F tte8r6«^ ; Wret *«* SStfSr! ™,k MÄH .,lf, dre Ruhe t ^*5 İK» •feftÄ SZZ"L S*™|S ÄÄ öE-k. oü I1T1 sollte »' Am Mansch, dah^ N «ch nig 7tcn- wäre efe en tDir.“ 8 "* in einem gor, Wh? D°rr kaltes, oberslächlichej le he eine 6cde urf nWndenK. a, ) llc« A aus seine K-» «-rg. !° Nvvlbten. „hier n: "eine kleine Schwelle ls vierzehn Jahre" l folgt) anreinigt durch jurü5 je, und diese müfic Treiben und Dari? Harnsäure dient Las ) glauben oder nicht, imig dafür ausgeim . Neffe auf einer Pjh' ffieren Sie Liefe c na»Apotheke, Aeilr es geht Ihnen ber Probe Tichtosint e d genauer Gebraus tifi reichem Maße er« I fünfundzwanzig« ; läbcfonbere den Äe« f es ßtädlischen Gas« 1 HT li in Cuefbm, ! hstenSank aus ; cht .Kursus m 13. Mai, abends 8 W /Vat-Unterrichl jen zu jeder Tages Hfll onvjjSÜ^ 535^ nunte,eb„'?nnn* kon,nWai«ni,ti hrenTkomniend8 er zuvo'.^L stun- nal-2U1® vascheni ^Öed^i zu lhre ei« könr>en hnunfl- S W ?en. O; bei r&indllch- UnV"ßg fliAul*'65 Nr. ,06 Erstes Blaff ,8,. Jahrgang Donnerstag, 7. Mai,95, Eriche en« täglidJ.aufoa Sonntag» und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Vietzener ftamilienblätta Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezngrvretr: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen ernzelnerRummern infolge höherer Gewalt, $ernfpred)anfd)lflf|e anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Bnjeiger Giefcee. postscheittonto: granffurtam Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Verlag: vrühl'sche llniverfitäl5-vuch- und Zleindruckerei 8. Lange in Giehen. Lchriftleitrmg und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Dietzen. Behebung derArbeiislosigkeii durch Arbeitsbeschaffung Oie Brauns-Kommission erstattet den zweiten Teil ihres Gutachtens. Grundsätzliches. Auslandskapital zur Finanzierung neuer Arbeitsgelegenheiten. Berlin, 6. Mai. (WTB.) Die „Gutachter- kommissivn zur Arbeitslvsenfrage" legt der Oef- fentlichleit jetzt den zweiten Teil ihres Gutachtens vor. Es trägt die Heberschrift: „Behebung der Arbeitslosigkeit durch Arbeitsbeschaffung". 3n seinem ersten Kapitel, „Grundlegendes", wird betont, daß der deutsche Wiederaufbau der Hilfe des ausländischen Kapitals bedürfte. Der Auftrieb, den die deutsche Wirtschaft auf diese Weise erhielt, erzeugte eine Scheinblüte. Sie blendete das Ausland und uns selbst. Sie führte im Ausland aut Hebevschähung unserer Leistungsfähigkeit und daheim zu einem Mangel an Disziplin in allen Zweigen der öffentlichen und der privaten Wirtschaft. Als der Kapitalzufluß vom Ausland versiegte, standen viele Betriebe vor dem Zusammenbruch. Der Schaffenswille bei den Unter* nehmern schlug in Pessimismus um, und weiter Kreise der Arbeiterschaft bemächtigte sich eine bis zur Verzweiflung gehende Mutlosigkeit. So befindet sich die deutsche Wirtschaft heute in -einer Erstarrung. Alle Mahnahmen müssen darauf abzielen, diese Erstarrung zu lösen und die in Deutschland brachliegenden Produktivkräfte wieder in Bewegung zu sehen. Die Rotlage zwingt dazüs der Privatwirtschaft dadurch zur Hilfe zu kommen, dah durch eine Kapitalbeschaffung auf Grund öffentlichen Kredits neue Arbeitsgelegenheit geschaffen wird. Das natürliche Betätigungsfeld werden dabei solche Aufgaben sein, die sich für eine zentrale Planung eignen, dauernden volkswirtschaftlichen Wert besitzen und durch ihren Ertrag das aufgewandte Kapital lohnen. Da aber die Aufnahme von Kredit zur Zeit im ausreichenden Mah nicht möglich ist. muh Ausland- kapital zu erträglichem Zinsfuß herangezogen werden. Aehnliche Wege sind auch in früheren Zähren beschritten worden. Der grundlegende Unterschied beruht auf folgenden Gesichtspunkten: Einmal würden die aus den Anleihen uns zu- fließenden Devisen voraussichtlich nicht wie früher sofort zur Bezahlung einer steigenden Einfuhr, sondern bei Fortdauer der zur Zeit günstigen Zahlungsbilanz im erheblichen Ausmaß zur Abdeckung kurzfristiger Auslandschulden dienen können, deren gegenwärtige Höhe lähmend auf die deutsche Wirtschaft, ins- Ibesondere auf die deutsche Bankpolitik wirkt. Das hindert nicht, dah bei fortschreitender Konjunktur auch der internationale Warenaustausch eine entsprechende Steigerung erfährt. Ferner fällt heute günstig ins Gewicht der planmäßig eingeleitete Abbau unserer überhöhten Produktionskosten und der Tiefstand der Deprission, welcher einer Belebung der Wirtschaft bessere Aussichten bietet. Wo findet sich Arbeit? Elektrizität, Gas, Verkehr, Landwirtschaft. Nach diesen grundsätzlichen Erörterungen behandelt das Gutachten im zweiten Abschnitt eine Reihe von Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung. Dabei wird festgestellt, daß die (^lektrizitätswirt- schäft noch Raum für weitere wirtschaftlich zweckmäßige Investitionen bietet, und zwar nicht nur auf dem Gebiete des Ausbaues von Kraftwerken, sondern auch auf dem des Ausbaues der Leitungsnetze. Hierbei würde fick eine Steigerung des Verbrauches an elektrischer Arbeit und damit eine bessere Ausnutzung der Kraftwerke durch die Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken erzielen lassen. Große Entwicklungsmöglichkeiten sind auch auf dem Gebiete der G a s w i r t- schaft vorhanden. Hier würde insbesondere eine verstärkte Inangriffnahme der Ferngas- und der Gruppengasoersorgung zu Erfolgen führen. Auf dem Gebiete des Verkehrswesens kann die Kommission nicht empfehlen, die Anlage von großen innerdeutschen Durchgangs- st r a ß e n für den Fernverkehr, die mit der Eisenbahn in Wettbewerb treten könnten, mit öffentlichen Mitteln zu fördern. Ebenso sind Kanalbauten abzulehnen. Dagegen bieten sich bei der Reichsbahn innerhalb des bestehenden Bahnnetzes noch zahlreiche andere Möglichkeiten zweckvoller Arbeitsbeschaffung. Als ein besonders geeignetes Feld für die Arbeitsbeschaffung sieht die Kommission die landwirtschaftlichen Meliorationen an. Die Kommission tritt ferner für zielbewußte Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung ein. Auf dem Gebiete der Wohnungswirtschaft ist ein zu schroffer Bruch mit der früheren Praxis, dem Wohnungsbau im großen Umfange öffentliche Mittel zuzuführen, zu vermeiden. Es wird jedoch die Notwendigkeit betont, das System der durch öffentliche Mittel subventionierten Bautätigkeit wieder in das privatwirtschaftliche Sy st em der Vorkriegszeit zu überführen. Die Kommission hält es für erforderlich, daß auch die Gemeinden sich an der Arbeitsbeschaffung für die von ihnen unterstützten Arbeitslosen beteiligen. Dabei sollten in erster Linie langfristig Arbeitslose berücksichtigt werden, ferner jugendliche Personen, bei denen länger dauernde Arbeitslosigkeit mit Gefahren für eine Schwächung ihrer Arbeitstüchtigkeit oder ihrer sittlichen Widerstandskraft oer- bunden ist. Die Einführung einer allgemeinen A r ° beitsdien st pflicht häll die Kommission nickt für ein geeignetes Mittel zur Entlastung des Arbeitsmarktes. Dagegen empfiehlt sie die Förderung des freiwilligen Arbeits dienst e s , der eine mannigfaltige Initiative auf sich ziehen könnte und auch in der jüngeren Generation Anklang finden würde. Was sagt die Presse? Das Kernproblem: Die Reparationen. Berlin, 7. Mai. CAB. (Eigene Meldung.) Zum zweiten Gutachten der Brauns-Kommission schreibt der „B ö r sen * C 0 u r ie r": Der Hinweis auf die Aufgaben der Arbeitsbeschaffungs- Politik läßt erkennen^ daß auch diese Sachvepstän- digen ihre Grenze fanden vor der niederdrückenden und alles lähmenden Reparations- l a st. Anscheinend herrscht aber bei den Gutachtern ein gewisser Optimismus darüber, daß es möglich sein wird, vom Ausland billiges Geld zu erträglichen Zinssätzen zu beschaffen, wenn es sich nicht, wie bisher, um Anleihen für den Konsum, sondern für produktive Anleihen handelt. — Die „Voss. Z t g." bedauert, daß der Bericht einem Kernproblem unserer wirtschaftlichen Gesyndung nicht mehr Bedeutung beimesse: Der Umschichtung der arbeitenden Bevölkerung überhaupt.— Das „berliner Tageblatt" ist der Ansicht, daß das Problem der Ausländsanleihen überhaupt noch völlig in der Luft schwebe. Wolle man zunächst einmal unter allen Umständen von der hohen Arbeitslosigkeit herunter und nehme man um dieses Zieles willen eine gewisse Vertagung, Lieberbrückung und Erschwerung desRe* parationsproblems mit in Kauf, so werde man sich für den Weg des Ausschusses entschließen, können, selbst auf die Gefahr hin, daß nach Verpuffen der Ankurbelung die alten wirtschaftskritischen Probleme — vielleicht auf noch weiter übersteigerter Basis — Wiederkehr t e n. Der „Vorwärts" sagt: Schon vor einem Jahr hätten ernsthafte Anstrengungen unternommen wer- den müssen, um auf diesen Wegen der Wirtschaft Halt und Anstoß zu geben. Stattdessen habe der Lohnabbau im Vordergründe gestanden. Zur Durchführung der Vorschläge bedürfe es des ernsten Willens und der Aktivität der Reichsregierung — dann aber auch der Geneigtheit des Auslandes, Kredite zu geben. Diese Geneigtheit zu schaffen und nicht zu verdecken, bedürfe sehr umsichtiger politischer Führung. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" stimmt den wesentlichen Gedankengängen des Gutachtens zu. Die Kommission habe die Ausarbeitung eines konjunkturpolitiscken Programms nachgeholt. Daß man nicht gleichzeitig Maßnahmen treffen könne, die die Erstarrung der deutschen Wirtschaft weiterhin aufrecht erhielten und die Krisenheilung verschleppten, sei eine selbstverständliche Forderung, mit deren Vernachlässigung der Sinn des neuen Gutachtens zerstört würde. — Der „L 0 kalanzei- g e r" bezeichnet den grundsätzlichen Teil als selbstverständliche Binsenwahrheiten. Skeptiker würden auch in diesem Gutachten manche Elemente einer Milchmädchen-Rechnung aufzufinden wissen. — Die „B ö r s e n - Z e i t u n g" äußert, daß das Gutachten an dem Kernproblem der ganzen Arbeitslosenfrage, der Lohnfrage, oorübergehe bzw. sie nur nebenbei erwähne. Die Lohnpolitik, wie sie in Deutschland ohne Rücksicht auf die Wirtschaft getrieben worden sei, sei zum großen Teil verantwortlich für das Entstehen des Heeres der Arbeitslosen, denen man jetzt mit unzulänglichen Mitteln zu Helsen versuche. Keine Einberufung des Reichstags. Der kommunistische Antrag findet keine Unterstützung. Berlin, 6. Mai. (TU.) 3m Ältestenrat des Reichstages wurde am Mittwochmittag derk o m- munistische Antrag auf fofortigeEin- Berufung des Reichstages gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt, nachdem von Staatssekretär Pünder dringend gebeten worden war, von einer Einberufung Abstand zu nehmen, zumal irgendwelche Pläne zu weiterer Kürzung der Beamtengehälter oder an sozialen Maßnahmen bisher in keiner Form Gegenstand von Kabinettsverhandlungen gewesen seien. VonsozialdemokratischerSeite wurde zum Ausdruck gebracht, daß eine Einberufung des Reichstages im gegenwärtigen Augenblick nicht zweckmäßig sei, weil bisher konkrete Vorlagen der Regierung nicht vorhanden feien. Weiter wurde von dem Vertreter der Sozialdemokratischen Partei die Regierung dringend auf ihre gesetzliche Verpflichtung zur Senkung des Brotpreises und zur Ermäßigung des Zolles hingewiesen. Es wurde bezweifelt, dah die jetzigen Regierungsmaßnahmen ausreichten, eine Senkung des Brotpreises zu erreichen. Sollten sich diese Maßnahmen nicht in wenigen Tagen als wirksames Mittel zur Brotpreissenkung Herausstellen, so würde man erneut zur Einberufung des Reichstages Stellung zu nehmen haben. Auch von allen anderen Parteien wurde zum Ausdruck gebracht, daß eine Einberufung gegenwärtig unzweckmäßig sei, da gesetzgeberischer Stoff nicht vorliege. Die Rationalsozialisten und die Deutschnationalen hatten an der Sitzung nicht teilgenommen. Oer freiwillige Heimatdienst. Wohin zielt der Plan? Berlin, 6. Mai. (ERD.) Wie wir erfahren, war die gestrige Konferenz der Verbände bei Reichsminister Treviranus, in der das Problem des freiwilligen Heimatdienstes behandelt wurde, bereits vor einer Reihe von Wochen angesetzt worden. Sie geht auf den Gedanken eines „Heimatdienstes" — diese Bezeichnung wird auch für die Zukunft angewandt werden — für den Osten zurück. Dabei hat sich sehr bald geaeigt, dah es praktischer ist, den Gedanken räumlich auf das ganze Reich zu erweitern und direkte Verhandlungen mit den zentralen Stellen der Verbände aufzunehmen. Ter Kern des Problems liegt darin, dah arbeitslose Mitglieder der betreffenden Verbände, in örtliche Gemeinschaften zu- sammengesaht, bei freiwilliger Meldung zu Arbeiten angeseht werden sollen, die bei normaler Bezahlung unterbleiben müßten, weil das notwendige Geld nicht vorhanden ist. Man denkt z.B. an die Ausbesserung und Ver- oesserungdesStraßennetzes, aber nicht an großartige Reuanlagen, die Riesenfummen verschlingen würden, sondern will sich von vornherein im Rahmen des Möglichen halten. Das Konirollkomiiee wird gegen die Zollunion mobil gemacht. Goll Oesterreich eingeschüchtert werden? Genf, 6. 2Hai. (TU.) Wie die .^Telegraphen- Union“ von gut unterrichteter Seite erfährt, sind in den letzten Tagen zwischen den europäischen Hauptstädten erneut diplomatische Verhandlungen über die Einberufung des im zweiten Genfer Protokoll von 1922 vorgesehenen ftonlroll- ausschusses für d i e österreichische Völkerbundsanleihe geführt worden. Eine diplomatische Umfrage bei den acht im Kontrollausschuß vertretenen Mächten hat ergeben, daß lediglich Frankreich. Belgien und die Tschechoslowakei für eine sofortige Einberufung des Kontrollausschusses eiztgetreten sind, während d i e übrigen fünf Mächte die Einberufung des Ausschusses a b g e t e h n t haben. Wie verlautet, werden jedoch die Verhandlungen zur Zelt noch weiter geführt, so dah eine endgültige Entscheidung noch ausstehk. Die Befugnisse des Kontroll- ausschusses sind in dem Genfer Protokoll von 1922 ausdrücklich auf d i e Prüfung rein f i n a n 3- bechnischer Fragen beschränkt worden, so dah eine grundsätzliche politisch-wirtschaftliche Stellungnahme des Ausschusses zu dem deutschösterreichischen Abkommen nicht in Frage kommt. Wie verlautet, soll in den bisherigen Verhandlungen auch die Absicht erwogen worden sein, einen Vertreter Deutschlands zu den Verhandlungen des Kontrollausschusses zuzuziehen. * Die Einberufung des Kontrollausschusses für die österreichische Völkerbundsanleihe kommt nicht überraschend. Sie gehört zu den vielen von Frankreich veranlaßten Maßnahmen, die das Zustandekommen der deutsch-österreichischen Zollunion verhindern wollen. Der Kontrollausschuß darf nur dann eingreifen, -wenn der Zinsendien st der Völkerbundsanleihe gefährdet wird. Das geschieht durch die Zollunion jedoch nicht. Die österreichischen Zolleinnahmen werden sich infolge der Zollunion sogar erhöhen. Ebenso ist anzunehmen, daß die Zollunion voraussichtlich eine Stärkung der österreichischen Wirt- schäft mit sich bringen und so auch auf die Finanzen einen günstigen Einfluß haben wird. Man kann somit diese» französischen Manöver mit Ruhe entgegensehen. Eine Entscheidung gegen die deutschösterreichische Zollunion wäre jedenfalls nur unter Bruch der völkerrechtlichen Voraussetzungen möglich, unter denen die Völkerbundsanleihe seinerzeit abgeschlossen wurde. Die „Germania" weist daraus hin, daß der Ausschuß, da sich nicht alle feine Mitglieder von der französisch-tschechischen Politik mißbrauchen lassen würden, zu keinem einheitlichen Ergebnis kommen könne. Eine solche uneinheitliche Stellungnahme würde dem Unionsprojekt nichts anhaben können, wohl aber die Vergewaltigung der wirtschaftlichen und finanzpolitischen Tatsachen durch die Pariser Politik schonungslos für jeden, der zu sehen verstehe, aufdecken. Die „Börsenzeitung" spricht von einem Großangriff gegen die Zollunion und schreibt, die Einberufung des Kontrollausschusses wäre, da seine Kontrollb^fugnisse auf rein finanz- technischen Fragen beschränkt sind, praktisch zwecklos, wenn nicht Frankreich und die Tschechoslowakei damit die Absicht verfolgten, Oesterreich einzuschüchtern und unsicher zu machen und weiter die Hoffnung hegten, durch eine, wenn auch nur theoretische Stellungnahme des Ausschusses zur Zollunion die anschließenden Verhandlungen im Europa-Ausschuß und im Völkerbundsrat stimmungsmäßig zu be- einflussen. Sn Deutsche LandwirWafisral zum Schielekurs. Berlin, 6. Mai. (WTB.) Die 61. Vollversammlung des Deutschen Landwirtschaftrats wurde durch den Präsidenten Dr. Brandes eröffnet. 3n Anerkennung der Schteleschen Getreidepolitik sei zwar festzustellen, daß die absoluten inländischen Getreidepreise höher lägen als im Vorjahr, daß aber der Roggenrichtpreis von 230 Mark, von dem die Existenz weiter Teile der östlichen Landwirtschaft abhänge noch nicht erreicht sei. Sehr ungünstig sei die Lage des Viehmarktes und die Preisentwicklung beim Ob st - und Gemüsebau. Der Duttermarkt weise ebenfalls rückgängige Konjunktur auf. Die Stimmung der Landwirtschaft im O ste n sei verzweifelt. Die Rot greife über auf Kaufmann, Gewerbetreibende und Landarbeiter und selbst auf Mittel-, West- und Süd* deulschland. Der Rettorückgan^g derKauf- k r cx.f t der deutschen Landwirtschaft werde auf eine halbe Milliarde Mark geschätzt. Heber die R0 t des deutschen Waldes sprachen Geheimer Oekvnomierat Prieger und Hofkammerpräsident von Garnier. Seit 1929 habe die Krise der Landwirtschaft auch auf die deutsche Forstwirtschaft übergegriffen. Die Redner forderten Erhöhung der Holzzölle bzw. Einführung von Kontingenten, Senkung der Frachten für Holz und Verwendungszwang von deut* schem Holz für alle öffentlichen Gebäude, auch Derwendungszwang von Papierholz sowie Einsetzung einer großzügigen Propaganda für deutsches Holz mit staatlicher Unterstützung. Schiele über die vrofversorgung Der Reicksminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. h. c. Martin Schiele beschäftigte sich dann ausführlich mit den aktuellen Fragen der Agrarpolitik Die Lage der Landwirtschaft in dem politischen Ringen um ihr Lebensrecht ift sehr ernst. Aber die Not hat auch in allen anderen Volkskreisen ihren Einzug gehalten. Not macht schließlich ungerecht. Es ist daher verständlich, das; man in der Landwirtschaft von der Staatshilfe mehr verlangt als selbst ein Diktator zu geben vermag, während man in den anderen Berufskreisen aus Sorge um die eigene Existenz die Geneigtheit für weitere Hilfsmaßnahmen zugunsten der Landwirtschaft immer mehr verliert. Es ist selbstverständlich, daß von mir alles geschieht, um d i e Versorgung des deutschen Volkes mit Brot zu erträglichen Prei- s e n möglich zu machen. Aber es gibt doch auch eine natürliche Grenze der praktischen Möglichkeiten. Diese Grenze sehe ich in einem Rogaen- preis, der der Landwirtschaft noch die Existenz gewährleistet. Es wird also an der bisherigen Zollpolitik fe st gehalten werden müssen. Entgegen den vielfach unrichtig wiedergegebenen Darlegungen kann ich feststellen, daß nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsamtes der durchschnittliche Brotpreis im April j 0 - gar noch etwas unter dem im Gesetz als Richtlinie fe ft gelegten Ausgangspunkt im Durchschnitt der Monate Oktober 1930 bis März 1931 lag. Die besonderen Verhältnisse in Berlin hoffe ich noch in diesen Tagen wieder korrigieren zu können. Dem Gedanken des Verbraucherschutzes habe ich in letzter Zeit durch eine Reihe von Maßnahmen Rechnung getragen. An dem mühsam wiederhergestellten Gleichgewicht in unserer Roggenwirtschaft aber lasse ich schon angesichts der besonderen Not des Ostens nicht rütteln. Der Landwirtschastsrat fordert Hilfe für die Veredlungswirtschast Zollschutz für Molkereiprodukte, Obst und Gemüse. Der Lairdwirtschastsrai nahm sodann folgende Entschließung zu Punkt 1 der Tagesordnung an: Der Deutsche Landwirtschastsrat hat der Rcichs- rcgierung eingehende Vorschläge unterbreitet, um die Rentabilitätsmöglichkett der deutschen Bauernwirtschaften, insbesondere der Viehwirtschaft, des Obst-, Gemüse-, Wein - und Gartenbaues endlich wiederherzustellen. Diesen Vorschlägen ist bisher nicht entsprochen worden, vielmehr hat die Wirtschaftslage der bäuerlichen Veredelungs- Wirtschaft im letzten Iahre eine katastrophale Verschlechterung erfahren. Die derRcichs- regierung und dem Herrn Reichspräsidenten übertragene und durch Artikel 3 des Zollermächti- gungsgesehes ausdrücklich bestätigte Verpflichtung, die Lebensmöglichkeiten der Landwirtschaft durch Angleichung des Agrarindexes an ^die übrigen Indices wiederherzustellen, ist gerade bezüglich der Haupterzeugnisse der bäuerlichen Wirtschaften bisher nicht erfüllt worden. Der Index der wichtigsten Erzeugnisse der bäuerlichen Viehwirtschaft liegt zur Zeit um mehrals 30 Prozentunter dem Index der Betriebsmittel. Der Deutsche Landwirtschaftsrat fordert daher erneut mit größtem Ernst schleunige Maßnahmen zu wirksamem Preisschutz der Erzeugnisse der Viehwirtschaft sowie der sog. Edelproduktion, insbesondere die sofortige Verdoppelung des Butterzolles, dem handelspolitische Bindungen nicht entgegenstehen, sowie beschleunigte Durchführung der handelspolitischen Verhandlungen zwecks Lösung der Bindungen des Käsezo11es und der wichtigsten Ob st - und Ge m'ü sezölle. Aufregung in Bukarest. Tie Schuld am Abbruch der deutsch-rumänischen Handelsvertragsverhandlungen. Bukarest, 7. Mai. (TU.) In hiesigen politischen Kreisen herrscht große Aufregung über den Abbruch der deutsch-rumänischen Wirtschaftsver- handlungen, der angeblich in erster Linie aus das Konto des neuen Außenministers Ghika komme. Er versuche unter dem Einfluß von Benesch und der Franzosen, die Verhandlungen zu Hintertreiben. Wan wirft Ghika vor, daß er in dieser für Rumänien hochwichtigen Frage ganz selbständig gehandelt habe. Voraussichtlich wird sich am Donnerstag ein Ministerrat mit dieser Frage beschäftigen. Ein dauernder Abbruch der Verhandlungen mit Deutschland würde die Verwertung der Ernte und damit die Staatseinkünfte stark bedrohen. „Adeverul" sucht die Sache so hinzustellen, daß Ghika von dem Eintreffen der deutschen Abord- nung nicht rechtzeitig unterrichtet worden sei. Die Agrarknsis als Weltproblem. Die russische Gefahr für den Weltmarkt. Washington, 7. Mai. (MTV. Funkspruch.) Vor der internationalen Handelskammer wurde als zweite Hälfte des Programms die Rot der Landwirtschaft erörtert. — Professor Russell von der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Wisconsin bezeichnete als ein haupterfordernis die Einschränkung der I a n d w i rts cha f t - kichen Erzeugung, insbesondere des Wei- . zens. mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des einbeimischen Mackles. Lin bedrohliches Problem stelle 'Rußlands Fünfjahresplan und Rußlands Entschluß dar, die Ankäufe von industriellen Maschinen durch Ausfuhr von Weizen zu bezahlen. Solange Rußland auf ausländische Kredite angewiesen sei, werde es sowohl Weizen wie Holz und Er; zu irgend einem Preis ans Ausland absiohen. um Gold hereinzubekommen, und Amerikas Aussichten auf Weizenausfuhr würden immer geringer. Dies sei nicht die einzige Ware, in der die USA. durch Rußland auf dem Weltmarkt bedroht würden: Rußlands Vaumwollpro- duklion stieg von 41 000 Ballen im Jahre 1921 Zwei neunzigjährige Künstler Von Prof. Dr. Karl Esselborn. Am 7. Mai 1931 vollenden Heinrich Reinhard K r ö h und Hermann Müller in ihrer Geburtsstadt Darmstadt ihr 90. Lebensjahr. Kräh, der ältere, ein Sohn des Malers und Hofgalerie- Inspektors Friedrich Kröh, erhielt seine erste künstlerische Ausbildung bei den Darmstädter Landschaftsmalern August Lucas und Karl Seeger. 2m Iahre 1873 zum Hofmaler des Groß- Herzogs Ludwig Hl. ernannt, nahm er an mehreren Reisen des Grohherzogs teil und war auch, als Lehrer tätig; sämtliche Schwestern des Grohherzogs Ernst Ludwig zählte er zu seinen Schülerinnen. Seit über vierzig Iahren ist er in Darmstadt ansässig. Alljährlich unternahm er Studienreisen nach Bayern, nach Oberhessen, nach Rheinhessen und in den Odenwald. Mehrfach war er auch in Italien. Hatte er früher auch die Porträtmalerei gepflegt, so beschränkte er sich in seinen späteren Iahren im wesentlichen auf die Londschastsmalerei. Ohne seinen künstlerischen Anschauungen untreu geworden zu sein, hat er sie nie zur Schablone werden, sondern sie stets als lebendige Kräfte wirken lassen. So kommt den Werken seiner Spätzeit eine Leuchtkraft der Farben zu, die die früheren nicht aufwiesen. Zu feinem 70. Geburtstag verlieh ihm der Grohherzog Ernst Ludwig den Profcssortitel, der 80. Geburtstag brachte eine Gesamtausstellung seiner Werke. Kröh gehört heute zu den geschätztesten hessischen Künstlern. • Hermann Müller, ein Sohn des Pfarrers Paulus Müller, widmete sich anfangs dem Studium der Architektur, da fein Vater ihm nicht erlaubte, den Malerberuf zu ergreifen, der seiner Reigung und Begabung am meisten entsprochen hätte. Seine Ausbildung erhielt er an der Gewerbeschule in Darmstadt, der Berliner Bauakademie und der Uniberfität Gießen. Auf die 1867 abgelegte Staatsprüfung folgte ein längerer Aufenthalt in Paris, nachdem er die Pläne für die hessische und badische Abteilung der dortigem Weltausstellung bearbeitet hatte. Später wirkte er an der Kunstschule in Offenbach, dann wurde Giaatöfinanzen und Staatsgüter. Haushalisberaiung im Hessischen Landtag. Darmstadt, 6. Mai. Im Landtag stand zur Beratung Staatsgüter, Allgemeine Finanzverwaltung und Ministerium der Finanzen. Abg. Dr. Best (DRP.) erklärt, daß es Schuld der Reichsregierung sei, toeim infolge der ungerechten Verteilung der Steuerquellen die Länder gezwungen waren, zum notwendigen Dudget- ausglelch erneut Steuern ohne Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der betroffenen Schichten zu beschließen. Gerechtigkeit könne durch Zuschläge zur Einkommen st euer erreicht werden. Abg. Schott (DVP.) erinnert daran, daß früher aus den Forsten die Zivilliste des Landesfürsten und das Lanbestheater finanziert wurden und noch ein Lieberschuh verblieb. Heute verzeichne man einen außerordentlichen Einnahmerückgang. Die Beförsterungs- beträge der Privaten und Gemeinden sollten ermäßigt werden, da eine Rente aus dem Wald nicht zu ziehen sei. Die zurückgestellten Abstimmungen zum Etat des Innenministeriums werden nachgeholt. Mit 24 gegen 23 Stimmen werden dreiKreis- arztstellenabgeseht. Die Regierung wird ersucht, einen abgeänderten Stellenplan für das Pflegepersonal in den Heil- und Pflegeanstalten vorzulegen. Abg. Lux (Soz.) erklärt: Für den Reichsfinanzausgleich wünschten die Sozialdemokraten die Deseittgung der Dürgersteuer und die Einführung kommunaler Zuschläge zur Einkommensteuer. Die im Dezember beschlossene Erhöhung der Sondergebäudesteuer in Hessen habe zu vielen Härten geführt. In den meisten Fällen sei sie jedoch violl und ganz gerechtfertigt, da in den letzten sechs Iahren diese Hausbesitzer, die nur in den Städten säßen, große Steuerbeträge gespart hätten. Durch die kommunale Realsteuersenkung werde in vielen Fällen doch eine Steuersenkung bei den Pflichtigen eintreten. Eine Vereinfachung des Steuersystems und bessere Erfassung bei der Steuerveranlagung müßten wir mit aller Energie anstreben. Der Hauptfaktor der Wirtschaftskrise beruhe im Mangel an Kapital. In Deutschland könnten zwei Milliarden aufgebracht werden, wenn eine öffentliche Zwangskasse eingeführt würde, also z. B. von allen Einkommen von 3000 Mark aufwärts ein gestaffelter Betrag einbehalten werde, der von der Zwangssparkasse mit 3 v. H. verzinst und der Wirtschaft zu etwa 4 v. H. zugeführt werden könnte. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) prophezeit, daß kein Steueransak im Etat eingehen werde. Darum sei eine durchgreifende Senkung der sachlichen Ausgaben notwendig, wie diese von der Opposition seit Jahren gefordert würde. Abg. Ga l m (Kam. Opp.) erklärt, daß alle Steuer- mittelchen des Finanzministers an der Leistungsfähigkeit und der erschöpften Geduld des Steuerzahlers scheitern müßten. Die Vorschläge des Abg. Lux seien Jllusionskunststückchen und würden nur den Kapitalisten zugute kommen. Abg. Dr. Werner (Naisoz.) fragt, ob der Fi- nanzminister angesichts der zurückgehenden Steuereingänge und der gähnenden Leere der Staatskasse seinen Optimismus noch aufrechterhalte. Trotz der letzten Steuererhöhungen fei der hessische Etat nicht ausgeglichen. Ein radikaler Abbau der Beamtengehälter schädige nur die Wirtschaft. Weshalb veröffentliche die Regierung nicht die in Hessen gezahlten Minifterpensionön? Der Gipfel der Demagogie sei das Verhalten der sog. Deutschen Staatspartei, die im Lande Protestkundgebungen inszeniere, aber die Steuererhöhungen im Herbst doch selbst beschlossen habe. Das Steuerkapitel verdiene einstimmige Ablehnung. Abg. W e ck l e r (Zentr.) fragt die Kommunisten, warum die Russen das Holz im Mainzer Hafen billiger anbieten können, als dies mit dem benachbarten Oberhessen-Holz möglich ist. Koste in Rußland das Holz nichts, oder werde es durch Zwangsarbeit herbeigeschafft? Das Zentrum stimme der Verringerung des Hiebsatzes und der Anpassung des Absatzes an die Bedürfnisse des Holzmarktes zu. Eine Revidierung der Pachten könne nur in Ausnahmefällen gebilligt werden. Abg. Wolf (Bbd.) bestätigt, daß die hessische Forstwirtschaft vorbildlich arbeite; doch seien die Be örstelungsbrüräge für Gemeinden und Private viel zu hoch. Auch hei den Regieja^den solle man „von allen, die Böcke schießen", einen Iagd- stempel verlangen. Abg. Späth (Zentr.) polemisiert unter lebhaftem Protest der Kommunisten gegen das russische Dumping und verliest Auszüge aus der „Rundschau der Arbeit" über den Forstarbeiter- kongreß in Moskau, wo festgestellt worden sei, daß die Waldarbeiter täglich zwölf Stunden zu den niedrigsten Sätzen zwangsarbeiten müßten, andernfalls die Maschinengewehre sprächen. Donnerstag Einzelberatung des Finanzetats. auf 2 Millionen Ballen 1930 und 1932 würde Rußland keine ausländische Baumwolle mehr zu kaufen brauchen. Andere Länder schühlen sich durch Zölle vor der Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Deutschland sei hierin am weitesten gegangen. In den letzten 16 Monaten habe Deutschland den Weizenzoll um über 230 v. h. erhöht, auf das fast Doppelte des Weltmarktpreises. Frankreich habe seinen Weizenzoll verhältnismäßig noch stärker gesteigert, nämlich um 400 v. h. in vier Jahren, wenn auch der tatsächliche Zoll nur wenig mehr als die Hälfte des deutschen Zollsatzes betrage. Amerika habe genau so gehandelt. Die einzige Hoffnung für die Landwirte sei zur Zeit e i n „M Oratorium“ für die landwirtschaftlichen Produkte. Frankreich ratifiziert die Genfer Zollkonvention. Eine Geste, die zu spät kommt. Genf, 6. Mai. (ERB.) Das Bölkerbundssekre- tariat teilt offiziell mit daß Frankreich die Genfer Handelskonvention vom 24. März 1930, durch die ein gewisser Zollwaffe n st i l l ft a n d in Europa herbei geführt werden sollte, jetzt ratifiziert und die Ratifikationsurkunde beim. Bölverbundssekretariat hinterlegt habe. In politischen Kreisen ist man über diese Mitteilung ziemlich erstaunt. Man erinnert sich, daß die Inkraftsetzung der Konvention nament» er Privatarchitekt in Darmstadt, bis ihm 1876 die Leitung der Londesbaugewerkschule daselbst übertragen wurde. 1877 zum Professor ernannt, wirkte er ein Menschenalter an dieser Stelle: 1906 trat er in den Ruhestand. Seine amtliche Stellung bot Müller Gelegenheit und Muße, seinen künstlerischen Neigungen nachzugehen. Viele feiner Bilder sind in Italien entstanden. Ein Grundzug seiner Kunst ist der Humor. Davon geben Zeugnis die „Licht- und Schattenbilder", die Blätter „Der deutsche Michel" und das unschätzbare „Darmstädter Skizzenbuch", das ein treues Bild von Darmstadt in der zweiten Hälfte des 19. Iahrhunderts überliefert. Zum 90. Geburtstage der beiden Freunde soll eine Ausstellung in der Kunsthalle am Rheintor ein Gesamtbild von ihrem künstlerischen Schaffen geben. Hessen Nassauisches Wörterbuch. lieber die Arbeiten an diesem großen Heimatmerk im Jahre 1930 erstattete in den Sitzungsberichten der Preußischen Akademie der Wissenschaften Prof. Luise Berthold, die Mitarbeiterin von Prof. Ferd. W r e d e, folgenden Bericht: Von unserer Publikation, dem Hessen-Nassauischen Volkswörterbuch, erschien im Berichtsjahr die vierte Lieferung (Luppcher — Marienkäfer). Wieder steckt in ihr auch die Mühe zahlreicher Helfer, besonders aber vieler Lehrer, aus den verschiedensten Gegen- den unseres Gebietes. Teils gingen sie uns ständig mit Auskunft zur Hand: so außer den einstigen Schulern Wredes Hauptlehrer Abel, Mittelschullehrer Kappus, Taubstummenoberlehrer Nuppel, Lehrer i. R. Schaefer, Studienassessor Dr. Schudt, Schulrat i. R. Schwalm sowie Frau Arndt. Teils beantworteten sie uns die zahlreichen Einzslfragen, die das Fortschreiten der Publikation nach immer wechselnden Orten auszuschicken zwang. Neben der Arbeit an der Publikation wurde der Ausbau des Gesamtapparates unverrückt im Auge behalten. <£r wurde auch im Berichtsjahr gefördert durch die Anzettelung von Dialektliteratur, von Fragebogen ufw. sowie durch die dankenswerten Einsendungen unserer Helfer in Dorf und Stadt. Besonders hervorgehoben seien darunter die Einsendungen von Frau Arndt (Eitelborn), Lehrer lich an der unkla ren Haltung Frankreichs und der positiven Weigerung Englands gescheitert war. DerDorsihende der Konferenz, der ehemalige holländische Ministerpräsident Colijn, hat damals ausdrücklich festgestellt, daß die Konvention hinfällig geworden sei, da ihre Inkraftsetzung bis zum 1. April t>. I. nicht habe erfolgen können. Verschiedene Regierungsvertreter hatten damals ausdrücklich erklärt, eine nochmalige spätere Konferenz könne nicht ohne weiteres die zu Fall gebrachte Konvention, deren eigentliche Inkraftsetzung auf den 1. April d. I. begrenzt war, in Wirksamkeit sehen, sondern die Regierungen, die bereits ratifiziert hätten, müßten gegebenenfalls nochmals die Zustimmung der gesetzgebenden Körperschaften einholen. Wenn Frankreich jetzt nachträglich eine Konvention, die längst existiert, noch ratifiziert, so ist das e ine G e ste, die nicht zuletzt mit Rücksicht auf die großen tourt» schafts- und handelspolitischen Auseinandersetzungen, die von der Tagung der europäischen Studienkommission am 15. Mai erwartet werden, erfolgt ist. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Innern hat den Landesregierungen mitgeteilt: Rach zuverlässiger Mitteilung sind im Deutschen Reiche in den letzten Iahren nicht weniger als lOOFälle von Schändungen jüdischer Friedhöfe vorgekommen. Unter Hinweis hierauf darf Hain (Oberrodenbach), Lehrer i. N. Kuhlmann (Breitscheid), Lehrer Nord (Rhadern), Lehrer i. R. Schaefer (Densbura), stud. med. Schneider (Battenfeld), Rektor Ziemer (Idstein). Die Gesamtzahl der revidierten Apparatzettel stieg auf 235 500. Wenn im Berichtsjahr die Verbindung mit unfern Helfern zufriedenstellend blieb, so gebührt ein Anteil daran der Presse; durch den Abdruck unserer Jahresberichte, durch Besprechungen unserer Publikation usw. verstärkte sie die Brücke von uns zu jenen. Während des ganzen Berichtsjahres oder doch seines größten Teils im Dienste des Wörterbuchs tätig waren die Berichterstatterin und Frl. Dr. Bretschneider. Zeitweise leisteten dem Wörterbuch Hilfsarbeit Dr. Bischoff, Herr Coroi- nu s, Bibliotheksrat Dr. Martin, stud. Döh- r e r, cand. Rakers und die Damen stud. Hart- manshenn, stud. Jagdhuhn, stud. Kühn. Zeitschriften. — Im Maiheft der Münchner Monatsschrift ,,D i e Kun ft" (Verlag F. Bruckmann) finden alle Dinge, die sich in dem Begriffe Kunst und Wohnung umfassen lassen, eine ausführliche, mit vielen vorzüa- Uchen Bildern belegte Würdigung. Die Aufsätze rich- ten sich nach der allgemein verständlichen Art der Darstellung an den großen Kreis aller Kunstsinnigen. Zur Eröffnung des neuen Heftes ein inter- effanter Deutungsoersuch über die Wesensart der Nazarener Kunst mit guten bildlichen Beispielen; dann sehen wir den Bildhauer Josef Thorak bei der Arbeit und erhalten durch eine Auslese aus seinen Werken Einblick in sein Schaffen. Eine kri- tische Umschau führt uns in die mit über 400 Kunst- werken beschickte Frühjahrsausstellung des Kunst- Vereins in Hannover. Schließlich „Schultze-Naumburgs Kampf um die Kunst". Aus dem Bereiche der Wohnkultur sehen wir neue Wohnhäuser in der Gesamtansicht und im Modell und neue Wohnungs- fünft; man erhält Anregungen für die neue Anlage alter Gärten und sieht kapriziös-lustige Porzellan- tiere der Nymphenburger Manufaktur und neue Textilarbeiten. — Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat Gutachten eingeholt, in denen die ich den Landesregierungen erneut nahelegen, M« Landesbehörden anzuweifen, um die Aufklärung und Verfolgung von Störungen des Gräberfriedens nachdrücklich bemüht zu fein. Ich halte,schärfstes Einschreiten gegen solche verabscheuungswürdige Taten für nötig und bin nach Iben Erfahrungen der letztem Iahre der Auffassung, daß es nicht möglich ist, ihnen ohne empfindliche Strafen zu begegnen. * Die. Unterzeichnung des evangelischen Kirchenvertrages durch die Vertreter des preußischen Staates und der acht evangelischen Landeskirchen Preußens findet am Montag, dem 11. Mai, im Sitzungssaal des Staatsministeriums statt. • Der Reichskanzler hat in Anwesenheit des Reichsarbeitsministers Stegerwald die Herren von Dorsig und Brauweiler vom Arbeitgeberverband zu einer Besprechung über * die allgemeine Wirtschaftslage empfangen. * Das Republikanische Kartell München, bestehend aus dem Deutschen Reichsautoklub, dem Reichsbanner, dem Verein republikanischer Presse und dem Republikanischen! Klub.^hat Protest dagegen erhoben, daß bei der „Stnweihung der Äuf ft einer Heldenorgel die amtliche deutsche Flagge nicht führend gezeigt" worden sei. * Das Präsidium des Allrussischen Zentral-Exe- kutivkomitees entband K r y l e n ko feiner Pflichten als Generalstaatsanwalt unb ernannte ihn zum Volkskommissar der Iustiz für Innerrußland. Aus aller Well. Expedition des „Graf Zeppelin" in die Arktis. Zwischen dem Luftschiff „Graf Zeppelin" und der amerikanischen Hearst-Presse ist ein Abkom- - men geschlossen worden, wonach mit dem „Graf Zeppelin" eine wissenschaftliche Expedition in die Polargegend unternommen wird. Sie soll versuchen, mit der von Sir Hubert W i l k i n s im Unterseeboot beabsichtigten Expedition in Verbindung zu kommen und sie, wenn möglich, am ober nahe dem Nordpol zu treffen. Es ist beabsichtigt, die Frage zu klären, ob ein Luftschiff das geeignetste Mittel ist, um Forschungsexpe- ditionen in der Arktis zu landen, sie zu finden und wieder aufzunehmen ober solchen Expebitionen, bis bereits unterwegs finb, Nahrungsmittel und Hilfe zu bringen. „Graf Zeppelin" wird für ben Notfall eine oollftänbige Polarausrüstung o n Bord mitführen. Acht ober neun Wissenschaftler und arktische Forscher, auch eine Frau, werben an dem Fluge teilnehmen. Deutschlanb, AmerikS, England und die Sowjetunion werden bei diesem Polarfluge vertreten sein. Einschließlich der Besatzung werden wahrscheinlich 45 Personen an Bord; des Luftschiffes sein. Der Start des „Graf Zeppelin" hängt von dem Vordringen der „Nautilus"- . Expedition in Richtung auf den Nordpol ab. Das Luftschiff wird von seiner Basis, dem Franz-Joseph- Land, erst dann starten, wenn der „Nautilus" sich' zwölf Tagereisen vom Pol entfernt befindet. Man glaubt, daß dies gegen Mitte Juli der Fall fein wird. William Randolph Hearst finanziert die Expedition. Das Mörberkleeblatt Reins in Genua verhaftet. In G e n u a ist der Berliner Raubmörder Reins gestern abend im Hotel „Excelsior" zusammen mit seinen beiden Schwestern verhaf- t e t worden. Reins, der erst vor zwei Tagen im „Excelsior" abgestiegen war, blieb bei feiner Verhaftung völlig ruhig. Wie vom Hotel versichert wird, hat er in den letzten beiden Tagen eifrig nach einer möblierten Wohnung gesucht und war im Begriff, einen dreimonatigen Mietvertrag zu unterschreiben. Nach polizeilichen Meldungen hat sich Reins auf der Polizei als Ernst Reins aus Berlin, 25jährig, legitimiert; er leugnet aber entschieden, aus Berlin zu kommen und der Täter des Verbrechens an dem Geldbriefträger zu fein. Er wird zur Verfügung der Berliner Polizei gehalten, bis die Auslieferungsformalitäten erledigt sind. Ein Bei der Filiale eines Berliner Zeitungsverlages aus Lugano eingegangener Chiffrebrief hatte durch einen Zufall zur Entdeckung des Aufenthaltsortes des Kleeblatts Reins geführt, deren Opfer der Geldbriefträger Schwan geworden ist. Da die Chiffre des Briefes nicht Möglichkeit eines rechtlichen Schuhes der Zivilbevölkerung gegen Beschießungen außerhalb dec Kampfzone klargestellt wird. Lieber die Ergebnisse dieser Llntersuchung wird im März-Heft dec Europäischen Gespräche (Verlag Dr. Walther Rothschild, Beclin-Grunewald) eingehend Bericht erstattet, Liebereinstimmend kommt in! allen Gutachten zum Ausdruck, daß der völkerrechtliche Schutz der Zivilbevölkerung gegen die furchtbaren aero-chemischen Kampfmittel völlig unzulänglich ist. In einem „Appell an das Rote Kreuz" fordert A. Mendelssohn Bartholdy, daß nun das Rote Kreuz vorongehen möge im Kampf gegen die Widersacher des Völkerrechts, die das von Deutschland in Genf geforderte Verbot des Bombenflugzeugs bisher zu vereiteln wußten. — Der Mensch ist, was er ißt, — und seine Ge- sundheit wie seine Genesung von Krankheit hängen in entscheidender Weise von der Ernährung ob. So behandeln denn die „Süddeutschen Monatshefte" in einem Sonderheft „Diätkuren" die verschiedenen, zur Zeit im Vordergrund stehenden Er- nährungssysteme. In zum Teil glänzender Darstel- lung ist in dem bei aller Vielseitigkeit nicht ver- wirrenden Heft ein kleines Kompendium des heutigen Standes der Ernährungslehre und Ernährungsbehandlung entstanden. Das Heft ist ein vorzüglicher Führer für alle Menschen, die sich mit Gesundheitspflege und -fürsorge befassen, für jeden Gesunden und Kranken, der wissen will und muß, was ihm nottut, für den Arzt, dem aus der Verdichtung großer Erfahrungen und Ueberlegungen wertvolle Winke erwachsen. Unentbehrlich ist es vor allem auch für die Hausfrau, der die Gesundheit der Familie anvertraut ist und die durch ihre Kochkunst größeren Einfluß auf Lebensgestaltung und Gesundheit gewinnt, als es einem ganzen Arsenal von Medikamenten möglich wäre. Sochschulnachrichten. Der Präsident der Eolumbia-Unioersifät (USA.), Butler, hat die Wiederernennung eines Roose- velt-Professors in Berlin, die feit 1914 unterblieben war, vollzogen, und zwar wurde der Pro» fessor der Philosophie, Frederick Woodridge, zum Roosevelt-Professor für 1931/32 ernannt. '»KM * «h,Äenl“w»' 5 ■BP’* " 3«ti| fit Bet in die iltdis, oeppclin’ und bcr e W ein Abkom- L"? «m "M uche Expedj. nt> unternommen ir22 eir Hubert MsKu Expedi. “n6 F'e, wenn mög« Üu treffen. & 1Qren, ob ein Lust- um Forschungsexpe. Pe zu finden und n Expeditionen, die 'gsmittel und Hilfe 'irb fur ben Notfall uusrüftungan ieun Wiffenschastler e Frau, werden an mb, AmerikS, Gng« n bei diesem Polar- lich der Sefafiung onen an Bord, t des „Traf Zep> ’n der „NaMus"« Nordpol ab. Jo? dem Franz-Jofeph- bcr „Nautilus" sich [ernt befindet. Man te Juli der Fall Hearst finanziert gen ift LkdieSrMK i März-Heft dec he Mrlag mevaldsemgehend mend kommt m ' daß der * m,ä£ .vell an das 2wre ^Darchvldh. dad .nmögeimK^ elftit'S.^ JJ* heuli- flpenbhSrSw’ <«»*»* IUS her n wertvoll' erIc0U n0ö?aßem « Lr,<°°> °°" *s*® am A^.^chen “*K: ewf^“kr Ä £ !K.!x ■’FsS ’ nb Sezetgt- Genua oerhastek. lubmörder Reins ior" zusammen extern verhas- >or zwei lagen im leb bei seiner Ber- Qotel versichert wird, lagen eifrig nach unggcsuchtund tätigen Mietvertrag hen Meldungen Hot ssrnst Reins aus leugnet aber kommen und der Teldbrieströger zu >r Berlin» Polizei irmalitäten erledigt Betünet MO- legangencT WF 3tt zur Medung eeblatts W 9*' Brief träger 6W . des Irieses nicht ridWL a.WVe5W ennunfl e]h uf r‘ ** Zum Wechsel in der Leitung der Volkshochschule. Unter Bezugnahme auf Unsere Mitteilung in Rr. 103 wird uns von dem Vorstand des Vereins „Volkshochschule Gießen" geschrieben: Herr Walter He gar hat in den wahren seiner hiesigen Tätigkeit als Leiter der Volkshochschule hohe Verdienste um derer» Ausgestaltung sich erworben. Trotz der großen Schwierigkeiten, die ihm aus der unzureichenden bzw. unsicheren Finanzierung der Volkshochschule erwuchsen, hat er einen erheblichen Ausbau der Kurse und eine starte Steigerung der Besucherzahlen herbeigeführt, ferner die Ausdehnung der Dolkshochschul- atbeit über Oberhessen in die Wege geleitet. Durchdrungen von einer hohen und geklärten Auffassung der Dolkshochschul-Jdoe, hat er unermüdlich und unter Einsetzung seiner Gesundheit für die Verwirklichung dieser Idee gearbeitet. Ihm gebührt herzlicher Dank für seine hiesige Tätigkeit! \ ** Mehrere kräftige Gewitter gingen gestern von etwa 20 Uhr ab bis nachts gegen 2 Uhr über unserer Stadt und der Umgegend nieder. Blitz und Donner waren am Abend schon ziemlich stark, hörten für kurze Zeit ganz auf, um dann wieder aufzuleben und in der Zeit von 1 bis 2 Uhr nachts besonders heftig zu werden. Gleichzeitig gingen in der Nacht starke Regengüsse nieder, die für kurze Zeit den Charakter von Platzregen hatten. Erfreulicherweise richteten die Entladungen, die in Form einer ganzen Gewitterfront auftraten, nach den bis jetzt vorliegenden Informationen keinen Schaden an. Die gestern recht schwüle Temperatur hat sich nach diesem nächtlichen Donnerwetter etwas abegkühlt. Im Anschluß an die Gewitterserie geht heute früh, zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen, ein guter Landregen hernieder. •* Sonnt^gsfahrkarten. Die Reichs- bahndirektion Frankfurt führt vom 16. Mai ab neue Sonntagsfahrkarten von Gießen nach Bingen oder Büdesheim über Frankfurt a.M. ein. Die Rückfahrt kann auch von Koblenz aus q»getreten werden. Die Fahrkarten, die 6,80 Mk. kosten, können auch für die Fahrt nach Mo inz - Kastel und zurück benutzt werden. Ferner werden Sonntagskarten nach Wiesbaden (Hauptbahnhof), ebenfalls über Frankfurt a. M., zum Preise von 5,80 Mk. (3. Klaffe) ausgegeben- Weiter kommen Sonntagsrückfahrkarten von Homberg a. d. O. nach Alsfeld zum Preise von 1,60 Mk. und von Burg-Biedergemünden nach Alsfeld zum Preise von 1,30 Mk. zur Ausgabe **AbendandachtenfürStudenten. Im Rahmen der Studentenseelsorge an der Landesuniversität finden auch in diesem Sommer einige AbendMenschen nicht mehr vornehmlich nach seiner höheren Schul» oder Hochschulbildung einzuschätzen, sondern nach seiner Leistung, ganz gleich auf welchem Gebiet? Die verschärften Auslesebestimmungen auf den höheren Lehranstalten werden hoffentlich dazu beitragen, die unerwünschte Schüler- und Stuben- tenhochslut etwas einzudämmen. Die Eltern mögen nicht verzweifeln und Verständnis dafür zeigen, wenn die Schulleitung nahelegt, ihr Kind doch lieber wieder in die Volksschule zu schicken. Solches Verständnis schulden sie schon der Lebensfreude ihrer Kinder, die möglicherweise unter dauerndem Druck au großer geistiger Anforderungen auf der höheren Lehranstalt verkümmern könnte. Steigende Frequenz der Studierenden an der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Bis heute sind an unserer Universität über 2000 Studierende eingetragen. Da die Einschreibung noch bis zum 16. Mai weitergeht, wird diese Zahl st a r k überschritten werden. Besonders zugenommen hat das Studium der Theologie, der Veterinärmedizin und der Medizin. Die Gesamtzahl der Studierenden im Sommer 1930 belief sich nach Abschluß der Einschreibung auf 1941. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Grock". — Aftoria- Lichtspiele: „Die Falle am Crowton Paß" und „Vier Federn". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 20 Uhr, erste Wiederholung von Hanns Sahmanns historischem Schauspiel „Haus Rothschild" unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch. Als Frau Gudula Frau Auguste Prasch-Grevenberg. — Samstag, 9. Mai, 15.45 Mr. Schillers romantische Tragödie „Die Jungfrau von Orleans" unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch als Schülervorstellung. — Sonntag, 10. Mai, 18.30 Uhr, zum letztenmal, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen, das Lustspiel „Die Welt, in der man sich langweilt" von Pailleron mit Frau Auguste Prasch-Grevenberg in der Rolle der Herzogin als Gast. Spielleitung Peter Fassott. — Dienstag, 12. Mai, letztes Opern- gastspiel der diesjährigen Wintersaison mit Dizets großer Oper „©armen“ durch das Opernensemble des Hessischen Landestheaters Darmstadt. Szenische Leitung Generalintendant Professor Carl Ebert. Musikalische Leitung Dr. Karl Böhm. Die Vorstellung beginnt pünktlich 19 Mr! — Als nächste Erstaufführung im Schauspiel ist Strind- bergs Märchen „Schwanenweiß" in Vorbereitung. Aus der pwviuzialhaupifiadi. Gießen, den 7. Mai 1931. Aus der Praxis der öffentlichen Berufsberatung. Don Or. Bottenbacher, Arbeitsamt Gießen. Unter dieser ileberfcfcrift machten wir im Schlußsatz unseres Artikels vom Januar' eine kurze Andeutung über die große Berufsnot der Abiturienten, worüber wir heute näheres, das des Rachdenkens wert sein dürfte, berichten möchten. Zwar sind die diesjährigen Abiturienten schon einige Zeit schulentlassen, aber viele wissen noch nicht, was aus ihnen werden soll, und andere rücken nach, deren Rot wahrscheinlich die gleiche sein wird. Richt gerade wenige müssen sich aus finanziellen Gründen das Hochschulstudium versagen. Reich, Staat und Gemeinden stellen aber kaum noch Deamtenanwärter ein, und die sonstigen höheren Derufsmöglichkeiten sind sehr beschränkt. Für handwerkliche Berufe kommen sie meist wegen überhöhten Alters selten in Frage, und die überfüllten kaufmännischen Berufe bieten nicht immer das gewünschte, erfolgversprechende Unterkommen. Dutzende dieser Abiturienten haben sich bei uns vormerken lassen, ohne allzugroße Aussichten auf einen ihrer Vorbildung entsprechenden Beruf. Wohl sagt mancher resignierend oder halb verzweifelt, alles annehmen zu wollen, wenn er nur unterkäme: aber bei abgeschlossener höherer Schulbildung ist diese erklärte Bereitwilligkeit im Ernstfälle kwch nicht immer so wörtlich gemeint Andere wieder sind von Hause aus so knapp gestellt, daß sie nur das billigste Studium wäh- ten können. Akademische Berufe mit verhältnismäßig geringen Ausbildungskosten (Dolksschul- lehrer, Gewerbelehrer, Apotheker) werden deshalb mit Vorliebe begehrt und gehen einer besonderen! Heberfüllung entgegen. Eine ganze Reihe von Abiturienten, die ihre Hoffnung auf das Volks» schullehrerstudium gesetzt haben, zur Ausbildung aber wegen zu großen Andrangs nicht mehr zu» gelassen werden konnten, kamen und kommen in unsere Sprechstunden, sich Rat für andere Berufs- Möglichkeiten zu holen. Eine dritte Gruppe von Abiturienten, die vermögende Eltern haben und nicht auf Studiendauer und Ausbildungskosten zu sehen brauchen, hat es leichter in der Derufsentscheidung und, kann, nur vom „numerus clausus“ beschränkt, nach Reigung wählen. Ader auch sie trifft angesichts der Ueberfüllung fast aller akademischer Berufe der Schatten ungetoiffer Zukunftsausfichten. So treten auch bei diesen wirtschaftlich noch besser Gestellten in bedenllichem Maße immer häufiger die Berufsaussichten als ausschlaggebender Gesichtspunkt bei der Berufswahl in den Vordergrund. Daß bei dem trostlosen Arbeitsmarkt in erster Linie auf die Berufseignung gesehen werden sollte und die Tüchtigen stets noch die besseren Zukunftsaussichten haben, das muß Ratsuchenden auch aus höheren Lehranstalten immer wieder gesagt werden. Ein Oberrealschulabiturient holte sich Auskunft über das Theologiestudium. Er hatte kein Latein und war in Fremdsprachen sehr schlecht. Als wir ihn fragten, warum er Theologie studieren! wolle, meinte er prompt: weil in der Theologie noch die besten Aussichten seien. Die Mutter selbst winkte ab, da sie sich ihren Sohn, der ganz andere Dinge im Kopfe habe, als Pfarrer gar nicht denken könne. Wie lange wird das Theologiestudium noch als das aussichtsreichste gelten? Man klagt schon, daß viel zu viele Unberufene dieses Studium ergreifen. Von der Reigung (der wirMchen, echten, nicht bloß angeflogenen), von der viele Leute glauben, sie spiele bei der Berufswahl die erheblichste Rolle, merken wir nicht allzuviel. Was gilt sie auch, wenn für den gewünschten Beruf die Eignung fehlt! Glücklicherweise zeigt sich gar nicht selten, daß mit der besonderen Eignung für einen anfangs nicht gewünschten Beruf sich später auch die Reigung dafür einstellt. Reigung und Eignung gehen eben nicht immer von allem Anfang an Hand in Hand. I Die Derufsnot der Abiturienten ist groß, größer als sie zu sein brauchte, in Hessen vielleicht am allergrößten. Auf 100 000 Einwohner kommen in Deutschland 193 Studierende, gegenüber 106 in der Vorkriegszeit, in Hessen sogar 256. Kein Land in Deutschland weist eine gleichhohe Verhältniszahl auf. Die Zahl der HochschulftudiereNden ist in Deutschland von 80 000 im Jahre 1914 auf 132 000 im Jahre 1930 gestiegen, die der Abiturienten in ähnlichem Verhältnis. Das sind zweifellos zu viele Anwärter auf höhere und akademische Berufe, auch für normale Wirtschaftsverhältnisse bei dem nicht größer, sondern noch kleiner gewordenen Lebensraum. Vielfach fehlt es an Einsicht der Eltern, die diese besondere Derufsnot geradezu mit herauf- befchwören helfen. So wollten z. D. Eltern (um nur einen von vielen Fällen herauszugreifen), ihren Jungen trotz Schulunlust, wiederholten Sitzenbleibens und dauernder Rachhilfestunden zwingen, unter allen Umständen das Abitur zu schaffen. Zerschlagen an Gemüt und mit verlorenem Selbstvertrauen steht er nun als verkrachter Obersekundaner vor unnötig erschwerter Berufswahl. Ob wir n|d) dahin kommen werden, den ♦ Dgl. „Gieß. Anz." Rr. 7 vom 9. Januar d. I. in den Bestellbezirk der Zeitungsfiliale gehörte, wurde der Brief geöffnet, um den Empfänger festzustellen. So entdeckte man, daß der Brief vondenTöchternder FrauReins stammte. Sein Inhalt beweist, daß man die Leichtlebigkeit der Mädchen richtig eingeschätzt hat. Er lautet: Liebe Mutter! Es geht uns gut. Adresse bekommst du, wenn wir angekommen sind. Alles Gute wünscht und sendet dir deine große Tochter. (Damit ist Sophie Reins gemeint.) Hoch Amerika! Die Blase hier ist ganz gemütlich. Ich zäh^ im Hause absolut nichts. Aus Fragen der Mädels Paris. Ich arbeite mit un bestimm tem Aufenthalt. Vielleicht Rußland. Wenn du unsere Adresse bekommst, so gilt dies nur für einen Brief. Brief vernichte sofort. Alles sehr wohl. — Liebe Mama! Unerhört lästige italies» nische Reisegesellschaft. Ernst war gut abgelenkt. Die schöne Gegend hat ihn berauscht. Dein Appel- schnut. iWsmit Johanna (Jenny), die jüngere der beiden Töchter, gemeint ist.) Die Vermutung, daß die beiden Mädchen schon vor der Mordtat von dem Plan gewußt haben, gewinnt durch ihr Schreiben an Wahrscheinlichkeit. Rach der Tat haben die drei Geschwister wahr- »scheinlich den Fluchtplan mit der Mutter vereinbart. Das geht schon aus dem Umstand hervor, daß die Mutter einen chiffrierten Brief von der Zeitungsfillale abholen wollte. Die Fluchtigen waren sich offenbar darüber klar, daß sie, um den Brief nicht in die Hände der Polizei fallenzulassen, nicht direkt an die Wohnungsadresse bejj Mutter schreiben konnten. Die Mutter ist nunmehr auch verhaftet worden. Die Vernehmung der Malchower Mörder. Der am Dienstag festgenommene Hochstapler Jonas und seine beiden Komplicen gaben bei ihrer Vernehmung an, daß die Befreiung des Jonas von langer Hand vorbereitet gewesen sei. Am Montag trafen die beiden Helfer des Jonas, Kaselih und Jörh, in Malchow ein. Sie suchten die Werkstatt auf, in der Jonas seine Versuche machte. Jonas hat dann plötzlich dem Gerichtsdiener Gläsel einige Schläge mit einem Schraubenzieher auf den Kopf gegeben. Sie haben dann Gläsel an Händen und Füßen gefesselt und ihm, da er zu schreien begann, eine Bettdecke um den Kopf gewickelt, die sie mit einer Schnur befestigten. Als sich Gläsel immer noch wehrte, haben sie ihm noch eine weitere Decke umgewickelt. In diesem Zustande muß der alte Mann wahrscheinlich erstickt fein. Mit einem Mietswagen sind die drei dann zunächst nach 'Bxrgedorf gefahren. Inzwischen war der zweite Kraftwagen bereits vorgefahren, der die Flüchtlinge nach Schulau brachte. Die Ehefrau des Jonas hatte bereits vor 14 Tagen in Finkenwärder die Motvrjach t „Bubi" gekauft und sie reichlich jnit Lebensmitteln ausgestattet, die sie vorher in Berlin ein gekauft hatte. Die Jacht war dann vor einigen Tagen nach Schulau gebracht worden, wo Frau Ionas an Bord die Ankunft ihres Mannes und seiner Begleiter ab- wartete. Da die Flüchtlinge das Glbfahrwasser nicht hinreichend genug kannten, sind sie bereits in der Rächt bei Lühesand fest gefahren und erst in den Morgenstunden wieder flott geworden. Jonas wie seine beiden Mittäter bestreiten, daß sie den Gerichtsdiener hätten töten tckdllcn. Ihre Absicht sei gewesen, ihn zu betäuben, damit er ihre Flucht nicht vorzeitig unterbinde. Jonas gab weiter an, daß er beabsichtigt habe, miföcr Jacht nach Amerika zu fahren. Er sei unschuldig in Untersuchungshaft genommen worden und habe mit diesem Fluchtversuch nur zur Selbsthilfe gegriffen. TDilb-XBeff in Buenos Aires. Rach längerer Pause hat die Anarchisten- bande San Giovanni, die vor drei Monaten durch Verhaftung und Hinrichtung ihrer Führer und mehrerer ihrer Mitglieder unschädlich gemacht schien, wieder einen He be r f a II unternommen. Am Hellen Tage wurde im Zentrum der Stadt der Kassierer einer Transportgesellschaft überfallen, erschossen und um 20 000 Pesos beraubt. Darauf flüchteten die Täter nach verschiedenen Richtungen. Bei der sofort aufgenommenen Verfolgung, die sich durch mehrere Stadtteile hinzog, wurden dauernd S ch ü s s e m i t Pvlizeibeamten und Passanten gewechselt, wobei ein Polizist getötet und drei andere schwer verwundet wurden. Einer der Verbrecher wurde niedergeschossen. Den anderen, die außerordentliche Lokalkenntnisse bewiesen und sich verschiedentlich geschickt hinter Automobilen und Materialien zum Straßenbau verbarrikadierten, gelang cs schließlich, sich der Verfolgung zu entziehen. Eine neue.dänische Grönland-Expedition. Unter Leitung des dänischen Oberleutnants Gabel-Jörgenscu ist an Bord des dänischen Grönlanddampfers „Gertrud Rask" eine aus neun Mann bestehende geodätische Expedition nach Umeuaka in Grönland abgegangen, um dyrt verschiedene ßanbrneffungen im nördlichen Distrikt durchzusührcn. Diese Arbeiten, die auf Grönland bereits von zwei anderen dänischen Unteroffizieren vorbereitet worden sind, werden in dem Gebiet vor sich gehen, in dem sich auch Professor Wegener befinden dürfte. Man hofft, den deutschen Forscher zu treffen, was jedoch recht schwierig sein dürfte, da das Gebiet, das von der neuen dänischen Expedition zu untersuchen ist, sehr groß ist. andachten in der Kapelle auf dem Allen Friedhof statt. Die erste Andacht ist am Freitag 8. Mai, 20.30 Uhr pünktlich. Diese Veranstaltungen sind jedermann zugänglich. " Für Vogelzugforscher. Don Lehrer Diehl in Ober-Schmitten bei Nidda (Oberhesfen) wird uns geschrieben: In Ober-Schmitten wurde ein sterbender Distelfink aufgefunden der einen Beinring mit der Inschrift 70 OK: R 4/29 trug. Es wäre von Interesse, die Station zu erfahren, die diese Beringung vorgenommen hat. Zwei Bankiers zu Gefängnis verurteilt. Der Zusammenbruch des Bankhauses Haas in Marburg vor Gencht. ][ Marburg, 5. Mai. In zweitägiger Verhandlung beschäftigte sich das Erweiterte Schöffengericht mit einer Anklage gegen die beiden Inhaber des hiesigen Privatbankhauses Haas, die Bankiers Haas und Hertz, denen Depotunterschlagung, Konkursvergehen und Betrug zur Last gelegt wurden. Das feit etwa dreißig Jahren bestehende Bankhaus Haas stellte im Juni v. I. seine Zahlungen ein und eröffnete den Konkurs, nachdem sich eine Unterbilanz von 450 000 Mark ergeben hatte. Geschädigt wurden besonders kleinere Geschäftsleute und Privatpersonen. Der Angeklagte Hertz, der die banktechnische Leitung des Betriebes inne hatte, gab bei seiner Vernehmung die widerrechtliche Verpfändung von im Bankhaus me&ergelegten fremden Wertpapieren zu. erklärte aber, daß er dabei das Geschäft für fähig gehalten habe, die Papiere bei Bedarf jederzeit wieder hereinzuholen. Verhängnisvoll wirkte sich auf das Geschäft die unverhältnismäßig hohe Kreditgewährung an einige Marburger Firmen und Privatpersonen aus. _®ie Buchführung wurde von den Sachverständigen als einwandfrei bezeichnet, bis auf die Bilanzen, die seit 1927 nicht mehr in Ordnung feien. Hertz erklärte dazu, die Bilanzen der späteren Jahre habe man dann frisiert und solche Summen eingesetzt, die das Geschäft nicht zu klein erscheinen lassen sollten. Auf diese Weise blieb die abwegige Bahn des Bankhauses verborgen. Das Gericht erkannte wegen Vergehens gegen das Depotgeseh, Konkursvergehen und Betrug für Hertz auf 11 Monate und für Haas auf 7 Monate Gefängnis. Bewährungsfrist wurde nicht gegeben. Oie Wetterlage. — log» M J?o$t Oslo Berlin Paris Klauen!. mont Wien OitofXentos.® neuer.®naw oeaeett ®wonug. •oeaertk •Regen # Schnee a Griupem ■ MeDel Tt Qewitter.@windstme.-O seh» ftkhter Ost massiger "Südsoawesi n Starmischer nordwesl 6le Pfeile fliegen mit dem winde Oie oooen Stationen steneoden zahlen gehen die Temperatur an. Oie Linien verbinde» Orte mH gleichem auf necresnlVeau umgerectineteo Luftdruck Wettervoraussage. Sehr rasch ist von Frankreich her der Tiefdruck- wirbel bis nach Deutschland vorgedrungen und hat bei uns bereits in der letzten Nacht durch starke Gewittertätigkeit den Witterungsumschlag eingeleitet. Etwas kühlere ozeanische Luft an der Rückseite ge- stattet das Wetter noch wechselhaft und führt weiterhin zu vereinzelten Niederschlägen. Es hat sich pun« mehr eine Rinne tiefen Druckes gebildet, die sich von England her quer über Mitteleuropa erstreckt. In ihr werden sich weiterhin Störungen ostwärts bewegen, lieber den britischen Inseln ist bereits ein neues Tief zu erkennen, dessen Herannahen wohl an der Vorderseite durch Umdrehen der Winde nach Süden vorübergehende Beruhigung aufkommen läßt, aber dann wieder erneute Wetterverschlechterung bringt. Vereinzelte Gewitterstörungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Aussichten für Freitag: Veränderliches, wechselnd wolkiges Wetter mit vorübergehender Auf- heiterung, zunächst etwas kühler, vereinzelte Nieder- schlüge, teils gewitterhafter Art. Lufttemperaturen am 6. Mai: mittags 19,4 Grad Celsius, abends 14,6 Grad: am 7. Mai: morgens 14 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum 9,5 Grad. Blitz Lastwagen, nach dem Wucht- Prinzip gebaut, bringen den Erfolg im Kampf ums Geschäft.- Der Händler erklärt Ihnen den günsti- xgen Zahlungsplan der Allgemeinen Finanzierung! 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Bei einer unvoreingenommenen Prüfung ergibt es sich, daß Briand bisher tatsächlich niemals den Wunsch bekundet hat. sich für die Präsidentschaft aufstellen zu lassen — im Gegenteil. Und trotzdem läßt er den um seine Person entbrannten Kampf ruhig immer weitere Kreise erfassen, ohne mit einem aufklärenden Wort dazwischenzutreten. In politischen Kreisen will man sich das so erklären, daß Briand der Quai d'Qrsey seinem auf die Außenpolitik gerichteten Ehrgeiz, seinen Lebensgewohnheiten und seinem Temperament viel mehr entspreche, als das vergoldete Gefängnis am Platz Beauveau. Seitdem nun feine Stellung als Außenminister reichlich gefährdet erscheine, und der Boden unter seinen Füßen zu schwanken beginne, lasse er sich den ehrenvollen Rückzug ins Elysee stillschweigend ebnen. Die fron- zösische Linke wolle ihn — als lebendes Aushängeschild des paneuropäischen Pazifismus — gern auf dem Präsidentenstuhl sehen, und die Mittelgruppen um Tardieu-Laval hätten nichts dagegen, das Außenministerium auf diesem schmerzlosen und innerpoli- tisch ungefährlichem Wege von Briand zu befreien. So verschieden die Motive demnach auch sein mögen, die Kandidatur Briands dürfte, wenigstens in der Kammer, viele Anhänger finden, um so mehr, als Kammerzentrum und Rechte keinen prominenten Gegenkandidaten zu stellen vermögen. In anderen Kreisen heißt es im Gegensatz dazu, daß gerade die allzu öffentliche Besprechung der verschiedenen „Motive" dazu geeignet sei, Briand aus Prestigegründen von einer Kandidatur abzuschrecken. Dritte, wollen (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, im Mai 1931. Am 13. Mai, d. h. also in wenigen Tagen, tritt die souveräne französische Nationalversammlung zum zwölftenmal (seit 1879) im Schlosse zu Versailles zusammen, um den Nachfolger Dou. merg-ues auf dem Präsidenten st uhl der Republik zu wählen. Alle sieben Jahre wendet sich das Interesse der gesamten Nation diesem höchst repräsentativen, neugiererweckenden und auch politisch nicht bedeutungslosen Ereignis zu. Alle ieben Jahre feiern die mehr oder weniger profef« ionellen Gerüchtemacher wahre Orgien, und alle ieben Jahre werden die Würfel über den neuen Rann irgendwo hinter den Kulissen geworfen, bzw. „präpariert". Da es keine offiziellen Kandidaturen gibt und theoretisch jeder unbescholtene französische Staatsbürger wahlfähigen Alters — mit alleiniger Ausnahme sämtlicher Mitglieder der einst in Frankreich regierenden Häuser — zur höchsten Würde emporgehoben werden kann, ist die Zahl der möglichen republikanischen Thronfolger unbegrenzt. Praktisch „liegen die Dinge nun so, daß die aus beiden Kammern zusammengesetzte Nationalversammlung mit absoluter Mehrheit einen Mann aus ihrer Mitte kürt, daß ein Senator nach alter Gewohnheit bevorzugt wird, und daß im milita- ristisch-waffenfreudigen Frankreich eine hohe Militärperson — trotz Heldenoerehrung und Dolksgunst — für das Präsidentenamt aus gewissermaßen „historischen" Gründen gar nicht in Frage kommt. Was für die Vergangenheit galt, verliert auch 1931 nicht seine Gültigkeit, doch kann man in diesem Jahr das Wahlergebnis noch weit weniger voraussehen als sonst. Im Schoße der parlamentarischen Gruppen ist die „Lotterie" lebhaft im Gange. Seit Wochen tauchen Namen auf und gehen verblaßt wieder unter, das Gerücht schiebt bald diesen und bald jenen als „aussichtsreichste Persönlichkeit" in den Vordergrund, um ihn kurz darauf ebenso unmotiviert und willkürlich fallen zu lassen. Die erfahrensten Kenner riskieren keine Prognose, und nur der Sozialistenführer ßöon Blum wagte vor einiger Zeit die Behauptung, daß die Würfel bereits gefallen seien. Vorsorglicherweise nannte auch er fernen Namen, doch will man wissen, daß unter dem großen Unbekannten B r i a n d zu verstehen sei. Die Organe der ausgesprochenen Rechten (wie die „Action frangaise“, der ,,Figaro“, der „Ami du Peuple“ usw. griffen diese Andeutungen sofort auf, um einen schneidigen Feldzug gegen die Kandidatur des verhaßten Außenministers zu eröffnen. Vor allen Dingen lag dieser vorzaiti^cn Kampagne wohl die Absicht zugrunde, Briand zu einer entscheidenden Aeußerung zu provozieren, wobei man jedoch die taktische Klugheit der „Sphinx vom Quai d'Orsey" zweifelsohne unterschätzte. Bis zum heutigen Tage hat Briand jede offizielle Festlegung vermieden, und niemand weiß, ob der umstrittenste und zugleich aus- sichtsreichste „Kandidat" überhaupt zu kandidieren gedenkt. Ein großes Fragezeichen beherrscht mit seiner Undurchdringlichkeit die ganze Wahlstimmung und läßt das Gerede um andere Namen immer mehr ver- Der Mai ist gekommen und hat den Wald gleichsam mit seinem Zauberstabe berührt. Birke, Buche und Eiche schmücken sich mit jungem Grün, Tanne und Fichte stehen in Blüte, in satten Farben liegt die Wiese, von Blumen geschmückt, und mit einer „Feiertagsstimmung" im Herzen durchpirscht der Weidmann den vom Vogelsang erfüllten Waldesdom. Ueberall sprießt junges Leben, und sein Jungwild zu schützen, ist seine vornehmste Pflicht. Die Jagd auf Rot- und Damwild ruht. Das Mutterwild setzt und muß vor Störungen behütet werden. Der R e h b o ck hat zum Teil schon gefegt, wenn der Monat beginnt, oder wird es bald tun. Dann erst kann der Jäger sich ein Bild von dem Jahrgang machen und zum Abschuß aussuchen, was ihm schuß- reif oder abkömmlich erscheint. Der Abschuß selbst beginnt in Hessen erst am 1. Juni. In Preußen gilt der 16. Mai als erster Schußtag. Bekanntlich pflegen aber viele Bezirksausschüsse von dem Recht der Schußzeitoerkürzung Gebrauch zu machen. Von den für unser Gebiet in Betracht kommenden Bezirksaus- schlissen Kassel, Koblenz und Wiesbaden hat bis jetzt nur der letztere den Aufgang der Bockjagd auf den 30. Mai festgesetzt. Pächter preußischer Reviere werden gut tun, sich rechtzeitig über die anderen Bezirke zu unterrichten. Die Ricken sind yochbeschlagen und kommen durch hetzende Hunde leicht zu Schaden. Darum gebührt jedem jagenden Hunde ohne Gnade die Kugel. Auch die Kitze, die in der zweiten Hälfte des Monats gefetzt zu werden pflegen, find durch diese Räuber in größter Gefahr. Daß selbst stromernde Katzen sich an Kitzchen vergriffen ist verschiedentlich beobachtet. Darum gehört der Weidmann jetzt recht oft ins Revier, auch wenn er den Bock noch nicht auf die Decke legen darf. wissen, daß man dem Außenminister die Kandidatur nahelege, um ihn durchfallen zu lassen und damit nicht nur für das Elysee, sondern auch für den Quai d'Orsey unmöglich zu machen. Die Briand feindliche Rechte hielt übrigens bis vor wenigen Tagen an der Hoffnung fest, daß der bisherige Präsident und gefeierte „Nizza-Redner" Doumergue im letzten Augenblick die Wiederwahl annehmen werde. An Bitten und lieber- rebungsfünften hat man es nicht fehlen lassen, doch hält Doumergue unerschütterlich an dem Wunsche fest, sich ins Privatleben zurückzuziehen. Wie man sich vertraulich zuflüstert, soll der alte Junggeselle angeblich die Absicht haben, vom Calvinismus zum Katholizismus überzutreten und eine späte Ehe zu schließen — woran ihn das Präsidentenamt aus begreiflichen Gründen verhindern müßte. Unter den Kandidaten des Senats werden in erster Linie der greife Senatspräfibent Doumer, Justizminister B6rarb, Lehrun unb beJouvenel genannt, boch hält man es ebensogut für möglich, baß ber Sieg im entscheibenben Moment einem Außenseiter unb Kompromißkanbibaten zufällt. Die Würfel klirren unb rasseln schon im Becher — es weiß aber niemand zu sagen, wie sie fallen werden. Es sei denn jene Pariser Hellseherin, die einen jüngeren Senator als zukünftiges Haupt der Republik erschaut haben will. Das Wildgeflügel hat seine Balz beendigt. Auer- und Birkwild, Haselhuhn und Schnepfe, Fasan und Rebhuhn dazu die Enten legen oder brüten bereits. Wo Fasanen- ober Hühnergelege gefunden werden, markiere man sie unauffällig und suche sie rechtzeitig durch Verständigung mit dem Grundeigen, tümer vor dem Vermähen zu schützen. Durch Ausloben von Belohnungen für vor dem Vermähl Schutz der an sich als Jnsektenvertilger für ihn wichtigen Hühnervögel zu interessieren. (Ein im November geschossener Fasanenhahn hatte nicht weniger als 1400 Larven einer der Kohlfliege nahestehenden schädlichen Fliegenart im Kropf!) Die Krähen brüten ober haben Junge, bie gefüttert fein wollen. Das Wiesel, ber Iltis brauchen Nahrung für ihr Geheck. Schützt bie Eier unb Brutvögel vor riefen Räubern! Kommt bann noch günstige Witterung in ber Brutzeit unb in ben Wochen unmittelbar nach bem Ausfallen hinzu, bann gibt es auch roieber Hühner unb Fasanen, wie bas Vorjahr in vielen Revieren zeigte. Die jungen Dächse sind schon so groß daß sie über ben Boben kommen unb es lernen, sich selbst Nahrung zu suchen. Mit bem 15. Mai enbigt in Hessen bie Schonzeit bes Dachses, ber sich übrigens überall in unserer Gegenb stark vermehrt hat, ba ihm wenig nachgestellt mürbe. In Revieren, wo man ben Fasan roieber hochbringen will, wird man ben Dachs etwas kurz halten müssen. Der Fuchs raubt nie so viel wie jetzt. Denn viele hungrige Mägen warfen auf Frau Ermeline, bie zum Raub auszog. Kitzläufe auf dem Mutterbau, Hasenläufe usw. zeigen, daß ihre Tätigkeit nicht immer ganz einwandfrei im Sinne bes Hegers ist. Wo zuviel Füchse vorhanben find, ist die Zeit zum Graben der Jungfüchse da. Nie aber wird ber wahre Jäger bie Fähe allein abschießen, wenn er nicht gleichzeitig auch ihr Geheck kennt unb es unschäblich machen kann. Um sich allein burch bas Leben zu schlagen, finb bie Jungfüchse noch zu klein. Der erste Satz Hasen scheint besser durchgekommen zu sein, als man nach dem strengen Nachwinter erwarten konnte. Jedenfalls werden häufig starke Junghasen beobachtet. Was für den Schutz des übrigen Jungwildes galt, gilt auch im besonderen der Hasenjugend, denn: Menschen, Hunde, Wölfe, Lüchse, Katzen, Marder, Wiesel, Füchse, Adler, Uhu. Raben, Krähen, Jeder Habicht, ben wir sehen, Elstern auch nicht zu vergessen — Alles, alles will ihn fressen." Hubertus. Kreisen will man jicy Das |0 ernaren, uuß -oriunu . ... _ _ ... ursprünglich fest entschlossen gewesen sei, bie Wahl loben von Belohnungen für vor dem Verrnahen ge- zum Präsidenten der Republik abzulehnen, bal schützte Gelege suche man den Lanbwirt an dem Aus Der Provmzralhauptstavt. Gießen, den 7.Mai 1931. Bezirksjugendtagung im GOA. Die Jugendgruppen des Gewerkschafts- bundes der Angestellten aus den Ortsgruppen Gießen. Wetzlar, Friedberg, Butzbach und Marburg a. L. hielten auf der Burg Münzenberg in der Wetterau am vergangenen Sonntag ihre diesjährige Bezirksjugendtagung ab. Am Samslagnachrnittag war bereits ein Bortrupp aus Gießen unb Wetzlar über Lich aufgeb rochen und wanderte über Kloster Arnsburg, Muschenheim, Trais-Münzenberg und Münzen- berg zur Burg. 3m benachbarten Gehölz wurden die Zelte für die Nacht aufgeschlagen. Die ersten Sonntagmorgenstunden verengen bei Spiel und Gesang. Bei der Eröffnung der eigentlichen Tagung auf der Burg im Burghof, der im geschlossenen Zug durch den Ort erreicht wurde, waren etwa 75 Jungens und Mädels sowie einige ältere Kollegen anwesend. Dezirksjugendobmann Mathis eröffnete die Tagung mit einem Hinweis auf den Zweck und die Bedeutung des Tages, und forderte zu geschlossener Mitarbeit und Aktivität der Gruppen auf. Dezirksvorsihender L. Zecher (Gießen) übermittelte die Grüße des Bezirks- und Gau- Vorstandes Hessen im GDA., sprach über das immerwiederkehrende Wachstum in der Statur und verglich dieses symbolisch mit der Jugendarbeit im GDA., um einen tüchtigen Nachwuchs im Angestelltenberuf und mit ihm eine bessere Zukunft zu erreichen. Nach zwei Borsprüchen im Sprechchor nahm Geschäftsführer Mack (Gießen) die W i m p e l w e i h e für die Jungenschaft Wetzlar unb für die Jugendgruppe Friedberg vor. Zu allen Zeiten, so führte.er aus. fei die Fahne der Sammelpunkt der Ideen und Willensziele gewesen. Mit dem Geleitwort: „GDA. = Gedenke des Aufstiegs!" überreichte er den Jugendobleuten bieser Gruppen die farbenfreudigen Wimpel. Als neue Jungenschaftsgruppen wurden Friedberg uyd Gießen aus der Taufe gehoben. Die Jungenschaft als Heber- gang von Jugendarbeit zur Mitarbeit an den großen Aufgaben des GDA. für Stand und Volk erstrebe bie Entwicklung zur Steife unb zum zweckbewuhten Leben. Diesen Gebanken vertiefte Geschäftsführer Mack in seinem Referat über ben „Wert ber Persönlichkeit!" Der Bezirksjugenbobmann dankte ben Rednern, schilderte den Verlauf des Reichsjugendtages in Nürnberg und wies auf die diesjährige Reichsjugendtagung am 17. bis 21. Juli in Hirschberg (Schlesien) hin. Verschiedene Dcharlieder beschlossen ben Vormittag. Am Nachmittag fanb bann eine Führerbesprechung ber Jugenbobleute unb Mädelsführennnen statt, wobei auch Bezirkstrefsahrten im Laufe bes Jahres festgelegt wurden. Einstimmig wurde der bisherige Dezirksjugendobmann wieder- gewählt und bestätigt. Am Spätnachmittag waren die Gesamtteilnehmer teils in Bewegungsspielen, teils in angeregter Unterhaltung beisammen. Gegen 17 bzw. 18 Uhr brachen die Gruppen in der Richtung Lich bzw. Butzbach zur Heimkehr auf. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 150; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 40; Weißkraut 15 bis 25; Rotkraut 25 bis 40; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 30; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Rhabarber 25 Das SOtttta« «»richt das letzt« Wort Roman von I. S chneider-Foerstl. Llrheber-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Gott, Graf." Ihre Stimme schwankte, während sich ihre kleine waryre Hand in die seine schob. „Sie haben Ihre Mutter wenigstens gefarmt. Ich habe von der meinen nicht einmal eine Erinnerung. Sie starb bei meiner Geburt. Das wenige, das ich von ihr weih, hat mir mein Bater berichtet, größtenteils aber meine 2T] die Heimatliebe zu pflegen. In der jüngsten Versammlung im „Auerhahn" wurde der frühere Vorsitzende der Ortsgruppe, Landsmann Motz, erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt. Weiter wurde beschlossen, jeden ersten Montag im Monat Mitgliederversammlungen abzuhalten. Von den erschienenen schlesischen Studenten machte stud. jur. Hans Ruschka, der in der nächsten Versammlung eingehender über die gegenwärtigen Zustände an der Hultschiner Grenze sprechen wird, interessante Ausführungen über die Grenzschikanen der Tschechoslowaken. Landsmann Max Fröhlich trug „oberschlesische Schnurren" vor. •• Die Zimmermeister-Zwangs- 3n n un g Stadt und Landkreis Gießen Hielt am Samstag im Restaurant „Zum Andres" dahier eine Innungsversammlung ab. Rach einleitenden Ausführungen von Obermeister Rinker (Ronnenroth) referierte Geschäftsführer Kirchner (Gießen) über die Tätigkeit der Innung im abgelaufenen Vierteljahr. Weiter sprach der Redner über die Auswirkung der Wirtschaftskrise im Zimmererhandwerk unv die seither zur Besserung der Lage durchgeführten Maßnahmen. In einer regen Aussprache wurden die weittragenden Folgen der Schwarzarbeit und der Preisunterbietungen besprochen. Auch die Beitragsregelung war Gegenstand der Verhandlungen. Zum SHluß wurde noch eingehend auf die Rotwendigkert hingewiesen, die private Bautätigkeit durch geeignete Maßnahmen zu unte« stützen. " Preisgekrönte Gießener Hundezüchter. Dom „Verein Hundesport für Gießen und Umgegend" wird uns geschrieben: Bei der in Frankfurt veranstalteten Ausstellung von Hunden aller Rassen konnten auch einige Gießener Hundefreunde erfolgreich sein. In der überaus großen Konkurrenz in allen Klassen — es waren 2046 Hunde ausgestellt — haben folgende Mitglieder des Vereins Hundesport Gießen Preise erhalten: Boxerzwinger „Hassia" (Besitzer E. Riemann, Gießen): I. Bester Boxer- rüde und beste Boxerhündin der Ausstellung, vorzüglich; il. 1. und 3. Preis (offene Klasse) für gestromte Hündinnen, vorzüglich; III. 2. Preis für gelbe Hündinnen, vorzüglich; IV. 1. Preis für Zuch^gruppe, vorzüglich; V. 2. Pr. für Zuchtgruppe Polizeihundrasse unter 26 Gruppen: Anwartschaft auf Siegertitel, Baron v. Gingin Zuchtmedaille und vier Ehrenpreise. — Dr. Erb, Gießen, Barsoihündin, 3. Preis (offene Klasse) Ehrenpreis, vorzüglich; Glatchaarfoxterrierrüde 4. Pr. und Ehrenpreis (offene Klasse); Glatthaarfoxterrierrüde (Jugendklasse) 2. Preis und Ehrenpreis. — Frau Olga Münker. Gießen: Schottische Terrierhündin (Jugendklasse) Sehr gut, 1. Preis und Ehrenpreis. — Herr Aug. Schwan, Gießen: Schnauzerhündin (offene Klasse) vorzüglich, 4. Preis und Ehrenpreis. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Wieseck, 6. Mai. Am Samstag und Sonntag veranstalteten die Gasversorgung W i e s e ck und die Installationsfirma Wagner im Saale des Gasthauses Walter Gasvorträge verbunden mit Schaukochen. Die praktische Durchführung hatte die Gasherdfabrik Iunker & Ruh übernommen. Frau Müller- Moers von der Firma Iunker & Ruh schilderte die zweckmäßige und billige Gasverwendung in der Küche. Auf zwei Gaskochern und auf vier Iunker & Ruh-Gasherden zeigte sie den zahlreichen Hausfrauen, auf welche Weise man auf Gas schmackhaft, billig und nahrhaft die Speisen zubereiten kann. Die Rednerin gab den Hausfrauen eine Menge Ratschläge und sog. Hausfrauenkniffe bekannt, durch die in der Küche Geld erspart werden kann. Die weiteren Ausführungen waren der Brenner- und Gasherdkonstruktion, sowie der guten Behandlung des Gasherdes, der Wärmeregulierung, der Zeit- und Fettersparnis gewidmet. Aber auch die zweckmäßige und richtige Gasverwendung bei der Wäsche, bei der Warmwasserbereitung und Raumheizung wurde geschildert. -In kurzer Zeit stellte die Rednerin während des Dortrages die verschiedensten Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichte sowie Kuchen und Plätzchen auf dem Kocher, in Brat- und Backofen sowie im Grill fertig. Rach dem Dortrage konnte man sich durch schmackhafte Kostproben von der Güte der hergestellten Speisen überzeugen. Das Fischhaus „Cuxhaven" hatte eine Anzahl Fische für das Schaukochen zur Verfügung gestellt. Die Dorsitzende der Gießener Hausfrauen-Beratung, Frau Dr. K o e p p e, Gießen, wies auf die Ziele der Beratung hin. Es wurde von chr ferner auf den hohen Wert der Seefischnahrung hingewiesen. Rach Beendigung der Kochvorführungen dankte im Ramen des Städttschen Gaswerkes Gießen Dr. G o e r e s den Deranstaltern und insbesondere der Rednerin des Abends. Amtseinführung des neuen Oberbürgermeisters von Mainz. WSR. Mainz, 5. Mai. Gestern nachmittag fand die feierliche Einführung und Derpflichtung des neuen Oberbürgermeisters der Stadt Mainz, Dr. E h r h a r d , statt. Der Einführung wohnten sämtliche Bürgermeister und Beigeordneten, die Stadträte und die Direktoren und Abteilungsleiter der einzelnen städtischen Betriebe bei. Im Auftrage der hessischen Staatsregierung nahm Provinzialdirektor Dr. Weh^- ner den neuen Oberbürgermeister in Eid und Pflicht. Rach der Vereidigung überbrachten Bürgermeister H i e m e n s im Auftrage der Bürgermeister und Beigeordneten und Stadtrat Christ im Auftrag des Mainzer Stadtrats dem neuen Oberhaupt herzliche Glückwünsche dar. Der neue Oberbürgermeister Dr. Ehrhard dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und versprach, sich mit all seiner Kraft für den Wiederaufstieg der Stadt Mainz einzusehen. 2 Millionen Defizit im Darmstädter Etat. D a r m st o d t, 5. Mai. (WSN.) Der Darm» städter Stadtrat befaßte sich heute zum drittenmal mit dem Etat für das Rechnungsjahr 1931/32^ der jetzt mit einem Fehlbetrag von 2,014 Millionen Mark abschließt. Nach nochmaliger Debatte wurden die Deckungsvor- schlage der Stadtverwaltung abgelehnt und der Etat in dex vorliegenden Fassung gegen die Stimmen der Nationalsozialisten, Deutsch- nationalen und Kommunisten angenommen. Der Etat wird nunmehr der Aufssichtsbehörde zugehen. BroipreiSerhöhung. WSR. Friedberg, 6. Mai. Die hiesige Bäcker-Innung gibt bekannt, daß ab 7. Mai eine Erhöhung des Drotpreises in Kraft tritt. Es kostet hellgemischtes Weizenbrot 92 Pf., dunkelgemischtes Weizenbrot 85 Pf. und Roggenbrot 75 Pf., alles für den vierpfündigen Laib. WSR. Frankfurt a. M., 6. Mai. Das Frankfurter Däckergewerbc, das eine Beibehaltung des bisherigen Brotpreises davon abhängig gemacht hatte, daß es gelingen werde, die stän - dig gestiegenen Mehlpreise durch geeignete Maßnahmen zurückzuschrauben, glaubt jetzt mit einer Brvtpreiserhöhung nicht mehr länger warten zu können. Mit Wirkung ab 7. Mai werden die Brotpreise in Frankfurt a. M. um drei bzw. vier Pfennig für den Dreipfün- d e r erhöht. Das Schlüchternbrot steigt von 63 auf 66 Pfennig, das Roggenbrot von 56 auf 60 Pfennig, dos Bauernbrot von 60 auf 63 Pfennig. Dieser Brotpreisaufschlag wird von dem gesamten Bäckergewerbe (Brotfabriken, Konsumverein und Innung) eingeführt. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 5. Mai. Ein Polizeioberwachtmeister von Butzbach war durch das hiesige Schöffengericht wegen Diebstahls zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Gegen dieses älrteil verfolgte er zum Zwecke seiner Freisprechung Berufung. In einer Wirtschaft in Butzbach, die er häufig aufzusuchen pflegte, hatte er den Sohn eines Iagdpächters und dessen Freund oberflächlich kennengelernt. Von diesen will er oufgefor- dert worden sein, sie in ihrer bei Pohl-Göns gelegenen Jagdhütte zu besuchen. An einem dienstfreien Tage begab er sich, nachdem er im Laufe des Vormittags noch mehrere Wirtschaften aufgesucht hatte, mit anderen zur Jagdhütte, die sie aber verschlossen fanden. Kurz entschlossen stieg er über einen 2,50 Meter hohen Drahtzaun. Im Inneren der Hütte verstreute er zunächst in den einzelnen Räumen das vorgefundene Mehl. Bevor er aber die Hütte wieder verlieh, nahm er eine Reihe für ihn wertvoller Gegenstände, wie zwei Ferngläser, einen Revolver, Jagdpatronen und dergleichen mit, die er teils im Walde unter einer Hecke versteckte, teils auch in sein Heimatdorf verschaffte. Der Angeklagte, der infolge Trunkenheit sich an Einzelheiten nicht erinnern will, bestreitet im übrigen jede diebische Absicht, er habe den Jägern nur einen Streich spielen wollen. Die Staatsanwaltschaft hielt den Angeklagten auf Grund der eingehenden Beweisaufnahme des Diebstahls für überführt und beantragte die kostenfällige Verwerfung der Berufung. Das Gericht hielt die Vernehmung weiterer Zeugen für erforderlich, deren Ladung unter Vertagung des heutigen Termins angeordnet wurde. Wirtschaft. Kritische Lage am Lahn-Dill Erzmarkt. Wetzlar, 6. Mai. (WTB.) Der Berg- und Hüttenmännische Verein Wetzlar teilt über die Lage am Eisenerzmarkt und über die Konjunktur im Lahn-Dill-Bergbau u. a. folgendes mit: „Leider sind die optimistischen Rachrichten, die in der Presse über die Dortmunder Verhandlungen wegen Mehrnbnahme einer bescheidenen Menge Roteisen st eins zur Erhaltung des Bergbaus an Lahn und Dill verbreitet worden sind, nicht richtig. Die Verhandlungen sind gescheitert. Ein Teil der Hütten, und zwar die größeren Konzerne, war für ein Entgegenkommen, jedoch lehnten die Mehrzahl der Hütten die Mehrabnahme auch nur einer Tonne Eisenstein ab. Diese Haltung der Einkaufsabteilungen steht in starkem Widerspruch zur Stellungnahme der leitenden Führer der Hüttenindustrie, die immer wieder betonen, daß die Großindustrie Wert darauf legen müsse, auch die mittleren und kleineren Betriebe zu erhalten, da ihre eigene Existenz damit eng) verbunden sei. Dieses Verhalten der westfälischen Hütten wirkt um so nachteiliger, als nunmehr auch solche Abnehmer, die bisher im Interesse des hiesigen Erzbergbaus Opfer gebracht und laufend noch Erze bezogen haben, ihren E r z a b r u f einschränken. Die Lage gestaltet sich daher auf einmal krittscher als je zuvor. * ■ • 2G. -Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M. Das Roherträgnis des Jahres 1930 betrug bei der IG.-Farbenindustrie AG. nach Abzug der Generalunkosten (alles in Millionen Mark) 217,48 (256,48). Davon gehen ab Anleihezinsen mit 14,98 (14,98), Abschreibungen mit 57,28 (70,1), Steuern mit 55,99 (66,8). Hiernach ergibt sich für 1930 ein Reingewinn von 89,21 (104,59), wozu noch der Gewinnvortrag aus dem Jahre 1929 mit 5,94 (5,46) tritt, so daß für die Gewinnverteilung 95,16 (110,06) zur Verfügung stehen. Es wird bekanntlich die Ausschüttung einer Dividende von wieder 12 Prozent auf das gegenüber dem Vorjahre um rund 85,63 auf 713,71 verminderte dividendeberechtigte Aktienkapital vor- geschlagen. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 7.Mai. Tendenz: still und unsicher. Im heutigen Vormittagsverkehr nannte man im Zusammenhang mit der erholten gestrigen Reuhorker Börse und der gesenkten Diskontrate in Boston und Philadelphia recht feste Kurse. Die amtliche Börse eröffnete dann ziemlich enttäuschend, da man mit einem freundlichen Beginn gerechnet hatte, zumal die Kulisse teilweise schon etwas vorverkaust hatte. Reben der herrschenden Orderlosigkeit beunruhigten die Meinungsverschiedenheiten vuf der Washingtoner Konferenz wegen der Kriegs- und Reparationsschulden, und die gestrigen kommunistischen Unruhen in Berlin. Die bevorstehenden Auseinandersetzungen wegen der Zollunion traten ebenfalls wieder mehr in den Vordergrund, so daß die Stimmung ziemlich unsicher war. Die Kurse zeigten indessen meist kleine Besserungen, wobei die Umsätze sich jedoch in engen Grenzen hielten. Am Elektromarkt ergaben sich meist Besserungen bis 1,25 Prozent. IG.-Farben mit 145 Prozent eröffneten gut behauptet, nachdem an der Dorbörse noch ein Kurs von 146,5 Prozent genannt wurde. Metallgeschaft zogen um 2 Prozent an. Höher lagen außerdem noch Danatbank, Zellstoff Aschaffenburg, Salzdetfurth, die bis,.2,5 Prozent gewannen. An den übrigen Märkten herrschte Geschäftssttlle, und die wenigen Kurse, die noch zustande kamen, blieben behauptet. Mainkraftwerke waren auch heute ohne Interesse und angeboten. Am Anleihemarkt lagen Altbesih und von Ausländern Anatolier etwas fester. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse unverändert. Reichsschuldbuchforderungen lagen bis zu 1 Prozent fester. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft fast vollkommen, da die Orderlosigkeit anhielt und die Spekulation keine Unternehmungslust zeigte. Die Stimmung blieb unsicher. Die Kurse lagen gegen den Anfang jedoch meist unverändert, vereinzelt ergaben sich auch kleine Abschwächungen. Am Geldmarkt war Tagesgeld zum Sah von 3,5 Prozent weiter erleichtert. Am Devisenmarkt lag das Pfund international befestigt im Zusammenhang mit der erneut ermäßigten Diskontakzeptrate. Man nannte Mark gegen ^Jjillar 4,1982, gegen Pfund 20,4240, London gegen Reuyork 4,8650, gegen Paris 124,45, gegen Mailand 92,93, gegen Madrid 46,80, gegen Schweiz 25,25, gegen Amsterdam 12,11. Berliner Börse. Berlin, 7. Mai. Heute vormittag war die Tendenz auf die Diskontermäßigung in Boston und Philadelphia, wodurch sich die Hoffnungen auf eine Reduzierung der Neuyorker Rate verstärkt haben, allgemein freundlich, und an der Vorbörse nannte man mehrprozentig erholte Kurse. Obwohl die Grundtendenz des Börsenverkehrs freundlich war, brachten die Kurse allgemein Enttäuschungen, so daß das Kursnioeau weiter ziemlich uneinheitlich war, bei Schwankungen bis 2 v. H. nach beiden Seiten, wobei jedoch die Besserungen überwogen. Vor allem beunruhigte die Zukunft des Geldmarktes. Hiernach muß man für die nächsten Wochen mit einer Beschaffung rechnen, da zirka 5 0 0 Millionen Mark Kredite vom Reich und der Reichsbahn benötigt werden. Hinzu kam noch die Meldung eines Mittagsblattes, nach der das Reich infolge der zu schleppend eingehenden Steuergelder jetzt schon 500 Millionen Mark Reichsschätze per 15. November und 15. März zu 6 v. H. verzinsen und emittieren soll. Von sonstigen wenig günstigen Momenten sind der weiter rückgängige Kohlenabsatz im Ruhrkohlengebiet und die schlechte Beschäftigung der Eisen- und Stahlwerkindustrie im April zu nennen; dabei bleibt die Nachricht von der Ankunft des Präsidenten der BIZ. ohne Eindruck. Das Geschäft war sehr ruhig. Die Provinz hatte in Erwartung einer festeren Börse kleine Verkaufsorders hergelegt, und die Spekulation legte sehr große Zurückhaltung an den Tag. Drenftein & Koppel gingen auf Gerüchte von einem wahrscheinlichen Dividendenausfall 4 v. H. zurück, dagegen waren Rheinische Braunkohlen, Dessauer Gas, Konti Gummi, Thüringer Gas, Ilse bis 4 v. H. gebessert. Ausländer kaum verändert, Pfandbriefe ruhig, Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. H. höher. Geld war weiter leicht. Tagesgeld ging, auf 4 bis 6 v. H. zurück, die übrigen Sätze unverändert. Der Verlauf brachte allgemein Kurseinbußen von 1 bis 2 v. H. Der angebliche Rückgang der JG.-Ehemie- bafel-Aktie heute in der Schweiz um 10 Franken verstimmte. Die Spekulation schritt zu Abgaben, die sich auf fast alle Märkte erstreckten. Nur Holzmann waren 1 v. H. fester. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Mai. Auftrieb: 56 Rinder, 788 Kälber, ?7 Schafe, 454 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 62 bis 65, mittlere Mast- und Saugkälber 57 bis 61, geringe Kälber 50 bis 56 Mk. — Marktverlauf: Kälber und Schqfe mittelmäßig, geräumt; Schweine ruhig, zum Schluß schleppend, ausverkauft. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 8. Mai. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.30 Uhr pünktlich: Abendandacht für Studenten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 9. Mai 1931. Freitag abend.7.20 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.§0. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 7 Uhr. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o. H. Arankfuri a. 2)1. Berlin Schluß», hir< | l«Uhr« flurd Schluß» hir« Anfang« flurd Datum .... 7.5. 6.5. 7.5. 6% Deutsche RetchSanlethe von 1927 .......... 84,75 _ 84,75 _ 7% Deutsche Reichsanlethe von 1929 .......... 100 _ 100,9 _ Seutldie An1..Ablö1^Schuld mit AnLlos.-Rechten....... 55,4 55,7 55,5 55.9 Desgl. ohne Ausios.-Rechte . . 5,3 — 5,4 5,4 6% Helt. Solkftaai Don^29 (rüdidennstalt........9 128 5 Goldschmidt ........ 6 42,5 — 42,5 — RütgerSwerke ........6 _ 50,65 51,5 Metallgeselllchaft.......8 671 691 68 Philipp Holzmann......7 96,5 96 97 97 Zementwerk Heidelberg . • 10 Eementwerk Karlstadt. ... 10 87 _ 29,25 29,5 09 5 _ Schultheis Patzenhoser ... 16 152 151,75 - 9iin ......... 18 82,5 83,25 Bemberg.........« 97 97?5" 98'5 Zellsloss Waldhos .... 18'/, — 90 90,75 ' 91,5 fiellstoff Aschassenbura ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 — 80,5 79,13 80 Dessauer GaS ....... 9 -— — 128 130,25 Daimler Motoren......0 28,5 28,25 29 30,25 Deutsche Linoleum ...... 82 —— 62,5 82 — — il?nt DliitomobU ....... 0 _ Orenstein & Koppel . .... 6 — — 49 45 Leonhard Tietz ...... 10 106 — 107 106,5 241 ___ grankfurter Maschine» .... 4 14,5 __ 16,5 fflrihnet...... 6 37.5 - 35 Heyliaenstaedt.......o — — IungyanS..........6 — — — — Lechwerke..........8 — —— — — Matnkrastwerkc Höchst a.M». . 8 — — — — Miag...........IC ■ —— - - -- ®ebt. Roeder ....... io Botgt & Haeffner......9 Süddeutsche findet • • . . 10 120 *— 119,5 120,45 Banknoten. Devisenmarkt Berlin--Frankfurt a.M. Berlin, 6. Mai Geld Dries Amerikanische Note»...... 4.179 4,199 Belgische Noten........ 58,23 58,47 Dänische Noten . ....... 112,03 112,47 Englische Noten ........ 20,37 20,45 Französische Noten ....... 16,37 16,43 Holländische Noten ....... 168,26 168,94 Italienische Noten........ 22,02 22,10 Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling 112,03 112,47 58,97 59,15 Rumänische Noten....... 2,485 2,505 Schwedische Noten....... 112,13 112,57 Schweizer Noten........ 80,67 80,99 Spanische Noten........ 43,56 43,74 Tschechoslowakische Noten..... 12,42 12,48 Ungarische Noten ....... 73,00 73,30 6. Mai 7. mal Amtliche Notierung Amtliche Gelb Notierung Brie, (Selb Brief Arnst.- Rott. 168,53 168,87 168,46 168.80 öuen.-AireS 1,320 1,324 1,294 1,298 Br-si.-Antw. 58,335 58,455 58,335 58.455 Chrtstianta. Kopenhagen 112,30 112,52 112,31 112,53 112,30 112,52 112,31 112,53 Stockholm . 112,43 112,65 112.45 112,67 Helnngfors, 10,556 10,576 10,556 10,576 Italien. . . 21,97 22,01 21,965 22,005 London. .. 20,402 20,442 20,404 20,444 WeuDort . . 4,195 4,203 4,1945 4,2025 Paris. . .. 16,394 16,434 16,391 16.431 Schweiz .. 80,795 80,955 80,815 80.975 Spanien . . 43,71 43,79 43.51 43.59 Japan - . . 2,075 2,079 2,075 2.079 Rio de Ian. Wien in D-« 0,289 0,291 0,279 0,281 Oest- abgeft. 59.02 59,14 59,005 59,125 Prag - . . - Belzrad . . 12,428 12,448 12,427 12.447 7,377 7,391 7,377 2,391 Budapest. . 73,14 73,28 73,13 73,27 Bulgarien . 3,036 3,042 3,039 3,045 Lissabon . 18,85 18.89 18,85 18,89 Danzig. . . Konstantia. 81.56 81.72 81,57 81.73 1,784 1,789 1,784 1.789 Athen. . . 5,34 5,49 5.44 5.45 Lanada . . 4,192 4,200 4.192 4.200 UruQuao. . 2,667 20,915 2,673 2,617 2.628 tdro ... 20,955 20,925 20,965 Sie, v . UA llt9 btr ^.be°n- J’toeiJjS- S ui»1 3.5 fei Wenniarft lan te’*™- S?X n öw 25.25, X vie. 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Mai. 2030 Uhr pünktlich: Linden. za« Cabbalfeier den g Uhr: Samstag vor- balausgong 8.30. ~ 30; abends 7 Uhr. 'iS 58.335 112,3 112,31 112' 10,556 21.955 20,104 4,191 16,» 80,815 4331 2,015 0,279 59,005 s 18-^ 8 iß 20,915 4,119 58,23 112,03 20,31 16,31 168,26 22,02 112.03 58,97 2,485 112,13 80,67 43.56 12,1 73,00 M 1,281 58,455 112,» 112.» 112.» IO.» 22,W 20^ 4-2^ 16,» 0,211 59,125 'Ä £ >a 58,41 112,41 20,45 16.43 168,94 22,10 112,41 59,15 2,5g 112.» 80,89 43,74 12,48 73,30 waffad^L- ---7>l_ mÄ*S ®db, -—' SJl.-'fport Wettbewerb im Gepäckmarsch des Gießener Bataillons. Der vergangene Samstagvormittaa sah manchen alten Soldaten im Gelände zwischen Gießen—Anne- roh—Oppenrod, um sich die Gepäckmarschleistungen unseres Bataillons anzusehen. Die gezeigten Leistungen waren gut. Es war im Einzelwettbewerb eine festgelegte Strecke von 25 km zu marschieren. Der Anzug war feldmarschmäßig, die Gasmaske umgehängt, der Tornister 25 Pfund schwer. Die beste Leistung erzielte Grenadier B r e d l e r, 1. Kompanie, mit 3 Stunden 8 Minuten 33 Sekunden. Trotz seiner erst 1 ^jährigen Dienstzeit kam er noch frisch und vergnügt am Ziel an. Es folgten: Obergrenadier K n a f, 1. Kompanie (3:14), Gefreiter Dinges, 3. Kompanie (3:14,5), Obergrenadier Wagener, 3. Kompanie (3:18,30), Obergrenadier Röttgen, 2. Kompanie (3:20,07), Grenadier Fleck, 1. Kompanie (3:21,25), Unterfeldwebel Becker, 1. Kompanie 3:21,50). Unterfeldwebel Becker, Grenadier Bredler, Obergrenadier K n a f und Gefreiter Dinges wer- den unser Bataillon bei den diesjährigen Heeres» Meisterschaftskämpfen würdig vertreten. — Die Mannschaften unter einem Dienstjahr, die aus Gesundheitsrücksichten an so anstrengenden Wettkämpfen bestimmungsgemäß noch nicht teilnehmen dürfen, marschierten am Samstag für das Deutsche Turn, und Sportabzeichen. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Hausen I — Albach I 2:6 (2:3). In Hausen standen sich Albach I uni» Haufen I im Gesellschaftsrückspiel gegenüber. Es kam ein über- mäßig harter Kampf zustande, bei dem die Grenzen des Erlaubten zuweilen stark überschritten wurden. Die Gäste konnten den harten Kampf verdient für sich entscheiden. wieseck I — Londorf I 1:3 (1:2). In Wieseck trafen sich in der Runde der Meister die 1. Handballmeisterschast des Tv. 1862 Wieseck mit der 1. Mannschaft des Tv. Londorf. Bald entwickelte sich ein flotter Kamof, bei dem Angriff und Abwehr schnell wechselten. Londorf gelang es nach einiger Zeit, einen Angriff mit Erfolg zu krönen. Bald konnten aber die Gastgeber den Ausgleich erzwingen. Ein gut placierter Freiwurf brachte den Gästen ein zweites Tor ein. In der zweiten Halbzeit hatte Lon- darf mehr vom Spiel. Wieseck spielte nun etwas zer- fahren. So konnte der frühere Gaumeister noch ein lor erzielen und als verdienter Sieger den Platz verlassen. Gut waren beide Torleute. Wißmar — Launsbach 2:5. Am Sonntag trafen sich die beiden Mannschaften in Wißmar zum Freundschaftsspiel. Sofort nach Beginn setzte ein flottes und spannendes Spiel ein. Durch einen Strafstoß konnte Launsbach schon nach zehn Minuten in Führung gehen und bis zur Pause noch dreimal einsenden, während Wißmar nur einmal erfolgreich war. Rach Seitenwechsel konnte von beiden Mannschaften noch je ein Tor erzielt werden. Launsbach siegte verdient. Iv. Staufenberg I — Tv. Nordeck 1 5:6. Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften am Sonntag in Staufenberg. Sofort nach Beginn des Spieles gingen die Gäste mächtig aus sich heraus und lagen nach kurzer Zeit mit zwei Toren in Führung. Das Spiel wurde dann aus- geglichener und sah beide Mannschaften wechselnd zu Torerfolgen kommen, bis es schließlich den Gästen gelang, durch ein 6. Tor als glücklicher Sieger den Platz zu verlassen. Tv. Garbenteich I — Tv. Dorlar I 7:3 (3:2). Beide Mannschaften legten von Spielbeginn an ein sehr flottes Tempo 'nor und nach gleichverteilten Angriffen vermochte der Gast die Führung an sich zu reihen, der jedoch bald der Ausgleich entgegengesetzt wurde. Durch einen Strafstoß ging Dorlar abermals in Führung, Garbenteich kam jedoch sodann zu zwei weiteren Toren. Halbzeit 3:2 für Garbenteich. Während der zweiten Halbzeit ver- mochte Garbenteich weiter führend zu bleiben und schoß vier Tore, von denen die Gäste nur eins aufholen konnten. Im Feldspiel waren beide Mannschaften ziemlich gleichwertig, lediglich der schuß- freudigere Sturm entschied das Spiel. Arbeiter Turn- und Sportbund. Gießen I — wieseck I 0:0. Beide Mannschaften traten komplett zum fälligen Serienspiel an. Bereits nach dem Anstoß mußte der Hüter der Einheimischen eingreifen. Verteiltem Feldspiel folgte eine Drangperiode vor dem Tor der Plahbesitzer, aber zweimal muhte Wieseck wegen Abseits auf den sicheren Torerfolg verzichten. Dann wurde auch Gießen gefährlicher, doch gingen alle Torschüsse neben oder über das Tor. Bis zur Pause gelang es keiner Partei trotz aller Anstreichungen zum Erfolg zu kommen. Aach Seitenwechsel sah man weiter spannendes Spiel. Beide Tore kamen öfters in Gefahr. Das Spiel wurde schärfer, ohne daß der Unparteiische eingreift Trotzdem der Rest der zweiten Spielhälfte von sehr harten Angriffen bestimmt war, vermochte keine Partei erfolgreich zu sein. Die Turner uitb Sportler haben unter dem Einfluß der günstigeren Witterung nach und nach das Feld ihrer Betätigung in das Freie verlegt. Auch die Ruderer haben während der letzten Wochen das Training wieder ausgenommen. Allabendlich kann man nun wieder die flinken Boote auf der Lahn sehen, die Stimme des Steuermanns, des Trainers klingt über das Wasser. Die Ruderer üben für die kommenden Wettkämpfe. Die Gießener Rudergesellschaft 1877 hielt bereits vor längerer Zeit ihr Anrudern ab und eröffnete damit offiziell die Saison. Es interessiert in diesem Zusammenhang die Tatsache, daß die GRG. im vergangenen Jahre den 200. Sieg errungen hat, und bestrebt sein will, diese Reihe fortzusetzen. 3m Jahre 1930 vermochten die Ruderer der GRG. allein aus 15 Rennen siegreich hervorzugehen. Man hat in diesem Jahre wieder einen Trainer verpflichtet, Herrn Schulde aus Berlin, der die Mannschaften bereits in seine Obhut genommen hat. Die Gießener Ruder- gesellschast hat in diesem 3ahve die Absicht, einen Iungmann-Achter, vier (Senior-Vierer und womöglich einen Senior-Achter zu stellen. Man hosst, daß bei Semesterbeginn auch in diesem Jahre die Studenten wieder an den Start gehen und sich zu Mannschaften zusammensinden. DasDovts- material — vier <3ig»Vierer (zwei offene und zwei gedeckte), drei Venn*Vierer (Mit Steuermann), ein Rennvierer (ohne Steuermann), ein Gig-Zweier, ein Doppel-Zweier, zwei Einer und schließlich ein Renn- sowie ein Gig-Achter — befindet sich durchweg in gutem Zustand. Das Turn-Seminar hat einen Skullvierer eingestellt. Die Gießener Rudergesellschast wird auch in diesem 3ahre die Hochsommerregatta (11. und 12.3uli) ausrichten, die sich wieder zu einem sportlichen Ereignis gestalten dürfte. Außerdem stehen Kämpfe gegen die Limburger und die Beteiligung am Städteachter Gießen—Wetzlar auf dem vorläufigen Programm. Der Bestand der aktiven Mannschaften erfährt übrigens in diesem Jahre eine besondere Bereicherung durch den Beitritt des bekannten wieseck II — Gießen II 4:1. 3n Wieseck standen sich die zweiten Mannschaften gegenüber. Die Gäste führten bereits unmittelbar nach dem Anstoß mit 0:1. Rach wenigen Minuten war aber der Ausgleich hergestellt. Die Einheimischen blieben weiter im Angriff und erhöhten bis Halbzeit auf 3:1. Rach dem Seitenwechsel ließ das Spiel auf beiden Seiten nach. Wieseck bleibt überlegen und erhöhte auf 4:1. Marburg I — Hachborn I 4:0. 3n einem flotten Spiele gelang es bis Halbzeit keiner Partei, zu Erfolgen zu kommen. Erst nach Seitenwechsel zeigte sich Marburg überlegen und konnten bis zum Schluß vier Tore erzielen, denen die Gäste nichts entgegenzusetzen vermochten. • Handball. Gießen I — Bezirks-Schiedsrichter 7:3. Am Samstagnachmittag standen sich diese Mannschaften auf dem Trieb gegenüber. Die Gießener, verstärkt durch einige neue Kräfte, lieferten ein ansprechendes Spiel. Die Vereinigten Schiedsrichter muhten alles bergeben, um sich der Angriffe der Einheimischen zu erwehren, konnten die hohe Riederlage jedoch nicht verhindern. Kurze Sportnotizen. Die englische Derufsspielermann- schäft von Birmingham wird auf ihrer D.eutsch- landreise nun auch das Tressen in Westdeutschland austragen können, denn der Westdeutsche Spielverband hat jetzt die Genehmigung für ein Spiel gegen den SB. Essen 99 (verstärkt) erteilt. Frankfurters T i m p e, der seit kurzer Zeit in Gießen weilt, und für die GRG. an den Wettkämpfen teilnehmen will. Ein Teil der Ruderer der GRG. nahm am Wintertraining der Spielvereinigung 1900 zur sportlichen Ergänzung teil. Reben dem Rudersportbetrieb wird im Rahmen der Gießener Ruder-Gesellschaft auch der Kanusport eifrig gepflegt. Der Schuppen, der für die Aufbewahrung der Boote am Ende des Doots- hausplatzes erstellt wurde, erweist sich bereits als au klein, denn das Paddeln hat gerade in den beiden letzten Jahren einen ungeahnten Aufschwung genommen und sich zum wahren Volkssport entwickelt. Leider ist aber die Ruder-Gesellschaft räumlich zu beengt, um eine Erweiterung ihrer Anlagen durchzuführen. Es soll nicht vergessen werden, daß sich die Gießener Rudergesellschaft vor mehreren Jahren maßgebend für die Korrektur der Lahnufer einsetzte und Baggerarbeiten durchführen ließ, durch die die Tlebersichtlichkeit der Rennstrecke wesentlich gehoben und zugleich die Möglichkeit geschaffen wurde, daß heute auf der Lahn drei Ruderboote mit Steuermann bequemer nebeneinander starten und die Strecke auch nebeneinander gefahrlos zurücklegen können. Gleich der Gießener R^ider-Gesellschast hat auch der Verein Rudersport 1913 mit einem Anrudern am vergangenen Sonntag die Saison eröffnet. Als Trainer wurde in diesem Jahre der Ruderlehrer Weber (Mitglied der „Hassia") verpflichtet. Der Verein Rudersport bringt, so weit es sich bis jetzt übersehen läßt, in diesem Jahre nicht so viele Rudermannschaften auf, wie im vergangenen Fahre. Oertliche Veränderungen einzelner Ruderer haben die Mannschaften aufgelöst, so daß man aufs Reue zusammenstellen und mit sorgfältig aufbauendem Training beginnen muh. AlF komplett sind bisher ein Anfänger-Vierer, ein Junior-Vierer und ein Schüler-Vierer zu betrachten. Man hofft jedoch, im Laufe des Jahres Ruderer wieder auf der Lahn. Aus den Vereinen. — Von Anrudem und Trainingsverpflichtung, Booten und Mannschasten. wenigstens noch einen Junior-Achter stellen zu können. Ein Gig-Achter, zwei Renn-Achter, zwei Venn-Vierer, ein Renn-Zweier und ein Doppel- Zweier ohne Steuermann, zwei Schulboote und zwei Vierer-Boote, «in Renn-Gig und ein Rennvierer (ohne Steuermann), sowie zwei Einer geben dem Verein die Möglichkeit, viele Mitglieder aktiv sein zu lassen. Wie der Ruder-Gesellschaft. so ist auch dem Verein Rudersport eine Paddel-Abteilung angegliedert, die viele Mitglieder zählt. Etwa 35 Boote liegen zur Zeit im Schuppen. Man trägt sich mit dem Gedanken, für die zu erwartende stärkere Beteiligung am Paddeln die notwendigen Erweiterungen für die Unterbringung der Boote durchzuführen. Der Verein Rudersport ist seinem Rachbarn gegenüber insofern im Vorteil, als er über bedeutend mehr Gelände verfügt. Eine große Wiese, die -um Teil verpachtet ist, gibt t>hn Verein die Möglichkeit, einen Teil des Geländes als Dadeplotz freiw- halten, ohne daß der An- und Abtransport der Ruderboote zum Wasser und zur Halle gestört wird. Wie wir hören, wird sich auch der Verein Rudersport wieder an einigen auswärtigen Regatten beteiligen. Voraussichtlich wird er in Limburg, unter Umständen auch in Ems starten: eine endgültige Festlegung erfolgte bisher allerdings nicht. Die Herbstregatta des Lahn-Regatta-Verbandes wird in diesem Fahre wieder vom Verein Rudersport durchgesührt werden. ♦ Der Gießener Ruderklub „hassia" f eiert in diesem 3ah re das 3ubtläum seines 25- jährigen Bestehens. Das Fest wird in bescheidenem, zeitgemäßen Rahmen, aber nichtsdestoweniger würdig gefeiert werden. Der Ruderklub „Hassia", der aus dem Süddeutschen Ruderver- band ausgetreten ist, gehört nunmehr dem Deutschen Ruderverband an und wurde kürzlich auf einstimmigen Beschluß auch in den Lahn-Regatta- Verbanb ausgenommen. Am vergangenen Sonntag hielt auch der Ruderklub ..Hassia" sein Anrudem ab, mit dem zugleich die Trainingsverpflchtung von 18 Ruderern verbunden war. Voraussichtlich bringt der Verein in diesem 3ahre einen 3ung» mann-Achter, zwei Vierer und einen Einer auf das Wasser. Man hofft jedoch, im Laufe des 3ahres noch die eine oder andere Mannschaft zusammenstellen zu tonnen. Das Bootsmaterial — zwei Renn-Ächter, drei Renn-Vierer, drei Gig-Vierer, ein Schulvierer, ein Schul-Zweier und drei Renn-Einer — befindet sich mit Aus-,' nähme eines Vierers in denkbar bestem Zustande. Der Verein verfügt außerdem über ein im vorigen 3ahre angeschafftes, kräftiges Motorboot, das demnächst wieder auf das Wasser gebracht wird. Der Ruderklub „Hassia" hat bisher, seit seinem Bestehen (1906 gegründet) insgesamt 96 Preise errungen. Die Trainingsleitung für die kommende Saison liegt in den Händen der Herren Wenzel und Weber. Die Mitglieder der „Hassia" waren in der Winterpause nicht untätig geblieben und haben Ergänzungssport betrieben (Fußball, Schwimmen usw.), der die Ruderer gelenkig erhalten haben dürfte. Das Programm der „Hassia" für die kommende Saison steht noch nicht fest. Außer an den bekannten örtlichen Regatten will man auch einige auswärtige Rennen bestreiten/ 3n diesem 3ahre wird auch der verein „Aferkrilik" wieder in Erscheinung treten. Der Verein, der sich aus älteren Gießener Ruderern zusammen- seht, wird seine Mitglieder bei Veranstaltungen! und an Train,ngsabenden wieder an die Ufer der Lahn entsenden und durch die aus ihren Beobachtungen gewonnenen Anregungen den Rudersport zu fördern bemüht sein. 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