Ur. 107 Erstes Blatt 181. Jahrgang Aeitag, 8. Mai 1931 Eriche in» lüglich, außer Bonntags und Feiertag» Beilagen Die Onuftriertt Vtetzener Familienblättu Setmai im Bild Die Scholle Monat,.Sezugrvretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 8ern|pred)an|d?lüfle anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Bnjetger Siesten. Postscheckkonto: Srawffurlam Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS und Verlag: vrühl'sche UniversitStr-vuch- und Zteindruckeret TL Lange in Sieben. 8christleitung und Geschäftrstelle: Schulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u,a mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Dietzen. Frankreichs Generalangriff gegen das Zollabkommen Europa am Scheidewege. Die Rede Briands vor der Kammer wird den dramatischen Höhepunkt des Trommelfeuers Hilden, das nun schon seit Wochen auf Deutschland liegt, sie soll unsere Stellung sturmreif machen, damit die Diplomaten der Sieger- stcvaten dann in Genf um so leichtere Arbeit haben. Wir glauben allerdings, daß Briand sich seine Aufgabe doch etwas zu einfach vorstellt. Gewiß, er wird bei seinen Freunden einen großen Erfolg haben, er wird wahrscheinlich sogar seine Kandidatur für die Präsidents chaft der französischen Republik aufstellen. Womit aber eigentlich nur erwiesen wäre, daß wir von einer Kursschwankung in Frankreich nichts zu erwarten haben, weil in dem einen Punkte der Einstellung Deutschland gegenüber alle Parteien ziemlich einig sind, einschließlich des «Friedensfreundes" Briand. Wir dürfen uns auch nicht im Unklaren darüber sein, daß vorläufig noch die französische These nicht allein bei den französischen Vasallenstaaten, sondern auch bei den Neutralen großen Anklang findet. Für sie ist dank der unermüdlichen Pressepropaganda Deutschland auch heute noch der Störenfried. Aber hier wenigstens arbeitet die Zeit für uns. Es kann nicht allzu lange mehr dauern, bis der ganzen Welt einleuchtet, daß die tiefste Ursache der Krankheit, an der gegenwärtig alle Wirtschaften zu leiden haben, in der Behandlung de s R eparationsproblems liegt und dah deshalb eine Abänderung nicht nur int deutschen Interesse erforderlich ist sondern mindestens ebenso sehr im Interesse aller Staaten, die mit uns Handel treiben und die infolgedessen dauernd in den Wirbel krisenhafter Erschütterungen hineingezogen werden. Eine langsame Besserung kann eingeleitet werden auf zwei Wegen; einmal durch eine verständige Abrüstung, die der Kriegspsychose ein Ende bereitet und Kapitalienfreimacht, die jetzt nur zu unwirtschaftlichen Zwecken verschwendet werden. Zum andern aber auch durch die deutsch-österreichische Handelsunion, die der erste praktische Versuch ist, aus der Zerrissenheit des Nachkriegseuropa wiedereineinheit- liches Wirtschaftsgebilde zu schaffen und die verheerenden Folgen einer rein politisch-nationalistisch beeinflußten Grenzziehung auszugleichen. Was Briand in feinen Paneuropaplänen dagegen setzt, ist nichts als schöne Theorie, soll ja auch vom französischen Standpunkt aus nichts weiter sein, weil die ganze Pariser Politik darauf abgestellt ist, alle Aenderungen eines Systems der französischen Hegemonie in Europa zu verhindern. Unbegreiflich nur, daß diese Zusammenhänge den klugen Diplomaten in Rom und in London noch nicht klar sind, vielleicht weil der Mut fehlt, gegen den französischen Druck zu kämpfen. Aber es ist doch schon ein leiser Fortschritt, dah die Kleine Entente wenigstens vorläufig Briand die Gefolgschaft verweigert hat, bei ihr der wirtschaftliche Zwang die politische Phantasie bereits überwunden hat. Und das ist immerhin • ein kleiner Hoffnungsschimmer für lHenf. Beginn der Pariser Kammerdevatie. Die Zollunion ein Tonnerschlag gegen die französische Hegemonie. Paris, 7. Mai. (TU.) Die langerwartete große Anschluß-Aussprache in der französischen Kammer begann am Donnerstagnachmittag vor schwach besetztem Hause. Auf der Pressetribüne und im Saal herrschte eine merkwürdig uninteressierte Stimmung. Diese Tatsache war zweifellos darauf zurückzuführen, daß die von den Interpellanten vorgebrachten Gründe gegen die Zollunion durch die endlose Behandlung dieses Themas in der Presse jede Originalität eingeb üh t hatten. Sogar in den Redewendungen spiegelten sich die Leitartikel der letzten Wochen deutlich wieder. Der Beifall war dementsprechend matt, und man kann jetzt schon feststellen, dah sich das ganze Interesse auf die erst am Freitagnachmittag erfolgende Rede Driands konzentriert. Als erster Interpellant bestieg R o g a r o (Ra- dikalsozialist) die Rednertribüne. Seine Ausführungen gipfelten darin, dah die deutsch-österreichische Zollunion, die man für eine wirtschaftliche Maßnahme ausgeben wolle, in Wirk - Ijchkeit eine politische Aktion sei, die zu einer Arbeitslosenkrise in Oesterreich führen müsse. — Der Präsident des Zollausschusses, Fougere (Tardieu-Gruppe) stellte die Behauptung auf, dah die Zollunion den Friedensverträgen und dem Genfer Protokoll widerspreche. Der französische Außenminister müsse dem deutsch-österreichischen Abkommen ein energisches „N o n possumus“ entgegensetzen und auf das Fallenlassen des Planes bestehen. Vbarnegarah (Marin-Gruppe) meinte,das deutsch-österreichische Abkommen könne man als einen plötzlichen brutalen Donnerschlag bezeichnen. Es stehe im direkten Widerspruch zu sämtlichen Verträgen und sei das waghalsig st eälnternehmen, das feit den Friedensschlüssen in Europa überhaupt zu verzeichnen sei. Das Abkommen sei eine Unhöflichkeit gegenüber Briand, da dieser seit zehn Iahren nie versäumt habe, mit den Vertretern Deutschlands zusammenzuarbeiten, um die beiden Länder einander näherzÄringen. Die diplomatischen Vertreter Frankreichs in Wien und Berlin hätten nichts gehört und nichts gesehen. Und man müsse sich wundern, dah sie heute noch auf ihrem Posten sähen. Der Traum Deutschlands, aus Oesterreich einen Vasallen zu machen, stamme nicht von heute. Schon 1918 habe der deutsche mit dem österreichischen Kaiser ein Abkommen unterzeichnet, wonach beide Lander sich verpflichteten, ihre gegenseitigen Zollgrenzen abzufchafsen. Unverständlich sei, wie der österreichische Bundeskanzler das Abkommen habe unterzeichnen können, ohne vorher die österreichischen Wirtschaftskreise zu hören. Ls sei sehr wohl möglich, dah er einer Drohung nachgegeben habe, die an Sadowa und den Schatten Bismarcks erinnert habe. Als Beherrscher Oesterreichs werde Deutschland sehr rasch Beherrscher Europas werden. Dem Namen nach sei das Reich republikanisch. In Wirklichkeit aber diktatorisch und als solches habe es den Traum eines Mitteleuropas wiederaufgenommen. Wenn Frankreich dies nicht verhindere, werde man recht bald einem Deutschland gegenüberstehen. das auf dem Schlachtfelde besiegt, den Siegern seinen willen auszwinge. Als Pbarnegaran seiner Enttäuschung über die die gleichgültige Haltung Englands und Italiens zum deutsch-österreichischen Zoll- angleichungsprojekt Ausdruck gab, griff Briand in die Debatte ein und erklärte, der englische Außenminister Henderson habe in Paris verlangt, daß die ganze Angelgenheit vor den Völkerbund gebracht werden solle. In dieser Forderung sehe er weder eine unfreundliche Geste, noch den Wunsch Englands, mit Frankreich zu brechen. Italien habe den Zusammentritt des 1922 eingesetzten Finanzkontrollausschusses verlangt. In allen diesen Fragen herrsche völlige Einigkeit, und man müsse feststellen, daß die übrigen Alliierten um Frankreich einen engen Kreis der Solidarität geschlossen hätten. Man werde erkennen, daß Frankreich keineswegs isoliert dastehe. Vor der Rede Briands. Hilfsaktion für die Präfidenifchafts» Kandidatur. Paris, 8. Mai. (WTD. Funkspruch.) Die heutige Kammerdebatte dürfte etwas lebhafter verlaufen als die gestrige. Es werden sprechen als Interpellanten Franklin Bouillon, der Maginot-Fraktion angehörend« blinde Abgeordnete S c a p i n i, dem der erst vor kurzem gewählte und bei den Sozialredublikanern eingeschriebene blinde Abgeordnete Thibault folgen wird. Auch Louis Marin dürfte im Verlauf der Debatte das Wort ergreifen, jedenfalls auch Her- rivt. Briands Rede wird gegen 17 Ahr erwartet. Man glaubt, daß eine Rachtsihung notwendig sein wird. — Der offiziöse „Petit Pari- sien" ertiärt heute wieder, schon jetzt stehe fest, daß sich eine bedeutende Mehrheit für d i e R e g i e r u n g s p v l i t i k, d. h. für die Politik Briands, zusammenfinden werde. Briand werde die Kammer auffordern, sich ganz klar für oder gegen seine Politik zu entscheiden. Laval werde sich zweifellos veranlaßt sehen, eine Solidaritätserklärung des Kabinetts für den Außenminister abzugeben. In politischen Kreisen wird hervorgehoben, daß sich die bevorstehende Aussprache im Grunde viel weniger auf die deutsch-österreichische Zollunion als auf die heiß umstrittene Person Briands und seiner Kandidatur für die Staatspräsidentschaft beziehen werde. Es gehe also in erster Linie um den Mann und erst in zweiter Linie um die französisch« Außenpolitik. Darüber seien sich sowohl die Linke wie die Rechte vollkommen einig. Don Briands feindlicher Seite wird hinzugefügt, dah der Außenminister in der Präsidentschaft sowohl die Krönung seines Werkes als auch eine Art „Zuflucht" suche. Er habe seine Kammerrede durch einen zielbewuht durchgeführten Pressefeldzug mit äußerstem Geschick vorbereitet. Dieser Pressefeldzug wolle die Dinge so darstel- len, daß Oesterreich den Anschluhgedanken bereits aufgegeben habe und daß der Gegenplan Driand-Benesch allen wirtschaftlichen Bedürfnissen sowie den französischen Interessen gerecht wexde. Oie Abrüstungskonferenz. Wer wird Präsident werden? Genf, 7.Mai. (TU.) Wie in hiesigen gut unterrichteten Kreisen verlautet, hat sich die Mehrzahl der im Völkerbundsrat vertretenen Regierungen bereits fürdieWahldeseng- lischen Außenministers Henderson zum Präsidenten der Abrüstungskonferenz ausgesprochen. Die Unterstützung Hendersons durch die deutsche und italienische Regierung gilt als gesichert. Dagegen verlautet, dah sich die französischeRegieru ng der Wahl Hendersons widersehen und von neuem B e n e s ch in Vorschlag bringen will. Sollte infolgedessen ein einstimmiger Beschluß des Rates nicht zustandekommen, so dürfte die Wahl auf einen neutralen Vertreter fallen. Als Kandidaten werden hier der frühere holländische Außenminister van Karnebeek sowie der Präsident der letzten Zvllwaffenftlllstandskonfe- renz, E o l l i j n genannt Der Rat wird ferner auf der Mai-Tagung endgültig über den Ort der Abrüstungskonferenz entscheiden. Seit dem Umsturz in Spanien haben sich die Aussichten für Barcelona wesentlich vermindert, so daß hier damit gerechnet wird, daß der Völkerbund die Abrüstungskonierenz nach Genf einberust. Der in der ausländischen Presse von neuem viel erörterte Vorschlag, die Abrüstungskonferenz infolge der italienisch - französischen Flottenverhandlungen aus einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wird hier entschieden abgelehnt. Oie Flottenverhandlungen kommen nicht voran. London, 7. Mai. (TU.) Die Flottensachverständigen Englands, Italiens und Frankreichs sind am Donnerstag wieder zu einer Sitzung zusammengetreten. Massigli beschränkte sich darauf, den Standpunkt des Quai d'Orsey zu dem letzten Rotenaustausch der drei Mächte Washington, 8. Mai. Auf der Tagung der Internationalen Handelskammer erklärte zum Thema Warenverteilung der Präsident der Breslauer Handelskammer, Dr. Grund: In Deutschland sei die „Handelsspanne" immer noch zu groß, da die Hälfte der „Konsumenten-Dollar über den Laden-Tisch gehe". Die von den Produzenten in deutsche Läger eingelieferten Waren hätten einen Einkaufswert von 19 Milliarden, während sie für 28,5 Milliarden verkauft würden. Der Bruttogewinn von 9,5 Milliarden werde zu zwei Drittel von den Ver- teilungskosten aufgezehrt. Hier bestehe die Rotwendigkeit weitgehender Rativna- lisierun g. Zu dem Thema „Detailhandel und Derkaufs- vrganisation" stellte der Präsident der Vereinigung amerikanischer Warenhäuser, Kelly, fest, daß man in den Vereinigten Staaten eine Preisfestsetzung für Markenartikel allgemein ablehne, weil das sowohl den Absatz erschwere wie die Lebenshaltung verteuere. Der Fabrikant schlage zwar einen Einheitspreis vor, aber niemand brauche sich danach zu richten, und die Organisationen der Arbeitnehmer, Farmer und Detail- Händler hätten bisher den Erlaß gesetzlicher Bestimmungen zur Festsetzung der Preise zu verhindern gewußt. — Lord Pavenham betont« den außer'ordentlichen Wert guter, nachdrücklicher und ständiger Reklame für den Absatz von Markenartikeln. Eine richtige Reklame werde selbst in diesen schwere» Zeiten zur Räumung der überfüllten Läger beitragen. — Der Präsident der faschistischen Han- delsvercinigung in Rom, Santini, empfahl ein ‘Berlin, 7.Mal. (TU.) 3n letzter Zeil ist Ins- besondere in der ausländischen Presse die A u f - rollung der Reparationsfrage als unmittelbar bevorstehend bezeichnet worden. Diese Mutmaßungen gehen, wie von zuständiger Stelle in Berlin erklärt wird, zweifellos auf die Aussprache über diese Angelegenheit vor der zur Zeit in Washington staltsindenden Tagung der Internationalen Handelskammer zurück. In Berlin wird eindeutig darauf hingewiesen, dah im Reichskabinett ein Beschluh oder ein endgültiges Urteil darüber, ob, wann oder wie die Reparationsfrage in Angriff genommen werden foU, nicht oorliege. Besonders französische Zeitungen haben sich in der Behauptung hervorgetan, dah die bevorstehende englisch-deutsche Zusamrnenkunsl in Ehequers in dieser Hinsicht ein Ergebnis bringen werde. Diese Behauptung wird in Berlin als völlig abwegig und als Versuch bezeichnet, die deutsch-englische Ministerzusammenkunft von vornherein zu stören. Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers fand heute eine längere Besprechung statt, die sich mit den Einsparungen am Etat beschästigte. Anher dem Reichsfinanz, und dem Reichsarbeitsminister nahmen auch die zuständigen Abteilungsleiter der beiden Ministerien an der Konferenz (eil Die Besprechungen müssen noch weitergeführt werden. Die nächste Sitzung des Reichskabinetts wird voraussichtlich am Samstag ftattfinden. Sie wird lediglich den auhenpolitifchen Fragen gewidmet fein, die durch die bevorstehende Tagung des europäischen Studienkomitees und des Völkerbundsrates in Genf aufgeworfen werden. Der Samstag gilt in unterrichteten Kreisen als letzter Termin für die Behandlung der Auhenpolitik, da in den ersten Tagen der kommenden Woche einige Mitglieder des Reichskabinetts nicht In Berlin anwesend sein roer- mündlich darzulegen. Der bisherige Schriftwechsel in dieser Angelegenheit, so sagte eine amtliche Verlautbarung, zeige deutlich den ernsten Wunsch der drei Regierungen, die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu überwinden. In dieser Richtung werde der mündliche Meinungsaustausch fortgesetzt werden. Man erwart«, dah die Zusammenkunft in Genf Gelegenheit zu direkten Besprechungen dieser Angelegenheit zwischen den Außenministern der drei Länder geben werde. Tatsächlich dürfte Massigli den Versuch gemacht haben, den englischen^, und italienischen Vertretern nachzuweisen, daß die Denkschriften ihrer Regierungen es an Logik fehlen liehen. Wie verlautet, ist Frankreich bisher noch zu keinen Konzessionen bereit. Infolgedessen wird in London mit einem weiteren Meinungsaustausch vor der Genfer Zusammenlunst nicht mehr gerechnet. Die französischen und italienischen Sachverständigen werden London in Kürze verlassen. Einige von ihnen werden nach Genf reisen. Man macht keinen Hehl daraus, dah der wenig zufriedenstellende Stand der Flot- I tenverhandlungen Hendersons Absichten auf Erörterung der mit der Abrüstungskonferenz zusammenhängenden Fragen in Genf wesentlich Abbruch tut. eingehendes Studium der Abfatzrnethv- den sowohl für Markenartikel wie für Spezialartikel durch Fabriken, Postversandhäuser, Warenhäuser und Detaillisten In beiden Fällen mühte noch viel reformiert werden, um den vorhandenen Bedarf aufzufpüren. Bor allem müsse eine weitere Prissenkung der Fertigwaren erfolgen in entsprechendem Verhältnis zum Preissturz der Rohstoffe und der Halbfertigwaren. Kommerzienrat Vogel, der Präsident der Chemnitzer Handelskammer, hielt ein Referat Über die Arbeitslosigkeit in Europa, die alles früher Dagewesene überschreite und indirekt alle Kreise schwer treffe. Das Mißverhältnis zwischen Arbeitsgelegenheit und Arbeitsangebot habe sich in letzter Zeit noch verschärft durch di« Einschränkung der Auswanderung, die fast einer völligen Aussperrung gleichkomme, besonders für die Deutschen, denen kein Uebersee- gebiet zur Kolonisierung zur Verfügung stehe. Dazu komme die Tendenz der meisten Länder, ihre Handelspolitik nicht auf den wirtschaftlichen Ausgleich der Krise, sondern auf d i e nationale Autarkie einzustellen. Für di« kapitalarmen Länder wie Deutschland bedeute dies ein ungeheures Handicap. Das wichtigst« sei eine internationale Zusammenarbeit in der Weise, daß man die Ka^italbewegung wieder auf rein wirtschaftliche Grundlagen stelle, die Einwanderung wieder in höherem Maße zulasse und übertrieben hohe Schutzzölle ermäßige. Denn letzten Endes hänge die Prosperität des einen Landes von der Kaufkraft des anderen ab. den und am Mittwoch der kommenden Woche d i e deutsche Abordnung nach Genf abreifen muh. Wit der Erledigung der sozialpolitischen und finanzpolitischen Reformen rechnet man auf jeden Fall nicht mehr vor den Genfer Tagungen, von gut unterrichteter Seite verlautet, dah die Reichs- regierung damit sogar bis zur Rückkehr des Reichskanzlers und Außenministers aus Ehequers ro a r - t e n wolle. Wo stehen wir? Tingeldcy über de« Brüning-Kurs. Berlin, 7. Mai. (TU.) Im Reichsausschuh für Handel und Industrie erklärte der Führer der Deutschen Dollspartei, Abg. D i n g e l d e y : Wir sehen heute die Folgen der Irrlehren, die den einzelnen immer mehr von derVerantwvr- tungweggeführt haben, fo dah sich die meisten nur als An gehörige des Versorgungsstaates fühlen. Die nationalsozialistische Parier ist ein erschütternder Beweis dafür, wie groß die Gleichgültigkeit an der Verantwortung geworden ist. Wir müssen das Voll wieder zu klarem privatwirtschaftlichem Denken zu - rückführen. Auf die politisch-parlamentarische Kräfte setze ich nur geringe Hoffnung. Bei diesen Verhältnissen können wir die Rettung nur darin sehen, daß Männer vorhanden sind, die bereit sind, ihren Weg aus eigener Verantwortung heraus zu gehen. Massenversammlungen können unser Schicksal nicht wenden. Bei aller Anerkennung, daß Tempo und Maß da und dort hinter dem sachlich Gebotenen zurückbleiben, ist gegenwärtig in Deutschland kein« politische Persönlichkeit zu finden, die an di« Stelle des gegenwärtigen Reichskanzlers treten kann. Entscheidend ist heute allein das Zusammenwirken von Männern, die sich über di« Diagnose und Therapie einig sind. Di« Warenverleilung und Absahorganisalion. Die Beratungen der Internationalen Handelskammer. Die Aeparalionssrage wild noch nicht angeschnitten Das Arbeitsprogramm des Reichskabinetts. - Vorbereitungen für Genf. eigentliche Bewährungsprobe stehtbevvr. Die Maßnahmen werden sicher unpopulär sein, aber wenn das Bolt die st a r k e Hand in der Führung spürt, wenn es sieht, daß diese Maßnahmen gleichzeitig auch der Defreiung vvn den außenpolitischen Fesseln dienen, dann toirb es in seinen verständigen Teilen aus eigener Lieberzeugung auch den Führern Raum geben. Eine Hitlerrede zur Landiags- waht in Oldenburg. Eutin, 7. Mai. (TU.) Aus Anlaß der bevorstehenden Landtagswahl in Oldenburg hielt die NSDAP, eine Kundgebung ab, auf der Adolf Hitler u. a. ausführte, Deutschland könne nicht gerettet werden, wenn alle nur ihr persönliches Leid sähen. Es sei völlige Idiotie, wenn der Bauer, der Arbeiter, der Handwerker oder der Beamte glaube, s i ch von dem G e sa m t s chi ck s a l ausschließen zu können, indem er nur seine Berufsinteressen im Auge habe. Es sei leicht, in einer Versammlung von Berufsständen das zu reden, was die Leute gern hören wollten. Wenn sich aber eine Bewegung erhebe, die alle Berufsschichten umfasse, dann höre die innere Unwahrhaftigkeit dieser Art politischer Propaganda auf. Hitler beschäftigte sich dann mit der Raumnot des deutschen Volkes und sagte weiter, heute gäbe es Menschen, die triumphierten, daß Rußland seinen Fünfjahresplan ausbaue, die aber vergäßen, daß sie auf dem Stempelamt die Quittung dafür erhielten. Wenn die Gegner eine Synthese zwischen Nationalismus und Sozialismus und eine Gemeinschaft zwischen Bürger und Arbeiter verneinten, dann sei die Zukunft des deutschen Volkes Wahnsinn. Danzig vor demMkerbundsral. Der Bericht Gravinas. — Eine Aussprache soll verhindert werden. Genf. 7. Mai. (TU.) Der große Bericht, den der Danziger Völkerbundskommissar GrafGra- v i n a dem Generalsekretär über die Beziehungen zwischen Danzig und Polen übersandt hat, ist nunmehr amtlich auf die Tagesordnung der Mai-Tagung des Völkerbunds« rates gesetzt worden. Der Bericht soll erst kurz vor dem Beginn der Ratsverhandlungen den Regierungen übermittelt werden. Lieber die Behandlung des Berichtes im Völkerbundsrat haben eingehende Verhandlungen zwischen dem Generalsekretär und dem Grafen Granina stattgefunden, der während der Ratstagung in Genf anwesend sein wird. Lieber den Inhalt dieses Berichtes wird bekannt, daß der Danziger Völkerbundskommissar darin in allen Einzelheiten die Vorgänge behandelt, die zum Rücktritt des polnischen Kommissars Straßburger geführt haben sowie eingehend auf die gespannten Beziehungen zwischen Danzig und Polen zu sprechen kommt. Dem Bericht sind zahlreiche Anlagen beigefügt, die verschiedene polizeiliche Llntersuchun- gen der Danziger Behörden über die Tätigkeit der polnischen Vertreter in Danzig wiedergeben. Der Bericht soll, wie verlautet, für Polen belastendes Material enthalten. Wie verlautet, sind verschiedene Polen unmittelbar berührende Stellen abgeändert und Anlagen fortgelassen worden. Der Bericht soll in dieser Fassung nunmehr den Regierungen vorgelegt werden. Henderson soll als Berichterstatter für die Danziger Fragen die Absicht haben, in direkten Verhandlungen mit den Vertretern Danzigs und Polens eine Einigung über eine - Entschließung herbeizuführen, die sodann vom * Dölkerbundsrat ohne Aussprache angenom- men werden soll. Offenbar wird hierbei die Absicht verfolgt, eine grundsätzliche politische Aussprache über die Danziger Fragen vor dem Rat zu verhindere Es erscheint jedoch fraglich, ob diese Methode den deutschen Interessen entspricht. Es dürfte vielmehr durchaus zweckmäßig sein, daß die bisher von Polen eingeschlagene Haltung gegenüber Danzig vor dem VölkerbundS- rat in aller Breite aufgerollt wird. Gespannte Lage in Spanisch-Marokko. Tanger, 6. Mai. (WTB. Reuter.) In der Stadt T e t u a n waren heute allenthalben Infanterie- Der Kampf um Max Reger. 3u seinem 15. Todestage Von Dr. Anneliese Landau. Es scheint ein sonderbarer Gedanke, daß schon 15 Jahre seit jener Mainacht verstrichen sein sollen, in der Max Reger im Hotel Hentschel in Leipzig über einer Zeitung für immer eingeschlafen ist. Es war damals so etwas Unvorstellbares daß dieser scheinbar allen Strapazen gewachsene Körper plötzlich, mit 43 Jahren, dem Leben aufsagte. Freilich, der letzte Schlaganfall während der Berliner Konzertreise 1913 hatte seiner bis dahin pausenlosen, über jede menschliche Kraft gehenden „Schufterei" — wie er immer selbst gern sagte — schon eine Grenze gesetzt; er mutzte ja damals die Leitüng der Meininger Hofkapelle aufgeben und die übergroße Anzahl seiner Konzertreisen einschränken, die er neben den Unterrichtsstunden, neben der reichen produktiven Tätigkeit seit Wiesbaden jeden Winter systematisch unternommen hatte, erst — um selbst feine Werke öffentlich bekanntzumachen, später — um seine Frau, Elsa von Bagenski, und seine beiden Adoptivtöchter für immer pekuniär sicherzustellen. (Diese Frau hat einmal, als Max Reger infolge geistiger Ueberanftrengung gegen schlaflose Nächte kämpfte, an Frida Quast-Hodapp in „einer dummen Stimmung" geschrieben: „Ich bin meiner Mission, Max' Leben, dieses kostbare Gut, hegen zu müssen, genau bewußt. Ich weiß, fein Wohl und Wehe wird mir angerechnet, ich habe Gott Rechnung über ihn abzulegen.") Diese Konzertreisen Regers als Pianist und als Dirigent haben es fertig gebracht, daß in dem relativ kurzen Zeitraum von zwölf Jahren eine Hörerschaft die anfangs nur ablehnend der schwer faßbaren Regerschen Musik gegenüberstand, dann bei mehrtägigen Regerfcsten vor ausverkauften Häusern wieder umkehren mußte. Denn der Musikhörer der Jahrhundertwende, der an das farbenreiche Orchester eines Richard Strauß gewähnt war, muhte erst langsam für die kontrapunktische Orgelkunst eines Reger gewonnen werden. (Der unermüdliche Wegbereiter für Regers Orgelwerke war Regers Altersgenosse Karl Straube, noch lange bevor er Thomaskantor wurde.) Die Zeit um Richard Strauß liebte Pro- grammusik, das Lied, dis Over — und Reger schrieb und Kavalleriepatrouillen zu sehen, und doch herrschte völlige Ruhe. Die strategischen Punkte der Stadt sind militärisch besetzt, und auch auf den Hauptplätzen sind Geschütze aufgefahren, deren Mündungen auf das Eingeborenenviertel gerietet sind. Der Großwesir empfing heute eine neue Abordnung von Mauren, die die gleichen Arbeitslöhne verlangten, wie sie den spanischen Arbeitern gewährt werden. Abends waren Gerüchte über eine Meuterei in der f panX f cf) e n Fremdenlegion in Souk el Arba bei Che- chawen in Umlauf. Gegen die Sleuerechöhungen in Hessen. Scharfe Angriffe gegen Kirnberger im Landtag. - Oer Zinanzminister verteidigt die Besteuerung des Hausbesihes. Siedlungswesen. D a r m ft a b t, 7. Mai. (WHP.) In der Einzelaussprache über den Finanzetat spricht Abg. Weck- l e r (Z.) der Regierung für die Förderung der Ansiedlung hessischer Bauern in Mecklenburg seinen Dank aus und wünscht weitgehende Verbilligung der Baukosten für Neusiedler. Abg. Lang (Z.) verweist auf Ausführungen des Präsidenten der Preußenkaffe, daß in der Ostsiedlung bisher lediglich Badenser und Hessen neben den Zin- sen auch die Amortisation herausgewirtschaftet hätten. Bad-Nauheim. Abg. Schäfer (K.) bezeichnet, wie alljährlich, Bad-Nauheim als ein Luxusbad für Kapitalisten. Sowjetrußland habe sämtliche Bäder der Arbeiterschaft geöffnet. Abg. Hainstadt (Z.) begrüßt die Einrichtung des Ker khoff-Instituts. In der Hauptsaison solle der Kurhaussaal in erster Linie dem Bade- betrieb vorbehalten bleiben. Der Charakter Nauheims als Heilbad dürfe nicht abgeändert werden. Abg. R e ch t h i e n (Soz.) stellt fest, daß die Kur- oerroeltung Bad-Nauheim den geringer Besoldeten Preisermäßigungen bis zu 50 v.H. gewähre. Im vorigen Jahre hätten nur 39 v. H. der Kurgäste volle Taxen bezahlt. Hoffentlich gelinge es bald, in Bad-Nauheim auf dem Johannisberg ein großes Hotel zu errichten. Abg. Werner (Natsoz.) fordert steuerliche ,®e- rücksichtigung des auf Saisonbetrieb angewiesenen G e w e r b e s in Bad-Nauheim. Wieviel habe Hessen jetzt für die Inneneinrichtung des Kerckhosfinstituts noch ausgegeben? Die Tarife in Bad Salzhausen bedürften einer Ermäßigung. Abg. Lang (Zentr.) begrüßt die v e r b i I (i g t e n Mittel st andskuren in Salzhausen, die auch in Nauheim eingeführt werden sollten. Finanz nki nist er Kirnberger erklärt, Hessen habe sich seinerzeit, um das Kerckhoffinstitut zu bekommen, verpflichtet, für das Institut Heizungs- und Beleuchtungskraft zu stellen. Das falle finanziell kaum ins Gewicht, da Nauheim diese Kraft selbst produziere. Staatliche Einrichtungen in Bad-Nauheim würden für keinerlei politische Zwecke zur Verfügung gestellt. Abg. Dr. Keller (DDP.) glaubt, daß die Regierung bezüglich des Bades auf dem richtigen Wege fei. Um Aufregungen der Kurgäste zu vermeiden, solle die Polizei bei allen politischen Versammlungen und Kundgebungen auf einen ruhigen Verlauf sehen. Lebhafte Steuerdebatte. Es folgen die Steuerkapitel und die aus den Parteien gestellten Abänderungsanträge. Abg. Dr. R i e p o t h (D. Vp.) erklärt, die Volkspartei habe aus grundsätzlichen Erwägungen die Führung übernommen im Kampfe gegen die Steuererhöhung, da durch sie die ganze Wirtschaftsordnung ausgehöhlt werde. Eine jährliche Belastung des Hausbesihes um mehr als 3 Prozent und des Gewerbekapitals lum 6 Prozent führe notwendig zur Enteignung. Wenn die Staatspartei jetzt versuche, die Verantwortung für die Steuer erhö- lhungen abzuschieben, so werde ihr das nid|t gelingen. Mit dem Erlaß des Finanzministers an die Finanzämter sei nichts getan. Entweder müsse man zugeben, daß die Vvlkspartei im Herbst mit ihren Warnungen Recht hatte und zurück- gehen, oder aber der Erlaß sei eine verzuckerte Pille. Die Sondergebäudesteuer und die Grundsteuer haben zu katastrophalen Wirkungen geführt. Wir haben unzählige Fälle feststellen müsien, daß die Abgaben jetzt höher sind als der Mieteingang. Wir haben seit Jahren gefordert, nicht Steuererhöhungen, sondern Steuerermäßigungen vorzunehmen. Aber man hat weitere Millionen bewilligt, ohne daß uns das Finanzministerium sagte, die Gelder seien nicht vorhanden. Darum beantragen wir, daß keine Vermögensausgaben mehr beschlvs- s e n werden hülfen, wenn das Geld nicht mindestens langfristig beschafft werden kann. Die Groh- mannssucht der Koalition zeigt sich auch bei der Schaffung der zahlreichen politischen Stellen und dem Ankauf von Wald- und Weinberggelände. Wir beantragen: „Die Sondergebäudesteuer nach § 13a wird nicht erhoben und die Grundsteuer wird auf 24 (jetzt 36) Pf. ermäßigt". Zinarizmimster Kirnberger wendet sich in scharfen Worten gegen die im Lande betriebene maßlose Agitation, an der sich unverständlicherweise auch Industrie und Gewerbe beteiligten. Im Ministerium hätten zahlreiche private Hausbesitzer zugegeben, daß sie durch die Steuererhöhung und die gleil^eitige Steuersenkung eine Lastenverminderung feststellen müßten. Der hessische Hausbesih ist mit staatlichen und kommunalen Steuern nicht höher belastet, als der -Hausbesih in anderen Ländern. Die außerordentlich hohe Belastung des Hausbesihes beruht darauf, daß den Ländern jum Ausgleich ihrer Voranschläge auf Grund rerchsgesehlicher Bestimmungen nur die Realsteuern zur Verfügung ständen. Wenn in Ha/usbesiherkreisen eine gerechte Verteilung der Lasten auf alle Schultern verlangt wird, so vermisse er einen Vorschlag, wie das ermöglicht werden solle, solange die Erhebung von Zuschlägen zur Einkommen st euer durch Reichsgeseh verboten ist. Der Minister erinnert daran, daß in Hessen in den letzten Jahren die Gebäudesondersteuer mehrfach durch Gesetz und Derwaltungsmaßnahmen erheblich gemildert wurde, so daß — einschließlich der kommunalen Sondersteuer — eine Entlastung der Steuerzahler um mindestens 6 Millionen Mark eingetreten sei. Die int Herbst beschlossene Erhöhung reiche bei weitem nicht an die eingetretene Entlastung heran. Die Erhöhung beschränke sich auf die Häuser, die eine Friedensmiete von mehr als 5 v. H. brächten. Das entspreche einer alten Forderung der Hausbesitzer selbst, daß nicht der Steuerwert, sondern die Miete der Besteuerung zugrunde zu legen sei. Häuser mit einer besonders hohen Rente sollten hiernach auch höher besteuert werden als Häuser mit Rormalrente. Von dieser Steuer werden 10 v. H. aller Hausbesitzer betroffen. Die Regierung habe Vorschriften erlassen, besonders hart betroffene Hausbesitzer von dieser Erhöhung ganz oder teilweise.zu befreien. Im Falle der Existenz- gefährdung soll der Betrag der Steuererhöhung unerhoben bleiben; -Reparaturhypotheken und übergroße Reparaturkosten sollen berücksichtigt werden. In manchen Bezirken sei die Veranlagung schon soweit fortgeschritten gewesen, daß diese Vorschriften vor Ausgabe der Steuerzettel noch nicht beachtet werden konnten; in diesen Fällen soll dies nachträglich geschehen. Er sei gerne bereit, ein etwaiges Mehraufkommen an Sondersteuer über den Etatsansatz hinaus im folgenden Rechnungsjahr zur Senkun g dieser Steuer zu verwenden. Die stärkere Heranziehung der hochverzinslichen Häuser allein ermögliche es, gegenüber den anderen Hausbesitzern, die im Verhältnis zum Mieteingang seither schon außerordentlich belastet waren, die Rachsicht zu üben, welche die gegenwärtige Wirtschaftslage erfordere. Kritik der Parteien. Präsident Delp teilt mit, daß die beiden volksparteilichen Anträge auf Steuerherabsetzung parlamentarisch nicht erledigt werden könnten, da sie Kammermusik! Quartette in einem künstlich übereinandergeschichteten polyphonen Satz, der aus der Schule Bachs und Brahms' zu einer neuen Gesetzlichkeit des strengen Satzes herausgewachsen war. Das Lied Regers, das Lula Myß-Gmeiner immer wieder auf ihre Konzertprogramme setzte, fand in seiner konstruktivistischen Art keine Beziehung zum Publikum, bis auf eines feiner allerletzten, bis auf „Maria sitzt im Rosenhag", dem einzigen, in dem es Reger gelungen ist, einfach und volkstümlich, wirklich liedhaft zu fingen. Und gegenüber der Oper erkannte Reger selbst seine Grenzen. Er schickt Otto Losch einen Operntext zurück, da „ich zur Oper und zum Musikdrama absolut keine Begabung habe, ich habe mit dem Theater absolut keine Fühlung, und nur der soll fürs Theater, und nur der darf fürs Theater komponieren, der sozusagen von Jugend auf mit dem Scheinleben des Theaters vertraut ist, also Sinn und Verständnis als selbst Schaffender für Bühnenwirkung besitzt! Und diese so unerläßliche Eigenschaft geht mir vollständig ab!" Und weil sich für diese spröde Musik Regers, die absolut keine Konzessionen an das große Publikum machte, keine Verleger finden wollten, mußte Reger mit seinen Freunden selbst um das öffentliche Bekanntwerden seiner Werke im Konzertsaal sorgen. (Es darf nie vergessen werden, daß Augener in London 1892 als Erster das Risiko übernahm Reger- sche Werke zu drucken; 20 Jahre später rissen die deutschen Verleger sich um dieses Recht!) Es waren nicht die schlechtesten Künstler die sich für den jungen Reger einsetzten: Hugo Riemann, Arthur Niki sch, Felix Mottl Fritz Busch, Hermann Abendroth — sie lassen sich nicht alle nennen —, Flesch, Marteau , Edgar W o 11 g a n d t und Wendling waren Regers Geiger, Frau Q ua sich o d a p p interpretierte seine Klavierkonzerte, und neben den Ausübenden suchten Adolf Wach und Reinhold A n s ch ü tz in Leipzig Reger Geltung zu verschaffen, aber es gelang ihnen gerade in Leipzig schlecht. Noch am 17. Februar 1909, zu einer Zeit, in der Reger im In- und Ausland schon ein bekannter und gefeierter Name war, dokumentierte Leipzig öffentlich seinen passiven Widerstand gegen die Musik seines Universitätsmusikdirektors mit folgendem Ergebnis des Billetoerkaufs für einen Reger- abend im Gewandhaus: Vorverkauf 45 Mark, — Abendkasse 4 Mark, zusammen 49 Mark — Defizit 251 Mark. . Fünfzehn Jahre liegt heute Regers Kampf um seine Anerkennung zurück. Und wäre dieser Kampf mit den Namen der heute noch Schaffenden und konzertierenden Künstler nicht so eng verknüpft und darum uns noch immer so merkwürdig gegenwarts- nab dann müßte uns mit einem Blick auf unsere heutige Musikpflege dieser Kampf um Reger schon historisch erscheinen. Denn die heutige Generation wendet sich ja ebenso bewußt wie Reger der Kammer- musik zu; der heutige Komponist fordert wie Reger vom Hörer ein bewußtes Mitarbeiten und kämpft wie Reger gegen jedes passive Hören. Wir führen Bachs „Kunst der Fuge", das Strengste des strengen Satzes, wieder auf, ja, wir geben sogar Heinrich- Schütz-Feste, und, geschult an Bach und Schütz, scheint uns Reger nicht mehr abseitig, nicht mehr rückschrittlich; wir kämpsen nicht mehr um Reger, sondern seine Kunst scheint uns notwendiger Wegbereiter für heutige Musik gewesen zu sein. Anekdote aus Florenz. Von Max Krell. Alle Rechte im Rowohlt-Verlag. Berlin W 50. An einem Abend, kurz vor sieben Llhr, in Florenz, verließen zwei distinguiert gekleidete junge Männer die Pasticceria von Doneh uyd Ripoti in der Via Tornabuoni. Sie waren erregt und beglückt von ihrer unerwarteten Begegnung, der ohnehin ein gutes Jahr Derschollenfein und Reise vorangegangen war. Der Eonte B. segelte noch ganz im Fluß einer reizenden Geschichte; Eesare prüfte den Himmel, der dunkel umzogen war; er hatte es eilig. Der andere lüftete leicht den Hut. „Ich erwarte dich also um neun Llhr in La Pietra, mein Lieber." Cesare nickte. „Liebrigens", noch einmal drehte er sich auf dem Absatz um, „ich reifte heute früh auf Angelinas Depesche hin wie ich ging unc* stand aus Mailand herüber; die Sache eilte ja, und nun fällt mir ein, daß ich sozusagen nackt herumlaufe." „Ich bitte dich, mein Junge. Selbstverständlich findest du bei mir, was du nur brauchst." Sie winkten noch mit den Handschuhen. Llnd als sie, in entgegengesetzter Richtung, auseinandergingen, pfiffen sie wie im Einklang ihrer Kna- benjcchre» jeder jur jich den neuesten Refrain. Einnahmeausfälle zur Folge hätten, ohns daß Deckungsoorschläge vorliegen. Abg. Dr. N i e p o t h (DVP.) weist demgegenüber nach, daß die Anträge zulässig sein müßten, da sie als Eventualanträge zu bereits zugelassenen weiter^ gehenden Anträgen des Landbundes gestellt feien. Abg. Dr. Werner (NS.) erklärt, die Steuer« erhöhungen des hessischen Finanzministers seien Henkersdienste im Zeichen des Poungplans und der Notverordnung. Abg. Dr. N i e p o t h erklärt, das Wichtigste an der Rede des Finanzministers sei das Eingeständnis, daß Fehler gemacht wurden und daß man sich an den Aufgaben übernommen habe. Abg. W e ck 1 e r (Zentr.) verteidigt die Maßnah. men des Finanzministers, die durch die höhere Ge- walt der Gesamtentwicklung zwangsläufig.eintreten mußten. Das Zentrum glaubt, mit dem Etatsausgleich auch der Wirtschaft einen Dienst getan zu haben. Wegen der endgültigen Stillegung der W ö l - fersheimerWerke erhebt der Abg. Dr. Wer. ner (Natsoz.) heftige Angriffe gegen die Regierung. Die Entwicklung der Werke habe alle früheren Darlegungen der Regierung als falsch erwiesen, und das Land Hessen verzeichne jetzt einen Millionen- v e r I u ft. Gegen die Versuche der Pleag. sich auch die Werke in Oberhessen einzuoerleiben, müsse mit allen Mitteln Front gemacht werden. Nach weiterer Debatte werden auch die übrigen Kapitel des gesamten Finanzetats erledigt. — Freitag: Beratung des Justizetats. Aus öfter Wett. Schwere Linwetterschäden in Süddeutschland. Infolge der in den letzten 24 Stunden übev der ganzen oberrheinischen Tiefebene niedergegangenen Wolkenbrüche besteht in allen Teilen Badens Hochwassergefahr. Lleberall ist es zu Lleberschwemmungen gekommen. Besonders stark sind die Verheerungen in Da den- Baden, wo die Oos über die Llfer getreten ist und weite Gebiete überschwemmt hat. Im Stadtteil Baden-West steht das Wasser einen halben Meter hoch. Auch die bei Karlsruhe in den Rhein mündende Alb ist über die Llfer getreten. Die Straße Karlsruhe—Herrenalb ist an verschiedenen Stellen überflutet. Die Alb talk'ahn mußte ihren Betrieb ein stellen, da die Schienen unterspült sind. In Ettlingen wurde der Hochwasser stand von 1919 überschritten. Durch einen Erdrutsch wurde auf der Pforzheimer Straße ein Lastauto um gewor- fen. An verschiedenen Stellen sind die Bahndämme unterspült worden. Der Verkehr auf der Strecke Karlsruhe—Stuttgart—München ist unterbrochen. Die Fernschnellzüge müssen um- geleitet werden. Auch aus Württemberg wird Hochwasser gemeldet, so aus Zell bei Eßlingen, wo die Staats- straße streckenweise durch den Neckar unter Wasser gesetzt ist und Ortsteile überschwemmt wurden. Auch die Fils führt Hochwasser. Die Schwäbischen Textilwerke und andere an der Fils liegende Betriebe in Ebersbach mußten schließen, ebenso mußte der Schulunterricht abgebrochen werden. Aus Kirchheim unterm Teck wird berichtet, daß die Lauter große Verheerungen angerichtet hat. Groß- und Kleinvieh konnte vielfach nicht mehr gerettet werden. In Untertürkheim ist beim Treibholzfischen ein 30jähriger Mann vor den Augen seiner Frau ertrunken. In Feuerbach fiel ein 16 Jahre alter Jüngling ebenfalls beim Holzfischen ins Wasser, wurde von einem Strudel erfaßt und ertrank. Das Geständnis des Mörders Reins. Der in Genua verhaftete Ernst Reins ist in Gegenwart eines Vertreters des deutschen General- konsulates einem Verhör unterzogen worden und hat nach längerem Leugnen ein Geständnis abgelegt. Die Auslieferung wird sofort in die Wege geleitet. Reins gibt zu, den Mord sorgfältig vorbereitet und zu diesem Zweck am 29. April das Zimmer bei der Frau Möbius gemietet zu haben. Arn 1. Mai habe er den Geldbriefträger in das Zimmer gelockt und ihn von hinten angefallen. Es habe sich ein harter Kampf entspannen, bis Reins den Briefträger durch einen Schlag mit dem Bleirohr niederstreckte. Der Mörder bestreitet entschieden, daß seine S ch w e st e r n,etwas von der Tat gewußt hätten. Er will jeder von ihnen 400 Mark von dem geraubten Gelde geschenkt haben. Eine Durchsuchung des Hier nun geschah, was an sich natürlich, harmlos und keinesfals ein Katastrophenmoment war, indessen dem Mailänder Kopf und Kragen kosten sollte. Ein Weib, zerschlissen und alt, tauchte aus dem Steingewirr der Straße auf, Pie gerade asphaltiert wurde, und hob, mit Zxtr urewrgen, Geste der Rot, ihm die Hand gegen den Arm. Das fahle Licht aus einem Teppichgeschäft verzerrte ihr Bild noch. Zur gleichen Sekunde fuhr mit wilden Böen der Regen eines späten Gewitters in die Straße. . Zwei sehr natürliche Regungen kreuzten sich m Cesare: er wollte sowohl geben, als sich schützen. Die Linke griff nach dem Hut, der schon aufklappte und davon wollte; und deshalb auch ging Cesare geduckt zehn, zwölf Schritte weiter, während die freie Hand nach Münzen in der Tasche grub. Er fischte eine halbe Lira heraus... die Badegeschichte aus Cattolica war übrigens wirklich nett, dachte er... und legte das Geldstück auf die ausgestreckte Hand. Aber diese Hand war schlank, war weiß und nicht vom Bitten zersaltet; sie spitzte nur eben unter einem seidenen Schirm hervor, ob Wohl dev Regen wieder aufgehört hätte. Die junge Con- teffina Arlini war recht verblüfft, auf ihrem weißen Handschuh plötzlich die halbe Lira als himmlischen Riederschlag zu finden. Zuerst sprang ein Lachen aus ihrem Mund. Aber Ermete Tasca an ihrer Seite, der so wenig wie sie begriff, waÄ dieses seltsame Douceur sollte, sah nichts als eine unerhörte Frechheit darin. Er schnellte gegen Cesare vor und versetzte ihm zwei scharfe, kurze Schläge ins Gesicht. Sie standen jedoch schon wieder voneinander getrennt, als der Karabiner« von Santa Trinita heranlief. Die Contessina zitterte wie ein Fohlen, das nach dem ersten Ritt besänftigt werden muß. Als Cesare erklären wollte, stampfte sie auf. Die Sache hätte in Heiterkeit und Händeschütteln begraben werden können, wenn Tasca Humor besessen hätte oder zwanzig Jahre älter gewesen wäre. So aber reizte ihn die Romantik verstaubter Begriffe zu einer Ritterübung im Gehölz von Cascinen. Deshalb steht feit dem Morgen des 28. September im italienischen Adelskalender hinter Cesares Ramen das Kreuz: Gestorben. Sozusagen an einer Regenböe, die in die Via Dor- nabuoni blies. Gepäcks ter drei Geschwister ergab aber, daß unter den Sachen der Sophie Reins 1800 Mark versteckt aufgefunden wurden. Bei Reins selbst wurden 1740 Mark und fünf dänische Kronen vorgefunden. Reins erklärte, Not und Arbeitslosigkeit seiner Angehörigen hätten in ihm den Entschluß heranreifen lassen, einen großen Diebstahl auszuführen. Nach der Tat habe er seine Schwestern besucht, die ohnehin Pässe besäßen, und sie zu einer Reise nach Italien eingeladen. Nach einem zweitägigen Aufenthalt in Lugano seien sie am Montagabend in Genua eingetroffen. Politische Schlägerei in Wuppertal. 3n Wuppertal kam eS nach einem Bericht der Tel.-Lin. zu einem wüsten Tumult in einer Versammlung, die die Karnpf gernein- schäft Revolutionärer Nationalsozialisten, Richtung Otto Strasser, einbrrufen hatte. 3n der Versammlung, die etwa zur Hälfte aus Nationalsozialisten der Hitler-Richtung bestand, während sich die andere Hälfte aus Strasser- und S t e n n e s - An ge h ö r i- gen und zum Teil auch aus K o mm u n i st e n zusammensehte, herrschte schon lange vor An» kunft des Redners eine sehr erregte Karnpfes- stimmung, so daß der überwachende Polizeioffizier mit der Räumung des Saales drohte. Als der Versammlungsleiter einige Worte gesprochen hatte, kam es zu einem ungeheuren Tumult, der im Augenblick in eine allgemeine Schlägerei ausartete. Dabei wurde mit Tischen, Stühlen und Biergläsern gekämpft, während auch noch Tränengas- und Stinkbomben verwandt wurden. Eine große Anzahl von Personen, darunter auch einige zum Schutz der Dersammlrmg beorderte Polizeibeamte, wurden verletzt. Verschiedene Ohnmächtige muhten aus dem Lokal getragen werden. Die Polizei räumte darauf mit dem Gummiknüppel den Saal, dessen Einrichtung vollkommen zertrümmert wurde. Bis in die späten Abendstunden setzten sich in den angrenzenden Straßen die tätlichen Auseinandersetzungen der feindlichen Richtungen fort. Vor blutigen Konflikten im Kohlengebiet von Kentucky? 3m Kohlengebiet von Kentucky (USA.) haben sich die schon seit längerer Zeit img errege befindlichen Arbeitskonflikte derart zugespitzt, daß ein Zusammenstoß zwischen dm Streikenden und den Staatsbehörden bevorzustehen scheint. 3n der Stadt Evarts haben die Streikenden eine Reihe von blutigen Zwischenfällen herbeigeführt. Die Behörden haben daraufhin die Miliz aus 15 Städten aufgeboten. Zur Zeit befinden sich die Truppen mit Panzerwagen, Artillerie und Reiterei auf dem Marsch nach Evarts. Die Streikenden haben auf den Dächern der Stadt Verteidigungspositionen eingerichtet. Sämtliche Frauen und Kinder sind aus der Stadt entfernt. Ein neuer Dürer entdeckt. Bei der Neuordnung der Pinakothek von Siena, die in diesen Tagen vom Inspettor des 3nstitutes und einer Schweizer Studentin, Fräulein Futterer, vorgenommen wird, wurde auf einer 32X22 Zentimeter großen Tafel ein Gemälde von Dürer entdeckt. Es stellt den heiligen Hieronymus dar und ist datiert vom Jahre 1514. Von dem interessanten Funde wurde sofort das zuständige Ministerium in Kenntnis gesetzt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 8.Mai 1931. Gegen den Lärm. Wenn der G'egenwartsmensch plötzlich in die Verhältnisse der Vergangenheit versetzt würde, schon die Stille, die ihn umgäbe, wäre ihm zunächst fast unerträglich. Nur 150 3ahre zurück, etwa nach Weimar in die Nähe Goethes, und schon umgibt einen Stille, die wohltuend und beängstigend zugleich ist. Ein wenig von dieser Stille kann man auch heute noch dort nachempfinden, wenn man an Tagen, die nicht von Fremden besonders stark in Anspruch genommen sind, durch die Räume des Hauses am Frauen- plan wandelt. Lind das war immerhin ein kulturelles und geistiges Zentrum. Wie anders gar noch einige Jahrhunderte früher an Stätten, die ländliche Einsamkeit und damit gewissermaßen klösterliche Stille besahen! Wir Gegenwartsmenschen sind gegen Geräusche ziemlich abgestumpft. Nur noch die stärksten, die lautesten treten in unser Bewußtsein. Die unzähligen andern sind wir gewöhnt, daß wir sie gar nicht mehr merken. Ich fitze im stillen Zimmer und lausche einmal den Lauten, auf die ich sonst nicht acht habe. Eine Tür geht leise, knarrend. Am Gang schlürfende Tritte. Don fern die Hupe eines Autos. Ganz fern das Geräusch einer Maschine. Jetzt das Gespräch zweier Männer auf der Straße. Eine Tür fällt ins Schloß. Ein Handwagen wird über das holprige Strahenpflaster gezogen. Der Kanarienvogel wispert leise. Ein Kind schreit über die Straße hinüber. Wieder ein Auto. Dor dem Fenster hustet ein Erkälteter. Auf der Treppe stampft jemand herunter. Ein Motorrad knattert. Wieder eine Tür, ein Auto, Schritte am Gang, knallend fällt eine Tür ins Schloß. Ein schweres Lastauto rattert vorüber, daß die Fenster klirren. Tür knallt. Schritte am Gang. Ein kleines Geschirr auf der Straße. Ich habe auf die Llhr gesehen: Nur drei Minuten sind seit der Niederschrift der ersten Geräuscheindrücke vergangen. Wieviel Geräusche, also bringen in 24 Stunden auf uns ein! Lind jedes zerrt ein wenig an unfern Nerven, jedes gräbt sich in das feine Werk unsers Gehirns irgendwie ein, uns nicht bewußt, auch-nie scharf ins Bewußtsein tretenb; aber jedes dieser Geräusche wirkt sich doch auf uns aus. Wenn wir uns scharf auf eine Tätigkeit konzentrieren, geben wir nur dem Geiste eine bestimmte Richtung und schlichten unser bewußtes Denken von den kleinen Geräuschen ab, die uns ablenken wurden. Aber unser Ohr, unsere Nerven registrieren diese Starke Rehverluste in Oberheffen. Die Rehbestände OberhessenS haben seit etwa Anfang Februar Derluste erlitten, die eine ganz empfindliche Schädigung de'r Reviere darstellen und die Aufmerksamkeit aller Interessenten erfordern. Eine große Anzahl der gefallenen Stücke ist fachmännisch untersucht worden, und es hat sich dabei ergeben, daß es sich stets um das gleiche Dild infektiöser Magen- und Darmerkrankungen handelte, wobei als besonders kennzeichnendes Merkmal Dodenbestandteile in Magen und Darm nachgewiesen werden konnten. Diese müssen wohl von dem Wild bei der Aesungsauinahme mit ausgenommen worden fein. Die Vegetation war im März April noch derart weit zurück, daß den Tieren die Aufnahme von Saat kaum ohne Berührung des Bodens möglich war. Es wird auch mit der Möglichkeit zu rechnen fein, daß künstliche Düngemittel, die bei Trockenheit gestreut, sich nicht auflösten, u. LI. in größeren Mengen in den Wildkörper gelangten. Zum Teil scheint manchen von ihnen jedenfalls nach vorliegenden Llnter- suchungsergebnifsen eine gewisse Aehwirkung zu- zukvmmen, durch die Verletzungen der Schleimhäute entstehen können, die ihrerseits wieder die Pforten für das Eindringen von Bakterien dar- stellen, die mit den Bodenteilchen aufgenommen werden. Während die Verluste, die hauptsächlich jüngere Stücke betrafen (in einem Revier fielen 35 Stück, davon 26 Kitzen), in der letzten Zeit nach» zulasfen schienen, wie das" auch bei stärkerem Wachstum in der Pflanzenwelt erwartet wurde, werden au» Dogcfobergreoieten, speziell aus dem JUbba- gebiet, gerade aus ben letzten Wochen starke Verluste gemelbcf. Angeblich soll dabei auffallend starke Aufnahme von Fichtennadeln, die sich im Pansenzu- sammenballen würden, eine Rolle_ spielen. Don fachmännischer Seite wird diese Möglichkeit allerdings bestritten, und die Literatur bringt auch keine derartigen Beobachtungen. Die Ursachen für solche Eingänge können nur durch genaueste Untersuchungen durch den Fachmann erkannt werden. Leider sind weite Teile der Iägerwelt noch weit davon entfernt, die Nutzanwendung daraus zu ziehen und Fallwild untersuchen zu lassen. Es werden vielmehr Ursachen, die von Laien erkannt sein wollen, von Mund zu Mund Wei ter gegeben, anstatt den Fachmann arbeiten und vor allem sich von ihm beraten zu lassen. Denn es kommt in der Praxis vor allem darauf an, Mittel und Wege zu suchen, die eine Wiederholung solcher volkswirtschaftlichen Derluste verhindern. Es kann daher nur immer wieder betont werden, daß in solchen Fällen gehäufter Verluste unbedingt versanbfähige Stücke Fallwild an bas veterinär- pathologische Institut der Universität Gießen eingeschickt werden sollten, wo Untersuchung und Beratung im Interesse der Sache kostenlos erfolgen. Bei einer eingehenden Aussprache über die Wildverluste, die im Kreise des Hubertus-Gießen stattfand, wurde übrigens festgestellt, daß Einzel- reviere z. T. gar keine Verluste hatten. Cs wurde dabei bet ft ar f en Derwenbung von Kochsalz in Gestalt von Sa lz leck en ein erhebliches Verdienst zugemessen. Ferner wurde beobachtet, daß in verschiebenen Revieren, in benen im März angesichts der Aesungsarmut in der Natur gefüttert wurde, einmal die Fütterungen gut angenommen wurden und zweitens die Verluste zurückgingen. Es wird aus diesen Beobachtungen heraus vielleicht möglich sein, für die Zukunft praktische Nutzanwendungen zu ziehen. Jedenfalls muß vor allem bei erneuten Verlusten an alle Revierinhaber die dringende Mahnung ergehen, sich durch fachmännische Untersuchungen Klarheit über die Ursachen zu verschaffen. H. Koeppe dankte der Rednerin, sowie der Kapelle E i n b r o b t, die sich zur musikalischeni Ausgestaltung des Abends zur Verfügung gestellt hatte. Herr Dr.Gveres dankte im Namm der Gasvereinigung und des Gaswerks den Veranstaltern für den interessanten Abend. Mit der Veranstaltung war eine Ausstellung von Küchengeräten, Delikatessen und Seefischen verbunden. Während man bei der Ausstellung der Küchen- Gebrauchsartikel-Firmm die neueren Küchen- Hilfsmittel in Augenschein nehmen konnte, fiel bei der Ausstellung der Seefische ein riesiger Kabeljau auf. der in dieser Gröhe wohl kaum hier gesehen wurde. Heute, Freitagabmd, wird ein zweiter derartiger Dortragsabmd stattfinden. Schöffengericht Gießen. Gießen, 6. Mai. Der frühere Geschäftsführer einer auswärtigen Firma hatte sich wegen Untreue und Betrugs zu verantworten. Er sollte über eine Reihe von Forderungen der Firma zu feinen eigenen Nutzen verfügt und, um eine höhere Tantieme zu erhaltm, falsche Bilan- zen aufgestellt habm. Der Angeklagte bestritt jegliche Schuld. Die viele Stundm andauernde Beweisaufnahme erbrachte keine einwandfreie , Aufklärung. Es mußte daher Freisprechung erfolgen. In einer Nacht im Dezember 1930 versagte in der Ludwigstrahe ein Auto, in dem der Angeklagte mit zwei Freunden nach Hause fahren wollte. Sie versuchten lange Zeit vergeblich, es in Gang zu bringen. Eine dazukommende Poli- ' zeistreife machte sie in ruhiger Form darauf aufmerksam, daß sie das Auto von der Mitte der Straße neben an die Seite schieben mühten. Der Angeklagte rief den Beamten darauf zu. sie sollten ihren Minister holen, der sei bei seiner letzten Rede „besoffen" gewesen. Die letzteren Worte wiederholte er. In der heuttgm Verhandlung bestritt er diese Aeuherung. Auch die beiden Frmnde konnten sich nicht erinnern. Mit Rücksicht auf die ganz bestimmten Angaben der Polizeibeamten hatte das Gericht leinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten und verurteilte ihn zu 100 Mark Geldstrafe. Eindrücke doch, und diese Fülle von Eindrücken raubt unseren Nerven die Gesundheit. Cs gibt heute kaum einen, der nicht irgendwie mit dm Nerven zu tun hat. Lind man wird nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß ein gut Teil Schuld daran die Fülle des Lärms trägt, die täglich, stündlich auf uns eindringt. Immer stärker ergeht daher neuerdings die Mahnung derer, die als Hüter der Volksgesundheit eine schwere Aufgabe haben. Schränkt den Lärm, die Geräusche ein! Die heutigen Lebensformen setzen dieser Forderung selbstverständlich Schwierigkeiten entgegen. Aber anderseits läßt die Technik auch manches zu, was zur Verminderung des Lärmes beitragen kann. Man nimmt in neuen, modern eingerichteten Häusern neuer* dingt Bedacht darauf, daß alle Voraussehungm geschaffen werden, die zur Verminderung des Lärms dienen tonnen. Selbstverständlich müssen auch die Menschen selbst noch ein übriges dazu tun. Schließlich ist jeder für die Gesundheit des andern verantwortlich, denn nur durch gegenseitige Rücksichtnahme läßt sich eine Erleichterung dec Lebensschwierigkeiten erzielen. Diel Lärm, viel Geschrei, viel Türenschlagen und Traben läßt sich bei gutem Willen vermeiden. Lind diese Rücksichten machen sich bezahlt. —r. Bornotizen. — Ta geskalender fürFreitag: Stadttheater: „Haus Rothschild". 20 bis 22.30 Llhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Grock". Ab 22.45 Llhr Nachtvorstellung: „Lachendes Geben“. — Astoria-Lichtspiele: „Die Falle am Crowton Paß" und „Vier Federn". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, unter der Spielleitung des Intendanten „Haus Rothschild", historisches Schauspiel von Hanns Sahmann mit Frau Auguste Prasch-Grevenb^rg als (Saft in der Rolle der Frau Gudula. — Morgen, Samstag, 15.45 Uhr, Schillers romantische Tragödie „Die Jungfrau von Orleans" als Schülervorstellung: Spielleitung Intendant Dr. Prasch. — Sonntag, 10. Mai, 18.30 Uhr, Fremdenvorstellung. Zu ermäßigten Preisen gelangt das Lustspiel Paillerons: „Die Welt, in der man sich langweilt" mit Frau Auguste Prasch-Grevenberg in der Rolle der Herzogin als Gastspiel zum letztenmal zur Aufführung: Spielleitung Peter Fassott. — Das letzte Operngastspiel dieses Winters findet am Dienstag, 12. Mai, statt. Das Opernenfemble des Hessischen Landestheaters Darmstadt gastiert mit Bizets großer Oper „Carmen": Spielleitung Generalintendant Professor Carl Ebert, musikalische Leitung Dr. Böhm. Opernpreise! Beginn der Oper pünktlich 19 Uhr. — Volkshochschule. Interessenten seien- darauf aufmerksam gemacht, daß heute, Freitag, folgende Kurse beginnen: „Magen-, Darmerkrankungen und Stoffioechselstörungen“ (Dr. Ma- lech), „Französisch für Fortgeschrittene“ und „Zeichnen“ (Kunstmaler Fries). Näheres siehe Anzeige. — Johann Strauß wird mit seiner Künstler, schar am Samstagabend in der Dolkshalle das mit Interesse erwartete einmalige Konzert geben. Restliche Karten bei den Vorverkaufsstellen und an der ’ Abendkasse. (Siehe Anzeige.) — „D urchs bayrische Hochlan d." Am Sonntag 11.15 Uhr, findet im Lichtspielhaus, Bahn- hofstraße, roiebÄ eine Kulturfilm-Vorstellung statt, die den Freunden der Berge viel Freude bereiten dürste. Der Film „Durchs bayrische Hochland" ver- einigt die grandiose Schönheit der Hochgebirgswelt mit dem feinen Reiz der voralpinen Landschaft in schönen Aufnahmen. Die Menschen und Tiere der Täler und Höhen wurden im Bilde festgehalten. Eine besondere Note erhält der Film durch Aufnahmen von den Darstellern der Passionsspiele in Oberammergau. (Siehe Anzeige.) — Deutscher Tag der NSDAP, in Gießen. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei veranstallet am Sonntag, 10. Mai, in Gießen (Volkshalle) einen Deutschen Tag, bei dem General Ritter von Epp, Reichstagsabgeordneter Wagner (Bochum) und Oberleutnant a.D. Weihrauch (Ulm) sprechen werden. Näheres in der Anzeige vom Mittwoch. — Der Rerchsverband Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Sonntag, 10. Mai, im großen Hörsaal der Unioerfi- tät einen Dortrag. Professor Willi Reh - berg, Mannheim, wird über das Thema „Zeitgenössische Llnterrichts-Musik für Klavier“ (mit Erläuterungen am Klavier) sprechen. Näheres in der heutigen Anzeige. ** Aufgehobene Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Die Sperrung der Georg- Philipp-Gail-Straße wird, da die Walz- arbeiten beendet sind, aufgehoben. ** Prüfung der F e u e r m e l d e - S i r e - nen. Morgen, Samstag, 15 Uhr, wird zur Nachprüfung der Feuermelde-Sirenen ein blinder Alarm veranstaltet. Ein Grund zur Beunruhigung liegt also bei dieser Alarmierung nicht vor. ** Verstärkter S t r a ß e n b a h n o e r k e h r am Samstag- und Sonntagabend. Von der Direktion der Städtischen Straßenbahn wird uns mitgeteilt.-- Anläßlich des am Samstagabend stattfindenden Strauß-Konzertes in der Volkshalle wird verstärkter Straßenbahnverkehr eingerichtet, und zwar verkehren die Wagen bis nach Schluß des Konzertes. Ebenso wird am Sonntagabend wegen des Konzertes in der Dolkshalle verstärkter Straßen- bahnoerkehr eingeführt; auch hier werden die Wagen bis nach Schluß des Konzertes verkehren. Es ist wünschenswert, daß das Publikum von der günstigen Fahrgelegenheit zahlreich Gebrauch macht. ** E i n 85jährige r. Am Mittwoch feierte der Veteran von 1870/71, Herr Peter Völzing, wohnhaft Steinstraße Nr. 23, feinen 85. Geburtstag. Der Jubilar, der während des Feldzuges 1870/71 ein Bein und einen Arm verloren hat, erfreut sich der besten Gesundheit und ist noch heute imstande, Gartenarbeiten zu verrichten. Reichspräsident von Hindenburg übersandte dem Jubilar als Ge- burtstagsgeschenk ein Bild mit eigenhändiger Unterschrift. ' Buchdrucker-Dilbungstag in Gießen. Der Kreis Frankfurt a. M. im Vildungs- verband der Deutschen Buchdrucker veranstaltet am Samstag, 9. Mai, und am Sonntag, 10. Mai, im Gewerkschaftshaus zu Gießen einen Vildungs- tag, mit dem eine öffentliche Ausstellung von 6b Plakatentwürfen aus dem Nürnberger Vuch- getoerbefaal verbunden ist. Gewerbelehrer Goit- lieb Fischer, Leiter des Nürnberger Vuch- gewerbesaales, wird sprechm über „Technik und Leistung im heutigen Buchdruck“. Siehe hmfige Anzeige. ** Gasvortrag und Schaukochen. Die Hausfrauenberatung Gießen in Verbindung mit der Firma Junkers & Ruh veranstaltete am Scftrigen Donnerstagabend im Cafe Leib einen >asvortrag mit Schau kochen. Frau Dr. Koeppe begrüßte die Gäste, beren sich etwa 500 eingefunden hatten. Sodann sprach Frau Müller- Moers als Beauftragte der Firma Junkers & Ruh über das Thema „Koche gesund und schmackhaft“. Die Rednerin gab in humorvoller Form eine Menge Ratschläge, die darauf hinzielten, der Frau die Arbeit in der Küche zu erleichtern und dabei Dpeism herzustettm, die nicht nur gut geraten, sondern auch nahrhaft und wertvoll sind, weil in ihnen durch die besondere Behandlung alle Nährwerte erhalten bleiben. Sie erörterte weiter alle Möglichkeiten für ein sparsames Kochen bei geringstem Gasverbrauch. Während ihrer Ausführungen bereitete die Vortragende in sechs Brat- und Backröhrm und auf zwei offenen Flammen eine Reih« von Gerichten (Kuchen, lleines Backwerk, Kompott u. a. m.). Diese Speisen wurden etwa innerhalb einer Stunde fertig» gestellt, so daß sie zum Schluß als wohlschmeckende Kostproben zur Verteilung gelangten. Frau Dr. Die Wetterlage. lAren W- 5>~lS Dlab»* •mal 'auisaaie BOuhrreferat montag eoffnet 8 3234D ' deut»chen lypyiely ^iguna 192h tn v *»N*e i81~l93l MeLchM. ^Heretameiaben fl“56 niögljchst _®yorte utiih | Mai '.Mal ■ Lr abends: ■ V Freikömer-1 I »uc' rot zut Vot- ttelSeßeben! .75-1.50 RM. Wil Ml ÄionsarteiUn ) Kraftanlagen, erbingungsorbnung. rmen, bie in Hessen ) Jetriebswerkslänen 3223D Ulke unb Einsicht' ab Samstag, Örn । Baubureau, Kör- iUhr- irfrote; (q'i ootm.ll W hochbauomt Tietzm, 55—51. l erfolgt nicht. jamk@r^2L ----- K eigelirns 6/3' 15 W ■h im Amtsgerichts- l Luler uab Ehesran iS SW zu le «MtrahelS _ 631 qm Hostelle. ^n,art' 22010 WK'P &*"■ chtsvorsteher^^ WL #i.*ysSF ÄS ■jt&iss ;5ufltanna ' 3149D Detben. rftr' Nr. 101 Zweites 5luh Etehener Anzeiger tSeneral-Anzetger für Gberhefseiy öidiag, 8. Mai (95| Lord 3rtvin, der kommende Mann in England. Don unserem ^.-Berichterstatter. t.Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verbotenl) London. Mai 1931. Als der frühere Dizekönig von Indien, Lord Irwin, nach Beendigung seiner fünfjährigen Amtszeit wieder englischen Boden betrat, wurde er — ein ungewöhnlicher und in der englischen Geschichte seltener Vorgang — von einer begeisterten Menge begrüßt, in der eine große Reche bekannter und führender Politiker des Landes auffiel. Er wurde fast wie «in wirklicher König empfangen und d2 Urteile der englischen Presse lassen keinen Zweifel darüber, daß man sich in ganz England einig darüber war, daß mit Lord Irwin nicht nur einer der beliebtesten, sondern auch einer der be deute n d st e n Politiker des Landes in di« Heimat zurückkehrte. Hat doch auch vor etwa zwei Wochen, als Lord Irwin Indien verlieh, sein Rachfolger Lord Willingbon nichts Besseres erklären können, als daß er die Politik seines . Vorgängers fortsehen würde und dessen Re- gierungsmechoden in vollem Umfange beizubehal- ten wünsche. Man muh schon in der Geschichte der englischen Dizäönige Indiens sehr weit zurückgehen, um einen ähnlichen Vorgang zu finden. Allein Lord Curzon hatte, als er von seiner ersten Vizekönigschaft vor etwa 25 Iahren zurückkehrte, einen ähnlichen Empfang, während die übrigen Persönlichkeiten, die dieses hohe Amt inzwischen bekleideten, kaum mehr als die üblichen Rachrufe bei ihrem Scheiden für sich verzeichnen durften. Cs müssen also schon besondere Verdienste und Gründe sein, die dazu geführt haben, dah Lord Irwin bei seinem Scheiden aus Indien einen solchen Rachruf erhielt. Wenn man seine Amtsperiode rein äußerlich betrachtet, so sieht man, bisher wenigstens, allerdings wenig Erfolge seines Wirkens. Man entsinnt sich der Kämpfe zwischen den Hindus und Mohammedanern, die er vergeblich zu unterbinden versucht hat, des Scheiterns der Round- Table-Konferenz und behält allein das Gandhi-Irwin-Abkommen als erfolgreich im Gedächtnis, wobei man sich allerdings klar darüber ist, dah die Auswirkungen dieses Abkommens in der Tat sehr weitgehend sein können. Die englische Presse verkennt denn auch keineswegs, dcrh seine Amtszeit ein« der trübsten für Indien gewesen ist und dah äußerliche Erfolge nicht zu verzeichnen waren. Darauf legt man aber auch nicht den entscheidenden Wert. Was man Lord Irwin zum Verdienst anrechnet, ist etwas ganz anderes, etwas für uns materialistische Europäer zunächst nicht einmal ohne weiteres Verständliches: die Tatsache, daß Lord Irwin es verstanden hat, in der Verwaltung Indiens einen neuen G« i st einzuführen und die gesamte „Atmosphäre" in Indien so zu verbessern, daß man in England darauf hofft, endlich eine Verständigung zwischen Indern und Engländern anbahnen zu können. Wie ungeheuer schwer dies gewesen ist, macht man sich in Europa nicht recht klar. Man muh schon wieder dib Zeiten Curzons heranziehen, um das auch nur verständlich zu machen. Curzon, der hochmütige, Hhpecaristokratische, pompliebende Zyniker regierte in Indien, wie dort vielleicht auch irgendein Prokonsul des alten Römerreiches regiert hätte: als ein Mitglied einer höheren Menschenklasse über verächtliche Sklaven Völker, di« durch geschickte Teilung und Verhetzung sowie durch Zuckerbrot und Peitsche im Zaum zu halten waren. Der listige Macchiavelli würde Die sranzösische kolvmaloussteXmg in Paris. : —— Oben: Der Tempel von Angkor-Baht in Kambodscha (Jndochina). — Im Kreis: Präsident Doumergue mit Marschall Lyautey, dem Organisator der Ausstellung bei der Besichtigung. — Unten: Ein Negerdorf aus Französisch-Westafrika. ihm zweifellos unter allen seinen Schülern den Preis zuerkannt haben, da wohl niemand nach chm es verstanden hat, die nackten machtpolitischen Interessen so meisterhaft zu vertreten, wie dies Curzon konnte. Hub von den Methoden der Curzonschen Politik hat die indische Verwaltung die letzten dreißig Iahre gelebt. Ob zum Guten oder zum Dösen, das steht hier nicht zur Debatte — jedenfals aber mit Erfolg —, solange, bis sich die Dinge grundlegend gewandelt hatten. Was Curzon nicht verhindern konnte und was viele Konservative in England auch heute noch nicht begriffen haben, wie u. a. auch der alte Löwe Churchill, war nämlich, dah d i e europäische Bildung sich in Indien durchsetzte und dah mit dem Eindringen dieser europäischen Vorstellungen der Inder sich seiner alten nationalen Kultur bewußt wurde. Das psychologische Problem in Indien bestand daher seit etwa einem Iahrzehnt in der Anpassung der anglo-indischen Verwaltung an diese verwandelte Mentalität der Bevölkerung, die es ablehnt, sich als Sklavenvolk behandeln zu lassen, und die gesellschaftliche und politische Gleichberechtigung mit der englischen Beamtenschaft fordert. Das war aber der alten Beamtenschaft in Indien erklärlicherweise nur schwer beizubringen. Es erforderte ungeheuren Takt und grohen persönlichen Mut, hier mit gutem Beispiel voranzugehen und sowohl bei den indischen Fürsten wie bei den indischen Rationalisten das Gefühl zu beseitigen, dah sie irgendwie minderwertig seien. Gewih haben auch die Vorgänger Lord Irwins hier beispielgebend gewirkt. Doch hat es keiner von ihnen verstanden, den Beweis guten Willens so zu erbringen, dah die Bevölkerung wieder Vertrauen zur Verwaltung fahte. Das hat als erster Lord Irwin fertiggebracht, trotz aller Anfeindungen der pensionierten indischen Beamten in der Heimat, die in solcher Methode den Anfang vom Ende britischer Herrschaft in Indien sahen, weil sie nicht mehr zu begreifen vermochten, daß im heutigen Zeitalter des Wirtschaftsimperialismus es auch andere Methoden als die des Befehlens und der Aufrechterhaltung des Hntertanenverhältnisses gibt, die zur Sicherung der Herrschaft dienen können. Das Wunder, das Lord Irwin vollbracht hat. dah sich sogar Gandhi nach all den Iahren erbitterter Feindschaft dazu verstehen konnte, einen Frieden mit den Engländern zu schlichen, und zwar mitten in einem der größten politischen Kämpfe, war ja schließlich auch nicht vorauszusehen. Es bedurfte dazu eben der Intuition eines Mannes von so ungewöhnlichem Format, wie dies zweifellos Lord Irwin ist. Die Tatsache, daß der Erfolg f ü r Irwin und gegen all die Besserwisser gesprochen hat — obgleich er ja nicht mehr als d.*n Grundstein legen konnte — wird aber nun, nachdem das Hnerwar- tete doch Ereignis geworden ist, allgemein anerkannt. Io, sie gibt sogar zu noch größeren Erwartungen Anlaß. Die Konservative P a r- tei ich sich dessen bewuht geworden, dah sie in Lord Irwin, der ja erst 51 Iahre alt ist, einen der befähigsten und geschicktesten Politiker hat. der in besonders hohem Mähe gerade die Eigenschaft besitzt, die man noch heute in England für das A und O der politischen Weisheit hält: bie Fähigkeit, Kompromisse zu schließen, die alle Parteien zufriedenstellen und doch das Interesse Englands wahren. Man erwartet daher, dah Lord Irwin noch eine grohe Rolle in der englischen Politik spielen wird. Man hat ihn bereits a ls künf tegen Außenminister einer kommenden konservativen Regierung in Aussicht genommen, wird ihm möglicherweise ein noch höheres Amt übertragen. All die Konservativen, die mit der Führung Baldwins nicht übertrieben zufrieden sind und an seiner Stelle eine jüngere und lebendigere Persönlichkeit zu sehen wünschen, die aber zugleich in der Lage ist, die verschiedenen auseinanderstrebenden Richtungen der Partei zu einigen, sehen in ihm den prädest inierten Rachfolger Baldwins für den Fall, daß dieser eines Tages zu rücktreten sollte. Dis dahin dürfte allerdings wohl noch eine gewisse Zeit vergehen. Sicher ist aber jedenfalls, dah die Konservative Partei mit der Heimkehr dieses ruhigen und vernünftigen Mannes, der eines der schwierigsten Probleme der englischen Politik mit so grohem Geschick gemeistert hat, eine Stärkung erfahren hat, die von großer Bedeutung sein wird. An Stelle Churchills, dessen Eigenwilligkeit von der Konservativen Partei nicht langer ertragen wurde, hat sie jedenfalls in Lord Irwin in der Heimatfront den Mann zur Verfügung, der den größten Erfolg der Labour-Regierung Macdonalds auf das konservative Konto buchen kann. Oberheffen. Oie Bürgermeisterwahl in Wiesect verschoben. ' Wieseck, 8. Mai. Rachdem die Amtsperiode des Bürgermeisters Schomber abgelaufen ist, beschäftigte sich der Gemeinderat gestern abend unter dem Vorsitz des Beigeordneten Schäfer mit der Wahl des Bürger- meisters. Die bürgerlichen Gemeinderäte vertraten den Standpunkt, daß nur eine Wiederwahl des seitherigenBürgermeisters in Betracht kommen könne, zumal die Gemeinde Wiesect nicht in der Lage sei, noch einen zweiten Bürgermeister zu bezahlen. Die Sozialdemokraten vertraten den Standpunkt, die Wahl b is zum 1.3uni hinauszuschieben, da sie noch verschiedene Fragen klären wollten. Mit Das Schicksal spricht das letzte wort Roman von I. Schnei der-Foer st l. Hrheber-Rcchtschutz ' irch Verlag Oskar Meister, W^cdau L Sa. 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ia", sagte si« gleichmütig, „warum sollen Sie das nicht?" Hnd als spräche sie nur für sich selbst, fuhr sie weiter: „Hnsere Frauen sind anders als die Frauen hierzulande. Ihr Haar ist schwarz und üppig, wie das meine. Ich habe als Kind des öfteren in den Bungalows der Eingeborenen geschlafen. Meine Aja ist auch eine Iavanerin." „Hnd Ihre Mutter?" Unwillkürlich konzentrierten sich Lippstädts Gedanken auf die Frau, die dieses eigenartige Geschöpf geborön ftatte. „Meine Mutter? Ich sagte Ihnen schon: Ich weih fast nichts von ihr. Das Wenige eben nur, das mir die Aja hin und wieder erzählt hat Sie muh sehr schön gewesen sein und viel, viel jünger als mein Vater. Er ist seit gestern fünfundsiebzig Iahre." Es wurde ganz still zwischen ihnen. Zwei Finken schäkerten im Gezweig der Trauerweiden, dah es zitternd auf und niederschwankte. Eine Ringelnatter zog das dürre Gras entlang. Fern ab, wo die Mauer den Park umfriedete, erklang der Hall einer Peitsche. „Wann reisen wir?" Viktor hatte die Frage vollkommen überhört. Wege, die er schon tausendmal gegangen war, ging er noch einmal. Immer wieder waren es die gleichen, und sie endeten alle am selben Schnittpunkt. „ . 4 Die Leiber der schwarzen Zypressen standen ganz in Sonne. Als wollten sie die reglose Trauer verklären und mit Trost umweben, rannen güldene Fäden die dunklen Stämme herab. Flttter- gleich, in spinnwebfeiner Verästelung, ruht« ttipferner Reflex auf dem Moose, so dah es aussah, als tränke der ganze Boden sich satt daran. „Wann reifen wir?" Viktor schrak auf. „Sagten Sie etwas? Sie fragte ein drittes Mal. Ec senkte den Kopf, und als er das Gesicht wieder hob, war der Blick, mit dem er sie ansah, so qualzerrissen, dah sie bereute, in ihn gedrängt zu haben. „Es eilt nicht. Graf! Ich bleibe noch mehrere Wochen. Vielleicht helfen Sie mir jetzt auf die Deine. Der Schmerz ist nicht mehr arg im Knöchel." Doch sie hatte sich getäuscht. Die reglose Stellung war nur ein vorübergehendes Einschläfern gewesen. Als sie den Fuß aufsehte. zuckte sie hilflos zusammen. „Es geht nicht! Was wird meine Aja dazu sagen, daß ich so leichtsinnig war. Ist es wohl möglich, dah der Chauffeur den Wagen bis hierher steuert?" Viktor verneinte. „Ich trage Sie, Mih Hetter» field!" „Danke", lachte sie gequält auf. „Wenn ich auch nicht gerade schwer bin. Für eine größere Strecke genügt es doch. Was machen wir nur?" „Kommen Sie!" ermunterte er. „Sie dürfen sich meinen Armen schon anvertrauen." Ehe sie noch etwas entgegenzusprechen vermocht hatte, fühlte sie sich behutsam, aber sicher emporgehoben und den Kopf willig gegen feine Schulter lehnend, schloß sie die Augen. Ihr feines Gesicht lag gegen das dunkle Tuch seines Rockes. Er sah das Zucken ihrer Lippen und sprach, um ihr das Peinliche der Situation zu erleichtern, zu ihr herab: „So habe ich seinerzeit im Felde meinen besten Freund aus dem Trommelfeuer nach dem Verbandsplatz getragen und als ich ihn dort aus den Armen legte, war er tot." Schweigen. Sein Blick suchte zu ihr hinab und wurde schreckhaft weit. „Warum weinen Sie?" Ihr Körper wurde geschüttelt.- „Weil Sie mir so unsagbar leid tun." Drohend rollte von West her das erste Mahnen eines auf steigenden Gewitters. Hlla Setterholm hatte sich auf ihrem Ruhebett im Atelier ousgestreckt und eine Zigarette in Brand gesetzt. Run beobachtete sie kritisch den Männerllrpf, der unweit vom Fenster auf einem Sockel stand. Da fehlte etwas! Ein Dutzend blauer Ringel schwebte nach der Decke. Es ist der Mund, der nicht stimmt, ärgerte sich die Professorin, schaute genauer und wurde unschlüssig. Vielleicht waren es die Augen. Auch über den Brauen, wo die Stirne anfetzte, war ein Zug, der nicht hineingehörte. „Der Tschapp!" sagte sie hörbar laut. Was war dieser Viktor Lippstädt für ein unruhiges Menschenkind, keine Minute konnte er stille halten, sah jetzt nach dem Fenster, horchte eine Sekunde später nach der Türe, schlug jetzt das rechte Knie über das linke und sprang mitten in der besten Arbeit auf, um sich zu überzeugen, dah die Eve noch nicht im Korridor stand. Sagte das Kind, es käme um drei Hhr, saß er sicher schon ab ein Hhr bei ihr und tat nichts als horchen und schauen und nach der Treppe laufen und wieder zurück zu ihr. „Sie glauben, dah ihr nichts zugestoßen ist, Frau Professor?" Er tat ihr leid und zugleich konnte sie zornig auf ihn werden. Zuweilen lachte sie ihm auch ins Gesicht ..Graf, welcher Hnterfchied besteht zwischen einem Verliebten und einem Irrenhäusler?" „Ich weih keinen, Frau Professor!" „Ich auch nicht!" Dann hielt er drei Minuten still und alles begann von neuem: Das Horchen, Laufen, Schauen und in Angst vergehen. Heute war er noch nicht dagewesen. Vielleicht hatten sie sich anderswo getroffen, oder sie waren sich unterwegs begegnet. So ärgerlich sie manchmal auf ihn war, mm ging er ihr doch ab. Vielleicht war er das! Es hatte im Flur geläutet. Wenn er schön brav und gesittet war, glückte es ihr womöglich, die Düste zum Abschluß zu bringen und das, was nicht in sein Gesicht hineingehörte, auszumerzen. Maßlos verblüfft sah sie nach der Tür«, unter der Lutz' schlanke Gestalt auftauchte. „Störe ich, Tante?" Als er Staunen bemerkte, ging ein feines Rot über sein Gesicht. „Du muht entschuldigen, daß ich dich so unangemeldet überfalle. Aber ich bekomme dich sonst überhaupt nicht mehr zu sehen, wenn ich dich nicht in deinen eigenen vier Wänden aufsuche." Sie hatte ihre Heberraschung abgeschüttelt und sich vom Diwan erhoben. Es war Monate her, dah er den Weg zu ihr gefunden hatte. Hnd nun auf einmal. Das muht« Gründe haben. Man würde je sehen. Sie hatte in ihrem innersten Herzen eine kleine Schwäche für ihn. Er war der einzige Sohn ihres toten Bruders und dann war ihm auch die unvergleichlich« Art der Setterholms zu eigen, die sie selbst zwar nicht besah, die sie aber aus der Sphäre des Elternhauses her nur zu gut kannte. „Warum hast du denn nicht abgelegt draußen?" fragte sie verwundert, da er noch in Hut und Mantel stand. „Es war niemand da, Tante. Ich fand die Türe nur angelehnt." „So, da war niemand", sagte Hlla zwischen Lachen und Olerger. „Dann Hot halt die Hschi wieder einmal ein Üeines Tratscherl g'macht. Gib her, ich kann das gar net seh n, wenn du da stehst wie ein Fremder." Trotz seines Protestes trug sie eigenhändig seine Garderobe nach dem Flur und kam dann raschen Schrittes wieder zurück. „Ich nehme an, dah du Zeit hast, Lux. Aber drüben in meinem Wohnzimmer, da ist es gemütlicher!" „Rein, Tante, bitte hier. So ein Atelier gibt gleich eine andere Stimmung. Privaträume habe ich immer. Darf ich ein wenig Hmschau halten?" Er sah die Büste des Grafen Lippstädt, die beinahe vollendet auf dem Sockel thronte und verzog den Mund. „Den kennst ja", sagte Hlla, während sie hinter ihn trat und die Hand auf seine Schulter legte. „Muht halt keinen Anstoß dran nehmen, wann du Leut bei mir findest, di« dir nicht sympathisch sind. Ich selber mag ihn gern. Ich modellier niemand, den ich net leid'n kann. Aber das da g’fallt dir vielleicht besser." Mih Hetterfields seiner Kopf tauchte unter dem grauen Seidentuche auf, das sie von einer Düfte weggezogeni hatte. Lutz vergah vollkommen die berühmte Setter- holmsche Beherrschung. Seine Blicke sogen sich fest und konnten sich nicht von diesem Antlitz trennen. „Einfach gottvoll schön!" „Ja! Richt!" Hlla weidete sich an feiner Begeisterung. „Das Kopferl ist selten schön. Eine Iavanerin. Wann du die erst in Ratura seh n könntest! Schad', dah sie schon bald wieder ab- reist." „Wann, Tante?" „Mein Gott, das kann ich dir nicht so genau sag'n, Lutz. Sie nimmt den Grafen Viktor mit. damit ihm das Wart'n nicht so schwer wird." Zu ihm auf sehend, gewahrte sie die Dlutwelle, die sein Gesicht dunkel färbte. „Der versteht es. wie man's machen muh, sich überall anzupirschen, wo es etwas zu holen gibt." „Geh, schäm dich doch!" tadelte sie, während sich ihr Arm unter den seinen schob. „Wer wird denn einen Menschen, dem 's nicht gut geht, so grundlos verdächtigen." Sie wollte ihn mit sich vor nach dem Rebenzimmer dirigieren, aber er war nicht von Miß Hetterfields Büste wegzubringen. „Wann's dir so gut g fallt, dann wartest halt noch ein halbes Stünderl, dann kommt's zum Tee." Sie streifte ihn belustigt von dem tadellos gezogenen Scheitel bis zur Spitze seiner spiegelnden Lackschuhe hinab. „Wann du nicht so ein verbohrter Jungg'sell wärst — die möchte zu dir passen." „Weißt du Genaueres über sie?" „Mein Gott, was man halt so herausfind't, wann man zusammen plaudert. Frag'n, das tu ich nicht. Was sie mir halt selber g'sagt hat: Einen Hauf'n Geld! Eine große Portton Eig'n- sinn! Aber nett ist er, der Eigensinn. Boshaftigkeit ist gar keine dabei. Der Vater auf Java, einen Haushofmeister hat's dabei, gegen den ein englischer Lord ein Dreck ist. Entschuldigung", lachte sie, als sie sein schokiertes Gesicht sah. „Der Ausdruck war nicht Setterholmsch, gelt?" Sie lachte wieder, während er den Mund verzog. „Hnd eine Zofe hat s mit, ein scheußliches Ding. Aber eine gute Haut! Genügt's jetzt?" Er geb keine Antwort und ging rund um dis Düste. „Von hint'n is nix zu seh'n!" neckte sie. Er reagierte nicht auf den Scherz und sagte überlegend: „Ist sie käuflich?" „Was?" Ihre Dräuen waren hochgezogen und ein schnelles Rot lichterte über ihre Wangen. l Fortsetzung folgt.) 8 gegen 7 Stimmen wurde dem Antrag der, Sozialdemokraten stattgegeben. Siadtvorstand in Lauterbach. A Lauterbach. 6.Mai. Die jüngste Sitzung des Stadtvorstandes befaßte sich zunächst mit dem Verkauf des Nutzholzes. Es ist nur ein Angebot eingelaufen. Der Zuschlag wurde erteilt. Der Verkauf von 67 rm Papierholz an die Zellulosefabrik Okriftel zum Raummeterpreis von 7,56 Mark fand ebenfalls die Zustimmung des Stadtoorstandes. Die Gemeinderatsmitglieder Höll und Rausch fordern in einem Antrag, daß alle Haushaltungen, bei denen Wassermesser eingebaut sind und kein Gewerbe betrieben wird, ab 1. April 1931 bis auf weiteres pach dem seitherigen Pauschal s y st e m veranlagt werden. Weiterhin ist ein Gesuch der Fleischerinnung eingelaufen um E r - mäßigung des Preises für gemessenes Wasser. Die Finanzkommission hat sich bereits mit diesen Gesuchen beschäftigt, jedoch eine endgültige Lösung zur Vermeidung von Härten, sowie zur gerechteren Berechnung des Wassergeldes noch nicht finden können. Die Finanzkommission wurde beauftragt, neue Vorschläge auszuarbeiten und vor- zulegen. Landkreis Gießen. X Klein-Linden, 7. Mai. Unter zahlreicher Beteiligung der Einwohnerschaft und unter Vorantritt der Gießener Reichswehrkapelle wurde am Mittwoch der Veteran von 1866 und 1870/71, Eisenbahnschaffner i. R. Heinrich Knapp auf dem hiesigen Friedhof zu Grabe getragen. Der Verstorbene war 86 Jahre alt und eine allgemein geschätzte Persönlichkeit er erfreute sich bis kurz vor seinem Tode der besten Gesundheit. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 7. Mai. Die landwirtschaftlichen Arbeiten sind durch das naßkalte Wetter der letzten Woche etwas ins Stocken geraten. Die Kartoffeln sind noch nicht überall gelegt, auch nicht die Dickwurzkörner. Ebenso hat die kalte Witterung auf die Baumblüte gewirkt. y Aus der nördlichen Wetterau, 7. Mai. Infolge der schlechten Aussichten für den Rotklee und den ersten Grasschnitt ist die A a ch - frage nach Wiesenheu und Dickwurz in unserer Gegend stärker geworden. Fast täglich sieht man Wagen, mit diesen Futtermitteln beladen. nach den Orten des vorderen Vogelsbergs fuhren. Auch der Handel mit Stroh ist reger geworden. Dies wird J>on den großen Gutshöfen abgeholt. Kreis Friedberg. & Friedberg. 7. Mai. An der hiesigen Lehr- an st alt für Ob st bau und Landwirtschaft fand ein mehrtägiger Lehrgan g fü r Baumwärter statt. Der abschließenden Prüfung wohnte auch Ministerialrat Bauer vom Hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft bei, der nach einer Ansprache die Diplome als „staatlich geprüfter Baumwart" überreichte. Direktor Dr. Schad gab im Anschluß daran wertvolle Mitteilungen über neuzeitliche Maßnahmen im Obstbau. Unter den bestandenen Prüflingen wohnen im Kreise Gießen: Wilhelm Erb (Daubringen), Ludwig Haas (Wie- scck), Erwin Rinn (Heuchelheim), Ernst Schneider (Trais-Horloff), Karl Will (Leihgestern). Kreis Schotten. § Ulrichstein, 7. Mai. Wie lange der Winter diesmal seine Herrschaft behauptet hat, ist daran zu sehen, daß erst jetzt hie und da angefangen wird, das Vieh auf die Weide zu tteiben, obwohl wir schon seit einer Woche im Mai stehen. In sonstigen Iahren konnte der Weide- .bettieb meist ausgangs April beginnen. — Der der letzten Holzversteigerung der Ge- t meinte wurde auch das für den Dau einer Iugendherberge angefahrene Holz mitver- * steigert. Damit ist ter Plan, hier eine Iugente herberge zu errichten, auf absehbare Zeit wieder fallen gelassen worden. Daß es zu dem geplanten Dau nicht kommt, ist um so bedauerlicher, als die Gemeinde Ulrichstein außer freier Lieferung von Holz und Steinen und Stellung des Bauplatzes auch schon namhafte Beträge dafür in den Voranschlag eingesetzt hatte. Ober-Schmitten, 6. Mai. Der Gau I (Sitz Hungen) des Radfahrbundes Oberhessen unternahm am vergangenen Sonntag eine Wanderfahrt nach Ober-Schmitten. Es beteiligten sich daran die Radfahrvereine von Hungen, Ulfa, Eberstadt. Bettenhausen und Berstadt. Nach einer imposanten Korsofahrt durch die Ortsstraßen unseres Dorfes versammelten sich die Gauvereine auf dec Festwiese hinter dem Kirchhofschen Saalbau. Frl. Elfriede Hofmann begrüßte die Erschienenen in einem Prologe, der 1. Gauvorsihende Köhler ' feierte den Radfahrsport und brachte ihn in Der- bindung zu Volk und Vaterland. Auf den Begrüßungsreigen des Radfahrvereins Ober-Schmitten folgte ein Pflichtigen der beteiligten Gauvereine. In dem Radballspiel Eberstadt gegen Heuch ei h e i m bei Gießen siegte Eberstadt mit 9:1. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 6. Mai. Der letzte diesjährige Vortrag im Winterprogramm 1930/31 der hiesigen Dürer-Gesellschaft wurde von Frau äln veriitätsprofessor D r. Bieber (Gießen) gehalten über das Thema „Pompeji im Lichte neuerer Ausgrabungen und Forschungen". Auf Grund chrer eigenen Forschungen, die Frau Prof. Bieber in der wieder ausgegrabenen Stadt gemacht Hut, brachte sie fünfzig ausgezeichnete Lichtbilder zur Vorführung. Bei ihrem Vortrag ging die Rednerin von ter Feststellung aus, daß die furchtbare Naturkatastrophe des Desuv-Ausbruchs im Iahre 79 n. Ehr., bei der die blühenden Städte Pompeji und Herkulanum unter Schutt und Asche begraben wurden, der spateren Menschheit die Möglichkeit gegeben habe, einen genauen und tiefen Einblick in die Lebensweise der Römer, in ihre Sitten und Gebräuche zu bekommen. Di« Ausgrabungen gehen bis ins Iahr 1748 zurück, sie wurden aber ursprünglich völlig planlos und unwissenschaftlich durchgeführt. Erst seit 1860 begann man auf Veranlassung der italienischen Regierung mit planmäßigen Ausgrabungen. Frau Prof. Bieber schilderte barm das früher angewandte vertikale APsgrabungsverfahren, das sich als unzweckmäßig erwiesen habe, und das neue horizontale Abträgen der Schuttmassen. Dieses neue Verfahren habe z. T. zu ganz überraschenden Ergebnissen geführt und unsre Kenntnisse z. B. des römischen Hausbaues bedeutend erweitert. Frau Prof. Bieber berichtete dann von der Fülle von neuen und lehrreichen Funden. die in der allerjüngsten Zeit wieder zutage gefördert wurden, vor allem erstaunlich gut erhaltene Gemälde und Fresken, herrliche Statuen, zahlreiche aufschlußreiche Inschriften usw. Schwere Llnweüer. Große Verwüstungen in Bad Homburg Bad Homburg v. d. H., 7. Mai. (WSN.) In den heutigen Nachmittagsstunden ging im Taunus. namentlich an der Nordseite, ein Wolkenbruch nieder. Straßen wurden aufgerissen und Dämme durchbrochen. Die Bäche traten über ihre Ufer und überschwemmten alle tiefergelegenen Felder und Wiesen. Zum Teil bildet das Vorgelände des Taunus eine ausgedehnte Seenfläche. In Kirtorf ergoß sich die Flut in die Häuser. Im Wasser watend, mußten die Einwohner ihr Vieh aus den Ställen treiben, um es in Sicherheit zu bringen. In Seulberg trieb man das Bieh auf die Höhen. In Gonzenheim mußte man vor dem anstürmenden Wasser die Flucht ergreifen. In große Gefahr gerieten die Bewohner eines alten, baufälligen Gehöftes in Homburg, des Parkhofes. Brufthoch stand hier bereits das Wasser, als die Polizei zu Hilfe kam und die Bewohner, besonders die kleinen Kinder, in Sicherheit brachte. Entsetzlich sind die Verwüstungen im Homburger Kurpark. Der gesamte tiefer gelegene Teil wurde von der hohen Flutwelle getroffen.. Dämme wurden hinweggefegt, die Pflasterung der befestigten Wege fortgerissen, selbst schwere Randsteine der Fahrwege wurden beiseite gedrückt. Wege und Rasen wurden aufgewühlt. Der bedenklichste Schaden, den Homburg durch das Hochwasser erlitten hat, ist indessen die Ueberflutung der Brunnen. Sämtliche Brunnenanlagen stehen tief unter Wasser, das bis zu den Abendstunden noch kaum gefallen ist. Die Ueberflutung gefährdet die Brunnen aufs ernsteste und bringt schwere Verschlammungen mit sich. Der Park ist in den Abendstunden noch unpassierbar. Nur auf Brücken, die notdürftig ,auf Bänken hergeftellt worden sind, kann man ihn passieren. Bier Menschen im Llnwetter umgekommen. WSR. Aschaffenburg, 7. Mai. Heute zwischen 16 und 17 Uhr entlud sich über dem nahe bei Aschaffenburg gelegenen, 3000 Einwohner zählenden Orte Hösbach ein schweres Unwetter. Es ging ein st a r k e r Wolkenbruch nieder. Aus dem Spessart kamen ungeheuere Wassermassen gestürzt. Auf einer drei Meter breiten Sand st einbrücke standen sieben Menschen, um die Herankommenten Wassermengen zu beobachten. Unter dem ungeheueren Druck dieser Wassermengen stürzte plötzlich die Drücke ein und riß die sieben Menschen mit in die Fluten. Einige davon, zum größten Teil junge Leute, konnten sich retten, während der neun Iahre alte Helmut Völker, die zehn Iahre alte Frieda R e t t i n g e r und der zwanzig Iahre alte Landwirt Anion Stab ertranken. Der sechzig Iahre alt« Konrad Rausch, ter ebenfalls von den Fluten weg- gerissen wurde, wurde gegen eine Pappel geschleudert und trug eine Gehirnerschütterung davon. Er starb am. Abend. Die Wasserflut dauerte nur wenige Minuten. Gewitterschäden in der Wetterau * und im Vogelsberg. 0 Holzheim, 7. Mai. Das schwere Gewitter in der letzten Rächt entlud sich zu einem großen Teile unmittelbar über unserem Ort. Gegen 1 Uhr zerschmetterte der Blitz einen Holz- mast der elektrischen Lichtleitung und zerstörte die Zuleitung des elektrischen Stromes. Auch der Fernsprechverkehr wurde unterbrochen. Erst heute mittag war es wieder möglich, unseren Ort mit Elektrizität zu versorgen. )— ( Ruppertsburg, 7. Mai. Außerordentlich schwere Gewitter entluden sich heute von 14.30 bis 18 Uhr über unsere Gemarkung. Vbv l k en br u ch a r t i g e r Re gen, vermischt mit leichtem Hagel, machte die Gräben im Felde zu reihenden Bächen und richtete an den Fluren großen Schaden an. Sehr heftige elektrische Entladungen versetzten die Einwohner in Schrecken und schlugen mehrmals ein, vor allem in die Lichtleitung zwischen hier, Laubach und Gonterskirchen. Schadenfeuer durch Blitzschlag. WSR. Lauterbach, 7. Mai. Gestern ging über der Gemarkung Lauterbach ein schweres Gewitter nieder. Im nahen Reuters traf der Blitz die Scheune des Landwirts Heinrich Köhler und zündete. Im Ru stand das Gebäude in Flammen. Die Ortsfeuerwehr und die freiwillige Feuerwehr Wallenrod mußten ihre Tätigkeit auf den Schuh der stark bedrohten Nach- barhofreite beschränken. Das Vieh konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werten, während ein großer Teil des übrigen Inventärs dem Feuer zum Opfer gefallen ist. S.J.-ipor( Zwei oberhessische Turnerveteranen. Zwei verdiente oberhessische Turner feierten dieser Tage fast gleichzeitig ihren 80. Geburtstag: Philipp Oßwald in Lich und Wilhelm Frutig in Hungen. Beide Iubilare üben als Schuhmachermeister heute noch ihr Handwerk aus. Mehr nod) als durch die Derufsgemeinschaft waren beite früher durch die Dante der Turner-- schaft in enger Freundschaft verbunden. Ph. Oßwald wurde 1868 als Aktiver in den 1860 gegründeten Turnverein Lich aufge- nommen, in dem fein älterer Bruder schon in der Leitung stand. Die Zöglingsjahre eingerechnet, ist PH. Oßwald also jetzt 65 Iahre Mitglied der Deutschen Turnerschaft. Von 1880 ab gehörte er fast zwei Jahrzehnte ununterbrochen dem Vorstand seines Vereins als 2. Sprecher und 1. Turnwart an. Unter seiner Turnwartschaft erlebte der Verein eine Dlütezeit, von der die älteren Turner heute -noch gern erzählen. In den 80er und 90er Iahren war er außerdem ein geschätzter Kampfrichter. Die aus dem Turnverein hervorgegangene Freiwillige Feuerwehr in Lich zählte ihn zu ihren Gründern und eifrigsten Förderern, ebenso der Rothsche Männerchor, ter ebenfalls im Turnverein fein« Keimzelle hatte. Das gesellige Leben fand unter Obwalds Leitung eifrige Pflege. Der Turnverein Lich ernannte bereits bei seinem 50jährigen Iubiläum PH. Oh- Wald zum Ehrenmitglied. Die Turnerschaft ehrte ihren Getreuen schon vor 10 Iahren durch Verleihung des Ehrenbriefs tes Mittelrhein- k r e i s e s. Zu seinem 80. Geburtstag erhielt ter Iubilar noch die Ehrennadel tes Kreises. Der Vorstand des Turnvereins ehrte sein ältestes Ehrenmitglied zu seinem Geburtstag durch ein sinniges Geschenk. Der Turnverein Hungen gehörte zu den frühesten Dereinsgründungen in Hessen. Er bestand bereits 1848, löste sich in den politischen Wirrnissen der Zeit aber bald wieder auf. Es war vor allem Wilhelm Frutig, ebenfalls durch seinen alteren Bruder für die Turnsache begeistert, ter sich 1873 um die Reubelebung und Wiedergründung des Hungener Vereins bemühte. W. Frutig ist mithin 58 Iahre Mitglied ter D. T. Don 1886 bis 1906 war er 1. Turnwart und in dieser Zeit auch als erfahrener Kampfrichter im Gau tätig. Der Turnverein ernannte ihn 1906 zum Ehrenturnwart. Während des Welttrieges sprang ter „Alte im Barte" nochmals in die Bresche und versah in Vertretung das Amt des Turnwarts. Bis jum heutigen Tage fehlt er selten bei einer Dererns- beranftaltung, und dem Iugendwart steht er noch mit Rat und Tat zur Seite. Vor zwei Iahren zeichnete die Turnerschaft den Getreuen durch Verleihung tes Ehrenbriefs des Mittelrheinkreises aus. Lind jetzt erhielt ter Iubilar auf Antrag seines Vereins den C h re n- b r i e f der D. T., den Kreisvertreter Pfeiffer (Wetzlar) zum 80. Geburtstag überreichte. Die Hungener Turner huldigten dem verehrten Führer durch einen Fackelzug. Rund um die Anlagen. Staffellauf der Gießener Vereine. In vielen deutschen Städten wird alljährlich auf ursprüngliche Veranlassung der Deutschen Sport- behörde eie großer Staffellauf durchgeführt, an dem sich möglichst alle der DSB. angeschlossenen Vereine beteiligen sollen. Auch in Gießen wurde diese Veranstaltung einige Male durchgeführt. Das letztemal im Jahre 1925. Nunmehr soll diese Sitte erneut ausgenommen werden, um die Bevölkerung in einen engeren geistigen Kontakt mit der Sportbewegung zu bringen, die sonst immer nur auf die Betätigung auf dem Sportplatz beschränkt ist. Der Lauf „Rund um die Anlagen" wird der breitesten Oeffentlichkeit Gelegenheit geben, das frisch-fröhliche Leben und Treiben der Sportler und Sportlerinnen der Turner und Turnerinnen, der Aktiven, wie der Jugend erneut kennenzulernen. Es ist erfreulich, daß man auch in Gießen diesen Lauf „Rund um die Anlagen" wieder durchführen will, und nicht hinter anderen Städten zurücksteht, die die Läufe über längere oder kürzere Strecken durch das Stadtgebiet längst zur Tradition erhoben haben. Für diese Staffclläufe ist im Verbandsgebiet des WSV. ein bestimmter Tag festgesetzt worden, und zwar der 7. Juni. In Uebereinftimmung mit den beiden hiesigen Sportvereinen (VfB. Gießen und Spieloereinigung 1900) hat jedoch der Gau- Athletik-Sachbearbeiter in Berücksichtigung verschiedener Umstände den kommenden Sonntagvormittag zur Austragung vorgeschlagen. Die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen. Die Ausgestaltung und Durchführung des Laufes ist dem hiesigen VfB. übertragen worden, der zusammen mit der Spielvereinigung 1900 die Vorbereitungen treffen wird, und zum Teil schon getroffen hat. Zur Teilnahme an diesem Lauf haben bisher neben den beiden Veranstaltern, die sich mit mehreren Mannschaften beteiligen, auch der Turnverein 1846, der Männerturnverein, der Verein Deutsche Jugendkraft, und von auswärtigen Vereinen, der rührige VfL. Wetzlar Zusagen abgegeben. Unter diesen Voraussetzungen dürften sich spannende Rennen entwickeln, denen man mit um so mehr Interesse entgegensehen barf, als die hiesigen Turner und Sportler in der beginnenden diesjährigen Saison auf dem Gebiete der Leichtahletik bereits ansprechende Ergebnisse erzielt und damit bewiesen haben, daß sie während des Winters nicht müßig waren. Es sei in diesem Zusammenhang an die Waldläufe, an den Jugendtog, an die Erfolge der Männerturner in Frankfurt-Rödelheim erinnert. Nach dem bisherigen Meldeergebnis zu urteilen, ist mit einer stattlichen Besetzung in den einzelnen Klassen zu rechnen. Vorgesehen sind Läufe der ^-Klasse (Aktive der Leichtathletik treibenden Vereine), die Mannschaften der 6-Klasse setzen sich aus Mannschaften jener Vereine zusammen, die nicht Leichtathletik als Hauptsport betreiben. Außerdem gehen die Jugend und die Frauen an den Start. Auf den Ausgang der Läufe darf man mit Recht gespannt sein. Der Start erfolgt von der Loge (Dftanlage) aus. Das Ziel ist der freie Platz vor dem Stadttheater. Anschieben des Schützen-Vereins Gießen. Bei guter Beteiligung hielt der Schützenoerein am vergangenen Sonntag und Montag fein Anschießen, verbunden mit einem Vereins-Preisschie- ßen ab. Aus dem Wettbewerb gingen als Sieger hervor: 3 0 0 Meter: 1. Hans Mangelsdorff, 2. Heinrich Appel, 3. Willi Horn. 17 5 Mete r,: 1. Phil. Nicolaus, 2. Adolf Möhl, 3. Richard Koch. Billard-Siädtewettkampf Kaffel-Gießen. Das in Kassel ausgetragene Städtespiel (Rücttpiel) zwischen dem 1. Gießener Billardklub und dem Kasseler Billardklub erbrachte dem 1. Gießener Billardklub einen weiteren Sieg mit 237 Punkten, so daß Gießen mit den im Vorspiel gewonnenen 285 Punkten mit insgesamt 522 Punkten Sieger geworden ist. Krastsportgaumeisterschasten in Marburg. Am kommenden Sonntag finden in Marburg die Gaumeisterschaften des Gaues I im 7. Kreis des „Deutschen Athletiksportverbandes von 1891" im Gewichtheben, Ringen, Boxen ünd Rasenkraftsport statt. Hierzu hat auch der 1. Gießener Kraft- und Sportklub zahlreiche Meldungen abgegeben. Trotzdem aus Kassel, Marburg, Friedberg, Alsfeld usw. gute Kräfte gemeldet sind, rechnet man doch auf ein gutes Abschneiden der Gießener Kraftsportler. $♦ Sp. V. 1926 Steinbach. Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Mannschaft des FSpv. Steinbach die 1. Mannschaft des FC. Grünberg. Da die Steinbacher voraussichtlich mit Ersatz antreten müssen, dürfte kaum mit einem Siege zu rechnen fein. Vor dem Spiel der 1. Mannschaften treffen sich die 2. Mannschaften der genannten Vereine im Gesellschaftsspiel. Da die Steinbacher in neuer Aufstellung antreten werden, ist eine Vorhersage nicht möglich. pfingstwanderfahrt des Deutschen Kanuverbandes. Der Oberrhein- und Mainkreis tes Deutschen Kanuverbantes führt auch in diesem Iahve feine im Deutschen Kanuverband sehr beliebte Psingst- wanderfahrt durch. Diesmal ist der Mainstrom ausersehen, die große Schar der Kanufahrer auszunehmen. Di« Vorbereitungen sind im Gange, den Teilnehmern die schönste Mainstrecke zu erschließen und ihnen die Fahrt so angenehm wie möglich zu machen. Eine inoffizielle Vorfahrt beginnt in Kulmbach. Ab Würzburg — Karlstadt — Rothenfels erfährt di« Veranstaltung ihren offiziellen Auftakt, um sich au den Pfingsttagen auf der Strecke Rothenfels—Wertheim—Klingenberg zu einer mächtigen wasfersportlichen Kundgebung zu gestalten. Da die Kanalisierung des Maines/die begreiflicherweise von den Wasserwanderern keinesfalls begrüßt wird, immer weiter fort« schreitet, sollte jeder Paddler die Gelegenheit wahrnchmen und mit dem Deutschen Kanuverband Pfingsten auf dem Main verleben. An der Wanderfahrt werden sich vvraussichllich auch viele Kanusahrer ter Paddlergilde Gießen beteiligen. Oie Vorrunde zur OZB.-Meisterschast. Der Spielausschuh tes Deutschen Fuhball-Bun- des hat, trotzdem einige Vertreter der Verbände noch nicht endgültig feststehen, doch bereits die Paarungen für die Vorrunde zur Deutschen Fußballmeisterschaft getroffen und schon für den 10. Mai sieben Spiele angeseht. Die einzelnen Paarungen lauten wie folgt: In Leipzig: Sp. Dg. Leipzig — Sp. Vg. (Fissenewerth-M.-Gladbach). In Düsseldorf: Fortuna Düsseldorf — Eintracht Frankfurt (Fuchs-Leipzig). In Königsberg: VfB.Königsberg — Dresdener Sport-Club (Siebert-Forst). In Deuthen: Beuthen 08 — Hamburger Sport-Verein (Sackenreuther-Rürnberg). In Berlin: Dennisborussia Berlin — FV. 06 Breslau (Trimpler-Hamburg). In Dortmund: DsB.Bielefeld — Hertha- BSC. (Frih-Oggersheim). In Kiel: Holstein Kiel — Prussia Samland (Hundt-Remscheid). Oer Sport im Reiche. Im Fußball stehen die Vorrundenspiel« um die deutsche Meisterschaft im Vordergrund. Die Leichtathletik steht in diesem Iahre im Zeichen der Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 1932 in Los Angeles. Den Auftakt der großen internationalen Oteranstaltungen bildet am Sonntag das Hans-Braun-Gedächtnis- Sportfest in München unter Teilnahme der besten Athleten aus Deutschland, Ungarn und Italien. Im Handball setzen die Turner die Meisterschaft mit zwei Spielen ter Zwischenrunde fort In Derlin-Baumschulenweg stehen sich die Turn« gemeinde in Berlin und der TV. Vorwärts-Bres- lau mit seiner Männer- und seiner Frauenmann- । schäft gegenüber. — Im Tennis werden am Sonntag nachstehende Davispokalspiele ter zweiten Runde beendet: Iapan—Iugosiawien in Agram, Finnland—Aegypten in Helsingfors, Norwegen—Polen in Oslo und Belgien—England in Brüssel. Auch Oesterreichs internationale Meisterschaften im Wiener Prater stehen am Sonntag im Zeichen ter Schluß kämpfe. Der Radsport bringt Bahnrennen an folgenden Plätzen: Elberfeld, Krefeld, Hannover. Halle, Paris, Zürich und Basel. Im Straßen-- rennsport nimmt das Hauptinteresse die Deutschland-Rundfahrt. die am Sonntag mit der 6. Etappe von Erfurt nach Dresden fortgesetzt wird, in Anspruch. 3m Mvtorenspvrt find zu nennen daS Wiesbadener Automobilturnier und die Oester« reichische Tourist-Trophy. 3m Rennsport steht am Sonntag in Hoppegarten das wertvolle Henkelrennen zur Entscheidung an. Weitere Rennen werden in Hamburg- IS roßborstel, Hannover. Dortmund. Mannheim, Bremen. Leipzig (Traben) und in Paris gelaufen. — 3n Rom wird das internationale Reitturnier unter Teilnahme der deutschen Reichswehrmannschaft abgeschlossen. (Schluß des redaktionellen Teils.) Blutreinigung im Frühjahr. Lin wichtiges Erfordernis der Körperpflege. Die Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden setzt gute Verdauung, reine Säfte und reines Blut voraus. Es ist daher in weitesten Kreisen üblich, im Frühjahr längere Zeit hindurch ein mildes Abführmittel zu gebrauchen, um durch Beförderung des Stuhlganges die schädlichen Ablagerungen und Säuren, die sich während des Winters gebildet haben, auch dem Körper auszuscheiden und eine gute Blutzusammensetzung zu erzielen. Hierdurch wird der gesamte Organismus wohltuend erfrischt und der Entstehung von Krankheiten und Beschwerden wie Unbehagen, Beklemmungen, Mattigkeit und Kops- schmerzen vorgebeugt. Am zweckmäßigsten gebraucht man die als Abführ, und Blutreinigungsmittel hervorragend bewährten Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen, die in jeder Apotheke zu 1,50 RM. die Schachtel erhältlich sind. Sie bestehen ausschließlich aus unschädlichen pflanzlichen Auszügen und Stoffen und enthalten keine chemischen Zusätze. Sie wirken zuverlässig, angenehm und schmerzlos. (117V AuSAotu wWvWw Blaue Kammgamanzüge 3» flfl reine Wolle, beste Verarbeitung vU»V V 1857 V Werkmeisterschule Der Vorstand. Sütr Vowle und Aausivuuk 3227 D vovzüsttEe Weiner AufscMiessen direkt vom Faß und Zi Proz. Rabatt Adolf «latk, Neuen Säue 1Z Aufbrühen allein tut’s nicht! Marktplatz 21 02753 Kein Laden Eingang Ecke Volksbad. 3 Pfund gelbe Erbsen 3 Pfund grüne Erbsen Liter 62 Pf. Liter 80 Pf. Liter 80 Pf nur 55 A> nur 55 A von Smo- Frankfurter Apfelwein Weißwein Zohannisbeerwein... Tennishosen aparte Dessins flotte Formen .. Berrenarlikel stets große Auswahl Herren- and Knabenmützen moderne Muster, äußerst preiswert SaMioanziiOe 1- und 2reihig, moderne Dessins Knidferhorkerhosen schöne Farben, solide Verarbeitung . Färb. Gabardinmänlel in den mod. Slipon- u. Raglan- Formen, äußerst preiswert .... Gummimäntel in blau u. farbig, mod. Formen müssen Sie die Kaffeebohne, wenn Sie ihr ganzes Aroma herausholen wollen. Daher ist Kaffee mit Weber’s kräftiger im Geschmack, voller im Aussehen. Bauschule | Architektur. Baulnger.1- eurweien. Eisenbau. ElsenDetonMu Tonindustrie Zieoeieunacnicvre Techniker. Zicgetmcist Drogerie 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10- Hindenbnrg-Drogerie. Seltersweg 68a. Sportanzüge 4teilig, in strapazierfähigen Qualitäten und guter Verarbeitung iwut Sk, wwm $ü kotaum, ümdtM -EMtc-ktML telMiü MiM oinmer- prossen * werden unter Garantie durch II r || II Q Stärke Bbeeei- V L 11 U U tigt. Preis^2.7ü Wieder ein spottbilliges Thaga-Angebot! Feine Leberwurst, ’/♦ Pld. nur 15 A> jk Feine Rotwurst, */, Pfund JL nur 15 Haben Sie offene Füße? Schmenen? Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die tausendfach bewährte üniversal-HeUsalbe „Genterin“. Wirkung überraschend. Preis 1.50 u. 2.75. Depot in Gießen in allen Apoth. Hauptniederlage: Engelapoth. Gießen. 230V Zweierlei Gewinn: Besserer Kaffee für weniger Geld Braunschweig. Mettwurst, 1/ Pfund nur 30 A) Bayrische Bierwurst....1/, Pfund nur 30 A> Plockwurst '/« Mund nur 35 4 Delikateß-Bauchspeck, ger.1 \ Pfd. nur 28 A> Sakkoanzüge reine Kammgarne, in erstklassiger Ausführung Sportanzüge 2teilig, m. Knickerbocker od. langer Hose, in den neuesten Farben Kaffee, Zeit und Arbeit sparen Sie wenn Sie sich Ihren Kaffee auf meiner Motorkaffeemühle extra fein mahlen lassen. Ich empfehle Ihnen meine in eigner Rösterei gebrannten Kaffees: Java-Mischung Vr^.Mk.2,2l Costarica-Mischung .. VaPfd. Mk.2,0( Guatemala-Mischung. VsPfd.Mk.1,8( Columbia-Mischung .. l/2?f(LMk.1,6 Fancy-Santos-Mischung,^Pfd.Mk/l,40 mit 5% Rückvergütung Georg Wallenfels Alles solange Vorrat reichtl 3233 a HamburgerKaffee-Lager Theodor Cowalsky Niederlage Thams & Garfs Mäusburg 3 Tel. 2829 Walltorstraße 12 XW Ein Versuch lohnt! "Wl 3037A Herrengarflerobe-Hans L Rosenzweig Gießen, Seltersweg 58,1 Treppe Reicbsverband Deutsch. Tookünstler n. Musiklehrer EI Ortsgruppe Giefeen Am Sonntag, dem 10. Mal, vormittags 11 Uhr, im großen Hörsaal der Universität, spricht Herr Prof. Willi Rehberg aus Mannheim > über: „Zeitgenössische Dnterridits-Musik für Klavier“ (mit Erläuterungen am Klavier). Die Mitglieder unserer Ortsgruppe sowie Interessenten, auch Nichtmitglieder, sind dazu herzlichst eingeladen. 3222d Gebrauchte Anzüge, noch sehr gut erhalten. Mk. 12.- an, auch für korpul. Herren. Frack-, klag-, Gehrock- und Cutaway-Anzüge zu verkaufen und zu verleihen. Sakkos r?it Westen und Hosen und KeUner-Westen äußerst preiswürdig. gegenüber der Engelapotheke □IllllllllllllllllllllllltlllllllltllllllllllllilllllllllllllllllllllillU j Wasserglas und Garantol | | das sind zwei Mittel, E = HB die noch nie versagten und einem = = DM jeden dienen, d. Eier einlegen will. E = In frischer Qualität in der 3240D = 1 Central-Drogerie, Schulstr. i äuiiiiiuiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiis „Weber’s - Carls bad er“ ist der Schlüssel, der es dem Wasser ermöglicht, die Bohne zu öffnen und alle Feinheiten des Kaffees aufzunehmen. Meine Auswahl ist groß, meine Qualitäten sind gut, meine Preise sind niedrig. Ich bin daher für Sie bestimmt! Neue elegante Herren-Anzüge in geschmackvollen Farben, ein- und zweireihig, von 22.— an. Blaue Anzüge von X30— an. Anzüge für korpulente Herren von 85.— an. Neue elegante Frack- und Smoking- Anzüge von J* 55.— an. Barschen- and Konfirmanden- Anzüge von -X 20.— an. Elegante Sommer • Mäntel von 25.— an. Blaue Gabardin-lHäntel von Jt 45.— an Loden • Mäntel von x 15.— an. Gummi - Mäntel von 12.- an. Windjacken von 8- an. Lodenjoppen von Jt 9 — an. Schwarze Hosen für Kellner u. Musiker von J412.— an. Manchester-Hosen, lang il kurz, von ji 8.— an. Gestreute Hosen, in allen Farben, von 5.— an. Hosen für korpulente Herren von Jt 10.— an. Knickerbocker in großer Auswahl. Lnmberjacken von J«. 14.- an. Ein großer Posten Kinderanzüge von 10— an. Ein Posten Kinderhosen äußerst preiswert. Blanc Arbeitsanzüge von At7.— an. Weiflblnder- Auzttge v. V<9— an. Berufskittel in allen Preislagen. IDamen-Mäntel, schwarz u. blau I zu staunend billigen Preisen Tausende Einige Beispiele aus großer Auswahl: Der Mantel f. jedes Wetter Q 7C imprägniert und ganz gefüttert, 24.50,16.50, SZ t / Fesche Frühj.-Complets o QA Kleid mit Mantel oder Jacke, 19.75,14.50, UiVV Foulard, reine Seide Q RA neueste Muster, 100 cm breit.......RM. ■ MV/ RM. 19.75, 14.50, H AN bA Damen- und Kinder-Hüte jetzt schon bedeutend ermäßigt Moderne Nachmittagskleider In sehr feinen Dessins, in Seide und K'seide...... Durch besonders vorteilhafte Warenposten wurden die einzelnen Läger bestens ergänzt? Mehr, immer mehr zu bieten ist unser ganzes Bemühen, so ist denn das, was wir heute bringen, eine Leistung, die groß ist und bleibt. Ein weiterer Fortschritt aut dem wege zur Sparsamkeit! Ripo, reine Wolle 130 cm breit, großes Farbensortiment.. .RM. RM. 5.90, 3.90, 1.90 K’seiden Marakesch vorzügliche Qualität RM. Oberhemden-Stoff A OR hervorragende Qualität.... RM. 1.50,1.10, VzeC-JVz haben unseren groß aufgezogenen Werbeverkauf besucht und waren begeistert von unseren fabelhaften Leistungen! 3225 A Nu ,urfin , beneiden' en Olflo Gfcfhmotno besonders auch kränkliche, SzUjlvvlllv, zurückgebliebene und solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL XS mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffol in Originalstaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel- apotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. KM Sie «öl' MW Ochsenfleisch (zum Kochen und Braten) 1 Pfund 1.00 Schweinefleisch (Bauchlappen mit Zugabe 1 „ 0.68 Koteletts ...............................* 1 „ 1.00 Kalbfleisch, alle Stücke............. 1 . 1.00 Solperfleisch.................................1 Pfund 0.30—1.00 Schinken, roh, fm Aufschnitt........... */4 Pfund 0.55 Schinken, gekocht, im Aufschnitt • ' 4 „ 0.45 Zervelatwurst................................. .’/< . 0.40 Plockwurst . ..............................*/4 Pfund 0.40-050 Salami -. .......................................*/< Pfund 0.50 Hessische Mettwurst */< „ 0 36 Oldenburger Mettwurst ’/4 „ 0.35 Teewurst */4 , 0.43 Bierwurst.......................................*/4 , 0.37 •Fleischwurst, Schweine-und Rindswürstchen je */4 „ 0.23 Leberwurst............................V4 Pfund 0.20 und 0.45 Blutwurst ». 1/4 „ 020 und 0.3!) Hackbraten......................................’/4 Pfund 0.38 Leberkäse ..............’/4 „ 0.40 Aufschnitt in allen Preislagen.... ,/4 Pfund 0.30, 0.40 und 0.50 Weiter wurden im Preise herabgesetzt: Rauchfleisch V« Pfund 0.50 Sülzwurst........................................V t „ 0.25 Krakauer Fleischwurst */4 * 0,30 Eisbein in Dosen, 500 ...........................1 Dose 1.10 GEG-Schmalz.................................... 1 Pfund 0.80 GEG-Schmalz....................................*/, „ 0.42 Rinderfett....................................... 1 „ 0.48 Wurstwaren sind auch in unseren Lebensmittel-Verteilungsstellen zu haben. Frischfleisch auf Vorbestellung. Aus eigener Kaffee-Rösterei stets frisch: beste Mischungen-..’/4 Pfund 0.55, 0.65, 0.75, 0.85, 0.95 Warenabgabe nnr an Mitglieder I Konsumverein Gießen und Umg. e. G. m. b. H. 3230 a Frankfurt a. M. Tel. 20531 Zeil 109 Nur die beste Drucksache neben der Zeltungeanzelge kenn Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen eohaden mehr als eie nutzen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der beeten Drucksache: eie Ist die billigste! Wir beraten Sie. Wir entwerfen. Wir drucken gut. BrOhl’ache Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 EISII-Betten (Stahl u. Holz) Polster, Sdiiafzimm^Stahlmatr. Kinderb.Chaiscl. a. Private. Ratenzl. Katal.fr. Eisenmöbelfabrik Suhl flIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIB Man hOf® sich vor minderwertigen Nachahmungen, MEYsKRAGEN mit dem feinen Wäschestoff sind angenehm im Tragen und bei aller Eleganz und tadellosem Sitz so billig, dafj man sich's leisten darf, immer einen ganz neuen umzubinden. Kein Ärger mit der Plättwäsche. Der unsaubere Kragen wird einfach weggeworfen. Das Ist hygienisch! — Das ist zeitgemäßI Dutzendpackung M 2.10-2.80 Alleinverkauf: Hut-Richter Marktstraße 26 GIESSEN Neuen Säue 3 22'3 0 Düngekalk sämtliche Sorten Kunstdünger Torfmull empfiehlt billigst H. Trechsler Telephon 3.581 21Wd Klapphüte wß.Oberhemd., Kragen, Krawatten, Socken Richter Marktstraße 26 Neuen Bäue 3 auf Extratischen Kurzwaren besonders billige je 3044 A 4 Karton Reisstifte -----12 Dtzd 2 Dtzd. Druckknöpfe o.l K.Wäscheknöpfe Perlmutterknöpfe, Karte bis ll/, Dtzd. odej 44 Hosenknöpfe sort Gr 1 Sort. Näh- u. Stopfnadeln = 50 St. ... 3 Knäuel Baumwoll- o. 2 K. Seidentwist 1 Kopierrädchen oder 1 Metermaß 3 m Waschgummilitze oder 1 Paar Wäscheträger 3 St. Sternzwirn, schwarz und weiß .... 1 Bügel Sicherheitsnadeln, verg. = 24 St. 3 Paar Halbschuhsenkel Ab Samstag Vormittag 6 Paar Halbschuhsenkel, schw., 100 cm 1. 4 St. Halbleinenband ä 3 m 10 m Gardinenzacke 5 m Gummilitze, wasch- und kochbar .. Stahlstecknadeln, 100 g Dose 1 Paar Armblätter 4 Dtzd. Wäscheknöpfe in Gr. sort 1 Dtzd. Herrenkragenknöpfe auf Karton 1 Frisierkamm, schwarz oder weiß .... 1 Garnitur = 3 St. Gummibiesen Salomon—. 50. 10 Strickgarn, 10 L Wolle, grau u. schwarz iT’aar Armblätter, doppelseitig gefüttert 2 zusammenklappbare Bügel t d. Reise 1 Einkaufsnetz 8 m schmale Klöppelspitze 3,30 m Stickerei für die Wäsche 1 Hemdenpasse 5 m Feston G 6S63 Nr. 107 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Hreitag, 8. Mai 1951 Wirtschaft. • Sommervergünstigungen des Deutschen Kalifhndikats. Aus Bestellungen für Kalisalze zur unmittelbaren Verwendung als Kalidüngemittel in der deutschen Landwirtschaft, die dem Kalisyndikat in der Zeit vom 1. Mai bis 15. Juni zur prompten Lieferung zugehen, wird eine Barzahlungsvergütung von 3 v. H. und eine Lagervergütung von 5 v. H. gewährt. Bei Inanspruchnahme des Wechsel- kredits wird ein zinsfreies Ziel bis zum 1. Dezember 1931 und eine Lagervergütung von 5 v. H. eingeräumt. Bei Einlösung der Wechsel nach drei Monaten werden neben dem zinsfreien Ziel 1,5 v. H. Vergütung aus den Warenpreis gewährt. Für die dem Kalisyndikat in der Zeit vom 1 Mai bis 20. Mai zugehenden Aufträge erhöht sich die Lagervergütung um 1 v. H., also auf 6 v. H. In der Zeit vom 16. Juni bis 31. Juli gewährt das Kalisyndikat eine Darzahlungsvergütung von 2,5 v. Sy und eine Lagervergütung von 3 v. Sy Bei Inanspruchnahme des Wechselkredits wird ein zinsfreies Ziel bis zum 28. Dezember 1931 und eine Lagervergütung von 3 v. Sy eingeräumt. Bei Einlösung der Wechsel nach drei Monaten werden neben dem zinsfreien Ziel 1,5 v. Sy Vergütung auf den Warenpreis gewährt. Für die dem Kalisyndikat in der Zeit vom 16. Juni bis 10. Juli zugehenden Aufträge erhöht sich die Lagervergütung um 1 v. H.. also auf 4 v. Sy Für ab 1. August eingehende Aufträge wird bei Barzahlung ein Skonto von 1,5 v. 5>. gewährt. Wird der Wechselkredit in Anspruch genommen, so wird ein solcher auf drei Monate eingeräumt. Die Diskontspesen (PeichS- banldiskont) gehen zu Lasten des Bestellers. * Philipp jjoljmann 2l G., Frankfurt o m Main. 2)ic Generalversammlung der Philipp Holzmann AG. beschloß, aus dem im Jahre 1930 erzielten Reingewinn von 1 909 225 Mark (im Vorjahre 1 907 630) wieder 8 v. H. Dividende auf die Stammaktien und wieder 6 v. H. auf die Vorzugsaktien zu verteilen. Wie von der Verwaltung mitgeteilt wurde, hat sich im neuen Geschäftsjahre noch kein Umschwung eingestellt. Die Bauvorhaben, die bisher zur Ausschreibung und Vergebung gelangten, seien in Zahl und Umfang recht dürftig gewesen. Der gute Bestand an alten Aufträgen zusammen mit den in den letzten Monaten neu eingegangenen Bestellungen sichere für die nächste Zeit für den größten Teil der Organisation eine verhältnismäßig befriedigende Beschäftigung. Frankfurter Börse. Frankfurt am Main, 8. Mai. Tendenz: schwächer. Die Tatsache, daß sich an der Reu- Yorker Börse trotz der Diskontermähigung keine Erholung durchsetzen konnte und auch die übrigen Auslandsbörsen in schwacher Haltung schlossen, wirkte sich zu Beginn der heutigen Börse in einem erneuten Abgleiten der Kurse aus. Verstimmende Momente bildeten ferner die Ablehnung des deutsch-österreichischen Zollprojektes in der französischen Kammer und die internationalen Auseinandersetzungen wegen der Reparationsfrage. Das Geschäft kam nur sehr schleppend in Gang, da von außen her kaum Aufträge Vorlagen. Man glaubte wieder Abgaben für amerikanische Rechnung, vor allem am Marktgebiet der Bankaktien, beobachten zu können. Die Spekulation trat gleichfalls als Abgcber auf, da das herauskommende Material relativ leicht ausgenommen wurde, jedoch hielten sich die Kursrückgänge in engen Grenzen. Stärker unter Kursdruck standen am Kalimarkt Salzdetfurth, die 5 Prozent einbühten. Am Clektromarkt büßten A. E. G. und Siemens je 2,25 Prozent ein, auch die übrigen Werte dieser Grupp elagen 1 bis 2 Prozent niedriger. Von Chemiewerken gingen J.-G.-Farben 1,5 Prozent zurück. Zellstoff Waldhof verloren 2,5 Prozent, Aschaffenburg 1 Prozent. Am Markt der Mon- lcmaktien gaben Phönix 1,75 Prozent, Rheinstahl und Mannesniann bis 1 Prozent nach. Weiter 1,5 Prozent schwächer eröffneten noch Holz- mann, Wayh & Frehtag, Deutsche Linoleum und Süddeutsche Zucker. Für Kunstseideaktien lagen nur Kurstaxen vor, die ebenfalls bis 2,5 Prozent niedriger genannt wurden. Bankaktien senkten sich aus dem erwähnten Grunde bis 1 Prozent. Am Anleihemarkt lagen Ablösungsanleihe des Reiches !- bis 0,13 Prozent gedrückt, während Schutzgebiete behauptet blieben. Don fremden Werten lagen Anatolier eine Kleinigkeit schwächer. Pfandbriefe hatten etwas unter Angebot zu leiden und wurden etwa 0,25 bis 0,50 Prozent niedriger notiert Reichsschuldbuchforderungen waren bis 0,5 Prozent abgeschwächt. Im Verlaufe setzte sich eine etwas zuversichtlichere Stimmung durch, und die Mehrzahl der Papiere konnte ihren Kursstand gegen das Anfangsniveau um 0,5 bis 1 Prozent bessern, da die Kulisse zu kleinen Rückdeckungen schritt, zumal das Angebot sich nicht stärker fühlbar machte. Don Kunstseideaktien erholten sich Aku auf 81 Prozent, blieben damit nur wenig hinter dem Abendkurs zurück. Salzdetfurth gewannen 2 Prozent. Das Geschäft war indessen unverändert klein. Am Geldmarkt blieb der Sah für Tagesgeld mit 3,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt lag Madrid schwächer, sonst waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1981, gegen Pfunde 20,4240, London gegen Reu- York 4,8645, gegen Paris 124,4450, gegen Mailand 92,91, gegen Madrid 47,60, gegen Schweiz 25,2440, gegen Holland 12,1025. Berliner Börse. Berlin, 8. Mai. Die heutige Börse eröffnete nach zurückhaltendem Vormittag und kaum behauptetem Vorborsenoerkehr in schwacher Haltung. Man hatte allgemein geglaubt, daß eine Diskontermäßigung in Neuyork eine festere Börse zur Folge haben würde, doch wurde man hierin getäuscht, denn trotz dieser Ermäßigung um 0,5 bis 1,5 v. H. hatte die Neuyorker Börse schwächer geschlossen, und Berlin schloß sich dieser Tendenz an. Hinzu kam, daß das Geschäft ganz außerordentlich gering war. Orders von außen her lagen kaum vor. Die Spekulation hielt sich sehr zurück, und die Kurse gingen mehrmals sogar auf Mindestabschläge bis 3 v. H. zurück. Einige ungünstige Momente lagen ebenfalls vor, so das Scheitern der Verhandlungen des Stahlwerksverbandes mit den Ruffen infolge der zu niedrigen Preisgebote der Russen, die weiter schlechte Lage des Eisenmarktes, die Maßnahme der französischen Regierung gegen die Stickstoffeinfuhr, die Nachrichten über Polyphon, bei denen die Umsätze stark zurückgegangen sind und wohl nur mit einer 12-v. H.-Dividende zu rechnen sei, die Schwierigkeiten einer größeren englischen Metallfirma usw. Dagegen blieb die Meldung, daß der Reichsetat doch nicht fo schlecht sei, wie vor einigen Tagen verlautete, und der Fehlbetrag nur etwa 1,25 Milliarden betragen soll, ohne Eindruck. Viel besprochen wurde das beabsichtigte Zusammenarbeiten der beiden Bank- firmen Bleichröder und Gebrüder Arnold im Aus- landgeschäft, das allgemein sehr gut ausgenommen wurde. Ebenfalls diskutierte man weiter lebhaft die bevorstehende französische Präsidentschaftswahl und das Bewagprojekt, das heute zur Entscheidung kommen soll. Chade lagen um 4 Mark, während Aku und Bemberg etwa 2,5 v. Sy, Waldhof, Siemens und Kalipapiere bis 3,25 v. Sy gedrückt waren. Polyphon waren bei größerem An- gebot um 5,25 v. Sy zurückgegangen. Deutsche An- leihen waren nicht einheitlich, Ausländer kaum behauptet, Pfandbriefe noch unübersichtlich. Der Geldmarkt blieb unverändert. Im Verlaufe gingen die Kurse bei steigender unsicherer Tendenz und sehr geringen Umsätzen weiter bis 1,5 v. H. zurück. Im weiteren Verlause wurde es auf Deckungen etwas fester, die anfangs gedrückten Werte konnten sich bis 1 o. Sy erholen. Schweincmarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 8. Mai. Der gestrige Schweinemarkt war. mit 548 Ferkeln befahren. Es wurden gezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen 14 bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alt 18 bis 22 Mark, für acht bis dreizehn Wochen alte 22 bis 28 Mark. Infolge des schlechten Wetters verlief der Markt sehr ungünstig, es blieb großer äleberstand. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 7. Mai. Das Geschäft am Produktenmarkte kam heute nur schleppend in Gang, die Grundstimmung war aber ziemlich gut behauptet. Vom Jnlande bleibt das ersthändige Angebot bei wenig nachgiebigen Forderungen gering, anderseits ist die Rachfrage der Mühlen, angesichts des noch nicht lebhafteren Mehlgefchäftes, klein. Am Lieferungsmarkte hielten sich die Preisveränderungen in mäßigen Grenzen, für Weizen in den späteren Sichten kamen zunächst keine amtlichen Rotierungen zustande, im Freiverkehr nannte man gut behauptete Preise. Stärkeres Interesse kommt gegenwärtig der Preisentwicklung am Mehlmarkte zu; Auslandweizenmehle sind auf Grund der Re- eperungsmaßnahmen bis um 5 Mark je 1000 Kilogramm im Preise zurückgegangen. Mischungen von Inland- und Auslandweizenmehl entsprechend. Für Roggenmehl haben die Berliner Mühlen, für die Roggenabgaben aus Regierungsbeständen beabsichtigt sind, ihre Preise wieder herabgesetzt, während Provinzroggenmehle, infolge der Schwierigkeiten der Provinzmühlen bei der Beschaffung von Rohmaterial kaum billiger offeriert werden. Hafer und Gerste haben sehr ruhiges Geschäft, der Haserlieferungsmarkt war um 1,50 bis 2 Mark befestigt. Cs notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märkischer, Mai 298,75 bis 298 (Dries, ruhig), Juli 300.75, September 251,75 bis 251; Roggen, märkischer, 194 bis 196 Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. AUe für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Losungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 291. 8 6 5 3 2 7 4 1 Weih a b 8 7 6 4 3 5 2 1 d e Weiß. Schwarz, d e Don S. A. Schisfmann, Chisinau f- S h g h zieht und seht in zwei Zügen matt. a b Weih 11 Steine: Ka7; Df5; Td8, h4; Lb5; Sd5, e3; Bb6, e5, f2, g3. Schwarz 10 Steine: Kd4; Dh8; Tg7; La3; Sgl; Ba4, c5, d2, f6, f7. Endspiel Nr. 89. Don R. Rett t- 8 6 5 3 2 7 4 1 8 6 5 4 3 2 Weiß. Schwarz, d e M i- U a b f g h s ■ Weih am Zuge, macht Remis. Weih 2 Steine: Kf8; Be6. Schwarz 3 Steine: Ka7; L£2; Bg6. Eine vortreffliche Studie des vor zwei Jahren verstorbenen Großmeisters. Lösung des Problems Rr. 288. Don M. Kürschner. l.Kd2—cl!, c4xb3 2. Kcl-b2, b5-b4 3. c3-c4 matt. 1.....c4Xd3 2. Sb3-d2, b5—b4 3. c3—c4 matt. Aus der Schachwelt. Vor kurzem hielt der Schachmeister W. Or - bach im Schachverein zu Idar einen schachtheoretischen Vortrag. Sodann spielte er daselbst gegen 26 Spieler simultan: +19, —1, =6. An diesem Kampfe hatten sich die stärksten Spieler aus 3bar und Oberstein beteiligt. Eine Simultanvorstellung in Oberstein endete gegen 16 Spieler aus Oberstein und Idar: +15, —1. In Bad Kreuznach spielte W. Orbach gegen 19 Gegner; obwohl die stärksten Spieler des Klubs sich beteiligten, darunter Hillesheim, konnte nur ein Außenseiter eine Remise erzielen. Beim Meisterschaftsturnier des Mittelrheinischen Schachkongresses an Ostern wurde diesmal erstmalig nach dem Vorschlag Spielmanns bewertet. Bei nur sechs Teilnehmern (vorgesehen waren acht) siegte überraschenderweise Svenson, Wiesbaden, mit + 26 Punkten vor Walter, Kob- lanz + 24; 3. Preisträger wurde Drescher. Hanau, + 23. der damit seine Berechtigung für seine Teilnahme an diesem Turnier bewiesen hat. Es folgen, der immer vom Pech verfolgte Dr. Bechstedt. Wetzlar, + 21, Beniner, Frankfurt a. M.» + 6 und Hillesheim, Kreuznach, + 5 Punkte. Am Hauptturnier beteiligten sich 20 Spieler. Das Ergebnis war: Präger, Frankfurt a. M., und Strauß, Wiesbaden, je 5 Punkte, Jühe, Boppard, -f- 4, Dr. Grimm- Höchst, + 4, Otto, Hanau, + 4. Präger und Strauß sind damit als Meisterschaftsspieler des Mittelrheinifchen Bundes berechtigt, künfttg in Meisterschaftsturnieren mitzuspielen. Das Rebenturnier war ebenfalls von 20 Spielern beseht. Das Turnier wurde eben'a ls nach fern Schweizer System ausgetragen. 1. Sieger wurde der erst 15jährige Seelhorst vom Schachverein Koblenz 03 mit -f-5Vs Punkten. Adams, Trier, + 4*/2. Tromm, Boppard, + 4, Duerke, Wiesbaden, -j- 4. Harder, Wiesbaden, + 4, Weber,Bornheim, + 4 Punkte. In das Hauptturnier rücken auf: Seelhvrst und Adams. Gießener Schachklub. Im Winterturnier des Gießener Schachklubs siegte Dr. Davidson mit -j-9'/» Punkten vor stud. med. Röhrich mit -s-7 und Lehrer Stumpf mit +4l/2 Punkten; es folgen: Dr. Felsing, cand. med. Dubrowitsch und cand. jur. Wagner je 3 Punkte. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Sprachgenie. In Meran las ich gelegentlich meinem Tlrlaubs an der Tür eines kleinen Ladens eine Tafel mit folgender Aufschrift: „Eite nomita suspert.“ Ich las die sonderbaren Worte einmal — zweimal. Ich ließ meine lateinischen Sprachkenntnisse Revue passieren. Ich gelangte zu keinem Resultat. Erst die Gelehrsamkeit eines Carabinieri brachte mir Aufklärung. Die Aufschrift bedeutete nichts anderes als: „Heutenachmittagzuge sperr t." (Lust. Dl.) Historie. Metermeier hat sich zur Fahrt über den Großen Sankt Bernhard unterwegs ein Auto gechartert. Ein bißchen alt und klappria ist der Kasten, und die Fahrt geht verflucht langsam. Unterwegs dreht der Chauffeur sich um: „Das ist derselbe Weg, den Napoleon damals nahm!" „Wohl auch derselbe Wagen?" fragt Metermeier freundlich. (Lust. Bl.) Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. Sy, Lombardzinsfuß 6 v. H. Jranttun a. Ul. Berlin Schluß-f kur« | l-Uhr- Kurs Schluß» fünf Anfang» Kurl Datum 7.5. 8.5. 7.5. 8.5. 6% Deutsche Reichsanleihe ton 1927 ....... 84,75 84,7 __ * ?% Deutsche Reichsanleihe ton 1929 .......... 100 100,3 — Deutsche Anl.-AblSI.-Schuld mit kluSlos.-Rechten ...... 55,9 55,75 55,8 55,9 DtinL ohne AuSlos.-Rechte . . 5,3 —— 5,3 5,2 6% Hess, yolliflnnl von 1929 irüdtafjlb. 102%).....• Oterhcllcn Provinz - Anleihe mH Aueios.-Rechten..... 95,5 .— 95,5 — 55,5 — —- — Deutsche ftomm. GammclabL iln leihe Serie 1 .... 54,5 — 54,5 —- 63» firanff. Hyp.-Bank Ooibpfe XIII untünbbat bl! 1934 . . . ;g, fitanlf. Hyp.-Bank Soldpse anlDnbbar bi! 1939 ..... 101,5 — — —— 95,5 — — _ <$% Rheinische Hyp.-Bank L’tqu. ÖolOpfc......... 91,25 _ _ —— Br. LondeSpsandbrfesanstalt, Pfandbriefe R. tß - - - 6» Pr LonveSpIanübriesannaU, Itomm.-Cbl. 91. 20...... 'Lr. Canbci>iiianObrlefanfiaIt, yianbbricic 91. tl...... 100,5 _ 100,5 ___ _ — 96,5 _ 96,5 — il.E.G. abg. BoririegS-Obllgatto. len, rückzahlbar 1932 ..... — — — Oesterreichische Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Silberrente — — 22,75 22,6 2,25 — 2,25 — Ockarreichüche Einheitliche Rente .......... — _ _ 1% Ungarische Goldrente . . . . 18,5 — — 18,75 Ungarische StaalSrente V. 1910 15,8 — 15,9 ßee trinken." / daß die Coffein» könnte. - Uberdiei Kaffee Hag ja auch ieichDirimmersagei i Kaffee Hag." tntralbüroi gerlen uiw. el. Nr. 3888 Ilmenau id Elektrotechnik. WerkmeisterabteMg. titsmar**" er Auswahl IHHAUS Sg'SS KS grojJ1’ settaf’**1 Jari''’ M -As dk^'?ueberrv^ 'S ErB'A und 7-s,ren9^ pre^Äcrir"^ en t= <2 <2) UL- « r> 00 SS -o 3— s B s « S s a Ä E 3 C C — to g öS ia i'&tS O © *°L*' oß g C C= c D ° EsZT-s L > • Slot >0 3 2; c “ EU) 53 — m r° ° C E a a -o s s? ;a o 2 tf» O --5= XD , Q E o S -o R . a «> m a g^ O O) g o <- :O >3 -3 O. «w ’S iRÄ g g £ öS — — e 3-, *c C5 3 Crf O 1-» u. 3 — g^a*"’: ■o e - o g ° — a c r-.e 67 e~5 £ § .E XD c, ' ®>Ä* 8-®:= e rr5 g I - - <3 E g — X 1S> d o « W . ^2 — J3- E <$> Q 2>- X25 6 c 's" 8K . Äg«eE«”e» w «fi ” g 2c öS .E r £ P —' -— <0 « ’S 40 r? E E tS E E s <-> sO eC 'S E Q. A N E 3 a c Z2> 55 c © E Q r 5 § <3 in ,E c-“ ä 55 XD E Q, 3 XD ■g §5 8 | g. 's" 'S? 3 E Z • i> w w a a E E E es a g "K ■--,= JS~ . O Q -fc- ■5-c E_to =-.R g RL E —.2 „ — ’S»3’S E® c —«£-($) *5 _'E- S m L. r19 5-5? S|p’^8ls -SS :'g=3 E " .55N Z.5 £ 3 23-iÄ^SÖU) E o» _ :3g s*_oM3 laf^g» /D s- £ cu ~ & u U 5 C 5 *2" «3 1? iv Sg.^g E S cs-e 3 ts u. a 'S" E e s a e -±s o .^19 B -e xa © £ E = = 03-B y c-' E E Ö «»g. o -s 8>o E e 8 s ■e o E KE ’S = 8Ö 2 5^' E E 9a y o 3 8 u-, <£!£ N-B L =x A 5 B N E55 >= s 3A S 3 Ä-3LC? "öS Ä~<9 to(9 E s:55 o 5) lE L.L©N55: ES S-"" in" ö - ” ® E 'n fiö 5-6- 21'8'2 3 (9 o"ös: N LZ Ei N 9 a-2 se ®g = a -bE 19 E-2 A 2 iffi e Et ro §E5 = = to 2 B. -SZ = -5' H E L E N 8 © 2 o e ae: ZE 2 2 q S2 I-. Ü) XQ -s N B öS 4 8^5’2 8=5 19 Lq •R-es © D 51-e 8K E •8-5 -S er.’iS g ’S E Ec "öS - a 2.LZ E R E 25 EN R ±.£>55© ALN=25 b? «o S °® E« 8 E 7*6- to ■E ui 'S” Ä.—, Hto E Q E 2 = a = ctoo& gte o =>» 3 B o LS e 3.2! °to^ 5 _(9 S’. E in i; o- - -S"9 -M§ in 5 c S-L E ~ y CR c 3 e| ?EC S’ k-s -s ®s Sl9 m . S2-&S c a c^ L E^ Zg Zg (L Es E C 3 C(9.2? = e1T =s 3 =?8 Rex g R~ o> .= (9 E^-«» gr — 8CTJ2 .>1 c X>19 E.*sfggs = 2 i;Ax€ E . E ’S R SroRE L 2Z Z " 55 'S 03*1 I-s R:g in ~ g U Q" X>' a S 2 ::- A =3^ 2» E *R »> RfeR e 3^3 = O°u) »Sg! 1 — ■ 2 c""2 -2! s-—a^ o N 2 c —S a E R® «< gr u ä> °R *§Rf :«£öX ee° 3 ’S *£•& R§ SRx> " §55=^ 5^8S^R<9^ 5 32 = 2=o5- tl-öSR « w R 45-10 E o g — Ö? C o o Rg „ A —>2- ^E»5 ScA/g ER ' «5 E • ZMZ R c 19 8 S5.£2B£ = 8=5 R 3 3 o — p in 8 5 0^-8 M R xs ^E ZE g? S E® «•£ - öS g E s ■; 9 = 2- LZ - : 151T.«: o a : t^e 8y R o :ID 5e.e. E g 8 v 03 c5 o R p "St:.. E^-6% s««; R: P-2. 'R iE© :<3 2 — a - o ü •— -O'•’* §g®“C %8A^-g RCR R _ p "ÖSR 8 8 R£-£Z c e o . Q ‘ ll> »«• a = g A- B - g “'s c‘° - S-e^xo "Ra70 gU) . S E e S.B ^2 8 bwRÄ RE RS S ä 6 ’gt.qü •- 3 —'ög E ZZaLLL^Z 2 o E L Z.2.A 2 =;U)toR-RR.« 2 ö ^45- gj>"“ =^ — ZSZIZ-SZLS g -=c?R. ■ 3 « o — A> ä 4ZZ *Se(9 5. * ’S“ n o — Ö.3 E t- a> 3 -2 ö g in c — 45 *-> o .3 ** »A Eß ■B R o gE.3 o <4 ZRU^8ZZV- ?§te§öE •RE 19 — N- c:_« ÄE 2 2R~ „22 "=»(9 '6'= 2 Br 3 © = % =3 E to: 8 E 2 A E 2 E B 8 = E E 2 8 E 3 •ti 3 5 £19 V s#i; E- = B « rf y S 2 8 - 2 '=*«.=' <33 ö-3a 3 aas Z.sO M3 ° Ö-9? a5’Z®’ 3 i-ölS-’n e A S 2 er A-» 2 3, * q 2.2.2 AöD S3.oä WZ- =ro 3 61tO to <3 8 3 2 a 2.c 3 ff)5" ry p rt> ■ A»(513 Z-Z-« cE Q ag,"» L5 3- 3 o^^-Eb- o 2.8 s b 3 8 8 31 8 A 8 y 8 5.3 3 g 3 -» 8=2. 5 er b <-- p p r-n^a ttd 3 3 3 #3 ca? §ö D Öl a 3 a 8A Z-2.GZ 3 2 3 3 B A O 2.^ 2. 2Z 8 L>3 8 3 , E A ®S8S m aS 3 3 g yaaa^o ^2: -z ro *t *1 S _ «n _S 3 Sto5 a ^Da 3 3 5 an S-Z 88 8 §3 in S‘ 3 *-« 8 /i 'S* 3 3 3 = aas» » 3 ca 3 01 o o 8 §3 L- 3*2 r»E' Ser? in £ = ä'ga 3 61 in 3t 3 3 8 3 5 a a 8 3a e£ 8 Z7L 8 = 3 Ö Q-o Ao ® 3 6)3: 3=3 SgSgS-gjr er' ö: o _--«AA o* 8 = g —' in o-iSL* 3 3 a 8 ffi O^O a L-3 ° e b m a-"s a-s g=sg G^3 o 3 a Z ÖS^8 2. ~ p n D a 3 3 |3 o A Ä A 3' h: « 3 3 aa 3 ~ Z2 61-5* 8.5 in'— 3 a^S E ® 61 K a'ng y D in 3 S'ta ^»"5 •ob 2 ÄS’2 3 8' 2- 2.3 -2 Acy ö So3' a in a?a 3 a 3 P £>al 5g 5. 9'3 2.3 —.D 3 or 59» 3 3 8 or 61d 5 O..2.A 88ZZ» y 3 £ro 61|S Sf~A a« o a ~3sä o 61 o" -"3^8 ffZ. 613 "‘ca o- *- o 3 « or A D> 3 ss3 2.5 8 0«?? 3 JA O E yre A: or E S’'8'e 3a?3 t.ä'ss ja^-3. 3 a^s.oö — rt -A c er -o 5 A — 3 s^-Za^Z3.Z a-3 -2.= - S s3 sä' DL-ff • cz KS 0 s »Siä> 3 7 3 = 2.00'0' 3 ■8*K)2 8^° E bÖ£>3 “"8 3 3. er 2 2 a 2 o-a 30 3 §a>8 ^««3.2 § 61^o° !Z. = =a^ ^-KHa roa3„ooS«.3 o m -ä o c 3 o 8§s,.§O aS _^ 3^ 3 3 ^®2. e;2.^8 o _. a er S®|| "8o©53‘ SL-a o o 3 3 cy^. ° 8^0 o^a’n a»A3 3 2 —=:-o 2. °rro a- A?8 * - 3 •■'" 3 (- «3 ggin K2 o w er 3 CP 2.1-.O' D „ o 3-5'2 «5*8^» y Z5V3 "4-UZ a 3 -I- L2 B 8 '61=5 <32°’^ Acq ^.c : r*- S° o o: a “ aa.zÄ- 2:2.3 SÖ o 'S. * A" 3 0-3 » in « si-KU s a ° s.°^Z^o3 '»O’3 =:3 e=e,5 3 7.-Z §>s3Isab Ä 2 o-D § 3 o G ? 3 §o_=^° 2 o ÄS oZ3 2^612.^5 ■o • t? 3r?g^ = ’ •^■Ölfio* gflAO” 3 § § ffZZ3L o B E B O er 2 « "*8 - 2 b 2 A SZZ7L 3 =«3 61-3 3 B aa 0 3 3 ? WvoA’Q 2 O 63 E: — O 3 2 a o* Oj B o or p-^ # C'2"c'oi.- o 3 o 3 « 2 ä^-o 3 /?) B 2 ° ' Ji! en h LZs er o o 2 3 2 ö- e er an g' = a^ ..an 0 » aa * — _ o aa Ag a M- 8 5 as ^8 3 e ° ? a K8Z^ ;§g 3 TO =0 ^gy a<2 3 s 8 g» B o;Cfl aaa Z.» 8 - M-a^g Ö O- 2 y K 3Ug 61A= I 8 g-Ö -SK3 a-®r1 3 y CO «83 o "s (5n ■ö e3- ÖD = D 3 ti 13 l-ö? tF' a « -’s» CO s CTS — TO K- 610 p b en O: a% o 0-2 8= 3 <0 3p3 AS !?■ a = 3 Ä .SgZ n a ag Z m CO 3-?o 3 <$L q o tu E--3. ga 3 La 2. L. n® er E 5’3.^ 2 3 8 TO § 2. =•’ o ■^To* V 8 TO öS 8^*59 &8a' 3 8 ass-2 ■Ab 3 3 2 g 3 a3 5 3:3 A 3 3 t=s~ i—TO 5 aa 3 a» § = i aZ «A2 a e to ■ a~ ySa o 3ar TO 3 A = a 3 o Wo 3 -Aa a 3 2 o a o* >3* t3 — 3 B TO B 3® a-=’co in Sz3 ■nag A o $1 ’n a G> 285’2 TO 61 3 ZT. y3 § M 5 »-L2 S3 3 615 2 85. 5e aH’ to"^ 3 m3 2 o 01 p. - y-A 8 öl 8 8 K to " ? 8 " o-«A ■3 aS3 HAAS.^g 12 o: o zs 3 o'to ■« ee o o- 2 ao 2s- S.o 6)~^ Z.61^ ao U E." O n.'O'b. E ono; 'X _ 31 GTeg-e Z2. rt V» TOGO o o ip e 3 -• gi TO o- 3 B* O-C2 8 rah? 8a8H^-to sag to’’to’ 5 f5i ^ÄSagg^ 5’33-o er 5 or a g'^ts® E O «O toT ö E O.'ro* O = 53-a 6ia 2 o.a o 3 3 TO » LL -» ~ o ra ^sS* S a s. E B LS® 5-61 in a 3 8g O 3 A er 2 a 3 er a TO 2 AL. 3 — 3 3 TO En -e 2 gf0 5 5 er — E a to _ m o TOo» » 3g = 3 er TO E E ■—1 - -L.ZL gSK 3a g'r*-a=° O r _ 3-, tH5«2-r. TO CB 3 B P LTO E-.— 2.S2 o re 8 5g be;5' °ZffW 3 -> 2 » B 8 3 S 8 o o a5:s5F3S 3 5. -ga GM^s ©s c 5 g'ölsSS os “ 8 Aa^g-s b" o „. -Z = " g'3 ivJ2, JX-Ä Sf er —-jg- to -q- $ 2 I 3 3( 2-617.3® ai^ §L4Z7 er o o Ar, 2,3 Lp b 3 E 3 2 - ~3?5a^61 g:§«r®’-g*„g'cz2.o. ~ — 5 " er 2* 3 TO, B 7"oi ro " «‘2 61^2® 2 2 2.A o O vH* o •-• o *1 *1 o ——, r* w 3 21 CMO5OlnCC<—= 8 ~ or-3*-e 2 e 5 2 - o 2 ^7-2 2.0:3a a3 3 = A -»sä g cS*3-e 52 3 'O e - g » o iro-o a®5'_ o=a Ift »as*n Ly o E=-"yia- ?A 8 z> o Z-^ 3 -* W q