1^1 gurü4. 8esettt| ende 30 Uhr ibestel- >eten nsteigttung der stlichenLberförfierei tich 2. Jatmar, werden im geit: IW, nn: Tche'ühvß: Eiche 3. 18; Knüppel: Luche 15, PsosteiMge geschnitten) chte 32; Stocke: Kieser 2; n): Juche 50, Eiche 1200, abei gute ßorpellcn). m: Schnittholz: Kiejer 3, irche 2. kl. 4; Fichte 2. bis erholz: Eiche 2; Bauholz: tig) in kleinen Losen 50; ;; Fichte (1,55 lang) 6; 6, Men: Eiche 2 ft; 10 Uhr. Kreisstraße i; Langsdorf: Waldem« nholzversteigeruMN M n den 19. Januar: choler, mllichcs Brennholz). Ee« ichungEnde^erWoch^ Nr. 6 Erstes Blatt 181 Jahrgang Donnerstag, 8. Januar 1931 Eriche,n, lüyl'ch.emtz« Sonntags und Feiertag» Beilagen. Ott Illustriert, Gießener FamttienbläN« tzermai im Bild Die Schalle Dlonat$»Be$ng$Drets: 2.20 Reichsmark und 30 Rerchspsenntg für Träger» lohn, auch bet Richter» scheinen einzelnerRummern tnfolgr höherer Gewalt. Hernsvrechanfchlüste enterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen. postfcherttonto: $ra*!furt am Main 11686. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen VntS vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitülr-Vuch' vnd Ztetndruckeret S. Lange in Siehrn. Zchristleitung und Seschaftrstelle: §chu!lttahe7. Annahme van Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u, mehr. Chefredakteur: Dr Fnedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Fister, sämtlich in Gießen. Oer Fall Oustric. Sie Hingt wie ein Roman und ist doch Wirk- lichieit, die Geschichte dieses Mannes, der aus dem Dunkel des Kleinbürgertums emportauchte, um ganz kurze Zeit in den geschäftigen Kreisen der Pariser Börsenwelt eine blendende Rolle zu spielen, und der dann, weil er die eigene Sucht, die dominierende Stellung des Geldallmächtigen immer weiter auszudehnen, nicht zu meistern vermochte, ein jämmerliches Fiasko erlitt und nun hinter den Gitterstäben des Gefängnisses nachsinnen muh über die Vergänglichkeit irdischen Glanzes pnd irdischer Güter. Dreihunderttausend kleine französische Rentner fluchen ihm als dem, der sie an den Bettelstab brachte, sogar das Kabinett Tardieu ritz er mit hinab in seinen Sturz. Albert O u st r i c schuf sich nach dem Kriege auf kleinen Anfängen in Paris ein Bankgeschäft, das ihm die Bekanntschaft des Italieners G u a - lino einbrachte, eines milliardenschweren Mannes, der nach Paris gekommen war, um auch hier in Bank» und Börsenkreisen festen Fuß zu fassen. Gualino brauchte einen Agenten für Paris; Oustric wurde dieser Agent. So strömten ihm ganz plötzlich ungeheure Mittel zu, mit denen er arbeiten muhte. Er wurde e i n gesuchter Wann. Ce ne verdienten Millionen legte er überall an, wo er ein Geschäft witterte, kaufte Großhandels, innen, Bleichereien, Autogeschäfte, Schuhfabriken, Schneiderateliers, Hotels, Grundstückskornplexe, Erzgruben in Bolivien. Er gründete Gesellschaften, Trusts, alles mögliche. Aber auch seine gewaltige Arbeitskraft genügte allmählich nicht mehr, alles das zu bewältigen, was er auf sich nahm. Die Fäden entglitten ihm, hier und da entstanden Schwierigkeiten. Da zoa sich auch sein Geldgeber Gualino von ihm zurück. Und nun traten ernste Verlegenhei» t e n ein. Um ihrer Herr zu werden, griff Oustric zu verzweifelten Mitteln. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und durch Bestechung maßgebender Persönlichkeiten schaffte er sich Kredit e. Auch die Staatsbank, die Bank von Frankreich, veranlaßte er so zur Hergabe von über dreihundert Millionen. Er begann, mit bedenklichen Papieren zu arbeiten, die er künstlich in die Höhe trieb, um sie dann kleinen Sparern anzudrehen. Mit Hilfe von amtlichen Börsenmaklern ließ er Aktiennotierungen fälschen. Aber auch das so gewonnene Geld zerrann ihm unter । en Fingern. Eines Tages war der Krach da. Alles Geld, das man ihm anvertraut hatte, war restlos verloren. Oustric selbst wurde verhaftet. Und nun sucht man nach Schuldigen, denen man einen Teil der Verantwortung aufbürden kann. Und man findet sie in Massen. Hohe Staatsbeamte, Mitglie- der des Senats und der Kammer, Direktoren der Bank von Frankreich, Staatssekretäre, ja selbst Minister sind überführt worden, Gelder von Oustric genommen und ihm dafür zu Staatskrediten ver- holfen zu haben; oder aber sie haben beide Augen gegenüber feinen bedenklichen Börsengeschäften zugedrückt. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß ist eingesetzt worden. Vor ihm mußte Iustizminister P e r e t eingestehcn, daß er 137 000 Franken von Oustric erhielt. Unterstaatssekretär Vidal nahm von einem Zeitungsdirektor 20 000 Franken dafür, daß er diesen mit Oustric bekanntmachte. Senator B e s n a r b erhielt regelmäßige Monatszahlungen von Oustric, Remy, Unterdirektor der Bank von Frankreich, bezog von Oustric dauernde „Darlehen" und verhalf ihm dafür zur Diskontierung nicht ganz einwandfreier Wechsel. Und neben diesen und anderen Großen die unendliche Zahl von Kleinen, die die Hand offen hielten, wenn Oustric die Brieftasche zückte. Das Kabinett Tardieu mußte zurücktreten, weil nicht weniger als sieben seiner Mitglieder unheilbar kompromittiert waren. Wer weiß, was das Verfahren vor dem Untersuchungsausschuß, was die Anklage gegen Oustric noch sonst an Enthüllungen bringen wird, bevor man einen Schlußstrich unter die ganze Affäre ziehen kann. Oer Skandal greift weiter. Paris, 7. Ian. (TU.) Am Dienstag hat wieder ein von dem Oustric-Konzern kontrolliertes Unternehmen feinen Betrieb schließen müssen, nachdem der Direktor sowie einer der Verwaltungsbeamten auf Anordnung des Untersuchungsrichters verhaftet worden waren. Das Unternehmen, die „Gesellschaft für Elektrizität und öffentliche Arbeiten Giraudon", hatte einen umfangreichen Auftrag für d i e französische Kolonie Martinique erhalten, nachdem sie zahlreiche verantwortliche Beamten bestochen hatte. Die Klagen wurden zunächst von anonymer Seite eingereicht und waren Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens, das jetzt zur Verhaftung der Leiter und zur Schließung der Gesellschaft führte. Man verschweigt im Augenblick noch die Namen derjenigen Beamten, die in die Angelegenheit verwickelt sind, betont aber, daß gegen alle gerichtlich vorgegangen werden soll. Der Unterausschuß, der sich mit den Zusammenhängen zu befassen hatte, die zwischen Oustric und der Bank von Frankreich bestanden, beschäftigte sich am Dienstag insbesondere mit einer Milli o n e n a n l e i h e , die dem Oustric-Konzern von der Bank von Frankreich gewährt worden war. Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses haben vergeblich vom Gouverneur der Bank von Frankreich die Vorweisung der Garantie st ücke gefordert, auf welchen die Unterschriften derjenigen stehen müßten, die die Anleihe garantierten. Direktor Moret verbarg sich hierbei hinter das Berufsgeheimnis und betonte, daß einige der von Oustric kontrollierten Unternehmungen, die an der Anleihe polen auf derSuche nach Enilastungsmaterial in enf Oer Aufständischenüberfall auf Golassowih vor Gericht. Rybnik, 7. Jan. (WTB.) Dor dem Amtsgericht in Rybnik begann um 9,30 Uhr der Prozeh gegen acht Einwohner von Go- lass o w i tz, die angeflagt sind, am Abend des 22. November vorigen Jahres bei einer Schlägerei den Polizeiwachtmeister Sznapka erschlagen zu haben. Bekanntlich hatten sich in jener Nacht die Einwohner von Golassowih vor dem evangelischen Dereinshaus gesammelt, um hier Terrorakte der Aufständischen abzuwehren, die am gleichen Nachmittag in einem Lastauto von Sohrau kommend, i n diedeutschePrivatschuleeingedrun- gen waren und die deutsch gesinnte Bevölkerung terrorisiert hatten, um sie zur Stimmabgabe für die Regierungsliste zu zwingen. Die acht Angeklagten, die fast ohne Ausnahme einen sehr bescheidenen Eindruck machten, wurden von fünf Polizisten aus Kattowitz hieri-ergebracht, was in dem [.einen Städtchen ein beträchtliches Aufsehen erregte. 3n dem kleinen Derhandlungs- saal drängten sich viele Neugierige und auch die Presse ist zahlreich vertreten. Gleich zu Beginn der Derhandlung stellte die Verteidigung zwei formale Einsprüche wegen zu früher Terminansehung, die aber beide ab gelehnt wurden. Nach Feststellung der Personalien der Angeklagten verlas der Vorsitzende die Anklageschrift, die vor allem deshalb bemerkenswert ist, well als Beweggründe des lleberfalls auf den Polizeibeamlen Sznapka der angebliche „h a ß der nationalen Minderheit gegen das polnische Staatswesen'" bezeichnet wird. Weiter versteigt sich die Begründung der Anklage zu der Behauptung, daß die seit einiger Zeit hervortretende agitatorische Tätigkeit der deutschen Minderheiten im oberschlesischen Gebiet die Dorgenarmten Beweggründe des Hebers alles »bestätige". Der Vorsitzende schritt sodann zur Vernehmung des Hauptangeklag'.en K u b I a, einem 59 Jahre alten Häusler, der einen sehr uninteHigenben Eindruck macht. Er gibt zu, mit dem Messer gestochen zu haben, leugnet aber energisch, den Wachtmeister Sznapka erkannt zu haben. Bemerkenswert ist aus seiner weiteren Aussage, daß sich der erschlagene Sznapka vor der Tat aus Anruf nicht zu erkennen gegeben hat. Aus der unklaren Aeußerung Kublas ist zu entnehmen, daß er, mit Messer und Knüppel ausgerüstet, vor das Gemeindehaus gelaufen ist, als er horte, daß Aufständische im Dorfe seien. Dec Angeklagte W a t u t erklärte ebenso wie Kubla, daß er den Polizeikommandanten Sznapla nicht erkannt habe. Er habe den im Halbdunkel leuchtenden Adler auf der Kappe des vor ihm stehenden Mannes für den Adler einer Aufständischenkappe gehalten. Te- kannllich tragen ja die oberschlesischen Aufständischen Uniform. Bemerkenswert ist noch der Umstand,, daß der Vorsitzende mit erstaunlicher Harlnäcligleit immer wieder die Frage stellte, ob die deutschgesinnten: Einwohner des Dorfes Golassowih Haß gegen d i e nationalpolnisch Denkenden empfänden. Der Angeklagte Watut verneinte dies energisch. Er gab noch an, daß er auf dem Wege vom Polizelgefängnis zum Zivilgefängnis von Polizisten mit Fußtritten und 6 o l- benhieben bedacht worden fei. Der zweite Hauptangeklagte, Swierze, gab ebenfalls an, daß er ein Messer mitgenommen habe, um sich gegen d i e Aufständischen zu verteidigen. Er leugnet, bei der Schlägerei Sznapka gestochen zu haben. Dor der Mittagspause entipann sich dann noch ein Wortwechsel zwi chen dem Verteidiger der Angeklagten, dem aus den beiden Ulitz-Prozessen bekannten Rechtsanwalt Dr. D a j und dem Staatsanwalt Dr. D a a b. Der Verteidiger stellte nämlich an den Angeklagten Swierze die F.'age, wie er bei der polizeilichen Untersuchung behandelt worden sei. Der Staatsanwalt erhob gegen die Zulassung dieser Frage Einspruch, da er ihr einen demonstrativen S.jaraf.er »uschrieb. Nach längerer Wechselrede, bei der der Verteidiger be.onte, daß die Feststellung notwendig sei, um die Aussagen in der Dorunterluchug richtig bewerten zu können, richtete der Vorsitzende an Swierze einige diesbezügliche, sorgfältig formulierte Fragen, die aber von dem minderbegabten Angeklagten Swierze offenbar nicht verstanden wurden. 3n der Nachmittagsverhandlung beschwerte sich der Angeklagte Äordel darüber, daß bei den Aussagen vor dem Untersuchungsrichter durch Androhung einer fünfjährigen Kerker st rase auf ihn ein Druck ausgeübt wurde. Nur deshalb habe er sich dazu bekannt, an der Schlägerei teilgenommen zu haben. Der Angeklagte W a c I a w i k erklärte mit großer Bestimmtheit, daß bei den evangelischen Dereinsveranstaltungen in Golassowih niemals von Poltt ik die Rede gewesen fei. Eine ähnliche Erklärung hatten auch schon andere Angeklagte abgegeben. Ls Ist dies besonders bedeutsam, wett schon in der ersten Meldung der polnischen amtlichen Telegraphenagentur Über die Vorfälle in Golassowih folgender Sah enthalten war: „In Golassowih ist in der Nacht vom 22. auf den 23.November von einem deutschen Stoßtrupp unter Führung de» Pastors Harifinger in bestialischer Meise der Polizeikommandant Johann Sznapka e r - mordet worden." Für diese Behauptung hat die Untersuchung nicht den gering st en Anhalt bieten können. So konnte auch die Anklage auf Pastor Harlsinger nicht ausgedehnt werden. Der Angeklagte Oskar S z y m i k erklärt, daß er ebenfalls vor dem Kattowitzer Untersuchungs- richter nur deshalb außgefaßt habe, daß er auf Sznapka mit eingetragen habe, weil ihm der Untersuchungsrichter mit einer zehnjährigen Gefängnisstrafe drohte. Auch Kurt Szy m ik sagt aus, daß er nur aus QI n g ft davor statt fünf zehn Jahre Gefängnis absitzen zu müssen, behauptet habe, bei der Schlägerei beteiligt gewesen zu fein. Zum Schluß gibt der Angeklagte Waclawik unter lebhafter Bewegung im Zuhörerraum bekannt, daß er im Golassowiher Haftlokal von der Polizei gezwungen worden fei, auf Kohlen zu knien. Aehnliche Angaben hatten am Vormittag auch die Angeklagten Kubla und Wa- t u t gemacht. Morgen vormittag wird mit der Vernehmung der geladenen 18 Zeugen begonnen werden. DielrHs Vorschlag zum ArdeilslosenNwblem. Oer Reichsfinanzminister antwortet seinen Kritikern. — Keine SubventionS- polit.k. — Oie Absahsrage. Berlin, 8. 3an. (TU.) 3n einer großen demotrcttischen Versammlung in Heilbronn fetzte sich Reichsfinanzminister Dietrich am Mittwochabend mit den Einwänden auseinander, die seine Vorschläge zur Arbeitslosenfrage in den Blättern des Zn- und Auslandes gefunden haben. Er wandte sich hauptsächlich gegen Len Vorwurf der Subven- tionspolitik. Darunter verstehe man eine Begünstigung einzelner Unternehmen zu Lasten anderer. Eine solche Po- litik, die schlechte Unternehmungen auf Kosten der guten unterstütze, sei ein Wahnsinn, den man ihm nicht zutrauen dürfe. Es fei aber eine ganz andere Frage, ob man nicht gleichmäßig bei einzelnen lebensw ich Ligen Berufsgruppen, wie et in Stuttgart ausgeführt habe, aus der ganzen Linie einletze. Es sei allerdings richf.g, daß er die Schwierigkeiten des selbständigen Unternehmers anerkannt habe. Darin sei selbstverständlich feine Stütze gegen die Leiter der Konzerne oder gegen die Konzerne selbst enthalten, wie er überhaupt um die Sache kämpfe und sich jeder Angriffe sowohl auf Arbeitgeber wie auf Arbeitnehmer enthalte. Er verkenne keineswegs, daß die Beschäftigung der Arbeitslosen weniger eine Frage der Produktion als des Absatzes sei. Aus diesem Grunde sei von ihm darauf hin- getoieren worden, daß d ie Gestaltung der Preise im Zusammenhang mit dem, was er im Auge habe, gebracht werden müsse. 3n seinen wci ere i Ausführungen wies Reichsfinanzminister Dietrich noch darauf hin, daß er nach wie vor noch aus dem Standpunkt stehe, das privatwirtschaftliche System könne sich nur dann weiter behaupten, wenn es an Stelle der Versicherung die Möglichkeit dcr Ve- s ch ä f t i g u n g sehe. Als Mitglied der Regierung könne er seinen Plan im einzelnen jetzt nicht entwickeln, aber er habe natürlich ganz konkrete Vorschläge, die bald befanntgegeben. würden. Die Auslandpresse sei falsch informiert, wenn sie behaupte, er wolle die Arbeitslosenversicherung abschafsen. Er beabsichtige auch keine Sudventionspolitik zu treiben, vielmehr denke er daran, daß man mit einzelnen leicht übersehbaren Produktionszweigen, die die wichtigsten Produkte unserer Wirtschaft liefern, ein Abkommen über Hereinnahme von Arbeitslosen trifft mit der gleichzeitigen Verpflichtung der Senkung der Preise und damit der Förderung des Absatzes. Er habe aber offen gelassen, ob bei dcr Urproduktion oder bei der einzel- verarbeitenden Industrie mit diesem' Plan eingesetzt werden soll, da er auf dem Standpunkt stehe, daß man dort anfassen soll, wo man es mit Erfolg tun könne. Die Meinung einiger Blätter, daß die Regierung die Ruhe verliere, sei fo aus der Luft gegriffen, daß sie einer Widerlegung kaum bedürfe. Daß die Finanzwirtschaft erschüttert werden könne, sei ebenfalls eine durch nichts bewiesene Behauptung. Wenn Geld für die Arbeitslosen zu deren Beschäftigung verwendet werde, so bedeute das höchstens eine Entlastung, aber nicht eine Belastung der Finanzen. beteiligt feien, ihre Anleihestücke zu 100 v. H. bezahlen würden, während andere wahrscheinlich nur 60 o. H. zurückerstatten könnten. Oie Reichsgründungsfeier am 18. Januar. Das Programm der Ncichsregierung. Berlin, 7. 3an. (TU.) Das Programm der Feier der 60. Wiederkehr des Reichs grün dungs- tages am 18. Januar liegt nunmehr vor. Der Festakt, der um 11 Uhr vormittags im Reichstagsgebäude beginnt, wird einen den Zeitverhaltnissen entsprechend einfachen aber würdigen Rahmen erhalten. Vor der Feier im Reichstag nimmt der Reichspräsident am Gottesdienst im Dom teil. 3.n Reichstag wird das Berliner Funkorchester konzer- tieren. Die Festrede wird von Geheimrat Prof. Dr. Kahl gehalten, der bereits im Jahre 1871 in Versailles an der Reichsgründungsfeier teilgenommen hat. Rach einigen musikalischen Darbietungen wird Reichskanzler Brüning eine Ansprache halten. Der Festakt wird beschlossen mit dem Gesang des Deutschlandliedes. 3m Anschluß an die Reichstagsfeier wird der Reichspräsident die Front der Ehrenkompanie der Reichswehr, die vor dem Reichs» tag Aufstellung genommen hat, abschreiten. Der Reichspräsident begibt sich hierauf in den Sportpalast, wo um 12 Uhr die Feier des Kysshäuserbundes beginnt Oer Reichskanzler besucht Masuren. L y ck, 7. Jan. (WTB.) Der Reichskanzler besuchte am Mittwoch mit den Herren seiner Begleitung, zu denen auch der Reichsbantpräsident Dr. Luther gestoßen ist, die Städte Lyck, Allenstein und Deutsch-Enlau. Die Besprechungen der ostpreußischen Wirtscyastsvertreter mit dem Reichskanzler im Lycker Rathaus schlossen mit der Bitte ab, der Rot im Grenzgebiet durch Arbeitsbeschaffung abzuhelfen. Der Kanzler meinte, in einer Zeit allgemeiner wirtschaftlicher Depression sei es bei allem guten Willen der berueienen Stellen natürlich immer schwer, finanziell hilfreich einzugreifen. Aber auch mit beschränkten Mitteln lasse sich noch manches erreichen, was bisher unterblieben sei. Besonders müsse etwas geschehen, daß nicht Gelder, die vom Reich an die Zentralen in den Provinzen mit einem Zinssatz von 5 Prozent gegeben wurden, von diesen zu einem Satz bis zu 14 Prozent weitergegeben würden. Der Reichskanzler betonte, daß Reichs- und Staatsregierung nie den Dank an die treue deutsche Bevölkerung Masurens vergessen würden. Bei allen Maßnahmen würden Reichspräsident, Reichs- und Staatsregierung an das schwergeprüfte Ostpreußen denken. Unter den Gästen, die den Reichskanzler auf seiner Reise von Lyck nach Allenstein begleiteten, befanden sich auch einige deutsche Siedler, die bis Zohannisburg mitfuhren. Der Reichskanzler und der Reichsminister Treoiranus nahmen Gelegenheit, sich ihre Nöte darlegen zu lassen und Abhilfemöglichkeiten zu erörtern. Die Sorge der Siedler, daß einzelne Teile Ostpreußens von Deutschland a n Polen aufgegeben werden könnten und so das Deutschtum der Siedler preisgegeben würde, zerstreute der Kanzler durch die eindeutige Erklärung, daß niemand daran dächte, auch nur einen Fußbreit deutschen Bodens an Polen abzutreten. Staatssekretär Kempkeer gestorben. Der langjährige Leiter der Gesamtorganisation der Deutschen Volkspartei, Staatssekretär z. D. K e m p k e s. ist am Dienstagabend einem Herzschlag erlegen. Adolf Kemples hat ein Alter von fast 60 3ahren erreicht. 3n Essen geboren, war er dort lange 3ahre als Rechtsanwalt tätig. Von 1919 bis 1928 vertrat er als Abgeordneter der Deutschen Vollspartei Düsseldorf-Ost im Reichstage. Von da an bis 1930 war er auf der Reichsliste gewählt. Bei den letzten Wahlen verzichtete er auf eine Wiederausstellung. Dr. Stresemann. dessen besonderes Vertrauen der Verstorbene besah, berief ihn 1921 als Vorsitzenden des Geschäftsführenden Ausschusses der Partei an die Spitze der Organisation. 1923 war er unter Stresemanns Kanzlerschaft Staatssekretär der Reichskanzlei. Oluf Wunsch von Dr. Scholz behielt er nach Stresemanns Tode seine Aemter in der Partei vorläufig bei. Ende 1930 trat er dann von den Parteiämiern zurück. Die Deutsche Vollspartei hat mit Kemples eine Persönlichkeit verloren, die ihr lange 3ahre hindurch nicht nur treu gedient, sondern auch sehr viel zum Auf- und Ausbau der Portes beigetragen hat. Sklaverei in Liberia. Eine Böikerbundsunteriuchung. Die Bereinigten Staaten protestieren. Genf. 7. Ian. (TU.) Der Bericht der vom Völkerbundsrat der Regierung der Bereinigten Staaten und der Regierung von Liberia ernannten Dreierkommission zur Untersuchung der Sklaverei in Liberia liegt dem Dölkerbundssekretariat vor. Er wird am 9. Januar den Regierungen übersandt werden und umfaßt über 100 Seiten. Die Kommission hat festgestellt, daß in Liberia völligunhalt- bare Zu stände in der Sklaverei herrschen. Aus den Schlußfolgerungen des Berichtes, der noch streng geheim gehalten wird, geht hervor, daß die klassische Sklaverei in Form von Sklaven- markten nicht mehr besteht, jedoch die Haus- sklaverei in voller Blüte ist. Die Regierung tritt zwar der Sklaverei entgegen, indem sie Sklaven, die die Gerichte anrufen, befreit, wenn sie schlechte Behandlung durch ihren Brot- Herrn Nachweisen können. Das System der P f ä n - düng der Eingeborenen gehört zur wirtschaftlichen und sozialen Struktur des Landes. Zurückgewanderte Liberier, die inzwischen die amerikanische Staatsangehörigkeit erworben haben, pfänden den Eingeborenen Frauen. Für den Bau von Straßen, Häusern usw. werden Eingeborene zwangsweise Rekrutiert, und zwar oft unter Drohungeir. Diese zwangsweise ausgehobenen Arbeiter, die offiziell für öffentliche Zwecke arbeiten sollen, werden jedoch später von dem hohen Beamten sowie von Privaten zu Arbeiten, verwendet, für die sie keinen Loh n erhalten. Die Kommission hat auch festgestellt, daß eine große Zahl von Eingeborenen nach Fernando Po geschafft worden find, und zwar unter Anwendung von Methoden, die dem Sklavenhandel fehr ähnlich sind. Der Bericht des Ausschusses wird dem Dölker- bundsrat auf der Ianuartagung vorliegen. Dom amerikanischen Staatsdepartement ist an die Regierung von Liberia ein.Protest gegen die Sklaverei gerichtet, der heute infolge einer Indiskretion in einigen Blättern vorzeitig veröffentlicht wurde. Die amerikanisch« Protestnote sollte erst am kommenden Sonntag zusammen mit dem Bericht des Ausschusses der Oeffentlichkeit unterbreitet werden. Wie verlautet, beabsichtigt Die amerikanische Regierung zur Zeit nicht, weitere Schritte gegen Liberia zu unternehmen. Man hält es' jedoch für wahrscheinlich, dah der Präsident und der Vizepräsident von Liberia infolge des scharfen amerikanischen Protestes zurücktreten werden und daß die liberische Regierung nunmehr energische Maßnahmen zur Unterdrückung der Sklaverei und der Zwangsarbeit unternehmen wird. Wilder Streik in Oberschlesien Auch hier die Arbeit der Revolutionären Gewerks chaftsoppoütion. Im deutschoberschlesischen Kohlenbergbaugebiet ist heute nachmittag ein wilder Streik überraschend ausgebrochen. Es streikten: Kömgin-Luise-Grube Ostfeld 67 Prozent, Königin-Luise-Grube Westfeld 31 Prozent, Guido Grube 20 Prozent, Castellengo 85 Prozent, Abwehr-Grube 90 Prozent, Concordia- Grube 96 Prozent, chedwigwunsch-Grube 80 Prozent, Ludwigsglück Grube 40 Prozent. Oehringen Bergbau 60 Prozent und Preußengrube 40 Prozent. — Beuthen-Heinitz- und Karsten-Zentrumgrube sowie Gräfin Johanna-Schacht und Hohenzollem- orube arbeiten voll. Die Streikziffer hat sich im Laufe des Nachmittags innerhalb weniger Stunden fast verdoppelt. Der Streik ist von der kommunistischen Revolutionären Gewerkschafts-Opposition ange^ettelt. Die Tarifgewerkschaften stehen ihm fern lieber die Entstehung des Streiks berichtet die Oberschlesische Tageszeitung u. a.: Im Schacht der Hedwigs- wunfch-Grube im Borsig-Werk Biskupitz erschienen heute früh Kommuni st en, erklärten sich als „Schachtdelegierte" und stellten an die Betriebsleitung ein Ultimatum, in dem die siebenstündige Schicht, Lohnverbesserung und Einstellung der Sie deisetziinMeier für Marschall loffre. Die feierliche Aufbahrung Marschall Ioffres in der Kapelle der Militärschule von Parts. w.................. * i 1 \ SM Paris, 7. Ian. (TU.) Die Deisetzungsfeierlich- ketten für Marschall Joffre begannen um 9 Uhr unter stärkster Beteiligung der Bevölkerung i n d e r Kathedrale Notre.Dame. Sofort nach Erscheinen des Präsidenten der Republik und der Minister begann die Einsegnung der sterblichen Ueberreste des Marschalls. Das gesamte Diplomatische Korps sowie die militärischen Vertreter fast aller früheren alliierten Länder nahmen an der Feier teil, die gegen 10 Uhr beendet war. Unter Führung von französischen Truppenteilen aller Waffengattungen sowie der Truppenabordnungen der früheren Alliierten und verschiedener Verbände ehemaliger Kriegsteilnehmer setzte sich dann derTrauerzua in Bewegung. Der Sarg des Marschalls war aus einer Artillerie-Lafette aufgebahrt. Unmittelbar dahinter folgten die Familienangehörigen des Marschalls, der Präsident der Republik, die Regierungsmitglieder und das Diplomatische Korps. Sodann kamen die Sondervertreter der ausländischen Mächte, die Mitglieder des Senats und der Kammer sowie hohe französische Militärs und Zivilbeamte. Bei dem kalten, aber schönen Wetter waren die Straßen, die der Zug passierte, von einer großen Menschenmenge umsäumt, die den auf einer Lafette vorbeifahrenden Sarg des Marschalls ehrfürchtig grüßte. Die Straßenlaternen in der Rue de Rivoli brannten und waren mit schwarzem Krepp umflort. Der ungeheuer große Trauerzug erlitt mehrfach Stockungen, so daß er er st nach zwei Stunden vor dem Invalidendom ankam, wo der Sarg mit der Leiche des Marschalls auf einen Katafalk gehoben wurde. Dann ergriff Kriegsmtnister Bar- thou das Wort zu der einzigen Rede bei der Trauerfeier. Er führte an einer Stelle seiner Rede folgendes aus: „Joffre fühlte, wie alle Franzosen, daß, wenn das Heer auch 1870/71 die Ehre des Landes gerettet hatte, der Friedensvertrag von Frankfurt die Sicherheit Frankreichs kompromittiert hatte. Die Grenzziehung habe auch nach seiner Auffassung nicht eine Erniedrigung, aber eine Gefahr bedeutet. Aber das Wort der Revanche habe nicht zu den von Joffre gebrauchten Begriffen gehört Er habe die große Wiedergutmachung gewollt, an der auch Gambetta nicht verzweifelt habe Festgestellt wer- den muß, daß Barthou auch bei dieser Gelegenheit die falsche Behauptung von dem U e b e r f a l l Deutschlands auf Frankreich wiederholle. Nach der Rede Barthous wurde der Sarg des Marschalls unter schlichter Trauerzeremonie in der St. Ambrosius-Kapelle nicht weit von der Grabstätte Kaiser Napoleons aufgebahrt. — Durch die Trauerfeier wurde der gesamte Verkehr auf den Straßen von Paris bis weit in die Vororte hinaus vollkommen lahmgelegt. entlassenen Arbeiter gefordert wurden. Sie verlang, ten sofortige Antwort, andernfalls der Streik einsetzen würde. Do eine Antwort nicht gegeben wurde, fuhren von der 1300 Mann starken Untertageschicht nur etwa 360 Monn ein. Die Ueber- tageschicht erschien vollzählig zur Arbeit. Unter Führung bekannter Kommunisten bewegte sich noch am Vormittag ein großer Demonstrationszug durch das Borsigwerk Biskupitz. Eine Stephan -Ged nkfeier in Berlin. Aus Anlaß des 100. Geburtstages des Schöpfers der Deutschen Reichspost und Gründers des Weltpostvereins, des ersten Staatssekretärs des Reichspostamts, Heinrich von Stephan, fand in der Singakademie eine Feier statt, zu der neben Vertretern der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden zahlreich« geladene Gäste erschienen waren. In seiner Begrüßungsansprache wies Reichspostminister Dr. Schätze! auf die internationale Bedeutung hin, die das Werk Stephans erlangt hat. Der Weltpostverein, heute eine Selbstverständlichkeit, seinerzeit eine Tat von überwältigender Kühnheit, die auf dem Verkehrsgebicte nicht etwa nur die Idee von Paneurvpa verwirklichte, sondern alle Kulturnationen der Erde zu einer Derkehrseinheit zu- sammenschloh, ist in seinen Grundzügen heute noch, wie ihn Stephan ins Leben gerufen hat. Staatsminister a. D. Exz. v. S y d o w schilderte ausführlich den Werdegang Heinrich von Stephans, würdigte dessen Reformtätigkeit auf postalischem Gebiet und erinnerte daran, dah Stephan «bereits vor 56 Iahren den Dau großer lenkba rer Luftschiffe erörtert habe, wie er auch auf die Notwendigkeit des viel später gebauten Panama-Kanals und auf die drahtlose Telegraphie als Instrument der 3uhmft hingewiesen habe. Der Finanzausschuß beginnt seine Arbeit. Darmstadt, 7.Jan. (WHP.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags tritt am Dienstag der kommenden Woche zu einer voraussichtlich dreitägigenBeratuna zusammen. Auf der Tagesordnung stehen zahlreiche Anträge zur Arbeitslosigkeit, zur finanziellen Notlage der Städte und Gemeinden infolge der steigenden Wohlfahrtsunterstützungen und zur Abstellung der Doppelarbett. Auch die Wiedergewährung des Kindergeldes für Kinder vom 16. bis 21. Lebensjahr soll erledigt werden. Die übrigen Punkte befasien sich mit der Vorlage eines neuen Besoldungsgesetzes, mit der F i l i a l st e u e r, dem Ried- gesetz und zahlreichen Eingaben. Aus aller Wett. Do X startet am 1. Februar zum Transozeanflug. Kapitän Christiansen, der Kommandant des Flugschiffes Do X, der die Weihnachts- und Reujahrszeit in seiner schleswig-holsteinischen Heimat verlebte, hat die A u s-r s e nach Lissabon an getreten. Er sagte: Die Ausbesserungsarbeiten an dem verbrannten Flügel des Do X machen gute Fortschritte. Schon am 14. oder 15. Ianuar hoffe ich mit den Probe- flügen beginnen zu können und sie solange fortzusetzen, bis die Belastungsproben ein ein* Wandf reies Funktionieren der ganzen Anlage ergeben. Das Ziel der ersten Flugstrecke werden b le Kap-Derdeschen Inseln sein. Dort beginnt die eigentliche große Reis«, die über di« längste Strecke des ganzen Fluges führen und etwa 14 bis 15 Stunden in Anspruch nehmen wird. Der Flug wird bann von Ratal nach Pernambuco fortgesetzt. Im Interesse des Deutschtums werden wir bann auf dem Rückfluge nach Ratal mehrfach Station machen. Von Ratal bis zu den Westindischen Inseln ist di« Entfernung nicht mehr groß. Di« Hauptladung unseres Flugzeuges ist Brief- p o st. Ueberhaupt handelt es sich in erster Linie darum, SchneUverbindungen für die Post zu schaffen. Der Personen- und Schwerfrachtverkehr liegt meines Erachtens noch in weiter Ferne. Graf Luckner in Jlengort Graf Luckner traf in Neuyork ein und begab sich sofort an Bord seiner in Hudson verankerten Jacht Mopelia, auf der er bis zu seiner vollständigen Genesung, die noch etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen dürfte, verbleiben wird. Er hat die Eisenbahnfahrt gut überstanden, obwohl er, wie jetzt bekannt wird, bei seinem Autounfall unweit Waukegan 13 Knochenbrüche erlitten hat. Explosion eine» Tankwagen» in England. In Tottenham (Grafschaft Middlefex) prallten ein Güterzug und eine Lokomotive aufeinander. Der Zusammenstoß war so heftig, daß ein Tank-, wagen des Güterzuges explodierte und sein Inhalt in Flammen aufging. Der Lokomotivführer, der Heizer und ein Schaffner des ZugeS verbrannten. Wahnfimmlragödle in Spandau. In Spandau hat der Katasterobersekretär Schätzte nachts seinem Söhnchen die Kehle durchschnitten. Er hat, wie sich herausstellle, in religiösem Wahn gehandelt. Er erklärte den Polueibeamten: „Rehmen Sie mich in Schutz- Haft. Ich bin Isaak, und mein Vater Abraham hat mich vor 7000 Iahren dem Herrn zum Opfer gebracht. In meinem Sohn habe ich die Wiedergeburt Abrahams erkannt und ihn nun aus Rache getötet, weil er mich damals geschlachtet hat." Die Polizei hat ermittelt, daß er seit langem der Weißenberg-Sekte angebörte, deren Versammlungen in Spandau er zu besuchen pflegte. Cr erzählte seiner Frau, di« den Zustand ihres Mannes leider nicht rechtzeitig er- Winiermorgen. Von Hans B. Wagen eil. Am Morgen war Schnee gefallen. Ich freute mich darüber als ich zuerst chinausschaute aus meinem Schlafzimmerienster und den weihen Garten sah. JSaiu ein altväterlicher Wintermorgen", mußte id) unwillkürlich denken. Ich schaute hinaus auf das vertraute Bild. Zwei Gärtner fegten schon den Schnee vom Weg. Eft. fst, machten die schwarzen Besen, und die Männer gingen hinter ihnen drein, ein Bein vor das andere stellend, eine Karikatur von des Schnitters prachtvollem Rhythmus. Der Schnee war pulvrig, und er flog willfährig unter dem Rutenstreich des Besens, sich auf beiden Seiten zu einer niederen wellenförmigen Erhebung häufend, rein und glitzernd; der gelbe Kies des Weges kam durch, gestreift von dünnen Halbkreisen Schnees zwischen den Desenstrichen. Krähen stolzierten über den Rasen, scharf abgehoben vom Schnee. Wich hielt es nicht im Hause an einem solchen Morgen; ich streifte ein paar derbe Hosen und einen Sweater über; rief meine beiden Hunde, Henry und Sarah, die noch im Begriff waren, sich m ihrem jeweiligen Körbchen zu strecken unb zu gähnen — Sarah vor allem war immer ein zaghafter Aulsteher, sie liebte es, auf mein Bett zu springen, für ein paar Minuten Zärtelei, bevor sie offiziell wach war — und ging hinunter und versuchte hinauszukommen in den Garten, stieß aber überall auf zu- gehakte Läden und verschlossene Türen. Zuguterletzt gelangte ich aber doch hinaus, nachdem ich über die Läden im Bibliotheks^rmmer triumphiert hatte; Henry wischte voran in den Schnee, ihn hochwersend mit der Rase; Sarah folgte vorsichtiger, schnüffelnd, mich mit einem Rückblick befragend, was dieses ungewohnte Weiße Gras | zu bedeuten habe; sie rannten beide, kleine, braune Striche, schnuppernd, hierhin und dorthin, und ich kam hinterdrein, anfänglich zaudernd, den dicken weißen Teppich zu zertreten, bann aber ihn mit Lust auffiöbemö, daß der weihe Schnee blusterie vor meinen stampfenden Dchuhspitzen; und so legte ich das Stück Wegs zwischen mir und den fegenden Gärtnern zurück, nahm einem der Männer den Besen aus der Hand unb schickte ihn an andere Arbeit. Als roter Ball stieg die Sonne hinter den Bäumen hoch; jetzt war schon ein gutes Stück Weg reingefegt; ich fegte mit solchem Feuer, bah ich ständig meinen Mitmann hinter mit zurückließ. Die kalte Luft und die Anstrengung prickelten in mir; meine Lebenskräfte schäumten übet; ich verspottete den anderen Mann ob seines langsamen, steten Rachrückens. „Schau, ob ich nicht mein Teil in der halben Zeit reinfriege, Peter." „Alles recht schön, Herr, aber Sie müssen nicht den Rest des Tages durcharbeiten. Langsam und stet — das laßt einen durchhalten vom Frühstück bis zum Abendbrot." Dennoch wußte ich, daß Peter gutgelaunt unb belustigt war; belustigt, wie jeder Fachmann belustigt ist von der hitzigen Begeisterung des Amateurs. Ich schaute hoch an dem grauen Haus; alle Läden waren geschlossen, und sofort verachtete ich die andern darob, daß sie noch schliefen, in einem Anfall jenes Ueberlegenheitsgefuhls, das alle diejenigen befällt, die früher auf sind als die andern. Ich liebte das Gefühl des Besenstiels in meiner Hand, das Holz, das vom Gebrauch poliert war, bis es glatt unb glänzend wat wie Pergament. Sogar die Aeste im Holz waren abgerundet. Ich hatte innegehalten, um meinen Rücken zu strecken, und ließ meine Finger den Griff auf unb ab streichen, das angenehme Material genießend. Peter hielt auch inne, und beobachtete mich mit einem Lächeln. „Kommen Blasen, Herr?" — „Es kraucht schon mehr als das, um mir Blasen zu machen", sagte ich, beleidigt ob der Annahme, daß meine Hände weich sein könnten, unb ich machte mich wieder an meine Fegerei, wenn ich auch gerne für einen Augenblick gerastet hätte, unb tat einen Rundblick auf den glitzernden Schnee, der durchsetzt war mit Diamanten, auf die niedrige rote Sonne gerade über den Baumspitzen, und auf Sarah und Henry, die toll vor Lust rundum und um einer hinter dem andern herjagten. Der Morgen war wirklich herrlich. Ich schlug den Weg quer durch den Park ein, Stöckchen werfend für Henry zum Apportieren — Sarah machte sich nichts aus Stöckchen — und dann und wann drehte ich mich um, um zurückzublicken nach dem Haus, das breit balag mit seinen viereckigen Söllern, seinen grauen Mauern, und seinen Kaminen, die blau« Rauchfahnen zum Hiimnel sandten. Sarah machte vorsichtige Schrille, und von Zeit zu Zeit legte sie sich hin, um die Eisballen zu lecken, die sich zwischen chre Pfoten ansetzten; Henry, der aus gröberem Stoffe gemacht war, rannte wie verrückt rundum und um in Kreisen, galoppierend wie ein kleines Pferd, indem er wegsetzte über kleine I Büsche, mit fliegenden Ohren und flatternder Mähne. Ich feuerte ihn an. Ich wünscht«, ich hätte herumtollen können wie Henry. Wir kamen an den Rand der Wiese; ich bog ein in ein Gefälle den Abhang hinunter; jetzt waren wir im Tal; weiter stürmten wir und scheuchten die Rehe auf, die herumschnupperten zwischen ein paar Armvoll Heu, die man für sie hingestreut hatte. Sie stoben davon, die Spaniels hinter ihnen her; sie rannten den Abhang hoch, hindurch zwischen dem toten Brachland, und sprangen, als hätten sie Federn in den Deinen, ihre weißen Stummel leuchteten zwischen den Bäumen. Ich blieb stehen um zu schauen; ich fühlte mich glücklich, daß ich glaubte, mein Herz müsse bersten. Henry und Sarah kamen zurück, krochen auf ihren Bäuchen zu mir hin unb waren erstaunt, daß sie nicht geschlagen wurden. Tonfilm „Das Land des Lächelns^. Die neue Lehär-Ope'rette „Das Land des Lächelns", die wir vor kurzem rm Theater kennenlernten, und die noch immer auf dem Spielplan steht, erscheint seit gestern als Tonfilm im neuen Programm des Lichtspielhauses. Die Handlung ist in der Bildfassung ein nfenig verändert, aber noch immer io, daß das Stück — mit dem fast eigensinniaen Verzicht auf das in seiner Gattung obligatorische happy end — besser „2)as Land der Tränen" hieße. Die Musik entspricht dagegen in den Grundzüaen durchaus der Dühnenoartitur; allerdings hat man im Film die nicht alltägliche Gelegenheit, L e h ä r persönlich dirigieren zu sehen und lau- b e r singen zu hören, womit man wenigstens einen ungefähren Eindruck der Originalaufführung erhält, deren starker und nachhaltiger Erfolg ja nicht zum mindesten in der hervorragenden stimmlichen Mitwirkung dieses zur Zeit volkstümlichsten Tenors begründet war. Was die hiesige Wiedergabe angeht, so ist sie ziemlich ungleich; besonders im ersten Akt unterlag die Ton-Reproduktion erheblichen Schwankungen, die vielleicht in der Apparatur einigermaßen ausaugleichen sind; in den späte» ren Teilen war die Uebertragung gleichmäßiger (obwohl nicht frei von Nebengeräuschen) und am reinsten jedenfalls in den Mittellagen und Im Sprechton. Der Film — von Max R e i ch m a n n inszeniert — wirkt im Vorspiel (Rahmenhandlung) trotz häufigem Bildwechsel und Ueberblenben etwas umständlich und langwierig; er kommt erst mit dem Einsetzen der Hauptfabel einigermaßen in Schwung, wie auch die Musik erst allmählich auf ihre großen und wirkungsvollen Einsätze hin gesteigert ist. In der Besetzung wirkt die von Margit Suchy gegebene Liesa darstellerisch etwas blaß, wie übrigens auch Tauber selbst nur gesanglich interessiert, schauspielerisch aber mit durchaus konventionellen Mitteln arbeitet. Sehr hübsch gesungen und mimisch belebt: die kleine Chinesin Mi (Hella Kürthy); sonst: Max Schreck, Willi Stettner .. unb ein ganz flüchtiges Wiedersehen mit Bruno Kastner. — —r— Zeitschriften. — Im Januarheft der ,L e i t w e n d e* (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München) wirkt der Aufsatz: Politische Gedanken eines Deutschen wie ein Programm. Ein Mediziner, Professor Dr. Wolfg. H. Veil, ergreift hier zu den großen Fragen Der deutschen Politik das Wort, weil et der Ueberzeugung ist, daß sich der deutsche Bürger heute ohne Unterschied des Standes unb Berufes vor eine politische Ausgabe gestellt sieht unb daß uns gerade die sogenannten „Fachpolitiker- ins Verderben geführt haben: Vertreter von Interessengruppen, „Vereins- und Parteimeier", die in der dem Deutschen angeborenen Eigenbrötelei und Rechthaberei zu keiner wirklich nachhaltigen Vertretung der allgemeindeutschen Interessen gelangen konnten. Auf dieses Allgemeindeutsche sich mit allem Nachdruck zu besinnen, ist der deutsche Bürger durch die heutige Katastrophe von Staat unb Wirtschaft aufgerufen. Veils Appell hierzu — warm und besonnen zugleich, frei von der Gehässigkeit des Parteigezänks — wird vielen aus dem Herzen gesprochen sein. — Ein Beitrag von Professor Dr. Ferdinand G r o u t o f f in Nr. 4477 der l l u st r i r t e n Zeitung" (I. I. Weber Leipzig) läßt das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. Professor Fr Heubners zeichnerische Randbemerkungen geben dieser Rückschau eine humoristische Note. Ein reich- bebilderter Beitrag gibt allerhand Anregung für den kommenden Fasching. Hans Natpnek veröffentlicht einen Artikel: „Das Gesicht des Publikums", dessen Leitmotiv lautet: Das Spiel beginnt, wenn der Theatervorhang fällt. Die beigegebenen Zeichnungen von Erwin Freytag bilden eine vortreffllche Ergänzung. Das Schaffen des Malers Willy Münch-Khe wird durch einzelne rotebergegebene Werke und erläuternden Tert treffend charakterisiert. Auch illustrativ ist die Nummer sehr reichhaltig. Künstlerische Photostudien wechseln mit Zeichnungen und Gemälden. Die Tageschronik ist in einer Anzahl interessanter Abbildungen zusammengefaßt. ",J 'M«6 b°« ,p pirrung9 , fod)U m°-d°c K $rof -HZ n e ra ilt nun"- Die .^Lflanflen „ fcr (W ^r35u4ÖrudCr9| Lsseo, 7.M lungen HP kt, ergeb«'- < spruch ist n-chUU teilte den Parieier Verhandlung« Samstag vormittag leien waren Za dem 6^ von Gewcrkjch tie Verhandlungen .ebmslos obgebroch Parteien au, stehen blieben, langten bekanntlich u °°° u der vorigen Schuch Prozent znru Bergarbeiter rohnheradseh gestehen können den Bergarbeiter einer unpat1 wer, wie ste ir geschaffen wurde, Weiter wird g fessor Dr. Brat lungen sich gegei Schlichtertätigkeil bandes wandle, i er habe bei den S dem Dcutf de beit. 6t fei io l selbständig ui Vorwürfe gegen di könne er erwidern nach kurzen Leihgestern, stein-Berewer ^*e Beerdigm VOra Sterbeha Wieseck (] D,eBeerdi v°m Sterb Heute frül schweren j Schwiegen Kan 'M Alter V, Ö**« lnb« tlQ?3l«uS ntt5ünlÄen in. '“PPelÄnunb 8 des #|‘U Auch 9 21.ßeh«, • ?UnÄ|&’°“ er, ,e.n r alsteuer bnnqg. ’en. er’Mttfc «X’t*** -W| SKZ Ssjä ML« ÄW" r«7 ?Ufl >°ird tat nauibucv fortaelefcL । Nation ’ MiMchen S nicht mehr groß. Di« ift Dri«,. JJJ V ««?« Linie für die M und^Echwersrachtverfchr «h m weiter Ferne. In Jleugorl Wrt ein und begab sich Hudson verankerten Locht u feiner vollständiaen Ee- °ei Wochen in Anspnich wird. Er hat die Eisen, ."den, obwohl er, wie linem Äutounsall unweit brüche erlitten hat. fangens In England. W Diddieiers prallten Lokomotive auseinander, so heftig, daß ein Tank.. txplodierte und sein ufging. Der Lokoinoli» 'in Wfnet des Zuges le in Spanton. der Äoiüftmbetidtetär n Söhnchen die Kehle wie sich heraussteli-e, >n gehandelt. Er erkläre ehmen Sie mich in Schuh- nd mein Mer Abraham en bem Herrn jum Opfer ohn habe ich die Died.-r- nl und ihn nun aus Rache damals geschlachtet Hal." '1 daß er feit langem .Sekte angebörle, i Spandau er zu besuchen ner Frau, die den Zwider nicht rechtMgn- etwas bläh, wie übrigens iianalid) inierefsiert, schau- ,us konventionellen Mein efungen und mimisch be- in Äi fhella Kurthy). Mi Stetlner ..Vf »ersehen mit Bruno iriftm inten eine- fff Dr. rs-'K?- tnfl? icberei i“ lei und . allge- n gelangr. Brill Weikerve 6. Wir empfehlen als Kapitalanlage unsere nach thüring. Gesetz mündelsicheren König Drosselbart Rotkäppchen Zwei Märchen-Filme nach Brüder Grimm April Oktober Zinsscheine, frei von Kapitalertragsteuer Rückzahlung zu 100°/, muß spätestens bis Ende 1961 durchgeführt sein. Stückelung: 100, 500, 1000, 2000 und 5000 Goldmark Kaufaufträge nehmen alle Banken, Bankiers, Spar- und Girokassen entgegen. Preise für Kinder und Erwachsene: RM. 0.30, 0.50, 0.75 und 1.00 __195 C unseres Lagers gebrauchter Wagen — Wir offerieren eine giotie Anzahl 2—6sitziye Limousinen, offene Wagen, sowie Cabrio ets und Lieferwagen. 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Uhr abends, tm geoi. anitttnt ibrau« aafie 7 Lichibi • dervortrag des Herrn Atetueirn v Rotberg üb. „SheuA (Äewöhnitche 'Bulle Zürn ersten Male: DerKaiservonAnterika I (Sitte volifische Sie« WiniillllilUiUllUUlUiaiUll1 miidzev.vetn.Sba« Schuhhaus Wolff All ein verkant der Marke „SALAMANDER" ___________2"b A öifieiieruereln Freitag, «.Januar probe im Aquarium "-Vs Der Vorstand. Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken Deutsche Hypothekenbank 11 11 11 Lichtspielhaus Straße 34 DeMna1iv!ialerArbeilerbmi> OriSgmppe Gießen. Samstag, den 10. Januar, abends 81/» Uhr, im „Postkeller" Oeffenilicher Dorirag. (§s spricht Landtagsabgeordneter p. Güster-Berlin über: „Deutschnationale Volkspartei und Arbeiterschaft." Jedermann, besonders aber die Arbeiterschaft, ist hierzu freundlichst eingeladen. — Eintritt frei! Hauptverwaltung t Niederlassung Berlin Weimar NW7,U.d.Linden50,51 Sch.-Gard. „ Soziale PWchi Der »ulgeber v. Wl 13 Fortsetzung. ^Zechter Hand lc Schlosses. Ein pa< der breiten Cingan beschlagener Dohle Daneben befand hit einigen bequen ^ördehoff sah fi & es hi. >chen> Der macht , Er blickte nach ; JJt er nicht Hine Vie ein Dagal >/ew Pförtner, tchenl Sonderbare ,mQn dvcl £uerld)tel ? ein. schritt gab um 3?Mr Hkl FäV Er ttnt <7 Aau , Die bi< den sj jtlb herein. ” M ZL Ai« o> 8 ÄW Iu5n? Z^e er tol Angestellte! Sämtliche Tarifverträge für die Angestellten in Gießen sind von Arbeitgeberseite gekündigt. Erscheint alle zur proWmidgebung am Freitag, Dem 9.Januar, abends 8Uhr, im Cafe Leib Gauvorsteher Auerbach, Frankfurt a. IN. spricht über: ffiphniisntiboii. BlaneiHflnftloBng nnO WWMlik! Spar-und Versorgungskasse | s Wir suchen per sofort einen mit der kleinen Lebensversicherung gründlich verirauten hat begonnen und bietet Ihnen gewaltige Vorteilei Rücksichtslos herabgesetzt Im Preise sind Teppiche Gardinen Brücken, Läufer, Bettvorlagen Stores, abgepaßt u. am Stück Amtliche Notierung an den Börsen in Berlin und Frankfurt z. 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Januar 31, von 8 Uar ab lirel' Fleischverkauf. | Kaufgesuche Gebrauchte Hobelbank au taufen aef. ms» rfu eifraaen in der Gefchänsit.desG.A. Jagdhund tutAbaaria. braun tt. wein aeuaert, linier 2>orde»l etwas lahm abhanden g kommen. Nachricht cn Pctcr (tzanb, Bntzrticher HoL(9icncn. (1871) Bor 'Ankauf wird gewarnt I üolerballuDßs-SloBde lör jedermann Dren tag- n. Jrci' tags, 16 Ubr. Sinnfaal des Neal- anmnasiüms iVubiüigmaüe). ^renaa 9. Jan. MnsikaliichcUntcr baitungoitunde. ae- aeben von Kräften d.KammerorcheiterS der L'vlkshoch'chule nier Mitwirkung von Iran tyifcber utiautcri.— 13 Jan.: „Ilietne Neisen auf Island". । r. Voß. Mlctu • L'tnben. — 16 Jan.: Mufitalische Unter balttinassfunde ilLrwerbslvfen - En» femule) — 20. Jan.: „Die Sortvilanruna tut Tier- u.'liflanAvn- reich nn Lüchtbtlderni l ’r. W. G. Antel. - 23. Januar: Mnnkat. literarische Unier- baltlinasitde.mil rlr'e- AttattonderSchiUer- scheit (SrAObla. »Der Verbrecher aus verlorener ILbre" lW. Hegari. — Weitere Silinden folaen. Eintritt ftil Was man doch so alles auf seiner Wanderfahrt erlebte! , Gott, wie alt mochte die Tür schon sein! Das Holz so dick wie die Wand eines Kassenschrankes. Der eisenbeschlagene Löwenkopf darauf fleischte die Da — wehte nicht ein feiner Duft um ihn? Er hatte ihn vorher in der Halle nicht gespürt. Es war wie ein feines, leichtes Parfüm. Woher kam dieier Duft? Sein Herz schlug hörbar. Sein Blick blieb plötzlich an einem Stuhl hängen, der neben einem der verhängten Fenster stand. Langsam schrltt er darauf zu. Sah nun mit einem Lächeln auf das feine duftige Seiden- gespinst, das dort lag. Ein dünner, feiner Frauenschal, mattrosa. Also mußten doch Menschen in dem Schloß sein, zumindest eine Frau, die diesen Schal um ihre Schultern zu schlingen Pflegte und die ihn nur hier achtlos hatte liegen lassen. Wo aber war sie? Behutsam strich er mit den Fingern über die Seide. — Da knarrte eine Tür. Tief er chrocken fuhr er herum. Ein leise tappendes Geräusch. Auf der Schwelle zum Reben- raum stand, ein hochbeiniges, russisches Windspiel, das mit glänzenden Augen zu ihm her- übcrlah. Ictzt wird er Lärm machen, dachte Wördehoff, mich vielleicht anspringen! Aber nein! Das Windspiel tarn mit steifem Gang auf ihn xu, umwedelte ihn, blickte mit braun-schilfern- ben Augen zu ihm auf unb benahm sich ganz kameradschaftlich. Wahrhaftig, das ist wie ein Sommernachmittagstraum, ging es Wördehoff durch den Kopf. Ein leeres Schloß, ein seidener Schal, und ein Windspiel! Der reine Dichtertraum! Welche Wacht hat mich hier herein getrieben? Was wird nun noch kommen? Er setzte sich auf einen Stuhl, nahm das Seidentuch über den Arm, und der Hund fegte sich, als mühte es so fein, zu seinen Füßen nieder. Wördehoff blickte auf das lange, seidige, weiße Fell herab. So, dachte er, warten wir ab, was nun noch weiter wird. Das alles ist ja ganz wundervoll! 9. Unb als hätte das stille Geheimnis des Schlosses nur darauf gewartet, daß er Platz nahm, begann es bereits weiter zu wirken. Musck klang auf. Irgendwoher. Es muhten wohl viele Zimmer dazwrschen liegen. Klavierlpie ! Leise antönend und dann in vollkommenen Wollharmonien aufsteigend. Glanzvoll in Farbe und Spiel. Ein Meister muhte da die Tasten rühren. Was war das? Wer sprach so voll Schwer- .mut und eigener, klingender, klagender Sehn- «WB Siehe«. lflr,dbenb^^ Französisches Gold und europäische Politik Don Otto Eorbach. sucht, dah dem heimlich Lauschenden das Blut stockte? t Es war Solveigs Lied von Grieg, dem großen nordischen Musiker. Wördehoff lauschte mit zurückgelehntem Kopf. Garz hingegeben diesen Tönen. Zeit unb Raum verrann ihm in diesem Hin- hcrchen, und so innig war er in die Musik versunken, daß er gar nicht merkte, wie sie schon vorllungen war. Unö so hörte er auch nicht, wie leichte Schritte durch das Rebenzimmer herankamen und auf der Schwelle stockten. Unb er sah nicht, wie da eine junge, zierliche Mädchengestalt in einem leichten, duftigen Kleid, die nackten Arme erschrocken aufgehoben, stand und mit großen, ratlosen Augen auf das sonderbare Dlld starrte, das er und das vor ihm liegende Windspiel boten. Run aber öffnete sie den Mund und ein leises: „Ra, aber--" kam von chren Lippen. Wördehoff sprang erschrocken auf. Das Windspiel lief schweifwedelnd zu dem Mädchen hinüber. „Verzeihung, meine Gnädigste — ich — ich wollte mir das Schloß an sehen — aber niemand war zu finden, den ich um Erlaubnis fragen konnte. So geriet ich hier herein — hörte „Solveigs Lied" — Seine Geister sammelten sich. „Verzeihen Sie vielmals. Das Schloß muß eine magische Anziehungslraft auf mein Empfinden ausgeübt Haven. Ich weih selbst nicht recht, wie ich hineingekommcn bin. Meine Entschuldigung ist, dah mir niemand den Eintritt verwehrt hat —" Während seines Sprechens hatte sich das zarte Gesicht des Mädchens, das in der feinen Regel- Mäßigkeit seiner Linie, mit den großen, leuchtenden blauen Augen, dem leicht geöffneten Mund und der blonden Lockenumrahmung unendlich rührend aussah. leise gerötet, und ein frohes Lächeln stahl sich um die Lippen. Iung und knosvenhaft war sie in ihrer kindlichen Zierlichkeit. Run trat sie ein wenig näher, der Lichtstrahl zwischen den Vorhängen des Fensters fiel auf ihr Gesicht. Wördehoff zuckte zusammen. „Herrgott — Fräulein Kinna! Ricolette Kinna! Sie hier? ' Er war ganz verblüfft. Ein leise llingendes Lachen schwang von ihren Lippen. „Crüh Gott, Herr Wördehoff! Ich habe Sie gleich ernannt. 3a, in höchsteigener Person — ich bin es!" „3a — wie ist denn das möglich?" „Glaub' es 3hnen schon, dah Sie überrascht sind. Wir haben hier nur einen Hauswart und achen„„........ 8'-«’°°® „eurte1'1 „ mn*n' JC*1,D Ml. ;huistra^ —e Aeußerlich haben die meisten Inventurausverkäufe am Montag begonnen. Innerlich war der Hochbetrieb schon Tage vorher, hinter den Kulissen. Rot-, Blau- unb Bleistifte — in fieberhafter Eile glitten sie über die bedeutsamen Zettel, rücksichtslose Umwertung aller Werte schaffend. Die Abteilungsleiter waren Feldherren, die nach allen Seiten dirigierten, unb auf den Tischen wuchsen Hügel und schmollen wieder zusammen, geordnet nach Material, Preis, oder Gegenständlichkeit. In der Damenkonfektion mußten in diesem Jahre die Preise besonders herabgesetzt werden, als Folge des Mobcumschwungs von kurz, kürzer, am kürzesten auf lang und länger. Bei Durchschnittsware eine sW ME ZDK *-‘W men E ».am Stück " II „ Steppdecken IBA Wirtschaft Banknoten. 7-1 \ 81 8-1 53,5 0.2H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 50,13 3,15 26,25 2,25 53,3 5,25 100 97 97 13,1 6,85 85,5 101 53 5,2 89,5 26,3 2,4 1,35 22,25 18 18,4 1,4 22,25 18 18,5 1,35 3,1 3 3 18,25 1,4 3,15 3,1 8,75 13,4 6,75 Nachdem schon zweimal diesbezügliche Beschwerden unter , Eingesandt" zur Sprache kamen, kann ich heute nicht umhin, als Dritter mich zum Wort zu melden. Es handelt sich nämlich hier um einen, wenn ich sagen darf, abstrakten Fall. Wir haben schon gut drei Jahrzehnte unser Geschäftshaus (Engros-Gefchäft) im Nordviertel der Stadt, und zwar war dies Haus Nr. 9. Einige Jahre vor dem Krieg fand plötzlich eine Llmnumerierung statt und unser Hauserhielt Nr. 11. Wir muhten infolgedessen unsere sämtlichen Drucksachen und alles, was damit zu- sammenhing, ändern lassen und dennoch kamen mitunter in der ersten Zeit Verwechslungen vonseiten unserer Kundschaft vor. Nach und nach verlor sich dies aber. Ganz komisch muh es aber klingen, wenn tour jetzt zu unserem größten Erstaunen benachrichtigt werden, in unserer Straße erhielten die Hauser neue Nummern und unser Anwesen sei jetzt 85 100,3 53 5,13 89,5 50 50,6 99,5 92 88,6 100 97 97 95,5 4% Ceiienetdiitoe Goldrente . - 4,20% Lcsterreichtsche Stlberrenle 4% eckterreichttche Einheitliche Rente........... 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische ©taatirenle v. 1010 4Vt% |)eeoL oon 1918..... 4% Ungarische Kronen real« . . - 4% Türkische Zollanleche von 1911 4% Türltiche BagdadbahnÄnl Serie I........... •1% deögl. Serie 11....... 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 .......... 4%% Rumänisch« vereinh. Rente von 1013........- - ♦% touswritoe Seele . grün, 7Junuar LImerikanstche Noten ...... Belgische Noten. ....... Läniiche Noten ........ Englische Noten ....... yranzchische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........ Norivegilche Noien....... Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten ....... Schwedische Note» ....... Schmelzer Noten ........ Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Note»..... Ungarische Noten ...... furt, 20 Uhr im Dorlesungsgebäude, Hörsaal 44. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Land des Lächelns ' mit Nicharo Tauber. — Astoria-Licht- spi-ele: „Rm^Tin-Tin, der König der Wildnis" und „Mein Herz gehört dir". — Dortrag: „Die Arbeitslosenversicherung" von NegierungSrat Dr. Dues, 20.30 älhr im Heim des DHD. — 2lus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag. 19,30 Uhr, findet die Erstaufführung der Komödie „Der Kaiser von Amerika" von Bernard Shaw statt. Die Berliner Erstaufführung war ein Erfolg großen Formales, ebenso wie an allen übrigen Bühnen, an denen dieses Stück bisher aufgefuhrt wurde. — Das Weihnachtsmärchen »Goldmarre und Pechmarie". das am Sonntag. 11. Januar, zum letztenmal gegeben wird, beginnt an diesem Tag bereits um 14,45 Uhr. — Eine Protestkundgebung der Angestellten. die sich mit der Kündigung der Tarifverträge beschäftigen soll, wird in unserem heutigen Anzeigenteil von der Gießener Ortsgruppe des Dcutfchnationalen Handlungsgehilfen-Verbondes auf kommenden Freitagabend in das Caf6 Leib cinbe- rufen. (Siehe Anzeige.) — Der Deutschnationale Arbeiterbund, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am kommenden Samstag, 20.15 Uhr, im „Postkeller' einen öffentlichen Dortragsabend, bei dem Landtagsabgeordneter P. N ü f f e r über das Thema /Deutschnationale Dollspartei und Arbeiterschaft" sprechen wirb. (Siehe heutige Anzeige.) Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Jissern geben die Höhe der zuletzt befd)toffenen Dividende an. - Reichsbankdlslont 5 Lambardzinsfutz 6 v.h. Beginn des offiziellen Verkehrs in eine 2lb- s ch w ä ch u n g um. Neben den wirtschaftlichen Momenten, wie die Streiklage in Oberschlesien, schlechter Abschluß der Metallgesellschaft und der Bemberg AG., Erhöhung des Fehlbetrages der Reichsfinanzen um 140 Millionen, der schwache Neuhorker Schluß usw., verstimmte vor allem der weitere Nückgang der Svenska-Aktien. Auch Bemberg lagen erheblich gedrückt. Schiffahrts-Aktien lagen stärker angeboten und bis 4 Prozent schwächer. Einige Nachfrage bestand wieder nach Reichsbankanteilen, während Julius Berger mehr zufällig 2,5 Prozent höher eröffnete. 2m allgemeinen konnten sich seDst die noch niedrigeren Berliner Mittagsschlußkurse von gestern nicht behaupten, sondern auch noch gegen diese waren Abbröckelungenbis zu 1 Prozent festzustellen. Stolberger Zink, Westeregeln. Elektrische Lieferungen und AKU. verloren bis 2 Prozent, Bemberg bis zu 3,5 Prozent, Hrnw- burg-Süd bis zu 4 Prozent und Svenska 11,25 Mk Am Anleihemarkt konnte sich Altbesitz um 0,3 Prozent erholen. Ausländer fast geschäftslos und kaum verändert. Pfandbriefe ruhig. Am Geldmarkt ermäßigte sich der Sah für Tagesgeld auf 3 bis 5 Prozent, im übrigen unverändert. Monatsgeld auf 6,5 bis 7,5 Prozent, Warenwechsel 5,4 Prozent. Der Verlauf war nicht einheitlich, bei kleinen Umsätzen aber eher 0,5 bis 1 Prozent schwächer. Mit einer Ermäßigung der Londoner Diskontrate wird heute kaum gerechnet. Svensta, die sich vorübergehend um 2 Mk. erholten, gingen im Verlaufe weiter zurück und erreichten mit 132,50 Mk. einen neuen Tiefkurs. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M.. 8. Jan. Auftrieb: 87 Rinder, 833 Kälber, 346 Schafe, 1205 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 68 bis 74 Mark, mittlere Mast, und Saugkälber 62 bis 67. geringe Kälber 56 bis 61 S ch a f e : Maftlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 45 bis 48, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 38 bis 44 Mark. Schweine wurden nicht notiert. — Marktoerlaus: Kälber ruhig, geräumt; Schafe lebhaft, geräumt; Schweine schlep- pend, großer Ueberstand. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 6. Januar. Drei Angeklagte, darunter ein P o l i z e i o b e r w a ch t m e l st e r, waren vom Bezirksschöffengericht verurteilt worden, und zwar der Oberwachtmeister wegen D i e b st a h l s zu 3 Monaten Gefängnis, die beiden anderen Angeklagtem ein Handwerker und ein Arbeiter, zu je 100 Mark (Selb(träfe wegen Begünstigung. Gegyn dieses Urteil legten der Hauptangeklagte und die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die Beweisaufnahme ergab, daß zwei der Angeklagten über einen 2,40 Meter hohen Drahtzaun gestiegen und die Jagdhütte eines Jägers, der sie zum Besuch eingeladen hatte, betreten haben. Der Hauptangeklagte nahm aus der Hütte verschiedene Gegenstände mit; diese legte er zunächst unter einer nicht weit entfernten Hecke nieder und holte sie später dort ab. Das Berufungsgericht dielt die von der ersten Instanz gegen den Oberwachtmeister ernannte Strafe von drei Monaten aufrecht, und sprach die beiden anderen Angeklagten mangels Beweises frei. Die Strafe von 3 Monaten sei, wenn auch hoch, doch durchaus angemessen, da der Angeklagte als Sicherheitsbeamter zum Schutze des Eigentums bestellt und berufen sei. Seine Schutzbehauptung, er habe dem ihm bekannten Eigentümer der Jagdhütte nur einen Schabernack spielen wollen, fei nicht glaubhaft. Der bekannte 2l u t o u n f a l l, der sich im vorigen Jahre zwischen Lollar und Gießen ereignete und dem zwei Menschenleben, Vater und Sohn aus Großen-Buseck zum Opfer fielen, wurde heute in der Berufungsinstanz verhandelt. Der wegen fahrlässiger Tötung im Sinne des § 222 StGB, angeklagte Autoführer war in erster Instanz frei- gesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft, die 6 Monate Gefängnis beantragt hatte, legte gegen dieses Urteil Berufung ein. In der heutigen Verhandlung fand unter Zuziehung eines Sachverständigen eine umfangreiche Beweisaufnahme statt. Diese ergab, daß der von Gießen kommende Auto- sührer die Motorradfahrer (Fahrer und Beisitzer) schon von weitem aus der Richtung Lollar Heron- fahren sah. Das Motorrad fuhr mit der Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometer ganz auf der rechten Seite. Das Auto fuhr zuerst mit einer Geschwindigkeit von 40 Kilometer und minderte diese später ** Abendandacht für Studenten. Am Freitag. 9. Januar, findet um 20.30 Uhr pünktlich M der Kapelle des Alten Friedhofs die dritte Abend- andacht dieses Wintersemesters statt. Zu diesen An- dachten haben die evangelischen Gemeindeglieder der Stadt freien Zutritt. »* Eine Siebzigjährige. Frl. Mmna Schomber, Löderstraße 1 wohnhaft, kann am heutigen 8. Januar ihren 70. Geburtstag begehen. Frl. Schomber ist eine alte Gießener Einwohnerin. . , „ . . ** Unterhaltungsstunde für reder- m a n n. Von der Volkshochschule wird rnttgeterlt, daß die Unterhaltunasstunden am Freitag, 9. Januar, 16 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums mit einer musikalischen älnterhaltungs-- stunde, gegeben von Kräften des Kammerorchesters der Volkshochschule unter Mitwirkung von Frau Fischer (Klavier), wieder ausgenommen werden. Eine Aenderung ist insofern eingetreten, als in Zukunft an jedem Diensta- ^lehrende Dortrage und an jedem Freitag musikalische und literar.sche Darbietungen stattfinden. oeixrmcmn ist zu diesen Veranstaltungen, bei denen kein Eintritt erhoben wird, eingeladen. (Siehe heutige An- “^ Äonjert in der Heilstätte Sel- tersberg. Man berichtet uns: Der Gießener Ouartettverein trug durch einen sehr schönen musikalischen Vortrag zur Verherrlichung der Deihmichtsfeiertage in der Heilstätte Setters- bcrg bei. Die Patienten nahmen die Darbietungen mit großer Befriedigung auf und sehen zukünftigen Veranstaltungen auf gleichem Gebiete gerne entgegen. •* Zimmerbrand im E tudentenheim. Gestern abend wurde die Feuerwehr nach dem Studentenheim gerufen. Die Wachmannschaft sand einen ausgedehnten Zimmerbrand vor (hervorgerufen durch einen Wäschetrockenofen), der mit zwei Schlauchleitungen bekämpft werden mußte. Es gelang nach kurzer Zeit, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, obwohl die starke Rauchentwicklung die Arbeit der Löschmannschaft außerordentlich erschwerte. Rach zweistündiger an- strengender Tätigkeit war die Gefahr beseitigt. Der Schaden ist nicht unwesentlich, da eine Zimmerdecke völlig durchbrannte und umfang- , reiche Reparaturarbeiten notwendig werden dürften. — Die Feuerwehr hat leider nach wie r or darüber zu klagen, daß mit den Feuermeldern immer wieder Unfug getrieben wird. Die Bevölkerung kann sich ein Verdienst erwerben, wenn sie den älebeltätern das Handwerk zu legen mithilst. ** Ein Jagdhütteneinbruch in der Nahe von Bersrod wurde heute vormittag der Landes- kriminalpolizeistelle in Gießen angezeigt. Der Einbrecher ist nach Durchbrechen der Außenwand in die Jagdhütte, die einem Gießener Jäger gehört, eingedrungen. Was gestohlen worden ist. muß erst die alsbald aufgenommene polizeiliche Ermittlung ergeben.___________________ Sprechstunden der wcoathon. 11.30 bis 12 30 Uhr. 16 bi» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Holzversteigerungs - Termine. Ftettag, den 9. Danuar. Versteigerer: Stadtgemeinde Gießen. Versteigerungsort: Licher Straße, am Forsthaus Hochwart. 9.30 Uhr. r m ri . Versteigerer: Forstamt Eichelsdorf. Versteigerungs. ort: Gastwirtschaft Ronthaler zu Langd. 10 Uhr. * Mehlpreise rhöhung. Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl Spezial 0 am 7. d. M. wieder um 25 Pf. auf 42,25 Mk. ab Mühlenstation erhöht. * Detriebseinschränkungen bei den Burger Eisenwerken. Die ungünsttgen Verhältnisse auf dem Daumarkt zwingen die Burger Eisenwerke GmbH, in Burg (Dillkreis) zu Bettiebseinschränkungen, wodurch voraussichtlich 50 Prozent der Belegschaft zur Entlassung kommen werden. Ein weiterer Grund für diese Maßnahme ist in der saisonmähigen Geschäftssttlle im Ofenhandel zu suchen. . <■ Deutsche Hypothekenbank in Meiningen-Weimar. Das Institut ernvftehlt zum Anlagetermin 7prozentige. bis zum 1.2lpri(1936 unkündbare Pfandbriefe Emission XXV. Die Pfandbriefe. die in Thüringen Mündelsicherheit genießen, werden an den Börsen in Berlin und Frankfurt zur Zeit mit 96,75 Prozent notiert. Rach der kürzlich durchgeführten Bereinigung mit der Norddeutschen Grund-Credit-Bank in Weimar verfügt die Deutsche Hypoth kenbank bei einem Eigenkapital (Grundkapital und offene Reserven) von 28 Millionen Reichs- mark über einen Darlehnsbestand von 550 Millionen Reichsmark. Die Bank, bekannt unter dem Namen „Meininger Hypothekenbank" als eine der ältesten deutschen Hypothekenbanken, läßt sich insbesondere auch die durch die zentrale Lage in Mitteldeutschland gegebene Pflege des Kleindarlehnsgeschäfts angelegen fein. Im übrigen fei auf den Anzeigenteil verwiesen. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 8.Jan. Tendenz: schwächer. Die festere Haltung der gestrigen Abendborse konnte sich heute im Vormittagsverkehr nicht mehr behaupten. Die Börse eröffnete zu den ersten Kursen in erneut abgeschwächterer Haltung. Ein Druck auf die Stimmung wurde von neuem durch die Kursabschwächung von Svenska um 11 Mark aus« geübt, die als Folge der weiter bevorstehenden Kapitalerhöhung der Gesellschaft anzusehen ist. Der- stimmend wirkte vor allem noch der Streik in Ober- schlesien. nachdem man über die teilweise Beilegung des Konflikts im Ruhrgebiet befriedigt war. Das Geschäft war im ganzen klein, doch waren fast durchweg wieder Kursrückgänge festzustellen. Starkes Angebot bestand am Markt der Kunstseideaktien. Der ungünstige Abschluß bei Bemberg wirkte weiter nach so daß Aku 4 v. H. und Bemberg 3 v. H. verloren. Am Markte der Elektrowerte stellte sich AEG. 1,75 v. H. niedriger, Schuckert um 2 v. H. und Siemens 2,5 v. H. niedriger, Felten konnte dagegen leicht anziehen. Licht & Kraft waren selbst unter Berücksichtigung des Dioidendenabschlusses noch 1,25 v. H. schwächer. J.-G.-Farben verloren bis zu 0,25 v.H. Am Montanmarkt wiesen Rheinstahl 1,5 v. H., Gelsen- kirchen 1,25 v. H. Verlust auf. Salzdetfurth konnten sich gut behaupten. Süddeutsche Zucker tagen in Bewirtungen der ungünftiaen Ausführungen im Geschäftsbericht dieser Gesellschaft 3 v. H. schwächer. Am Bankenmarkt konnten sich Reichsbank und Barmer Bank 1 v. H. befestigen, während im übrigen Verluste bis 1.5 v. H. eintraten. Schiffahrtsaktien 1 v. H. niedriger An den übriaen Märkten herrschte infolge der Orderlosigkeit Geschättsstille. Von Anleihen zogen Attbesitz etwas an, Ausländer ohne Interesse. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig bei meist unveränderten Kursen. Im Verlaufe blieb das Geschäft klein, und die Kurse lagen auf dem ermäßigten Niveau wesentlich unverändert. Die Stimmung war jedoch uneinheitlich. Svenska er^ab nach einer vorübergehenden Erhöhung um 2 Mark mit 232 Mark einen neuen Tiefstand. Der Geldmarkt war weiter leicht Taaesgeld unverändert mit 3,5 v. H. Am Devisenmarkt eraaben sich keine nennenswerten Veränderungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4 2022, aegen Pfund 20,3991 London gegen Kabel 4.8550, Baris 123,69. neaen Mailand 92,74 aegen Madrid 45,80, gegen Schweiz 20,05, gegen Holland 12,0620. Berliner Börse. Berlin, 8. Jan. Die freundlichere ©timmuna. die an der gestrigen Tagesbörle und auch noch Mi Beginn des heutigen Vormittagsverhrhrs geherrscht hatte, mußte später einer stärkeren Unsicherheit Platz machen und schlug zu - 8,8 - 13,13 -i 6,85 Dummer 9. Was soll man nun hierzu sagen, wenn man die Vorgeschichte kennte ja wie wir, sie als Leidtra- , genta schon einmal mitgemacht hat? Bei den | heutigen schweren Zeiten wäre es doch vielleicht angebracht, daß die Behörde mehr Rücksicht auf f den Geschäftsmann nähme, denn durch diese erneute älmnumerierung haben wir doch immerhin allerhand älnkosten aufzunehmen, um unsere Drucksachen usw. wieder in Ordnung zu bringen. Vielleicht entsteht auch noch mancher sonstige Geschäftsschaden, tar uns heute noch nicht voll und ganz bewußt ist. . Ein Geschäftsmann des Nordviertels. e Das Eingesandt über die Aenderung der Haus- ,< nummern in der Kaiserallee im „Gießener Anzeiger" vorn 5. Januar zeigt, wie groß der Unwille der Bevölkerung über diese wiederholten Aenderungen ist. Man kann wirklich nicht verstehen, daß man z. ’-ö. die Zahl der freien Nummern für einige unbebaute Plätze von 10 auf 8 verkleinert und dadurch die Umnumerierung der nachfolgenden Häuser notwendig m $ßenn die Stadtverwaltung die Aufgabe hat, diese Aenderungen der Hausnummern, die in Darmstadt vorgenommen werden sollen, den Hauseigentümern mitzuteilen, hat sie sicher auch das Recht, gegen unnötige und wiederholte Aenderungen Einspruch zu erheben. ” Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 9. Januar. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.30 Uhr punttüchk Abendandacht für Studenten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 10. Januar. Dor» abend: 4.45 Uhr; morgens 9; abends 5 und 5.40 Uhr. Israelitische Religlonvgefellschaft. Sabbaifeter den 10. Januar. Freitag abend 4.23 Uhr; Samstag vor« mittag 8.30; nachmittags 4-55; Sabbatausgang 5.40« Wochengottesdienst: morgens 7.10; abends 4 Uhr. Ainlt- Rott. Buen-AireS Brss.-Antw. Christinnia - Zopen Hagen Stockholm ■ Hcllinafors. Italien. . . London. . . Wcunort .. Paris.... Schweiz .. Sparten. . Japan . . . wo de Jan. Wien in D.- Ceft. adgest. Prag . . . . Belrrad .. *buoap:fi. . Bulgarien . l'iffabon . . Danzig. . . Sonft-ntm. Iben. . . Canaoa . . Uru uay» . Cairo ... etwas. Etwa 20 Meter von dem Auto entfernt überquerte ein Mann die Straßes Diesem wich das Motorrad nach rechts aus und rannte direkt in das entgegenkommende Auto hinein. Beide Motorrad- ahrer waren tot. Der Zusammenstoß erfolgte auf der rechten Seite der Straße. Der Sachverständige erklärte, nur den Angeklagten treffe die Schuld an dem Zusammenstoß. Der Staatsanwalt schloß sich diesem Gutachten an und forderte in längeren Aus- ührungen mit Nachdruck die Verurteilung des llutoführers. Das Gericht schloß sich diesem Standpunkt an, hob das freisprechende Urteil auf und erkannte auf eine Gefängnis st rafe von 4 Monaten. Es könne kein Zweifel sein, daß der Autoführer zu weit nach links gefahren sei; er hätte sich aber rechts halten müssen, dann wäre der Unfall vermieden worben, da noch überreichlich Platz zum Ausweichen gewesen sei. Der Angeklagte habe die Vorschriften der Kraftfahrverkehrsordnung verletzt, namentlich dadurch, daß er, der die Motorrad- | ahrer schon von weitem gesehen, darauf losgefahren ei. Er hätte entweder halten, oder doch so langsam ahren müssen, daß er jederzeit halten konnte. Die Inbestraftheit des Angeklagten und der Umstand, daß er selbst den Tod der zwei Motorradfahrer aufs tiefste bedauere, hätten das Gericht bewogen, die Strafe- nicht allzu hoch zu greifen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Medaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Sßeranttbörtung.) And abermals die Aenderung der hausnummernk ■.tranftun a. di. I 25enin Schluß«! 1-Uhr« I Schluß« i Anfang* Mrs । Kurs | hirel I Kurs Oalum I 6% Seutttfte Reich-ante ihr von 1927 ......... ’.% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .......... Deutsche 9InU2ötol.-(5d)un> mii Auskol.-Rechlcn....... LeSgl. ohne Auoloi.-Rochts . . £% Hcll. yoUifioat von 1929 (rüdtäblb. 1O?%)...... Lberhciirn T-rov in,. Anleihe mii auzloi^Srditen...... Seuildie Kumm. LammeiaLl. tttnielbc Gerte 1....... 8% firanlf. Hnp.-Bank Voldps« XJII unfüDbbar dir 1984 . . . 7% grantl. Hvp.-Bank Goldpse unlänbbor bU 1932 ..... 4yt% Rdciniiche Hyp^Baal Ltyu. Golvpse......... 8% Pr. LandeSpsandbriesanftcük, -Slanobdck 1H.I9...... 8% Pr. LondrSpiandbriesanstalt, Komm.«Ldl.R. 20...... 7% Pr. Landesu'andbriesanstall, Planvbriese R. LI...... 7IE.G- abg. B m^negS-Obligatio- nen, rückzahlbar 1932 ..... 1 •Jranrrun a. 2)1.1 Äerlin Sranffurt a. M. Serlin Ech-uß-i 1-Uhr- kurs I K rs Schlußkurs Anfang- Kurs vchluß« kurs 1-Uhr- Kurs vchluß- kurs Anfang» Kurs Datum | 7.1 8-1 71 8.1. Datum 7-1 8 1 7-1 8-1 Homvurg-Ämerita Later . . .71 Hamburg-Südam. Dompslchiss. 8 (xmia Dampsschist.....10] Norvdeuycher Lloyd.....S Allgemeine TcuilcheCredtiavst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgelellschaft . 12 Commen» und Prioat.Bant . 11 Darmstädter und Nationalbant 12, Deutsche Bar>k und DiSconw-Geiellschast, ... 10 Dresdner Bant......10 Reichsbant........12 ALB............6 Bergmann.........9 Elettr. LieferungSgesellschaft. 10 Licht und Straft......10 gellen & Guilleaume . . . iyt Gesellichalt für Elektrtfche Unternehmungen .... 10 Homburger Elektrizitäts-Werks 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlemche Elektrizität. ... 10 Slinilkert L Eo.......11 Siemens S HalSke.....16 Vabmeti« & So.......10 BnderuS.....•••••& Eiiener Steinkohle ...... e> Gcljcnkirchener ....... 8 Harpcncr...... • . . 0 Hoeich Ellen........6'/» Iile Bergbau ....... 10 nlötfncrrocrte..... 2 Köln-Neuellen....... ? ManneSmann^Nöhre« • • • • 7 ManSselder Bernbau.....1 Obcrlchici. Eiienbedars .... 6 1 Oberlchlcj. Kokswerke.....7 | Phviiir Bergbau...... 6/i 1 Rheinische Brmmkohlen • . 10 1 Rheinslahl.........6 1 Riebeck MoatWV 62,5 62,65 98 100 120 111 145 111 111,25 234,5 92,25 93 111,5 76 92,5 115 110,5 147 114 46,25 60,9 82 76,5 164 55 62,5 33,5 34,5 57,25 150 68 61,75 101 111 143,5 110,5 111 235,25 90,5 101,25 77 91,5 108,5 144,5 66,5 62,5 153 62,75 98,4 100 120,75 111 144 111 111 233,5 91,65 107,5 92.5 110,75 76,5 91,9 107 114 101,5 110 146,25 124 113 46,5 60 82 76,5 63,5 164,5 55,25 69,5 62,5 33,75 34 67,13 57,13 150 67,5 75,13 61,75 149 118,25 61,75 93,4 101 120.75 111 144 111 111 235,75 91,5 90,5 102 76,5 61,5 105,25 100,5 109 146,25 58,75 81,5 76 62,13 61,13 34,75 65,75 56,5 149 67 Beretntnte Stahlwerke ..... Otavi Minen......16’/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. G. Farben.Iudustris. . . 12 Goldschmidt .....b Metallg.'ieUjchaft. ...... S PhilivV Holzmann ...... 7 Zementwerk Heioelbcrg . . 10 Cemcntwerk Karlstadt. . . . 1° Waytz & Freytag ...... 8 Schultheis Pahenhofer ... 16 ................. Aku...........18 Zellstoss Waldbos .... 13V. Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser • • • 8 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum...... Nat. Automobil . ...... 0 Leonhard Tietz ...... 10 /frankfurter Maschine« • • • • < Grttzner..... .... 6 Heyliaenstaedt ....... 0 ZunghanS..........6 Lechwerke. ......... 8 Mainkraftwerke Höchst a. M.. .8 Miag...........10 Gebr. Roeder.......10 Loigt & Haessner ...... L i Süddeutsche Zucker . . » . 10 58,5 129 135 197,5 127 128 35 45 67 71,5 69 40 53 45 91,5 73 22 102,5 101 250 15 32 63,25 63 — — 136 2 L 2 ei i i ist i 11 11 i i is i i i ! ! ss i i iiii iima ^i । । । 58,25 32,13 128 135,75 196,75 126 61,75 35,5 45 67,25 71,75 42,25 147 127,25 51 47 92,5 70,4 79 102,25 22,4 102,9 30 42 102 246,75 15,25 30,13 32^4 62,5 148 136,25 58 32 133,25 196 125,25 44,75 67,5 70,13 146,65 49 43,5 91,5 70,5 79 103 22 101,75 41,5 102 235,5 i ” (Seid TT83 4,203 58,40 58,64 111,90 112,34 20,35 20.43 16,443 16,503 168,71 169.39 21,92 2?.00 111,90 ' 112.34 58.88 59.12 2.475 2,495 112,18 112.62 81,37 81.69 44,26 44.44 12,40 12,46 73,19 73.49 7. Januar 8 Januar Amtliche Notierung Seio s >■ Amtliche Notierung (Sen 1 ätu 168,97 169,31 168,96 169,30 1,305 1,309 1,306 1,310 58,56 58,68 58,56 58,68 112,18 112,40 112,19 112,41 112,17 112,39 112,18 112,40 112,35 112,57 112,34 112,56 10,56 10,58 10,563 10,583 21,98 22,02 21 ,98 22,02 20,379 20,419 20,382 20,422 4.1975 4,2055 4,1980 4,2060 16,473 16,513 16,47 16,51 81,34 81,50 81,37 81,53 44,61 44,69 44,51 44,59 2,078 2,082 2,078 2,082 0,376 0,378 0,381 3,383 59,04 59,16 59,04 59,16 12,442 12,462 12,444 12,464 7,424 7,438 7,425 7,439 73.37 73.51 73,35 73,49 3,040 3,046 3,039 3.045 18,81 18,85 18,82 18,86 81,46 81,62 81,44 81,60 1,784 1,789 1,784 1,789 5,435 5,445 5,437 5,447 4,181 4,189 4,182 4,190 2,927 2,933 2,927 2,933 20,90 20,94 20.90 20,94 W" „ffuti r-z.Ä SS fee 91U5 die!'-lN Venen seme W Oer Mi Zu der gestern Dienstmädchens Seemen durch Nidder zwischen wir weiter, de 21 Jahre alte l Altenstadt, der b .hast genommen . ßaftbesehl sängnis in Orten leugnet bis j streitet er, irgend chen gehabt zu l Lektion der Leic in gesegneten Um sache dürfte wohl zu erblicken fein, Anwaltschaft zur? l'chen Ermittlung Zur Zett mit Naci WM i.i'11 Strait* SrM* b'‘u, eines gni>ern . Eisemroth v- nehmen oufgtta", Exporthaus die Presse gmg, Unternehmer an Auslandes Anz >! rätfel enth'-l Wörtern, aus oe. werden mutzte, „Metz" ergaben. Besonders ark b jungen beteiligt. Jeher Löser he« 1 flfarf ein)B|en einen „prach^ eher eine »elegi Mahagoni erhaiil wartschast aus hl slallsindeode lofung verblli Ms Mrleinsan an der Mnausli Geflügelaus zuchtvemns ■> Z^chtverein .Aörd ^sen), beranftati «aale von @aftt tzne 1. Allgeme Ausstellung, die dies, tour mit v, wö Louge, ä J’Ser. OBtt&ör krmmgsnummern Ehrenp Äfes &'*«» Lchmidt ZM W LK TÄ &Ä ^UhotD*ecf.8.- voller »O und Ch ?? 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Der den n Ware es doch vielleicht Hörde rnchr Rücksicht aus me, dem durch diese er« haben wir doch immerhin uszunehmen, um unsere : in Ordnung zu bringen, noch mancher sonstige Se- heute noch nicht voll und :nM Aordvierlels. Mriditffl. >e Gemeinden. ebVojsS Uhr Pünttlichl nten. ie Gemeinden. gemeinte. Sottesbitnft i" Ws.l»-5“rf n9 a- abends 5 unb 5.40 W cabbatfeur den Wffc; Sams« ^7.10;-** MS TiäT 58,40 111.00 20,35 16,443 168JI 21,92 111,9 58^ 2,475 112,18 81-87 44,26 12,« 73,19 rrlia^ ____ ME "Ml h309 58,68 112.8° ii -S 10.5« 22,02 20,41? 4,2055 16,513 81-50 44.6? 2,082 0,378 59,16 12,462 7,4« 73,51 3,0« 18- 81-62 1,78? ,44 4,1« 2 933 ,94 'S 112.8 112-34 10-563 21.98 20,382 4,1980 16- 81.37 44,51 2,078 0,381 59,04 Ä 18.Z 81-44 1,784 5,437 4,18 2,92? 20,90 59,16 12.464 7,439 fl,49 3.0« 18,86 81-g 1,7*2 (4 A 1,310 58,6? 112- 112.4° 112.« 10.5« 22.« 20,422 4.2060 16, 81. 44. 2-062 3,383 ~T203 58,64 112,34 20.43 16.503 169.» 22.00 112.34 59.12 2.495 112.62 81.« 44.« 12,46 73.49 jtatifurtiS- —---Srld Umfangreicher Zigarettenschmuggel. Oie Zentrale in Frankfurt am Main. Frankfurt a. M., 7. Ian. (WEN.) Einer internationalen S chm ugglerbande von riesigen Ausmaßen ist die deutsche Zollfahndungsstelle auf die Spur gekommen. Bor einigen Tagen wurde auf dem Trierer Hauptbahnhof ein Mann verhaftet, der jede Woche mehreremals über Trier nach Luxemburg reiste. Zuerst fand man bei ihm nichts; als man aber das Eisenbahn« abteil untersuchte, entdeckte man Behälter, in denen lOOOO geschmuggelte Zigaretten enthalten waren. Diese Bgältet waren so geformt und uoter- ^ebracht, daß es aussah, als ob sie zur Einrichtung des wagens gehörten. Aus diesem Grunde waren sie bisher auch nicht entdeckt worden. Der Schmuggler gab sie dann auf verschiedenen kleineren und größeren Stationen, an * denen seine Helfershelfer warteten, heraus, und dann gingen die Zigaretten nach Frankfurt a. M., wo sich die Zentrale befindet, und von da nach anderen Großstädten, wo schon seit Monaten ein umfangreicher Berkaus geschmuggelter luxemburgischer und belgischer Tabakware'n beobachtet worden war. Der eine sestgenommene Schmuggler hat allein mehrere hunderttausend Zigaretten geschmuggelt. Dos gleiche taten aber noch andere Schmuggler, auch an anderen Grenzübergängen als Trier. Man nimmt an, daß die großen Massen der Zigaretten nachts mit Nachen über den Grenzfluß Sauer befördert, oder mit Drahtseilen in wasserdichten Gefäße n durch den nicht breiten Fluh gezogen worden sind. Weitere Verhaftungen in der Sache stehen bevor. In Berlin soll sich ein Hauptlager der geschmuggelten Waren befunden haben. Das Gel- auf -er Straße. Was man durch Preisrätsel entnehmen kann. W2N. Dillenburg, 7. Jan. Wer glauben möchte, daß das Geld heute nicht mehr auf der Straße liegt, der muß sich durch eine interessante Geschichte, die aus dem Dillkreis berichtet wird, eines andern belehren lassen. In der Gemeinde Eisemroth hatte sich vor kurzem ein Unternehmen aufgetan, das sich stolz „W e st d e u t s ch e s Exporthaus" nannte. In einer Notiz, die durch die Presse ging, wurde behauptet, daß die beiden Unternehmer an ungezählte Zeitungen des In. und Auslandes Anzeigen sandten, die ein P r e i s - raffel enthielten. Das Rätsel bestand aus vier Wörtern, aus denen je ein Buchstabe genommen werden mußte, die zusammengesetzt das Wort „Metz" ergaben. 25 OOO Lösungen gingen ein. Besonders stark war das Ausland an den Lösungen beteiligt. Jeder Löser des Rätsel» wurde aufgefordert, 7 Mark «lnzusenden. Dafür sollte er entweder einen „prachtvollen" photographischen Apparat, oder eine „elegante" Standuhr aus Pascha- Mahagoni erhallen, zugleich aber auch die Anwartschaft auf die in spätestens drei Monaten stallfindende Verlosung des mit der Rätsel- lösuug verbundenen Preisausschreibens. Wer 7 Mark einsandte, konnte aber immer noch nicht an der Riesenauslösung teilnehmen. Er mußte wiederum eine Broschüre „Der drohende zweite Weltkrieg" für 2 Mart kaufen. Schon die erste Aufforderung auf Einsendung von 7 Mark brachte den beiden Unternehmern rund 21 000 Mark. Jetzt aber griff die Limburger Staatsanwalt« schäft ein, die durch Beamte der Frankfurter Lan« deskriminalpolizei das Exporthaus aushob. Es kamen dabei allerhand Dinge ans Tageslicht. Die Unternehmer kauften die angepriesene Standuhr f ü r 1,65 Mark und den Photoapparat für den gleichen Preis und setzten sie für 7Mark dann ab. Wie nun die Inhaber des Westdeutschen Exporthauses in einer Zuschrift an die „Dill-Zeitung" erklären, seien tatsächlich 25 OOO Lösungen und 21 OOO Mk. eingegangen. Es sei auch wahr, daß sie für die Gegenstände durchschnittlich 6,50 Mark verlangten, obwohl sie nur 1,65 Mark kosteten (!). Der billige Einkaufspreis erkläre sich in größeren Abschlüssen. Das Angebot der Artikel sei neben dem Rätsel herlaufend erfolgt, und es sei jedem Löser freigestellt gewesen, davon Gebrauch zu machen. Jedem aber, der die richtige Lösung eingesandt habe, sein ein Trostpreis im Werte von 0,50 Mark zugesandt worden. Keiner der Kunden sei b c - trogen worden. Der Mord bei Ortenberg. Zu der gestern bereits berichteten Ermordung des Dienstmädchens Martha Peppel aus Ober- Seemen durch Ertränken des Mädchens in der Nidder zwischen Ortenberg und Selters erfahren wir weiter, daß als mutmaßlicher Täter der 21 Jahre alte Landwirt Wilhelm Lehr aus Altenstadt, der bereits am Dienstag vorsorglich in Haft genommen worden war, jetzt unter formellen Haftbefehl gestellt und dem Amtsgcrichtsge- sängnis in Ortenberg zugeführt worden ist. Lehr leugnet bis jetzt die Tat, insbesondere bestreitet er, irgendwelche Beziehungen zu dem Mädchen gehabt zu haben. Die gestern vorgenommene Sektion der Leiche ergab, daß sich das Mädchen in gesegneten Umständen befand, und in dieser Tatsache dürfte wohl auch der Anlaß zu der Mordtat zu erblicken fein. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft zur Beerdigung freigegeben. Die polizeilichen Ermittlungen hinsichtlich des Lehr werden zur Zeit mit Nachdruck fortgeführt. Overheffen. Geflügelausstellung -es Geflügelzuchtvereins „Aörbliche Wetterau". > Dettenhausen, 5. Ian. Der Geflügel- zuchtverein „Nördliche Wetterau" (Sih Dettenhausen), veranstaltete am 3. und 4. Januar im Saale von Gastwirt Müller, Dettenhausen, feine 1. Allgemeine Geflügel-Ausstellung. Die Ausstellung, die weit über 20D ‘Hummern aufwies, war gut vorbereitet und wurde rege besucht. Als Preisrichter waren die Herren Leonhard Rouge, Frankfurt a. M„ und Heinrich Jäger. Oberhörgern, tätig. Lieber 1OO Aus- stellungSnummern konnten mit der Rote »sehr gut“ ausgezeichnet werden. Folgende Züchter erhielten Ehrenpreise: Hühner: Italiener, schwarz: Adolf Steul, Dettenhausen; Karl Dlock, Dettenhausen. Italiener, gelb: Konrad Wagner, Muschenheim. Italiener, rebhuhnsarbig: Karl Bogt I., Lich; Richard Schmidt, Ko'benmühle. Italiener, silberfarbig: Gustav Radetzky, Lich. Italiener, weiß: Ernst Kuhl, Inheiden. Reichshühner, schwarz- weiß: Pfarrer Döring, Muschenheim. Reichshühner, weih: Konrad Wagner. Muschenheim. Hamburger, schwarz: Eduard Schäfer, Muschen- heim. Rheinländer: Lehrer Draut. Hattenrod; Wilhelm Diedenkopf, Munster; Heinrich Weisel, Muschenheim. Leghorn, weiß: Jakob Heil, Langsdorf. Barnevelder: Paul Decker, Muschen- heim; Karl Ludwig Albach II., Lich; Otto Müller, Dettenhausen. Whandotten, schwarz: Gg. Müller I., Dettenhausen. Whandotten, weih: Fritz 2lppel, Terstadt. Whandotten. silber: Karl Eise, Lich. Sussex, bunt: Richard Schmidt, Kolbenmühle. Rhodeländer: Heinrich Münster, Hattenrod. Langschan, schwarz: Ludwig Zimmer, Lich. Zucht stamme: Adolf Steul, Dettenhausen: Italiener, schwarz. Wilhelm Dommersheim, Dettenhausen: Italiener, rebh. Ernst Dender, Griedel: Hamburger, schwarz. Grohgeflügel: Dronze-Puien: Ernst Müller, Bellersheim. Zwerge: Sebr!ght, Porzellans.: Karl Müller, Lang-Göns. Tauben: Hess. Kröpfer, blau: Heinrich Seipp, Treis-Mürz:nberg. Hess. Kröpfer, fahl: Heinrich Alles, Oberhörgcrn. Koburger Lerchen, gelercht: Wilhelm Djedenkopf; Münster. Reise-Brieftauben: Heinrich Heinz, Birklar. L*nnDfrc4o (yiefrcn. £ Wieseck. 8. Jan. Unser Mitbürger Johannes Rudolph unb Ehefrau Katharine begehen heute in voller geistiger und körperlicher Frische das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Rudolph war noch bis vor wenigen Jahren als Zigarrenorbeiter bei der Firma Georgi tätig, woselbst er 45 Jahre lang wirkte. Ebenso war seine Ehefrau lange Jahre beruflich in der Zigarrenfabrik tätig. ' Alten -Bus eck. 7. Jan. Der Kegelklub „Gut Hol z" veranstaltete im Vereinslokal Koch seinen diesjährigen Theaterabend, der sehr gut besucht war. Zur Aufführung gelangte ein Schauspiel in sieben Bildern, das reichen Beifall fand. Die neu hergerichtete Bühne unterstützte die Aufführung wesentlich. Das weitere Programm brachte Einakter, die ebenfalls viel Freude auslösten. ^.Lollar. 7.Jan. Am Sonntag fand im Gasthaus „Zum Schwanen" eine Besprechung statt, an der Vertreter aller Kreise der Einwohnerschaft teil« nahmen. Die Besprechung bezweckte die Grün- dung eines Vereins, der sicb die Wahrung der Gemeindeinteressen zur Aufgabe machen und bei Gemeindewahlen als b ü r g e r- kicher Wahlverein auftreten soll. Die Notwendigkeit eines solchen Vereins wurde anerkannt und nach einer Aussprache ein Vorbereitender Ausschuß gebildet. Die Gründungsversammlung soll demnächst einberufen werden. * Ettingshausen. 7. Jan. In der hiesigen Gemeindekasse wurden vor einiger Zeit Unregelmäßigkeiten festgestellt, die dazu führten, daß der Gemeinderechner feines Amtes enthoben und die Verwaltung der Gemeindekaffe dem Gemeinderechner Pein von Riederbessingen übertragen wurde. Rach dem bisherigen Ergebnis der Ermittlungen fehlt in der Kasse ein Betrag von etwas über 3000 Mark, der sich aus Gemeindegeldern der verschiedensten Art zusammensetzt. Die gerichtlichen Ermittlungen find noch im Gange. - Lang. G öns, 7. Jan. Auf der 3. Allgemeinen Hüttenberger Geflügelschau, die vom 9. bis 11. Januar in der Turnhalle zu Lang- Göns stattfinden wird, werden in 450 Nummern über 500 Tiere Geflügel (Zuchtstämme, Hühner, Tauben und Zwerge) gezeigt werden. Zahlreiche An« meldungen mußten zurückgewiesen werden, da der Platz in der Turnhalle nicht gereicht hätte. Kreis Schotten. cl)Hartmannshain,7. Jan. Durch zahlreiche Ueberweisungcn ist die D an k s p e n d e an Vater Bender für das Vater-Bender-Heim auf 3680 Mark angewachsen. Das gut eingerichtete Heim hatte in der letzten Zeit nicht sehr viel Besuch; woran jedoch das ungünstige und unbeständige Wetter schuld fein dürfte. Preußen. Kreis Wetzlar. cZ Krofdorf, 7.Ian. Durch zahlreiche Neubauten in unserer Gemeinde unb durch immer mehr zunehmenden Wasserverbrauch ist man jetzt genötigt, weitere Quellen für öie SBafferlcitung zu erschließen. Zu diesem Zwecke werden gegenwärtig im Gleibachtal, oberhalb der vorhandenen Brunnen Schürfarbeiten ausgeführt, die anscheinend erfolgreich sind, über deren abschließendes Ergebnis aber erst später berichtet werden kann. < Klein-Rechtenbach, 7. Jan. Der G e - meinberat lehnte in seiner jüngsten Sitzung die Erhebung einer Nachtragsumlage für das Rechnungsjahr 1930 ab, da die Steuerkraft der Ein- wohner erschöpft sei und die bisher festgesetzten Ge- meindesteuern nicht eingezogen werden könnten. Schwerer Autozusammenstoß. WSR. Dillenburg. 7. Ian. In einer scharfen Kurve zwischen Breidenbach und Breiden stein ereignete stch ein folgenschwerer Autozusammen stoß. Der von Breidenstein tommenbt Kaufmann Wagner aus Biedenkopf Prallte mit seinem leichten Personenwagen mit einem aus Richtung Breidenbach kommenden Auto aufemanbet. Der Zusammenstoß war so heftig, daß die Vorderteile beider Wagen vollständig in Trümmer gingen. Der Kaufmann erlitt dabei schwere Derlehun gen, so daß er besinnungslos in die Marburger Klinik übergeführt werden mußte. Tö licher Motorradunfall. WSR. Mainz, 7. Jan. Auf der Straße zwischen Finthen und Wackernheim stieß der 20- lährige Motorradfahrer Fritz Ulrich aus Rier- stein, der den Kaufmann Hans Sander auf dem Soziussitz mitgenommen hatte, mit einem württembergischen Lastkraftwagen zusammen. Die beiden Motorradfahrer wurden sehr schwer verletzt. Sander, der ebenfalls aus Rierstein stammt, ist auf dem Transport ins Krankenhaus gestorben. Oie Maus als Kaffenräuber. WSR. A u e r b a ch a. d. D., 7. Ian. Der Wirt des Gasthofes „3ur grünen Aue" machte in letzter Zeit öfters die Wahrnehmung, daß ihm aus der Kasse seines Ausschank-Büfetts von den darin ausbewahrten Papieren regelmäßig welche abhanden kamen. Als er an einem der Weihnachtsseiertage aber die Entdeckung machte, daß ihm ein Zehnmarkschein fehlte, glaubte er es mit einem Svitzbuben zu tun zu haben. Rach längerem Forschen machte ein anwesender Gast den Vorschlag, einmal die Platte von dem Büfett zu entfernen, und dabei entdeckte man den vermißten Geldschein in zerfressenem Zustande in dem von dem Büfett nach dem Keller führenden Kanal, durch welchen die Dierleittmg führt. Eine Maus hatte ihn aus der Kasse geholt und wollte ihn die Dierleitung entlang nach dem Keller in ihr Rest bringen. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 7. Jan. Im Sommer v. I. wurden zur Rachtzeit in mehreren hiesigen Wirtschaften Einbrüche verübt, wobei den Dieben außer Bargeld insbesondere auch noch größere Mengen Rauchwaren in die Hände fielen. Hin die gleiche Zeit wurden auch mehrere Verkaufshäuschen in der Bahnhofstraße erbrochen und in einem Fall außer Zigaretten auch noch 40 Tafeln Schokolade mitgenommen. Als Täter wurden zwei Wanderburschen ermittelt, von denen der eine wegen Diebstahls schon sehr erheblich vorbestraft ist. Die beiden, die sich erst hier kennengelernt hatten und mit entsprechendem Werkzeug ausgerüstet waren, waren sich gleich darüber einig, hier etwas „anzudrehen". In der heutigen Verhandlung waren sie denn auch im wesentlichen geständig, hier vier Cinbruchsdiebstähle gemeinschaftlich aus- geführt und in einem weiteren Fall einen solchen versucht zu haben Mit Rücksicht auf das abgelegte Geständnis und in Anbetracht, daß der jeweilige Wert des Diebesgutes nicht sehr bedeutend war, wurde unter Zubilligung mildernder ^Imstände der eine Angeklagte, der rückfällig war, zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren sechs Monat Gefängnis und der andere Angeklagte, der sich außerdem noch eines Betruges schuldig gemacht hatte, insgesamt zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen einen 62jährigen verheirateten Wann wegen eines an einem schulpflichtigen Mädchen begangenen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Der Angeklagte, der schon wegen derartiger Fälle vorbestraft ist, wurde zu einem Jahr sechs Monat Gefängnis verurteilt. Ein ehemaliger Angehöriger des hiesigen Bataillons, der zur Zeit wegen Fahnenflucht eine längere Freiheitsstrafe verbüßt, hatte seinerzeit einen Vorgesetzten, der ihn wegen Achtungsver- leyung melden wollte, bedroht. Da dem Angeklagten heute nicht ausreichend nachzuweisen war, daß er durch die Drohung seinen Vorgesetzten von der Erstattung der Meldung abhalten wollte, konnte er nicht wegen Widersetzung, sondern nur wegen Bedrohung eines Vorgesetzten in bezug auf eine Diensthandlung bestraft werden. Das Gericht erkannte gegen ihn auf vier Wochen geschärften Arrest. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. -DasArntsverkündigungsblattNr. 1 I vom 6. Januar enthält: Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. — Bekanntmachung zum neuen Weingesetz. — Ordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen. — Einführung der Biersteuer in der Gemeinde Allendors a. d. Lahn. SJ.-fporl Die Deutsche Turnerschafi im Lahre 1931. Das Jahr 1931 wird im Rahmen der Deutschen Turnerfchaft eine Anzahl bedeutungsvoller Ereignisse bringen. Zu diesen gehören zunächst einmal Die großen Meisterschaftskärnpfe der Deutschen Turnerschaft, die Überlieferungsgemäh durchgeführt werden. Es kommen zum Austrag: Am 26. April in Essen die Gerätemeister- schaften, die insofern einen Höhepunkt dar- stellen, als dort die hundert besten Kunstturner der Deutschen Turnerschaft ihre Kräfte messen werden. Am 28. Juni gelangt dann die Handball m e i st e r s ch a f t zur Durchführung, die erstmalig gemeinsam mit der DSB. in Verfolg der Einigungsverhandlungen ausgetragen wird. Am 2. August wird das Mannschafts- wäbelfechten zur Entscheidung kommen, das diesmal an die Stelle der Cinzelmeisterschäften tritt. Im August sollen dann die Volksturn- meisterschaften der Deutschen Turnerschaft, voraussichtlich in Berlin stattfinden, auch gemeinsam mit der DSD. f. L., so daß zum erstenmal Meisterschaften vor sich gehen werden, die mit Recht den Anspruch auf wirkliche Deutsche Aleislerschaslen erheben können. Am 22. und 23. August folgen dann die Schwimmei st erschaften der Deutschen Turnerfchaft in Halberstadt, am 6. September die Vereinsmeisterschasten im Voltsturnen und am 12. und 13. September die Meisterschaften in den Sommerspielen und im Tennis. An diesen werden sich auch im Faustball und Schlagball die besten Mannschaften der DSD. beteiligen. Darüber hinaus werden fast sämtliche 18 deutsche Turnkreise größere Veranstaltungen durchführen, die in erster Linie als Ausscheidungen für die Meisterfchaftskämpfe der Deutschen Turnerschaft gedacht sind. Auch einige Kreisturnfeste dürften zur Durchführung gelangen, soweit die wirtschaftliche Lage dies zuläßt. Fest steht bereits, daß der Turnkreis Thüringen vom 10. bis 12. Juli in Erfurt sein Kreisturnfest begehen wird. Aber auch sonst wird eine große Anzahl von Städtetreffen, Wettkämpfen, Gauturnfesten, Bergsesten, Staffelläufen, Wettschwimmen, Wettfechten sowie Volksturnwettkämpfen Zeugnis ablegen von der Dielseittgkeit und Leistungshöhe in allen von der Deutschen Turnerschaft betriebenen Tlebungsarten und Wettkampfzweigen. Die erzieherische Arbeit und Lehrarbeit der Deutschen Tumerschaft wird in den Vortu rne r t re f f en gipfeln, die erstmalig 1931 in sechs Kreisgruppen zur Durchführung gelangen. Aber auch sonst wird trotz der ungünstigen Wirtschaftslage gerade die Lehrarbeit nach wie vor mit Rachdruck Förderung finden, denn der Detrieb der Deutschen Turnschule in Berlin, der sich als außerordentlich segensreich für die gesamte Ausbildung des Führer- und Vorturnernachwuchses in der Deutschen Turnerschaft erwiesen hat, wird nicht nur in vollem Umfange aufrecht erhalten, sondern durch Erhöhung der Teilnehmeizahlen und durch die Einführung von Sonderlehrgängen noch beträchtlich erweitert werden. Endlich fei auch noch der großen Tagungen der Deutschen Turnerschaft im Jahre 1931 gedacht. In den Tagen vor Pfingsten wird die Pressetagung der Deutschen Turnerfchaft in Worms stattfinden, nach Pfingsten schließt sich die Kreiswartetagung in Stralsund an. Hier werden sämtliche Fachwarte der Deutschen Turnerschaft, die in 18 Turnkreisen tätig sind, sich zu einer großen Tagung vereinen, die den Grund für die Gestaltung der technischen Arbeit in der Deutschen Turnerschaft während der kommenden zwei Jahre legt. Den Höhepunkt der Tagung aber bildet der Deutsche Turntag, der am 28. und 29. August in Danzig durchgeführt wird. Der Deutsche Turntag ist die höchste Behörde der Deutschen Turnerschaft. 300 Abgeordnete aus den 18 deutschen Turnkreisen gehören ihm an. Don seiner Entscheidung ist die Gestaltung der ganzen tumerschaftlichen Arbeit im Jahre 1932 und 1933 abhängig. Wintersportprogramm des Sonntags. Geeignetes Wetter vorausgesetzt, werden die Win. tersportler mit einem großen Programm aufwarten. Die Terminliste verzeichnet: Skistaffellauf Brocken— Altenau, Skimeisterschaft von Salzburg in Werfen, Oberlandlaufen in Schliersee, Jubiläumssportwoche in Engelberg, Oberschlesierlauf bei Bad Reinerz, Weltmeisterschaften im Viererbob in St. Moritz, Deutsche Iunioren-Bobmeisterschaften in Hahnen- klee, Deutsche Meisterschaften im Zweier- unb Viererbob in Wintersberg, Oesterreichische Schnellaufmeisterschaften in Wien, Oesterreichische Herren-Kunst- laufmeisterschaften in Innsbruck, Ostpreußische Eis- Hockeymeisterschaften, Südwestdeutsche Eishockeymeisterschaften in Frankfurt. Verlegung der Deutschen Eislauf-Meisterschaften. Die für das Wochenende vorgesehenen Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlauf und Eisschnellauf mußten jetzt wegen der ungünstigen Witterung verschoben werden unb kommen vom 16. bis 18, Januar in Hamburg zum Austrag. Frihi Burger bleibt Meisterin. Auf der in gutem Zustande befindlichen Eisbahn in Mödling bei Wien kam am Dienstag die österreichische Eiskunstlauf-Meisterschaft der Damen zur Durchführung, 'die Fritzi Burger mit Erfolg verteidigte. In einem umrahmenden Senioren-Kunst- laufen um den Gurschner-Preis siegte Dr. Distler vor Bernhauser und Hartmann. Alemannia WormS schwer bestraft. Für die Vorkommnisse, die sich am 30. Rov. im Anschluß an das Verbandsspiel gegen Wiesbaden auf dem Wormser Alemarmiaplahe abspielten, erhielt der Verein jetzt eine Platzsperre von drei Monaten. Die Spieler Christ, Ebert Und Thalmeyer wurden drei, sechs bzw. zwölf Monate disqualifiziert. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. To. Ahbach I — To. Dorlar I 1:3. Die Ueberlegenheit der Platzbesitzer hielt in diesem Kampfe nicht während des ganzen Spiels an (rote berichtet), sondern äußerte sich lediglich in der zweiten Halbzeit. Kurze Sportnotizen. Deutsche Eishockeysiege gab es in Arosa und Zürich. In Arosa siegte Brandenburg Berlin über Star Lausanne 5:0 und in Zürich B^C. über Davos 5:2. * Für das Frankfurter Sechstagerennen wurde jetzt der Holländer Pijnenburg und der Breslauer Rieger verpflichtet. Damit stehen, nachdem der Holländer Piet van Kempen bereits engagiert ist, die ersten drei Teilnehmer für die Frankfurter „six days" fest. (Schluß des redaktionellen Teils.) Ber-auungsstörungen. Die man fie beseitigt. Von Dr. med. Griebel, Frankfurt a. M. Bei normaler Verdauung werden die wertlosen Nahrüngsrcste und verbrauchten Säfte, die sich im Darrn angesammelt haben, durch regelmäßige Entleerungen aus dem Körper entfernt. Bleibt jedoch der Stuhlgang infolge von Verstopfung aus, so werden die Schlacken des Stoffwechsels zu lange im Darm zurückgehalten und bilden den günstigsten Nährboden für Fäulnisstoffe und Darmgifte. Diese können in das Blut einbringen und viele Beschwerden Hervorrufen. Mattigkeit, Angstgefühle, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit sind häufig nur auf ungenügende Stuhlentleerung zurückzuführen. Deshalb muß man mit größter Sorgfalt darauf achten, daß die Verdauung stets in Ordnung ist. Stellen sich Unregelmäßigkeiten ein, dann empfiehlt sich der Gebrauch eines pflanzlichen Abführmittels. Eines der besten Mittel find Apotheker Richard Brandfs Schweizerpillen, die man in allen Apotheken erhält. Infolge ihrer rein pflanzlichen Zusammensetzung be- fettigen sie Verdauungsstörungen mild und angenehm. Sie wirken zuverlässig und sind auch bei längerem Gebrauch vollkommen unschädlich. 117V wm®R «ft J upÄusvepkau Damen-Wettermantel,marineund Q 7E beige, mit Futter.................... U. I U 1 Restposten 1 Restposten 1 Restposten 1 Restposten 14.50 19.75 24.50 Damen-Mflntel, uni u. gemustert, mit Biberettekragen, gefüttert...... gute Ottomane-Mantel, mit Pelzkragen, schwarz und marine........ nachtblaue Velourmantel, m. gr. 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