Ur 81 Erstes Blatt 18t Jahrgang Mittwoch, 8. April (951 Erich- ini täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Betlagtn thr Illustrier!, Gtetzenri FamücenblLtter henncU im Bild Di» Scholle IRonati Bejugsprets; 2.20 Reichsmark und 30 Retchrps-nmg für Irügev lohn, auch bei Richter- Beinen ei ng einer Wummern folgt höhere, Gewalt. 5er>forecha>lchlüste enterSammelnummer2251 Snldjntl für Drahtnach- richten Bnjetger Siesten. poHd?eem Beschauer halb zugekehrt, der König, neben ihm der damals etwa vierzehnjährige Kronprinz, der spätere Friedrich der Große: er raucht $cr primitive Maler hat ihn lächerlich klein neben allen Männern gemalt: am Tisch' enbe einer der Spaßmacher mit einem zahmen Hasen neben sich, der mit gespitzten Löffeln die Corona überblickt. Hier haben wir uns auch wohl den Platz zu denken, den Jakob Paul Freiherr von Gundling einnahm, dem Titel nach Hof- rat, königlicher Zeitungsreferent und Geschichtsschreiber in Wahrheit der Rarr des Tabaks» kollegiums, ein dickwanstiger Mensch mit einem wemgedunsenen Gesicht und einer dicken Rase, eine Gestalt, deren Aeußeres allen Hohn der Tafelrunde herausforderte. Daß es dazu kam, daß der Pastorensohn aus Hersbruck bei Nürnberg diese klägliche Rolle spielen mußte, daß der Rame Gundling als der eines preußischen Hofnarren weiterlebt, lag an keinem anderen als an ihm selbst. Er ließ sich diese Rolle bezahlen und durch Titel und sonstige Zuwendungen vergüten und, in diesem Bewußtsein ^uflicher Rarr zu sein, muhte bald jedes Gefühl für Menschenwürde und Erniedrigung ersticken. Auf der anderen Seite befand sich der König mit seinen Soldaten: er war dabei, die Grund- agen für Preußens künftige Größe zu legen, er schuf ein Heer, schränkte die Ausgaben ein und konnte seinem Sohn einen gefüllten Staatsschatz hinterlassen; er war derb und zäh, sparsam und ausdauernd, ihm galt nur die Leistung, das Wirk- lche und Reale: was Geist, Kunst und Wissen- lchaft hieß erschien diesem König bei seinem Aul- bauwerk als überflüssiger Luxus. Hier fand das -Labalskollegium nun einen Gegner, der eigent» lich nichts war, der dieser soldatischen Welt nichts bedeuten konnte, der nichts als einige Bücher ge- leqtct hatte nut einem solchen konnte man umspringen, besonders da sich Gundling diese Späße und Tollheiten gefallen und bezahlen ließ, da er gerne trank und mit Leidenschaft betrunken war. Auch er machte freilich einige rebellische Versuche, zu entrinnen: 1717 entfloh er zu seinem Bruder, einem Halleschen Professor, wurde aber zurückgeholt, und der König drohte ihm an, er werde ihn nach soldatischer Weise als Deserteur behandeln lassen. Da wurde Gundling still uizd stumm, aber ein Zuschuß von jährlichen tausend Talern brachte alles wieder ins Gleichgewicht. Eine andere Gundlingrevolte: der Spaßmacher Fahmann trug das auf königlichen Befehl verfaßte Spottgedicht „Der gelehrige Rarr" vor — Gundling warf ihm eine der Pfannen mit glühenden Kohlen ins Gesicht, die auf dem Tisch zum Anstecken der Pscisen bereitstanden; es bekam ihm schlecht, er wurde furchtbar verprügelt und formte sich wochenlang nicht von seinem Lager rühren. Dort unten also, neben dem zahmen Hasen mit den gespitzter; Löffeln, mag man sich Gundling denken — oder ein anderes Bild. Er steht in einer Zicgenhaarperücke hinter einem Katheder, angetan mit einem toten Staatskleid, dem Affen und Esel aufgemalt sind, er trägt rote Strümpfe und einen Hut mit Straußenfedern, eine Tracht, die den gelehrten Bombast der Zeit verspottete. Er lieft als königlicher Zeitungsrefercnt die neuesten Zeitungen vor, deren Artikel er witzig ju kommentieren hat, darunter auch solche gegen sich selbst, der König hatte sie den Zeitungen aufzwingen lassen. Er tat das alles, denn er wurde dafür bezahlt, er wurde 1724 zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften ernannt, die Leibniz gegründet hatte — der königliche Hohn gegen die nutzlose „Federfuchserei" seiner Zeit konnte kaum weiter getrieben werden. Wenn im Sommer der Hof in Königswusterhausen oder in Potsdam das Tabakskollegium abhielt, fand Gundling nächtlicherweise oft sein Schlafzimmer zugemauert, so daß er die Rächt im Freien verbringen muhte, oder man legte ihm junge Bären inö Bett, aus deren Umklammerungen er sich nicht ofmc Gesundheitsschädigungcn entwinden konnte. Die Zeit war nicht wehleidig, denn sie kannte! weder Rousseau noch Werther, und besonders am Hof schmachtete man nicht, man fragte ulchts nach Gefühlen und verwundeter Würde und die schwächlichen Revolten Gundlings konnten nur komisch wirken, weil keine Persönlichkeit hinter ihnen stand, sondern ein käuflicher Rarr. Auch waren Revolten nicht gerne gesehen, und selbst dann, wenn es sich um die eigene Familie handelte, griff der König bis zum letzten durch; man kennt das Drama, bas mit der Flucht des Kronprinzen beginnt und mit der Erschießung Kattes endet. Dieser Gundling vollends wurde immer verächtlicher ein Rarr. Auch sein Ende war eine Farce. Als er am 11. April 1731 in Potsdam starb, wurde er in einem Weinfaß begraben, weil er den Wein zu sehr geliebt hatte. And der Spaßmacher Fahmann hielt ihm die Grabrede. Gundling war ein Rarr gewesen, einer der letzten und keiner von denen, der seine Stellung am Throne nützlich ausgefüllt hatte, sondern ein Trinker, eine überzeugungslose und passive Gestalt, deren Würdelofigkeit aufreizend und herausfordernd wirkte. Zeitschriften. — Gerade wenn man Ehe und Familie vor bolschewistischer Zersetzung bewahren will, wird man gut tun, das Eheproblem einmal ganz nüchtern unter dem Gesichtswinkel der sozialen und wirtschaftlichen Amschichtungen des industriellen Zeitalters zu betrachten, wie das Hermann Wagner im Aprilheft der „Zeitwende" (Verlag C.H. Deck, München) tut. Wie sollen sich die inneren Werte des Familienlebens entfalten, wenn z. B. unter dem Druck der Arbeitsverhältnisse von 1000 Arbeiterfamilien des Berliner Ostens nur noch zwei Familien gemeinsame Mahlzeiten ein« nehmen können? Ein um so bedeutsameres Zeichen für den gesunden Sinn unseres Volkes ist cs, daß, wie Wagner an Aeuherungen gerade aus sozialistischen Kreisen nachweist, die Familie trotz dieser wirtschaftlichen Erschütterungen ihrer Grundlagen noch immer tief im Volk verwurzelt ist. — Ein straffes, markantes Miniaturbild von Calvin, dem großen Genfer Reformator, gibt Peter Barth. Es ist eine Darstellung seines geistigen Gesichts, eingegeben von der Erkenntnis, daß der Protestantismus seine Gegenwartsaufgabe nicht „ohne aufmerksamste Vertiefung in das Zeugnis der führenden Reformatoren" erfüllen kann. — Hermann Frankfurth beendet sein umfassendes, menschlich tiefes Charakterbild von Friedrich von Dodclschwingh, dem großen Vorkämpfer eben- Giennes klagt gegen -ie Hitlergrnppe. Berlin, 7. April. (TA.) Die steAvertretende 7. Zivilkammer beim Landgericht I, unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Heinemann, hat am Dienstag einer von Stcnnes gegen Hitler, den Chefredakteur vom „Völkischen Beobachter", Alfred Rosenberg, Dr. Goebbels und dem Chefredakteur des „Angriff", Dr. Lippert beantragten einstweiligen Verfügung auf Hinterlassung der Behauptung. Stennes sei ein Polizeispitzel, statt- gegeben. Das Gericht hat den Antragsgegnern bei Wiederholung dieser Behauptung Haftstrafen bis zu sechs Wochen und Geldstrafen bis zu unbegrenzter Höhe angedroht. Stennes hatte bekanntlich die Erhebung der Privatbeleidi- gungsklagc gegen Dr. Goebbels an gekündigt. Da Goebbels aber durch die Immunität geschützt ist, hat Rechtsanwalt Kurt Decker, der die Vertretung Stennes übernommen hat, es für richtiger befunden, die Privatbcleidi- gungsklagen bereits am Dienstag gegen Hit - le r und D r. 'Lippert zu erheben. Diese Klagen werden vor dem Einzelrichter beim Amtsgericht Berlin Mitte verhandelt werden, da die Beleidigungen in Berlin verbreitet worden sind. In dem Verfahren handelt es sich um einen am Samstag im „Angriff" erschienenen Artikel, in dem gegen Stennes der Vorwurf erhoben wird, dem Polizeipräs'ideuten verraten zu haben, daß ein Polizeiwacht- meister der RSDAP. angehört und aus Mitteln der SA.-Hilfe Darlehen erhalten habe. Preußen und die Notverordnung. Severing antwortet dem Deutschnationalen von Winterfeldt. Berlin, 7. April. (CNB.) Der Vorsitzende der deutschnationalen Landtagsfraktion im Preußischen Landtag, Abgeordneter von Winterfeldt, hatte, einen offenen Brief an den preußischen Innenminister S e v e r i n g gerichtet, in dem er den Minister über das Zustandekommen der Notverordnung befragte. Severing hat dem Abgeordneten v. Winterfeldt mit einem Schreiben geantwortet, in welchem es u. a. heißt: Es ist wohl-richtig, daß ich an dem Zustandekommen der Rotverordnung beteiligt gewesen bin, wenn Sie meine Vorstellungen bei den zuständigen Stellen des Reiches und Preußens um Erlaß gesetzlicher Be st imm ungen gegen die Verrohung der politischen Kampf formen als eine Beteiligung ansehen wollen. Auf ihre endgültige Formulierung und Paraficrung habe ich jedoch keinen, Einfluß nehmen können. Cs ist Ihnen, Herr Kollege, genau so wie mir bekannt, daß die Vollmacht des Artikels 48 der Reichsverfassung nicht dem Rcichsrat, auch nicht der Reichsregierung, sondern dem Reichspräsidenten erteilt worden ist. Das entbindet den Reichskanzler zwar nicht von der politischen Verantwortung, die er dem Reichstag gegenüber trägt, läßt aber keinen Raum für Verhandlungen mit den Länderregierungen über Einzelheiten der allein vom Reichspräsidenten zu bestimmenden Maßnahmeir. Es überrascht mich, daß gerade S i e in diesem Falle d i e Rechte der Länder besonders gewahrt toiffeir wollen, da von Ihren politischen Freunden bei anderen Gelegenheiten recht oft und nachdrücklich eine Vermehrung der Rechte des Reichspräsidenten gefordert worden ist. . Im übrigen begrüße ich Ihre Erklärung, daß auch Sie die Notwendigkeit eines Schutzes des Lebens der Bürger gegen ein politisches Rowdytum nicht verkennen. Es kommt bei diesem Schutze aber nicht so sehr darauf an, erst im letzten Augenblick den Rowdys die Mordwaffe aus der Hand zu schlagen, als vielmehr der Verwilderung entgegenzu treten, die zur Mordtat anreizt und den Mord verherrlicht. Ein Staat, der dieser Vergiftung des öffentlichen Lebens nicht entgegentritt, gewährt feinen Bürgern nicht nur keinen Schutz, sondern nimmt sich ihn auch. Von einer Gefährdung der Vereins- und Versammlungsfreiheit, der Freiheit in Wort und Schrift, die auch die Freiheit anderer anerkennt und achtet, soll in Preußen nicht die Rede sein. gelischcr Liebestätigkeit. — Das Heft enthält auch den wuchtigen Schluß der spannenden Erzählung „Das andere Gesicht", in der Heinrich Grimm in Anlehnung an eine tatsächliche Begebenheit vom unheimlich-rätselhaftenDoppelleben cinesPricsters berichtet. — Jeder, der ein neues Eigenheim oder eine Miet- oder Kleinwohnung einrichtcn will, findet in dem neuen Heft der Monatsschrift „Das s ch ö n e H e i m" mit vielen guten Dildeim belegte Hinweise und sachkundige Anregungen. Reue Siedlungswohnungen, die wir darin sehen, sind durchwegs in der Ausstattung einfach, aber zweckmäßig ausgcstattet. Von besonderem Interesse ist die gute Raumeinteilung der Küche. Die Schönheit und Wirkung guter Beleuchtung hängt von richtig gewählten Beleuchtungskörpern ab, doch hat auch die Wirtschaftlichkeit bei der Beleuchtung mehr wie früher ein ernstes Wort mit- zurcden. Diese Probleme finden an Hand guter Abbildungen eine eingehende Erörterung.. Reue Wohnungsbauten, Möbel und Räume, ein Blumenfenster, wie es sich jeder Blumenliebhaber wünschen wird, werden im weiteren Inhalt des Heftes in Bildern und ausführlicher Beschreibung vorgeführt. (Verlag F. Druckmann, München.) Hochschulnachrichien. Professor Dr. Alfred S e i f f e r t in Berlin hat den Ruf auf den Lehrstuhl für Ohren-, Nasen- unb Halskrankheiten an der Universität Kiel als Nachfolger von Professor A. Zimmermann angenommen und wird bereits zu Beginn des kommenden Sommersemesters sein neues Lehramt antreten. Der Privatdozent an der Universität Berlin Dr. Franz Beckmann ist zum ordentlichen Professor der klassischen Philologie an der Universität fünfter als Nachfolger von Geheimrat E. L. Sonnenburg ernannt worden. Ernannt wurden: Professor Lic. Dr. Hans Leube in Leipzig zum ordentlichen Honorarprofessor der Kirchengeschichte in der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Breslau als Nachfolger von Professor Kohlmeyer; der Privatdozent D. Ernst Wolf in Rostock zum ordentlichen Professor der Kirchengeschichte in der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn als Nachfolger von Professor Peterson. Gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse. Neue Vereinbarungen der Länder über die mittlere Rciic. B e r l i n, 8. April. (ERB.) Unter Aushebung der bisher abgeschlossenen Vereinbarungen der Länder über die gegenseitige Anerkennung der Reisezcug- nisse der höheren Schulen ist ein neues A b kommen abgeschlossen worden, das sich bezieht auf Gymnasien Realgymnasien, Oberrealschulen, deutsche Oberschulen und Oberly,een. Die Vereinbarung, die im wesentlichen di« bisher schon gel- tenden Bestimmungen aufrechterhält und zusammcnfaßt, spricht aus, daß das Reifezeugnis, das ein Angehöriger des Deutschen Reiches in einem deutschen Lande erworben hat, in einem anderen Lande alle Berechtigungen gewährt, die in beiden Ländern übereinstimmend mit dem Reifezeugnis der Schul- ?attung verbunden sind. Werden in den Ländern ür den Dercchtigunosnachweis verschiedene Forderungen gestellt, so ist die Gewährung der weitergchcndcn Berechtigung von der Entscheidung der Regierung des Landes abhängig, in dem dos Reifezeugnis als Berechtigungsnachweis v o r g e l e g t wird. Außerdem ist eine Dereinbaruna der Länder über die sogenannte mittlere R e i f e getroffen worden. Das Zeugnis der mittleren Reife wird in diesem Abkommen a l s Vorbedingung für den Eintritt in Berufe oder Berufs- laufbahnen der mittleren Stuf« des Berufs aufbaues betrachtet. Für den Erwerb der mittleren Reife wird im allgemeinen ein mindestens lOjähriger Gefamtschul- lehrgang vorgeschrieben, der eine mindestens der preußischen Mittelschule entsprechende allgemeine Bildung verbürgt. Privat« n S ch u l e n , die den an gleichartigen öffcntlick)cn Schulen gestellten Anforderungen ent- sprechen, kann ebenfalls das Recht zur Ausstellung des Zeugnisses der mittleren Reife verliehen werden. Kleine politische Nachrichten. Reich-pkäsident v. Hindenburg konnte am Dienstag den Tag seines 65jäh- rigen Militärjubiläum- feiern. Aus diesem Anlaß sind ihm zahlreiche Glückwünsche zugegangen. Der Oberpräsident der Rheinpro- v i n z hat folgendes Verbot erlassen: Auf Grund des tj 8 der Notverordnung in Verbindung mit der hierzu erlassenen Ausführungsverordnung des preußischen Innenministers verbiete ich hiermit sür die Rheinprovinz bis auf weiteres dasTragen einheitlicher, insbesondere militärähnlicher Parteiuni- formen oder Dundeskleidung der ADD AP., ihrer linier-, Hilss- und Reben- organisotionen, insbesondere der Sturmabteilungen (DA.), der Echuhstasfeln und der Hitlerjugend. Der 60jährige reichsdeutsche Hauptmann a. D. Ludwig v. Maltitz aus Wesel am Rhein wurde für immer aus Oe st erreich ausgewiesen. v. Maltih war seinerzeit unter der Beschuldigung festgenommen worden, Rational so- zialistcn, die wegen Tötung von zwei Reichst bonncrleutcu in der Huselandstraße in Berlin über die österreichische Grenze geflüchtet waren, Vorschub g c l c i ft c t zu haben. Er wurde damals wieder sreigelassen. 3m Lippischen Landtag teilte der Vorsitzende des Landespräsidiums, Drake, mit, daß das Landespräsidium beschlossen habe, den Volksentscheid auf Auflösung des Landtages am Sonntag. 26. April, durchzuführen. Der Staatshaushaltsplan wurde darauf mit II gegen 9 Stimmen angenommen. Für den Etat stimmten die Sozialdemokraten sowie die beiden Abgeordneten der Demokratischen und der Voltsrechtspartei, dagegen die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei, die Landvolk- und Mittelstandsfraktion sowie die kommunistischen Abgeordneten. Kommenden Donnerstag werben unter den Parteien des jetzigen Rumpskobinetts in Thüringen die Verhandlungen um die Ergänzung der Thüringer Regierung beginnen. Rachrichtcn über einen günstigen Abschluß der Bank sür internationale Zahlung e n int ersten Jahre ißVcr Tätigkeit eilen den Tatsachen weit voraus. Die Abschlußarbeiten find noch nicht beendet: ein Reingewinn kann daher auch noch gar nicht sestgestellt werden. Zur Stunde kann nur soviel gesagt werden, dah das erste Geschäftsjahr mit einem angemessenen Gewinn abfchließen wird, der die Verteilung der in Artikel 53 des Dankftatuts vorgesehenen 6 Prozent Dividende auf das eingezahlte Grundkapital von 103 187 500 Schweizer Franken sicherstellt. Die Danziger Schisfswerst von Klawitter sieht sich gezwungen, ihren Betrieb zu schließen. Am Samstag sind die letzten Arbeiter der Werft entlassen worden. Das Unternehmen hat über hundert 3ahre dem deutschen Schisfsbau und Danzigs wirtschaftlichen und industriellen Interessen gedient. Aus aller Welt. Am 14. April wohl de» Oberbürgermeister» von Berlin. 3n der Verwaltung der Reich-Hauptstadt wird in der nächsten Zeit eine Reihe von Verände- Tungcrt eintretey, die nach dem neuen Berlin- Gesetz notwendig geworden sind. So ist außer der Besetzung der Posten des Oberbürgermeisters, der beiden Bürgermeister und des Kämmerers auch die Wahl des neuen Gemeinde- ausschusses fällig. Diese wird am 9. April vorgenornme.i werden. Als Termin sür die W a h i des Oberbürgermeisters ist der 14. April festgesetzt. Der frühere Danziger Senat-Präsident Dr.Sahm ist nach wie vor aussichtsreichster Kandidat. Für den Kämmererposten stehen die Kandidaturen des jetzigen Kämmerers von Frankfurt o. M., A s ch, und des DizepräsOenten des Deutschen Städtetages Dr. Elsaß an erster Stelle. Heber die Besetzung der beiden Dürger- meisterposten sind die intersraktionellen Besprechungen noch nicht' abgeschlossen. Eine hochherzige Stiftung. Ein in Berlin ansässiger Oe st erreiche r, dessen Name nicht genannt werden soll, bat in dankbarer Anerkennung der in dem abgclausencn ersten Regierungsjahre vom Kabinett Brüning um die Wiederausrichtung der deutschen Wirtschaft und die Wiederherstellung des Vertrauens im In- und Auslande geleisteten w ertoollen politischen Arbeit dem Reichskanzler Dr. Brüning die Summe von 25000 Mark für Zwecke, deren Förderung dem Reichskanzler besonders am Herzen liege, zur Verfügung gestellt. Im Hinblick auf die große Arbeitslosigkeit und die in weiten Kreisen des deutschen Volkes herrschende bittere Rot, hat der Reick)skanzler von dieser Summe 5000 Reichsmark an d i e Berliner Winterhilfe, 10 000 Reichsmark an d i e Deutsche Nothilfe und 5000 Reichsmark an b i e Hinden - burgfpende überwiesen; die restlichen 5000 Reichsmark wurden für E i n z e l u n t e r st ü tz u n- g e n in Fällen dringender Not bestimmt. Drei Touristen in Steiermark tödlich verunglückt. Wie aus Admont gemeldet wird, sind i n d e n Wänden des Großen Buchsteins die während der Feiertage tödlich verunglückten Wiener Touristen-C l l i n g c n und Ade und der Et. Pöltener Tourist Lotz tot aufgefunden worden. Die Leichen werden zu Tal gebracht. Zwei Lebende aus den Trümmern von Managua geborgen. Der nicaraguanische Rationalkongreß ist zu- famincngetretcn, jun über die Möglichkeit des Wiederaufbaues der' Hauptstadt zu beraten. Bisher sind 975 Todesopfer des Erdbebens bpstattet worden. Gestern wurden aus den Trümmern eines Hauses zwei kleine Knaben noch lebend hervor- ?e zogen. Sie waren eine volle Woche ebendig begraben, und man befürchtet, daß sie infolge der ausgestandenen Schrecken den Verstand verloren haben Mit dem Kraftwagen in die Rhone gestürzt. In der Rächt zum DienSiag hat sich in Genf inmitten der Stadt ein schweres Kraftwagenunglück ereignet. Um Mitternacht bemerkten Passanten, wie ein Prwatkrastwagen i" voller Fahrt das Geländer durchbrach und in bi« Rhone stürzte. Trotz sofortiger Hilfsmaßnahmen gelang es infolge der heftigen Strömung nicht, den Führer, den Direktor einer Genfer Versicherungsanstalt, aus Der. zu befreien. Er konnte erst nach längerer. Zeit als Leiche geborgen wer- Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstags- nummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle aut den. Infolge des hohen Wasserstandes der Rhone ist es bisher noch nicht gelungen, den Wagen zu bergen, lieber die Ursache des Unglücks besteht zur Zeit noch keine Klarheit. Hilfsexpedition für Professor Wegener. Der Gockberneur von Grönland, Daugaard- Jensen erklärte der Zeitung „Politiken" gegenüber, daß augenblicklich von der westgrönländischen Station Karmarujuk eine Hilfsexpedition vorbereitet wird, die Rachforschungen nach dem deutschen Gelehrten ProfessorWe- gen er anstellen wird. Dir Crpedition wird, sobald das Wetter milder geworden ist, aufbrechrn. Das Kerckhoff-Znstitut in Bat) Nauheim. * Bad-Rauheim, 8. April. Das K e r ck - Hoff-Institut geht seiner innenbaulichen Vollendung entgegen. Der südliche Flügel mit der 600 Personen fassenden Kerckhoff-Dorlesungs- halle ist im wesentlichen fertiggestellt. Gegenwärtig wird noch an der Inneneinrichtung des Rordflügels gearbeitet; in drei bis vier Wochen dürften diese Arbeiten beendet sein, so daß dann mit der wissenschaftlichen Institutsarbeit begonnen werden kann. Die offizielle Einweihung findet, wie wir hören, jedoch erst im Lause des Sommers statt, wenn Frau Kcrckhoff aus Los Angeles, die hochherzige Stifterin, hier anwesend sein wird. Rächsten Sonntag öffnet der fertiggestellte Süd- flügcl erstmals seine Tore zu einer in der Geschichte der Medizin bedeutsamen Sitzung, zu der zahlreiche führende Mediziner in die große Vor- lesungshalle eingeladen sind. Rach dem Dorbilde der Vereinigten Staaten von Amerika, wo ein Komitee zur Erforschung und Bekämpfung der Herzkrankheiten schon seit Jahren erfolgreich arbeitet, hat nun auch die Deutsche Gesellschaft für Kreislaufforschung eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Kerckhoff-In- ftitut herbeigeführt, um mit Unterstützung und Mitarbeit des Reichsgesundheitsamtes ein „Wissens chaftliches Komitee zur Erforschung und Bekämpfung der Kreisln u f st ö r u n g e n" zu bilden. Die konstituierende Sitzung dieses Komitees findet am 12. April in der Kerckhoss-Dorlesungshalle statt. Die Tagung wird durch den Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes, Geh. Regierungsrat Dr. Hamel, eröffnet und durch Pros. Vruno Kisch (Köln) von der Deutschen Gesellschaft sür Kreislaus- forfdnmg begrüßt. Anschließend werden svrochen: Prof. D-r. Franz Groedel, der Direktor des Kcrckhoss-InstitulS. über .Zirkulationsstörungen als BolkSkrankheit" und Prof. Dr. El>erhard Kock, Balneologe am Kerckhoss-Institut. über .Ziele und Wege der Kveislaufforfchung". Anschließend findet die erste Sitzung deS Wissenschaftlichen Komitees zur Erforschung und Bekämpfung der Kreislaufstörungen statt, in der auch die Aufstellung de» Arbeitsplans de- Komitees erfolgt. Am 17. und 18. April, im unmittelbaren Anschluß an die Wiesbadener Tagung für innere Medizin, veransta.tel die De re i n i g u n g Bad- Ra u h c , m e r A e r $ te im Kcrckvosf-Institut einen praktischen Diät-KursuS. Die ein teilen - den Vorträge halten Prof. V o l h a r'd - Frankfurt a. M. (aus der Gießener Schule von Geheimrat Prof. Dr. Bo i t hervorgegangen) über .Allgemeine Gesichtspunkte für die Ernährung von Kreislaufkranken mit besonderer 'Berücksichtigung der Wirkungsweise und der Indikationen der kocksalzarmen Kost" und Prof. Grote über „Säurc-Basengleichheit, vegetarische und Rohkost". Oie Wetterlage >lU 11 w o o o ’58 * o o (Krtnont /ÄParlVx ' Q Voitenios. o neuer. na'b Detfec«t ® wo’ng • oevtcxi « »Sehnet o Graupeln, o neoei K Mecresnieeau umoerechnete» Luftdruck Wettervoraussage. Durch die Kaltluft über Skandinavien ist c» zur Bildung eines Hochdruckgebietes gekommen, wobei sich das flache Hoch über Deutschland mit dem Skandinaviens vereinigt hat. Allgemeiner weiterer Baro- meteronstieg führte bereits zur Auflösung der Wol- kendccke, so daß in fast ganz Deutschland heute ntorflcn heiteres Wetter herrschte. Auch die Tein- peraturen zeigen allenthalben Anstieg. Obwohl die neue Störung über Island ihren Einfluß weiter südwärts über die britischen Inseln erstreckt, so wird unsere Wetterlage vorerst im Zeichen hohen Drucks stehen, so daß das schöne Wetter anhält. Die Temperaturen werden durchweg ansteigen, und auch nachts erfolgt kein so starker Rückgang mehr wie seither. A u s s i ch t c n f ü r D o n n e r s t a g: Meist heiter und trocken, nachts noch Temperaturrückgang bis in Gefrierpunktsnähe, tagsüber fortschreitende Erwär- mung. Lufttemperaturen am 7. April: mittags 11,2 Grad Celsius abends 3,5 Grad; am 8. April: morgens 1 Grad. Maximum 11,6 Grad, Minimum — 3,1 Grad. DER TÜCHTIGE HANDELT! IUI n, TONNER30Q5 R 2,6Ltr.4Zyl.Chonis W-*b Chassis mit Führerhaus . . . RM 3745 Prilschenwogen ohne Plane . RM 3995 Pritschenwagen mit Plane .. RM 4175 (fünffach bereift) 2 TONNER A'SOK R 3,5Lfr.6Zyl.Chassis "TW X M Chassis mit Führerhaus . . . RM 4845 Pritschenwogen ohne Plane . RM 5195 Pritschenwogen mit Plane . . 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Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlufi geladen, meine helfigeliebte, treubesorgte Schwester Frl. Margarete Margen von ihrem schweren, mit grober Geduld ertragenem Leiden am 2. Ostertelertag in ein besseres Jenseits abzurufen. In unsagbarem Schmerz: Elisabeth Margolf. Giefien, den 7. April 1931. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. April, nachmittags 2.30 Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Infolge eines Unglücksfalles starb am 2. Feiertagabend plötzlich und unerwartet unser lieber, einziger Sohn Karl Stengler im blühenden Alter von 22 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Maurermeister Heinrich Stengler und Frau. Zu 3c nefterbefl.ncf. 3 sch.möbl.Wohnschlafz. oder 2 Zimmer mit je 1 u. 2 ‘v.ett., mögt, i. ein.Hauie od.nnchst. Nachbarschaft. Ausf. schrillt. Ang. U.2481D an den Gieß. Sinz. Student im 5. Sem. sucht besseres Simmet i Er ist auch bereit. | jüngeren 3chülern i. I Hause Nachhtlsesfun- ' den zu geben. 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Der Wagen saust geräuschlos über die geschwärzten Asphaltstraßen, und Berlin ist sehr groß, die Häuser gehen schon zur Duh. man erkennt durch die beschlagenen Scheiben den nächtlichen ..Groben Stern", Moabit, ein Stück Reinickendorf: dann hören die Häuser wieder einmal -auf und beginnen wieder. eS folgt «in Ende typische Dorstadt mit kleinen Gärten und Gartenlokalen, dann ist alleS auS. die Stadt liegt irgendwo dahinten, die Lichter sind verschwunden, die Scheinwerfer fliegen über einen «pflasterten Landweg: links und rechts Weite, Finsternis und Schweigsamkeit. DaS kleine Ziegelgebäude, an dem wir aussteigen, "erweist sich alS der Bahnhof Rosenthal bei Berlin. Der Himmel weih, wie die düstere Einöde zu diesem poetischen Damen gekommen ist, einstweilen riecht es nach Rieselfeldern und Landwirtschaft. Das Bahnhofsgebäude ist verschlossen, der Bahnsteig leer, wir stolpern über verlassene Geleise, den Bahndamm entlang, an dessen Seite man Sumpsgelände wittert. Dor unS. dahinten, zerreiben Plötzlich, weihe, grelle Scheine die Dacht, eine dampfende Lokomotive erscheint, ein fauchende- Ungetüm, ein Riese sür V-Züge. Also Film. „V-Zug 13 hat Verspätung". Man kann hier sehen, warum er sie haben wird: Derbrecher haben da die Schienen gesprengt, man ahnt die Attentäter bei der Arbeit: dort haben sie die Patrone unter den Samin gelegt und entzündet, darum sind die Schienen zerrissen und verbeult, die Dohle ist zerfetzt und herauSgehoben worden, es sieht entsetzlich natürlich aus, Dahnbeamte und Zug- beglciter laufen eben mit Laternen hinzu und sind ehrlich bestürzt ... aber man lasse sich nicht täuschen, es ist alle- nur 5tim, damit V-Zug 13 seine Verspätung habe. Denn am Rande des Schienenstrangs sind die bekannten Gerätschaften des Tonfilms ausgestellt: die hölzernen Podeste mit den Scheinwerfern, Kabelbünde. Widerstände und Schalttafeln, das Auto mit den akustischen Aufnahmeapparaten, die Abhörzelle für den Tonmeister, die Mikrophone an niedrigen Gestellen oder den bekannten „Galgen", die sich schräg über die Szene strecken. Endlich ist abseits ein kleines Zeltlager entstanden. und auf freiem Feld steht, von Schupoleuten bewacht, die Jugend von Rosenthal und weicht nicht: sie wollen sehen, wie nächtens gefilmt wird. ES ist gegen Mitternacht, und vom Himmel funkeln die eisigen Sterne, es beginnt zu frieren, di« Scheinwerfer schlafen: schwarz und endlos, von einigen Glühbirnen erhellt, dehnt sich am Bahndamm die unbekannte Dacht, die Lokomotive, das fauchende Ungeheuer. ist mit ihrem D-3ug in die Ferne gerückt. Hier ist, erklärt der Regisseur ZeiSler in dieser Aufnahmepause, eigentlich ein Abstellgleis, mit alten verrosteten Schienen, die blank geputzt wurden, um einer vielbefahrenen Strecke zu gleichen: der Bahndamm, der nur mit Sand gepolstert ist, wurde beschottert, um desto natürlicher zu wirken ... eine Pfeife schrillt, der faszinierende Ruf: ..Ruhe! Aufnahme!" ertönt, plötzlich flammen die Scheinwerfer auf und strahlen das Gelände weithin ab. Stein Schauspiel kann sich eine großartigere Kulisse wünschen als diese, die die Dacht und die Landschast hcrgeben. Sumpf hinter der Bahnstrecke mit Schilfstreifen, trüben Wasserlachen und alten Wei den stumpfen, alles von dem grellen Licht unbarmherzig aus der Finsternis geschätt, Ueberbleibsel von verfallenen Zäunen und Buden ... dalvor saust der V-Zug heran, seine Laternen glühen aus der fernen Finsternis, er prustet und faucht, der Führer bemerkt das Wen liebt, wie lebt, was macht der Star? Antworten, aus dem Brieftasten geschüttelt. Don Frank Maraun. Was den alten Griechen ihr Olymp, ist der heutigen Menschheit ihr Kino. Hier ihre Sehnsucht, hier ihr Traum. Entrückt ins Angreifbare, fditoeben hoch über Drang und Dunst des schoflen, feftgebundenen Masfenlebens die neuen Götter, die Stars. Sie machen zwar den Sterblichen kein Schicksal, aber sie machen ihnen welches vor, und das ist für eine Menschheit, die jetzt gc- wissermatzen in dem Kampf ums Dasein das Stadium ereignidlofen Stellungskrieges durchleidet, schon genug. Eingeka stell im Unterstand deS Berufs, rings umher vom Trommelfeuer der Sorgen um die nackte Existenz bedroht, mit Sonne oder Sturm im Herzen, je nachdem, denkt der einzelne bärbeißig und wehmütig an die Erde da oben mit ihren Himmeln und ihrer Weite voller Möglichkeiten, wo er feinen Trieb- regungen schon einen kräftigen Ablauf verschaffen wollte und sie nicht egalweg zu verdrängen brauchte wie hier, und er genießt das im voraus in dem großen Wachtraum heutiger Menschheit. im Film. Da ist grenzenloser Spielraum der Seele gegeben, da ist Bewegung, da geschieht etwas, da ist Leidenschaft und Abenteuer. Schicksal imb Tat. Da öffnet sich dem Blick die Mythe der Zeit, kleine Mythe. Jndividual-Mythe. nid)t mehr Traum eines Volkes, sondern Traum von kleinem Mann und kleiner Frau. Aber ihre Götter sind ebenso der ewigen Jugend teilhaftig, wie es die alten waren, wenn sie auch nicht unsterblich sind. Der Anfang ihres Lebens liegt im Zeitlosen, das Jahr ihres ersten Schrittes in die Welt bleibt dem Sterblichen verschwiegen, sie altern nie, sie haben nur einen Tag der Geburt und Lieblingsblumen. .Ramon Dovarro ist am 6. Februar geboren. Gibt Autogramme. Orchideen. Henry Stuart hat am 1. Februar Geburtstag. Greta Garbo am Mittwoch, 8. April 1951 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Aus der Welt des Films. Attentat, schon fährt das Ungetüm langsamer, speit weiße Dämpfe, die Bremsen quietschen und knirschen, er hält. Reben ihm aber die Kamera und di« Mikrophon«, sie haben alleS aufgenommen, aber das genügt noch lange nicht. Immer wieder taucht der Zug in der Dunkelheit unter, immer wieder schnaubt er heran: die altbekannte Technik des Tonfilms, immer von neuem, immer von neuem, jede Einzelheit ist wichtig. Wie in den Ateliers mit den Darstellern wird hier mit der Lokomotive geübt, dem fauchenden, dampfspeienden Ungeheuer. Wie ein Schauspieler wird sie immer wieder zurückgeschickt und aus der Dacht gepfiffen, das treiben die Filmleute auf diesem abgelegenen Stück Reichsbahn jetzt schon drei oder vier Dächte. Und so auch in dieser. Die neugierige Jugend von Rosenthal ist längst entwichen, denn die Dacht ist kalt und der Boden feucht, die Schupos sind gegangen, mit geschulterten Karabinern rückt der Dahnschutz an. (Ich weiß nicht einmal, ob er echt war ober zum Film gehörte.) Die Sterne werden matter, der Himmel ergraut, ein kalter Wind geht über den Sumpf, der langsam erkennbar wird. Schluß, einpacken! Für heute ist Ruhe. Aber morgen, vielleicht auch noch übermorgen werden die Scheinwerfer wieder durch die kalte Dacht kreisen, und aus dem Zeltlager werden sich fünfzig Leute au^machen. wieder wird «in geisterhaftes Treiben bis zum Morgengrauen an- peben. Was werden wir hernach davon sehen? Vielleicht «inhundertfünszig Meter Film, die in fünf Minuten voricihuschen. Und darum dieser Aufwand an Zeit, Geld, durchwachten und durchfrorenen Dächten? Dur deshalb. Denn das M.kro» Phon und das Objektiv sind gefährliche Instrumente, die niemals die Phantasie aufbringen, mit der der Zuschauer im Theater den Dingen auf der Bühne entgeaenkommt. Dem Auge der Kamera und dem Ohr des Mikrophons muß man Wirklichkeit bieten, sonst werden sie sich rächen und alle Unterlassungssünden erbarmungslos auf der Leinwand markieren. Technische Grenzen des Tonfilms. Das Märchen vom Mikrophon. — ^Störspiegel^, Lautstärke und Filmstimme. Von Dr. Erich Leistner. Ter Verfasser dieses Aufsatzes hat als Lonfilmtechniker eine weit über die Grenzen Deutschlands re.chende Berühmtheit erlangt. Seine Ausführungen, die aufzeigen, auf welche technischen Ursachen die oft kritisierten Mängel deS Tonfilms zurückzuführen find, dürsten daher besonderes In» tevesse beanspruchen. Das Thema klingt recht langweilig, weil sichs hier um sehr spezielle technische Dinge handelt *unb erschreckende Ausdrücke, wie „Frequenz", „Amplitude", „Störspiegel" und „nicht-lineare Verzerrung" im Hintergrund lauern, bereit, sich in bte Affäre zu stürzen. Aber es gibt im Publikum umlaufende Irrtümer, die berichtigt, Unklarheiten, die bereinigt werden müssen. Da ist zum Beispiel das Märchen vom Mikrophon. Im Tonfilm-Atelier hängt es starr und stumm in der Szene, erregt anfänglich im Schauspieler leichtes Unbehagen, Mikrophonfieber genannt, und wird von den ©d)lad)tcnbummlern des Ateliers ehrfürchtig bestaunt, wenn sie vor Beginn der Aufnahme durch den Rus „Aeußerste Ruhe!" so erschreckt werden, daß sie kaum zu atmen wagen. Daraus ist der Aberglaube von der „ungeheuren Empfindlichkeit" des Mikrophons entsprossen, gegenüber welcher das Trommelfell des Ohrs die reine Stiefelsohle fei. Der Ton- tcchniker lächelt wehmütig, wenn er so Aehnliches immer wieder lieft und hört, weil diese Meinung feinen geheimen Wünschen vorauseilt. Denn in Wirklichkeit ists gerade umgekehrt: Das Ohr ist um ein Vielfaches empfindlicher als das beste Mikrophon bei höchstzulässiger Verstärkung. „Bei höchstzulässiger Verstärkung" muß man hinzufügen, sonst hat ein Vergleich der Empfindlichkeit von Ohr und Mikrophon gar keinen Sinn. Denn das Ohr verwandelt den Schalleindruck in einen physiologischen Effekt, einen Rei^ des Hörzentrums im Gehirn, das Mikrophon dagegen in einen elektrischen, nämlich einen Wechselstrom. Von diesen beiden unvergleichbaren Größen muß man die eine erst in die Gattung der anderen umwandeln, und das kann in diesem Falle doch nur mit dem vom Mjkrophon gelieferten, winzigen Wechselstrom geschehen. Er muß zu diesem Zweck durch einen Röhrenverstärker — vom selben Prinzip wie die Rundfunkgeräte — verstärkt und im Kopfhörer ober Lautsprecher wieder in Schall umgewandelt werden. Und diese Verstärkung kann eben nicht beliebig Hochgetrieben werden, weil jeder Verstärker ein Cigengeräusch produziert, das bekannte Derstärkerrauschen, welches mit dem Derstärkungsgrad wächst und nur so laut werden darf, daß es den eigentlichen Klangeindruck nicht stört. Womit wir zwangsläufig beim „Störspiegel" angelangt wären. Aber dieses Wort verliert sofort sein fremdes Gesicht, wenn Sie — merkwürdig! — das Fremdwort „Riveau" an Stelle von „Spiegel" sehen. Die Diveauhöhe der Störgeräuschflut, welch« auS den Lautfprechern des Tonfilmtheaters quillt, bildet die untere Grenze des tonfilmisch Möglichem Was bei der Aufnahme leiser war als diese Störlautstärke, versinkt wirkungslos im Störspiegel. Es ist nicht möglich, die Höh« des Storspiegels bis auf Dull anzusenken, denn von den Zuflüssen, die das Meer der Störgeräusche speisen, ist nur einer so gut wie völlig zu verstopfen: die Fremd- gcräusche vor dem Mikrophon im Aufnahmeatelier. Dor Außenlärm durch schallisolierende Bauart gesichert, bei Beherrschung der großen Räumen eigenen Dachhallverhältnisse, welche die Praxis zu bestimmen gelehrt hat, verbleibt als einzige ötörquelle nur noch die Bildkamera in gefährlicher Dähe des Mikrophons. Ihr Rasseln läßt sich zwar durch schalldämpfende Umhüllungen vermindern, aber alle konstruktiven Abarten solcher Hüllen haben dle ärgerliche Eigenschaft, im selben Maße, wie fhe als Kamerageräusch dampfen, auch die Beweglichkeit und Freizügigkeit der Kamera zu behindern. Die f"htoenfenbe und fahrende Bjldkamera hat aber die reichen Ausdrucksmittel belebter Dilderfpra^e des stummen Films geschaffen und darf hierin auch im Tonfilm nicht ohne Dach'eil zurückgedrängt werden, dies geschieht zum Teil schon durch die Dotwendigkeit der Anbringung von Mikrophonen außerhalb des Dildausschnittes. Also muß man, solange es noch keine geräuschlos laufende Bildkamera gibt, mit einem Kompromiß zufrieden sein und einiges Kamerageräusch zulassen. Einen weiteren Anteil am unumgänglichen Störgeräusch liefert, außer dem Eigenrauschen des Aufnahme- und Wiedergabeverstärkers, das Konservierungsmittel des Tones, also beim Lichttonverfahren der Tonstreifen des Films, beim Dabeitonverfahren die Grammophonplatte. Man hört eben bei beiden bas Material, in bas der körperlose Urklang gebannt ist. ganz ähnlich wie man auf der Leinwand das Silberkorn der lichtempfindlichen Filmschicht flimmern sieht. So wird selbst bei weiterer Vervollkommnung des Verfahrens ein Störspiegel von gewisser Höhe unvermeidbar bleiben, der die Ausdrucksmöglichkeit des Tonfilms nach der Seite der leisen Klänge «infchränkt. Tonfilmautoren sollten es demnach möglichst vermeiden, gerade auf diesem Diveau dramatische Deschleunigungs- ober Spannungsmomente zu starten. Schleichende Schritte eines Unsichtbaren in einem totenstillen Raum, oder das Brummen eines am Horizont auftauchenden 17. April, Jenny Jugo am 14. Juni, Cilly Feinbt am 8. April, Felicitas Malten am 2. Dezember, Lya Mara am 1. August, Elizza la Porta am 1. März, Fred Döderlein am 24. April." So bekommt es die Ramon-Dovarro-Schwärmerin G. M., offenbar eine manisch-ekstatische Geburtstagsgratulantin, auf ihre Anfrage zu wissen. Der Mensch will mit seinen Göttern in Beziehung treten, heute wie vor Jahrtausenden. Aber es genügt auch schon die Aufspürung irgendeiner Lebensübung, die man mit ihm gemeinsam hat, einen Sport/Schwimmen, Golfspiel oder Fußball, eine besondere Vorliebe für Seelöwen, Musik ober Kopfsalat, die Marke feines Autos, oder seine Kragennummer, es genügt auch schon, etwas aus seinem Privatleben zu toifkn, ob er auch im Leben so ein netter Mensch lei, ob er bei seinen Eltern wohne und warum nicht, mit wem er verheiratet sei und ob überhaupt und so. Es gehört au den Wünschen der Menschheit, an allem teilzuhaben und ganz besonders dort, wo sie ausgeschlossen ist, dabei zu sein, dazu zu gehören, wo etwas los ist. Besonders stark gefragt ist das Liebes leben der Stars. Mit wem verheiratet, geschieden, verlobt und dergleichen? Auf „dergleichen" lautet die Antwort: „Darauf können wir Ihnen mit dem besten Willen keine Antwort geben", oder strenger: „Derarttge Anfragen beantworten wir prinzipiell nicht." Aber auch schon das Der- lobungsleben unserer Stars ist eine aufregende Sache. Es erfreut durch regen Wechsel. Einmal: „Gustav Fröhlich ist mit Elizza la Porta verlobt", dann wieder: „Gustav Fröhlich ist nicht mehr mit Elizza la Porta verlobt. Die näheren Gründe dafür hat uns Gustav Fröhlich nicht verraten." Wie? Dicht verraten?: Geheimniskrämerei geradezu! Einmal: „Greta Garbo ist mit John Gilbert verheiratet", bann: .Wir nehmen an, daß das Gerücht von der Ehe Garbo-Gilbert auf Wahrheit beruht", und bann: „Greta Garbo ist wirklich nicht mit John Gilbert verheiratet, das waren nur Gerüchte", und zehn Millionen Männer atmen erleichtert auf. Einmal: „Willy Fritsch war bis jetzt nodj nicht verheiratet, wird es aber bald sein", dann: „Die Verlobung von Fritsch ist ein Gerücht, das sich nicht zu bewahrheiten scheint", und atemberaubende Spannung zerreißt die Mädchenherzen aller Länder. Angesichts solcher Verwirrung kann man nur dem monumentalen Axiom zustimmen: „Die Verlobung ist nur ein Gerücht." Mit gleicher Ewigkeitsgel tung steht fest: „ Jawohl, die Film- darsteller wechseln sehr häufig ihre Wohnungen. Auch Widmungen geben sie nach Wunsch." Und: „Alle Filmstars geben Autogramme." — „Greta Garbo lieft alle ihre Briefe selbst." Die Arme —! Ist in das Liebesleben keine Klarheit zu bringen, so wird bei Frauen die Anrede ein Problem. In solchem Falle wird entschieden: ..Man wähle zweckmäßig die Anrede .Frau'." Ober: „Greta Garbo redet man am besten mit .gnädige Frau' an.“ Da kann einem nichts bei passieren. Ebenso Christa Tordy, denn: „Christa Tordy begnügt sich weiter damit, die glüMiche Gattin Liedtkes zu fein“, und: ..Daß Harry Liedtke sich von Christa Tordy scheiden lassen soll, beruht ganz und gar nicht auf Wahrheit." Leichter ?n beantworten sind Fragen, die sich auf eine Charakterisierung des Stars beziehen und die bann wunderliche Steckbriefe im Gefolge haben, wie z. B. über Gunnar To Ina es: „Unverheiratet. Maiglöckchen. In Oslo geboren." Ober: „Trevor ist ein großer Sportslreunb, gibt Autogramme, hat zwei Kinder und ist auch im Geben sehr sympathisch." Auch Iwan Petrovich ist im Leben sympathisch und außerdem „Sport treibt er auch, er reitet, rudert, schwimmt, segelt, boxt, spielt Golf und Tennis, kurz, alles, was Sie von ihm verlangen." Da wundert man sich nur, daß er auch noch Zeit zum Filmen findet. Mady Christians macht ihm Konkurrenz: „Jawohl, auch Tanzen, Schach spielen und Photographieren kann Mady Christians, alles, was Eie wünschen. Und ein sympathisches, liebes Wesen hat sie auch." Dun wir wissen, daß Mady Christtans photographieren kann, können wir uns darüber trösten, daß wir nicht wissen, „in wessen Begleitung sich Lilian Harvey damals befand, als sie aus dem betreffenden Ufa-Theater ging. Möglich, daß es ein Bekannter von ihr war." Auch ist cs Flugzeuge- müssen entweder im Störspiegel versacken oder unwahr betont werden. Auch in der Instrumentation und Dynamik von Tonfilmmusik ist hieraus Rücklicht zu nehmen: und vor allem der sprechende Darsteller kann nur in Ausnahme- fällen pianissimo gebrauchen, — e- soll aber hierbei nicht an Flüsterfprache gedacht werden, denn flüstern kann man sehr laut. Der Tonfilm ist überhaupt in betreff der Lautstärken ein Feind der Extreme Denn auch nach der anderen Seite ist vorläufig — die Grenze weit «her erreicht, als meist angenommen wirb. Diernand bezweifelt, daß man leibst mit dem größten Lautsprecher einen .Kanonenschuß eben nur unvollkommen toiebergeben kann, aber baß z. B ein in da- Gespräch zweier Reisenden bin- einschlagendes Zuwerfen der Abteiltür bereit- die obere Lautstäriengrenze der Tonfilmausnahme überschreitet, dürste kaum hinreichend bekannt fein. Es klafft hier ein von ben Männern der Ton- filmtcchnik zur Zeit noch schmerzlich empfundeneS Mißverhältnis zwischen dem Lautstärkenbereich, den unser Ohr beherrscht, und dem, welchen wir durch Auf zeichnen auf Filmstreifen ober Platte zu konservieren und reproduzieren imstande sind, während unser Ohr im normalen TageSverlauf Schallcindrücke im Lautstärken- (fachmännisch: Amplituden») Verhältnis eins zu tausend spielend zu verarbeiten gewohnt ist und als Spitzenleistungen ein Vielfaches nach beiden Seiten dieses Verhältnisses hin bewältigt, ist die Tonaufnahme auf ein Lautstärken Verhältnis von ungefähr «ins zu zehn beschränkt. Die Gründe dieser Einengung, auf deren Besprechung hier verzichtet toerben muß, liegen teils beim elektrischen Verstärker, mehr aber noch in Maßen und Eigenheiten ber Tonaufzeichnungsträger, also Film ober Platte, deren Abänderung teils physikalisch-technisch, teils wirtschastlich auf größte Schwierigkeiten floßt. Dieses aufzeichenbare Lautstärkenverhältnis cins zu zehn will nun nicht etwa besagen, daß die aus- zunehmende Szene keine größeren Lautstärke- unterschiede aufweisen dürfe. In diesem Falle würde ein Tonfilm unserem an reichere dynamische Gliederung gewöhnten Ohr sehr monoton erscheinen. Di« auseinanderf olgendenZcit- abschnitte der gedrehten Szene können lautstärkenmäßig viel bewegter fein, — nur muß der mithörende Tonmeister fo steuern, b. h. gewissermaßen die Tonventile mehr ober weniger offnen, baß nicht mehr als bie maximal erlaubte Lautstärke zur Aufnahme gelangt. ein Mehr ergibt häßliche, sogenannte „nichtlineare" Verzerrungen. Aus diese Weise wird wenigstens die sich mit der Lautstärke auch ändernde .Klangfarbe gerettet, und die fehlend« Lautstärkendisfereilzierung kann bei ber Wiebergabe durch Steuerung wieder zugefügt werden. Unmöglich ist diese Aushilfe bagegen beim gleichzeitigen Auftreten zweier ober mehrerer verschiedener Lautstärken, deren Maßver- hältnis das von der Ausnahmernethode beherrschte übersteigt. Ein leises Zwiegespräch bei knallig- lauter Tanzmusik, das rußige Einreden eines Besonnenen auf einen "üllcnben Ekstatiker, ein Trompetensolo mit Streicherbegleitung, — nicht zu machen! Leider! Allerdings, mit einigen Kunstgriffen kann man es Vortäuschen, lautstärkenmäßig abgeslacht, flang- farbig richtig. Aber das Wahre ist es eben doch nicht. Es ist auch hier besser, die Beschränkung zu erkennen und innerhalb dieser Grenzen Meister zu sein. So wird in dieser neuen Kunstart, die der Tonfilm ist, ober sein wirb. Moberato in der Dynamik, die kluge Verwendung der Halbtöne von feilen der Musiker, Autoren und Darsteller notwendiger Richtungspunkt fein müssen. Die besprochenen Begrenzungen der tonfUmi- schen Möglichkeiten waren rein quantitativ, lautstärkenmäßig. Die Tonstärke ist aber nur die eine Eigenschaft eines Klanges, die andere ist qualitativer Datur, nämlich die Tonhöhe. Aber hier ist die Tonaufzeichnung dem Ohr nicht unterlegen, sondern fast ebenbürtig und teilweise sogar überlegen. Mängel, die uns in diesem Gebiet beute noch unbefriedigt lassen, werden morgen behoben Tein, weil sie nicht prinzipieller, sondern nur konstruktiver Art sind. Damit fällt auch die viel- uns von Willy Fritsch nicht mehr wichtig, „ob er seine Sommerrcise nach Binz machen wird". Reben einer einzigen wertvollen Anfrage, deren Antwort lautet: „Warum die Briefe in den firnen nicht von den Künstlern selbst geschrieben toerben, können wir Ihnen leiber auch nicht sagen. Aber Eie haben mit Ihrer Ansicht durchaus recht: manchmal sind die Handschriften so unindividuell, daß sie unmöglich zu ber ganzen Persönlichkeit des betreffenben Stars in der Rolle passen", finden sich Beispiele einer Reugier, deren Originalität vergebens nach einer Deutung sucht: „Ob Wilhelm Dicterle gerade Katzen liebt, wissen wir nicht. Da er aber Tierfreund ist, nehmen wir es an." — „Wenn Sie erst im Jahre 1937 zum Film gehen wollen, dann haben Sie ja noch reichlich Zeit, sich die Sache genau zu überlegen." Hoffentlich befinden Sie sich zu dieser Zeit noch am Leben! - „Harry Piel hat nie die Pocken gehabt. Wie kommen Sie nur daraus?" „Elisabeth Bergner ist nicht mit Brigitte Helm verwandt." — „Bei der Wichtigkeit Ihrer Frage haben wir natürlich fofert sämtliche Filmsterne untersucht und festgestellt, daß ihre Zähne genau so echt oder so künstlich sind, wie das bei anderen Menschen der Fall ist." _.2'c Ministern« .reden sich untereinander' genau so an. wie dies andere Menschen tun.“ Richt zu glauben! Und sic sagen nicht „Göttlicher Willy!" od.r „O Königin!" —? Wie kommen Sie nur darauf? Wie kowmen Sie nur darauf? Wilsen wir iwch: „Willy Fritschs Schnurrbart in ber Ungarischen Rhapsodie ist nicht echt", „nehmen aber an. baß er (Wilhelm Dieter!«) 1,85 Meter groß ist“, so können wir verstehen: „Alle Filmstars haben Telephonnummern. Sie stehen deshalb nicht im Telephonbuch, weil es meist Geheimnummern sind. Stellen Sie sich vor, wie oft würben sonst Henny Porten ober Harry Liebtke angerufen werden!" Und tocim die Stars solche Fragen Horen müßten, wie sie hier aus den Antworten gelesen werden mußten, würbe ihnen am Enbe gar vor ihrer Gottähnlichkeit bange. Auch mit dem Olym- vos verband ja die Sterblichen kein Telephon... verbreitete Meinung, bah es gui,e und schlechte Stimmlagen für Tonfilm gäbe, — jede Stimme ist gut, wenn sie Len darstellerischen und szenischen Forderungen genügt, die in der betreffenden Rolle an sie gestellt werden müssen. And mit den Ge° rauschen ists dasselbe. Wenn Sie das Gegenteil gehört zu haben glauben, so liegt der Grund hierfür fast ausschließlich in der Wiedergabe — mit zunehmender Aebung in der Bedienung der «Tonapparatur im Theater wird dieser Mangel verschwinden. Roch eins: Dem Ton, der aus dem Lautsprecher an der Leinwand klingt, fehlt jede Raumrichtung, d. h. man kann, wenn man sich nicht bom Bild führen läßt, nicht sogen, aus welchem Sektor des Bildes der Ton schallt. Die Herkunftsrichtung eines Schalles bestimmen wir aus der kleinen Verschiedenheit der Höreindrücke beider Ohren, ganz ähnlich, wie man nur mit beiden Augen räumlich sehen kann. Wie der Stereoskopie des Filmbildes, so stellen sich auch der Stereophonie des Klangeindrucks sehr große Schwierigkeiten in den Weg. Es gibt daher zur Zeit keine andere Möglichkeit als die, auf Klangwirkungen, welche die Aufmerksamkeit des Hörers in eine bestimmte Bildrichtung lenken sollen, zu verzichten. — Es ist also mancherlei, was der Tonfilm nicht kann. Aber ich hoffe, ihm keinen schlechten Dienst erwiesen zu haben, wenn ich seine Grenzen auf" zeigte. Denn wirklich lieben kann man nur wo man auch Schwächen zu erkennen sich nicht scheut. Aus der Provmzialhauptstadt. Gießen, den 8. April 1931. Wie bleibt mein Kind gesund? Don Prof. Or. Lan stein-Äerlin. Wollen wir die Krankheiten der Kinder verhüten und bekämpfen, so müssen wir davon ausgehen, daß sie stark altersbcdingt sind, so daß z. B. für einen Säugling andere Vorsichtsmaßregeln gewählt werden müssen, als für das Schulkind. 2m Säugliügsalter heißt es vor allem Wachstums- und Cnt'wicklungsstörungen, sowie die gefährliche): Durchfälle zu bekämpfen. Denn diese spielen eine Hauptrolle in dieser Lebenszeit. 2m Schulalter treten diese Krankheiten zurück, und es heißt nun in dieser Lebensperiode, Erkältungskrankheiten, katarrhalische Erkrankungen. Herzkrankheiten verhüten. Für alle Lebensperioden ist schließlich die Verhütung der Tuberkulose wichtig, wobei zu bedenken ist, daß die Tuberkulose um so wichtiger ist, je jünger das Kind ist. And eine im frühen Kindesalter erworbene Drüsentuberkulvsc kann später, nach der Schulentlassung, eine galoppierende Schwindsucht zur Folge haben. 2m Mittelpunkt der Schuhm.ßnahmen steht im frühen Kindesalter die c ..yrungsfragc. Richtige Ernährung verbürgt gutes Gedeihen und Wachstum, aber auch Schuh vor akuten 2nfek- tionskrankheiten. Sowohl kräftige Kost, bestehend aus viel Milch, Fleisch und Eiern, als auch die zu magere Kost, bestehend aus dünnen Sup- ven, Brot und schlecht gekochten Kartoffeln, sind für die Kinder gefährlich. Zur Ertüchtigung des Kindes gehört aber nicht nur die Ernährung, sondern auch die zweckmäßige Amwelt, der leider die wirtschaftliche Rot oft eine Grenze seht. Es muh versucht werden, für das Kind aus ungünstigen Wohnungen das Menschenmögliche herauszuholen. 2st die Amwelt kaum zu ändern, dann müssen die Kinder möglichst viel ins Freie gebracht werden, um Licht. Luft und Sonne zu genießen. Besonders gefährlich für das Kind sind die in seiner Umgebung sich aufhaltenden kranken Erwachsenen. Die große Mehrzahl der Erkrankungen der Atmungsorgane im Kindesalter, welche zur tödlichen Lungenentzündung führen können, ist durch kranke Erwachsene, durch Berühren und Anhusten, sowie Ansprechen durch solche Personen bedingt. Zur Ertüchtigung gehört Kreuzweg der Lebe. Vornan von Paul Grabein Urheberrechtsschuh: Romandienst „Digo", Berlin W 30. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Arsula hatte mit steigender Erregung Drencks geschicktes Plaidoyer mit angehört. Wenn er die Sache so darstellte, mußte er ja den Schiedsrichter auf seine Seite ziehen. Da muhte sie als eine gefühllose Frau erscheinen, die ihm die Freiheit nicht gönnte. 2a, wenn sie reden wollte, aus dem tiefsten Grunde ihres Herzens! Doch sie vermochte es nicht, eine doppelte Scheu verschloß ihr den Mund: die Scheu, den eigenen Gatten in seiner Energielosigkeit vor einem dritten zu enthüllen und damit all die Seelen- qualen blohzulegcn, die ihr aus diesem Leid erwachsen waren — noch mehr aber die Scheu, gerade dem Manne, der ihr Leben zerstört, sie in all dies Anheil gedrängt hatte, zu zeigen, wie namenlos unglücklich sie geworden war. So blieben denn Arsnlas Lippen geschlossen. Wigand, der äußerlich völlig unbeweglich Drencks Worte angehört hatte, ließ jetzt einen tief forschenden Blick auf Arsulas Zügen ruhen. 2bre starre Ruhe konnte ihn nicht täuschen; er ahnte, was da drinnen mühsam niedergekämpft lag. Sie hatte gelernt, tapfer zu sein. „Che ich mir eine Entscheidung in der Meinungsverschiedenheit- zwischen 2hncn und 2hrer Frau Gemahlin erlaube, mühte doch auch sie Gele enheit haben, ihre Gegengründe zu äußern." Mit einer Wendung zu Arsula hin sprach es Wif ad. „2 ) bitte, mir das zu erlassen." Gepreßt enttc g es sich ihren Lippen. „2ch sollte meinet:, daß Sie auch so schon — wie Sie selber als Arzt meinen Mann haben beurteilen lernen — werden sagen können, ob ihm ein Anstaltsaufenthalt nottut oder nicht." Einen Moment zögerte Wigand noch; es galt, eine, Drenck nicht verletzende Form des Ausdrucks zu wählen. Dann wandte er sich diesem zu: „Mein Arteil kann nicht zweifelhaft sein. Cs sprechen gewichtige objektive und subjektive Grmrde für 2hre Behandlung in einem Sanatorium." Drenck fuhr auf, aber Wigand fuhr mit ruhigem Ernst fort: „Objektive, denn der Befund 2hrer Lunge ist leider so, daß er eine regelrechte Kur erfordert. Subjektive, weil 2hre persönlichen Anlagen, 2hr ganzes Temperament Sie draußen, im gesellschaftlichen Leben nur zu leicht in Versuchung führen — und —" ..Danke danke! Die Litanei kenn' ich schon auswendig; die betet mir meine Frau ja tagtäglich Die Jördemng berlieutmiitÄIeit im Ähre 1931 Oie hessischen Bestimmungen. Der Hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft hat unterm 24. März 1931 die Bestimmungen für die Förderung des Wohnungsbaues erlassen, nach denen die zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel aus dem Aufkommen der staatlichen Eondergebäudesteuer grundsätzlich nach Maßgabe der Reichsgrundsähe für den Kleinwohnungsbau vom 10.2anuar 1931 verwendet werden. Diese auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen vom 1. Dezember 1930 erlassenen Grundsätze bedingen eine erhebliche Beschränkung in der seither üblichen Verteilung der Mittel, die nur noch zur Erstellung von klein- und Kleinstwohnungen bis zu 45 Quadratmeter Gesamtwohnfläche, in Ausnahmefällen für Familien mit mehreren Kindern bis zu 60 Quadratmeter Wohnfläche bestimmt sind. Die bisher zulässige Förderung von Mittelwohnungen wird damit f ast v o l l st ä n d i g ausgeschaltet. Eine noch nachhaltigere Einschränkung des Wohnungsbaues in Hessen wird durch die Tatsache bedingt, daß infolge der durch die Reichsnotverordnung vom 1. Dezember 1930 eingetrele- nen Kürzung des für den Wohnungsbau zu verwendende^ Anteils an der Hauszinssteuer (Sondergebäudesteuer) auf 50 v. H. der für 1930 vorgesehenen Mittel für das Land Hessen nür noch ein Betrag von 5 Millionen Mark verfügbar bleibt, der unter Aufrechnung aller Rückflüsse und nach Abzug der zur Verzinsung und Tilgung von Anleihemitteln für den Wohnungsbau in den Städten und Landgemeinden auf rund eine Million Reichsmark für die Gewährung der einfachen Baudarlehen ohne Zusahdarlehen gemindert wird. Aus den neuen Bestimmungen, die gegenüber den in früheren 2ahren maßgebenden Vorschriften in einzelnen Punkten wesenklichc 'Zlbänbcrungen erfahren haben, sei deshalb folgendes hervorgehoben: Die verfügbaren Mittel werden nur für Bau- darlehen verwendet. Die nach den Reichs- grundsähen zulässige Gewährung von 3 i u 8 d u - schüssen hieraus bleibt vorerst ausgesetzt. Die Mieten der geplanten Kleinwohnungen sollen zwischen 20 und 40 Mark im Monat liegen. Die Anlage von zentralen Gemeinschaftseinrichtungen (Heizung, Warmwasserbereitung, Bad usw.) ist nur zulässig, wenn die Lasten der Mieter dadurch nicht höher werden. Die Kosten für den Bauplatz, die Aufschließung und die Anliegerleistungen sollen 10 bis 12 v. H. der Gesamtherstellungskosten nicht überschreiten. Bei der Ausschreibung und Vergebung der Bauarbeiten dürfen auswärtige •Unternehmer und Lieferanten nicht ausgeschlossen werden. Der Bauherr hat nachzuweisen, daß er m i n- destens ein Viertel der Baukosten aus eigenen oder sonst langfristigen, geringverzinslichen Mitteln bestreiten kann und daß außerdem das erforderliche erste Hypothekdarlehen, sowie das sonstige Leihgeld sichergestellt ist. Die vaudarlehen werden als wertbeständige Hypothekdarlehen vom hessischen Staat bewilligt und durch die Hessische Landesbank ausgezahlt und verwaltet. Für den Schuldner läuft das Darlehen bis zu in 1. April 19 3 2 zinslos. Von diesem Tage ab wird zunächst der Z i n s s a tz auf 2 v. H. und der Tilgungssatz auf 1 v. H. festgesetzt. Das Darlehen kann bis zu 45 v. H. der Gesamtherstellungskosten einschließlich des Bodenwertes, jedoch nur durchschnittlich bis zu 3000 RM. je Wohnung gewährt werden. In besonderen Fällen kann ein Zusatzdarlehen bis zu 1000 RM. hinzukommen. Zur Sicherung des Baudarlehens und der Rückzahlungspflicht ist an dem Baugrundstück eine Hypothek aus den Namen der Hessischen Landesbank zu bestellen. Diese Hypothek muß in der Regel innerhalb 75 v. H. und bei Einfamilienhäusern für kinderreiche Familien, Schwerkriegs- bescyädigte, Schwertuberkulosekranke, sowie bei den von gemeinnützigen Wohnungsunternehmen errichteten Wohnungsbauten und bei gemeindeeigenen Bauten innerhalb 80 v. H. der Gesamtherstellungs- kosten zu liegen kommen. Der Baudarlehenshypothek dürfen in der Regel Hypotheken nur bis 35 v. H. der Gesamtherstellungskosten vorgehen. Wird diese Grenze überschritten, so ist das Baudarlehen durch die Gemeinde zu gewährleisten. Einzureichen sind Vaudarlehensanlräge mit den dafür vorgeschriebenen Fragebogen bei den Oberbürgermeistern bzw. Bürgermeistern der Städte unmittelbar und, soweit es sich um Bauten in den Landgemeinden handelt, bei dem zuständigen Strei samt durch Vermittlung der Bürgermeisterei. Im Gegensatz zu dem seitherigen Verfahren Haden die Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister der Städte die bei ihnen eingehenden Anträge nach vorausgegangener Prüfung dem Minister für Arbeit und Wirtschaft zur endgültigen Genehmigung vorzulegen, wie dies für die Kreisämter hinsichtlich der dort eingegangenen Baudarlehensanträge aus den Landgemeinden bisher vorgeschrieben 'war und auch weiter gilt. __ Die Auszahlung der Baudarlehen erfolgt dem Baufortschritt entsprechend in Teilbeträgen. Die letzte Rate wird erst ausgezahlt, wenn der Neubau innen und außen ordnungsmäßig her- gestellt und die behördlich geprüfte Baukostenabrechnung vorgeleat ist. Falls der Bauherr nicht binnen zwei Jahren seit Auszahlung der ersten Teilzahlung auf das Baudarlehen sämtliche Bauarbeiten einschließlich der Behandlung der Schauseiten ordnungsmäßig durchgeführt hat, verfällt der Rest des'Baudarlehens, und der Minister für Arbeit und Wirtschaft ist berechtigt, das Baudarlehen mit dreimonatiger Kündigungsfrist zu kündigen. In beschränktem Umfange können in dringlichen Fällen Darlehen für I n st a n d s e tz u n g unbrauchbar gewordener A l t w o h n u n g e n bis zum Höchst- betrage von 1500 RM. gegeben werden. Bei der Knappheit der im Jahre 1931 verfügbaren Mittel können nur d i e d r i n g e n d st e n B a u d a r l e h e n s a n t r ü g e berücksichtigt werden. Für Wohnungsbauten, die im Jahre 1930 oder früher begonnen wurden, werden keine Baudarlehen bewilligt. ferner die zweckmäßige Pflege, unter deren Maßnahmen als wichtigste die Sauberkeit zu nennen ist, dann die richtige Bekleidung und die Kräftigung der Muskulatur, um Haltungsfehler hintanzuhalten. Besondere Bedeutung gebührt der Zahnpflege, denn kariöse Zähne erleichtern den Zugang von krankmachenden Erregern und erlauben nicht die zweckmäßige Durcharbeitung der Rahrung. Zur Gesundheit des Kindes trägt es auch bei, wenn dem Kinde genügend Ruhe gelassen wird. Dazu gehört vor allem ausreichender Schlaf. Auch das Schulkind soll mindestens zwölf Stunden Rachtruhe haben. Alle diese Maßnahmen dienen zur Ertüchtigung des kindlichen Körpers und zur Abwehr gegen Erkrankungen, denn es ist nattirlich ausgeschlossen, daß man von den Kindern um jeden Preis die Bakterien fernhalten kann, die vor! Man könnte geradezu glauben, sie habe Sie erst informiert." Ein stechender Blick schoß zu Arsula hin. Wieder zuckte diese zusammen, und diesmal versagte sich Wigand die Antwort nicht. „Cs versteht sich von selbst", erklärte er sehr bestimmt, „baß mein Arteil auf eigenen Wahrnehmungen beruht. 2m übrigen erweist 2hnen 2hre Frau Gemahlin tatsächlich den allerbesten Dienst, wenn sie die wenig dankbare Rolle des Warners spielt. Falls Sie aber meinem Arteil nicht glauben* wollen — so gehen Sie zu einem andern Arzt. 2ch bin sicher, daß jeder gewissenhafte Kollege 2hnen nichts anderes sagen wird, als ich. — Doch damit hätte ich ja nun wohl meine Mission erfüllt?" Mit einer Verbeugung verabschiedete sich Wigand erst von Drenck, der noch immer finster abseits stand, und dann von Arsula. 2encr erwiderte nichts, in düstere Gedanken verloren, starrte er zum Fenster hinaus; Arsula aber schlug jetzt ihre Augen zu Wigand auf. Tränenfeucht schimmerte es darin; all der aufgerührte Schmerz, der sich dort in langen 2ahren angehäuft hatte, spiegelte sich darin, und zugleich leuchtete ein stummer Dank heraus. Day er da eben für sie, die todmatt Gehetzte, ein Wort der Verteidigung gegen den gefühllosen Angriff des eigenen Gatten gerichtet hatte, das hatte ihr wohl getan. Mit einer unwillkürlichen Bewegung streckte sie Wigand ihre Rechte entgegen. Wollte er sie nicht aufs Schwerste kränken, so konnte er ihr seine Hand nicht verweigern. Aber im selben Augenblick, in dem die er so oft geliebkost berührte, zuckte seine Hand zurück. Ganz blaß ward fein Gesicht, und zog sich wie in einem heftigen Schmerz zusammen, schnell ging er aus dem Zimmer. Arsula stand wie erstarrt. Was hatte das zu bedeuten? Warum fuhr Wigand bei ihrer Berührung so zurück. Doch da drehte sich ihr Mann zu ihr hin, er hatte nur gewartet, bis sich die Tür hinter Wigand geschlossen hatte, und mit bitterem Hohn sagte er nun: ..Da hast du ja erreicht, was du wolltest. Einen besseren Helfershelfer hättest du dir nicht wünschen können. — Aber nein!" Sein Ton schlug plötzlich in Trotz um. „And wenn ihr euch allesamt auf den Kops stellt — ich tue euch den Gefallen nicht! 2ch hab es satt! Wer weiß, wie lange mein lumpiges Leben noch dauert, ich will wenigstens noch was davon haben!" Mit aufgeregten Schritten durchmaß er das Zimmer; in seinen Mienen prägte sich die finstere Entschlossenheit eines Menschen aus, der nichts mehr zu verlieren hat. 2n höchster Angst krampfte sich Arsulas Herz zusammen, sie sah, die Stunde der Entscheidung war da. Flehend drang sie auf ihn ein. Fred, nicht so! Das heißt ja, mit dem Leben spielen!" „And wenn! — 2ch habe lange genug euch zu Gefallen gelebt, nun will ich nach meiner Fasson selig werden!" „And wenn dir wirklich an deinem Leben nichts mehr gelegen wäre — denk' an mich! 2ch habe doch wahrhaftig schon genug um dich getragen — soll es noch schlimmer werden? Stimm doch ein wenig Rücksicht auf mich, Fred — was hab' ich denn noch von meinem jammervolllen Leben?" „And was hab' ich davon?" Erregt trat'Drenck vor sie hin. ..Hast du danach schon mal gefragt? Was hab' ich von meinem verpfuschten Leben — und warum ist es verpfuscht? Bitte, denke gefälligst auch mal daran und nicht bloß immer an dich! — 2ch hab' es, weih Gott, lange genug, mit mir rumgetragen, aber nun muß es einmal heraus! Du zwingst mich ja dazu!" „Fred!" Kreidebleich starrte Arsula ihren Mann an. Hörte sie denn recht? 2eht warf er ihr, die ihm ihr ganzes Leben geopfert hatte, noch Egoismus vor — jetzt schleuderte er ihr für all das, das brutale Wort ins Gesicht: ..Du bist schuld darän, daß ich ein siecher, dem Tod verfallener Mann bin!" Rein, nein — das konnte nicht, das durfte ja nicht sein! And beschwörend streckte sie die Hände nach ihm aus: ..Fred!" ..Run ia — es ist doch so!" Mit sühlloser Offenheit stieß er es trotzig heraus; ihr entsetztes Gesicht reizte ihn, noch mehr zu sagen. „Warum die Wahrheit bemänteln? Am dich ist doch die ganze unselige Geschichte gekommen. Wenn du damals nicht —“ Ein Aufschrei Arsulas ließ ihn abbrechen. Er sah, wie sie sich mit der Hand zum Herzen fuhr und zurücktaumelte. Helfend tat er einen Schritt auf sie zu, aber in furchtbarer Erregung stieß sie seine Hand zurück. „So sprich es doch aus: Wenn ich. damals nicht alles angestiftet, dich nicht an mich gelockt hätte, so wäre es nicht zum Konflikt mit Wigand, nicht zum Duell gekommen — so wärest du heute noch ein kerngesunder Mann!" Einen Moment zauderte Drenck, dann sagte er mit finster zusammengezogenen Brauen -1 zum Teufel! — Warum sollte er nicht einmal seinem innersten Herzen Luft machen? Es war ja doch die reine Wahrheit: „2a, — so ist es allerdings! Wenn auch freilich nicht ganz so kraß, wie du es eben machst, aber —" „Das tut ja nichts! Auf Kleinigkeiten kommt's hier nicht an!“ Mit furchtbarer Bitterkeit entrang es sich Arsula; fast tonlos war ihre Stimme geworden. „Die Hauptsache ist und bleibt: ich bin schuld — ich allein! And nichts hab' ich es krank machen. Das Kind muß in den Stand gesetzt werden, sich richtig zu wehren. Don speziellen wichtigen Erkrankungen seien genannt die englische Krankheit, die Erkältungskrankheiten, die Tuberkulose. Die englische Krankheit wird vor allem dadurch verhütet, daß man auf das Kind die Altraviolettstrahlen der Sonne einwirken läßt. Leider haben wir in Deutschland im Winter wenig Altraviolett, so daß wir nicht in der Lage sind, die verhütenden Sonnenbäder dem Kinhe zu verabfolgen. An deren Stelle kommt dann die künstliche Höhensonne in Frage, aber auch eine Reihe von Medikamenten, welche einen chemischen Stoff enthalten, der sowohl der englischen Krankheit vorbeugt, als sie auch sehr schnell heilt. Diese Substanz ist vor allem im Lebertran enthalten, der schon vom dritten bis vierten Monat an teelöffelweise gegeben werden kann, dann aber auch in anderen, von der Apotheke zu beziehenden Präparaten, wie dem Vigantol. Auch vor Tuberkulose lassen sich die Kinder bis zu einem gewissen Grade schützen, wenn sie im Säuglingsalter nur abgekochte Milch zu trinken bekommen und wenn sie nicht in Berührung mit Tuberkelbazillen aushustenden Menschen gelangen. Wer mit dem Kinde spielt, es küßt usw., muß sich der Verantwortung bewußt Jein, die mit jeder Berührung mit dem Kinde 'Detfrunben ist. Die Eltern haben die Aufgabe, ihr Kind nicht mit Verwandten oder Hausgenossen zusammenzubringen, die Verdacht auf Tuberkulose erwecken. Was .für die Tuberkulose gilt, gilt auch für die anderen Infektionskrankheiten. .So wird die Lungenentzündung beim Kinde gewöhnlich dadurch hervorgerufen, daß ein katarrhalisch erkrankter Erwachsener das Kind ansteckt. 2nwie- toeit den Schuhimpsungsmahnahmen gegen Scharlach und Diphtherie ein grundlegender Erfolg beschieden sein wird, ist heute noch nicht abzusehen. Der Pockenimpfung ist es ja bekanntlich gelungen, die Blattern beim Kinde zu verhüten. Ansere Schutzmaßnahmen dürfen sich aber nicht nur darin erschöpfen, Krankheiten überhaupt zu verhüten, was nattirlich ein nicht erreichbares 2deal darstellt, sondern sofort bei Beginn einer Erkrankung Maßnahmen zu treffen, um schwere Grade der Erkrankungen und Komplikationen auszuschalten. Am das zu bewirken, muh die Beobachtung der Mutter und Pflegenden geschärft werden, damit sie sofort erkennen, daß sich ein Kind nicht wohl fühlt, und daß sie dann die Ausgabe haben, das Kind möglichst zu isolieren, die Temperatur zu messen und den Arzt zu rufen. Bei einem derartigen Vorgehen wird eine viel größere Anzahl von Kinderkrankheiten leichter und ohne Komplikationen verlaufen, als bisher. Oer Verkehrsunfall bei Lich. Heber den tragischen Anglücksfall am Öfter* Montagabend auf der Landstraße Lich—Rieder- Bessingen erfahren wir in Ergänzung unseres gestrigen Berichts noch folgendes: Die alsbald nach dem Anglücksfall eingeleiteten Feststellungen der Landeskriminalpolizeistelle Gießen haben ergeben, daß bei dem folgenschweren Zusammenstoß zwischen dem Viehauto und dem Motorrad tödlich verunglückte 22 2ahre alte Maurer Karl Stengler aus Lich noch am Abend, nachdem er vorher mehrere Wirtschaften in Lich besucht hatte, mit seinem Motorrad nach Rieder-Bessingen fahren wollte. Auf dieser Fahrt traf er in Lich den Arbeiter Heinrich Ludwig von dort, den er zum Mitfahren einlud. Rach den Bekundungen eines zwischen Lich und Rieder-Bessingen hinter dem Motorrad fahrenden Autoführers aus Lich fuhr Stengler mit seiner unbeleuchteten Maschine im Zickzack die Landstraße entlang, so daß dieser Autofahrer sich wiederholt zu Warnungssignalen veranlaßt sah, die Stengler dann auch bewogen, nach der Seite auszuweichen und diesem Auto den Weg freizugeben. 2n der Kurve unmittelbar vor Rieder-Bessingen kam den Motorradlern getan, diese Schuld wieder gutzumachen — nichts, nichts! O du barmherziger Gott!" 2m Aebermaß ihres Schmerzes versagte ihr die Stimme, ihr ganzer Körper- flog in einem unterdrückten Schluchzen, und, die Hände vors Gesicht schlagend, stürzte sie ins Rebenzimmer. Einen Augenblick blieb Drenck mit gefurchter Stirn auf seinem Platze stehen. Dann entschloß er sich, ihr nachzugehen. Aber als er auf die Klinge der Tür drückte, die sie hinter sich zugeworfen hatte, merkte er, sie hatte sich ein* geschloffen. Run, auch gut! So war ihr eben nicht zu helfen. Sich immer mehr in seinen brutalen Trotz hi nein steigernd, zog Drenck gelassen seinen Aeber- zieher an, nahm Hut und Stock und verließ das Zimmer. Wenn er wiederkam, würde sich ihre Aufregung wohl wieder gelegt haben. 15. Kapitel. Zum erstenmal, seitdem Wigand das Sana* torium „Au Chatelard" leitete, war es heute vorgekommen, daß er die Aachmittagssprechstunds und Behandlung nicht persönlich wahrnahm, sondern seinen Assistenten damit betraute. Er fei doch reichlich abgespannt, hatte er dem jungen Kollegen gesagt, und müsse sich mal wieder die Lungen frisch aufpumpen. Er wolle daher heute nachmittag ein paar Stunden in den Bergen Herumlaufen. Das hatte Wigand denn auch getan, und langsamen Schrittes kam er jetzt in der Dämmerung zurück. Bald würde er wieder daheim sein, aber den wirklichen Zweck seines Herumstreifens hatte er nicht erreicht. Richt die körperliche Abspannung war es ja gewesen, die ihn aus dem Hause getrieben hatte, nein — seine Ruhe wollte er wiedergewinnen, die er verloren hatte heute morgen bei jener Begegnung mit Drencks — Ruhe und Gewißheit! Wenn das beides freilich sich vereinen ließ! 2n jenem Augenblick des Abschieds, wo Arsulas Hand ihn berührt hatte — wieder berührt zum ersten Male seit langen 2ahren, seit jenen Tagen des Anheils und der Trennung! Die plötzliche Erkenntnis, daß all der Haß, die Verachtung, die er gegen Arsula zu empfinden glaubte, nur Selbsttäuschung gewesen war, daß er im tiefsten Grunde seiner Seele Arsula noch immer liebte — trotz allem, ja nun, wo sie ihm verloren war, nur noch leidenschaftlicher, noch inniger. Trat sie ihm doch jetzt in einer ganz neuen Eigenschaft entgegen: als die leidende Frau, die mit rührender Geduld die Launen eines kranken Mannes ertrug, der den Schah nicht zu würdigen wußte, den er an ihr besaß, der den Reiz ihrer leidverklärten Anmut längst nicht mehr empfand. ^Fortsetzung folgt.) itzumachen - nichts, Sott!" merze« vertagte wr örtxr- tlog in tinm nb, die Hände vor» : inS Icbenzinnncr. Srenck mit gefurchter ehm. Sann entWt' tlber als er aus Je c sie hinter stch fit hatte sich m- °ehrer,^ DK Miet £?tQnf. Men'^von D't in LAnne ’ 0 Ä ^[Qnb nd^ p jDit r,i^( An s«w X M öir®nemS ^e. alss>°ht der «ff d°- L^° vom Ä n£9Cbcntt "deren, tr A.icht'e inbt wLr "'n br itPn V M för ,C1L .vo fc'rt k getvöhMj, tzg, l katarrhalisch n. ? ""steckt. 3nÄ. ^fe" gegen Schar, "legender Erfolg : nicht <-bzr> »Sja bekanntlich R«bt iu verhüten, ttkn sich abtt nicht uMw iu nicht erreichbarer bei Beginn einer trcssen um sch^ Implikationen aus- en. muh die 2evb- lislezenden gelchär'l ennvr, daß sich ein ,dah sie dann die vgtichsi zu isolieren, ) den Arzt zu rufen, hen wird eine viel nrankheiten leichter Men, als bisher. II bei Lich. lüiksfall am Oster« rahe Lich-Äiedcr- Ergänzung un'nc» indes: Die alsbald iteten Feststellungen e Gießen haben er- )lgenschtverrn Zu- Liehautv und dem ite 22 Jahre alte : aus Lich noch am nehrere Wictschalten inen, Motorrad nach lte. Aus dieser Fahr: iHeinrichLud. Mähren einhft. 1 zwischen Lich und . Motorrad fahren- chr Tten gl er iri: line im Zickzack d: 5 dieser Autofahrer gssignalen veranlas" lüd) bewogen, naai d diesem Auto den jturt-c unmittelbar den Motorradlern . jhr M nicht »" seinen brutalen Lwv lassen scmenKebcr -tock und b°s am, würde sich egt haben- ■eL 3Ä*J* NN ^°L Men yf* E Ab' cht ilAn aus den' >r” Kz ' 8 k' HM Jahren- seit lange" 2rcn, ssö^S * "g^ dann das Vrehtransportauto des Händlers Horn aus Ober-Hörgern entgegen, das von dem Hohne HornS geführt wurde, der anscheinend auch nicht ganz nüchtern war und in seiner Begleitung zwei junge Leute aus Ober-Hörgern in dem Auto hatte. Dieser Kraftwagen kam mit einer Ladung Dich von üuedborn und sollte nach Griedel und Butzbach fahren. Einer der Autoinsassen bekundete, Stengler sei mit seinem Motorrad auf der in der Fahrtrichtung ; des Autos gelegenen rechten Straßenseite. nach der Fahrtrichtung des Motorradlers also links, mithin auf der verkehrten Seite gefahren. Kurz vor dem herankommenden Transportauto habe Etcnglcr versucht, die Landstraße noch zu überqueren, um auf die vorschriftsmäßige Straßenseite zu gelangen. Dabei sei er zu dicht an das ' Auto herangekommen, so daß dann der Zusammenstoß erfolgte. Die Polizeibehörde schließt aus der Lage der beiden Leichen und des Motorrades aber auch, daß der Führer deS DiehautoS die Kurve scharf geschnitten und dadurch zu dem Zusammenstoß beigetragen hat. Der Autvführcr Horn selbst, der etwa 100 Meter nach dein Vorfall kurz hielt, das Schutzblech vom Aad- reifen hochbog, und dann weiterfuhr, ohne sich ! um die Derunglüdten zu bekümmern, konnte in der Aacht zum Dienstag zu einer klaren Schilderung des Sachverhalts nicht gebracht werden. Cr wurde gestern nachmittag aus der Haft rm Licher AmtSgerichtsgesängnis zur richterlichen Vernehmung vorgeführt und gestern abend wieder auf freien Fuß gesetzt, da Verdunkelungsgefahr nicht mehr vorlicgt und auch Fluchtverdacht nicht besteht. Aach dem erforderlichen gerichtsärztlichen Befund der Leichen wurden diese gestern i zur Bestattung freigegeben. An dem Transportauto wurde bei dem Zusammenprall der linke Kotflügel völlig cingedrüdt. außerdem entstand am Vorderbau des Wagens weiterer Schaden, dessen Ausmaß einen Anhaltspunkt gibt für die ; Wucht deS Zusammenpralls Das Motorrad ; wurde am Dorderbau ebenfalls stark mitgenommen. Beide Fahrzeuge wurden nach den behörd- I lechen Feststellungen freigegcben. Bornotizen. — Tagcskalendcr für Mittwoch. Stadttheater: „Viktoria und ihr Husar" von 19.30 bis 22.30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhof- i strahe: „Ihre Majestät die Liebe". Aus dem Stadttheaterbureau । wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr (im Mittwoch-Abonnement) und morgen, Donnerstag, 19.30 Uhr, im Dienstag-Abonnement. Gastspiel der Vereinigten Operettentheater Bochum-Ham- I l>orn. Zur Aufführung gelangt die Operette »Viktoria und ihr Husar", Musik von Paul Abraham, mit einem Personal von 70 Personen. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß diese beiden Gastspiele die letzten Operettenvor- । Stellungen dieser Spielzeit sind. Opcrettenpreisc. Am Freitag, 10. April, Gastspiel von Auguste , Prasch-Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger i LandcStheatcrs, in der Erstaufführung des breiartigen Lustspiels: „Die Welt, in der man sich langweilt", von Edmund Pailleron; Spielleitung I Peter Fassott. — D i c Stabs musik der Heilsarmee | aus Berlin veranstaltet am nächsten Freitagabend in der Aula des llniversitätsgebäudes ein geistliches Moniert. Die Veranstaltung sei zum Besuche bestens empfohlen. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. Leutnant z. S. Wittich über die Miltelmeersahrt der deutschen Linienschiffe. Im Kreise der Mitglieder des hiesigen Vereins | für Bewegungsspiele und des M arine« I Vereins hielt gestern abend im Eaf6 Ebel Lcut- [ nant 3. c. Wittich vom Linienschiff „Hessen" einen i Vortrag über die Mittelmeerreise der deutschen Li i nienschiffe, über die wir s. Z. in Reiseberichten aus I Wittichs Feder unsere Leser informierten Der Redner | führte im Geiste seine Zuhörer erst nad) fticl, erzählte I von den mannigfachen Vorbereitungen, die für eine I längere Ausreise an Bord eines Kriegsschiffs ge- I troffen werden müssen, und von dem Leben und I Treiben auf dem Schisse selbst. An Hand von Bil- I Gern vermittelte cr einen Eindruck von den Großen- ■ v.rhältnissen des Schisses: man hatte Gelegenheit, ■ die Mannschaften bei der Arbeit zu sehen, und cr I libtc dann die Ausreise mit, die durch den Kaiscr- I Wilhelm-Kanal in die Nordsee führte. Durd; den ■ Acrmelkanal, durch den Golf von Biseaya, der durd) I feine Stürme bekannt ist und den Schiffen fdjroer I zu schaffen macht (einige Sturzseen über Bord I waren in prächtigen, künstlerisch gesehenen Bildern I s.stgchaltcn), um Eap Finisterre und Durd) die Meerenge von Gibraltar führte die Reise. In 211b conte, einem spanischen Hafensradtchey, wohnte die Mannschaft einem Stierkampf bei, den der Redner in anschaulicher Form zu schildern wußte. Die weitere Reise führte nach dem Golf von Neapel, nach Sizilien: Palermo, Syrakus, Taormina wurden besucht, schließlich liefen die Schiffe Venedig an. In Bildern lernten die Zuhörer die Schönheiten der Lagunenstadt kennen, und auch hier wußte der Redner viel Wisfenswertes zu erzählen. Die Rück reife führte die Linienschiffe nod) "Dor die Instl Korfu, und schließlich kehrte man im Geiste mit den Schissen nach Kiel zurück. Mit einem kernigen, von tiefer Heimatliche erfüllten Spruch beschloß der Vortragende seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Eine lange Reihe, zum großen Teil felbft vorn Redner angenommener Bilder gab dem Vortrag em besonderes Gepräge. Der Rest des Abends war der Geselligkeit gewidmet, die durch Darbietungen prächtigen Secmannshumors ihre eigene Note erhielt. Die Mannschaft des Linienschiffs „Helfen“ dürfte sich in Gießen wiederum, wie früher, «ehr wohlgefuhlt haben. Der Führer und die Matrosen gaben ihrer Freude über die gastliche Aufnahme unverhohlen Ausdruck, und sic werden sich sicherlich noch lange an die in Gießen verlebten schonen Stunden erinnern. •• Kreisausschußsitzung fällt aus. Die öffentliche Kreisausschuß sihung, die für Samstag, 11. April, anberaumt war und in der der Einspruch gegen die Bürgermeisterwahl in Holzheim verhandelt werden sollte, fällt aus. •• Personalien. Verseht wurde der Amtsvorstand des Forstamts Bingenheim, Forstmeister Georg Eckert, wegen Aushebung des Forstamts Bingenheim vom 1. April ab in gleicher Dienst- eigenschaft in das Forstamt Lengfeld. - 3n den Ruhestand verseht wurde der Dermessungsober- Inspektor Friedrich Fuchs zu Alsfeld auf sein Aachsuchen mit Wirkung vorn 1. Juli ab. Ernannt wurde der Hilfsamtsgehilfe beim Pathologischen Institut der Landesuniversität Gießen Ludwig Veite zum Institutsgehilscn beim gleichen Institut mit Wirkung vom 1. März ab. ** Seinen schweren Verletzungen erlegen. Der 4öjäf)rigc Arbeiter Karl N a u aus Weickartshain, der — wie gestern berichtet — am Samstagnachmittag bei der Arbeit in der Eiscnstein- grube bei Atzenhain von Erdmassen verschüttet wurde, ist gestern abend in der Chirurgischen Klinik leider seinen jd)weren inneren Verletzungen erlegen. *• Studierende der Pädagogik werden nur nod) in Main z angenommen. Die hessische Regierung hat die Verfügung erlassen, daß neue Immatrikulationen sür Studierende der Pädagogik für das kommende Semester nur nod) an dem Pädagogischen Institut in Mainz angenommen werden. Die am Pädagogischen Institut Darmstadt Studierenden verbleiben bis zum Ende ihres Studiums in Darmstadt. Oderheffen. Landkreis Wieweil. d. Heuchelheim, 7. April. Am Donnerstag wurde unser neuer Bürgermeister Rinn durch Regierungsrat Dr. Braun als Vertreter des Kreisamtes Gießen in fein Amt eingeführt und vereidigt. Regierungsrat Dr. Braun hob in einer Ansprache die Schwierigkeiten der zu lösenden Ausgaben, die sich durch die Rotzeit ergeben haben, hervor und betonte, daß ein ganzer Mann erforderlich sei, der unbeirrt seinen Weg gehen müsse, wenn er seinem Amte gerecht werden wolle. Der neugewählte Bürgermeister Rinn erklärte, daß er lich der Schwierigkeiten bewußt sei, er werde aber alles ausbieten, um das Vertrauen aller Gerncindemit- glicbcr zu erwerben Sodann leistete er den vorgeschriebenen Diensteid. Die Gemeinderatsmitglieder O. Kreiling (SPD.) und L. SackVll. (Bürgerl. Frakt.) gaben der Hoffnung auf gedeihliches Zusammenarbeiten mit dem Bürgermeister Ausdrud. — Für den 12. April steht nunmehr auch die Beigeordnetenwahl bevor. Die bürgerliche Liste bringt hierfür das Gemeinderatsmitglied Ludwig Sack VII. in Vorschlag. Für die Liste der Sozialdemokratischen Partei kandidiert Installationsmstr. A Schmidt. x Altcn - Duscck, 7. April. Am ersten Öfter- seiertag veranstaltete der M a n d 0 1 i n c n k 1 u b ..Frisch aus" einen Konzertabend, den man als einen schönen Erfolg des noch jungen Vereins bezeichnen darf. Musikvorträge unter Leitung des Dirigenten L.Schreiner wechselten ab mit Darbietungen eines Gesangsauartctts. die sämtlich von den zahlreichen Besuchern wohlverdienten Beifall ernteten. Im zweiten Teile des Abends brachte Fräulein Emmi Benner (Atten-Duscck) einige Lieder mit Gitarrebegleitung schön zum Vortrag. Mit zwei flott ausaeführten luftigen Theaterstüdchen sand das reichhaltige Programm seinen Abschluß. Mrcie Friedberg. WSR. Friedberg. 7. April Am ersten Osterseicrtag wurde das zehnjährige Söhnchen des Eisenbahnbeamten Gröninger in Ober-Wöllstadt von einem Auto erfaßt und überfahren. Trotz sofortiger Operation im hiesigen Bürgcrholpital ist das bedauernswerte Kind an den schweren inneren Verletzungen, die es bei dem Unfall erlitten hatte, gestorben. <£ Bad - Nauhcim, 6. April. In seltener geistiger und körperlicher Irische feierte Amts- gcrichtsdircklor i. R. Dr. Fuhr seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, der sich seit feiner Ruhe standsversetzung der Anwaltstätigkcit widmet, erfreut sich als Jurist wegen seines Gerechtigkeits- empfindens größter Wertschätzung. Er machte sich über feine berufliche Tätigkeit hinaus aud> Im öffentlichen Leben der Stadt sehr verdient. Er ist heute noch Vorsitzender der hiesigen Abteilung der Deutschen Kolontalgcscllschast. Dem Jubilar gingen zahlreiche Glückwünsche aus allen Bevölkerungskreisen zu. u. a. auch ein Glückwunschtelegramm des Gießener Oberbürgermeisters Dr. Keller, der mitteilte, daß die Stabt Gießen die Verdienste Dr. Fuhrs um die Schaffung des Gießener Volksbades durch Anbringung eines Bildes des Jubilars im Volksdad ehren werde. Amtsgerichtsdirektor i. R. Dr. Fu hr war früher viele Jahre in Gießen in Amtstätigkeit. Srieffaften der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Sdjnftleitung.) C. 140. ’-Uad) § 6 Absatz 3 des Einkommensteuer gesetzes unterliegen Lotteriegewinne nicht der Ein Fommenfteuer. Wirtschaft. * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktie.iinder (1924 26 100) stellt sich für die Woche vom 30. März dis 4. April auf 92,8, gegenüber 91,8 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 89,1 (87.3), Gruppe verarbeitende Industrie auf 82,3 (81,5) und Gruppe Handel und Verkehr auf 114.5 (113,6). Für den Durchschnitt des Monats März 1931 ist der Index mit 91.1 gegenüber 85,6 im Durchschnitt Februar 1931 ermittelt, und zwar in der Gruvpe Bergbau und Schwerindustrie 86,2 (79,0), in der Gruppe verarbeitende Industrie 81,0 (75,6), und Gruppe Handel und Verkehr 113,0 (108,7). ' I.-G.- Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M. Wie WTB.-Handelsdienst auf Anfrage von der Verwaltung der I.-G.-Farben- inbuftric erfährt, sind sämtliche im Umlauf befindlichen Gerüchte über die voraussichtliche Dividende verfrüht. Die Bilanzfiyung des Aufsichtsrates findet am 2. Mai statt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 8. April. Tendenz: unsicher. Die Unsid)crheit Hinsichtlid) der Dividende der J.-G. Farbenindustric bewirkte aud) zu Beginn der heutigen Börse eine stärkere Zurückhaltung der Speku lation. Die Grundstimmung war jcdod) nicht u n f r e u n b l i d), doch bestand allgemein eine gc wisse Unsicherheit. Da auch der Ordereingang von außen her stark nachgelassen hat tind die gestrige 'Jlcui)orfcr Börse wiederum in schwächerer Haltung schloß, bewegte sich die Umsatztätigkeit in sehr engen Grenzen. Die ersten Notierungen lagen zum Teil etwas freundlicher, nachdem schon vorbörslid) höhere Kurse genannt worden waren. Später machte sich bei der Spekulation wieder Abgabe ncigung bemerkbar, und die Kurse konnten fid) nicht mehr ganz behaupten. Einige Anregung bot die über- raschend feste Haltung des Kalimarktes, an dem sogar kleine Kundenorders zur Ausführung gekom- men fein sollen. Salzdetfurth eröffneten 5,5 v. H- und Aschersleben 1 v. Sy fester. Durd) feste Haltung fielen nod) am Bankenmarkt Neue Reichsbank mit plus 4 0. H auf. Im übrigen war die Kursgestal tung gegenüber der gestrigen Abendbörfe uneinheitlich. Aefter eröffneten erneut Süddeutsche Zucker, Aku, Bemberg, Karstadt, Deutsche Linoleum^ Bauunternehmungen bei Besserungen bis 2,25 d. Sy Stärker abgeschwächt lagen von variablen Papieren Iunghans, die nad) der gestrigen Steigerung 3,5 u. Sy einbüßten. Der Ehemiemarkt lag im ganzen etwa behauptet. Von Elektrowerten setzten AEG. 0,75 v. H- fester ein, während Licht & Kraft und Elektrische Lieferungen bis 1,75 v. Sy nachgaben. Siemens lagen behauptet. Am Montanmarkt lagen Rheinische Braunkohlen minus 7,75 v. Sy mehr gedrückt, Phönix plus 4,75 u. Sy Aon sonstigen Ter- minroerten gewannen Bayrische Hypothekenbank 1 v. Sy Der Anleihemarkt lag sehr still und ohne Veränderung. Am Pfandbriefmarkt blieben Städte bcsitzanleihe weiter gesucht. Auch nad) Industrieobligationen bestand noch Nachfrage. Reichssd)uld- budjforbcrunqcn unverändert. Im weiteren Verlaufe der Börse machte fid) von feiten der Arbitrage verstärktes Interesse für AEG. bemerkbar, bie erneut 1,5 u. Sy anzogen, während die übrige Börse unverändert blieb und uneinheitlich lag. Scheide anstatt gaben bis 1 0. Sy nach. Das GesdM war nad) wie vor gering. Am Geldmarkt machte fid) eine weitere Erleichterung bemerkbar, fo daß der Satz für Tagcsgcld erneut ermäßigt wurde. Tagesgcld stellte fid) auf 4 0. Sy, Monatsgeld auf 5,25 bis 5,5 v. Sy Am Devisenjnarit zeigte die Mark wieder eine Befestigung. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1985, gegen Pfund 20,4025. Aon Valuten lagen Paris und Mailand schwächer, London international fest. London gegen Reuyork 4,8523, gegen Paris 12,423, gegen Mailand 92,8250, gegen Madrid 44,10, gegen Schweiz 25,2375, gegen Holland 12,1190. Berliner Börse. Berlin. 8. April. Aach einem unsicheren und fast geschäktslofen Vormittag machten lich schon vorbörslich leichte Anzeichen einer Besserung bemerkbar, und die Tendenz war zu Beginn de« offiziellen Verkehrs wieder freundlich. Obwohl die Kursgestaltung lehr uneinheitlich war, konnte man gegen die schwachen Frankfurter Abendkurse leichte Erholungen seststellen. Trotzdem wiesen viele 1- bis 2prozcntige Abschwächungen gegen gestern Mittagschluß auf, denen wiederum Besserungen bis 1 Prozent, vereinzelt 2 Prozent, gc- genüberstanden. Die Festigkeit der Rentenmärkte gab der Börse eine kräftige Stühe. Verkaufs- orders waren nur in geringem Umfange vorhanden. Man konnte aber auch wieder Rückkäufe der Arbitrage und Deckungen der Spekulation, die gestern Blanloabgaben vorgenommen hatte, bemerken. Die wahrscheinliche Verschiebung der Besprechungen der Minister in London und die gestrige sd)wack;e Reuyorker Börse blieben ohne Einfluß. Dagegen bewirkten etwas bessere Mitteilungen aus der Tertil-, Draht- und Stabeisen-In- dustrie an den betreffenden Märkten Anregung Am Farbenmartt konnte man kaum Interesse des Rheinlandes seststellen. trotz aller anders lautenden Rachrichten glaubt man an der Börse doch, daß die Dividende bei I.-G.-Farben 12 Prozent brutto betragen wird. Ehade und Svenska lagen je 3 Mk.. Berger. Iunghans. Thüringer Gas, Bemberg unö Polyphon 2 bis 3 Prozent niedriger Kaliwerte wieder bis 2,5 Prozent fester. Auch Holzmann. Hackethal und Reue Reichsbauk- anteile bis 2,5 Prozent anziehend. Earotti gingen infolge der Meldung einer wahrscheinlichen drei- bis vierprozentigen Dividendereduktion bei einem Umsatz von 8 Millionen 8.5 Prozent zurück. Deutsche Anleihen nicht ganz einheitlich. Bon Ausländern besserten sich Bosnier Eisenbahnen um 1 Prozent Re chsschuldbuchsorderungen weiter fest. Tagcsgcld war mit 5,5 bis 7,5 Prozent etwas leichter. Monatsgeld unverändert 5.5 bis 7 Prozent. Warenwechsel etwa 5,1 Prozent. Im Verlaufe schritt die Spekulation zunächst weiter zu Deckungen, später wurde cs aber nach Erledigung der cingcgangcncn Orders wieder ruhiger, und die Börse nahm Realisationen vor, so daß die sührenden Werte zum Teil 1 bis 2 Prozent gegen Anfang verloren. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 8. April. Es wurden notiert: Weizen 305: Roggen 212 bis 214; Braugerste 235 bis 210; inländischer Hafer 192.50 dis 195; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 43.75 bis 44.75; Roggenmchl 29 bis 33.75; Weizcnkleie 11,60 bis 11,75; Roggenkleie 12,75 Mk. Tendenz: befestigt. Tchweinetnarkt in Lich. L i ch, 7. April. Aus dem heutigen Schweine m a r 11 in unserer Stabt standen 866 Ferkel zum Verkauf. Der Geschäftsverlauf war gut, der Markt hinterließ jedoch geringen Ueberftanö. Man bezahlte für Ferkel bis zu 6 Wochen alt 18 bis 20 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 21 bis 25 Mark, 8 bis 10 Wo chen alt 26 bis 28 Mark. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befd)losjenen Dividende an. — Reichsbanldiskvnt 5 d. Sy, Lombardzinsfuß 6 0.3). firantturl a. Ul. Berlin e% Seutime -ictchlanlrihe vor 1327 .......... — •— 85 ; Tcul,Lk Siel-»au!eihe von 1929 .......... tcuifto «ii!..HbliiL£d)U16 mit 100,5 — 100,5 — tiu»lof.-9itdlen....... 58.65 — 58.75 59 ! trtfll. olme 2l:iflo1..Sed)te . . -% Hctl. SolfiftMi Don 19» 6.4 6,4 6,35 6.3 irüthüfcb. 102%)...... Cbcrbcfkn Prvvinj»Anlrlh« mH 94,5 — 94,5 — eiu«:ol^9icdil£n...... i tcuifdrc Ävmm. Gammt'.abL 56 — — — Stnlcibe Gerte 1 .... 1% itrontl. Hov.-Bar.t Goldvle XIII untünbbar bi) 1934 . . . ;% Rrontl. vvP -Ba:U Ooltpfe 58 101,75 58,25 — — — 95.9 1 4U% 9jbel"nttd>e "0DP.-San! 93,5 __ p; Pl. £an6elpfanblricfanDali, «fanbbriele-Jl.lt - - 100.5 — 100.5 f% Pr £an6eepianD6rL'fanflall. ßomnMCbL 9L JO. . . - ;% Pr. £anbe»i* antbricfanaall. Vfanhfcrtcfr R H — — — — 96,5 _ 96.5 e.e.Ol ab«. ¥onnee4-€bli8atiD- 4% Cefterretdjtldie Oclttente . . 23,25 — 23,5 4.20% Ccflcrrtlcbttdie GLTjcrrenie <% CciicntiditiSf «nhetMchr — 2.5 Rente — — — <% UngortILe fflotorente .... 19.1 — 19.25 19,25 4% Ungartfcbe GuatircnteD. 1910 dft. lu —— 139 140.75 139 “ld)t und .Iran......i" 123,25 128 128 128 Retten & yutüeaunie . . . 'H oJelcUftfiaft tüi Cletir.ltfje 94 — 94 5 132,5 93.75 132 Unternehmungen .... V 1325 — ^ambuigct Ctet;rijitdt4-Sette 1* iib. iniid>e Gtelirijüdt .... £ — — — . 124 —— -— 124,75 kchielliche (äettrijüät. ... 10 — £d.udeit & tlo.......li 140 141.4 141 etemen» & Hal-le.....16 186 186 167,25 187.75 IranitaDto .........S — — Vdbmruei S Co...... IC 129 _ Buverul........ . 5 — 58 57.9 Leuvche Grlil ....... 6 76.5 —— 76.9 77.65 Gi'tncc Cteinkohle ...... 8 •— (jdfenfir<6enct.......t 85 —- 85.75 85.i 5 Harken er ........ 0 76,5 r— 77.5 78.5 Hocjch Eilen........8S — — 74 25 '74.5 Ine Bergbau ....... 10 — — 202 201 Rlötfncrrocttc - ...... 73,5 — 73.25 73.25 ......................'< — — 81.25 81.5 Sjffnntimann-fiöbtew • . • . ' 83 — 83,75 83,25 «an-telber Bergbau .... 7 — - 33,25 36 Cberidjlei CiienteMif .... 6 — — —— — Lberfchlet. üo'erverte .... 7 — — 82,5 82,75 Pböntk Bergbau . • . 6V; Rbetnt'che Lraurtloh^» . . 1< 64,25 65 186 64.13 187.75 63,75 186.5 SMr.fuSl ........ 6 89 68 "5 89 89.4 Stiebee 91 ote»...... 4.184 4 204 O."lg::die Noten........ 58.16 58.40 24niid>e Noten ....... 111.98 112.42 ttugüfdic No!en........ 20,363 20.443 ,"ir.injöfild>e Noten....... 16.402 16.462 Hollänbitche Noten ....... 167.83 168.51 £ltalteiitf? Noten....... 2.477 2.497 Sdiroeblfrtie Roten....... 112.06 112.50 Gd;roetier Rsteu........ 80.55 80.87 Evantjche Noten........ 46.26 46 44 Iidtedioiloisctiidi- Roten..... 12.387 12.447 Ungartidw Noteo ..... 72,97 73,27 Deoifenmarkk Beriin - Frankfurt a. TU. 7. «pnt tz. April Amtliche Notierung S»elb Nrtei Amtliche Selb Dotierung »riet 2Imtt.» ‘.Rott. 168.22 168.56 163.18 168.52 Burn-Airr' 1.458 1.462 1.458 1.462 BrS.-Slutio 58.33 58,45 58.32 58.44 VbrifnaKia. 112.27 112,49 112.23 112.45 Rot>enbca:n 112.25 112.47 112.19 112.41 emtfbolm • 112.33 112.55 112.23 112.50 HelirngkorZ Italien. . . 10.559 21.97 10,579 22.01 10.556 21.965 10,576 22.1.05 London. . . 29.389 20.429 20.38 20.42 Vleucorf . . 4.1965 4,2045 4.1945 4.2025 ‘ßon$ . . . 16,411 16.451 , 16,403 16.443 Schwei, . . 80.73 80.89 80.755 80.915 Svanrca • - 45.22 46.32 46.22 46.32 Japan . . . •Kto bc San- 2.073 2.077 2.072 2 076 0.314 0,316 0.300 0,302 Wien tn T - Cefu abgeit 59.01 59,13 58.975 59.095 Prag . . . 12.427 12.447 12.426 12.446 Belirad . . 7.373 7,387 7.369 7.383 Huoaörft . . 73.15 73.29 73,11 73.25 «ui arten . 3.041 3.047 3.042 3.043 Vtfiabon 18.84 18.88 18.84 18.88 Tcwüg - . . 81,525 81,685 81.50 81.66 »onfi nun. 1.784 1,789 1.784 1.789 Stbtn 5.438 5.443 5.44 5.45 Lanaca 4 '94 4.202 4.192 4.200 Uru uti). . 2.977 2.989 2.947 2.953 Tatro • ■ - 20,91 20.95 20,91 20,95 wissen sie schon schuhhaus neumeier sonnenstraße 20 A - r Berlin. 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