Nr. 286 Erstes Blatt 181. Jahrgang Montag, 7. Dezember 1931 Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugrpreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unterSammelnummer225l. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Stantfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitüts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulsttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot,- für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Der neue Kurs in -er Ofihilfe. Reichsminister Schlange-Schöningen verteidigt vor dem Mikrophon fein Rettungswerk Berlin, 5. Dezember. (WTB.) Reichsrninistcr Schlangc-Schöningen hielt im Rundfunk eine Rede über die Osthilfe, in der er unter anderem ausführte: Selten hat eine Maßnahme der Regierung einen so lebhaften Meinungskampf weit über die unmittelbar beteiligten Kreise hinaus entfesselt. Und das ist gut so. Die nationalpolitische Gefahr im deutschen Osten kann nicht genug erörtert werden. Man hat die Notverordnung in dem einen Lager einen antikapitalisti- schcn revolutionären 2t f t genannt. Ich frage: Was ist heute revolutionär? Leben wir nicht in der größten chronischen Revolution aller Zeiten? Man hat auf der anderen politischen Seite von einem Siege des reaktionären Großbesitzes gesprochen. Ich erkläre nur: Ich tue das sachlich Erfoderliche ohne Ansehen der Person und der Familie ohne Rücksicht auf Kapital- und Morgengrößen. Weder enthusiastische Jubelschreie nach Widerstand und Ablehnung werden mich an dem beschrittenen Wege irre machen. Uebrigens hat mir keine r der wohlwollenden obtt der absprechenden Kritiker einen besseren Weg gezeigt. Ich habe mich als Privatmann stets zu dem Wort bekannt: Im Anfang war die Tat — ich werde an verantwortlicher Stelle darin nicht mehr umlernen. Man hat die Notverordnung einen schweren Eingriff in das Privateigentum genannt, von einer Vernichtung des Rechtsgefühles, non entschädigungslosem Enteignungsverfahren gesprochen. Es ist nicht an der Zeit, sich mit überspitzten juristischen Dogmen auseinanderzusetzen; das Lebensrecht der Ration verbietet heute mehr denn je jedes leichtfertige Spielen mit dem Inhalt des Satzes: Fiat justitia pereat mundus! Jüt mich stehl heute zunächst nurein Recht, nur eine Pflicht im Vordergründe: Die Rettung dieses Volkes. Dahinter werden wahrscheinlich viele andere Rechte und ganz gewiß alle Vorrechte zurücktrete»» muffen. Ls ist ein verbrechen am ostdeutschen Bauern. am kleinstädtischen Gewerbetreibenden, am Land- und Industriearbeiter, wenn wir Henle noch die törichten Hoffnungen erwecken, als ob die wirtschaftlichen Verhältnisse der Vorkriegszeit wiederherzustellen wären, als ob der östliche Landwirt 12 bis 20 v. h. Zinsen zahlen könnte, als ob der Landarbeiter in seinen Bezügen noch wesentlich geschmälert werden könnte, als ob die Banken vorleil davon hüllen, wenn sie dem Bauern die lehle Kuh aus dem Stalle treiben, als ob die Genossenschaften saniert werden, indem sie die Krankheit der Betriebe verschleiern, als ob Verzweiflungs- stimmung Linderung bringen könnte. Lind weiter: Es ist heute weniger denn je vor dem deutschen Volke zu verantworten, wenn Unfähige und Saboteure in ihren Betrieben auf Kosten der Allgemeinheit er- halten werden. Wer etwa glaubt, sich diesen letzten großen Rettungsversuch versagen zu können, wer etwa meint, sich auf Kosten seiner Gläubiger ein angenehmes Leben verschaffen zu können, wird unter keinen Um st änden die Schutzmittel dieser Osthilfe erhalten. Von Toren und zweifelhaften Elementen lasse ich dieses Gesehes- werk nicht ruinieren. Um so stärker rufe ich die Initiative und die freiwillige Mitarbeit des Berufsstandes auf. MitderKritikalleinist es in dieser schwersten Zeit nicht getan. Ich weih, dah ein Paragraphenwerk nur Grundlage des Handelns sein kann und niemals zum Erfolge fuhrt, wenn nicht dahinter die tatkräftige und volle Mitarbeit aufbauentschlossener Menschen steht. Mit besonderer Lebhaftigkeit ist die Banken- und Händlerwelt gegen mich vorgegangen. Ich verstehe das. Ich bade die Ursache durchaus begriffen, die dort herrschte. Aber ich sage zweierlei dazu: 1. Ich bin all diesen Kreisen in den Ausführungsbestimmungen schon soweit entgegengekommen. daß eine tatsächliche Verletzung von Rechten nicht mehr in Frage kommen wird und 2. ich werde bei der Ausführung des Gesetzes, auf die ja alles ankommt, dafür sorgen, dah sie in äußerster Schonung aller Gerechtsame ausgeübt wird. Im übrigen fcHint mir heule eine ganz grundfählia,e Frage angefaht zu fein, nämlich die. was denn eigentlich in Deutschland volkswirtschaftlich das Primäre ist, die vermittelnde Geldwirtschaft oder die schöpferische Produktion. Und so sehr gewiß eine gesunde Geld- und kre- ditwirtschafl, van der wir übrigens nur noch einen Abklatsch haben, nötig ist. so be- fenne ich mich meinerseits doch zu dem Vorrecht der Urprobuttion, die das Fundament des Volkes und des Staates ist. Mik Erstaune»» habe ich bemerkt, daß einzelne führende Persönlichkeiten des Genossenschaftswesens öffentlich gegen die getroffenen Rettungsmaßncchmen für den Osten demonstriert haben. Um so mehr, als ich mit der größten Genossenschaft des östlichen Genossenschaftswesens, nämlich der Pommerschen Landwirtschaftlichen für die Ostmark. Hauptgenossenschaft, in vollster Ueberein- st i m m u n g gehandelt habe. Ich glaube nicht, daß manche jener Herren, die von dem Osten wahrscheinlich praktisch wenig leimen, der Landwirtschaft mit ihrem Auftreten einen guten Dienst erwiesen haben, und ich weih, dah ich auf Zustimmung aller meiner östlichen Berussgenossen rechnen kann, wenn ich sage: Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, daß unser Genossenschaftswesen, das wir nicht entbehren können, auch diese Zeit intakt übersteht; aber wir wollen das Genossenschaftswesen als Dienerin unseres Berufsstandes auf gefaßt wissen und es nicht zum Selbstzweck werden lassen. vor uns erhebt sich ganz groß die Frage der Sicherstellung des täglichen Brotes im kommenden Jahre. 60 Millionen Deutsche erwarten Berlin, 6. Dez. (WTB.) Reichsinnenminister I Dr. Groener sprach im Rundfunk über die Ver- । anttoortung des Staatsbürgers. Der Minister führte u. a. aus: Vom Staatsbürgertum und seiner Verantwortung in der heutigen Zeit zu sprechen, ist nicht ganz einfach, weil in der Presse aller Richtungen und Schattierungen die öffentliche Meinung in einer Weife zum Ausdruck kommt, die oftmals den Eindruck erweckt, als existiere ein Staatsbürgertum im deutschen Volke nur noch mit antiquarischen Resten. Dem Heimat- tbürger, wie ich den Bürger der älteren Zeit nennen möchte, scheint vielfach ein Parteibürger, ein Verbandsbürger nachge- fvlgt zu fein. Ihm geht die Organisation, die Partei über alles. Aber die Pflichten gegenüber der Allgemeinheit, denen doch der Vorrang gebührt, empfindet er nicht mehr mit der Klarheit der früheren Zeit. Die Verantwortlichkeit des Einzelnen muh gestärkt werden einerseits durch den Einzelnen aus eigener Kraft, anderseits durch Einwirken des Staates. Die Verantwortlichkeit der Partei darf nicht vom Einzelinteresse ausgehen, sondern vom Gesamtwohl im Sinne des Staatsbürgertums. Die Verantwortlichkeit der Regierung muh alle Volksgenossen umfassen. Der geistige Inhalt des Staatsbürgertums muh von dem einzelnen ausströmen als lebendige Kraft bis zur obersten Spitze der Regierung und muß von dieser wieder zurückströmen bis zu jedem einzelnen. Diese Funktion ist in der heutigen Zeit g e ft o r t. Ihren normalen Lauf wiederherzustellen, ist eine der wichtigsten Aufgaben für eine gesunde Entwicklung des Volksganzen. Pflicht der Regierung ist es, zu handeln. Sie wird handeln, wie Sie bald sehen werden, um fest und unbeirrt das notwendige Rettungswerk fortzusehen. Ihr Verantwortungs- bewuhtsein gibt ihr die Kraft, aus ihrem Posten zu bleiben. Sie wird die Flinte nicht ins Korn werfen, vielmehr bis zum Letzten London, 6. Dez. (CNB.) Die Abendblätter beschäftigten sich eingehend mit dem Londoner Besuch des Nationalsozialisten Rosenberg, den sie als zukünftigen deutschen Außenminister einer Hitler-Regierung bezeichnen. Rosenberg soll erklärt haben, mit einer Anzahl von englischen Persönlichkeiten über verschiedene Fragen, darunter auch die einer Streichung d e r Reparationen konferiert zu haben, er stellte jedoch in Abrede, sich bemüht zu haben, Baldwin oder ein anderes Mitglied des englischen Kabinetts zu sprechen. Lieber eine zukünftige nationalsozialistische Regierung habe er erklärt, sie werde seiner Ansicht nach schon in sechs Monaten ans Ruder kommen und keine Diktatur, sondern eine „ft arte verfassungsmäßige Regierung" sein. Zu dem bereits von den Morgenblättern ganz groß aufgemachten gestrigen Interviews Hitlers erklärte er, die Wichtigkeit der Erklärung Hitlers liege darin, daß sie formell gegenüber den Vertretern der Auslandspresse erfolgt sei. Rosenberg hat während seines hiesigen Besuches Llord Lloyd, beit die englischen Faschisten als ihren zukünftigen Führer ansehen, und Walter Elliot, den finanziellen Unterstaatssekretär im Schatzamt sowie Vertreter des Bankhauses Henry Schröder gesprochen. Mit anderen Mitgliedern der Konservativen Partei und Mitgliedern des Ober- und Unterhauses seien Besprechungen in dem konservativen Carlton und dem Junior Carlton-Club gepflogen worden, wo er auch Personen gesehen habe, die an der russischen Frage besonders interessiert seien. „Sunday Referee" gibt den Zweck des Besuches Rosenbergs dahin wieder, daß er sich die Zustimmung der englischen Konservativen zu einer Hitler-Brüning-Koalition habe sichern eine klare sichere Antwort. Man soll mir eines Tages nicht den Vorwurf machen, dah ich nicht rechtzeitig auf die drohende Gefahr des Hungers hingewiesen hätte; ich will nicht mitschuldig werden, wenn der deutsche Offen nationalpolitifch versinkt, wenn in dieser Zeit, wo man so viel vom Siedeln spricht, die weiten Flächen der Ostmark menschenleer werden und die von ihren Höfen vertriebenen Massen auf die übervölkerien Verbraucherzentren prallen, wenn dieses deutsche Volk eines Tages in höchster Verzweiflung die staatlichen und gesellschaftlichen Formen seines nationalen Seins zerschlägt und dann wirklich im Chaos untergeht. Das soll nicht (ein? ausharren und alle Kraft auf bieten, um das deutsche Volk aus dem Engpaß herauszuführen. Die verantwortliche Regierung kann aber nicht durchgreifend helfen ohne die Unterstützung der deutschen Staatsbürger. Reue Rotverordnungen werden dieser Tage erscheinen, die den Fortgang des Staats- und Wirtschaftslebens sicherstellen. Die neuen Maßnahmen scheuen nicht die öffentliche Kritik. Die Regierung hat aber auch ein Recht daraus, daß ihre verantwortungsbewußten Maßnahmen von den Staatsbürgern mit dem gleichen Verantwortungsbewußtsein auf genommen werden. Verantwortungsbewußtsein ist die letzte Losung für Regierung und Staatsbürger. Unzählige Vorbilder des echten Staatsbürgertums sind im Volke vertreten, vor allem aber der Mann, der an der Spitze des deutschen Volkes steht: Reichspräsident v. Hindenburg. Einen zweiten hier zu nennen ist mir aufrichtiges Bedürfnis: das ist der Reichskanzler Dr. Brüning, über dessen Persönlichkeit in einzelnen Kreisen des Volkes ganz falsche und sogar böswillige Meinungen umherlaufen, ver- breitet von Leuten, die ihn überhaupt nicht kennen. Das ist eine schlimme Entartung des Staatsbürgertums. Cs steht jeder Führer in der politischen Drecklinie, und wer den Weg der Politik kennt, macht sich nichts daraus. Cs handelt sich dabei auch gar nicht um die einzelne Persönlichkeit, sondern um das gesamte Vaterland, das schwer leiden muh. wenn die Verrohung der politischen Sitten zu Verunglimpfung derjenigen führt, die aus heißer Vaterlandsliebe bemüht sind, den hohen sittlichen Wert des Etaatsbürgertums zu erhalten. Staats b ü r - gerliche Gesinnung ist das Lebensprinzip des Staates. Ich schließe mit dem Wunsche, daß dieses Prinzip wieder zum Allgemeingut des deutschen Volkes werden möge. In diesem Zeichen allein wird Deutschland die Rot der Gegenwart überwinden. wollen, wogegen diese Koalition obet eine Hitler- Regierung die Priorität b c r englischen kurzfristigen Krebite unb Anleihen anerkennen würbe. Er habe sich außerbem vergewissern wollen, welche englischen Finanziers bereit seien, ben Faschismus zu unterstützen. Die Rationalsozialisten tooLten nicht die Weimarer Verfassung ändern. Ihr Ziel sei es, im Reichstag eine Mehrheit zu erhalten, um die persönlicheFührung durchHitlerau die Dauer von zehn Jahren sicher- z u st el len. Rosenberg bedauerte, daß feit den Tagen des Lord Salisbury stets irgendetwas zwischen Deutschland und England getreten sei. Heute aber sollten nach feiner Ansicht beide Länder zusammen gegen den Bolschewismus arbeiten. Die Rationalsozialisten hätten an sich keine franzosenfeindliche Politik, aber da die französische Politik deutschfeindlich wäre, so müßte man sich nach Unterstützung gegen die französischen For- bedungen aussehen. Wenn die Rationalsozialisten sich Italien näherten, so geschah es, um dessen Unterstützung zu erhalten und sie erblickten in einer solchen Freundschaft eine Stärkung des Friedens. Südtirol sei eine Frage von geringerer Bedeutung. Dem Vertreter der „Morningpost" sagte Rosenberg, die Rationalsozialisten würden mit dem Völkerbund so lange zusammenarbeiten, als er bereit fei, seine eigenen Grundsätze in die Tat umzusehen. Dabei würden sie besonders auf den Artikel 8 des Völkerbundsstatuts Hinweisen, der die Gleichberechtigung der Rationen vorsehe, die man Deutschland seit dem Kriege abgesprochen habe. Wenn Frankreich Mindestforderungen für seine Sicherheit verlange, so täten dies auch die Rationalsozialisten für Deutschland. Sie könnten nicht anerkennen, das; Frankreich eine dauernde Vorherrschaft in Europa ausübe. Es sei Zeit, dah Deutschland auf seine Rechte bestehe. Eine andere Frage, die reif zur Erörterung sei, sei die polnische. Deutschland wolle ehrlich seine wirtschaftlichen Schuldenbezahlen. Die Rationalsozialisten müßten aber gleichzeitig erklären, dah ein politisches und wirtschaftliches Unglück nicht vermieden werden könne, wenn nicht alle Reparationen ge - trichen würden. England werde bald heraus- inden, dah die deutsche Forderung nach einer vollständigen 2lbschaffung aller Reparationen auch im englischen Interesse liege. Eine neue Friedenskonferenz werde bald kommen. Die Welt könne die Krise nicht überwinden, solange Deutschland gezwungen werde Dinge zu tun, die unmöglich seien. Mehrere Londoner Sonntagsblätter bringen wiederum in groher Ausmachung Interviews chrer Berliner Berichterstatter mit Hitler, so vor allem „Sunday Graphic". Das von diesem Blatt veröffentlichte Interview ist bereits inzwischen von der Pressestelle der Reichsleitung der RSDAP. als in wesentlichen Teilen unzutreffend wieder ge geben bezeichnet worden. Der Berichterstatter des englischen Blattes habe offenbar feiner Phantasie breitesten Spielraum gelassen. Pariser Echo. Paris, 5.Dez. (TU.) Die Pariser Morgenpresse beschäftigt sich eingehend mit der Lage in Deutschland und läßt sich aus Berlin berichten, dah das Verhältnis zwischen der Reichsregierung und den Sozialdemokraten in ein gespanntes Stadium eingetreten sei. Die Lage wäre um so schwieriger, als die Marxisten dem Kanzler seine unklare Haltung gegenüber den Rationalsozialisten zum Vorwurf machten. Das „Petit Journal" spricht von einem Zustand äußerster Rervosität, was schon daraus zu ersehen sei, daß das Reichskabinett sich genötigt sehe, einen 14tägigen politischen Waffenstillstand zu proklamieren. Man wolle aus bi cf em Wege versuchen, die erregten Gemüter zu beruhigen. — Das „Ordre" erklärt, die Machtergreifung durch Hitler vollziehe sich auf legalem Wege. Zum erstenmal in der deutschen Rachkriegsgeschichte gelinge es einem deutschen Politiker, psychologische Fehler zu vermeiden und er sei foga. klug genug, s i ch schon jetzt im Auslande Sympathien zu sichern. Während der Abgesandte Hitlers in London den Finanzleuten der City Versprechungen mache und auf die franzosenfeindliche Karte Montagne Rormans (Gouverneur der Bank von England), fetze, bestehe gleichzeitig in nationalsozialistischen Kreisen die Absicht, den Heiligen Stuhl für sich zu gewinnen. Hitler versuche, Deutschland seine militärische Macht von 1914 wiederzugewinnen, indem er sich auf seine ausländischen Freunde stütze. Gleichzeitig aber gehe er von dem Grundsatz der Verständigung mit allen Mächten, einschließlich Frankreich aus. Der rechtsradikale „Ami du Peuple" hebt hervor, daß das Kabinett Brüning morgen gestürzt fein könne, wenn Hitler es wolle. Vor dem Fimhjahr werde der Führer der Rationalsozialisten zweifellos nicht Reichskanzler werde»». Doch nütze er die Zeit damit aus, um im Auslande für seine Gedanken zu werben, gegen Frankreich zu intriguieren und Frankreicheinzukreisen. Praktisch gesehen sei das die von Deutschland vor dem Kriege so scharf befehdete Einkreisungspolitik, doch richte sich diese Politik diesmal gegen Frankreich. — Der „Excelsior" fragt besorgt, ob es überbaut einen Zweck habe, noch mit der Regierung Brüning zu verhandeln, wenn die Abkommen in einigen Wochen oder Monaten von einer nationalsozialistischen Regierung doch nicht anerkannt würden. — Die linksgerichtete „Volonte" erklärt, wenn Frankreich im Rationalsozialismus eine Gefahr für den Frieden erblicke, so dürsten die Sicherheitsmaßnahmen nicht in der Rüstung gegen den deutschen Rationalismus liegen, sondern in einer materiellen Hilfe für das deutsche Volk. Wenn nichts getan werde, um der Arbeitslosigkeit in Deutschland zu steuern, und um von Deutschland das Gefühl zu nehmen, erpreßt und politisch her ab gedrückt zu werden, so werde die nationalsozialistische Welle alles überschwemmen. Notverordnung und Gelbstverwattungsrecht. Ein Urteil des Ltaatsgcrichtshofs. Leipzig, 5. Dez. (TZ.) Der Staats- gerichtshof für d as Deutsche Reich hat die Klage der Wirtschaftspartei auf Feststellung der Derfassungswidrigkeit der sächsischen G e - meindesteuernotverordnung (Gemeindegetränkesteuer, Diersteuer usw.) von» 24. September 1930 und auf Aenderung des § 7 des Gesetzes vom 30. März 1931 im Vollzüge des zweiten Abschnittes der Verordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 ab- gewiesen. In der Begründung erklärt der Reichsgerichtspräsident Dr. Dumke u. a.: Der Artikel 48 der Reichsverfassung ermächtige den Reichspräsidenten auch zu solchen Verordnungen, die in der Auferlegung von Abgaben bestehen. Die Maßnahme muffe nur zur Wiederher st ellung der Die Verantwortung des Staatsbürgers. 2Reid?6innenmimffer Dr. Groener spricht im Rundfunk. Der Nationalsozialismus und das Ausland Das Hitler-Interview. - Rosenbergs Aufenthalt in London. öffentlichen Ordnung dienen. Die Erfahrungen Hütten gezeigt, dah auch dieWirt - schäft die öffentliche Ordnung erheblich zu g e - fährden vermöge. Dies« Gefährdung sei schon am 26. Juli 1930 — alfo bei Erlaß der Verordnung de« Reichspräsidenten — vorhanden gewesen. Der Erlaß der Rotverordnung durch den Reichspräsidenten sei damit gerechtfertigt gewesen. Der Reichspräsident dürfe auch die gleiche Maßnahme wieder treffen, selbst wenn der Reichstag ein« vorher ergangene Verordnung aufgehoben habe. Der Reichspräsident habe bei Erlast der Verordnung auch den ihm durch die Verfassung gezogenen Rahmen der Zuständigkeit nicht überschritten. Die Ausübung der Diktaturgewalt aus Grund des Artikels 48 der Reichsversaslung gestatte dem Reichspräsidenten, auch Verordnungen zu erlassen, die in die Zuständigkeit der Länder eingrei- s«n. Das gelte auch für Eingriff« in das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden. Dieses Recht dürfe durch die Verordnungen nur nicht gänzlich beseitigt werden. Preissenkung und Lebenshaltung. Tic Kosten für die ttelamtlebcnsstaltunq in den letzten 2 Jahren um 13 7 °/„ gesunken. Berlin. 5.Dez. (ERD.) 2km Zusammenhang mit den Erörterungen der Preis- und Lohn- senkungSakt on im Rahmen der Rotverordnungen ist in der Presse wiederholt die Frage der Lebenshaltungskosten erörtert worden. Rach Auffassung der Reichsregierung darf bei den Forderungen nach Preissenkung nicht übersehen werden, dast d i e Kosten der Lebenshaltung durch die schon eingetretenen Preissenkungen einer Reihe wichtigster Verbrauchsgüter eine nicht unwesentliche Senkung erfahren haben. die auch durch Preissteigerungen in einzelnen Fällen nicht aufgehoben werden. Rach Berechnungen des Statistischen Reichsamtes, denen die Erhebungen in 72 Gemeinden zugrundeliegen, haben sich die Lebenshaltungskosten vom Rovember 19 2 9 biszumRovember!931 in folgendem Aus- maste geändert: bei Roggen-, Grau-, Misch- und Schwarzbrot um minus 5,5 Prozent, bei Weizen- und Kleingebäck um plus 3,3 Prozent, bei Weizenmehl um minus 0,2 Prozent, bei Drot und Mehl insgesamt um minus 3,3 Prozent. Dei Rährmit - t e l n sind die Kosten insgesamt um 14,9 Prozent gesunken, obwohl die Kosten für Zucker allein um 18,7 Prozent gestiegen sind. Diese Steigerung wird jedoch durch den Rückgang der Preise für Graupen, Weizengrieß, Haserflocken, Reis, Erbsen, Speisebohnen ausgeglichen, so dast der Ge- samtindex für Rährmittel minus 14,9 beträgt. Bei Kartoffeln beträgt der Rückgang 18,1 Prozent, bei Gemüse 37,1 Prozent, bei Fleisch, Fleischwaren und Fischen 31,1 Proz. Ebenso sind die Kosten für Milch, Milcherzeugnisse und Margarine um 25,0 Prozent, für Eier um 24,0 Prozent, für Genußmittel und Gewürze um 11,2 Prozent gesunken. Insgesamt beträgt die Verminderung der Kosten für Ernährung 20,4 Prozent. Die Kosten für die Wohnung sind um 4 Prozent gestiegen die für Leuchtstoffe um 2,3 Proz., während die Kosten für Heizstofse um 3.8 Proz. gesunken sind. Dei den D e - kleidungs st offen beträgt der Rückgang 22,7 Prozent. Die Ausgaben für den sonstigen Dedarf sind um 5,7 Prozent gesunken, jedoch die dar'.n enthaltenen Ausgaben für den Verkehr um 3.6 Proz. gestiegen. Die Verminderung der Kosten für die Gesamtlebenshaltung beträgt nach den vorstehenden Berechnungen 17 4 Prozent au^chl eß.ich der Ausgaben für die Wohnung. Diese miteingeschlossen, beträgt der Rückgang 13,7Prozent. Dieprivatwittschast fordertpost- tnrife der Vorkriegszeit. Tic vcrwaltunsScrsparnissc sollen in suhl- barer Gcbührcnsenknnft zum Ausdruck kommen. Berlin, 5. Dez. (TU.) Der Postausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages hat sich in seiner Sitzung am 4. Dezember mit einer den Rotwendigkeitcn und Möglichkeiten entsprechenden Senkung der Post-, Fernsprech- und Telegrammgebühren befaßt. Es wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Die Lage der Privatwirtschaft hat sich erheblich verschärft: sie war zu Preissenkungen gezwungen, und weitere werden mit allem Rachdruck von ihr verlangt. Die Gebühren der Deutschen R e i ch s p o st bilden für Handel und Industrie einen wesentlichen U n k o st e n p o st e n. ES muß als ein unmöglicher Zu st and bezeichnet werden, daß diese Gebühren bisher nicht nennenswert ermäßigt wurden. Der PostauSschuß fordert daher mit allem Rachdruck, daß alle durch Vereinfachung und Verbilligung des Gesamtbctricbes in persönlicher und sachlicher Hinsicht erzielten Ersparnisse künftig restlos einer den Zeitverhältnissen entsprechenden fühlbarenScnkung derPost-, Fernsprech - undTelegraphengebüh- ren zugeführt werden. Auch der Reichs verband der Deut- f ch e n Industrie hat sich anläßlich der von der ReichSregierung angeregten Preissenkung-- aktion für Ermäßigung der Po st gebühre n eingesetzt. Er hält es für richtig, zu den Tarifen der Vorkriegszeit zurück- z u k e h r e n, u. a. gehörten dazu die Wieder- ci nführuna des 10-Pfennig -Portos für den gewöhnlichen Bries, erhebliche Ermäßigung des Drucksachenportos und Ermäßigung der Telephongebühren. Abgesehen von der zweifellos sehr weitgehenden psychologischen Wirkung diene die Herabsetzung des PortoS unmittelbar dec Belebung d e S Verkehrs. Eine Kundgebung der Spihengewerkschasten. Berlin, 5. Dez. (CNB) In einer Kundgebung der Spitzengewerkfchasten der Arbeiter, Angestellten und Beamten heißt es u. a.: In Basel tritt der Sonderausschuß zur Begutachtung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands zusammen. Seine Pflicht ist, die Folgerungen aus der Erkenntnis zu ziehen, dah die Deutsch- land auf er legten N eo o r a t i o n s Verpflichtungen eine der wesentlichsten Ursachen für die weltwirtschaftlichen Störungen der 'Rach- Gemeinderatswahlen in Württemberg. Starkes Anwachsen der Nationalsozialisten. Stuttgart, 5. Dez. (TU.) In Württemberg besteht die Eigentümlichkeit, daß die Gemeinderatskollegien, deren Mitglieder auf die Dauer von sechs Jahren gewählt werden, jeweils nach drei Jahren zur Hälfte erneuert werden muffen. So waren in Stuttgart, dessen Gemeinderots- kvllegium 60 Mitglieder zählt, wozu noch die gleichfalls mit Sitz und Stimmrecht ausgestatteten vier besoldeten Bürgermeister hinzukommen, am Sonntag im ganzen 30 Gemeinderäte, jetzt Stadträle genannt, neu zu wählen. Der Versuch, sämtliche bürgerlichen Parteien auf einen Wahlvor- schlag für die bevorstehende Gemeinderatswahl zu einigen, ist mißlungen, weil die Ratio- nalsozialisten und auch die D e u t f d) nationalen nach einigem Zögern den Beitritt zu der geplanten Koalition ab gelehnt haben. Dagegen gelang es vier bürgerliche Parteien, nämlich die Demokraten, die Deutiche Volkspartei, die Nationale Volksgcmeinschast und die Dolksrechtpartei, auf eine bürgerliche Einheitsliste zu einigen. Eine weitere Eigentümlichkeit zeigte die Gemeinderats, wabl auch insofern, als zum ersten Male eine besondere überparteiliche Frauen- l i st e aufgestellt wurde. In Stuttgart betrug die Wahlbeteiligung rund 78,4 Prozent. Es entfielen auf die Komm. Opposition 403c' (Reichstagswähl 0), Ehr -Soz. Volksd. 9075 (113321, Soz. 46 810 (55 602), Zentr. 18 186 (19074), Deutschnat. 19525 (1800t). Frau.n- liste 4760 (0). Einheitsliste 23 104 149 998), Ratsoz. 44 599 (21 350), Komm. 37 833 (36119) Stimmen. Von den heute neugewählten 30 Gemeinderatsmit- gliedern entfallen auf die Komm. Opposition 0, auf den Ehr.-Soz. Vd. 1. Soz. 7, Ztr. 3, Dn. 3, Frauenl. 0, Einheitsl. 3. Ratsoz. 7, Komm. 6 Man- Bäte. Das charakteristische Merkmal der Gemeinderatswahl ist das An sch wellen der na- tionalsozialistischen Stimmen, die sich seit der letzten Reichstagswahl, also innerhalb Jahresfrist, mehr alS verdoppelten, während die Parteien der Einheitsliste (Demokraten, Deutsch« Dolksp., Volksrechtsp. und Rat. Volksgemcinsch.) um mehr als die Hälfte zusammen, geschmolzen sind. Die Lozialoemokratie hat sich alS die stärkste Partei behauptet, aber ihre Stimmen sind um nahezu 9000 zurück- gegangen, während die Kommunisten cinschl. er Komm. Opposition ihre Etimmenzahl um 5 7 00 zu erhöhen vermochten. Die Volkspartei Wer Singeldeh. Oer Zentralvorstand billigt die Opposition gegen das Kabinett Brüning. Hannover, 6. Dez. (TU.) Am Sonntag fand hier die Tagung des Zentraloorstandes der Deutschen Volkspartei statt. Von den führenden Persönlichkeiten der Partei fehlten nur wenige, so die Abgeordneten Kahl und Scholz, die durch Krankheit verhindert waren. Dingeiden eröffnete die Tagung mit einem mehr als zweistündigen Vortrag. Er führte u. a. aus: Ein Führer wie Hitler besitze seine Zugkraft in dem fast mystischen Glauben der Massen. Das sei es, was ihm den Anhang sichere, nicht die Klarheit eines Programmes. Dem Kanzler fehl« trotz aller Teilerfolge die Planmäßigkeit und innere Kraft der Maßnahmen. Das System der Notverordnungen treibe Millionen in die Arme des Radikalismus. Es verstärke sich die Forderung, große Massen aus der Opposition in d i e Verantwortung zu führen. Wir sind nicht kurzsichtig gegenüber den Risiken. Schließlich find auch die Millionen der radikalisierten Massen Menschen, um die der Staat und um die wir ringen müssen. Es war nicht unser Wunsch, in die Opposition zu Brüning zu treten. Wir wären lieber an feiner Seite geblieben, wenn dafür die Voraussetzungen vorhanden gewesen wären. Die Deutsche Volkspartei dürfe nicht in Abhängig- feit von anderen Bewegungen kommen. Die Auseinandersehung Hugenbergs mit den Nationalsozialisten zeige deutlich genug, wohii^ cs führe, wenn man sich an eine andere Bewegung anhängen wolle. Nüchternheit und Besonnenheit bewahre sich eine Partei nur bann, wenn sie jede Verflechtung solcher Art ablehne. Auch künftige Koalitionen und Konstellationen würden nur fruchtbar fein, wenn sie von selbständigen Faktoren gebildet würden. Rach einer lebhaften Aussprache fand folgende Entschließung mit 330 gegen 14 Stimmen Annahme: .Der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei billigt die Ausführungen des Parteiführers über die politische Lage und den Kurs der Partei. Er spricht dem Parteiführer sein volles Vertrauen aus. Der Zentralvorstand ist der Auffassung, daß die Rettung Deutschlands aus seiner heutigen bedrängten Lage nur in Abkehr von der Sozialdemokratie erfolgen kann. Er hält die Bildung einer auf die breiten nationalen Kräfte des deutschen Volkes gestützten Reichsregierung für dringendes Erfordernis. Aus dieser Erkenntnis steht die Deutsche Volkspartei unter Wahrung ihrer Selbständigkeit nach allen Seiten in entschlossener Opposition zu der gegenwärtigen Reichsregierung und der Regierung in Preußen. Ofganisationöiagung der Deutschen Staatspartei. Berlin, 6. Dez. (WTB.) Die Deutsche Staats- Partei hielt in Berlin eine aus allen Landesteilen flut besuchte Organisationstagung ab. Die Verhandlungen, die abwechselnd von dem stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Weber (M. d. R), Frau Dr. Lüders und Landrat Rönnsburg geleitet wurden, faßte Beschlüsse für den Ausbau der Or- ganifation und dte Vorbereitung der preußischen Landtagswahlen. In der politischen Aussprache kam die einmütige Ablehnung jeder Regie- rungsbeteiligung der Nationalsozia. I i ft e n und der entschlossene Wille zum Ausdruck, die Deutsche Staatspartei zur A u s n a h m e st e l - lung für eine ft arte selb st bewußte Mitte auszubauen die entschlossen ist, Deutschland vor allen radikalen Experimenten zu bewahren. denen Regierungsstellen in der letzten Zeit auS- gearbeitet worden. Für das Wohlwollen der demokratischen Opposition gegenüber der Regierung wird auch die Haltung deS Weihen Hause« in der Frage der Alkoholgesetzgebung maßgebend sein. Die .Rassen" Haden in den letzten Monaten starken Zulauf erhalten, und cs ist durchaus nicht gcwih, ob nicht auch bei der republ'.kanischen Regierungspartei eine mehr oder weniger weitgehende Milderung de« Alkoholverbotcs gefordert wird. Der AuS- gang der Kongreßausfprache wird auch von weit- g eben der Bedeutung für die kommenden internationalen Tributverhandlungen sein. Aus aller Wett. Ein kommunistischer Spionagesender bei Wien entdeckt. Die wiener Polizei hat io Baben bet Wien einen russischen Sender ermittelt. Vier Personen wurden verhaftet. Bei einem dieser Leute wurde ein gefälschter Paß, bei einem anderen ein Kurzwellensender gefunden, der in Baden n n befugter roeife in Betrieb gewesen war. Die Untersuchungen haben ergeben, daß man einer zweifellos internationalen kommunistischen Spionagezentrale, der bisher größten Europas, auf die Spur gekommen ist, die mit dem modernsten technischen material ausgerüstet war, um unabhängig von Post und Telegraph mit ihren Hintermännern in Verbindung zu bleiben. Fest steht, daß alle Verhafteten über sehr reichliche Geldmittel verfugten, die ihnen offenbar vom russischen Geheimdienst zugekommen sind. Eine Höllenmaschine Im Postamt. Im Postamt Unna explodierte im Schalterraum ein Paket. Durch die gewaltige Stichflamme wurde ein junges Mädchen, bas in ber Nähe ftanb, erheb- lieh verletzt. Die Explosion verursachte eine u n • geheuere Rauchentwicklung. Die Schalterbeamten bewahrten aber Ruhe und blieben auf ihren Plätzen. Dagegen floh das Publikum panikartig durch Fen st er und Türen aus dem Raum. Es entstand ein Brand, der aber sofort von einem Postbeamten gelöscht werden konnte. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß cs sich um einen mit einem Mechanismus ausgeftat- leien Pappkarton handelt, der von einem unbekannten im 'Barra um niedergelegt worden war. Durch die Vorrichtung wurde ein mit Schwarzpuloer gefüllter ^ahrrabschlauch zur Explosion gebracht. Zweifellos war ein Anschlag auf die Geldkasse geplant. Die Explosion erfolgte aber offenbar z u f r ü h, so daß der Raub unterblieb. Die Ermittlungen der Polizei nach dem Täter waren bisher erfolglos. Gedenkfeier für die gefallenen Angehörigen der U-Boots- und lorpedobootswaffe. Beim Passieren deS englischen Kanals wurde durch den Kreuzer .Karlsruhe" bei Beachy Head eine Gedenkfeier für die im Kriege acsalle- nen Angehörigen der Unterseeboots- und Torpedobootswaffe abgehalten. Während deS Weltkriege- sind 111 Torpedoboote und 199 11 -Boote verloren gegangen. Im Anschluß an die Feier wurde ein Kranz mit Eisernem Kreuz versenkt. Die Wetterlage. kriegszeit geworden sind. Die Wiederher st el- lung des Vertrauens und ber Wieder- aufoau bes internationalen ft r e b i t e s ist bie zentrale wirtschaftliche unb politische Ausgabe. Die Reparationslasten haben bas Maß ber burch den Krieg verursachten Schäden längst überschritten. Damit ist ihnen jede moralische und wirtschaftliche Berechtigung entzogen. Sie sind heute nur noch ein Hemmnis ber wirtschaftlichen Entwickelung ber Welt. Ihre Beseitigung ist ein Gebot wirtschaftlicher unb staatsmännischer Einsicht. Zur Wieberherstellung des internationalen Vertrauens ist aber auch die Beruhigung ber inneren Lage Deutschlands notwendig. Di« große Not des Volkes, die Massenarbeitslosigkeit und die Verarmung ber Mittelschichten bereiten in Deutschlanb ben Boben vor für bie Derzweiflungsstimmung, bie bem heimlichen Bürgerkrieg täglich neue Nahrung zu- führt. In biesem sinnlosen Kampfe fällt bie blühenbe Iugenb, bie in beruflicher Kamerabschaftlichkeit zusammenwirken könnte, fallen Arbeitslose, in deren Herzen das gemeinsame Elend Verständnis für einander wecken sollte. Die Gewerkschaften der Arbeiter unb Angestellten unb Beamten verurteilen diesen volkszersetzenden Bruder- k a m p f und fordern bie Regierung auf, die ganze Autorität des Staates einzusetzen, um zu erreichen, baß bie innerpolitischen Auseinanbersetzun- gen ausschließlich mit geistigen Waffen geführt werden. Wir wenden uns an alle, bie sich in biefer Zeit gewissenloser Demagogie unb brutaler Drohungen Verantwortungsbewußtsein, Mut unb Besonnenheit bewahrten, unb fordern von ihnen, mit uns bie Front zu stärken für Recht und Freiheit gegen Terror unb Gewalt. Seine Zollverlmdlungen zwischen Iranlreich und England. London Ich tt Acndcrung des Zolltarifs ab Pari-, 5. Dez. (WTB.) Wie HavaS berichtet, hat die englische Regierung in ihrer Antwort auf die französisch. —.»regung für di« Aulnahm« von französisch-englischen Zollver- handlungen zwar sich grundsätzlich mit der Aufnahme freundschaftlicher Verhandlungen e i n - verstanden erklärt, jedoch bcrvorgehoben, daß solche Verhandlungen verfrüht erscheinen, da gegenwärtig eine Aenderung an dem neu eingeführten englischen Zolltarif nicht im Bereich der Möglichkeit liege. Die französische und die englische Regierung hätten daher erkannt, dah eS unter diesen Umständen besser sei, den Augenblick ab^uwarten, in dem zweckmäßigerweise Verhandlungen ausgenommen werden könnten. Daher sei beschlossen worden, die Abreise der französischen Delegation, die anfänglich aus Montag vorgesehen gewesen sei, vorläufig zuverschieben. Im übrigen veröffentlicht die Agentur Havas Erklärungen deS französischen Handelsministers Rollin. Biefer betont, daß die französische Kompensationstaxe sich nicht gegen England allein richte, sondern berechtigt sei und gegen alle Länder mit entwerteter Währung zur Anwendung komme. Keine Altersversicherung in der Schweiz. Ablehnung durch Volksentscheid, Basel, 6. Dez. (XU.) DaS Schweizer Volk hat am Sonntag die Einführung der Alters- und Hinterbliebenenversicherung a b g e l e h n t, nachdem es bereits vor sechs Jahren die grundsätzliche Einführung der Versicherung beschlossen hatte. In jahrelangen Beratungen wurden vom Rational- unb Ständerat die Einzelheiten sest- gelegt. Run entstand in diesem Sommer eine starke Opposition gegen die Versicherung. Es wurden die notwendigen Stimmen aufgebracht, die erreichten, daß die Versicherung und ihre Aussührungsgesetze ncch einmal zur Volksabstimmung zu bringen seien. Die Verschlechterung der Wirtschaftslage in Verbindung mit dem bevorstehenden allgemeinen Lohn- und GehaltSabbau sowie di« Angst vor jahrelanger Prämienzahlung für Versicherte und Arbeitgeber hat dazu geführt, daß das Volk nun die Alters- und Hinterbliebenenversicherung sowie die zur Aufbringung der Staatszuschüsse vorgesehene Tabak- und Zigarettcnbesteuerung mit rund zwei Drittel Stimmen Mehrheit verworfen hat. Für das BundeSgekeh agitierten die Sozialdemokraten, di« Freisinnigen und die Bauernpartei: dagegen waren im allgemeinen die Konservativen und di« französische Schweiz. Vor Zusammentritt des amerikanischen Kongresses Tas Schicksal des Hoovcrfeicrjahrs. Washington, 6. Dez. (Tll.) Der amerikanische Kongreß tritt am Montag wieder zusammen, nachdem er den aanzen Sommer üoer nicht getagt hat. Die MeyrbeitSverhält- nisse haben sich durch einige Rachwahlen sowohl im Abgeordnetenhaus. alS auch im Senat z u Ungunst en der Regierung verschoben. Im Abgeordnetenhaus ist die Regierung sogar mit einer Stimme in die Minderet geraten. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung ist das Hooverfeierjahr das noch der Ratifizierung durch das amerikanische Parlament bedark. ES ift kaum anzunehmen, daß der Kongreß seine Zustimmung versagen wird, obwohl die Aussprach« hierüber und insbesondere darüber, waS nach Ablauf deS Hoover- jahreS werden soll, nicht ohne heftige Kämpfe abgeben dürfte. Sine große Rolle wird bei der Aussprache auch die Frage spielen, auf welch« Weise der riesige Fehlbetrag im Staatshaushalt gedeckt werden soll. Ein umfassend« Steuerplan ist von den verschic- ’ms Tours __ Sonntag an? S Dezember8 U/jr O*o!tcntoi O"t'U' O Bits «deckt, •woikij. •Mdccil «Rcgc^ * $<•■<< äVbwM'b e "c:«l X « Jibnc «O-» ** •Crtktr- Oil «miet' lOdsodwtll b Mor*6CBo NordWtSl Olt »feilt niccc'1 *11 dtm WiMt 0>t ooot» SClt^t* Z* Itn ctoo j e Ttnp tn. Die linite »treidle Orte ■>' OTIXMM V -vereini««4» ivfiemt* rsettervoraussage. Sehr rasch hatte bie Südseite ber Atlantikstörung Deutschlanb erreicht, unb bereits gestern Nieder- schlüge gebracht. Mit ebenso großer Schnelligkeit ist bas Fallgebict schon bis nach Finnland abgezogen, unb ber hohe Druck über ben Azoren breitet einen Teil über Irlanb unb Englanb aus. Mit bem an- fteigenben Cuftbrutf ist gleichzeitig Bewölkungsrückgang oerbunben, ber bie Ausstrahlung begünstigt unb nachts bis zu leichtem Frost fuhrt. Auch diese Besserung dürfte biesmal nur von kurzer Dauer sein, benn abermals rückt ein neues Tief heran, bas wahrscheinlich bis zum Mittwoch wieber Wetter- Verschlechterung bringen wirb. Aussichten für Dienstag. Kühler, nachts leichter Frost, neblig unb wolkig mit Aufklaren, meist trocken. Aussichten für Mittwoch: Nach anfäng- sich kühler unb zu Frost neigenber Nacht Milderung unb Wetterverschlechterung wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 6. Dezember: mittags 8,9 Grab Celsius abends 5,7 Grab: am 7. Dezember: morgen» 4,7 Grab. Maximum 10,1 Grab, Minimum 4,2 Grab — Erbtemperaturen in 10 an Tiefe am fl Dezember: abends 6,1 Grad: am 7. Dezember: morgens 4,4 Grad Celsius. — Niederschläge 4 mm. Aus Der Provinzialhauptfiodt. Gießen, den 7.Dezember 1931. Oie Fütterung der Böget im Winter. Für gewöhnlich besteht das von mitleidigen und tierliebenden Menschen im Winter ausgcstreute Futter sür unsere notleidende Vogelwelt aus Speiscabfällen und Brot. Dies genügt meist nur für die Sperlinge. Erfahrungsgemäß können aber Kiichen- rcste bei einer Reihe von Vögeln, sofern sie in ihrem großen Hunger überhaupt dieses Futter zu sich nehmen, unter Umständen den Tod herbeiführen. Deshalb ist die wichtigste Forderung, will man jeder einzelnen Vogelart in der Zusammensetzung des "ers gerecht werden: „DieFütterungmuß naturgemäß sei n", d. h. man muß versuchen, den körnerfressenden Vögeln größtenteils Sämereien, den insektenvertilgenden hauptsächlich Kerbtiere oder andere entsprechende Ersatzstoffe zu bieten. An- gefeuchtetes oder gar nasses Futter ist unter allen Umständen zu vermeiden, da es infolge der Kälte gefriert, von den hungrigen Vögeln etwa ausgenommen ihnen den Tod bringen wird. Aus diesem Grunde ist zu empfehlen, Trockenfutter, sogenannte Futter st eine, herzustellen. Sehr bewährt haben sich neuerdings auch die F u t t e r r i n g e. Beide kann man unbedenklich in den verschiedenen Futterhäuschen, -apparaten und -Plätzen auslegen. Der bedeutende Ornithologe Freiherr von Berlepsch hat seinerzeit in der „Ornithologischen Monatsschrift" eine Anleitung gegeben, wie man auf nicht kostspielige Weise solche Futtersteine selbst Herstellen kann. Sie sind überdies auch nach seinen Angaben von einer Reihe von Firmen hergestellt worden und dort für wenig Geld zu haben. Hier sei das Berlepsche Rezept wiedergegeben: Getrocknetes, gemahlenes Weißbrot 150 Gramm Getrocknetes, gemahlenes Fleisch 100 „ Hanf, ganz 200 „ Hanf, gemahlen 100 „ Mohn 100 Mohnmehl 50 „ Hirse 100 „ Hafer 50 „ Getrocknete Holunderbeeren 50 „ Sonnenblumenkerne 50 „ Ameiseneier 50 „ Trockenfutter 1000 Gramm Dazu müssen noch etwa 1400 Gramm Fett, Rinder- oder Hammeltalg vermischt werden. Es ist natürlich nicht notwendig, wenn man selbst solches Trockenfutter herstellen will, sich strikte an diese Angaben zu holten. Vielmehr soll es nach Ludwig Ankenbrands „Vogelschutz im Winter und Sommer" ebenso zweckdienlich sein, gerade den Meisenarten, die mit Vorliebe die Futtersteine aufsuchen, nicht übermäßig Fett und Fleisch zu reichen, da sie es draußen in der Natur auch nicht in Hülle und Fülle vorfinden. Ankenbrand hat mit Rücksicht darauf ebenfalls einen Futterstein zusammengestellt, der an Stelle des Fleisches im Bcr- lepschen Rezept mehr Samen, fetthaltige Nüsse und Weißwurm bringt. Nicht jeder angelegte Futterplatz wird von allen Vogelarten besucht. Der aufmerksame Beobachter hat bald herausgefunden, daß diese oder jene Vögel in größerer Zahl vertreten sind. Danach ist es leicht, außer den Futtersteinen andere für die betreffenden Vogelarten passende F u t t e r m is ch u n g e n zusammenzustellen. So eignen sich für: Meisen (Blau-, Kohl-, Schwanz-, Sumpf-, Tannenmeise usw.): Sonnenblumen-, Kürbis-, Gurkenkerne, Nüsse, Mohn, Hanf (ganz), Ameisenwürmer, Mehlwürmer, Speck, Weißwürmer. Fi n k e n aller Art (Buch-, Blut-, Distelfink, Hänfling, Zeisig usw.): allerlei Sämereien, Hanf, Hafer, Mohn, Distel- und Fichtensamen, Hirse, Brot und Kartoffeln für Sperlinge und Haubenlerche. Amseln, Drosseln: Speiseabfälle, faule Aepfel, Beeren aller Art, Hagebutten usw. Schlüpfer: wie Goldhähnchen, Zaunkönig, Braunellen: gemahlener Hanf, Mobn- und Wegerichsamen, Weiß- und Mehlwürmer, Ameisenpuppen. Gerade' den letzteren Vogelarten ist die Anbringung eines Futterhäuschens mit ausgelegter Futtermischung in einer Hecke oder im dichten Unterholz sehr willkommen. Ebenso notwendig wie die Fütterung der Vogcl- roelt ist auch die Versorgung mit Wasser. Der Durst dürfte manchmal den Vögeln die gleiche Qual bereiten, wie der Hunger. Man stelle deshalb einigemal am Tage in ein Gesäß (Blumentopfuntersatz u. ä.) lauwarmes Wasser bereit. Damit es nicht so' schnell gefriert, lege man einen heißgemachten Stein hinein. Diese Darlegungen sollen nur Anregungen fein, unserer lieben Vogelwelt die harte Zeit des Winters leichter überstehen zu helfen. Im allgemeinen erfordert unsere Unterstützung nur geringe Mühe und Kosten. Die buntgefiederte Sängerschar wird die aufgewendete Arbeit im Laufe des Sommers zu belohnen wissen. Bd. Gefährdete Heimat im deutschen Osten. Der Kaufmännische Verein und der Ortsgewerbeverein hatten am Freitag zu einem Vortragsabend in die Neue Aula der Universität eingeladen. Dr. von P a p e n - Dresden sprach über das Thema „Gefährdete Heimat im deutschen O st e n". Der Redner erörterte zunächst die Lage im Osten, wie sie sich durch die Schaffung des Korridors und des Freistaates Danzig in ihren grundsätzlichen Bedingtheiten durch den Versailler Vertrag ergeben hat. Die Polen, so führte er u. a. aus, seien erfüllt von dem Bestreben, ganz Ostpreußen ihrem Lande einzuverleiben mit der^ Begründung, daß Ostpreußen, wie auch die Stadt Danzig ihrer Geschichte nach durchaus polnisch seien. Der Vortragende erbrachte in einem eingehenden Rückblick auf die Geschichte des Landes den Nachweis, daß Ostpreußen nach seiner politischen und völkischen Struktur n-cmals als ursprünglich polnisch bezeichnet roerbi.i könne. Insbesondere erörterte der Redner die Bedeutung der Deutschordensritter für das Land, deren politisches und kulturelles Wirken untrennbar mit der Geschichte Ostvreu- ßcns verknüpft sei. In seinen weiteren Ausführungen machte er seine aufmerksamen Zuhörer mit der gegenwärtigen Situation in Ostpreußen vertraut, sprach von der ungerechten und unsinnigen Grenzziehung des Korridors, durch die Ostpreußen von der Weichsel abgetrennt, 83 Eisenbahnlinien, Straßen und Nebenstraßen abgeschnitten und keinerlei Rücksichten auf Industrie und Landwirtschaft genommen wurden. So habe sich als eines von vielen Beispielen der typische Fall ergeben, daß ein Land- wirt, um zu seinem über einem Bach liegenden Stallgebäude jenseits der polnischen Grenzlinie zu gelangen, eines Passierscheines bedarf, den er ständig bei sich tragen muß, wenn er sich nicht der Gefahr aussetzen will, verhaftet zu werden, sofern er ohne Paß auf dem polnischen Gebiet angetroffen Hessische Vereinigung für Volkskunde. Zahrestagung und 30. Jubiläum. Die Hessische Vereinigung für Volkskunde, die im Jahre 1901 in Gießen gegründet wurde, hielt am Samstag in Greßen unter dem Vorsitz von Oberstudiendirektor Dr. Faber in Verbindung mit der Feier des 30- jährigen Vestehens ihre diesjährige Jahrestagung ab. In der Hauptversammlung, die nachmittags im „Hindenburg" stattfand, gedachte der Vorsitzende zunächst ehrend der im abgelaufenen Jahre verstorbenen Mitglieder. Der Jahresbericht des Vorsitzenden muhte leider einen weiteren Rückgang der Mitgliederzahl fest- tellen, die zur Zeit 538 beträgt.. Dankbare Anerkennung sand die finanzielle Unterstützung, die die Aotgemeinschast der Deutschen Wissenschaft, der Kreis Gießen, Dr. Müller-Flix (Spanien) und W. Rohrbach (St. Louis) wieder gewährt haben. Daß der Staatszuschuß in diesem Jahre ausgeblieben, wurde lebhaft bedauert, weil dadurch die Weiterherausgabe der „Hessischen Vlät- ter für Volkskunde" erschwert werde. Besonderer Dank galt Prof. Dr. Hepding (Gießen), dem Herausgeber der „Hessischen Vlätter für Volkskunde", der durch seine verdienstvolle Arbeit den Rus der Vereinigung über die Grenzen der engeren Heimat hinaus mit begründen half. Das volkskundliche Archiv in Gießen hat weiteren wertvollen Zuwachs an volkskundlichem Material erhalten. Die von Oberstudiendirektor Dr. Faber chon vor Jahren besorgte hessische Volkslied-- ammlung wird nun ihre musikalische Bearbeitung durch Studienrat Delp (Athen) erfahren und dann herauskommen. Die hessische Flurnamensammlung erfreut sich großer Beliebtheit. Zur Zeit ist die umfangreiche Arbeit von Walter v. Hahn über die Flurnamen von Darmstadt im Druck,' folgen wird die fertige Sammlung von Pfarrer Schulte über Großen-Linden. Druckfertig ist auch die Arbeit von Lehrer 2m- m e i über Homberg a. d. O. In der regen Aussprache wurde beschlossen, den nächsten Vand der „Hessischen Vlätter für Volkskunde" als Doppelband 1931/32 im kommenden Frühjahr herauszubringen. Der Vorsitzende erhielt den Auftrag, beim hessischen Kultusministerium alles zu versuchen, daß der Staatszuschuß auch weiterhin gewährt werde. Unter lebhaftem Veisall erfolgte die Ernennung von Pfarrer Schulte, Großen-Linden, zum Ehrenmitglied, als nachträgliche Ehrung zum 70. Geburtstag des hochverdienten hessischen Volkskundeforschers und langjährigen Vorsitzenden der Vereinigung. Einstimmig erfolgte die Wiederwahl des seitherigen Vorstandes auf drei Jahre. Prof. Dr. Maurer, der infolge seiner Derufung nach Erlangen aus dem Vorstand ausgeschieden ist, wurde in den dreißigköpfigen Ausschuß gewählt, um seine schätzenswerte Mitarbeit der Vereinigung zu erhalten. Rach Schluß der Hauptversammlung überbrachten unter Würdigung der verdienstvollen Arbeit der Vereinigung herzliche Glückwünsche zum 30- jährigen Bestehen: Universitäts - Bibliotheks- Direktor Prof. Dr. Ebel im Ramen des Ober- hessischen Geschichtsvereins, aus dem die Vereinigung hervorgegangen ist, und Archivrat Dr. Clemm im Auftrage des Historischen Vereins für Hessen und des Verbandes der Hessischen Ge- schichts- und Altertumsvereine. Abends fand im Großen Hörsaal der Llniver- fität ein eindrucksvoller Festakt statt, bei dem der Vorsitzende überzeugend ausführte, daß volkskundliche Arbeit in dieser Rotzeit mehr denn je notwendig sei und Förderung verdiene. Llniversitätsprofessor Dr. Helm, Marburg, berichtete in einer Ansprache „V o r 3 0 2 a h - r e n“ von den Vorgängen, die 1901 zur Gründung der Vereinigung geführt haben, und gedachte dabei der Männer, die damals als treibende Kräfte die Organisation mustergültig durchführten und daneben der wissenschaftlichen Volkskundeforschung in Hessen die Wege ebneten. Den Fe st vortrag hielt Hochschulprofessor Dr. Adols S p a m e r (Dresden), ein Sohn des Hessenlandes, über „Wesen und Ziele der Volkskunde". Der Redner führte in einstündiger Rede, die stark den Gegenwartswert wirtschaftlicher Volkskundeforschung herausstellte, etwa aus: In einer vor dem Krieg kaum vorauszuschauenden Leidenschaftlichkeit haben sich heute die volkskundlichen Probleme entwickelt, die alle Wissenschaften zur Stellungnahme zwingen. Die Hinwendung der Philosophie vom Idealismus zum Realismus, die Ablösung der volkswirtschaftlichen Blütezeit durch volkskundliche Problemstellungen zwingen heute zu einem Üeberblick über den Stand der volkskundlichen Forschung. Es ist die Aufgabe der Volkskunde, ein Bild der geistigen Lage des Volkes zu gewinnen aus greifbaren menschlichen Aeu- ßerungen in Wort, Werk und Idee. Doch dürfen diese Realien keine Aeberschätzung erfahren, da sonst die Gefahr einer Vermischung mit der Altertumskunde, der gegenüber die Volkskunde Gegenwartswissenschaft ist, besteht. Betrachtungen im Sinne einer nationalen und sozialen Volkskunde rühren nicht an dem Grundcharakter dieser Wissenschaft, während eine romantische Einstellung die Probleme nicht klar herausarbeitet. wird. Der Redner berührte weiter das Problem Danzig—Gdingen, sprach von dem Druck auf Danzig, das mit polnischem Militär durchsetzt sei, von dem wirtschaftlichen Niedergang einzelner Städte, und den in mannigfacher Form sich äußernden Vertragsbrüchen der Polen. In eindrucksvoller Darlegung wies der Redner die Gefahren auf, die über dem Lande liegen, dessen Deutschtum auf das äußerste bedroht sei. An Hand einer großen Anzahl technisch sehr guter Bilder sah man noch das schöne Ostpreußen, die alten Städte (Danzig, Königsberg, Tilsit, Deutsch-Eilau, Osterode, Elbing, Allenstein, Neidenburg usw.), die Samländische Küste, die Nehrungen und die Dünen, die masurischen Seen und die sonstigen Naturschönheiten, die vielen Deutschen leider noch fremd sind. Gleichzeitig lernten die Zuhörer im Bild die prächtigen Ordensburgen und eine Reihe anderer bedeutsamer Bauwerke kennen. Mit einer Mahnung, die Deutschen im Osten nicht zu vergessen, beschloß der Redner seinen mit anhaltendem Beifall aufgenommenen Vortrag. Was, wie, wann. Kluger Rat für Weib und Mann: Sorge ständig jedermann, daß er weiß, als Scbutz und Pflicht, was und wie und wann er spricht. Worte fallen ins Gewicht. Doch der Kluge, wenn er spricht, denkt dabei an Zweck und Ziel und sagt nie ein Wort zuviel. Worte gibt's wie Sand am Meer. Sie zu brauchen fällt oft schwer. Jeder halt' mit sich Gericht, was und wie und wann er spricht. Puck. Bornoti,cn. — TageskalenderfürMontag. Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine: Gefallenengedenkfeiern, Astoria-Lichtfpielhaus, Seltersweg, 16, 18 und 20.30 Uhr. — Stadtkirche: 20 Uhr. Konzert des Leipziger Soloquartetts für Kirchengesang. — FGF.: 20.30 Uhr: Monatsversammlung, Schipkapaß. — GFF.: Frankfurter Hof, außerordentliche Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Er und sein Diener". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen gelangt als 10. Vorstellung im Dienstagabonnement das Schauspiel „Wilhelm Tell" von Friedrich von Schiller in völlig neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Peter Fas ott in dieser Spielzeit erstmalig zur Aufführung. Beginn: 20 Uhr; Ende: 22.15 Uhr. — Kirchenkonzert. Es sei noch einmal auf das heute abend in der Stadtkirche ftatt- sindende Konzert des Leipziger Soloauartetts hingewiesen. (Räheres in der heutigen Anzeige.) ** Der Kupferne Sonntag brachte gestern den Geschäftsstraßen unserer Stadt einen außerordentlich starken Verkehr. Der Zustrom von auswärts war sehr groß. Die Reichsbahn mußte mittags und auch bei der Rückkehr der Besucher am Abend alle Züge verstärkt fahren, damit den Befprderungsansprüchen in vollem Umfange genügt werden konnte. Das Publikum beschränkte sich zum Teil auf eine Besichtigung der Schaufensterauslagen, es wurde aber auch schon ziemlich erheb ich gekauft, zumal von der auswärtigen Bevölkerung, von der die meisten Leute mit Paketen beladen die Heimfahrt antraten. Im großen und ganzen wird man also sagen können, daß der gestrige Sonntag ein erfreulicher Auftakt für das Weihnachtsgeschäft gewesen ist und die große Mühewaltung unserer Geschäftswelt bei der Ausstattung der Warenläger und der Schaufenster in der gebotenen Weise gelohnt hat. ** Veränderung beim Oberlandesgericht. Aus Grund des Altersgrenzegesetzes tritt am 1. Januar 1932 der Senatspräsident beim Oberlandesgericht zu Darmstadt Richard Härtner in den Ruhestand. ** Reuer Denkmalpfleger für die Bodenaltertümer in Oberhessen. Das Ministerium für Kultus und Dildungswesen gibt bekannt: An Stelle des auf fein Rachsuchen von dem Amt des Denkmalspflegers für die Bodenaltertümer in der Provinz Oberhessen entbundenen Professors Helmke zu Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Dezember d. 2. bis auf weiteres der Pr vatdozent an der La '.desuniversität Gi ßen Dr. Heinrich Richter zu Gießen zum Denkmalpfleger für die Bodenaltertümer in der Provinz Ober- Hessen bestellt. * Ehrung von Hausangestellten. Man berichtet uns: Dieser Tage sand im Saale des Cafe Leib die diesjährige Ehrung von solchen Hausangestellten statt, die eine längere Reihe von 2ahren bei hiesigen Familien in Stellung sind. Zu der Feier waren 41 Hausangestellte in Begleitung ihrer Dienstherrschaften erschienen. Don diesen 41 Angestellten sind 11 bereits seit 45, 40, 26, 25, 19, 18 und 15 2ahren je in einer Familie tätig; diesen 2ubilaren der Arbeit wurden als äußere Zeichen der Anerkennung Sessel gestiftet und Diplome überreicht. 8 Angestellte wurden für 10jährige treue Dienstzeit mit je einem Schmuckstück ausgezeichnet, 22 Hausangestellte erhielten für 5jährige Arbeitszeit je einen silbernen Kaffeelöffel und Diplom. 2n Vertretung der erkrankten 1. Vorsitzenden leitete Frau Sani- tätsrat Dr. Schliephake die Feier. Mit warmen und tief empfundenen Worten der Anerkennung und des Dankes brachte sie den Zubilaren die Wertschätzung ihrer Dienstherrschaften für die langjährigen treuen Dienste zum Ausdruck. Musikalische Vorträge von jungen Künstlerinnen der Meyerschen Musikschule trugen wesentlich zur Verschönerung der Feierstunden bei. Die Veranstaltung war auch in diesem 2ahre wieder eine eindrucksvolle Bekundung der verständnisvollen Würdigung langjähriger treuer Arbeit und des guten Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. * * Aufgeklärte Diebstähle. Der heutige Polizeibericht meldet: In der Nacht zum 29. November wurden einem Fuhrunternehmer aus seinem Anwesen in der Neustadt 7 Zentner Hafer gestohlen. Als Täter wurde der 29 Jahre alte Schlosser F. H. von hier, der vor einiger Zeit bei dem Geschädigten bedienstet war, ermittelt und festgenommen. Der Hafer konnte bei einem hiesigen Wirt sichergestellt und dem Geschädigten ausgehändigt werden. Es war dies bereits der dritte Unterstellplatz, den der Täter der größeren Sicherheit wegen gewählt hatte. Bei den Ermittelungen stellte sich heraus, daß der Täter bereits einige Zeit vor dem letzten Diebstahl dem Geschädigten einen nächtlichen Besuch abgestattet hatte und dabei 4 Zentner Hafer mitgehen ließ. Dieser Hafer ist verkauft worden und konnte bis jetzt nicht herbeigeschafft werden. Eine Anzahl Personen wird sich wegen Hehlerei zu verantworten haben. H. wurde dem Amtsgericht zugeführt. — In den letzten Wachen sind in unserer Stadt in sechs Fällen Stallhasen und in einem weiteren Falle ein kompletter Hasenstall entwendet worden. Es ist nun gelungen, der Täter habhaft zu werden. Es handelt Jia) um drei Jungen im Alter von 14 und 11 Jahren. Zwei davon haben sich demnächst vor dem Jugendrichter zu verantworten. ** Preußisch- Süddeutsche Klassen- lotterte. Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse hat planmäßig spätestens bis zum 9. Dezember, 18 Ahr bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahme zu geschehen. Dberljeffen. Gemeinderat in Schlitz. 0 Schlitz, 6. Dez. 2n der jüngsten Sitzung des Gemeinderats teilte Bürgermeister Dr. Riepoth über Rötst andsarbeiten mit, daß die Anträge der Feldbereinigungsgesellschaft auf Bewilligung einer Grundförderung für die Verschleifung der Oberwegerhohl vom Landesarbeitsamt bewilligt und die Arbeiten seit einiger Zeit flott im Gange seien. Etwa 70 Rotstandsarbeiter würden gegenwärtig bei dieser Arbeit beschäftigt. Weiter gab der Bürgermeister bekannt, daß auch die Voranschläge sür die Der- schleifung der Landwehrhohl, den Ausbau eines Feldwegs und die Regulierung der Bach fertig- gestellt seien, so daß voraussichtlich auch mit diesen Arbeiten im kommenden Monat begonnen werden könnte. Da infolge der wirtschaftlichen Lage eine große Zahl junger Leute, die in der Mehrzahl eine Handwerkerlehrzeit hinter sich hätten, ohne Beschäftigung sei und diese jungen Menschen auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen in die Erwerbslosenfürsorge nicht ausgenommen würden, gelte es, auch diesen irgendwie Arbeit zu verschaffen. Bürgermeister Dr. R i e - poth schlug deshalb vor, dem Gedanken des freiwilligen Arbeitsdienstes näherzutreten. Für den freiwilligen Arbeitsdienst kämen nur gemeinnützige und zusätzliche Arbeiten, die volkswirtschaftlich wertvoll seien und die als Rolstandsarbftten nicht durchgeführt werden konnten, in Betracht. Solche Arbeiten ließen sich auch in Schlitz unschwer finden, und mit deren Inangriffnahme hätten die jungen Leute Gelegenheit, ihre brachliegenden Arbeitskräfte nutzbringend zu verwerten. Der Gemeinderat erklärte sich mit den Plänen des Bürgermeisters grundsätzlich einverstanden und beauftragte ihn, alle weiteren Schritte in die Wege zu leiten. Bezüglich der Hundesteuer soll es bei den seitherigen Sähen verbleiben. Zur Erhebung kommen für den ersten Hund 12 Mark, für den zweiten 24 Mark und für den dritten 36 Mark. Zum Schluß gab der Bürgermeister einen ileberblid über die finanzielle Lage der Stadt. Danach entspricht das im Entwurf vorliegende Ergebnis des Rechnungsjahres 1930 den Erwartungen insofern, als ein Fehlbetrag in diesem 2ahre nicht zu verzeichnen ist. Viel ungünstiger sind die Aussichten für das Rechnungsjahr 1931. Bekanntlich hat die Stadt die Grund- und Gewerbesteuer um 6 b't'x 12 Prozent gesenkt. Der Ausfall von etwa 2500 Mark sollte ihr aus Mitteln der Sondergebäudesteuer erseht werden, eingegangen ist bis heute aber noch nichts. Auch die Reichssteueranteile gehen überaus schleppend ein, nach einer neuerlichen Mitteilung ist mit einem weiteren Ausfall von 5000 Mark zu rechnen. Da der Vorsitzende in ilebereinftimmung mit dem Gemeinderat davon absieht, das entstehende Defizit durch neue Steuern zu decken, muß der voraussichtliche Fehlbetrag durch Einsparungen an anderen Stellen ausgeglichen werden, allerdings haben auch diese Ersparnismöglichkeiten ihre Grenzen. Sollten den Gemeinden vom Reich oder Staat neue Lasten auferlegt werden, stehe man auch in Schlitz vor den schwerwiegendsten Entscheidungen. Landkreis Gietzen. 3) Lich, 6. Dez. Der gesamte örtliche Bedarf an Christ bäumen kann in diesem Jahre, im Gegensatz zu den Vorjahren, aus dem Anfall im hiesigen Stadtwalde befriedigt werden. Darüber hinaus sind noch mehrere hundert Christbäume nach auswärts verkauft worden. Kreis Spotten. 4 Glashütten, 6. Dez. Nachdem als letzte Feldbereinigungsarbeit die Drainage des Lachenseides durchgeführt ist, fand hier eine Versammlung der maßgebenden Körperschaften statt. Oberlandmesser Nies- Büdingen erläuterte an Hand der Starte das Ortsnetz, das von den Anwesenden begutachtet wurde und einstimmig Annahme sand. Q Wohnfeid, 6. Dez. Die Kulturfilm- st e l l e des Kreisschulamtes Schotten zeigte unter der Leitung von Schulrat H a s e n z a h l - Schotten in den Gemeinden Wohnfeld, Bobenhausen, Stöckersdorf und Kölzenhain den Nordlandfilm „Im Lande der Mitternachtssonne". Der Film wurde mit großem Interesse dankbar ausgenommen. — In diesen Tagen fand hier eine Versammlung von Interessenten des Ob st- und Gartenbaues statt. Obstbauinspektvr E n k l e r - Gießen führte einige Obstbestimmungen durch und gab dann in einem Vortrag wertvolle Hinweise für rationellen Obstbau Er betonte, daß weniger Sorten, dagegen bessere Qualitäten im Obstbau angestrebt werden müßten. In weiteren Ausführungen nannte der Redner Birnen- und Apfelsorten, die sich für den Anbau in der hiesigen Gegend besonders eignen. Der Vortragende sprach außerdem noch über Düngung, Veredelung und Schädlingsbekämp- sung und fand dankbaren Beifall. Letzte Nachrichten. Dor Erscheinen der Notverordnung. B e r li n , 7. Dez. (LNV. Funkspruch.) wie wir erfahren, hat heute vormittag die letzte redaktionelle Ueberarbeitung der Notverordnung begonnen. 3n unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß sie Im Lause des Tages abgeschlossen werden kann, so daß der Reichspräsident am späten Abend seine Unterschrift geben und die Notverordnung dann übet Nacht in Druck gehen würde. Die Veröffentlichung dürste erst in den Mittwoch-Frühblättern erfolgen, da der Reichskanzler die Absicht hat, nach der Ucbergabe der Verordnung an die Presse selbst das Wort im Rundfunk zu nehmen. Er will offenbar die ungewöhnliche Bedeutung, die dieser Notverordnung zukommt, klarstellen: außerdem liegt es nahe, daß der Kanzler sich unter Umständen auch zu der Verschärfung der politischen Situation äußert, die in den letzten Tagen ganz zweifellos eingelrelen ist. Der erste Eindruck ist der beste Schöne weiße, mit Chlorodont-Zahnpaste behandelte Zähne verleihen i jedem Gesicht einen eigenen Reiz. Tube 50 Pf. Versuch überzeugt. Hüten Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen, denn für das Wertvollste was Sie besitzen, die Zähne, ist das Beste gerade gut genug. Wessen Kind bin ich? Roman von Fr. Lehne. (Urheberschutz durch E QMermaim, Rornanzentral« Stuttgart.) 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Um Himmels willen, Mama, Ebba ist nicht wieder zurück nach Reinshagen gefahren!" „Da siehst du das leichtsinnige Blut, da- in deiner so lebhaft verteidigten Freundin steckt! Wer weih, was sie vorhat — oder —“ ein Ge- danke stieg in ihr auf — „oder Hanno — sollte cs dennoch —“ Schmerzlich sah Inga die Mutter an — „was bist du für eine schlechte Menschenkennerin, Mama! Dos denkst du, daS — ? Rein, ich weih es besser! Ebba hat sich geschämt, nach den paar Tagen schon wieder heimzukommen! Mein Gott, wenn sie sich nun ein Leid angetan hat? Lies doch die Karte vom Pfarrer Lenz: wie ahnungslos er schreibt —r Inga lief in gröhter Aufregung zu ihrem Vater, der betroffen von ihrer Mitteilung war. „Was, die Ebba gar nicht noch Hause gefahren?" Er los die Karte, die ihm seine Frau gab. halblaut und hastig: „Liebe kleine Schwester! Lebst Du eigentlich noch? Gefällt cs Dir bei Deinen gütigen Freunden so gut. dah Du nicht einmal Zeit zu einem kurzen Schreiben gefunden hast? Mutter ängstigt sich sehr: sie meint, Du seiest wieder krank! Wir haben nur die kurze Mitteilung Deiner glücklichen Ankunft in Dresden bekommen, dann nichts mehr! 'Täglich erwartet Mutter den Briefträger mit Ungeduld. Bitte, nimm Dir die Zeit zu einem ausführlichen Schreiben und teile gleichzeitig mit. wann Du zurückzukommen gedenkst! Weihnachten steht vor der Tür und es gibt allerlei vorzubereitcn —“ Erschreckt sahen sich die drei an. „Das ist allerdings sehr merkwürdig!" sagte der Graf, „wo- soll man da denken! Du hast doch Ebba selbst zur Bahn gebracht, Inga —" und in den richtigen Zug gesetzt, Papa!" „Und dennoch ist sie nicht zu Hause angekommen?" „Papa, sie muh unterwegs ausgestiegen sein, ich fürchte, sie hat sich in ihrer Berzweiflung etwas angetan!" Ob Inga die Bestätigung ihrer Befürchtung auf dem ernsten Gesicht des Vaters las? Sie verlor ihre Selbstbeherrschung, was äuherst selten geschah, und weinte laut — „Ebba, liebe Ebba —!" und ganz im Hintergrund ihrer Gedanken — „Christel, was würde er sagen, dah man die zärtlich geliebte Schwester so schlecht gehütet?" „Allerdings eine sehr fatale Geschichte!" Die klare, kühle Stimme der Mutter tat Inga förmlich weh. „Was tut man? Ob man Hanno telephoniert?" „Rein, Mama, es hat gar keinen Zweck! Unbedingt müssen wir Ebba sofort nachforschen! Jede Stunde ist kostbar! Und Lehrer Lenz' müssen es doch erfahren, dah Ebba längst nicht mehr bei uns ist —!" Sie überlegte — „am besten ist es, ich fahre gleich morgen nach Reinshagen! Sogen kann man dos befser als schreiben — wie will man es der Frau Lenz beibringen? Sie wird auher fich fein!" „Ich bin einverstanden mit dem. was Inga sogt!" bemerkte der Graf, „aber nicht, dah sie die Sache in die Hand nimmt, sondern meine Pflicht ist es! Morgen m aller Frühe werde ich mit Inga nach Reinshagen fahren. Man wird Ebba auch finden: denn ein Mensch kann doch nicht so leicht verlorengehen!" Der Gras war tiefernst: ihm ging Ebbas Verschwinden sehr nahe. Er hatte Ebba nicht verdammt, wenngleich er es tadelte, dah sie Hanno in ihrer Unerfahrenheit so leichtgläubig Vertrauen geschenkt! Begreiflich war es. dah der Sohn sich in das bildschöne Mädchen verliebt hatte - nicht für umsonst war er ein junger, heißblütiger Mann' Aber nicht zu entschuldigen war es. dah er mit Ebba eine Liebelei angefangen, war die Liebelei auch noch fo harmlos gewesen! Dah ernstere Beziehungen zwischen Hanno und Ebba sich ange- knüpst hatten, zog er gar nicht in den Bereich seiner Erwägungen — denn wenn Hanno auch un- bedenklich und rasch zugreifend war — ehrlos war er nicht! Ebba, als Freundin der Schwester, muhte ihm heilig sein. Mit dem heftigen Vorgehen seiner Frau gegen Ebba war er gar nicht einverstanden gewesen. Sie muhte den anonymen Brief, der ihr ein paar Tage nach Ebbos Ankunft ins Hous geflogen kam, einfach ignorieren: Ebba gegenüber! Dafür ober mit dem Sohne sprechen und ihn um Erklärung bitten. Statt dessen stellte sie die ahnungslose Ebbo entrüstet zur Rede, ohne weiteres dem Inhalt des Schmähbriefes Glauben schenkend, dem wie vom Donner gerührten Mädchen kein Wort der Verteidigung und der Erklärung gönnend und ihr deutlich zu verstehen gebend, dah für die Geliebte des Sohnes fein Platz mehr in ihrem Hause sei! Sollte das ein unschuldiges Mädchen nicht zu einem verzweifelten Schritt treiben können? In ihrer ersten Entrüstung hatte sie gehandelt — ohne abzuwarten, bis er nach Hause kam, und seinen Rat zu hören — und nun war dos Unheil da! Seine Pflicht war es nun, gutzumachen, was er überhaupt gutmachen konnte. Dem Grafen war in seinem Leben kaum Je etwas so schwer geworden wie diese Fahrt nach Reinshagen. Er wustte doch, wie abgöttisch die Lehrersleute ihre Ebba liebten! Wie würden sie feine Mitteilung aufnehrnen? Wer weih, wo das verschüchterte, gedcmütigte Mädchen sich versteckt hielt. Denn was Inga befürchtete, war doch wohl ausgeschlossen! Unbedingt hätte man davon längst etwas erfahren! Ihm ging die Angelegenheit sehr nahe. Er hatte die blonde, schöne Ebba lieb wie eine Tochter. Und die Lehrersleute schätzte er sehr — man war im gleichen Dorfe zusammen jung gewesen und hatte gegenseitig an Freude und Leid in der Familie tcilgenommen. war sich stets in gegenseitiger Achtung begegnet! Was würde dos nun für ein trauriges Weihnachtsfest werden? 14. .Kommt Vater noch nicht?" Hanno Reinshagen war wirklich ungeduldig und unruhig wie noch nie in seinem Lebern Immerfort lief er an das Fenster des großen Wohnzimmers, von dem aus er die ganze Landstraße bis zum Dorf hin übersehen konnte. Die Ebbo, das dumme Mädel! Sie hatte ihnen ollen etwas Schönes eingebrockt durch ihr kopfloses Davonlaufen. Wenn er den anonymen Briefschreiber hätte fassen können! Eine kalte Wut ergriff ihn — aber: man hatte ja keine direkte Unwahrheiten geschrieben: anhaben vom Gericht aus konnte man der Person schwerlich etwas! Ein Glück noch, daß der alte Herr einigermaßen vernünftig gewesen und ihn nicht mit unangebrachten Vorwürfen gequält — daß er als Mann zum Mann gesprochen und begriffen, daß man einen schölten Mädchenmund nicht gern ungeküht ließ! Ehrenwort — es war sonst nichts weiter vor- gckommen! Aber gerade die Ebba hätte es nicht sein dürfen! Gewiß, darin hatte der alte Herr im Grunde recht! Doch was konnte er dafür, daß er das Mädel so rasend gern hatte? Und jetzt mehr denn je, da er sich in Angst und Sorge um sie verzehrte. Er fuhr sich durch fein dichtes, blondes Haar. Ein schönes Gerede würde entstehen — die Ebba seinetwegen ins Wasser gegangen! Alles mögliche hörte er die Leute tuscheln, das mögliche und mehr noch dos unmögliche — Aber wo steckte das Mädel? In jetziger Zeit konnte man doch nicht so spurlos verschwinden — so von heute auf morgen nicht mehr da fein, als hätte einen der Erdboden verfchluckt! Sie würde schon heimfinden — heimfinden müssen, wenn ihr bißchen Geld aufgebraucht war — damit versuchte er sich in seinem praktischen Sinn zu trösten! Und dann die May, die Mamsell Aug»iste! Ditz brachte ihn rwch um mit ihrem Gejammer und Geunke — da habe man gedacht. Fräulein Ebba sei mit Komtesse Inga luftig und guter Dinge in Dresden, und dabei fei daS alles gar nicht an dem gewesen — Zigeuner hätten sie vielleicht verschleppt —. Endlich sah Hanno den Vater mit Inga kommen: zwei kleinen, schwarzen Figürchen gleich waren sie auf der blendenden Schneedecke ausgetaucht. W»e langsam sie doch gingen! Sie kamen näher, wurden größer und traten dann mit sehr ernsten, bekümmerten Gesichtem ins Haus. .Man hat keine Rachrichten von Ebba —?N fragte Hanno Ein Kopfschütteln war die Antwort. Still, mit einem tiefen Seufzer, fetzte sich Inga nieder: ihr liebliches Gesicht trug einen an ihr ungewohnten traurigen Ausdruck. Man war zuerst im Pfarrhause gewesen, hotte mit dem jungen Pfarrer alles besprochen und den schwer feine Fassung behauptenden Mann gebeten, feinen Eltern Ebbas Verschwinden schonend beizubringen. Mit ihm war man dann in- Lehrerhaus gegangen. Diese Stunde dort würde dem Grasen und Ingo niemals aus dem Gedächtnis kommen! Was man da an seelischer Erschütterung erlebt — die namenlose Verzweiflung der ganz gebrochenen Frau Lenz! Die Stimme bebte dem Grafen, und Inga schluchzte laut auf. Hanno schlug bei diesem Bericht des Vaters die Augen nieder — er konnte doch wirklich nichts dafür! Trotzig sagte er: .ich kann es auch nicht ändern. Vater! Und ich leide sehr: denn ich habe Ebba sehr lieb wie lieb eigentlich, weiß ich erst seit heute! Und wäre nicht das dunkle Geheimnis ihrer Herkunft ob mit oder ohne Einwilligung von euch hätte ich sie zu meiner Frau gemacht! Sv aber weiß ich, was ich unserem Damen schuldig bin .Das hättest du vorher bedenken muffen, mein Sohn, und durftest der Heinen Ebba ihren Hcr- zenssrieden nicht rauben! Sv fällt der größte Teil der Schuld auf uns!" Hanno machte eine ungeduldige Gebärde — „bitte, keine Vorwürfe. Vater! Dor allem muffen wir jetzt daran denken, Ebba zu finden! Ich meine, einem geschickten Detektiv müsse es gelingen'" Inga weinte leise vor sich hin. Diese erste große seelische Erschütterung, die über ihr so sorglos und sonnig verlaufenes Leben gekommen, hatte fie ganz auseinandergebracht und immer tauchte das ernste, traurige Gesicht Christels vor ihr auf, wie er sich so tapfer beherrschte mit Rücksicht auf den Vater, wie er jeden Vorwurf, der doch fo nahegelegen, unterließ! In gedrückter Stimmung verlief der Rest des Tages. (Fortsetzung folgt.) nrj£ 3 ® i a Pruni> arbeite" rattern d («tni M01 nu x,, söltei in & Hilft, e- ,-ftr wie ocrhel - broudjtc r qung des Pirwirfli“) t; r r 14 i > reu) trn: solche, märten bt< cnd)C curopa a ning W Theorie i mir von praktisch viilenorti paijche § tßie err man ju Renert jo riger Sn natürlich, ohnn liche P folglich n greifen, ( schon R auch auf Warn lf welchem Iien wollt innenpolit England i dar inbifd die Diät völlig um Zum Festgebädc verwendet die erfahrene Hausfrau Badcartikel aus den ERZEUGER »> EDEKA ^^VERBRAUCHER Geschäften Daher: Beste Qualität zu mäßigen Preisen! 5 Prozent Rabatt in Edeka*Sparmarken Kronenmehl, 5-Pfund- Säckchen Mk. 1 60 und 1.70 Weizenmehl, lose Pfund Mk 0 26, 0 28, 030 Mandeln Pfund Mk. 1.40, 1.60, 1.80 Haselnußkerne Pfund Mk. 1 00, 1 20 Kokosflocken Pfund Mk. 0.40 Korinthen Pfund Mk. 0 60, 0 70, 0.80 x Sultaninen Pfund Mk. 0 70, 1 00, 1 20 Rosinen Pfund Mk 0 70, 080 Kunsthonig Pfund Mk. 0 45 Zitronat Pfund Mk. 1.00 Orangeat Pfund Mk. 1 20 Puderzucker Pfund Mk 056 Haselnüsse Pfund Mk. 0 55, 0,65 Walnüsse Pfund Mk 060 Blockschokolade Pfund Mk. 110 Oblaten 100 Stück Mk. 0.40 sowie alle Backzutaten kwa einmal au Ami oei abjubitger auch nicht Curtius, Jetzt tonn Im schicke abermals Tie Regie bei Srüni ,iu merber ‘Neapel M xab. 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Berlin-Charlottenburg 2. — (515) — Alle Ethik muß sich auf zwei Pfeilern aufbauen: auf einer vorurteilslosen, nüchternen Kenntnis und Erkenntnis des tatsächlichen Geschehens, dessen sittliche Normierung in Frage steht, sodann auf einer letzte Klarheit anstrebenden Besin- nung auf die Grundlagen sittlicher Normierung überhaupt. Dieser Leitgedanke liegt diesem neuesten Werke des bekannten Gießener Philosophen und Pädagogen Messer zugrunde. Er behandelt zunächst die pysiologischen, psychologischen und soziologischen Tatsachen des geschlechtlichen Lebens, daraus die ethischen Prinzipienfragen, anknüpfend an die Kan- tische Ethik, und sie ergänzend und weiterbildend mit Hilfe der modernen Wertphilosophie. Dadurch wer den die Voraussetzungen gewonnen, von denen aus im Hauptteil die Tatbestände und die Probleme des Geschlechtslebens unserer Gegenwart unbefangen betrachtet und die Versuche zur Losung der Probleme nach Wert und Unwert sachlich gewürdigt werden können. Nicht schulmeisterliches Regelgeben ist dabei Ziel, sondern Steigerung und Klärung des Derant wortungsbewußtseins. Das klar und verständlich geschriebene Wert schneidet alle jene wichtigen Themen an, die im Brennpunkte des Interesses jedes modernen Menschen stehen. Der niedrige Preis, in Halbleder gebunden 2,90 RM., und die vorzügliche Ausstattung des Werkes sind besonders hervor- zuheben. — Hans Duhm: Der Weg des modernen Menschen zu Gott. Broschiert 4.50 Mk.. in Leinen 6,50 Mk. Verlag von Ernst Reinhardt in München. (537.) — Dieses bedeutsame Werk kann Menschen, die in unserer traurigen Gegenwart der Dekadenz-Stimmung verfallen, aber auch all denen, die von sehnsüchtigem Derlangen erfüllt sind, in die letzten Zusammenhänge unseres Daseins einzudringen, zu innerem Frieden führen. Ein Theologe von Ansehen und Ruf sagt sich von altherkömmlichen älcberliese- rungen los, tritt für die Freiheit und Selbst- Verantwortung des Einzelnen ein. Ich mußte, da ich das Buch auf mich wirken ließ, an die Worte de la Druhcrcs denken: ..Die älnmöglich- keit, worin ich mich befinde, zu beweisen, daß es keinen Gott gibt, tut mir eben feine Existenz dar." 3n Hans Duhm ist tiefe Religiosität lebendig Der Glaube, sagt er. ist sicher nicht in erster Linie eine Funktion des Wissens und Erkennens oder der Phantasie. Er ist eine Kraft, eine unmittelbare Üebcr- zeugung und Gewißheit aus den Tiefen unsere- Wesens, die ihrer Sache sicher ist, auch wenn sie ganz außerstande ist, im einzelnen irgendwelche Angaben zu machen. Man weiß, daß die materialistische Weltanschauung, die alles Geistige nur als eine Aeuherung des WeltmechaniSmus betrachtet, einen großen Teil ihrer Anhängerschaft verloren hat, dagegen macht sich eine starke Neigung zum Okkultismus beme kbar Daß Hans Duhm den Okkultismus nicht ablehnt macht mir fein Werk in besonderem Maße sympathisch. Duhm ist von der äleberzeugung durchdrungen, daß Welt und Leben unendlich viel tiefer und geheimnisvoller sind, als es aus Grund unserer sehr beschränlten Erkenntnismöglichkeit den Anschein hat. Das Letzte, da- Höchste konzentriert sich für Duhm in der Ehrfurcht vor dem Geheimnis,. in der Ehrfurcht vor Gott. Ich wünsche dem Buch viele verständnisvolle Leser. A. B. im 62. Lebensjahre. Wiesbaden Biebrich (Mainzer Straße 32) Grünberg (Hessen), den 6. Dezember 1931. 8 96 t In tiefer Trauer: Lehrer i. R. Ludwig Sußner Forstmeister Hugo Sußner und Familie Frieda Sußner Dr. med. dent Reinhold Sußner cand. med. Hildegard Sußner Statt besonderer Anzeige. Am 5. Dezember abends entschlief infolge einer Lungenentzündung meine liebe Frau, unsere gute Mutter Frau Marie Sußner, geb. Lippert Annn Walther II»» Walther Gießen, den 5. Dezember 1981. R3» n Familien-Drucksache Brtihreche Druckerei, Diesen, SchuistraAe 7, Anrul Mr. Itsi _ Für die so herzliche Anteilnahme beim Heim- trnng unseres lieben Entschlafenen sauen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Karola Walther, geb. Baur Blniatcrialrat LR.Dr Walthern Familie Profe**or Dr. Walther und Familie OeecnmecKvoni Vornehm i 07180 Gießen, den 7. Dezember 1981. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adolf Börner. 11010 ®elfoeoöelt9(öu!e! Mehrere 4—8 ’S Opil-Pin«iiiwi|U Limousinen u. offen, ehr billig. 7433D Opel, (ilrflen tyroiUiurtci 2tr.52. Festanstellung gewähren wir geeigneten soliden Herren oder Tarnen ab Leiter unterer Filiale. Zeitgemäße» Einkommen. E-rf. 20<>i> bar. Zufchr. it. Tarlca. öcr Derbaltn. I. M. 4719 bc’drL'. Rudolf Masse. Hannover. «V SimsoD'Supra 122 PS. auS Privat- Hand billig in gut. 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