas besser gestalten, so daß die Preise erneut 0,50 Mk. höher notierten. Es kostete Roggenmehl per Doppelzentner 30,50 bis 32,50 Mk. Für Weizenmehl ist eine unsichere Preisgestaltung eingetreten. Am Mittwoch lagen in Frankfurt Offerten der süddeutschen Mühlen vor, die um 2,50 Mk. voneinander abwichen. Die Preise lagen indessen gegen die Vorwoche unverändert. * Der Großhandelsindex im Monatsdurchschnitt April. Die vom Statistischen Reichsamt berechnete Großhandelsindex- zisfer stellt sich für den Monatsdurchschnitt April mit 113,7 um 0,2 v. H. niedriger als im Vormonat. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 108,3 (+ 1,5 v. H ), Kolonial- waren 96,9 (— 2,0 v. H ), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 104,9 (— 1,2 v. H.) und industrielle Fertigwaren 137,7 (— 0,7 v. H.). • Massenentlassungen im Rührst e r g b a u. Die Vereinigten Stahlwerke in Gelsenkirchen zeigen unter dem 30. April die Entlassung von 700 Arbeitern und 70 Angestellten auf der Zeche „Rheinelbe" an. Als Grund wird Absahmangel angegeben. Zum 30. Mai hat die Gewerkschaft „Constantin der Große" für die Kokereianlage 233 Arbeitern gekündigt. Die Gewerkschaft „Westfalen" in Hamm zeigt unter dem 1. Mai die Entlassung von 250 Arbeitern an. Frankfurter Börse. Frankfurt a, M., 9. Mai. Tendenz: freundlich, später nachgebend. Die weitere Abnahme der Arbeitslosenziffer und der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse bewirkten zu Beginn der heutigen Wochenschlußbörse eine freundliche Stimmung. Die Rede Briands in der französischen Kammer wurde zwar wegen des versöhnlichen Tones etwas günstiger kommentiert, verstimmte aber doch anderseits durch die schroffe Ablehnung des deutsch-österreichischen Zollplatts, weil man auf der Genfer Tagung dadurch heftige Auseinandersetzungen befürchtet, und man ein Zustandekommen des Projekts für sehr schwierig hält. Auch die außerordentlich angespannte Finanzlage in Preußen nach den Ausführungen des preußi- chen Finanzministers Höpker-Aschoff wurde tark beachtet. Das perfekt gewordene Bewag-Ge- chäft konnte nur wenig Eindruck auf die Gesamt- timmung machen. Die 'Umsatztätigkeit war sehr gering. da von der Kundschaft keine Orders Vorlagen und sich das Geschäft nur innerhalb der Kulisse, die keine Deckungen vornahm, abwickelte. Die Kurs- besserungen betrugen meist bis 1 v. H., für Spezialwerte wie AEG.. IG.-Farben. Aku und Rheinstahl von 1,5 bis 2 v. H. Fest lagen nur Geffürel, die unter Berücksichtigung des Dividendeabschlags 3 v. j). gewannen, wobei das eben erwähnte Bewag-Geschäft stimulierte. Bankaktien gut behauptet. Karstadt eröffneten 1,5 v. S). höher gaben aber später den Gewinn wieder voll her. Am Anleihemarkt blieben deutsche und ausländische Renten behauptet. Pfandbriefe still und kaum verändert. Im Verlaufe gaben die Kurse wegen der bestehenden Orderlosigkeit wieder bis 1 o. H. nach. Das Geschäft zeigte auch später keine Belebung. Am Geldmarkt blieb der Satz mit 3,5 v. H. unverändert. Der Devisenmarkt lag ohne Besonderheiten. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1985, gegen Pfund 20,4240, London gegen Reuyork 4,8643, gegen Paris 124,42, gegen Mailand 92,90, gegen Madrid 47,25, gegen Schweiz 25,24, gegen Holland 12,1025. Berliner Börse. Berlin, 9. Mai. Wie schon vormittags zu erwarten war, eröffnete die Wochenschlußbörse in fester Haltung. Eine Reihe günstiger Momente lag heute vor. Die Spekulation, die zum Teil in den letzten Tagen starke Blankoabgaben vorgenommen hatte, schritt zu Deckungen, zumal Verkaufsorders nicht vorlagen, und für verschiedene Werte sogar etwas Kaufinteresse bestand. Die gestrige Rede Briands hat, abgesehen von den Angriffen gegen die deutsch-österreichische Zollunion, doch einen versöhnlichen Ton gehabt, denn Briand hat sich rückhaltlos zu einer Friedenspolitik bekannt. Die gestrige Befestigung an der Neuyorker Börse, neue Hoffnungen auf eine Diskontermäßigung in London und Berlin, die Refultierung der Internationalen Handelskammertagung in Washington, die Annahme der Bewag- Transaktion durch die Stadtverordnetenversammlung in Berlin, vor allem aber der weitere Rückgang der Arbeitslosenziffer um fast 240 000 in der zweiten Aprilhälfte, mußte anderseits eine freundliche Stimmung Hervorrufen. Im allgemeinen konnten sich die ersten Notierungen 1 bis 2 v. H., vereinzelt bis 3 v. H. gegen gestern Mittagsschlußkurse befestigen. Schuckert. Westeregeln und Salzdetfurth, letztere mit einem 4,25-v. H.-Gewinn, waren etwas stärker gefragt. Berger konnten um 7 v. H. im Zusammenhang mit der heutigen Generalversammlung anziehen, während Svenska sich um 5 Mark und Ehade um 3 Mark befestigten. Deutsche Bank, Schubert & Sal- zer lagen dagegen 0,5 v. H. schwächer. Holzmann, Wiener Bank und Gesfürel wurden heute exklusiv Dividende notiert, letztere gewannen 4 v. H. Deutsche Anleihen tendierten fester, auch Ausländer konnten leicht anziehen. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig, doch nicht unfreundlich. Reichsschuldbuchforderungen lagen etwas höher. Der Geldmarkt lag weiter leicht. Tagesgeld 4 bis 6 v. H., Monatsgeld 5,5 bis 6,75 v. H., Blankoabgaben für Monatsgeld 5 bis 5,25 v. H., Warenwechsel 5 v. H., vereinzelt 4,9 v. H. Im Verlaufe wurde es zunächst weiter fester, später aber ruhig und leicht nachgebend. Gießener Jugendgericht. In der Aprilsihung des Gießener Jugendgerichts wirkten als Schöffen mit Frau Tilly Wacker von Wieseck und Kaufmann Gottfried Kahn von Gießen. Ein Siebzehnjähriger ist wegen Mißhandlung einer Katze anaezeigt. Er hat das ihm über den Weg gelaufene Tier verfolgt und als es in einer Spalte eines Tores steckte und nicht sogleich weiterlaufen konnte, mit beschuhten Füßen getreten. Der junge Mensch macht einen beschränkten Eindruck. Es wurden Erziehungsmaßregeln angeordnet, über die der Dormundschaftsrichter zu befinden haben wird. Ein siebzehnjähriger, bereits zweimal unter Strafaussetzung vorbestrafter junger Mensch stand unter der Anklage des Hausfriedensbruchs und der Bedrohung mit einem Verbrechen. Seine Schwester hatte an zwei Tagen unentschuldigt die Schule geschwänzt, war jedoch während dieser Zeit auf der Straße gesehen wurden. Als sie deshalb von ihrem Klassenlehrer zur Rede gestellt wurde, der ihr auch gleichzeitig darüber Vorhalt machte, daß sie an Versammlungen einer Partei teilgenommen habe, die sie nach bestehenden Vorschriften nicht habe besuchen dürfen, verließ sie unter Zurücklassung ihrer Schulbücher die Klafse. Ihre ältere Schwester, der Angeklagte und zlvei weitere junge Männer begaben sich darauf in das Schulgebäude. Dort kam es zu höchst unliebsamen Szenen, wegen deren die übrigen Angeklagten bereits bestraft worden find. Der noch sugendliche Angeklagte machte sich , später des Hausfriedensbruchs schuldig, als er auf die Aufforderung des Hausverwalters nicht sofort den Schulhof verließ. Er erhielt deshalb eine Geldstrafe von fünfzehn Mark. Wegen gleichzeitiger Bedrohung des Hcmsvcr- walters, die er jetzt in ihrem wahren Wortlaut abzuschwächen suchte, erhielt er ohne Zubilligung» einer Bewährungsfrist eine Gefängnisstrafe von zehn Tagen, da er sich in seiner Führung nicht bewährt hat und die Schulen und Lehrer vor immer wieder vorkommenden rohen Ausschreitungen in der heutigen Zeit der Iuqendver- hehung besonders geschützt werden müssen. Am preußischen Buh- und Bettag wurden schon mehrfach Ausschreitungen in Gießen beobachtet. Im vergangenen Jahre war der Wartesaal dritter Klasse des Bahnhofs Tummelplatz radau- lustiger Elemente. Die Dahnbeamten mußten am späten Abend polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen. Ein jugendlicher, leicht erregbarer Mensch weigerte sich, einem Polizeibeamten seine Personalien anzugeben. Bei der Sistierung zur Wache leistete er Widerstand und schlug dem Polizeibeamten gegen die Brust. Heute bedauerte er seine Handlungsweise, die er mit feiner Erregbarkeit und angeblichen Schmerzen, die ihm bei der Brechung seines Widerstandes verursacht worden seien, zu entschuldigen suchte. Es wurde auf eine Gefängnis st rafe erkannt und ihm eine vierjährige Bewährungsfrist zugebilligt. Bon der Anordnung von Erziehungsmahregeln wurde nach Lage des Falles angesehen. Amtsgericht Gießen. Eine durch die „Oberhessische Volkszeitung" begangene Beleidigung durch das Gemeinderatsmitglied Redakteur Bremer in Wieseck sand vor dem Einzelrichier im Woge des Privatklageverfahrens ihre Sühne. Der Teil der „Ober- hessischen Volkszeitung", für den der angeklagte Redakteur Bremer verantwortlich zeichnet, enthielt eine abfällige Schilderung des Verhaltens des angeblich als Unternehmer an dem Verhandlungsgegenstand beteiligten Privatllägers, Gemeinderatsmitglied Karl Seibert in Wiesrck, in einer Gemeinderatssihung, in der über eine Submission der Gemeinde zwecks Belieferung mit Materialien beraten wurde. Die Kritik hierüber war nach Ansicht des Gerichts eine berechtigte; sie enthielt aber auch ein abfälliges Werturteil über die Person des Privatklägers als Gemeinderatsmitglied, in der der Form und den Umständen nach gemäß §§ 185,192 RStGD. eine Beleidigung zu erblicken und eine Wahrung berechtigter Interessen nicht zu finden war, insbesondere, weil der Artikel in nicht mißverständlicher Weise darauf hinwies, daß der Privatkläger ja bei seiner Einführung Unparteilichkeit geloot, aber wohl schon damals — von vornherein bei Eintritt in sein Amt — gewußt habe, was er wollte, also seine Gemeinderatstätigkeit für eigene Zwecke einsehen. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von 20 Mark. Auch wurde dem Privatkläger Seibert die Befugnis zugesprochen, den Urteilstenor in der „Oberhessischen Volkszeitung" an derselben Stelle und in demselben Format, in dem der beleidigende Artikel erschienen ist. auf Kosten des Angeklagten zu veröffentlichen. Spiclplau der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 10. Mai, 15 bis 18 Uhr: Der Zigeunerbaron. 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der Troubadour. Montag, 11. Mai, 19.30 bis 22.30 Uhr: Viktoria und 'ihr Husar. Dienstag, 12. Mai, 20 bis 22.45 Uhr: Fidelio. Mittwoch, 13. Mai, 20 bis gegen 22.30 Uhr: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Donnerstag, 14. Mai, 19.30 bis gegen 22.30 Uhr: Undine. Freitag, 15. Mai. 20 bis nach 22 Uhr: Wozzeck. Samstag, 16. Mai, 19 bis 23.30 Uhr: Lohengrin. Sonntag, 17. Mai, 11.30 bis gegen 13 Uhr: Tanzmatinee: Riddy Impekoven. 19.30 bis gegen 22.30 Uhr: Undine. Schauspielhaus. Sonntag, 10. Mai, 20 bis nach 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Montag, 11. Mai, 20 bis 22.30 Uhr: Grand Hotel. Dienstag, 12. Mai, 20 bis nach 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Mittwoch, 13. Mai, 20 bis nach 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Donnerstag, 14. Mai, 20 bis gegen 23 Uhr: Elisabeth von England. Freitag, 51. Mai, 20 bis gegen 22 Uhr: Fenster. Sonntag, 17. Mai, 11 bis gegen 13.30 Uhr: Szenenaufführung mit Orchester und Opernschule. 20 bis nach 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. 5ranlfuri a. 3)1. Berlin Schluß« furd l«Uhr« nm Schluß« kurS Anfang» Kurs Datum 8.5. 9.5. 8.5. 9.5. 6% Deutlche Reichs anleih« von 1927 ......... 84,75 84,7 _ 7% Dcullche RelchSanIcihe von 1929 ......... 100 100,1 _ Dcullche Anl.-Ablöl.-Schuld mti Ansiof. Rechlen...... 55,9 56 55,8 56 DeSgt. ohne Slutloi.-Rcchle . . 5,2 — 5,3 5,75 6% Hell. Slolf? float von 1929 (rüdtablb. 102%)...... Oberheffen Provinz. Anleihe mli Ouelol.-iHcdncn..... 95,5 _ 95,75 55,5 _ _ Dcullche Komm. Sammelnd l. Anleihe Serie 1 ... 54,5 — 54,6 _ 8% fircnll. Htzp.-Bant Goldpse XIII untündbar bis 1934 . 101,25 _ _ _ 7% fttanll. 0nv.-Aant Soldpfe nnlünhbat bis 1932 95,5 _ _ _ 4F>% Rbeinllche Hvp.-Bank ßiqii. Golopfe........ 91,15 _ —- _ 8% Pr. £'anDeWantbriefaniialt, Pfandbriefe R. >A 100,5 100,5 _ 8% Pr L'anotöpiancbriefanfialt, ftomm.-übl. l)t. 20 . . . _ _ _ _ 7% Pr. Sanbeoplanbbriefanflalt, Plaiidbricse R 21 96,5 _ 96,5 _ fl.Q.O). abfl. BonriegS-Obligationen. rückzahlbar 1932 — — — — 4% Oelterrelchilche OolDrente . . 22,25 _ 22,6 _ 4,20% Oeflcrreichilche Silberrenke 2,2 — 2,35 4% Oeflerreichilche Einheitliche Renke _ _ 4% Ungarifche Goldrente .... 18,5 — 18,7 18,75 4% Ungariiche SlaalSrenie v. 1910 15,8 — — — 4y,% deSgl. von 1913 — — 16,2 — 1% Ungariiche Kronen renke . . — —— — 4% Türlilche Zollanleche von 1911 4 — — — 4% Türtiiche Bagbadbabn-Anl Serie 1 4 — _ 4 4% beSgi. Serie II 4 — — — 5% Rumänische veretnh. Rente von 1903 . . 8,25 _ 8,2 _ 4K% Rumönifche veretnh. Renke von 1913 .......... 14.85 _ 15 15 1% Rumänttche veretnh. Rente 6,4 6,5 6,45 6,4 i Frankfurt a. Dl. | Berlin Schluß« lurS t.llhr« Kurs Schluß« lurS Anfang- Kurs Datum 8.5. 9.5. 8.5. 9.5. Hamburg-Amenka Paket . . . 7 56,75 56,5 56,13 56,13 Hamburg-Südam. Dampflchifl . 6 Han>a Dampfschiff . « • • 10 — 79 — Norddeutscher Lloyd ... . 8 57,25 — 57,13 57,25 Allgemeine DeukfcheCrebftanst. 10 — — Barmer Bankverein . . 10 — —— — Berliner HandelSgefellfchaft 12 118 — 118,5 119 Commerz» und Privak»Aank . 11 106,5 106,75 106,5 106,75 Tarmilädler und 9?ationalban! 12 132 — 132 132,65 Deutsche Bank und DtSconlo-ÄeleUlchatl, . . . 10 103,5 — 103,5 103 Dresdner Bank...... 10 103,5 103,5 103,25 103,5 Retchsbank........ 12 — 148,75 149,75 A.E.G......... . 8 100 102 100,5 102 Bergmann........ . 9 — — 80 — Elekir. Lteferungrgefellfchaft. 10 —- — 112,75 112 Lichi und Krasl...... 10 116,5 — 116,25 118 stellen & Guilleaume . . . IVi 81 —— 81 — Gelellichall für Eiektriiche Unternehmungen .... 10 118,75 — 117,75 113 Hamburger ElekkrizitätS-Werte 10 — — —— iitk-iniiche Elektrizität . . . . 9 — — 113,5 — Schlochche Elektrizität. . . . 10 — — —- — Schuckcn L Co....... 11 — 138 137 138 Lienens L Halske..... 16 161,5 162 164.5 Iraneraoio........ . 8 — — vabm-Der & Co....... 10 R5 — 124,25 — Buderus......... . 6 46 — — — Denktche Erdöl...... . 6 68,25 69 diener Steinkohle ..... . 8 — —- — — Gelienkirchenek...... . 8 75 — 74,25 75,5 Harvencr. ...... . 0 65 — 64,5 — Hoolch Eilen........ evi — — 59,75 59,75 Iile Bergbau....... 10 — — 173 173 Klöcknecwerke ...... . ( 61 — 60,13 —— Köln-Neueffen....... . 7 — 66 —— Manncdmann-Rohre» . . . . 7 72 — 71,75 73,5 Mansfelder Bergbau .... . 7 34 — 34 34,4 ßbcrfdilci. Giienbvöatf . . . . 5 — — — — Lberlchlel. Kaliwerke ... . 7 — — 72,25 73,75 Phönix Bergbau .... ey, 51,5 — 52 53,5 Rbeinllche Braunkohlen . . 10 — 159 161,5 Rheimlabl ....... . 6 71,5 73 71,5 72.25 Riebeck Montan...... 7,2 strankfuri a. M. Berlin Schlußkurs 1-llhr- Kur- Schluß«: Anfang, kur- Kurs Datum 8.5. 9.5. 8.5. 3.5. Bereinigte Stahlwerke . 50,5 50.5 50 51,25 Ötavt Minen..... 16'/. —- 28,4 28,65 Kaliwerke Aschersleben . e . 10 140 — 140 - Kaliwerke Westeregeln . • . 10 143 — 142,5 145.5 Kaliwerke Salzdetfurth . - . 15 214,5 217 214,25 218,5 K. Yarben-Jnvustrie . . 12 143,5 144,75 143 145 Dunamtt Nobel .... . . 6 Scheideanstalt..... . . 9 128,5 129 — — Koidlchmivi . . . . . . . 5 42,25 42 — RülgerSwerke..... . . 6 49,25 — 49,25 50 Metallgefellfchast. . . . . . 8 68,5 — 63,25 Phllivv Hohmann . . . . . 7 92,75 _ 94 85,75 Zementwerk Heidelberg . 10 78 — Eementwerk Karlsladt. . ■ . 10 87,5 — — —— Wavß & strevtaa . . • . . 8 27 26,5 — — Schultheis Patzenhofer . . 15 _ _ 149,5 151,5 Cftroerle....... . 12 —— — Aku........ e . 18 80,5 82,5 80.25 82.5 Bemberg....... M . 14 94 — 94 95,75 ZellNoff Dalbbol . . . 13*/. — __ 85,13 87 Zellstoff Afchassenburg . . 12 — — 79 Charlottenburger Wasser e . . 8 — — -1— Teijauet Gas . ... . . 9 -— — 127,25 129 Daimler Motoren . . . ■ . . o 28 — 28,75 28,75 Deutsche Linoleum . . M ■ . . 79,5 — 78,5 80 Maschinenbau A.-G. . . . . 0 — Nat. Automobil ... . . 0 — — — _ Ctenftein & koppel . . • . . 6 — — 44,75 45,25 Leonhard Tietz .... . 10 105 - 105,5 SvenSka . . . 238 — 238 243 strankfurter Malchiner» . . . 4 14,65 — 15,13 _ Gritzner....... . . 6 35,5 34 - Hevligenstaedl . . . . . . 0 -__ Iunghan,...... . . 6 — - _ _ Lechwerke....... . . 8 _ _ _ Mainkraftwerke Höchst a. M. . . 8 65 — — — iviiag • . . . - . 10 — - - _ ®ebr. Roeder .... . 10 _ _ _ Boigt S Haeffner . . . . . 9 _ _ _ _ Süddeutsche Zucker . . • . 10 117 117,5 116,75 — Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin, 8 . Mai Kclb I Brief Amerikanische Noten...... 4.179 4,199 Belgifche Noten. ....... 58.13 58,37 Dänische Noten ........ 112.05 112,49 Englische Noten........ 20,36 20,44 stranzosische Noten....... 16,377 16,437 HoUändifche Noten....... 168,16 168,84 Ktalienifche Noten........ 22,01 22,09 Norwegische Noten....... 112,03 112,47 Deutlch.Oesterreich, i 100 Schilling 58,97 59,15 Rumänttche Noten....... 2,48 2,50 Schwedische Skaten....... 112,14 112,58 Cck>weiier Noten........ 80,74 81,06 Spanische Noten........ 41,32 41,98 Dchechoslowakilche Roten..... 12,41 12,47 Ungariiche Noten ..... 73,00 73,30 8. Mai 9 Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung meld Brief Geld | Bries Amlt^Rott. 168,61 168,95 168,54 168,88 Buen.-Aires 1.303 1,317 1.318 1,322 Brsi-Iintw- 58.335 58,455 58.325 58,445 Gbriftiania • 112,32 112,54 112.32 112,54 -Kopenhagen 112,31 112,53 112.29 112,51 Stockholm . 112,45 112,67 112.44 112,66 Heliingfors. 10,556 10,576 10,556 10,576 yialten . . . 21.96 22,00 21,955 21,995 London. . . 20,404 20,444 20,403 20,443 Wcunort . . 4,1950 4,2030 4,195 4,203 Paris. . . . 16,391 16,431 16,394 16,434 Schweiz .. 80,82 80,98 80,835 80,995 Spanien . . 42.78 42,86 43,21 43,29 Japan . . . 2.075 2,079 2,075 2,079 'Mio de Ian. 0,274 0,276 0,259 0,262 Wien in D-« Ceft. abfleft 59,02 59,14 59,01 59,13 Prag . . . 12,427 12,447 12,425 12,445 Belgrad . . 7,381 7,295 7.383 7,397 Puoav.'st. . 73,16 73,30 73,15 73,29 Biiu.arien . 3,037 3,043 3.037 3,043 Lissabon 18,85 18,89 18.87 18,91 Danzig. . . 81,57 81,73 81,55 81,71 fionfiaium. 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen 5,441 5,451 5.437 5,447 Kanada 4,192 4,200 4,192 4.200 Uru uav. . 2,607 2.613 2.607 2,613 Kairo - . . 20,92 20,96 20,92 20,96 Markt 16 MMR abtuneben. 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Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Mittwoch, dem 20.Mai 1931, vormittags 10% Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Zuschlagsfrist drei Wochen, freie Auswahl bleibt vorbehalten. 3251D Gießen, den 5. Mai 1931. Hessisches Kulturbauamt Gießen. H. Steinbach, Regierungsbaurat. )V.,.r •* tw. ä; ..... . ... -A .. ........ . Morgen kommt die^ Ausstellung: 11. Mai, nachmittags, u. 12. Mai, vormittags, auf dem Brandplatz 3283A auf 6,5x9- 4x6,5 cm Papier zu 15 Pf. 5x7,s cm Grau- und M WIM Weiß-Stück ■Bk ■ von bester Quali- ■ ■ MM lät und größter ■ w W ■ ■ M Ergiebigkeit zu billigstem Preis C. 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