nr. 182 Erster Matt 181. Jahrgang Donnerstag, 6. August 1931 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen ft|d)elBt täglich,«b« Sonntags und feiertags Btilaaei; Die OauftTterte Gtehener $amilienbl4tta Heimat twi Bild Die Scholle OlonatsBfjugsprets: 2.20 Reichsmark and 30 Reichspf ennrg für Trüg er» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummer» «folge höherer Gewalt. Ker«fprecha»|chlüße •nterSammebuunmer225L Anschrift für Drahtnach- für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Prrts für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswLtts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mrx Brette 35 Rerchspfennig, Platzvorschnst 20*. mehr, ffbefrebalueur. Dr. Fnedr. Wilh. Lange. BerantwoNlich für Dohttb Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton vr H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, lämlhd) in Dießen. eichten Snzetaer Gieße». Pst1*e von Bedeutung, so schließt „Times", daß wir ein- Men, daß die Wiederherstellung der deutschen Finanzen von der vollen Mitarbeit aller interessierten Parteien abhängt. Deutsch-englische Gchicksalsgemeinschast. Schacht fordert Zufammcnarbeit bei langfristiger Zndustriefinanzierung. London, 5. Äug. (TU.) Die .Daily Mail" veröffentlicht eine Mnterrcbung ihre- Berliner Sonderkorrespondenten mit Dr. Schach t, der die Ansicht vertrat, dah England mit Deutschland Ausammenschwimmen oder un- t e r g c 6 c n mühte. In seinem eigenen Interesse, so sagte Dr. Schacht, könne England nicht zulassen, dah Deutschland zusammenbreche. Wenn es dies tun würde, so würde es dadurch zwangsläufig die finanzielle Führung in Europa verlieren. Hiermit meine er das Geschäft der .Handelsbanken", die eine besondere Spezialität der City von London seien und ein wichtiges Element englischen Wohlergehens bildeten. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland «und England sei für beide lebenswichtig. Die einzige erfolgversprechende Form, in der dies geschehen könnte, bestehe darin, dah man die Verbrauchskraf t der Länder erhöhe. Dies sollte dutzch langfristige internationale Finanzierung von gesunden WirtschastSurrtemehmen geschehen. Bei einer solchen Entwicklung würde er es aber lieber sehen, wenn die Industrie die Führung übernehme an Stelle der DankierS Denn erstere sei in unmittelbarer Berührung mit der praktischen Seite deS Problems. Die Bankier- mühten natürlich helfen, aber die Initiative sollte von den Fabrikanten und Esporteuren ausgehen. Noch kein Beschluß in Amsterdam. Amsterdam, 5. Äug. (ERB.) In einet im Gebäude der Viedecländischen HandelS-Mj. in Amsterdam abgehaltenen Mitgliederversammlung der Amsterdamer Bankiervereinigung. zu der auch die Rotterdamsche Bankier- vercinigung Vertreter entsandt hatte, wurden die von verschiedenen Seiten gegen die Stitthalteab- machungen geäußerten Bedenken einer ernsten Prüfung unterzogen. Die Versammlung erklärte jedoch, vor allem im Hinblick auf die Tatsache, dah die ganze Angelegenheit, namentlich in England, sich noch im StadiumderUn- tersuchung befindet, dah sie vorläufig nicht in der Lage sei, bereits jetzt einen endgültigen Beschluß in dieser Angelegenheit zu fassen. Nach Wiederaufnahme des unbeschränkten Zahlungsverkehrs. Ruhige Haltung des Publikums. — Oie Einzahlungen übersteigen die Aus- Zahlungen. — Oie Kanzlerrede. - Oer neue Kurssturz des Pfundes. Berlin, 5. Aug. (LAB.) Vach den hier vorliegenden Meldungen aus allen Teilen des Reiches zeigt der erste Tag der Wiederingangsetzung deS normalen Zahlungsverkehrs bei den Banken, dah das Publikum überall eine ruhige und besonnene Haltung eingenommen hat. Es sind nirgendwo größere Abhebungen vorgekommen. Dor allem haben die Angst abhebungen vollkommen aufgehört. Durchgängig haben sogar die Einzahlungen die Auszahlungen überstiegen. Die von vielen Banken vorgenommenen Dorversorgungen mit größeren Geldmitteln erwiesen sich vie.sach als überflüssig, so dah zum gröhten Teil wieder Geldmittel telegraphisch nach Berlin zurücküberwiesen werden konnten. Auch der Geschäftsverkehr spielte sich in durchaus normalen Grenzen ab. Ein starker Rückgriff auf die Reichsbank durch größere Diskontierungen brauchte n.cht oorgenommen zu werden. Bei der Reichsbankhaupt- kasse flössen beträchtliche Zahlungsmittel zurück. Während gestern noch die Abhebungen die Einzahlungen um 10 Millionen Mark übertrafen, beläuft sich der Ueberschuh der Einzahlungen heute auf 24 Mill. Mark. Bei dem Girokontor hat keinerlei Andrang geherrscht. Hier übersteigen die Eingänge die Abgänge um daS dreieinhalbfache, da die Großbanken sehr große Einzahlungen vorgenommen haben. Die Reichsbank hat R e i ch s s ch a tz w e ch s e l an die Banken gegeben. Die der Reichsbank zur Derfügung fte- yenden Bestände find zu einem Diskontsatz zu 15 Prozent bereits jetzt ausverkauft. Die Fälligkeiten liegen pcr 5. Oktober und 5. Rv- vember. Es ist bemerkenswert, dah jetzt wieder Käufer von Privatdiskont vorhanden sind und auch im girierten Warenwechsel ist wieder ein Markt im Entstehen, und zwar zu einem Sah von etwa 16 Prozent. In Bankkreisen hat die Rundfunkrede des Reichskanzlers lebhafte Zustimmung gefunden, zumal auch der Eindruck im Auslande ein ausgezeichneter ist. Man beschäftigt sich natürlich lebhaft in den Bankbüros mit den Maßnahmen, die nach Dr. Brünings Mitteilungen auf dem Gebiete des Aktienrechts und des gesamten Kredit- und Kapitaloerkehrs ergriffen werden sollen. Wie man hört, ist zunächst die E i n ■ setzung einer Enqustekommifsion von drei bis fünf Personen in Aussicht genommen, die innerhalb weniger Wochen einen umfassenden Situationsbericht oorlegen soll. Man beschäftigt sich ferner eingehend mit der Frage der Wiederaufnahme des Börsenverkehrs und man hofft, daß noch dem vollen Zahlungsverkehr ein Versuch der Wiedereröffnung der Börse unternommen' werden könne und nennt hierfür das Datum des 17. August. • Außerordentlich überraschend kam den hiesigen tmb internationalen Finanzkreisen d i e plötzliche Schwäche des englischen Pfundes. Die Sterling-Devise ging im Verlaufe einer Stunde von 4.8575 gegen Dollar auf 4.8437 zurück und die Auslandsbörsen reagierten natürlich hierauf mit einer Abschwächung. Die Schwäche des Pfundes wird darauf zurückgeführt, daß die franzöfi- fchen Banken ihre Pfunde gegen Dol- l a r verkauft und dadurch der Sterling-Devise die Unterstützung entzogen haben, Die Verkaufs- welle habe, wie man behauptet, in Poris ihren Ausgang genommen. Die Auslandsborfen zeigen allgemein bei ruhigem Geschäft eine u n - einheitliche Aursgestaltung, wobei Rückgänge etwas überwogen. Allgemein verstimmte der Kurssturz des Pfundes. Im Laufe des Tages konnte sich aber die Sterling-Devise wieder gut erholen und infolgedessen gab es an der Londoner Börse auch zum Schluß wieder Kurserholungen. Oes Reichskanzlers Romreise. Oie Abfahrt von Berlin. Berlin, 5. Aug. (^DTB.) Mit dem fahrplon- mäßigen v-Zug München—Rom sind Reichskanzler Dr. B r ü n i n g und Reichsaußenminister Dr. C u r - t i u s in Begleitung von Oberregierungsrat Dr. Planck und Legationsrat Dr. Thomsen, dem Referenten für Italien im Auswärtigen Amt, um 22.02 Uhr vorn Anhalter Bahnhof ab gereift. Zum Abschied hatten sich von deutscher Seite cinge- fundcn: Minister Ireoiranus, die Staatssekretäre Pünder und v. Bülow und mehrere Herren des Aus- roärtigen Amtes. Don italienischer Seite war der italienische Geschäftsträger Botschaftsrat Hizzo. n a r d i mit dem gesamten Personal der italteniichen Botschaft anwesend. Außerdem war in Vertretung des Nuntius der Nuntiaturrat Centos erschienen. Als der Zug anfuhr, brachte das zahlreiche Publikum, das sich auf dem Bahnsteig befand, dem Kanzler Ovationen dar. Der Kanzler erklärte der Presse vor seiner Abreise: Meinem Kollegen, dem Herrn Reichsminister des Auswärtigen, und mir ist es eine besondere Freude, die Reise nach Rom anzutreten und so Gelegenheit zu finden, den hervorragenden Chef der italienischen Regierung persönlich kennenzulernen. In Deutschland ist man sich dessen bewußt, daß alle politischen Entscheidungen Italiens in dielen Jahren von dem Gefühl ernstlicher Berantroortuna für Europas Befriedung und wirtschaftliche Wiederaufrichtung getragen werden — zwei Ziele, in denen Deutschlands und Italiens Intereffen sich durchaus begegnen. In diesem Sinne möchte ich der Hoffnung auf einen harmonischen und erfolgreichen Verlauf der bevorstehenden zwangslosen und freundschaftlichen deutsch-italienischen Besprechungen Ausdruck geben. Oie Einholung der deutschen Gäste. Rom, 6. Äug (£11) Der deutsche Dotschatter von Schubert ist am Mittwoch um 22 05 Uhr cwS Rom abgereist, um den Reichskanzler und den Reichsaußenminifter am Brenner zu empfangen. Äm Vachmittag verließ der Sonder z u g deS italienischen Ministerpräsidenten, der den deutschen Gästen AUr Derfügung steht. Rom. Er besteht aus sechs Wagen, dem Gepäckwagen, einem Küchen- und Speisewagen, je einem Wagen für den Reichskanzler und den Reichsaußenminifter sowie zwei weiteren Wagen. Der für Dr. Brüning bestimmte Wagen weist einen großen Salon, ein Arbeitszimmer, ein Schlafzimmer und Badezimmer auf, während der Wagen für Dr. Eurttus zwei Schlafzimmer und zwei Arbeitszimmer aufweist. Der Zug wird am Brenner d i e deutschen Gäste aufnehmen und nach Rom bringen. Oos Programm des Staatsbesuchs. R o m . 5. Äug. (TU.) Das Programm für den römischen Aufenthalt des Reichskanzlers und des Reichsauhenministers ist nunmehr amtlich bekanntgegeben worden. Die deutschen Gäste werden am Freitag um 8.15 Uhr aufdemHaupt- b a b n b o f in Rom ein treffen und als Gäste der Regierung im Grandhotel ab- (teigen. Am Dormittag des Freitag wird Mussolini in Anwesenheit deS italienischen Außenministers G r a n d i den Reichskanzler Brüning und Außenminister EurtiuS im Palazzo Venezia empfangen. Mussolini und Grandi werben sodann den Besuch der deutschen Minister erwidern. Freitag gegen Mittag findet in derDillaBorghese ein Frühstück statt, daS Grandi zu Ehren der deutschen Gäste gibt. Am Nachmittag werden sich der Reichskanzler und EurtiuS nach Tivoli begeben. wo in der berühmten Dilla d Este von der italienischen Regierung ihnen zu Ehren ein Tee gegeben wird. Am Abend gibt Mussolini im Hotel Exzelsior ein Essen, bei welcher Gelegenheit zwischen dem italienischen Regierungschef und dem deutschen Reichskanzler Trinksprüche aewechselt werden sollen. Für Samstag ist zunächst nur ein Frühstück in der deutschen Botschaft um 13.15 Uhr vorgesehen, zu dem, wie verlautet, außer Mussolini die Präsidenten der italienischen Kammern, die Mitglieder der italienischen Regierung und eine Reihe weiterer hochgestellter Persönlichkeiten geladen sind. Der Zeitpunkt deS Besuches der deutschen Minister i m D a t i k a n steht noch nicht fest. Es ist mit Sicherheit damit zu rechnen, daß er SamStag stattsindet. doch scheint noch nicht beschlossen worden zu sein, ob er am Tormittag oder am Rachmittag erfolgen wird. Oer Willkommgruß der presse Rom, 5. Aug. (WTB.) Die römische Presse bringt sehr herzlich gehaltene Begrüßungsartikel zur Romreise des Reichskanzlers und des Reichsaußenministers, deren Bedeutung sowohl für die deutsch- italienischen Beziehungen, wie auch für die Entwickelung der intemanonalen Zusammenarbeit vom -,M e s s a g g e r o“ besonders unterstrichen wird: ..Italien, das mit aufmerksamer Sympathie das Wiederausbauwerk des Reichskanzlers und seiner Mitarbeiter beobachtet, erwidert voll- kommen die Gefühle der Zustimmung, mit denen die deutsche Oeffentlichkeit die Romreise begleitet. Alle Probleme, die die beiden Länder, sei es wegen ihrer besonderen Begehungen, sei es im Rahmen der internationalen Politik, interessieren, sollen in Rom in einer Atmosphäre d e r Klarheit und Aufrichtigkeit geprüft werden." Italien Hobe alles u n t c r ft ü ß t, 'toas die auf den toten Punkt geratenen Probleme — Repara- tionen, Kriegsschulden und Abrüstung — wieder inaa ng bringe n könne. Italien habe auch in verschiedenen Hauptstädten mit ruhiger aber bestimmter und realistischer Sprache das Ziel verfolgt, möglich st schnell zu einer allgemeinen wirtschaftlichen Neugestaltung zu körn- men, die von dem politischen Wiederaufbau untrennbar sei. Die Rundfunkrede des Reichskanzlers hat bei der römischen Presse eine sehr günstige Beurteilung gefunden. Betont wird oor allem, daß der Kanzler feinen Appell von allen demagogischen Redewendungen freigehalten hat. Auch wird die Klarheit und Ehrlichkeit seiner Darlegungen unterstrichen. — „(Torriere della Sera“ spricht von den Banden der Sympathie zwischen den beiden großen Ländern, die auf dem Gebiete des Geisteslebens beständen und durch den Ministerbesuch immer weiter gefestigt würden. Die Zeiten, in der die Staaten sich durch gewaltige Schutz- und Isoliermauern retten zu können glaubten, sind vorüber. Der Friede kann nur durch die geistige Wiederannäherung der Völker und die Ausmerzung moralischer Irennungs- striche und rechtlicher Ungleichheiten gewährleistet werden. — „Gazetta del Popo I o“ endlich sagt, wolle man den Frieden sichern, so müsse oor allem das deutsche Volk von allzu schweren Lasten befreit werden und wieder die klare Erkenntnis erringen, daß es zur gleichberechtigten Freiheit inmitten der europäischen Völker zurückkehren könne. Die Arbeiten des Reichskabinetts Tie Erntefinan;icrung. — Tas Selbsthilfe- Programm. Berlin, 5. Äug. (TU.) Das ReichSkabi- n e t t hielt am Mittwoch mehrere Sitzungen ab, in denen neben den außenpolitischen Fragen die durch hie Romreise des Reichskanzlers und des ReichsaußemnimsterS bedingt waren, nmerpoli- ttsche Gegenstände zur Beratung standen. Rach der Derablchiedung der bereits veröffentlichten Derordung über die Spar- und G i r o k a s s e n nahm das Kabinett die Vorschläge bei Retchsernährungsmini sters zur Frage der Srntef in an zier ung entgegen. Die Dor- fanden die grundsätzliche Billigung der Reichsregierung. Es ist anzunehmen, daß die Ein- zelhetten des Programms in direkten Ressortbesprechungen zwischen dem Srnährungs- urd SeydlStjord' Thorshavn-p' Atttrdten- imDfl. TöurstkJfe HK fü/^JM—»Ml JP'T^tS^SSSJMf; ■yya^g/T&g^ Oie Aussichten -es Volksentscheids Wie die preußische Regierung sich die Entwicklung denkt. — Das Kabinett Braun will bis zum Zanuar weiter amtieren. lungnahme mit allen in Betracht kommenden Kreisen über die zu treffenden Matz regeln zu beraten. Lieber die Wiederher- stellung des vollen Zahlungsverkehrs auch für Sparkonten der Danken, Genossenschaften und bei den Sparkassen erwartet man voraussichtlich für Samstag eine neue Verordnung. Hinsichtlich der Reichsaufsicht für das Dankgewerbe sind die Verhandlungen noch nicht weiter gediehen. Berlin, 5.Aug. (2BIB.) Amtlich. 3m Zusammenhang mit den Absichten der Reichsregierung nach Schaffung von Einwirkungsmöglichkeiten auf dem Gebiete des Bankwesens hat es sich al« notwendig erwiesen, auch für die Sparkassen und die kommunalen Kreditinstitute gesetzliche Grundlagen für eine möglichst zweckmäßige Ausgestaltung der Organisation zu schaffen. 3n dieser Richtung gibt die Rotverord- nung, die heute erlassen worden ist, der Reichs- regierung die Ermächtigung, die erforderlichen TNah- nahmen entweder selbst zu treffen oder sie auf die obersten Landesbehörden zu übertragen. 3n Verbindung damit steht das verbot für die Sparkassen und G i r o v e r b ä n d e, künftig neue Kredite irgendwelcher Art an die öffentlich-rechtichen Körperschaften bisaufweitereszugewähren. wenn auch diesen Krediten eine besondere Sicherheit dadurch zukommt, dah für sie die gesamte Bevölkerung der kreditnehmenden Körperschaften mit ihrer Steuerkraft einzugestehen hat, fo scheint doch diese Matz- nähme unter dem Gesichtspunkt der er- höhten Liquidität der genannten Institute wünschenswert. Die Ermächtigung, lv e ch - selverbindlichkeiten einzugehen, ist in der Rotverordnung den genannten Kreditinstituten nur insoweit erteilt worden, als die oberste Landesbehörde dies zuläht. Bei derartigen Bestimmungen der Landesregierung ist zunächst nur daran gedacht, den Sparkassen die Möglichkeit zu geben, Kreditunterlagen zu beschaffen, um durch Vermittlung der Akzept- und Kreditbank die nötigen Kasfenmittel oufzunehmen. Line Erweiterung über diesen Rahmen hinaus kommt nicht in Frage. Oie Meinung der presse. Berlin, 5. Aug. (ERB.) Die Morgenblätter erörtern die Auswirkungen der neuen Rotver- vrdnung über die Spar- und Girokassen. Die „Russische Zeitung" (Dem.) verweist darauf, dah die Regierung sich nicht weniger als das Recht reserviere, die gesamte Organisation deS Sparkassenwesens nach ihrem Ermessen neu au ordnen. Wenn man die Sparkassen von den Äommunen loslöse, müsse man allerdings den Gemeinden, die heute die schwächsten öffentlich- rechtlichen Körperschaften des Reiches sind, auf andereWeise Mittel zuführen. Die Gemeinden seien durch die Fürsorge für die Wvhlfahrts- erwerbslosen über ihre Kräfte belastet. Die Folgen aus diesem untragbaren Zustand mildere man nicht dadurch, dah man ihnen noch die letzten Quellen versper re, aus denen sie sich bisher, wenn auch auf dem Kreditwege, Mittel verschaffen konnten. — Auch das „Berliner Tageblatt" (Dem.), das in der Verordnung die Voraussetzungen dafür sieht, dah der Apparat der Sparkassen und kommunalen Kreditinstttutr allmählich in neue und feste Formen übergeführt wird, äuhert Bedenken im Hinblick auf den Kreditbedarf der Kommunen. — Aehnlich äußert sich der „Vorwärts" (Soz.), der glaubt, dah in der nächsten Zeit den Städten das Geld für Arbeiterlöhne, Beamtengehälter und besonders auch für die Llnterstützungen fehlen werde. Das Reich werde die Verantwortung auherordentlich ernst zu prüfen haben, die es mit dem Verbot auf sich geladen habe. Es werde jetzt handeln müssen. Die „Germanin" (Zentr.) unterstreicht, dah durch die neue Verordnung den Sparkassen der Weg zu der neuen Akzept- und Garantiebank und der Reichsbank geöffnet und damit eine der Hauptvorbedingungen für die Wiedereröffnung des vollen Zahlungsverkehrs auch bei den Sparkassen erfüllt wird. — Der „Dörsen - Cou ri e r" (dem.) spricht von einer „R ah m e n r e gelu n g", die die gesetzlichen Voraussetzungen für einen neuen Aufbau von Teilen des Sparkassenwesens schäfte. Eine völlige Trennung von Sparkassen und Kommunalverwaltungen wäre schon deshalb unbillig, weil die Konnnunen und Kommunalverbände ja die Garantte für die gesamten Spareinlagen gewährleistet Hütten. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" (Volkspartei" ist der Auffassung, dah die Rotverordnung eine weitere Sicherung dagegen getroffen habe, dah politische Gi-nflüsseaus den Kommunen zu einem unwirtschaftlichen Mißbrauch dieser Kapitalreserven der deutschen Volkswirtschaft führen. Auch diese Mahregel werde zur Gesundung des Kredits und zur Wiederherstellung des Vertrauens beitragen. — Der „Lokalanzeiger" (Hugenberg) glaubt, dah die Kommunen nunmehr ohne weitgehende energische Sparmahnahmen und einen Abbau der wirtschaftlichen Betätigung kaum auskommen würden. Man werde dabei darauf sehen müssen, die Spargelder sicherzustellen, die jetzt schon als Anleihen an die Kommunen geflossen und als kurzfristige Kredite notleidend geworden seien. — Die „Deutsche Zeitung" (deutsch- national) spricht von einem „schweren Eingriff in die Kommunalwirtschaft", der zugleich der denkbar schwerste Tadel für die ganze konmrunale Finanzwirtschaft der letzten Jahre sei. Diese in einer gesetzlichen Maßnahme liegende Mißbilligung sei leider in hohem Mähe gerechfterttgt. mmzministerium geregelt werden. Zu Len Arbeiten deS Reichskabinetts, die sich mit dem Selbst - Hilfeprogramm beschäftigen, verlautet in unterrichteten Kreisen, daß entgegen den bisherigen Annahmen die Arbeiten längere Zeit in Anspruch nehmen dürsten. Man rechnet nicht mehr damit, daß eine Solbsthilfe-Rotverordnung noch im August veröffentlicht wird. Die Reichsregierung braucht deshalb längere Zeit mit diesen Arbeiten, well sie Wert darauf legt, in eng st er Füh - für durchaus möglich, dah Landtagswahlen, die im Dezember stattfinden, ein ganz anderes Ergebnis zeittgen könnten als der Volksentscheid im August. Es wäre deshalb denkbar, dah die Staaisregierung es dem neuen Landtag überlassen würde, das Kabinett zu stürzen. Er hätte dann die Aufgabe, den neuen Ministerpräsidenten zu wählen, der nach der Staatsver-. fassung die Minister ernennt. Run konnte der neue Landtag so zusammengesetzt sein, dah sich zwar eine Mehrheit für den Sturz des Kabinetts, aber keine für die Reubildung der Regierung fände. Ein solcher Zustand ist durchaus wahrscheinlich wenn man an das Beispiel des Reichstages und die gleichen Vorgänge in Bayern, Sachsen und Oldenburg erinnert. Ebenso wie in diesen Ländern mühte das Kabinett Braun die Geschäfte weiterführen, bis der Landtag imstande ist. einen neuen Ministerpräsidenten zu wählen. Befürworter des Volksentscheids. Berlin, 5. Aug. (ERB.) Unter Bezugnahme auf die Ausführungen des Reichskanzlers über seine Stellungnahme z. m Volksentscheid haben im Anschluß an die Kundgebung des Stahlhelms die nachstehend genannten Persönlichkeiten folgende Erklärung abgegeben: „Als Staatsbürger — nicht als Parteipolitiker — erklären wir dem preuhischen Volk, dah es uns am 9. August an der Wahlurne sehen wird. Richt Vertuschung der parteipolitischen Gegensätze ist das Gebot der Stunde, sondern Klärung der wahren Volks- me i n u n g , die allein die Voraussetzung schassen kann für eine diese Gegensätze überwindende schöpferische Synthese." Diese Erklärung wurde unterzeichnet von folgenden Persönlichkeiten: Bethge, Dr. Martin Blank, von Dommes, Düsterberg, Graf Oldenburg-Wicken, Graf von der Goltz, Heye, Dr. Hugenberg, von Jena, Graf Kalckreuth, Kirdorf, Freiherr von Landsberg, Dr. Lübbert, von Mackensen, Dr. Maretzky, von Mvrozowicz, Friedrich Reinhart, Franz Seldte, Dr. Hjalmar Schacht, von Sybel, Freiherr von Watter, Baron Wedel, Winnig. Ein Aufruf her RGOAp. München, 5. Aug. (TU.) Die Pressestelle bei der Reicksleitung der NSDAP, veröffentlicht zum Volksentscheid in Preußen einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: Entscheidung in Preußen ist Entscheidung für das Reich. Preußische Nationalsozialisten, mit unbegrenztem Vertrauen schaut das nationale und schaffende Deutschland auf euch. Auf Berlin, 5. Aug. (ERB. Eigene Meldung.) In Kreisen, die der preußischen Staatsregierung nahestehen, rechnet man beim Volksentscheid mit etwa 10 Millionen Stimmen, betont dabei aber auch, das eine Reihe von Imponderabilien mit* spielen, die sich vorher nicht genau abschähen lassen. Theoretisch liegen die Dinge zahlenmäßig folgendermaßen: Die hinter dem Volksenftcheid stehenden Parteien haben bei der Septem- b e r w a h l annähernd 12,6 Millionen Stimmen aufgebracht. Wenn der Volksenftcheid Erfolg haben soll, so müssen mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten mit 3a stimmen. Am 14. September belief sich die Zahl der Stimm- berechtigten auf 26,4 Millionen. Rach Schätzungen der amllichen Stellen wird sie am 9. August um etwa 450 000 bis 500 000 höher sein, so daß also etwa 13,5 Millionen Stimmen für den Erfolg de s V o lksen t sche i de s notwendig sind. Es kommt also darauf an, ob alle Anhänger der hinter dem Volksentscheid stehenden Parteien für den Volksentscheid stimmen, und ob diese Gruppen seit dem 14. September einen weiteren Zuwachs au verzeichnen haben. 3n der Presse ist die Situation so dargestellt worden, als müsse das Kabinett Braun sofort zurücktreten, wenn der Volksentscheiddurch- käme. Don der Regierung wird demgegenüber betont, dah sich die Abwicklung des Vvlksenftchei- des nach den gesetzlichen Bestimmungen technisch folgendermaßen vollzieht: Zuerst werden die Sftmmlisten dem Landeswahlleiter zugeführt. Der Landeswahlausschuh steNt dann nach Prüfung der Ergebnisse die Abstimmung fest. Damit dürfte er nach früheren Erfahrungen selbst bei schnellster Erledigung kaum vor Mitte September fertig werden. Das von dem Ausschuß festgestellte Ergebnis wird dann vom Wahlprüfungsgericht geprüft. Die Besftmmungen sehen ein Einspruchsrecht während eines Monats vor. Das Ende des Prüfungsverfahrens wird also nicht vor Mi tte Oktober zu erwarten sein. Das Ergebnis wird dann dem Minister des Innern überreicht, der es veröftentlicht. Ist die notwendige Stimmen^ahl nicht aufgebracht, so ist die Abstimmung damrt abgeschlossen und erledigt. Ist die Mehrheit dagegen erreicht, so tritt jetzt die Auflösung des Landtages in Kraft. Die Reuwahlen, die innerhalb 60 Tagen stattfinden müssen, würden frühestens zu Beginn des Dezembers möglich sein. Der neue Landtag würde dann innerhalb von 30 Tagen im Januar Ausammentreten können. Bis dahin würde die Regierung (Braun die Staatsgeschäfte unter allen Llmständen weiterführen. Für die weiteren Entschlüsse des Kabinetts würde dann entscheidend sein, wie die Landtagswahlen selbst ausgefallen sind. In Kreisen der preußischen Staatsregierung hält man Neuordnung des Gparkaffenwesens. Eine Notverordnung verbietet den Sparkassen neue Kredite an Gemeinden und öffentliche Körperschaften. euch ruhen die Augen aller Kämpfer für das Dritte Reich. Treibt die Säumigen, rüttelt die Müden auf, gebt den Hoffnungslosen wieder den Glauben an den Sieg. Mögen sie euch das geschriebene Wort verbieten, den Geist können sie nicht zwingen. Mit euch ist der Lebenswille und das Recht der Nation. Mit euch ist der unbesiegbar« Geist Adolf Hitlers. Mit euch ist Deutschland. Nehmt eure heilige Pflicht, unermüdlich Stunde für Stunde für eure Heber- zeugung zu kämpfen und zu werben, nicht als Bürde, sondern als eine ehrenvolle Ausgabe. Denkt und fühlt in diesen Tagen nichts anderes als das, was euer deutsches Gewissen und die Verantwortung vor der Nation euch vorschreiben. Stellt euer ganzes Sein und eure ganze Kraft in den Dienst der großen Sache. Tragt den preußischen Adler zum Siege, damit Deutschland aufersteht. Der Glaube versetzt Berge; aber der Will« zerbricht Ketten. Zentrum und Volksentscheid. Berlin, 4. Aug. (TLl.) Der Vorsitzende der Zentrumsfraktion des Reichstages, Dr. Perlt« t i u s , gibt zum Volksentscheid folgende Erklärung ab: „Wenn etwas geeignet ist, die Rotlage des deutschen Volkes zu verschärfen, so sind es innerpolitische Beunruhigungen, wie sie ge- genwärtig mit der Agitafton für den Volksentscheid hervorgerusen werden. 3u. einer Zeit fortgesetzten schwersten Ringens der Reichsregierung um die Freiheit Deutschlands bedeuten in- nerpolitische Kämpfe nicht nur unerwünschte Hemmungen, sondern eine nicht verantwortbare Gefährdung der eingeleiteten außenpolitischen Entwicklungen, von denen für Deutschland alles abhängt. Die Zentrumspartei macht allen Ernstes auf diese Auswirkungen aufmerksam und muh die Verantwortung für die schon entstandenen und weiter entstehenden Folgen ablehnen. Die Zentrumspartei hält es für eine selbstverständliche Pflicht eines jeden Parteimitgliedes, daß es aus Sorge um das Wohl des ganzen deutschen Volkes eine zwecklose politische Aktion ablehnt und dem Volksenftcheid fernbleibt." Oie SpO. zum Volksentscheid. Berlin, 5. Aug. (CNB. Eigene Meldung.) Der Vorstand der SPD. teilt mit: Der Vorstand beschloß am Mittwoch, allen preußischen Wählern und Wählerinnen dringend zu empfehlen, dem Volksentscheid für die Auflösung des Preußischen Landtags fern- zubleiben. Wer sich durch Zwang irgendwelcher Art genötigt fühlt, dennoch zur Abstimmung zu gehen, möge durch Streichung der Worte Ja und Nein den Stimmzettel ungültig machen oder mit Nein stimmen. Aus aller Well. Schwere Ltnwetter am Nhein und in Süddeutschland. Am Mittwoch gegen 18 Tlhr ging in der Gegend von Mehlem, Rolandseck, Oberwinter und Remagen ein furchtbarer Wolkenbruch nieder, der über dreiviertel Stunden dauerte und mit schwerem Hagelschlag verbunden war. Bei Mehlem ist auf der Eisen- bahnstrecke ein Dammrutsch entstanden. Alle Züge mußten zwei Stunden auf freier Strecke liegen. Die Gemeinde Mehlem war vollständig ohne Licht, wodurch die Rettungs- und Bergungsarbeiten sehr erschwert wurden. In Linke lb ach (Kreis Ahrweiler) sind sieben Wohnhäuser und Scheunen von den Waftermafsen fortgeriffen worden. Diel Vieh wurde abgetrieben. Die Menschen konnten sich nur mit knapper Rot retten. Am Mittwochabend gingen auch überStutt- g a r t schwere Gewitter mit Wolkenbrüchen nieder, die in vielen Stadtteilen, besonders in der Altstadt und in den östlichen Vororten zu f ch w e- ren Hochwasserschäden führten. Die Straßen der tiefer gelegenen Stadtteile glichen reißenden Strömen, die Plätze verwandelten sich in Seen. In verschiedenen Straßen wurde das Pflaster aufgerissen. Die Feuerwehr ist die ganze Rächt hindurch mit dem Auspumpen von Kellerräumen und Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Mehrere Straßen standen bis zu einem Meter unter Wasser. Aehnlich starke Wolkenbrüche haben in einzelnen Teilen des Landes, namentlich in der Gegend von Vaihingen, Bietigheim und Marbach Lleberschwem- mungen gebracht. In Feld und Flur, in den Weinbergen, aber auch in den Ortschaften selbst ist der Schaden groß. Schwere Gewitterschäden in Holland. Ein besonders schweres Gewitter, das über Ost- und Mittelholland niederging, hat in verschiedenen Orten durch Blitzschläge große Schäden verursacht. An drei Stellen wurden Personen vom Blitz getroffen und getötet. In Arnheim wurden vier Frauen und ein Soldat, die von einer Kanupartie auf dem Rhein zurückkehrten, beim Betreten der Landungsbrücke vom Blitz getroffen. Sie wurden zu Boden geschleudert und verloren die Besinnung. Der Soldat war a.u f der Stelle tot, während die vier Frauen mit mehr ober weniger schweren Brandwunden in das Krankenhaus gebracht werden muhten. Auch eine Anzahl anderer Personen, die sich in der Rähe der Llnglücksstelle aufhielten, wurden zu Boden geschleudert, kamen jedoch mit dem bloßen Schrecken davon. Mehrere Dauerngehöfte wurden eingeäschert. In einem Gehöft kamen 17 Schweine in den Flammen um. Blitzschlag in ein Mililärzell. Im Militärlager von Sissone in der Nähe von Reims schlug der Blitz während eines heftigen Gewitters in ein großes Militärzelt ein, in dem zehn eingeborene Soldaten aus Tunis Unterkunft gesucht hatten, tötete sieben auf der Stelle und verwundete die anderen drei so schwer, daß einer von ihnen bereits nach der Einlieferung ins Militärlazarett starb, während die beiden anderen die Besinnung noch nicht wiedererlangt haben und mit dem Tode ringen. Lin kalter Winter wird erwartet. Der bekannte schwedische Meteorologe Sandstr ö m ist von seiner Reise nach Island zurückgekehrt, wo er die Temperatur des Golfstroms untersucht hat. Sandström erklärt, daß die Temperatur des Golfstroms, die für ganz Rordeuropa größte Bedeutung habe, um b re t Grad gesunken sei. Auf Grund der Angaben Sandströms wirb mit einem besonders kalten Winter in Rordeuropa gerechnet. Lin Thüringer Dorf in Flammen. Don einem Großfeuer wurde das Dorf Mehmels bei Wasungen heimgesucht. Durch einen in einer Scheune entstandenen Brand, der sick mit großer Geschwindigkeit auf die Nachbargrundstücke ausdehnte, wurde der ganze mittlere Teil des Dorfes ergriffen und in Asche gelegt. Die Feuerwehren der Umgebung müssen sich darauf beschränken, das Flammenmeer einzukreisen. Der Brand dauert zur Stunde noch an. Die Ileberschwemmungskaiastropbe in Lhina. In Schanghai glaubt man, daß die jetzigen Lleberschwemmungen die bisherigen bei weitem übertreffen, beim gegenwärtig seien 16 Provinzen mit mindestens 50 Millionen Einwohnern in Mitleidenschaft gezogen. Ein sehr großer Teil der Reisfelder des unteren Jangtse stehen unter Wasser und die Ernte sei vernichtet. Millionen Menschen seien obdachlos. Die Zahl der Ertrunkenen stehe noch nicht fest. Die Katastrophe sei so groß, daß sie verhängnisvolle Rückwirkungen auf Handel und Industrie ausüben müsse. In ganz Zentralchina waren die Regenfälle im ersten Teil des Sommers sehr stark; dazu kommt noch bas Anschwellen der Flüsse infolge der Schneeschmelze an der Grenze von Tibet. Die Instandhaltung der Deiche sei in früheren Zeiten streng durchgeführt worden, aber seit der Revolution werde die Instandhaltung vernachlässigt. Diese Llnterlassung habe sich jetzt bitter gerächt. Ruderboot gekentert. — Drei Tote. Bei einer Bootsanlegestelle in Gatosch bei Berlin kenterte ein mit sieben Personen besetztes Motorboot. Vier der Insassen konnten durch die Feuerwehr gerettet werden, die übrigen drei sind er- trunken. Die Toten sind der 36jährige Opernsänger Paul Gerhard Ha n s e n, die 31jährige Frau I ä h n k e aus Gatosch und der Bootsmann Herbert Bartel. Zwei Arbeiterinnen beim Brande einer Scheune umgekommen. Bei Teutschenthal im Marisfelder Seekreis geriet ei ne große Feldscheune des dortigen Rittergutes während der Drescharbeit in Brand. Das Feuer griff so schnell um sich, daß sich die Arbeiterinnen, die die Garben in die Dreschmaschinen reichten, nichtmehrinSicherheitbringen konnten. Zwei von ihnen erlitten so schwere Brandwunden, daß sie ins Krankenhaus geschafft werden mußten. Dort sind sie ihren Verletzungen erlegen. Mehrere andere Arbeiterinnen wurden leicht verletzt. Berwegener Bankraub. In der Zweigstelle H ag e n o w der Mecklenburgischen Depositen- und Wechselbank verübten zwei Männer einen U e b e r f a U auf den allein anwesenden Filialleiter Peters, den sie durch Bedrohung mit dem Revolver zwangen, mit erhobenen Händen die Beraubung zu dulden. Sie nahmen das Silbergeld der Tageskasse und Zehn- und Zwanzigmarkscheine, die in einem Lederbeutel verwahrt waren, mit sich. Die erbeutete Summe beläuft sich auf ungefähr 1500 Mark. Der Bankleiter Peters versuchte, einen der Räuber festzuhalten, und es gelang ihm auch ihm die Waffe aus der Hand zu schlagen und den Mann zu Boden zu reißen. Dennoch konnten beide in einem kleinen roten Auto, das in der Nähe der Filiale waxtete, flüchten. „Nautilus" hat Bergen verlassen. Die Polarexpeditton W i l k i n s hat Bergen an Bord des „Nautilus" verlassen. Als erster Hafen soll T r o m s ö angelaufen werden. Die Wetterlage. Qwoixenlos. oncitCT. ®naro DwrecM. ® womig, q oratai fftegtn » Sehnet a Graupeln. e McDet K Gewitter,(§)winastnie.alhauptsta0t. Giehen, den 6. August 1931. Kinderfest. Dielleicht wird mcmcher eintoenben, baß die Zeiten heut« wirklich nicht so sind, daß man Fest« feiern könnte. Und er wird daim möglicherweise noch hinzufügen, dab Kinder noch ein langes Leben vor 'ich haben, in dem es sicher reichlich seitliche Anlässe geben wird. Außerdem meint er. forme man die Kinder nicht frühzeitig genug mit dem Emst des Lebens, wenn auch in gemlldertenFvr- men. vertraut machen. Di- zu einem gewissen Grad ist solchen S.nwänden die Berechtigung natürlich nicht zu versagen. Aber in der Haupt, sache vom Standpunkt de- Erwachsenen, der eine Jugend genießen durste, die nicht oder kaum von derartig Dufteren Wolken überschattet war, wie sie heute saft jeder neue Tag Heraufziehen läßt. Wer denkt nicht ost und gerne an dies und jenes aus 'einer Kindheit zurück? Und wenn er aenau Hins seht, wird er die Entdeckung machen, day das bäusig noch nicht einmal überwältigend große De- schehnisse finb, die einen toä rr.cn Den Sonnenstrahl noch im hohen und höchsten Alter zu spenden vermögen. Woran liegt das? Die Antwort kann für den nicht schwer fallen, der aufmerksamen Auges ein stiller Beobachter war. wenn Kinder sich -u- sammensanden, um sich zu freuen. Das brauchen durchaus keine rauschenden Feste mit vielem Tamtam gewesen zu sein. Denn da- Kind empsindet manche- schon al- ein Zuviel. waS Srwachsene- ren nicht der Beachtung wert erscheint. Da- kindliche ®eihüt ist eben nur für solche Dinge aufnahmefähig, die seinem DorstellungSvermögen entsprechen. Hier lieat deshalb auch der Schwerpunkt und die dankbare Ausgabe bei der Deran- staltung von Kinderfesten verankert. Da- Kind wird trotz aller modernen Spielzeugexperimente Immer wieder au jenen einfachen Anregern seiner Phantasie greifen, die schon ungezählte Genera- honen vor ihm stundenlang begeistern konnten. Das Kasperletheater vor allem wird der ewige Zungbrönnen für kindliche- Lachen fein. Da sitzt die dankbarste Zuschauermenge, die sich ein Thea- terdirekwr nur wünschen kann, mit vor Erwartung fiebernden Auaen, bis der Vorhang sich hebt und da- handgreifliche Spiel seinen Anfang nimmt. Und immer neue ehrliche DeifallSsalven folgen jedem Streich der Holzpuppe, der durch seine un- mihverständliche Drastik ein Dolltreffer auf das jugendliche Zwevchsall ist. Die tiefere Bedeutung bleibt belanglos gegen die Tatsache, baß etwa- aekbießt, wa- in feiner Primitivität schon einen Schein widerzuspiegeln vermag von dem urzeitlichen Kampf zwischen Gut und Böse. Das Kind nimmt bereit- zu etwas Stellung. Dein erwachendes Eigenleben findet Anlaß zu ungehemmtem Urteil und die Freude, daß die anderen mit von der Partie sind, gibt seinem Selbstgefühl einen gewaltigen Ruck. Degen den Kasperle und feine Tollheiten verblaßt denn auch gewöhnlich alle- andere zu nebensächlichem Beiwerk. Kinderfeste prägen die ersten tieferen Spuren in die empfang-bereite und wenig bespielte Platte der kindlichen Seele ein. Die Dor-, Mit- und Dachfreude verleiht diesen fröhlichen Spielen jene Dauerhaftigkeit, an der die Zähre nicht- auSzu- ritzen vermögen. Solche Eindrücke können deshalb auch von weittragender und bestimmender Aus- wirkung fein. Ruhepunkte, zu denen man zurück- fucht, wenn die Wogen deS Leben- unS gefahrdrohend und entmuiigcnb umbranden. Ganz abgesehen davon, daß die Teilnahme an einem Kinderfest einem wieder mehr Schwung und innere Bereitheit zur Bescheidung ip den Ansprüchen an daS Leben geben können. Denn der Alltagskampf hat unS abgestumpft und unempfänglicher gemacht für die Ausnutzung der seelischen An- und Auftriebe, die auch in einem anscheinend kleinen Vergnügen verborgen sein können. .Wenn ihr nicht werdet wie die Kleinen..Kig. Taten für Donnerstag, V August 1809: der Dichter Alfred Tennyson in Comersby geboren; — 1914: Kriegserklärung Oesterreich-Ungarns an Rußland und Serbiens an Deutschland. Wietzener rSochenmarktPreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 150; Matte 30 big 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 10 bis 12; Rotkraut 12 bis 15; gelbe Düben 15 bis 20; rote Düben 15 bis 20; Spinat 20 bis 25; Dömischkohl 8 bis 10; Dohnen 10 bis 15; Erbsen 10 bis 15; Tomaten 20 biS 30; Zwiebeln 10 bis 15; Kürbis 5 biS 6; Pilze 20 bis 25; Kartoffeln 4; Frühäpfel 15 bis 20; Falläpfel 4 bis 5; ausländische Aepfel 50 bis 60; Birnen 15 biS 30; Dörrobst 30 bis 35; Heidelbeeren 20 bis 25; Stachelbeeren 20 bis 25; Johannisbeeren 20 biS 25; Pflaumen 20 biS 25; Zwetfchen 30 bis 35; Mirabellen 35 bis 40; Deineklauden 35 biS 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 110; Suppenhühner 90 bis 100; Pfirsiche 40 biS 60; Himbeeren 35 bis 40; dicke Bohnen 10 bis 15; das Stück: Tauben 50 bis 70; Eier 9; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 5 bis 10; Salatgurken 15 bis 25; Ginmachgurken 2 bis 5; Endivien 10 bis 20; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Dettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 15; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pf.; der Zentner: Kartoffel^ 3,50 Mk. Vornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag. Spiel-Bereinigung 1900, Ordentliche Generalversammlung. 20 Ußr. bei Gaub (Bahnhofstraße). — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Der !?iebeS- exprcß". — Die Gießener Gesangvereine halten am morgigen Freitaa, 2030 Uhr, im Katholischen Dereinshaus eine Gesamtprobe für die gesanglichen Darbietungen zur Lerfassungsfeier ab. Näheres im heutigen Anzeigenteil. — Flugtag am Sonntag. Das Llniversi- tätS-Deitinstitut Schömvs veranstaltet anläßlich des FlugtageS auf dem Flughafen ein Hürdenrennen. Die Hürden sind so aufgebaut, daß sich dieses Rennen direkt vor den Zuschauerplätzen abwickelt, und so die Verfolgung sehr gut möglich ist. Bekannte Gießener Sport-Vereine haben ihre Rennung ^ur gemilchten Stafette abgegeben, so daß auch hier guter Sport geboten toirb. Zum ZaUschirmabsprungwettbewerb hat nch ber Flieger Wiegmeyer, Braunfels (Lahn) verpflichtet, fo baß auch an btefem Dett- wtoerb ein Vertreter ber hiesigen Degenb teil- nunmt. Gewitter über Gießen. Rach ber druckenden Schwüle während des ganzen gestrigen ^ages zogen rings um unsere Stadt schwere Gewitterfronten auf, die sich schon lange vorher durch intensives Wetterleuchten ankündigten. Neues für den Bücheriifch. — SrichMariaRemarque: DerWeg zurück. 368 Seiten 8°. 1. biS 50. Tausend. 3m Propyläen-Verlag, Berlin 1931. (160.) — DieS ist die Fortsetzung des gegenwärtig in einer Gesamtauflage von brcieinßalb Millionen verbreiteten, heftig umstrittenen KriegsbucheS ,3m Westen nicht- Reues". Es schließt chronologisch bort an, wo jenes abbrach, und schildert den Weg ber jungen Frontsolbaten, die ben Krieg körperlich einigermaßen gefunb überstanden haben, zurück in die Heimat, ins Privatleben, in die alte Welt, in bet sie groß geworden waren und in ber sie sich nun nicht mehr zurechtfinben. Der Gesamt- einbruck bes Werkes ist — trotz einzelnen über- zeugenb und eindringlich gestalteten Abschnitten — nicht so geschlossen wie bei dem ersten Buch: vor allem weil die verschiedenen Schicksale dieser jungen Menschen fast ohne Ausnahme als tragisch oder doch unglücklich bargestellt werben,... weil ber Weg zurück zugleich als Sackgasse, als Weg hinab, als Damaskusweg aufgefaßt wirb — während doch immerhin die Mehrzahl der Heim- gekehrten trotz manchen Bitterkeiten und Schwierigkeiten wirklich .zurück' kam, wieder Fuß faßte und ein neues Leben anfing. Sicherlich ist nicht eine der hier umrittenen Gestalten und Begebenheiten falsch, übertrieben ober mit bet Wirklichkeit nicht in Einklang zu bringen, aber in ihrer Gesamtheit, in ihrem Rebeneinandet müssen sie alS typisch wirken und beShalb itgenbwie befremdlich erscheinen. Zusammengehalten werden fast alle die jungen Menschen des Buche- — das ist vielleicht daS Schönste daran — von einem Geist der männlichen Kameradschaft und Opserbereitschaft, wie sie ihn von der Front mitgebracht und bewahrt haben als ihren einzigen Schah und lebendigen Besitz. Vieles ist klar, gut, sogar mit Humor gestaltet; etliches wirkt daneben unwahtscheinlich ober verstimmend. 3m ganzen hat man baS Gefühl, als ob bas Buch stellenweise aus einer leidenschaftlichen Opposition gegen die politische Entwicklung ber letzten Zeit geschrieben sei, wo- butch freilich manches von der früheren Unbefangenheit unb erzählerischen Sicherheit verloren ging. — 3 u 11 a Eornill. AuS ber Etappe deS Westens. Von Elisabeth von Gustedt. Ganzleinen geb. t Mk Phönix-Verlag Earl Siwinna, Berlin SW. (224 ) — Eine deutsche Frau „3uUa Eornill" geht während deS Krieges hinaus auf Befehl des KriegsamteS, um im Etappengebiet des Westen- den Frauen-Hilfsdienst zu organisieren. Sie erlebt mit fühlendem Herzen die Röte des Krieges. Sie tritt ein für deutschen Deist und deutsche Ehre. Sie erkennt klaren Blicke- die Urfachen, die zum Untergänge führen und kämpft mutig dagegen an. Ueber Feindschaft und Versuchungen. Enttäuschungen unb den Verlust der Freunde, die der Krieg fordert, hinweg, bewahrt sie sich ihr stolzes Selbst, auch ber hereinbrechende Untergang kann ihr ben Glauben an Deutschland- ferne Zukunft nicht rauben. Lebendig geschildert ziehen die Gestalten ber Etappe am Geiste bes Lesers vorüber. Die Menschen, die bie Verfasserin hanbeln läßt, sind Gestalten von Fleisch unb Blut unb keine kraftlosen Schatten, wie sie mancher Literat gegenwärtig bem Leser vorstellt. Das interessant und schwungvoll geschriebene Buch hält ben Leser bizuletzt in Atem. — Max Schwarte .Generalleutnant a. D.: Der Krieg ber Zukunft. Unter Mitarbeit von Oberstleutnant a. D. Benarh. Geh. 40 Pf., geb. 80 Pf. Verlag P. Reclam. Leipzig. (281). — Schwarte hält sich bewußt fern von allen phantastischen Prophezeiungen über die möglichen technischen Wunder und fwlitifchen Konstellationen eines künftigen Krieges; es schaltet vor allem Deutschland au- den Erörterungen au-, da nur bie rüstung-freien Mächte in einem modernen Krieg eine Rolle spielen können, nicht aber da- fast waffenlose Deutschland. Dagegen sucht es au- genauester Kenntnis des gegenwärtigen Stande- Der Kriegsrüstung und -technik, au- der nüchternen voraussichtlichen Berechnung der Kriegsmittel der Zukunft und ihrer ölntoirfung auf bie Kriegführung ben allgemeinen Charakter eine- modernen Kriege- zu schllbern, in seinen technischen Voraussetzungen unb seinem strategisch-taktischen Verlauf. — Decht-anwalt Dr Eve rling M. d. D.: .Organischer Aufbau be- Dritten Reiche -." 3. F. LehmannS Verlag, München. Drei- geh. 2,20 Mk. (238.) - Das Buch regt zu ileberiegungen an, es übt Kritik und will kritisiert werden. SS will zeigen, daß Rettung vor dem Ehaos unb Wiedergesundung nur im organischen Aufbau des Staates gefunden werden kann. — Mario Carli: Der Faschist. (L’lta- liano di Mussolini.) Sin Roman der neuen Aera. Kart. 3,85 Mk. Schlieffen-Derlag Berlin W 35. (205). — Earli beschreibt, wie ber Sohn eines alten Liberalen des Grundherrn Uberto d'Aquilonia sich zum überzeugten Faschisten und engsten 'Mitarbeiter Mussolinis entwickelt unb wie er sich alle! benscha ft kicher Politiker unb alS Pionier mo- bemer Technik ganz in ben Dienst seine- Vaterlandes stellt. Mit großer Gewandtheit versteht der Verfasser es, ben Leser in die wichtigsten geistigen, politischen und wirtschaftspolitischen Probleme, von benen baS 3talien von heute erfüllt ist, einzuführen. — HanS Hutten, ,Der Arzt ber Wel t". Durch Gewalt zum Völkerfrieden. Preis geb. 4,50 Mk., Verlag Grethlein & Eo. Leipzig. (173.) — Politische Zukunftsromane sind .bet letzte Schrei" auf bem Büchermarkt. Trotzbem sollte doch daS Publikum vor ben einfältigsten unb lächerlichsten Produkten einer überhitzten Phantasie bewahrt bleiben. Politik wird nicht im Wölkenkuckucksheim gemacht unb eine an sich vielleicht zukunft-trächtige politische 3bee wird diskreditiert, wenn sie dem ohnehin schon leicht irgendwelchen 3rrlichtem nachjagenden Publikum in der Form unausgegorener, phantastischer Schwäger« ien vorgesetzt wird. So einfach ist Geschichtemachen doch nicht, wie eS sich der Verfasser, der an sich von einem gesunden Grundgedanken au-geht, mit seinem deux ex machina in ber Gestalt beS .Arzte- ber Welt" benkt. DaS Buch läßt jebe nüchterne politische ileberlcgung außer Bettacht unb schwelgt in oben Äußerlichkeiten, die ber Verfasser sich anscheinenb durch eifrige Zeitungslektürs zusammengelesen hat. — Eugen Diesel. Die Umgestaltung d e r W e 11. Zur Frage unsere- technischen Schicksal-. 3n Büttenumschlag 1,20 Mk. (Verlag der 3 G. Eottaschen Buchhandlung Rachfolger Stuttgart.) (143j — Eugen Diesel unternimmt eS, in gedrängter Form einen Querschnitt durch unsere modernen Zustände zu legen unb ben Weg zu beleuchten, auf bem sich praktisch unb geistig bie Weiterentwicklung bewegt. Den großen Landschaftsformen der Raturlandschaft, der Kulturlandschaft und der Maschinenlandschaft wurden bestimmte Schicksale in Geist, Wirtschaft unb Gesellschaft zugeordnet. Verantwortlich für Lokales: i. D. HL. Neuner. Zur Gesichts-Bräunung aber auch zur Bräunung des ganten Körpers bei Gönnern oabem verwende man die reizmildernde und whlende Creme £ e o b o r -- fettfrei in roter Packung; fetthaltig in blauer Packung. Tube 60 Pf u. 1 MI. Wirksam unterstützt durch Leodor-EdA seife Stück 60 Pf. Zu haben in allen ChlorodoM-Derlaussstellen. Das Bismarckdenkmal in Lindau am Bodensee wurde vor einigen Tagen eingeweiht. Gegen 23 Ußr erschienen die Gewitterwolken über unserer Stadt und brachten heftige Entladungen mit sich die jedoch keinerlei Schäden anrichteten. DaS Gewitter hatte auch verhältniS- mäßig leichte Regenfälle zur Folge, die keinerlei nennenswerte Abkühlung verschafften. •• Der Derf assungStag 1931 in He s - se n. 3n einem Ausschreiben an die Behörden macht das Hessische Gesamtministerium daraus aufmerksam, baß am 11. August alle öffenllichen Gebäude in ben Reichsfarben zu beflaggen finb. Wenn StaatSbehörben Gebäude innehaben, die nicht staat-eigen sind, fo ist für bie Beflaggung au sorgen. Die äußere Gestaltung ber Feier wirb sich wie in ben Dorjahren abtoiaeln. 3m Hinblick auf bie große Rotlage unseres Volke- wirb besonder- barauf hingewiesen, bie Ausgaben möglichst zu beschränken. Wegen der Beteiligung ber Kirchen an der feierlichen Begehung bes Ver- fassung-tage- ist bie Regierung mit biefen in Verbindung gerieten, um eine Verständigung darüber herbeizuführen, daß die kirchlichen unb weltlichen Feiern nicht zusammenfallen. Wie in ben früheren 3ahren finb Veranstaltungen aus Anlaß unb zu Ehren bes BersassungStages von ber Vergnügungssteuer befreit, ebenso ist auch bieseS 3ahr bie Freistellung von dem ilrtunbenftempel für bie Feiern angeorbnet. Die Polizeistunbe wirb für alle Gemeinden beS Lan- bes für bie Rocht auf ben 12. August aufgehoben. Da die Berfassungstage seit 1929 gesetzlicher Feiertag in Hessen finb, müssen alle Arbeiten, bie sonst an Feiertagen auch verboten finb, unterbleiben. Das gilt auch für landwirtschaftliche Arbeiten, soweit sie nicht wirklich dringend sind. Drescharbeiten, deren Vornahme am DersassungS- tag 1930 vielfach bei der Bevölkerung berechtigten Anstoß erregt haben, dürften z. D. regelmäßig nicht für zu dringenden Arbeiten gehören. •• Paul Adam f. Am Freitag wurde auf bem Rorb-Friedhöfe in Düsseldorf ein 83jähriger Mann beerdigt, ber in Gießen auch eine bekannte Persönlichkeit war: ber Duchbinbermeister Paul Abarn. Er. ein geborener Schlesier, wan- berte in Hessen kurz vor bem Kriege von 1870 ein unb zog mit dem 3 -R. Rr. 115 ins Feld. Rach dem Kriege heiratete er und gründete in ©ießen ein kleines Geschäft, daS ihn recht unb schlecht ernährte. Wo es etwa- zu meistern gab. war er mit Rat unb Tat zur Hand und manches Stück seine- Schassens widmete er ohne Vergütung ber Allgemeinheit unb stellte sich auch in Deren Dienst, z. D. bei ber Feuerwehr, des Krieg er Vereins und da er ein guter Geigenspieler war, wirkte er auch bei musikalischen Veranstaltungen mit. Adam war der Verfasser eines systematischen »Handbuchs der Buchbinderei", der »Lebenserinnerungen eines alten Kunstbuchhändlers" unb einer Anzahl kleinerer Werke; ferner war er lange 3ahre Schriftleiter bes Archiv- für das Buchgewerbe. 3n fast alle Bibliotheken Deutschlands hat er hineingeschaut; sein Wunsch, auch die Büchereien der Türkei und Rußlands kennenzulernen. hat sich leider nicht erfüllt. Seinen Ruf nach Düsseldorf erhielt Adam von bem damaligen Direktor Frauberger an da- nach 1880 neu gegründete Kunstgewerbemuseum, wo er bis zu seiner Ruhestandsversetzung alS Gewerbevberlehrer wirkte. Er ließ es sich aber nicht nehmen, täglich biS zu seinem Lebensende nach der entfernt von seiner Wohnung gelegenen Stätte seines früheren Wirkens zu radeln. Mit ihm ist ein Meister seine- Fachs, ein trefflicher Mensch und ein mit viel Humor begabter Mann dahingegangen. Daß er sich bei Ausbruch des Weltkrieges als 66jähriger dem Heere zur Qkrfügtmg stellte, kennzeichnet ferne vaterländische Gesinnung. •• Zulassung von Schecks berSanat- Bank im Postscheckverkehr. Rachbem bie Danat-Dark erklärt hat, baß sie bie auf sie gezogenen unb bei ben Postkossen eingelieferten Scheck- für alle Post- und Fernsprechgebühren unb auch für Steuerzahlungen nach Feststellung ihrer Orbnunasmäßigkeit honorieren werde, sind die Postanstalten mit sofortiger Wirkung angewiesen worden, Danat-Scheck- in demselben Rahmen wie die Schecks ber übrigen Privatbanken anzunehmen. •• Funbsachen abzuhvlen Dom Polizeiamt Gießen wird mitgeteilt: Das Verzeichnis über die im Monat 3uli 1931 gefundenen dzw. abgelieferten Gegenstände kann an bet Anschlagtafel im Flur bes Polizeiamts. Landgras-Phi» lipp.Platz Rr. 1. cingcfcpen werden Die Empfangsberechtigten werden aufgeforbert, ihre etwaigen Rechte innerhalb ztoei Monaten beim Fund- bureau während der Diensthunden geltend zu machen. •• 2 5. Dienstjubiläum. Der Reichsbahn- ladefchaffner Wilhelm Klingeberger, wohnhaft Bahnhofstraße 106, kann heute auf eine 25jähr ge Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. •• Deoisen-Bewirtschaftungsstelle auch in Frankfurt. Für den Regierungsbezirk Wiesbaden unb bie Kreise Hanau-Stadt unb Hanau- Lanb, Gelnhausen, Schlüchtern, ßünfelb unb Gers- selb wirb sofort eine Bezirksstelle ber beim Landes- finanzaml Kassel bereits bestehenben Stelle für Devisenbewirtschaftung, unb zwar in Frankfurt a. M. im Gebäude bes Finanzamts Frankfurt a. M.-Börse, eingerichtet. Die Entscheidungen ergehen unter der Firma: „Der Präsident des Landesfinanzamts Kassel als Stelle für Devisenbewirtschaftung, Zweigstelle Frankfurt a. M." -ReuregelungderSteuer-Llbzüge vom Arbeitslohn ab 1. 3ult 193 1. Durch § 17 ber Durchführungsbestimmungen über die Änfenfteuer byr Lohn- unb Gehaltsempfänger (Krisenlohnsteuer) vom 17.3uni 1931 wirb bestimmt, baß bie Kri senlohnsteuer in verschiebener Höhe zur Erhebung kommt, je nachdem ber Arbeitgeber bie einbehaltene Steuer an baS Finanzamt abfübrt. Arbeitgeber, bie Krisensteuer. AbzuaS- tabellen benutzen, müssen beShalb feststellen, ob die benutzten Tabellen zwei verfchiebene Krisen lohn- steuer-Deträge angeben. Bei vielen vor bem 17.3uni 1931 erschienenen Tabellen ist nur ein Steuerberiag angegeben, diese Tabellen finb baßer unvollständig. Arbeitgebern, die sich und ihre Arbeitnehmer vor Schaden bewahren wollen, wirb beshalb empfohlen, sich baS ausführliche Merkblatt über bie Reuregeluna ber Steuerabzüge vom Arbeitslohn fenben zu lassen. Die Zusendung erfolgt auf einfaches Verlangen durch Postkarte kostenlos unb portofrei burch bie Hauptabaabe- stelle ber Reichs-Steuer-Merkblätter, Berlin SO 36, DreSbener Straße 2. "AenderungenderErbschaftssteuer. 3m Zusammenhang mit der Notverordnung de» Reichspräsidenten hat der Reichsfinanzminister einen Erlaß über die Aenderungen des Erbschaftssteuer- gesetzes erlassen. In diesem Erlaß wird u. a. darauf hingewiesen, daß die Bewertung der Erbschaft»- steuer sich eng an die Bewertung der Vermögens- steuer anschließen soll. Nach biefen Äenderungen ist dem Grundsatz Geltung verschaftt, ba£ da» gesamt«, dem Erwerber vom Erblasser oder Schenker ' faUene Vermögen, soweit da» Erdschaftssteuergesetz nicht selbst Einschränkungen macht, zur Besteuerung heranzuziehen ist. Au» dieser neuen Rechtslaae ergibt sich z. B, daß der Anspruch aus einer vom Erblasser iugunften eines Dritten eingegangenen UnfaUoer- sicheruna, die bisher nicht vorsteuert werden konnte, künftig steuerp,sichtig ist. In den Fällen, bei denen die Steuerschuld nach dem 31. Dezember 1930 entlauben ist oder entsteht, und landwirtschaftliche, orstwirtschaftliche und gärtnerische Betriebe. Grund- tucke oder Betried»grundstucke zu bewerten sind, ür die ein Einheitswert auf den 1. Januar 1931 noch nicht festgestellt ist, wird die Steuer zunächst vorläufig festgesetzt. Hierbei ist der vorliegende letzte Einheit»wert, also in der Regel der auf den 1 Ja- nuar 1928 festgestellte, zugrunde zu legen. Sollten sich auf der vorläufigen Ansetzung diese» Werte» hin. sichtlich der Steuerzahlung für den Pflichtigen Härten ergeben, so ist durch Stunduna eine» angemessenen Teilbettage» der Steuer zu Helsen. •• Sängerehrungen d« S Hessisch«« Sä n gerb undeS. Der Hessisch« Säng«rbunb «hrie in diesen Tagen wiederum ein« Anzahl verdienter Sänger durch besondere Ehrenzeichen. Der Sänger Friedrich Henkel (Harmonisch«- Kränzchen), Schlitz, erhielt für 50jährige aktive Sange-tätigkeit die goldene Shrennabel de- Hessischen Sängerbünde- und gleichzeitig den Ehren- brief des Deutschen Sängerbundes. Mit der silbernen Ehrennadel für 4Ojährige aktive Sangestätigkeit wurden Fritz Germer, Emil Trapp, Heinrich K o r n D c r , sämtlich vorn Männer- gesangvdrein Wetzlar, Heinrich Schmidt IV., Anton Kr« ud « r vom Männergefcmgvere.n Grünberg und 3akob Grülina. Germania Dad-Rauherm, ausgezeichnet. Die Verdienst na del für 25jähriae aktive DorstandSarbeit erhielten Heinrich Schmidt VIII., Heinrich Lotz, Heinrich 2 a r z . Franz T a b o s ch a t und Friedrich Schäfer, sämtlich von „Eäcilia" Lich, Balth. Decker, Ludwia Döbel III., Johann Jammer und Balthasar Schnecke«, „Frohsinn Londorf, und Wilhelm 3 u n g vom Gesangverein „Eintracht" Leihgestern. Zum Shrenchormeister im Hessischen Sängerbund wurde Eduard E u j € vom Männergesanaverein Wetzlar ernannt. Gleichzeitig wurde ihm Die Ehrennadel verliehen. " Derband ber 3ngenieure unb Architekten. 3n Würzburg wurde der „Verband der 3ngenteure und Architekten Deutschland- unb Oesterreich-" gegründet, der es sich aut besonderen Aufgabe macht, die Gruppe bet Ingenieure unb Architekten (Absolventen deutscher Techniken. 3ngenieurschulen und Polyicch- ntfen) zu gemeinsamer SlanbeSvertretung au* sammenzusatten. Die hiesige OrtSgruppe^geschäsi»- stelle befinbet sich im Hause Goethestraß« 57. Sonntag |g Volksflugtag in Gießen 04416 Gießen, den 6. August 1931. 5195 D Billige Fische Prima Ware zu bedienen 5186 A Knabenhosen Beugen Sie vor 5193 D mit einer Pf. Knoblauclisaillior an 51926 reichen. von Herren-Streifenhosen Erholungsbeim„Eiclilior, Laulerbach Strecke Gießen—Fulda (Hessen) 1.95 2.95 Herren-Anzughosen 4.95 6.95 8.95 Freitag, den 7.. und Samstag, 8. August Tennishosen DiiWitMHhtwiigttiMiiittg 9.75 12.50 Herr.-Breecheshosen 5.75 6.75 Herren Knickerbockerhosen 5" „Rückverßülunß! 5.90 7.50 8.90 Die kleinen Preise MMR Kutter Schmücker 5197 A frei Lehrplane Breecheshose eine Sonderleistung............... Breecheshose aus grünem Cord waschbar und äußerst fest........ Anzughose auffallend billig.................... Anzughose gute Qualität, in nur modernen Farben Anzughose, in sehr guter Verarbeitung und ausgesuchter Qualität Breecheshose gs we eine Spitzenleist., hochwertige Qual. We ■ W Knabenhose für 6—8jährige Knaben. trag- und waschbare Qualität...... Strelfenhose, dauerhafte Qualität, eine besondere Leistung.......... Tennishose reine Wolle, in weiß und farbig.. Tennishose, besonders gute Qualität, reine Wolle, tadellos. Sitz haben bis einschließlich Samstag, den 8. August 1931 Gültigkeit Knickerbocker die moderne Sporthose..........-v Knickerbocker auserprobte Qualität............... Knickerbocker englischartigerStoff, flott in der Form Streifenhose besonders billig..... Streifenhose etrom- u Reaiotechnik Werkmeisterschule enden Samstag, den 15. August, und verfolgen den Zweck, Sie wie immer gut und ganz besonders bi11ig Ein großer Posten eisenfester Manchesterhosen preise v. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 8. August, mittags 12 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt abztigeben. [5199D Müller, Wiihelmstrabe 9 pt. Ingenieurschule Elektrotechnik. Maschinen-, Auto-. HcuungsDau. Fiug> Emtedecken Säcke f. die Landwirtschaft, sowie wasserdichte Wagenplanen liefert biüinit 5018V M. Cb. Mühlstein, Sackfabrtt, Giehen Telephon 2132. An derMargarefenhütte 5 80005111. 1. Hypothek, aufNeu- bau ncflen zeitgem. Zinsen zu leihen qc- fuchl.SchristlicheAn- oebote unt. 04455 an den Giehen. Anzeig. Fischhaus Cuxhaven Marktstrabe 23 Telefon 2417 10 Min. von Bad Salzschlirf, am Südostabhang des Eichbergs, mit großen in die Waldungen des Eichbergs übergehend. Parkanlagen, macht einen Aufenthalt einzig idyllisch. Einzel- u. Familienzimmer zum Preise von tägl. RM. 4.- bis 5.- pro Person einschl. Pension. Neuzeitl. Schwimmbad in nächster Nähe Herrliche, ruhige, sonnige Höhenlagen sichern beste Erholung und Genesung 30770 kick i Fiillgrt Filialen in allen Stadtteilen I 5188 a| Wetzlar/Stadion SuiW Samstag, den 8. August, abends 9 Uhr: Graf Zeppelin nnterelnem Hagel von Bomben nnd Granaten — Goldregen über Wetxlar — An der schönen Lahn — Riesen-Wasserfall Schersfront „Urwald Idyll“ — Wirbelkaskaden - Tanz der Irrlichter —Venetianisehe Farbensenne n. a. m. — Das Feuerwerk findet auch bei trübem Wetter statt; bei Regen Verlegung auf Sonntag. [5189V Ab 8 Uhr Konzert der OrcbesterverelnlUnoß Wetzlar. Eintrittspreise: Erwachsene 50 Pfennig, Schüler 30 Pfennig. — Zum Besuche der Veranstaltung ladet ein Wetzlarer Verkehrsverein (.Stadt n.Landte-V.) Vereine Gießen. Gesangvereine Freitag, d. 7. Aug. abends 8'/, Uhr im Kath.Vereinshans tainl-Mi (Bersassungöseler) Noten: 5182 d £) Schutzgeist" «Mein Deutschland" 0. Mangold. Um öolUnbllflc Beteiligung bittet dcrftzauvorsitzende (Vermietungen | Im iiädk. Anwesen, LichcrStr.4.>tstbtS z. 1. Sept. d. I. eine MhlW besteh, auß 4 Zimm., Bad, Balkon u. Zubehör zu vermieten. Bewerbungen sind beim städt. Vermess.- Amt, Bergstrnire 20, Zimmer 8, ein ah* ;pNoritseehad Insel tatst 7/ Das vornehme Famlllenbad der Nordsee O-H-Käsekucben sonst 95.. Jetzt 85 $ Turnverein von 1846, Gießen (Wanderabtellnng) Sonntag, 9. August: Wanderung: Kroidorser Forst — Salzbüdeial. 9ager am Waldbad Kirchners. Abfahrt nach Lollar 6.42 Uhr. (»*‘d 1.25 an 17 km langer, sehr breiter, reiner fein «and Igor Natur- *(rand, ohne Buhnen u. Bauten, der innerhalb von 1—3 Minuten von allen Häusern erreichbar ist. Mllßlge Pen- udonepreiee. Kurkarten Inhaber: Kalte Seebäder kostenlos; warmeSeebäder Erwachsene! Mk.,Kinder50Pfg. fr’euerbaute große moderne Ijceehalle mit Schreibnische, Rauchzimmer u. Zentralheizung. Unterhaltungen: Reitsport, Tennissport, Tennisturniere, Konzert, Reunions und Kinderfeste. Frequenz 12000. Prospekte durch die Badeverwaltung und Reisebüros. 3116 V geg. hohen Blutdruck u. Arterienverkalkung Flasche Mk. 1.60 in der Central - Drogerie Schnlstraße O-H-Mandelkucben t . ^90 unserer Kurzwarentage | Verkäufe Landhaus 3 Zimmer, Küche, Scheuer, Stallung, grober Obstgarten f. : 000 NM. zu verkauf. Anzabl.2-2500RM. Ebenso ein Erntewagen zu verkaufen. Zu ersr. i. d. Geschst. des Gies,. Anz. Tennishose aus weißem Köper, be- a Ag sondersfürlennis,wasch-u.kochecht ■fre W w Knaben-Kniehose, Sportf., mit < E/\ Gürtel, f. Knaben v. 6-14 Jahr., von livU an Knaben-Leibchenhose f \ WM aus tragfestem Stoff, für das Alter von 3 bis 5 Jahren... von Gestern nachmittag entschlief nach langen schweren Leiden unsere Hebe, gute Tochter und Schwester Käthe Schmalz im 23. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Zollsekretär August Schmalz und Frau Ludwig Schmalz. Freibank Freitag, den 7. Aug. 1931, von 8 Uhr ab (8i«D Zlelschverkaus. [Verschiedenes| 20 - 25 000 M aus 1. Hypothek 00m Selbstgeber auf la GeschästS-HauS gei. Keine Vermittlung. Schr. Angebote unt 51941) a.d.Gieft. Anz. Die morgen beginnende Veranstaltung zeigt Ihnen erneut, daß wir in unserer Abteilung Herren- u. Knaben-Konfektion Wunderdinge leisten. — Unsere Hosentaqe 95. MiMalt von 18 Morgen Vanb mit Schweinezüchterei nebst lebendem und totem Inventar sofort unter günstig. Bedingungen zu verkaufen. SchristUche Angeb. unter 51831) an denGiehenerAn- zeiger erbeten. Jrüh'Kartoffeln gelbfl.Ware.Ia Qualität und nute Sor- iterunn, per Zentner 2.50 Mk. mit Sack, versendet unt.Nachn. Ji. Rohmann. Kartoflel großbandel, Echzell iWetterau». Fernspr. 36 5191D Amt Reichelsheim. Grnttfltltle.Blnöe- garn. WageDlOdier wasserdichte Wagenplanen Frucht-Säcke liefert prompt Wilb. Nebbutb, Seilerei und Plan- sabrik, (Sieben Telephon 3206. kw, Wir bnb?ca.2O 000 Stück Hohlsleinverblendgr weih, ungebr., llberz. u. geben diese zu sehr billigen Preisen ab. Helllgenstaedt 4 Comp., A.-B., fließen. MtnP Geschäfts-Drucksachen SSKimw?" Briefumschlag» bei Brühl, Schulstraße 7 Geachäftskerten Schönes Zimmer gleich oder später preiswert an soliden Mieter zu verm. Tranks. St> .231. Achtung Äutöbesilzerl Einzel-Garagen pro Monat 15 Mk. Sammel-Garagen pro Monat 10 Mk. zu vermieten. 04448 Frankfurt. Str. 82 Fernruf 3957. O H Apfelkuchen sonst 1^...jetzt 90 O-H-WienerKuchen85 ß II Hamburger sh Uu* Sandkranz • sonst 75.. .jetzt 0/ Achtung! Freitag morgen, ab 10 Uhr, und folgende Tage verkaufe ich im „Löwen" Jleuenroeg 28, zu staunen- billigen Preisen. 30 Kleiderschränke (ein- und zweitürig), Wäscheschränke, Waschtische mit und ohne Spiegel, Nachttische, einen Salon, Büfetts und Kredenzen, Sekretäre, zehn Blumenkrippen, Sofas, Kommoden, ein Klavier, Herrenräder u. v. a. 5196D Ludwig Harimeh Neuenweg 28 — Telephon 3414 W Wir suchen allerorts" fleißige Personen für deren Wohnort mit gröberem Umkreis sofort eine Filiale ikein Laden) errichtet wird. Berns und Wohnort cinetlet Gegenwärtiger Berus kann beibehalten werden. Dauerndes Einkommen btS Mk. 600.— monatlich. Bewerbung unter „Filiale Nr. 186" an Ala Haasenstein & Vogler, Köln. 6IMV | Mietgesuche | Bon Dauermieter 2 Zimmer nnd Küche zu miet, gesucht. 2. Stock ob. Mansarde beoorz. Schr. Ving, mit Preis u. 04456 a. d.Gn. Anz. Möbliertes Zimmer gcs. Schrtsil. Ang. u. 04445 an d. Gft. Anz. Arbeitsräume zu mieten ges. Schr. Anged. mit Preis u. Gröhe unter 04453 an den «Mich Anz. [Wohnungstausch) Woblitltigo tausch! Schöne 3-Zim.-WohDg. mit ZuÜehör gegen geräumige 2-3-Zimmer-Wohnung im Innern d. Stadt zu tauschen gesucht. Schrtftl. Angeb. unt. 04452 an d. Gn. Anz. | Stellenangebote | Hunger Bäder- nnö SonOilor-Wlfe sofort gesucht. [M4IJ Konrad Nebban, Bäckerei. Lich, Kirchvlatz 1. Solide-, sauberes MSWkl nicht unter 18 Jahr, für tagsüber in kl. besser. Haushalt »um 1. Sept. ges. Zu ersr. in der Geschäftsstelle des Gies,.'Anz. >,,,, [Stellengesuche] Suche Stelle als ßmwer gegen Taschengeld. Schrtftl. Angeb. unt. 04454 an d. GH. Anz Mtzener Anzeiger IGeneral-Anzeiger für Gberheffen) Ur. 182 Zweites Blatt Donnerstag, 6. August 1951 Landnöten. Mit dem Aufziehen der ersten Gewitterwolken n brauche!" „Fährt ein Kollege von Ihnen mit?“ „So meinte ich es nicht! Ich erzählte Ihnen einmal, daß manche meiner Kollegen ihre Frauen mit in die Tropen nehmen ... vielleicht erinnern Sie sich noch jener Unterhaltung? ... wir sahen am Strand, ich glaube, wir haben uns damals sogar etwas gestritten —" Er pachte eine Pause, bann fuhr er betont fort: „Diesmal werde ich ebenfalls in Begleitung meiner Frau, genauer gesprochen, meiner künftigen Frau, hinüberfahren!" In Evas Antlitz wechselte der Ausdruck von Fassungslosigkeit mit dem eines wilden, verzweifelten Schmerzes. Sie schien nicht gleich eine Antwort zu finden, endlich stieß sie spötfisch hervor: „Wird Ihre Begleiterin den hohen Ansprüchen genügen, die Die an die Frauen stellen, die ihre Männer nach Afrika begleiten?“ „Davon bin ich überzeugt!“ „Hoffentlich täuschen Die sich nicht!“ „Ich täusche mich nicht!" antwortete Helbing ruhig, während alles in ihm der Entscheidung entgegenfieberie, die nun kommen würde. „Meine künftige Frau bereitet sich sehr gründlich auf die Reise vor; erst gestern machte ich die Entdeckung, daß sie sogar hinter meinem Rücken zahlreiche Werke über Ostafrika studiert Eva schien den Sinn seiner Worte nicht gleich zu begreifen. Plötzlich jagte es wie der Dlitz über sie hin. Ihre Augen weiteten sich, sahen ratlos Helbing an. Dann fuhr sie in die Höhe. AIS suche sie einen Halt, tastete sie sich rückwärts. Unablässig waren ihre Blicke Helbing zuae- wandt, in einem Ausdruck, der ihn bis in die Tiefen seines Wesens erschütterte. „Eva!" sagte Helbing innig. Die stand da, wie von einem schweren Dann gefesselt. Nun hoben sich ihre Arme, streckten sich Helbing entgegen, der auf sie zueilte. „Ist es denn wahr?" kam es leise über ihre zuckenden Lippen. Er nahm ihr Haupt zwischen die Hände. „Warum haben wir es uns so schwer gemacht, Eva!“ Mit einem Iubelschrei warf sie sich an seine Brust. Sie küßten sich immer und immer wieder; glückstrunkene Worte stammelten sie. Mit tausend Stimmen fang in ihnen die Seligkeit dieser Stunde der Erfüllung. XXVIII. Kalte Winde jagten über die Insel. Das Meer war grau und stark bewegt. 3n ihre Mäntel gehüllt, schritten Hanna Moest und Iörg Leupold durch die Dünen, denen das Leuchtende, Gleißende der Sonnentage fehlte. „Nun sind wir bald die Letzten hier!" sagte Hanna Moest. „Ich hätte nicht gedacht, daß ich so lange in Norderney bleiben würde!" „Ich bin Ihnen dankbar, Frau Hanna, daß Sie mir zuliebe noch ein paar Tage zu gegeben haben!" Die lächelte. „Mußte ich es nicht tun? Ich konnte Die doch nicht ganz allein hier zurücklassen, nachdem Ihr Freund Bertram Sie seiner Braut wogen schnöde im Stiche gelassen hat!" „Sagen Sie nichts über Paul! Wenn er nicht gewesen wäre, hätte ich die Sommermonate wahrscheinlich zu Hause verbracht; ich wäre Ihnen, Frau Hanna, dann nicht begegnet .. Sie gab darauf keine Antwort. Nun kamen sie zum südlichen Rand der Dünen; vor ihnen lag düster, unfreundlich das Wattenmeer. Wie auf geheime Verabredung blieben sie stehen und sahen lange hinaus Leupold hob die Hand. „Dort fährt daS Schiss", sprach er zögernd. Hanna wunderte sich, wie ruhig ihr Herz schkug. „... mit dem Stefan Helbing wegfährt", ergänzte sie Leupolds Worte. In banger Frage sah Leupold fte an. „Schmerzt dieser Gedanke Sie nicht, Hanna?" Die schüttelte den Kopf. „Ich wünsche, daß Stefan mit Fräulein Miller glücklich wird", sprach .sie ernst. „Könnte ich diesen Wunsch hegen, wenn ich nicht ganz überwunden hätte?" Bon Leupold fielen die quälenden Zweifel, die immer wieder sich in ihm geregt hatten, ab. Nun lag der Weg fr et vor ihm, der Weg zu Hanna... Gr sagte, um 6er Erregung Herr zu werden, die ihn erfaßt hatte: „Es ist felffam: an dieser Dtelle habe ich auch damals gestanden, als Herr Helbing mit dorn Dampfer hier ankam. WaS liegt zwischen jenem Tage und heute!" „Wir wollen weitergehen!" sprach Hanna statt einer Antwort. Dann, nach kurzem Schweigen: „Wer weiß, wie ich diese oft schwere Zeit überstanden hätte wenn ich allein gewesen wäre! Ich hatte aber D e, Iörg!" Dein ganzes Wesen drängte der geliebten Frau entgegen. „Seitdem ich Sie kenne, Hanna, habe ich reinen anderen Gedanken, als Sie froh zu sehen!" sprach er schlicht. . „Ich weiß es, ich habe es immer wieder gefühlt ..kam es leise zurück. „Ich habe Sie lieb, Hanna!" fuhr Leupold fort, und durch seine Stimme schwang der ganze Reichtum seines starken Empfindens. „Ich kann nicht viele Worte machen, Hanna ... vielleicht ist es noch zu früh, daß ich spreche ... ich mußte Ihnen aber jetzt sagen, wie es um mich s^In warmem Aufleuchten kamen ihm Hannas Augen entgegen. ,,©ie brauchen mir heute noch keine Antwort zu geben, Hanna! Ich werde Die nicht drängen ... Alles muß feine Zeit haben, um zu reifen! ... Sie müssen erst wieder sich selbst finden, damit Sie Klarheit über uns beide gewinnen können ... Immer sollen Sie aber daran denken, daß ich nur noch für Die lebe! ... Vielleicht gewinnen Sie mich lieb, vielleicht sehnen Sie sich eines Tages nach mir ... dann kommen Sie zu mir, Hanna ..." Freude, selige Ergriffenheit waren bei Leupolds Worten in Hanna Moest aufgerauscht. In glücklichem Erschauern fühlte sie, wie etwas, das unmerklich in ihr aufgeblüht war, zur Entfaltung drängte. Nicht die stürmische, aufwühlende Glut würde es sein, die sie zu Stefan Helbing getrieben hatte; Anderes, Stärkeres würde sie an Iörg Leupold binden .... Liebe, die still, groß und ohne Wanken war ... Iäh hemmte Hanna Moest den Schritt. Sie legte ihre Hand in Leupolds Rechte, die ihr entgegenkam. „Ich werde kommen“, sprach sie, in ihrer Stimme war ein dunkler Klang. „... ich glaube, ich werde bald zu dir kommen, Iörg ..." sich daraus ergebenden Konsequenzen weoen abge- lehnt. Ein Gesuch um Neuregelung der Wasscrgeld- berechnung wurde vertagt und die Bürgermeisterei beauftragt, die erforderlichen Erhebungen anzu- stellen. — 3n Heilen ist die staatliche Grund- st e u e r v e r g ü n st i g u n g für die vor dem 1.April 1931 bezugsfertig gewordenen Wohngebäude derart ausgedehnt worden, daß über fünf Jahre hinaus für das 6., 7. und 8. Jahr noch Freistellung von der staatlichen Grundsteuer und für dos 9. und 10. Jahr Ermäßigung um die Hälfte der Grundsteuer statt- findet. Der Stadtoorstand beschloß, dem Borgehen des Staates nichtqufolgen, sondern über An- träge auf Befreiung von der Gcmeindegrundsteuer von Fall zu Fall zu entscheiden. Am kchluß der öffentlichen Sitzung gab der Burger- meister den Bericht über die Revision der E t a d t k a f s e durch die Oberrechnungskammer Darmstadt bekannt, tiie Kasse wurde in Ordnung befunden. Landkreis Gießen. # Au - der W« t te r a u , 5. Aug. Die Kohlweißlinge treten in diesem Jahre außergewöhnlich stark auf. Zu Hunderten umschwirren sie loggübcr b'c Äoblbeete und legen ihre Gier ab. Besonders werden dazu Dlumen- und Rvsenkohipslangen bevorzugt. Fall- nicht so- svrt zur Bekämpfung geschritten wird, sind schwere Schäden zu erwarten. Heben einer guten Äernobflcrnte steht eine Doll- ernte der Walnüsse in Erwartung. Kreis Lchottcn. • Gedern, 5. Aug. Am 6. August 1891 wurde die offizielle Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Gedern oorgenommen. Aus Anlaß des 4 01 ä b r i • gen Bestehens der Gederner Feuerwehr findet am 16. August der Kreis-Feuer- wehrtogdeskreises Schotten, verbunden mit der Feier des 40. Jubiläums in Gedern statt. Sämtliche Wehren des Kreises Schotten sowie eine größere Anzahl befreundeter Wehren wurden ein- geladen. Der Festtag wird mit einem Festgottes. dienst eröffnet. Sodann findet eine Exerzierübung und ein großangelegter Brandangriff statt, zu dem auch die Freiwilligen Feuerwehren von Ober- Seemen, Eschenrod und Burkhard» herangezogen werden. Neben der Ehrung verdienter Mitglieder sind ein Vortrag und eine Filmvorführung vorgesehen. wg Gedern, S. Aua. Die unter Leitung von ftammerblreftor i. R. Müller (Darmstadt) vor- genommene Ausgrabung der Hefte der alten Marcellinuskapelle im Nidder- gründ zwischen Burkhards und Gedern auf dem der Pfarrei Burkhards gehörenden Wiesengelände ist nunmehr beendet. Da» Ergebnis darf als sehr erfreu, lich bezeichnet werden. Gelang es doch, die Laae der alten Kirche in ihrem vollen Umfange genau festzu- stellen. Freilich konnte aus Mangel an Mitteln nur das Fundament des Thors vollständig freigelegt wer- den. Nach der Ansicht der kürzlich an der historischen Stätte weilenden Sachverständigen, des Denkmal- vslegers Geh. Baurats Walde (Darmstadt) und de» Professors der Kunstgeschichte Rauch (Gießen), handelt es sich um einen alten romanischen Kirchenbau und um eine der ältesten Kirchen Oberhessens, die einst im kirchlichen Filialverhältnis zu der Mut- terkirche in Gedern gestanden hat. Möglicherweise «ft sic an Stelle einer alten Holzkapelle erbaut worden, die im 8. Jahrhundert errichtet worden war, da man bei der Ueberführung der Leiche des Bonifatius genötigt war, Im Niddertal zu rasten; diese Raststellen galten als heilige Orte und wurden durch Kapellenbauten gekennzeichnet. Man vermutet, daß später der alte romanische Bau gotisiert wurde. Einen Anhaltspunkt dafür bieten die bei den Arbeiten auf- gefundenen in gotischer Manier bemalten Glas- scherben. Man sand im Schutt ferner einen prächtigen Kops von Bronze, an dem einst die ewige Lampe hing, außerdem eiserne Beschläge, so wie auch einige Menlchenschädel und -knochen. Die Fundgegenstände wurden an da» Prooinzialmuseum in Gießen weitergeleitet. Kreis AlSfeld. • Schabenbach, 4. Aug. Unsere ® e - meinbejagb wurde neu verpachtet. Jagdbezirk I ersteigerte Architekt Heinrich Weber aus Solingen; Jagdbezirk II ging an den Oberst a. D. OSkar Müller aus Düsseldorf über. Be- Airf I brachte 205 Mk, Bezirk II 110 Mk. Der seitherige Pachtpreis für die ganze 3agb betrug 260 Mk. Starkenburg. WSV. Offenbach. 5. Aug. Die Jlndustrie- unb Handelskammer Offenbach a. M. pat beim LanbeSfinanzamt Darmstadt beantragt, tn Offenbach a.M «ine Stelle für Devisenbewirtschaftung mit sofortiger Wirkung zuerrichten. Die Bestimmungen der heute in Kraft getretenen Verordnung des ReichSpräsi- denlen über die Devisenbewirtschaftung, vom 1. August 1931. sind, wie die Kammer ausführt, für die hiesigen Sxportindustrien von einschneidender W'.rkung 3m 3nteresse der Aufrechterhaltung d«S Ausfuhrgeschäftes ist di« unverzüglich« Erledigung der gesetzlichen Formalitäten dringendes Erfordernis. Rheinhessen. Oer langgesuchte Schwindler Zaloby verhaftet. WvrmS. 5. Aug. Am Mittwochvormittag konnte die Wormser Kriminalpolizei den seit 1925 von zahlreichen Staatsanwallfcha'ten gesuchten Schwindler 3akoby, der alle größeren Städte mit feinen Betrügereien unsicher machte, nach einem erneuten Betrug festnehmen. 3akoby suchte am Mittwoch eine Frau auf. um bei ihr ein möbliertes Zimmer zu mieten. Sr stellte sich als Dr. Can- bau vor und behauptet«, am Städtischen Kranken- bauS als Facharzt für Krebsforschung angestellt au fein. Während seiner Unterredung mit ter Frau verlangte er ein Glas Wasser. AIS Frau Pfälzer seinem Wunsche nachkam. benutzte er ihre Abwesenheit, um aus ihrem Kleid die Geldbörse mit 38 Mark 3nhalt zu stehlen. Kaum hatte sich 3akvby entfernt, als die Frau den Diebstahl bemerkte und ihren Dessen, einen Studenten, hiervon unterrichtete. Dieser verfolgte den Schwindler und sah. wie er eine Wirtschaft betrat Der Student alarmierte nun die Polizei, wobei er seiner Der- muiung Ausdruck gab. daß es sich um den lang- gesuchten 3akvby handele, dessen Bild und Beschreibungen ihm aus den Zeitungen bekannt war. Als dre Polizei beamten in der Wirtschaft eintra- tl*- c $ M> $afobt) ohne weiteres festnehmen und adsuhren. Bekanntlich hat der Gauner mehrere - rT1 2 * 4 und ähnlicher Schwindeleien verübt, ohne daß es bisher möglich war, seiner habhaft zu werden. Preußen. Starke Absahlrise der Oreihäuser Basaltindustrie. II Marburg, 5. Aug. Die schwierige Wirtschaftslage, welche Reichsbahn, Länder und Kommunen zu starken Einschränkungen im Bahn, und Straßenbau zwingt, macht sich in der Bofaltindustrie des Ebsdorfer Grundes in sehr starkem Maße bemerkbar. Nachdem schon vor einiger Zeil mehrere kleinere Betriebe snllgclcgl wurden, hat jetzt auch dos größte Wert von Nickel das in guten Zeiten mehrere hundert Arbeiter beschäftigte, infolge mangelnder Aufträge den Betrieb völlig stillgetegt und die zuletzt noch beschäftigten 50 Arbeiter entlasten. Neben der Arbeiterschaft des Ebsdorfer Grunde», für welche die Basaltindustrie die fast einzige Erwerbsmöglichkeit bildet, ist auch die Marburger Kreisbahn durch den Au», fall der Basalt fr achten schwer betroffen, denn nur durch die Bafaltindustrte ist eine Ren- tabilität der Bohn gewährleistet. Schwere politische Zusammenstöße in Herborn. Herborn, 5.Aug. Nach einer Versammlung der NSDAP, am Dienstagabend, in der der bayrische Landtag»obgeordnete Dauser sprach, kam ep im Saal und auf der Straße zwischen den Nationalsozialisten und politisch Andersdenkenden zu schweren Zusammenstößen. Die Versammlung war bis zu ihrem Ende ruhig verlaufen, bis nach dem Schlußwort des Referenten die anwesenden Kommunisten die Internationale sangen, wahrend die Nationalsozialisten das Horst-Wesiel-Lied anstimmten. Hierdurch haben sich die Gemüter anscheinend erregt. Plötzlich flog eine Flasche in die Reihen der Nationalsozialisten. Das war das Signal zu einer schweren Schlägerei. Die aufsichtführenden Polizeibeamten räumten hierauf mit dem Gummiknüppel den Saal; der Tumult setzte sich jedoch auf der Straße fort. Plötzlich fielen aus der Menge zwei Schüsse. Jetzt machte auch die Polizei von ihrer Schußwaffe Gebrauch und räumte die anliegenden Straßen. Verletzt wurde anscheinend niemand. Die Untersuchung hat ergeben, daß es sich um eine vlanmäßig vorbereitete Aktion der Kommunisten handelt. Auf Grund der Dorkommniste wurde eine nationalsozialistische Versammlung, die für Mittwochabend in Dillenburg angesetzt war, vom Regierungspräsidenten in Wiesbaden verboten. Kreis Vehlar. * Wetzlar, 5.Autz Der Wetzlarer Berke hrsve rein für etabt und Land veranstaltet am Samstag, 8. August 1931, 21 Uhr, im Stadion Zu Wetzlar ein Groß-Feuerwerk. Die Ber- anftahung findet auch^ bei trübem Detter statt; nur bei Regen wird das Feuerwerk auf Sonntag, 9. Au- gust, 21 Uhr, verlegt. Wie au» dem Inseratenteil der heutigen Nummer zu ersehen, ist die Veranstaltung großzügig angelegt und bringt alle Neuheiten auf dem Gebiete der Pyrotechnik. Ab 20 Uhr ist im Stadion Konzert. I. AuS dem ÄI ec b a 4) t a l, 6. Aug. Di« Äoggenernte war diesmal schnell beendigt, da ganze Flächen im Frühjahr infolge AuSwin- temS neu bestellt werden mußten. Der Ertrag bleibt daher weit hinter dem deS Dvrjahrcs zurück. zumal die Aachsaaten nicht überall gut ein- geschlagen sind. Der AuSsaU beim Weizen ist nicht so groß wie beim Roggen, jedoch ist auch bei Weizen Minderertrag sestzusteUen. Zur Zeit ist man mit dem Ginemten der Sommerfrucht beschäftigt. Der Stand der Hackfrüchte ist durchweg gut. Die Kartoffelernte dürfte reichlich auS- fallen. Kreis Biedenkopf. 0 Bischoffen. 5. August. Am Sonntag fand hier auf der Gieß vom herrlichsten Donnen- fchein begünstigt, ein Kinderfest statt. 3ung und alt war gekommen, um einige frohe Stunden zu verleben. Sin Kinderfeftzug fand rege Teilnahme und gefiel durch feine originelle Ausstattung. Die Feier selbst wurde eingeleitet durch den Posaunenchor, durch Gemeindegef ang und ein Lied d«S Gemischten EhoreS Offenbach. Di« Darbietungen der Kinder, die nun folgten, zeugten von großem Fleiß und Heben und fanden allgemeinen Beifall. Besonders erwähnt zu werden verdient jedoch baS komische Konzert, di« Darstellung verschiedener Tiere, die Beigen der Mädchen und ein 3ungscharspiel. Herr Missionar Schäfer, Frau Bickel und Herr Karl Bieber. di« mit viel Mühe und Geduld di« Spiele der Kinder eingeübt hatten, haben sich um die Veranstaltung besonderes Verdienst erworben. Nnterlahnkreis. WSN. Bad E m s, 5. Aug. Wie ein Vergleich des gegenwärtigen Kurbcsuchs mit dem Ende Juli des Vorjahres ergibt, beträgt der Rückgang 11 d. H., eine Zahl, die in Anbetracht der schweren wirtschaftlichen Notlage als sehr mäßig bezeichnet werden kann. Am 9. August werden in der riesigen Hamburger Kegelhalle, die mit 48 Bohnen eine der größten in Europa ist, die deutschen Kegclmcisterschasten ausgetragen. — Links: „Der Kegler", Bronzestatue in der Hamburger Kegelhalle. Gchüleriurnen - Wettschwimmen. Eine Ooppelveranstaltung im Lahn-Dünsbei-g-Gau. Mit ber am Sonntag in Dorlar aufgezogenen Doppel-Veranstaltung hatte der Lahn-Dünsbcrg- Gau in jeder Hinsicht einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Die Beteiligung von feiten der Gau- vereine war außerordentlich stark. Unter Leitung deS SchülerturnwartS Wagner. Lollar, traten am Vormittag nicht weniger als 300 Schüler zu den Wettkämpfen an. 3n jeder Klaffe turnte tnan einen Sechskampf (je eine Ucbung am Deck. Barren und Pferd, eine Freiübung und zwei volkstümliche Hebungen). Dank der vorzüglichen Organisation war das Turnen bereits um 12 Ubr beendet. Hieraus wurde der vom Gau gestiftete Wanderpreis (4 X 100-Meter-Pendel- ftaffel) ausgetragen, den der Turnverein Wie- seck in der ganz vorzüglichen Zeit von 54‘/s Sek. endgültig in feinen Besitz bringen konnte. Die Ergebnisse: Klasse (3ahrgang 1918/19): 1. S. Göbel. Wieseck, 113 Punkte; 2. Algeyer. Lollar, 111 P; 3. W. Volk, CaunSbach. 110, und W. Eisenhut, Wieseck, 110 P.; 4. H. Schleenbecker, Ruttershausen. 107 P.; 5. A. Ratan, Mainzlar. Fr. Ott, Ruttershausen, W. Stein, Kesselbach, und W. Ruhn, Lollar mit 106 P.; 6. K. Meister, Lollar, K. Pfeiffer. Waldgirmes, und W. Becker, Steinbach, mit 105 P.; 7. H. Grün, Kesselbach, W. Gesell, Waldgirmes, und Fr. Vonderheidt, Hausen, mit 104 P.; 7. A. Schilling, Collar, 104 P.; 8. E. Spaar, Mainzlar, Fr. Schaaf, Kesselbach, A. Speier, Odenhausen, und K. Dem, Collar, mit 103 P. Klasse B: 1. K Scherer, Wieseck, 111 P.; 2. S. Kreiling. Wieseck, 107 P.; 3. H. HaaS. Steinbach und K. Wagenbach. Saubringen, mit 106 P.; 4. H. Ferber, Collar, 105 P.; 5. W. Großer, Wieseck, 104 P.; 6. W. Lepper und K. Weimer, Saubringen, W. Forbach. Collar, O. Ratshausen, CaunSbacb,