Ur. 261 Erstes Matt 181. Jahrgang Samstag, 7. November 1951 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfilüls-Vuch- und Sleindruckerei «.Lange in Gießen. ächriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulitrahe L Annahme von Anzeigen für die Tagesiiummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich m Giehen. Erscheint täglich, ouher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanfchliifse anterSammeInummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Sranffurtam Main 11686. Gespräche. Reichskanzler Dr. Brüning gehört nicht zu den Leuten, die sich gerne selber reden hören. Er hat schon oft betont, daß er kein Freund von parteitaktischen Erörterungen ist und man darf ihm schon glauben, daß die Bürde sachlicher Arbeit, die seit seiner Betrauung mit dem Kanzleramt in wachsendem Umfang auf seinen Schul- . tern lastet, ihm weder Zeit noch Kraft läßt, sich mit Hingabe an Auseinandersetzungen zu beteiligen, die zum wenigsten im Augenblick vorwiegend theoretischer Ratur sind. Und obwohl er gelegentlich bewiesen hat, daß er auch in der politischen Debatte seinen Mann steht und eine scharfe Klinge schlagen kann, wenn er es für angebracht hält, hat es stets einer besonders kritischen Lage oder eines besonders heftigen Angriffs bedurft, um ihn aus seiner selbstgewählten Reserve hervorzulocken. Diesmal ist er dem dringenden Ruf des Parteivorstandes der Zentrumspartei gefolgt, um über die Arbeit des Kabinetts und seine Zukunftspläne zu berichten. Das konnte zu Beginn eines Winters, der vom ganzen Bolke straffe politische Disziplin und vermutlich neue schwere wirtschaftliche Opfer verlangt, wenn er zu einem erträglichen Ende gebracht werden soll, ein löbliches Beginnen sein. Die betont schroffe Abfuhr, die der Kanzler einzelnen Gruppen der Opposition zuteil werden ließ, paßt indessen, wie es uns scheinen will, schlecht zu seiner eigenen Maxime, daß es in diesem Winter entscheidend darauf ankomme, „zu verhindern, daß die parteipolitischen Gegensätze sich zur Explosion steigern". Wir haben Verständnis dafür, daß gelegentlich auch dem Kanzler die Gäule durchgehen, wenn die Kritik an seiner politischen Linie den Boden der Sachlichkeit verläßt oder er gar die Empfindung hat, daß sein ehrliches vaterländisches Wollen von den Gegnern in Zweifel gezogen werde. Aber diesmal fürchten wir, daß das besondere Milieu einer Parteiversammlung, das sachlichen Erörterungen nur selten günstig ist, dem sonst so beherrschten Kanzler einen Streich spielte, und das Forum der Parteifreunde, vor dem er sprach, ihn zu Ausfällen verleitete, die der tatsächlichen politischen Situation kaum entsprachen. Denn er wird sich doch selber zu allerletzt darüber täuschen, daß die Stellung seines zweiten Kabinetts auch nach dem Abstimmungssieg im Reichstag keineswegs so fest untermauert ist, wie es angesichts der Riesenaufgabe, die vor ihm liegt, zu wünschen gewesen wäre, daß also auch kaum Anlaß vorliegt, aus spontaner Verärgerung irgendeine ihm immer noch wohlwollend gegenüberstehende Gruppe, wie z. B. die Volkspartei, vor den Kopf zu stoßen. Und wenn der Vorsitzende der Zentrumspartei, der Prälat K a a s, es für taktisch wünschenswert hielt, noch einmal scharf den Trennungsstrich nach rechts zu ziehen und damit offiziell wenigstens von den Koali- . tionsgesprächen zwischen Zentrum und Rationalsozialisten abzurücken, so lag für den Reichskanzler, als den Führer eines betontermaßen parteipolitisch nicht gebundenen Kabinetts, gewiß kein Grund vor, ohne Rot ins gleiche Horn zu stoßen. Er konnte, ja er muhte sogar sich die Dinge in aller Ruhe entwickeln lassen, denn wer sagt ihm, daß die Sozialdemokraten weiter mit ihm durch dick und dünn gehen werden, wenn cr ihnen im Laufe des Winters aus der wirtschaftlichen Zwangslage heraus Dinge zumuten muh, die alles das weit überbieten, was sie bisher als Gefangene ihrer Toleranzpolitik schlucken muhten? Ober fürchtet der Kanzler, sich zwischen zwei Stühle zu setzen, wenn er nicht immer wieder die Verbindung nach links fester knüpft? Die schon erwähnten Koalitionsgespräche zwischen Zentrum und Rationalsozialisten waren gewiß von beiden Seiten sehr vage und überaus vorsichtig, aber sie konnten doch zu einer Entgiftung der politischen Atmosphäre beitragen, die ja der Kanzler selber stets verlangt und seinerseits gefördert hatte, als er während der letzten Reichstagsdebatte auf oen ruhigen und maßvollen offenen Brief Adolf Hitlers in der gleichen ruhigen und sachlichen Art eingegangen war. Wozu also nun diese Taktik, die die Opposition wieder in schärfste Kampfstellung zurückdrängen muh? Die Opposition zeigt ja in ihrem programmatischen Wollen, ja vielleicht nicht einmal in ihren allernächsten politischen Zielen, wenn man näher zusieht, die imponierende Geschlossenheit, die man nach dem äußeren Eindruck von Harzburg, sieht man von Kleinigkeiten ab, vermuten muhte. Zwischen Herrn Goebbels und dem führenden Organ des Hugenbergkonzerns entspannen sich bald wenig freundschaftliche Häcke- l-.i:a und, was schwerer wiegt, die verschiedenen programmatischen Ae herungen der Parteigröhen wichen, wenn sie auch vie Einigkeit der Harzburger Opposition zu betonen sichwerpflichtet fühlten, doch im einzelnen so weit voneinander ab, daß man noch immer nicht klar sieht, wohin der Weg führen würde, wenn die Opposition in ihrer jetzigen Verfassung ohne die gegebeneVermitt- lung des Zentrums in absehbarer Zeit einmal die verantwortliche Führung der Reichsgeschäfte übernehmen mühte. Es ist nicht einzusehen, warum sich das Zentrum gegen diese Aufgabe sträubt, der es sich während des Krieges und noch mehr nach dem Rovemberumsturz unterzog, als es galt, die Sozialdemokratie an den Staat heranzubringen. Das Zentrum wird sich doch wohl kaum nachsagen lassen wollen, daß es parteipolitische Vorteile, die ihm die jahrzehntelange Koalition mit der Sozialdemokratie namentlich in Preußen in reichem Maße eintrug, staatspolitischen Rotwendigkeiten voranstellt. Der Was erwartet man vom neuen Kabinett Macdonald? Der Einfluß der Konservativen in der zweiten nationalen Regierung. — Oer Kurs der Handelspolitik. — Wie wird man sich zu Frankreich und dem Reparationsproblem stellen? London, 6. Rovernber. Unmittelbar bevor das neugewählte Unterhaus seine sachlichen Beratungen aufnimmt, ist Mac- donald mit der Liste seines neuen Kabinetts hervorgetreten. Fast bis zum letzten Augenblick hat die Verteilung der einzelnen Aem- ter geschwankt, ein Beweis dafür, daß hinter den Kulissen eifrig intrigiert worden ist. Als Gesamteindruck aber ist doch festzustellen, dah es Mac- donald gelungen ist, das Bild einer überparteilichen Rationalregierung festzuhalten und daß auf der andern Seite d i e K o n - servativen in ihren Ansprüchen, gemessen an dem ungeheuren Wahlerfolg, sehr bescheiden gewesen sind. Sie haben zwar innerhalb des Kabinetts von zwanzig Sitzen mit elf gerade die absolute Mehrheit. Ihr Uebergewicht gegenüber den vier Mitgliedern der Rationalen Arbeiterpartei und den fünf Liberalen ist jedoch nicht unbedingt ausschlaggebend, zumal, da sie nicht einmal alle wichtigen Ministerien besetzt haben. Die Schlüssel st ellung allerdings, das Amt des Schatzkanzlers, haben sie errungen und mit dem jüngeren Chamberlain, einem ihrer fähigsten Köpfe, beseht, der als ausgesprochener Schuhzöllner wahrscheinlich den stärksten Auftrieb in die kommende Politik hineinbringen wird. Gewissermaßen als Ausgleich dafür aber hat Macdonald den liberalen Ruuci- man ins Handelsmini st erium berufen, wo er schon einmal im ersten Kriegskabinett tätig war. Damals noch ein ausgesprochener Freihändler, aber inzwischen hat er umgelernt, er ist jedoch höchstens ein gemäßigter Schuhzöllner, wird also als Gegenspieler gegen Reville Chamberlain auf treten; unterstützt vielleicht durch Sir John Simon von der anderen liberalen Gruppe, der das Außenmini st erium übernimmt und handelspolitisch den Konservativen sehr nahe steht, weil er nach seinem Programm der Wiederherstellung der positiven Handelsbilanz alle andern Maßregeln unterordnen will Er ist erst in letzter Stunde für das Außenministerium in den Vordergrund getreten, als Austen Chamberlain auf den Wiedereintritt ins Kabinett verzichtete mit dem Hinweis darauf, daß man jüngeren Kräften Platz maßen müßte, und daraufhin auch der 71jährige Außenminister Lord Reading zum Rücktritt gewonnen wurde. Simon ist von Hause aus Anwalt und nach allem, was man bisher von ihm weiß, mehr Verstandes- als Gefühlsmensch. Er ist seit langem ein Gegner der Reparationspolitik und vor allem nicht von der konservativen Ideologie der Franzosenfreundschaft belastet, obwohl auch er bereits im Kriege unter Asquith vorübergehend Außenminister war. Der extreme konservative Flügel — auch das ein beachtenswertes Zugeständnis Baldwins — ist im Kabinett überhaupt nicht vertreten. Es muß sich aber doch erst hoch zeigen, inwieweit diese Regierung imstande ist. sich von den Mehrheitsverhältnissen des Unterhauses unabhängig zu machen und ob nicht Macdonald doch gezwungen wird, bei dem Fehlen jeder Opposition mehr und mehr konservative Politik im Innern und nach außen zu machen. Macdonalds neue Leute. Das neue Kabinett Macdonald besteht aus vorsichtigen Leuten, die fast alle schon oft Minister gewesen sind. Lieber Ma cdonald, Baldwin und Snowden braucht man nicht viel zu sagen. Ihr Leben ist bekannt. Von S i r W a l t e r R u n c i m a n hörte man früher oft, in den letzten Jahren war es um ihn stiller geworden. Man begnügte sich damit, über ihn Anekdoten zu erzählen. An seinem 57. Geburtstag sollte er auf offener Straße bestohlen werden. Er spürte eine fremde Hand in seiner Tasche, faßte zu und sah einen kräftigen Burschen vor sich stehen. Der Räuber glaubte, daß er bei dem alten Herrn leichtes Spiel haben würde, aber Sir Walter setzte sich kräftig zur Wehr und schlug den jungen Gegner in einem richtigen Boxkampf k. o. Alle Blätter brachten das Bild des eleganten Run- ciman, der schon damals einen weißen Dollbart trug. Run ist auch seine Frau in das Unterhaus eingezogen, und es ist damit der seltene Fall eingetreten, dah ein Ehepaar Seite an Seite in der Volksvertretung sitzt. Als Runciman, der 1905 8um erstenmal Kabinettsmitglied wurde, 1908 Unterrichtsminister von 1911 bis 1914 Landwirtschaftsminister »und dann zwei Jahre Handelsminister war, aus der vordersten Reihe der Politiker ausschied, benutzte er die Zeit dazu, seine wirtschaftliche Position auszubauen. Schon sein Vater war Schiffseigentümer in Rew Castle. Vkit 26 Jahren wurde der Sohn Direktor einer Frachtdampfergesellschaft, und nebenbei auch Direktor der Westminsterbank, ihm gehört eine einflußreiche Gruppe von Zeitschriften, und 1927 wurde er auch Präsident der Britischen Schifffahrtskammer. * S i r John Simon, der neue Herr im englischen Außenministerium, ist der beste Jurist, den England je gehabt hat. Im englischen Karlsbad, in der schönen alten Stadt Bath, erblickte er vor 58 Jahren das Licht der Welt. Aus der Universität war er der Studienfreund eines gewissen Mr. Smith, der später als Lord Birkenhead zu Weltruhm gelangte. John Allsebrook Simon hatte keine Protektion und mußte sich feine Stellung selbst schaffen. Als junger Rechtsanwalt verteidigte er einmal drei Angeklagte, die in ein Ladengeschäft eingebrochen haben sollten. Der In- Sir John Simon Außenminister. Walther Runciman Handelsminister. Neville Chamberlain Schatzkanzler. Marques von Londonderry Luftfahrtminister. Lord Hailsham Kriegsminifter. allgemeine Tenor der Reden auf dem letzten Zentrumsparteitag war allerdings nicht vielversprechend. Und das wird man um so mehr bedauern müssen, als gerade die von hohem Ver- antwortungsbewußtsein und dem entschiedenen Willen zu einem klaren Kurse getragenen Ausführungen des Reichskanzlers im Grunde wieder ein schlagender Beweis dafür sind, daß Brüning ein durchaus modern-konservativer.Mensch mit starkem religiösem und sozialem Empfinden ist, dem daran liegt, durch alle Irrungen und Wirrungen dieser Zeitenwende und trotz aller Verstrickungen in ein erstarrtes System den Weg zu neuer Staats- und Wirtschastsgesinnung zu sinden. Der Kanzler ist in seiner Rede nur kurz auf das Gespräch eingegangen, das sich unmittelbar nach Lavals Rückkehr aus Washington in Paris zwischen Deutschland und Frankreich angesponnen hat. Wir hörten, daß Hoover zur großen Befriedigung der Franzosen in der Reparationsfrage vorläufig auf die Initiative verzichtet hat und dem französischen Grundsatz beigetreten ist, daß eine Einigung über die Wiederaufnahme der Reparationszahlungen nach Ablauf des Schu d nf iecjahres zunächst „im Rahmen des Voungplans" von den an ihm besonders interessierten Mächten getroffen werden müsse. Die Unterhaltung, die nun der deutsche Botschafter v. Hoesch mit dem Ministerpräsidenten Laval und feinen Kollegen Briand und Flandin hatte, sollte sondieren, wie man sich beiderseits das An- Packen des Reparationsproblems denkt. In Paris erwartet man eine Initiative Deutschlands insofern, als die deutsche Regierung den im Voungplan vorgesehenen Sonderausschuß bei der Bank für Internationale Zahlungen (BIZ.) in Basel um die Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit ersuchen soll, von dessen Bericht dann die Reparationsgläubiger Deutschlands ihre Entschlüsse abhängig machen zu wollen. Rach deutscher Ansicht wäre nun aber diese Bemühung des Sonderausschusses ein gänzlich überflüssiger, zu nichts führender und die Entscheidung unnötig verschleppender Umweg, weil ja bereits im vergangenen Sommer die von den Rotenbanken ernannte Wiggins-Kommission in dem Bericht des britischen Wirtschaftssachverständigen Sir Walter Layton die Grenzen der deutschen Zahlungsfähigkeit und die Voraussetzungen für eine Sanierung der deutschen Finanzwirtschaft festgestellt hatte. Und wenn schon der Sonderausschuß der BIZ. bemüht werden soll, fordert Deutschland, daß er in den Kreis feiner Prüfungsarbeit auch die privatwirtschaftliche Verschuldung einbezieht, weil die deutsche Regierung der Meinung ist, dah die sich aus dem Ablauf des Stillhalteabkommens für die kurzfristigen Kredite ergebende Rotwendigkeit einer Konsolidierung dieser kurzfristigen privaten Verschuldung jeder neuen Regelung der Reparationsfrage, die eine wie auch immer beschränkte Wiederaufnahme der Tributzahlungen in sich schlösse, vorauszugehen habe. Frankreich bestreitet diese deutsche These mit dem Verlangen nach vorbehaltloser Rückkehr zum Voungplan und seiner Maschinerie ohne Rücksicht auf die im Februar kommenden Jahres in der Luft hängende kurzfristige Privatverschuldung der deutschen Wirtschaft. Schon heute steht fest, daß Deutschland zu ihrer Rückzahlung nicht imstande sein wird, geschweige denn darüber hinaus zur Wiederaufnahme der Tributzahlungen. Aber Frankreich interessiert die private Verschuldung Deutschlands nicht, denn es ist mit nur knapp 300 Millionen Mark, also kaum 7 Prozent der Gesamtsumme an eingefrorenen kurzfristigen Krediten beteiligt, während es als der Hauptreparationsgläubiger auf das Wiederingangkommen der in seinem Etat eine große Rolle spielenden deutschen Tribute größten Wert legt. Es besteht also zwischen Paris und Berlin eine erhebliche Meinungsverschiedenheit darüber, wem in der Erörterung, sei es durch eine Konferenz der Sachverständigen, sei es durch eine Konferenz der Regierungen, die Priorität zukomme, den stillgehaltenen kurzfristigen Privatkrediten oder den Reparationen. Don deutscher Seite macht man nun mit Recht darauf aufmerksam, daß Deutschland seine bisherigen Reparationsleistungen nach dem Dawesabkommen sowohl, wie nach dem Doungplan ausschließlich aus den Erträgen ausländischer Anleihen hat bewerkstelligen können, da ja ein Ausfuhrüberschuß erst dank der wachsenden Derarmung des deutschen Dolkes während des Hooverseierjahres erzielt werden konnte. Frankreich hat sich also jahrelang über den Umweg deutscher Ausländsanleihen und deutscher Repa- ratwnsverpflichtungen aus den Taschen der Eng- lander und Amerikaner, Schweizer, Holländer und Skandinavier bezahlt gemacht, und schon aus die- fem Grunde wäre es nicht mehr als recht und billig, wenn Frankreichs Reparationsforderungen hinter den Privatkrediten zurückstehen müßten. ^Iber nach Recht und Billigkeit wird in Paris leider wenig gefragt, solange man glaubt, seinen Nop' durchsetzen zu können. Sonst müßten die Re- Paratlonszahlungen, die ohne Gegenleistungen ein volkswirtschaftlicher Ronsens sind, überhaupt von der Bildfläche verschwinden, was nicht einmal zum Nachteil der Gläubiger wäre, denn auch Frankreich muß sich darüber klar werden, daß es selbst der Leidtragende sein wird, wenn es Deutschland zwingt, durch eine Zurückstellung der Ansprüche seiner Privatgläubiger sich den internationalen Fmanzmarkt für alle Dauer zu verschließen. Die Folge wäre eine unaufhaltsame Verschlechterung der deutschen Wirtschaftslage und die völlige Un- moglichkeit zu irgendwelchen Reparationszahlun- gen auf Jahrzehnte hinaus. Wie immer auch Frankreich sich den Vorrang der politischen Schulden vor den privaten vorstellt, immer wird Dag, toa^ Deutschland finanziell zu leisten vermag, der Ueberschuß seines Außenhandels sein müssen, dessen Entwicklung davon abhängt, wie weit eine Atmosphäre des Vertrauens wiederhergestellt wird, die die Grundlage jeder Art internationaler Beziehungen ist. Beharrt Frankreich auf feiner Ü.?rderung nach Priorität der Reparationen unter ganältcber Außerachtlassung der privaten deutschen Verschuldung, so bedeutet das eine neue Verschärfung der Vertrauenskrisis, der eine Volkswirtschaft nad) der anderen zum Opfer fällt. Daß auch Frankreich davon nicht verschont bleiben wird, ist für uns, die wir bestimmt vorher drankommen, zwar nur em schwacher Trost, für die Franzosen aber vielleicht doch em Anlaß, über die wirtschaft- heben und politischen Verflechtungen nachzuden- fen, solange es noch Zeit ist. Sich ihnen auf die 2>auer zu entziehen, wird auch Frankreich trotz j^uer einer Entwicklung zum autarken Wirtschaftsstaat besonders günstigen Wirtschaftsstruk- schwere Opfer gelingen, Opfer, die vielleicht em Entgegenkommen in der Repara- tionssrage angezeigt erscheinen lassen könnten. Haber des Ladens wollte den einen Angeklagten al- einen Käufer wledererkennen, der fechS Monate vorher bei ihm Packpapier gekauft habe. Am folgenden Tage rlchtete Simon an den Zeugen die Frage, ob er in einer im Verichtssaal behnb- lichen Person einen Kaufet von gestern abend toie- dererkenne Der Ladenlnhaber sah sich um und sagten .Dein." — ,6te erinnern sich also nicht," meinte Simon, .dah ich gestern abend in ihrem Geschäft für 5 Pence Rage! getauft habe? Wie können Sie dann einen Kunden wiedererkennen, der vor einem halben Jahr bei Ihnen gewesen ist?" Diese Art der Verteidigung machte den jungen Anwalt bald volkstümlich. 1906 zog er in da- Hinterhaus ein, 1913 machte ihn sein Parteifreund ASauith zum GeneralstaatSanwalt. Bei Kriegsausbruch rechnete man mit seinem Rücktritt, aoer er blieb im Amt. 1915 gi. i\ er in das Innenministerium, war dann mit Dem Gesetz über die Wehrpflicht nicht einverstanden, dankte ab und lieh sich als Major an die französische Front versehen. Dann wurde er wieder Rechtsanwalt, der berühmteste und am besten bezahlte Advokat in ganz England. Später setzte er sich für den Völ- ferbunh ein und nahm gegen die franzosenfreundliche Politik der Konservativen Stellung. Im 3a- nuar 1928 tourb^ er der Vorsitzende jener nach ihm benannten Kommission, die nach Indien ging und die den berühmten Simon-Report über die künftige Entwicklung Indiens verfaßte. RevilleEhamberlain, der Schahkanzler, trat ursprüngi.ch hinter feinem Bruder Austen Chamberlain, dem früheren Außenminister, sehr zurück, obwohl er wohl der begabtere Sohn des berühmten Ioseph Chamberlain ist. üebrigen« find die beiden Chamberlains nur Halbbruoer, denn Reville stammt aus zweiter Ehe. Früh schickte ihn sein Bater hinaus in die Welt, auf die Bahama-Inseln, um dort ein Gut zu verwalten. Dann betätigte er sich in der Heimat erfolgreich als Fabrikant. Ietzt ist er 62 Iahre alt. Einen bertNmtenRamen trägt auch der neue ßuft- fahrtminister, Maraues of Londonderry, desien Geichlechi in der engl.schen Geschichte eine grobe Rolle gespielt hat Seine Familie stellte be.üjmte Soid t.n. s,in B-t.t, der Im Iahre 1915 gestorben ist, war oft Minister und war auch Dizekönig von Irland. Lord Londonderry wurde trn Iahre 1878 in ßonöort geboten, zog 1906 als Konservativer in das Parlament ein, war während des ganzen Krieges Soldat und wurde zweimal im englischen Heeresbericht rühmend erwähnt, übernahm bann das Amt eines Unter- staatvsekretärS für ßustfahrt, war Llnterrichts- minifter für Rordirland — aus dieser Gegend stammt ja sein Geschlecht —; er gehört aber doch zur zweiten Garnitur der Politiker. In feiner Jugend hat sich auch der neue Kriegsminister, ßord Hails Ham, als Soldat hervorgetan, nämlich im Durenkrieg. Dieser Mann stammt aus einem reichen Hause, fein Batet wat bet (Stünber des ßonboner Polytechnikums und schickte den Sohn als jungen Mann für acht Iahte nach Westindien. Dann wurde er Rechtsanwalt, ein Meister des Kreuzverhörs. ein Mann von leichter Auffassungsgabe, ein glänzender Redner, der auch den Gegner mitreibt und bei den Debatten Im Gericht und im Parlament sehr gesürchtet wat. In konservativen Kabinetten wat er zweimal General- staatsanwalt, und 1928 wat er ßotdkanzlet. Als er im Ianuar 1929 heiratete, lieb er die Eingänge der Westminster-Abtei abspetten, weil er die kirchlichen Zeremonien unter Ausschluß der Oessentlichkeit vollzogen wissen wollte- Er ist nicht der einzige Sonderling im neuen Kabinett, das auS vielen Querköpfen besteht, und bei dessen Sitzungen die Gegensätze zuweilen heftig auselnandetptallen dürften. Oer Brotpreis. Aussprache im Rcichotagoaudschutz. Berlin, 6. Rov. (DDZ.) Im Bolkswirt- schastlichen Ausschub des Reichstags entspann sich eine Aussprache über die Drotpreis- frage. Ministerialdirigent Dr. Dofe vom ReichSemährungsministerium erinnerte an die Verpflichtung des ZollgesetzeS vom März, wonach die Reichsregierung eine Erhöhung des Drotpreises über den Durchschnittspreis der letzten sechs Monate vor Inkrafttreten des Gesetzes verhindern, ferner das Mißverhältnis zwischen dem Inder bet lanbwitlschaftlichen unb anbetet Erzeugnisse beseitigen unb schliehlich burch geeignete Maßnahmen einschließlich bet Herabsetzung von Zollsätzen aus ble Preisgestaltung e i n to l r t e n sollte, wenn die Indexziffer für Ernährung über 133 steigen würde. Der durchschnittliche Drotpreis fei von 37,94 Pf. im Durchschnitt der Monate Oktober 1930 bis März 1931 auf 38,70 Ds. im Oktober 1931 gestiegen. Der Großhandelsindex für Agrar st offe betrug ün Oktober 99,6, während d.r Index für den Betriebsaufwand der Landw.r.schäft 144 unb der G r o h h a n d e 1S- inbej für anbere Konsumgüter 135,8 betrug. Daraus ergebe sich, daß bet Index für Agtatstoife noch weit unter dem Index der anderen Erzeugnisse liege und das Mißverhältnis infolgedessen noch läng st nichtbeseitigt sei. Damit sei ein wesentliches Srsor- detnlS des Zollgesetzes vom März noch keineswegs erfüllt. Eine Roggenpreissenkung lediglich durch Herabsetzung des Roggenzolles würde eine weitere Verschlechterung deS Index für Agrarstosse und damit eine Vergrößerung des Mißverhältnisses bedeuten. Da der Preisindex für Ernährung im Oktober 123,4 betrug, sei die im Gesetz vorgesehene Begrenzung von 133 somit noch weit unterschritten. Die Reichsregierung werde alle Bemühungen daraus richten, daß der im Gesetz vorgesehene Brotdurchschnittspreis erreicht werde. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen versprächen baldigen Erfolg. DaS gelte besonders von der Verbilligung deSBrotpreiseS für Erwerb-lose, sowie von der Einwirkung auf die Bruttoverdienstspanne der Bäcker. Auch eine teilweise Lockerung des Rachtback- verbots für Großbetriebe werde erwogen. Sollten diese Einwirkungen nicht den erhofften Erfolg hadeir, dann seien weitere Maßnahmen in Vorbereitung, über deren Charakter zurzeit noch nicht- gesagt werben könne. Beschlüsse würben nicht gefaßt. — Der Au-schuh tritt erst am S. Dezember wieder zusammen. Oer Wirtschafisbeirai setzt zwei neue Ausschüsse ein. Produktionskosten und Preise, Kredit und Zins sollen zur Beratung gestellt werden. B e r l i n , 6. Tloo (7DIB. Amtlich.) Unter dem Vorsitz de» Reichskanzler» vr. B t ü n i n g und unter Beteiligung de» Reichsbankpräsidenten vr. £ n l h e r befaßte sich gestern da» Reichskabinett m.t der Vorbereitung der weiteren Beratungen de» Hhrt- schast»beirate», nachdem die Arbeiten de» zunächst allein eingesetzten Ausschusses für die Still- halteprobteme inzwischen bereit» z u Ende geführt werden konnten. E» wurde beschlossen, zwei weitere Ausschüsse zu bilden. Dem Ausschuß I für Produktionskosten und Preise wird Reichskanzler Dr. Brüning ober Reichsarbeitsminister Dr. h. c. Stegetroalö, dem Ausschuß für Kredit und Zin » der Stellvertreter des Reichskanzler» und Reichsminister der Finanzen Dietrich oder Reichswirtschaftsminister Professor Dr. warmbold Vorsitzen. Sämtliche Mitglieder de» wirtschastsbcirate» sind gleichmäßig auf diese beiden Ausschüsse verteilt worden. Die Ausschüsse werden Dienstag. 10. November, In der Reichskanzlei zum Beginn ihrer Beratungen zusam- mentreten. Es ist in Aussicht genommen, für Beratungen wichtiger Linzelfragen Sachoer st än- d I g e ; u ; u ; iehen. Die ersten Sitzungen werden der Feststellung des genauen Arbeitsprogramme» dienen, dem £eitfähe der Reichsregierung zugrundeliegen werden. 0er neue Ostkommiffar. Schlanflc»2chön ingen tritt alsRcichsmtnister oßn« Portefeuille in das Kabinett ein. Berlin, 6.Roo. (IDIB. Amtlich.) Der Herr Reichspräsident Hal den Reichsminister Trevi r a n u » und den preußischen Staalsmlnifter Dr. h. c. hirtsieser ihrem Anträge entsprechend von den Aemtern als Reichskommissar für die Oststelle entbunden. Auf Vorschlag de» Herrn Reichskanzler» hat der Herr Reichspräsident da» Mitglied des Reichstag», Rittergutsbesitzer Schlange, zum R e l ch » k o m - m i f f a r für bie Ofthilfe und zugleich zum Reichsminister ohne Gefchäft»bereich ernannt. Der neue Reichsminister Han» Schlange- Schöningen wurde 1886 auf dem Gut Schöningen in Pommern geboren, von 1921 bl» 1928 gehörte er dem Preußischen Landtag al» Abgeordneter derveutschnationalen üolfepartel an. wurde 1924 von feiner Partei auch in den Reich»tag entsandt, dem er noch heute al» Abgeordneter de» Deutschen Landvolk» (Ehristlich-Ratio- nale Landvolk- unb Bauernpartei) angehört. Schlange trat Im Januar 1930 au» ber DRVP. au», war dann Mitbegründer der v o lk»ko n f er oa- lioen Bereinigung und schloß sich mit deren Einverständnis ber Christlich-Rationalen Landvolk- partei an. Er ist mit zahlreichen Büchern über agrar- politische Fragen hervorgetreten. Die kritische Lage in der Mandschurei. rowsb Der Dölkerbundsrat hatte sich, nachdem er in ziemlich ultimativer Form von den Japanern bis zum 16. November die Mitteilung der erfolgten Räumung der Mandschurei verlangt hatte, wieder beruhigt schlafen gelegt. Er wird sich etwas erstaunt die Augen reiben, wenn er jetzt hort, daß die Japaner trotz des Ultimatums In aller Ruhe ihren Vormarsch fortsetzen und ihren strategischen Aufmarsch wohl schon vollendet haben. Nach den letzten Meldungen sind sie bis Z i z i k a r vorgerückt. Der normale Europäer, der von der chinesischen Landkarte keine sonderlich klaren Vorstellungen hat, wird sich darunter nicht allzu viel vorstellen können. Ein Blick auf die Karte zeigt aber, daß tatsächlich yier die Japaner in aller Ge- mütsruhe die Lunte an das ganze oft- asiatische Pulverfaß gelegt haben. Denn Zizikar ist der Knotenpunkt, von dem sie die Lage nach allen Seiten beherrschen. nicht nur China gegenüber. Der chinesische Widerstand schlägt ja militärisch kaum zu Buch, er kann sich nur moralisch auswirken und hier allerdings auf die Dauer den Japanern sehr unbequem in Form eines systematischen Boykotts aller japanischen Waren werden. Die einzige aktive Unterstützung aber könnten doch die Chinesen von den Russen erwarten, und gegen 1 Russen wendet sich die Drohung des iapa- Nischen Vormarsches, der unmittelbar in die russische Interessensphäre hineingeht. In weniger als einem Tagesmarsch können jetjt die Japaner am Amur- bogen bie transsibirische Bahn besetzen, so daß damit Rußland von den östlichen Äüftcnaebleten einschließlich Wladiwostok abgeschnitten ist. Auf der andern Seite aber ist von Zizikar nach Man- dschuria nur eine Strecke noch zu überwinden, die im Auto oder mit der Eisenbahn in einem Tag zurückgelegt werden kann. Stehen aber die Japaner in Mandschurin, bann Haden sie bie Paßhöhe bereits hinter sich unb haben ben Vormarsch in die ganze sibirische Steppe dis zum Baikalsee frei. Die russische Stellung ist also jetzt von zwei Seiten her bedroht, noch einen Schritt weiter, und die russische Machtposition in Ostasien hängt in der Lust. Das ist eigentlich eine so unmißverständliche Drohung, daß Rußland sie sich nicht gefallen lassen könnte, wenn cs nicht prestigemähig einen so schweren Rückschlag erleiden will, der es aus dem Spiel der Mächte ausschaltet. Jeder russische Gegenzug aber müßte unvermeidlich e i n e n K r i e g von unübersehbaren Ausmaßen zur Folge haben. Die Russen Haden sich bisher nicht gerührt. Vorläufig haben also die Japaner in der weltpolitischen Konstellation recht behalten. Denn wenn die Russen sich ducken, dann ist auch Amerika zu sehr eingeengt, um sich gegen diese unverhüllte Aufteilung Chinas wehren zu können. Und Japan wird klug genug gewesen fein, sich rechtzeitig eine RückendeckungbeiFrank. reich gesichert zu haben. Vielleicht sogar noch mehr, denn dieser Vorstoß kommt der französischen Politik gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt so gelegen, baß man fast in Die Versuchung kommen könnte, anzunehmen, er sei von Paris aus ungeraten worben. Dom Kriegsschauplatz. Tic Japaner stoppen den Vormarsch. Tokio, 6. Rov. (WTD. Funkspruch). (Reuter). Die neuesten Rachrichten über die militärische Lage in der Mandschurei lauten etwas zuversichtlicher. Die japanischen Truppen haben nach einer Bekanntmachung deS Kriegsminifteriums den Befehl erhalten, nicht über Tanchi (zwölf Kilometer nördlich vom Ronnifluh) vorzugehen. DaS Krieg-Ministerium gibt ferner bekannt, daß die Truppen nach der Besetzung von Tashlng von einer Verfolgung der sich in der Richtung Anganchi zurücHlehenden chinesischen Truppen abzusehen haben. Da die Kämpfe am Ronnl- 1 fluß doch heftiger gewesen waren, als man angc- Karte ber Mandschurei. nommen hatte, wurden gestern morgen eiligst Verstärkungen nach Changhun in Marsch gesetzt. Diese Verstärkungen sind nunmehr auf die Rachrichten von der Einstellung der Feindseligkeiten hin unterwegs angehalten worden. Die japanischen K.nsuln in der Mandschurei teilten dem Ministerium des Aeuhern mit, daß für den gestrigen Zwischenfall an einer Drücke über den Ronni-Fluß einchinesischerDesehls- Haber verantwortlich fei, der sich weigerte, den Befehl des Generals Matschangschen zum Rückzüge anzuerkennen. General Ma hatte sich bereit erklärt, seine Truppen zehn Kilometer zurückzunehmen und sandte seinen Adjutanten mit einem entsprechenden Beseh! zu dem betressenden Unterführer. General Ma hatte es nicht für nötig gehalten, den Befehl schriftlich zu erteilen. Der Kommandant weigerte sich aber, mündliche Instruktionen entgegenzunehmen. In Unkenntnis blefer Sachlage schritten die Iapaner vor. Da die Chinesen sich bereit erklärt haben, die Brücke ?u reparieren, besteht die Hoffnung, trotz der riegerischen Zwischenfälle doch noch zu einem modus vivendi zu gelangen. Aufklärung in Washington. Japan will Zizikar nicht beicycn. Washington, 6. Rov. (WTB.) Der japanische Botschafter De bucht erklärte dem Staatssekretär Stimson, Iapan werde seine Truppen auS der Umgebung von Zizikar zurück- ziehen, sobald die dortigen Eisenbahnbrücken repariert seien. Die Reparaturen würden von japanischen Ingenieuren ausgeführt und etwa zehn Tage dauern. Stimson neigte dazu, die Lage wenig optimistisch zu beurteilen. Debuchi teilte mit, daß §war rund 4000 Mann japanische Truppen in die Mandschurei gesandt worden feien? aber hauptsächlich zur Ablösung der auS Korea gekommenen, jetzt ermüdeten Soldaten bestimmt seien, so dah die tatsächliche Vermehrung des Truppenbestandes nur gering sein dürfte. Er glaube nicht an Kompllla- tionen zwischen Iapan und Rußland, da Iapan nicht die Absicht habe, Zizikar zu besetzen. Schweigen in Moskau. Moskau (über Kotono). 6. Rov. (TU.) In russischen Kreisen wird über die Lage im 5enicn Osten Schweigen bewahrt. Cs wird lediglich erklärt, dah bi- jetzt Grund zur Beunruhigung über das Schicksal der chinesischen Ostbahn nicht vorhanden sei, da die japanischen Truppen die Dahn im Interesse der Beziehungen zur Sowjetunion zweifellos nicht besetzen würden. Sollten die Iapaner die chinesische Ostbahn dennoch besetzen, so würde die Regierung gegen die Maßnahme Einspruch einlegen. Rußland suche keinen Konflikt mit Iapan herbeizuführen. DaS wisse Tokio. Die japanische Reg.erung werde, auch wenn ne ,lrzikar zeitweise besetzen lasse, btc chinesische Ostbahn weiter in russisch-chinesischen Besitz lassen. Hitler und Brüning. Rattonaionattstticheo vcho der Kantterrede. München. 6. Rov. (TU.) Im .Völkischen Beobachter" wird heute mehrfach zur Rede des Reichskanzlers Stellung genommen. In einem Redaktionsartikel heißt es In den Augen der Rationalsozialisten fei daS einzig Mögliche der Rücktritt oeS Kabinetts Brünings, das jeder rettenden Aenderuna der deutschen Außen- und Inn.npoftftk h mmend im W gc st he. In einem Au'satz des Hauptschriftleiters Rosenberg heißt es am Schluß: Trotz aller Zentrumstagungen bleibe nur eine Wahl: Entweder mit Hitler als Führer zu gehen oder unter die Walze der nationalloAialiflif sich W untetb Äärt d°b^ 'ne. , derben o- ast lehr.^ Jo eh"" tat Sil WinaÄ ! ierrnit-lun^^ch^PÄ^ Sange urrd a Detant^ ,r A „nb b« K chich^^ Abbruch d. -2'5^5* OW KI Aus der provinzialhauvtstadt. Gießen, den 7. November 1931. Trotz allem Fröhlichkeit... Von JReinho 0 Braun. Genießen heißt, sich und andern in Fröhlichkeit angehörenl Goethe. Freunde sahen beieinander. Jeder war gekommen, und mancher hatte weit fahren müssen, um von der geliebten Runde wieder einmal sich das Herz stärken und mit neuer Lichtheit beschenken zu lassen. Die Zeit war trübe. Unb die Quelle der Fröhlichkeit wollte nicht recht springen. Ts war diesmal nur wie ein mattes Nieseln, als ob eine unterirdische Gewalt ihr die Kraft verschnürt hätte. Da kam einer der Runde und legte einen großen Sorgenstein mitten hinein in das müde Gesprudel, und etliche andere taten ebenso und so fort, bis das Wasserlein hinter lauter finstern Steinen armselig vergluckste. Einer der Runde aber saß da: der hatte bisher geschwiegen. Jedoch das Zornrot war ihm mehr und mehr ins Gesicht gestiegen, als er sah. daß die Freunde sich nicht genug tun konnten mit dem Herzulegen immer neuen Weh- gebröckels. Da endlich rief er: „Nun laßt's ober genug sein! Sonst ersticken wir am Ende noch unter unserm eigenen Sorgenberg! Der Sorge den Platz, der ihr gebührt. Aber keines Fingernagels Breite mehr! Es ist schön, dos Sich- aussprechen, aber schließlich muh aus dem Kum- mcrtal, wenn man nun einmal dahineingeraten ist, wieder zu Berg gestiegen werden! Ich mein', das vergessen wir heut' ganz und gar! Wißt ihr, ich hab auf dem Herweg wieder Goethe gelesen. Lind da fiel mir sein Wort ein, als ich euch so zuhörte: „Genießen heißt, sich und andern in Fröhlichkeit angehörenl" Tun wir denn das? Wem gehören wir eigentlich heute abend an. Der Sorge, der schlimmen, niederziehenden Sorge! Lind der Sorge dieser unerschöpflichen Zeit, aber nicht dem, was über der Zeit ist und mehr, als ihr Lingeist! Lins selbst gehören wir nicht einmal an, dem Besten in uns, wie wir es bisher gehalten haben, wenn wir zusammenkamen." — — Kommt vielen nicht bei der Erzählung von diesem Erlebnis die Erinnerung — vielleicht gerade aus der letzten Zeit — an eins, das man selbst gehabt hat und das ihm ähnlich sieht, nur mit dem LInterschiede, daß keiner da war, der aus dem Kummertal aus di: Hohe lockte! „In Fröhlichkeit sich und andern angehören..." Ach ja, das fällt heutzutage oft recht schwer! Manchmal bedeutet es sogar eine Tat, zu der wir uns aufrufen müssen. Aber gerade in solcher Art von stillsten Taten offenbaren wir, daß wir innerlich noch nicht am Boden liegen, noch nicht zu den willenlos Hin und Her Gezerrten zählen. Diesen schönsten aller Lebensgenüsse wollen wir' uns nicht nehmen lassen! Er soll unsere Llnverwüstlichkeit und den Mut zeigen, trotz allem ein wirklich Lebendiger zu bleiben, also einer, der nicht von der echten Freude läßt, von ihren Quellen, was auch kommen mag. Dennoch, ja dennoch: „Sich und andern in Fröhlichkeit angehörenl" Nehmen wir Goethes Wort als den Aufruf zu einer Pflicht, deren Erfüllung uns mit mancher Freude beschenken wird, mitten in allem Weh-Empfinden über die Zeit! Erfüllung dieser Pflicht bedeutet Gewinn an Kraft und Zuversicht, ab«: euch an Liebe und der Liebe Trost! „Die Stadt von morgen." Der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Ber- band veranstaltete am Donnerstagabend einen interessanten Filmvortrag über das Thema: „Die Stadt von morge n". Stadtbaurat G r a - v e r t kennzeichnete in seinem einführenden Vortrag die Stadt als ein landschaftliches Gebilde einerseits und als den Ausdruck eines Stückes seelischer Welt der Menschen anderseits. Zugleich wies er auf die LInterschiede zwischen Dorf, Stadt und Weltstadt hin. Der Städtebau sei, so führte der Redner u. a. weiter aus, immer eine geistige Angelegenheit. Die Stadt müsse als Faktum hingenommen und dabei nur die Forderung erfüllt werden, daß sie der Mittelpunkt kultureller, wirtschaftlicher und politischer Lebenstätigkeit sei. Leider hätten sich die meisten Städte nicht in diesem Sinne entwickelt. Die deutschen Städte seien vom Mittelalter her in bestimmten Richtungen groß geworden: meist sei der Charakter der Stadt als Sih eines Bischofs, als Festung, als Residenz gegeben gewesen und ihre Entwicklung dadurch in bestimmte Richtung gedrängt worden. Die heutige Stadt habe durch das neue Element, durch die Industrie, ihre Grundformen verloren und durch die sprunghafte Entwicklung der Industrie und des Verkehrs willkürliche Formen angenommen, die alles andere nur nicht als ideal bezeichnet werden könnten. Mit der Entwicklung der Industrie habe der Städtebauer, wie auch der Gesetzgeber nicht Schritt halten können und so sei der Wirrwarr, den heute viele unserer Städte darstellten, nicht aufzuhalten gewesen. Der erste Akt des Filmes zeigte sodann das, was der Redner in großen Llmrissen skizziert hatte, im Bild. Es wurde vor allem die Entwicklung einer Kleinstadt zur Industrie-Großstadt in jeder Phase wiedergegeben, der Einfluß der Industrie veranschaulicht und schließlich an Hand besonders eindrucksvoller Bilder die.Schädlichkeit des Nebeneinander von Schornstein und Wohnung für die Gesundheit der Stadtbewohner dargestellt. Der zweite Teil legte die theoretische Ideal-Lösung einer Industriestadt dar. Die sinnvolle Anordnung von Wohn-, Bureau- und Werkviertel, die Einfügung der Verkehrsmittel, die Aufteilung der Grünflächen innerhalb der Stadt u. a. waren eingehend behandelt. Dieser Teil des Filmes bedeutete zugleich die Darstellung der Ziele der Landes- und der Stadtplanung, die in dieser Form Die neue Lesmona eine überaus gründliche Durcharbeitung des ganzen Problems verriet. Der dritte .zitt zeigte die „Stadt von morgen", die den Menschen in ein Wohnviertel verweist, in dem er, ohne in seiner Gesundheit gefährdet zu sein, wohnen kann und dabei gleichzeitig durch Gartenanlagen wieder in ein natürliches Verhältnis zur Landschaft gebracht wird. Zum Schluß betonte der Redner, daß Städtebau im Sinne der von der Landesplanung gegebenen Richtlinien nur durch die Zusammenfassung aller Kräfte, durch die Liebe zur Sache und durch den Glauben an die Zukunft möglich werden könne. Allerdings seien auch bessere wirtschaftliche Verhältnisse als die heutigen Voraussetzung für die Durchführung so großer Projekte. Der Vortrag und der Film wurden mit großer Aufmerksamkeit und starkem Beifall ausgenommen. Oberhessischer Kunftverein. Man schreibt uns vom Oberhessischen Kunstverein: Die gestrige Anzeige hat bereits auf die neue Kunstausstellung „Drei Frauen der Gegenwart" hingewiesen. Es bedarf wohl keiner weiteren Betonung, daß die Gegenüberstellung der Arbeiten dreier lebender Malerinnen starkes Interesse bei den Mitgliedern und Freunden des Kunstvereins finden wird. Durch die Freundlichkeit des Verlages Sulamith Wülfing wurden Einladungskarten in großer Menge zur Verfügung gestellt, die aber erst Anfang nächster Woche zur Verteilung kommen werden, um den Andrang am ersten Sonntag nicht zu stark werden zu lassen. Sulamith Wülfing, eine Elberfelderin: Frau Milli Marbe-Fries, eine Würzburgerin, und Lotte D r o e s e, eine Danzigerin, werden in drei gesonderten Räumen ihre Arbeiten zeigen. Es darf nach dem, was geboten wird, zuverlässig angenommen werden, daß diese Ausstellung vielleicht einen noch stärkeren Besuch aufweisen wird, als es bereits die letzte tat. Mit Rücksicht darauf sind die Ausstellungszeiten an den Werktagen verdoppelt worden: also nicht nur Mittwochs und Freitags, sondern auch Dienstags und Donnerstags kann die Ausstellung im Turmhaus am Drandplatz von 15 bis 17 LIhr besucht werden. Neue Funde aus Alt-Gießen. In der Walltorstrahe wurde in dieser Woche das Wohnhaus Nr. 38 (Eigentümer: August Balzer und Albert Rahnefeld) wegen Baufälligkeit niedergelegt. Bei dem Abbruch fanden sich wieder zwei Ofenplatten, von denen die eine aus dem Jahre 1700 datiert ist. Im Kellermauerwerk, etwa 50 Zentimeter über dem Kellerfuhbo» den, fand sich ferner ein Steinklotz eingemauert, der den beim Abbruch beschäftigten Arbeitern der Firma Lapp sofort als etwas Besonderes auffiel und von ihnen mit Verständnis und Vorsicht behandelt wurde. Nach Aussage der befragten Fachleute handelt es sich hierbei um ein Weihwasserbecken, in Sandstein ausgeführt, mit spätromanischer Formengebung, so daß die Entstehungszeit kurz nach 1200 anzusehen ist. Da das Decken hier in der inneren Stadt gefunden wurde, scheint auch der Schluß berechtigt, daß es sich vielleicht um ein Weihwasserbecken aus der Pankratius- kapelle handelt, die vor der Durgmannenburg gleich hinter dem Burggraben, etwa gegenüber dem Hause Noll, in der Kirchstrahe stand. Diese Kapelle, die später den Chor für die eigentliche Stadtkirche (abgebrochen 1808) bildete, wird bereits in einer Ürkunde aus dem Jahre 1248 erwähnt. Das bisher unbekannte Datum der Erbauung würde damit etwa in die Zeit kurz nach 1200 zu setzen sein. Der Fund stellt demnach das älteste Stück für die Geschichte Alt-Gießens dar. Ein Lichtbild wird in der nächsten Woche im Dilder-Aushangkasten des „Gießener Anzeigers" gezeigt werden. Daten für Samstag 7. November Sonnenaufgang 7.28 Uhr, Sonnenuntergang 16.49 Uhr. — Mondaufgang 3.63 Uhr, Monduntergang 15.28 Uhr. 1810: der Dichter Fritz Reuter in Stavenhagen geboren: — 1924: der Maler Hans Thoma in Karlsruhe gestorben. Daten für Sonntag. 8 November. 1773: der preußische General Friedrich Wilhelm Frhr. v. Seydlitz in Ohlau gestorben; — 1918: der Schriftsteller Kurt Eisner wird bayrischer Ministerpräsident. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Deutsch- nationale Dolkspartei: 20 Uhr, Volkshalle, öffentliche Kundgebung, Redner Dr. Hugenberg. — SPD. Gießen: 20.30 Uhr in der Turnhalle am Oswalds- aarten Wahlkundgebung: Redner: Staatspräsident Adelung und Minister a. D. S o l l m a n n. — Artillerie-Verein: 20 30 Uhr, „Hessischer Hof", Monatsversammlung. — 1. Reichskurzschriftgesellschaft: Ser- einsabend, „Stadt Lich". — Kurzschriftverein von 1861: Vereinsabend, Kaufmännisches Vereinshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kohlhiesels Töchter". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Charlie im Va- rlete , „Carmen in der Unterwelt" und „Schande". — ' Tageskalender für Sonntag. Stadttheater Gießen, „Elisabeth von England", 18.30 bis 21.30 LIhr. — Goethebund, 11.15 LIhr, Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Das Geheimnis von Zermatt". — Oberhessischer Kunstverein, Kunstausstellung „Drei Frauen der Gegenwart", 11 bis 13 Llhr, Turmhaus am Brandplah. — Gesangverein Heiterkeit, 16 LIhr, Neue Aula der Llnivcrsität, Konzert. — Deutsche Volkspartei, 16 LIhr, Hotel ..Hindenburg", Oeffentliche Frauen- Versammlung. Rednerin Frau Dr. Matz. — Radikaldemokratische Partei. 20.30 LIhr, Caf6 Leib, Wähler-Versammlung, Redner: Abg.Reiber- Darmstadt. O. S t ü n d t - Nürnberg. K. Neumann- Berlin. — Flugplatz Gießen, 15 bis 17 LIhr, Flugsport-Vorführungen zugunsten der Winterhilfe. — Stadtmission, 15 und 20 LIhr, Jahresfest-Feier, Loberstrahe 14. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kohlhiesels Töchter". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Charlie im Vain der Zeit von 15 bis 17 Xlt)r im Gießener Flughafen f ugsportliche Vorführungen zugunsten der Gießene«. Wintemothiife statt. Es werden bi» Maschinen der Südwestdeulschen Sportfliegerver- eimgung, sowie die Maschine des Wetzlarer Luftfahrtvereins am Start sein. Die Piloten Maier, Moog, Diedrichs. Resch. Sachsenberg und Wiegmeyer bestreiten die verschiedenen Lustspiele. Die Fallschirmpiloten Resch und Wiegmeyer werden zwei Zielabsprünge aus etwa 1000 Meter Höhe ausführen, die Flieger Maier und Moog zeigen Kunstflüge, Moog wird wieder seinen Rückenflug vorführen. Vergleichsfliegen, Ballonjagd, Luftturnier u. a. m. werden das Publikum außerdem unterhalten. Der Ertrag der Eintrittsgelder soll restlos der Winternothilfe zufliehen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. " Der nächste Rindvieh-(Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 10. November, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 11. November, statt. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. "RückständigeHolzgelderbezahlenl Die Stadtkasse Gießen macht in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß die Schuldigkeiten für Rutz- und Brennholz aus städtischen Waldungen bis zum 11. November zu entrichten sind. ** Geschäftsjubiläum. Friseurmeister Bernhard D o s ch, Neuenbäue 12, hat am 7. November vor 35 Jahren sein Fachgeschäft in den gleichen Räumen begonnen, in denen er feine Tätigkeit gemeinsam mit seiner Ehefrau heute noch ausübt. Als Herren- und Damenfriseure erfreuen sich beide besten Ansehens bei ihrer Kundschaft. Das Geschäft hat sich aus ganz kleinen Anfängen heraus entwickelt. •* * Preisgekrönt. Bei einem Schaufenster- Wettbewerb in der Teppichbranche, den die Teppichfabrik-Zentrale im ganzen Reiche veranstaltete, wurde dem hiesigen Teppichhaus C h r i st i a n Arnold in der Bahnhofstraße von dem Preisrichterkomitee für die vortreffliche Ausstattung des Sonderfensters der erste Preis zuerkannt. " D i e Hessische Landes-Geflügelschau, verbunden mit einer Junggeflügelschau, findet in diesem Jahre vom 4. bis 6. Dezember in Mainz statt. Zum erstenmal dürfen bei dieser Ausstellung nur solche Geflügelzüchter aus stellen, die einem hessischen Gefiüg:lzüch.erverein als Mitglied angehören. Gleichzeitig mit der Geflügelausstellung findet am 6. Dezember in Mainz die Landesversammlung der hessischen Geflügelzüchtervereine statt. — Die Geflügelausstellung für den 1. Bezirk (Oberhefsen), in dem die Geflügelzüchter unserer engeren Heimat zusammengeschlossen sind, findet in Allendorf a. d. Lda. vom 9. bis 10. Januar 1932 statt. Oie Wetterlage. O wolkenlos o neuer. <> naiD Bedeckt 4» wolkig. G oedecxi e Kege^ »Schnee Ä Graupeln e HeDel K «Jewit'rr.® windstille. O seh» leichte' Qsi ■nassige» Südsüdwest b stürmische- lordwesl öle Piene fliegen mit dem winde. Oie Beiden Stationen stenenden Zahlen geBen die Temperatui an. Pie Linien veroinden Orte mi< gleichen *uf Mecresmveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die von Süden und Südosten kommende kontinentale Luft beherrscht weiterhin die Wetterlage, und die von dem Atlantiktief stammende feucht-milde Ozeanluft dürfte kaum wesentlichen Einfluß gewinn- nen. Der zeitweise stärkere Bewölkungsrückgang wird nachts die Ausstrahlung begünstigen, so daß die lern, peraturen wieder etwas mehr als seither zurückgehen und stellenweise den Gefrierpunkt erreichen. Aussicbten fürSonntag: Dunstig und be- wölkt mit Aufheiterung, meist trocken^ nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt, tagsüber mild. Lufttemperaturen am 6. November: mittags 10,3 Grad Celsius, abends 8,5 Grad: am 7. November: morgens 3,8 Grad. Maximum 10,3 Grad. Minimum 3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. November: abends 7,2 Grad; am 7. November: morgens 5,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. Briefkasten der Redaktion. ft. B. in Beuern. Grenzwächter kann nur derjenige werden der als Militäranwärter den Versorgungs- schein besitzt. Für junge Leute Ihres Alters steht die Verwaltungslaufbahn offen, die unter bestimmten Voraussetzungen zur Tätigkeit im Dienst an der Grenze führen kann. Der Antragsteller muß allerdings die Reifeprüfung abgelegt haben. Nähere Aus- kunft erteilen die Landesfinanzämter in Würzburg und Hannover, die mit der Erledigung der Auf- nahmeformalien betraut find. JS 010 freifd gt den G. November igsi, 4$ Uhr riete", „Carmen", „Charlie in der Unterwelt" und „Schande". — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Der zweite diesjährige Konzertabenb ist der Kammermusik gewidmet. Günstige Llmstände ermöglichten es, mit dem hier so gern gehörten Wendlingquartett auch den unbestritten ersten Klarinettisten Deutschlands, Prof. Dreis- b a ch, zu gewinnen, den man allgemein als den Nachfolger des unvergessenen Mühlfeld bezeichnet. So werden unsere Kon^ertbesucher nicht nur zwei Quartette zu hören bekommen, sondern zum Schluß das Klarinettenquintett von Mozart. Vorher wird das Wendlingquartett Beethoven op. 95 und das Verdiquartett spielen. Das Konzert findet am Sonntag, 15. November, 17.30 Ahr, in der Neuen Aula statt. Mit Rücksicht auf die Wahlen Ist das Konzert eine halbe Stunde später angeseht worden, als sonst üblich ist. Die Eintrittspreise sind gegen früher ermäßigt worden. Da nur reger Besuch der Konzertveranstaltungen eine Durchführung des Winterprogramms ermöglicht, hofft der Vorstand, daß die Herabsetzung der Abonnements- und Eintrittspreise weite Kreise unserer Musikfreunde veranlassen Gießener Winterhilfe 1931 Geldspenden werden gegenwärtig für die Zwecke des Hilfswerks in den Wohnungen gesammelt Ledev gebe nach besten ^vSftenk Spenden nur an Personen mit Ausweisen geben wird, sich den seltenen Genuß des kommenden Konzerts nicht entgehen zu lassen. Alles Nähere in den Anzeigen. — Der Gesangverein „Heiterkeit" (Chormeister Schüttler, Gießen) veranstaltet sein diesjähriges Konzert am Sonntag, 8. November, 16 Llhr, in der Aula der Llniversität unter Mitwirkung der gesamten hiesigen Reichswehrkapelle, geleitet von Obermusikmeister Krauhe. Die Vortragsfolge sieht A-capella- Chöre, Chöre mit Orchesterbegleitung und Solopartien (Mitglied Feußer), sowie Instrumentalmusik der Kapelle abwechselnd vor. Nach den bisherigen Konzerten des Vereins zu urteilen, ist mit einer genußreichen Veranstaltung zu rechnen. Die Eintrittspreise sind zeitgemäß bedeutend ermäßigt. (Man beachte die heutige Anzeige.) — Volkshochschule. Die regelmäßigen Llebungsabende zum Chorsingen im gemischten Chor sind auf Montags festgesetzt worden und finden in der Oberrealschule statt. Die Vorbesprechung zu den englischen Sprachkursen hat ergeben, daß drei Kurse zustande gekommen sind. Kurs I (für Anfänger) ist auf Montag festgelegt, die Kurfell und 111 (für Fortgeschrittene) sind für Dienstag vorgesehen. Erwerbslose können alle Kurse und Veranstaltungen unentgeltlich besuchen. (Siehe -heutige Anzeige.) — DieSPD. Gießen veranstaltet heute, 20.30 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine öffentliche Wahlkundgebung. Redner: Staatspräsident Adelung (Darmstadt) und Minister a. D. S o l l - mann (Köln). (Siehe heutige Anzeige.) — Die R a d i k a l d e m o k r a t i s ch e Par- t e i hält am morgigen (Sonntag, 20.30 Llhr, im Caf6 Leib eine Wählerversammlung ab, in der der Landtagsabgeordnete Reiber, Darmstadt, sowie die Herren Otto S t ü n d t, Nürnberg, und Kurt Neumann, Berlin, sprechen werden. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Die Zentrumsparter, Ortsgruppe Gießen, hält am Montag, 9. November. 20 Llhr im Katholischen Vereinshaus eine Wählerversammlung ab. Es sprechen Reichstagsabgeordneter Dr. V o ck e l - Berlin und Landtagsabgeordneter Keller-Gießen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Die Volksrechtpartei/Sparer- b u n d veranstalten am Dienstag, 10. November, 20 Llhr im Saale des „Aquarium" eine Wählerversammlung. Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Axt ist der Redner des Abends. Näheres in der heutigen Anzeige. * * Fremdenvorstellung imGiehener Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Vielen Anfragen, Anregungen und Wünschen aus den Kreisen auswärtiger Theaterfreunde folgend, bringt die Intendanz Bruckners historisches Schauspiel „Elisabeth von England" als Fremdenvorstellung am Sonntag, 8. November, zu ermäßigten Preisen nochmals zur Ausführung. Da die enormen technischen Schwierigkeiten der Inszenierung dieses äußerst interessanten und fast sensationellen Werkes es unmög ich mach n mit diesem Sckaus, iel mode ner Dühnenkunst auswärts zu gastieren, anderseits die Intendanz vor allem den auswärtigen Theaterbesuchern dieses Schauspiel nicht vorenthalten möchte, sei auf diese Vorstellung nochmals besonders hingewiesen, da „Elisabeth von England" zum letztenmal zur Aufführung gelangt. Beginn: 18.30 Llhr, Ende: 21.30 Llhr. ** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. ** Flugsport im Dienste der Winter n o t h i l f e. Arn morgigen Sonntag finden ■ HL_CDllivna K auch der über schevikcm als rep nrhmer । Schicht v der Töt' Industrie au gebai Handel, den die' de« Gew ethisch v tung ist. Denn läult, sv interne um dies den 3« rüden, zu sein einen einem 6 Erleb« moral? noch gen los. Un moral ist «sche. ? nf,nrn § ^°chh« jJjff $ .ö7,?urd« Ä üb! A?-er MX den sal -cnauck ist selbstv d« 6it und d wird, da leg iurd des *' der D Ar D'k derL-w lagen fr die lln» flarur.gfl MtotU* völlig i", wird heul dem Jode Herr 5 dunkel ne LU Man mit denen blieb an i bastes Sn Da trat nnem oerf nn*n gut, h| i^ahrra ^.ch-tten WW kin Jiun mu1 ”"S‘m da- Muster, •p wach, eie e । .trüber ?.«us d orudrrn | da; Ve j“* viel. ^wandln . 7?u»ge Tapetenhaus Ferd.Nennstiel—Linoleum —r~—| Geräumige |Verm.ewnm| 4.5>3( Beichlagnabmefreie I Wohnung Stellenangebote| Verkäufe | Ferkel 766?D verkauft 8 Vmi im Kochen kaufen. 06515 £stanlage 47 I. | Mietgesuche | Schön möbl. J oeess vcrrcit» ii. 2(f)lflh. auch ein), zu vcrm. Kaiscrallee 62 I. 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Es ist selbstverständlich, daß auch dieser Skandal wieder verallgemeinert wird, dah aus ihm wieder die Hetze gegen die Privatwirtschaft und das Unternehmertum aufgefrischt wird, dah auch er wieder als anschaulicher Beleg für den moralischen Zusammenbruch des Kapitalismus und das Versagen der Wirtschaftsführung verbucht wird. Die Mißwirtschaft eines öffentlichen Instituts wie der Landesbank der Rheinprovinz, die in diesen Tagen durch die Erörterungen im Landtag, durch die Unterdrückung einer längst gebotenen Aufklärung akut wurde, ist natürlich durch die Affäre Katzenellenbogen in der öffentlichen Meinung völlig in den Hintergrund gedrängt worden. Es wird heute dem Publizisten und Kritiker, der auf dem Boden der Privatwirtschaft steht, nicht gerade leicht gemacht, sich öffentlich für sie einzusetzen, wenn immer wieder solche groben Versager und Verfehlungen aufplahen und die Front des Antikapitalismus in der Ration na- turnolwendig stärken. Gegen den Eindruck und die Atmosphäre, die solche Vorfälle schaffen, kommen vor allem in einer reizbaren und gefühlsstarken Zeit wie der heutigen die Einwände der Vernunft, das Mittel des nüchternen Urteils schwer an. Dabei werden vielfach dem gesunden und echten Unternehmertum Skandale angekreidet, mit denen sein Typ nicht das gering st e zu tun hat. Es wird an der Zeit, auch in der Oeffentlichkeit scharf zwischen dem wirklichen Unternehmer und dem Spekulanten, der seine Transaktionen baut, seine Dörsenmanöver intrigiert und mit Aktienpaketen würfelt, zu unterscheiden. Gerade die Boulevardpresse, die in solchen Fällen wie Schultheiß über die Wirtschaftsführer herfällt und sie mit dem Typ Kahenellenbogen in einen Topf wirft, überbietet sich sonst darin, den Spekulanten und Börsianer als repräsentativen Unternehmer aufzumachen und ihm den Mantel des „Wirtschaftsführers" umzuhängen. Mit dem wirklichen deutschen Unternehmer, wie er besonders auch in der Provinz wirkt, der produktiv arbeitet, der mit seinem Betrieb verwachsen ist, dessen Charakter und Leistung in einer gesunden Mischung von Konservativismus und Fortschrittlichkeit wurzeln, kann diese Presse auch nichts anfangen. Es ist auch absurd, einen Typ wie Katzenellenbogen, der über seine Frau Tilla Durieux das Bol- schewikcntheater Piscators finanziert hat, etwa als repräsentativ für den deutschen Unternehmer zu nehmen. Es gibt in einer gewissen Schicht von meist weltstädtischen Industriellen, die der Börse näher stehen als der eroverbundenen Industrie, dem auf den Traditionen der Solidität au gebauten Bankwesen und dem alteingesessenen Handel, mehr als einen Salonbolschewistcn, sür den die Wirtschaft nur ein Schlachtfeld der Macht, des Gewinnes und des Erfolges, aber keine auch ethisch verpflichtende Aufgabe und Verantwortung ist. Wenn hier eine deutliche Kluft verläuft, so muß man doch sagen, daß der gesunde Unternehmerdurchschnitt so gut wie nichts tut, um diese Kluft öffentlich zu betonen und von den Zerrbildern des Unternehmertums abzurücken. Hier fehlt es vielfach an dem Mut, sich zu seinem Stand öffentlich zu bekennen und einen Trennungsstrich zu ziehen und einem Schelm auch einen Schelm zu nennen. Erleben wir eine Zerrüttung der Wirtschaftsmoral? Auf Cinzelgebieten der Wirtschaft oder, noch genauer, bei einigen Unternehmern zweifellos. Und dieser Riedergang der Wirtschaftsmoral ist bedenklicher für das Geschick der Privat- Kleine Geschichten. Von Bruno Manuel. Herr Neumann kam in eine Gegend, die man dunkel nennt. In dieser Gegend ging es eigenartig zu. Man konnte Waren unter Preis kaufen, Waren, mit denen es eine Bewandtnis hat. Herr Neumann blieb an der Ecke stehen und erwartete ein vorteilhaftes Angebot. Da trat ein Herr aus dem Hausflur hervor mit einem verkniffenen Gesicht. Er machte das, was man keinen guten Eindruck nennt. Dieser Herr wies auf ein Fahrrad hin, von dem er Umstände halber lassen mußte. „Herr Nachbar", redete er Herrn Neumann an „hätten Sie vielleicht Verwendung dafür? Ganz billig. Ein Gelegenheitskauf." Nun muß betont werden, daß Herr Neumann seit langem das Bedürfnis hatte, ein Fahrrad zu besitzen. Er musterte es mit Blicken, die einem Fachmann Ehre machten. Und fragte, was es koste. „Zehn Mark, weil Sie es sind Herr Nachbar." Darüber wunderte sich Herr Neumann sehr. Er sah auf den ersten Blick, daß dieses Rad unter Brüdern seine fünfzig Mark wert war. Und indem er das Pedal betrachtete, meinte er: „Das wäre ja nicht viel. Hauptsache, es hat damit nicht irgendwelche Bewandtnis. Ich mochte nämlich keine Scherereien haben." „Ausgeschlossen, Herr Nachbar. Vollkommen aus- geschlossen. Sie werden höchstens eine Freude haben. Wenn Sie sich gleich draufsetzen und in dieser Richtung fahren, kann Jynen überhaupt nichts passieren." Bei diesen Worten deutete der Mann auf eine Straße, in der es noch erheblich dunkler war. „3a", sagte Herr Neumann, „brauchen könnte ich es schon." Und zog einen Zehnmarkschein aus der Tasche. Dann schwang r sich auf den Sattel und fragte, um nicht fehlzugchen. „Also erst hier entlang, meinen Sie. Und nachher, wie?" „Nachher ist es ganz egal." Herr Neumann entschwand in der empfohlenen Richtung. Doch nur zehn Häuser weit. Dann bediente er vehement den Rücktritt, und zwar mit Recht. Denn hier wurde er von einem Herrn, den er gar nicht kannte, übertrieben unfreundlich zum Absteigen genötigt. Derr Herr unterstand sich, zu behaupten, das Rad gehöre ihm. „Mir ist es gestohlen worden. Und wenn Sie daran zweifeln, will ich es 3hnen beweisen." Hier tauchte zu allem Ueberfluß noch eine Erscheinung aus dem Dunkel. Sie machte sich erbötig, hinsichtlich des rechtmäßigen Besitzers jeden erforderlichen Eid zu leisten, was Herrn Neumann nicht gelegen war. Er ging, allmählich einiges ahnend, zehn Häuser zurück. Hier traf er viele Menschen. Aber nicht den richtigen. Der holte sich, falls es Herr Neumann ganz Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) wirtschaft als eine Wirtschaftskrise, als eine Arbeitslosigkeit, als ein gelegentlicher Rückgang der sozialen Produktivität des Kapitalismus. Wenn man den Begriff Wirtschaftsführer aufrecht erhalten will, muß man sich darüber klar sein, daß in einer elementaren Krise der Ration auch hier für die Massen der Sah gilt: Auf den Führer schauen! Entscheidend ist für das Weiterbestehen der Privatwirtschaft nicht so sehr, o6_ sie in Krisen hineingerät, sondern wie ihre Führer sich in ihr verhalten, wie die Unternehmer menschlich die Krise bestehen. Auch hier kommt es in erster Linie auf den Charakter an. Ein Unternehmertypus, der nur im Wirtschaftlichen wurzelt, der nicht tieferen und festeren Stand in der nationalen Gemeinschaft hat, der nicht seine ausgeprägte Sittlichkeit und Bindung hat, wird hier versagen, wird kein Beispiel geben können, wird die Front des Antikapitalismus stärken. Es fehlt heute vielfach an zwei Dingen. Einmal an der Brutalität und Härte, mit der ein Versagen der Wirtschaftsführung geahndet wird. Zum andern kann man oft eine Flucht aus der Verantwortung feststellen. Zum echten Kapitalismus, zur echten Privatwirtschaft gehört das Risiko und nicht nur öie Ch a nc e. Zur Tatsächlichkeit ihres Systems gehört auch die Härte der Riederlage, die Ausschaltung des Versagers. Beides ist heute über Gebühr gemildert, gewissermaßen abwattiert. Der einfache Mann aus dem Volke stellt fest, daß er bei dem geringsten Fehltritt seine Existenz und fein Gesicht verliert, während ein grobes Vergehen in der Wirtschaftsführung, eine fahrlässige Vergeudung anvertrauten Kapitals nur nach den Formalien des Straf- und Handelsgesetzbuches geahndet wird. Damit wird ein gesundes Volksempfinden ebensowenig fertig, wie eine anständige und männliche Auffassung des Lebens. Dann besteht teilweise kein richtiges Verhältnis mehr zwischen dem Verdienst der führenden Menschen und dem Betriebsschicksal. Es ist ein Miß- Verhältnis und wider Ratur und Leben, wenn leitende Direktoren langfristige Verträge und hohe Gehälter haben, die von dem Rieder- gang des Betriebes unabhängig sind. Wir glauben, daß hier ein wunder Punkt unserer Wirtschastsentwicklung liegt, der revidiert werden mutz. Wir haben wahrlich nichts gegen hohe Einkommen, wir sind nicht für eine Gleichmacherei und eine Kleinbürgerlichkeit auf diesem Gebiet, aber zu hohen Einkommen in der Wirtschaft mutz auch das Risiko gehören, und zwar ein klar herausgearbeitetes Risiko, muh eine enge Bindung an Schicksal und Erfolg des Unternehmens gehören. Wenn es dem Betrieb schlecht geht, mutz es auch den verantwortlichen Leitern schlechter gehen, wenn es ihm besser geht, mögen auch sie es besser haben. Wenn das nicht auf breiter Front selbstverständliche Rorm wird, erhält das System der Privatwirtschaft allerdings einen gefährlichen Knacks Dann wird der gesunde und kritische Mensch es stets als ungehörig, wenn nicht gar als unsittlich empfinden, datz es in einer tief aufwühlenden Wirtschasts- und Volkskrise eine Front der Wirtschaft gibt, in der täglich gelitten, gedarbt und gestorben wird und eine Etappe der Wirtschaft, deren Positionen unberührt von dem Lebenskampf der Front sind. Die Führer, die leitenden und verantwortlichen Köpfe der Wirtschaft darf man nicht in den Etappenstellungen, sondern nurin der Front finden. Ein Deutscher ohne Deutschland. Molos $riet>ricHifl Langd, 6. Noo. Der Landwirt und weithin bekannte ehemalige Iagdpächter Emil Fritz feierte heute in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 8 6. Geburtstag. Mrcid Friedberg. + Klrch-GönS, 5. Rov. Unter starker Anteilnahme unserer Einwohnerschaft und zahlreicher auswärtiger Gäste wurde am vorigen Sonntag das Ehrenmal für unsere Gefallenen feierlich geweiht. Der OrtSvorftand, die OrtSvereine und die Schulllasfen begaben sich in geschlossenem Zuge nach dem Denkmal-Platz, dem Schulhof, wo sich eine große Menschenmenge bereit- eingefunden hatte. Rach feierlicher Musik des Posaunenchors übrrgabReg erungsb u- rat Braun vom Hochbauamt in Friedberg, der den Entwurf des Denkmal- angefertigt hatte, mit Worten des Dankes an alle Mithelfer und mit der Bitte an die Gemeinde um treuen Schuh dieses Dankeszeichen in die Obhut deS Bürgermei- „Es ist unmöglich!" „Das sage ich auch", stimmte Döhle zu. „Eine Aehnlichkeit. Ich finde es unverantwortlich." Er hielt erschrocken inne, denn zwei Blutstropfen rannen von Szengeryis Lippen nach der weihen Hemdbrust und sickerten dort ein. „Bela, du wirst dich doch nicht mit dem Gedanken tragen, dah —■“ Die Hand des Forscher- ruhte schwer auf den Knien. „Wenn Horvath lebt, dann lebt auch — meine Frau." Riemand sah nach dem Belt hin, in dessen weihen Kissen sich ein dunkler Kopf hob und nach dem Fenster wandte, um dann reglo- zu verharren. „Mein Lieber, ich bitte dich, das sind ja Hirngespinste", mahnte der Doktor. „Einmal ist es noch gar nicht erwiesen, dah es wirllich Horvath ist, der da in Amerika geigt und wenn auch — dann weißt du noch immer die Gründe nicht, die ihn bewogen haben, für tot gelten zu wollen." „Ich weiß sie." Szengeryi- Stimme schnitt wie eine Säge in die Stille. Der Doktor wagte noch eine Frage: „Glaubst du, daß sie — deine Frau — bei ihm ist?" Ein Käfer surrte gegen das große Fenster und übertönte das Stöhnen, das aus Szengeryi- Mund kam. „Ich bin an ihrem Tode lebendigen Leibes gestorben, bin nichts mehr cllS ein lebender Leichnam. Aber wenn ich die Gewißheit hätte, das sie bei ihm ist — daS —" Er vermochte nicht weiter zu reden. Die Hände des Doktor- legten sich auf seinen Arm. „Eine Frau, die zu so etwas fähig ist — Szengeryi, versuche doch ruhig zu denken! — ein solches Weib ist doch keine Minute d:S Kummer- wert." „Riemand weih, wie sehr ich sie geliebt habe." „Und sie hat dir- so vergolten.'" suhr der Doktor auf. Dann wurde seine Stimme mit einem Male ganz ruhig. „Es ist müßig, darüber zu reden, Bela. Möglicherweise schmähen wir eine Tote. Die Zeitungen berichten nichts davon, dah Horvath in Begleitung einer Frau reift" „Er wird sie irgendwo verborgen halten." ..Bela, du sollst dich nicht in solchen Gedanken verlieren. Warum sollte sie feine Frau geworden sein?" „Sie haben so gut zusammen gepaßt", kam es stoßweise. „Er ist wie ein junger Gott gegen da-, was ich vorstelle. Ich war zu alt für sie. Madagaskar 6# mich au-gesogen und sie hat e- mir nicht verzeihen tonnen, dah ich sie nach so kurzer Ehe allein zurückließ " „Warum bist du nicht bei ihr geblieben. Bela?" Ein Stöhnen? „Götti Der Antrag war so ehrenvoll und ich wollte berühmt werden — bc- rühmt um ihretwillen, well ich mir dachte, damüsse sie dann noch fefter an mich ketten. Dur deshMo." „Eine Frage noch, Bela: „WaS wäre dir erwünschter, sie auf dem Grund de- Meere- zu wissen — oder in Horvaths Armen?" Ein qualverzerrles Gesicht sah ihm in (eichen- haster Blässe entgegen. Dr. Böhle bereute: „Szengeryi! SS war taktlos von mir. Verzeihe! Sie ist ja tot.“ Der Forscher atmete auf und strich sich da- ergraute Haar an den Schläfen zurück. „Da- ist nur noch mein einzige- Hoffen, da» ich trage — sie möchte tot fein. Ich will die Stelle segnen, darunter ihr Leib ruht, denn dann ist sie mein, mein bis zur letzten Minute de- Leben-. Wenn ich sie in Horvath- Armen sände, wäre sie ml« verloren." Der Arzt vermochte seine Erregung nicht mehr zu verbergen. Unter einem Vorwand verlieh ec das Zimmer. Er hegte keinen Zweisel, dah Szengeryis Frau lebte und bei Horvath wellte. Arme« Dela? Es blieb ihm nicht- erspart im Leben. Der Forscher sah mit glanzleeren Augen nach dem Bett, in dem sich Calderon ausgerichtet hatte. „Unser laute- Gespräch hat Sie um Ihren wohlverdienten Schlaf gebracht", sagte er abbittend. „Verzeihen Sie diese Rücksichtslosigkeit. Ich habe eine Rotiz gelesen, die mich au- aller Fassung riß." Der mattverfchleierte Blick de- jungen Manne- richtete sich teilnehmend auf ihn. „Ihre Frau ist nicht bei Horvath. Dr. Szengeryi — gewiß nicht." «Sie haben alle- gehört?" „Ollle-." „Kennen Sie Guido Horvath?" „I." „3a T* Szengeryi- Mund zitterte. „Sie haben ihn irgendwo getroffen?" „3a! 3hre Frau war nicht bei ihm." Szengeryi mußte Atem holen. „Sie wird ihn drüben erwartet haben." „Olein! Sie ist tot. gestorben aus Sehnsucht um den Mann, dem Ihre Liebe nicht- und sein Ruhm alle- galt." „Calderon!' Szengervl fühlte seine Füße schwach werden, glitt auf den Bettrand nieder und deckte die Hände über die Augen. „Sprechen Sie weiter". bat er tonlos „Horvath bat fei "en Ramen mit einem anderen vertauscht, well er da- Leid de- Freunde- nlcht mit ansehen wollte und konnte. Da- ist die Wahrheit.“ „Allo tot.“ Calderon hörte da- Ausatmen, da- diese Worte begleitete. Run hatte Dela Szengeryi sein reines, heilige- Erinnern an die Frau seiner Liebe wieder. Er neigte sich über den jungen Mann und strich ihm da- etwas wirre Haar zurück. „3ch danke Ihnen. Calderon." (MS SÄ ,.Innen« #r(n Austin, T**äSä iffen. 'L°22"--. i»n » aus betE.r^n. H«. uft’ * ®c* noÄ® ,toQren 200 N^. ,8c|tiekn. Ä* v&S L"LK- N°»ÄL iSg.8** «) ? DrtsgrUppe des *4‘s“ 1 SeiannS,u e J'inöer nbe berEJ?01, ®0, Zen einleitenbX'?r- ^dres - S '-VLSL im MiUelpunktder £ °g des ©enerül eirctär 2 rau ns, über bns IPrad) Andres. Sie Teller! ^°°N8el>lchen Zünd bc* n D°ngen Sonntag fand Indenten Dbctfir^nrat ordentliche Kir. w .Spezialvikar Pfarrer oeitgottesdienft. Ober« verbrachte die Grüße der und würdigte in leinen Martin Luthers Leben iran erfolgte die Prüfung r Schulkinder. Nach dem ^enrat D. Wagner in orstandes und der @e< ■cube über das rege In« rchlichen Leben Ausdruck, iefigen Pfarrftelle könne wch nicht denken. r Landwirt und weithin chter Gmil Fritz feierte er unb geistiger Frische )• iedbcrg. Äov. Unter starker An« ohnerschaft und zahl« > Durbc am vorigen 1 für unfere Seht. Der OrtiDorftanl', chMassen begaben sich ch dem Denkmalspla!), eine große Menschen- \ hatte. 'M feierlicher übngabAeg.erungsbau- luamt in Friedberg, bet 18 angefertigt hatte, mit alle Mithelfer und mit de um treuen Echuh die« Lbhiü des DürgmM« er an mich ketten. M Das Inäre dir tv ®runb des Meeteö >u ite Amen?' sicht sah Ä in Mm Sie ist ja tot uf unb M ÄS» «52 -'M *fÄ. «s« in, 6mg«n8 --> St- inen 3»el^’.nAtlnet iHJ'L 18 erfvarUm ^ gla^l-eren W t h Galberon auigc , EKLK >df Aolvathk' , Sehnsu^ )tc yL^gij w|ianeP#ßl ugem " . mA id* 7?jn «ß bie 4 --KA"' « ^bcr^ sters, während gleichzeitig beim Fallen derDenk- malshülle der Kriegerverein die Gewehre präsentierte. feierliches Glockengeläute die Gemeinde in stille Andacht versetzte und daran anschließend der Kriegerverein die Ehrensalve feuerte. Bürgermeister §anad nahm das Ehrenmal in die Obhut der Gemeinde und brachte den Dank aller Einwohner an die gefallenen Söhne und Brüder mit herzlichen Worten zum Ausdruck, während er gleichzeitig als sichtbares Zeichen des Dankes und des Grußes einen Kranz an dem Denkmal niederlegte. Hierauf hielt der Ortsgeistliche. Pfarrer K a l b h e n n , die Weiherede, in der er mit eindrucksvollen Worten die Größe des Opfers unserer Gefallenen und ihr ruhmvolles Beispiel an Treue, Gehorsam und eifriger Pflichterfüllung im Dienste der Bolksgesamtheit dem lebenden Geschlecht zur Aacheiferung vor Augen stellte. Dem Hochbauamt Friedberg und besonders Regierungsrat Braun sprach er seinen Dank für dieses eindrucksvolle Ehrenmal aus. Als Vertreter des Kreisamts Friedberg gedachte Kreisdirektor Rechthicn der Gefallenen, die dem lebenden Geschlecht Vorbild sein müßten in de>r. Gingen mit der gegenwärtigen Notzeit und für einen neuen Wiederaufstieg des Vaterlandes. Herzliche Gedenkworte namens der jüdischen Religionsgemeinde sprach ferner der Provinzialrabbiner. Die beiden Gesangvereine brachten passende Chöre zum Vortrag, die Konfirmanden trugen durch einen Sprechchor und schulentlassene Mädchen durch Gedichtvortrag zur würdigen Gestaltung der Feier bei. Nachdem der Vorsitzende des Kriegervereins, W. Müller, einen Kranz an dem Ehrenmal niedergelegt und Bürgermeister H a n a ck die Namen unserer 23 Gefallenen verlesen hatte, sprach der Ortsgeistliche das Schlußwort. Daran anschließend spielte der Posaunenchor und sang die Versammlung gemeinsam einen Choral. Zu dem Denkmal wurde heimischer Lungstein verwandt, auf dessen Rückseite mit einem sinnvollen Spruch das Andenken an die Gefallenen wachgehalten und ihr Beispiel als stete Ermahnung an die Lebenden bezeichnet wird, während auf den drei anderen Seiten des Steines reliefartig des Kriegers Abschied. das Kriegsopfer und die Dolkerversöhnung dargestellt sind. Kreis Schotten. § Kölzenhain. 5. Nov. Die schadhaft gewordene Brücke über den Streitbach an der Wernerschen Mühle, mitten im Dorf, wird zur Zeit von der Firma Th. Mörschel. Friedberg, neu hergestellt und zugleich verbreitert. Der Verkehr wurde einige Zeit lang über Babenhausen umgeleitet und wird jetzt teilweise über eine Notbrücke geführt. Preußen. Kreis Wetzlar. O Aus dem Hüttenberg, 6. Nov. Die Sammlung für die K r i e g s g r ä b e r f ü r . sorge erbrachte in den Hüttenberggemeinden folgendes Ergebnis: Lützellinden 77,80 Mark, Hörnsheim 18,85 Mark, Hochelheim 34 Mark, Dornholzhausen 11,50 Mark, Oberkleen 39,30 Mark, Ebersgöns 20 Mark, Niederkleen 29,82 Mark, Klein-Rechtenbach 21,90 Mark, Münchholzhausen 27,75 Mark. 0 Hochelheim, 6. Nov. Die Straße Ho. ch e l h e i m — Klein-Rechtenbach, die sich für den lebhaften Verkehr als viel zu schmal erwies, wird zur Zeit verbreitert. Gegenwärtig werden die Arbeiten im Gemarkungsteil Klein-Rechtenbach ausgeführt. Die Steine werden durch Wohlfahrts- Nun-fmikprogramm. Sonntag, 8. November. 7 (Von Bremen): Hafenkonzert. 8.15 (Weihfrauenkirche): Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 11: »Das 3. Montagskonzert", Gespräch zwischen 3got Strawinsky und Hans Rosbaud. 11.30 (Von Leipzig): Reichssendung: Kantate. 12: Schallplattenkonzert. 14: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16 (Don Freiburg): Nachmittagskonzert des Freiburger Konzertorchesters. 18: „Martinus, der Bauernapostel", Vortrag von Prof. Dr. Zan- nert, Kassel. 18.25: Heinrich Seidel: Zum 25. Todestag des Dichters. 18.55: „Als deutscher Student in Grenoble". Vortrag von Robert Hain. 19.30: Mandolinen-Konzert. 20.15: Geschichte einer Erbschaft, Hörspiel von Claus Herrmann. 21.45: Pariser Kolonialausstellung, Hörbericht von Manfred Eber. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Montag, 9. November. 7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.20: „Parlamentarische Frauenarbeit". Vortrag von Landtagsabgeordnete Maria Birnbaum, Gießen. 17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Aberglauben", Vortrag von Dr. Bernhard Kummer. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Kleist- Preisträger 1931. Aus den Werken von Erik Reger: „Oedön von Horvath", vorgelesen von Paul Laven. 20.05 (Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.): 3. Montags-Konzert des Frankfurter Orchestervereins. 21.45: Dichtergalerie: Max Herrmann Neisse, vorgestellt durch Alfred Kerr. Dienstag, 10. November. 7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen- Nachmittag. 17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Industrie und Deutsche Woche". Vortrag von Fabrikanten Karl Decker. 19.05: „Dichter, Zeit und Rundfunk", Vortrag von Alfred Wolfenstein. 19.45: Das Wiener Volkslied, eine musikalische Plauderei von Dr. Erich Fortner. 20.30: Neue volkstümliche englische Musik. 21.45: 3m Fluge um die Welt: Mexiko. 22.40: Funkstille. Mittwoch, 11. November. 7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Auf dem Polizeipräsidium. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 16: Stunde der 3ugend. 17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Der Todeszauber der Primitiven", Vortrag von Dr. Fritz Burger. 19.05: „Landwirtschaft und Deutsche Woche", Vortrag von Präsident Hepp der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. 19.35 (Konzertsaal der Liederhalle): Kammermusik des Kleemann-Quartetts. 20.35: (Aus Köln): Die Weintraubs Syncopaters. 22 (Von Berlin): Zeitbericht: „Wie nennt Spanien seine Staatsform?" 23 bis 23.20 (Vom Nürburgring): „Was leistet ein Auto?" Donnerstag, 12. November. 7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.30: Stunde der 3ugend. 17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: Stunde des Buches: „Bauernliteratur". 19.05: „Das Schlichtungswesen", Vortrag von Dr. G. Döse, Heidelberg. 19.45: Rund um die Liebe, .ein bunter Abend. 20.45: Schillers Humor. 21.15 (Von Freiburg): Der Arzt wider Willen, Komische Oper in 3 Akten. 22.50 bis 23.30: Tanzmusik. Freitag, 13. November. 7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 17.05: Nachmittagskonzert. 18.40: Derufskundlicher Vortrag: „Warum Be- rufsberatung in Krisenzeiten?" Ein Gespräch von Derufsberater Dr. Wieomayer, Reutlingen. 19.05: „Arbeitnehmerschaft und Deutsche Woche", Vortrag von Margarete Petersen. 19.40: Vortrag. 20.05: „Die optische Industrie", Vortrag von Ernst Leih, Wetzlar. 20.30: Wert und Ehre deutscher Arbeit, eine Hörfolge aus der großen Zeit des Handwerks von Franz Wallner. 21.45: Walzermusik. 22.50 bis 23.30: Tanzmusik. Samstag, 14. November. 7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Englisch. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15: Stunde der 3ugend. 16: Schallplattenkonzert. 17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Gesichter in der Fabrik", Erzählungen von Paul Laven. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Konzert für Violine und Orchester. 20.15: Zum 100. Todestag des Schwäbischen Philosophen: Szenen um Hegel von Erasmus. 21.35: Operetten-Konzert des Philharmonischen Orchesters. Anschließend aus der Stadthalle Stuttgart: Llebertragung vom 5. Stuttgarter Sechs-Tage-Rennen. Anschließend bis 24: Tanzmusik. erwerbslose im Gemeindesteinbruch gebrochen. Die Gemeinde gibt die Steine kostenlos ab. Die Anfuhr der Steine wird durch die Einwohner kostenlos bewerkstelligt. Die Straßenbauarbeiten werden im Auftrag der Kreisstraßenverwaltung von Wohlsahrts- erwerbslosen der umliegenden Gemeinden ausgeführt. Kreis Biedenkopf. 1 ®albgirme8,5. Nov. Am Sonntag trat die Schülerabteilung des hiesigen Turnvereins mit einem turnerischen Werbeabend an die Öffentlichkeit. Wie die vorjährige Veranstaltung, so hatte auch diesmal der Abend mit seinem reichhaltigen Programm einen guten Desuch aufzuweisen. Ein schneidiger Turnermarsch der Dereinsmusikabteilung, ein schön vorgetragener Prolog und eine kurze Ansprache des Ver- einsvorsihenden und Schülerturnwarts leiteten den Abend ein. 3n rascher Folge wickelte sich dann das Programm mit seinen verschiedenen Darbietungen, in Freiübungen, Keulen-, Hammer- und Fahnenschwingen, Darren- und Pferdturnen, sowie Gesellschaftsübungen an drei Dreiecken ab. Sämtliche Llebungen fanden lebhaften Beifall. Die Vorführungen legten ein Zeugnis ab von der unermüdlichen Arbeit des Schülerturnwarts. Musikvorträge, turnerische Fest-, Werbe- und Scherzgedichte trugen zur Verschönerung des Abends bei. Den Abschluß bildeten schön zusammengestellte Pyramiden. Mit dem Verlauf der Veranstaltung kann die Abteilung sehr zufrieden sein. — Am 5. Dezember werden die aktiven Turner des Vereins in einem Gerätemannschaf t s k a m v f mit dem Turnverein Lollar und der Turngesellschaft Gräser Hausen bei Darmstadt ihr Können unter Beweis stellen. Da sich drei gleichwertige Mannschaften gegenüberstehen, dürfte ein spannender Kampf zu erwarten sein. Sparmaßnahmen an den Friedberger Schulen. WSN. Friedberg, 5. Nov. 3n der jüngsten Sitzung des Stadtrats sprach Bürgermeister Dr. Sehd u. a. über die Voranschläge der Gewerbeschule, Schillerschule und A u g u st i n e r f ch u I e für 1932. Er wies dabei im besonderen auf Sparmaßnahmen hin, die bei den einzelnen Schulen recht erhebliche Beträge erreichten. Bei der Schillerfchule vermindere sich der Zuschuß für 1932 auf 27 000 Mk^ während 1931 noch ein solcher von 52 000 Mk. erforderlich gewesen sei. Angesichts dieser Einsparungen verzichtete die SPD. auf einen früher gestellten Antrag, die Schillerschule auf den Stand einer Bürgerschule zurückzuführen. Die Gewerbeschule benötigt im 3ahre 1932 einen Zuschuß von 8860 Mk. (1931 --- 10 679 Mk.). Bei der Augustinerschule betragen die Einsparungen rund 30 000 Mk. 1931 war hier ein Zuschuß von etwa 100 000 Mk. erforderlich; 1932 sind es nur 68 000 Mk. Die Stadtverwaltung will bei der Kreisverwaltung den Antrag stellen, den Zuschuß für die Gewerbeschule zu erhöhen, da der größte Teil der Schüler nicht aus der Stadt Friedberg, sondern aus dem Kreis Friedberg stammt. Oberheffen-Verein in Frankfurt a. M. Der Verein der Oberhessen, Frankfurt a. M., der sich zur Aufgabe stellt, die Liebe zur Heimat unter seinen Mitgliedern wachzuhalten und Geselligkeit in seinem Kreise zu pflegen, begeht am Samstag, 14. November, 20 Uhr im Rheingauerhof, Adalbertstrahe 16, zu Frankfurt a. M. die Feier seines 2 5 j ä h r i - gen Bestehens. (Zur Aufführung gelangt u. a. das vberhessische Volksstück „Heckemüllers Liest.") Als besonderes Zeichen der Verbundenheit mit dem Fleckchen deutscher Erde, wo die Gründer des Vereins und die folgende Generation die Tage ihrer Fügend verleben durften, erfolgt in der Regel im Sommer ein großer Ausflug dorthin, um einmal im 3ahre fern vom Großstadtbetrieb den alten Erinnerungen zu leben und sich an den Naturschönheiten der Heimat zu erfreuen. Die Versammlungen in Frankfurt finden jeden ersten Samstag im Monat 20 Ufjr im Dereinslokal „Zum 3ägerhof", Fahrgasse 128, statt. Berliner Frühbörse. Berlin, 7. Nov. (WTD. Funkspruch.) Zum Wochenschluh herrschte in den heutigen Vormittagsstunden große Geschäfts stille, die Spekulation blieb abwartend und taxierte Kurse, die etwa auf der ermäßigten gestrigen Abendbasis lagen. Die Schwäche der deutschen Werte und der gestrigen Neuyorker Börse mahnte zur Zurückhaltung, dagegen wurde die Stimmung durch etwas günstigere Meldungen über die Aussichten der d e u t s ch - s r a n z ö- sischen Finanzbesprechungen eher freundlicher beeinflußt. Am Devisenmarkt nannte man Psund gegen Kabel 3,8050, gegen Schweiz 19,50, gegen Paris 96,85, gegen Spanien 43,25, gegen Mailand 73,50, gegen Amsterdam 9,45 bis 9,50.________________________________________________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uyt. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. •tuext ZU erhalten. Denn üe ilt grade heutzutage doppelt nötig! 13 Deine Lebensperücherung verfallen lafltn? Tue es nicht! Du beüinnnt an anderer Stelle to viel tparen können, um deinen Angehörigen in jedem jFall den Schutz deiner Tebensverücherung Heute abend spricht: Staatspräsident Adelung, Darmstadt Minister a. 0. Sollmann, M. d. R., Köln in derTurnhalle am Oswaldsgarten, Beginn 8.30 Uhr in einer Wahlkundoebung der SPD. über das Thema: Ole Relchs-u. Landespolitik Unkostenbeitrag 20 Pfennig, Erwerbslose 10 Pfennig. zssod SPD. Gießen Zkwms - Wlnng Montag, den ».November, abends 8Ubr, im Katholischen Vereinshauö Es sprechen: Reichstagsabgeordneter Landtagsabgeordneter Dr. Mel-Berlin Ober BeitooNH fiener-(Biegen Ober Eanüespolitir gentrumspartei, Ortsgruppe Bietzen 7522 D Ahg. Reiber-Darmstadt Otto Stündt-Nürnberg Kurt Neumann-Berlin 75^6 0 sprechen am Sonntag, 8. November 1931, abends 8l/,ühr,LmCa!6 Leib, WaUtorstr., snr Landtagswahl aber das Thema: „Die nene Linke greift an!“ Radikaldemokratische Partei MW-mmm Montag, den 9. November 19hl, nachm. 5 Uhr, versteigere ich zwangsweise gegen Barzahlung in Heuchelheim 1. Eine Ladentheke mit Schubkasten, 2. Einen Ladenschrank m. Schubkasten, 3. Einen Ladentisch, 4. Einen Drogerieschrank, 5. Einen Glasschrank, 6. Ein Regal. tbbtD Zusammenkunft der Steigerer an der Bürgermeisterei. Meinet Gerichtsvollzieher in Gießen. 'm! Jahren glänzend bemhrt i Flechte, Jucken, <^dilagJ5ä(zeJläwxiMden.banMd£nM)undr.(in 1 L0wen - Drogerie W. Kllblnger Nacht, Seitenweg 69, Drogerie Wmterhoff, Kreuzplatz 10. Kreuz-Drog. A. Noll, Bahnhofetr.53,Med.-Drog. Haue Hindenburg,8elterew.68a Wähler-Versammlung Der Spitzenkandidat unserer Landtagswahlliste Landtagsabgeordn. Prof. Axt, Darmstadt spricht am Dienstag, dem 10. November, abends 8% Uhr, im Saal des Restaurant »Zum Aquarium« Walltorstiaße 5 Thema. zur Rettung 06554 Hessische Politik und Landtagswahl Eintritt frei! Volksrecht-Partei / Sparerbund IIIIIIIII!IIII!IIIIIII!III!IIIIIIIIIIINIIIII!IIIIIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIII!IIIIIIII!III!IIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!I!IIII!I Deutsche Volkspartei * Ortsgr. Gießen Die Reichstagsabgeordnete, Frau Oberstudiendireltorin Dr. Matz spricht am Sonntag, dem s. November, nachmittags 4 Uhr im Hotel „Hindenburg" in einer öffentlichen Franen-Versammlnng * Wohin gehen tote? 7135 d Oer Vorstand. nr.261 statt: 7532C nur Qualitätswaren rum Verkauf gelangen: Meter 1.75, 1.45, 138. 0.98 Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. Not., nachm. 3 Uhr statt. Meter 1.25 anlage 5 6927D per QR553 marine, schwarz per Meter Flamenga, 100 cm hjplt. ganz schwere eleg. Ware für aparte Holzheim, Leihgestern, den 6. November 1931. Die Beerdigung findet Montag, den 9. November, nachmittags 2,*4 Uhr statt 06566 L.Bernard WM- Giefaen Plockstrabe 16 » 7476D Bullen. 7563D Gießen, 6. November 1931. qmD Abteilung 0.45 I .ab Strumpfbandgürtel 0.95 1.50 3.75 gute Form ab 7sn * Korsetts K- 0.68 0.80 Drell mit 4 Haltern... Damast mit 4 Haltern Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Konr. Grieb Familie Matth. Moritz Ohly. ab ab per Meter 4.90 per Meter 1.05, 0.85, 0.78 per Meter 3,90 • Die : dank vol der 3. F- aunmcbr sl ichluhzissen Ichälisjahr jc'chästsjah lu Äommanbi Am 7. November entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden meine liebe Mutter, unsere Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Karoline Hartmann Büstenhalter la Wäschestoff......... Büstenhalter Kunstseide, Schlüpferform ....ab Büstenhalter lange Form, für starke Figuren, ab Hüfthalter Rückenschnür., seitlich gehakt, ab Corselette Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilh. Schmäh], Zugführer. Gießen (Buddestraße 5), den 7. November 1931. Die Beerdigung findet Montag, den 9. November, nachm. 1', Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Grobe Posten Reste liegen ständig zum Aussuchen aus Größtes Stoffspezialhaus am Platze! 7566 A Dienstag, 10. November 1931, Bindvieh- sNutzoieh.) Markt, Mittwoch, 11. November 1931, Schweinemarkt. Austriebszeit an beiden Markttagen von 7% bis 814 Uhr vormittags. Auf dem Rindoiehmarkt wird sämtliches Dieh gegen Maut, und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 7. November 1931. Bürgermeisterei Gießen. 3. B.: Dr. Rosenberg. Wir hieben tüchtigen Alleinvertreter für den dortigen Bezirk zum Verkauf unserer Zvezial-Teoinfektionemittel an Landwirte u. Behörden. Wir bieten höchste Provision, Lvcfenzusch. u. bei guten Nm- sähen Fahrzeug u. feite Anstellung. Cif- angebote mit. 11. 4093 durch Rudolf Motte, Frankfurt a. Marn. 7534V । Bekanntmachung. Der nächste DieHmarkt In Gießen findet Zwangsversteigerung 62 31 Am Donnerstag, dem 3. Dezember 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebäude zu Gießen Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen dem verbände Hesf.-Nafs. Dampsdrefchereien e. G. m. b. h. zu Gießen zugeschriebene Anwesen Nord- Cripe Romaine, 70 cm breit, reine Wolle, in vielen Farben. auch russischgrün, braun, marine usw.............per Meter 1.05 Kunsts. Marocaine, 100 cm br.. mit kl. unbed. Fehlem, ganz Q /X schwere Ware, die regulär 4 Mk. kostet... per Meter 2.45 und 1 ,OV geb. Eifert Im Alter von 73 Jahren. 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A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ Bekanntmachung. Es wird darauf hingewiesen daß die Schuldigkeiten für Huh- und Brennholz aus städtischen Waldungen bis zum 11. November 1931 an die Stadtkasse Gießen zu entrichten sind. 7581C Gießen, den 7. November 1931. Stadtkasse Gießen. Miz.-LebEflran la 1931er '/»-Ltr.-Sl.m.Gl. Mk. 2.50 obneGlasMk.2.- stets frisch ITMud Germania-Drogerie (Jarl Seibel Frank!. Str. 39. W GröBe 1 RM 0.80 GröBe 2 RM 1.50 Größe 5 RM 2.6S mit dem rjerrlichenTannenduti-! Hersteller: Thompson-Werlce O.m.b.H., Düsseldorf Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Hesfen-Nassauischen Handels- Genossenschaft e.G.m.b.h. in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. 7539D Gießen, den 26. Oktober 1931. . __________hessisches Amtsgericht.__________ Beschluß Das Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Bruno Büttner in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. (?smD Gießen, den 26. Oktober 1931. __________hessisches Amtsgericht.__________ Bullenverkauf. Unterzeichnete Gemeinde verkauft auf dem Submissionsweg Dienstag, den 10. November, nachmittags 2 Uhr, einen fetten Nr. 261 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, r. November (951 Wirffchast. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am Brotgetreide m ar kt hat sich das Angebot verringert, so daß die Preise infolge besserer Mühlennachfrage sowohl für Weizen als auch für Roggen um je 7,50 Mark per Tonne gegen die Dorwoche anzogen. Infolge der Preissteigerungen verhielt sich die Händlerschaft jedoch sehr reserviert. Größere Umsätze kamen nicht zustande. Am Gerstenmarkt fehlte es fast vollkommen an Angebot. Der Preis für Braugerste hat nicht unbeträchtlich angezogen, wobei die jetzt zum Abschluß gekommenen Stühungsmaßnahmen für Braugerste in Süddeutschland stark mitgc- sprochen haben. Die Tonne Braugerste stellte sich um rund 10 Mk. höher als in der Borwoche. Hafer hatte im Einklang mit der übrigen Preisbewegung ebenfalls feste Tendenz, ohne daß Üie Umsätze größeren Umfang annahmen. Am Mehl markt trat gegen Ende der Bor- Loche im Zusammenhang mit dem besseren Geschäft am Berliner Markt eine leichte Belebung ein, die sich jedoch nicht während der ganzen Woche erhielt. Lediglich Roggenmehl in greif» tatet Wate wat dauernd gut gefragt und im Preise wesentlich höher. Durch außerordentlich feste Tendenz zeichnete sich weiterhin der Futtermittelmarft aus. Das Angebot war sehr klein. Da aber die Rach- stage wesentlich besser geworden ist, zogen auch hier die Preise weiter an. Stärkeres Interesse bestand vor allem für Kleie, Rachmehle, Sutter» doeizen und ölhaltige Futtermittel. Im Einklang hiermit haben auch die Preise für Rauh- Futtermittel eine kleine Befestigung erfahren. Am Kartoffelmarkt setzte sich die Auf- kvärtsbewegung der Preise fort, da die Rachfrage aus Südwestdeutschland, Frankreich und Belgien beiter zugenommen hat. Der Preis für den Zentner Industriekartoffeln hiesiger Gegend stellte sich auf 2,85 Mark ab Frankfurt. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 74 Kilogramm 237,50, Roggen 72 Kilogramm 225—226, Sommergerste für Brauzwecke 185-190, Hafer inländischer 162,50—17°,50, Weizenmehl südd. Spezial 0 mit Austauschweizen 37—38, do. Sondermahlung 35—36, Weizenmehl Niederrhein. Spezial 0 37—37,75, do. Sondermahlung 35 -35,75, Roggenmehl 60prozentige Ausmahlung 31,25—32,25, Weizenkleie 9,25, Roggenkleie 9,75, Heu südd. 5,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,50, do. gebündelt 3,50, Treber 12,25. Die Preise für Getreide verstehen sich per Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm. * * D i e Umgründung der Schröder- bank vollzogen. Eine Generalversammlung der I. F. Schröderbank K. a. A. in Bremen hat nunmehr formell den Geschäftsbericht nebst Abschlußziffern für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr und für das eingelegte Zwischen- geschäftsjahr vom 1. Juli bis 30. September genehmigt. Den früheren Geschäftsinhabern und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Als wichtigster Punkt wurde die Umwandlung der Kommanditgesellschaft auf Aktien in eine Aktiengesellschaft, die Norddeutsche Kreditbank AG., Bremen, beschlossen. Sämtliche Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt. Die Anteilinhaber der früheren Kommanditgesellschaft auf Aktien waren durch den Treuhänder der Schröderbank vertreten. Sie haben sämtliche Anteile zur Verfügung gestellt. Unsicherheit in Frankfurt. Frankfurt a. M., 6. Rov. Im telephonischen Freiverkehr war heute zunächst ein f e st e r e r Unterton zu bemerken, wofür man die Kurssteigerungen der deutschen Werte an den Auslandbörsen als Hauptmotiv anführte. Besonders profitieren konnten hieraus IG.-Farben, in denen etwas Deckungsnachfrage bestand. Ausgehend vom Rentenmarkt, der auch heute weiter in schwacher Haltung verkehrte, griff dann allgemein größere Unsicherheit um sich, da die Brüning- Rede für die kommenden Monate kaum zu Optimismus Anlaß bieten kann. Nachdem IG.-Farben zunächst eine etwa Iprozentige Kursbesserung erfahren hatten, erfolgte ein Rückschlag, wodurch sich der Kurs wieder auf das gestrige Niveau senkte. Bei den übrigen Papieren waren kaum Berände- rungen festzustellen. Reichsbankanteile neigten auch heute zur Schwäche. Im Nachmittagsverkehr herrschte fast nur Angebot vor, so daß sich die Kurse meist leicht senkten. Die Konvertierungsgerüchte wollen immer noch nicht verstummen, so daß weiterhin Angebot auf den Rentenmarkt drückt. Die Kurseinbußen betrugen heute bei kleinem Geschäft abermals bis zu 1 Prozent, sowohl für Gold-, als auch für Liquidationspfandbriefe. Auch kommunale Werte zeigen weiter schwache Beranlagung. Gut behauptet blieben nur Reichsschuldbuchforderungen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2U. Banknoten. 6.November 7.November Amtliche Jlotierung Amtliche Notierung meld »rief Geld »riet Helsingsor» . 8,24 8,26 8.29 8,31 Wien. . . . 58,94 59,06 58,94 59,06 Prag . . . 12.47 12,49 12,47 12,49 Budapest . . 73,28 73,42 73,48 73,42 Costa . . . 3,072 3,078 3,072 3,078 Holland . . 170,03 170,37 170,03 170,37 Oslo .... 89.41 89,59 89,66 89,84 Kopenhagen. 90,91 91,09 91,16 91,34 Stockholm 91,41 91,59 91,66 91,84 London. . . 15,88 15,92 15,98 16,02 Buenos Aires 1,048 1,052 1,058 1,062 Neuyort . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brussel. . . 58,74 58,86 53,69 58,81 Ikalien. . . 21,78 21,82 21,78 21,82 Baris . . . 16,58 16,62 16.56 16,60 Schweiz . . 82,17 82,33 82,22 82,38 Spanien . . 36,91 36,99 36,91 36,99 Danzig. . . 82,37 82,53 82,37 82,51 Japan . . . 2,048 2,052 2,048 2,052 Niv ve Ian.. 0,259 0,261 0,259 0,261 Jugoslawien. 7,473 7,487 7,473 7,487 Lissabon . . 14,39 14,41 14,39 14,41 »erlin, 6-Jtovembec ' -Selb jlmeritanildie Noten Belgische Noten......... Dänische Noten Englische Noten......... Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten Schweizer Noten......... Spanische Noten Ungarische Noten 4,20 58,58 90,72 15,84 16,57 169,66 21,76 89,22 58.68 2,52 91,22 81,99 36,78 Bries 4,22 58,82 91,08 15,90 16,63 170,34 21,84 89,58 58,92 2,54 91,58 82,31 36,92 Reichsbankdiskont 8 v. h., Lombardzinsfuß 10 v. h. Besserung des pfundkurfes. Oie Reichsmark gehalten. Die Veränderungen an den internationalen Devisenmärkten waren gestern vormittag nicht erheblich. Das Pfund hat sich weiter leicht besestigen können, gegen den Dollar eröffnete es mit 3,76, um dann auf 3,7713 anzuziehen. Die Zusammensetzung des englischen Kabinetts hat an den Devisenmärkten Befriedi- aung ausgelöst, und man hofft, daß die Schwan- umgen des Pfundes sich in der nächsten Zeit in engen Grenzen halten werden. In Amsterdam hat sich das Pfund auf 9,30 befestigt, in Zürich auf 19,30 und in Paris auf 96. Der Dollar war gut behauptet, ebenfalls der französische Frank. Die Reichsmark war kaum verändert und stellte sich in London auf 15,89, in Amsterdam auf 58,80 und in Zürich auf 121,25. An den Devisenmärkten war das Geschäft am Nachmittag sehr ruhig, doch konnte sich das Pfund weiter etwas bessern. In Neu- hork ging es bis auf 3,7825 herauf, gegen den Gulden zog es 9,35 an, gegen Zürich auf 19,30 und gegen Paris auf 96,18. Der Dollar, der französische Frank und der Gulden behaupteten sich gut, die Reichsmark war gehalten. In London stellte sich auf 15,9250, in Amsterdam auf 58,6750 und in Zürich auf 121,30. In Stockholm und Oslo lag sie fester. Kleine Strafkammer Gießen. • Gießen, 6. Nov. Arn 14./15. Oktober 1930, der Nacht vor dem Gallusmarkt, kam es in Grünberg zu einer Schlägerei zwischen verschiedenen jungen Leuten. Mehrere von ihnen wurden der Körperverletzung angetlagt und auch zu namhaften Geldstrafen verurteilt. Ihre und der Staatsanwaltschaft Berufung konnte heute „icht zu Ende geführt werden. Die Verhandlung wurde vielmehr vertagt; zur weiteren Klärung des Sachverhalts soll eine Reihe von Zeugen geladen werden. Ein landwirtschaftlicher Arbeiter war von dem Amtsgericht Friedberg von der Anklage, einem Mitbediensteten aus dem verschlossenen Schrank L2 Mk. gestohlen zu haben, mangels Beweises sieigesprochen worden. Die Berufung der Staatsanwaltschaft war ohne Erfolg. Die Strafkammer war zwar der Auffassung, daß das Ergebnis der Beweisaufnahme den Angeklagten auf das schwerste belaste, hielt aber den letzten einwandfreien Beweis für seine Täterschaft nicht für erbracht. (Hjctzcrrer Wochcnmarktpreise. • Gießen, 7. Nov. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter von 1,00 Mk. an; lütter 1,20 bis 1,30; Matte 30 bis 35; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; Rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Römischkohl 8 bis 10; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 15; Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 35 bis 40; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis 35; Kürbis 5 bis 6; Kartoffeln 4; Aepsel 8 bis 10; Dirnen 8 bis 10; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 1,00; Suppenhühner 80 bis 90; Gänse 80 bis 90; Nüsse 35 bis 40; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben Stück 50 bis 60; Eier 12 bis 13; Blumenkohl 20 bis 60; Salat 10 bis 15; Salatgurken 30 bis 35; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zenter 3,20 bis 3,50; Aepfel 4,00 bis 6,00; Weißkraut 2,00 bis 2 50; Wirsing 4,00 bis 5,00; Rotkraut 4,00 bis 5,00 Mk. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 8. November, von 11 bis nach 12 Uhr: Im Foyer: Einführungsvortrag zu Boris Godunow; von 15 bis 18 Uhr: Im weißen Rößl; von 20 bis 23 Uhr: Im weißen Rößl. Montag, 9. Nov., von 20 bis 23 Uhr: Im weißen Röhl. Dienstag, 10. Nov., von 19.30 bis nach 21.30 Uhr: Don Pasquale. Mittwoch, 11. November, von 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der Troubadour. Donnerstag, 12. Nov., von 20 bis 22.45 Uhr: Fidelio. Freitag, 13. Nov., von 20 bis 23 Uhr: Im weißen Röhl. Samstag, 14. Nov., von 19.30 bis gegen 23 Uhr: Doris Godunow. Sonntag, 15. Nov., von 15 bis 18 Uhr: Im weißen Rößl. Schauspielhaus. Sonntag, 8. November, von 14.30 bis nach 17.45 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; von 20 bis gegen 22 Uhr: Einmaliger Tanzabend Niddy Impekoven. Montag, ,9. Nov., von 20 bis gegen 23 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Dienstag, 10. Nov., von 20 bis nach 22 Uhr: Das kommt doch alle Tage vor. Mittwoch, 11. Nov., von 20 bis nach 22.15 Uhr: Strafgesetz. Donnerstag, 12. Nov., von 20 bis nach 22.15 Uhr: Dobby weint, Bobby lacht. Freitag, 13. Nov., von 20 bis gegen 23 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Samstag, 14. Nov., von 20 bis nach 22 Uhr: Das kommt doch alle Tage vor. Sonntag, 15. Nov., von 14.30 bis nach 17.45 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; von 20 bis nach 22.15 Uhr: Dobby weint, Dobby lacht. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei. Verantwortung.) Eine Anfrage an die Stadtverwaltung. Vor einiger Zeit hat die Stadt Gießen in den Tageszeitungen bekannt gegeben, daß die städtischen Grundstücke, Grabgärten usw. wieder neu verpachtet werden sollten. Bekanntlich lauten die Pachtbedingungen, daß der Meistbietende die Grundstücke erhält. Die nun zur Verpachtung der städtischen Grundstücke am 28. Oktober 1931 in der Kaiser- Allee erschienenen Interessenten erlebten allerdings eine kleine Enttäuschung und mußten mit langen Gesichtern wieder abziehen. Denn gleich beim ersten Grundstück wurde bekanntgegeben, daß dieses Grundstück bereits an einen Vermessungsobersekretär, der in einem städtischen Haus in der Kaiser-Allee wohnt, vergeben sei. Soweit zu erfahren war, sogar Aum alten Preis. Das wirkte um so verwunderlicher, da die neuen Pächter alle mehr für die Grundstücke zahlen sollten und muhten. Denn die Kommission nahm Gebote zum alten Preis nicht an. Nun möchte ich die Stadtverwaltung einmal um Aufschluß in dieser Sache gebeten haben, da mir keine Notverordnung bekannt ist, die vorsieht, daß Deamte in städtischen Häusern, die auch bei ihrer Wohnung sowieso schon ein Stückchen Garten haben, besonders bei Verpachtungen zu bedenken find. Oder gilt die Zeit nichts, die ein Interessent aufwendet und zur ausgeschriebenen Verpachtung geht? Warum schreibt man dann überhaupt die Verpachtung aus? Um Aufklärung in der Öffentlichkeit wird ersucht. H. A. * Sicherung gegen Keller-Einbrecher. Um den Kellerfenstereinbrechern wirksam entgegenzutreten, empfiehlt es sich, in der Verlängerung des Kellerfensters je nach Höhe des Kellers drei bis vier Stäbe Stacheldraht anzubringen. Man läßt sich den Draht beim Einkauf gleich 80 Zentimeter lang abschneiden und befestigt ihn mit ziemlich großen Krampen in Abständen von 50 bis 60 Zentimeter fest am Mauerwerk. Der zum Kellerfenster einsteigende Spitzbube bleibt auf alle Fälle am Drahte hängen und je mehr er versucht, sich loszureißen, um so fester gehen ihm die Stacheln in die Kleider. Wenn sich viele Einwohner dieses billigen Schuhes bedienen würden, unterbliebe mancher Kellereinbruch. W. A. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 ILjr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen Anzeigenaflräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Neues für den Dücheriifth. Die neue Reihe der Insel-Bücherei. In dieser bereits in über zwölf Millionen Exemplaren verbreiteten Sammlung sind soeben neun Dände erschienen. Die „Chronik von Goethes Leben" bietet in einer Aneinanderreihung der wichtigsten Daten und Tatsachen des Goetheschen Lebens, das getreueste Spiegelbild leiner materiellen und geistigen Existenz; die „Ausgewählten Gedichte" hat sich Stefan Zweig selbst zu seinem fünfzigsten Geburtstag am 28. November gewünscht; die in dem Band „Sankt Nikolaus in Not" bereinigten Erzählungen von Felix Timmermans sind von naiver Frömmigkeit und fröhlicher Lebensbejahung erfüllt; die Novelle „Die Frau, die davonritt" von D. Sy Lawrence zeigt den abgründigen Dichter auf der Höhe feiner Gestaltungskraft; Max Mell hat in dem „Alten deutschen Weihnachtsspiel" aus volkstümlicher Ueberlieferung die Geschichte von der Geburt des Heilands mit wundersamer Einfalt und Schlichtheit gestaltet; meisterhaft sind die beiden Novellen von Aldous H u x I e h „Das Lächeln der Gioconda — Der kleine Archimedes"; Nietzsches verzweifelter Schrei nach Verständnis klingt aus seinen „Freundesbriefen" wieder; P l a t o s „Phaidros, oder vom Schönen" ist das große Alterswerk des Philosophen; das „Handorakel und die Kunst der Weltklugheit" von Balthasar Gracian ist durch die Jahrhunderte hindurch für viele die Richtschnur ihres Lebens gewesen. (461.) — Karl Jasper: D i e geistige Situation derZeit. Preis in Leinwand geb. 1,80 Mk. (Verlag von Walter de Gruyter & Co., Berlin W. 10.) — 388. — Die Darstellung nimmt ihren Ausgang von einer kurzen Charakteristik des bekannten Schicksals der Massenordnung zur Fürsorge des Daseins aller, um die Grenzen jeder Daseinsordnung und insbesondere der gegenwärtigen zu zeigen. Die an diesen Grenzen heute erwachsene Krise führt zu einer neuen Vertiefung des fast verlorenen Staatsbewußtseins und von ihm her zum Bewußtsein der geistigen Wirklichkeit als Ursprung und Raum allen menschenwürdigen Lebens. Das Buch möchte in die geistige Situation des Zeitalters einen möglichst umfassenden Blick tun lassen, um an den Punkt zu führen, wo der Mensch als einzelner sich selbst helfen muß, wenn überhaupt Menschen bleiben sollen. — Einleitung in d i e Soziologie. Von Prof. Dr. H. F r e y e r. In Sammlung Wissenschaft und Bildung. 1,80 Mark. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) — 413. — Der Verfasser macht uns mit den wichtigsten soziologischen Struk- turbegriffen bekannt. Er geht auf die großen klassischen Systeme der Soziologie ein und führt den Leser so durch kritische Erörterungen der Kernfragen in soziologisches Denken ein. Auf dieser Grundlage aufbauend, zeichnet er die Hauptrichtungen der gegenwärtigen Soziologie. — Dr. Karl Engisch, Privatdozent in Gießen: D i e Kausalität als Merkmal der strafrechtlichen Tatbestände. (Beiträge zur Strafrechtswissenschaft. Neue Folge 1.) Verlag I. C. D. Mohr, Tübingen. Im Einzelverkauf 6 Mk., in Ganzleinwandband geb. 8 Mk., in der Subskription 5,40 Mk., in Ganzleinwandband geb. 7,40 Mk. (439) — Noch immer währt der Streit um das Verhältnis des strafrechtlichen zum philosophischen ^Irsachenbegriff. Die Schrift zeigt unter eingehender Auseinandersetzung mit der Adä- quanztheorie, daß die Auffassung von der Identität des strafrechtlichen und des philosophischen Kausalbegriffs zwar keine notwendige, aber eine mögliche und zweckmäßige Lösung des Problems darstellt. Der Verfasser will aber weiter auch dartun, daß der philosophische ölrsachenbegriff in der von der Bedingungstheorie verwendeten Formel der condicio sine qua non gar nicht in seiner Reinheit erfaßt wird, daß diese Formel durch eine Formel der gesetzmäßigen Bedingung zu ersehen ist. Eine Erörterung der Beziehungen zwischen Verursachung und Teilnahme bildet den Abschluß. Die Abhandlung ist so geschrieben, daß auch der nicht juristisch gebildete philosophische Leser leicht Zugang zu dem Kausalproblem im Strafrecht finden kann. — Friedrich Kottje: Illusionen der Wissenschaft. Eine notwendige Selbstbesinnung zur heutigen Kulturkrisis. 264 Seiten 8°. Ganzleinen 9 Mk., Düttenumschlag 7 Mk. Verlag der I. G. Cottaschen Buchhandlung Nächst, Stuttgart und Berlin. (435) — Das temperamentvoll geschriebene Werk sucht den Nachweis zu erbringen, daß die drei Ideale, die das wissenschaftliche Denken seit Descartes beherrschen: das Objet» tivitäts-, das Kausalitäts- und das monistische Erklärungs-Ideal, nur Illusionen des Intellektes sind. In kritischer Auseinandersetzung mit den philosophischen und physikalisch-naturwissenschaftlichen Systemen stellt der Verfasser dem rational!» sierend-mathematisierenden Denken eine Philosophie des werteschaffenden schöpferischen Lebens gegenüber. — Hans tor Straaten: Die Technik des Erfolgs. Ganzleinen 5 Mk. (Felsen-Verlag, München 19.) (421) — In Notzeiten wie jetzt ist es schwerer denn je, Erfolg zu haben. Heute genügt es nicht, daß gepredigt wird: „Arbeiten und nicht verzweifeln"; heute müssen die Methoden der Erfolgreichen gezeigt werden. Crfolgs- theorie ist heute nicht mehr ein dilettantisches Tasten, sondern eine gesicherte Wissenschaft. Tor Straatens Werk enthält zunächst einmal die Resultate der bisherigen Crfolgsforschung, und zwar sowohl der mehr akademischen Theoretiker als auch der lebensnäheren Erfolgspraktiker. Tor Straaten gibt dazu noch neue Erkenntnisse und legt die Grundregeln des Erfolgs dem Leser so klar vor, daß sie fast wie Selbstverständlichkeiten erscheinen. Er erläutert sodann die Grundregeln an einer Fülle von Beispielen jeglicher Art, so daß jeder imstande ist, von diesen Grundregeln aus das zu finden, was er für seinen Erfolg braucht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 8. November. 23. Sonntag nach Trinitatis. Stadltirche. 9.30 Uhr: Pfr.Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr; 17: Pfarrassistent Seemann. — Iohannestirche. 9.30: Pfr. Bech- tolsheimer; 11: Kindcrkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Ausfeld; 20: Missionsstunde im Johannessaal: Pfr. Groh. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elifabeth- kleinkinderschule. 9.45: Psr. stic. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. stic. Waas. — ->m Saale der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Klein-Linden. ll:Kiydergottesdienft; 14: Hauptgottesdienst. — Wic- seck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Allen- Bufeck. 9.30, anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Lollar; 13.30: Mainzlar. — Hausen-Garbenleich. 10: Garbenteich; Feier des hl. Abendmahls; 13: Haufen. — Watzenborn- Steinberg. 9.15: Beichte; 9.30: Predigtgottesdienst, im Anschluß Jugendabendmahl; Kollekte. — Grii- ningen. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für Weickartshain; 11; Kinderkirche. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stislspfarrer ©raubt. katholische Gemeinden. Samstag, den 7. November. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beizte. Sonntag, 8. November. 24. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre- digt; 16.30: Versammlung der Jungfrauen-Kongre- aation; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt und Christenlehre. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7 2Q- Hochamt mit Predigt. — CoUar/8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 9. November. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 11. November. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Sonntnncibicnit b. n.'llvotbcfen an 8.11. al. S.-N.vr.Schttephake. DrSteinrelrfj. Ciiaelnvvit-cke. 3 initarv in Schattier. ""!> i CREME MOUSON 9.A.-'$votI Mart. Buntes Allerlei < -allefi Bai 1L Rias ®Klas dH. beschmiert, die tbar schlecht schmeckt' wenn Staufenberg I. Bezirksklosse. 1. Bezirk: To. Rodheim I — von so gepeinigt, daß sie sich in Qualen aus in rot garan rolk< BM »U Maller, ffrltfc inpreti and in lfiriei'1 krirtW l.udw mit 2 P 80 80.. grauen zur Verfügung stehen, steht sich daher in die angenehme Lage versetzt, Wettbewerbe, in denen sie begründete Siegesaussichtcn hat, stärker zu besetzen. Der Vorstand der DSB. wird in einer eigen» dazu Die Firma Radio H. Mende 8c To. ®. m. I ... Dresden-R. 15, hat mit ihrem MENDE 98 einen geben und sich mit seinem Partner Hunter erneut Nüßlein-Najuch zum Kampfe stellen. Leichtathletik'Länderkampf Deutschland-USA. Von amerikanischer Seite aus wurde jetzt ein Leichtathletik-Landerkampf Deutschland — USA. an* Schaft er einmal davon gekostet hat, gibt dann der Asse gewöhnlich die schlechte Gewohnheit beS Schwanzkauen- auf. Elefanten leiden häufig, wenn sie au- den Tropen in da- gemäßigtere Klima kommen, an Mogenbeschwerden und werden da* Dreiröhren-Retzanschluhempfänger herausgebracht, der sich durch seine Billigkeit auszeichnet. Er hat infolge seiner Leistungsfähigkeit innerhalb kurzer Zeit viele tausend ö4ENl)E.Freunde gewonnen. MENDE 89 ist kein Ort»., sondern ein anerkannter Fernempfänger mit Einknopsbedienung. 7548V To. Waldgirmes I; To. Kinzenbach I — To. Erda I; To Wißmar I — To Launsbach I. — 2. Beürk: Lollar I — To Allertshausen I ; To. Allendorf 11 — To. Ruttershausen I. — 3. Bezirk: To. Beuern I — To. Hausen I; To. Albach I — To. Steinbach I; Alba ch II — To. Burkhardsfelden 1. Gerätewetlkarnpf Kinzenbach — Launsbach — Rodheim. Am Sonntag 15. November, kommt im Saale de» Gastwirts Wilhelm Bender 11. in Rodheim der bereit, ttaditionell gewordene Gerätekamps der Turnvereine Kinzenbach, Launsbach und Rodheim an der Bieber zum Austrag. Den vorhergehenden Kampf im Frühjahr konnte Launsbach knapo mit drei Punkten Dorsprung vor Rodheim für sich ent- scheiden. In Anbetracht dessen, daß eine Anzahl Gau. und verbandsmcister teilnehmen, ist mit guten Lei- stungen zu rechnen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am Sonntag hatte Gießen im weiteren Verlaus derKrei-klassenspiele Nieder-Wöllstadt I. aufdem Trieb zum Gegner. Die Gäste haben durch ihren 5:1-Sieg über Heuchelheim bewiesen, daß sie ihre alte Schlagkraft wieder erlangt haben. Die Gießener werden also für da- morgige Spiel sehr auf der Hut sein müssen. Ein spannende- Treffen dürfte sich in Naun- heim entwickeln. Wieseck 1., al- Gegner, dürfte nach seinen letzten Leistungen dem Spitzenfahrer der Tabelle auch auf eigenem Platze da- Siegen schwer machen. Heuchelheim- I. muß die Steife nach Erbstadt unternehmen. Auch diese- Spiel dürste den Gästen, wenn sie au- dem Ergebnis vom Sonntag nicht die Lehre ziehen, eine Niederlage bringen. 3n den Bezirk-klassen hat am Sonntag Marburg 1. — Großen-Duseck 1. im Wieder- holung-spiel zu Gast. Der AuSgang de- Kampfe- ist offen. — Großen-Linden I. weilt in Hungen und sollte den Sieger stellen. Marburg II. hat Londorf I. Aum Gegner und wird den Gästen wohl den Sieg überlassen müssen. Außerdem spielen: Sichert-Hausen I. — Oden- Hausen I. in Odenhausen: Saasen I. in Lich, und | einberufenen Versammlung Stellung nehmen. Haufen 1. In Beuern. Annerod I. hat Watzenborn 11. und Drünberg II. — Meder-Ohmen L 8um Gegner. Ullendorf (Lahn) I. ist in Frankenbach, WaldgirmeS I. in LaunSbach zu Gast. Klein- Linden 1. hat Wißmar I., und Gleiberg I. — Leun II. zum Gegner. Grvßen-Vuseck II. spielt gegen Lindenstruth Der Nestling Grüningcn hat die zweite Mannschaft von Heuchelheim zum Gegner. In der Jugendklasse kommen noch folgende Spiele zum Au-trag: Wißmar — Wie- seck II.; Heuchelheim — Gießen; Naunheim — Nodheim; Wieseck I. — Staufenberg; Hausen — Lollar; Fronhausen — Nicder-Ohmen. Turnen. Die Vorturner und Turnwarte der DeztrkS- vereine treffen sich am morgigen Sonntag in Wieseck zur Herbst-Lehrstunde. Gleichzeitig treten auch die Geräte-Kampfrichter zu ihrer Herbfttagung in Wieseck zusammen Nüßlein und Aajuch in Pans. Die Tilden-Tennis Compagnv, die ihre Europa* tournee am kommenden Montag im Pariser Sport* palast beschließt, hat für diese Veranstaltung die Dfiben deutschen Meister Hans Nüßlein und Roman Najuch verpflichtet. Tilden will dem jungen Deutschen in der französischen Hauptstadt im Einzel Revanche Am morgigen Sonntag treffen sich die beiden 1. Mannschaften der Turnvereine Allen darf an der Lahn und Münchholzhausen zum Pflicht* spiel in Mendorf. Es dürfte sich ein spannendes Treffen entwickeln, zumal das Vorspiel am ver* gangenen Sonntag nur knapp mit 3:1 füc-tiUenborf verloren ging. Handball der Gp.-Dg. 1900. Zu einem |ür die Gestaltung der Tabelle der A-Klasse wichtigen Spiel empfängt am kommenden Sonntag 19005 2. Mannschaft die gleiche de» VfL. Wetzlar. Die Gäste rangieren an zweiter Stelle hinter Tv. Münchholzhausen und konnten im Vorspiel den Spieloercinigungsleuten das Nachsehen geben. Auch diesmal muß man ihnen die besseren Chancen zusprechen. Die Jugend empfängt den Nachwuchs de» To. Heuchelheim. Die Gäste sind hier gleichfalls Dorspielsleger. Die 1900er verfügen zwar über einige talentierte Kräfte, die Mannschaft als Ganzes ist jedoch nicht allzu widerstandsfähig. Handball im Lahn - Dünsberg«(Sau Am kommenden Sonntag stehen nachstehende Mannschaften im Kampf um die Punkte: G a u k l a s s e : Tv. Garbenteich I — Tv. Atzbach; To. Dorlar I — Tv. Mendorf I; Tv. Wieseck I — To. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Clga) — Botten Horn (Clga). Die 1. Mannschaft von Dottenhorn weilt am morgigen Sonntag da- erste Mal in Dießen. Dem Kamps sieht man mit einiger Spannung entgegen. Die Gäste haben sich in den diesjährigen Derband-spielen sehr gut gehalten und haben in der Tabelle den dritten Platz hinter Wallau und Wetzlar inne. Allerdings fielen den Gästen auch zwei Punkte sür ein verlorenes Spiel gegen Dillenburg zu, da die Dillenburger einen nicht spielderechtigten Mann mitwirken ließen. Die 1900er stehen an vierter Stelle. Der bevorstehende Kampf kann die Tabellenpvsition der 1900er verbessern, wenn es ihnen gelingt, die beiden Punkte an sich zu reißen. Den Gästen ist die Spielweise zu eigen, die die Vereine des Hinterlandes pflegen und die den Gießenern dgentlüb hinlänglich bekannt fein sollte, um ent» nnde Gegenmaßnahmen treffen zu können. Ite außer Frage stehen, daß die Blau« weißen hier einen Sieg landen, einen Sieg auf eigenem Platze, vor eigenem Publikum und in der Aufstellung der letzten Spiele, die sich als nicht unglücklich erwiefen hat. Die 1900er find ja in letzter Zeit gut in Fahrt geraten und haben ihren Gegnern energischen Widerstand entgegengesetzt, der sich in einem Lin entschieden gegen Wetzlar und in einem knappen Sieg gegen Buh- bach äußerte. Man darf mit einiger Sicherheit auf 1900 al- die siegreiche Mannschaft tippen. Die Mannschaft: Fr. Schmidt; Jäckel, H. Schneider; Henrich, Lipvort. Glitsch; E. Schmidt, Heilmann, Lanqsdo f, WUhelmi, Zeller. Die Ligareserve tritt der Ligareserve des VfV. auf dem Trieb gegenüber. DaS Spiel dürfte einen spannenden Verlauf bringen. Velde Mannschaften sind in ihrem Können nicht weit voneinander entfernt. Für die Dlauweißen ergibt sich aber die Notwendigkeit, bessere Leistungen zeigen au müssen, wenn sie sich behaupten wollen. Immerhin sollten sie dazu imstande fein. Dem AuSgang dieses Tressen- sieht man mit besonderem Interesse entgegen. Die dritte Mannschaft ist spielfrei. Die vierte Mannschaft spielt vormittags gegen Wahen- born-SteinbergS zweite Gif. Die Gießener sollten den sicheren Sieger stellen. DaS Vorspiel in Steinberg gewannen die Vlauwelßen mit 6:2. Die fünfte Mannschaft tritt gegen die erste Elf von Vieber an und steht diesmal vor einer schwereren Aufgabe. Immerhin sollte eS au einem Siege reichen können. Die sechste Mannschast sollte ursprünglich gegen die zweite Mannschaft von Leihgestern antreten. Der Spielabschluh wurde jedoch rückgängig gemacht. Die Spielvereinigung, die mit der Aufstellung der sechsten Mannschaft, und mit der Ausstellung einer Schüler- und einer weiteren Iugendmann- schaft ihren Mannschaftsbestand erweitert hat, ist nunmehr in der Lage, (einschließlich der drei Han'-ballmonnschaften), insgesamt 16 Mannschaften in den Kampf zu schicken. Die Spielvereinigung bürste mit dieser Anzahl Mannschaften einzig im Bezirk Hessen-Hannover dastehen. Die neuen Mannschaften werden ihr Können unter Beweis zu stellen haben. Dugenbfplele. Der stete Zugang von Jugendlichen hat die Aufstellung von Awei neuen Mannschaften erforderlich gemacht, so daß damit die Jugend-Fußball-Abteilung über 4 Jugend- und 3 Schülermannschaften verfügt, von denen am kommenden Sonntag folgende 6 zu Wettspielen antreten: Die 1. Jugend spielt in Lich gegen die dortige 1. Jugend, die 2. Jugend mißt als 2a-Iugeno ihre Kräfte mit der neu aufgestellten 2d-Iugend, die 3. Jugend ist spielsrei. Die 1. und 2. Schüler treten gegen die 1. und 2. Schüler des VfB. an. Die 3. Schüler erwarten die Schüler aüs Garbenteich. DsB.'Gießen. Die Ligamannschast des VfB. spielt am rnor- fligen Sonntag nicht wie ursprünglich vorgesehen, n Kassel gegen die Kurhessen, sondern hat sich für den Nachmittag auf eigenem Platze die Fußballmannschaft des Bataillons verpflichtet. Der AuSgang deS Kampfes ist offen, denn über die Spielstärke der Soldaten läßt sich ein abschließende- Urteil nicht fällen. Das Spiel von zweimal fünfundzwanzig Minuten, da- seinerzeit während de- Zweikampse- Bataillon 1900 zwischen der Mannschaft deS Bataillons und der Liga der Spielvereiniaung 1900 au-getragen wurde, kann man Wohl kaum als einen Wertmesser heran* ziehen. DaS Spiel gewannen die Soldaten damals mit einem knappen Ergebnis. Die DsDer müssen nun yi dem morgigen Spiel ohne Henrich und Schneider antreten, da beide voraussichtlich in der Mannschaft deS D-taillonS spielen werden. Für die Liga de- DbD. wird das Treffen keine leicht zu nehmende Angelegenheit sein, denn die Soldaten verfügen über eine sehr Widerstands- Die 1. Handballmannschast de» To. K l«i n * L i n * den empfängt die 1. des To. Nauborn zum letzten Pflichtspiel der Runde der 6-Klasse. Das Spiel wirb als Gebächtnissptel ür ben verstorbenen Kreisspiel- wart Bär vom M ttelrheinkrets ausgetragen. Der Ausgang bes Kamp es ist offen. Zum fälligen Verbanbsspiel tritt bie 1. Mannschaft bes To. G r o ß e n - Li n b e n ber 2. Elf des Turn- und Sportvereins Butzbach in Butzbach gegenüber. Wenn auch bie Gastgeber im Vorspiel 10:4 unterlagen unb noch ohne Punktgewinn am Ende ber Tabelle stehen, so müssen bie Großen-Linbener trotzdem vorsichtig fein, bamit eine Ueberraschung öermieben wirb. Großen-Linbens 2. Mannschaft empfängt bie 1. des To. ©rüningen. Der Spielausgang ist offen. — Die Schüler gehen zum Rückspiel nach Dornholzhausen. fähige Mannschaft, die das, was ihr unter Umständen an Technik fehlen sollte, durch Au-dauer, Wucht und Eifer sehr wohl ergänzen kann. Demgegenüber haben die VfBer in den letzten Spielen keine besonder- gute Figur gemacht, so daß die Siegesaussichten für die .Liga" durchaus nicht allzu hoch zu tarieren sind. Die Mannschaften: Bataillon. Kramer Hen- rlchs, Schneider; Schupp, Michel Wagner; Panzeh Hamm, Sättiger, Schcrmuly, Ritter. — VfB.: Balser; Kreß I, Hegel; Leutheuler, Knaus, Lehr* mund; Schmidt, Haupt, Bingei, Bärenfänger, Feh- lina. Die Ligareserve tritt auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 der Ligareserve des Lokalgegners gegenüber. Die 3. Mannschaft tritt aus dem Waldsportplatz der 1. Mannschast von Dutenhofen gegenüber und hat damit einen Gegner vor sich, der von der ersten bis zur letzten Spielminute ernst genommen werden muh. Man ist leicht geneigt, den Gästen die besseren Chancen zu geben. Iugendspiele. Die 1. Jugend tritt im Gesellschaftsspiel der 1. Jugend von Herrrnannstein in Herrmannstein ficgenüber. Die Jugendlichen deS VfB. sollten mstande sein, als Sieger zurückzukehren. Die 2. Jugend trägt gegen die 1. Jugend von Leihgestern auf des Gegner- Platz ein Diplomspiel auS. Leihgestern ist heißer Boden. Die 2. Jugend wird nicht im Handgalopp Sieger werden können. Die Schüler haben die Schüler deS Lokalgegner- H. und 2. Schüler gegen 1. und 2. Schüler von 1900) auf eigenem Platze zum Gegner. Zwischen den eifrigen Mannschaften der Jüngsten der beiden Vereine können sich spannende Kämpfe entwickeln. Handball im Gau Hessen (O. T.) Das zweitletzte Spiel der diesjährigen Der- bandsrunde führt die 1. Mannschaft deS Männer- Turnvereins in Butzbach mit der 1. Gif des PSpv. zusammen. Polizei und Mtv. sind biS jetzt ohne Punktverlust. Für die Gießener wird dieses Treffen wohl daS schwerste, das sie in ihrer Gruppe auszutragen haben, fein. Die Männerturner treten vorausfichtlich in stärkster Aufstellung (Ploch, Nehren, Volkmann; Schorkops, MalkomesiuS, Salz; Schüler, Nothermel. Seipp, Stremmel, Decker) an. • Auch die 1. Iugendmannfchaft steht biS jetzt noch ohne Punktverlüst an der Tabellenspitze. Als letztes Spiel hat sie am nächsten Sonntag auf eigenem Platze gegen die erste Jugend der Tgm. Friedberg anzutreten. Krankenhaus im Zoo. Alle großen und modern eingerichteten Zoologischen Gärten, wie die von Berlin, London, Pari-, Neuhork besitzen Ausnahmehäuser, Krankenanstalten und Sanatorien mit Operationssälen und allen Einrichtungen. Hier werden die Patienten mit aller Sorgfalt behandelt, und die Tierärzte haben viel zu tun. Einen Einblick in die Tätigkeit des Zoo-DoktorS gewährt ein Aufsatz von Harold 3. Shepstone in der „Empire Review . Alle Neuankömmlinge werden in den Aufnahme- Häusern empfangen und von Tierärzten sorgfältig untersucht. Gibt der Gesundheitszustand zu Bedenken Anlaß, dann wirb das Tier einige Zeit isoliert, wenn es krank ist, im Hospital behandelt. Aus keinen Fall wird der neue Gast mit den alten Insassen zusammengebracht oder ausgestellt, bevor seine vollständige Gesundheit sest- geftelll ist. Jede- Tier, das stirbt, wird seziert und die Todesursache nach Möglichkeit ergründet. Da in den großen Zoo- mehr als 1000 solcher Sektionen in einem Jahr stattsinden, so ergibt sich ein reiche- Material, an dem die Aerzte viel lernen können. Im allgemeinen gelten al- die besten Patienten die Affen, aber sie gehören auch leider zu den häufigsten. Besonder- werden sie von Lungenschwindsucht befallen, und eS war ein Triumph der Tierarzneikunst, als es kürzlich im Londoner Zoo gluckte, ein Schimpansenbabh durch die Zuführung von Sauerstoff zu retten. Das arme Tier bekam sehr schwer Atem, und es wurde festgestellt, baß eine Lunge unbrauchbar war. Sofort ließ der Doktor einen Sauerstoffapparat kommen und setzte die zuführende Röhre an die Lippen des kranken Tierchens. Das Ergebnis war erstaunlich. Es schien, als ob der Patient aus dieser neuartigen Nährslasche Geben saugte, und er war bald wieder wohlauf. Da sich kleine Kinder häufig gegen da- Sauerstosf- etnatmen sträuben, so zeigte also da- Affenbaby mehr Berständni- für da-, wa- ihm gut ist, al- der Mensch. Manche Assen haben die närrische Angewohnheit, sich ihren eignen Schwanz anAU- beißen. Man vermutet, daß sie die Süßigkeit de- Sekret- von Ungeziefer, da- sich hier feft» setzt, für einen Leckerbissen halten. Dadurch bereiten sie sich nicht nur Schmerz, sondern e- entstehen auch allerlei schlimme Wunden, und im Londoner Zoo werden die auf diese Weise entstandenen Verletzungen mit einer „toten Salbe" geregt, ber nach ben Olympischen Spielen ftattfinben soll. Ein Teil Der Einnahmen dieser Veranstaltung soll bann zur Unterstützung ber deutschen Olympia* expedition verwandt werben. Die Deutsche Sport- behörde, ber bie Mittel für 20 Männer unb 10 dem Boden wälzen. Die Anwendung eineriesigen Senfpflaster- und die Verabreichung einer tüchtigen Menge von Schnap- und Ingwer bringt stet- die Teilung. Ein Tuch wird dem riesigen Patienten um den Leib geschlungen und auf diese ist das Senfpflaster gelegt, bann wirb ein anderes Tuch darüber gebunden. Sobald die Hitze des Pflasters auf den Magen einwirkt, bringt sie Erleichterung, die der warme Trunk Aum Wohlbehagen steigert. Aber wenn die schlauen Dickhäuter erst einmal aus den Geschmack deS Branntwein- und deS Ingwer- gekommen sind, dann häufen sich die Magenanfälle bei ihnen, und sie erweisen sich al- vortreffliche Simulanten. Zip, ein Elefant in einem amerikanischen Zoo, rollte sich mit Vorliebe in scheinbaren Schmerzen auf dem Boden, um den geliebten Trunk zu erhalten. Aber er ließ bald darauf ab, al- man die Behandlung auf da- Senfpflaster beschränkte. Ein hundertjähriger Feinschmecker. Die einen sagen, nur Rohkost könne ein hohe» Alter sichern, andere wieder verbürgen sich für eine weise Mäßigkeit in allen Genüssen des Leden». Ein Hundertjähriger selbst, der Gras Tolombini in Mantua, erzählte an seinem Geburtstage von seinem Rezept. Zunächst lud er bie Gäste zu einem Frühstück ein, an bem er mit bestem Appetit teilnahm. Er wunderte sich, daß manche seiner Gäste den guten Dingen weniger zusprachen als er: dem „Petuccini", einem schweren, höchst wohlschmeckenden Ragout, ber Pou- ktrbe mit Gemüse unb Salat, ben Erbbeertörtchen, bem Dessert unb Käse, was alles mit einem vorzüglichen Chianti begossen würbe. Dann kamen noch Kaffee, Likör unb Zigarren. Unb ba» hundertjährige Geburtstagskind rauchte ein recht schwere» Kraut. Der so gesättigte Greis führte den Besuch in feine Bibliothek, zuerst zu den Dichtern Virgil und Horaz, deren Werke er großenteils auswendig kennt. Dann zeigte Graf Tolombini seinen Gasten die „Dichter ber Gastronomie", deren eifriges Studium er gerade den Hausfrauen von heute empfahl. „Gutes Herz unb guter Magen gehören zusammen; daher ist gute Küche so wichtig für da» Altwerben!" so behauptet» ber Gastgeber, der selbst bei diesem Rezept ein beachtliche» Alter erreicht hat. ISchloß bf» redaktionellen Idle.) Zum Einweichen der Wasche, nm Weldunadien des Warnen H EN KO. <\\\ güt miß 'Persil- Wenn Ihnen das jemand sagt, dann sollten Sie mißtrauisch werden. Persil gibt es nur in der bekannten grün-weißen Packung mit dem Namen Henkel im roten Felde, niemals lose oder in anderer Packung. 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Vorverkauf: Tageskasse. Hanag- Reisebüro, Seltersweg. u. Musikahenhandl. Challier. 1)12 c unter Mitwirkung des gesamten Musikkorps des L (Hess.) Grenadier-Bataillons, Infanterie-Regiments Nr. 15, unter persönlicher Leitung von Obermusikmeister Krauße. Elntrltt*prelMe: 1. Platz 1 Jlk., 2. Platz 75 Pf. abende: Montage. Zingsaal der Cbt:| realfchule. Treffen um 20 Ubr am Ein.» der Cbcrrealfcbule in der Bismarckftraftkl Anmeldungen werden noch vor brl Ltunde entgegengenommen. 7sun Englisch jeweils 20 Ubr m d. Untocruc l Kursus I (Anfänger): Montags, HSi 'aal 33,1. Ltock links. Kursus II<.>ongeschrittene): DienStag!- Hörfaal 39,1. Ltock links. Kursus III lfortgeschrittene): Diem tags, Hörfaal 53, II. Ltock links. Anmeldungen vor Beginn d. Ltunbt Auskunft auf der Geschäftsstelle, Wol< strafte 20p. Erwerbslose können uneni gcltlick teilncbmen.___ Dlenrntag. den IO. November 1911 abend* H I hr, Im „Pontkeller** Oenenllicher andärunfisvorlraß „lieber Nadilgesiiiiil?' (Der Tod silit la Darm and la Bill) Redner: Hermann von Wesllalei Keine Kräuter-Tee-Kuren — Keine B. I Strahlungen — keine Arzneien — Vol-I ständig neue Wege *“ I Jeder kann gesund werden Eintritt frei!Eintritt hell Wieseck