Ur. 208 Erstes Slatl 181. Jahrgang Montag, 7. September 1931 Eriche,nl täglich, außer Sonntag« und 3 ei erlag«. Beilagen: Die Illustrierte (Siebener FamUienblätter Heimat tm Bild Die Scholle. Dlonati Bfjngtprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichrpfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummem infolge höherer Gewalt. a«f(!?löffe unterSammelnummer'2251. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger -leben. poNfd>e11 IMao/nt. / . O wolkenlos. O neuer <>naro oedecn » wolkig. • Gedeckt »Regelt # Schnee & Ciraupem ■ Nebel "K Gewitter.®Windstille.O sei» Kkhter Ost y massiger Südsüdwest q stürmische» «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stehenden zahlen gehen die Temperatur an. Pie Urnen verbinden Orte mit gleichet* auf rteeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Dftfeeftörung zieht nach Finnland hin weiter. Infolgedessen flaut auch die Kaltluftzufuhr ab, die uns das kühle und unbeständige Wetter gebracht hat. Bis in unser Gebiet schieben sich nur noch Wolkenreste vor, während im nördlichen Deutschland vielfach Schauer auftreten. Langsam dehnt sich der atlantische Hochdruck ostwärts aus und feine Wetter- Wirksamkeit nimmt auf dem Festlande zu. Auch wir werden durch ihn beeinflußt, so daß zunächst trockenes und mehr aufheiterndes Wetter in Aussicht steht. Das Schwinden der Kaltluft und die stärkere Aufheiterung werden allmählich tagsüber Temperaturanstieg verursachen. Vorhersage für Dienstag: Leicht wolkig und mehr aufheiternd, trocken, noch kühl, aber tagsüber etwas wärmer. Vorhersage für Mittwoch: Stellenweise dunstig, sonst meist aufheiternd, trocken, weiter cm» steigende Temperaturen. als Vertreter der haben. —sn— Nachdem nun zwei Interessenten an der Dutz- bach-Llchcr Dahn sich über daS Für und Wider geäußert haben, schließen wir die Aussprach» in unseren Spalten. — D. Red. Begleiter zugelassen werden. Bei Benutzung von Schnellzügen ist die Mindestentfernung von 150 Kilometer weggefallen, ferner kann die Ermäßigung in Schnellzügen auch zu den öfter-, Pfingst- und WeihnachtSserien gewährt werden. Die Zahl der Begleiter für Schulfahrten ist auch künftig fo zu bemcffcn, daß auf je neun Schüler ein Begleiter entfällt. Außerdem ist in den Tarif- bestimmungen darauf Bedacht genommen, daß auch künftig wenigsten» eine Lehrperson einet beteiligten Lehranstalt an der Fahrt teilnimmt. Eine größere Zahl von Lehrern oder Aufsichtspersonen kann mit Genehmigung der Eisenbahnverwaltung von Fall zu Fall in die Fahrpreisermäßigung einbezogen werden. Anträge müfsen rechtzeitig an die Reichsbahndirektion gerichtet werden. Em Feiertag im oberhessischen Handwerk Abschlußfeier der Iungmeister- 1931. Bphbach-Licher Bahn. Eine Erwiderung. Wan schreibt uns: In der am Freitag veröffentlichten Zuschrift über die Zustände im P er- fonenverkehr auf der Strecke Ltch— Grünberg der Butzbach-Licher Eisenbahn werden schwere Anklagen gegen die Dahn- leitung und die aufsichtsführenden staatlichen Stellen erhoben, die ganz sicher in vielen beteiligten Kreisen beifällig ausgenommen werden, die aber trotzdem nicht richtig sind. ES ist eine arge llebertreibung, wenn man von trostlosen Zuständen spricht, während tatsächlich an den Werktagen eine gute Der- kehrSmöglichkeit gegeben ist. DaS muß um so mehr anerkannt werden, nachdem sich die Verhältnisse so sehr geändert haben. Früher waren diese Anklagen berechtigt und sind unserer Erinnerung nach auch recht energisch erhoben worden. Da- maü war der Güterverkehr aus der Strecke noch rentabel, und e» konnte verlangt werden, daß man auch den unrentablen Personenverkehr in vollem Umfang aufrecht erhalte und daß die Bahn nicht nur den ihr Go toinn bringenden Güterverkehr berücksichtige Das ist erreicht worden. Inzwischen ist aber ein katastrophaler Umschwung eingetrcten. Wie sich die wirtschaftliche Lage ausgewirkt hat, mag eine Zahl zeigen. 2m Juni 1930 betrugen die Einnahmen aus dem Personenverkehr noch etwa 11 000 Mk., aus dem Güterverkehr rund 35 000 Wk. Die entsprechenden Zahlen für 1931 find rund 9000 Wk. bzw. 11500 Wk. Es ist unerfindlich, wie man da noch an eine Erweiterung des Fahrplans denken kann, nachdem fett einigen Monaten es als feststehend bezeichnet werden kann, daß die Dahn nicht mehr lebensfähig ift. Da muh man mehr als froh fein, wenn der Derkehr aufrecht erhalten bleibt in wirtschaftlich notwendigster Beziehung. Daß am Sonntag Einschränkungen eintreten, die den wenigen Reisenden sehr unbequem sein mögen, ist recht bedauerlich. Aber da» muß in Kauf genommen werden, um die Dahn wenigstens noch so lange zu erhalten, daß sie vielleicht doch noch die jetzige Krise, an deren Ende wir noch nicht stehen, überdauert. Die Fahrgelegenheit am Sonntag ist lediglich al» Dehelssmittel, das keine Kosten verursacht, zu werten. Lind dieser Behelf ist besser, als nicht». Sehr traurig ist e» auch, daß von einzelnen Im Saale de» Lass Leib yi Gießen fand gestern nachmittag die Abfchlußfeier der Iungmeisterinnen und Iungmeister der Provinz Oberhessen 19 31 bei sehr starker Beteiligung statt. Dem Gebote der Zeit entsprechend wurde die Feier in schlichter Weise durchgesührt; die offiziellen Ansprachen, musikalische Darbietungen der Kapelle Weller, Gesangs- Vorträge, Kaffee und Kuchen und Tanz füllten die Stunden in schönster Weise au». Den offiziellen Teil eröffnete der Dorsitzende der Meisterprüfungskommission für die Provinz Ober Hellen Gewerbeschulrat Vr. Bönning» (Gießen) mit Glückwunschworten an die Iungmeisterinnen und Iungmeister, sowie mit Grüßen an die Fest- Dufammlung. Besonderen Gruß entbot er dem Vorsitzenden der Handwerkskammer-Nebenstelle Gießen Bauunternehmer Decker (Gießen), der da« Ministerium für Arbeit und Wirtschaft und die Handwerkskammer Darmstadt vertrat. Ober» manche Leute erfahren in ihrem ganzen Leben nichts davon, daß sie in den Sparkassen die rechte Anlage- statte für ihr Geld besitzen, die außerdem ihnen noch Vorteile und Gewinn durch die regelmäßige Zinsgewährung gibt. Höchste Zeit, daß wir uns alle, die wir unsere sauer genug erworbenen Ersvarnisse erhalten wollen, uns daran erinnern, daß die Pan> zcrschränke der Sparkasse sicherer und geeigneter sind als Strohsack, Ofenloch und Strumpf, die ihre Rolle als Geldschrank ein für allemal ausgespielt auf die schwere Wirtschaftskrise und ihre überau« schmerzlichen Auswirkungen auf die Kommunen und da- Handwerk hin. Er lenkte weiter die Aufmerksamkeit auf die noch in dieser Woche zu erwartende Notverordnung der Hessischen Regierung, durch die voraussichtlich in scharfer Weise die Ausgaben der Gemeinden gedrosselt würden. Neben der Genugtuung darüber in manchen Dür- ficrtreifen dürste aber die Tallache nicht Überehen werden, daß die teilweise durchaus be- rechtigten Drosselungen wohl auch nicht an den Ausgaben Vorbeigehen würden, deren Nutzen ba« Handwerk habe, ba« infolgebeffen nur mit sehr starkem inneren Dewegen biesen Sparmaßnahmen I entgegensehen könne. Dennoch seien biete Maß- I nahmen notwenbig, ba wir die Wirtschaftskrise au- eigener Krast überwinden mühten. Er verwies weiter auf die Ausgabe der handwerllichen Spihenverbände, gemeinsam mit der Regierung nach Wegen zu suchen, die zur Wiedereröfsnung einer besseren Zeit auch für das Handwerk führen und dadurch der Handwerk-jugend eine lichtere Zukunft eröffnen. Daß diese» Ziel bald erreicht werden möge, sei fein Wunsch für da- Handwerk an diesem Tage. Däckerobermcister L o e b e r (Giehen) sprach al« zweiter Vorsitzender de« Gießener Ort«gctoerbc- | verein» die Glückwünsche de« erkrankten 1. Dor- । sitzenden Haubach und des Verein« auS. Er erinnerte sodann an das Wort DiSmarck» gegenüber einer Abordnung deS Handwerk«, die um die Einführung der Gewervcfreiheit bat: das Handwerk möge dafür sorgen, daß e« vor allem eine Macht werde. Dieses Wort habe noch heute feine Gültigkeit. Die jungen Meister müßten sich bewußt bleiben, daß sie keiner leichten Aufgabe gegenüberstehen und daß der einzelne nichts auS- richten könne, zumal in diesen schweren Notzeiten, daß er, für sich allein, wie ein schwaches Rohr dem Sturmwind zum Opfer falle. Wichtig und notwendig fei auch für die jungen Handwerksmeister vor allem der enge Zusammenschluß in den Innungen und in den OrtSgewerbevereinen, in denen nicht nur mit abfälliger Kritik, sondern auch mit positiven Vorschlägen mitgearbeitet werden müsse. Durch seine Organisationen wolle das Handwerk seine Lage verbessern. Da« Handwerk wolle keine Ltaatshilfe, es fordere aber, daß die Regie- und Staatsbetriebe, sowie alle anderen Konkurrenzuntemehmungen de« Handwerks genau so wie der Handwerksmeister zu den .öffentlichen Lasten herangezogen werden. (Beifall.) Der Redner forderte, daß der eine genau so wie der andere behandelt werde, getreu dem Wort Schillers, daß Staat und Kommunen die Ausgabe haben, für Gerechtigkeit gegenüber jedermann zu sorgen. Zum Schluß forderte der Redner zu einträchtigem Zusammenarbeiten mit den Behörden auf, das auch für die Iungmeister richtunggebend sein müsse. Weiter sprachen noch Duchdruckereibesitzer Klein (Gießen), der gleichfalls zur Unterstützung der handwerklichen Organisationen und Einrichtungen aufforberte; Bäckermeister D e i b e I (Gießen), der die jungen Meister zur ständigen Weiterbildung im Berufe ermahnte und ebenfalls den Anschluß an die Organisationen empfahl: Oberreallehrer i. R. Haggenmüller (Gießen), der zur Treue im Kleinen wie im Großen aufforderte und den jungen Meistern empfahl, stets nach dieser Richtschnur zu leben und zu arbeiten. Den Dank der jungen Meister brachte Iungmeister Baumann (Gießen) in herzlichen Worten zum Ausdruck. Seiner Ansprache folgte der gemeinsame Gesang deS ersten Verse« der Nationalhymne. Den geselligen Teil füllte die Kapelle Weller gut auS, Iungmeister Alfred D e i - ch e r t erfreute durch Gesangsvorträge, im Anschluß an die Kaffeetafel folgte als Abschluß Tanzvergnügen. Aus Oer Provmzialhauptstabt. Gießen, den 7. September 1931. Gtrohsäcke, Osenlöcher und (Strümpfe. Strohsack, Ofenloch und Strumpf in Zusammenhang miteinander zu bringen, erscheint auf den ersten Blick hin reichlich sinnwidrig und herausge- sucht. Aber es scheint nur fo! In Wirklichkeit, im täglichen Leben, liegen die Beziehungen dieser drei verschiedenen Dinge zu einem vierten, sehr wert- vollen Stoff, außerordentlich nahe beieinander. Es flibt so manchen Menschen unter uns, der sein Geld, eine Ersparnisse mit Strohsack, Ofenloch und Strumpf zusammenbringt. Und er dünkt sich besonders schlau, weil er überzeugt davon ist, in diesen Verstecken sei sein Geld durchaus sicher, und dazu habe er es stets griffbereit, um darüber im Augenblick des Bedarfs verfügen zu können. „Sicherheit zuerst- — das Wort hat dabei allerdings nur sehr bedingten, sehr eingeschränkten Wert. Wir hören so oft davon. In einem Gerichtsbericht lesen wir Aum Beispiel, daß eine kluge Frau ihren nicht unerheblichen Be- sitz an Geld in das Ofenloch tat. Nun ist auch der Fall schon oft vorgekommen, daß eine andere, un. beteiligte Person, die von den Schätzen des Ofenlochs nichts wußte und nur Papier darin sah, rasch zum Streichholz griff und dem Reichtum im Ösen- loch ein schnelles Ende bereitete. So kam es in die- fern Fall nicht. Ader es fand sich einer, der die Gepflogenheit mancher Leute kannte, der von der Eignung eines Ofenloches zum Tresor nicht viel hielt und daher aus dieser Stätte sich den Schatz heraus- holte und für sich behielt. Eine bittere Lehre gewiß — aber warum muß sie so spät erst erworben werden! In einem anderen Falle lasen wir von der „Hortung" schöner Geldscheine im Strohsack des Bettes, das in einem einfachen Landhause stand. Don Geizhälsen weiß man, daß sie alltäglich ihren Besitz nachzählen, sich an dem Knistern der gesammelten und gehüteten Scheine erfreuen. Diese Frau tat nichts dergleichen. Sie war davon überzeugt, ihr Gell» sei sicher, und daher ließ sie es solange im Strohsack, bis eines Tages die Mäuse davon erfuhren und die kostbaren Scheine zum Bau des Wochenbettes der Mäusemama benutzten. Auch dieser Schaden ließ sich nicht wieder gutmachen, die Scheine waren zerrissen. Und der Strumpf, auf den unsere Altvorderen Iirofjc Stücke hielten, ist kein feuer- und diebstahl- icherer Tresor, das sollte heute eigentlich jedem klar ein. Sollte klar sein! Aber wie die Geschichten des täglichen Lebens uns lehren, ist die Erkenntnis immer noch nicht weit genug gediehen. Fast scheint es. meister Heß (Friedberg) Handwerkskammer-Nebenstellen Gießen und Friedberg, Regierungsrat Dr. Braun (Dießen) Gemeinden die Sfificru der Bahn dadurch bv- droht wird, daß man in der Ltundungsbewilll- gung von Steuern und Zinsen nicht entgegen* kommt. Wie wenig Anklang dieser Standpunkt findet, gebt daraus hervor, daß gerade von einer „höheren Stelle", von der in dem Klageartikel die Rede ist, der Gedanke zur Debatt« gestellt wurde, Stationen aufzuheben, und daß auch in Erwägung gezogen werden müßte, für den Autobetrieb unrentable Umwege einzusparen und Haltestellen zu verlegen. In all den Anklagen gegen die Bahn klingt immer der Gedanke wieder, daß ja die Bahn m andere Hände übergeben könne, wenn die Firma Lenz sie nicht mehr bewirtfchafte. Da fragt man sich, was da« für Hände fein sollen? Vielleicht die Reichsbahn? Diese legt keinen Wert darauf, ihr Defizitkonto durch Uebernahme einer notorisch unrentabelen Dahn zu erhöben. Der Hessische Staat? Dann traut man doch den leeren Kassen in Darmstadt allerlei zu. Die Kreise und di» Gemeinden? Die haben auch weniger, wie nicht». Also kann e« nur so weitergeben, daß man den De trieb einigermaßen erhält, und man muß froh fein, daß bi» 1932 die Bahn gesichert erscheint, wenn die beteiligten Stellen in Staat und Gemeinden ihr nicht ihre Hilfe versagen. k Tun 4 •4'c al» Vertreter de» KreiSamt» Dießen und der Provinzialdircktion Oberhessen, Dürgermeister Dr. Hamm (Dietzen) al« Vertreter der Stadtverwaltung, Däckerobermeister Loeb er (Dietzen) al» Vertreter be« Giehener Ortsgewerbeverein«, dir Prüfung-meister, Oberreattehrer i. R. Hag - Se n m ü 11 e r (Giehen) als Schriftführer, sowie ie Vertreter der Presse. Weiter ermahnte er die jungen Meister, stet« ihre Pflicht und Schuldigkeit zu tun und eifrig mitzuarbeiten in den Organisationen des Handwerk«. Da« Srgebni« der Meisterprüfung 1931 ist folgendes: Zur Meisterprüfung meldeten sich 264, von denen 218 bestanden: mit Note 1 - 15, Note II - 91 und Note III = 158. 2m einzelnen bestanden: Automechaniker 3, 'Bäder 26, Elektriker 34, Friseure 3, Maurer 16, Metzger 15, Polsterer 3, Sattler 3, Dauschlosser 11, Werkzeugschlosser 2. Maschinenschlosser 7, Schmiede 2, Schneider 4, Spengler und Installateure 3, Installateure 3, Schuhmacher 15, Schreiner 30, Wagner 3, Zimmerer 4. Maler und Weitzbinder 12, Schriftsetzer 3, Steinmetzen 2, Uhrmacher 2, Schneiderinnen 8, und je 1 Pflasterer, Lackierer, Müller, Weitzzeugnäherin. Die offiziellen Ansprachen. Bauunternehmer Becker (Gießen) übermittelte den Iungmeistern und Iungmeisterinnen die Glück- wünsche des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft und der Handwerkskammer, Darmstadt. Obermeister Heß (Friedberg) gab den Glückwünschen der Hand- werkskammer-Nebenstellen Gießen und Friedberg Ausdruck, denen er feine verfönlichen Glückwünsche beifügte. Er forderte die jungen Handwerksmeister auf, in ihrem Beruf und in den handwerklichen Organisationen eifrig mitzuarbeiten zum Besten des Handwerks und des Vaterlandes. Regierungsrat Dr. Braun (Gießen) sprach den jungen Handwerksmeistern die Glückwünsche be» Mreisamts Gießen und der Prooinzialdirektion Oder- Hessen au». Er wies sodann auf die Wirtschaftskrise hin und auf die Bestrebungen zur Unterstützung des Handwerks in dieser schweren Zeit, die ohne die Aufrechterhaltung eines gesunden Mittelstandes nicht überwunden werden könne. Er warnte vor dem ständigen Rufen nach Staatshilfe und ermahnte, daß das Handwerk sich Der in ihm wohnenden inneren Straft bewußt fein müsse. Weiter forderte er auf, dem Selbstvertrauen noch die unbedingte Lieferung von Qualitätsarbeit beizufügen, da nur durch diese beiden Faktoren das Handwerk seine Lage bessern könne. Die jungen Meister forderte er auf, auf dieser Grundlage zu arbeiten und sich dadurch eine sichere Existenz zu schaffen. Dürgermeister Dr. Hamm (Giehen) wies tm Anschluß an seine Glückwunschworte gleichfalls •• E i n Siebzigjähriger. Färbermeister Christian Wallenfels, wohnhaft KirchenplaN 23, feierte am Sonntag in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Zur Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege gibt ba« hessische Kultusministerium bekannt, bah bie tüt die Jahre 1931 1932 ausgestellten Anerkennungs- bescheinigimgen (weiße Postkarte) zur Zeit den zuständigen Eisenbahnbirektionen listenrnähig nach- getoiefen werben. Es ist hoher nicht zulässig, bah bie AnerkcnnungsbefcheiniguHgen bei einer eventuellen Aenderung her eingetragenen Personalien durch bie Organisation selbst abgeändert werben, sondern die Bescheinigungen find zur Aenderung dem Ministerium in Darmstadt, Wilhelminen- strahe 3, vorzulegen, damit auch die den Eisen- babnbirektionen übersandten Listen berichtigt werden können. — Fahrpreis-Ermähigung der Reichsbahn für Schulfahrten. Die Larisbestimmungen bet Reichsbahn übet bie 50prozentige Fahrptei^rmähigung für Schulfahrten sind dahin erweitert worden, daß neben den Lehrern auch andere Aufsichtspersonen al» Vornotizcn. — TageskalenderfürMont a g. Deutsche Dolkspartei: 20.30 Uhr^ „Hindenburg-, Mitglieder- Versammlung. — F. G. F.: 20.30 Uhr Hauptübung.— Kurzschriftverein von 1861: Anfängerlehrgang, 19 Uhr, Goetheschule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Nie wieder Liebe". — Dotführung der Sützmostberei- tung. Die Guttempler-Loge .Hassia", Giehen, veranstaltet am Mittwoch. 9. September. 20 Uhr, im Kaufmännischen Verein-Haus in Gemeinschaft mit dem Naturheilverein und dem Obst- und Gartenbauverein eine praktische Vorführung der Süh- mostbereitung für den Haushalt. Der Besuch dieser Veranstaltung dürfte in jedermanns eigenem Interesse und nicht zuletzt im Interesse des heimischen Obstbaues zu empfehlen sein. Nähere» in her heutigen Anzeige. Oie Gemeindekaffe um 2000 M. geschädigt. |( Marburg, 6. Sept. Der früher« Gemeinderechner von Fronhausen (Lahn), der seit vielen Jahren fein Amt mit größter Gewissenhaftigkeit führte, kündigte im vergangenen Jahre diese Tätigkeit und übergab feinem Nachfolger eine Abrechnung, die scheinbar in Einnahme und Ausgabe stimmte. Bet näherer Nachprüfung ergab sich jedoch ein Fehl- betragvon2000 Mark. Der Gemeinderechner, der eine Betrugsabsicht in Abrede stellte und angab, die Arbeit sei ihm über den Stopf gewachsen, konnte keine Belege über Einnahmen und Ausgaben vorzeigen, da sie ihm geftoh• l e n seien. Es wurde jedoch festgestellt daß er sie verbrannt hatte. Das hiesige Schöffengericht ernannte gegen den Gemeinderechner wegen Amts- Unterschlagung und Beiseitefchaffung von Belegen auf neun Monate Gefängnis. (Schluß be» redaktionellen Teils.) Die Verwendung der hochwertigen Ruhrkohle ist für die Heizung der Beweis, daß das Beste immer das billigste ist. An Heizkraft von keiner anderen europäischen Kohle übertrofferr erlaubt ihre Verwendung, mit der geringsten Menge bei stet» ausreichender Wärmelieferung auszukommen fo daß wesentlich an den Heizungskosten gespart werden kann. Ein weiterer Vorteil liegt in her Mannigfaltia- leit der im Ruhrrevier geförderten Kohlenarten, so daß für alle gebräuchlichen häuslichen Oesen, Eisenoder Kachelöfen, Dauerbrenner amerikanischer oder irischer Bauart oder Küchenherde eine besonder» geeignete Ruhrkohle verfeuert werden kann. Bei der Gelegenheit sei auf das der heutigen Ausgabe de» Gießener Anzeigers beiliegende Werbeblatt über Ruhrkohlen hingewiefen. 5865A Das bißchen Erde. Vornan von Richard Slowronnel. Copyright by I. Engelhorns Nachf.. Stuttgart. 25. Fortletzung. Nachdruck verboten. „Ra was denn, Herr Graf? Wollte ich Sie vielleicht beleidigen? . . . 3m Gegenteil, Ihnen ein Kompliment nrachen! So eine übertriebene Ehrlichkeit findet man auch nur noch in Mecklen- bürg. Bis fünfzehntausend Mark wäre ich gegangen, hatte ich mir vorgenvmmen. Tadellos ist das, wie Sie an mir gehandelt haben. . . ich danke Ihnen herzlich!" Er machte eine korrekte Verbeugung und ging zur Tür. Mit der Klinke in der Hand aber wandte er sich noch einmal um: „Würden Sie mir jetzt noch einen sehr großen Gefallen tun, Herr Graf?" „Wenn ich kann — mit Vergnügen!" „Nun denn" . . . Herr Steinfeld stockte erst ein wenig. . . „meiner Frau einen Besuch machen. Die brennt darauf, ihren Lebensretter kennenzulernen . . ." Malte war ihm ein paar Schritte zur Tür gefolgt. „Geht's Ihrer Frau Gemahlin denn schon ein wenig besser?" „Bloß besser? . . . Wer sie gestern abend gesehen hat, würde es kaum glauben: als ich heute morgen ankam, wollte sie mit Gewalt schon aufstehen! ... .Liselotte', sagte ich zu ihr, ,du bist wie 'ne Katze. Du kannst vom Dach fallen, und es schadet dir nichts I'" . . . Herr Steinfeld nahm den blanken Zylinderhut in die Linke, strich sich mit der Rechten über den kahlen Kopf . . . „Der Doktor hat ihr natürlich diesen Hebermut gelegt. Aber ich muß nun in dringenden Geschäften nach Berlin zurück — unter uns gesagt ... es handelt sich um einen Millionenabschluh! Lind ich hab' die ganzen einleitenden Verhandlungen geführt. Cs ruft die eiserne Pflicht, alle andern Rücksichten müssen schweigen! . . . Ja, und da wäre es mir doch eine rechte Beruhigung, meine Frau hier unter guten und zuverlässigen Menschen zu wissen" ... Er streckte die Hand aus, eine kurze Hand mit rötlichen Haaren auf den Fingerrücken . . . Malte sah ihn an, in den wasserblauen Augen da drüben stand ein seltsamer Ausdruck. Fast wie in den Augen eines verprügelten Hundes, der scheu emporblickte: du bist ein anständiger Kerl, nicht wahr, du wirst nichts LInrechtes tun? . . . Ekelhaft war das . . . Lind unwillkürlich mußte er an den Friedeberger Dragoner denken, von dem ihm gestern eine andre erzählt hatte ... Er verneigte sich mit zusammengeklappten Hacken, die ausgestreckte Hand übersah er geflissentlich „Ich werde mir natürlich gestatten, Ihrer Frau Gemahlin meine untertänigste Aufwartung zu machen. 3m übrigen dürfen Sie ganz beruhigt fein. Die Frau meines Försters ist recht zuverlässig. 3ch darf mich wohl dafür verbürgen, daß es der Patientin an sorgfältiger Pflege nicht fehlen wird." . . . Herr Steinfeld zögerte immer noch mit dem Abschied. „Das ist es nicht allein, Herr Graf. Der Doktor hat mir vorhin erklärt, vor acht Tagen wäre nicht daran zu denken, meine Frau nach Alten-Krakow zu transportieren. Lind ich weiß nicht, wann mich die Berliner Geschäfte loslassen . . . Wäre cs da sehr unbescheiden, wenn ich Sie bitten würde, meiner Frau ab und zu ein bißchen Gesellschaft zu leisten? Sie kommt mir sonst um vor Langeweile bei ihrem nervösen Temperament" ... Er fuhr sich wieder mit der Hand über den Kopf, in seinen Augen stand derselbe halb scheue, halb bittende Ausdruck geschrieben... Malte zuckte die Achseln. „Das kann ich leider nicht versprechen. 3ch weih selbst noch nicht, ob ich in den nächsten Tagen nicht wieder verreisen muh" . . . „Run . . . jedenfalls . . . herzlichsten Dank, Herr Graf" . . . „Keine LIrsache, Herr Direktor" . . . Das schnittige 3uckergespann mit dem geschlossenen Kupee fuhr davon, die Dammallee entlang, die von der Schloßinsel zum festen Lande führte. Draußen war aus den rieselnden Hagelschauern ein dickes Schneegestöber geworden, tote mitten im Winter. Die dichten Flocken tanzten im Winde, dah man keine drei Schritte weit sehen Vonnte: über den grünenden Rasen des Vorplatzes, die Krokusse auf den runden Beeten, legte sich eine weiße Decke. Malte trat in die Halle zurück, griff sich mit zwei Fingern zwischen Hals und Kragen. Ekelhaft war das alles . . . Dieser Mann, der aller Würde bar schien, wenn es um die Millionen seiner Gattin ging . . . wie ein plumper Tanzbär, der widerwillig die Fühe zum Tanzen hob. . . Wenn er gekonnt hätte, hätte er vielleicht dreingeschlagen! Aber da war der Ring durch die Rase mit einer schweren Kette daran . . . eine leichte Frauenhand brauchte nur daran zu zupfen, und er mußte sich fügen--- Natürlich dachte er nicht daran, der kleinen blonden Frau in seinem Försterhause einen Besuch zu machen. Die Rächt, in der er grübelnd dagelegen hatte, von den heißen Gedanken von einer Seite auf die andre geschmissen, war zu lang gewesen. Das mußte ein Ende haben! In diesen letzten Stunden hatte er mehr gedacht als andre in einem ganzen Leben. Es ging in seinen Kopf nicht mehr hinein. Lind noch ein andres war dabei . . . etwas von den Gewissensbissen, die er damals auf dem Schiffe empfunden hatte, als ihn die törichte Leidenschaft für die brünette Engländerin erfaßte. Das war natürlich LIn- sinn. . . nach dem Abschied gestern abend war er ja noch freier als damals. Angst war es, sich in ein neues Abenteuer zu stürzen, denn aus dem langen Gang, bei dem er geglaubt hatte, er trüge ein kleines Heiligenbild, und aus den eifersüchtigen Worten der andern war ihm ein seltsam aufreizendes Gefühl zurückgeblieben. Mal nachzusehen, was sich hinter den geschlossenen Augenlidern mit den langen dunkeln Wimpern wohl bergen mochte . . . eine Madonna oder ein kleines Laster . . . Er schlug mit der flachen Hand auf die wieder mitten auf dem Tische stehende Glocke: „Lentz?!" Der Alte kam aus dem Nebenzimmer. „Herr Gras?" „Schick nach dem Hof hinüber, der Fuhbel soll mir den Wotan satteln. Ich will nach Hohen- römnitz reiten!" „Zu Befehl, Herr Graf" . . . Malte stieg die Treppe empor, die zu seinem Ankleidezimmer führte. Es gehörte sich wohl, daß man zu der entscheidenden Llnterredung einen anständigen Rock anzog. Llnd er legte sich zurecht, wie er die Feindseligkeiten mit dem Herrn Erb- landmarschall am besten wohl eröffnete. Ob er ihm gleich an den Hals fuhr, oder ob es geratener wäre, sich zunächst einmal aufzubauen als wieder auf dem Platze befindlich und dem andern das erste Wort zu überlassen. . . Mitten darin aber fiel. ihm ein, weshalb wohl die Gertrud Köhnemann — sie „Frau Baronin Perkwald" zu titulieren, brachte er nicht fertig — diesem Berliner Bankdirektor ein so plötzliches Entgegenkommen gezeigt haben mochte? Sie wollte ihren ganzen Einfluß aufbieten, daß ihr Vormund in eine Lösung des lästigen Pachtvertrages willigte? . . . Dafür gab es eigentlich doch nur eine Erklärung: sie wollte die andre mit möglichster Beschleunigung aus seiner Nähe entfernen! . . . Aber wiederum, wenn man sich's recht überlegte, war auch das Llnsinn, sonst hätte sie selbst doch nicht so plötzlich das Feld geräumt?! , Aber, Schluß, aus: sie sollten ihn doch in Frieden lassen, die kleinen Frauenzimmer — er hatte jetzt andres zu denken! Lind plötzlich lachte er fröhlich auf: das war in aller Wirrsal der einzige vernünftige Ausweg . . . Man raffte hier alle erreichbaren Gelder zusammen und fuhr nach Berlin! Vorhin hatte er's ganz gedankenlos und als einen leeren Vorwand ausgesprochen, jetzt aber war es die einzige vernünftige Lösung. Da schlug man alles tot, was man noch an Geld besaß, jagte von einem Vergnügen ins andre, brauchte nicht zu denken, und eines Tages, mitten in Rausch und Dusel und Stumpfsinn kam dis Entscheidung, so oder so . . . nach oben oder nach unten . . . Ein Nichts war man, das still im Dunkeln verschwand, oder ein hochgeehrter Ehrenmops . . . Erblandmarschall des Großherzogtums Mecklenburg, Herr auf Hohenrömnitz, vor dem die Ritterbürtigen im Kreise den Rücken bogen, trotzdem sie ihn noch kurz zuvor wie einen Aussätzigen behandelt hatten--- • Das Wetter war plötzlich wieder umgeschlagsN, nur ein ohnmächtiges Rückzugsgefecht war es gewesen, das der abziehende Winter dem siegreichen Frühling lieferte. Lieber Her verschneiten Flur lachte die strahlende Sonne, dÄ grimmige Nordwind hatte eins über den Kopf gekriegt, daß ihm das Blasen verleidete, und von allen Aesten tropfte es. Aprilschnee hat keinen langen Bestand. . . Malte ritt in einer Art fröhlicher Entschlossenheit die Dammallee entlang. Lleberall unter der weißen Decke sah schon wieder der feuchtglän- zende Boden hervor . . . Vom See her riefen die Taucher „ort ... ort. . ." eine schwarz- graue Rebelkrähe, die sich in den letzten Wipfel einer Erle geschwungen hatte, lockte mit dem mißtönenden Balzlaut ihrer Sippe den Gefährten: „kam ut — kam ut" . . . Komisch war es eigentlich, daß diese struppigen Buschklepper auch einen Liebesruf hatten . . . Alles regte sich von neuem Leben ringsum, kaum daß das Llnwetter vorüber war, und da sollte et allein den Kopf hängen lassen in Trübsal und Hoffnungslosigkeit? Roch war es ja nicht so weit, daß er hier den Platz räumen mußte, und wenn er sich's recht besah, hatte er sich doch gar zu sehr niederdrücken lassen, seit er wieder auf heimatlichem Boden stand . . , Mußte das Glück denn immer auf die andre Seite schlagen in dem großen Würfelspiel? Einmal konnte es doch auch ihn treffen . . . (Fortsetzung folgt.) Heute entschlief nach schweren Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Salomon Joseph im 76. Lebensjahre. Sally Joseph und Frau Jenny, geb. Joseph. Gießen (Westanlage 29), den 6. September 1931. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 8. September, nachmittags Zi/r Uhr, auf dem Neuen israelitischen Friedhof statt 05130 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei • Gießen Dienstag, den 8. September 1931, abends 9 Uhr: S.A.-Kundgebung im „Cafe Leib" unter Mitwirkung des Musikzuges II 116. Redner: Graf Solms und stud. theol. Wendnagel. 05134 Eintritt zur Deckung der Unkosten 30 Pfennig. Süv bett Stttzbodett nur das gute LVehvosot! Es glanzt schöner und hält besser! Alleinverkauf: August Noll, Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße r»3.______________4s4ßD Dienstag, den 8. September 1931, nachmittags 2 Uhr. sollen im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: fünf Bände Meyers Lexikon, Schreibmaschinen, Radioapparate, Rechenmaschinen, Bücherschränke, Büfetts, Chaiselongues, eine Kredenz, Ladeneinrichtungen, Warenschränke, Eisschränke, eine Krause- Schneidemaschine, Kleiderschränke, ein Trumeauspiegel, eine Flurgarderobe, ein Nivellier-Instrument mit Fernrohr, ein Pflug, ein Strupper, ein Vorderwagen, eine Korbgarnitur, Schreibtische, Kassenschränke, ein Sosa, zwei Bände „Gesundheit, Kraft und langes Leben", Handtücher, Bettwäsche, ein Motor, eine Boh- nermaschine, Klaviere ein Schreibtisch, diverse Flaschen Likör, ein Personenwagen, eine Schnellwaage, Skimützen, Hemden, Damen-Handschuhe, Ladentheken, ein Schrank, em Ausziehtisch, Stühle, ein Märklin-Modell, ein Sekretär, eine Dampfmaschine, ein Spiegelschrank, eine Partie Gold- und Silbersachen, Gläsertücher, Stoffe, Glasschränke, eine Kommode, ein Gewehrschrank, ein Oelgemälde, Decken, Schürzen, Läufer und Vorhänge. 5869D Wilh. 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Gestern wurde bei wenig günstigem regnerischem und windigen Weller der Städte-Achter um den Wanderpreis der Städte Gießen und Wetzlar aus- gefahren Das Rennen halte eine stattliche Menge von Zuschauern angelockt, die den interessanten Kampf mit aller Aufmerksamkeit verfolgten Ein belonders spannendes Rennen brachte naturgemäß der Vorkampf am Vormittag -wischen den Mann- schäften der drei hiesigen Ruderoereine, die ihre Mannschaften in der am Samstag genannten Ausstellung in den Kampf sandten. Erwartungsgemäß blieben die Ruderer der Gießener Rudergesellschaft siegreich. Mil einem Vorsprung von nahezu zwei Längen gingen sie vor Ruderclub .Hossia" und Verein Rudersport durch das Ziel. Besonders interessant gestaltete sich der Kampf um den zweiten Platz. Der Achter des Vereins Rudersport hatte einen schlechten Start und fiel dadurch stark zurück. Die Mannschaft vermochte >edoch auf der Strecke aufzuholen und lag im Ziel nur noch 1% Meter hinter dem Achter der Hckssia. Der zweite Platz war der Mannschaft allerdings nicht mehr beschieden, denn die Ruderer der Maffia boten alles auf, um den Platz zu halten. Die erzielten Zeiten müssen als sehr gut bezeichnet werden. Der Achter der Gießener Rudergesellschaft legte die Strecke in 5:20,4 Minuten zurück: in 5:23,0 folgte der Achter der Hassia und in */ie Sekunden Abstand ging der Achter des Vereins Rudersport durch das Ziel. Das f)auptrennen, das am Rachmittag statt- fand, sah die Mannschaft der Gießener Rudergesellschaft und des Wetzlarer Ruderklubs im Kampf. Die Gießener gewannen das Rennen ohne allzu große Anstrengung, denn die Wetzlarer zeigten lange nicht die Leistung, die die Gegner der Rudergesellschaft am Vormittag zeigten. Der Achter der Gießener RG. siegte jederzeit sicher und ging mit nahezu vier Längen Vorsprung durch das Ziel. Die gefahrenen Zeiten sind wesentlich schlechter (1. Gießener RG. 5:41,0; 2. Wetzlarer Ruderklub 5:51,8 Minuten.) Dem erfolgreichen Achter der Gießener Ruder- aesellschast siet demnach der Wanderpreis für das Vahr 1931 zu. Fußball der Gießener Mannschaften. Die Ligamannschaft der Spielvereini- gung 19 0 0 trug am Sonntag gegen den 35. Wallau ihr erstes Pflichtspiel aus. hatte dabei jedoch einen reichlich schlechten Start Die Dlau- lveißen verloren gegen den eifrig und sehr gut spielenden Gegner mit 1:3. Die 1900er lieferten eine sehr mittelmäßige Partie. Die Ligareserve gewann gegen die 1. Mannschaft von Hermannstein mit 1:0. Die 3. (Lehrmannschaft) vermochte gegen die 1. Mannschaft von Wicseck nur ein Unentschieden von 1:1 zu erzielen, nachdem sie das letzte Spiel mit 9:0 für sich entschieden. Die 4. Mannschaft verlor gegen eine aus der 1. und 2. Mannschaft kombinierte Elf von Steinbach mit 3:4 (2:2). Die 1. Jugend siegle gegen Lollars 1. Jugend mit 2:0. Gin gleiches Ergebnis schuf die 2. Jugend gegen die Jugend von Wetzlar, die 1. Schülermannschaft gewann gegen die 1. Schülermannschaft WieseckS knapp mit 1:0. unb die 2. Schülermannschaft gewann gegen die 2. Schülermannschaft Wiesecks ebenfalls und zwar mit 2:0. Die Ligamannschast des VfB. unb bie Ligareserve waren spielfrei. Die 1. Schülermannschaft verlor aus eigenem Platze gegen bie Schüler von Wetzlar hoch mit 0: 7. Ein Pflichtspiel bet 2. 3u- genb gegen 1900 3.3ugenb gelangte nicht zum Austrag. Fußball in Heften Hannover. Lin lag der Sensationen. Der Sonntag brachte im Bezirk Hessen-Hannover gewaltige Fuhball-Ueberrafchungen. So mußte der Bezirksmeister 03 Kassel in Marburg eine knappe 2:1 Niederlage durch die dortigen Germanen hin- nehmen. Den Vogel schoß aber doch die überrajd)enb hohe Niederlage der Kurhessen Kassel gegen Hessen 09 Kassel ab, denn die 09er gaben dem 'Altmeister mit nicht weniger als 5:0 das Nachsehen. Keinesfalls erwartet kommt auch die hohe Niederlage der Groß- । Almeroder, die in Kassel von Sport mit 7:3 abge- fertigt wurden. Spog. Göttingen mußte zu Hause eine knappe 2.3-Niederlage hinnehmen durch die Her- | mannia Kassel, während der Kasseler Spielverein LeichtalhielilländerkampsSeulschland-zrankreich. Oer sechste deutsche Sieg. — 89:62 Punkte! Unten rechts: König Viktor Emanuel (Mitte) und Luftfahrtminister Bal bo (links). — 3n Nord- Italien sanden die Manöver der italienischen Luftflotte statt, an der 800 Militärflugzeuge aller Großen- klassen sich zu einer eindrucksvollen Parade auf dem Flugplatz von Ferrara emsanden. Iura Kassel erwartungsgemäß mit 5:1 niederrang. Auch die Marburger Kurhessen kamen über den FV. Horas zu dem programmgemäßen Siege von 2:0 Toren. Westdeutsche Schühenmeisterschasten. Gestern wurde auf den Ständen des Schützenvereins Gießen e. V. die Meisterschaft d e S Deutschen Schützenbundes für Westdeutschland ausgetragen. Als Anwärter stellten sich: die Sebastianschühengescllschaft Dann, der Frankfurter Schützenvcrein e. D., der Schießklub Herford und die Schühengesellschaft Sulzbach a. d. Saar, Vereine also, die aus den Gau- und Dezirkskämpsen bisher als Sieger hervorgegangen waren. Die Resultate sind in Anbetracht des ungünstigen Wetters mit seinen böigen und wechselnden Winden als gut zu bezeichnen. Der Frankfurter Schüyenverein e. V. ging nach harstem Punktkämpse in der Gruppe Main. DaS wichtigste Tressen der Gruppe Main war diesmal die Begegnung zwischen Rot-Weiß unb Fuhballsportverein. Aus dem Rot-Weiß - Platze führte der FSB. bis zur Halbzeit vor 12000 Zuschauern mit 1:0, die letzten 20 Minuten entschied aber Rot-Wciß das Spiel mit 3:1 für sich Die Eintracht hatte auf eigenem Platz wenig Mühe, um die in dieser Saison schwache Germania Bieber mit 6:1 (5:1) abzufertigen. GrieSheirn schlug Germania 94 2:0 (1:0). Die beiden anderen Spiele des Tages endeten mit einem Unentschieden. Heusenstamm und Hanau 93 trennten sich 0:0, Union Rieberrad und BfL. Reu-3senburg spielten 2:2 (1:0). Handball-Lokattreffen. Spog. 1900 I — To. o. 1846 1 1:5 (0:4). Vm Stadion zu Colombe standen sich am Sonntag bie Leichtaihletik-Ländermannschaften von Frankreich und Deutschland in ihrem sechsten Kampfe gegenüber, der auch den sechsten Sieg für die deutschen Farben brachte. 25 000 Zuschauer säumten die Kampfbahn. Das Wetter war der Veranstaltung günstig. Das Publikum begrüßte die beiden Mannschaften bei ihrem Einmarsch gleich freundlich. Die Franzosen wurden von dem Wurfrekordmann Noel, die Deutschen von dem in Paris populären Dr. Peltzer geführt. Die Musikkapelle intonierte die Nationalhymnen beider Länder. Die sportlichen Wettbewerbe brachten den deutschen Farben einen klaren Sieg von 89:62 Punkten. 3n 10 Wettbewerben stellten die Deutschen die Sieger, während in 5 Konkurrenzen bie Franzosen erfolgreich waren. Oie Ergebnisse: 100 Meter: 1. Jonath (D), 10,8 Sek.; 2. Kör- nig (D.k Meter zurück; 3. Sureaud (F.) Heitere 1K Meter zurück. 400 Meter : 1. Metzner (D), 49,8 Sek. ; 2. Notier (D.), 50,4 Sek.; 3. Levier (F.), 50,8 Sekunden. 800 Meter: 1. Keller (F), 1:55,6 Min.; 2. Dr. Peltzer (D), 1:56 Min.; 3. Danz (D.), 1:57 Min. 110 Meter Hürden: 1. Beschetznik (D), 15 Set; 2. Max Robert (F), 15,4 Sek.; 3. 2Xbel- ^K^gÄstohen: 1. Sievert (D.), 14,83 Metern Das Relais-Klavier. DonGeheimratprosesiorOr.W.7rernst,Äerlin. Seit mehreren Jahrzehnten hat das Klavier trotz immer wieder auftretender Derbesferungsvorschläge keine Aenderung mehr erfahren, cs ist — gebunden an bestimmte physikalische Prinzipien — vielleicht zu überhaupt erreichbarer Vervollkommnung gelangt. Neben vielen anderen Faktoren war dies wohl ein Grund dafür, weshalb ein großer Teil des Publikums unserer schnellebigen Zeit sich vom Klavier abgewandt und dem Radio verschrieben hat, das sein Musikbedürfnis bequenr abwechslungsreich und aktuell befriedigte. Das Radio ist noch nicht auf der Stufe letzter Vervollkommnung angelangt: stete Der- lWsserungen und Neuerungen halten das Interesse Ks Publikums wach. Der große in kultureller Hinsicht sehr ernst zu nehmende Nachteil des Radios liegt jedoch in der Passivität, zu der der Hörer unbedingt gezwungen ist. Auch die Sprechmaschine hat diesen Nachteil. Sie bietet dem Hörer zweifellos auch weniger Vorteile, ist mehr auf musikartige Darbietungen beschrankt, versetzt ihn aber in die Lage, Zeitpunkt und Art des musikalischen Erlebens selbst festzusetzen. Es ist zweifellos, daß das Radio den enormen Aufschwung Der Sprechmaschine in den letzten Jahren unterstützt und dazu beigetragen hat, daß das Repertoir bereits nahezu unbegrenzt unb eine vollkommene Wiedergabe erreicht ist. e Die unerhört vielseitige Verwendungsmöglichkeit der Elektrizität die in den letzten Jahren auch auf musikalischem Gebiete nutzbar gemacht wurde — en innert sei an Professor Theremins Aetherwellen, an das Irautonium, an Jörg Magers Wunderorgel und an die Versuche im Heinrich Hertz- Institut —, wies den Weg zu weiterem Fonschritt. Warum sollte nicht auch dem Klavier und damit auch der Hausmusik durch das Radio eine Förderung werden? Die Entwicklung des Lautsprechers im verflossenen Jahrzehnt hat gelehrt, daß er, betrieben durch geeignete Wechselströme, durchaus zur Erzeugung guter Musik sich eignet. So wurden denn neuerdings auch Vorschläge gemacht, ihn, sei es mit, sei es ohne Resonanzboden bei Saiteninstrumenten zu benutzen, wobei natürlich die Schwingungen der Saiten in elektrische Wechselströme transformiert werden müssen. Dies geschieht am einfachsten nach der gleichen Methode, auf der bas Bellsche Telephon 2. Dubour (F), 14,71 Meter; 3. Schneider (D.), 14,45 Meter. LOO Meter: 1. Körnig (D), 21,6 Sek.; 2. Geerling (D.), 21,8 Sek.; 3. Sureaud (F.), 22 Sek. Hochsprung: 1. Philippon (F ), 1,85 Meter; 2 Köpke (D.), 1,85 Meter (durch Stechen entschie- den); 3. Bornhöfft (D.), 1,80 Meter. 5000 Meter: 1. Rochard (F.), 15:03,6 Min.; 2. Schaumburg (D.), 15:04,2 Min.; 3. Syring (D.), 15:04,6 Minuten. Diskus: Sievert (D.), 45,98 Meter; 2. Winter (F.), 44,76 Meter, 3. Hoffmeister (D.), 44,57 Meter. Weitfprung: 1. Köchermann (D.), 7,43 Mir.; 2. Paul (F.), 7,13 Meter; 3. Molle (D ), 7,04 Meter. 1500 Meter: 1. ßaboumegue (F), 4:00,6 Minuten; 2. Wichmann (D.), 4:02,6 Minuten; 3. Schil- gen (D ), 4:02,8 Minuten. 4X100 Meter: 1. Deutschland (Körnig, Geerling, Dorchmeyer, Jonath), 41,4 Sek.; 2. Frankreich (Jmbert, Final, Beigbeder, Sureaud), 42 Sekunden. Speerwerfen: 1. Maeser (D.), 62,19 Meter; 2. 'Beimann (D.), 62,00 Meter; 3. Gähner (F.), 52,62 Meter. 4 X 400 Meter: 1. Deutschland (Bergmann, Noelle, Borchmeyer, Metzner), 3:21,8 Minuten; 2. Frankreich, 3:23,6 Minuten. Stabhochsprung: 1. Ramadier (F), 3,85 Meter; 2. Reeg (D.), 3,85 Meter; 3. Dintousky (F ), 3,85 Meter (durch Stechen entschieden). beruht; spricht man in ein solches hinein, so werden in den Spulen des Telephon-Magnets durch Schwingungen der Eisenmembran Wechselströme erzeugt, die durch Verstärkung mittels eines Systems von ßieben- Röhren in einem Lautsprecher beliebig laut hörbar gemacht werden können. So gelangte man unmittelbar zum Prinzip eines elektrischen Relais-Klaviers bei welchem also Telephon-Magnete in geeigneter'Weise in nächster Nachbarschaft schwingender Saiten anzubringen sind und die so durch Magnet- Induktion erzeugten, zunächst ziemlich schwachen Wechselströme durch einen Verstärker auf hm- reichende Stromstärke gebracht werden. Auf Grund eingehender Vorarbeiten konnte ich mit meinem Mitarbeiter, Herrn Driescher, im Physikalischen Institut der Universität Berlin Anfang vorigen Jahres zum Bau eines wirklich spielfähigen elektrischen Klaviers schreiten, das nach weiterer Durcharbeitung nunmehr zu einem fabrikationsreifen Flügel entwickelt wurde. Das neue Instrument, das kürzlich zum erstenmal öffentlich vorgeführt wurde, sieht aus wie ein kleiner Flügel (1,40 Meter Länge) mit Klaviatur, Lyra und drei Füßen. Im Zusammenhang mit dem Flügel steht ein Lautsprecher, der den elektrisch verstärkten Ion roiebergibt. Im Flügel selbst ist ein Radio- empfangsapparat eingebaut unb im Lautsprecher ein elektrisches Plattenlaufwerk mit elektromagnetischem Tonabnehmer. Durch entsprechende Schaltung können bie einzelnen Teile in Betrieb genommen werben. Der Ion wirb nicht mehr, wie bisher üblich, burch den Resonanzboden erzeugt, fonbern auf elektrischem Wege, wodurch weitere, über das bisherige Klavier hinausgehenbe Vorteile möglich geworben sinb. Die Mechanik bes Instrumentes ähnelt ber bes bisherigen Klaviers. Befonbers konstruierte Mikro- Hämmer versetzen bie Saiten in Schwingungen. Je fünf Saiten laufen unter einem elektromagnetischen Mikrophon zusammen, bas bie Saitenschwingungen in elektrische umroanbcll unb dem Verstärker zuleitet. So sind 18 Mikrophone im Flügel hintereinander qeschaltet. Das linke Pedal regelt die Tonstarke vom zartesten spinettartigen Ion bis zum vollen lautstarken Konzertflügelton. Im Verstärker selbst sind Potentiometer eingebaut, die es gestatten, die Der- stärkung den jeweiligen Raumoerhaltniffen anzu- passen. So ist der jahrhundertelange Traum der Klavierbauer Pianisten unb Komponisten erfüllt worden einen einmal angeschlagenen Ion unb Akkorb in seiner Tonstärke zu beeinflussen. Man kann einen Ion im zartesten Pianissimo anschlagen unb bis zum Fortissimo durch einen leichten Pedaldruck anschwellen Kampf als Sieger hervor. Einzelrefultate: Frankfurt 942, 992 und 973 Ringe, zusammen 2907. Bonn 898, 973 und 975 Ringe, zusammen 2846. Sulzbach 800, 905 und 905 Ringe, zusammen 2610. Herford 803, 912 und 887 Ringe, zusammen 2602. Frankfurt erhielt hiernach 4 Puntte, Bonn 4 Punkte, Sulzbach » Punkte und Herford 0 Punkte. Dem Schießen ging ein Begrühungs- abend voraus. Den Abschluß fand die Der- anftaltung mit der Verkündung des Resultates und der Ehrung der Sieger. Oie Punktekämpfe in Hessen. In der Gruppe Hessen erlitt der bisherige Tabellenführer Kastel durch sein 2: 2-Llnentschie- den in llrberach seinen ersten Punkwerlust. Mainz 05, bisher an zweiter Stelle, kam dadurch und durch seinen 5:2-Sieg über Darmstadt an die Tabellenspitze, allerdings nur relativ, da Mainz einen Derlustpunkt mehr besitzt. Auch in der übrigen Placierung gab es durch die überraschenden Ergebnisse des Sonntags einige Aen- derungen. Wormatia hielt den dritten Platz durch einen unerwarteten 4:0-Sieg in Walldorf. Dagegen fielen Alemannia Worms und Olympia Lorsch, die gegen SV. Wiesbaden 1:4 bzw. Langen 0:3 verloren, weiter zurück. lassen ober umgekehrt den stark angeschlagenen Ion in beliebiger Schnelligkeit «um Abschwellen bringen, nicht stufenweise wie bei bfr Orgel, fonbern allmäh. lich wie bei Saiteninstrumenten ober ber menschlichen Stimme. Es ist ferner von großer Bedeutung, bah bie Schwingungsbauer bes Tones ungefähr breimal so lang ist wie beim bisher gebrauchten Instrument. Ein Hebelzug am Flügel gestattet, bie Dämpfung wegzunehmen, fo baß man langanhaltenbe reine Saitenschwingungen erhält, bie einen bem Cha- ratter bes kontinuierlichen Harmoniumtones ähn- lichen Ion erzeugen. Die technischen unb praktischen Berroenbungsmög- lichkeiten bes Elektroflügels sinb sehr weitgehenb. Er kann zunächst als reines Klavier gespielt werben. Der Spinetton, ber voller Charme unb auch mobula- tionsfähig ist, ermöglicht ftunbenlanges Heben, ohne baß im Nebenzimmer ober im anberen Stockwerk bie Anwohner gestört werben. Sehr wichtig! Die Möglichkeit, bie Lautstärke bes Instrumentes zu bifferen- zieren, macht bas Instrument für bas kleinste Heim wie für ben größten Konzertsaal geeignet. Befonbers wertvoll wirb bas Instrument I aburch, bah es nur bes Pebalgebrauchs unb eines einfachen Hebelzugs bebarf, um in bemfelben Stück Klangfarben bes Kia- oiers, bes Spinetts unb bes Harmoniums zu oer- wenben unb bisher nicht mögliche lonan. unb -ab- schwellungen hervorzurufen. Das Instrument kann ferner auf Radioempfang umgestellt unb enblich auch als Sprechmaschine benutzt werben. Durch bie eigenartige Konstruktion des Lautsprechers wirb eine außergewöhnlich gute Wiedergabe erzielt. Durch bie Verwenbung als Klavier, Rabio, Sprechmaschine, einzeln unb zusammen, ergeben sich überraschende Kombinationen. Der Spieler kann z. B. Geigensoli auf bem Klavier begleiten, bei Tanzmusik ober Gesang aus bem Rabio mitspieken. Er kann auch z. B. reine Klavierplatten ober Orchesterwerke mit Klavier- soli auf bem Klavier begleiten, um Tempi, Ausbruck unb Phrasierungen zu lernen. Das neue Unioerfalinftrument — geberft mit bem Namen Bechstein — wirb ben Anforberungen an Ivnschönheit, Qualität unb Dauerhaftigkeit, bie man an einen hochwertigen Flügel stellt, voll entsprechen. Es wirb zubem billiger fein, als bie bisher bekannten Bechsteinflügel unb somit in weiten Volkskreisen Ber. breitung finben können. Hoffentlich wirb es zur Mieberbelebung guter Hausmusik beitragen, weil es bem Besitzer bie Möglichkeit gibt, selbst zu spielen, wenn er bes passiven Musikanhörens mübe geworden ist. Das Treffen hatte sehr unter der schlechten Witterung zu leiden. Der Beben war glatt, unb bie Ball- behanblung schwierig, so baß ein flüssige» Spiel kaum zu sehen war. 1846, bas bis auf ben Tormann in der vorgesehenen Ausstellung antrat, war seinem Gegner jederzeit leicht überlegen, was in dem Halb- zeitresultat von 4:0 klar zum Ausdruck kommt. Be- sonders Krämer brachte durch seine Schnelligkeit bas 1900-Ior öfters in Gefahr unb gab Zweimal bem Torhüter bas Nachsehen Neben ihm zeigten Geismar unb Schmibt gute Leistungen währenb bie befben Außenstürmer etwas abfielen. Der Angriff ber 1900er konnte sich gegen bie Hintermannschaft ber 1846er nicht burchsetzen. Das Ehrentor würbe kurz vor Schluß erzielt, ßangsborf (Bab Nauheim) leitete bas jeberzeit anftänbige Spiel gerecht unb sicher. Taten für Montag, 7. September. Sonnenaufgang: 5.46 Uhr, Sonnenuntergang« 18.59 Llhr. — Monbaufgang: 23.59 Uhr, Monduntergang: 16.57 Uhr. 1533: Königin Elisabeth von England geboren. — 1654: der schwedische Staatsmann Gras Axel Oxenstjena in Stockholm gestorben. — 1714: der Badener Friede beendet den Spanischen Erbsolge- krieg. Gießener Etadttheaier. Wilhelm Meyer-Förster: ,,«lt-Heidelberg". Heber dieses alte Stück sind heute wohl keine Worte mehr zu verlieren. Es ist unzählige Male über alle Bühnen gegangen. Es ist verfilmt worden. Es ist bis in den fernen Osten gedrungen; die Japaner selbst haben es sich nicht nehmen lassen ... es war der Belterfolg der Sentimentalität. Daß es noch immer unverwüstlich ist, bewies der große Erfolg gestern vor ausoerkauftem Hause. * Man sah unter Boids liebevoll eingehender Spielleitung eine lebendige und wohlpointierte Ausführung, gegen bie kaum etwas einzuwenben war, unb bie übrigens (obwohl sie noch zur Sommerspielzeit zählt) ein besonberes Interesse besroegen bean- wruchte, weil sie einer Anzahl von ncuengagierten Schauspielern Gelegenheit gab, sich in Gießen vorzustellen. An erster Stelle darf Albert Jans check als Karl Heinz genannt werben; er erinnert ein wenig an eine unserer besten früheren Kräfte, an lannert, und er gab die Rolle in gepflegtem und sympathischem Stil, nicht ohne Temperament unb bennoch so zurückhaltend, wie man sichs wünschen kann. • Von ben übrigen neu verpflichteten Herren läßt sich nach ber gestrigen Probe nicht sehr viel mehr sagen, als baß sie sich mit guter Haltung in ein geläufig zusammenspielendes Ensemble einfügten: Wolfgang Kühne (Hofmarschall); Gert Geiger (Metzing, Rüber); Walter Michel (Breitenberg, Bilz). Genauere Einbrücke von ihren darstellerischen Qualitäten wird man erst nach näherer Bekanntschaft formulieren können. • Für Fräulein Wielander war bie Kathie eine große unb bankbare Rolle, bie ihren Fähigkeiten burchaus entgegenkam. Hub gab einen sehr gemütvollen Dr.Jüttner; Bruck brachte eine verstänbnis- voll abgerunbete Charge als Lutz. • Born alten Stamm wären noch zu nennen: Fas- f o 11 (Staatsminister), Hauer (Asterberg) und Bold als Kellermann. — Born großen Erfolg war schon die Rebe; bie Generalprobe bis nachts um drei hat sich gelohnt. Aus gefchäfttichen Gründen wäre am Ende eine Wiederholung der Aufführung zu erwägen. —y— Wirtschaft Besserung an den Börsen zeitverkürzung ange st eilten um verbunden mit einem Haltsabzug, zum sechs Stunden wöchentlich. Ivpr ozentigen Ge - 1. Oktober angekündigt. Notstandsmaßnahmen in Oberhessen. WEN. Friedberg, 6.Sept. Unter Anteilnahme sämtlicher privaten Wohltätigkeitsorganisationen wurde im Rahmen einer Besprechung mit der Stadtverwaltung beschlossen, an bedürftige Mitbürger aller Stände und insbesondere an Kinder bei Eintritt der kalten Witterung wieder ein warmes Mittag- Wetzlar haben jetzt nach Vereinbarung mit den Angestellten-Organisationen auch eine A r b e i t s- für die Bureau- Agrarstoffe 103,4 (— 1,9 v. H.), Kolonialwaren 95,8 (— 1,1 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 101,5 (— 1,6 v. H.), industrielle Fertigwaren 135,8 (— 0,4 v. H.). Innerhalb der letzten Hauptgruppe belief sich die Indexziffer für Produktionsmittel auf 130,7 (unverändert) und die für Konsumgüter auf 139,7 (— 0,6 v. H.). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 7. Sept. Auftrieb: 1488 Rinder: 366 Ochsen, 174 Bullen, 478 Kühe, 436 Färsen: 534 Kälber, 121 Schafe, 5290 Schweine. Es notierten: Rinder: A. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: 1. jüngere 42 bis 46: 2. ältere 37 bis 41: sonstige vollfleischige (jüngere) 32 bis 36. B. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 33 bis 36; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 27 bis 32. C. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 33 bis 36: sonstige vollfleischige oder ausgemästete 29 bis 32; fleischige 25 bis 28. D. Färsen (Kalbinnen, Iungrinder). voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 42 bis 46. vollfleischige 37 bis 41; fleischige 32 bis 36 Mk. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 51 bis 54; mittlere Mast- und Saugkälber 46 bis 50; geringe Kälber 38 bis 45 Mk. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 59, Fettschweine wurden zu 62 verkauft; vollfleischige Schweine Dort etwa 240 bis 300 Pfund Lebenogewicht 55 bis 59; vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 54 bis 58; vollfleischige Schweine von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 53 bis 57; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 44 bis 54 Mk. Marktverlauf: Bei allen Gattungen ruhig, bei Rindern und Schweinen äleberstand. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. Sept. Die Produktenbörse eröffnete zu Beginn der neuen Woche wiederum in ruhiger Haltung. Man verhielt sich infolge der Rückgänge an den Auslandplätzen sehr abwartend. Die allgemeine Tendenz blieb indessen doch behauptet. Das Geschäft war Oie Stillegung bei der Hefrag in Wölfersheim. Bei den Verhandlungen, die am Samstaa in Wölfersheim über die Stillegung des Abraumbetriebs des Braunkohlen» S ch w e l k r a f t w e r k s H e s s e n - F r a n k f u r t AG. (Hefrag) stattsanden, zeigte sich, wie wir erfahren, dah die Teilstillegung nicht zu vermeiden war, jedoch erklärte sich die Werkleitung bereit, die für den 1.Oktober vorgesehene Stillegung um 14 Tage hinauszuschieben. Während des Winters sollen von dem zur Entlassung vorgesehenen Belegschaftsteil etwa 85 Mann bei Montagearbeiten weiterbeschäftigt werden, und zwar mit 40 Stunden in der Woche. Etwa 200 Leute werden zur Entlassung kommen. Soweit die Wirtschaftslage es ermöglicht, soll der Abraumbetrieb evtl, noch vor dem je^t vorgesehenen Termin (1. Mai n. I.) wieder in Gang gesetzt werden. Es soll weitgehend erstrebt werden, wettere Entlassungen zu vermeiden. Zu diesem Zwecke soll eine Anzahl Arbeiter immer wechselweise für kurze Zeit feiern. Im Untertagebau wird gleichfalls die 40-Stunden-Woche in fünf Schichten durchgeführt. Verschärfte Krise im Eisenstein-Bergbau Zwei Vuderussche Gruben vor der Stillegung. WSR. W e tz l a r, 4. Sept. Im Eisenstein-Berg- bau im Lahn-Dillgebiet bahnt sich eine geradezu katastrophale Entwicklung an. Die Buderusschen Eisenwerke AG. Wetzlar sehen sich genötigt, an- Sesichts des erheblichen Absatzrückganges für üsenerze die beiden Gruben „Georg Iosef" bei Gräveneck im Oberlahnkreis und „Abendstern" bei Hungen in Oberhessen zum 1. Oktober stillzulegen. Den Belegschaften ist zum 30. September gekündigt worden. In dem einen Falle kommen über 100, im anderen Falle 33 Bergleute zur Entlassung. Wie enorm der Absatzrückgang ist, geht daraus hervor, dah die geförderte Menge Eisenerz von etwa 80000 Tonnen zur gleichen Zeit des Vorjahres auf 20000 Tonnen gesunken ist. Damit sind die st a a t- lichen Subventionen für den Eisenstein- Bergbau erheblich gefährdet. Sie sind an die Bedingung geknüpft, daß die Fördermenge im Lahn-DiUgebiet einschließlich Oberhessen und Siegerland 100 000 Tonnen, die Belegschaft 5000 Köpfe beträgt. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dah Diese Bedingung nicht eingehalten werden kann. Verhandlungen mit den zuständigen Stellen in Berlin um Weitergewährung der Subventionen auch bei verminderten Zahlen sind im Gange. Der Entzug der Staatsbeihilfen würde die krisenhafte Entwicklung erheblich verschärfen und zu nicht absehbaren Maßnahmen führen, zumal damit auch die Frage der Fracht-Rückvergütung eng verbunden ist, deren Ausfall den Frachtweg ganz wesentlich verteuern würde. — Die Buderusschen Eisenwerke in in den ersten Tagen ist. Am Geldmarkt blieben die Sähe unverändert: Tagesgeld 8 bis 9, Monats- geld etwa 8 bis 10, Warenwechsel 8 bis 10,5 Proz. Freundlicheres Aussehen an der Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 7. Sept. (WTB. Drahtbericht.) Tendenz: freundlich. Die Effektenbörse brachte zu Beginn der neuen Woche einfreund- licheres Aussehen. Allgemein machte sich einiges Kaufinteresse bemerkbar, so daß die Kurse gegenüber der Vorwoche mehrprozentig höher lagen. Die Repartierungen haben heute nachgelassen, was gleichfalls zu einer zuversichtlicheren Beurteilung der Lage Anlaß bot. Die Kursfestsetzung ging naturgemäß immer noch recht langsam vor sich. Gegenüber der Vorwoche eröffneten am Chemiemarkt IG.-Farben 3,25 v.H., Scheideanstalt 3 v. H., Deutsche Erdöl 1,25 V.H. höher. Goldschmidt büßten dagegen 3,25 V.H. ein, da hier anscheinend Abgaben vorgenommen wurden. Von Elektrowerten wurden Siemens & Halske 3,5 v. H. fester gehandelt. Felten gewannen 0,25 v. H. und AGG. 1,5 v. H. Durch besondere Festigkeit zeichneten sich Reichsbank (+ 6 v. H.), Dembepg(-s- 5,5 v. H.), Salzdetfurth (-s-6,5 v.H.) aus. Kursbesserungen von 1 bis 3 V.H. hatten ferner aufzuweisen: Unterfranfen, Salzwerk Heilbronn, Conti-Gummi, Deutsche Linoleum, Karstadt und Aku. Am Schiffahrtsmarkte war die Tendenz bei Besserungen um Bruchteile eines Prozentes gut behauptet. Am Montanmarkt kamen in der ersten halben Stunde Quotierungen kaum zustande. Von Bauwerten büßten Holzmann 1,5 v. H. ein. Am Pfandbriefmarkt wurde die Situation mit größerer Zuversicht beurteilt. Auf Grund von Kauforders konnten sich auch hier Kurs- besserungen durchsetzen. Am Bankenmarkt büßten Deutsche Bank 3,5 v. H. ein, Commerz- und Privatbank blieben behauptet. Von Montan- werten kamen Gelsenkirchen, Mannesmann und Rheinstahl bei Besserungen bis zu 3 v. H. zur Rotiz. Von Kaliaktien lagen Aschersleben etwas schwächer, während Westeregeln 2,5 v. H. anzogen. Zellstoffwerte uneinheitlich. Aschaffenburg minus 3 v. H., dagegen Waldhof minus 2,75 v. H. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 7 v. H. unverändert. außerordentlich gering. Am Mehlmarkt wurden noch große Verkäufe getätigt, während heute infolge der Mehlpreiserhöhung kaum Amsähe zu verzeichnen waren. Von Futtermitteln lagen Kleie rückläufig. Es wurden notiert: Weizen 235, Rog. gen 212,50 bis 215; Sommergerste für Brauzwecke 180; Hafer, inländischer 175 bis 180; Weizenmehl, südd., Spez. 0 39,50 bis 40, Sondermahlung 34,75 bis 35,25; Weizenmehl, niederrhein., alte Mahlung 39,25 bis 39,75, Sondermahlung 34,75 bis 35,25; Roggenmehl 29,25 bis 30,75; Weizenkleie 9,60 bis 9,75; Roggenkleie 9,50: Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 33 bis 37; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 25 bis 65; Heu, südd., gut, gesund, trocken 4,25; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 3; Weizen- und Roggenstroh, ge- bündelt 2,75 bis 3; Treber, getrocknet 10,50 bis 11,50 Mark. Allgemeine Tendenz: behauptet. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 5. Sept. In der letzten Woche machte sich im internationalen, wie im deutschen Eiergeschäft der weitere Rückgang der Eieranlieferungen Preis stützend bemerkbar. Die Stimmung im Eiergeschäft ist daher zur Zeit als befestigt anzusprechen. Die Preise liegen um etwa 0,5 bis 1 Pfennig je Stück über denen der Vorwoche, wobei die schweren Eier einen stärkeren Anteil an der allgemeinen Preissteigerung nahmen als die leichteren, zumal bei den letzteren Qualitäten verschiedentlich unbefriedigende Lieferungen auch bezüglich der Beschaffenheit festzustellen sind. Der Absatz an den Konsum konnte sich allgemein etwas bessern. Es notierten in Pfennigen per Stück: Bulgaren 9,50 bis 9,75, Jugoslawen 9 bis 9,50, Rumänen 8,75 bis 9, Russen 8 bis 8,50, Polen 8,50 bis 8,75, Holländer 9,75 bis 12,50, Dänen 9 bis 12, Flandern 10,75 bis 11,25, Bayern 9,75 bis 10, Deutsche Frischeier 9,25 bis 12. In- und ausländische Mittel- und Schmuheier 6,50 bis 7 Pfennig. Ausgesprochen feste Haltung an der Berliner Börse. Berlin, 7. Sept. (WTB. Drahtbericht.) Trotz des relativ schlechten Berichtes des Instituts für Konjunkturforschung und trotz des Verzichtes auf die Zollunion zwischen Deutschland und Oesterreich und die dadurch etwas schwierige Situation in Genf, eröffnete die heutige Börse in ausgesprochen festerHaltung. Die Eingänge bei den Banken überwogen erheblich nach der K a u f s e i t e, und dadurch sah sich nunmehr auch die Bankenspekulation zu Deckungen veranlaßt. Auch die Auslandbörse, die wieder eher schwächere Kurse meldete, und von denen besonders Zürich ausgesprochen schwach tendierte, hinterließ keinen starken Eindruck. Nicht ganz unbeteiligt bei den Käufen setzten auch die durch die Zwangsdevisenverkäufe freiwerdenden Gelder ein, die teilweise an der Börse, speziell» am Pfandbriefmarkt, teilweise auch am Grundstücksmarkt, Anlage suchten. So erschienen heute verschiedentlich schon wieder die gern gesehenen Plus-Plus-Zeichen, und neben einzelnen Briefrepartierungen kamen auch schon Geldrepartierungen. Im allgemeinen kann man sagen, daß das Material absolviert ist und daß nur noch wenige Papiere auf zu geringe Aus- nahmelust stoßen. Auf verschiedenen Märkten kam heute erst die Ausgleichsnotiz nach dem ll.Iuli zustande, die dann natürlich noch starke Abschwächungen bringen mußte. Bemerkenswert ist die schwache Haltung der Bankaktien mit Ausnahme der Reichsbankanteile. Oesterreichische Kredit erschienen sogar mit Minus-Minus-Zeichen. Recht erhebliche Besserungen konnten dagegen Bemberg (plus 6,5 Proz.), Ilse (plus 9 Proz.), Rheinische Braunkohlen (plus 8 Proz.), Salzdetfurth (plus 6 Proz.) erzielen, während die Mehrzahl der Werte sich um 2 bis 3 Proz. besserten. Im gleichen Ausmaße bewegten sich die Gewinne bei den 8prozentigen Pfandbriefen. Hypothekenbanken erschienen mit Plus - Plus- Zeichen und gaben auch diesem Markt ein festeres Gepräge. Bei den Liquidationspfandbriefen gingen die Gewinne bis zu 1,5 Prozent, während Stadtanleihen und Industrieobligationen, ebenso wie Reichsschuldbuchforderungen noch unter Angebot litten, das aber nicht mehr ganz so groß wie * Roch keine freiere Gestaltung des Wertpapierhandels an der Berliner Börse. Nach der an der Wertpapierbörse vom Freitag eingetretenen Beruhigung ist in der Öffentlichkeit der Wunsch ausgesprochen worden. den Wertpapierhandel an der Börse freier zu gestalten. Der Berliner Börsenvorstand hält einen solchen Beschluß zur Zeit noch nicht für -angängig. Falls die Börsen am Montag und Dienstag normal verläüfen, ist jedoch schon für diese Woche eine Lockerung der Notierungsform oder der Art des Handels zu erwarten. Der Wertpapierhandel außerhalb der Börse unterliegt fortan keinen Beschränkungen, hingegen besteht das Verbot der Veröffentlichung anderer als der amtlich festgestellten Kurse nach der Notverordnung noch weiter fort. • Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 2. September berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 109,4 gegenüber der Vorwoche um 0,5 v. H. gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 102,1 (— 1,4 v. H.), Kolonialwaren 94,1 (— 0,5 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 100,9 (— 0,2 v. H.) und industrielle Fertigwaren 135,2 (— 0,1 v. H.). Innerhalb der letzten Hauptgruppe belief sich die Indexziffer für Produktionsmittel auf 130,6 (unverändert) und die für Konsum- güter auf 138,7 (— 0,3 v.H.). Für den Monatsdurchschnitt August lautet die Gesamtindexziffer 110,2 (gegenüber dem Vormonat — 1,3 v. H.), die Indexziffern der Hauptgruppen: essen zu verabreichen. ES wurde ein engere« Verwaltungsrat bestellt, dem die Vorsitzenden der Wohltätigkeitsorganisationen angehören. Alsfeld, 5. Sept. Im Hinblick auf die im kommenden Winter infolge der allgemeinen ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse zu erwartende hohe Zahl von Wohlfahrtsunterstühungs- empfänger und Krisenunterstühungsempfänger. deren Bezüge durch die Notverordnung herabgesetzt sind, beabsichtigt die hiesige Stadtverwaltung die E i n r i ch t u n g e i n e r D o l k s k ü che unter gemeinsamer Beteiligung der Organisation der Alsfelder Nothilfe, Der evangelischen Gemeinde, otoie der Arbeiter-Wohlfahrt. Die Finanzkommis- ion hat dem Vorschlag bereits im Prinzip zuge- timmt. Die erforderlichen Verhandlungen sind em- geleitet. Die Frage, ob und inwieweit N a t u - ralunterftühung an die Wohlfahrtsempsän- ger im Zusammenhang mit dieser Maßnahme gewährt werden soll, wird gegenwärtig ebenfalls einer Prüfung unterzogen. Neue Beigeordnetenwahl in Grünberg. 4~ Grünberg, 5. Sept. Die Beigeordnete n w a h l am 30. August hatte keine Entscheidung gebracht, da keiner der drei^Kandidaten die absolute Mehrheit erhielt. Es entfielen damals auf Mehgermeister K. Böß 464, auf Fabrikant C. Repp 315 und auf Reichsbahn- Assistent E. Schellhaas 280 Stimmen. Cs hätte demnach Stichwahl zwischen Böß und Repp stattfinden müssen. Nachdem nun aber Herr C. Repp die Erklärung abgegeben hat, daß er eine Wahl nicht annehme, muß die erste Wahl wiederholt werden. Hierzu ist erforderlich, wieder neue Wahlvorschläge einzureichen. Gewinnauszug Nachdruck verboten Ohne Gewähr 4. September 1931 23. Ziehungstag Sn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 13092 25203 42253 57162 66 Gewinne ju 1000 M. 61522 64901 73597 97621 297964 wurden Gewinne Sn der heutigen Nachmittagszlehung über 400 M. gezoge gezogen 200871 69660 62329 987 16519 33480 7569 7616 39251 54134 54790 58504 65279 70767 86381 379065 388086 142064 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 2 zu je 200000, 600000, 2 Gewinne zu je 800000, 116842 214242 250451 297241 348494 396037 34103 318696 111200 195069 258888 283864 182961 279854 324972 172946 210890 273200 322047 226300 325961 44714 108880 194037 198583 233735 281776 292560 303142 328119 329422 360305 114240 160085 175007 223933 247073 267562 284650 321496 343478 379240 142622 197153 266019 107300 132645 164534 189662 235939 258369 276375 304895 334966 369933 386586 107452 166592 231204 282303 327064 103816 177362 220832 274637 384861 36584 351247 120227 164026 186467 228306 256612 275319 301079 331703 367080 383777 164430 182921 244813 265952 285225 315668 349526 381702 107845 183988 223405 278219 105651 125713 216505 256819 309020 363295 397524 164111 176483 233721 262326 282953 306844 345888 381135 399841 173140 251594 312983 396356 122648 147424 164996 188099 246000 272616 288102 322122 369378 382326 176582 273656 321924 397752 152136 206024 268918 111316 142610 169672 206716 237885 260513 278521 317548 337889 371923 392440 108755 186434 248350 289821 330455 123421 154778 168178 204628 247929 272674 292929 337750 371159 385947 3000 M. 311193 2000 M. 154263 221648 355032 1000 M. 112365 159524 171723 206879 244189 264856 278952 319374 343041 378028 112730 201751 248951 291839 340756 132145 156814 169827 215338 256276 274342 298074 341173 376979 389375 160131 171530 233196 257536 275703 304265 344681 380516 395202 160306 185362 225179 247764 271702 290043 328362 353814 383613 106678 131837 229725 275794 324335 366859 178030 191970 204007 243882 257160 266783 4 ©etoinne zu 10000 ÖL 12 Gewinns au 5000 ÖL 248403 282265 381134 4 Gewinn« au 10000 ÖL 19989 135800 4 Gewinn- au 5000 M. 284065 325948 14 Gewinne ,u 3000 ÖL 9854 46764 96633 111321 275467 324886 365122 62 Gewinne zu 2000 M. 2527 7731 15690 37207 41357 48194 56429 106493 110050 124783 145408 77007 85275 87718 87792 88649 91472 ------ ------ ------ ------ 125465 285383 _______ ______ ______ 176 Gewinne zu 500 ÖL 452 5130 6953 9998 13709 23281 28910 33025 39145 44394 47200 50305 53345 54275 56210 61634 63331 65607 70852 ----- ----- ----- ----- ----- ----- 100979 16 Gewinne zu 141130 271603 38 Gewinne au 90362 111863 204390 211347 279064 348878 92 Gewinns ju 368972 *->i quuu uuvvw wvww. — 154 ©etoinnMU 5Oo"®.~“2266'“23922’ 34271 52170 60482 66492 67631 71976 76008 80605 84093 85118 88292 96005 102268 102640 106787 108392 ------ ------ ------ 135294 138763 112221 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 5. Klasse 37. Preubisch-Sübbeutsche (263. Preuß.) Staats-Lotterie 4 zu je 60000, 10 zu je 25000, 50 zu je 10000, 102 zu je 5000, 218 zu je 8000, 570 zu je 2000, 1198 zu je 1000, 1842 zu je 500, 5558 zu je 400 M. Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 8 v.H., Lombardzinsfuß 10 v. H. (r = repartiert). FranNuri a. Öl. 25trlm Einheitsi Einheits Einheits Einheits turs kur- iure furti Datum 4.9. | 7.9. 4.9. 7.9. 6% Deutsche Reichsanlethe 0.1921 — — 71 —— 7% Deutsche Reichsanleihe V.1929 83,5 — 83,75 — 5y,% Doung-Anleihe von 1930 . 56 —— 56 — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlof.-Rechten....... rat 44 —— 44 — Desgl. ohne Ausloi^Rechte . . . 8% Hell. Bokksstaat von 1929 3,5 — 3,5 — 75,5 - — 75,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos^Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. 41 — — — Anleihe Serie 1..... - 8% Franks. Hyp.-Vank Goldpfe — — 38,75 — 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe unkündbar bis 1936 Serie 16 . 83,5 — — — 75,5 _ — 4*4% Franks. Hyp.-Bank 2iqu.< Pfandbriefe......... 1*/r% Rheinische Hyp.-Bank.Liqu rat 75 — — — Goldpfe........... 8% Pr. Landespsandbriesanstalt, 75 — — — Pfandbriefe R. 19...... 7% Pr. LandeSPsandbriesanstatt, 83,75 — 83,75 — Pfandbriefe R. 10...... — — — — 4% Oesterreichische Goldrente . . — — 4,20% Oesterreichische Silberrente — — —- —- 4% Ungarische Goldrente . . . . — — 12,25 — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 11,25 — 11,5 — 4*4% desgl. von 1913..... — — — 5% abgcst. Goldmexikaner von 9k — — — — 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihr 2 — 2 — scrie 1........ 2,25 2 5,5 4% desgl. Serie II ...... 5% Muniän. vereinh. Rente v. 1903 5,5 _ _ 4*4%Ruman.vereinh.Rentev.l913 ratjt —— 11 — 4% Rumänische vereinh. Rente 4,6 —— 4,75 — 2M% >. Anatolier...... — 13 — SronUun a. öl. Berlin Einheits! Einbetts Einheits Einheits iur< kurs kurs kurs Datum 1 4.9. 7.9. 4.9. 7.9. Hamburg-Amerika Pakei . . Hamburg«Südam. Dampfschiff ti| rat 27 27,5 27 27,75 0 — — 84 83 Hansa Dampfschiff .... 0 — — 52 54 Norddeutscher Lloyd .... 6 27,5 28,25 r 27,5 28,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. . 31 —— 31 31,75 Berliner Handelsgesellschaft . 8 — — 75 r 72 Cornmen« und Privat-Bank. Darmstädter uub Nationalbank 7 70,5 —— 70,5 70 8 76 — 78 76,13 Deutsche Stint und Disconto-Gesellschast. . . 6 74 — 74 71,5 Dresdner Bank...... 6 — — 47 —— Reichsbank........ 12 103 109 102 108,5 A.E.G........... . 7 55 56,5 55 57 Bergmann........ . 9 50 —- 50 50 Elektr. Lieserungsgefellschaft. 10 —— — — — Licht und Kraft...... 10 70 — 70 — Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische ;*/, rat 48 48,25 r 58 48,5 Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 9 — — — — . 9 67 — 67 70 Schuckcrt & (So....... 11 75 — 75 — Siemens L Halske ..... 14 102 105,5 102 105 Lahmeyer L Eo.. ..... 12 — — — — Buderus......... . 4 rat 21 — 21 —. Deutsche Erdöl...... . 5 38 39,25 38 —— Gelsenkirchener...... . 6 33,5 — 33,5 37 Harpener......... . c 40 —- 40 40 Hoesch Eisen........ . 6 —• — 32 32 Ilse Bergbau....... 10 — — 115 124 Klöcknerwerke....... . 6 32 —- 32 — Köln-Neuesjen....... ey? — — — — Mannes mann-Röhren . . . . f 34,5 — 35 37 Mansseldcr Bergbau .... . 0 — —— 17 Oberschles. Kolswerke . . . . 8 —— — 37,5 39,5 Phönix Bergbau...... 25 — — — Rheinische Braunkohlen. . . 10 — 111 119 Rheinstahl........ . 6 — 41,25 40 41,5 Frankfurt a. M. Berlin Einheits turs Einheits kurs Einheits kurs Einheits kurs Datum 4.9. 7.9. 4-9. 7.9. Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 I. G. Farben-Jndustrte ... 19 Verein, chem. Industrie Frank- furt a.M........... Scheideanstalt....... 10 Goldschmidt.........0 Rütgcrswerke........6 Metallgesellschaft.......6 Philipp Holzmann......tf Zementwerk Heidelberg.... 7 Ccmentwerk Karlstadt.....7 Wayß & Freytag......0 Schultheis Papenhofer ... 15 Aku (Allgemeine Kunstseide) o Bemberg......... 0 ZcliNoss Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas........ 9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum . .... 5 Orenstein & Koppel ..... 0 Leonhard Tietz ....... 8 SvenSka...... 15 Ebade............ Frankfurter Mchchinen . . . . 0 Grihner..........0 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 6 Süddeutscher Zucker .... 10 26 11,75 80 84 140 93,5 40 90 rat 28 22,5 37 44 47 58 43 rat 38 17 37 170 rat 22 83,5 ((II 1 1 1 1 a> 1 1 1 1 cn£n 1 1 1 1 1 1 SS 1 K c— 1 l l 1 1 26 r 11,5 80 84 140 93 r 28 22,5 37 43 87,5 47 58,5 43 r 38 76 17 37 r 56 162 170 22 I 88 27,5 12 80 87 146 96,5 25 23 90 47 64 46,13 35,75 79,5 r 16 38,25 57 165,25 170 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. KL 4. September 7.September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Helsingfortz . Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . - Spanien . . Danzig. . - Japan . . . Riv de Jan.. Jugoslawien. Lissabon . . 10,59 59,13 12,468 73,43 3,052 169,63 112,52 112,52 112,60 20,456 1,180 4,209 58,61 22,02 16,50 82,04 36,96 81,79 2,078 0,254 7,418 18,53 10,61 59,25 12,488 73,57 3,058 169,92 112,74 112,74 112,83 20,496 1,184 . 4,217 58,73 22,06 16,54 82,20 37,04 81,95 2,082 0,256 7,432 18,57 Banknoten 10,59 59,14 12,468 73,43 3,057 169,63 112,51 112,52 112,62 20,455 1,178 4,209 58,60 22,02 16,50 82,04 37,08 81,75 2,078 0,257 7,426 18,53 10,61 59,26 12,488 73,57 3,063 169,97 112,73 112,74 112,83 20,495 1,182 4,217 58,72 22,06 16,54 82,20 37,16 81,91 2,082 0,259 7,440 18,57 Berlin, 4. September Geld Brief Amerikanische Noten..... . Belgische Noten ......... Dänische Noten ......... Englische Noten ......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten...... . Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten ....... Schweizer Noten. ........ Ungarische Noten ........ 4,20 58,45 112,28 20,403 16,465 169,21 22,04 112,28 59,01 2,46 112,38 81,84 36,62 77,85 4,22 58,69 112,74 20,483 16,525 169,89 22,12 112,72 59,25 2,48 112,82 82,16 o K' Darmftad Denshem Dieburg '(Erbacf) • ■ Groß-Se- Heppenhe Offenbach Alsfeld. - Büdingen Friedberg Gießen.. ßauterbad Schotten. Alzey... Bingen.. Mainz... Oppenhei Worms. W- ®e| Grl Der M Flur 28 bei und bas Ra Die Plä" Mgermeist 1931 ab 14 2 etoüige Ein bei dem fir schriftlich ob< Einwendung Gießen, i Gießen, Krei Betr.: Orts Nächste! Gießen gü M A N L M W «Q, ^= = 2^ ~ _ c £ ==<§=3-2 5 9=.s„L.S Mch PCI 5$ 5®* - Kl, «EEe££ " S □ 3 E 4^4^' Ws&o. 3 5 e 0 0 E 3’