Er. 155 (Elftes Blatt 181. Jahrgang Montag, 6. Juli 1931 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd tmb Derlag: vrühl'sche Uittoerfttäl5-Vuch' mit Stetnörnderei H. Lange hi Sietzen. Schnftlettnng nvd Geschästrftelle: Zchlllstratze 7. Annahme pon Anzeigen für die lagcsnnmmcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Redlameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" „ mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Will). Lange. Deranttvorllich für Politik Dr. Fr. Will). Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filler, sämtlich in Dietzen. Eriche,u, täglich,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen; f)te Illustrierte Btetzener Famlliendlätta Heimat tm Bild Die Scholle Msaats.Bezugsvrets: 2.20 Reichsmard und 80 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter» eeinen einzelner Nummern folge höherer Gewalt. 8erafprechavfchlöße enter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieden, potzfchelttonto: gwiffnn am Blain 11686. 3n der Flanke des Hooverplans. Don unserem Londoner D. ^.-Korrespondenten. London, 3uli 1931. Wir empsehlen diese vor der Einigung in Paris geschriebene Betrachtung unseres Londoner Korrespondenten der besonderen Aufmerksamkeit unserer Leser, weil sie Ne Aktion Hoovers in eine große weltpolitische Perspektwc rückt, die, mag sie auch m manchem anfechtbar erscheinen, doch unser ungeteiltes Interesse verdient. ES tfl nun schon mehr als ein Iahrduhend her, da sprach die Welt von der großen Schlacht ,n Frankreich. 3m Donner der Geschütze wurde das Schicksal Europas durch die amerikanischen Tru^ pcn gegen Europa entschieden. Erft hatte sich Amerika damit begnügt, Geld -u senden. dann folgten Munition und Ausrüstung, schließlich dve Truppen. Sie entschieden den Kampf. 5eyte Ul wieder eine große Schlacht in Frankreich entbrannt, nur wird mit einer Munition geschossen, die Lloyd George die silbernen Kugeln nannte, an die Stelle der Menschenmillioneü sind Gold- Milliarden getreten, aber hinter den Dingen stehen die treibenden Kräfte von damals. Gewiße hat Amerika 1918 den Krieg gegen Europa, gewonnen. Ein Jahrzehnt sonnten sich die Bereinigten Staaten im Glanze dieses Erfolges. Der Wohlstand wuchs, der Reichtum entwickelt« sich in- Wolkenkratzerhafte. Der Beweis erschien geglückt, die ..Prosperity" erwies ihn: Amerika gewann den Krieg. Da- ist seit einem Jahre anders. An sechs Millionen Arbeitslose in USA. pochen an den Portalen des Reichtums. Die Milliarden sind zerronnen. 3m Börsenkrach und Wirtschaftsniedergang der letzten beiden 3ahre haben die Amerikaner vielleicht schon mehr verloren, als sie im Kriege und in den Rachkriegsjahren verdienten. Milliarden und aber Milliarden sind einfach verdampft. Rur in Frankreich herrscht noch ungetrübter Wohlstand. 3n Frankreich ist die Siegesgöttin wohnen geblieben, ©ie fühlt sich im Schutze französischer Bajonette offensichtlich wohl und behaglich. Allenthalben in der übrigen Welt aber stöhnen die Massen, die Reichen und die Armen, unter der Last der Sorge um das tägliche Brot, und zugleich sind die amerikanischen Reserven, die exportierten Kapitalmilliarden in .ihrer Sicherheil bedroht. Rückt man die Lage unter angelsächsische Beleuchtung, so war und ist die Zukunft der inter- nationalen Geldwirtschaft und des Wohlergehens der Welt auf falscher Grundlage auf- gebaut. 3n England hat man unter diesem Gesichtswinkel die Dawesplanrevision als eine verfrühte Maßnahme stets kritisiert. Sie war fehlerhaft. Run ist an seine Stelle der Doungplan getreten. Beiden Regelungen aber eignet ein Mangel: sie belasten das Deutsche Reich und den deutschen Steuerzahler mit einer untragbaren Last. Das wäre vielleicht an sich kein Anlaß zur Sorge, aber das Deutsche Reich ist d a s schwäch st e Glied in jener Kette, die man als internationale Wirtschastsverpslichkung bezeichnen könnte. Bricht dieses Glied, dann zerbricht mehr, alS irgend jemand in der Welt verantworten kann. 'Dann entsteht eine Erschütterung des internationalen Kredits, die in der heutigen Lage eine Weltwirtschaftskatastrophe herbeifüh- ren könnte. Run ergibt sich hieraus für England eine bestimmte Rolle. Da stehen auf der einen Seite die ^Bereinigten Staaten von Amerika, daS heute die unbestrittene Bormacht der trans» atlanttschen Welt sind, dazu das englische Weltreich als die die asiatische Wekt und das ilebrige maritim und finanziell beherrschende Macht. Gegenüber diesen beiden steht, bis an die Zähne bewaffnet, die französische europäische Macht, die sich durch die deutschen Tribute langsam, aber sicher soweit mit Geld angereichert hat, daß sie unabhängig und gefährlich zu werden droht. Das wäre nicht so bedrohlich, wäre nicht die französische Geldpolitik wirtschaftlich fehlerhaft. Sie ist nicht ökonomisch. sondern militärisch konstruiert. Gegen diese falsche Verwendung seht die amerikanische Aktion ein. Der Hooverplan zielt aus Paris, wiewohl er durch die deutsche Krisis ausgelöst worden ist. Diese war jedoch nur Anlaß. aber nicht 3ichalt des Hooverschen Vorstoßes. Der hat sehr viel weitere Ziele als Deutschlands finanzielle Erlösung. Die Amerikaner sind wieder nach Europa gekommen um die letzte, die finanzielle Schlacht des Krieges gegen die ehemaligen Verbündeten zu schlagen, weil diese den Sieg gegen ihre ehemaligen Freunde zu organisieren begonnen haben. Frankreich erscheint den Angelsachsen als böswilliger Zechpreller. Die Rolle der Angelsachsen ist gemeinsam und geteilt. Riemand kann leugnen, daß England sehr tiefgehende Meinungsverschiedenheiten mit den Amerikanern hat. Sie können jeden Tag auf- brechen. Daneben stehen jedoch Bande des Blutes und der Weltanschauung. Die Gemeinsamkeit der Sprache und vieles andere mehr. 3n London hat man sich schon damit abgefunden, die Weltherrschaft mit den Amerikanern teilen zu müssen Aber man will sie ni ch t dritteln Frankreich will es. Die Engländer verfolgen auch diesmal ihre durch Jahrhunderte verfolgte diplomatische Taktik. Sie halten sich zurück. Sie spielen aber mit. Sie sind aus geographischen und historischen Gründen die natürlichen Mittler in diesem Widerstreit europäischer und amerikanisch-angelsächsischer 3n- Wird heule noch die Entscheidung satten? Ein neuer Notenwechsel zwischen Paris und Washington. Oie letzte Besprechung. Man erwartet am Montag Amerikas Entscheidung. Paris, 5. Juli. (IDIB.) Am Samstagabend dauerte die Zusammenkunft zwischen den französischen und amerikanischen Unterhändlern von 21.30 bis 0.45 Uhr. Am Ende der Besprechung wurde folgendes (Kommunique herausgegeben: 3m Laufe der Besprechung, die heute abend ffaft- gesunden hat, haben die französischen Unterhändler dem amerikanischen Schahsekretär Mellon und Botschafter Ldge den Text der Grundlagen einer Verständigung übergeben, die heute nachmittag vom französischen Mini st errat gebilligt worden waren. Dieser Text, der auf Grund der Elemente der französischen Rote ausgearbeitet worden ist, wird heute nacht nach Washington telegraphiert, und zwar mit den gemeinsam verabredeten Abänderungen. Die Regierung der vereinigten Staaten wird a m Montagoormittag mitteilen, ob sie glaubt, daß dieser Text mit den Grundsätzen des Hoover- Vorschlags überelnslimml. Sollte dies der Fall sein, so wird die endgültige Entscheidung noch am Montag erfolgen. Line neue franjö- sifch-omerikanifche Besprechung wird am Montag- nachmittag stattfinden. Eine neue Oenkschrist Washingtons. Alle noch strittigen Fragen sollen durch Sachverständige erledigt werden. Washington, 5. 3uli. (WTD.) Das Staatsdepartement veröffentlicht eine neue Denkschrift, die Staatssekretär Mellon heute in Paris der französischen Regierung übergeben hat. 3n dieser Denkschrift heißt es: Die amerikanische Regierung erfahre mit Freude, daß die französische Regierung jetzt in allen prinzipiellen Fragen mit ihr überein st l m m e. Die Regierung der Vereinigten Staaten nehme zur Kenntnis: Frankreich verzichtet für ein 3ahr auf die Zahlungen von Deutschland. Das Prinzip der Kontinuität der ungeschützten Zahlungen werde anerkannt, da Deutschland gleichzeitg entlastet werde. Rach dem Vorschlag der französischen Regierung sollen die Voung - Plan - Zahlungen der De u t- schen R e i ch s b ahn g e s el l sch a f t an die D3Z. wie bisher geleistet werden. Derjenige Teil der Zahlungen, der zur Verteilung an die verschiedenen daran beteiligten Regierungen bestimmt ist, wird der Deutschen Reichsbahnge- sellschaft als Anleihe wiedergegeben und ihr für jede Verwendung, auch zu Anleihen an die deutsche Regierung verfügbar sein. Die Zahlung der Deutschen Reichsbahngesellschaft nach dem Voung-Plan schließe aber nicht den Zinsendienst für die deutsche äußere Dawes - Anleihe von 1924 ein, der von» Deutschland selb st geleistet werden müsse. Die Regierung der Vereinigten Staaten nehme weiter zur Kenntnis, daß 2 5 Millionen Dol- I a r von der ungeschützten Annuität, die an die D3Z. eingezahlt worden seien, für Anleihezwecke an die mitteleuropäischen Staaten zur Verfügung gestellt werden sollen. Die amerikanische Regierung halte eine Annahme dieses Vorschlages durch die Vereinigten Staaten nicht für gerechtfertigt, nehme aber zur Kenntnis, daß die französische Regierung einen Schritt der Zentralbanken als angemessenen Ersah für die ursprüngliche französische Anregung ansehe. Die amerikanische Regierung weise jedoch darauf hin, daß ein Schritt der Zentralbanken nicht zum Gegenstand einer Vereinbarung zwischen den Regierungen gemacht werden könne. Die französische Regierung sei jetzt bereit, sämtliche Rückzahlungen von dem Ende des Moratoriums an gerechnet, auf zwei 3 ab re aufzuschieben. Sie sollen nach dieser Frist in einer Zeit von zehn 3ahren in gleichen jährlichen oder halbjährlichen Beträgen erfolgen. Die amerikanische Regierung sei mit dieser Tilgungsfrist einverstanden unter der Voraussetzung, daß gewisse andere Fragen in befriedigender Weise erledigt würden. Was den Garantiefonds anbetreffe, deute die französische Regierung jetzt an, daß sie diese Frage aus der Debatte lassen könne, soweit die amerikanische Regierung in Betracht komme. Die Frage, was aus den bestehenden, in der Zeil vom 1. 3uTi 1931 bis 30. 3uni 1932 fällig werdenden Sachlieferungsverträgen werden solle, solle späterer Erörterung und Lösung durch Sachverständige der verschiedenen internierten Mächte überlassen bleiben. Frankreich habe sich damit einverstanden erklärt, daß Washington, 6. 3uti. (WTD. Funkspruch.) Hoover kehrte schon frühzeitig am Sonntagnach- mittag zurück und konferierte mit Mellon per Radiotelephon über den inzwischen eingegangenen Text des franzö fischen Vorschlages über die Regelung der Sachlieserungen wahrend des Aufschubjahres, wie verlautet, ftimrnt Amerika zu, daß die Sachlieserung fortgesetzt werde, daß aber die dafür notwendige Summe von 25 Millionen Dollar der deutschen Regierung zurückgeliehen werden müsse. Vie Meinungsverschiedenheiten über diese Frage werden von amtlicher Seite als sehr schwerwiegend bezeichnet und es wird erklärt, daß Amerika entschlossen sei, auf dem Geiste des hoooerschen Vorschlages In allen seinen Einzelheiten zu bestehen. von amtlicher Seite wurde dem Vertreter des WIB. erklärt: wir sind eben im Begriff, das französische Memorandum übet die Reparationen in freundschaftlichem Geiste zu studieren. Die haupt- schwierigkeit besteht darin, daß wir in Vorschlag brachten, die verschiedenen Fragen müßten einem Ausschuß von Sachverständigen der verschiedenen Schatzämter übergeben werden, mit der festen Anweisung, daß die einzelnen Fragen im Geiste des Vorschlages des Präsidenten geregelt werden müßten. Das ist nun der punkt, dem d i e Franzosen nicht ; ustimmen wollen. Sie wünschen, daß den Sachverständigen vollkommene Freiheit in der Entscheidung dieser Angelegenheit gegeben werde, während wir erflären, daß dies keine befriedigende Lösung ergeben könne, wix wollen die bestehenden Verträge über die Reparationen keineswegs zerstören, aber es darf während des vorgeschlagenen Feier- jahres das Budget keines Landes belastet werden, wenn die ftanzösische Regierung ;. V-, nachdem sie durch die französischen Käufer der deutschen Sachlieferungen bezahlt worden ist, zustimmen würde, daß dieses Geld Deutschland wied'er geliehen würde, dann läge dies im Sinne des Vorschlages des Präsidenten, ebenso wie die Rückleihung des Geldes für die Reichsbahn. Dies ist der einzige punkt, es während des 3ahreS der Zahlungseinstellung auf nichts Anspruch erheben wolle. Aus dem allem gehe hervor, daß anscheinend in der Hauptfrage die beiden Regierungen im wesentlichen überein ft immen. Die anderen Fragen seien nicht mehr derart schwerwiegenden Charakters, daß sie einen Grund für die weitere Verschiebung einer endgültigen Vereinbarung zwischen den beiden Regierungen darstellen, vor allem, da sie schwierige Fragen im Zusammenhang mit dem Voung-Plan mit sich bringen würden, an dem die Vereinigten Staaten nicht beteiligt seien. Die amerikanische Regierung biete eine positive Form der Beendigung der Verhandlungen an. und zwar so. daß die ftanzösische Regierung den Vorschlag des Präsidenten a n ne hm e und alle technischen Fragen, in denen man sich bisher nicht verständigt habe, an einSachver- ständigenkomitee wie das vorgeschlagen« verweise, diesem aber die Anweisung gebe, daß es die Fragen im Sinne des Hoover-Vorschlags erledigt. über den gegenwärtig zwischen den beiden Regierungen Meinungsverschiedenheiten bestehen. Aber es ist ein sehr heikler Punkt und wir können nicht nachgeben, weil sonst die Gefahr bestünde, daß der durch die Sachverständigen auszuarbeitende plan Deutschland nicht die vorgeschlagene Hilfe geben würde. 3n dieser Hinsicht hat daher die französische Regierung den hooverplan nicht im Prinzip angenommen, wir hoffen jedoch, daß dies in den nächsten zwei oder drei Tagen sicherlich geschehen wird. Gedrückte Stimmung in Paris Die Auffassung der Pariser Morgenpresse. Paris, 6. 3uli. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenpresse bringt eine Washingtoner Meldung deS Reuterbureaus aus Washington, nach der Mellon beauftragt wurde, die französische Regierung davon in Kenntnis zu sehen, daß ihre Stellungnahme zum bachlieserungsproblem wenig befriedigend sei. Eine Meldung der Agentur Fabria geht jedoch noch weiter und behauptet, Präsident Hoover habe nach einer «inständigen Konferenz mit Castle und Mills erklärt, di« ftanzösische Antwort sei nicht annehmbar. Dazu schreibt „Petit 3ournal", „Hoovers Erklärung wird die offiziellen französischen Kreis« überraschen, in denen man auf eine günstig« Ausnahme unserer Antwort gefaßt war. Di« Richtannahme unserer Antwort schasst au f 6 neueeineKrisenatmosphäre. Man muß mm genauere Einzelheiten über die Maßnahmen abwarten, die die Washingtoner Regierung zu ergreifen gedenkt. Aber bereits jetzt kann man erklären, daß das Vertrauen, das die Welt gegenwärtig so sehr braucht, von der Wendung, die die Ereignisse nehmen, nichts zu gewinnen hat". Weniger pessimistisch urteilt der „Matin", er spricht davon, daß zwar Meinungsverschie- denheiten zwischen Amerika und Frankreich bestünden, die sich aber in der Hauptsache auf Sach- lieferungsprobleme bezögen. Zweifellos würde di« Aussprache, die Flandin, Mellon und Edg« gestern nachmittag gehabt hätten, Hoover neue Aufklärung geben, es werde zu bedauern sein, wenn an dieser rein technischen Frage trotz ihrer Bedeutung das Gefamtabkommen scheitern sollt«. Oer letzte Punkt: Oie Sachlieferungen. Nochmals kritische Zuspitzung der Verhandlungen. — Hoover gegen eine Be- lastung des deutschen Budgets durch Bezahlung der Sachlieferungen. tereHen. England liegt in der Flanke dieser Auseinandersetzung und bedroht gewissermaßen beide Derhandlungsgegner gleicherweise. 3e mehr sich die Lag« zuspiht, um so wichttger und bedeutsamer wird die englische Rolle. Man braucht nur nichts zu tun und alles ist erreicht. Die englische Oeffentlichkeit verfolgt die Vorgänge in Paris mit außerordentlicher Spannung. Sie reagiert auf jeden Beleuchtungswechsel. Sie empfindet jede Nuance und steht dabei mit ganzem Herzen hinter Hoovers finanziellen, jedoch nur mit halbem hinter feinen weltpolitischen Plänen, die sich hinter seiner Aktion verbergen. Dennoch ist der auf Frankreich ausgeübte Druck ungeheuer. Bedenkt man, daß die Engländer nur in ganz seltenen Augenblicken ihrer Geschichte, manchmal aus reiner Torheit heraus, sonst aber kaum je, offen gedroht haben, daß sie immer mit verdeckten Karten spielen, so liegt in dieser Gewohnheit heute eher eine Verstärkung des Druckes als eine Verminderung. Man schaltet sich nur psychologisch ein. In London will man die Franzosen nicht bis zur Weißglut reizen, da man sie besser kennt als die Amerikaner. Man weiß nicht, was passieren kann. Man traut dem Frieden nicht. Die Wirtschaft, die Finanz, alles was wirtschaftlich denkt, ist Feuer und Flamme für Hoover. Aber das ist nicht das ganze England. Jedoch in diesem Augenblick ist es im Ganzen geschlossen. Je mehr sich die Amerikaner engagieren, um so besser für London, um so wertvoller werden alte Erfahrungen auf dem alten Kontinent. Mit einem Worte die Aktion Hoovers ist für England wirklich eine ganz große Sache: das größte Unternehmen seit dem Kriege. Wir stehen im Anfang eines finanziellen Weltkrieges. Der Deutsche ist zahlender Zuschauer, aber nicht einflußlos, sofern er die Nerven behält. Er braucht nur stille zu halten. Ist er heute auch noch Marionette auf dem europäischen Theater, so kann man doch nicht wissen, wie schnell die Marionette zu Straften kommt, wenn man sie erst vom ftanzösischen Druck befreit. Deutschland befindet sich heute von London aus gesehen, so seltsam es klingt, in der gleichen Lage wie die Fran- zosen bei der großen Schlacht in Frankreich. Die Revision von Versailles hat begonnen. Pressionen ans London. Was man Deutschland als Entgelt für den Hoover-Plan zumuten möchte. ß o n b o n, 5. 3ult (Täl.) Die führenden Sonntagszeitungen sind von dem Ergebnis der amerikanisch-französischen Verhandlungen durchaus befriedigt, weil die Hauptsache erreicht sei. daß nämlich die internationalen Zahlungen zunächst auf ein 3ahr eingestellt würden unb formt das Prinzip des Hooverplans durchgedrungen sei. Sie nehmen hierbei di« schweren Bedingungen für Deutschland auf die leichte Achsel und wenden sich mehr den bevorstehenden Verhandlungen zwischen England und Frankreich über den Garantiefonds zu. ^Observer" glaubt, daß Snowden m dieser Frage mehr Nachgiebigkeit zeigen würde, als er es im Haag getan hat und meint, daß die bisherigen Abmachungen hinsichtlich der ungeschützten Reparationszahlungen ein glückliches Vorspiel für den Besuch deutscher Mmister in Paris seien. England und andere Rationen, so behauptet die ..Sunday Times", stimmten mit der französischen Auffassung darin überein, daß die Durchführung des ^»overplanes sicheinfacher gestalten würde, wenn die Zollunionspläne bis in alle Ewigkeit v er ta g t würden und Deutschland das Recht auf den Ersatz seiner veralteten Linienschiffe aufgeben würde. Nie Verwendung der gestundeten Schulden. Eine Erklärung Brünings. Washington, 5. 3uti. (WTD.) Das Staatsdepartement veröffentlichte ein Telegramm des amerikanischenBotschafters in Berlin, Sackett in dem es heißt, Reichskanzler Dr. Brüning habe zugesagt, den Betrag der auszusehenden Schuldenzahlungen nicht für Rüstungszwecke sondern in seiner ganzen Höhe zur Ausgleichung des Reichshaushalts zu verwenden. Dr. Brünings Erklärung erweckte in amtlichen Kreisen große Befriedigung. I W fi Der 2dI< mit Äan und hat Lin Der S daS deu 24-61 an dem teilne-m, ewa M ertwttd -afen ab! Hanwvrtk der Leitu mit ihm ( ßonbo ges deS halt In wieder i rüäfahr 3tt 3n öc toi/rdcit o schäft ton gelade lchadhast sich enttoii einer in Ackere üoil 0 in Zrand üe Geiste Nr dem 5 es etwa bindert toi befindliche, fernen, D iminben, d Arbeiter, schwere Ä kurzer Zei Nochden von fiäfe -Gießener Mt wo, Kummer Werkes, vc °en Bedürf QUf das n|| °uch der je yaefäüii Jpfett nämi bee, am »°n Norde n^ifle So 3^ <»«*• british einer län Mb n< mehrtSg» Hasen, Wßft Mi'sb LkS Leucht^ fischen 21 6N Hintern J M- .' Biderte O.Stz nun 'N oe bcttlltrt niete Sch Sorselsh' der hastv hatte, bei chcss, D> 15 Schn, Holstein die Bor! Wn A radeausftr Bojen, ffe ging nun Kutter gl sich der ei der „Dors Äachde Wieder v Geschwad »ulor ""d, wie ti &'■ ®ir Sklavin" : Mnen in tQ> Rei M IPo ^anb'u A"de Ü c Ure biej r r. W bc SbctbS OieEnchüllungdesEtresemann-EhrenmalsinMainz er- und seht darf er OH unb schieben. Ion selbst die Bissen in deir Säugling ist nicht mehr Erweitertes Llmformverbot in München. Landetzpolizei besetzt daö Braune HauS. München, 4. Juli. (WTB.) Die Polizei- direktion München erläßt mit sofortiger das noch viel stärker brennt, als das vom weihen Gott. Das Baby trägt jetzt eine dunkelgelbe Drille, sitzt im Liegestrthl auf dem Dalkon und raucht heimlich eine Zigarette. Eigentlich darf es natürlich nicht rauchen, das weihe Wesen hat es streng verboten, — aber gerade deshalb schmeckt die Zigarette so gut. Diel schlimmer ist, was das unartige Daby beim Waschen anstellt. Aber das ist nicht ganz seine Schuld. Das weihe Wesen glaubt näinlich dah ein Daby sich in einer Rußschale waschen kakln. Dies ist aber ein Irrtum. Und die Folge dieses Irrtums ist, dah beim Waschen das ganze Zimmer überschwemmt wird. Allerdings macht das Spritzen dem Daby nebenbei auch Späh. Das weihe Wesen kann aber diesen Späh nicht begreifen. Das weihe Wesen meint, das Waschen sei überhaupt überflüssig. Das Daby wird wird immer großer und läuft schon allein im Garten herum. Aus einem Kiesweg immer in die Bunde: von rechts nach links, und von links nach rechts. Auch andere Wesen spazieren da herum, meist unwahrscheinlich dicke Frauen, mit sinnend-verträurntern Blick, die selbst ein Baby erwarten. Dann und wann wird auch ein Kleines auf den Qlpnen herurngetragen. Jetzt merkt das Baby, dah es eigentlich gar kein Daby mehr ist. Zum ersten Male betrachtet es sich im Spiegel und erschrickt: ein langhaariger bärtiger Mann starrt ihm hinter dunklen Brillengläsern entgegen. '21 nd) der weihe (Bott meint, das Baby sei nun groß genug, um allein in die Welt hinaus zu spazieren. Eo kann mit beiden Augen sehen, mit beiden Beinen gehen, mit beiden Händen zupacken. Das Baby ist teils froh, teils traurig. Es freut sich, endlich in die Welt hinauszukommen, ober es ist traurig, das kleine Paradies mit dem weihen Gott, — ja, auch das strenge weihe Wesen zu verlassen. Denn nur im Paradies schmeckt ein verbotener Apfel, — ober eine verbotene Zigarette gut. Auch hat es etwas Angst vor der Welt da drauhen. Kein lieber Gott wird sich persönlich nach seinem Befinden erkundigen. ... Dav Baby packt melancholisch fein Köfferchen, nimmt Abschied vom Zimmer, vom kleinen Balkan, vom Garten. Am Gittertor steht das weihe Wesen, streng wie ein Erzengel, aber ohne Schwert. Der Wirksamkeit eine ortsvolheiliche Borschrift, wonach es verboten ist, auf öffentlichen Wegen, Strahen und Plätzen einheitliche Kleidung (Uniform, Bundestracht) sowie Armbinden zu tragen, durch die die Zugehörigkeit zu einer politischen 'Bf" einigung oder zu einer Schutzeinrichtung einer sol- chen zum Ausdruck gebracht wird. Die Borschrift tritt am 15. Juli 1931 auher Kraft. Samstag gegen 13.45 Uhr fuhren drei Lastautos der Grünen Landespolizei vor dem Braunen Hans, dem Sitz der nationalsozialistischen Parteileitung in der Brien- beginnt sich die Spannung zu lösen. Noch ist eine vollständige Einigung in Paris nicht erzielt. Wir zweifeln aber nicht an der Sicherung des Feier- ;ahreS und der Erleichterung für das deutsche Dolk. Wir hegen die Hoffnung, dah die Durchführung des großen PlaneS des Präsidenten Hoover eine neue Phase der Weltwirtschaft ein* leiten und die Dahn freimachen wird für vertrauensvollere Zusammenarbeit der Dölker zur Stabilisierung eines dauerhaften, gerechten Friedens. Dem deutschen Staat, seiner Befreiung, seiner Erneuerung galt Stresemanns Werk. Doch wenige Stunden vor seinem Tode hat er sich mit dem Plan einer grundlegenden Deform der Organisation des Reiches besaht. Als er seine Augen schloß, war die Befreiung der Rheinlande gesichert, Deutschland wieder ein mächtiger Faktor der Weltpolitik. Mit Recht steht sein Eyrenmal am Rhein, mit Recht zieren dessen Steine die Worte: „Der Freiheit der Rheinlande, der Größe des deutschen Batcrlandcs. Zwischen jenem Tiefstand und diesem Höhepunkt liegt ein gewaltiges Ringen mit geistigen Waffen um Ruhr und Rhein, liegt die Entwicklung einer Außenpolitik, die Zusammenarbeit und Berständigung der Völker erstrebte, die ein neues, glücklicheres Europa, einen Ausgleich der Spannungen, vor allem zwischen Deutschland und Frankreich, herbeiführen wollte. Die Achtung, Bewunderung und Liebe, die Stresemann sich bei internationalen Kongressen, in erster Linie in Genf, erwarb, beruhte auf den Grundsätzen seines Wollens. Wir aber gedenken des Vaterlandes, das er mit der ganzen Glut seines feurigen Herzens aelicbt und für dos er alle feine Kräfte hingegeben hat: Unser ge- liebtes Deutschland lebe hoch!" Dr. Curtius legte darauf im Namen des Reichspräsidenten vor der Herme Stresemanns einen prächtigen Kranz nieder. Aus aller Welt. Schwere» Gewitter über Berlin. Heber Berlin ging Sonntagnachmittag ein auergewöhnlich schweres Gewitter nieder, in dessen Derlauf erheblicher Schaden durch zahlreiche Blitzschläge und durch wolkenbruchartigen Regen angerichtet wurde. Im Schil- lerpairk fuhr ein Blitz in einen Baum, unter den sich ein Mann und eine Frau vor dem ilntoetter geflüchtet hatten. Der Mann wurde von dem DUH auf der Stelle erschlagen: die Frau, die be- wuhtlos' ins Krankenhaus übergeführt wurde, scheint am ganzen Körper gelähmt zu sein. Im Südwesten Berlins schlug der Blitz in eine Hochantenne, sprang auf den Schorn- ’ stein über und suchte sich dann einen Weg an den durch das Haus gehenden Drähten. Dadurch erhielt ein Rundfunkhörer einen elektrischen ©d) lag, der, wie der Arzt feststellte, eine schwere Beschädigung des Gehörganges her- beiführte. In Tempelhof setzte ein einschlagender Blitz ein Siedlungshaus in Brand. Der Brand konnte aber so schnell gelöscht werden, daß nur ein Teil der Dachkonstruktion zerstört wurde. Während des Gewitters trat auf dem Tegeler See bei der Insel Scharfenberg eine Wasserhose auf. Drei Paddelboote wurden von dem Strudel ergriffen. Eines von ihnen kenterte. Die Rachforschungen des Wasserschuhes nach dem Besitzer sind bisher ergebnislos verlaufen. (Ein Cabcnfaffcnräubcr bei der Tat überrascht und erschofsen. In Recklinghausen hatte ein Handwcrks- burs'che den Versuch gemacht, die Kasse einer Schankwirt schäft auszuplündern, wurde aber tobe i durch d i e Wirtin gestört. Auf ihre Hilferufe eilten ihr 21iähriger Sohn und ihre Tochter herbei, worauf der Einbrecher auf seinem Fahrrad die Flucht ergriff. Dor der Tür sandte ihm der Wirtssohn eine Kugel nach, die den Flüchtenden so unglücklich am Kopfe traf, dah der Tod sofort eintrat. Die Ermittlungen der Rdordkommission sind mxb nicht abgeschlossen. Wieder mal Säugling. Eindrücke nach einer Augenoperation. Don Siegfried von Vegesack Ich bin wieder Säugling und liege fest ein- getoidelt, den Kops in einer Haube, auf den Rücken. Und zwar bin ich ein Daby jener fernen Zeiten, als die Kinder wie junge Hunde noch ohne Augen zur Welt kamen: meine Stirn ist verbunden, ich kann nichts seheü. Ich kann nur mit den Händen hin und her tasten, mit den Deinen ein wenig zappeln, aber ich darf mich nicht ab- ftrampeln, ich muß ganz ruhig liegen. Ich befühle das glatte Laken, die weiche Decke: alles ist neu und sonderbar. Dann und wann wird mir etwas vor den Mund geschoben und ich muh den Mund auftun. Ich sperr ihn weit auf, wie ein hungriges Spatzenjunges, und etwa- Warmes, Flüssiges wird mir zwischen die Lippen ehigetrid>lcrt. Trotzdem ich mir große Mühe gebe, möglichst brav und ordentlich alles herunterzuschlucken, geht manches doch daneben, auls Sabbellätzcheir, das man mir vorsorglich umgelegt hat. Manchmal halte ich auch ben Mund erwartungsvoll aufgesverrt. ober die Mahlzeit ist schon beendet. Enttäuscht sinke ich in das Kissen zurück. Als Säugling hat man eS nicht leicht. Riemanb versteht einen, und man versteht nlemanbcn. Diese Welt, auf die man plötzlich verschlagen wurde, ist fremd und voller Rätsel. Da wird man z. D. am Morgen ans süßem Schlaf geweckt, die warme, schützende Hülle wird von, Kopf entfernt, etwas schrecklich Blendendes, Brennendes sticht, geheimnisvolle Dinge bewegen sich und verfchwinden wieder im Dunkel. BIS eines Tages nur das eine Auge Derbunbcn wird, und der Säugling staunend das sogenannte Licht der Welt erblickt. Dom Licht bekommt er anfangs eigentlich nicht blei zu selben: die Fenster sind von dunklen Rolläden verschlosfeir, nur durch einen Spalt dringt ein blasser Streifen in die Dämmerung. Aber das genügt, um mit dem einen Auge Entbeckungswan- derungen zu unternehmen. Da stehen überall rät- sclhasie Dinge teils viereckig, teils rund, teils hell, teils dunkel. Am sonderbarsten ist daS weiße Ge- nerstraße, vor. Die Aktion der Landespolizei gründet sich auf die Verordnung der Staatsregierung, die das Uniforrnoerbot erweiterte und hatte zum Ziele, diese Verordnung durchzuführen. Das mit der Durchführung beauftragte Kommando der Landespolizei befetztedasBrauneHaus und stellte Posten im Umkreise auf. Sämtliche in Uniform betroffenen Angehörigen der SA. wurden mit den Kraftwagen zur Polizeidirektion zwecks Feststellung ihrer Personalien gebracht. Sie wurden dann wieder entlassen. Protestdemonstrationen. München, ».Juli. (WTB). Am Samstagabend bildeten einige hundert Nationalsozialisten am Karolinenplatz Sprechchöre und verteilten Aufnahmeformulare für die NSDAP. Eine Polizei- Hundertschaft zerstreute die Demonstranten. Ein neugebildeter Zug Demonstranten drang unter Absingen von nationalsozialistischen Liedern und unter nationalsozialistischen Kampfrufen über den Karolinenplatz bis zur Neuhaufcr-Straße vor. Beim Er- scheinen berittener Polizei und des Ueberfallkom- mandos entwichen die Demonstranten. Wegen Teilnahme an Demonstrationen, Verletzung des Bannkreises, Beamtenbeleidigung u.ä. wurden 19 Nationalsozialisten fest genommen, von denen sechs dem Schnellrichter vorgefichLt wurden. Auch am Sonntag kam es zu Zwischenfällen zwischen Nationalsozialisten und der Polizei. Zum Standkonzert im Hofgarten waren zahlreiche Nationalsozialisten erschienen, die als Erkennungszeichen'in auffallenderweise den „Völkischen Beobaiyter" zur Schau trugen. Als Kriminalbeamte hiergegen einschreiten wollte, rotteten sich die Nationalsozialisten zusammen und gingen gegen die Beamten tätlich vor. Dabei wurde nach der Mitteilung des Polizeiberichts ein Beamter niedergeschlagen. Die Musik unterbrach das Konzert und ruckte ab. Ueberfallkommandos trieben die Demonstranten auseinander. Fünf Nationalsozialisten wurden scstgenommen und dem Schnellrichter übergeben. Nach 16 Uhr kam cs in der Nähe des Karolinenplatzes zu einer Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und politischen Gegnern, wobei abermals Ueberfallkommandos ausrücken mußten und vier Personen festgenommen wurden. pltel deS Ruh-rkampseS flog, wuchs er als Kanzler beS Deutschen Reiches zum Staatsmann heran. Der Weg Gustav Stresemanns war von diesem Tage an ein ständiger Kampf feines weit in die Zukunft blickenden staatsmännifchen Sin- neö mit dem lodernden Feuer vaterländisch e r Le i de n f ch a f t, das auch in seiner Brust brannte. Er sah, daß sein Dolk den Weg in die Freiheit nur finden konnte, to-eitn beides zuein- andcrkam, das vaterländische Herz unb der kühle, nüchterne Sinn für die beherrschenden Tatsachen dieser Welt. WaS wir tun und erstreben können, was wir Deutsche heute planen und wollen, ist, das sage ich aus tiesstem Inneren Glauben, nur möglich, weil Stresemann mit seiner ganzen Kraft und seinem Leben denKampf um die Freiheit deS Rheins geführt und gewonnen hat. Leicht spinnen sich die Gedanken von den Tagen seines Wirkens hinüber zu denen, in denen wir heute leben. Das deutsche Dolk hat unsägliches Leid in diesen zwei Jahrzehnten erfahren. In Leiden und Blut, in Opfer und Hingabe, in Zerstörung und Enttäuschung, aber auch in kraftvoller Treue und in Einigkeit in solchen Jahren wächst der unbeirrbare Wille zur Freiheit und Selbstbehauptung empor. Volle Vater- wandliebe und Zusammenarbeit unter den "Völkern sollen und dürfen Bein Gegensatz fein. Wo die Freiheit unterdrückt, wo Stolz und Ehrgefühl zertreten werden, dort wächst die Giftsaat der Zerstörung auf. Möge dieser Tag nicht nur ein Tag der Dankbarkeit sein, nicht nur ein Tag der Ehrung des rheinischen Volkes und des deutschen ManneS Stresemann. Möge er ein Tag der Mahnung sein brinnen wie brausten: Wer ble Rettung der Völker Europas wirklich will, ber muh Einheit, Freiheit unb Sicherheit des Volkes wollen, bas in Europas Mitte wohnt. Unmittelbar nachdem Abg. Dinaeldev seine Rede beendet hatte, stieß ein unter den Fahnen- Deputationen in unmittelbarer Rähe des Mikrophons für die CRunbfunf-ikbertragung stehender, unauffällig gekleideter Mann den Ruf „Deutschland erwache!" aus, der natürlich auch über die cmgeschlossenen Rundfunk enber zu hören war. Der Detressenbe würbe sofort von Polizeibeamten festgenommen. Dann erklang Stresemanns Lieblingslieb „Am Brunnen vor dem Tore". Dann schloß sich die Weiherede des Reichsaußenministers Or. Curtius: „Ich komme van der Stätte des Wirkens Stresemanns, die in den letzten Wochen gleichsam mit politischer Hochspannung geladen war. Nur langsam Säugling: er ist zum vernünftigen Baby herangewachsen. Unb Die Mahlzeiten sind die Höhepunkte seines Daseins. Die übrige Zeit verbringt er in einem Dämmerzustand, halb schlafend, halb wachend. Aber bald macht das Baby die Entdeckung, daß es etwas noch viel Mächtigeres gibt, als das weiße Wesen. DaS ist der weiße Gott, der jeden Morgen erscheint und sich persönlich nach dem Be- slnden beS Babys erkundigt. Der weiße Gott hat ein helles weißes Licht in ber Hand, und komische viereckige Gläser auf ber Rase, und damit sieht er dem Baby in das Auge, das noch verbundeni wirb. Das Licht sticht und tut weh, aber ber weiße Gott hat eine so freundliche, ruhige Stimme, baß das Baby ganz still hält. Dann nimmt der weiße Gott einen Wattebausch unb streicht vorsichtig über baS Auge. Das tut so wohl nach dem blenbenden Licht, daß das Baby nur noch einen Wunsch bot: ber weiße Gott möchte immerfort fein Auge streichen. Aber ber weiße Gott hat natürlich noch viele andere Babys, für die er sorgen muß, nicht einmal am Sonntag hat er Ruhe, — unb so verschwindet er bald, unb nur das anberc strenge Wesen bleibt zurück. Mit diesem weißen Wesen hat es das Baby nicht leicht. Unb je größer daS Baby wird, desto strenger wird eS vom weißen Wesen überwacht, damit es nur ja nichts Schlimmes anftellt. Denn jetzt ist ble gefährliche Zeit gekommen: daS Baby macht seine ersten Gehversuche, — fünf Schritt vom Bett bis zum Feigster, und fünf Schritt vom Fenster bis zum 'Bett. DaS Baby ist sehr stolz auf diese Leistung, ja, eS wagt sich sogar auf den kleinen Balkon hinaus unb lernt hier eine ganz neue Welt tonnen: grüne Dämne, blauen Himmel, ein Stück braune Mauer, unb ein großes runbeS Licht, chöpf, bas dann und wann wie ein Wesen einer »öheren Welt erscheint, merkwürdige Laute von ich gibt und seltsame Dinge verrichtet. Es bohrt dem Säugling etwas Blitzendes, Hartes unter den Arm, befühlt sein Handgelenk, unb kritzelt dann etwas auf eine Tafel, die über ihm an ber Wand hängt. Dieses weiße Wesen, - bas merkt der Säugling bald, -- ist allmächtig: ihm muß er sich fügen. Das weiße Wesen bringt ihm das Essen Am Vorabend der Enthüllungsfeier. Ein Festakt in der Mainzer Siadthalle. WSR. M a l n z, 4. Juli. Der eigentlichen Vnt- hüllungsseier des Dlresemann-EhrenmalS in Mainz ging am Samstagabend ein Fe ft a kt in ber S ta othalle voraus, den ber Mainzer Ovchesterverein mit der Prometheus-Ouvertüre von Beethoven einleitete. Der Präsident deS Arbeitsausschusses, Dr. Baurn, begrüßte sodann bic Festversammlung. Im Hamen der Stadt Mainz entbot Oberbürgermeister Dr. Ghrh a r at Willkommensgruß und Dank all denen, die sich eingefunben hatten, den Befreier des Rheinlan- beS zu feiern. ES folgte eine Reihe musikalischer und künst- lerischer Darbietungen. $ann ergriff der hessische Staatspräsident Or h. c. Adelung baS Wort: Hessen nimmt an dem Ereignis, daS unS zusammengeführt hat, lebhaftesten Anteil! Denn, wie dem Lande die schwersten Lasten der Besetzung auferlegt waren, fo empfand es auch am unmittelbarsten die Erleichterungen, die die Räumung der besetzten Gebiete mit sich brachte. Ein besonderes Maß von Dankbarkeit verbindet deshalb Hessen mit Gustav Stresemann, und wir begrüßen e« besonders, daß das Denfmal, daS seinen Rarnen trägt, in Mainz errichtet wurde. ES kündet der Gegenwart unb den späteren Geschlechtern die BesatzungSnot, eS kündet, daß eS einem hervorragenden deutschen Staatsmann in schwerster Zeit gelungen ist, für fein Vaterland einen weithin sichtbaren Erfolg zu erzielen unb einen wesentlichen Schritt vorwärts zu kommen auf bem Wege zur Freiheit. Don ber vollen Freiheit unb Gleichberechtigung im Rate der Dölker flnb wir allerdings noch toelt entfernt. Unb mit großer Sorge blicken wir gegenwärtig nach Paris, ob man dort wohl ble für die Befriedung ber Völker so ungeheuer wichtige Stunbe recht erkennen unb ben Weg finden werde, ber zur Gesundung! ber wirtschaftlichen Lage führt. — Daß baS Werk Stresemanns zur Vollenbung komme, daß Deutschland wieder ganz frei toerbe, daß auch daS deutsche Dolk an der Saar wieder zu und zurückkehre, ist unser heißer Wunsch. Wer auch immer hierher kommen mag nach Mainz, soll sich in Ehrsurckt neigen vor dem Ehrenmal beS Führers ber deutschen Defreiungspolitik, soll geloben, öS ihm gleich zu tun an wahrer Vaterlandsliebe, an Opfermut und Pflichttreue, es aber auch gleich xu tun den deutschen Männern unb Frauen am Rhein, bic dieses schöne deutsche Land ihrem Volke erhalten haben. Wenn das deuische Volk Gustav Stresemann ehrt, bann ehrt es sich selbst. Mit einer weiteren Ansprache bes ReichstagS- präflbenten Löbe und einer Festrede des Kasseler OberstudiendirektorS Dr. Becker fand ble Feier ihr Ende. Oer Weiheakt. Dingcldey unb CnrtinS sprechen am Denkmal. Mainz, 5. Juli. (WTB.) In ben frühen Morgenstunden kündigten Böllerschüsse die Feier der Einweihung des Stresemann-Ehrenmals an. Die öffentlichen Gebäude unb viele Privathäuser hatten geflaggt. Auf bem Rhein vor bem De>nk- ' mal hatten Schiffe sestgemacht, auf denen Tausende von Zuschauern ble Feierlichkeiten mit- eklebten. Während vom Chor „Aus tiefer Rot" - und die Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" vorgetragen wurden, kreiste ein Flugzeug über den'Platz unb warf einen Blumenstrauß mit der Widmung „Dem Befreier der Rhein- lande!" aus der Höhe herab. Rachdem die Hülle von dem auf der Vorderseite in Stein gemeißelten Reichsadler gefallen war, hielt Reichstagsabgeordneter Oingeldey ble Gedächtnisrede. In jenen Tagen, In denen Gustav Stresemann blutenben Herzens den Schlußstrich unter das Ka- gule weiße Gott ist verschwunden. Das Baby ist erwachsen und marschiert in die große Welt hinaus.... AlfönsXIU. und das Attentat von Barcelona. Er mußte der Revolution weichen, unb vielleicht war es eine geschichtliche Rotwendigkeit. Gr ist 'm guter Form gegangen, und das war so gescheit wie manche kluge Handlung seiner oft stürmisch bewegten Herrschaft. In einem mit farbigen Impressionen von 'Paul Paeschke illustrierten Beitrag des Iulihcftes von V e l h a g c n & Kinsings Monatsheften wird eine Erinnerung an König Alfons mitgeteilt und so die Eigenschaft beleuchtet, welche ihm mehr als einmal den gefährdeten Thron gerettet hat: der Mut. „Als ich die ersten spanischen Ferientage in Sau Sebastian verlebte, weilte der königliche Hof gerade zur Badekur in„ dem herrlichen Seebaoestädtchen. Der König und die Königin kannten hier kein strenges Zeremoniell. Sie bewegten, sich frei auf Der mit Tamarisken bepflanzten Promenade unter ben eleganten Badegästen, und als sie dem beliebten baskischen Pelotaspiel beiwohnten, gab es keinerlei Polizeiaufgebote, keinerlei Absperrungen.'Das Pe- lotaspiei wird mit harten weißen Bällen und schauselförmig gekrümten Schlägern gegen eine hohe Steinmauer gespielt. Körrig Alfons liebtö es sehr. Ich sehe ihn noch in bem dichtgefiillten Pelota-Hous dem Sieger begeistert Beifall spenden. Das Spiel war zu Ende, die Tribünen leerten sich. Tausende umringten den Platz. Aber eS gab keinerlei Gedränge. Auf Alfons XIII. war erst wenige Tage zuvor in Barcelona ein Attentat auSgeübt werden, bem er nur wie durch ein Wunder entgangen war. Es machte einen tiefen Eindruck auf mich, die vertrauensvolle Ruhe zu sehen, mit der ber schlanke junge König sein Auto bestieg. In bem offenen Wagen blieb cr aufrecht stehen, seine Basken begrüßenb. .Hier bin ich, hier ist mein Schabe", schien er zu sagen, .aber ich weiß, daß ich nirgends in meinem Königreich so sicher bin, wie in eurer Mitte!« Königlicher Mut sprach sich in den großen dunklen Augen aus. iinter Viva-Rufen rollte das Gefährt bem Sommersitze an Der Concha b'oro zu." Englische Kriegsschiffe als Gäste der Reichsmarine in Kiel. 3um ersten Male fett dem Kriege statteten englische Kriegsschiffe einem deutschen Hafen einen Besuch ab. SS handelt sich um daS »weit« britische Kreuzergeschwader, oaS nach einer längeren Kreuzfahrt in der Ostsee, die eS zuletzt noch Stockholm gesührt hatte, zu einem mehrtägigen inoffiziellen Besuch indenKieler Hafen einlief. Sam-tog, bald nach 9 Uhr, tarnen die Kreuzer „Do r s e t f h i r e" und ..R o r- folF, in Kiellinie fahrend, in Sicht, nachdem sie bereit» bet Kiel-Feuerschiff die deutschen Do grühung-offiziere und Lotsen an Bord genommen hatten. Beim Passieren des FriedrichSorter LeuchtturmeS feuerte daS Flaggschiff des englischen Geschwaderchcss, die „D o r s e t s h i r e". 21 Schuft Landessalut, während zugleich am Hintern Mast die deutsche Flagge empor- stieg. Die Salutbatteri<- FriedrichSvrt erwiderte den Gruß und hißte ihrerseits die englische Flagge. Mit halber Nährt liefen die Kreuzer nun in den Hasen ein, der von zahlreichen Booten bevölkert war, während sich an den Föhrdeufern viele Schaulustige eingefunden hatten. 2sls die „Dorsetshire" das erste der an den Bojen inmitten des Hafens ankernden deutschen Kriegsschiffe erreicht hatte, begrüßte sie die Flagge des deutschen Flottenchefs, Vizeadmiral Oldekopp, mit einem Salut von 15 Schuft, der von dem Linienschiff „Schleswig- Holstein" erwidert wurde. Gleichzeitig intonierten die Bordkapellen die Nationalhymnen. Auf sämtlichen Kriegsschiffen hatten die Mannschaften Pa- radeausstellung genommen. Das Festmachen an den Bojen, flankiert von je zwei deutschen Kriegsschiffen, ging nunmehr mit Unterstützung zweier deutscher Kutter glatt oonstatten. Kurze ocit darauf begab sich der englische Generalkonsul Shepherd an Bord der „Dorsetshire" zur Begrüßung seiner Landsleute. Nachdem der Generalkonsul die „Dosetshire" wieder verlassen hotte, begab sich der englische Geschwaderchef, Konteradmiral Ashley- R u s h t o n. an Land, um den Besuch deS Generalkonsuls au erwidern. 3m Anschluß hieran stattete der Admiral dem Chef der Marinestatton der Ostsee, Vizeadmiral Hansen, imKommando- gebäude einen kurzen Besuch ab, dem weitere Besuche beim Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein, beim Oberbürgermeister der Stadt Kiel folgten. Dann fuhr er in seinem Boot zum Linienschiff .Schleswig-Holstein", auf dem der deutsche Flottenchef, Vizeadmiral Ol- de kop, seine Flagge gesetzt hatte. Beim Anlegen deS btt tischen DootcS am Fallreep trat die Wache unter Gewehr. Gleichzeitig wurde der Salut von 13 Schuft abgegeben. Der englische Admiral wurde von Admiral Oldekop empfangen, in dessen Begleitung lich außer den Herren seines StabeS der l^fehlshaber für Aufklärungsstreitkräfte, Konteradmiral Albrecht, sowie die Kommandanten und Chefs aller im Hasen liegenden Schisse befanden. Der englische Kreuzerbesuch verleiht dem Bilde KielS eine besondere Note. Das Straftenbild hat in dem reichen Flaggenschmuck der Kieler Woche und durch hie und da eingestreute Union 3acks ein farbiges Aussehen erhalten. An einem Ball des Kieler llZachtklubs am Samstag nahmen der englische Admiral Ashley-Rushtpn, di« Kommandanten der beiden Kreuzer und etwa 20 englische Offiziere teil. Die Reichsmarine war durch den Flottenchef Admiral Oldekop, den Stationschef Admiral Hansen, den Befehlshaber der Ausklärungsschiffe, Admiral Albrecht, und zahlreich« Offiziere vertreten. Am Sonntagvormittag fuhr der englische Admiral mit Stotionschef Admiral Hansen zu der Regatta hinaus, an der die englischen und deutschen Kriegsschiffskutter teilnahmen. Abends nahmen die englischen Gäste an dem Gartenfest der Kieler Segel- oereine teil. Der Tote ist ein schweizerischer Staatsangehöriger mit Hamen 3ohonn 5uege; er ist 26 3ahre alt und hat sich bisher wohnungslvs umhergetrieben. (Ein englischer Klub mietet den Zeppelin. Der London Air Club in Hanworth hat das deutsche Luftschiff .Graf Zeppelin" für einen 24-Stundenflug um England gemietet, an dem jedoch nur di« Mitglieder dieses Klubs teilnehmen werden. Der .Graf Zeppelin" wird etwa zwischen dem 15. und 17. 3uli in England erwartet und zwar soll er so früh aus Friedrichs- hafen abfahren, daß er gegen 8 Uhr bereits in Hanworth eintreffen wird. Der Flug soll unter der Leitung Dr. Eckeners stehen, doch werden mit ihm auch die Kapitäne Lehmann, von Schiller und Flemming ein et. Aus dem Hinflug soll da- Luftschiff deutsche Passagiere nach London bringen, die während des Gnglandflu- aes des Zeppelin Gelegenheit -u einem Aufenthalt in London haben werden und anschließend wieder mit dem Zeppelin nach Fttedttchshafen zu- rückfahren können. Zwei Todesopfer einer venzinexplosion. 3n der Gemeinde Einetschlaa in Südböhmen wurden vor dem Gebäude einer Derkaufsgenossen- schast von einem Lastauto Benzinfässer ab* geladen. Einem der Fässer, das offenbar schadhaft war, entftrömtc Benzin, und die sich entwickelnden Gose drangen bis zu dem Ofen einer in dem gleichen Haus« befindlichen Bäckerei. Es erfolgte eine heftig« Explosion. Obwohl die Kleidung des Chauffeurs in Brand geraten war, verlor dieser keineswegs die Geistesgegenwart, sondern sprang auf daS vor dem Hause haltende Lastauto und steuerte eS etwa 30 Meter weiter, wodurch verhindert wurde, doft die noch auf dem Lastauto befindlichen weiteren Fässer zur Explosion kamen. Der Chauffeur erlitt so schwere Brandwunden, dah er jetzt mit dem Tode ringt. Zwei Arbeiter, die durch die Explosion ebenfalls schwere Brandwunden erlitten hatten, sind binnen kurzer Zeit ihren Derletzungen erlegen. Aus der provinzialhaupistadi. Dietzen, den 6. 3uli 1931. Unser neuer Roman. Nachdem unser Roman „Brandung des Lebens" von Käte Lindner in der Samstagausgabe des „Gießener Anzeiacrs" zum glücklichen Abschluß gebracht worden ist, beginnen wir In der heutigen Nummer mit der Veröffentlichung eines neuen Werkes, von dem wir glauben, daß es nicht nur den Bedürfnissen des Zeitungslesers im allgemeinen auf das glücklichste entgegenkommt, sondern daß cs auch der jetzigen Jahreszeit in besonders geschickter und gefälliger Form angcpaßt ist. Der neue Roman spielt nämlich zur sommerlichen Ferienzeit an der See, am sonnigen Badestrand und in den Dünen von Norderney-, er ist, wie uns scheint, gerade die richtige Sommer- und Urlaubslektüre. Er heißt: „Eva am Strand" von Hermann W e i cf. Der Autor ist unseren Lesern nicht ganz unbekannt und, wie wir hoffen, noch in angenehmer Erinnerung: wir brachten vor einiger Zeit im „Gießener Anzeiger" aus seiner Feder den Roman „Die blonde Sklavin" zum Abdruck, der damals mit außer- ordentlichem Interesse verfolgt wurde und allgemeinen Anklang fand. Da der neue Roman des im ganzen Reich geschätzten und oielgelesenen Schrift- stellers Hermann Weick mit den gleichen vortrefflichen Eiaenschaften ausgestattct und mit demselben frijchen Temperament geschrieben ist wie „Die blonde Sklavin" und seine zahlreichen anderen Erfolgsromane, glauben wir zuversichtlich, mit dieser ebenso spannenden wie heiteren Liebesgeschichte am Strand unseren Leserinnen und Lesern eine anregende Unterhaltung und willkommene Sommer- lektüre bieten zu können. Daten für Montag, 6. Juli. 1415: der Reformator Johann Hus in Konstanz verbrannt: — 1533: der Dichter Attosto in Ferrara gestorben: — 1853: der Hygieniker Max v. Gruber in Wien geboren; — 1854: der Physiker Georg Simon Ohm in München gestorben: — 1887: der Dichter Flex in Eisenach geboren. Schlägereien mit politischem Hintergrund. Während die nationalsozialistische Versammlung gestern abend im Eafö Leib ruhig verlief, entftan- den nach der Versammlung an zwei verschiedenen Stellen der Stadt Schlägereien, die nach dem bisherigen Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen in beiden Fällen von Kommunisten verursacht wurden. Die erste Schlägerei ereignete sich gegen 24 Uhr in der Kaiserallee, nahe der Wolfstraße. Dort befand sich ein kleiner Trupp SA.-Leute auf dem Heimweg, etwas weiter zurück folgten ihnen eine Anzahl Kommunisten. Don Passanten sollen die SA.-Leute durch Pfiffe auf die nachfolgenden Kommunisten aufmerksam gemacht worden sein, so daß die letzteren ihre Aufmerksamkeit nunmehr den Pfeifenden zuwandten. Hierbei stellten sie einen Stu- denken namens Wohlig zur Rede, der aber bestritt, gepfiffen zu haben. Trotzdem fielen die Korn- munisten über ihn her und schlugen auf ihn ein, so daß er Verletzungen am Kopse erlitt. Zufällig auf dem Heimweg daherkommende Kriminalbeamte eilten dem Studenten zu Hilfe, befreiten ihn und stellten die Namen der an der Prügelei beteiligten Personen fest. Bei einem der kommunistischen Täter fanden die Kriminalbeamten ein offenstehendes Messer vor, das oolizeilich sichergestellt wurde. Der Ucberfallene flüchtete, erstattete aoer später Anzeige. Die zweite Schlägerei spielte sich gegen 1.15 Ubr im Eeltersweg vor der Gastwirtschaft von Sol* dan ab. Dort hotten sich etwa 20 bis 25 Kommunisten angesammelt, die laut lärmten und in das Lokal einzudringen versuchten, dabei aber auf die Gegenwehr der Besucher des Lokales stießen. AIS kurze Zeit später ein Gast des Lokals heimgehen wollte, wurde er von den Kommunisten angefallen und so bedrängt, dah er in das Lokal von Soldan zurücklaufen und dort Schuh suchen muhte. Runmehr liefen eine Anzahl Rational- sozialisten auf die Strahe heraus, wo sich im Handumdrehen eine heftige Schlägerei zwischen den Kommunisten und den SA.-Leuten entwickelte, bei der mit Stöcken, Schulterriemen und angeblich von beiden Seiten auch mit Messern gearbeitet wurde. Bei dieser Prügelei erlitten zwei Kommunisten erhebliche Verletzungen am Kovse. so dah sie von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zugeführt werden muhten, wo man sie aber nach Anlegung von Rotverbänden nach Hause entlassen konnte. Auf der Gegenseite wurde ein Arzt aus einem Rachbarorte durch einen Stich in den Unterarm verletzt. Die Polizei wurde von dem Vorfall erst in Kenntnis gesetzt, nachdem die Schlägerei in der Hauptsache zu Ende war, jedoch hatten die Beamten noch allerlei zu tun, um die grohe Menschenansammlung zum Rachhausegehen zu bewegen. Verhaftungen wurden bis jetzt nicht vorgenommen, die polizeilicher Ermittlungen sind noch im Gange. OHV. und Notverordnung. Die Ortsgruppe Gießen im Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Veroand nahm in zwei stark besuchten Versammlungen zur letzten Rotver- ordnung der Reichsregierung Stellung. Kreis- geichäftsführer Schroeder sprach über die Rordverordnung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitnehmer im allgemeinen, während das Mitglied des Derwaltungsausschusses des Arbeitsamtes, Schwarz, die Aenderungen. die die Rvtverordnung für die ArbeitSlosenverfiche- rung bringt, behandelte. Der erste Redner gab, wie man uns berichtet, einen Ueberdlick über die Krise bis zur Rotvervrdnung. Er legte dann bat, dah diese Verordnung einen unsozialen Charakter trage, der sich bei den Angestellten besonders bemerkbar mache. Der zy>eite Redner entwickelte zunächst ein anschauliches Bild der zahlenmäßigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit und erläuterte die durch die letzte Rotvervrdnung gegebenen Aenderungen des ArbeitslofenverftcherungsgefetzeS. Diese Aenderungen brächten in jeder Hinsicht Verschlechterungen, von denen aber insbesondere die Angestelltenschaft betroffen werde. Man hätte vieles gegenüber den Angestellten milder gestalten können. wenn man ihnen die vom DHV. geforderten Ersatzkasfen zur Arbeitslosenversicherung gegeben hätte Einstimmig genehmigte die Versammlung nach lebhafter Aussprache nachstehende Entschließung: „In zwei Dettammlungen nahmen die im Deuttchnationalen Handlungsgehilfenverband. Ortsgruppe Gießen, organisierten Kaufmannsgehilfen zur Rotverordnung Stellung. — Die Versammelten stellen fest, daß die Rotverordnung den Angestellten ungerechte Sonderbelastungen bringt. Die DHV -Mitglieder verschließen sich der Gegenwattsnot keineswegs, sie sind durchaus bereit, innerhalb der Volksgemeinschaft Opfer auf sich zu nehmen. Wenn aber die letzte Rotverordnung ihnen <*ine so offensichtliche Schlechtcrstellung gegenüber anderen Volksschichten und Derufskreisen zumutet, so erheben sie hiergegen schärfsten Protest. Bei der Ärifenfteuer werden die Angestellten in einem Ausmaß von 50 bis 200 Prozent mehr belastet, alS die zur Einkommensteuer veranlagten Pettonen mit gleichem Einkommen. Dieser unsinnigen Sonderbelastung fehlt jede haltbare Begründung. 3n der Arbeitslosenversicherung werden die Angestellten durch die Kürzung der Llnterstühungssähe noch mehr benachteiligt, alS dies bisher schon der Fall war, denn die geringen Unterstützungssätze, die sie erhalten können, stehen in einem unglei> chen Verhältnis zu den hohen Beiträgen, die sie auf Grund ihres Einkommens entrichten müssen. Der Wegfall der Rücksichtnahme auf Vorbildung oder frühere Tätigkeit bei der Zumutung von Pflichtarbeit trifft die Angestellten besonders hart. Der DHV. erwartet, daß die Reichsregierung eine Aendxrung dieser besonderen Härten vornimmt. Daneben wird erwartet, daß eine erhebliche Besserung in der Tlnterstühungs- rcgelung für die untek 21 Jahre alten Erwerbslosen eintritt und dah die Rückerstattungspflicht der Krisenunterstühungsbeiträge in Fortfall kommt, sowie die Möglichkeit der Lohnsteuerrückerstattung wieder eingeführt wird. Die aus der Tabakindustrie ausgeschiedenen Angestellten, denen man mit der Tabaksteuer- no'.vervrdnung im Dezember v. ‘3. die Fortzahlung ihrer Bezüge bis zu einer gewissen Höhe auf ein Jahr versprach, empfinden die Streichung dieser Unterstützung als eine große Üngercch': gleit. Sie erwarten, daß die Reichsregierung diese Anordnung rückgängig macht, AU- mal die Zuwendungen an die Arbeitgeber nicht gekürzt sind. Als unverständlich wird empfunden, daß die Reichsregierung mit der Rotvevordnung nicht ein Verbot der Doppelverdiener erlassen hat und dah durch Zulassung von Ersatzkasfen in der Arbeitslosenversicherung nicht von vornherein die empfindlichen Härten für die Angestellten gemildert worden sind. Dem DHV. danken die Versammelten für sein Eintreten für die Belange der Angestellten. Sie sprechen ihm ihr volles Cßertrauen aus und bitten ihn, sich mit allen Kräften für eine Milderung der Hätten der Rotvervrdnung einzusetzen." Vornotizen. — Ta geS ka lender für Montag: Schühenverein Gießen: Monatsmitgliederversammlung, 20.30 Llhr. — Odenwälder Heimatvereinigung 20 Uhr im Hotel Köhler. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Zwei Menschen". — 21 u s dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, findet die 6. Vorstellung des Sommerabonnements statt. Die Intendanz hat das Ensemble Berliner Bühnenkünstler (Ernst Ludwig Franken, Lottina Baart und Curt Unser) zu einem nochmaligen Gastspiel verpflichtet. Die Künstler werden sich diesmal in einer „Lustspiel-Revue" („Der unsichtbare Mensch" „Der Biß" und „Nachts um 3 Uhr") vor- stcllcn. Auch für dieses Gastspiel gelten ermäßigte Sommerpreise. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr. — „Zwei Menschen" im Lichtspielhaus. Heute abend findet im Lichtspielhaus Bahnhofstraße die Premiere des Films „Zwei Menschen" nach dem gleichnamigen Roman von Richard Voß statt. Die Hauptrollen in diesem Tonfilm spielen Gustav Fröhlich und Charlotte Susa. Aus die Vorführung dieses Films sei besonders hingewiesen. (Siehe heutige Anzeige.) — Unterhaltungsabend der Hausfrauenberatung. Rach einer Reihe von Veranstaltungen, die lediglich ernster Arbeit gewidmet waren, veranstaltet die Gießener Hausfrauenberatung am Donnerstag, 9. Juli, im Casö Leib einen Hinterhaltungsabend, der im Zeichen des Humors stehen soll. Der Kcchtopf der Hausfrau soll diesmal nicht Kostproben spenden, sondern als „Zauberkroppe" dienen, aus dem die verschiedensten Ueberraschungen hervorgehen sollen. Räheres in der heuttgen Anzeige. •* Kein Ferienkursus de r LandeS- universität. Wie das Kultusministettum bekanntgibt, fällt der von der Landesunivettität Gieftcm für die Zeit vom 20. Juli bis 1. August geplante Serienfurfud aus. Straßensperre. Wegen Vornahme von Gleisarbeiten wird der Marktplatz zwischen Kirchen Platz und S ch u 1 st r a ft e für Montag, 6. 3uli, und Dienstag, 7. Juli, für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt. •• Iustizpersonalie. Ernannt wurde der Oberjustizsettetär bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, Heinrich Dauer, zum geschäftsleitenden Iustizinspektor bei dem Amtsgericht Lllrichstein mit Wirkung vom 5. 3uli. •• Eine gemeine Tat wurde in der letzten Rocht in der Südanlage verübt. Dott wurde das Wetterhäuschen, das schon wiederholt von Duben- händen zerstört worden war erneut schwer heim- gesuchl. Es wurden zwei Scheiben und der Temperaturanzeiger völlig zerschlagen. Erfreulicherweise, gelang es, einen der Täter bereits festzustellen, den Ramen des zweiten Rohlings hofft die Polizei im Laufe des heuttgen Tage« noch ermitteln zu Fömvm. Hoffentlich wird den beiden Ucbeltätcrn ein gehöriger Denkzettel zuteil. ’• Walter-Flex-Abend. Der Bund Deutsche Zugendvereine. „Stamm Langemarck', Gießen, veranstaltete am Freitag einen Walter-Flex-Abend, zu dem sich viele Angehörige der Iugendbünde, viele Eltern der Zugendlichen und Freunde der Jugendbewegung eingefunden hatten. Ein Lied leitete den Abend ein, bet Stammesführer Richard Lenz hielt eine kurze DegrüftungSansprache. in der er auf den Sinn und Zweck des Abends hinwieS und von der Ougcnbbctrx-gunq als einer Bewegung sprach, die, nicht tot fei, wie man in manchen Kreisett unserer Bevölkerung anzunehmen scheine, sondern die in einer anderen Form weiter lebe, getreu deutschen Idealen. Ein Gedicht von Walter Flex, „Deutsche Schicksalswende", leitete Über gu einem Dorttag von H. L. Huf na gel^-dtzr in klaren Ausführungen Wesen des Dichter- der Deutschen Jugend Wäs-^r Flex und seine Dcdeutu^g für die deutsche Zuku.-ckt umrih. Im Anschluß daran brachten die Iun^xnannen. eine dramatische Skizze von Walter 51er zus Aufführung. DaS Stuck, „Die Dauernführer" betitelt, führte zurück in das Mittelalter, in dien Dauern krieg, in dessen Mittelpunkt die Gestalt^ eines ThomaS Münzer stand, dessen ttagifcheS Geschick ihn selbst und seine Dauern zum Untergang verdammte. In einfacher Form war daS historische Geschehen gestaltet, in frischer Lebendigkeit toiebergegeben und von den vielen Gästen mit großer Aufmerksamkeit ausgenommen. Der Abend war für die hündische Jugend ein schöner Erfolg. Erweitertes Schöffengericht Gießen. Vas Urteil im Ranstädter Prozeß. Heute morgen wurde im großen Schwurgerichtssaal das Urteil im Ranftädter Prozeß verkündet. Don den dreizehn Angeklagten wurden lediglich zwei verurteilt. Der Arbeiter K. D. von EckOttsborn wurde wegen gefährlicher Körverver- leflung mit einer Geldstrafe von 30 Mark, Hilfsweise 6 Tagen Haft belegt, und der Arbeiter 6. E. von Ranstadt ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Monaten Gefäng- n i s mit bedingtem Strafaufschub bzw. öjähriger Bewährungsfrist verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden, da ihnen eine strafbare Handlung nicht nachzuweisen ist, sreigesprochen. Die Wetterlage. LOJ 5CIII •la. y 0wolkenlos.o ntitCT. ® nare Dtdetrt ® woixiq »veoec'V < Schnee c. Graupeln ■ Neoei K Gewitter ©Windstille or-Edel-Seife 50 Ps. In allen Chlorodont-Derkaufsjtellen zu haben. 2. Zur Erlangung schöner weißer Zähne putze man früh und abends die Zähne mit der herrllch erfrischenden Zahnpaste Chlorodont, die auch an den Seitenflächen mit Hilfe der Chlorodont-Zahnbürste einen elsenbeinattigen Glanz erzeugt. — Chlorodont-Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Pf-, Chlorodont-Zahnbürste 1 Mark, CHIorodont-Kinderbürste 60 Pf., Chlorodont-Mundwasser 1 Mark. l Mittwoch, den 8.Null, nachm. 2 Ubr LNissionSfcN Dannert-ReiSkirchen. 4^4 v verreist Gäste, auch Herren, sind willkommen Ihre Verlobung zeigen an Gießen, im Iuli 1931 LetrptAne frei. 03913 Gießen, 5. Iuli 1931 03’17 S» 2 Autoreilen (Stahl u. Holz) Polster, Sdilafzimm^Stahlmatr. Kva fion an« od.sonit.Betriebmuch Am Donnerstag versteigere ich Lichtspielhaus Gießen Heute Premiere 4479 D unter Preis! 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Einwendungen können während der Offenlegungsfrist schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. 4491V Es ist die Erhebung einer Umlage be- chlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Annerod, den 6. Iuli 1931. ________Bürgermeisterei: Horn._______ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Allen- dorf a. d. Lumda für das Rechnungsjahr 1931 liegt vom Montag, dem 6. Juli 1931, ab eine Woche lang auf der hiesigen Bürgermeisterei zur Einsicht offen. 4482V Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Zu der beschlossenen Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen. Allendorf a. d. Lumda, den 4. Iuli 1931. Hessische Bürgermeisterei. Schneider. Gebrauchte, gut erhaltene Schreibmaschine neuesModell, a. kaufen gesucht. SchristL Angebote mit Preisangabe unter 4480V an den Gieß.Anzeig. Gebrauchter Kranken- Fahrftuhl au kaufen ges. [o»6I9 Frau Fischer, Lich Htntergaste 6. Verschiedenes | iichhlatl, Frankfurt Hallo! Die Einmachzeit beginnt! 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Juli, abends 8 Uhr,im Cafe Leib Erste Vonürwung unseres Patent Zauberkroppen Heulte entschlief nach langem schweren Leiden fjfin lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, bchwie- örsohn, Onkel. Schwager und Nefio HerrSieüirieil Meiller im 43. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Else Metzger, geb. Löwenthal u. Kinder Frau Regine Metzger, geb. Meier Münzenberg i. d. Wetterau, den 5. Juli 193L 4487 D Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 7. Juli, nachmittags 2.30 Uhr, vom Trauerhause aus. in fo o und wohlgemut schreitet Onkel Mollig seiner Behausung zu. Seit er den neuen Roeder-Kombinationsherd in seiner Köche aufstellen Heß, freute er sich Immer wieder auf die Stunde des Mittagessens. Denn er weiß, wenn er kommt ist das Essen fertig. Er braucht nicht erst lange zu warten und die Gerichte Lassen auch Sie sich einmal einen praktischen Herd bei der Firma Häuser vorführen, es gibt nichts besseres. Und wenn er erst in Ihrer Küche steht und Sie Jeden Tag neue Freude daran haben, so werden Sie es nicht bereuen, ihn bei der Firma Häuser gekauft zu haben. Kommen Sie einmal unverbindlich In unsere Ausstellungsräume. Wir erwarten Sic und werden Sie gern beraten. 4471 A J. B. HAUSER, GIESSEN AM OS WAL DSCA R TEN itn 40U V SJS* *.Sro6i ,flnif Uz vom L $)2 1t. nen 03811 .HM 1 lölRto icrloren Vicb— iehen-Marburg. mbmititilumi ges- •lobnitng erbeten, icimidt, Volkmtrun, Sleinweg. (<— M ,er. Abonnement r^ottina Bant, ;urt linier M <4790 rei Siebener 4490> Seite st, in Notfall Ur. 155 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 6. Zu« 1931 _______12—^ SJl.-tfport Spielvereimgung 1900 erfolgreichster 2)«reia bei den Bezirk«- meisterschaf tea der Srautn in Kassel. Am gestrigen Sonntag gelangten auf der Hessenkampfbahn zu Kassel die DezirkSmeister- schaften der Frauen de« Bezirk« Hessen-Hannover zmn Austrag. Gießen war durch die Damen der Spiclvereinigung 1900 Würdig vertreten. Richt weniger al« neun Meisterschaften ver- mochten die hiesigen Leichtathletinnen zu erringen, außerdem fielen ihnen zehn zweite und sieben dritte Plätze zu. Ein eindrucksvoller Sieg wurde in der 4x100-Meter-Stafsel errungen, die mit 12 Meter Dorsprung vor Kurhessen Kassel gewonnen wurde. Hervorragende Leistungen zeigte Frl. D r e w S im DiSluswersen mit 27,92 Meter, im Kugelstoßen mit 8.40 Meter und im Wertsprung mit 4.76 Meter. Ausführlicher Bericht folgt. Kein deutscher Sieg in (Stamford Bridge. Bei den englischen Leichtathletikmeisterschaften in Dtamsord Bridge wurden am Samstag die Entscheidungen auSgetragen. Rachdem der Kölner Mittclstrecklcr Böller schon am SamStag auSge- schieden war. ruhten die deutschen Hoffnungen auf Dr. Pcltzer und dem Kölner Weitspringer Mölke, die aber beide nur auf Plätzen landeten. Dr. Peltzer war über 880 DardS durch einen ihm in den Fuß dringenden Dorn seine« Rennschuhe« behindert und wurde in dem von Hampson-Eng- lanb in 1:54,8 gewonnenen Rennen Dritter. Heber 440 Bords belegte Peltzer nur den vierten Platz. 3m Weitsprung, den der Holländer de Boer mit 7,21 Meter gewann, wurde Möller mit der schwachen Leistung von 6,84 Meter nur Dierter. Abschluß der Wimbledon »Meisterschaften. Die englischen Tennismeisterschaften in Wim- bledon wurden am SamStag mit den Entscheidungen in den Doppelspielen beendet. Es gab nochmal« recht spannende Kämpfe und wieder einen großen* Besuch. Die Amerikaner Lott und van Ryn sicherten sich den Sieg im Herrendoppel mit 6 2. 10:8. 9:11, 3:6, 6:3 über die Franzosen Eochet und Brugnon Da« Paar Sheppard unb Baron (Mudsord) gewann daS Damendoppel flcflcn Metaxa und Sigart mit 3:6, 6:3, 6:4 und im Gemischten Doppel siegten wieder die Amerikaner Harper und Lott über Ridky und EollinS mit 6:3, 1:6, 6:1. Oie Henley Regatta. Berliner RE. auSgeschieben. Der einzige deutsche Vertreter bei der Henleh- Regatta, der Berliner RE., muhte bereit« im Zwischenlauf des Großen Achters um den Herausforderungspokal ausscheiden Er hatte als Gegner den Londoner Rowing Club, dem er ein scharfes Rennen über die 2400 Meter lange Strecke lieferte. Sieger wurde die Londoner Mannschaft mit dem knappen Dorsprung von 1/8 Länge vor den Deutschen. Bezirks-Turn- und Sportfest des 3. Bezirks 9. Kreis im Arbeiier-Turn- und Gporibmid. Der 3. Bezirk im 9. Kreis des Arbeiter-Turn- unb Sport bund kann in diesem 3ahre auf sein 25- jährigeS Bestehen zurückblicken. 3m 3ahr 1906, als der 3 Bezirk ins Leben gerufen wurde, traten ihm sieben Vereine bei. Seitdem hatte er ernc stete Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen. Zur Zeit sind dein 3. Bezirk 58 Vereine mit über 3000 Mitglieder angeichlosten. Genau wie im Bezirk, hoben auch die Dezirksveranstalttmgen eine beachtenswerte Höhe erreicht. So gab auch das diesjährige 3ubilaumSbezirksfest in Raunheim bei Wetzlar wieder einmal Zeugnis von dem Können im Ar bei ter-Sportbund. Bereits am Scrmstaqnachmittag begann ein reges Leben auf der Festwiese. Die Sportler und Sportlerinnen maßen ihre Kräfte in Einzel- und Mehrkämpfen. Den Höhepuntt am Samstag brachte der Zestkvmmers. Wurden doch hier von den einzelnen Vereinen erstklassige Leistungen geboten Do gefielen ganz besonders das Bezirks- Tromm lerkorps. die Bezirksriege am Barren und Reck, die Sportlerinnen von Krofdorf, Launsbach und Heuchelheim mit ihren Volkstänzen, die Tur- nerinnen von Wieseck mit ihrem Matrosenreigen, die Arbeiter-Radfahrer von Wetzlar, die Sportler von Raunheim, die Flachturner von Wieseck und von Lollar. Am Sonntagvormittag herrschte abermals reges Leben auf der Festwiese und die Wettkämpfe der Turner. Sportler. Fußballer, Turnerinnen und Sportlerinnen wickelten sich schnell ab. EineMu- sittapelle sorgte für die Unterhaltung. Pünktlich setzte sich ein stattlicher Festzug in Bewegung, in dem besonders die Turner- und Sportlerinnen stark vertreten waren. Rach dem Eintreffen auf dem Festplatz folgten die Begrüßungen und Ansprachen von Iugendleiter Schneider (Krofdorf) und dem Kreisjugendleiter des Kreises Biedenkopf. Die Massenfreiübungen der Sportlerinnen und Spvrller klappten sehr gut. Volkstänze der Sportlerinnen, Turnen der Bezirksriege am Reck, ein Fußballspiel Raunheim gegen Docken- Heim, sowie ein Handballspiel zwischen zwei Auswahlmannschaften bildeten den Abschluß des sportlichen Programms. Die Siegerliste, die wir in einem Auszug wiedergeben, zeigt folgende Ergebnisse: Turner (Oberstuse) Siebenkampf: 1. Karl Wagner. Launsbach, 247; 2. Ernst Schöff- mann, Wieseck, 240; 3. Adolf Kreiling, Wieseck. 237; Heinrich Decker. Krofdorf, 237; 4. Willi Theis. Raunheim, 233; Alfred Oßwald, Wieseck, 233; Karl Leib, Launsbach, 233; 5. Willi Winter. Launsbach. 232; 6. Albert Winter. Launsbach, 228 ; 7. Karl Schepp. Weidenhausen, 221; Rudolf Pfaff, Launsbach. 221; 8. Otto Dörr, Raunheim, 220; 9. Hermann Ruppert, Weidenhausen, 218; 10. Wilhelm Dender, Launsbach, 216; Willi Frei; I., Wißmar, 216 Punkte. Turner (Mittelstufe) Siebenkampf: 1. Waller Kollmar, Herborn, 228; 2. Hugo Kreiling, Wieseck, 227; 3. Adolf Bernhard, Rod- l heim, 225; 4. Gustav Sleuernagel, Beuern, 224; 5. QCbcrt Schäfer, Launsbach, 222; 6. Heinrich 1 Will, Treis. 220; 7. Heinrich Müller, Weiden- Der zerstötte Dachstuhl der Bremer Stephanikirche, die durch ein Großseuer schwer beschädigt wurde. Hausen, 217; 8. Wilhelm Berichard. Rodheim, 215; 9. Wilhelm Hirschhäuser, Odenhausen, 214: Ludwig Reuter. Staufenberg, 214; 10. Otto Mühl ich. Beuern, 212; Wilhelm Lemp. TreiS, 212 Punkt«. Turner (16—17 3 ach r e) Siebenkampf: 1. Heinrich Hettche, Treis, 233; Otto Koch, Wißmar, 233 ; 2. Otto Schneider. Beuern, 227; Ernst Bähr. Lollar, 227; 3. Fritz Kolmar, Herborn, 224; 4. Franz Krämer, Rodheim, 221; 5. Heinrich Schneider, Frvnhausen, 218; 6. Karl Becker, Fronhausen. 214; 7. 3rchann Schnabel, Frvnhausen, 213; 8. Heinrich Helm, Herborn, 203; 9. Wilhelm Weber, Weidenhausen, 200; 10. Otto Roch. Alsfeld. 196 Punkte. Turner (14 bis 16 3ahre). Siebenkampf: 1. Adolf Schepp, Weidenhausen, 240 P.; 2. Willi Stecker. Wieseck, 235; 3. Karl Schäfer, Wieseck, 227; 4. Hans Greiling, Wieseck, 221; 5. Gustav I Renaldo, Beuern 216; 6. Hugo Pfeiffer, Launsbach, 213; 7. Karl Reeh, Rodheim. 212; Otto Klinkel, Launsbach, 212; 8. Otto Leib, Wieseck, 206; Heinrich Reeb, Raunheim, 206; 9. Hans Wiegand, Alsfeld, 204; 10. Georg Lotz, Fronhausen 192. Turnerinnen über 18 3 ahre: Dier- kampf: 1. Hilde Bremer, Wieseck, 143 Punkte; 2. Klara Bremer, Wieseck, 132; 3. Klara Reusch- ling, Klein-Linden, 127; 4. Anna Schlopbach, Lauterbach, 124; 5. Lina Dender, Krofdorf, 122; 6. Helene Volk, Klein-Linden 118; 7. Helene Schnegelber ger, Lauterbach, 117; 8. Eva Wendel, Herborn 114. Turnerinnen (unter 18 3ahren). Vierkampf : 1. Karvla Körber, Wieseck, 133; 2. Erni Seibert, Wieseck, 132; 3. Gretel Trabant, Lauterbach, und Lina Dötz. Wieseck, 129; 4. Toni Klinket, Wißmar, und Christtne Ruhn Treis, 127; 5. Elsa Hammel, Lollar, und Marie Rinaldo, Deuern 126; 6. Anna Rösser, Wieseck, 125; 7. Helene Kraft, Wißmar, 121; 8. Emma Schneider, Wieseck, 120; 9. Elise Helm, Lauterbach, 119; 10. Frieda Wagner, Wißmar, 118 Punkte. Sportler (Altersklasse): Dreikampf: 1. Wilhelm Schwarz, Annerod. 194,39; 2. Georg Lehrmund. Leun, 173,25 ; 3. Albert Göbler, Gleibera, 150,44; 4. Wilhelm Schmidt, Krofdorf, 147,49; 5. Heini Kutscher, Krofdorf, 147,10; 6. Wilhelm Hofmann, Krofdorf, 146,05; 7. Karl Pfaff, Kinzenbach 143.40; 8. Ferdinand Reeh, Krofdorf, 135,80 ; 9. Alex Dureck, Lollar, 134,47; 10. Joses Heppert, Großen-Linden, 131,19 Punkte. Sportler über 1 8 3 ahre (Achtkampf): L Willi Rühl. Raunheim, 490; 2. Wilhelm Leitner, Großen-Linden, 457,16; 3. Karl Drescher, Gleiberg, 456,56; 4. Georg Straft, Alsfeld, 440,27; 5. Willi 3anz, Gleiberg, 436,17; 6. Wilhelm Ziegler. Lollar. 428,82; 7. Adolf Pfaff. Kinzenbach 428,26; 8. Ernst Scharf. Lollar. 417; 9 Artur Gilbert, Heuchelheim. 404,15; 10. Willi Weimer, Raunheim, 397,19 Punkte. Sportler über 18 3ahre (Dreikämpf): 1. Ewald Depter, Heuchelheim, 212, 2. Heinrich Dill, Raunheim, 203,63; 3. Ernst Dechtold, Krofdorf. 200.12; 4. Hermann Schäfer, Raunheim, 198,75; 5. Kurt Tönges. Wißmar, 198.50 ; 6. Georg Kraft, Alsfeld, 194,61; 7. Kurt Mandler. Wißmar, 193,19; 8. Willi Schardt, Watzenborn, 192,26 ; 9. Otto Strauch, Raunheim, 188,88; 10. Walter Pfaff, Kinzenbach 187,19 Punkte. Sportler (Jahrgang 1913 bis 1914): Vier- kämpf: 1. Hermann Leidner, Alten-Bufeck, 201,92; 2. Adolf Schmitt, Wieseck, 200,79 ; 3. Wilhelm Otto, Beuern, 191,25; 4. Ernst Bellos, Wieseck, 190,71; 5. Hermann Henkel, Odenhausen 189,88 Punkte. Sportler (3ahrgang 1915 - 1917). Dreikampf: 1. Ernst Kreiling, Raunheim, 172,88; 2 Karl Klinke!, Staufenberg, 166,56 ; 3. Albert Schreiner, Al- tenbuseck, 154; 4. Ernst Leib, Wieseck. 144.88; 5. Willi Hosmann, Alten-Duseck. 144,63 Punkte. Sportlerinnen (über 18 3ahre) Dier- kampf: 1. 3ohannette Pfeiffer, Launsbach, 203,05 Punkte; 2. Emma Resseldreher. Heuchelheim. 179.17; 3. 3lse Euler. Krofdorf. 151,39; 4. Alma Decker, Lollar. 133,19; 5. Marie Wagner, Krofdorf, 118,44; 6. Kätchen Hofmann. Heuchelheim. 112,39; 7. Relli Arnold. Launsbach 111,78; 8. Anna Dvgelhöfer, Launsbach. 105,44; 9. Marie Eva am Strand Vornan von Hermann Weick. Rachdruck verboten! I. Eva Willer kam aus ihrem Dadekarren und ging, den fchlanken, hochbeinigen Körper kokett in den Hüften wiegend, über den Strand; die bewundernden Dlicke, die ihr aus zahlreichen Männeraugen zuflogen, riefen auf ihrem Gesicht ein siegesbewußtes Lächeln hervor. „Ist sie nicht ein fabelhafter Kerl?" fugte Paul Bertram zu dem neben ihm im Sande liegenden Herrn. Wer?" Dertram wies mit der Hand nach der jungen Dame. „Eva Willer!" ..Geschmackfache!" antwortete 3örg Leupold lakonisch. „Ratürlich! Für dich gibt es za nur e \ ne Frau, über die zu reden sich überhaupt verlohnt!' „Schwatze keinen Unsinn, Paul!" .,3ch sage dir aber allen Ernstes: etwas so Schönes, Vollendetes wie diese Eva Willer habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen!" Der Maler Leupold lachte. „3st es wieder einmal so weit mit dir?" „Spotte nicht!" „Wieviele Male habe ich eigentlich den begeisterten Hynmus, den du jetzt auf Fräulein Willer anstimmst, schon von dir zu hören bekommen?" e Bertram sprang auf. „Mit dir ist heute kein vernünftiges Wort zu reden! Adieu!" „Hals- und Beinbruch!" rief Leupold ihm nach. Bertram näherte sich langsam Eva Willer, die von zahlreichen Kavalieren umringt war. Sie schien sich in glänzender Laune zu befinden; etwas Strahlendes. Faszinierendes ging von ihrer Erscheinung aus. Run hatte sie Bertram bemerkt; lächelnd sah sic ihm entgegen „3d) dachte schon. Sie hätten das Morgenbad verschlafen!" sagte sie nach den ersten Worten der Begrüßung. „Haben Sie mich vermißt, gnädiges Fräulein?" „Welche Einbildung!" entgegnete sie kurz und schritt ins Wasser, gefolgt von der Schär ihrer Verehrer. Ein übermütiges Treiben begann Die Wellen, die heute sehr hoch gingen, jagten über die Badenden hinweg, man mußte sich gegenseitig an den Händen fassen, um nicht umgeworfen zu werden. „Wollen wir hinausschwimmen?" sagte Eva Willer zu Berttam, der nicht von ihrer Seite gewichen war. Sie wartete seine Antwort nicht ab, sondern schwamm mit kräftigen Stößen rneerwärts. Sie war eine blendende Schwimmerin; Berttam hatte Mühe, ihr zu folgen. Die übrigen Kavaliere biteben, einer nach dem anderen, zurück. Plötzlich setzten hinter ihnen die Warnungssignale der Badewärter ein; sie hatten, ohne es zu bemerken, die Dadegrenze überschritten. „Halt! Umkehren!" rief Berttam. Eva Witter drehte den Kopf nach ihm zurück. „Angsthase!" Er schwamm an ihre Seite. „Es ist zu gefährlich! Drehen Sie um!" „Sorgen Sie sich so um 3hr Geben?“ spottete sie. „3ch sorge mich um Sie!" „Dann bleibt mir allerdings nichts anderes übrig, als 3hnen zu gehorchen!" Sie wendete und schwamm neben Berttam her, dem Land zu. Man war durch die Warnungszeichen der Wärter auf die beiden aufmerksam geworden; von allen Seiten sah man zu ihnen hin. Einige Badegäste schimpften über ihre Fahrlässigkeit, so weit hinauszuschwimmen; einer der Bade- Wärter winfte Eva drohend mit seiner kleinen Flagge. Sie lachte ihm übermütig zu „Wollen wir uns in den Sand legen?" fragte Berttam. als sie aus dem Wasser kamen Eva war damit einverstanden. Sie suchten eine passende Stelle und gelangten dahin, wo der Maler Leupold mit geschlossenen Augen lag und sich von der Sonne bräunen lieh. „Aufwachen, 3örg!“ rief Berttam. „Hoher Bestich kommt!" Leupold wollte sich erheben „Bleiben Sie ruhig liegen!" sprach Eva Willer und reichte ihm die Hand zum Gruß. „Hoffentlich störe ich Sie nicht!" „Keineswegs, gnädiges Fräulein!“ Man unterhielt sich anfangs zu dreien dann legte Leupold sich wieder zurück. Paul Berttam kam immer mehr in Feuer; die Rähe Eva Willers bezauberte ihn aufs neue. Seine Stimme wurde zärtlich, er sparte nicht an schmeichelnden Worten. „Wissen Sie, was mich heute am meisten freut, gnädiges Fräulein?" sagte er plötzlich und sah Eva mit innigen Blicken an. „Run?" „Daß wir die Herren, die Sie vorhin so intensiv mit Beschlag belegt hatten glücklich abgehängt haben; daß ich Ste jetzt für mich ganz allein habe!" „Und Herr Leupold?" „Der zählt nicht!" Eva Witter wandte sich dem Maler au. „Haben Sie gehört, was 3hr Freund soeben behauptet hat?" Leupold machte eine knappe Handbewegung. „Paul sagt oft Dinge, die er nicht verantworten kann!" „Ganz meine Meinung!" pflichtete Eva Willer ihm lachend bei. Berttam begehrte auf. „Das ist Verleumdung! 3ch stehe zu jedem Wort, das ich bis jetzt zu 3hnen gesagt habe!... Daß 3örg hier nicht mitzählt, ist doch sonnenklar; seine Wünsche gehen nach einer anderen Richtung I“ „Zur .trauernden Witwe'?" warf Eva Willer ein. Leupold richtete sich jäh auf. „Wen meinen Sie damit, gnädiges Fräulein?" Unter Leupolds droherrden Blicken wurde Eva Witter verlegen. „Frau Moest...", antwortete sie zögernd. Ein zorniger Ausdruck kam in das Gesicht des Malers. „3ch möchte Sie bitten, gnädiges Fräulein, in meiner Gegenwart über Frau Moest keine derartigen Scherze zu machen!" „Ranu! Warum gleich fo gereizt, 3örg?" legte Berttam sich ins Mittel. „Du wirst doch Spaß verstehen!“ „Für solchen Spaß fehlt mir das Verständnis!" Eine gespannte Stimmung hatte Platz gegriffen Mit beleidigtem Gesicht sah Eva Witter da; sie schwieg beharrlich. Rach einer Weile verabschiedete sich Leupold. „3hr Freund ist ein ekelhafter Mensch I" stieß Eva Witter empört hervor. „So grob ist mir bis heute noch niemand gekommen!" „Es war nicht halb so schlimm gemeint; 3örg ist nun einmal etwas derb in seinen Äußerungen, im Grunde ist er aber ein guter Kerl! Rur wenn die Rede auf Frau Moest kommt, wird er überempfindlich." „Er braucht seine Ueberempsindlichkeit nicht gerade an mir auszulassenI" Berttam ergriff Evas Hand. „Run lassen wir aber Leupold und seine Frau Moest in der Versenkung verschwinden nicht wahr! Wir wollen uns doch wegen der dummen Sache nicht den schönen Morgen verderben!" Eva Witter schien ihren Qlerget nicht so rasch zu überwinden. „3ft es übrigens gar so schlimm", fuhr 'Bertram fort, „wenn 3örg sich dagegen auflehnt, daß die Dame, in die er anscheinend heftig verliebt ist. einen Spottnamen angehängt bekommt? ... Wenn mir das passierte, wenn jemand in meiner Gegenwart über Sie einen Witz machen würde, hätte er sicherlich nichts zu lachen!" Eva wurde verlegen „Don mir ist doch nicht die Rede..." „3ch spreche aber von 3hnen... und von mir!“ Berttam lehnte sich zu ihr hinüber. „Warum wollen Sie mich nicht verstehen Eva?" Sie sah den verlangenden Ausdruck in seinen Augen Auch jetzt gestand sie sich wieder em, daß der Schauspieler ihr gefiel. Hübscher, eleganter und unterhaltender war er zweifellos als die anderen Herren, die ihr hier den Hof machten Vielleicht wäre es schön, von ihm geliebt zu werden... Ein weicher Schein kam, für die Dauer weniger Sekunden, in Evas Antlitz. Dairn aber brach der Uebermut wieder aus ihr hervor. Sie erhob sich. „Wir wollen wieder ins Wasser gehen! 3ch glaube, daß eine Abkühlung 3hnen gut tun wird!" Berttam sah sie betroffen an. „3st das 3hre ganze Antwort. Eva?" Sie war schon einige Schritte von ihm entfernt, da drehte sie ihm das lachende Gesicht zu. „Sie dürfen nicht so neugierig fein! Reugier de ist ein Vorrecht von uns Frauen! Männer müssen abwarten können, bis man ihnen freiwillig sagt, was sie gerne hören möchten!" - „Wir 3hr Freund nicht böse sein wenn ich Sie ihm so oft entziehe?" fragte Hanna Moest. 3örg Leupold schüttelte den Kops. „Er hätte ohnehin nicht viel Zeit für mich übrig. Wie Sie bemerkt haben werden, hat er augenblicklich vollauf zu tun!" „Herr Berttam scheint ein großer Damenfreund zu fein!" „So etwas an leicht entzündbarem Herzen findet man so bald nicht wieder! Dabei meint Paul jedesmal, wenn es ihn wieder packt, jetzt sei es die große, einmalige Liebe! Zur Zeit sieht er sein Heil in Fräulein Witter I" „Das ist mir nicht entgangen“, antwortete Hanna Moest lächelnd. Und nach einer kleinen Pause: „Herr Bertram unb Sie sind eigentlich sehr ungleiche Freunde!" „Da haben Sie nicht unrecht, gnädige Frau! Vielleicht vertragen wir uns aber gerade deshalb so gut. obwohl wir hin und wieder nicht «unsanft mit den Köpfen Zusammenstößen. Unsere Freundschaft dauert aber schon so lange, daß sie einen ordentlichen Puff aushält!" Leupold blieb stehen. Am Strand herrschte daS übliche Rachmittagstreiben Man sah in den Sttandkörben oder lag im Sand; man plauderte, lachte, flirtete. Die hellen Stimmen der Kinder, die sich mit leidenschaftlichem Eifer ihren Spielereien Hingaben, übertönten alles. „Wollen wir hier bleiben?“ fragte der Maler. „3ch denke, wir gehem wieder in die Dünen; es ist dort ruhiger als hier." Seit einigen Tagen waren Hanna Moest und 3örg Leupold häufig beisammen Man sprach im Hotel darüber, weil Hanna Moest, sehr zum Aer- ger der übrigen Kurgäste, bis dahin sich von jeglichem Verkehr femgehalten und ganz zurückgezogen gelebt hatte. Also war die schöne, stolze Witwe doch- nicht so unzugänglich, wie sie sich gebärdete! (Fortsetzung folgt.) Sack Heuchelheim. 99,44: 10. Emmck Kröck. Heu- unkt 18 Sdtam kampf): 1. Gustel Weih, Wetzlar 168,27: 2. Frieda Jung, Krofdorf, 153,55; 3 Else Schwalb, Heuchelheim, 147,50; 4. Karol ine Loh, Krofdorf, 147,18; 5. Paula Schmelz, Grohen-Linden, 146,18 ball- Dreikampf (Aktiv): 1. Franz Arnold Heuchelheim, 245,05; 2. Karl Keusch, Naunheim, 218; 3. Walter Paff, Kinzenbach 214,05; 4. Wilhelm Debus, Leun, 206; 5. Otto Henkelmann, Heuchelheim, 194 Punkte. Fuhball-Dreikampf (Fugend): 1. Hrch. Mauer, Watzenborn, 254; 2. Karl Hardt, Hausen. 232: 3. Heinrich Walter, Leun, 230; 4. Reinholv Hoh, Grohen-Linden, 224,5; 5. Konrad Will, Fronhausen, 222,5 Punkte. Einzettämpfe. ^ortler (Iahrg. 1913-1917). 100 Meter 1 ■■Mann Schäfer, Naunheim, und Otto Weih, -ÄWMorn, 12,7; 2. Karl Keusch, Naunheim, 13; 3Ennl Spaar, Lollar, 13,3; 4. Wilhelm Forbach Staufenberg, 13,4; 5. Henk^lmann, Wihmar. 13,5 Sekunden. „ Wei tsprung : 1. Otto Schneider, Beuern, 5,57; 2. Herrn. Leidner, Alten-Dufeck, M8; 3. Willi Albach, Grohen-Linden, 5,43; 4. Otto Seibert, Launsbach, 5,26; 5. Emil Spaar. Lollar, 5,22 Meter. Kugelstoßen: 1. Hermann Schäfer, Naunheim, 11,20; 2. Hermann Henkel, Odenhausen. 10 46; 3. Walter Rumpf, Gambach, 10,20; 4. Erich Feisel, Grohen-Linden, 9,83; 5. Ernst Feiling. Naunheim, 9,79 Meter. Sportlerinnen über 18 Fahre: 60 Meter: 1. Alma Decker, Lollar, 9,3; 2. Nettchon Pfeiffer, Launsbach, 9,8; 3. Emma Nesseldreher, Heuchelheim, und Ilse Euler, Krofdorf, 10; 4. Lina Börding, Heuchelheim, und Anna Dogel- höfer, Launsbach, 10,4; 5. Käthe Hofmann, Heuchelheim, 10,5 Sek. M _ Schlcuderball: 1. Emma Nesseldreher, Heuchelheim, 27,20; 2. Lina Börding, Heuchelheim, 24 60; 3. Alma Decker, Lollar, 24,15; 4. Nettchen Pfeiffer, Launsbach, 23,18; 5. Anna Vagelhöfer, Launsbach, 21,70 Meter. Wei tsprung: 1. Flse Euler, Krofdorf, 4,04; 2. Alma Decker, Lollar, 3,90; 3. Anna Dogelhöfer, Launsbach, 3,70; 4. Emma Nesseldreher, Heuchelheim, 3,55; 5. Lina Dörding, Heuchelheim, 3,54 Meter. Sportlerinnen (unter 18 Fahren). Ho ch- sprung: 1. Gustel Weitz, Wetzlar. 1,15 Meter; Frieda Fung, Krofdorf. 1,15; Paula Schmelz, Gr.» Linden, 1,15; 2. Käthe Arnold, Wetzlar, 1,10; Pauline Loh, Krofdorf. 1,10; Frieda Wagner, Wißmar, 1,10 Meter. Dallweitwurf: 1. Frieda Fung, Krofdorf. 47,85 Meter; 2. Helene Kraft, Witzmar, 39,85; 3 Frieda Dittendorf, Witzmar, 36,60; 4. Toni Wolf, Witzmar. 35,60 ; 5. Toni Klinkel, Witzmar, 35,35 Meter. Oberheffen. Landkreis Gießen. *Allendorfa. d. Lda., 6. Iuli. Der Gastwirt Heinrich Bergen!, feiert morgen, 7. Fuli, in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 5. Geburtstag. Preußen. Kreis Biedenkopf. * Gladenbach, 6.Fuli. Ein Eisenbahnunfall ereignete sich am Samstagabend auf dem Bahnhof Weidenhausen bei Gladenbach. Dort sprangen von dem um 18.40 Ufjr in Herborn abführenden und 19.53 Uhr in Weidenhausen ankommenden Personenzug beim Einfahren in den Bahnhof die zwei letzten Wagen aus dem Gleis. Da der Fug bereits sehr langsam fuhr, ist erfreulicherweise kein Personen- oder Sachschaden entstanden. Die Reisenden konnten mit dem um die gleiche Zeit von Niederwalgern her in Weidenhausen ein getroffenen und nach dort zurückgeleiteten Personenzug weiterfahren. Da es sich um die letzte Zugder- bindung handelte, sind Betriebsstörungen nicht eingetreten. Dom Dahnhof Gießen wurde sofort der Gerätewagen entsandt, der die beiden entgleisten Wagen wieder auf die Schienen brachte. Studenten-Krawall in Marburg. ] l Marburg, 5. Fuli. Die hiesige Studentengruppe der N a tio nalso ziali- stischenDeutschenArbeiterpartei hatte für Dienstag, 7. Fuli, eine Protestkundgebung gegen den Dersailler Friedensvertrag unter freiem Himmel geplant, die aber in Derfolg eines Regierungserlasses von der Stadtverwaltung nicht genehmigt wurde. Die Gruppe beraumte daraufhin gegen dieses Kundgebungsverbvt am Samstagabend eine Protestkundgebung in den Stadtsälen an, zu der etwa 400 Personen erschienen. Der als Redner vorgesehene Reichsführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Daldur von Schirach, war nicht erschienen, da er, wie zu Beginn der Versammlung mitgeteilt wurde, in Köln verhaftet worden sei. Als sich ein Ersatz-Redner mit der Verhaftung Schirachs, sowie dem Marburger Kundgebungsverbot beschäftigte, ertönten aus der Versammlung heraus Schmährufe gegen die Regierung Brüning, sowie den Leiter der Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Müller, die sich auch wiederholten, als die im Saale anwesende Polizei zur Ordnung ermahnte. Daraufhin wurde die Versammlung polizeilich aufgehoben. Auf der Straße scharten sich dann die nationalsozialistischen Studenten zusammen und zogen an das Darfüßertor, wo sich die Wohnung von Oberbürgermeister Müller befindet. Ein starkes Poli- 'zeikommando suchte die Ansammlungen zu zerstreuen, was ihm erst nach ausgiebiger Verwendung des Gummiknüppels gelang. Als sich die Ansammlungen in der Universitätsstraße wiederholten, schritt auch hier die Polizei ein. Die Namen mehrerer Ruhestörer wurden festgestellt. Gegen 23 Uhr war die Ordnung wiederhergestellt. Ein Betrüger stellt sich selbst. WEN. Limburg, 4. Fuli. Vorgestern erschien auf der Polizeiwache in Limburg ein 50jähriger Mann und erklärte, daß cf sich selbst den Behörden stellen wolle. Er werde von verschiedenen Staatsanwaltschaften seit langer Zeit gesucht und habe inzwischen noch eine große AnzahlDetrügereien verübt. Die Beamten standen diesen Erklärungen zunächst skeptisch gegenüber; es stellte sich aber bald nach näherer Nachprüfung heraus, daß die Angaben zutreffen und daß der Mann — es handelt sich um einen gewissen Karl Ludwig, geboren am 22. Februar 1875 in Langsdorf in Oberhessen — tatsächlich ein großes Sündenregister aufzuweisen hat. Ludwig hat in der Umgebung von Frankfurt, sowie in Wiesbaden, Mainz usw. eine große Anzahl Geschäftsleute betrogen. Er gab sich bei ihnen als Einkäufer für Kantinen und sonstigen Einrichtungen aus und bestellte in zahlreichen Lebensmittelgeschäften größere Posten von Fleisch, Wurst, Käse, Rauchwaren usw. Die Waren, die er sich sofort zusenden ließ, verkaufte er umgehend wieder weit unter Preis. Fm Westerwald gelang es ihm, bei einem Dauer einige Waggon Kartoffeln herauszuholen. Wenn es ans D^ahlen ging, machte Ludwig Ausflüchte über schlechte Qualität der Waren, oder gab ungedeckte Schecks. Als ihm die Situation schließlich zu brenzlig wurde, zog er es auf Anraten seiner Frau vor, sich der Polizeibehörde zu stellen. Diese hat ihn in Haft genommen. Wirtschaft. Kem Antrag auf Herabsetzung der Aotendeckungsgrenze. Berlin, 5.3uli. (TU.) Von der R e i ch sb a n k wird über die heule abend abgehallene General- r a l s s i h u n g, an der die Mitglieder des Generalrates von Flemming, Louis Hagen, Urbig, Müller- Oerlinghaufen teilnahmen und zu der vom Reichsbankdirektorium neben dem Reichsbankpräfidenlen Dr. Luther Reichsbankvizepräsident D r e y s e und Direktor Docke zugegen waren, folgende Mitteilung ausgegeben: „Dem Generalrat der Reichsbank wurde vom Reichsbankpräsidenten über die gegenwärtige Lage, über die getroffenen und die in Aussicht genommenen Maßnahmen berichtet. Der Generalrat hat den Bericht des Reichsbankpräsidenten zustimmend entgegengenommen. Anträge auf Herabsetzung der Rotendeckungsgrenze lagen nicht vor." Dazu erfährt die Telegraphen-llnion noch, daß ein Antrag auf Verlängerung des 100-Millio- nen-Dollar-Rediskontkredits noch nicht gestellt worden ist. Auch der über die Golddiskonl- bank bei der International Acceptance Bank zur Verfügung flehende Vereitschaftskredil ist bisher noch nicht beansprucht worden. Dis- kontmahnahmen, oder die letzthin vielfach erörterte Herabsetzung der R o te n - Deckungsgrenze erscheinen dem Reichsbankdirekkorium in Erwartung günstiger Auswirkungen der Pariser Abmachungen nicht notwendig. • • Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt errechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 112,5 um 0,3 Prozent niedriger als in der Vorwoche. Die Fnderziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 107,3 (minus 0,9 Proz.), Kolonialwaren 97,5 (plus 0,3 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 103,4 (plus 0,2 Proz.), und industrielle Fertigwaren unverändert 136,5. * Der Saaten st and im Deutschen Reich Anfang Juli. Der Stand des Wintergetreides wird im ganzen zufriedenstellend beurteilt. Cs ist mit einem befriedigenden Körnerertrag zu rechnen. Die Hackfrüchte haben im allgemeinen gute Fortschritte gemacht. Bei der Heuernte wird der Menge nach das Ergebnis im allgemeinen als zufriedenstellend beurteilt, der Güte nach bleiben die Erträge meist hinter den Erwartungen zurück. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 = gut, 3 = mittel, 4 = gering, ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Winterroggen 2,9 (Bormonat 2,9). Sommerroggen 2,8 (2,8), Winterweizen 2,6 (2,7), Sommerweizen 2,7 (2,6), Spelz 2,6 (2,7), Wintergerste 2,7 (2,8), Sommergerste 2,6 (2,5), Hafer 2,7 (2,7), Frühkartoffeln 2,6 (2,7), Spätkar- toffeln 2,6 (2,8), Zuckerrüben 2,9 (2,8), Runkelrüben 2,8 (2,7), Klee 2,8 (2,8), Luzerne 2,7 (2,8), Bewässerungswiesen 2,1 (2,3), andere Wiesen 2,4 (2,5). * Adam°Opel-A. °G., Rüsselsheim. Herr R. K. Evans, Aufsichtsratsmitglied der Adarn-Opel-A.-G. und Delegierter des Aufsichtsrates für die Geschäftsführung, ist aus den Vereinigten Staaten zurückgelehrt. Es sind dort insbesondere innerhalb der General Motors Export Co. die zukünftigen Exportpläne der Adam- Opel-A.-G. festgelegt worden. Es soll nunmehr, nachdem der Export in Europa bereits aufgezogen ist, in steigendem Umfange der außereuropäische Markt bearbeitet werden. Nach den getroffenen Feststellungen ist die Firma Opel mit ihren Produkten auf den außereuropäischen Märkten in jedem Sinne konkurrenzfähig. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 6. Fuli. Tendenz: unsicher und schwach. Die Effektenbörse eröffnete zu Beginn der neuen Woche infolge der abermaligen Verzögerung der Pariser Verhandlungen sehr unsicher un d ü b e rw ie gen d schwächer. Die amerikanischen Widerstände gegen die aus Paris angekündigte Einigung verstimmten, obwohl man mit einer baldigen Einigung der noch strittigen Punkte rechnet. Ungünstig wirkte ferner der anhaltende steife Geldmarkt und die Kombinationen, die man an die Untersuchungen im Nord- wvlle-Konzern knüpft. Starke Zurückhaltung ging auch davon aus, daß die Reichsbank gestern keinen bindenden Beschluß gefaßt hat, in Erwartung einer unmittelbar bevorstehenden endgültigen Einigung bei den Verhandlungen in Paris. Die Fnanspruch- nahme eines Golddiskontkredits zur Erleichterung der Situation der Reichsbank löste Verstimmung aus. Bei Abgaben der Spekulation, zu denen sich auch noch Verkäufe des Publikums gesellten, traten gegen die schon schwachen Samstagschluhkurse Verluste bis zu 3 Proz. ein. So erschienen Metallgesellschaft, FG.-Farben. von Elektroaktien Schuk- kert und Siemens, Dt. Linoleum, Kunstseide- und Zellstoffaktien, sowie Reichsbankairteile imt> von Montanwerten Mannesmann und Rheinstahl 4 bis 8 Prozent niedriger. Kaliwerte verloren auf den Absatzrückgang im Iuni darüber hinaus bis zu 10 Proz. Die Danken lagen, mit Ausnahme von Danatbank. die 2,5 Proz. nachgaben, nur um Bruchteile eines Prozentes schwächer. Dt. Anleihen ebenfalls schwächer, Altbesitz minus 1 Proz., Neubesitz und Schutzgebiete bis 0,5 Proz. nachgebend. Für Ausländer bestand kaum Interesse. Der Pfandbriefmarkt verkehrte bei ruhigem Geschäft in etwas schwächerer Haltung. Reichsschuldbuchforderungen lagen flau und 3 Proz. niedriger. Nach den ersten Kursen verstärkte sich die Abgabeneigung, so daß für Sprzialwerte wie Farben, Siemens, Schuckert, AEG. erneut Kursrückgänge von 1 bis 2 Proz. eintraten. Im Verlaufe kam zu der wenig zuversichtlichen Stimmung noch der ungültige Einfluß der erneuten Verstärkung der Devisennachfrage hinzu. Am Geldmarkt war Tagesgeld besonders gesucht und zog wieder auf 8 Proz. an. Am Devisenmarkt lag der Dollar gegen Reichsmark mit 4,2147 sehr fest, gegen Pfund 20,4043. Im Ufancen» verkehr London gegen Kabel 4,8655. gegen Paris 124,25, gegen Mailand 92,93, gegen Madrid 51,00, gegen Schweiz 25,11, gegen Holland 12,0880. Berliner Börse. Berlin, 6. Iuli. Die Börse eröffnete zu Beginn der neuen Woche wieder in schwacher Haltung. Die sehr schwachen Vorbörsentaxen Wurden zwar zu Beginn des offiziellen DerckehrS nicht erreicht, doch lagen die ersten Notierungen im Durchschnitt 1 bis 2 Prozent, bei Spezialwerten bis zu 3 bis 5 Prozent unter S am s - tagschluh. Verstimmend wirkte in der Hauptsache die Tatsache, daß noch immer keine Einigung bei den Pariser Verhandlungen zustande gekommen ist. Nach den ersten Meldungen hat die amerikanische Regierung den französischen Gegenvorschlag hinsichtlich der Kompetenzen des Sach- verständigen-Ausschusses als unannehmbar bezeichnet, so daß noch einige Tatze bis zu einer endgültigen Einigung vergehen dürften. Von dem gestern plötzlich einberufenen Generalrat der Reichsbank wurde eine Kommunique ausgegebcn, das feine große Belebung auslöste und lediglich die Tatsache bewirkte, daß kein Beschluß hinsichtlich einer Herabsetzung der Notenumlaus- grenze gefaßt wurde. Die Mitteilung von der Inanspruchnahme des 50-Millionen-Dollarkredits der Golddiskontbank nahm die Börse lediglich zur Kenntnis. Die Situation am Geldmarkt hat noch keine Entspannung erfahren. Tagesgeld war heute Wieden zum unveränderten Sah gesucht. Auch aus der Industrie lagen keine guten Nachrichten vor. Zu den ersten Kursen kam ziemlich Ware heraus, die aber von den Danken glatt ausgenommen wurde. Stärker abgeschwächt' waren Aschaffenburger Zellstoff, Chade, Ilse^. Rheinstahl. Dessauer Gas, Schlesische Gas, Deutsche Erdöl, Allgemeine Lokal und Kraft, die bis 3 Prozent, und Svenska, die bis 8 Mark verloren. Deutsche Anleihen neigten ebenfalls zur Schwäche. Von Ausländern 4prozentige Mexikaner bei Minus- Minus-Notiz schwach. 5prozentige Ungarn neigten ebenfalls zur Schwäche. Reichsschuldbuchforderungen waren 2 bis 3 Prozent niedriger. Auch Renten tendierten schwächer. Tagesgeld wurde unberänöett mit 8,50, Monatsgeld mit 7,75 bis 9,50, und Warenwechsel mit 7,50 bis 8 Prozent gesucht. Im Verlaufe schritt die Spekulation auf Grund schwächerer Auslandsmeldungen zu Abgaben, so daß das Anfangsniveau bis zu 4 Prozent unters chr itten wurde. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 7. Iuli. Auftrieb: 1536 Rinder, darunter 273 Ochsen, 182 Bullen. 534 Kühe, 454 Färsen, ferner 592 Kälber. 50 Schafe, 5088 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 43 bis 47, ältere 39 bis- 42, sonstige vollfleischige. jüngere 32 bis 38; Dullen, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 37 bis 40, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 32 bis 36; Kühe, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 34 bis 36. sonstige vollfleischige oder aus- gemästete 28 bis 33. fleischige 20 bis 27; Färsen (Kalbinnen. Iungrinder): vollfleischige, ausge- mästete. höchsten Schlachtwerts 43 bis 47, voll- fleischige 39 bis 42, fleischige 32 bis 38; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 52 bis 57, mittlere Mast- und Saugkälber 45 bis 51, geringe Kälber 35 bis 44; Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 42 bis 46, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 42 bis 46, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 44 bis 47; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 43 bis 47, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 40 bis 43 Mk. Marktverlauf: Rinder schleppend, Ueberstand; Kälber ruhig, geräumt; Schafe ruhig, geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 6.Iuli. Die heutige Produktenbörse eröffnete im Hinblick auf den ungeklärten Stand der französisch-amerikanischen Verhandlungen in starker Zurückhaltung. Weizen lagen gegen die letzte Notierung 5 Mark und Roggen 10 Mark niedriger. Das Angebot hierin ist jedoch klein. Hafer erfuhr eine Ermäßigung um 5 Mark. Am Mehlmarkt ist Weizenmehl um 0,25 bis 0,75 Mark ermäßigt worden. Roggenmehl erfuhr eine stärkere Abschwächung von 1 bis 1,50 Mark. Leicht anziehen konnte Weizen- imd Roggenkleie. Im übrigen war die Gestaltung an den Märkten vollkommen ruhig. Es wurden notiert: Weizen 290 bis 295, Roggen 250, inländischer Hafer 190 bis 195, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 39 bis 39,75, Roggenmehl 32,50 bis 33,50, Weizenkleie 10,10 bis 10,25, Roggenkleie 11,50, Erbsen 30 bis 36, Linsen 25 bis 68, Heu 3,50 bis 4, Weizen- und Roggenstroh, drahtge- pretzt. 3; gebündelt 2,70, Treber, getrocknet, 10 bis 11 Mark. Tendenz: ruhig. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 4.Iuli. Tendenz ruhig. Die Nachfrage des Konsums ist infolge Der Geldknappheit sehr schwach. Es notierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt: bulgar. 7,50—7,75, jugoslawische 7,25—7,50, rumänische 7,00—7,25, holländische 7,50—10, dänische 7,50 bis 10, belgisch-slan- derische 9,00—9,50, bayerische 7,75—8,00, deutsche Frischeier je nach Große 7,50—10,50, in- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 6,00—6,50. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdi skont 7 v.H., Lombardzinsfuß 8 v. H. Sranffuh a. 2)1.1 Serlin Franllu ri a. M. Derlin Frankfu n a. M. Äe lin Bankno len. Schluß»! kurs 1 1-Uhr- Kurs Schluß»! lurs | Anfang- Kurs Schlußkurs 1-Uhr« Kurs Schluß, kurs Anfang- Kurs Schluß- kurs 1-Uhr» Kurs Schluß» kurs Anfang» Kurs Amerikanische Noten . . . Belgische Noten..... Dänische Noten..... Englische Noten ..... Französische Noten .... Holländische Noten .... — 4,216 58,64 112,58 20,49 16,487 169,36 4,236 58,68 113,02 20,57 16,547 170,04 Datum 4.7. 6.7. 4.7. 6.7. Datum 4.7. 6.7. 4.7- 6.7. Datum 4-7. 6.7. 4.7. 6.7. . . . . 6% Deurtche Retchsanleihe d.192. 78,5 — 78,75 — Hamburg-Amerika Pakei . . . e — — 46 45,25 Rtebecl Montan ...... 7,2 — — 43 18,75 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 95,5 — 95,5 —— Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — 96 95 Vereinigte Stahlwerke . . . - s 45 19^5 Italienische Noten .... 22,11 22,19 5%% Boung-Anleihe von 1930 . 71,25 — 70 —— Hansa Dampfschiss .... . 0 — — 77,5 78 Otavi Minen......16'/, 19,75 Norweailcke Noten.... 12,61 113,05 Dentscke Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos ^-Rechten....... 50 49 50 5,2 49 Norddeutscher Lloyd .... A.G. für Verkehrswesen Akt. Berliner Handelsgesellschaft . . 6 49,5 49,25 _ 48,5 47,25 48,4 46,5 Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 120 126 116 115 121 115,25 121 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 59,11 2,495 112,90 59,35 2,515 113,34 DeSgl. ohne Auslos^Rechte . . . 5,1 4,8 4,75 8 104 — 103,5 103 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 193 182 187 185 Schwedische Noten.... 8% Helt. Volksslaat von 1929 Commerz, und Privat-Bank . 7 100,5 100,5 100,5 100,25 Schweizer Noten..... 81,56 81,88 (rückzahlb. 102%)...... 89 89 Darmstädter und Nattonalbank Deutsche Bank und Disconto-Gesellschast. . . 6 104 101,5 103,5 102 I. G. Farben.Inbustrie ... 12 Verein, chem. Industrie Frank- 130,5 127,25 130 129 Spanische Noten..... Ungarische Noten .... 40,02 73,27 40,18 73,57 Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten....... 49,5 — — 6 100,25 100 100,5 100,5 Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1....... 48 — 48,5 — Dresdner Bank...... Reichsbank........ 6 12 100,25 133 100,25 127,25 100,5 100,5 130 Scheideanstalt.......1° Goldschmidt..... . . . O Rütgerswerke...... . 5 Melallgelellschast.......5 125 39,75 41,75 59,75 39 39 39 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a.rn. 8% Frqnks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-BaNk Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 . 98,13 — _ — A.E.G........... . 7 81 88,25 88,5 70 105,5 88,4 58 42,25 58,5 40,5 58,5 4. Iuli 6. Iuli 96 — — — Bergmann........ Elektr. Lieferungsgesellschaft. . 9 10 _ 72,25 75 Amtliche Notierung I 'HHpF Amtliche Notierung 1 V. riot V/t% Franks. Hyp.-Bank Ltqu.< Pfandbriefe......... Licht und Straft...... Felten & Guilleaume.... 113 71,25 110 111,25 110,25 66,75 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cementwerk Karlstadt.....7 73,5 87 — — — 6'/, 69 55 HelsingforS . 10,593 10,613 10,593 10,613 <’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu. Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 84 —- — — Wien.... 59,20 59,32 59,175 59,295 Goldpse........... 88,2 9 . 9 105 103,5 104,25 98 103 98 Wayß & Freqtag ...... o 25,13 24,25 25 —— Prag . . . Budapest. . 12,473 73,56 12,493 12,495 8% Pr. Landespsandbrtesansialt, 73,60 73,43 » 73,57 Pfandbriefe R. 19...... 7% Pr. Landespfondbriesanstalt, 100 —— 100 — Schuckert & Co....... 11 121 118 115,5 Schultheis Patzenhofer ... 15 120,5 121 Sofia . . . 3,047 3,053 3,047 3,053 Siemens & Halske..... 14 151,5 _ 147,5 146,25 — — Holland . . 169,38 169,72 169,39 169,73 Pfandbriefe R. 10...... 95,5 95,5 - Lahmeyer L Co....... 12 112 _ 113 Alu (Allgemeine Kunstseide) 0 81 76,25 78,5 76,25 Oslo.... 112,71 112,93 112,71 112,93 Bcmberg......... O 91 88,75 90 88 Kopenhagen. 112,71 112,93 112,72 112,94 4% Oesterreichische Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrcnte . . . . 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4!4% desgl. von 1913 . . . . 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 19,5 16,6 14,25 10 2,65 1111111 19,25 1,2 16,8 14,9 10,13 2,8 1,15 15,13 2,65 Buderus......... Deutsche Erdöl...... Gelsenkirchener...... Harpener......... Hoesch Eisen........ Ilse Bergbau....... Klöcknerwerke ....... . 4 . 5 . 8 . 0 . 6 10 . 6 44 67,5 71 51 69,5 60 39,75 65,5 69,5 60,25 52 147 51 38,75 62,5 69,5 59,5 50,25 142 50,5 Zellstoff Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum.....5 Oienstein & Koppe!.....O Leonhard Tietz ....... 8 62 60 25 64 84 60 54,75 58 62,5 59,5 113,5 24,75 61 38,25 84 62 56,5 110 23,5 58,5 38 82 235 256,5 Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . 112,86 20,475 1,353 4,209 58,68 22,05 16,475 113,08 20,515 1,357 4,217 58,80 22,09 16,515 112,88 20,475 1,351 4,209 58,71 22,06 16,475 113,10 20,515 1,355 4,217 - 58,83 22,10 16,515 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Köln-Neuesten..... . ey2 Svenska.........15 240 243 Schweiz . . 81,535 81,695 83,62 83,78 Serie I......... 2,75 2,75 — 2,7 ManneSmann-Röhren ... Manssclder Bergbau .... -.berschles. Kokswerke . . . . 6 64 28 59,75 63 27,5 62 61 Chade............ Spanien . . Danzig. . . Japan . . . 40,16 40,24 82,04 2,083 39,96 40,04 4% desgl. Serie II...... 81,88 2,079 81.87 82,03 5% Rumän. verelnh. Rente v. 1902 _ 7,25 _ . 8 —- 60 Frankfurter Maschinen . . . . 0 — — 10 — 2,081 2,085 4Z4%Rumän.vereinh.Rentev.l91k — — 14.2 — Phönix Bergbau...... 4'/r — — 44,5 45,5 Grttzner........ . O 28 —— — Rio de Jan.. 0,321 0,323 0,319 0,321 7,449 4% Rumänische verelnh. Rente 5.85 —- 5,95 5,95 Rheinische Braunkohlen. . . 10 154 — 154,25 142 Mainkrastwerke Höchst a.M.. . f 65 — —— Jugoslawien. Lissabon . . 7,433 7,447 7,435 2 yt% I. Anatolier...... 14,4 — 14 14 Rheinitohl ........ . 6 74 70 73,25 70 Süddeutscher Zucker .... 10 110,75 —- 109,5 — 18,64 18,68 18,64 18,bä r5 B e^-o^ toE A.« c t 3 h« £3 jo Z E sr x« ZA B ß^o B° B 3 L 3 -eg H 2SS ^-8 3 Q 8L ür BA ~Z Ä-° « 22 S = = 8? § = - 3 (9 5 c <4s=B 3 «.24. 1 E*to ?V s Ä t H 4 SR |Bf H Lsr- e 3 « Ts, E = 3 B ■8S T. .§» E E oaSse tfcg«©3 Hf B t E @? c H x> CJ o 6 $7 ?! ^e D £ E e = K £ :i « -L E B C c e Ei. Z cB -b > » £2 § 53 ■=S B es Q O I L-o-- 63 l9*C B E £ :® « xr 9 3 5 e 3 2? *3" Z° E D to S® «- c^j N - E -p o 3 *n ** ** 3 o AStoASR^gccr? © °6r*H g sr <3 « -LßA SRg «n LV c E S?» E toE =3 C7 p a b = Q. S 0.1=®’ 3 * E Bto 8* Ego B E : ß i o 8 e §ö -EÄ 5 53 55 € c' E a E w 5 B E « &€ .-e E Se HL <3^2 c 2 L sr o ID"E Eg . *5 x> 2 3 := C « -X a “ i<3 o Q — _G~ C. —’ B tDI9@;r?6Rc75ERto 2^S O.y d 3 •6*8 " 3 -6 to-e p 3 is °<ä H €55 3 3< «> T Z Q to 0 4,216 58,# 112. 20,49 16,487 169-36 22,11 112,61 59,1 2,495 112,99 11,56 40,02 73,27 Hle >-- g Q € tS- । 19 2 I C c to 3 te® 3 . s-e ? E 3 g B=a« Eß 55 cK — o«2 — - 2 J to" •@S>c g '!> l£$ 'S« Ä E? «tS 'n «y to -X M = E CÄ ciä "55 '3 c.'-' Be§€.ti Z7 .e^r? * Ew 5c e "ö " * o 3 - - S «ö* 2 Ec 5 ®i EH fcE ög “Äo « o c eS) § E CM 4m v 1A' W 3^3 Ju ° 5B . . c «R Eu^öf a-®‘"TP S, 19 t: "Ft O »• ixo 2" 'n 5h° 59,175 12,4 73,43 3.0g 169,y 11-5 ii-L2 112;# <0,475 h351. 4,20 53-71 22,06 16;67 83-62 39,96 «1,87 ,081 0,31? 7-^ 18,66 öS tos in t ES S-E ES .2 3 « = B? C7 CB E -n er £ € E s S 55 3 3 Ü .a " E^c = ■c 6*S- "* .. o 2 cs» LE 2o H-ZZ fj|5 sgisiD 24 LZ* -HE «» o 0 Ck. «to r g o a> »? 49 3.^^ T -c1 o(9 c S Äo>Ä 5>Q5- 3 " A € T u E c?7"CÄ> 5 g o 5 :c, »! *. /2) H 3-gw 3 LSI 2 E E C o E c 3 g£Sto L bSK w o C^_2 a-i\ :® — E * - c 3 »T E ssf*y r- «V 3^19(9 L« to _-.bE E«e_ X- 43-0 V ÄT= € • .BSauX y «5^ X 5 öT€3 c^.(9? v®~S -e S£ = S ■PS-So sr a~P g 3 2* . ö hf xL €»SR ^=<9 _ c .2* 3 3 BSa markt- li, Tendenz ruM Lotterten m vV aWHÄjT »100-125. bollan« 77M.00, bcutltb« 5P10.50. i" muheiet 6,0H.5O- ,H .! £jg ’ «,« 113.« 20.57 16-547 s 113# 59.3? 2.5'5 113.« 81,88 40,18 73,51 as •W .3 «- o ÖC •»' E T -1 d * gs B c A-g 2 B cs "’ZjSrfli F»S'3~İ ZLL , SL‘3 E C u CT.C-V T u A = AL g « > * x3 _ a £ :O ®O.- "5 c=ro_flsl »S- X» .2 55 ~ ^£-E^ = LZ c — L E Q e ZL O(5C , , H x> 3- c a — es o€ p. $BE e€=- c « := S.±E -*J,£C •- g Z-ZM c b»=8 _ iss5 L 3PQ SeE a r? gÄ 5.^^® *. € o C 3 c cf<9 EK^L w E 22 5 ä Jo* € M B ö£BSäs&§’ Ks.cS I 4> ö». fc g) 3 c .J±€ b-f b x t S'E o ix BA^S 3A cc S. :B g S±» b€T ö E O ”" H^Ea E I . 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F c KZE E Ec K E -SS cs ‘ -§* LV 0 H £ LZ§^L«.^S S--to h«T = f’c^ 3 -g^e. AM'l'Hi ScByZ 59.2?5 |2,4?5 73.57 ' 3,053 169.73 112.93 1l2.?4 113. -!Z $ 22-10 16.515 83,78 40.0* «2,03 Z tf -=TJ t C R c cg3^ E-*A 1*1" sollen %j,_ *. b^en nte. k kei^ tzjZvchi- , d»< *£ r:rZ .M "’S'S «,L° feu ält3 $1°^- LLirs '.r°zent nirdüg« ^r, TageL . ^0 bis 8 Pro. ?a,e Spekulation ^-Meldungen >u °Niveau big "en wurde. »tehmarkt. . Aultrikb. 1536 AW bM Jäjber, 50 Schale, Jinber: ochsen, Jtcn Schlachtloerts, ’■«, sonstige voll. Nullen, lungere, Werts 37 bis 40 ^gemästete 32 bis höchsten Schlacht, eischige ober aus. v bis 27; Färsen iieischige, auSge« 43 bis 47, voll« bis38; Kälber: 1 biS 57, mittlere >1, geringe Kälber schweim über 300 46, vollsleilchiae X) Pfund Lebend- !00 bis 240 Pfund ■ dtoa 160 bis 203 , fleischige Schivrine Lebendgewicht 40 Rinder schleppend, iumt; Schafe ruhig, verkauft. ibebörfe. Die fauligt Pro- iS mi\ den W menlanifchen Der« Haltung. Deinen rung 5 Marl und )as Anqeboi hierin 1 eine Smäbigung ist Weizenmehl um rotten. Loggenmehl iung von 1 bis 1.5) Weizen- und Rog- die Gestaltung an jg. §s wurden nv- loggen 250, inlan- -izem-hl, süddeut. RoggeWehl 32,5u 10,25, Roggenklei- .n 25 bis 68, tzea Igenstroh. MV ber, getrocknet, iv D g fit «,£.-. ° o B . *“ 3 -o t * s c^.E FE^ k. 52. B t« «*1 S = «> c o «•;sä' BT 5. CS O — p®* o Z " EZOssZKÄ •5 ^'F^F'Fs^IÖ.E 3—- ESA w ~ A. > = «»-!•£ 2-jS-Sf .VV----2-ZS ° ß ^ = ck^- To m €Cx 5«i i$s?ssgm«8 .n - e# d® 5 10 c* O: re . O" O< Ul 3 ST 'S rr 3 A> 3 2Ä^ -3* §,"2 = 3 3 ro cn ro 3 * s- A~ re co ^2 (5) Es er 8 C5T er er 2 E 2" 3 re 3 o 3 e in re "o 8 Ä o 8 3 er E — CO ■ re 3 Cfl 2 - G i, co 3: E ff 3. 2 3 3 83 8 er- re & 2 3 Z. 8 o ST 8 3 o w s 3 re o Z-S: . 2". o re • C/< K 3^ f ÖO rs" 8. OC o 2 ro o: erS o 3 Z 3 A D 3 3, re 3’ Z re er-c — 3 or 2.^8 3 2- 2Ä? 2 — or er re" -.'S* 3 1-1 'er — 3 CT 3 § 8 3 8 3?® 3gm """ "ff _ er o: 8 er 2 2 E," Zs CD ,ff'Z»' 3 ” E re G) D r-l E= — 2. or- a 31h ■3- er er"' co er 2 o 8 3 O: 3 3 3 _ — re ** 3 §33' 2 3 co J2, - ' ff 3 ;3 3 -- 3 re er re 8 2. 52 3 • er " A3 3X rsZ- gr- "5 2 3 »l pari geaöe \i)tn U twn, M hat i>et men, ntn 19 Uhr r In spater übet betet oorge|d)(o angenotw lassung 0 Nach stellt die bet ame' tichen deuten l ten N 1. Die |d/ulb । ausges 2. Deut aagesch Regieruni juroiüiget geieistetei Zahlung! Beult 3.1U1 seitens Bedingt ab In j 4. Die bet Reich! Sie frai Punkte, tu Kutte b Wen, i a) (Eine Sffllralnoli Jnlfmalioi enrop ä i lonbers bi langen I b) (Eine Jtanfteidj trjlelt roet Salle ei ootgeje' Slonafs bet 3nteti rüäsichi Deutsch gen entst c) Sie, verschieben schen Dor| natwenbig mtrngen bigenau die inieresf E°ch°erftän Natwenr Ooooetf lu bring ®°nberb Sticher Jerreenb Bübget gf| •Jw" . 23.30 ^Ischen Ui Elches - das Jmmen er !Ä*n Mfafler 1 ol°"bin flaal5iettela‘ ft 8 c o O---5 s3 3 3 S‘> ög o: re, o W 3 O: 1-5 aw; -6® 2. 2 'S. er 0- re,®: 3 CT O, re'§ er re 3 S’ re 3 5e e — 3 o • 3 re 3-0 3 re a in —- ' 8 re 3 o o5 ■§re’<2> 3 § r®" — r' 3 HK ^2, Cm X 8 o 2,J=8 p 3. . E iS 2 2 A °oo •0 3 E pg^-3- SS-or 3t2. 5 8""^ --'S o o "■ 3Z O a o c D 1 S-E- 81.1» SSt «He • St' 2.20 ^tl< Aeichspsk lohn, K J? SnA 5." zranlstkt' o 3 5«2 ^2 o 8 5 er° A5 0^3 Ul 2 3 — 2 =. 3 re re Or 3 S S 3 ö2 Sa? 25. =5 • 3 2. L2,rs .""3 31 CT 3 8 2. 2-0 ca 2^ 2- 3 " A -.g, 5"-El ;°4 °^cr ©5 ro M? 3 -o re» rl in o - as* E re "8 re O Ls- 2=3 3 L- L re ? 5" r CD cn -•o ö rs s re or 2-S3 2Z re 3 ro o o a. O: — ! re 3 o er §oL sT 2 er 3 2 ■2 o re in 8 D 2 3 Z?s5 o re - = 3" Gr — CT 3 re sg "■co o; 2. M3 । 33 — D: -3- 2-3 8? o u< r -.2 3 o: 2 3 eflm iSre?5 s-'g'o <-n oxa 2. •*" D ~ re -er er 3 2 _ 5 3. S uj 3 3 3- 2" 5 g o» 3 3-« 2. 3 Z 3.Z.2 CT3 3 3 D. 3 re re re 2 2C re a H re u. 3 ® 2.S S Z 3 O _re,re re 2 re" 3 - iSer G_. ~ re B —i 2-cr>3 ■2 re 3 2 er re 3 O re er re er m "■ X - S’01 2 2 3-2 3 2-H — re" -CT cy' D2 re ~ 8 2. o 2 Ui 3 , 2.2 in 3»to — re, 2 2,3 ° 8^gä '1-2° 3-S to-re gr-S* 3, er o, '"’S ©£§"? re re 3? —. E 3 —- re» re CO "Sj® E re cr/2 2 « LS3 3 ” 8-^"o co-' c .2,0. Acr o ^3J1 3 2-2.3 s: ® _ E: 3 ' " ZE-Z 3-ZZ E " fioq:' J2. LZ re 2! § re 2. w <» Z 6)G?ero«g:-Cy. o ^°'§:E L-s- re» 3 3 o re rsZ §L^3Fo-, g- re 3 ro — " : 3 ro §co re'o«* E:"" re cd £' 8 g-®» 5" re 3 to E 2 -re» E ' 3 O- ~ 3 re E S-3.- tSt2-öoO E.3 re -»reCO ?:-S 3" 3 3 3S>2 2 o ».J* E re — Si"3f re - 2-3 o(j)E G^HZZKsL-. » r* E- 7^ —♦ Q. E- &• • o o Z3 »3^ £ 3CO 5a iS 3 a -er —- er Z-L»W S 2.re 3 ö» o 3 2 3 3 In Teo er er K °* 3»Egg5" n. — s^er <-, o S-W s 3 3 ff 53 o. _____--‘«"Sr 3 3 MZ E-.8 O"3 S ^33 -- 3 ** B Gl3 3M g-E 2 er-3 2. re