Nr 80 Erstes Blatt 18(. Jahrgang Dienstag, 7. April (93t kriq«»nt lüglich.autzri Somttags und Feiertag» Btilaatn Dte DOuitriexit Gietzenet FamilienblLUei Hrtmal im Bild Die Scholle Ronats-BejugspreU: 2.20 Neichsmarb und 30 Neichspfrnnig für Tröget» lohn, auch bei dichter« scheinen ernz einer Nummern infolge höherer Gewalt. Zenisvrechanschlüsfe anterSammelnummer2251 «nschnft für Drahtnach- richten Hnjctger »feste». Postscheckkonto: LranttuN om Main 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud unfc Dcrlag: vrühl'sche U«iverstiülL-v»ch' nnö Steinöruderet R. Lange in Sietzen. Sdfriftiettung und Seschästrftelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher, preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Beid)spfennig; für Ne- hlameanjcigen von 70 mrx Breite 35 Neichspfennig, Platz Vorschrift 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Dolitüt Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Tlaj Filter, sämtlich in Diesten Reichskanzler und Außenminister nach England eingeladen. Brüning und Eurtius werden am 1. Mai einer Einladung Macdonalds und Hendersons nach Ehequers folgen zur Besprechung der internationalen Probleme. Hendersons Einladung. Conbon, 6.April. (I1L) Nach einer offiziösen Meldung der „Times“ hol die englische Regierung vor einiger Zeil durch die deutsche Botschaft In London eine Einladung an den deutschen Reichskanzler und den Außenminister Dr. 6ur t iu s übermitteln lassen» London im April einen prioalen, rein freundschaftlichen Besuch abzustatten. Es hätten sich jedoch einige Schwierigkeiten ergeben, die einen Besuch in diesem Monat unmöglich machlen, sowohl Brüning wie Lurlius hätten eine Reihe anderer Derpslichtungen. Die Einladung sei aber für den Mai angenommen worden. Die englische Regierung hasse, dah B r i a n d bei dieser Zusammenkunft anwesend sein werde. Dazu wird von deutscher zuständiger Stelle mil- geteilt, bab die britische Regierung beabsichtige, den Reichskanzler und den Reichsautzenminister ; u einem privaten Besuch nach Ehequers, dem Landsitz des britischen Ministerpräsidenten, einzuladen. Deutscherseits werde diese Absicht sehr begrüht. Ls handelte sich bei dieser Zusammenkunst um eine intime und freundschaftliche allgemeine Aussprache über alle Fragen, die die beiden Länder gemeinschaftlich interessieren. Am^.MaiBefuchiuEhequers -lbrüstungsaßkommcn und Zollunion sollen besprochen werden. Berlin, 7. April. (TU.) Reichskanzler Dr. Brüning und Autzenminister Dr. Eurtius werden, wie die „Vossische Leitung" erfährt, die Reise nach England am 29. April antreten und a m I.Mai Gäste Macdonalds auf seinem Landsitz in Ehequers fein. Die Einladung sei bereits vor mehreren Wochen mündlich durch den englischen Botschafter in Berlin übermittelt worden. Sie sei damit motiviert worden, dah Henderson die deutsche Regierung eingehend über die Abmachungen unterrichten möchte, die xtoisehen England, Frankreich und Italien über die Abrüstung zur See getroffen worden seien. Da Deutschland mit Recht darüber verstimmt gewesen sei, daß über die Abmachungen zwischen den drei Westmächten die deutsche Regierung nur sehr unverbindlich unterrichtet worden sei, habe Henderson dieses Deutschland verstimmende Verhalten dadurch wieder gutmachen wollen, datz er Dr. Brüning und Dr. Eurtius zu einer Aussprache über das gesamte Abrüstungsproblem nach England eingeladen habe. Reichskanzler und Autzenminister hätten damals die Einladung vorläufig angenommen, ohne datz ein Termin für den Besuch festgelegt worden sei. Da inzwischen die Veröffentlichung des deutsch-österrei- chischen Abkommens erfolgt sei, wäre es zweifelhaft geworden, ob sich die von Henderson angeregte Zusammenkunft noch verwirklichen lassen würde. Während der letzten Tage vor Ostern sei Henderson in einem Gespräch mit dem Botschafter v. Reurath in London erneut auf die Einladung zu sprechen gekommen und habe um den Vorschlag eines Termins ersucht. Am vergangenen Donnerstag sei telephonisch nach London mitgeteilt worden, dah Kanzler und Reichs- auhenminister am I.Mai in Ehequers eintreffen wollten. Auf diesen Tag habe man sich sehr schnell geeinigt Die beiden Minister würden ohne gröbere ‘Begleitung reisen. — Der ..Tag" ist der Ansicht, dah im Mittelpunkt der 'Auseinandersetzungen mit der englischen Regierung auch der Plan des deutsch-österreichischen Zollbundes stehen wird. Der „Tag" erwartet außerdem, dah der Reichskanzler und der Auhen- minister. wenn sie schon mit der englischen Regierung in vertraulicher Form Fühlung nehmen, auch restlos die Wahrheit über die finanzielle Lage und die Reparationen bekennen. Lehnt Briand ab? Hcndcrfond Vermittlerchrgeiz. Paris, 7. April. (DTV. Funkspruch.) Der offiziöse Petit Parisien erklärt, der Quai d'Orsay könne über die angeblich an Briand ergangene Einladung der britischen Regierung, sich demnächst nach London zu begeben, keine näheren Angaben machen. Denn wenn auch von der Reise bereits die Rede gewesen sei, so sei hierüber noch kein Besch luh gefaßt worden. „Echo de Paris" und „L Oeuvre" glauben berichten zu können, dah Außenminister Briand die Einladung, sich gleichzeitig mit dem deutschen Reichskanzler und dem deutschen Auhenminister nach London zu begeben, abgelehnt habe. „Echo de Paris" läht sich aus London melden, daß man in gewissen politischen englischen Kreisen der Ansicht sei. die englische Regierung habe einigermaßen unklug gegenüber Briand gehandelt, als sie ihn einlud, an der Besprechung mit den deutschen Ministern teilzu- nehmen. Man könne sich vorstellen, dah der Chef des Quai d'Orsay nicht freudigen Herzens sich zu einer derartigen Reise bereitfinden werde. Sein Besuch in London drohe, in demütigender Weise den Miß» erfolg seiner Politik zu bestätigen. Aber Henderson träumte davon, zwischen Briand und Eurtius zu vermitteln, um seine eigene Wahl für den Präsidenten- posten der allgemeinen Abrüstungskonferenz vorzu bereiten. Beunruhigung in Paris. Wünscht Italien den Beitritt zur ollunion? London, 7. April. (ERD. Eigene Meldung.) Ein französischer Korrespondent meldet dem ..Daily Telegraph" aus Paris die Rachricht, daß Reichskanzler Brüning und Dr. Eurtius auf Einladung Hendersons voraussichtlich nach London kommen werden, habe in Paris grohes Erstaunen hervorgerufen. Amtliche Kreise seien zurückhaltend, soweit sie nicht überhaupt wegen des Osterfestes unerreichbar seien; aber von vertrauenswürdiger Seite will Pertinax erfahren haben, dah Briand bereits mit Ded auern abgelehnt habe, da er nicht imstande sei, kurz vor der Wahl des neuen PräsidentenderRepublik nach London zu gehen. — Während Pertinax die Abrüstungskonferenz als Motiv für die Einladung Hendersons in den Vordergrund rückt, meint bet Korrespondent der „Morning Post", die britische Regierung habe die deutschen Minister eingeladen. um die Lage, die sich aus dem deutschösterreichischen Plan einer Zollunion ergeben hat, in freundschaftlichen und unformellen Besprechungen zu erörtern. Abgesehen von seiner legalen Seite habe der Plan die Haltung Frankreichs in der Frage bet französisch- italienischen Flottenvereinbarung geändert. Auch fei Frankreich stark beeinflußt durch das hartnäckig umlaufende Gerücht, daß Italien mit dem Gedanken flirte, der Zollunion beizutreten. „L'Oeuvre" erklärt, Briand halte diese Begegnung einige Tage vor den besonders wichtigen Verhandlungen über den österreichisch-deutschen Zollverein in der Studienkommission und im Völkerbundsrat wirklich nicht für opportun. Ohne Deutschland und Oesterreich als Bellagte hinstellen zu wollen, erwarte man doch von diesen Verhandlungen juristische und politische Vereinbarungen, die ziemlich peinlich werden könnten. Sei es passend, so fragt das Blatt, an die Führer eines Kabinetts, bei dem man wiederholt diplomatische Vorstellungen habe erheben müssen, an die Minister einer Regierung, deren Politik eine wirkliche Krise in Europa hervorgerufen habe, eine so herzliche Einladung ergehen zu lassen? Das Blatt an- wortet mit „nein“ und fährt fort, es bleibt zu befürchten, dah Dr. Brüning und Dr. Eurtius auf ihrem Londoner Besuch den Eindruck gewinnen könnten, als ob sie für das Programm der deutschen Forderungen keinen starken englischen Wider st and zu erwarten hätten und sich deshalb im Dölkerbundsrat intransigent zeigen könnten. — „Journal" wirst England vor, immer und überall die Schiedsrichte r.r olle spielen zu wollen. Die Engländer ließen es an der notwendigen Llnpar- teilichkeit fehlen. — „Echo de Paris" bemerkt, Briand habe die Ablehnung der Einladung mit den nahe bevorstehenden Präsidentschaftswahlen begründet. Selbstverständlich aber sage die Aussicht, das „Frühstück von Thoiry" unter Vorsitz Macdonalds wieder auszunehmen, der französischen Ideologie nicht zu. Es frage sich, meint das Blatt, ob es nicht klüger wäre, ein Unterfangen, das unter den gegenwärtigen Umstanden vielleicht fang- und klanglos den Tod des Völkerbundes mit sich bringen könne, für immer zu vertagen. Die Initiative Hendersons sei äußerst bedauerlich. Das unvermeidliche Ergebnis dieser Begegnung werde fein: Verstärkung der d-iplom atischen und militärischen Abwehrmittel. Die Londoner Begegnung verleugne erneut die Politik BriandS. „Figaro' befürchtet, nzan werde in London die deutsch-österreichische Angelegenhett freundschaftlich beizulegen versuchen, um eine Debatte in Genf zu vermeiden. Das wäre, meint das Blatt, öle schlimmste Lösung, weil das deutsch-österreichische Problem bald aufs neue aus tauchen würde. London bewirbt sich um die Abnistnngskonserenz. Oie vorbereitenden Besprechungen im Mai. London, 7. April. (WTD. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" schreibt: Auf dem Kontinent gewinnt die Ansicht immer mehr Beben, datz London der geeignetste Platz für den Zusammentritt der allgemeinen Abrüstungskonferenz im nächsten Jahre sein würde. Riemand glaubt recht daran, daß Genf imstande ist, 3000 bis 4000 Delegierte, Sekretäre und Sachverständige und Pressevertreter unterzubringen. Auch gegen Barcelona und Biarritz und die übrigen Städte, die sich angeboten haben, bestehen offenbar Bedenken. Man ist der Meinung, daß nur eine größere Stadt die Konferenz beherbergen kann, und von allen größeren Städten dürfte London am geeignetsten fein. Die Angelegenheit wird im nächsten Monat erörtert werden, wenn die Staatsmänner der großen europäischen Mächte hier zu einer unformellen Besprechung über die Vorbereitungen zusammenkommen werden. Henderson hatte versucht, im vorigen Monat eine solche Zusammenkunft in Paris zustande- zubringcn; aber weder Dr. Curtius noch G r a n d i waren in der Lage, teilzunehmen. Infolgedessen faßte der britische Staatssekretär des Aeuheren den Plan, anläßlich der Besprechungen der neuen Flottenvereinbarungen eine Zusammenkunft in London zu veranstalten. Die Frage der Daten hat aber einige Schwierigkeiten gemacht, und es wird vielleicht nicht möglich sein, beide Ereignisse zusammenzulegen. Es ist aber jetzt ziemlich sicher, dah der deutsche Reichskanzler und Autzenminister, der französische Autzenminister und der italienische Autzenminister in der l. Woche des Mai in London sein werden. Es ist sogar nicht ganz ausgeschlossen, dah Mussolini ebenfalls kommt. Es wird nach wie vor gehofft, dah die Flottenvereinbarung vorher unterzeichnet werden wird. Die Stockung in den Verhandlungen der Sachverständigen ist ernst, aber nicht so ernst, wie es in manchen Kreisen dargestellt wird. Oer Abrüstungskonflikt. Tic neuen Meinungsverschiedenheiten zwischen Frankreich und Italien. Paris, 4. April. (Xil.) Briand hatte mit dem italienischen Botschafter in Paris, Grasen Manzoni eine längere Unterredung über die Schwierigkeiten bei der Redaktton des französischitalienischen 5Iottcnabfommenß. Bis zum Jahre 1933 herrscht zwischen den drei Mächten absolute ilebcreinftimmung. Dann treten jedoch Streitfragen auf, die ihre Ursachen in der verschiedenen Auslegung der Klauseln haben, in denen Frankreich und Italien die Kiellegung von neuen Einheiten bis zum Jahre 1936 erlaubt ist. Diese neuen Einheiten dürfen nach dem Wortlaut des Abkommens für Frankreich 136 438 Tonnen nicht überschreiten, während Italien sogar nur 129 615 Tonnen zugestanden worden sind. Die französischen Sachverständigen stellen sich nun plötzlich auf den Standpunkt, dah sie Ende 1934 ihre volle Handlungsfreiheit toic- dergewinnen, da der Dau eines Kriegsschiffes mindestens drei Jahre dauert und die im Jahre 1934 und spater auf Kiel gelegten Einheiten erst nach 1 935 beendet sein würden. Die englische und die italienische Abordnung in London haben der französischen These energischen Widerstand entgegengesetzt. Frankreich fordert als Mindestmaß der den Rahmen des Abkommens überschreitenden Reubauten je 66 000 Tonnen für die Jahre 1934, 1935 und 1936. Der Ausschuß zur Abfassung des Wortlautes des englisch-französisch-itaUenischcn Flottenabkommens hat sich b i s e t w a 14. A p r i l o e r t a g t. In englischen Kreisen herrscht die Ansicht, daß, wenn Frankreich nicht bereit fein sollte, Italien in der Frage der leichten Kriegsschiffe entgegenzukommen, ein Abbruch der Arbeiten des Ausschusses zu befürchten stehe. Die Schwierigkeiten sind nach einer Meldung der Morningpost recht ernster Natur und sollen durch einen taktischen Fehler Hendersons entstanden fein. Dieser habe in Paris den Wunsch der Franzosen zur Kenntnis genommen, die älteren Kreuzer und Torpedobootszerstörer in den nächsten Jahren durch Neubauten zu ersetzen, habe aber in Rom den Italienern keine Mitteilung davon gemacht, obwohl fein Berater Craigie ihn besonders auf diesen Punkt aufmerksam gemacht habe. Henderson fei der Ansicht gewesen, daß es sich um einen nebensächlichen Punkt handele, der keiner besonderen Erwähnung wert gewesen wäre. Erft als die Sachverständigen in London zusammentraten, um den Entwurf des Abkommens in endgültige Formen zu gießen, hätten die Italiener von den französischen Wünschen und den englischen Zusagen Frankreich gegenüber Kenntnis erhalten. Die Ueberraschung sei sehr groß gewesen, denn die französischen Forderungen nach Ersatz aller Schiffe machten einen Unterschied von 60 bis 80 000 Tonnen aus. Militärrevolte auf Madeira. F u n ch a l, 5. April. (WTD.) Hier ist es gestern zu einem militärischen Pronuncia- mente gekommen. Der Sonderdelegierte der Regierung, der Zivikgvuverneur imfc der Militär- gouvcrneur sind fest genommen worden. Die Militär- und Zivilgewalt ist dem General Smrza Dias als dienstältestem Offizier übertragen worden. Der portugiesische Mimsterrat bat beschlossen, ein Truppenkontingent nach Madeira zu entsenden, um die Auf st andsbewegung zu unterdrücken. Man vermutet, dah die Regierungsgebäude in der Gewalt der Aufständischen sind, die von einem gewissen Leutnant E a moens befehligt werden. Zwei Iahresklaffen sowie sämtliche Reserveoffiziere sind einberufen worden. Die strategisch wichtigen Punkte wurden m i t Artillerie beseht. Auf der Insel herrscht wieder Ordnung. Oas erste Gutachten zur Arbeitslofenfrage. Verkürzung der Arbeitszeit und Einschränkung des Toppclvcrdicnstcs. Berlin, 4. April. ((Eigene Meldung.) Die von der Reichsregierung eingesehle Gutachlerkorn- m i f f i o n zur Arbeitslofenfrage Hal das bisherige (Ergbnis ihrer Beratungen zur Arbeitslofenfrage in Form eines Teilgulachtens der Reichsregierung vorgelegt. Das Gutachten prüft die Frage, ob die vorhandene Arbeit auf eine größere Zahl und möglichst nur arbeitsbedürftige Menfchen verteilt werden kann. Ls behandelt die Verkürzung der Arbeitszeit zugunsten von Reueinstellungen und die Einschränkung ungerechtfertigten Doppelverdien st es. Zur Arbeilszeitsrage werden verwallungsrnaß- nahmen und der Erlaß eines Gesetzes vorgeschlagen, das die Reichsregierung ermächtigen soll, f ü r einzelne Gewerbezweigc oder Berufe die Höchstdauer der regelmäßigen werktätigen Arbeitszeit bis auf 40 Stunden wöchentlich herabzusetzen. Ausgenommen bleiben Betriebe, die in der Regel weniger als zehn Arbeitnehmer beschäftigen, ebenso Landwirtschaft und Hauswirtschaft, von einer allgemeinen Herabsetzung der Arbeitszeit durch das Gesetz selbst wird abgesehen, da es mannigfache Ausnahmen er- sordern würde. Die Herabsetzung braucht nicht auf 40, sie kann z. B. auch auf 42 Stunden erfolgen. Die Vorschriften über Sonntagsarbeit bleiben unberührt. Von einem Zwang ; u Reueinstellungen von Arbeitnehmern will die üommiffion unter Hinweis auf frühere Erfahrungen a b f e h e n. Die auf Grund von Tarifverträgen zulässige Ausdehnung der Arbeitszeit über 48 Stunden (in Zukunft über die etwa festgesetzte kürzere regelmäßige Arbeitszeit) hinaus soll einer behördlichen Genehmigung unterliegen. Die Mindeststrafe für vorsätzliche Ueber- fchreitung der Arbeitszeit wird von drei auf 50 Mk. erhöht. In der Frage der Doppelverdiener schlägt die Kommission (Eingriffe aus gesetzlichem Wege nicht vor. Doch wird von den privaten Arbeitgebern Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse bei Besetzung der Arbeitsplätze und bei Entlassungen empfohlen. Alle Entscheidungen sollen im Zusammenwirken mit den Betriebsoertrdungen getroffen werden. Für die öffentlichen Verwaltungen schlägt die Kommission stärkere Forderungen vor. Die Genehmigung z u bezahlten Rebenbeschästigungen sei hier unverzüglich zu widerrusen. 3n der Frage der verheirateten Beamtinnen will die Mehrheit der Kommission durch Abfindungssummen zu freiroiUigem Ausscheiden anreizen, die Minderheit sordert Kündigung und Gewährung einer Abfindung, fasern die wirtschaftliche Versorgung gesichert erscheint. Die Reichsregierung wird sich unmittelbar nach Rückkehr der Minister von ihrem Ofterurlaub mit dem Gutachten beschäftigen. Die Gutachterkommiffion wird etwa Mitte des Monats ein zweite- Gutachten über die Frage der unterstützenden Arbeitshilfe, Arbeitsbeschaffung und freiwilligen Arbeitsdien st pflicht ausarbeiten. Später soll dann noch ein drittes Gutachten über die Frage der Reform der Arbeitslofenoer- fidjerung und Krisenfürsorge erfolgen. Oie (Semeindewahlen in Spanien. Madrid, 6. April. (WTD.) Rach Arttkel 29 des Wahlgesetz es für die Gemeindewahlen ist in allen Wahlbezirken, in denen ein einziger Kandidat aufgeftellt wird, dieser a l s gewählt zu erklären. Wie das Innenministerium mitgeteilt hat, haben auf Grund dieser Desti inmung 1160 monarchistische und 194 antidhnasti- sche Kandidaten als gewählt zu gelten. Die Linksparteien trugen namentlich in Gerona, Granada, auf den Balearen, in der Provinz Gui- luMoa, in Pontevedra, Toledo und Valencia Erfolge davon. Hitlers SäubenWSaktion in her ASDAP. OieLlrfachen derGA.-Zievolte Stennes über seine Opposition gegen den neuen Hitlcrkurs Berlin, 6. April. (TU.) Hauptmann Sten- neS teilt mit: „Durch die Gegenerklärung des NSDAP.-Parteiorganes, des „Bölkischen Beobachters" werden der Bewegung der 621. mit ihrem Führer Hauptmann Stennes systematisch falsche Beweggründe untergeschoben. Durch den von München hervorgerufenen offenen Konflikt wurde lediglich der seit langem bestehende Gegensatz zwischen der allergetrcuesten Opposition der SA. gegen die Parteikama- rilla und die Bonzokratie der Oeffent- lichkeit bekannt. Die SA., als die unbedingten Vertreter des Nationalsozialismus, werden von der Parteibonzokratie als Meuterer hingestellt. Es wird ihnen Verrat vorgeworfen, weil sie sich gegen den Qkrrat des Nationalsozialismus durch diePartciwirt- schäft in ihren eigennützigen Vertretern wendet und durch Uebernahme der Leitung schützt. Es gibt keinen Gegensatz zwischen Hauptmann Stennes und der alten unverfälschten NSDAP. Es ist eine glatte Lüge und Verleumdung, wenn das Parteiorgan jetzt behauptet, einem Komplott zuvorgekommen zu sein. Stennes und die unabhängige SA. steht in unveränderlicher Treue zum Nationalsozialismus und geht den Weg weiter, für den sie immer schon mit dem alten Adolf Hitler gekämpft hat." Die Pvessekommentare, die in den letzten Tagen zu meiner Auseinandersetzung mit Adolf Hitler erschienen sind, beruhen durchweg auf Ll n k e n n t- nis der tatsächlichen Vorgänge und sachlichen Hintergründe. Ich werde dafür sorgen, daß München Gelegenheit bekommt, seine Behauptungen vor Gericht zu beweisen. Das wird gleichzeitig die Möglichkeit bieten, die Hintergründe der ..Stennes-Rebellion" einmal vor Der Parteigenossenschaft und dem deutschen Volke klarzulegen. Die Ursache der Auseinandersetzung ist vor allem in der Unzufriedenheit der soldatischen und proletarischen Elemente der Partei mit der Umgebung Hitlers zu suchen, die — aus meist unfähigen Leuten bestehend — heute schon nicht in der Lage ist. Die wahre Lage des deutschen Volkes klar zu erkennen und dementsprechend die Partei zu führen. Diesen Elementen und dem Llmstand, daß sich in München der Sih der Parteileitung be- finbet, ist es auch zuzuschreiben, dah der Zu- fammenhalt zwischen oen bürgerlichen Parteikreisen und Den wertvollsten Kräften der Bewegung, denproletarischenundbäue r- lichen SA. - Männern, immer brüchiger geworden ist. — In seinen weiteren Ausführungen besaht sich Stennes alsdann eingehend mit wirtschaftspolitischen Fragen. Bald sei man f ü r DasPrivateigentum, bald dagegen: bald für den Sozialismus, bald gegen ihn. Ium Schluß erklärt Stennes, er werde mit seiner SA. — gleichgültig, wie groß ihre Stärke sei — als mahnendes Gewissen auf seinem Posten bleiben. In der Hasenheide fand Samstag spät abends eine Versammlung der Gefolgschaft um Stennes statt, auf der mehrere Unterführer die Stennes Gefolgschaft leisten, zu Worte kamen. Auch hitlertreue SA. waren zugegen. Sehr scharfe Worte fielen gegendieErrichtungdesBraunen Hauses in München in einer Zeit, in der die einzelnen SA.-Leute kaum das Geld aufbringen könnten, um ihren Lebensunterhalt zu fristen, Stennes gab die Erklärung ab, er sei von den Ober- ; führern der SA.-Nord zu seinem Verhalten gezwungen worden und mußte schon am nächsten Tage die Erfahrung machen, daß ein großer Teil der SA. ihm nicht mehr die Treue hielt. Er gab seinen Anhängern eine Frist, bis Dienstag abend zu überlegen, ob sie ihrem alten Führer Stennes die Treue bewahren oder sich unterwerfen wollten. Bis Dienstag abend müßte entweder die ganze SA. auf seiner Seite sein ober den andern Weg gehen. Er für seine Person wisse, was er zu tun habe. Oie Darstellung Hitlers. Goebbels säubert den Berliner Gau. Berlin, 6. April. ($11.) Hitler veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" einen neuen Aufruf an Die Parteigenossen und SA.-Män- ner Berlins, in dem er darauf hinweist, daß keiner der Meuterer noch etwas zu befehlen oder: anzuordnen habe. Es müsse der letzte Ver- s u ch dieses ehemaligen Polizeihauptmannes gewesen sein, die Partei, in der heute Millionen die einzige Nettung Deutschlands sähen, für seine undurchsichtigen Ziele auszunutzen. Schon jetzt sei Die Nevolte im ganzen Reichsgebiet zusam- m e n g e k r a ch t. Aus der ganzen SA. komme eine einzige überwältigende Vertrauenskundge- bung. Die Partei werde aus dieser Reinigung, die bis zur letzten Konsequenz durchgeführt werde, stärker und kraftvoller hervorgehen, als sie je zuvor war. Der Aufruf schließt: „Tretet in bedingungsloser Treue alle hinter Euren Führer Josef Goebbels. Gebt ihm euer Vertrauen so unbegrenzt, wie er mein eigenes Vertrauen besitzt." Der Stabschef der SA., Oberstleutnant Röhm, erklärt, daß er zweimal versucht habe, Stennes von Der verhängnisvollen Bahn, auf Die sich Dieser begeben habe, abzubringen. Am Ende Der Aussprache habe beide Male ein feierliches Treue- und Loyalitätsgelöbnis Des Gruppenführers Stennes gestanden, .zuletzt am 20.März 1931. Das habe Stennes aber nicht gehindert, bereits am 21. März in Führerbesprechungen gegen Hitler heftige Vorwürfe zu erheben. Unmittelbar nach Hitlers Abfahrt nach Weimar sei die Meldung eingetroffen, Stennes habe in einer Führerversammlung von Berlin erklärt, Befehle von München nicht mehr anzunehmen und jetzt „l o s- z u s ch l a g e n". Das Losschlagen habe der Auftakt zur Zerschlagung und zum Verbot der NSDAP., zur rücksichtslosen Niederknüppclung Der nationalen Bewegung sein sollen. Die Notverordnung hätte Dazu die gewünschte Handhabe geboten. Wie die Gauleitung Groß-Berlin der NSDAP, im „Völkischen Beobachter" mitteUt, ist der vom Polizeihaupbmann a. D. Stennes unternommene Versuch, sich nach seiner Absetzung als SAl- Führer und nach seinem Ausschluß aus der Partei als Führer einer Oppositionsgruppe gegen die nationalsozialistische Bewegung zu etablieren, restlos gescheitert. Die gesamte SA. des Gaues Berlin sowie auch der umliegenden Bezirke sind, mit Ausnahme von zwei Stürmen, deren Auflösung bereits verfügt ist, fest in der Hand des Gauführers Dr. Goebbels und des von Adolf Hitler neu eingesetzten Gauführers der Gruppe Ost. Oberleutnant a. D. Schulz, der seinen Dienst bereits angetreten hat. Verlag und Schriftleitung des Berliner GauorganS „D^r Angriff" befinden sich wieder restlos indenHandenderPartei- leitung. 3n Anwendung der Dr. Goebbels erteilten Generalvollmacht werden wegen parteischädigenden Verhaltens aus der NSDAP. Weißauer, Techow, Caternberg, Fiedler, Möh- ring, Harwardt, Frl. Dermann und Frl. Wiedemann, sämtlich in Berlin, ausgeschlossen. Aus aller Well. Das Erdbeben in Nikaragua. Die Einwohner der vom Erdbeben und der Feuersbrunst heimgesuchten Stadt Managua werden Gegenwärtig von einer neuen Gefahr bedroht. Unter den vielen halbverhungerten und halboerdursteten Hunden in den Straßen haben sich bereits mehrere Fälle von Tollwut ereignet. Es ist daher eine Patrouille ausgesandt worden, die alle in den Straßen herumstreicyenden Hunde e r« schießen soll. Eine zweite Patrouille hot den Auftrag, die getöteten Tiere zu vergraben. An verschiedenen Stellen der Stadt ist es zu Plünderungen gekommen. Bisher sind 20 Plünderer erschossen worden. Die Nationalgarde und die amerikanischen Marinemannschaften halten Ruhe und Ordnung mit eiserner Strenge aufrecht. Selbst bei geringen Disziplinlosigkeiten wird geschossen. So hat die Nationalgarde vier Eingeborene erschossen, die Wasser aus einem verst e st e t e n See tranken. Weitere zehn Eingeborene wurden am Freitag wegen Aufreizung zu Ausschreitungen erschossen. Hunderte von Aasgeiern kreisen über den noch immer brennenden Trümmern der Stadt. Durch einen Erdstoß sind weitere fünf Personen in Managua getötet worden. Sie wurden unter einer einstürzenden Hauswand begraben, als sie versuchten, einige Habseligkeiten unter den Trümmern ihres Hauses her- oorzusuchen. Bisher sind 800 Tote beerdigt worden. Am Ostersonntag wurden in der Nähe der Stadt am Rande "eines kleinen Kratersees die Leichen von 40 Frauen entdeckt, die beim Ausbruch der Katastrophe mit Wäschewaschen beschäftigt waren. Schwere Autokalaslrophen. Am Montagvormittag hat sich in der Gegend von Bar le Duc (Frankreich) ein schweres Kraftwagenunglück ereignet, Das vermutlich fünf Todesopfer fordern dürfte. Ein vollbesetztes Auto wurde von einem von hinten kommenden Kraftwagen in voller Fahrt gerammt und gegen einen Baum geschleudert. Während der gerammte Wagen sich überschlug und vollkommen zertrümmerte, setzte der schuldige Fahrer des zweiten Wagens seinen Weg unerkannt fort, ohne Den Verunglückten auch nur die geringste Hilfe zu leisten. Die Katastrophe wurde erst von späteren Passanten entdeckt, die zwei Tote, drei Sterbende und zwei Schwerverletzte unter Den Trümmern hervorzogen. Die Landpolizei wurde sofort benachrichtigt und hat Die Verfolgung des schuldigen Wagens ausgenommen. — Bei einem D ahnübergang in der näheren Umgebung von Lucca (Italien) wurde in der Nacht zum Montag ein Automobil, das mit fünf jungen Leuten beseht war, von Dem Schnellzug Rom—Turin über * fahren, wobei alle fünf Insassen Den Tod fanden. Sturmschäden auf einem japaniscyen Militärslugseld. Ein plötzlich hereinbrechender Orkan, der mit schwerem Hagelschlag verbunden war, zerstörte auf dem Militärflugfelde auf der Insel Kiuschiu 10 Flugzeuge, zehn weitere Flugzeuge wurden schwer beschädigt. Der Sturm brachte 30 Häuser zum Einsturz und richtete an 40 Häusern starken Schaden an. Vier Personen, sämtlich Frauen und Kinder, wurden von den Trümmern erschlagen, mehrere Dutzend Menschen sind verletzt. Der Schaden, soweit er Durch ben Orkan auf dem Flugfelde angerichtet worden ist, wird auf eine Million Ben geschäht. Dr. Eckeners Rückkehr von Paris. Dr. Hugo Eckener hat Paris wieder verlassen. Er hatte sich mit dem französischen Lustfahtt- minister über die Möglichkeit unterhalten wollen, in Der Nähe von Paris die erste Station der Luftfahrtverbindung 20 er * l i n—N euhvrk anzulegen. Luftfahrtminister Dumesnil befindet sich aber gegenwärtig auf einer Fluginspektionsreise durch die französischen Besitzungen in Afrika. — „Petit Journal" will von Dr. Eckener über seine Pläne erfahren haben, dah er an die Verwirklichung einer Luftfahrtverbindung Berlin—Neuyork nicht vor zwei Jahren glaube. Er beabsichtige mit einem ersten Zeppelin einen wöchentlichen Flug- Di en st und später mit zwei oder drei Zeppelinen einen häufigeren Flugdienst durchzuführen. IHUHonenffiffung für Deulschlandsiudium in Amerika. Der Textilindustrielle Gustav Oberländer, der im Jahre 1888 als Zwanzigjähriger aus Deutschland einwanderte, hat der Karl- Schurz-Memorial-Foundation den Betrag von einer Million Dollar zur Förderung von Studien über deutsche Einrichtungen und deutsches Leben, die das deutsche Volk dem amerikanischen Verständnis näherbringen, zugewendet. Der Betrag soll im Laufe von 25 Jahren aufgebraucht werden, so daß jährlich etwa 70 000 Dol - I a r zur Verfügung stehen. Die Verteilung erfolgt in Form von Stipendien, und zwar n u r a n amerikanische Staatsangehörige, in erster Linie Gelehrte, Journalisten und Sozialpolitiker zur Unterstützung ihrer Studienreisen nach Deutschland. Ein Boxer während des Kampfes vom Gegner erdolcht. In Mexiko kam es gelegentlich eines Boxkampfes zu einer aufs eh enerre gen den Szene, als einer der beiden Dvxer seinen Gegner mit einem Dolch erstach. Der Qllörbcr stand kurz vor Der Niederlage. Nach dem Gongschlag vor einer der letzten Runden sprang er plötzlich von seinem Stuhl und stieß seinem Gegner einen Dolch in die Brust. Blutüberströmt brach fein Opfer zusammen. Der Unglückliche starb bereits auf dem Wege nach dem Krankenhaus. Der Mörder konnte sofort verhaftet werden. Man hatte Mühe, ihn vor der Lynchjustiz der äußerst erregten Zuschauermenge zu schützen. Grohfeuec in Stuttgart. In dem beim Güterbahnhof in Feuerbach liegenden großen Lager der Firma M. Löwenstein G. m. b.H., Holzgroßhandlung, brach ein Feuer aus, das sich rasch ausdehnte und das Bureau gebäude und vier große Schup- pen in Asche legte, lieber den Umfang des Schadens liegen genaue Nachrichten noch nicht vor, doch ist schon jetzt ersichtlich, daß er sehr groß ist. Die Firma kann indessen ihren Betrieb aufrechterhalten. Sieben Feuerwehrleute bei einer Aulomobilexplosion verletzt. In Stuttgart wurden sieben Feuerwehrleute am Ostermontag beim Versuch, ein brennendes Automobil zu loschen, durch Explosion des Benzintanks verletzt. Sie mußten sämtlich ins Krankenhaus gebracht werden. Der Wagen war plötzlich auf offener Straße in Brand geraten. Zivei Opfer eines Schadenfeuers. Am Ostersonntag brach in Kell bei Hermeskeil (Hunsrück) Feuer in einem Anwesen aus, dessen Bewohner zu einem Osterbesuch in ein benachbartes Dorf gegangen waren und ihr sechsjähriges Töchterchen in der Obhut einer 45jährigen Verwandten im Haus zurückgelassen hatten. Voller Schrecken rannte die Frau, die von dem Feuer überrascht wurde, auf die Straße, um Hilfe herbeizurufen. Da entsann sie sich plötzlich des Kindes und eilte in Das brennende Haus zurück, um das Kind zu retten. Beide wurden durch Brandgase vergiftet. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Zwei Anwesen mit Scheunen und Stallungen brannten bis auf die Umfassungsmauern nieder. Grohfeuec in Mecklenburg. Von einem verheerenden Großfeuer, dessen Entstehungsursache bisher noch nicht geklärt ist, wurde Die an der Elbe bei Dörnitz gelegene Ortschaft Dohnenburg heimgesucht. Das Feuer entstand in einem alten mit Stroh gedeckten Bauernhaus. Es griff, durch starken Wind begünstigt, mit rasender Geschwindigkeit um sich. Insgesamt wurden zehn mit Stroh bedeckte Wohn- und Wirtschaftsgebäude in kurzer Zeit vo t l i g eingeäschert. Die Feuerwehren standen dem Riesenbrand völlig machtlos gegenüber. Mitverbrannt sind große Futter- und Erntevorräte, der größte Teil des häuslichen Mobiliars, landwirtschaftliche Maschinen sowie ein Pferd und siebzehn Ferkel. Schweres Autounglück bei Baden-Baden. Ein schweres Autounglück ereignete sich zwischen Baden-Baden und Bühl. Infolge großer Geschwindigkeit kam ein Auto, in dem sich der Sohn des Metzgermeisters M e i x e l aus Bühl und der Kriminalkommissar Klug aus Kaiserslautern sowie ein Kind befanden, ins Schleudern und fuhr gegen eine Böschung. Das Auto überschlug sich zweimal. Der Kriminalkommissar und Der Lenker Meixel erlitten derart schwere Verletzungen, daß sie alsbald verstürben. DaS Kind kam mit dem Schrecken davon. Tödlicher Unfall beim Budapester Motorradrennen. Beim Motorradrennen um Den Großen Preis von Budapest ereignete sich ein tödlicher Unfall. Der Agrarner Fahrer Iakusitsch fuhr gegen eine Sandbarrikade. Dabei erlitt der im Beiwagen sitzende Agrarner Monteur Medilotsch einen Schädelbruch. Er starb, während Des Transportes nach dem Krankenhaus. Iakusitsch kam bei dem Anprall mit einem Knöchelbruch Davon. Eine blutige Kindtaufe. Arn Ostersonntag feierte in dem Plauen benachbarten Wendisch-Pribornder Häusler Düring und sein Schwager, der Arbeiter Ga- jewski, Kindtaufe. Am Abend entspann sich zwischen «beiden ein heftiger Streit, in Dessen Verlauf Gajewski seinen Schwager Düring mit einen Messer in d i e Brust stach. Düring brach sofort zusammen und starb kurze Zeit darauf infolge starken Blutverlustes. Der Täter wurde ins Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Der auf so tragische Weise ums Leben gekommene Häusler Düring war erst 28 Jahre alt und hinterläß. eine Frau und drei kleine Kinder. Felssturz im Vierwaldstättersee. Am Alpnachersee, einem Ausläufer des Vierwaldstättersees südlich Luzern, stürzten 30 000 Kubikmeter Felsen in den See. Der Wellenschlag war so stark, daß die Staatsstraße an mehreren Stellen überspült wurde. In IV2 Kilometer Entfernung erreichten die Wellen noch die Höhe von über einem Meter. Transportschiffe von 60 Tonnen Nutzlast wurden zertrümmert. Internationaler Zusammenschluß für Verwertung und Ausbau des Kohleverflüssigungsverfahrens. Wie die Anglosaxo Petroleum Company Limited bekanntgibt, ist eine International Hydrogena- tion Patente Company Limited gebildet worden, die der Verschmelzung der Interessen der Standard Company, der Royal Dutch Shell Gruppe und der Imperial Chemical Industry an der Kohleverflüssigung nach dem Wasserstoffverfahren und an der Ölraffinerie in sämtlichen Ländern der Erde mit Ausnahme der Vereinigten Staaten und Deutschland dienen soll. Der Sih der neuen Gesellschaft ist Vaduz in Liechtenstein. Man plant in Kürze außerdem noch die Schaffung einer International Hydro- genation Engineering and Chemical Company mit dem Sitz im Haag. Ihr Personal soll sich aus den: technischen Personal der interessierten Gesellschaften rekrutieren, um auf diese Weise die Erfahrungen dieser Gruppen sämtlichen Benutzern des Wasserstoffverfahrens zur Verfügung zu stellen. Zwischen den beiden neu gegründeten Gesellschaften werden Vereinbarungen über den Austausch von Patentrechten und Versuchsergebnissen mit den entsprechenden, im vergangenen Jahr gegründeten Gesellschaften in den Vereinigten Staaten getroffen werden, an denen die obengenannten Interessentengruppen ebenfalls indirekt interessiert sind und die unter Der direkten Kontrolle der führenden Gefellfchaf- ten der amerikanischen Petroleumindustrie stehen. Die deutschen Erfindungen und Erfahrungen stehen der neuen Gesellschaft durch Vermittlung der Gesellschaft Standard I. G. zur Verfügung, tn Der seinerzeit eine Verschmelzung der Interessen Der I.-G.-Farbenindustrie und der Standard Oil Company of New Jersey an dem Wasserstoffverfahren vorgenommen worden ist. Französische Sparerkätigkeit. Aus einem Bericht des AvbeitsministeriumS über die Tätigkeit der französischen Sparkassen im Jahre 1930 geht hervor, daß es am 31. Dezember 1930 in Frankreich insgesamt 560 Spa>rkassenund9,6MillionenSpar- buchin Haber gab. Im Verlaufe des Jahres wurden nicht weniger als 578 389 neue Sparkonten eröffnet. Die Spareinlagen betrugen insgesamt 23 556 325 290 Franken, was eine Zunahme von 3,2 Milliarden Franken gegenüber dem Vorjahre bedeutet. Nekordflug London—Kapstadt in sechs lagen. Der Fliegermillionär Glen K i d st 0 n ist auf feinem Rekordfluge London—Kapstadt am Montag um 17 Llhr örtlicher Zeit an seinem Ziele glatt gelandet. Kidston hatte London am Dienstag voriger Woche in der Absicht verlassen, Kapstadt in sechs Tagen zu erreichen. Er hätte die 13 700 Kilometer lange Strecke wahrscheinlich in noch kürzerer Zeit zurückgelegt, wenn er nicht am Sonntag, kurz vor seinem Ziele eine Notlandung hätte vornehmen müssen. Er beabsichtigte, dem englischen Luftfahrtministeriuw zu beweisen, daß die von diesem für die Strecke London-Kapstadt vorgesehene Flugzeit von zwölf Tagen viel zu lang fei. Sechs Todesurteile von der OGPU vollstreckt. Das Kollegium der OGPA. in Riasan gibt bekannt, daß die Cisenbahnbeamten Popow, Samburski, Schkod, Frolow, Nikitin und Platanow wegenSabotageundKvnter- r e v 0 l u t i 0 n zum Tode verurteilt wurden. Da» Urteil wurde vollstreckt. Kabinettskrisis in Rumänien. Titnlcscu bildet die neue Regierung. B u k a r e ft, 4. April. (WTB.) Das Kabinett Mir on e scu ist heute zur üdg e t r e tc n. Der König nahm die Demission an und gab dem Wunsche Ausdruck, bei der Bildung der neuen Regierung alle politischen Kräfte beteiligt zu sehen. Die Bildung einer nationalen Konzentration sreg icrung ist von jeher der besondere Wunsch König Earols gewesen. Den unmittelbaren Anlaß zur Demission des Kabinetts Mironescu bildete der Rücktritt des H a n d e l s m i n i ft e r s M a n 0 i l e s c u , der vor drei Tagen bei einer Abstimmung über eine Gesetzesvorlage mit der Regierungspartei in Konflikt geriet und sofort seine Absicht kundgab, sein Amt niederzulegen. Alle Bemühungen, ihn umzustimmen, scheiterten, so daß es zunächst zur Demission Manoilescus und anschließend zur Gesamtdemission des Kabinetts kam. Manoilescu war von jeher ein Parteigänger des Königs Carol und besaß das besondere Vertrauen der Krone. Der rumänische Gesandte in London THule s c u, hat nach einem Telegrammwechsel mit dem König die Betrauung mit der Regie- r u n g sbildung angenommen. Er trifft am Mittwoch hier ein und wird sofort Besprechungen mit sämtlichen Parteiführern zur Bildung einer nationalen Konzentrationsreaierung aufnehmcn. Das Zustandekommen einer solchen Regierung ist immer mehr von der Haltung Manius abhängig, dessen Partei vorerst auf dem Standpunkt steht, in eine Konzentrationsregierung nur bei Beibehaltung des jetzigen Parlaments eintreten zu sollen, während sämtliche anderen Parteien und anscheinend auch die Krone Neuwahlen wünschen. Die Auflösung des Parlaments dürste kaum zu vermeiden fein. Oie Wetterlage. BAreri Inga 3. 5 Osjo ,om Still (lerl Paris Trankt 6 Wi ©wolkenlos. O neuer. 3naft> Bedeckt.» wolkig. ® oetrefkl Oetfttfc * Schnee a Graupeln. 3 «eoel Y. Gewitter ,(§)Windstine..O-« sehr richtet 0SI -5^ nissiger Südsüdwest (5 stürmischer «ordwesl Oie Piene fliegen mit dem Winde. Pie oeiden Stationen stehenden Za* een geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichet^ auf Meeresnn/eau umgerechnete» Luftdruck. Wettervoraussage. Durch den Zustrom der Kaltlust ist auf dem Fest- lande der Luftdruck angcstiegen, so daß sich über Deutschland ein Hochdruckkern entwickelt hat. Im Bereich seiner absinkenden Lustmassen wird, abgesehen von einzelnen Dunst- oder Nebelbildungen vielfach heiteres Wetter herrschen. Die Temperaturen werden durch Ein- und Ausstrahlung bestimmt steigen also tagsüber an, dürften jedoch nachts noch in Gefrierpunktnähe, stellenweise sogar darunter zu liegen kommen. Aussichten für Mittwoch: Stellenweise dunstig oder neblig, bewölkt, sonst meist aufheiternd und trocken, tagsüber milder, noch leichte Nachtfrost- gefahr. Aussichten für Donnerstag: Keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 6. April: mittags 7,4 Grad Celsius, abends —0,5 Grad; am 7. April: morgens —1,6 Grad. Maximum 7,8 Grad, Minimum —2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. April: abends 7,6 Grad; am 7. April: morgens 2,6 Grad. — Niederschlage 0,2 mm. — Sonnenscheindauer Wi Stunden. Aus der Provinzialbouptffadt Gießen. den 7. April 1931. Arbeiislosennot im technischen Berufe. Die ..Deutsche Techniker-Zeitung", das Organ beS Bundes der technischen Angestellten und Beamten. besaht sich in ihrer Nummer vom 24. März 1931 mit den Bemühungen des Dereins Deutscher Ingenieure, die Not unter den zahlreichen stellen- losen Absolventen der Technischen Hoch- und Mittelschulen zu lindern (D. D. I. - Nachrichten Nr. 10 1931). Sie stellt zunächst sest, dah nicht nur 8000 sondern etwa 15 000 junge Leute alljährlich die staatlichen und privaten technischen Lehranstalten verlassen und den Arbeitsmarkt im technischen Beruf belasten. Zu der Feststellung des „D. D. I ". dah für Tausende stellenloser Absolventen technischer Lehranstalten zur Zeit überhaupt keine Aussicht auf Anstellung alS Tcchniker besteht, schreibt die „D. T. Z.": „Nach den Angaben der ReichSanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ist die Gesamtzahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten stellenlosen Angestellten vom 1. Januar 1930 bis zum 1 Januar 1931 von rund 222 000 auf rund 339 COO gestiegen, die Zahl der stellenlosen technischen Angestellten einschließlich Werkmeister und Poliere von rund 34 000 aus rund 58 000. Die Zahl der stellenlosen Mitglieder unseres Bundes (deS Butab. — D. Red.) dagegen ist vom 1. Januar 1930 bis zum 1. Januar 1931 von 3412 auf 8616 gewachsen, und sie hat am Ende des saufenden Monats zweifellos 10 000 bereits überschritten. Dieser Vergleich zeigt, dah, so stark auch infolge der Wirtschaftskrise die Stellenlosigkeit unter den Angestellten im allgemeinen gestiegen ist, die technischen Angestellten doch weit stärker in Mitlcidenschast gezogen sind, als die übrigen Angestelltengruppen. Während bei den Angestellten insgesamt die Zahl der Stellenlosen im Laufe des vergangenen Jahres um rund 50 Prozent Angenommen hat. ist sie bei den technischen Angestellten einschließlich Werkmeister und Poliere um 70 Prozent und bei den Mitgliedern unseres Bundes sogar um 150 Prozent gestiegen. Diesen Angaben der Neichsanstalt entsprechen auch die Mitteilungen, die dem Afa- Bund von den ongeschlossenen Verbänden über die Prozentsätze ihrer stellenlosen Mitglieder gemacht worden sind. Nach den für Ende Februar gemeldeten Zahlen waren von den in Industrie und Handel beschäftigten kaufmännischen Angestellten 8,9 Prozent, von den Werkmeistern 7.4 Prozent, von den technischen Angestellten dagegen 18 Prozent stellenlos." Anknüpsend an diese Schilderung des Arbeit-- markte- der technischen Angestellten weist die „D. T. Z." auf die Mitteilung in den „03. D. I.- Nachrichten" hin, dah die technischen Hochschulen heute von doppelt soviel jungen Leuten besucht werben, als vor dem Kriege. Die „D. T. Z." stellt fest, dah die Arbeitslosigkeit unter den Be- rus-anfängern hauptsächlich verursacht wird durch den heute „weit über jede- vernünstige Maß hinauSgehenden Andrang zum technischen Studium". Angesichts dieser Feststellung verurteilt die „D. T. Z." mit Recht die Bestrebungen einer Reihe von preußischen und außerpreußischen Städten, technische Hochschulen und neue private technische Lehranstalten zu errichten. Der Bund der technischen Angestellten und ‘Beamten ist im Interesse des technischen Berufsstande- bemüht, die weitere Ileberfüllung de- technischen Berufes zu verhindern und wieder ein gesundes Derhält- nis -wischen der Ausbildung von technischen ArbeitSkrästen und dem vorhandenen Bedarf herbeizuführen. (schweres Derkehrsunglück bei Lich. Zwei Tote. Am gestrigen Ostermontag zwischen 20.15 und 20.30 U&r ereignete sich auf der Landstraße Lich—Rieder-Bessingen, etwa 500 Meter vor dem Ortseingang von Rieder-Bessingen in der Höhe der Pein-Mühle, ein schwere - Verkehrs- Unglück, dem leider zwei blühende Menschenleben zum Opfer sielen. An jener Stelle fließen der 22 Jahre alte Maurer Karl S t e n g l e r und der 25 Jahre alte Arbeiter Hch. Ludwig, beide aus Lich, aus dem Motorrad Etenglcrs in Richtung Nieder - Dellingen sahrcnd. mit einem mit Vieh beladenen Auto-Tran-Portwagen aus Ober-Hörgern zusammen. Die beiden Motorradler. von denen Ltengler seine Maschine selbst führte, wollten nach Nieder-Bessingen fahren, wo eine Musikkapelle oug Lich zum Tanze ausspielte. Sie hielten auf ihrer Fahrt die vorgeschriebene rechte Straßenseite inne, allerding- soll ihre Maschine nicht beleuchtet gewesen sein, während das entgegenkommende Dichauto sich weit auf der Mitte der Straße nach der Fahrbahn der jungen Leute zu befunden haben soll. Der linke Kotflügel des Lieferwagens streifte vermutlich die Lenkstange des Motorrades, wodurch die Maschine au- ihrer Fahrtrichtung ab- gelenkt wurde und die Fahrer gegen das Auto schlugen. Dabei wurden die bedauernswerten jungen £cute so schwer verletzt, dah S t e n g - ler auf der Stelle tot war, während Ludwig nach etwa einer Stunde verstarb. Merkwürdigerweise will der Lenker des Viehtransportautos, der Händler und Kraft- wagenbesiher Willy Horn aus Ober-Hörgern, von dem furchtbaren ilnglüd gar nichts bemerkt haben, jedenfalls fuhr er in Richtung Lich weiter und kümmerte sich nicht im geringsten um den Vorfall. In der Nacht gegen 2 Llhr wurde er durch die Gendarmeriestation Lich in Holzheim festgenommen und mit dem beschädigten Wagen nach Lich verbracht. Das tragische ilnglüd kam erst durch Strahenpassanten, die bald nach dem Vorfall den Schauplatz des Geschehens passierten, zur Kenntnis. Die behördlichen Organe und Sani- tätsmannschaften waren rasch zur Stelle, sie muhten sich ober darauf beschränken, die beiden 03etungIüdten nach Lich zu übersühren und die ersten Feststellungen an der ilnglüdsstelle zu machen. Die weitere Untersuchung ist zur Zeit noch im Gange. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 1 Mark an: Butter 120 dis 130; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 35; Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 12 bis 15: rote Rüben 12 bis 15: Spinat 45 bis 50; ilntcr- Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 150 bis 200; Tomaten 70 bi- 80; Zwiebeln 10 bis 12: Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Kartoffeln 4 bis 5; Aepfel 40 bis 50; Birnen 30 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Nüsse 60 bis 70; das Stück: Tauben 70 biS 80; Sier 9 bis 10; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 35 brs 40; Endivien 15 bis 35; Ober- Kohlrabi 10 bi- 15; Lauch 5 biS 15; Rettich 10 bi- 15; Sellerie 10 bi- 50; da- Bund, Radieschen 20 bis 25 Pfennig: der Zentner: Kartoffeln 3 bis 4; Weißkraut 10 bis 12; Wirsing 20 bi- 25; Rotkraut 12 bi« 15 Mark. Taten für Tiendtag, 7. April. «Sonnenaufgang 5.51 Uhr, Sonnenuntergang 19.04 Uhr.' — Mondaufqang 0.47 Uhr. Tlonbuntergang 7.33 Uhr. 1930: der bayrische Staatsrechtslehrer Karl Freih. von Stengel gestorben. Vornotizcn. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Ihre Majestät die Liebe". — Astoria-Lichtspiele: „Der Doppelgänger" und „Die drei um Edith". — Aus dem Stadttheaterbu reau wird uns geschrieben: Heute bleibt da- Theater geschlossen. Für die Abonnenten deS DienStag- Abonnements wird die Abonnements-Vorstellung auf Donnerstag. 9. April verschoben. — Morgen Mittwoch (im Mittwoch-Abonnement) und Donnerstag (im Dienstag-Abonnement) jeweils 19.30 älhr, Gastspiel der Vereinigten Operettentheater Bochum-Hamborn mit der Schlager-Operette „Viktoria und ihr Husar", in drei Akten und einem Vorspiel von Grünwald und Löhner-Beda. Musik von Paul Abraham. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, dah diese beiden Operetten- Gastspiele die letzten Operetten-Dorstellungen dieser Spielzeit sind. „Viktoria und ihr Husar" hat es in einer ganzen Reihe von Großstädten zu Serien-Ausführungen gebracht. Das Vereinigte Operettentheater wird mit seinem gesamten Solo- und sämtlichem Chor-Personal sowie verstärktem Orchester dieses Gastspiel bestreiten, zu dem eigens neue Kostüme entworfen und hergestellt worden sind. Die Spielleitung hat Theo Bachen- heimer, musikalische Leitung Wilhelm Bachen- heimer. Operettenpreise. *• D i e Dftcrfciertage brachten mancherlei Enttäuschungen mit sich. Wer auf schönes Früh- linaswetter gehofft hatte, mußte zu seinem Leidwesen erfahren, daß von diesen Hoffnungen allerlei abzustreichen war. Immerhin verblieb das Wetter im großen ganzen doch noch so, daß man wenigstens in gut wärmender Bekleidung einen Spaziergang unternehmen konnte. Unter diesen Verhältnissen hatte naturgemäß auch der Ausflügleroerkehr stark zu leiden, sehr zuM Leidwesen der Gasthausbesitzer in der Umgegend, die sich von den beiden Oster- tagen gute Cinnahmemöglichkeiten versprochen hatten. Ker Reiseverkehr auf der Bahn war von Gründonnerstag ab rege, er blieb jedoch hinter dem Reisebetrieb des Vorjahres ansehnlich zurück. Auch an den beiden Feiertagen war die Inanspruchnahme der Reichsbahn nur mittelmäßig, lediglich gestern abend wurde sie sehr stark, jo daß soaar von Gießen nach Frankfurt ein Nachzug gefahren werden, mußte. Der ganze Verkehr, für den sich die Bahnverwaltung umfassend vorgesehen hatte, wickelte sich glatt ab. In der Stadt selbst verliefen die Feiertage in gewohnter Ruhe und Ordnung. Die Gottesdienste waren an beiden Festtagen gut besucht. * Ev angelis che Pfarrpersonalte. Auf sein Nachsuchen wurde Pfarrer Ferdinand Dörr in Heuchelheim bet Dießen unter Anötz» fennung feiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vorn 1. August ab in den Ruhestand versetzt. • ’ WohnungSgesuch - Erneuerung. In einer Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil wird darauf aufmerk- fam gemacht, die WohnungSgefuche schriftllch oder mündlich zu erneuern. • • Einbruch in der Weller-bürg. In der Nacht zum ersten Feiertag wurde tn der Gastwirtschaft Weltersburg ein Einbruch verübt. Der Dieb löste eine Scheibe auS dem Fenster deS Gastzimmers, öffnete den Riegel und stiea ein. Aus dem Büfett entwendete er eine Anzahl Zigaretten, sowie einige Flaschen Branntwein. Die Landeskriminalpoltzeiltelle Gießen ist mit den Ermittelungen beschäftigt. " DaSvereinigung Gießen. Man be- richtet uns: In der vergangenen Woche fand di« Hauptversammlung der im vorigen Jahre gegründeten Gießener Gas-Vereinigung, der Arbeitsgemeinschaft der hiesigen Jnstal.attonsmeister, GaSgeräte-Vertaufsgefchäfte und des Städtischen Gaswerkes, statt. In dem Jahresbericht gab der Vorsitzende u. a. einen Rückblick über die in Gemeinschaft mit der hiesigen Hausfrauen-Beratung durchgeführte Veranstaltung von Koch-, Brat- und Backadenden. sowie Ausstellung mit Gießener Gas-Woche. Wenn auch derartige Veranstaltungen in erster Linie dazu bienten, den Hausfrauen die Kenntnis von sachgemäßer Behandlung und Pflege der neuzeitlichen, gut durchkonstruierten Gasgeräte zu vermitteln, mannigfache Anregungen für gesunde, auch für daS Haushaltungsgeld bekömmliche Dpeisenzuberei- tung zu geben und schließlich probierte Rezept« zu besprechen und zu kosten, so konnte auch, trotz der damals schon ungünstigen Zeiten, eine Belebung des DerkaussgeschästeS durch diele Veranstaltungen sestgestellt werden. Insbesondere gedachte der Vorsitzende der außerordentlich rührigen Mitarbeit der hiesigen Hausfraucn-Dera- tung, die eS in selbstloser Weile mit großem Erfolg verstand, diese Abende für jede Hausfrau interessant und reichhaltig zu gestalten. In dem anschließenden Kassenbericht wurde ein Ueber- blick über die entstandenen Linkosten gegeben. Der Kassenbericht schließt, dank der Llnterftützung durch einige Lieferfabriken, recht günstig ab, so daß die Mitgliedsbeiträge für daS neue Geschäftsjahr herabgesetzt werden konnten. Nach Entlastung des vorjährigen Vorstandes wurde der Vorstand für das lausende Geschäftsjahr ernannt. Er setzt sich aus solgenden Herren zusammen: Vorsitzender: Dr. E. G o c r e s, Schrift- wart: Hch. Lich, Kassenwart: Edg. Dorr- mann. Beisitzer: K. Kolb, I. B. Häuser, Betriebsinspektor W. Steckenmesser. Wie im vorigen Jahre, sind auch in diesem Jahre eine Reihe von Veranstaltungen vorgesehen. • • R i ch t i g st e l l u n g. Zu der Veröfsentlickuna der Reichsbahn Jubiläen vom Samstag, 4.2lprlh teilen wir wunschgemäß mit, daß es an Stelle von Reichsbahnfekretar Heinemann Reichsbahn- Obersekretär heißen muß. Entfettungs-Kuren im Frühling sind sehr emvsehlenSwert, weil der Körper gerade jetzt eine besondere Neigung zur SlofsauSschetdung belitzt. Nehmen Sie früh, mittags und abends 2 btt 3Toluba-Kerne, die Sie in Anotbeken erhalten. ojm olax ! Deutschlands r.VO REEMTSMA CIGARETTEN EINHEITS PACKUNG 508 GROSSPACKUNG MK1-50 Mit dem Ova-Expreßdienst auf dem schnellsten Wege nach allen Teilen lll.80 enorm Fert»re Reste-Geschäft billig! Gießen, Mäusburq 4 2469 A Vermählte Gießen Altena Ostern 1931 2458 D FrauOorothea,geb.Koch-Grünberg Colborn, den 2. April 1931 2457 D Gießen, den 7. April 1931. sprecher 3883. 500 V | Stellenangebote | Seme freuen Freunde und Gönner Dank. 02006 1 Gl Wein 30er Edenkobener (pfäl er) 0.25 Gießen, den 7. April 1931. 2454 D Gießen, den 7. April 1931. 02010 Verkäufe beizutragen. 2467D i« Gefl schriftliche Angebote unter Nr. 01994 an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. 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Der Vorstand. 2464 D EISU Betten (Stahl ilHoU) Polei , Slahl- matr^Kinderb^ChalaoL, an jeden, Teiliahlg. Kotal.fr. Eisenmöbelfabrik SubLTh. 1931, W: rNillwoch, den 29. April 1931, Z: Donnerstag, den 30. April 1931. Die bis zum 10. Mai 1931 nicht neuerten Wohnungsgesuche werden ungültig erklärt. Oer rechte Haustrunk zu den Mittag- und Abendmahlzeiten ist eine Flasche echtes Köstritzer Schwarzbier. Es hat die Eigenschaft, die noch der Verdauung harrenden Stoffe vollständig auszunuhen, es ist ein billiges und leicht verdauliches Aährmittel. Dies köstlich angenehm und herb schmeckende Köstritzer Schwarzbier muh daher auch Ihr täglicher Haustrunk fein. - Es ist zu beziehen . durch die Vertretung: Emil Schmoll, Fern- Uraufsii Wir toif Dir spji Mvb A ihren "-rzechen lo travini lern' -•«» Ende in vor 1914 '"der ei, M §o' Wtti c Unserem lieben Herrn Franz Heinemann Reichsbahnobersekretär zu seinem 25jährigen Jubiläum die herzlichsten Glückwünsche! SchwarzbLee Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgange unserer lieben, unvergeßlichen Mutter sowie für die Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir auf diesem Wege unseren Innigsten MlN voliM de-ungo len knüpste" aller? beitet w-S -raucht -nDeut llngarm Die all Ylech MS? Graf De Wehrhell iiett, ab Uahnahr der Agrc rier n mähnahm Letzten E tischen ■ nichts, bk fcn. Und garischsl. braucht londtvirtsd Dirtschast ograrischei ^utschlan Landern Sympathi« Rolle zu Momente, politischen an, An richtig zu In zw Deutschla Das ist i densvc garns seh puntt nur darüber h öüdosteurc mein günf Aedeutunc Deutschlan faltig bec zu gerate. Die 2ef vfteurv kamt. L iettn Ei gelegech statt glei gung sich Zlock ein Renten zu Me gege Lache lau onnahm, interni gerufen 1 die südvst und aus zu machet Diese H sie kann r ftellung t >vird nicht sonstige p ist Ungar Mittwoch, den 8. April 1931, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg Nr. 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: Büfetts, Kredenzen, Chaiselongues, Ladentheken, Nähmaschinen, Sofas, Kommoden, Bettücher, Deckenbezüge, Paradekissen, Kassenschränke, Warenschränke, einen Regulator, Vertikos, Schreibtische, zwei Ladentheken, ein Grammophon, einen Weißzeugschrank, ein Pianino, eine Kaffeemaschine, einen Eisschrank, eine Wäschemangel, ein Bett, einen Küchenherd, zwölf Dutzend Alpaka- Bestecke, eine Schnellwaage, eine Registrierkasse, eine Fräsmaschine, einen Dauerwellenapparat, eine Frisiertoilette, sieben Schiffskoffer, 25 Schulranzen, Handkoffer, eine Schuhmacher-Nähmaschine, einen Linoleumteppich, einen Trumeau- spiegel, einen Zimmerteppich, einen Bilderschrank mit 95 Bildern, ein Oelgemälde, zwei Motorräder, mehrere Radioapparate. 2465D Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Trais Horloff, den 6. April 1931. Bürgermeisterei Trais-Horloff. 3. 53.: Raab. miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiö Stadttheater Ticnötag, 7. z.vril Geschlossen! Mittwoch,8.Avril, 26 rNMwOly W. Ml. von 19' ,bls22'/,Uhr Zum ersten Male! Overetten-Pret'e'. Gastspiel der Verein. Operettentheater Bochum-Hamborn Bittorio u imöiifot Overette m 3 Ak:en und einem Vorspiel auS dem Ungarisch. deSEmmertchjZöldeS von 21. Grünwald u. Dr. F. Löhner-Beda. Musik v.P.Abraham fllllllllllllllllllllllllllillllim Düngekalk sämtliche Sorten Kunstdünger Torfmull empfiehlt billigst H. Trechster Telephon 3.581 ""v Mlmgl -"' Das Gebot der Zeit! lil ____11 CL |I''. w 2o Aachill" 'Qn9 geft, iurn Echn! flüchtig Ingens, IHÄ ent . 2lus einer 2 gänzlich «iKt schlich 6»it 6£.N Vevüreiev? gut eingeführt, sucht für Frankfurt und Umgegend leiitungSsäbige Wurftsabrik in erstklassigen oberhessischen Wurstwaren u. mag. Dörrfleisch.—Offerten u. F.DI.3878 an ALA Baasenstein & Vogler, Frankl. H. Bekanntmachung. Laut Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung vom 18. März 1931 ist die Haftsumme von 500 RM. auf 200 RM. herabgesetzt worden. 2408D Die Gläubiger wollen sich melden. Landw. Cons.-Verein II Beuern eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. ______S t e i.n._______Pfeiffer.______ Bekannte Versicherungsgesellschaft mit samtl. Zweigen sucht für die Stadt Gießen Vertreter; gegen Gewährung hoher provisionsbezüge, bei Eignung Anstellung mit festen Bezügen. Ferner werden gesucht: Vertreter für die Orte 2tanttytragen for Ör« langung ein. geeigneten Mflgfeit auf biefe Steife unterflflM und flnb auf blefe fefbfhxrftdnbildye pflicht auch angewiesen. Gietzenee Anreise« er- für Dr. phil. Georg Mayer Stubienastestor Else Mayer, geb. Borbeck Soziale VMcht der Aufgeber v. Stellenangebote! ist H, ble ein* ffigC1JSe»erbung*• agen i Zeugnisse, Zeugnisabschnft^ Licht- Sllber u.bgl.) schnellsten« lurtAuf. Die Stellung- Nowack 2!.±" 1652 A Butlenverkauf. Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen zu schwer gewordenen fetten Bullen zu verkaufen. Angebote sind pro Zentner Lebendgewicht schriftlich bis zum Donnerstag, dem 9. April L 3., nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen ein- gesehen werden können. 2413D Steinbach, am 2. April 1931. Hessische Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. , 30er Äirkweller Kastanlen- bruch spfälzer).......0.30 „ 28er Rierst.Domthal (Rhein) 0.40 „ 21er Dollst. Höllenderg , 0.80 Moselwein 29er Caseler.........0.50 „ 30er Mesenicher.....0.40 Rotwein 28er Oberingelhelmer... 0.50 „ 28er Dürkheim.Feuerberg 0.40 w 26er Durg. Äeaujolais. 0.70 Bekanntmachung. Die in der Kartei des Wohnungsamts 7 der Stadt Gießen eingetragenen Wohnungsuchenden werden hierdurch aufgeforderf, - ihre Wohnungsgesuche mündlich oder schriftlich zu erneuern und folgende, dem derzeitigen Stande entsprechende Angaben zu machen über: 1. Familien- und Borname: 2. Stand, Beruf; 3. Geburtsdatum; 4. Familienstand, ledig, verheiratet, verwitwet usw.; 5. Anwesende Familienangehörige, Ehefrau, Söhne, Töchter usw., deren Alter nach Jahren; 6. Zahl der Dienstboten; 7. Staatsangehörigkeit des Wohnungsuchenden; 8. Jetzige Wohnung, Straße, Haus-Nr., Zahl der Zimmer, Küche, Bad, Kammer usw.; 9. Wird die Wohnung im Haupt- ober Untermietverhältnis bewohnt?; 10. Name des Vermieters; 11. Friedensmiete der Wohnung; 12. Gesuchte Wohnung. 2462C Die mündliche Erneuerung und Ergänzung der Wohnungsgesuche wird auf dem Geschäftszimmer des Stöbt. Wohnungsamts, Lonystraße 21, in ber Zeit von 8 bis 12 Uhr entgegengenommen von bem Woh- nungsuchenben, deren Familiennamen beginnt mit dem Buchstaben A: Montag den 13. April 1931, B, C und D: Dienstag, den 14., und Mittwoch, den 15. April 1931, E, F und G: Donnerslag, den 16. April 1931, H und J: Freitag, den 17. April 1931, K und L: Samstag, den 18. April 1931, M und N: Montag, den 20. April 1931, O, P und Q: Dienstag, den 21. April 1931, R: Mittwoch, den 22. April 1931, S: Donnerstag, den 23. April 1931, Sch: Freilag und Samstag, den 24. und 25. April 1931, St: Montag, den 27. April 1931, T, U und V. Dienstag, den 28. April Suche für meine Freundin von auswärts, qe- btlbct.30ertn,f.rokt- schafft, ang.Erschein. Auf. Cbarakt^ natur» U. svortt. ailetnft., m. hübsch. Wohn, flebfld. fnmvatbischen Herrn ab 40 in aut. sich. Bos. zwecks Ehe. Zuschr. erbeten unter 2466D an den Gieß. Anz. Wissenschaftliche Werke. Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei I Wohnungsuchende, die in der Kartei des Wohnungsamts nod) nicht eingetragen sind, können ihre Eintragung in ber Zeit vom 10. bis 15. Mai 1931 bewirken. Die Inhaber von Mietberechtigungsscheinen haben ebenfalls ihr Wohnungsgesuch an den genannten Tagen zu erneuern. Gießen, den 7. April 1931. Der Oberbürgermeister. lStädt. Wohnungsamt.) I. V.: Dr. Hamm. Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge , . _ _ Postkarten bei Brühl, Schulstraße? Gescharrten Dieses entzückende COlYlpIßt Kleid u. Mantel ganz gefüttert aus bestem Tweed, in verschiedenen Farben E und Größen .. kostet nur Wy Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Trais- Horloff für das Rj. 1931 liegt vom 8. April l. 3. ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsichtnahme und Erhebung von Einwendungen offen. Zu ber beschlossenen Umlage haben auch Ausmärker Alters Vereinigung 1869 — 1919. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem am 3. April erfolgten Ableben unseres lieben Alterskollegen Georg Strack geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir werden ihm jederzeit ein ehrendes Andenken bewahren. | Vermietungen] 2 möbl. Zimmer mit kleiner Küche, an kinderl. Ehepaar ober alleinstehende Damen abzugeben. Anzusehen von 10 b. 4 Uhr, sonst vorher. Anmelbuna. 2428D bttberatr. 19 II. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUI Heller, de zdarer Raum 50 qm, fof. zu verm. Dern & Cie., Westanlafle 31. 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Lob, Hint. der Westanl.il 5e l. 2378. „„o In tiefem Schmerz: Marie Kromm, geb. Diehl nebst Angehörigen. Ettingshausen, Schotten, den 6. April 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, 9.4., nachm. 2l/4Uhr statt. 2468 Heute nacht um 3Va Uhr entschlief nach kurzem schweren Krankenlager mein lieber Gatte, Vater, Sohn, Bruder, Onkel und Schwager Karl Kromm Gastwirt und Metzger im 43. Lebensjahr. und Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 7. April 1931 Nr. 80 Zwetter Blatt Ungarn undOeutschland Don unserem v. ^--Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Budapest, April 1931. Kaum ein Staat der Welt ist zur Zeit austen- politisch so aktiv wie Ungarn. Die letzten "Reisen de« ungarischen Ministerpräsidenten Grasen Beth- len nach Berlin und Wien und alle daran geknüpften Kombinationen sind noch genügend in aller Erinnerung. Die amtliche Dementiermaschine muhte ununterbrochen arbeiten und arbeitet heute noch, um die Bedeutung dieser Besuche nicht ins Phantastische wachsen zu lassen, aber — scmper aliquid hacret. Ungarn braucht und sucht engeren Anschluß an Deutschland-Oesterreich. Ungarn« innerpvlitische Lage ist nicht leicht. Die wirtschaftliche Lage befc Lande« ist wie überall schlecht. DaS führt naturgemäß zu großer Unzufriedenheit unter den Wählern. Dies zeigt sich selbst bei der Regierungsmehrheit, mit der Graf Bethlen seit vier Jahren regiert. Diese Mehrheit ist im wesentlichen agrarisch orientiert, aber, obwohl seit langem bereits alle Maßnahmen der Regierung aus eine Linderung der Agrarkrise abgestellt sind, sind die Agrarier nicht zufrieden. Die Regierungs- maststahmen haben auch nicht viel helfen können. Letzten Endes nützen alle möglichen kreditpoli- nschen Maßnahmen einem Wirtschaftszweig nichts, man muß ihm Absatzgebiete schassen. Und hier liegt der Angelpunkt der ungarischen Politik gegenüber Deutschland. Ungarn braucht das deutsche Absatzgebiet für seine landwirtschastlichen Erzeugnisse Die deutsche Wirtschaftspolitik steht zweifellos im Zeichen agrarischen Schuhes Die Frage ist nun, soll Deutschland aus politischen Gründen bestimmten Ländern eine Borzugsbehandlung einräumen. Sympathien haben zunächst in der Politik keine Rolle zu spielen. Lassen wir also alle Gefühlsmomente beiseite und betrachten wir nur die politischen Interessen. Hier kommt es darauf an, Ungarns politische Bedeutung richtig zu erkennen. 3n zwei der wichtigsten Fragen marschieren Deutschland und Ungarn bereits Seite an Seite. Das ist die Frage der Revision der Frieden sverträge und die der Rüstung. Ungarns sehr aktive Politik ist vom deutschen Standpunkt nur zu begrüßen. Besonders wichtig ist darüber hinaus Ungarns Stellung allgemein in Südosteuropa. Südosteuropa ist ein ungemein günstiges Absatzgebiet für Deutschland. Die Bedeutung wird sicher bald noch stark zunehmen. Deutschland muß die Entwicklung dort sehr sorgfältig beobachten, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Die Bestrebungen zur Bildung eines süd- vsteuropäischen Agrarblocks sind bekannt. Leider hat sich Deutschland, wie so ost, jct’,n Einfluß auf die Entwicklung dieser Angelegenheit aus der Hand nehmen lassen. Anstatt gleich beim ersten Auftauchen dieser Bewegung sich an ihre Spitze zu stellen und aus diesem Block einen befreundeten kausmännischen Kontrahenten zu machen, mit dem man Industrieerzeugnisse gegen Agrarprodukte tauscht, hat man die Sache laufen lassen, bis sich Frankreich ihrer annahm. In Basel ist von den Franzosen die internationale Agrarbank ins Leben gerufen worden, die weiter nichts bezweckt, als die südosteuropäischen Länder finanziell zu binden und aus diesem Block ein französisches Werkzeug zu machen, daS gegen Deutschland gerichtet ist. Diese Entwicklung droht, ist noch nicht beendet; sie kann noch verhindert werden. Die Schlüsselstellung dazu hat Ungarn. Ohne Ungarn wird nichts auS dem Agrarblock. Auch für die sonstige politische Entwicklung in Südosteuropa ist Ungarns Bedeutung überragend. Durch seine Arthur Schnitzler: „Zm Spiel derGommerlüste." Nraufführung am Gießener Ttadtthealcr. .....Es fließen ineinander Traum und Wachen, Wahrheit und Lüge. Sicherheit ist nirgends. Wir wissen nichts von andern, nichts von unS. Wir spielen immer; wer es weiß, ist klug ..." Schnitzler, „Paracelsus". Als ob der Krieg und all die Zeit nachher mit ihren einschneidenden Wandlungen und um- stürzenden Veränderungen nie gewesen wäre —: so traumhaft und jenseitig, so fast verschollen und fern von uns liegt dieses Stück, spielend „am Ende des vorigen Iahrhunderts", tief verfangen in der bald sagenhaft gewordenen Welt vor 1914, verwurzelt und eingebettet ganz in der einst hochberühmten Kunst alten Ocfter- reichertums, jener eben durch Schnitzler und durch Hofmannsthal zur müßen Hochblüte entfalteten Wiener Schule. $)ieä war eine Kunst, welche, obwohl durch den hindurchgegangen und von ihm fluchtig befruchtet, dennoch die europäischen Errungenschaften der neunziger Iahre am frühesten unb entschiedensten verneinte und überwand. Aus der Wirklichkeit um jeden Preis aus einer Welt der unbestechlichen Wahrheit und gänzlich schleierlosen Klarheit flüchteten die Dichter der Wiener Decadence bewußt und leidenschaftlich zurück in die Welt des Unwirklichen und Spielerischen, der Illusion und des Traums, der Musik, der Romantik, der Stimmungen, der Zwischentöne und der halben Wahrheiten. Die Worte des Paracelsus, die wir an den Anfang gestellt haben, bedeuten ebensosehr ein Evangelium und Glaubensbekenntnis jener Kunst wie die sehr berühmt gewordenen Verse des jungen Hofmannsthal aus dem rokvkohaften Vorspiel zum Schnitzlerschen „Anabol": ..... Also spielen wir Theater, Spielen unsre eignen Stücke, Frühgereift und zart und traurig, Die Komödie unser Seele. Böser Dinge hübsche Formel, Glatte Worte, bunte Bilder, Halbes, heimliches Empfinden, Agonien, Episoden.. Das ist sehr hellsichtig und bewußt gesagt; es keimzeichnet durchaus die Kunst jener Kit ... engen Beziehungen zu Italien ist seine Stellung sehr stark geworden. Die Einbeziehung Bulgariens und wahrscheinlich auch der Türkei und Griechenlands in den italienisch-ungarischen Block ist bekannt. Diese Schlüsselstellung Ungarns in Südosteuropa muß für die deutsche Politik maßgebend sein. Deutschland ist an Südosteuropa außerordentlich interessiert, es braucht dort einen guten Freund, der auch die deutschen Interessen vertritt, der dort auf Vorposten steht. Das kann nur Ungarn sein. Ungarn wird die deutschen Interessen aber nur vertreten, wenn seine Interessen sich mit den deutschen decken. In der Revifionsfrage, in der AbrüstungS- frage ist das bereits der Fall. Ieht handelt es sich nur noch darum, einen Weg zu finden, um Ungarn- Wünsche auf Absatz seiner Agrarprodukte in Deutschland und Deutschlands Wünsche auf Schutz der eigenen Landwirtschaft unter einen Hut zu bringen. In dem deutsch-polnischen Handelsvertrag hat Deutschland an Polen große Zugeständnisse bezüglich der Einiubr von Schweinen gemacht. Wenn das Deutschland gegenüber einer uns innerlich durchaus feindlich eingestellten Ration wie den Polen tun kann, dann können auch den Ungarn, die alte Freunde und Waffenbrüder der Deutschen waren, die vor allem jetzt wieder politische Bundesgenossen sind, Konzessionen gemacht werden. Die deutsch-ungarischen Handelsvertragsverhandlungen beginnen demnächst. Mit beiderseitigem guten Willen muß der Weg gefunden werden, der beiden Teilen gerecht wird und der es ermöglicht, daß Ungarn und Deutschland auch weiterhin Seite an Seite stehen. Dor allem sollte die deutsche Außenpolitik beim Abschluß von Handelsverträgen mehr als bisher beachten, daß nicht nur wirtschaftliche Gesichtspunkte dafür maßgebend sein müssen, sondern auch politische. Oer Vater -erinneren Mission. Zur 50. Wiederkehr des Todestages Johann Heinrich WichernS am 7. April. Don Propst Xie Borrmann, Superintendent in Angermünde. .Im Anfang war die Tat" läßt Goethe den Doktor Faust die ersten Worte des Johannes- Evangeliums überfeßen. Damit wird xum Ausdruck gebracht, daß die christliche Religion auf eine Liebestat Gottes an den Menschen gegründet ist und sich auf- und ausbauen muß in Taten der Liebe. Heute, wo wir überall praktisches Christentum sehen und treiben, ist uns diese Religion der Tat so lieb und vertraut, daß wir kaum mehr verstehen, daß die christliche Kirche erst vor hundert Iahren in Has Zeitalter der christlichen Rächftenliebe einzutreten begann. Um so höher steht der Rame des Mannes, der die Kirche diese „ifjre innerste Mission" lehrte nicht durch Worte, durch herrliche Taten: Iohann Heinrich W i ch e r n. Dieser „praktische Christ" kann noch beute, fünfzig Iahre nach seinem Tode, Lehrer und Führer fein, daß wir durch ihn zu der Erkenntnis kommen: Unser Volk hat nur solange Lebensberechtigung, als in ihm die Barmherzigkeit lebt. Als das älteste Kind von sieben Geschwistern wurde I. H. Wichcrn am 21. April 1808 zu Hamburg, das damals unter der französischen Fremdherrschaft seufzte, geboren. Sein Vater stammte aus dem Arbeiterstande, arbeitete sich aber durch eisernen Fleiß, den der Sohn von ihm erbte, bis »um RotarSgehilfen und vereidigten Ueberfeßer hinauf. Der Hauses Seele war die Mutter, eines Buchhalters Wittstock Tochter, die ihren Kindern den Sonnenschein treuester Mutterliebe leuchten ließ. Dennoch gestaltete sich Heinrichs Iugend sehr hart, zuerst durch die Rot der „Franzosenzeit" (1813 trieb Davoust in bitterer Winterkälte die Einwohner Hamburgs, darunter die Familie Wichern, aus der Stadt), dann durch den Tod des Paters, so daß der kaum fünfzehnjährige Iüngling neben der eigenen Ausbildung auf dem Gymnafium noch für den Unterhalt von Mutter und sechs Geschwistern sorgen mußte. So hat ihn schon seine Iugend zu seinem RetttmgSwerk an den Aermsten der Iugend erzogen. Freilich wurde diese rastlose Tag- und Nachtarbeit — mit siebzehn Iahren gab Wichern sechzig Stunden wöchentlich in der Anstalt Poselsdorf — auch der Grund zu den qualvollen Kopfschmerzen, die ihn fein Leben lang peinigten und sein Siechtum herbeiführten. 1830 bezieht Wichern die Universität Berlin und lernt dort ein noch größeres Elend kennen als in Hamburg. Aber er sieht auch tatkräftige Hilfe am Werk, so in der „freiwilligen B esch ä f t igun g sa n stal t", die der fromme Baron von Kottwitz in einer leeren Kaserne der Alexanderstraße für die Arbeitslosen, die es schon damals in Berlin gab, eingerichtet hatte. Unter ihnen lebte Kottwiß, dieser Vater der Erwerbslosenfürsorge, als das verehrte Haupt einer großen Familie. Don ihm hat Wichern den Gedanken: allein Familienleben statt Kasernierung gestaltet den Anstaltsbetrieb segensreich, übernommen. Der greife Baron wurde das bewunderte Ideal des Iünglings: ,.O du unvergleichlicher Mann, könnte ich einmal so werden wie du!" schreibt Wichern in sein Tagebuch. Aehnlichen Einfluß übte der Philanthrop Dr. Julius auf den Studenten aus. Dieser Menschenfreund hatte das damalige Gefängniswesen in all seiner Härte studiert und hielt in Berlin Vorlesungen über Gefängniskunde, in welchen er seine Hörer das Gefängnis a l s Besserungsanstalt ansehen lehrte. Wichern hat bei feiner Gefängnisrefvrm diesen Gedanken in die Tat umgeseht: durch zweckmäßige Deschäftt- gung und Charakterbildung den Gefangenen schon im Gefängnis zu einem brauchbaren Glied der Gesellschaft. zu erziehen. Es ist für Wicherns praktischen Sinn bezeichnend, daß ihm Schleiermacher nichts geben konnte, während durch Männer wie Kottwitz und Iulius ihm die beiden großen Leitgedanken für seine spätere Anstaltstätigkeit — die der Familie und der Arbeit — auf den weiteren Lebensweg mitgegeben wurden. Rach gut bestandenem Examen tritt der Kandidat 1832 als „Oberhelfer" in die „Sonntagsschule" des Hamburger Pastors Rautenberg ein. In dieser Tätigkeit findet Wichern als Beiter des ..Besuchsvereins", des Vorläufers der heutigen seelsorgerischen Hausbesuche, Kinder in so entsetzlicher Umgebung, daß ihn „der Menschheit ganzer Jammer packt". Kinder, die an Leib und Seele verkommen, in Pflege bei Leuten, die in „wilder Che" lebten, feine Schule und Kirche kannten, waren feine Seltenheit. Ein Junge hatte schon zweiundneunzigmal wegen Diebstahls mit der Polizei Bekanntschast gemacht, ein anderer bereits an der Kette gelegen. „Ihn jammerte des Volkes", wie einst den Heiland, dem er an diesen elendesten der Kinder dienen wollte. Und da er überzeugt war, daß solchen Kindern aus ihrer sittlichen Rot nur durch Entfernung aus der Sumpfluft der häuslichen Verhältnisse zu helfen sei, tauchte der Gedanke eines Rettungshauses, besser eines Rettungsdorfes in ihm auf. Durch die Hamburger Senatoren Hudtwalker und Sieve - fing, die er für den Plan begeisterte, wurden ihm Mittel und Haus zur Verfügung gestellt; 1833 zog Wichern ins „Rauhe HauS" — vor den Toren Hamburgs „im Busch" gelegen und von rauben Winden umweht (daher der Ramel — mit den ersten Knaben eiir. Bald stieg der Zöglinge und damit auch der Häuser Zahl, denn Wichern hielt an seinem Prinzip fest, daß nie mehr als zwölf bis vierzehn Knaben, zu einer Familie unter einem Hausvater zusammengeschlossen. ein Haus bewohnen sollten. Rur bann könnte ihnen der Segen des Familienlebens zuteil werden. Auch seinen Grundgedanken, daß die Zöglinge die Arbeit lernen müßten, setzte Wichern mit liebevoller Strenge in die Tat um, wie denn überhaupt seine große Freundlichkeit, gepaart mit heiligem Emst für das „Rauhe Haus" bestimmend wurde. Wieherns Bedeutung ging schon zu seinen Lebzeiten über Hamburg und das „Rauhe Haus" hinaus. Man war auf ihn in weitesten Kreisen aufmerfam geworden, so daß der in den Stürmen des Rcvolutionsiahres 1848 zusammentretende erste „Kirchentag in Wittenberg" gern des „Spezialisten für christliche Licbesarbett" Rat zur Abstellung der sittlichen und sozialen Rotstände hören wollte. So hielt Wichern am 22. September 1848 in Wittenberg seine epochemachende Rede über die „Innere Missto n" als die Arbeit des „hellsersüllten Dotksteils an den heillos Gewordenen" und legte sie der Kirche als ihr wichtigstes Leden »werk auf« Gewissen, der Kirche, die nun sprechen müsse: „Die Arbett der inneren Mission ist mein, die Liebe gehört mir wie der Glackbe." — Richt weniger als 123 Rettungshäuser entstanden in den nächsten Iahren, es folgten „Herbergen zur Heimat", Brüder- an ft alten, Stadtmissionen in großer Zahl. Der „Zentra lausschuß für die Innere Mission der evangelischen Kirch e", heute ein Riesenwerk mit dem Sitz in Berlin- Dahlem. begann sofort nach dem Wittenberger Kirchentag seine Tätigkeit, und die Seele dieses Werks war Wichern. 1851 wurde ihm die Revision der Staatsgesängnisse übertragen. und was er für die Gesundheitspflege und geistige Beschäftigung der Gefangenen vor- schlug. wurde ausgeführt. Seit 1857 Oberkon- fiftorialrat im Evangelischen Oberkirchenrat. blieb er bis 1874 als „vor tragender Rat" im Ministerium deS Innern Dezernent für die Strafanstalten und daS Armenwesen, noch immer Leiter des „Rauhen Hauses". Trotzdem hatte er Zeit, in den „Brüdern vom Rauhen Hause" ein Sanitätskorps zu schaffen, das 1864. 1866 und 1870 71 Samariterabeit im Felde leistete. So ist Wichern auch der Gründer de r ,.F eld d i a ko nie" geworden. Damit haben wir schon die Bedeutung dieses großen, am 7. April 1881 nach langem Leiden verstorbenen Mannes für die Gegenwart gestreift. Die Kirche hat fein Wort heute in die Tat umgefeßt, daß „ihr der Glaube gehört tote die Liebe". So gründet sich die Weltkonferenz für praktisches Christentum in Stockholm ebenso wie jedes Werl der Innern Mission auf Wichern. Auch unsere öffentliche Wohlfahrtspflege steht heute bewußt oder unbewußt unter seinem Einfluß. Sein Gedanke der Familienerziehung Gefährdeter ist wie fein Arbeitsprogramm: Gebt dem Gefährdeten Beschäftigung! Allgemeingut aller Wohlsahrtsarbeit geworden. Und zumal unserer Zett der Qlrbeitelofigfeit hat dieser Mann der Barmherzigkeit mit seiner Forderung der Arbeit für Arbeitslose viel zu tagen. Im Gefängniswesen haben seine Grundsätze über Einzelhaft, Beschäftigung, Bildung des Gefangenen in der Gegenwart zur vollen Anerkennung und praktischen Auswirkung deS Gefängnisses als Besserungsanstalt geführt. Dor allem ist fein Vertrauen zu den Menschen, m denen er das Ebenbild Gottes sah. vorbildlich für alle Arbeit an gefährdeten Menschen geworden. Dieser Glaube war freilich mit Klugheit gepaart, aber doch grenzenlos an das Göttliche im Menschen. So wird jeder Dolksfreund etwas von und also auch dieses neue Stück, welches innerlich — ohne daß man die Anmerkung vom Ende des vorigen Iahrhunderts zu wißen brauchte — in ihr wurzelt und aus ihr hervorgegangen ist. Unter dem romantischen Titel „Im Spiel der Sommerlüfte" steht nur „in drei Aufzügen" — weder „Schauspiel" noch „Lustspiel" noch „Trauerspiel", obwohl das Werk vielleicht jede dieser Gattungen ein wenig in sich schließt, ... dennoch keiner von ihnen völlig angehört; es ist überhaupt kein rechtes Drama. Höchstens eine dialogisierte Rovelle, eine Episode mit lebenden Figuren, ein Stimmungsbild, ein kleines, flüchtiges Panorama... * Es geschieht auch nicht viel; und was sich, im dramatischen Sinne, ereignet, geschieht verdeckt, hinter der Szene, indirekt, angedeutet, in Umrissen und Schattierungen... „halbes, heimliches Empfinden": das ist das Sttchwvrt für eine Relativitätstheorie, welche die Wiener vor Einstein erfunden und zu einer Weltanschauung, zu einem ästhetischen Grundprinzip erhoben haben. • Weil aber alles in diesem empfindlichen Stück nur von schwebenden Stimmungen, schillernden Halbtönen und zaghaft verschleiernden Andeutungen lebt: ist es ungeheuer schwer, etwa mit groben nüchternen Worten einen „Gang der Handlung" zu erzählen, von dem ernstlich faum gesprochen werden kann. Man kann allenfalls versuchen, einiges von dem, was. zwischen den Zeilen und hinter den Worten, die Substanz der Szenen- solge ausmacht, dem hellen Bewußtsein des Beschauers näher zu bringen,... die vielfach verschlungenen Fäden menschlicher Beziehungen und psychologischer Verbindungen ein wenig zu entwirren. ♦ Der Schauplatz ist, gleichbleibend durch die drei Auszüge, der Eommersitz des Bildhauers Professor Friedlein im niederösterreichischen Dors Kirchau nahe bei Wien; zur Familie gehören Frau Iosesa; Eduard, der Sohn; Iosefas Richte Gusti, eine junge Schauspielerin. Von den übrigen Personen, die hier zwanglos vorübergehen oder zu Besuch kommen, sind bemerkenswert ein Arzt Dr. 5aber, der Kaplan Holl, väterlicher Freund und Lehrer des jungen Eduard, und Leutnant Holl, der Zwillingsbruder des Kaplans. Zwischen den Genannten, die hier ein halber Zufall zusommenführt und durcheinanderwirbelt, begibt sich in flüchtigen, hintergründigen, angesponnenen und wieder abgebrochenen Wechselbeziehungen jenes spätsommerliche Intermezzo, I das in wunderlicher Mischung Ehe-Spiel, LiebeS- | Spiel, Geschwister-Spiel in einem ist... ♦ Iosesa, die Frau am Scheideweg, in der Mitte zwischen dreißig und vierzig, zwischen Resignatton und Lebenshunger, lebt in steter, stiller, eifersüchtiger Angst um den 14 Jahre älteren Gatten, den Beruf und Berühmtheit oft von ihr fern- halten... Gusti, junge Schauspielerin mit der Aussicht auf ein erstes Engagement, läßt sich von Eduard die Stichwörter zur Shakespeareschen Julia bringen, die sie hier draußen auf dem Lande, in den Ferien studiert. Die kleine Szene (mit den berühmten Versen im Morgengrauen — „es ist die Rachtigall und nicht die Lerche") erscheint un- gemein charakteristisch sowohl für das ganze Stück mit feiner steten, spielerischen Vertauschung von echtem Leben und Illusion,... als auch für die Gestalt der Gustt, die von allen geliebt wird, mit ihnen ihr verliebtes Spiel treibt und es doch im Grunde nicht aufrichtig meint... Der junge Doktor, mit dem sie schon verlobt scheint und der unreife Bub, der im Ernst ihr Romeo sein möchte, sind nicht ohne Grund aufeinander eifersüchtig; aber sie gibt beiden ihre Liebe halb, läßt sie stehen, läuft ihnen davon und liebäugelt mit dem zufällig vorüberkommenden Dritten, den sie kaum kennt. • Das ist ein junger Offizier; er kam eines Duells wegen nach Wien. Der Kaplan erfährt viel za spät, daß die Begegnung mit dem Bruder eigentlich ein Abschied fein sollte mit Beichte und Absolutton ... aber die Sorge war umsonst: der Bruder kommt heil aus der Affäre heraus. Der Geistliche sucht seiner Aengste und seiner Zweifel im menschlichen Gespräch mit der scheinbar- so ruhigen und reifen Frau Josefa Herr zu werden, die ihrerseits wiederum instinktiv bei dem Priester Rat, Hilfe und Ausweg zu finben hofft, ... denn „keine Mutter hat ihren Sohn, und keine Frau hat ihren Mann, so wie sie ihn haben möchte. Wenn es gerade ruft und lockt von irgendwoher, so laufen sie ins Wetter, in die Rächt und ins Leben hinaus — und man bleibt allein .. Dies kann nur Beispiel und Andeutung sein für den verdeckten und nuancierten Stil, für die schillernde, zweideutige, ungewisse Atmosphäre, für die schwebende, dünne und dufttge Sttmmung deS Stückes ... Dis Aufgabe der Regie — Inszenierung von I Walter Bäuerle — darf sich nicht darauf be- I schränken, ein fo empfindliches und gebrechliches Wort- und Szenengefüge nach Möglichkeit zu kürzen, zusammenzufassen und zu konzentrieren; das ist geschehen und ist zu billigen. Darüber hinaus verstand die Spielleitung, das Ganze so theatralisch und lebendig zu machen, wie es eben sein kann; es abMiftufen, Pausen einzulegen, Steigerungen zu schaffen und abflingen zu lassen, Beziehungen durchsichtig zu machen, Stimmungen fühlbar werden zu lassen und musikalisch zu akzentuieren, die sehr bewußt eingeführte Raturshmbolik — hochsommerliche Schwüle, Wetterleuchten, erste Herbstahnung — feinsinnig und wirksam mit der Szenenfolge in Einklang zu bringen. So darf die Bühnengestal- tung des schwierigen und eigentlich sehr bühnen- femen Werkes als wohlgelungen betrachtet werden. * Wenn im Gesamteindruck die lustspielmäßigen Elemente überwogen, so lag dies daran, daß von den jugendlichen Figuren des Stückes, rein theatralisch gesehen, die Szene auf eine lebendig- ungezwungene und überwiegend heitere Weise bewegt wird. Beatrice Doering traf als Gusti den leicht- fertig-flattrigen, unernsten und unwirrschen Ton dieses Wiener Mädels mit sicherer Witterung. Um sie herum: der frische, unfertige, trotzige Bub in der ersten Ahnung erwachender Männ- lichleit: Scheich er; der stille kleine Mediziner, dessen echtes Gefühl für so ein Abenteuer viel zu schade ist: Bruck; endlich der hübsche und fesche Offizier: W e s e n e r. Als Josefa sah man Maria Koch: eine überlegene Leistung mit feinem Empfinden für die Uebetgänge, Zwischentöne und Hintergründe der Rolle. t Die Figur des Professors Friedlem ist im Buch ein wenig obenhin, mit ziemlich lockeren Konturen gezeichnet; Bäuerle spielt sie ohne schwere Betonungen, aber sichtlich bestrebt, sie vom Menschlichen her ein wenig aufzufüllen und abzurunden. Eine ausgezeichnete Leistung sah man von Hauer, dellen österreichischer Eigenart die Gestalt des Kaplans besonders zu liegen schien; die große Szene (mit der Koch) im zweiten Akt war darstellerisch der beste Teil der Aufführung, e Das freundlich-ländliche Bühnenbild von Löfs« ler bildete den stilgerechten Rahmen der sommerlichen Episode. Die Premiere fanb, bei verhältnismäßig gutem Besuch, eine sehr freundliche Aufnahme. Anhaltendem Beifall nach dem letzten Aki, hth. diesem Deist Wicherns in sich tragen müssen, um trotz Hnban! und Enttäuschung den Glauben an seine Pflegebefohlenen nicht zu verlieren, ohne den eine gesegnete Arbeit nicht denkbar ist. Ltm das Darmstädter pädagogische Institut. Darmstadt. 4. April. Der Evangelische Preßverband für Hessen schreibt: Wie wir erfahren, hat das Ministerium für Kultus und Bildungswesen verfügt, daß die Neuaufnahme von Lehrstudenten für das Sommersemester 1931 nur im Pädagogischen Institut Mainz zu erfolgen hat. In Darmstadt werden demnach nur Kurse für diejenigen Studenten wciteraeführt, die hier seither schon gewesen sind. Praktisch bedeutet diese Verfügung die langsame llcberleitung des Instituts von Darmstadt nach Mainz. Trotz der Proteste aus Lehrerkreisen, trotz des öffentlichen Ausrufs der Evangelischen Kirchenregierung, trotz des Anspruchs der Stadt Darmstadt sowie der Studentenschaft von Darmstadt ist diese Verfügung erlassen worden. Zag-unsälle und ihre Verhütung. Von Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Olt, Gießen. DaS tragische Unglück auf der Jagd bei Ruppertsburg, dem vor einigen Wochen ein treusorgender Familienvater und angesehener Burger unserer Stadt zum Opfer gefallen ist, steht noch in frischer Erinnerung. Zu dem Fall selbst wird in Rachstehendem keinerlei Stellung genommen; ich halte es aber unter Bezugnahme hierauf für geboten. tx>r breiter Oeffentlichkeit die Frage aufzuwerfen, ob eine Möglichkeit gegeben ist, die durch Jagdwaffen verursachten vielen Unfälle wesentlich herabzumindern. Aus den wöchentlichen Mitteilungen der Jägerzeitungen ist zu ersehen, daß sich die Zahl solcher Todesfälle iit den letzten Jahren trotz aller Warnungen und Belehrungen stetig gesteigert hat. In der Armee kommt ein Unglücksfall durch die Handhabung des Gewehrs kaum einmal vor. Der Rekrut ist noch kein Soldat, wenn ihn der Militärrock ziert. Bevor er scharf geladene Patronen in die Hand bekommt, muß ihm der korrekte Gebrauch des Gewehres so sicher beigebracht sein, daß jeder falsche Griff so gut wie ausgeschlossen ist. Ein guter Kenner aller Regeln des Autoverkehrs wird erst Wagenlenker, wenn ihm gründlicher Unterricht am Steuerrad auf vielgestaltigen Fahrten gegeben wurde. Von ihm wird bekannllich ein Examen gefordert, ehe er selbständig dem für ihn und seine Mitmenschen gefährlichen Beruf obliegen darf. Der Inhaber eines Jagdwaffenpasses dagegen hat das Recht, das Gewehr zu schultern und an Jagden aller Art teilzunehmen, ohne irgendwelche Beweise für seine Befähigung erbracht zu haben. In der Vorkriegszeit gingen fast alle Jäger durch die Wasfenschule des Heeres, uiti> die übrigen wurden von diesen in der Handhabung des Gewehres unterwiesen, während heute die scharf geladene Waffe hauptsächlich von Schützen gehandhabt wird, denen jegliche Ausbildung auf fraglichem Gebiete fehlt. Aus dieser Tatsache erklärt sich das stetige Anwachsen der Unglücksfälle. Im Jagdwaffenschein sind Regeln angegeben, wie Unglücksfällen vorzubeugen ist. Sie werden Wohl auch einmal gelesen, von der Mehrzahl der Schützen aber nicht genau beachtet, viele vimmern sich überhaupt nicht darum. Bei Treibjagden ist außerhalb des Treibens das Gewehr annähernd senkrecht mit der Mündung nach oben zu tragen. Auch dürfen die Gewehre nur toäfjrenb des Treibens auf den Ständen geladen sein. Gehen zwei oder mehrere Schützen zusammen, dann dürfen die Gewehre nicht geladen fein. Wer nach solchen Regeln erzogen ist, wird sie befolgen; die schriftliche Anweisung erreicht den Zweck nicht. In früheren Zeiten ging strenge Erziehung der jagdlichen Betätigung voraus. Die Zeiten sind qnders geworden, ein Drang nach verantwor- itungsloser Freiheit beseelt die große Masse. Hinzu kommt die starke Bevölkerungsdichte in ‘ Parallele mit der sich stetig steigenden Zahl von 7 Unglücksfällen. Die den fraglichen Ereignissen Kreuzweg der Liebe. Vornan von Paul Grabein yrheberrechtSfchutz: Romandienst „Digo", Berlin XV 30. IS. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Drenck machte große Augen. «Was soll das heißen?" «Bedaure unendlich, aber nach zehn Uhr abends darf ich nach der Hausordnung alkoholische Getränke nicht mehr verabreichen." „I, da soll ja doch gleich" — Heftig schlug Drenck mit der flachen Hand auf den Tisch. „Ja, ja, Herr Drenck, der Mann hat recht I" bestätigte schnell der Geheimrat, heimlich durch ein Zeichen des Doktors verständigt. „Im übrigen: wir haben auch wirllich genug gebechert. Es wird Zeit, die Sitzung aufzuheben." „Fällt mir ja gar nicht ein! Woll'n doch mal sehen, ob ich nicht mxh was zu trinfen kriege!" herrschte er den Kellner an, „schicken Sie mir sofort den Direktor her!" „Dedaure vielmals — der Herr Direktor zieht sich um zehn Uhr in seine Privaträume zurück und ist dann nicht mehr zu sprechen." „So? Wer, zum Henker, ist denn sonst noch verantwortlich für diese blödsinnige Hausordnung?" Wütend stieß es Drenck hervor, den Kellner grimmig anblitzend mit feinen von Wein bereits erhitzten Augen. „Ich, Herr Drenck, als leitender Arzt dieses Hauses", ruhig sagte es Wigand. Betroffen fufjr Drenck nach dem Sprecher herum. Auf diese Antwort war er allerdings nicht gefaßt gewesen — aber gleichviel. Sollte er sich jetzt vielleicht zurückziehen, sich wohl gar noch entschuldigen? Fiel ihm ja nicht ein! Sv cr= klärte er denn verbissen: „Tut mit leid — aber ich kann trotzdem eine derartige Bevormundung der Gäste dieses Hauses nur für höchst lästig und ungehörig erflären“ Die Gesellschaft wurde unruhig und schon kam Wigands Antwort: „Sie vergessen, Herr Drenck, daß Sie sich hier in einer Kuranstalt und nicht in einem Wirtshaus befinden. Wenn Sie kneipen wollen, werden Sie sich schon anderwärts hin bemühen müsien." Drenck stieg eine helle Röte ins Gesicht und schon lohte es in ihm auf, dem überlegen-kühlen Gegner mit einem beleidigenden Wort heimzuzahlen, aber da machte der Geheimrat der bedrohlichen Situation ein Ende. ..Tja, da haben wir nun unser Fett weg!" Mrt gemütsichem Lachen zog er die Sache ins Scherzhafte, verflocht er sie alle darein. „Das ift die Strafe für unsere heimliche Missetat! Wir haben zwiefach gegen den ftpmgen ®eW tne*c6 Fernstehenden nahmen mit fatalistischer Gleich- igültigfeit Unglückssälle hin, als seien sie in unserem Zeitalter naturnotwendig. Jagdvereine tragen viel zur Erziehung weidgerechter, mit der Waffe korrekt umgehender Jäger bei. Dieser erzieherischen Tätigkeit entzieht sich aber gerade der Teil von Schützen, öieUnber- weisungen und Befolgung ftrengcr Vorschriften als lästig empfinden. „Hubertus, Verein weidgerichter 3äger“ e. V., Sitz Gießen, entfaltet eine rührige Tätigkeit auf allen Gebieten der Jagd und betrachtet es als vornehme Aufgabe, seine Mitglieder zu tüchtigen Weidmännern heranzubilden. Er fordert weidgerechtes Jagen, besaßt sich mit den ethischen Fragen des Weidwerkes und versteht es, erste Autoritäten der einschlägigen Gebiete für seine Vortragsabende zu gewinnen. Es wäre sicher hoch einzuschähen, wenn die Studierenden der Forstwisienschaft sich die Gelegenheit der Teilnahme an den Veranstaltungen des „Hubertus" nicht entgehen ließen. Sie sind als Gäste jederzeit willkommen, dürften so auf jagdkund- lichem Gebiete gar vieles, das vom Katheder nicht gegeben werden kann, lernen und im Leben ersprießlich weitergeben. Der „Hubertus" hat zu seinen größeren Veranstaltungen die Fvrst- studenten wiederholt eingeladen, und lediglich um der Schießübungen willen die Satzungen dahin abgeändert, daß diesen Studenten die Aufnahme als außerordentliche Mitglieder ermöglicht wird. Durch den auf 2 Mk. herabgesetzten Jahresbeitrag sind sie gleichzeitig gegen Haftpflicht für Unglücks- sälle auf den Schießständen versichert. Don dem Entgegenkommen wurde bisher keinerlei Gebrauch gemacht. Ich habe es erlebt, daß mir ein Förster bei der Begrüßung die Mündung des Gewehres gegen den Leib richtete, es war geladen und gespannt. Der Mann war, um rasch schuhfertig zu fein, gewöhnt, gelegentlich das Gewehr auf diese Weise zu handhaben. Ein hiesiger Arzt ist vor etwa zwanzig Jahren im Stadtwald verunglückt; er trug das geladene und gespannte Gewehr, mit den Läufen nach unten gerichtet, auf der rechten Schulter; drei Fehler! Durch den verhängnisvollen Schuß wurde ein Unterschenkel zerschmettert, und tödlich verlaufender Wundstarrkrampf, das qualvollste Leiden, hatte sich nach einigen Tagen hinzugesellt. Vor bald dreißig Jahren fiel auf der Universitätstreibjagd drer Schritte hinter mir aus leichtsinnig getragenem, geladenem und dazu noch gespanntem Gewehr ein Schuß, der vielleicht handbreit an mir vorbei- ging. In einem ganz ähnlich liegenden Falle flog die Kugel unmittelbar an meinem Kopf vorbei, und bei einer Treibjagd ging mir ein Schrotschuh des Rachbars auf die Stiefel. Jeder bejahrte Weidmann kennt solche Vorfälle aus eigener Anschauung; zum Glück nimmt nur ein kleiner Teil dieser Fälle tragischen Ausgang. Die Erfahrung lehrt^ daß Rügen und Hinweise auf die einschlägigen Regeln zur Vermeidung von Unfällen keinen Erfolg Haden. Ein großer Teil der Hauses gefrevelt. Kommt, laßt uns Buße tun!“ Er erhob sich und mit ihm Wigand und der Rittmeister. „Acht jetzt, gute Rächt jetzt! Einst war ich nicht so brav — doch ehrbar wandeln ist das best'. Ich geh' ins Bett und schlaf'!" Einen Vers des Rodensteinerlieds leise vor sich hinträllernd, verabschiedete er sich von Drenck. „Gut Rächt, Derehrtester: Gehn Sie in sich und folgen Sie unserem guten Beispiel!" Die Herren gingen vom Tisch fort, wo Drenck grollend sitzen blieb. Wigand als letzter; schon im Weggehn wandte er sich noch einmal an Drenck: „Ich vergaß übrigens eine Bestellung von Ihrer Frau Gemahlin auszurichten. Sie fühlte sich ziemlich abgespannt und ist bereits auf ihr Zimmer gegangen, wo sie Eie erwartet." Einige Augenblicke blieb Drenck noch, in stummem Trotz gegen Wigand und seine Frau, am Tisch sitzen, dann stand er auf und ging gelangweilt in den Saal hinüber. Aber auch hier nichts mehr los! Die meisten hatten sich schon zurückgezogen. Mißmutig ließ Drenck ein paarmal seine Blicke über die Gruppen der noch Anwesenden Hinwegschweifen, aber es konnte ihn nicht reizen, sich irgendwo anzuschließen. Stumpsiinn auf der ganzen Linie! Da war es wirllich schon das beste, auch er legte sich ins Bett. Do kam er aufs Zimmer, freilich übelster ßaune, aber die Gefahr war doch noch glücklich ab» gewendet. 14. Kapitel. Am anderen Morgen war Wigand gerade im Begriff, vom Frühstückstisch aus in fein Sprechzimmer hinüberzugehen, als das Stubenmädchen zu ihm eintrat mit einer Empfehlung von Frau Drenck: Die gnädige grau lasse Herrn Dollar bitten, möglichst sofort hinaufzukommen, ihres Mannes wegen. Einen Moment zögerte Wigand, er hielt auf größte Pünktlichkeit und ließ feine Patienten in der ohnehin überreichlich besuchten Sprechstunde niemals warten. Hatte es mit Drenck denn nicht Zeit bis nachher? Er war schließlich zu wichtigeren Dingen da, als Ursula Drenck bei der Direktion ihres unfügsamen Mannes zu helfen; aber dann sagte er sich, daß möglicherweise mit Drenck etwas Ernsteres passiert sein könnte — gerade nach gestern! Lind so ging er denn nach dem ersten Stock hinauf. Auf sein Klopfen an der Tür wurde ihm mit einem halblauten „Herein!" sofort geöffnet; Ursula, die ihn augenscheinlich bereits erwartet hatte, stand so dicht vor ihm, daß, wie sie nun mit gedämpfter Stimme eilends zu ihm sprach — er hatte noch die Türklinke in der Hand — der Hauch ihres Mundes ihn fast berührte. Ihr blasses, überwachtes Antlitz verriet eine hixh- grabige Aufregung. „Verzeihen Sie, daß ich schon wieder Ihre Hilfe in Anspruch nehmen nnch, ehe ich Ihnen Schützen entzieht sich jedem erzieherischen Einfluß, ja, viele lesen nicht einmal eine Iagerzeitung. Führende Weidmänner rufen seit einigen fahren nach dem Gesetzgeber und fordern von jedem Menschen, der sich jagdlich betätigen will, ein Examen über seine Befähigung zum Jäger. Der Preußische Landesjagdverband hat im Herbst 1930 mit Rücksicht auf die gehäuften Unglücksfälle den Antrag auf staatliche Prüfung vor Erteilung des ersten Waffenscheines gestellt. Das Gesetz sollte aber vom Reich erlassen werden, da sonst die rückständigen Gliedstaaten von prüfungsscheuen Schützen benachbarter Länder überlaufen würden. Der Prüfling müßte im Revier beweisen, daß er mit dem richtigen Gebrauch des Gewehres vertraut ist und zeigen, daß er durch Hebungen gelernt hat, wie bei jeder ihm gestellten Ausgabe die Schußwaffe zu bandhaben ist> und wie Unglücksfälle sicher vermieden werden. Theoretisch wäre zu prüfen über die Stellung der Jagd in der Volkswirtschaft, über Wildhege, Wildpflege, Vogelschutz, Wildschadenverhütung, das Verhalten gegenüber dem Wilderer, über Jagdmethoden, Wildnutzung und dergleichen mehr. Wer nicht tiefe Liede zur Natur und zum Wilde empfindet und seine Nerven nicht in der Gewalt hat, eignet sich nicht zum Säger; er wird wenig Lust verspüren, sich gründlich für eine seinen Neigungen zuwiderlaufende Prüfung vorzubereiten. Dem weidgerechten Jäger bereiten Beobachtungen des Wildes und der übrigen Tierwelt reinste Freuden, er findet im Wald Stärkung seiner Gesundheit, und glückliche Stunden entrücken ihn den Gedanken der Alltagssorgen. Im Gegensatz zum Jäger steht der Schießer im Banne seiner Neigung, Tiere zu töten; er hat größere Freude an der toten Kreatur, als an dem in voller Freiheit sich tummelnden Wilde und den befiederten Sängern. Er geht mit geladenem Gewehr, um unvorhergesehene Schießgelegenheiten ja nicht zu verpassen. Auch wenn Hindernisse über Zäune genommen werden müssen, beim Besteigen des Hochsitzes und Fahrgelegenheiten bleibt das Gewehr gewohnheitsmäßig geladen, ja, es wird in diesem Zustande in der Wohnung an die Wand gehängt, wie häufige Unglücksfälle beweisen. Ein erfahrener Weidmann findet bei dem vrak- tischen Examen im Revier schnell heraus, ob sich der Prüfling als Jäger eignet, und ihm ohne Gefahr für seine Mitmenschen die Rechte des Waffenschein- inhabers zuerkannt werden sollen. Die gesetzliche Vorschrift des fraglichen Examens wird noch lange ein frommer Wunsch bleiben, und gar viele Menschenleben fordert auch die Zukunft nach durch den Mangel an staatlichen Bestimmungen über die Handhabung der Jagdwaffen. Für die Vereinigungen der Jäger ist die Zeit gekommen, an maßgebender Stelle einschlägige g e- setzliche Regelung zu fordern. Aber^auch 'die öffentliche Meinung ist berufen, bejahende Stellung hierzu zu nehmen. OieZagd im April. Aach langem Kampf mit einem hartnäckigen Rachwinter hat das Frühjahr seinen Einzug gehalten, und überall hat seine Sonne neues Keimen und Sprießen erweckt. Ruhe und Schutz vor dem Menschen hat der Gesetzgeber dem Wild durch Hegezeiten gesichert. Aufgabe des Weidmannes ist es. Behaglichkeit und Frieden ihm zu schassen, Schutz vor seinen Feinden und Gewährung von Stätten, wo es sicher setzen und brüten kann. Der hinter uns liegende Winter ist in seiner Wirkung auf das Wild sehr verschätzt worden. Er hat unseren Beständen, vor allem dem Rehwild, viel größere Verluste gebracht, als der strenge Winter vor zwei Jahren. Die kärglichen Wintersaaten boten keine Aefung, im Walde gab es weder Decheckern nod) Eicheln, und vielerorts lag eine ungewohnt hohe und lang anhaltende Schneedecke. Die Verluste, die eintraten, sind aber wohl weniger auf Nahrungsmangel zurückzuführen. Wenn allerdings in Revieren von nur 200 Meter Höhe mit Wald und Feld das Rehwild noch Mitte März Fütterungen gierig annahm, so läßt dies nur auf Aesungsmangel schließen. Dadurch aber, daß i n etwa 9 Wochen rund 50 Stück Rehwild im Veterinär-Pathologischen Institut der Universität zur Untersuchung kamen, ist schon genügend bewiesen, wie groß die Verluste gewesen sind. Denn alles das, was einfach untergescharrt wurde, oder in der Dickung verluderte, ist viel, viel mehr gewesen. Die Untersuchungen führten alle zu demselben Befund: Magen- und Darmerkrankungen, hervorgerufen durch Aufnahme von Dodenbestandteilen durch das Wild. Rach den Untersuchungsergebnissen erscheint es sicher, daß das Rehwild Erde leckt, und zwar offenbar solche, in der sich frische, oder nicht gelöste Düngesalze befinden. Diese können unter Umständen Aetzungen der Magen- und Darmschleimhäute Hervorrufen und damit die Eingangspforten für Bodenbakterien offnen, die Infektionen Hervorrufen. Werden die Krankheitserreger bei Regenwetter nach Ausscheidung mit der Losung verbreitet, so kann leicht eine Infektion anderer Stücke erfolgen. Die Erscheinungen hören aber auf, sobald die Vegetation höher wird und der Wald sich belaubt. Wenn rwch für gestrigen guten Dienst gedankt habe!“ 2lus ihren umschatteten Augen, die heute namenlos traurig blickten — ihr übermächtiger Kummer hatte den kalten Stolz ihm gegenüber gebrochen —, traf Wigand ein Blick, der ihm bis ins Innerste drang, der wie mit einem Zauberschlag die Vergangenheit mit all ihrem Glück unb Weh heraufbeschwor. Er fühlte, wie es ihn überlief. Aber im nächsten Moment hatte er sich wieder in der Gewalt. Lächerlich! Hm eines betörenden Augenaufschlags willen wollte er vergessen, was diese Frau ihm angetan hatte? Wer sagte ihm denn, daß nicht auch diese Freundlichkeit jetzt nur Heuchelei, eitel Lug und Trug war, wie alles damals! So blieb denn seine Miene unnahbar und mit einer abwehrenden Bewegung lehnte er jeden Dank ab. Ursula bemerkte es wohl. Gestern noch hätte sie dieses Verhalten in Helle Empörung verseht, aber die entsetzliche Rächt, die sie verlebt, hatte alle ihre Widerstandskraft ermatten lasten. Sv nahm sie denn mir mit einem dumpfen Gefühl des Schmerzes wahr, daß sie auch hier wieder abgestoßen und verwundet wurde, zum Zusammenbrechen elend, wie sie war. Run, mochte es sein, — es war ja ihr Schicksal! Rur noch etwas gequälter flang ihre Stimme, als sie bann fortfuhr: „Mein Mann hat sich feit gestern abend in den Kopf gesetzt, das Haus hier zu verlassen, und zwar sofort — heute noch! Er will überhaupt in keine Anstalt mehr gehen. Ich sehe aber voraus, daß Dies unfehlbar zu seinem Verderben führen wird — bitte, helfen Sie mir ihn um- stimmen. Ich weiß mir ja sonst keine Hilfe!" Unwillkürlich streckten sich ihre Hände mit einer flehenden Gebärde zu ihm hin, und aus ihren Augen schrie die Angst. Wieder wallte ein warmes Mitleid in Wigand auf: Arme, unglückliche Frau! Was sie ihm auch angetan hatte — sie büßte es aufs schwerste! Aber ehe er noch ein Wort der Erwiderung gefimden hatte, ging plötzlich die Tür zum Rebenzimmer auf, und Drenck erschien. „Ah — dacht' ich mir's doch!" Mit ironischem Kopfnicken nahm er von der Anwesenheit Wigands auf der Schwelle stehen bleibend, Rottz. „Sie sind natürlich von meiner Frau herbestellt worden?" „Allerdings, wenn Sie aber meine Hilfe nrcht wünschen, so werde ich sie selbstverständlich nicht aufdrängen." „Ich bebau re — ich bebarf Ihrer nicht. Meine grau befindet sich in dieser Beziehung in einem starken Irrtum." Hochmütig abweisend kamen die Worte heraus, beide gleich stark verletzend. Roch mehr fast als die eigene Kränkung empfand Wigand die fccr Frau neben ihm, die unter der kalten Zurechtweisung vor einem dritten tote unter einer?8rp-r- es sich bestätigt, daß Salz hunger, den das Wild auf kahlem Boden leichter stillen kann, die eigentliche Ursache ist, dann müßten die Revierinhaber in ganz anderem Maße als es bis jetzt geschieht, dem Salzhunger durch Darbietung von Kochsalz in Leckenform entgegenkommen. Bedauerlich ist es jedenfalls, daß manche, mit viel Liebe zum Wild gehegten Reviere recht empfindliche Einbußen erlitten haben. Auch seuchenhaft erkrankte Hasen kommen in letzter Zeit wieder vermehrt zur Beobachtung. Häufiges Wiederaufleben der Seuchen ist vielfach auf die Einfuhr ausländischen Wildes zurückzuführen, das zur angeblich notwendigen Dlutauffrischung ausgesetzt wird und womit wieder gutgemacht werden soll, was übermäßiger Abschuß geschadet hat. Es sei besonders betont, daß diese Wildseuchen den Menschen nicht gefährden. Die austreibenden Wintersaaten und die grünenden Wiesen üben auf alles Schalenwild eine große Anziehungskraft aus. Das Rehwild steht gern in warmen, sonnigen Stangenhölzern in der Rähe der Felder. Die Böcke fegen, und mancher Pirschgang durch den noch kahlen Wald wird sich durch den Anblick eines braven Dockes lohnen oder dem Weidmann überhaupt über den Zustand seines Wildes Aufschluß geben. Das Schw arzwild frischt. Auf den Feldern folgen die Hasen einer Schönen, und im alten Gras oder Gestrüpp hat Sine Häsin ihre Wochen- ftube aufgeschlagen. Manches Junghäschen findet hier durch die Unsitte des Grasabbrennens sein Ende. Unnachsichtliche Anzeige dieses verbotenen Tuns kann allein zu einer Besserung führen, zumal es sich fast stets um halbwüchsige Brandstifter handelt, die damit keinen anderen Zweck als den der Freude am Feuer verbinden. Fuchs, Marder und Wiesel haben Junge. Ihr Rahrungsbedarf ist daher besonders groß, und manches Stück Jungwild fällt ihnen zum Opfer. Das Flugwild steht in der Balz. Auer- und Birkwild sind unseren heimischen Wäldern leider fremd. Des Fasanenhahnes rauhen Dalz- ruf aber können wir auch bei uns hören, und die streichende Schnepfe lockt in der ersten Hälfte des Monats noch manchen hinaus in den abendlichen Frühlingswald. Der Schnepfenzug kam in lichen Züchtigung zusammenzuckte. Eine scharfe Erwiderung schwebte ihm auf der Zunge, aber er drängte sie wieder zurück. Mit welchem Rechte wollte er die Partei der Frau da ergreifen? Drenck war ihr Mann, sie selber hatte sich ihn gewählt, mitleidlos ein anderes, ihr ergebenes Herz zertretend — nun muhte sie tragen, waS sie selber sich auferlegt hatte! Wigand wollte sich zurückziehen, aber da trat ihm Ursula entgegen. „Bleiben Sie, Herr Doktor! Ich bitte Sie darum!" Dann wandte sie sich zu ihrem Manne; feste Entschlossenheit sprach aus ihren Zügen, die in diesem Augenblick etwas Unbeugsames erhielten. „Es ist nötig, daß ich Herrn Doktor in deiner Gegenwart spreche. Du weißt, was ich dir heut nacht erklärt habe: es ist mein vollster Ernst — also bitte!" Drencks hochmütiges Gesicht überflog eine sichte Röte des Zornes, aber der Anblick feiner grau bewog ihn zur Selbstbeherrschung. Roch nie hatte er sie, die stets Sanfte und Rachgiebige, so zurr Aeußerften entschlossen gesehen. Offenbar: er durfte den Bogen nicht weiter spannen, sollte er nicht brechen! Im Derlauf ihrer äußerst erregten Auseinandersetzungen, die sie beide heute bis spät in die Rächt hinein gehabt hatten, hatte Ursula erklärt, sie würde nur dann noch mit dem Gatten weitergehen, wenn der Arzt hier eine sofortige Abreise für unbedenklich hielte und einen freien Aufenthalt in irgendeinem Riviera- Hotel — wie Fred wollte — für statthaft erklärte. Es sei das ihr fester, unwiderruflicher Entschluß. Sie wollte nicht blindlings mvt ihm ins Verderben hineinlaufen. Also, es war ihr wirklich ernst! Drenck konnle nun nicht mehr daran zweifeln. Er mußte fid> also dem Urteil Wigands unterwerfen, to.e widerwärttg ihm Dies auch war. Und, nun baraitf bedacht, feine Sache so gut wie möglich zu führen sagte er in verändertem, höflichen Ton: „Es handelt sich darum, Ihr ärztliches Gutachten in einer Frage einzuholen, wo wir verschiedener Meinung sind. Ich meinerseits habe den dringenden Wunsch, aus depr Anstaltsläxm, das mich einengt, und stark deprimiert, herauszukommen unter frohe, gesunde Menschen. Ich fühl's ganz genau, wie Wohl mir das tun würde, zehnmal mehr als all der Kram hier — Verzeihung, ich will natürlich ihrer Anstalt nicht xu nahe treten! Ich bin nun mal ein Mensch, der Zwang in keiner Weise verträgt, und ich habe das Vertrauen zu Ihrer Objed iiätat, daß Sie, wiewohl Leiter solcher Anstalt. i)och auck Verständnis haben werden für anders geartete Pattenten, die sich nur in freier Behandlung! wohl fühlen könne". Meine grau Hal ua8 leidet nicht; sie will mich im Gegenteil mit allep Gewalt interniert wissen. Run entscheiden SiH zwischen «r8!“ (Kortsetzung folgt-.)* diesem Jahr erst recht spät und langsam tn ©ar.fl, offenbar durch den reichlichen Schneefall im OMatA verzögert. Erst nach dem 20. März wu^ den vielerorts Schnepfen beobachtet, was sich auch mit dem übrigen Vogelzug zu decken scheint. To war die Rächt vom 21. auf den 22. März hier in Gießen eine Zugnacht erster Ordnung, wo man viele Stunden hindurch das Rufen ziehender Vögel vom nächtlichen Himmel herunter hören konnte. Es sei besonders darauf hingewiesen. dafz die Schonzeit der Schnepfe nach Aenderung der Hegezeiten in Hessen im April vorigen Jahres erst mit dem 16. April (seither 1. April) beginnt Dis dahin haben auch die Sumpf- lchnevfcn oder Bekassinen Schuhzeit, deren Dalzflug so außerordentlich interessant ist und dem Bogel 'einen Hamen der .Himmelsziege" eingetragen hat. Die Krähen fliegen eifrig mit Reisig und Halmen im Schnabel. Die östlichen Gäste sind verschwunden, die großen Flüge haben sich aufgelöst. Paarweise suchen die schwarzen Gesellen Acker für Acker ihres Jagdgebietes ab. Wehe dem Gelege, wehe dem Iunghasem den ihr Räuberauge entdeckt? An den Ristbäumen, die man mit einiger Ausdauer seststellen kann, läßt sich ihnen mit der Flinte Abbruch tun. Wo sie aber Feldreviere plündern, im Waldreviere dagegen nisten, wird der Feldpächter des EilenS oder Giftes kaum entraten können. Da die Krähe durch die Verfolgung der Raubvögel durch den Menschen kaum noch natürliche Feinde besitzt, nimmt ihre Zahl dauernd zu und damit auch der Schaden, den sie tut. Für Wiesel baut man die so billigen Kastenfallen in Steinhaufen und Hecken em, streunende. Rester plündernde Katzen halten Flinte und Hund kurz, und gegen den jagenden Hund müssen alle Mittel eingesetzt werden, weil er ein Revier völlig vernichten kann. ES ist Zeit zur Anlage der Pirschsteige, zum Errichten neuer Hochsitze, zur Bestellung von Wildäckern und zum Erneuern oder Anlegen von Salzlecken. Alles dies aber führt den Säger auch in der stillen Zeit inS Revier, und damit schützt er sein Wild allein schon gegen manchen lieber« grifs menschlicher Schädlinge, denen nach wie vor sein besonderes Augenmerk gelten muh. Hubertus. Oderheffen. Landkreis Gictzen. Dg. Grohen-Duseck, 6. April. Dieser Tage konnte die Industrielehrerin K. Schneider ihr 2 5. Dienstjubiläum feiern. AuS allen Kreisen der Bevölkerung wurden ihr Glückwünsche und zahlreiche Geschenke entgegengebracht. — Dieser Tage kehrte ein junger Mann unserer Gemeinde aus der französischen Fremdenlegion zurück. Lieven Jahre hat er in Algier, Marokko und in französischen Besitzungen in China verbracht. — Reben dem der Deutschen Turnerschaft angehörigen Turnverein und b: n Fußballklub wurde jetzt hier noch ein Ar- bei ter-Turn- und Sportverein gegründet, der der Freien Turnerschast angrglie- bert ist. • Beuern, 3. April. Am Sonntag fand in den beiden Schulsälen der hiesigen Schule eine Ausstellung von Handarbeiten statt, die im Laufe des Jahres von den Mädchen unter der Anleitung von Frau Sommerlad angefertigt wurden. Die ausgestellten Schürzen, Kleider, genäht und gestickt, Wäsche, Tischläufer, Topflappen und all die anberen nützlichen Dinge fanden die Beachtung und berechtigte Wertschätzung der Besucher. ° Weitershain, 6. April. Von einem schweren Ungliicksfall betroffen wurde am Samstagnachmittag der 46 Jahre alte Arbeiter Karl Nau von hier, der in der Eisensteingrube bei Atzenhain beschäftigt war. Er wurde dort von herab stürzenden Erbmassen verschüttet, konnte aber von seinen Arbeitskameraden bald befreit werden. Der bedauernswerte Mann wurde mit inneren Verletzungen, ferner einem Unterschenkelbruch und einem Schlüsselbeinbruch von der Gießener Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik in Giehen zugeführt, wo er in ernstem Zustande bar- niederliegt. Kreis Büdingen Ridda, 4. April. Der praktische Arzt Dr. Fritz Koch erlitt gestern auf ber Fahrt nach Wallernhausen einen Qlutounfall. Der von dem Chauffeur gesteuerte Wagen rannte auf ungeklärte Weife gegen einen Daum, der umgelegt wurde. Durch den Anprall wurde der Arzt her- auSgeschleudert, ohne zum Glück sich ernstliche Verletzungen zuzuziehen. Der Chauffeur erlitt leichte Quetschungen. Der Wagen muhte abgeschleppt werden. | :| Dindsachsen, 6. April. Ein Unglücks - fall mit tödlichem Ausgang ereignete sich am Samstagnachmittag in unserem Orte. Der Arbeiter Konrad Maul wollte seine Schwiegermutter, Frau Dinges von Merkenfrftz, auf dem Motorrad nach f)aufe fahren, geriet aber schon kur; nach der Abfahrt in ein tiefes Schlagloch der ausgefahrenen Strahe, wobei die bedauernswerte Frau von dem Motorrad stürzte und mit dem Kopfe stark auf die Strahe aufschlug. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen, der durch Eindringen eines Knochensplitters ins Gehirn auf der Stelle eingetreten war. Preußen. Kreis Marburg. WSR. Warburg, 6. April. Heute nachmittag brach in einem Seitenflügel des Marburger Straßenbahndepots, in dem berBetriebs« Werkmeister wohnt, Feuer aus, das rasch um sich griff. Die getarnte Feuerwehr wurde alarmiert, die in zweistündiger Arbeit Herr des Brandes wurde und in ber Hauptsache sich darauf beschränkte, das Warenlager der Straßenbahn zu sichern. Der Dachstuhl brannte vollständig ab. Personen tarnen erfreulicherweise nicht zu Schaden. Wirtschaft. Stärkere Belebung auf dem Arbeitsmarki. WLR. Frankfurt a. M., 6. April, lieber die Arbeitsmarktlage i n Hessen und Hessen-Rafsau berichtet daS Landesarbeits- amt Hessen in Frankfurt a. M.: 3n ber letzten Mgrzhälfte hat sich die Frühjahrsbele- bung auf Sem Arbeitsmarkt endlich ftärtcr durchgesetzt. Die Arbeitslosigkeit hat jetzt in allen Arbeitsamtsbezirken übernommen. Die Zahl der Arbeitsuchenden ging um 16 217 oder 5,2 Prozent auf 292 558 zurück; im vorigen VerichtSabschnitt betrug die Abnahme nur 2910 oder 0,9 Prozent. Fast 60 v. H. der Abgänge entfallen auf die Saison- berufe; km von nahmen die Gruppen Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gärtnerei 1252 Arbeitslose, die Industrie der Steine und Erden 1781, daS Baugewerbe 4210 und die Gruppe Lohnarbeit wechselnder Art 2401 auf. Auch in fast allen K o n j u n k t u r g r u pp e n (besonders Metallindustrie, Holzgewerbe, Bekleidungsgewerbe, Rahrungs- und Genuhmittelgewerbe) hat sich die Lage weiter gebessert. Die Zahl der Haupttinterstützungsempsänger ist um 12 575 (gegen 7887 in der ersten Märzhälfte) gesunken. Die Krisenunterstützten gingen um 1504 auf 52 766 zurück, vornehmlich wohl, weil am 28. März diejenigen mit kurzer Anwartschaftszeit ausscheiden muhten auf Grund der Ucbcrgangs- beftimmungen ber Verordnung vom 11. Oktober 1930. Oer Saatenstand in Deutschland. Berlin, 4. April. (WTB.) Die Witterung des vergangenen Winters war bei ausreichenden Rieberschlägen den Saaten im allgemeinen günstig. Erst im März traten infolge wiederholter starker Rachtfröste vielfach Auswinterungsschäden auf. In Rordostbeutsch- land und in den höher gelegenen Gebieten Süd- deutschlands ist eine Begutachtung der Saatenstandsverhältnisse zur Zeit noch nicht möglich. In den übrigen Teilen des Reiches wird der S t a n b ber Wintersaaten bis jetzt im allgemeinen etwas ungünstiger als zur gleichen Zeit des Vorjahres beurteilt. Auch die Frühjahrsarbeiten konnten bis jetzt erst zum Teil vorgenommen werden. Gröhere Fortschritte sind erst in günstigeren Lagen zu verzeichnen. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 = gut, 3 mittel, 4 — gering ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung der Wintersaaten: Winterroggen 3,0 (im Dezember 1930 2,7), Winterweizen 3,0 (2,6), Winterspelz 2,8 (2,6), Wintergerste 2,9 (2,6). * Der Großhandelsindex. Die vom Sta- tistischen Neichsamt berechnete Indexziffer bcr Groß- bandelspreise stellte sich am 1. 4. mit 113,6 um 0,2 v. 5). höher als in ber Vorwoche. Von den Hauptgruppen ist bie Indexziffer für Agrarstoffe um 1,5 o. H. auf 107,0 gestiegen, während die Indexziffern für Kolonialwaren und für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um je 0,8 v. H. auf 97,6 und 105,5 zurückgegangen find. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren hat weiter leicht (auf 138,1) nachgegeben. * Früheres Inkrafttreten des Ausmahlungssatzes für Roggen mehl. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat durch eine am Samstag im „Deutschen Reichsanzeiger" erschienene Verordnung bestimmt, daß die Verordnung, durch die der Ausmahlungssatz für Roggenmehl (§ 1 Nr. 1, 3 und 4 des Brotgesetzes) auf 60 bis höchstens 70 o. H. erhöht worden ist, bereits am 9. April 1931 in Straft tritt. Krankfuricr Börse. Frankfurt a. M., 7. April. Tendenz: fest. Die Börse eröffnete nach ber triertägigen Der- kehrsunterbrechung erneut in fester Haltung. Die Einlabung deutscher Minister nach England wurde an der Börse freundlich ausgenommen, da man sich im Zusammenhang hiermit eine weitere Entspannung ber außenpolitischen Situation verspricht. DaS Geschäft war au ben ersten Rotterungen recht lebhaft, wurde später aber toicber etwas schwächer. Die Spekulation schritt zu einigen Deckungs- unb Meinungskäufen, zumal von außenstehenden Kreisen einige Käufe in Spezialpapieren vorgenvmmen wurden, denen keine Abgabeneigung gegenüber» stand. Die Kursbesserungen gegen Don- nerstag-Schluh betrugen durchweg 1 kis 2 Prozent. Der schwache Schluß der gestrigen Reu- yorker Börse machte keinen nachteiligen Eindruck. Besonders stark erhöht waren am Kalimarkt Aschersleben, die auf Kapitalerhöhungsgerüchte 8,75 Prozent gewannen. Salzdetfurth wurden etwas beeinflußt und lagen ebenfalls bis 5,5 Prozent stärker gebessert. Lebhaft war daS Geschäft am Chemiemarkt. Die Farbenaktie profitierte von der International Hydrogenation Patent Company Limited-Gründung in Europa im Zusammenhang mit amerikanischen, englischen und holländischen Firmen 3 Prozent. Die übrigen Chemiewerke lagen 2 bis 2 Prozent höher, wobei Goldschmidt im Vordergründe standen. Am Kunstseidemarkt gewannen Bemberg 3 Prozent, Aku 2 Prozent. Von Elektrizitäts- Werten besserten sich Siemens um 2,75 Prozent, bie übrigen Werte von 1 bis 1,5 Prozent. Der Montanmarkt hatte bei ruhigem Geschäft bis 1 Prozent Besserungen. Don Zellstofswerten gewannen Walbhof 3 Prozent, Aschersleben 1,5 Prozent. Der Bankenmarkt verzeichnete Besserungen bis 1 Prozent. Rur Danatbank (minus 1,5 Prozent) wurde etwas realisiert. Recht fest lagen weiterhin Reichsbahnvorzugsaktien mit einem Kurs von 94,5 Prozent. Am Rentenmarkt setzten Altbesitz 0,45 Prozent unb Reu besitz 0,25 Prozent höher ein. Don fremden Werten lagen Türken etwa behauptet. Der Pfandbries- markt lag ebenfalls fester, besonders Goldwerte waren gesucht. Reichsschuldbuchsorderungen bis 0,75 Prozent höher. Im Verlause war das Geschäft ruhig, und die Mehrzahl der Kurse blieb auf dem erhöhten Niveau behauptet. Weitere Besserungen bis 1,5 Prozent hatten von Elektrowerten Schuckert, AEG., Gesfürel. Ferner wurden Siemens (1,25 Prozent) etwas realisiert. Die ©tinunung war weiterhin durchaus freundlich. Am Geldmarkt konnte man eine Entspannung bemerken. Der Sah ermäßigte sich auf 4,5 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,20, gegen Pfund 20,4075. London gegen Reuyork 4,8592, gegen Paris 124,28, gegen Mailand 92,78, gegen Madrid 44,1250, gegen Schweiz 25,2513, gegen Holland 12,12. Berliner Börse. Berlin, 7. April. Auch zu Beginn der heutigen Börse war das Geschäft infolge der viertägigen Unterbrechung nicht umfangreich, doch konnte man bei den Banken einige Kauforders feststellen. Eine Reihe günstiger Momente wirkte anregend, während weniger günstige Nachrichten, wie der schwache Schluß der Neuyorker Börse, die belgische Äohlen- preisermäßigung, der schlechte Roheisenabsatz, kaum beachtet wurde. Vor allein stimulierte die Einladung des Reichskanzlers unb des Reichsaußenminifters nach London, ferner die Gründung der International Hydrogenation Patent Company Limited, von der besonders bie Farbcnakticn profitieren konnten. die bei lebhaften Umsätzen über 2 o. H anzogen. Sehr fest lagen Kaliwcrte, die bis 6 v. H. gewannen. Hier regte besonders die Besserung des Absatzes im März an. Im allgemeinen betrugen die Besserungen 2 v. H gegen die Schlußnotierungen vom Donnerstag. Etwas vernachlässigt waren anfangs Montan- werte, von denen Ilse 4,5 v. H. verloren. Bergmann. Thüringer Gas und Konti Gummi lagen ebenfalls etwas schwächer. Mit 2 v. H. gebessert wurden noch Sarolti, Zellstoff Waldhof, Asct)ersleden und Hackethal, letztere sogar um 5 v H. Deutsche Anleihen lagen fest, ebenfalls Reichsschuldbuchforderungen. Ausländer gut behauptet. 4,5-v. H. Rumänen auf den Anleihccrfolg fester. Der Pfandbriefmarkt lag eben« falls freundlich. Am Geldmarkt war noch keine Er- leichterung zu verspüren. Die Säge waren unverändert. Im Verlaufe war es allgemein lebhaft, und die Kursbesferungen setzten sich bis zu 1 v. H. weiter fort. Besonders lebhaft und fest waren Schuckert, die 3 v. H gewannen, Farben« akticn, AEG., Westeregeln und Salzdetfurth. Verspätet zur Notiz gelangten j^pmburger Hochbahn mit einem Gewinn von 2,25 v H. und Lissaboner Stadtanleihe, die 1 v. H. schwächer lagen. Auch für Bank- und Montanpapiere zeigte fid) später etwas Interesse. Frankfurter Lchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. April. Oluf tri ebt 903 Rinder, darunter 210 Ochsen 77 Dullen. 337 Kühe, 188 Färsen: ferner 509 Kälber, 19 Schafe, 4889 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige. auSgemästele, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 47 bi- 51 Mk, (ältere) 43 bis 46, sonstige vollfleischige (jüngere) 38 bi- 42: Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 42 bis 46. sonstige vollfleischige ober ausgemästete 37 bis 41: Kühe: jüngere, dollfleischige, höchsten SHlachtwerts 37 bis 40. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 32 bis 36, fleischige 27 bi- 31; Färsen (Kalbinnen, Iunarinber): vollfleischige. ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 48 bis 52. vollfleischige 43 biS 47. fleischige 33 bis 42. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 70 bis 74. mittlere Mast- unb Saugkälber 64 bis 69. geringe Kälber 56 bis 63. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 45 bis 48. vollfleischigc» Schweine von etwa 240 bis 300 Psunb 45 bis 49, von etwa 160 bis 240 Pfunb 46 bis 50, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Psunb 43 bis 47 Mk. — Marktverlauf: Rinder ruhig, ausverkaust. Kälber unb Schafe lebhaft, geräumt. Schweine lebhaft, geringer ilebetflanb. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 6. April. Ein kaufmännischer Angestellter, ber nach seiner Entlassung noch bie Finanzierungsgeschäfte seines früheren Arbeitgebers besorgte, hatte, um eine vorübergehenbe Geldstockung zu beheben, einen Wechsel gefälscht, den er bei einer Bank diskontieren ließ. Da er aber am Fälligkeitstag für die Einlösung des Wechsels sorgte, wodurch niemand Schaden erlitt, wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt. Wegen schwerer Urkundenfälschung wurde er zu der gesetzlich zulässigen Mindeststrase von einer Woche Gefängnis verurteilt. Anfangs dieses Jahres wurden im Stamm - Heimer Wald mehrere Iagdhäuschen erbrochen und dabei von den Dieben alles Erreichbare mitgenommen, das sie teilweise bei Althändlern in Geld umzusehen versuchten. AlS Täter wurden zwei wegen Diebstahls wiederholt vorbestrafte Melker ermittelt, von denen ber eine zu zwei Jahren Gefängnis, ber anbere zu einem Jahr einem Monat Gefängnis verurteilt wurde. Aus der Untersuchungshaft wurde ein Dach- deckergehilfe vorgeführt, ber sich wegen einer Reihe von ihm begangener Diebstähle und Betrügereien zu verantworten hatte. So hatte er gelegentlich der Ausführung von Dachdeckerarbeiten erhebliche Mengen von Kupfer mitgenommen, in anderen Fällen zwei Fahrräder bzw. Dhnamo- lampen gestohlen, ein andermal von einem auf der Straße stehenden Lastauto Bekleidungsstücke entwendet. Auch scheute er sich nicht, durch falsche Vorspiegelungen mehrere Bekannte seines Vaters um Geldbeträge zu beschwindeln. Da der Ange- geklagte noch nicht rückfällig war. wurde gegen ihn auf eine Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis erkannt. Zwei Jugendliche, die dem Angeklagten bei dem Diebstahl des Kupfers Beihilfe geleistet hatten, wurden zu geringen Strafen verurteilt. Insoweit gegen sie auf Freiheitsstrafe erkannt wurde, wurde ihnen unter Setzung einer vierjährigen Bewährungsfrist bedingter Strafaufschub gewährt. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Neichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o.H. Jranhun a. 111. 3trlin Itranftun a. a. Berlin Schluß furd 1-Uhr- tfurd Schlutz« furd Hnfan4» fluro cSchluß- rur4 I-Uhr» ÄurN Schluß-, turd i Anfang« Nurd Datum 2.4. 7.4. 2.4. 7.4. Datum 2.4. 74. 2.4. 74. $% Teutlifre Rrtd)MJ»et!)e tiamburfl-Vlmertla l’altt . . . '< 73,25 — 73,75 74,13 ton 1927 ......... 84,75 — 85 — Hamburg-Südam Damptzchifl. 8 — — 121,25 — 7% Teuildx SeldiMnUibt Hansa Tampfichtst .... 1° — — 97 — von 1929 . 100,25 100,25 Norddeutscher Lloyd.....9 75,25 76,5 75,13 75,75 Ifrutidx itnl.-ebt61.-6d)Ulb mll 58,65 59 58.5 58,9 MIgemetne Deutsche llrrbilanst. 10 Barmer Bankverein ... 10 — Seifll. ohne Aullos.-Rerbte . . 6,25 6,5 6,25 6.4 Berliner HandelSHelellschast 12 .— — 127,75 129.25 6% Heg. SoUfllaat von 1929 93,5 Commerz, unb Prion l-Banl. 11 114.75 116 114,75 115,5 (rütfjotjlb 102%)...... CktMIm Provinz - «nlelde mb — 93,75 Darmstüd'er unb Rationalbartt 12 Teustche Bank unb 149 149,5 149 150,25 äiKlof.-Sethten...... truild>e Hu mm. €ammeUbL 55 — — — DiseontoSesellschat«, . • • 10 112,5 114,5 112,4 113.75 Dresdner Bank......1° 112,5 114.25 112 113,4 flnldbf Ccrte 1 .... 56,25 -__ 57 _ .......12 263,5 261,25 6% firantf. Hop.-Dant tjottpfe 108,5 111,5 XIII unfftnbbat bl) 1934 .. . 100,75 — a.G.®...........b 108,5 111,4 7% Frankl. Hyv -Bant «ottpfe 103 102 95,75 Eleltr LiescrungSgeselstchast. 10 Licht unb Krall......10 136 127,25 - . 136 138,75 4K% Äbelnlid* Hvt^v-nt 129 127 129 93,25 Felten S Guilleaume ... 7)4 -ciellschasi für Elektrische 91 — 91,25 93,75 6% 8eittWanbbddanDaIi. 134 $fanbbrie|rlLl» . . 8% $r Londelplan-brtekanllaU, 100,5 — 100,5 — Unlernehmungen .... 10 131,5 131,4 Hamburger Oc!uutiats»XBeiX£ io KbcintW ©etaijUdt .... 9 123,5 125 «omm.-CbLStM...... — —— — — 123,5 - 7% Pr. SanbftpfanbbrielanÄals, Schlesische WeKrüttül. ... 10 — — — Yfanbbricfe Si. N ..... I 96,5 — — Lchuckerl & Co. ...... 11 138 141,5 138,25 145 8.S.G. ab«, vorweg»-Obligatio- clernend S fcalite.....16 184,5 191,25 184,5 189 ncn. tudiabtbar 1932 ..... 1 - — — — Iranftabto.........8 — — — — Vafitnrrwr & Fn. . ..... 10 126,5 57 129,5 126,5 130,5 4% QesterretchstLe Selb renke . . 23 — 23,5 _ BubfTUS..........5 56,75 58,13 4,20% Ocsterrrichische Etlberrentr 2,4 — — — Teustche SrdSI.......6 73 78 73 78 4% Ocslerrctchiichr Einheitliche öi lener Lirinkohle ...... 8 —— — — Rente —- — — — Kesten kirchener ....... 8 85,25 — 84,75 86.75 4% Ungarische Sotbrrntc . . . . 19,1 — 19,25 ■ ■ Harpcner ........ 0 76 — 75 76.,5 4% Ungariiche SlaaUrente ». 1910 — —- 16,4 — Harsch Eisen. ...... — 73,5 74.9 C