Drvrf vnd Verlag: vrühl'sche UniverfilStr-vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und GeschäftrNelle: ZchulNrahe 7. Der wirffchastspoliüsche Kurs g folgt.) !l • gefallen waren, hatte ■t sich. Szengerhi trag jemand anderes unter derons neben ihm sah. i sich etwas zu betau- Unterhaltung teil. Aller, über seine Fotschunas- and wieder im Gedacht« der Calderons Fragen, er geben muhte, irgend« Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Giehen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trügen lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanfchlüfle anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. wirtschaft, die sich besonders auf Viehzucht einstellt, erzielt worden? Die Preise sind weiter her- untergegangen, und hier kommt doch der Punkt, den jeder Landwirt endlich einmal erkennen muß: Wenn man sich überhaupt zollpolitisch oder durch Devisenbewirtschaftung völlig auf allen Gebieten von der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte a b s ch l i e ß e n würde, dann würde nicht mehr die Höhe des Zolles, sondern die Kaufkraft der Bevölkerung allein den Preis bestim- m e n. Das möge in alle Kreise der Landwirtschaft hineingetragen werden. Wie soll man sonst die außerordentlichen Maßnahmen, die für die Landwirtschaft in den anderthalb Jahren getroffen worden sind, vertreten und durchhalten vor der überwiegenden Zahl der deutschen Bevölkerung, die nun einmal Konsumenten sind? W.Z m qert für die Notzeit — und nur für diese — d i e eie Zeitzur Arbeit läßt, weil es unmöglich , bei diesen täglich sich neu aufdrängenden Auf- f ben gleichzeitig diese schnell zu erledigen und das ar lament hier versammelt zu haben. Ein anderer •foet ist mit dieser Politik unter keinen Umstanden :»rbuntien. ittfnwNfl' im iälig« 5f*9Ä” «iw* i“1?!,;« 1031 können noch bi 1 offen bcM werben.»« d6tromiperre °u> ^joD mers. November lyjL Serkani *-•*•*■ 3 e r 11 r , 5. Nov. (BDZ.) Im Plenarsitzungssaal d'ks Reichstags trat am Donnerstag der aus allen Teilen Deutschlands stark besuchte Parteiausschuß d es Zentrums zusammen. Der Parteivorsitzende, Vrälat Dr. Saas, wies auf den Ernst der poli- täjchen Entscheidungen hin, die in diesen Tagen zu i Neffen seien. Es gelte jetzt, das Auseinander- 1 brechen des Volkes in zwei gleichstarke den gegenseitigen Vernichtungskampf proklamierende Eager unter allen Umständen zu verhindern. Wenn ! irgendwann, so ist jetzt Volkssammlung die Sortierung der Stunde und nicht Volksentzweiung. 131 der gegenwärtigen Lage hätten koalitionspoli- lilche Erörterungen keinen Platz. Die Stunde ge- 5 l)*re der ftaatspolitischen Tat und nicht dem un° irud)tbaren Partei- und koalitionspolitischen Palaver, v-ie Deutsche Zentrumspartei hat wahrhaftig wich- liseres zu tun, als sich mit dem koalitions - p olitischen Gerede auseinanderzufetzen, das iti Öen letzten Wochen gewisse Kreise außerhalb un= sc ter Reihen in der Oeffentlichkeit beschäftigt hat. ÜZni einem Augenblick, wo die politische Gesamt- . fiftiation und die parlamentarischen Entscheidungs- ' (impfe der jüngsten Zeit ein klares Wort nach dieser N ichtung verlangten, wenn nicht mit dem Sturz der R cgierung Brüning unabsehbares Unheil für Staat iieib Volk heraufbeschworen werden sollte, ist ein io Iches Wort von der Reichstagsfraktion der Deutschen Zentrumspartei in einem eindeutigen Beschluß ausgesprochen worden. Mir ist ni cht bekannt, daß inzwischen Tatsachen eingetreten njeren, die geeignet sind, die sachlichen Voraussetzungen des damaligen Beschlusses zu verändern oder herabzumindern. Vor dem zweiten Kabinett Brü- niug stehen außenpolitische Aufgaben von geradezu gigantischer Größe und von schicksalsentscheidender Auswirkung für Staat und Volk. In solcher Lage die Aktionsfähigkeit und die Verhandlungschancen des Kabinetts durch Erörterungen der bezeichneten Art zu behindern oder zu vermindern, ist nach unserer Kenntnis und Anschauung der Dinge nicht zu re rantworten. Reichskanzler Dr. Brüning geb darauf einen ausführlichen Tleberblick über bi< politischen und wirtschaftlichen Ereignisse der setzten Monate. Sn diesem Winter kommt es ent- >4»eidend darauf an, zu verhindern, daß die par- leipolitischen Gegensätze sich zur Explosion in Iacutschland steigern. Was soll denn eine Reichs- reNjierung machen, parteipolitisch, koalitionsgemäh in einem Augenblick, wo die Weltwirtschaftsent- DLielung politisch und wirtschaftlich Deutschland fr ent Monat zu Monat vor immer neue S i - imattonen stellt? Es gibt nur einen Weg. Enlich den Weg der Ergreifung sachlich not« v-endiger Maßnahmen, die so aufeinander abzuftellen sind, daß bei der Gratwanderung -irden Abgründen vorbei das deutsche Volk end- Itdf) wieder auf einen sicheren Weg gelangen kann. Mer zu glauben, daß ein Programm, das non sich ausgedacht hat, das am Ende einer Ian« M Entwickelung als Vollendung stehen muß, von )o mherein auf dem Weg einer Notverordnung ciafach in Kraft gesetzt werden kann, ist tim völliger Srrtum. Sn Deutschland müssen wir, ‘ obwohl wir den Weg zur Ämkehr, den Weg der Abstriche am Etat zuerst beschritten hatten, vor- । i<§tig in allen Maßnahmen Schritt für öah r i t t weitergehen. Denn das vielfach Künst- in der gefamten deutschen Kreditwirtschaft, schwankende Fundament, auf dem ; )ie Wirtschaft sich in den letzten sechs Sahren .barhaupt aufgebaut hat, es hat uns dazu gegangen. sehr sorgfältig zu überlegen, welche Al chnahmen man in dem einen Augenblick und de-lche man später ergreifen muh. Las Volk muß in seinem Verstehen langsam milwachsen. damit eine Regierung, die immer getragen sein muh von einer Stimmung im Lotte, die lange Kette dieser harten Maßnahmen [ rnif die Dauer überhaupt aushallen kann. Das Bedangen, dah man jeden Augenblick an die Oeffentlichkeit mit einem neuen Programm herantreten soll, die Kritik, die an der Nicht- | erfüUung dieses verlangens geübt wird, be- ineifen. dah viele den Ern ft der Situation, in der sich Deutschland befindet, überhaupt noch nicht ersaht haben. Es wäre «irklich sehr wünschenswer , wenn auch ein Teil ' ter deutschen presse sich mehr mit politischen und wirtschaftlichen Ereignissen in der übrigen Welt in Vergleich zu der deutschen Entwicklung beschäftigen möchte und so Sinn für die internationale Gebundenheit eines Teiles dieser Maßnahmen schaffen würde. 5t) möchte hier ganz klar aussprechen, daß ich nicht besichtige, das Parlament etwa dauernd oder «is längere Zeit auszuschalten. Das einzige, was wir tolm, ist, daß man uns dann nach solchen Ta- insgesamt gesenkt werden, um unsere Konkurrenzfähigkeit ausrechtzuerhalten, dah aber dabei unter dem Problem der Selbstkosten nicht einseitig das Lohnproblem verstanden wird. Denn dann würde die Landwirtschaft ihre Produkte nur zu immer weiter sinkenden Preisen und in immer geringerem Umfange verkaufen können. Dasselbe gilt von Mittelstand, Einzelhandel und Handwerks vom Hausbesih. Sch glaube, daß es Wohl die Möglichkeit gäbe, wenn man frei von politischen Stimmungen und Leidenschaften sich zwischen den Derufsgruppen über die Tariffrage und die unbedingt notwendige Elastisch- machungder Tarifverträge unterhielte, zu einer Verständigung zu kommen. Verhindert wird diese Möglichkeit immer nur von denen, die entweder nicht den Mut haben zu voller Verantwortung gegenüber ihrer Derufsgruppe oder die glauben, ihr Weizen könne nur blühen, wenn das Chaos in Deutschland herbeigeführt wird. Wir haben, als wir nach der Snflation durch ausländische Anleihen plötzlich wieder Geld in öie Hände bekamen, nicht mehr gewuht, was wir vernünftigerweise damit tun sollten und was d ie Rückzahlung eines Tages bedeuten würde. Darüber ist es zweifellos in stärkstem Mähe zu einer Kapitalfehlleitung in Deutschland gekommen. Darunter hat niemand mehr gelitten als die kleine und mittlere Snöuftrie und der gesamte deutsche Mittelstand. Auf die Kreditbedürfnisse dieser Gruppen muh das reorganisierte deutsche Bankwesen unter allen Umständen in stärkstem Maße eingestellt werden. Zwei unserer hervorragenden Sndustriellen haben in den vergangenen Wochen immer und immer wieder erklärt: Es hat wirklich keinen Zweck, die kleine und mittlere Sndustrie zum Erliegen zu bringen, selbst vom Standpunkt der Großindustrie aus, im Gegenteil, wir sehen es als unbedingt notwendig an, daß diese kleine und mittlere Sndustrie auch in Zukunft als bester Käufer der Großindustrie erhalten und gestärkt wird. Die verschiedenen Herabsetzungen der ■Pe amtengehälter sind eine auherordent- Ilche Härte gewesen, aber durch diese rechtzeitigen Herabsetzungen haben wir dem Beamtentum einen außerordentlichen Dienst erwiesen, denn nach meiner Meinung gibt es nichts Gefährlicheres und nichts, was den Glauben an eine kluge und sichere Disposition der öffentlichen Hand stärker erschüttert, als wenn die Beamtengehälter und ähnliche Ausgaben des Staates tropfenweise im Laufe eines Monats ausbezahlt werden müssen. Das schädigt den Gedanken des Derufsbeamtentumes ganz außerordentlich. Sicherer als andere verfassungsmäßige Bestimmungen ist noch immer der Glaube des Volkes an die unbedingte Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Snftitution des Berussbeam- tentumes. Diesen Glauben stabilisiert man, wenn man seinen eigenen Berufskollegen sagt, daß die Opfer notwendig waren im Sntereffe des ganzen Volkes, in diesem Sinne aber auch im Sntereffe des Deamtentumes. Das Aufhalten des Schrumpfungsprozesses bei der kleineren und mittleren Industrie und beim Handwerk muß auch durch eine anders eingekeilte Politik der Lanken in kürzester Zeit erfolgen. Es ist die Aufgabe, das Genossenschaftswesen zu konsoli- d i e r e n , unter allen Umständen in allen öffentlichen und privaten Kreditinstituten z u - rückzukehren zu den absolut so- liden Maximen der Vorkriegszeit. Das ist das Entscheidende und viel wichtiger als jeden Augenblick Staatshilfe einzelnen Instituten oder größeren Organisationen zu bieten. And endlich wird es die Aufgabe sein, dafür zu sorgen, dah in den nun beginnenden Verhandlungen und Besprechungen eine Lösung des Reparationsproblems erfolgt, die dem deutschen Volk erträglich ist und die außerdem der ganzen Welt das Vertrauen wiedergeben kann, daß nicht mehr erneut von der Seite der Repa- Die Reichsregierung denkt an alle Kreise und alle Berufsschichten der Bevölkerung bei allen ihren Maßnahmen nicht nur im Opfer, sondern auch in der Hilfe. Hier aber fehlt es an dem Verständnis für öie Zusammenhänge wirtschaftlicher 21 r t namentlich im öeuischen Volke ganz außerordentlich. Die Abstimmung der Landvolk- Partei im Reichstage zeigt doch ganz deutlich, daß ein Teil der Landwirtschaft die wirkliche Lage Deutschlands und die eigene Situation noch nicht erfaßt hat. Wir haben, um ein Bei- fptel zu nennen, praktisch doch jede Vieheinfuhr unmöglich gemacht. Wir sind also sozusagen zu dem lückenlosen Schutz in dieser Beziehung gekommen, der jahrzehntelang die Forderung der Landwirtschaft war. Ist denn dadurch nun etwa eine Rentabilität der Lanti- rationen eines Tages das Kreditsystem der Welt gefährdet werden kann. Dazu gehört es, daß gleichzeitig mit den Reparationsfragen d i e S t i 11 h a 1 t e f r a g e so gelöst wird, daß wir auch nach innen und außen von der Seite der Privaten kurzfristigen Kredite eine absolute Beruhigung der Atmosphäre im Sn« und Auslande und damit auch eine Sicherstellung unserer ganzen wirtschaftlichen Unternehmungen, Pläne und Maßnahmen erreichen. Ohne Schaffung einer Atmosphäre des Vertrauens im Aus- und Znlande werden wir nicht zu dem erstrebten Ziele gelangen. Worunter die Welt am meisten leidet, sind nicht hier und da Dankschwierigkeiten, sondern die Tatsache, daß der Sparer und der Kapitalist in der ganzen Welt nervös geworden sind, obwohl an sich meines Erachtens ein Grund zu einem solchen Grade der Nervosität nicht vorhanden ist. Durch dauernde politische Agitation, durch Predigen von Experimenten schafft inan weder im Sn« noch im Auslande diese Der- trauensatmosphäre. Das muh das deutsche Volk einsehen. Denn ein Ergebnis, das für uns akzep- ta&el ist, ist in all den Verhandlungen außen« politischer Art nur dann zu erzielen, wenn man sicher ist, dah in Deutschland keine politischen Experimente gemacht werden. Sicherlich ist es so, daß gerade dieser Dinier dem deutschen Volke die schwerste Nervenprobe auferlegen muh. Aber soll es sich wieder in der Geschichte wiederholen, wie so oft in den letzten anderthalb Jahrzehnten, dah im letzten Augen- blick, gerade wo man so weit ist, daß man die Aussicht in eine bessere Zukunft hat, das deutsche Volk die Nerven verliert? Dagegen müssen wir uns wenden. Es ist möglich, durchzukommen, wer einen religiösen Glauben hat, der ist auch in der Lage, hineinzusehen in eine dunkle Zukunft, wo man nicht alles mathematisch und rational vorher errechnen kann. Es muß das wieder in das Volk hineinkommen, daß man nicht verzagt, wenn alles dunkel ist, daß man nicht nur an das Cfjaos glaubt und in Resignation verfällt, sondern dah man einen religiösen Glauben hat und aus diesem Glauben die Kraft gewinnt, mutig den Dingen entgegenzutreten, jede Aufgabe anzugreifen, mag sie noch so hart sein. Dann wird öas deutsche Volk, das gepeinigt und gedrückt wird, sich trotz aller Schwierigkeiten in der ganzen weit auf Grund feines Glaubens, auf Grund feiner Kraft, auf Grund seines Fleißes endlich einmal sicher durchsetzen. Gtegerwald über Deutschlands Verschuldung. Reichsarbeitsrninister Dr. Stegerwalö gab dann einen Bericht über die deutsche Verschuldung und Zinsenlaft. Außenpolitisch haben wir in den nächsten Wochen uns darüber zu entscheiden ob wir für einige Jahre noch die Zähne aufe'inan- d erb ei ß en oder ob wir uns für Jahrzehnte in öie Gefangenschaft anderer Völker begeben wollen Daneben ist die Außenpolitik der nächsten Monate eine große finanzpolitische Transaktion. Wir sind gegenwärtig mit etwa 11 bis 12 Milliarden kurzfristig, mit etwa einer gleichen Summe lang« f r i st i g verschuldet, und dazu kommen etwa 4 bis 5 Milliarden ausländische Beteiligungen an der deutschen Wirtschaft, so daß die gesamte deutsche Schuldenlast an öas Ausland etwa 27 bis 28 Milliarden beträgt. Dazu kommen noch die politischen Schulden. Wir haben allerdings auch Auslandguthaben, die zwischen 7 bis 9 Milliarden betragen dürften. Unsere 3 in f en la ft beträgt für öie langfristigen Schulden etwa 700 Millionen und für die kurzfristigen nicht viel weniger als eine Milliarde. Dazu kommen noch die Dividenden für die Auslandbeteiligung an deutschen Wirtschaftsunternehmungen und endlich die politischen Leistungen. Der außenpolitische Kampf wird darum entbrennen, ob und wie b i e politischen Schul - den gleichberechtigt neben den priva- t e n behandelt werden können. Deutschland hat nie bestritten, daß öie privaten SchulÖen verzinst und zurückerstattet weröen müssen. Wir sind aber nicht in der Lage, daneben noch politische S ch u l ö e n in größeren Beträgen zu bezahlen. Erst wenn wir Klarheit über den Stand der Reparations- und Stillehaltefragen haben, ist öie feste Basis gewonnen für eine starke deutsche Innenpolitik. Die Regierung ist der Meinung, daß öem Öeutschen Volke eine zweite Inflation innerhalb eines Jahrzehnts nicht zugemutet werden kann. . jnHatori|d)e Maßnahmen, von denen man in Deutschland wohl Öen Anfang, aber nicht d as Ende sieht, würde bei uns der Spar« g e danke zerschlagen werden und ohne den Spargedanken ist es ausgeschlossen, dah wir wieder zu einem vernünftigen Kreditaufbau in Deutschland kommen können. Wenn aber 25 Lander der Welt sich auf dem Znflationsweg befinden, dann muß Deutschland, um seine Wäh« rung zu halten, sich dem Preisniveau der übrigen Welt anpasfen. Das deutsche In diesem Augenblick Hal das deutsche Volk mehr denn je ein Interesse daran, seine eigene Währung stabil zu hallen, viele Leute meinten, als das Pfund vom Goldstandard herunlerging, nun müßten wir die Mark gleichfalls vom Golde abhängen. Ich werde mich bis zum letzten dagegen wehren, irgendeine inflatorische Maßnahme irgendeiner Art zu treffen, und zwar nicht nur aus Gerechtigkeit, nicht nur zum Schuhe der Schwachen, sondern weil ich der Ansicht bin, daß d i e ehrliche Bilanz in der deutschen Wirtschaft trotz aller Bitternisse unbedingt wiederher g e st e 111 werden muß. Und daß jeder versuch und jedes verlangen nach inflatorischen Maßnahmen letzten Eudes auch den Zweck haben kann, diesen Prozeß der Gesundung der gesamten deutschen Wirtschaft zuschanden zu machen und wiederum einen Schleier über die Fehler der Vergangenheit zu ziehen. 2ch sage das nicht in einer verallgemeinernden Tendenz. Es ist erstaunlich, wie in den schwersten Zeiten große, ausländischer Konkurrenz aufs heftigste unterworfene Wirtschaftsgebilde diesen schweren Kampf erfolgreich haben durchhalten können. Aber zwischen dieser gesunden Wirtschaft haben in den vergangenen Zähren Eiterherde gesessen, die unter allen Umständen herausgeschnitten werden müssen. Zch habe wiederholt ausgesprochen, dah es notwendig ist, in allem Klarheit und Wahrheit zu schaffen, in der öffentlichen Wirtschaft ebenso wie in der privaten Wirtschaft, und wir kommen darum nicht herum, denn alle Erfolge in der Auhenpolitik sind um so eher zu erreichen, wenn wir die Bilanz der deutschen Finanzen und der deutschen Wirtschaft klar und ehrlich jedermann in der Welt zur Einsicht vorlegen. Das ist die stärkste und durchschlagendste Waffe, die die Reichsregierung haben könnte, und diese Waffe zu schmieden, war die Aufgabe des ersten Zahres der Tätigkeit dieser Reichsregierung. Das hat mit dazu geführt, dah d i e Frage der Reparationen durch die Oeffentlichkeit in der ganzen Welt ohne Ausnahme völlig anders beurteilt wird als in früheren Zähren. So muh es auch nach innen sein. Diele soziale und berufliche Spannungen würden nicht die Schärfe angenommen haben, und der politische Radikalismus würde nicht so hoch gekommen fein, wenn man früher gewisse Heilungsprozesse betrieben hätte, in der Privatwirtschaft wie in der öffentlichen Wirtschaft das Messer des Chirurgen rechtzeitiger und radikaler angeseht hätte. Das Iahr 1932 wird für Reich, Länder und Gemeinden, soweit die normalen Ausgaben in Betracht kommen, in finanzieller Hinsicht das allerschwer sie sein. Denn in diesem Jahde laufen die Steuern auf Grund des wirklichen Einkommens des Iahres 1931 mit feiner furcht- baren Wirtschaftskrisis und deshalb werden wir, auch ohne Reparationslasten, für 1932 nicht um weitere ganz schwere und harte MaßnahmenaufallenGebieten herumkommen. Ich sage das jetzt gleich offen und sage es auch in dieser Stunde, wo das Reparationsgespräch mit dem Auslande im vollen Umfange ingang gekommen ist. Der Zeitpunkt ist gekommen, wo jetzt gewisse Maßnahmen auf den verschiedensten Gebieten gleichmäßig getroffen werden müssen. Denn der Prozeß der Schrumpfung darf sich nicht in der bisherigen Form fortsehen. Es müssen Maßnahmen hinzutreten, die zwar weitere Ersparnisse möglich machen, aber nicht zu einer solchen Verschlechterung der Lebenslage und der Kaufkraft der breitesten Schichten der Bevölkerung in allen Berufen führen, dah auf der anderen Seite wieder ein neues Loch aufgemacht wird. Notwendig ist, dah erstens die Selbstkosten der deutschen Wirtschaft zwar " (Wt Nr. 311««) tn-Tabltlim Imü konlnll‘ ^bewirk! reines Radium- Blutiirkulalion, somit 1(rs fa Drüsensgslems und , mil 10 tohrtn ML 80. - .Men. *’ , b. H.. Berlin SW W« sjttSt 1 und honf.T t>un- KM Wl."* 6w' ^er ihn SS yc stand. ÄAÜnkt. Ser fa. 5®} nnbcn A«, Nasser vor sich. “ngen Alaune aus ihn ba8 N mit $erten Selührt e ft -tl$k « mit W übet den Tisch ÄS Iei,e *e loment fest. s gut verstehe werden, cht es meinem Freunde ' unter den Folgen des harrte für eine Weile eia“, tDoIltj er sagen en Kramps in bet §etj< d Würgen in der Kehle, standen ihm im Gesicht im ab. „Tardh geht es Ak. 260 Erstes 181. Zahraonq zreitag, 6. November 1931 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ikung en, wie: hoher Blut- beschweren.Schlaf- ie durch Wohin führt der Weg? Reichskanzler Dr. Brüning vor dem Parteiausschuß des Zentrums. - Keine koatitionspotitifchen Experimente Gegen jede Inflation. \ Volkseinkommen, da- 1913 etwa 42 Milliarden betrug, beträgt beute rund 58 Milliarden gegenüber 70 Willlarven im Jahre 1929. Wir werden, wenn wir nicht inflatorische Wege gehen toollen, für die nächsten Jahre den jetzigen nominellen Stand deS VollSeinkommens nlcht halten können, fonbetn werden uns mit einem kleineren Einkommen begnügen müssen- Der Reallohn muh bei vermindertem Dominallohn bestehen bleiben, daS Geld muh verstärkte Kaufkraft gewinnen. 3m sozialen Abbau ist schon viel mehr ae- fchehen, als die Öffentlichkeit glaubt. An der Arbeitslosenfürsorge sind mindesten- 750Willionen in den letzten Jahren praktisch gekürzt worden. Wir haben im nächsten Winter zwar eine gröbere Arbeitslosigkeit alS im letzten Winter au erwarten, aber sie wird unS nicht mehr ko st en als im letzten Winter. Wettere Ersparnisse sind in der Arbeitslosenfürsorge nicht zu schaffen, wenn nicht eine Preissenkung groben StilS kommt. 3n der Invaliden- und Unfallversicherung werden wir noch zu gröberen Veränderungen kommen müssen. ES bleibt im übrigen dabei, dah ich den Kern der Sozialversicherung zu erhalten suche, und ebenso den Kollektivvertrag und die Verbindlich- keit-erklärung, wenn auch in der Handhabung Aenderungen in mancher Hinsicht getroffen werden müssen. Reparationen und Kredite England sekundiert der deutschen These London, 6 Nov. (WTB. Funkspruch.) „Finan. cial News" erklärt, manche Kreise hätten gehofft, daß Laval durch seinen völligen diplomatischen Sieg in Washington zu einer versöhnlichen Haltung veranlaßt werde. Aber aus amtlichen französischen Aeußerungen und aus dem Ton der französischen Presse gehe hervor, daß diese Hoffnungnichtberechtigt sei. Frankreich bleibe bet der engherzigen Haltung, die es während der ganzen Krise eingenommen habe. Die Forderung der deutschen Regierung, kommerzielle Verbindlichkeiten müßten den Reparationen Vorgehen, habe in der Lon- doner City einen günstigen Eindruck hervor- Serufen. Man hoffe, daß die deutsche Regierung bei ieser Haltung bleiben und nicht die Interessen der privaten Gläubiger Deutschland« geaen eine Repa- rationsvereinbarung mit Frankreich preisgeben werde, zumal, da eine solche Vereinbarung nur einen sehr problematischen Wert hätte. Wenn Deutschland den politischen Schulden die Priorität vor den kom- merziellen einräumte, dann werde es seine Aus- landkredite zerstören und nicht imstande sein, irgendwelche neuen Auslandanleihen aufzu- nehmen und seinen Außenhandel zu finan- zieren und Reparationen zu bezahlen. Frankreich werde übrigens aus einer solchen Vereinbarung gar keinen Vorteil ziehen, weil Deutschland nicht imstande sein werde, die Reparationszahlungen wieder aufzunehmen. Auch „News Chronicle" weist auf die französischen Absichten hin, die finanzielle Laße Deutschlands zur Erzwingung von politt- schen Zugeständnissen ausnutzen zu wollen. Wenn die Verhandlungen fehlschlogen oder die Franzosen infolge ihrer Forderungen den Rücktritt des Reichskanzlers oder das politische Chaos in Deutschland erwirken sollten, werde niemand Geld erhalten. Der Safer des Noungplans. Ter Uounopian elastisch genug für veränderte Verhältnisse. Paris, 6. Rov. (WTD. Funkspruch.) Der Sonderkorrespondent deS Matin, Stefan Lausanne, hat vor seiner Rückreise auS Amerika eine lurxe Unterredung mit Owen D. Poung gehabt, Der ihm über seine Ansicht zum Schuldenproblem folgendes erklärte: Die Umstände hätten bei der Ausarbeitung deS VoungplanS anders als heute gelegen, aber die Sachverständigen wären kurzsichtig gewesen, wenn sie nicht den Fall vorgesehen hätten, daß sich die Umstände ändern könnten. Daher hätten sie ihren Plan möglich st elastisch gestaltet, damit er ft d) den Ereignissen anpassen lasse. Er habe die seste Ueberzeugung, daß der MechaniS- im Streit um die Priorität. muS deS VoungplanS auch heute noch g u t sei, wenn man guten Willen und guten Glauben für sein Funktionieren habe. Gegenwärtig greife man gerne zu Moratorien. Ein Moratorium aber sei — wie er auch dem Präsidenten Hoover gesagt habe — sozusagen die Verhängung des Standrechtes oder des Belagerungszustandes. Man könne in gewissen Fällen gezwungen sein, den Belagerungszustand zu verhängen, aber man könne unter dem Belagerungszustand nicht normal leben. 3e früher er aufhöre und je weniger man auf ihn zurückgreife, um so besser sei eS. Amerikas Standpunkt. Man bebält sich freie Hand. Washington, 5. Rov. (WTD.) Eine Meldung, daß Präsident Hoover dem französischen Ministerpräsidenten gegenüber ein Prioritätsrecht der Reparationen vor den Privatkrediten anerkannt habe, wird hier als abwegig bezeichnet. Man habe lediglich vereinbart, das; die Frage der internationalen Schulden angesichts der Weltdepression einer Reuprüfung unterzogen werden solle, und daß, während im 3uni Amerika da- Moratorium vorschlug, diesmal die Initiative von Europa kommen müsse, da ein erneutes Angebot eines gröberen amerikanischen Opfers weder vom Kongreß, noch von der öffentlichen Meinung gebilligt werden würde. Erst wenn Europa sich geeinigt habe und man den hiesigen durch die Depression schwer getroffenen Steuerzahlern zeigen könne, daß alle Schuldner Amerikas ebenfalls Opfer bringen, werde eine Reuregelung der alliierten Schulden auf der Basis der Zahlungsfähigkeit der einzelnen Staaten geprüft werden. Abwegig seien daher auch Pariser Meldungen, daß Amerika den Alliierten den vollen Betrag dessen zu erlassen bereit sei, wa- sie von den deutschen Reparationen streichen. Diese Form der Regelung würde die Abwälzung deS Gesamtopfers auf Amerika bedeuten und daher undiskutierbar fein. Was die Frage der deutschen kurzfristigen Kredite anlange, fo feien sich Hoover und Laval bei ihren Unterhandlungen durchaus bewußt gewesen, daß der 2 9. Februar 1 93 2 ein kritischer Tag fei, für den Vorsorge getroffen werden müsse. Hier werde man die weitere Entwicklung in Europa abwarten und glaube zuversichtlich, daß Laval und Brüning zu einer Verständi- gung in diesen finanziellen Fragen kommen werden. Das neue Kabinett in England. Macdonald bleibt Premier, Simon wirb Außenminister und Neville Chamberlain Schatzkanzler. London, 5. Roo. (TU.) König Georg V. hat auf Vorschlag des Ministerpräsidenten feine Zustimmung zu folgender Kabinettsliste gegeben: Ministerpräsident und 1. Lordschahmeister: Ramsay Macdonald (Rationale Arbeiterpartei): Lordpräsident des Geh. Staatsrates: Baldwin (Konservativ); Schatzkanzler: Reoille Chamberlain (Kon- fervallo); Innenminister: Sir Herbert Samuel (Rationaler Liberaler); Lordkanzler: Lord Sankey (Ralionaler Arbeiter): Kriegsminister: Lord Hail« Ham (konservativ): Außenmin.ster: Sir John Simon (Liberaler Rationalist): Staatssekretär für Indien: Sir Samuel Hoare (Konservativ); Staatssekretär für die Dominion«: Thoma» (Rationaler Arbeiter): Staatssekretär für die Kolonien: Sir Luntiffe Lister (Konservativ); Luftfahrtminister: Dlarque« von Londonderry (Konservativ); Staatssekretär für Schottland: Sir Archibald Sinclair (Rationaler Liberaler); Gefundheitsmln'.fler: Sir C. hitton-young (Konservativ); handelsm nisler: Walther Randman (Liberaler Rationalist); Lord-Gehrimsiegelbewahrer: Philipp Snowden (Rationale Arbeiterpartei); Erster Lord der Admiralität: Sir Bolton Lyre«- Monfe 1 l (Konservativ); Erzichungsmlnister: Sir Donald Mac Lean (Rationaler Liberaler); Minister für Landwirtschaft und Fischerei: Sir John Gilmour (Konservativ); «rbelletninifferlum: Sir Henry Vetterton (Kon- servatio); Minister für öffentliche Arbeiten: C. Vrme.by Gore (Konferoatio). Da» Kabinett seht sich demnach zusammen au» 11 konservativen, vier Rationalen Arbeitern, drei Rationalen Liberalen und zwei Liberalen Ra'ttona- listen. Gute Aufnahme in der Oeffentrichkeit. London, 6. Rov. (TU.) Die Lifte des neuen Kabinetts der Rationalregierung hat bei den Mitgliedern der verschiedenen Parteien im allgemeinen Befriedigung ausgelöst. Macdonald hat eS verstanden, den Eharakter seines Kabinetts als einen Ausdruck der verschiedenen an der Regierung beteiligten Parteien durchaus zu wahren und eS zu einem Rationalkabinett zu stempeln, das die Zusammenarbeit der verschiedenen Parteien auf einer praktischen Grundlage gestattet und Reibungen, soweit wie möglich ausschaltet. Wichtig Ist an der Zusammensetzung des Kabinett-, daß Baldwin die Teilnahme von Konservativen auf die Mitglieder der gemäßigteren Richtung beschränkt und Anhänger kkS radikaleren hochschuhzöllnerischen Flügels ausge- schaltet hat. Weder die Ramen von Churchill noch von Amry, Sir Henry Pagc-Crost oder anderen find in der Kandidatenliste enthalten. Diese Zusammensetzung gibt eine Sicherheit dafür, daß die Einführung von Schutzzöllen ftcherlich ohne Uebereilung und erst nach reichlicher äleberlegung eriolgcn wird, nachdem der Charakter jedes einzelnen Schutzzölle- und seine Rückwirkung auf die 3ndustrie und den Handel Englands eingehend untersucht find, was jedoch nicht ausschlicßt, daß die Regierung möglicherweise zu sofortigen RotstandSmaßnahmen greifen wird, fall- sie überzeugt ist, daß dies im 3ntercsse der Handelsbilanz und des englischen Pfunde- notwendig ist. GS wird die Rotwendigkeit betont, ein Kabinett zu bilden, da- daS Vertrauen nicht nur im Inland, sondern auch in der ganzen Welt wieder- herstellt. Der zum Staatssekretär deS Aeußern ernannte Gir John Simon hat eine außerordentlich glänzende Anwaltslaufbahn hinter sich. Er ist wegen seines sehr scharfen, kühlen Verstände- bekannt, und man hält ihn für sehr befähigt, die schwierigen und verwickelten Fragen der Außenpolitik, wie z. B. die Reparationen und ähnliche Probleme, zu behandeln. Die neue Regierung hat eS vor allem mit finanziellen Problemen sowohl im Innern al- auch im AuSlande zu tun, und daher ist die Wahl RuncimanS zum Präsidenten deS Handel-amte- von besonderer Bedeutung. Runciman ist ein anerkannter Sachverständiger aus dem Gebiete des gesamten internationalen Finanz- und HandelswesenS; sein Urteil wird, tote man erwartet, für da- Land und die Regierung von äußerst großem Werte sein, tocrm man sich einer Lage gegenübersieht, die eher ein Weltproblem alS ein nationales und örtliche- Problem darstellt. Das Kabinett ist ein verhältnismäßig junge- Kabinett. Wenn die Ernennungen der iln- terstaatssekretäre stattfinden, was nach der Rückkehr de- Premierministers aeschehen soll, wird man wahrscheinlich finden, daß die Regierung al- GanAes als eine gute Kombination ber Erfahrung de- Alter- unb der Energie der Jugend bezeichnet werden kann. Echo der presse. L o n d o n, 6. Rov. (WTD. Funkfpruch.) Die Zusammensetzung des neuen englischen Kabinetts findet sowohl in der liberalen, wie in der konservativen Presse eine sehr gute Aufnahme. Al- einzige Aeberraschung der neuen Ministerliste wird von allen Blättern die Ernennung Sir John Simon- zum Staatssekretär des Aeußeren bezeichnet. — Times sieht in der Wahl Sir John Simon- ein Zeichen der Klugheit Macdonald-, der darauf verzichtet habe, die Bürde seine- Amtes als Premierminister durch Uebernahme eines Spezialamtes noch au erschweren. Dazu komme, dah der große Rechtsgelehrte, al- der sich Sir John Simons erwiesen habe, die Beziehungen Großbritannien- zu dem Au-land in einer Zett zu lenken habe, da die außenpolitischen Verhandlungen besonders ver- wickeltundwtchtig seien. 3m übrigen könne das Kabinett mit allgemeiner Befriedigung ausgenommen werden. Denn Macdonald habe Männer um sich versammelt, die zweifellos dem Ideal der nationalen Zusammenarbeit voll hingegeben seien. Die einzige Frage fei die, ob fie auch stark genug feien, da- Programm der freien Hand rasch und entschlossen durchzuführen. — Scharfe Kritik äußert lediglich da- Blatt der Arbeiterpartei, der Daily H e r a l d, der erklärt, im Kabinett fei keineswegs ein Gleichgewicht der Parteien vorhanden, e- werde vielmehr vollständig von den Konservativen beherrscht, die in ihren Schuhzollwünschen auch die Tlnterstühung der zwei Simon-Liberalen und de- Staatssekretärs für die Kolonien, Thomas, hätten. Kämpfe in der Mandschurei. Die Japaner stoßen ans Ts tsikar vor. Schanghai, 5. Roo. (WTB.) (Einige Meilen südlich von Angantschi Hal zwischen 5000 chinesischen Soldaten unter General TNalschangschen und zwei Bataillonen Japanern ein ernster Kampf um den Besitz der Eisenbahnbrücke, die über den Ronnifluh führt, begonnen. Die japanischen Truppen sollen mehr als 40 Tote und verwundete gehabt haben. Die Chinesen sollen sich in voller Auf- lösung auf Tsitsikar zurückziehen. In chinesischen Kreisen erblickt man in der Besetzung der Ronni- brücke einen ersten Schritt Japan« zur Besetzung der wichtigen Stadt Tsilsikar, um durch die Beherrschung der Bahnlinie und der Gebirgspässe gegen einen möglichen Vormarsch der Russen gesichert zu sein. Krisis in Oldenburg. Erfolglose Ministerpräjidentenwahl. Oldenburg, 5.Rov. (WTB.) 3m Landtag wurde von den Rationalsozialisten der Abgeordnete Rechtsanwalt Dr. Doehrneker als Ministerpräsident vorgeschlagen. Bel der Abstimmung wurden 23 Stimmen für den Kandidaten abgegeben und 25 weihe Zettel. Da die absolute Mehrheit für die Wahl eine-- Ministerpräsidenten erforderlich ist, war die Wahl erfolglos. Gegen den Kandidaten stimmten die Sozialdemokraten, da- Zentrum, die Kommunisten und der Staatsparteiler. Rach der Abstimmung wurde auch der von den Rationalsozialisten gestellte Antrag aus Auflösung des Landtage- abgelehnt. Zur Annahme eine- solchen Antrages ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Der Antrag erzielte aber nur 25 von 48 Stimmen. Es stimmten für die Auflösung die Rationalsozialiften und die Deutschnationalen, die Kommunisten und der Landvolk-Äbgeordnete. Degen die Auflösung stimmten das Zentrum, die Sozialdemokraten, der Staatsparteiler und beide DolkSparteilcr. Die Rationalsozialisten erklärten zum Schluß, daß sie einen Volksentscheid aus Auflösung des Landtages einleiten würden. Ein Gesetz über die Gewährung von Zugaben. Berlin, S.Rov. (WTB.) Die Reich-regle- rung hat beschlossen, den Entwurf eine- DesetzeS über d e Gewährung von Zugaben zu W ren oder Leistunegn dem ReichSrat zur Leschluhfaifung vor- Aulegen. Danach ist es verboten, im Einzelhandel neben einer Ware oder einer Leistung eine Zugabe (Ware oder Leistung) anzubieten, anzukündigen oder zu gewähren. Sine Zugabe liegt auch dann vor, wenn die Zuwendung nur gegen ein geringfügiges, offenbar bloß zum Schein verlangte- Entgelt gewährt wird. Die Vorschriften gelten u. a. nicht: wenn lediglich Reklame- gegenstände von geringem Wert, oder Kleinigkeiten ohne eigenen Verkehr-wert gewährt werden, wenn die Zugabe in einem bestunmtcn Geldbetrag besteht, wenn die Zugabe zu Waren in einer bestimmten oder auf bestimmte Art zu berechnenden Menge gleicher Ware besteht. Bei dem Angebot, der Ankündigung und Gewährung einer Zugabe ist eS verboten, die Zuwendung al- unentgeltlich gewährt (GratiSzugabe, Geschenk und dergleichen) zu bezeichnen oder sonstwie den Eindruck der Unentgeltlichkeit zu erwecken. Ferner ist es verboten, die Zugabe von dem Ergebnis einer Verlosung oder einem anberen Zufall abhängig zu machen. Oer Sklarek prozeß. 3m Sklarek-Prozeß wurden die Kosten erörtert, die den Sklareks durch den Verkehr mit ihren Bekannten aus der städtischen Verwaltung entstanden sind. Leo Sklarek erklärte, daß die (Belage immer von den Sklareks beglichen worden sind. Nie habe er bemerkt, daß ein anderer be- Zahlt habe. „Wohl griff man", fo fuhr er fort, „In die Tasche, aber die Tasche war dann meist so tief, daß ich schneller war, al« die anderen." DieKosten für ein Wochenende aus der Jagd in Waren wurden von Leo Sklarek mit 1000 bis 1200 Mark beziffert, eine Summe, die der Buch- Halter Lehmann eher zu nlcbna als zu hoch gegriffen bezeichnete. Als der Vorsitzende die Angabe (n der Anklage, daß bei einem Gelage von 5 Personen, 50 Flaschen Sekt getrunken worden seien, als zu „phantastisch" übergehen wollte^ fiel ihm Leo Sklarek mit großer Entrüstung ins Wort: „Aber Herr Vorsitzender, wir haben mit 5 Personen sogar 80 Flaschen Sekt getrunken". Der Buchhalter Lehmann schätzte die Ausgaben für den Verkehr der Sklareks mit chren Bekannten aus der städtischen Verwaltung für einen Zeitraum vo» vier bis fünf Jahren auf 1,5 bis 2 Millionen Mark. Die Verhandlung ergab weiter, daß an die Witw, de« früheren Stadtbankdirektors Hirsch dis zum Zusammenbruch der Firma Sklarek „angebliche Zinse» für ein Darlehen" in Höhe von 850 bis 900 Mark monatlich gezahlt wurden. In den Büchern hat aber nach Angaben des Buchhalter» Lehmann niemals der Name Hirsch als Gläubiger gestanden. Es kam weiter die Sprache darauf, daß Max Sklarek beabsichtigt haben soll, Reichstagsabgeordnete r zu werden. In der Firma Sklarek soll bereits davon gesprochen worden sein, daß sich Mar mit den Gedanken getragen hätte, einen Minister - posten zu erhallen. Burgfriede in Halle. 3n einer Aussprache, die der Rektor der UnU versttät mit drei Professoren und sieben Vertretern der Studentenschaft hatte, ist eS zu einet endgültigen Klärung noch nicht gekommen. Es ist vorläufig verabredet worden, am Frettagnach- mittag 17 Uhr eine Aussprache zwischen Professor Dehn und zehn Vertretern der Studentenschaft stattfinden zu lassen. Den Studenten wird dann Gelegenheit gegeben, Professor Dehns wissenschaftlichen und weltanschaulichen Standpunlt kennen zu lernen. 3m Anschluß hieran wird eine erweiterte Sitzung statt- finden, in der der Rektor Professor Aubin sowie der Dekan der theologischen Fakultät Professor Heinzelmann vor etwa KO Studentenschaft-- und Korporation-Vertretern sprechen werden. ES ist vereinbart worden, dah bi- dahm von feiten der Studentenschaft völliger Burgfriede bewahrt wird. Sine Erklärung, die von den Professoren der Theologie Dr. Schmitz und Dr. Dr. Stählin auSgegangen ist, hat bk Unterschrift von weiteren 22 Ordinarien gefunden. Die Erklärung lautet: „Die unterzeichneten ordentlichen Professoren der Theologie, verschiedener theologischer und politischer Ueberzeugung angehörig, fühlen sich verpflichtet, öffentltch zu erklären, dah fie jeden Versuch stu- dentischer Kreise, Dr. Günther Dehn an der akademischen Lehrtätigkeit zu hindern, auf das schärfste verurteilen." — 3n einer besonderen Erklärung haben außerdem noch fünf Ordinarien erklärt, daß fie mit Dr. Dehn .persönlich und sachlich solidarisch" seien. Eine kommunistische Kampfschule ausgehoben. Zwickau, 5. Rov. (TU.) Die polizeiliche» Maßnahmen gegen die KPD. in Schwarzenberg und Dermsgrün haben die Aushebung einer kommunistischen Kampfschule ermöglicht. ES waren Anzeichen dafür vorhanden, daß in D. kommunistische Lehrgänge zur Schulung füe den Dürgerkrieg veranstaltet wurden. Es wurden daher am Mittw ochvormittag verschiedene Gebäude der KPD. von je einem größere« Aufgebot Schutzpolizei gleichzeitig beseht und vx der Kampsschule in Bermsgrün 13 Personen, zwd.f Männer und eine Frau, bei dem Unterricht überrascht und festgenommen. Die Durchsuchung förderte zahlreiche Schriftstücke zutage, die noch gesichtet werden müssen. Waffen wurden nicht gefunden. Die 13 verhafteten Personen werden zur Einleitung eines Verfahrens wegen Hochverrats dem Oderreichsanwalt zugeführt wecdem Zusammenstoß zwischen Eisenbahn unb Acaftroagru. Ein Kraftwagen durchfuhr in der Nähe des Bahn- fiofs Baden-Baden-We st in großer chwindigkeit d t e geschloffene Bahn- ch ranke, wurde von einem Pcrsonenzua ersaht und etwa 60 Meter weit mitgefchleisl. Der Chauffeur, ein italienischer Staatsangehöriger, erlitt so schwere Verletzungen, daß er noch am Abend Im Krankenhaus ftarb. Der Eigentümer de» Wagens, ein Hotelbesitzer aus Brica. kam mit leichteren Verletzungen davon. Der Wagen ist voll- kommen zertrümmert worden. Oie Wetterlage. Oonnfrsfatj' den 5*. Mwmbfr *911, tyühr O’t'lp o »»I5 • .O't fl • M4t< u*o<'f<*"*!«* lefldrer* tMtcröornuemge. Weitcrvorhe r f a g e für Samstag Wechselnd wolkige« Wetter mit einzelnen Niederschlägen. kühler, aber im ganzen noch mild. Vorhersage fürSonntag. Wenig Lende- rung der Wetterlage. Lufttemoeraturen am 5. November, mittag« 14,4 Grad (Telfiu« abend« 8,5 Grad; am 6. November morgen« 8 Grad. Maximum 14,7 Grad, Minimum 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe on 5. November: abends 7,2 Grad; am 6. November: morgens 6,2 Grad Celsius. — Sonnenschelndauet 5 Stunden. gleichzeitig besetzt unb b| hei dem Unfeine! iisenbahn unb Ätaffwogn Mieten >473 A Elegantes detremimnier ttl worben. etterloflt M yU/r Anzusehen im 06528 Depots: Pelikan-Apotheke 7027 V -- » ©z€4- XX RASSOL tn irfjctt, daö Pfund 68 Pf. MW'.erIMlMgZZ Warum Kaffee Hag? 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Bei dem einen wird trotz sorgfältiger Salbenschmiererei, trotz Waschen und Massieren die Glatze von Tag zu Tag größer und bedrohlicher. Der andere aber verfügt über einen beneidenswerten Haarwuchs, obgleich er doch fast gar nichts d afür tut. Jeder Laie muh darüber Klarheit gewinnen, welche Möglichkeiten der Haarpflege ers für ihn gibt, welche Grenzen vor allem, und lwas gerade für seine Kopfhaut gut oder gefährlich ist. Nicht jeder Haarausfall gibt Anlaß zur Beunruhigung. Die erste Frage des Arztes bei plötzlichem Haarausfall wird immer lauten: Sind Sie In Dur kurzer Zeit krank gewesen? Schon kleine Wrippeanfälle, fieberhafte Erkältungen, aber auch | sl arte Aufregungen und nervöse Schwächezustände genügen als Arsache. Gerade diese Fälle aber sind meist sehr harm- Ia8 und bessern sich ohne Behandlung, falls keine neuen Schädigungen hinzutreten. Will man das - »irische Wachstum anregen, so kann man es durch mengen. 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Dem Vorschlag der Reichsbahndirektion. den Theaterbesuchern an den Orten, an denen Sonntagskarten nach den Theaterorten aufliegen, diese Sonntagskarten auch Mittwochnachmittags auszugeben, wurde z u g e st i m m t. Dies bedeutet eine Ermäßigung von Vs des gewöhnlichen Fahrpreises. Man einigte sich weiter dahin, diese Mittwochskarten nach den Theater-Städten auf eine Eisenbahn st reckenlänge bis zu 75 Kilometer auszudehnen, soweit Sonntagskarten nach den genannten Theater-Städten aufliegen und die Fahrplanlage den Besuch des betreffenden Theaters zuläßt. Die Karten sollen von Mittwoch 12 Ahr bis 24 Ahr gültig sein. Wenn Sie einmal spät abends starken Bohnenkaffee getrunken haben, werden Sie wissen, daß er einen Bestandteil enthält, der imstande ist, das Einschlafen zu erschweren. DieserBestandteil ist ausschließlich das GenußgiftCoffein Das haben unzählige wissenschaftliche Versuche in allen Ländern der Welt zweifelsfrei erwiesen. Die schlafstörenden Wirkungen, die gewöhnlicher Bohnenkaffee hervorrufen kann, beruhen auf der Fähig- keitdes Coffeins,dieNerven unddasHerz aufzupeitschen Außer den Wirkungen des Coffeins auf Herz und Nerven, ist seine unmittelbare Reizwirkung auf die Nieren beachtenswert. Auch bei der Gicht pflegen die Arzte coffeinhaltige Getränke zu verbieten. Um das Coffein auszuschalten, braucht niemand auf seinen liebgewordenen Kaffeegenuß zu verzichten. Deutsche Wissenschaft, deutscher Erfindergeist haben einen Ausweg gefunden. Seit 25 Jahren gibt es einen völlig unschädlichen Bohnenkaffee, und das ist Kaffee Hag. Der coffeinfreie Kaffee Hag ist nicht nur leicht bekömmlich, sondern unter jeder Voraussetzung unschädlich. Coffeinfrei und völlig unschädlich, darauf kommt es an. Fragen Sie Ihren Arzt, er wird es Ihnen bestätigen. Mehr als 25 000 Arzte haben sich schriftlich über Kaffee Hag anerkennend geäußert. — Der coffeinfreie Kaffee Hag wird heute in 39 Ländern der Erde getrunken. Es Ist so, wie wir schon vor 11 Jahren sagten: Kaffee Hag bleibt Kaffee Hag Jetzt nur noch RM 1.62 das große, 81 Pfg. das kleine Paket RM 1.71 die Vakuumdose eine zu große Menge Talg hervor und verschlech- le m dadurch die Wachstumsbedingungen ber H aare. Die Haare werden „überfettet". Im weile ren Verlauf der Krankheit gehen die Drüsen vllmählich zugrunde, die Talgabsonderung ver- siegt, das Haar wird trocken, die Kopfhaut schuppt g. Es bilden sich die sog. „Schinnen". Die .ß-oare fallen zeitig aus. Anter Amständen sind ^genommen. ?r ' p!reiche Schriftstücke p " werden müssen. DM Vie 13 verhafteten P twng eines Derfahrü LbeneichSanwalt M :<-run 13 fBerkmeiuE.1 Störung des Haarwachstums erst zu spät. Der bei dem Lnterri:i Entschluß, „etwas Energisches für seine Haare zu Io“, scheint manchen recht schwer zu fallen. Aber OITIf* besonders auch kränkliche, 44UV ZJUJLUtlllV, zurückgebliebene und lolche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes Gießen zu. Es rst zu begrüßen, daß auch unsere einheimischen Flieger sich uneigennützig in den Dienst der guten Sache stellen. ** Verhaftung wegen Vergehen- gegentz 218. Am Montagabend wurde ein bisher in Laubach bedienstet gewesenes Hausmädchen aus Röthges in bedenklich krankem Zustande in das Krankenhaus in Laubach eingeliefert. Da- Mädchen liegt an den Folgen eines bei ihm vorgenommenen Eingriffs (schwere Bauchfellentzündung- darnieder. Die hiesige Landeskriminalpolizeistelle nahm im Auftrage der Staatsanwaltschaft die erforderlichen Ermittlungen in Laubach und der dortigen Amgebung vor. Außer dem Haupttäter O. K. aus Rainrod wurden noch ein in Laubach wohnhafter Mann und eine dort wohnhafte Händlerin, bei der das Mädchen bedienstet war, in Haft genommen. Der Laubacher Mann befindet sich, da Verdunkelungsgefahr nicht mehr besteht, wieder aus freiem Fuß. K. wurde inzwischen in das Landgerichtsgefängnis Gießen überführt und in Untersuchungshaft genommen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6. November 1931. Das Haar fällt aus! Von Or. meb. Gerhard Hreseniuü. Die Heilkunde unserer Zeit überzeugt sich immer iriehr davon, was schon die Aerzte der Antike wußten, daß man Krankheiten nur behandeln und beseitigen kann, wenn man den ganzen Menschen behandelt. Diese einfache und selbstverständliche VerbilligteBahnfahribeLmTheaierbesuch Sonntagskarten an jedem Mttwochnachmittag. -,il>t«n !Be n 8Qben fii 3cit Jttn au; Mer, hn6 ,U|°N $1J LSr Alters L? hat ab° . ÄQK ÄsS in 6aik. ausgehändigt werden. Am eine mißbräuchliche Benutzung dieser für den Besuch der Theater verbilligten Fahrkarten zu verhüten, wurde vereinbart, daß die Theaterbesucher verpflichtet sind, die Fahrkarte an der Kasse des Thea- ters ab stempeln zu lassen. Diese Abstempelung wird auf der Rückfahrt bzw. an der Sperre des Heimatbahnhofes nachgesehen. Fehlt der Stempel des Theaters, dann muß der Fahrgast den Anterschied zwischen dem gewöhnlichen Fahrpreis und dem Sonntagskartenfahrpreis nachzahlen. Etwaige Ausreden, wie z. D. es sei vergessen worden, die Fahrkarte abstempeln zu lassen, und ähnliche können nicht berücksichtigt werden. Die Beteiligten waren sich bei der Besprechung darüber klar, daß die getroffene Vereinbarung lediglich einen Versuch darftellt, dessen Ergebnis und Durchführbarkeit heute nicht übersehen werden kann. 8. Freiburger munsterbau- Geld-Lotterie zur Wiederherstellung des Münsters in Freiburg I. B. Ziehung garantiert unwiderruflich am 1). November 1931 2892 Geldgewinne und l Prämie zua. 15000 noch schwerer fällt den meisten Glatzenkandidaten die nun erforderliche geduldige, sorgfältige tägliche Haarpflege: die täglichen 5 Minuten für das Haar! Daten für Freitags 6. November. Sonnenaufgang 7.26 Ahr, Sonnenuntergang 16.51 Ahr, Mondaufgang 2.25 Ahr, Mondunter- gang 15.15 Ahr. 1771: Alois Senefelder, der Erfinder des Steindrucks, in Prag geboren; — 1833: der norwegische Dichter Jonas Lie in Drammen geboren; — 1893: der Komponist Peter Zljitsch Tschaikowsky in St. Petersburg gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Deutsche Staatspartei 20 Uhr, Cafs Leib, Wähleroersammlung. — Christlich-sozialer Volksdienst, 20 Uhr, Turn, halle am Oswaldsgarten, Wählerversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kohlhiesels Töchter". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Charlie im Va- riete , „Carmen", „Charlie in der Unterwelt" und „Schande". — Volkshochschule. Man schreibt uns: Heute, 20 Ahr, beginnen in der Aniversität die Freitagskurse. Aeber das Thema „Gesund und leistungsfähig" wird Dr. med. Malech sprechen, zu dem Kurs „Französisch für Fortgeschrittene", der von Georg Graf geleitet wird, findet eine Vorbesprechung statt. Besonders aufmerksam sei darauf gemacht, daß der Kurs über „Die Krise des Kapitalismus" 14 Tage später beginnt, also erst am 20. November. Siehe heutige Anzeige. — „Der Sohn der weißen Berge.“ 3m Lichtspielhaus Bahnhofstraße gelangt am Sonntagvormittag noch einmal der Sportfilm „Der Sohn der Weißen Berge" zur Vorführung. Der Film führt in die Alpen, in das Gebiet des Matterhorns, nach Zermatt, in das Eldorado der )flt . |H3b ste jeden DerluL 100 $aarcn täglich überschreiten. inther Dehn an hör Der wirkliche Feind unserer Haare ist eine sehr zu hindern, auf h --' io eit verbreitete Erkrankung des Haarbodens, oder [en/ _ ■■ genauer gesagt, der auf der behaarten Kopfhaut cn austerdem noch I bssindlichen, Talgdrüsen. Diese Drüsen bringen sie mit Dr. Dehn irisch seien. WLw / t tvvP Unsere Mantel-Parade ist ein durchschlagender Erfolg! 4 zeitgemäße Preise 39.- 29 58.- 48 Gießen, den 6. November 1931. Die Einäscherung fand in aller Stille statt 7484 D Prüfen Sie vor Ihrem Einkauf meine Angebote 7446 A auch Sie werden dabei gut fahren. im 67. Lebensjahre. Emmcrichenhaln. den 5. November 1931. 7506D Stridcuolle: Merkel »Kienlin Qualität t M S 82er Der Konkursverwalter M5JJ AnslieierunMer I Strebsamer Herr sofort gesucht zur Uebmiahme einer Pfd. Mk. 2.50 io Lot 55 H Kreuzplatz 7512 A Am Samstag Vormittag Herren-Selbstbinder, moderne flotte oo 1 Stück Muster, breite Form 2 Stück 45/90, gute Qualität L 2 m breit SCHUHHAUS Werben Sie durch gute Drucksachen! Fachlich. Entwürfe. Beete Am Die Beerdigung, zu der besondere Einladungen nicht ergehen, findet statt am Sonntag, dem 8. November, nachmittags 3 Uhr. verkaufen wir die noch vorrätigen Artike aus unserem großen 1.—Verkauf, und zwar FrotJer-Handtücher, besond. schwer, weiß od.mit bunter Kante,55/110. ..1 Stück Nessel, gute,78 cm br. Wäscheware. .3 m Linon, für Kopfkissen u. 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Aus einem pflichtgetreuen, arbeitsreichen Leben entriß mir heute der unerbittliche Tod meinen lieben, guten Mann, den Sanitälsrat Dr. Eduard Emrich 1871-1921 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitgliedervondein Ableben unseres lieben Alterskollegen Philipp Hofmann in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 5.November 1981. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Der Vorstand. 7518 u Herren-Socken, reine Wolle, gestrickt oder Wolle mit Jacquardmuster.....1 Paar Dame?'- und Herren-Handschuhe, Trikot od.WildledenmiL,inn. gerauht, 1 Paar Damen-Kragen, moderne Passenform oder Schalkragen.................I Stück Kind r-Nachthemd, aus femfädigem Wäschestoff, für bis lOjähnge.....1 Stück Frottier-Handtücher, bunt gestreift. verb. mit Generalvertrieb uns. selbsttät. Waschmaschine I). R. P., welche jedes Quant.Wüsche in all.vorh. Waschkesseln von 40—300 Liter Inh. ohne elektr. Strom witscht, zu vergeben. Erfind. 1. Ranges. Verkaufspreis Mk. 29.00. Betriebsmittel notwendig. Angeb.unt. G. 192 a. d. Ann.- Bxped. D. Schttmann, Dttiseldorf. 7483 D Am 2. November verschied nach langem schweren Leiden plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater und Schwiegervater BerrPhiliDDBotoann.Gaslwirl im Alter von 60 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Hofmann, geb. Reitz Martin Hofmann Marie Pabst, geb. Hofmann Rudolf Hofmann Adolf Pabst nur solange Vorrat Julius Schulze Volksliochschule Heute tirreitnfl), 20 Uhr, llnrocrütar Beginn der Kurie: f^efunb u. lenkungs- fähig! Dr. Malert), Horiaal 33,1.2t. lks. •yran töfifrf) füt,3rort- geirbrittene. Borbe- svrechung.Gg.Gras. Höriaal39, 1 2t. Der Kurs 74901) „Tie Krise des rta* vitalisrnues" beginnt erst am 20.11. Bekanntmachungen am schwär;. Brett, II. 2totf links. Auskunft vor den Kurien u. auf der (Geschäfts- »teile Wolfitr. 20 pt. 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Danksagung. rür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir herzlichsten Dank. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Wilhelm Stark III. Gott dem Allmilchtigen hat es gefallen, meine innigstgehebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Anna PfeiHerJeb. Otto nach kurzer schwerer Krankheit, im Alter von 57 Jahren,heute früh, 8Uhr.in die Ewigkeit abzunifen. Wirberg, den 5. November 1931. 7488 !' film. Röthges, den 4. November 1031. 06522 n s Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Elise Hammel, geb. Ruppert Am Mittwochabend entschlief unser Vater, Schwiegervater,Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Moos V. im 79. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Lollar, den 6. November 1931. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 8. November, nachmittags 3 Uhr statt. 754) d Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte, die vielen Kranzspenden, Herrn Pfarrer Scriba für die trostreichen Worte am Grabe, dem Kriegerverein Röthges für Erweisen der letzten Ehren danken wir allen herzlichst. Rr. 260 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 6. November 6nder Erfolg, ße Preise aller Knappheit *en zu kleiden ire^ Ankauf 0^' Xx dabei gut fahre. - Bekleidung fQt »chlanke Herren, tes Spezialhaus ’hessensfür Herren- ien-u.Sportkleidun! islag einschließ- estbestände im iweg 15 und Kinder- Wolle sowie baren Preis ver- t diese außerge- lorrätigen Ar® .Verkauf, * [Cflf ,,.31" 800" ,2i" j Stuck gestrick*. “jpaarl tchuhe, hUPaar 5senf°n" j Stuck ökE j Stuck gestr^ 2 Stuck a schwer. .1 Stuck Schulst' 25 Zahn Seff. Landwirtschastskammer. Darmstadt, 5. Nov. (WSN.) Auf Grund des Landwirtschaftskammergefetzes vom 16. Mai 1906 fand die erste Wahl zur Hessischen Landwirtschaftskammer am 11. Oktober 1906 statt, und am 20. Oktober wurde die Landwirtschaftskammer in der ersten konstituierenden Sitzung gebildet. Die neue Kammer als die gesetzliche berufsständische Vertretung der hessischen Landwirte übernahm die seither von den landwirtschaftlichen Pro- vinzialoereinen und dem Hessischen Landwirtschaftsrat durchgeführten Aufgaben. Bereits auf der diesjährigen Herbsttagung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft erstattete der Generaldirektor der Kammer, Dr. Hamann, ein eingehendes Referat über die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten 25 Jahren und ihren heutigen Stand, indem er zugleich die Tätigkeit der Landwirtschaftskammer schilderte. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit sah der Vorstand der Landwirtschaftskammer von einer größeren Feier anläßlich des 25jährigen Bestehens der Landwirtschaftskammer ab. Im Rahmen einer Vorstandssitzung fanden sich am Mittwoch die Mitglieder des Kammervorstandes, Vertreter des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, an ihrer Spitze Minister Korell zugleich als Vertreter des Staatspräsidenten, mit einer größeren Zahl von Beamten und Angestellten zusammen, um des 25jährigen Bestehens der Landwirtschaftskammer zu gedenken. Der Vorsitzende der Kammer, Oekonomierat Hensel, zugleich als ältestes Vorstandsmitglied der Kammer, schilderte Werben, Entwicklung und Tätigkeit der Landwirtschaftskammer. Er dankte besonders der hessischen Regierung für die der Kammer in langen Jahren gebotene Unterstützung zur Durchführung wichtiger Förderunasmaßnahmen. Der Vorsitzende verlas ein Glückwunschschreiben des Staatspräsidenten, in dem dieser auf die Bedeutung der Landwirtschaftskammer für die vorwiegend bäuerliche hessische Landwirtschaft hinweist und in anerkennenden Worten der Arbeit der Landwirtschaftskammer in den verflossenen Jahren gedenkt. Dann sprach Minister für Arbeit und Wirtschaft, Korell, der im Auftrage des Gesamtministeriums die Glückwünsche überbrachte. Insbesondere sprach er dem Vorsitzenden der Kammer, Hensel, Dank aus für die abgewogene und ausgeglichene Art, in der er jederzeit die Geschäfte der Kammer führte, sowie dem Generaldirektor der Landwirtschaftskammer, Dr. Hamann, für die in all den Jahren gegebene Initiative und Pflichterfüllung. Der Minister ging dann eingehend auf die Bedeutung des korporativen Zusammenschlusses der Landwirte in einer öffentlich-rechtlichen Organisation ein. Rur durch den Zusammenschluß sei es möglich, den heutigen Wirtschaftskampf erfolgreich zu bestehen. Nachdem der Vorsitzende die Verleihung einiger mit Zustimmung des Wirtschaftsministers vom Vorstand der Kammer verliehener Dienstbezeichnungen bekanntgegeben hatte, gab der Generaldirektor der Kammer Dr. Hamann einen kurzen Abriß über die Geschichte der Kammer und die Verdienste der in ihr tätigen hessischen Landwirte. Für die Beamten und Angestellten sprach Oberbaurat Th al er dem Vorsitzenden und den Vorstandsmitgliedern für das den Beamten erwiesene Wohlwollen Dank aus. Oekonomierat Korell, der neben Oekonomierat Breidenbach während der 25 Jahre an führender Stelle der Landwirtschaftskammer tätig war, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kammer auch in den kommenden Jahrzehnten in gleicher Weise wie seither zum Wohle der hessischen Landwirtschaft ihre Aufgaben erfüllen werde. Damit war die einfache, aber würdige Feier beendet. Das Kreditproblem. Don Arthur Zmarzly-Dofrei. Unter den vielen Aufgaben, die der Lösung harren, steht das Kredit- und Zinsenproblem mit in vorderster Reihe. Die akute Gefahr für das deutsche Bankwesen ist durch dos Auhenmoratorium und die Reichsbankhilfe beseitigt. Dafür ist eine andere Gefahr, die der Wirtschaft von der Kreditseite her droht, bedenklich gewachsen. Die Banken wollen ihre alte Liquidität und Aktionsfähigkeit in möglichst kurzer Zeit zurückgewinnen: man will wieder Ordnung im eigenen Hause haben. Diele Dankleiter können sich noch nicht mit dem Gedanken vertraut machen, daß in solchen Rotzeiten sich auch ihre Liquidität verschlechtern muß und ihre Derbesserung für die Wirtschaft weniger dringend ist als die Aufrechterhaltung der Produktion, insbesondere auch die des mittleren und kleinen Gewerbes und des Handwerks. Die immer wieder hinausgeschobene aufbauende Reformarbeit wird bei der heute geübten Kredit- und Zinsenpolitik die Wirtschaft in einer noch schlimmeren als der augenblicklichen Derfassung antreffen. Das viel gebrauchte Schlagwort vom „Reinigungsprogramm". das noch immer in der Oeffent- lichkeit gebraucht wird, sollte man endlich auf den großen Kehrichthaufen der Schlagworte des pseudowirtschaftlichen Denkens werfen.Die deutsche Wirtschaft ist schon lange »gereinigt". Der Erfolg sind fast 4,5 Millionen Arbeitslose und ebensoviel Kurzarbeiter. Der „Reinigungsprozeß" hat die Unsauberkeit in der Kreditmoral nicht beseitigt, eher vermehrt. Eine Besserung der Kreditmoral läßt sich nurdurch eine gesunde Kredit- und Zinsenpolitik erreichen. Kreditmoralund Kreditpolitik stehen in inniger Wechselwirkung zueinander. Die Kreditinstitute dürfen gegenwärtig ihre Kreditpolitik nicht allein von Liquiditätsrücksichten leiten lassem Vor allem darf der Preisabbau nicht durch rigorose Zurückziehung von Krediten und hohe Zinsen herbeigeführt werden. Das wäre ein unechter Preisabbau, der die Wirtschaftskraft noch mehr schwächt. Der Zahlungszwang und die Darmittelknappheit haben in den letzten Wochen die Lagerbestände stark reduziert. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Kredite zurückgefordert werden, die nur dazu dienen, große Lagervorräte zu behalten, die bei dem Absinken der Preise an Wert verlieren. Eine Grenze läßt sich schwer ziehen. Die Verschleuderung von Fertigwaren, die in den letzten Wochen zu verzeichnen war, läßt aber erkennen, daß viele Kreditinstitute den Zahlungszwang überspannt haben. Zeder durch Kre- oitkündigungen herbeigeführte Preissturz entwertet die Aktivmasse der Dqnk- s ch u l d n e r und führt zu neuen Kreditkündigungen, und jeder hierdurch verursachte Zusammenbruch zu neuen Zusammenbrüchen. Die Banken verlieren lieber Telle der Kreditsummen, .um wenigstens tvn anderen Teil hereinzubekommen und dadurch ihre Liquidität zu verbessern. Diese Methode wird vornehmlich bei den kleinen und mittleren Kreditnehmern angewandt, da man annimmt. daß sie die hohen Zinsen auf die Dauer sowieso ruinieren. Die Effektenentwertung nach der Wiedereröffnung der Börse, die sachlich in diesem Ausmaße unbegründet war, ist zum Teil eine Folge der schematischen Kreditzurückziehung, die viele Effe!renbesitzer zwang, zu jedem Preise ihnen Besitz abzustoßen, um sich vor dem Konkurse zu retten. Die wirtschaftliche Lage der einzelnen Unternehmungen wird dadurch nicht besser, Die wirtschaftliche Rotlage wird verschärft und die Effektenentwertung nachträglich gerechtfertigt. Die Danken haben mit Recht vom Auslande verlangt „stillezuhalten". Die Alt-Kredite können verlangen, Daß die Banken auch ihnen gegenüber „stillhalten", selbst auf Kosten der Liquidität und auf Kosten des Reukredits. Das grundsätzliche Stillhalten der Banken, das sie heute oft vermissen lassen, hat zur Folge, da Beruhigung eintritt, daß wieder Einkommen Fünf Mädchen versperren die Straße... Don Or. Gustav W. Eberlein, Ifiom. Wir fahren durch Kastanien. Zuerst waren es Kinder, und der Angstschweiß konnte einem ausbrechen. Das wimmelt und wuselt, kraucht und krabbelt vor den Toren, läuft in die Räder, fährt auf selbstgemachten Rollern, hängt an Fahrrädern, wenn man nach vorne schaut, sitzt auf dem Denzinbehälter, wenn man sich umdreht, springt im letzten Augenblick noch über die Straße und bezeigt überhaupt ein autofreundliches Verhalten. Das wächst unbekümmert und unbehütet auf wie die Karnickel, wird aber in dem Augenblick, wo man den Lausbub gestreift haben zu können den Anschein hat, zu einem angelo, einem Engel. Da heißt es vorsichtig fein. Dann waren es Schafe. Lauter Mutterschafe. Das frohe Ereignis muh erst gestern oder vorgestern eingetreten sein, denn die weißen, holz- steifen Dähbäh konnten kaum stehen, mußten aber schon laufen, und wenn der Hirte nach seiner Art auf Geratewohl in die Herde hineinhieb, bockten und eckten sie in komischen geometrischen Bewegungen unter die schützenden Tore der alten Mäh- mäh. Es ist spaßig, sich mit 40 PS. durch solche biblische Bilder hindurchzuschlängeln. Dann waren es Weinkarren. Die berühmten malerischen Karren d römischen Campagna, mit dem buntbemalten Ziehharmonikadach über dem buntbemalten Räderpaar und dem Widderhorn dazwischen, das gegen den bösen Blick, gegen Autos und Gendarmen schützt. Das ist wichtig, denn der Kärrner unter seinem Baldachin schläft. Er schläft aus Tradition, aus Bequemlichkeit und Trunkenheit, sowie aus Mangel an Gelegenheit zu anderer Beschäftigung. Von einem Schlafenden zu verlangen, immer rechts zu fahrep, wäre ungerecht. Manchmal weicht er auf das Gehupe aus, der Maulesel. Dann waren es die Scharen der Winzer Einer oder eine, wenn es nicht die ganze Familie ist, thront zwischen zwei mächtigen Bottichen, die mit selbstbewußter Gelassenheit dahintrotten. Bei scharfem Zusehen läßt sich erkennen, daß die vier Beine einem Esel gehören. Daneben, dazwischen schreiten Frauen, den Kupferkessel aus dem Kopf, ein Kind auf dem Rücken. Die Winzer sind aus der Wirtschaft heraus entsteht. Zn der Preisbewegung auf den Warenmärkten ist heute ein unübersehbarer Wirrwarr entstanden. Die Zwangsverkäufe und die Verkäufe aus Konkursmassen verhindern jeden regulären Marktverkehr, schnüren der Produktion den Absatz zu erträglichen Preisen ein und führen zu immer neuen Zahl- lungseinstellungen, Betriebsstillegungen und zu erhöhter Arbeitslosigkeit. Auf der anderen Seite muh selbstverständlich die Hergabe von Reukredit an neue Kunden eingeschränkt werden. Das ist kein Fehler, solange der Kapitalzuwachs gering ist. Auch wirtschaftlich läßt sich die Verminderung des Reugeschäfts rechtfertigen. Das schrankenlose Wirtschaften mit Kredit, das die Banken in vielen Fällen gegenüber großen Kreditnehmern begünstigt haben, läßt sich nicht mehr aufrechterhalten. Es müssen sich alle Kreditsucher an den Gedanken gewöhnen, daß man besser im Kleinen mit eigenem Gelds wirtschaftet als mit fremdem Gelde im Großen. Das gilt sowohl für die Privatwirtschaft wie für die öffentliche Hand. Die Reichsregierung übt heute einen weitgehenden Einfluß auch auf die Banken aus und konnte dazu beitragen, daß die Kreditsitten in einer der Kreditmöglichkeit entsprechenden Weise reformiert werden, weil sonst das Mißverhältnis zwischen Kreditnachfrage und -angebot die unerträglich hohen Zinssätze verewigt. Der Vorschlag, daß z. B. Kommunen nur dann das Recht auf Reukredit außerhalb ihres engeren Bezirks — in dem die Anleihe im Rotfalle die Steuer erseht — erhalten sollen, wenn der Kredit zu höchstens 5 Prozent erhältlich ist,, ist gut gemeint, denn er schränkt die Kreditnachfrage ein. Die Drosselung der Rachfrage von dieser Seite wird aber den Zinsenstand für die anderen unter den heutigen Verhältnissen nicht erheblich senken. Auch die strengere Siebung der Kreditanwärter hängt in ihrer Wirkung für die Produktionswirtschaft von der Art der Durchführung ab. An das Handwerk und die Kleinindustrie, freundlich und würden es nicht verstehen, wenn ein Auto schneller sein wollte, denn jetzt sind die Tage der goldenen Trauben, des süßen Reuen und des feurigen Alten. Zeht sind sie da, die sonnenseligen Herbsttage mit ihrem Ausflug in die Castelli Romani. Kein echter Römer möchte sie missen. Run aber sind es die Kastanien. Wir haben die fröhlichen Straßen von Frascati und Grotta- ferrata hinter uns, wir schrauben uns die Waldhänge des Monte Cavo hinauf, wir fahren durch Kastanien. Zn Unmengen fallen sie von den Bäumen, wie Heuschreckenschwärme lagern sie auf den Wegen, es sind viel zu viel, als daß man sie gegen Geld an den Mann bringen könnte. Wer mag, kann sie sackweise davonschleppen oder an Ort und Stelle braten. Zum Glück für die Gummi sind die Schalen nicht mit so harten Stacheln versehen wie bei den Roßkastanien,- man könnte darüber wegflihen, wenn die Stadtsammler nicht wären- Gesammelt wird ja alles, was nichts kostet und einem zugeworfen wird. Zm Kabarett fangen die jungen Elegants, die sich ein halbes Dutzend Pralinenschachteln leisten könnten, die Bonbons der Soubrette auf, in Marino drängt sich am Weinfest alles um den Brunnen, aus dem Wein fließt, warum soll man sich da nicht auch die Taschen mit Kastanien vollstopfen? Und die Autos? Den Kleinen macht es fast so viel Spaß wie dem Herrn Papa, der auf diese Weise zu einer begeistert begrüßten turnerischen Uebung kommt, die er mit Vorliebe in unübersichtliche Kurven verlegt. Adagio! Sammlern in ihre Sammlung hineinzufahren, ist nicht empfehlenswert. Endlich wird die Straße frei, der Motor atmet auf, schießt angriffslustig in die Schleifenbahn. Eine Wendeltreppe im Grünen ist das. Sie führt hinauf nach Rocca di Papa, dem schwalbennest- artig am obersten Kraterrand klebenden Häuserhorst. wo fchwarze Schveine die Rolle des Hof-, Haus- und Schoßhunoes übernehmen. Daneben stehen vornehme Hotels mit nächtlichen Tanzterrassen über der gewaltigen Tiefe, der schweigenden Campagna. Zeht aber ist es noch heller Sonntagnachmittag, ich lasse den Wagen laufen, ich bin verliebt in diese Pfropfenzieherkurven. Rach dem gemütlichen Umgang mit Dorstadtkindern, Schafen, Kärrnern, Winzern und Sammlern möchte man ja auch einmal fahren. Wenn ich jetzt hupe, bann werfen die Kastanienwälder ein Echo zurück die in ihrer Bedeutung für den Arbeitsmarkt stark unterschätzt werden, ist schon immer ein strenger Maßstab zur Prüfung ihrer Kreditwürdigkeit gelegt worden. Der Einfluß der Kreditverteilung auf die Wirtschaft belastet die Kreditinstitute deshalb mit großer Verantwortung. Oberheffen. Stadtvorstand in Alsfeld. Oe* Alsfeld, 5. Rov. Zn der jüngsten Stadtvorstandssitzung beschäftigte man sich mit der Einrichtung einer Volksküche. Laut Vereinbarung mit der Stadtverwaltung wird die Volksküche von dem Ausschuß für die freie Wohlfahrtspflege durchgeführt. Die Stadt stellt die erforderlichen Räumlichkeiten im Weinhause zur Verfügung. Die für die erste Einrichtung der Volksküche erforderlichen Mittel wurden bewilligt. Die Eröffnung soll voraussichtlich Mitte Rovember erfolgen. Eine längere Aussprache entspann sich über die von der Bürgermeisterei beantragte Erhöhung der Bürger st euer. Wie der Vorsitzende ausführte, ist im lausenden Rechnungsjahr für den Betrieb infolge geringerer Reichssteuer- Überweisungen und erhöhter Ausgaben für die Wohlfahrtserwerbslosen und die Krisenfürsorge mit einem Fehlbetrag von mindestens 30 000 Mk. zu rechnen, wobei die zu erwartenden Ausfälle aus der Gewerbesteuer noch nicht berücksichtigt sind. Da eine andere Möglichkeit zur Deckung des Fehlbetrages nicht vorhanden ist, wurde von der Verwaltung ein Zuschlag von 200 Prozent zu der bereits für das Rechnungsjahr 1931 nach dem Landessah zur Erhebung kommenden "Bürger- steuer beantragt. Nachdem sich die Vertreter fämtlicher Parteien gegen die Erhöhung ausgesprochen hatten, wurde diese gegen die Stimme des Vorsitzenden abgelehnt. Die Entscheidung dürfte nunmehr bei dem Kreisamt liegen. Hinsichtlich der Zulassungsbedingungen für die wie von Hörnern und Zagdgeleit. Das stürmt die Wendeltreppe hinauf, das bricht sich an den Felsen, das kann niemand, der des Weges kommt, überhören. Die Bäume springen einander auf die Schultern, ich bin in einem Urtoalb und die Affen bewerfen mich mit Kastanien, es ist — „wie als Kind im Karussell", lächelt sie. Wir fahren durch Grün ins Blau, wir fahren — „geradewegs in den Himmel hinein". Schöööön — Wieder eine Kurve durchaalt, die Rase im Himmel, — da quietschen auf einmal die Bremsen, es gibt einen höllischen Ruck und die Schnauze meines Wappentiers auf dem Kühler berührt die taufrischen Lippen eines jungen Mädchens. Ach du liebe Courths-Mahler! Gütiger Himmel, es ist nicht eines, es sind fünf. Und zusammengekettet und wanken noch weichen nicht. Rach einem ungeschriebenen Gesetz müssen Hühner und Frauen zuerst hü, dann hott versuchen, um sich schließlich zu teilen und nach verschiedenen Seiten den Straßenrand zu gewinnen. Diese fünf jungen Damen waren durchaus gewillt, das Gesetz zu achten, sie zogen hin, sie zogen her, aber die süße Kette der Arme gab nicht nach, sie riß nicht auseinander — sie wogten nach links, sie wogten nach rechts, es sind Girls, dachte ich, und gleich kommt die zweite Varietenummer, ich muß den Akrobaten machen — da brach die Koppel geschlossen nach der Seite aus, nach der falschen und — lachte und lachte. Kreuztürken — Aber versuche einer, in Gegenwart von fünf hübschen Mädels zu fluchen. Ratürlich habe ich Kuhhändchen zugeworfen, ich habe gewinkt, meine Frau hat gewunken, die Mädels haben gelacht und gewinkt und gewunken — so ist das in Ztalien. „Eine schöner als die andere 1" „Wunderschön!" „Müssen vom Film sein!" — „Rein, dann wären fie doch nicht so hübsch. Gar nicht gepudert!" — „Rur die Lippen ein bisserl —“ ,,Jch glaube nicht." „Und diese Zähne!" — „Und dieser Schmiß!" — „Römerinnen?" Heber den Berg hinweg, am Meer entlang, durch die Campagna bis nach Rom hinein haben wir uns in Begeisterung überboten. Es tarnen die Winzer, die Kärrner, die Schafe, die Kinder — ein so herrliches Hindernis kam nicht mehr. Ausführung von elektrischen Hausinstallationen beantragte der Bauausschuh eine Aenderung dahingehend, daß nach dem Vorbild der meisten anderen Städte künftig die Ablegung der Elektromeisterprüfung Voraussetzung für die Zulassung fein soll. Diejenigen Installateure, welche seither die Prüfung noch nicht abgelegt haben, sollen diese innerhalb drei Zähren nachholen. Die Vorschläge wurden in diesem Sinne angenommen. Die für die Verbesserung der Wasserversorgung im Quellgebiet in Ober-Breiden- bach erforderlichen Mittel wurden bewilligt. Es handelt sich hierbei um die Ausbesserung der Tages-Wasserableitung. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben des evangelischen Kirchenvorstandes bekannt über öie Regelung von Kranzniederlegungen in der Ehrenhalle auf dem Friedhof, wodurch ein schon seit längerer Zeit bestandener Streit im Sinne der von der Stadt gegebenen Anregung beigelegt wird. Darnach dürfen künftig auch Kränze mit parteipolitischen Abzeichen unter gewissen Voraussetzungen in der Ehrenhalle für die Gefallenen, die zugleich als Friedhofskapelle dient, aufgehängt werden. Landkreis Gictzcn. -o- Großen - Linden, 5. Rov. Rach Abschluß der hiesigen Feldbereinigung wurden auch Wünsche nach einer Bereinigung auf dem Gebiete des Obstbaues im weiteren Sinne lebendig. Dazu kommen die Anforderungen, die vom Obstmarkt her an den Erzeuger gestellt werden. Mit dieser Sachlage beschäftigte sich in diesen Tagen eine Aussprache, die Kreisobstbau- inspektor E n k l e r (Gießen) im Gasthaus von PH. Schaum IV. im Kreise interessierter Landwirte und Obstzüchter hielt. Bei der Bestimmung vorgelegter Obstsorten stellte sich heraus, daß unsere Gemarkung mit ihrem umfangreichen Baumbestand noch nicht marktfähig genug ist, da zu viele und auch minderwertige Sorten angebaut sind. Die daraus entstehenden, vielseitigen Aufgaben, wie Reupflanzung, llmpfropsung, Düngung, Schädlingsbekämpfung usw. will der hiesige Obst - undGartenbauverein aufnehmen. • Lollar, 4. Rov. Auf der großen Z u n g - geflügelschau in Hannover konnten die hiesigen Geflügelzüchter wieder sehr schöne Erfolge erzielen. Es erhielten: Wilh. Hofmann erhielt auf sieben ausgestellte Tiere seiner Rhode- länder Spezialzucht viermel sehr gut (einen Ehrenpreis) und dreimal gut; Ludw. Klinket XIII. auf vier ausgestellte schwarze Wyan- dottes zweimal sehr gut (einen Ehrenpreis) und zweimal gut; Theodor Decket auf acht Stück gestreifte Plymouths viermal sehr gut, dreimal gut und einmal befriedigend. Auch auf der Hessischen Junggeflügelschau in Marburg wurden die Erfolge der hiesigen Züchter anerkannt. Th. Deckel erhielt hier auf seine sieben Plymouths zweimal sehr gut 1 (einen Ehrenpreis) und fünfmal gut. Wilh. Hofmann stellte sieben Rhodeländer aus und erhielt einmal Vorzüglich, Siegerpreis, die höchste Auszeichnung, sowie zweimal sehr gut I (zwei Ehrenpreise), dreimal sehr gut und einmal befriedigend. Außerdem wurde ihm der Leistungspreis des Geflügelzuchtvereins Marburg für Rhode- länber, sowie der Leistungspreis des Gaues Hessen (Rhodetänderverband) zugesprochen. Für zwei ausgestellte Schönheitsbrieftauben erhielt er einen Ehrenpreis und einmal befriedigend. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 5. Rov. Gestern wurde, wie alljährlich um diese Zeit, unser sog. „Kalter Markt" abgehatten. Dei dem unerwartet schönen Herbstwetter war der Besuch aus den Rachbarorten stärker als gewöhnlich und der Verkauf an den aufgeschlagenen Ständen im ganzen zufriedenstellend. § Feldkrücken, 5. Rov. Auch bei uns ist nun das Summen der Dreschmaschinen verstummt. Zn unserem kleinen, 340 Einwohner zählenden Dorfe waren diesmal drei Oer Toilettentisch einer Oame vor 3000Jahren. Daß schon im 13. vorchristlichen Zahrhundert der Toilettentisch einer Dame mit einer großen Anzahl von Töpfchen und anderen Behältern aus- geftattet war, zeigen die neuesten Ausgrabungen, die der französische Archäologe Schaeffer an der so außerordentlich ergiebigen Ruinenstätte von Ras-Schamra in Syrien ausgeführt hat. Der Gelehrte fand, wie er in einem Bericht vor der Pariser Akademie der Zuschriften mitteilte, zu Minet-el-Deida, in der Rähe eines Hafens, in dem im 2. vorchristlichen Jahrtausend Kupfer aus Cypern nach Aegypten verschifft wurde, Baulichkeiten, die dem Totenkult gewidmet waren. Mehr als 400 Opfergaben kamen ans Licht, darunter bronzene Werkzeuge, Schmuck und Gefäße. Zn einem einzigen dieser alten Magazine stieß man auf mehr als 2000 Vasen, von denen 200 vorzüglich erhalten waren. Unter diesen erregt besonderes Interesse die Toilettenausrüstung einer Frau. Sie besteht aus 22Alabastergefäßen, die wahrscheinlich ägyptischen Ursprungs sind; sie mögen für die Salben und Essenzen bestimmt gewesen fein, mit denen man damals den Teint verschönerte. Außerdem sind kostbare Behälter in Cntensorm darunter, die aus Elfenbein geschnitzt sind und wahrscheinlich zur Aufnahme von Schminke bestimmt waren. Man vermutet, daß es sich dabei um die Opfergabe einer ägyptischen Dame aus dem 13. vorchristlichen Zahrhundert handelt. Zn demselben Depot lagerten zahlreiche Schmuckgegenstände, so Halsbänder mit Perlen aus Amethysten, Bergkristall und Karneol, von denen sechs Anhänger aus Gold zeigen, die mit der Gestalt einer nackten Göttin geziert sind. Zn einem Tempel, der aus dem 18. oder 20. vorchristlichen Zahrhundert stammt, fand man eine otatue, die nach einer Zuschrift von der Gattin des von 1903 bis 1877 v. Chr. regierenden Pharaos aus Aegypten geschickt worden war. Ras- Schamra war im 13. und 14. Zahrh. v. Chr. eine wichtige Bildungsstätte, und verfchiedene „Schriftstücke" wurden aus der Bibliothek ausgegraben, die schon im Frühjahr entdeckt worden war und bedeutsame Texte geliefert hat. Diese Dokumente sind in Keilschrift auf tönerne Täfelchen geschrieben und dienten dem Unterricht. Die Lehrer unterrichteten in mehreren Sprachen, und so ist es nicht verwunderlich, daß es damals schon Wörterbücher gab. Maschinen, Besitzern auS Kölzenhain. RebgeS- Hain und HöckerSdorf gehörig, an der Arbeit, um den Erntescgen au verarbeiten. — Llnfere ä l t e st e Ortseinwohnerin, Witwe Katharine Kraft, geb. Hofmann, kann am Sonntag ihren 8 7. Geburtstag feiern. Sn Anbetracht ihres hohen Alter- ist die Greisin noch erstaunlich rüstig. Kreis Alsfeld. >4 Alsfeld, 5. Nov. Das Gießener Stadttheater eröffnete in Alsfeld seine diesjährigen Wintervorstellungen mit dem bekannten Dolkslustspiel „Alt Heidelberg", daS auch hier seine alte Zugkraft wiederum bewährte. Die Aufführung war eine vortreffliche Leistung unter der ausgezeichneten Spielleitung von Karl Dolch wie man sie von jeher in Alsfeld im Laufe der letzten Sahre gewohnt war. Seoenfalls bildete der erste Theaterabend einen recht guten Auftakt für die kommenden Vorstellungen, die sich hoffentlich eines ebenso zahlreichen Besuches erfreuen mögen. Das Publikum spendete reichen Beifall. ch Büßfeld, 3. Noo. Unsere Feldbereini» gung kann im wesentlichen als beendet betrachtet werden. Die Uebergabe der Grundstücke an die Besitzer ist erfolgt. Neben Zufriedenen sind auch Landwirte vorhanden, die über die Zuweisung ihres neuen Besitzes weniger erfreut sind, so daß das Schiedsgericht für Feldbereinigungssachen angerufen wurde. Maurermeister Keil von hier arbeitet gegenwärtig an der Chaussierung der Abfahrtwege. Die Versteige- rung der Massengrundstücke findet in Kürze statt. Bei einigermaßen günstiger erwertung dieser Grundstücke dürften allzuhohe Schulden aus dem Verfahren kaum verbleiben. ch Schadenbach, 3. Noo. In unserem Orte wurden am Samstag durch Spenden der hiesigen Einwohner zehn Zentner Kartoffeln für die Winterhilfe bereitgestellt. Eine im Nachbarorte Deckenbach durchgeführte Kartoffelsarnrn- lung brachte ebenfalls ein sehr zufriedenstellendes Er. gebnis. Wenn Menschen auseinandrrgehn Jioman von I. Schneider-Foerstl. Urhcberrechtsschutz Verlag O. Mei st er, Werdau. 31 Fortsetzung Nachdruck verboten. Nebenbei hatte der junge Mann Muße, Vater und Gatten zu betrachten. So viel stand fest: Der Vater hatte sich in stiller, schweigender Designation in den Verlust gefunden und der Gatte war derjenige, den das Leid am tiefsten gezeichnet hatte. Es sprach aus jeder Linie des schmalen Gesichtes, stand in tiefen Furchen um Aase und Mund und war aus dem gleichmütig erloschenen Blick der dunklen Augen zu lesen. Vielleicht hatte er sie doch über alles geliebt. Ealderons Blick hing an dem breiten Goldreifen, den der Forscher an seiner Rechten trug. Törbk bemerkte es und bat mit den Augen um Unterlassung jeder Frage. Als man sich gegen elf Uhr getrennt hatte, vermochte Calderon nicht einzuschlafen. Acben dem seinen mußte Töröks Zimmer liegen, denn er hört« dessen Stimme und dann auch jene von Vela Szengeryi herüberkommcn. DaS Ohr gegen die dünne Wand gedrückt, lauschte er. Ab und zu verschwamm ein Wort, aber der Großteil des Gespräches war gut vernehmbar. „E-s war unüberlegt von mit, Mister Calderon die Teilnahme an der Expedition zu erlauben", sagte Szengeryi. „Wenn es irgendwie möglich ist, werde ich versuchen, ihn davon abzubringen." ..Hast du Antipathien gegen ihn?" war Töröks Stimme, die daS sprach. „DaS nicht. Gr ist mir aber zu jung, zu feminin! Sch fürchte, er bricht mir unterwegs zusammen und dann gibt es eine Störung, die unS allen verhängnisvoll werden kann. Sch weiß nur nicht, wie ich es anpacken soll, um die Zusage, die ich ihm nun einmal gegeben habe, rückgängig zu machen, ohne ihm dabei nahezutreten." „Soll ich mit ihm reden, Bela?" „Sch wäre dir sehr verbunden, Vater." Dann blieb eS still. Calderon drückte sich in die Kissen und lächelte. Keine Macht der Erde würde ihn von seinem Vorhaben abbringen. Er schlief trotz der Aufregung des Tage- sehr gut und lief) sich am Morgen nicht eher sehen, als bis die Herren vollständig im Speisesaal um den Kaffeetisch sahen. Török wußte es so einzurichten, daß er am Vormittag eine halbe Stunde allein mit dem Srlänter blieb. Aber das Resultat seiner Bemühungen war kläglich. Szengeryi, der chn mittags auf seinem Zimmer erwartete, war ungemein Preußen. Kreis Wetzlar. O Wetzlar. 5. Rov. Für das Sahr 1932 wurden die Märkte in Wetzlar wie folgt festgesetzt: 13. Sanuar (Diehmarkt), 24. Februar (Vieh- und Krämermarkt). 9. März (Viehmarkt), 23. März (Vieh- und Krämermarkt). Vieh- und Krämermärkte finden außerdem rnxf) an folgenden Tagen statt: 20. April, 18. Mai, 22. Suni, 27. Suli, 24. August, 28. September, 26. Oktober, 2. Rovember, 30. Aovember. 14. Dezember. Z Hörnsheim, 5. Noo. Sn der letzten Ge- meinderatssihung wurde die Zahlung eines Zuschusses für die PostautolinreWeh- lar—Hochelheim mit Rücksicht darauf, daß der hiesige Ort an diese Linie nicht angeschlossen ist, abgelehnt. CO Niederkleen. 5. Noo. Der Gemeinderät beschloß in seiner letzten Sitzung, die nicht gedeckten Ausgaben der Kirchenkasse für das Rechnungsjahr 1930 im Betrage von 985 Mk. freiwillig auf die Gemeindekasse zu übernehmen. Der Antrag des Turnvereins auf Ueberlassung eines Gemeindegrundstückes zur Anlage eines Sportplatzes wurde zurückgestellt. Z Hochelheim, 5. Noo. Sn der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden die nicht ge- decktenAusgabenderKirchenkassefür das Rechnungsjahr 1930 im Betrage von 1330Mk.aufdieGemeindekasseüber- n o m m e n. Die älebernahme erfolgte freiwillig und ohne Anerkennung einer Verpflichtung, um die Erhebung von Kirchensteuer zu vermeiden. Der Gemeinderat nahm Kenntnis von der 50 pro- Aentigen Kürzung einer der Gemeinde aus dem staatlichen Flußregulierungsfonds bewilligten Beihilfe von 4500 Mk. zur Anlage eines Entwässerungsgrabens in der Ortslage. Mit Rücksicht auf die schwierige Finanzlage der Gemeinde muß die Ausführung des Projektes vorläufig bis zum nächsten Sahre verschoben werden. deprimiert, da Calderon durchaus auf seiner Teilnahme bestand. Die Verantwortung für den jungen Menschen war erdrückend. Allenfalls konnte man ihn ja bis zur Adventbai mitnehmen und dann zu Schiff wieder zurückschicken. Seden- falls war das Ganze eine sehr gewagte Sache und mit vielen Scherereien verbunden. Am nächsten Mittag nahm man Abschied von Török. Der Professor drückte den Schwiegersohn wiederholt in die Arme. „Vergiß nicht, daß du das Letzte bist, was mir blieb", hörte ihn Calderon sagen. Cr mußte das Gesicht wenden, um das Flimmern seiner Augen zu verbergen. Die Fahrt ging zuerst mit dem Flugzeug nach Spitzbergen. Die sieben Personen fanden auf dem Doppeldecker genügend Platz. Er war so gebaut, daß er für Land, Wasser und Eis verwendet werden konnte. Calderons strahlende Augen versöhnten den Forscher. Das Gefühl des Unbehagens, das er noch immer empfand, weil er ihm nicht widerstandsfähig genug für die Reise dünkte, begann mehr und mehr zu schwinden. Vielleicht war der junge Srländer abgehärteter, als er vermutet hatte. Die Briten waren ja alle etwas über- schlank, aber dafür um so sportgeübter. Wenn et in der Adventbai noch darauf bestand, mitgenommen zu werden, wollte er es riskieren. Calderon machte erschrockene Augen, als er noch einmal gefragt wurde, ob er mit nach dem Pol wolle. Er habe doch bereits „ja" gesagt und auch die Zusage bekommen, erwiderte er. Unö so ließ es Szengeryi sein. Von der Adventbai ging es nach Green Harbour, der holländischen Kohlenmine, der einzigen Schicht, in der die Riesenschätze Spitzbergens ausgebeutet wurden. Von dort drang man mit dem Doppeldecker bis zur Eisgrenze vor, wo Schlitten und Hunde auf die Expedition warteten. Calderon fror übet die Maßen. Schauer um Schauet fuhren über ihn hin. Bis in das Hetz ging ihm das Gefühl der Vereisung. Szengeryi sah eS. bekam einen besorgten Blick und war von einer Nachsicht ohnegleichen. Wenn der junge Mann sich etwas durchwärmt fühlte, war cr sofort für die Wunder der Arktis zugänglich, auf die der Forscher ihn aufmerksam machte. Die Wirkung der Lichter war beinahe denen in der Steppe ähnlich, so traumhaft zart war der Ton, schmolzen die Schatten ineinander, verflossen die Formen zu wesenlosen und doch vorhandenen Schemen. Einmal, als Calderons Augen ganz selbstvergessen am Nordlicht hingen, das Lilberlchleier über den Himmel warf und in regloser Veränderung vielfältig wehende Bänder nach allen Seiten fließen lieh, schob sich Szengetyis Hand In die feine. »Wie fühlen Sie sich?" steht bei dem Stürmer, der den Ball bekommen soll, ein Gegner und lauert — der muß durch einen entsprechenden Vorstoß de- Läufers weggelockt werden, erst dann wird der Ball gevaht, und zwar in den Raum vor dem betreffenden Stürmer, der dann gleich Vordringen kann. Seder Flügelläufer muß mit allen Kameraden auf der gleichen LängShälfte des Spielfeldes zu- fammenar&eiten: mit dem Verteidiger gegen die Flügelstürmet und den Flügelläufer vis-a-vis. mit den eigenen Flügelstürmern gegen Verteidiger und Läufer des entsprechenden feindlichen FlügelS: mit dem Mittelläufer immer, und vor allem gegen die drei gegnerischen Snnenftürmer. — Eine kleine Sondetaufgabe für ihn ist der Einwurf, wenn der Gegner den Batt über die Seitenlinie des Feldes gespielt hat. Der Mittelläufer ist nicht nur Zentrum der Läuferreihe, sondern Brennpunkt der ganzen Mannschaft und des ganzen Spiels. Steht er nicht fest wie ein Turm, dann kann auS der Mannschaft nichts werden: und wenn andererseits seine eigene Mannschaft ihn nicht unterstützt — die Snnenftürmer versäumen daS häufig —, dann muh der Mittelläufer unter seiner Last zusammenbtechen. Auf den Posten gehört ein großer, kräftiger Mann. Die Hauptaufgabe des Mittelläufers liegt im Auffangen des feindlichen Sturms, fein Gegner ist der Mittelstürmer. Der Mittelläufer rückt mit dem Sturm als sechster Stürmer auf; nicht selten hat der eigene Mittelstürmer ihm den Ball Aum Schuh abzugeben. Aber auch mit den Flügel- läufern und den Verteidigern muh er sich verstehen, damit seine eigene Mannschaft feine Pläne erraten kann, während die Gegner getäuscht werden. älnd das muh er können, den Gegner täuschen: im schnellen Lauf plötzlich stoppen, dah der Gegner vorbeisaust; den Oberkörper nach einer Seite biegen und doch in der alten Richtung spielen; die Aufmerksamkeit des Gegners durch ein bloßes Wenden des Kopfes ablenken; oder mit dem Fuß, der zum Stoß angefetzt hatte, über den Ball Hinweggreifen und nach der anderen Seite zu stoßen — das alles find so kleine Tricks, die der Mittelläufer aus dem ff. beherrschen muh, die aber auch alle anderen Spieler oft anwenden können. Genaue und scharfe Kopfstöße sind unentbehrlich für das Läufertrio wie für den Verteidiger. lOjofire Schiedsrichtervereinigung Gießen. Von der Schiedsrichtervereinigung wird unS berichtet: Am kommenden Samstagabend begeht die hiesige Schiedsrichtervereinigung in schlichter Form das Subiläum ihres 10jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß erscheint es geboten, einen Blick auf die Entwicklung der Vereinigung zu werfen, die sich in diesen zehn Sahren zu nicht unwesentlicher Bedeutung emporarbeiten konnte. Dor zehn Sahren sahen die Herren Lösch, Wenzel, Tränkner, Simon, Zutt, Hengst, Reinig, Sauer, Seyfferth, Kraushaar im „Schipkapah" versammelt uno trugen sich mit dem Gedanken, eine Schiedsrichtervereinigung zu gründen. Der Gedanke wurde zur Wirklichleit und d e Gau-Sch edsrichter- obteute Hengst, Hoffmann, Henkel und Sveckhard fetzten sich eifrig für die erste Aufbauarbeit ein. Der ungeahnte Aufschwung, den das Fußballspiel auch bei uns nach dem Kriege zu verzeichnen hatte, machte den Zusammenschluß auch der Schiedsrichter zu einer Notwendigkeit, die nicht mehr zu umgehen war, wenn der Sportbetrieb sich reibungslos abwickeln sollte. Zwar zeigten die Vereine anfänglich eine kalte Schulter, allmählich setzte sich aber doch die äleberzeuaung durch, dah InSbefonbcre zum Zwecke der OiuSbilbung von Schiedsrichtern und zur Sorge für den Schiedsrichtemachwuchs eine Schiedsrichter-Organisation nötig war. Die Siebener Schiedsrichter baren seinerzeit im Lahngau führend. Die Schiedsrichter Demuth, Schwan, Enders, Seyfferth, Sauer, A. Böh, Blank, Balser leiteten, seinerzeit Spiele Im Lahngau und „Sch beginne mich zu akklimatisieren, Herr Doktor." „Für mich ist das hier die Heimat"', sagte der Forscher. „Sch möchte nirgend anders begraben sein als hier." Calderon erschrak. Don dieser Stunde an trabte er wie ein treuer Begleithund immer neben und hinter Szengeryi her. Den Forscher rührte diese Anhänglichkeit des jungen Srländers. Er ging zuweilen etwas aus sich heraus, wurde mitteilsamer und lief) hin und wieder einen Spalt offen, durch den Calderon in fein Snneres sehen konnte. Aber war er da zu erspähen vermochte, erfüllte ihn mit Angst und älnruhe, die sich mit jedem Tag steigerte. Wenn in den Nächten das Brüllen der Eis- wüste wie ein fernes Erdbeben immer näher und näher kam, krallte er die Finger in den Pelz feines Schlaffackes und fühlte, wie der Atem, der aus feinem Munde strömte, zu spitzen Kristallen erstarrte, wie die schweigende Eiswelt wider- hallte von Donnerrollen. Ringsumher barst und krachte, gröhlte und stampfte es. Lr vernahm es unter den Füßen und über dem Haupte, und fühlte seinen Körper erzittern. Reglos horchte er auf das Glucksen der Wasser, die über das gespaltene Eis züngelten. Und er wurde ganz klein und demütig. Die Anstrengungen der Reise waren ungeheuer. Aber Calderons dreiundzwanzig Sahre stemmten sich wie ein unbesiegbarer Wall dagegen. Manchen Tag war sein Körper so vollkommen steif gefroren, daß ihn die Kleider wund scheuerten. Aber keiner der Expeditionstellnehmer hörte den jungen Srländer jemals eine Klage vorbringen. So ging es zwei Wochen. biS ein völlig unerwartete- Ereignis den Forscher zur Rückkehr zwang. Unter den Hunden, die die Schlitten zogen, brach eine Seuche aus. die innerhalb vierundzwanzig Stunden zwölf der Tiere hinwegraffte. Die rätselhafte Krankheit sprang auf die Menschen über. Drei der Teilnehmer vermochten sich kaum mehr bis zu ihren Schlafsäcken zu schleppen und brachen dort zusammen. Der begleitende Arzt Dr. Böhle stand vor einem Rätsel, für da- es keine Lösung gab. Am andern Morgen muhte man zweien der Erkrankten in der Ei-wüste ein Grab schaufeln. Der dritte döste im Halbschlafe vor sich hin. Am Abend verendeten wiederum sechs Hunde. Szengeryis Gesicht war vollkommen erstarrt. Der Rückzug gestaltete sich zu einer wahren Flucht. Der Kranke war dabei ungemein hinderlich. Sein Zustand glich einer Lähmung. Calderon war fast schneeblind geworden und tappte neben dem Schlitten her. Aber er sah. wie die Lederriemen in Szengeryi- Rücken und HalS schnitten und warf sich eine Seine über, um statt sji.-'fpott 10 Lektionen Fußball. Don Otto Tlerz. VII.’) Oael Läufertrio als Mannschastsmotor. Hinter der Stürmerreihe stehen drei unermüdliche, zuverlässige, stets bereite Männer — der Mittelläufer mit dem rechten und dem linken Flügelläufer. Die Wogen feindlicher Angriffe prallen an ihnen ab, der eigene Angriff wird durch sie ermöglicht; und wie ein Blitz aus heiterem Himmel brummt auch manchmal aus der Läuferreihe ein Schuß ins Gegnertor. Zur Ruhe kommt so ein Läufer eigentlich nie. Sn einem guten Wettspiel hat er schätzungsweise zwölf Kilometer zu laufen! Das ist schon für einen Leichtathleten eine ganz gute Leistung, unsere Läufer müssen aber daneben noch kombinieren, Bälle zuspielen, hier ein bißchen rempeln und dort auch mal schießen ... Die Flügelläufer find häufiger im Angriff zu finden als der Mittelläufer. Früher bestanden Fußballmannschaften aus acht Stürmern und drei Hinterleuten; als man die Läufergruppe auS dem Sturm herauslöste, packte man ihr noch allerhand Derteidigungsarbeit auf, so daß die drei Läufer jetzt die meistbelasteten Spieler im Feld find. Für den Angriff ist dem Flügelläufer die Aufgabe geblieben, dem heranstürmenden Flügelstürmer des Gegners den Ball toeg- •) Dergleiche die Nummern 165, 170, 178, 185. 199 und 226 deS „Gießener Anzeigers". zuschnappen und dann selbst weit nach vorn zu bringen, ehe der andere zur Besinnung kommt. Sm rechten Moment muh er dann den Ball an einen freistehenden Stürmer abgeben und dem das weitere Vortragen des Sturms und den abschließenden Torschuß überlassen. Und weil der Spieler, dem ein Schuß gelungen ist, leider immer noch den größten Publikumserfolg hat, fordert man vom Läufer ziemlich viel Entsagung. Andererseits ist es aber durchaus verkehrt, dah die Stürmer einen vordringenden Läufer ständig anbrüllen, wenn er ihnen den Ball nicht fofort abgibt — der Läufer muß selbst wissen, ob einer von den Stürmern günstiger steht als er selbst, das ist ja seine Hauptaufgabe. Es ist kein seltener Fall, daß alle Stürmer von Gegnern gut abgedeckt sind, während der Läufer selbst aus dem Hintergrund plötzlich einen Schuh einsendet. Die liebe Eitelkeit der Stürmer hat schon viele Torchancen verdorben. Wie der Flügelläufer dem Gegner den Ball abjagt, kommt auf den Einzelfall an. Nicht immer ist das Entgegenwerfen des Körper- am Platz, besonders dann nicht, wenn der Gegner in schnellem Lauf näherkommt und wenn ein Stürmer oder der Mittelläufer bessere Möglichkeiten zum Eingreifen hat; dann wartet der Flügelläufer besser noch einen Moment ab. Kommt der Gegner aber herangedribbelt, dann wirf dich ihm entgegen! Wenn der Mann gut „genommen" wird — fair selbstverständlich! —, dann kommt er immer aus dem Gleichgewicht und kann den Ball nicht mehr am Fuß behalten. Hat der Flügelläufer einmal den Ball, dann soll er ihn möglichst bald an den Sturm abgeben. Meist * (Sil Uli tfu Dr 8rr “au Wri t-oll flflt stirtz itei ttti Vai (Sn fir. CM flllt üau Uw! 2iä> Lai Cjc Varl IM Cbt Sui kar 8at flt Si (hti Br rui ■Df kai „031 g Dill" Tilden verabschiedete sich am Sonntag von Berlin mit einem Siege über Rajuch 6:4, 6:4. Nüßlein schlug Hunter 6:2, 3:6, 6:4, 6:2 und mit Najuch als Partner Koze- luh-Burke 6:4, 6:4. S Okn lot D« der fehlenden Hunde ebenfalls als Zugtier zu dienen. Kein Wort wurde dabei gesprochen. Am anderen Tage hatte man eine Last weniger zu befördern. Der Kranke war nachts gestorben. Zu vieren hastete man nach Süden weiter. Calderon ging neben Szengeryi an den Schlitten gespannt. „Sch sterbe , dachte er, lieh die Knie nach vorne sinken und glitt in den Schnee. Der Forscher half ihm wieder auf die Füße. Seder Aufenthalt konnte zum Verhängnis werden. Schneestürme brausten über sie hin, daß die Eiskristalle, die sie aufwirbelten, sich lief in De« sicht und Nacken bohrten. Ohne Aufenthalt ging eS weiter. DeS Nacht» schlug man mit kältestarren Fingern ein einziges Zelt auf und verkroch sich in die Schlafsäck«. Szengeryi war der erste, der am Morgen sein „Ausl" in das Dämmer schrie. Sie hatten keine Zeit mehr zu verlieren. Der Mangel an Hunden hatte sie gezwungen, einen Teil der Schlitten, die den Proviant trugen, zurückzulassen. Szengeryi wuhte, waS da» an Gefahr bedeutete. Ohne Nahrung in der EiSwüste war sicherer Tod. Seder Schritt, den man machte, war ein Nüberbringen nach dem Punkte hin, wo der Doppeldecker vereinbarungsgemäß ErkundungSslüge unternahm. Calderon glaubte an keine Rettung mehr. Da» letzte Atom seiner Kraft und seine» Widerstande» war erschöpft. Als er am Abend in seinen Schlas- sack kroch, tastete er mit den Händen nach Szengeryi hinüber. Man hatte sich der besseren Erwärmung wegen dicht nebeneinander gelegt Ein stummer Druck war alle-, WaS ihm erwidert wurde. Dann zogen sich die Finger de» Doktors wieder zurück. Der Tag stand grell über der endlosen Schneewüste, als Dr. Böble wie ein Sndianer auf einem Zuh zu tanzen begann und mit den Armen gestikulierte. Don Süden herauf kam ein silbernes Glänzen. daS den Schwingen von weihen Taubenflügeln ähnlich war. Szengeryi prehte die Handflächen gegen die Stirne. Sein Mund gab keinen Laut von fich. Er stürzte nach dem Zelt, wo Calderon noch in den Schlafsack verkrochen war und rüttelte ibn. „Der Doppeldecker kommt von Süden her. Sie werden die Heimat Wiedersehen!" Zwei frosterstarrte Lider versuchten sich vergeblich zu heben. Szengeryi bemerkte es und ließ den Hauch feine- Munde- darüber hinstreichen. „Calderon, seien Sie tapfer! Sie haben sich ungemein brav gehalten! Wollen Sie jetzt am Ende noch zusammenbrechen?" Ein würgendes Schluchzen kam au- der jungen Brust. Der Kops fiel schwer zur Seite. »Calderon!" (Fortsetzung folgt) ($ 3n fic hatten es dabei nicht immer leicht. Die Hauptaufgabe der Organisation bestand jedoch immer in der Bemühung um tüchtigen Schiedsrichter-Nachwuchs. Die Vereinigung urnfaht heute eine ansehnliche Anzahl älterer und jüngerer Schiedsrichter, die Sonntag für Sonntag den Vereinen und den Fuhballsportlem zur Verfügung stehen. Dah sich die Schiedsrichter der Gießener Vereinigung eine» guten Rufes erfreuen, gebt darau» hervor, dah man oftmals im Süddeutschen Verband den aus den Reihen der Gießener Schiedsrichter hervorgegangenen Schiedsrichter Sauer aus Grund seiner guten Ausbildung für die Endspiele der DFB.-Meisterschaften heranzog. Schiedsrichter Z u t t'Ieitcte verschiedentlich Spiele um die Westdeutsche Meisterschaft, die Schiedsrichter Kunze. Spurck. Sveckhard, Petry und andere waren Sonntag für Sonntag auf den Spielfeldern in Hessen-Hannover mit gutem Erfolg tätig. Die Schiedsrichtervereinigung kann auf die bisherige Arbeit stolz sein, sie wird sich aber bemühen, auch in Zukunft in Verbindung mit den Fußball- sport betreibenden Vereinen weiter mitzuarbeiten an der Ertüchtigung und Erziedung der Sugend zu wahrer Sportlichkeit, zu der der Schiedsrichter maßgebend mit berufen fein dürfte. Gpielvereinigung 1926 Leihgesteni. 2Im kommenden Sonntag empfängt die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die gleich« deS FC. Watzenborn-Steinberg zum fälligen Der- bandsfpiel. Das Vorspiel konnte Steinberg auf eigenem Platze 2:1 für sich entscheiden. Ob e» Steinberg wieder gelingt, Sieg und Punkte mit nach Hause zu nehmen, ist kaum vorher zu sagen. Da beide Mannschaften voraussichtlich in kompletter Aufstellung antreten werden, dürfte ein spannender Kampf zu erwarten fein. Vorher spielen Leihgestern gegen die 5. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen. Handball im LahN'Oünsberg'Gau. Der vergangene Spielsonntag brachte noch folgende Srgebntffe: Sn der Gauklasfe standen sich die 1. Mannschaften deS Tv. Wieseck und de» Tv. Londorf gegenüber. Nach einem ausgeglichenen Spiel entschieden die Londorser da- Tressen erst kurz vor Schluß mit 2:3 (1:1) für sich. Sn der Dezirksklasse kämpften Mendorf II und Allertshausen I um die Punkte. Di« Mendörfer stellten mit 3:0 (1:0) den Sieg sicher. Das Spiel Haufen I — Albach I endete unentschieden 7:7 (4:3). Tv. Burkhardsfelden I und Tv. Beuern l spielten 2:0 (2:0). Tv. Waldgirmes I entschied das Spiel gegen Wißmar I mit 5:1 (1:1) für sich. Broccardo-Tieh (Sieger des Berliner Sechstagerennens. Das 26. Berliner Sechstagerennen wurde am Donnerstag 23 älhr beendet. Sieger blieb da» französisch-deutsche Paar Broccardo-Tieh, die mit 198 Punkten das gesamte Feld überrundeten. Die Sieger hatten in den 145 Stunden 3249,480 Kilometer zurückgelegt. Kurze (Sportnotizen. Die Tagung deS Bundes Deutscher Radfahrer in Erfurt brachte verschiedene erregte Debatten. Finanziell hat der DDR., bei dem seit 1924 ein Mitgliederrückgang von 50 v. H. zu verzeichnen war, ein große- Defizit von 57 300 Mark zu beflogen. Der Dorstand, der wegen der Beitragsfestsetzung demissioniert hatte, wurde später in seiner früheren Befehung mit MoShagen an der Spitze wiedergewählt. Schwere Dorwürse wurden gegen StevenS-Köln erhoben, der den Fall Sawall—Möller provoziert hatte. n eiWn* dorauz fc^er?1^ Jlhna fürlVQ»et haften BtzZ 1 auf ÜK.Mre nn auf A A/Die ’ sich abn ^^?Me ln9 mit tenSj1 beiter mit *^*Bba(I« ■licbung Ä* jy? J6Wflern. SL'Sx s«- ' Milben. Oh 3 vraursM^^lagm. Sftö ^nnnfchaft btt Sp^I. Dünsberg-Gau. E°S brachte noch |of. * * Ö' ■®le^ und bei tem ^usgegliche. W« to Treffen fi (l.l) für sich, lfse kämpften Wen- 1 um bie Punkte. Die 3:0 (1:0) ben Sieg - Wacht enbete Tv. DurkhardSseldml .2:0 (2:0). Tv.Dald- W gegen Dihmarl ich Sieger hsiagerennens, itagercimen würbe am ibeL Sieger blieb das örotcarbo-Tieh, bie mit Felb überrundeten. Ar Stunben 3249,480 Kilo- irtnoiizen. Sundes Deutscher ■t brachte verschiedene icü hat -er IDA., bei «müdgang von 50 D. großes Defizit von . Der Dorstanö, öer ng bemissivniert hatte, tüheren Wehung mit viebergüoählt. Schwere Slevens-NIn erhoben, Wer provoziert hatte n verabschiedete sich m mit einem Siege über ein schlug §* 6:2, ijuch als Partner W bensalls als W de dabei gelb re:-, le man eine LaßEk le war nachts Mben. nach Südenlveiw^ dachte er, litt in den Sch^ ."°b-r K6«Ä eirbeiw, M " 7^77° »«i* aSfunbungSfW lemaD t und l^ feinen 6%, m ÄbenL.'N" . W' alte i>ch i,r gelegt- ZÄ-- -ssM WZ If'&öi» e" „ n ■ *> . M jvr-5l" *S&81 AMe^Versammlmrg am 9. November 1931 in der Volkshalle, Gießen, abends s Uhr. Oie Ausgabe der vorgemerkten Karten erfolgt ab Freitag, 6.XI. von 9-12 u.2—7 Uhr für Parteigenossen für alle übrig vorgemerkten Karten Samstag, den 7. XI. von 9-12 und 2—7 Uhr Sonntag, den s. XI. von 12—5 Uhr und Montag, den 9. XI von 9-11 Uhr Alle vorgemerklen Karlen konnten leider nicht berücksichtigt werben. - Saalöffnung 6 Uhr. Das Mitbringen von Schirmen und Stöcken zur Versammlung Ist untersagt. — Für Schwerkriegsbeschädigte stehen noch eine Anzahl Platzkarten zur Verfügung. Anmeldungen werden bis zum Montagfrüh 10 Uhr in der Gastwirtschaft Soldan entgegengenommen. -ttveiSiettems de« «SDSIV., «Sietzen 0S535 So Bez. Grünberg .. Pg. Sarx. Bellersheim Beuern sowie 06627 06515 »502 D Druckschriften BrQhl'sche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 19.50 29 38. .45 Lieferung frei Haus. Betten-Bär • Gießen Seltersweg 20. Marktstraße 29 7516 A dienen den Belangen von Handel und Verkehr Industrie und Gewerbe. 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Sämtliches Holz ist entrindet, jedoch mit Rinde gemessen, aus dem Holzeinschlag I vom Winter 1930/31. 7505VI Angebote sind verschlossen, nach Losen, Sortiment und Klassen getrennt, bis zum Dienstag, dem 10. November 1931, mittags 1 Uhr, bei der Bürgermeisterei, dahier, einzureichen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt. Die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Angebote unterwerfen, können bei uns ein. gesehen werden, auch werden dieselben im Termin bekanntgegeben. Das Holz lagert an guten Abfuhrwegen, V* bis zu 1 Stunde von der Bahnstation Großen Duseck entfernt. und wird auf Wunsch durch Förster Wagner, hier, vorgezeigt. Großen-Buseck, den 4. November 1931. Hessische Bürgermeisterei. ___________Gans.___________ Mimo dooUo WDen. Montag, den 9. November 1931, mittags 1 Uhr. wird die diesjährige Ernte an Korbweiden der Gemeinde Grohen-Buseck auf dem Stand in mehreren Abteilungen öffentlich meistbietend versteinert. 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Schon seit Jahren war es den meisten Herren nicht mehr möglich, sich einen Anzug, Ulster oder Paletot zu leisten, weil die Einnahmen in keinem Einklang zu einer solch hohen Ausgabe standen. - Heute treten wir mit Preisen in die Oeffent- lichkeit, die sicherlich allgemeines Aufsehen erregen, weil selbst der Herr mit kleinstem Geldbeutel sich wieder ein Kleidungsstück leisten kann. Viel Worte zu machen, war nie unsere Art, und so wollen wir auch dieses Mal die Allgemeinheit urteilen lassen. In einem so groben Haus wie dem unsrigen gibt es immer zurückgesetzte Waren, die ohne Rücksicht aut den Gestehungs- preis verkauft werden. Wir haben einige hundert Kleidungsstücke unserer Abteilung Herren- und Knaben-Konfektion aussortiert und ganz gewaltig zurückgesetzt. - Nachstehend geben wir Ihnen einige Beispiele unserer verblüffend niederen Preise bekannt Neue Sendungen RESTE Erste Qual. Hammel- fleisch... Pfd. 80 Pf. imb 70 Pf. Stets frisch. Hackfleisch Pfd. 70 Pf. 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Die Gemeinde Grohen-Duseck verkauft im Wege des schriftlichen Angebots: 0.18 0.80 OHO 1.00 OXi 0.18 0Xi 0X1 0.28 *#WS**“*9» in den 1<> Mk. Serie III t.6O Ferner: Mantelfutter, Hemdentuok, Nessel, Mako In weil ood farbig, Flanell, Schürzenstoffe, Waschsamt 7501 A Nr. 260 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Zreitag, 6. November Kirche und Schule. Dekanatsmisstonsfest für Innere Mission im Dekanat (Kietzen. * Klein-Linden, 2. Qlob. Das diesjährige Dekanatsfest für Innere Mission im Dekanat Gießen, das am Sonntag in unserer Gemeinde gefeiert wurde, hatte einen starken Besuch auszuweisen. Im Vormittagsgottes- dienst predigte der Direktor des Hessischen Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht. Darmstadt. Im Gottesdienst am Nachmittag, der von dem hiesigen Posaunenchor mit alter Turmmusik eröffnet wurde, sprach Dolks- schriftsteller Heinrich Ä a u m a n n , Ranzhausen. Pfarrer Bönning, Rödgen, der Geschäftsführer des Dekanatserziehungsvereins, behandelte die Rot der elternlosen Jugend und berichtete über die Arbeit des Dekanatserziehungvereins. Rach kurzer Pause, während der die auswärtigen Fest- bcsucher bei den hiesigen Gcmeindegliedern zu Gaste geladen waren, eröffnete Dekan Guh - mann, Lollar-Kirchberg, die Rachversammlung und dankte dem hiesigen Kirchenvorstand und der Kirchengemeinde für die geleisteten Vorarbeiten. In seiner Ansprache forderte er auf, Reben zu werden am Weinstocke Jesu. Direktor Röhricht behandelte dann das Thema: „Christenheit erwache!", und verlangte in seinem Vortrag, daß sich rechte Christen hinter die Arbeiten der Liebe stellen und dem Geist der Müdigkeit wehren müßten. In seinem Schlußwort sprach der Ortsgeistliche, Pfarrer Bremmer, den Wunsch aus, daß die vielen Anregungen und Lehren von den Zuhörern hinaus in die Gemeinden getragen und dort in die Tat umgesetzt werden möchten. Kirchengesangverein, Posaunenchor und Schülerchor hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt und mit Vorträgen die Feier verschönt. Büchertisch. — Hessisches Wahlbuch (ZweiterTeil). Zu dem hessischen Wahlbuch, dem bekannten Aus- kunfts- und Rachschlagebuch in Form von Frage und Antwort für Wähler, Wahlbehörden usw., ist jetzt als 2. Teil eine Zusammenstellung der inzwischen erlassenen Gesetze über Volksbegehren und Volksabstimmung, Aende- rung der hessischen Verfassung und das Landtagswahlgesetz, zusammengefaht an Hand gesetzlicher Vorschriften mit Begründungen und verwaltungsgerichtlichen Entscheidungen von Provinzialdirektor a. D. Geheimrat Dr. h. c. 5 e h, im Verlage I. D i e m e r (Mainz) erschienen. (436) — An Hand dieser Sammlung kann sich jeder Wahlberechtigte, besonders diejenigen, die mit dem Wahlvorgang zu tun haben, Behörden usw., über alles Wissenswerte rasch und eingehend unterrichten. Preis des 2. Teiles 2,75 Mark, des 1. Teiles 3,80 Mark. Wirtschaft. * Stillegung eines Siegerländer Hochofens. Durch das starke Anwachsen der Roheisenbestände, verursacht durch den Stillstand des Stahlwerksbetriebes in Wehbach, und die geringen Auftragszuteilungen des Roheisenverbandes wird die Friedrichshütte in Herdorf gezwungen, den Hochofenbetrieb gegen Ende Rovember stillzulegen. Da hierdurch auch die Absatzmöglichkeit für die Erzgrube San Fernando aufhört, muh der Grubenbetrieb ebenfalls stillgelegt werden. Sämtliche Betriebe gehören zum Thyssen-Konzern. Fortschreitende Erholung in Berlin. Berlin, 6. Nov. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Freiverkehr entwickelte sich z i e m l i ch l e b h a f- tes Geschäft. Die Erholung, die schon in den gestrigen Nachmittagsstunden auf Grund festerer Neuyorker Meldungen eingetreten war, konnte Fortschritte machen. Die ma^kttechnischen Momente traten wieder mehr in den Hintergrund, besonders da die gestern noch befürchteten Exekutionen vorläufig nicht akut sind und vielleicht durch eine Revision der Börsenvorstandsbeschlüsse für den Engagementsabbau vermieden werden könnten. Anderseits beurteilte man die Aussichten für die bevorstehenden internationalen Finanzverhandlungen optimistischer und wollte diese Meinung im Auslande auch an der F e ft i g t e i t der deutschen Werte und an der stabilen Markbewegung erkennen. Letzteres ist jedoch wohl in der Hauptsache auf die geringfügig umlaufenden Beträge und anderseits darauf zurückzuführen, daß die internationale Arbitrage Wege gefunden hat, die bis zu 10 v. H. betragenden Kursdifferenzen zwischen Neu- york und Berlin auszugleichen. Die gestrige Festigkeit der Mark in Neuyork würde sich aus solchen Schleich- käusen vollkommen erklären lassen. Die R e d e Brünings brachte im allgemeinen nichts Neues, und dann fehlte es auch an wesentlichen Momenten. Die Neuyorker Banken haben sich gegen eine U m - Wandlung der deutschen Kurzkredite, die an und für sich weiter gewährt werden müßten, in Kredite mit fünf- oder zehnjähriger Laufzeit ausgesprochen; es herrscht in diesen Kreisen Ueberein- ftimmung darüber, daß solche Kredite den Reparationszahlungen nicht nach stehen dürften. Die Kurse, die man im heutigen Freiverkehr erzielen konnte lagen noch bis zu 1 v. H. über gestern nachmittag. Bevorzugt waren aber nur die Standardwerte, während Schultheis relativ matte Veranlagung hatten. Der Pfandbriefmarkt wies keine nennenswerte Veränderung auf. Interesse bestand weiter für Reichsbahnvorzugsaktien und Reichs- fchuldbuchforderungen in späten Fälligkeiten. Unregelmäßig in Sranffurt Frankfurt a. M., 5. Rov. Die Tendenz des heutigen Freiverkehrs von Bureau zu Bureau war als unregelmäßig zu bezeichnen. Etwas Anregung Boten die festen gestrigen Auslands- börsen, sowie die seste Veranlagung der deutschen Werte an diesen Plätzen. Man nannte daher heute vormittag etwa 1—2 v. H. höhere Kurse, wobei die Ilmsatztätigkeit etwas reger, als an den vorausgegangenen Tagen war. Mehr gefragt waren I. G. Farben und Siemens, dagegen bestand in Rebenwerten eher etwas Abgabeneigung. Montanwerte blieben im ganzen ziemlich unverändert, wenngleich die Rachrichten aus dieser Industrie nicht gerade günstig lauten. Im weiteren Verlause des Freiverkehrs blieb die Haltung unsicher. Sehr verstimmt hat dabei die schwache Haltung des Rentenmarktes, wo starkes Angebot keine Aufnahmeneigung sand. Die Kurse gaben sowohl für Gold- als auch für Liquidationspfandbriefe durchweg bis zu 1 v. H. nach. Auch die übrigen Papiere dieses Marktes lagen allgemein schwächer. Devisen kaum verändert. An den internationalenDevisenmärk- t e n ergaben sich gestern vormittag keine größeren Veränderungen. Das englische Pfund schwächte sich unter Schwankungen leicht ab und ging, nach dem es mit 3,7650 (5, .550) gegen den Dollar eröffnet hatte, auf 3,7463 zurück. Gegen den Gulden notierte das Pfund 9,28, gegen den Schweizer Franken = 19,2050 und gegen den französischen Franken = 95,18. Der Dollar war zunächst etwas fester, im Laufe des Vormittags war er aber wieder eine Kleinigkeit leichter. Die Reichsmark war gut behauptet. In London stellte sie sich auf 15,7950, in Amsterdam auf 58,75 und in Zürich auf 121,45. Auch die füdamerikanischen Devisen waren kaum verändert, Madrid tendierte eher etwas fester. Auch am Nachmittag waren die Veränderungen nur gering. Das Pfund war unter Schwankungen eher etwas leichter und stellte sich auf 3,7450 gegen den Dollar. In Amsterdam schloß das Pfund mit 9,2850, in Zürich mit 19,20 und in Paris mit 95,3150. Der Dollar war in Amsterdam etwas angeboten und ging auf 247,70 zurück, dagegen lag er in Paris mit 25,4325 fester. Die Reichsmark hat sich gut gehalten und schloß in London mit 15,7750, in Amsterdam mit 58,7750, und in Zürich mit 121,50. Die Nord-Devisen waren nicht einheitlich, dock) konnte sich Stockholm leicht bessern. Die Devise Madrid tendierte etwas schwächer, der holländische Gulden lag international fester. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. TXl. Banknoten 5.November 6. November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld »rief Geld Brief Hestingsor» . 8,19 8,21 8,24 8,26 Wien.... 58,94 59,06 58,94 59,06 Prag . . . 12,47 12,49 12,47 12,49 Budapest . . 73,28 73,42 73,28 73,42 Sofia . . . 3,072 3,078 3,072 3,078 Holland . . 170,03 170,37 170,03 170,37 Oslo .... 88,91 89,09 89,41 89,59 Kopenhagen. 90,91 91,09 90.91 91,09 Stodholm . 91,41 91,59 91,41 91,59 London. . . 15,78 15,82 15,88 15,92 Buenos Aires 1,028 1,032 1,048 1,052 gieutiotl . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüste! . . . 58,74 58,86 58,74 58,86 Italien. . . 21,78 21,82 21,78 21,82 Baris . . . 16,58 16,62 16,58 16,62 Schweiz . . 82,12 82,28 82,17 82,33 Spanien . . - 36,91 36,99 36,91 36,99 Danzig. . . 82,37 82,53 82,37 82,53 Japan . . . 2,048 2,052 2,048 2,052 Rw de Ian.. 0,259 0,261 0,259 0,261 Jugoslawien. 7,473 7,487 7,473 7,487 Cüfabon . . 14,29 14,31 14,39 14,41 Berlin, 5 . November Geld Brief Ameritanifche Bolen....... 4,20 4,22 Belgstche Noten......... 58,58 58,82 Dänische Noten . ....... 90,72 91,08 Englische Noten ....... 15,74 15,80 Französische Noten ....... 16,57 16,63 Holländische Noien ....... 169,66 170,34 Italienische Nolen ....... 21,76 21,84 Norwegische Nolen........ 88,72 89,08 Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling 58,68 58,92 Rumänische Noten........ 2,52 2,54 Schwedische Noien........ 91,22 91,58 Schweizer Noten......... 81,94 82,26 Spanische Noten......... 36,73 36,87 Ungarische Nolen ....... Reichsbankdiskont 8 v. h.. Lombardzins uß 10 v. h. Oie gestrigen Auslandbörsen. Die Tendenz der Londoner Börse war gestern bis zum Schluß s e st. Oelaktien zogen an. Britische Staatspapiere behaupteten ihren Kursgewinn. Die Pariser Börse war zunächst unsicher, später griff jedoch eine freundlichere Stimmung platz. Das Geschäft an der Wiener Börse war sehr ruhig, die Kurse veränderten sich kaum. Die Amsterdamer Börse war bis zum Schluß recht freundlich, die Kurse zogen auch im Verlause weiter an. Die Neuyorker Börse verkehrte in fester Tendenz, die Entwicklung an den Warenmärkten wirkte weiter anregend. Amtsgericht Gießen. Wer auf Friedhöfen Blumen von fremden Gräbern pflückt, macht sich der Feldübertretung, evtl, sogar einer Sachbeschädigung schuldig. Ausnahmen sind denkbar, z. B. wenn das Abpflücken in beschei- ‘ denen Grenzen etwa zur (Erinnerung an den Toten geschah und das Einverständnis des Besitzers der Grabstätte ohne weiteres vorausgesetzt werden konnte. Die kürzlich hier verhandelten Fälle lagen anders: Die beiden Angeklagten — ein Arbeiter und ein Gärtner — hatten Auftrag zur Herstellung von Blumenschmuck auf Gräbern des Neuen Friedhofs erhalten und, um diesem Auftrag nachzukommen, kurzerhand gemeinschaftlich Blumenpflanzen auf fremden Gräbern ausgegraben und auf die Grab- Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. 2llle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. find zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 305. Don P. Münch, München. Schwarz, a b c d e t p h a b c d e । g h Weiß. 8 8 6 6 5 2 2 Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß 10 Steine: Kh6; DdZ; Lc4; 8kl, g6; Bb3, c3, c6, e6, g2. Schwarz 8 Steine: Ke4; Tal; Lbl; Sc7, h2; Bb2, c5, f6. Problem Nr. 306. Don St. Treala, Brünn. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß 9 Steine: Kh2; Dg4; Ta4; Lf8; Sb8; Bc4, d2, d6, 15. Schwarz 6 Steine: Kc5; Ta6; Lg2; Ba5, a7, h3. Partie Nr. 227. Orthodoxes Damengambit. Die nachstehende recht interessante Partie wurde in der ersten Runde des 14. Leopold-Trebitsch- Gedenkturnier im Wiener Schachklub, Mai 1931, gespielt. Weiß: H. Müller. Schwarz: D. Hönlinger. 1. d2 —d4 1. Sg8-f6 2. c2-c4 2. e7-e6 3. Sgl — f3 3. d7-d5 4. Lei — g5 4. Sb8-d7 5. e2-e3 5. Lf8-e7 6. Sbl —d2 Bei dieser wenig nachhaltigen Fortsetzung erlangt Schwarz mühelos Ausgleich; vorzuziehen ist deswegen der theoretische Zug 6. Sc3 usw. 6. .. . 6. c7 —c5 Mit diesem Gegenstoß behauptet Schwarz der Folge ein ausgezeichnetes Spiel. 7. Lfl-d3 8. e3xd4 9. Sd2xc4 10. 0-0 11. Lg5xe7? 7. c5xd4 8. d5xc4 9. 0-0 10. Sf6-d5 in Natürlicher erscheint 11. Le3!, da 11.....Sxe3 wegen der Verbindung der weihen Mittelbauern nicht gut möglich ist. 11.... 11. Dd8xe7 12. Tfl-el 12. b7-b6 13. Ddl-e2 13. Lc8-b7 Verfehlt wäre hier 13..... Sf4? wegen 14. Lxh7 +, Kxh7 15. De4 + nebst 16. Dxa8 usw. 14. De2-e4 14. Sd7-fO 15. De4-h4 15. h7-H6 Falls 15. ..., Sb4?, so 16. LxhZ +1 16 a2—a3 Um jetzt die vorher angedeutete Drohung zu vermeiden. 16 ... 16. Tf8-d8 17. Sc4-e5 17. Ta8-c8 18. g2 — g4 ? Dieser allzu angriffsfreudige Zug bringt Weiß m Verluststellung. 18. . .. 19 1 d3 — bl 18. Sd5-f4 Chancenreicher war hier noch 19. g5. 19. ... 19. Lb7xf31 20. Se5Xf3 20. De7-b7! 21. Dh4-g3 21. g7 — g5 22. H2-H4 22. Kg8-g7 23. Kgl - h2 Oder 23. hxg5, hXg5 24. Sxg5, Txd4 usw. 23. . .. 23. Db7-a6 24. a3 —a4 24 Td8-d5 25. Lbl -a2 25. Td5 —a5 26. La2-b3 26 Sf4-d3 27. Tel-bl 27. Sd3xf2! 28. Sf3-e5 28. Da6-e2 29 Tbl -el 29. Sf2xg4+ 30. Kh2-h3 30. De2xb2 Weiß gab auf, denn nach 31. Sxg4, Syg4 32. KXg4, Dxd4+ 33. Kh5 (33. Kh3, Tc3!) folgt 33.....g4 + nebst matt. Lösung des Problems Rr. 302. Don S>. Keidamfki, Berlin. 1. Dal-gl!, e5xf4. 2. Sh7-f6+ usw. 1..... Ke4xf4. 2. Dgl—12+utto. 1. ..., Sg7-h5 ober e8. 2. Sh7xg5+ usw. 1...., beliebig. 2. Sh7-f6+ usw. Aus der Schachwelt. Sobernheimer Schach-Pokal-Turnier. Das im Vorjahre mit großem Erfolg durchgeführte und auch zahlenmäßig sehr gut besetzte Sobernheimer Schach-Pokal-Turnier fand am 3. und 4. Oktober d. I. seine Wiederholung. Das Turnier wurde in sieben Gruppen (darunter auch ein Damen-Turnier) im Schweizer System während eines Wochenendes durchgeführt und es standen wieder eine Reihe wertvoller Preise zur Verfügung. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Schwarze Weisheit. Das war im amerikanischen Sezessionskriege. Ein junger Offizier der Nordstaaten spazierte auf der Straße von Richmond und begegnete einem alten Neger. Sie tarnen ins Gespräch. „Onkel", sagte der Offizier, „du hast doch wohl 'ne gelinde Ahnung davon, daß dieser Krieg zwischen uns und, den?Südstaaten sich hauptsächlich um euch „Pes, Sir, so sagen die Leute." „Schön. Du willst doch deine Freiheit, nicht wahr?" „Ich denke, ja." „Warum bist du dann nicht selber in unserem Heer?" Hier kratzt der Neger ausgiebig seinen Wollkopf. „Boß", fagt er endlich, „habt Ihr jemals zwei Hunde um einen Knochen kämpfen gesehen?" „Oft." „Well ... h a t der Knochen gekämpft?" Die kürzeste Geislergeschichle. Der berühmte englische Naturforscher Sir Oliver Lodge, der zugleich ein großer Okkultist ist, erzählte kürzlich die kürzeste Geistergeschichle, die es gibt: Zwei Männer fuhren 'zusammen in einem Schnellzug. „Ich glaube nicht an Geister", sagte der eine. „Wirklich nicht?" erwiderte der andere — und verschwand. ftätten der Angehörigen ihrer Auftraggeber verpflanzt. Sie haben dadurch vorsätzlich und rechtswidrig Gräber beschädigt, indem sie deren Erdreich zerwühlten und sie ihres Blumenschmucks beraubten. Solch Grabbeschädigungen kamen zu ein und derselben Zeit mehrfach auf dem Friedhof vor. Vorwiegend handelt es sich um Begonien, Geranien, Dragonen und Fuchsien, auch um Koniferen. Den Angeklagten konnten nur wenige derartige Vergehen nachgewiesen werden. Uebersührungen in solchen Fälle sind auch schwierig, sobald keine Tat- zeygen vorhanden find. Das Reichsstrafgesetzbuch gewährt den Gräbern besonderen Rechtsschutz; es betrachtet ihre Beschädigung als eine Verletzung des religiösen Gefühls und der den Toten schuldigen Pietät, zählt sie auch deshalb zu den Religionsoergehen. Als Strafe sieht es Gefängnis vor, da derartige Beschädigungen stets eine hochgradige niedrige Gesinnung verraten. Der vorbestrafte Hauptbeschuldigte erhielt eine Gefängnis- ftrafe von 3 Wochen, der andere, weniger belastete Angeklagte, an Stelle des an sich ebenfalls verwirkten Gefängnisses eine entsprechende erhebliche G e l d st r a f e. Jp einer Damenschneiderei, in der Gehilfinnen unb Lehrmädchen beschäftigt werden, fanden im ganzen Betriebe, was die gesetzlich geregelte Arbeitszeit anlangt, Ueberbeschästigungen statt, lieber die Mehrarbeitstage ist in den einschlägigen Gewerbebetrieben ein Verzeichnis zu führen, in welchem u. a. die Anzahl der überbeschäftigten Arbeiter unter Hervorhebung der Jugendlichen und die Dauer der Ueberbeschäftigung anzugeben ist. Die Betriebsinhaberin führte zwar ein derartiges Verzeichnis, aber insofern nicht ordnungsmäßig, als darin in zwei Fällen die Eintragungen nicht an den Mehrarbeitstagen oder wenigstens an dem folgenden Tage, sondern, angeblich aus praktischen Gründen erst später, etwa am Lohntage, vorgenommen wurden. Sie hielt sich nicht für strafbar, wurde aber trotz geschickter Verteidigung von dem Richter in der Erwägung, daß bei dem Verfahren der Angeklagten die Kontrolle der Gewerbeaussichtsbeamten mindestens sehr erschwert sei, eines anderen belehrt und zu einer geringen Geldstrafe verurteilt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 ILjr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. (Schluß des redaktionellen Teils.) Schwarzkopf „Extra-Blond" = das Produkt 30jähriger Erfahrung! hellt nachgedunkeltes Blondhaar bis zur gewünschten Nuance wieder aus. Allen Liebhabern unserer altbekannten „Sauerstoss"- Packung wird empfohlen, jetzt die Schwarzkopf Extra-Blond-Packung mit „Haarglanz" und Schaumbrille zu verwenden. 6874V Sauberkeit soll man bekanntlich lieben? „Aber unter welchen Mühen man sie erkaufen muß", werden manche von Ihnen sagen. Mit Verlaub, meine Damen, das stimmt nicht mehr. 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