Nr. 130 Giftes Blatt 181. Jahrgang Samstag, 6. Juni 1931 (Er|d)etnt täglich,cmß« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Btehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle . OlonalS:Be$ug$pret$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Traget» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern mfolge höherer Gewalt. 5ernfprechanfchlösfe antecSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: firanffurlam Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'sche Univerfttäls-Vuch- und Steindruckerei B. Lange tu Stehen. Schristleitmig und Seschästsftelle: Schulsttahe 7. Annahme von Bnjelgec für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 inne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lanae; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Trust Dlumschcin und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Chequers. Don Dr. Otto Hoetzsch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Berlin. ' Die Blicke der Deutschen richten sich in dieser Woche natürlich nach Chequers, von dem man — viel zu viel erwartet. Schwerlich wird der Zoflunionsvorstoß eine große Rolle in diesen Gesprächen spielen. Sn Genf hat man das Gefecht abgebrochen. Sn nächster Zeit schon soll der Gerichtshof im Haag seine Meinung äußern. Aber wir glauben nicht, daß danach etwa im September bei der Döllerbundsversammlung die Angelegenheit im Mittelpunkt stehen wird. Warum? Der Zusammenbruch derOesterreichischen Creditanstalt, der größten Dank Oesterreichs und einer der größten von Europa überhaupt, führt Oesterreich fast ganz von selbst auf eine andere Linie. Denn: wenn die DIZ. mit Hilfsmaßnahmen eintreten will, wenn bei der Oester- reichischen Rationalbank für die Dauer der jetzigen außerordentlichen Verhältnisse als „Berater" der (uns aus seiner Berliner Tätigkeit wohlbekannte) niederländische Professor Bruyns tritt, wenn in die zu sanierende Kreditanstalt neben einem Holländer auch ein Franzose als Vertreter der ausländischen Snteresscn Eintritt, wenn schließlich und vor allem der gleichfalls bekannte französische Professor R i st als fremder „Berater" der Oester- reichischcn Ralionalbank eintritt — er hat mit Sir Walter Läyton vor sechs Sahren, wie erinnerlich, auf Erfordern des Völkerbundes die Untersuchung über die Wirtschaftslage Oesterreichs angestellt, — so ergibt das im ganzen doch eine Behinderung, eine Fesselung Oesterreichs. Diese „Berater" werden zu Kontrollorganen, die über den Weg der finanziellen Hilfsaktion jedenfalls einen indirekten Einfluß auf dieBewegungs- freiheit Oesterreichs üben werden. Sn welchem Sinne, braucht man nicht zu sagen. ilnt> uns wirst man vor, daß der Zollunionsversuch die Unabhängigkeit Oesterreichs berühre! Dieser Zusammenbruch der Oesterreichischen Ereditanstalt ist für den Zollunionsplan zum denkbar ungünstigsten Augenblick gekommen. Die Sanierung kann nur von einer Seite erfolgen, in der die zoll- anschluß-feindlichcn Elemente im ^lebrrgewicht sind. Außerdem hat der Zusammenbruch Oesterreich noch in eine Krise seiner Snnenpolitik gestürzt. Aber er hat zuletzt und vor allem auch gezeigt -- was schließlich für niemand mehr zu beweisen war — die unmögliche Lage Oesterreichs. Aus diesen Gründen nehmen wir an, daß jedenfalls in Eheguers über die Frage nicht weiter gesprochen wird. Auch über Frankreichs Politik wird dort wenig zu sagen sein. Br i and hat unter dem Einfluß seiner Freunde seine Demission zurückgezogen und bleibt zunächst Außenminister. Seine Freunde haben ihm damit zum zweiten Male verkehrt geraten, und e r fühlt sich offenbar nicht jung und spannkräftig genug, um an der Spitze der Opposition den Kampf gegen eine Kammermehrheit aufzunehmen, die ihn ja auf das tödlichste haßt. Wie will er nun in dieser Lage eine Außenpolitik in seinem Sinne machen? Er ist ja nichts anderes als Gefangener der Kammermehrheit, der mit seinen doch nunmehr wie Phrasen wirkenden Ausführungen eine andersgerichtete Außenpolitik machen muß. Dadurch wird die französische Außenpolitik nicht klarer und aufrichtiger als bisher. Wir täuschen und darüber nicht, daß die Kammerntehrheit und das Ministerium Laval die Briandsche Außenpolitik nicht wollen, daß sie die Sdeologie Briands nur als Deckmantel benutzen und daß sie in der großen Politik immer schwieriger, immer hartnäckiger werden. Ratürlich wird als Warnungszeichen auch für Frankreich sein Zwei-Milliarden-Defizit im lausenden Finanzjahr allmählich wirken. Aber schnelle und durchgreifende Aenderung wird diese Wirkung doch nicht hervorbringen. Wenn in Chequers die Reparationsfrage, wie selbstverständlich ist, besprochen wird, so kann Frankreich zunächst ruhig zusehen. Ohne seine Zustimmung kann eigentlich nichts geschehen, und bei der Ncuaufrollung hat es für sich zunächst nichts zu befürchten. Denn sein Anteil an den deutschen Zah- ltingen wird durch kein Moratorium, oder eine Herabsetzung der deutschen Gesamtzahlungen berührt. Es ist ja, wie bekannt, der Teil der deutschen Annuität von 660 Millionen „ungeschützt", d. h. für uns unabänderlich, Grundlage jener großen internationalen Anleihe, und davon geht an Frankreich fast § in jedem Jahr. Das Revisionsgespräch kann sich, woran zu erinnern vielleicht nötig ist, nur auf den über 660 Millionen hinausgehendcn Teil der deutschen Jahresverpflichtungen beziehen und ist infolgedessen wegen der bekannten Verbindung mit den Siegerschulden entscheidend abhängig von Amerikas Stellung dazu. Deshalb sieht man in Frankreich der Zusammenkunft in Chequers verhältnismäßig ruhig zu. Aus einem anderen Feld aber ist die französische Politik recht schnell aktiv geworden. Hat man sich nicht gewundert, wie der russische Vertreter Litwinow in Genf von B r i a n d behandelt wurde? Aus der ganzen Lage des russischen Problems von heute ergibt sich, daß Rußland doch stärker, als es selber zugeben will, an den Weltfragen interessiert ist. Litwinow hat in Genf ganz direkte Vorschläge gemacht: den Abschluß eines wirtschaftlichen Nichtangriffspaktes und die Verpflichtung der Staaten, ihre Erzeugnisse auf dem Jnlandsmarkt nicht zu- höheren Preisen als im Ausland zu verkaufen. Zur Sache sei dabei nichts gesagt, aber Frankreich jedenfalls hat die Wendung Rußlands nach Europa, seine Bereitwilligkeit, am europäischen Problem mitzuar beiten, begriffen. Der Appell der Reichsregierung an das Volk. Berlin, 6. Juni. (D3IB. Drahtmeldung.) Die Erwartung, daß die Weltwirtschaftskrise mit dem Frühjahr 1931 abebben und damit 71 o t und Arbeitslosigkeit aller Industriestaaten und noch mehr der Rohstoff- und Agrarländer zurück- gehen werde, hat sich als trügerisch erwiesen. Deutschland ist in dem Güteraustausch der Erde mit jährlich 33 Milliarden verflochten. Es kann sich allein aus der gemeinsamen Jlot nicht retten, unter der selbst die im Kriege siegreichen Staaten schwer leiden. Unsere Sorge und Schwierigkeit ist verstärkt, weil wir neben der Gesamtkrise, in der wir leben, noch die besondere La st fragen, als die Unterlegenen des großen Krieges Zahlungen leisten zu müssen. Diese wurden unter Voraussetzungen, die nicht eingetroffen sind, übernommen und entziehen unserer durch Krieg und Inflation verarmten wirtschaft das Kapital, dessen sie notwendig zu ihrer Erhaltung und Fortentwicklung bedarf. Kapitalentzug bedeutet Stillegung und Einschränkung von Betrieben, Arbeitslosigkeit, Rückgang des Privateinkommens und nicht zuletzt der Einnahmen des Staates. Darüber hinaus verringert sich unsere Kaufkraft am Weltmarkt um den Befrag, den wir für Tribute ohne Gegenleistungen abgeben. Die Tributzahlungen schwächen uns als Käufer und nötigen uns zur Drosselung der Einfuhr. Sie zwingen uns zur Steigerung der Ausfuhr, gegen welche andere Länder in immer stärkerem Maße in Abwehr treten. Eine erbitterte Verschärfung des Kampfes um die Märkte der Welf ist die Folge. Schwerste La- ff e n und Opfer muh die Reichsregierung dem deutschen Volke zumuten, um die Zahlungsfähigkeit des Reiches allfrechfzuerhalfen. Diese ist die Voraussetzung für die Fortführung der deutschen Wirtschaft, von ihr hängen Millionen und Abermillionen von Kriegsteilnehmern, Sozialrentnern, Beamten und Angestellten in ihrer Existenz ab. 3m In- und Auslande ist vielfach der Vorwurf erhoben worden, daß wir nicht sparsam genug gewirtschaftet hätten. Dieser Vorwurf trifft jedenfalls auf Deutschland für die Gegenwart nicht zu. Auf der ganzen Linie sind die stärksten Anstrengungen gemacht worden, die Ausgaben auf das tragbare Maß zurückzufchrauben. Rach dem Vollzug der neuen Notverordnung werden die Ausgaben des Reiches einfchtiehlich der Abstriche aus dem vorigen Jahre die Riefenfumme von mehr als 1,5 Milliarden weniger befragen. Soweit man unter den heutigen Verhältnissen überhaupt etwas voraussagen kann, wird damit der Reichsetaf für das laufende Jahr ins Gleichgewicht gebracht. Rach dem festen Willen der Reichsregierung soll die Rotverordnung der letzte Schritt zu diesem Ziele fein. Angesichts der Möglichkeit einer Fortdauer der Krise dürfen Verzagtheit und Unwillen unsere Kraft nicht schwächen. Staatsmännische Pflicht der Reichsregierung ist es, jetzt schon Vorsorge zu treffen, um kommende Schwierigkeiten zu überwinden. Daß es dabei ohne Härte, die alle Kreise des Volkes trifft, nicht gehen kann, werden die Einsichtigen begreifen. Es ist besser, in geordneten Formen Leistungen, auch wenn sie schmerzlich sind, zu kürzen und Beiträge von denjenigen zu fordern, die noch ein Einkommen haben, als die Gefahr fjerauf- zubeschwören, daß Zahlungen, auf denen die Lebenshaltung breiter Volksschichten beruht, eines Tages nicht mehr bewältigt werden können. In ähnlicher Lage wie das Reich befinden sich L ä n d e r und Gemeinden. Auch sie haben sich weitestgehend eingeschränkt und werden es noch mehr tun müssen. Die Reichsregierung gibt sich über die Schwere der von allen Bevölkerungskreisen zu bringenden Opfer keiner Täuschung hin. Aber die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der öffentlichen haushalte und die Schonung unserer Wirtschaft im Hinblick auf ihre schwierige Lage und auf den heftigen Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt rechtfertigen die getroffenen Maßnahmen. Wir haben alles angespannt, um unseren Verpflichtungen aus dem verlorenen Kriege nachzukommen. Auch ausländische Hilfe haben wir hierfür in weitem Ausmaße in Anspruch genommen. Das ist nicht mehr möglich. Die Einsetzung der letzten Kraft aller Bevölkerungskreise gibt der deutschen Regierung das Recht und macht es ihr dem eigenen Volke gegenüber zur Pflicht, vor der weit auszusprechen: „Die Grenze dessen, was wir unserem Volke an Entbehrungen aufzuerlegen vermögen, ist erreicht!" Berlin, 6. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die gestern vom Reichspräsidenten unterzeichnete R o t o e r o r ö n u n g ist mit einer längeren Einführung versehen, in der die Maßnahmen, die durch sie getroffen werden, eine eingehende Begründung finden. Besonders eingehend beschäftigt sie sich mit dem Problem der Landwirtschaft, der Erleichterung geschaffen werden soll, weiter wird darauf hingewiesen, daß die Reichsregierung in der Rotverordnung den Rahmen für einen freiwilligen Arbeitsdienst schasse, zu dessen Trägern in erster Linie Bereinigungen und verbände gehören werden. Eingehende Würdigung findet ferner die Frage der Arbeitsbeschaffung. Durch die Rotoerordnung wird die Reichsregierung ermächtigt, mit Zustimmung des Reichstages für Gewerbe- oder Arbeitnehmergruppen die Arbeitszeit bis auf 40 Stunden Die Voraussetzungen, unter denen derReue Plan zustande gekommen ist, haben sich durch die Entwicklung, die die Welt genommen hat, als i r r i g erwiesen. Die Erleichterungen, die der Reue Plan nach Ansicht aller Beteiligten dem deutschen Volke bringen sollte und zuerst auch zu bringen versprach, hat er nicht gebracht. Die Regierung ist sich bewußt, daß die aufs äufjerfte bedrohte wirisch a s t s - und finanzielle Lage des Reichs gebieterisch zur Entlastung Deutschlands von untragbaren Reparationszahlungen zwingt. Auch die wirtschaftliche Entlastung der Welt ist hierdurch mit bedingt. Das deutsche Volk steht in einem entscheidenden Bingen um seine Zukunft, vor dem Aberglauben, man könnte ohne Opfer zu elftem gedeihlichen (Erfolge gelangen, muh eine verantwortungsbewußte Regierung warnen, wenn das deutsche Volk an feine Zukunft glaubt, muh es entschlossen sein, dafür alles einzusehen. Oft haben die Deutschen in ihrer Geschichte verkannt, daß in kritischer Lage nicht die Kämpfe der Parteien, sondern der Wille des gesamten Volkes, sich zu behaupten, entscheidend ist. Eine solche Stunde ist gekommen. Die Reichsregierung kann nicht glauben, dah die neue Generation so klein und die alte so schwach geworden ist, dah sie nicht vereint imstande wären, im kritischen Kamps um unfern Ausstieg die Gröhe und den Idealismus deutschen Volkstums wie in früheren Schicksalsstunden zu beweisen. Im vertrauen auf die Lebenskraft und den Lebenswillen des deutschen Volkes wird die Regierung handeln. Berlin, den 5. Juni 1931. Die Reichsregierung. herabzusehen und die Zulässigkeit tariflicher Mehrarbeit von einer vorherigen Genehmigung abhängig zu machen. Die Reichsregierung verfolgt auch das Ziel, die Wirtschaft aus allzu starren Bindungen zu lösen, die ihr durch Zusammenschlüsse und Vereinbarungen auferlegt sind. Ferner wurde beschlossen, das R u h r k o h l e n s y n d i k a t nur Zwei Monate zu verlängern. Unter ähnlichen Gesichtspunkten will die Reichsregierung auf die Innungen und Zwangsinnungen Einfluß üben. Im einzelnen wird durch die Rotverordnunq bestimmt: Sicherung des Haushalts. Der Steuerausgleich im haushalt 1931 muh auf rund 94 0 Millionen beziffert wer- den, von denen rund 500 Millionen auf das Reich, Die Notverordnung. Offizieller Bericht über ihre Bedeutung und ihren Inhalt. Briand und Litwinow sprachen miteinander darüber. Jetzt steht schon fest, daß beide Staaten am 5 Juni in Paris Wirtschaftsoerhandlungen beginnen werden, die zunächst die Schuldenfrage ausschließen. Daneben sprechen die beiden Staaten aber unzweifelhaft auch über politische Fragen. Wir glauben nicht — noch nicht! — an eine Absicht Rußlands, speziell mit Frankreich einen politischen Nichtangriffspakt zu schließen (der an sich auch nicht nötig ist, weil beide den Kelloggpakt unterschrieben haben). Aber wir tun gut, auf diese Vorgänge recht aufmerksam zu blicken, und: warum hört pian eigentlich jetzt gar nichts vom Berliner Vertrag, dessen Erneuerung doch beschlossene Sache ist? Nun aber die Hauptsache: das Gespräch der beiden deutschen Staatsmänner in dem Wochenendsitz, den ein reicher und dazu verständnisvoller Herr dem jeweiligen englischen Premierminister zur Erholung zur Verfügung gestellt hat — etwas, was wir ähnlich für unsere führenden Staatsmänner wirklich auch brauchten! Die Entstehung dieser Zusammenkunft und auch die mancherlei Schwierigkeiten, bis es so weit kam, sind bekannt. Daß die englischen und deutschen Staatsmänner miteinander sprechen, kann nur nützlich sein. Aber die Isolierung Deutschlands auf der letzten Ratstagung und vor allem die steigende Not in unserem Vaterlande, zusammen mit der zurückhaltenden Tendenz des Kanzlers in der Außenpolitik, haben nun dazu geführt, daß heute diese Zusammenkunft in ein viel zu scharfes Licht gerückt wird. Was die deutschen Staatsmänner dort vorbringen werden, liegt auf der Hand. Sie sprechen über die Abrüstungsfrage und Deutschlands bekannten Standpunkt dazu, und sie sprechen über die Reparationsfrage, die nach weit verbreiteter Vorstellung die deutsche Regierung damit „auf roll en" wolle. Daß sie diese aufrollen muh, daß sie das Zentralproblem unserer Außenpolitik ist, ist längst kein Zweifel. Aber kann dabei England die richtige, d. h. die entscheidende Stelle dafür sein? Daß uns England trotz aller schönen Auseinandersetzungen Cecils in der Abrüstungsfrage keine Hilfe sein wird, sollten wir allmählich wissen. Aber können Macdonald und Henderson in der Reparationsfrage etwas anderes tun, als unsere Auseinandersetzungen mit Verständnis entgegennehmen und dann antworten, daß &ei der Verkoppelung von Reparation und Kriegsschulden die Reparationsfragc alle anderen Staaten, vor ollem Rordamerika, auch berühre und daß England darin und dafür wenig tun könne? Die Stellen, auf die es in der Reparations- frage antommt, sind Paris und Washington, vor allem letzteres. Ratürlich kann England, das selber so schwer unter der Finanznot und Wirtschaftskrise leidet, mithelfen, in seinem und unserem Interesse dafür wirken, daß die Welt zu der Einsicht kommt, der Voungplan müsse revidiert werden, weil er für die heutigen Wirtschaftsverhältnisse, den Goldwert und alles andere gar nicht paßt, und weil die von ihm geschaffene BIZ. gerade im Sinne des Plans bis heute nichts geleistet hat. England kann bei den Vereinigten Staaten darauf hinwirken, daß etwas geschehe. Rur ist die Frage, was unmittelbar geschehen soll, nicht so einfach beantwortet. 2n Deutschland besteht eine Einheitsfront, trotz der scharfen, inneren Gegensätze, dahin, daß die Tributlast unter allen Umständen bald und wirksam, sehr viel wirksamer als durch die sog. Erleichterung des Voungplans, erleichtert werden muh. Wir brauchen eine Herabsetzung der jährlichen Reparationsleistung mindestens zu einer Milliarde, und wir brauchen einen Zahlungsaufschub. Auch darin sind wir alle einig, dah ganze Arbeit gemacht werden soll und dah die Opfermöglichkeit des deutschen Volkes mit der neuen Rotver- ordnung jetzt die letzte Grenze erreicht. Aber über den Weg zu diesem Ziele besteht noch keine Klarheit, und man sieht auch nicht, dah in Chequers sehr viel dafür zu holen sein wird. Die Situation ist, was jeder Blick auf die amerikanischen Verhältnisse im Augenblick zeigt, für eine gründliche Umgestaltung deS Voung.Planes in der kurzen Zeit, die Deutschland dafür braucht, so ungünstig und so schwierig wie möglich. Unö doch ist eine Reuregelung absolut notwendig und in kürzester Zeit! Es gibt noch andere Möglichkeiten. Heber die mußte schon längst nachgedacht werden, und ist ja auch nachgedacht worden. Hnö diese Möglichkeiten müssen als Vorschläge den Stellen nahegebracht werden, auf die es, wie gesagt, entscheidend ankommt. Es ist leider so, — aus Gründen, die heute nicht untersucht werden sollen — daß Deutschland noch niemals in den letzten elf Jahren so isoliert gewesen ist, wie heute. Wer in internationale Gespräche irgendwelcher Art gerät, spürt das im ersten Augenblick. Aus dieser Isolierung herauszukommen, ist ein schweres Stück Arbeit. Dazu kann selbstverständlich die Zusammenkunft in Chequers helfen, indem Deutschland eine Stützung und Förderung durch die englische Politik erfahrt. Aber noch einmal: darüber soll man sich nicht täuschen, dah die ganze englische Position in der Welt es England gar nicht ermöglicht, auch wenn es mit allen Kräften das wollte, entscheidend etwas zu tun in der Wendung, die herbeizusühren eine Schicksalsfrage für Deutschlarck» ist. Ohne deutsch-amerikanische und ohne deutsch.französische Gespräche zu diesem Thema kommen wir nicht weiter. Ist das, ist die darin liegende unbedingte Hot* Wendigkeit, seit das Kabinett Brüning in Tätigkeit ist, von ihm immer richtig begriffen worden? 2st das dafür Nötige überall geschehen? Hat das Kabinett, Kanzler und Außenminister in erster Linie, das seine getan, um die öffentliche Meinung Deutschlands dafür zu gewinnen, oder besser gesagt ^u nutzen? Alles das sind Fragen, auf die. uns die Zusammenkunft in Chequers, der wir wirklich besten Verlaus und allen denkbaren Erfolg wünschen, doch eine Antwort nicht geben kann! 440 Millionen auf Länder und Gemeinden entfallen. Ferner muh im haushalt des Reiches Deckung geschaffen werden für eine Reihe von Me h r aus- gaben, wie 3. B. den Fehlbetrag der Knappschaftsversicherung und den Fehlbetrag bei der krisenfürsorge. Letzterer beläuft sich nach Uebernahme eines Teils der Losten der Arbeitslosenversicherung aus die krisenfürsorge auf 2 4 5 Millionen Reichsmark. Line Deckung aller dieser Fehlbeträge durch das Reich ich nicht möglich. Sie mutz daher zum Teil der eigenen Kraft und der Initiative der Länder und Gemeinden überlassen bleiben. Die Gesamtdeckung nach dem Plan der Reichsregierung gestaltet sich wie folgt: deiner Fehlbetrag des Reiches: Millionen a) Linnahmeausfall * 495 b) Mehrausgaben 79 Reiner Fehlbetrag des Reiches 574 Deckung: a) Auf der Ausgabenseite: 1. Gehaltskürzung 101 2. Reichsversorgung 85 3. Sonstige Haushaltsabstriche 120 Zusammen 306 b) Auf der Linnahmenfeite: 1. Zuckersteuer 110 2. Mineralölsteuer 75 3. Statistische Abgabe 3 4. Aebergang zur Monatszahlung bei der Umsatzsteuer 80 Zusammen 268 Deckung zusammen: 574 Millionen. Krisenfürsorge und Arbeitsbeschaffung. Fehlbetrag bei der Krisenfürsorge 275 Für Arbeitsbeschaffung 140 Zusammen 385 Die Deckung wird durch das Aufkommen aus dec Krisen ft euer sichergestellt. Zur Deckung des Fehlbetrages bei den Ländern und Gemeinden, insbesondere der Wohlfahrtslasten der Gemeinden stehen zur Verfügung: Millionen 1. Gehaltskürzung 207 2. Lohnsteuererstattung 60 3. Umsatzsteuer 35 Zusammen 302 Für den Reichshaushalt sind folgende Matz- nahmen vorgesehen: Ausgabenseite: 1. Gehaltskürzung. Die Bezüge der Reichsbeamten sowie die ver- forgungsabzüge der Wartegeldempfänger und Ruhegeldempfänger werden um 4 bis 8 v. h. gesenkt. Die Kürzung beträgt in der Ortsklasse A bei Bezügen bis zu 3000 Mark 4 v. h.» bis zu 6000 Mark 6 v. h^ bis zu 12 000 Mark 6 v. h. und über 12 000 Mark 7 .0. h. In den Ortsklassen B, C und D erhöht sich die Kürzung um 1 v. h.; bei den Reichsministern beträgt sie auher der Krisensteuer 8 v. h. Die Senkung erfolgt ab 1. 3 u 1 i und gilt auch für die Bezüge der Angestellten im öffentlichen Dienst. Ferner wird der K i n d e r; u s ch i a g der Beamten und Angestellten für das 1. Kind auf 10 Mark statt 20 Mark festgesetzt. Bei den Ländern, Gemeinden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts, bei Reichsbahn und Reichsbank werden entsprechende Kürzungen vorgenommen. Zu den Kürzungen bei diesen Körperschaften treten weitere Kürzungen, wenn die Zins- bezüge höher liegen, als bei den entsprechenden Personenkreis im Reichsdienst. 2. Reichsversorgung. 3m versorgungsetak werden Abstriche vorgenommen, die auf 9 Monate 85 Millionen betragen. Die genannten Bestimmungen sind jetzt bei einer Kinderzulage für Leichlbeschädigte, gestaffelte Kürzung der Ortszulagen und Verschärfung der Ruhensvorschriften, falls neben der Rente ein Einkommen aus öffentlichen Mitteln bezogen wird. Ausgenommen bleiben die völlig erwerbsunfähigen Kriegsbeschädigten. 3. Sonstige Haushaltsabstriche. Die gegenüber dem 3ahre 1930 bereits um rund 300 Millionen verminderten Ausgabensähe bei den E i n; e l e t a t s werden, wie sich aus dem oben angeführten Gesamtdeckungsplan ergibt, um weitere rund 12 0 Millionen herabgefeht. Einnahmeseite: Auf der Einnahmenseile ist die Wiederherstellung der Zucker st euer von 21 Mark für 100 kg vorgesehen. Erhöhung der Zollsätze für Mineralöle, der Sähe für die statistische Abgabe und ab 1. Oktober monatliche Zahlung der Umsatzsteuer für Personen, deren Umsatz im l-hten 3ahre mehr als 20 000 Reichsmark betrug. Sonstige Maßnahmen. Zur Sicherung des Haushalts ist eine b e s ch l e u - nigte Beendigung des Lntschädi- gungsverfahrens für Kriegsfchäden durch Festsetzung einer Ausschlutzfrist der Reuanmeldung vorgesehen. Lin wesentlicher Fortschritt ist, datz zur Vermeidung eines Fehlbetrags des autzerordentlichen Haushalts autzerordentliche Ausgaben auf zwei 3ohre in dem öffentlichen haushalt eingestellt werden sollen, womit der autzerordentliche haushalt auf zwei 3ahre beseitigt ist. Arbeitslosen- und Sozialversicherung. Zur Arbeitslosen- und Sozialver- ficherun g weist die Rotverordnung darauf hin, datz in der Arbeitslosenversicherung im Rechnungsjahr 1931 mit einem Fehlbetrag von etwa 400 Millionen, in der Krisenfürsorge mit einem solchen von rund 240 Millionen Reichs- mark gerechnet werden müsse. So wird das Reich die Kosten der Krisenfürsorge zu tragen haben. Schon mit Rücksicht aus die Lage der Reichsfinanzen müsse die Reichsregierung an dem Grundsatz fest- halten, datz die Arbeitslosenversicherung sich s e l b st trage. Da neue Einnahmen nicht beschafft werden könnten, mühte der Fehlbetrag der Reichsanstalt durch Einsparungen auf dem Gebiete der Arbeitslosenversicherung gedeckt werden. Die Unter st ühungen werden daher durch eine 5prozenlige Kürzung des Linheitslohnes gesenkt und auf Arbeitslose mit der berufsüblichcn Arbeitslosigkeit erhallen, verficherungsmähige Unterstützung nur noch 20 Wochen und höhe der Sähe der Krisenfürsorge. Bei ihren Maßnahmen hat sich die Reichsregierung im wesentlichen an die Vorschläge zu halten, die ihr von der Gutachterkommision zur Arbeitslosenfrage gemacht wurden. Auf dein Gebiete der Arbeitslosenversicherung war die dringendste Aufgabe in der Sozialversicherung, die Pensionsversicherung zu erhalten. Da der Fortbau aus eigener Kraft hierzu nicht mehr in der Lage ist, tritt das Reich mit erheblichen Mitteln ein. Gleichwohl muh auch die Selbstverwaltung noch eine Kürzung der Lei st ungen vornehmen. 3 n Verbindung mit der Sanierung der 3n- oalidenversicherung wird die Reichsregie- rurung im kommenden Winter dem Reichstage eine organische Vereinfachung und Verbilligungsreform der Sozialversicherung vorlegen. Krisensteuer. Reben der Deckung der Fehlbeträge der sozialen versicherungslrä'ger sieht die Reichsreglerung ihre vornehmliche Ausgabe darin, die Wirtschaft anzukurbeln und die Zahl der Arbeitslosen zu verringern, hierzu bedarf es besonderer Mittel und Fonds. Der Gedanke der Volksgemeinschaft zwinge dazu, alle Volksgenossen zur Milderung der in der Zeit der Arbeitslosigkeit über das Land hereingebrochenen Katastrophe nach Mahgabe ihrer Leistungsfähigkeit heranzuziehen. 3n einer solchen Zeit glaube die Reichsregierung, die notwendigen Mahnahmen nicht auf die Arbeitslohnempfänger beschränken zu können, sondern auch an den übrigen Berufs st änden, einschliehlich der Gewerbetreibenden, nicht vorübergehen zu sollen. Die ganze Mahnahme soll für i% 3 ahre, also für die Zeit vom 1. 3uli 1931 bis zum 31. Dezember 1932 gelten. Die Krisen st euer soll insgesamt 77 5 Millionen bringen, von denen 385 Millionen auf das Rechnungsjahr 1931 entfallen. Sie kann unter Umständen bereits 1932 aufgehoben, oder gemildert werden. Sie gliedert sich in zwei Teile, eine Steuer für die Lohnempfänger und eine Steuer der veranlagten Einkommen- steuerpflichtigen. Die K r l s e n l 0 h n st e u e r beträgt bei einem Monatsarbeilslohn bis zu 300 Mk. monatlich 1 v. h. des Bruttoarbeitslohnes, steigt in Stufen von je V» v. h. für je weitere 100 Mark bis Zu 700 Mark monatlich auf 3 v. h., bis zu 1000 Mk. auf 3,5 v. h., bis zu 1500 Mark auf 4 v. h., bis zu 3000 Mark auf 4,5 v. h. und beträgt über 3000 Mk. 5 0.h. Die Krifensieuer der veranlagten Einkommenpflichtigen beträgt bis zu einem 3ahreseinkommen von 3600 Mk. 0,75 v. h., bis zu 6000 Mark 1 v. h., bis 20 000 Mk. 1,5 0. h^ bis 100 000 Mark 2 v. h., bis 250 000 Mk. 2,5 v. f), bis 500 000 Mk. 3 v. h., bis zu 1 000 000 Mk. 3,5 v. h. und über 1 Million Mark 4 v. h. Bei veranlagten Gehaltsempfängern tritt die Krifensieuer der Veranlagten zur Krisenlohnsteuer hinzu. Gehaltseinkommen bis zu 16 000 Mark sind jedoch von der Staffelungsbelastung ausgenommen. Für Landwirte find besondere Bestimmungen zu beachten. Sicherung -er Haushaltsführung der Gemeinden und Gemeindeverbände. Am die unerläßliche Einheit einer Gesamtpvlitik srcherzustellen, die auf Beschränkung aller nicht unbedingt notwendigen Ausgaben gerichtet sein muß, wie auf vollständige Ausnutzung aller der» fügbareen Einnahmequellen, stellt die Derordnung allgemeine Grundsätze über Amsang und Mittel der Staatsaufsicht auf. Wohlfahrtslasten der Gemeinden und Gemeindeverbände. Unter Hinweis darauf, dah bei einer Arbeitslosen- zahl von über 4 Millionen inmitten der Krise eine grundlegende Organisationsänderung unaufschiebbar ist, die Erleichterung der Wohlfahrtslasten der Gemeinden und Gemeindeverbände indessen eine besonders gründliche Aufgabe darstellt, betont die Rot- Verordnung, datz nur die Hälfte der Gesamtaufwendung für Wohlfahrkserwerbslosenlasten im Betrage von etwa 700 Millionen in den Etat» der Gemeinden gedeckt ist und somit für die andere Hälfte ein Ausgleich gefchaffen werden mutz. Das geschieht: 1. durch Aufhebung der Lohnsteuer- erslaikungen, und zwar erstmals für das Ka- lenderjahr 1931; 2. ein weiterer Betrag zur Deckung der Wohlfahrtslasten fällt den Gemeinden durch die Einspa- rungen zu, die sie durch die Kürzung der Gehälter ihrer Beamten und Angestellten erzielen; 3. kommt in Betracht, dah die Länder auch die Ersparungen, die sie durch die Kürzung der Gehälter der Länderbeamten erzielen, grundsätzlich diesen Zwecken zuführen müssen; 4. soll der Ausgleichsfonds für besonders wohlfahrtsbelastete Gemeinden, der bei der durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 vorgeschriebenen Realsteuersenkung vorgesehen war, zur Ausgleichung dee durch die Wohlfahrtslasten entstandenen Fehlbetrags herangezogen werden. Wohnungswirischast. Auf dem Gebiete der Wohnungswirtschaft trifft die Verordnung Maßnahmen, um bei der zurückgehenden Deschäftigungsmöglichkeit in den Städten den Einsatz der Wohnungsbau- mittel zu einem beträchtlichen Teil einer ziel- bewußten Ansiedelung dienstbar zu machen und dadurch gleichzeitig die Arbeitsgelegenheit im Baugewerbe im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen zu erhalten. Die Reichsregierung beabsichtigt, die Reichsbürgschast für die nachstelligen Beleihungen zur Anterstühung des Daumarktes in weitgehendem Amsange einzusehen. Ferner soll von einer Ermäßigung der Hauszinssteuer insoweit abgesehen werden, als der Hauseigentümer die für die höhere Verzinsung erforderlichen Mittel aus den ihm in der gesetzlichen Miete zu- fliehenden Beträgen bestreiten kann. Diese Regelung soll erst mit Wirkung vom 1. 3anuar 1932 ab gelten. Sonstige Steuer- un-Zollmaßnahmen. 1. Tabaksteuer: lieber den Weg eines Ausgleichs der Abgabenbelastungsoll eine neu eingeführle Ermächtigung die Herstellung von Zigaretten in den billigeren Preisklassen in gröherem Umfange ermöglichen. 2. Steuervereinheitlichung, hier bringt die Rotverordnung die erwartete Abänderung des Steuervereinheiilichungsgesehes im Sinne der von der bayerischen Regierung gewünschten Möglichkeit, die Lehtzahlen für Gewerbeerträge unter 15 500 Reichsmark anders als reichsrechtlich vorgesehen, festzusehen. Außerdem sollen die Länder weitere als die reichsrechtlich vorgesehenen Befreiungen aussprechen können. 3. Aenderung des Einkommensteuergesetzes: Diese beseitigt die unterschiedliche Behandlung im Einkommensteuersah zwischen Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften und den Aktiengesellschaften und sonstigen Gewerkschaften. Die Vorschrift soll erstmals für das Kalenderjahr 1931, alfo bei der Frühjahr-oeranlagung 1932, gelten. 4. Kapitalverwaltungs-Gefellfchaf. t c n: kapitalverwaltungsgefellfchaften sollen steuerlich in der Weise begünstigt werden, daß sie nur mit einem Zehntel ihres vermögens zur Körperschaftssteuer und zur Vermögenssteuer herangezogen werden sollen. Diese Ermähigungen werden die Gründung von kapilalverwaltungsgesellschasten in Deutschland überhaupt erst ermöglichen. 5. Zollmahnahmen: hier kündigt die Rotoerordnung an, dah zur Vermeidung von Unerträglichkeiten auf dem inneren deutschen Markte für die Versorgung mit Düngemitteln eine Ermächtigung der Reichsregierung zu Schuhmahnahmen in Form von Zöllen, oder zur Marklregulierung erforderlich erscheint. ~ Die deutschen Minister in London. Erklärungen des Reichskanzlers. Southampton, 5.3uni. (WTB.) Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsauhenminister Dr. Curtius sind hier eingetroffen. Sie wurden vom Bürgermeister und anderen Vertretern der Behörden feierlich empfangen. Reichskanzler Dr. Brüning dankte dem Bürgermeister von Southampton in einer kurzen Ansprache herzlich für den freundlichen Empfang. Anmittelbar darauf erfolgte die Abreise nach London. In London. London, 5. Juni. (WTB.) Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsauhenminister Dr. Curtius sind von Southampton kommend um 14.45 Ahr auf dam Waterloo-Bahnhof in London eingetroffen. Auf dem Bahnsteig, der von der Polizei abgesperrt war, drängte sich eine große Zahl englischer und deutscher Persönlichkeiten, die zur Begrüßung der deutschen Gäste erschienen waren, im Mittelpunkt der Premiermini st er, der gemeinsam mit Henderson zum Empfang der deutschen Minister erschienen war. Anter den Hochrufen der Anwesenden entstiegen dem Zuge die deutschen Minister und der deutsche Botschafter. Letzterer stellte den Reichskanzler und den Reichsaußenminister dem britischen Premierminister und dem Außenminister vor. An eine herzliche Begrüßung zwischen den Ministern schloß sich eine längere Unterhaltung. Anter dem Kreuzfeuer der Photographen bestiegen dann die deutschen Minister gemeinsam mit dem deutschen Botschafter die Kraftwagen und fuhren zum Carlton- Hotel, wo die deutschen Gäste bis zur morgigen Abfahrt nach Chequers wohnen werden. Brüning spricht vor -er deutschen presse Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curtius empfingen um 18 Ahr die Vertreter der deutschen Presse in London. Der Reichskanzler führte hierbei aus: Der Zweck unserer Reise ist eine offene, menschlicheAnterhaltungzu haben über verschiedene Probleme, die augenblicklich uns alle bedrängen, vor allem auch die wirtschaftliche Lage der Welt und die gewaltige Krise, die namentlich besonders stark auf Deutschland lastet. Wir werden die Lage Deutschlands den Herren so darstellen, wie wir sie sehen, mit allen Schwierigkeiten, die wir hatten, um den Etat in Ordnung zu bringen, der jetzt durch eine neue Rotverordnung gedeckt werden soll, allerdings unter unerhörten Opfern und Schwierigkeiten. Das ist das zweitemal innerhalb eines Jahres und das viertemal in 14 Monaten, daß wir gezwungen sind, neue Steuern und neue Abstriche zu machen. Was die finanzielle Lage betrifft, fo ist diese für Deutschland im nächsten 3ahre deshalb fo schwierig, weil die volle Auswirkung der Wirtschaftskrise sich erst im nächsten 3ahre zeigen wird. Die Sozialversicherung bereitet uns schwerere Sorgen, als wir noch vor einem Jahre überblicken konnten. Andere Schwierigkeiten liegen darin, daß die Mieten in den großen Wohnungen nicht mehr gezahlt werden können, auch in den Wohnungen, die mit Hilfe der Zinsbausteuern neu gebaut worden sind. Das sind alles Dinge, die zu Beginn des Jahres 1932 an uns herantreten werden und ebenfalls gelöst werden müssen, so daß sich das Bild Deutschlands und seiner finanziellen Kräfte jetzt mit absoluter Klarheit abzeichnet. Dagegen muß betont werden — wenn gewisse Gerüchte verbreitet worden sind, daß Deutschland fällige Zahlungen auf private Anleihen einzustellen beabsichtigt — daß hiervon keine Rede ist und daß diese Zahlungen absolut gesichert sind, obwohl sie nahezu eine Milliarde im Jahre betragen. Es wäre falsch, anzunehmen, daß die private Wirtschaft so desorganisiert sei, daß irgend eine Gefahr in dieser Richtung vorläge, oder irgend jemand daran dächte, die Zahlungen zu gefährden. Was die Reparationen angeht, fo werden wir die Schwierigkeiten, die sich hieraus ergeben, den englischen Ministern darslellen, wie sie sich zeigen, an Hand neuer Berechnungen der letzten Wochen und Monate, und das Bild, das sich hieraus ergibt, wird fo fein, daß eine Klarheit bis zu einem gewissen Grade über die Leistungsfähigkeit Deutschlands erzielt werden kann. Ansere Absicht ist es nicht gewesen, etwa in dem Sinne, wie es von den extremen Parteien gefordert wird, von heute auf morgen die Zahlungen einzustellen, sondern wir waren bemüht, der Welt zu zeigen, daß wir vor den härtesten Maßnahmen nicht zurückschrecken, um zu beweisen, daß wir alles tun, um die Verpflichtungen des Voungpla nes zu erfüllen. Erklärungen vor -er ausländischen presse. Rach dem Empfang der deutschen Pressevertreter durch den Reichskanzler fand ein Empfang der ausländischen Presse statt. Dr. Brüning erklärte den Journalisten u. a.: Wir sind sehr dankbar für die freundliche Einladung, die der britische Premierminister und der britische Minister des Aeußern vor einigen Wochen an uns ergehen ließen. Ansere Absicht ist, über die zahlreichen Schwierigkeiten zu sprechen, die sich in der gesamten Welt zeigen und die voll großer Gefahren für die Industrie, die Landwirtschaft und die Arbeiterklasse sind. Wir haben die Absicht, offen und freundschaftlich über alle diese Schwierigkeilen zu sprechen und insbesondere über die, die wir in Deutschland mit unserem haushalt und unserem Wirtschaftsleben im allgemeinen haben. Sie wissen sehr wohl, daß die augenblickliche Regierung in Deutschland mehrere Male versucht hat, die Steuern zu erhöhen. Der Kanzler wies in diesem Zusammenhang auf die verschiedenen Rotverordnungen hin und fuhr fort: Zur gleichen Zeit zielten wir darauf hin, die Ausgaben zu vermindern, nicht nur in den verschiedenen Staaten, sondern auch in den Gemeinden. In Zukunft werden wir fortfahren, versuchen zu sparen und die Ausgaben in jeder möglichen Weise zu verringern und sie, so viel wir können, durch Steuern, die irgendwie noch möglich sind, auszubringen. Dies ist natürlich eine sehr schwere Last für das deutsche Volk und ist es schon während der letzten 14 Monate gewesen. Rach der Verringerung der Zahlungen unter dem Voung-Plan um 700 Millionen Mark finden wir, daß wir, statt die Steuern herabzusetzen, wie dies von allen an den Beratungen über den Voung-Plan Beteiligten beabsichtigt war, gezwungen worden sind, die Steuern h erauf- z u s e h e n und an den Ausgaben in diesen 14 Monaten Abstriche von 2,5 Milliarden Mark zu machen. Die augenblickliche deutsche Regierung wird alles tun, was sie kann, um eine gesunde Finanzpolitik zu verfolgen; aber dies hat eine große Gefahr im Gefolge und eine ausnahmsweise große Last für alle Klassen der Bevölkerung. Die politischen Schwierigkeiten in Deutschland sind sehr dringend. Der Radikalismus in Deutschland nimmt zu, und wir wissen sehr wohl, datz eine Lösung aller dieser Probleme nicht möglich ist, wenn wir uns nur auf unser Land allein verlassen müssen. Derartige Probleme sind allen Ländern gemeinsam. Das augenblickliche Kabinett ist überzeugt, daß es nur möglich ist, sie zu lösen durch die freimütige Zusammenarbeit aller Rationen der Welt. Die Worte des Reichskanzlers machten auf die anwesenden ausländischen Pressevertreter sichtlichen Eindruck. Reichsaußenminister Dr. Cur- ti u s sprach anschließend nur ganz kurz. Er drückte große Befriedigung über die dem Reichs- kanzler und ihm zuteil gewordene Begrüßung in Southampton und in London aus und ersuchte die Pressevertreter, den Dank des deutschen Volkes für die den deutschen Ministern erwiesenen Freundlichkeiten der Oeffentl ich leit zum Ausdruck zu bringen. Bankett im Außenministerium. Premierminister Macdonald gab heute abend im Foreign Office ein D a n k e t t zu Ehren des deutschen Kanzlers Dr. Brüning und des Außenministers Dr. Curtius. Premierminister Macdonald und der Staatssekretär des Aeu- hern Henderson empfingen die Gäste im Lo- carno-Saal des Foreign Office, in dem Saal, in dem im Dezember 1925 die Locarno-Verträge unterzeichnet worden sind. Der deutsche Botschafter Freiherr vonReurath und Botschaftsrat Graf D e r n st 0 r s f, sowie die Begleitung der deutschen Minister, Oberregierungsrat Planck, Legationsrat Baron P l e s s e n und Dr. Schmidt waren zu dem Bankett geladen. Von englischer Seite nahmen daran teil das gesamte britische Kabinett, die Oberkommissare der Dominions, der Chef der britischen Wehrmacht, Feldmarschall Sir George Miln er, der Erste Seelord, Admiral Frederick Field, und der Oberste Luftmarschall Sir John Salmond, der Führer der Liberalen Lloyd George, der Gouverneur der Bank von England, Montagne Rorman, Lord Cecil, Lord d'Abernon. Lord Reading, Sir Robert V a n s i t t a r t vom Foreign Office, Sir Frederick Lethroh vom Schatzamt und Sir Sidney C h a p m a n vom Handelsamt, außerdem eine große Anzahl von Abteilungschefs der verschiedenen Ministerien. Rach dem Essen wurden Trinksprüche auf den englischen König und den Reichspräsidenten ausgebracht. Reden wurden nicht gehalten. Beruhigungspille für Frankreich. Paris, 6. Juni. (WTB. Funkspruch.) Reichskanzler Dr. Brüning hat den Londonep Ha vasvertxeter empfangen und ihm fvü gende Erklärung abgegeben: Wie unser Bot- schafter in Poris, Herr v. Hoefch, beauftragt trorfen ist. es 2 riand zur Kenn nis zu bringen, wünschen wir zu betonen, daß unsere Anwesenheit in England keineswegs gegen Frankreich gerichtet ist. Mnfer Ziel ist, uns mit den Vertretern der englischen Regierung über viele Schwierigkeiten zu unterhalten, die in der ganzen Welt vorhanden sind und eine böse Gefahr für die Existenz der industriellen, landwirtschaftlichen und der Arbeiterkreise darstellen. Es versteht sich von selbst, das; wir namentlich über die Schwierigkeiten sprechen werden, die wir in Deutschland hinsichtlich unseres Dudgetausgleichs und unseres Wirtschaftslebens haben. Die gegenwärtige Regierung hat wiederholt im Laufe der letzten 14 Monate die Steuern erhöht und die Ausgaben erheblich gesenkt. Eine solche Aufgabe ist für eine Regierung alles andere, als angenehm. Bankiers und Wirtschaftler sind dabei. £ o n b o n , 6. Juni. (2DIB. Funkspruch.) wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" erfährt, fleht zu erwarten, dah Macdonald am Samstag und Sonntag hervorragende Ban - kiersundwirlschaftler, darunter solche, die an der Ausarbeitung de» Houngplanes teilge- nommen haben, nach Lhequers einladen wird, um sie mit den deutschen Gästen zusammenzubringen. Oie neue belgische Regierung. Brüssel, 5.Juni. (WTB.) Die neue bei- gische Regierung ist wie folgt gebildet: Ministerpräsidentschaft und Inneres: Renkin, Auswärtiges Hymans, Justiz: Cocq, Finanzen: Houtart, Industrie, Arbeit und soziale Fürsorge: Heyrnann, Kolonien: Crockaert, öffentliche Arbeiten: van Waenegem, Post und Telegraph: Bovesse, Krieg: Dens, Unterricht: Petitjean, Landwirtschaft: van Dieooet, Verkehr: van Isacker. Das neue Kabinett zählt sieben Katholiken und fünf Liberale. „Do X" in Natal gelandet. Rach einem TU.-Funkspruch aus Reuhork ist das Flugschiff „Do X“ um 15.45 Ahr über MEZ. von FernandoRoronha zumWeiter- fluge nach Ratal gestartet und dort um 18.15 MGZ. eingetroffen. Die Bevölkerung verfolgte dicht gedrängt von den Uferstraßen aus das Riedergehen des Luftriesen. Die Führer der „Do X'7 und die Passagiere wurden kurz nach der Wasserung von den Spitzen der Stadtbehörden empfangen. Fast sämtliche Häuser waren mit Flaggen in den deutschen und brasilianischen Farben geschmückt. „Do X“ soll in Ratal gründlich überholt werden, was wahrscheinlich eine Woche dauern wird. Dann wird „Do X" direkt nach Rio de Janeiro fliegen. Don einer Zwischenlandung in Pernain- buco, die ursprünglich beabsichtigt war, wird Abstand genommen, da der Hafen von Pernambuco für die Landung eines so großen Flugbootes nicht für geeignet gehalten wird. Aus der provinzialhauptfiavt. Gießen, den 6. 3uni 1931. Oie kritische Ader. Die guten Kritiker sind Künstler. Sie wissen un« fern Blick auf das Wesentliche zu lenken, sie lassen sich nicht verblüffen und gehen auf das Ganze. Diese aufbauende Kritik ist immer gut. Ich habe schon manche Buchbesprechung gelesen, die besser war, als das Buch selber. Im Gegensatz zu dieser positiven Kritik steht die rein neßaüoe. Hierher gehören jene Kritiker, die glauben, sie müßten an allen Dingen etwas auszusetzen haben, sonst wäre es doch keine Kritik. Etwas kann man schließlich an jedem Werk finden, das unferm Geschmack nicht entspricht. Deshalb darf man aber das Gute nicht übersehen und wegen einer schwachen Stelle nicht alles in Grund und Boden verdammen. Gar oft werden diese scharfen Kritiken auch noch oberflächlich und unsachlich abgefaßt, mit vielen geistreich scheinenden Ausdrücken und Schlagwörtern gewürzt. Man gibt sich den Anschein, als ob man etwas verstünde. Das ist schlimm. Nicht minder schlimm sind aber unsere Mitmenschen, die eine „kritische Ader" haben, wie sie behaupten. Sie wollen ja im Grunde genommen gar keine Kritiker fein, sondern nur zeigen, daß sie sich kein X für ein U vormachen lassen. So erklärt sich ihre Einstellung zu allen Lebenserscheinungen. Es gibt nichts auf dieser Erde, das sie nicht unter ihre Lupe nehmen, politische Zustände, wirtschaftliche Nöte usw. Alle Neuerungen, alle Maßnahmen wer- den scharf gegeißelt und verurteilt. Am meisten natürlich unsere lieben Nächsten. Was wird da alles ausgesetzt! Als ob sie selber Engel wären! Es gibt Menschen mit der kritischen Ader, die eben n i e etwas Gutes sehen, sehen wollen. Sie glauben, Riesenfeuer in München. Oer Münchener Glaspalast völlig ausgebrannt. München, 6. Juni. (WTB. Funkspruch.) 3n dem berühmten Münchener Glaspalast, der gegenwärtig, wie alljährlich, eine große Kunstausstellung beherbergt, brach heute 3.25 Ahr ein Brand aus, der so heftig um sich griff, daß das Gebäude in kurzer Zeit in hellen Flammen stand. Eine Stunde nach dem Alarm der Feuerwehr war der Glas- Palast vollkommen ausgebrannt. Es steht nur noch das Eisengerüst, aber auch dieses ist an verschiedenen Stellen bereits eingestürzt. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, die anderen Gebäude zu schützen. Der Südwind treibt die Funken mehrere hundert Meter weit. Der Glaspalast war 1853 54 als Industrieausstellungsgebäude errichtet worden und bestand nur aus Glas und Eisen. Seit 1888 fand bis zum Weltkriege hier jährlich die von den Münchener Künstlervereinigungen veranstaltete internationale Kunstausstellung statt, die die neuesten Werke vom Kunstmarkte zur Schau brachten. Die Entstehung der Katastrophe ist noch in Dunkel gehüllt. Ein Beamter der ständigen Feuerwache bemerkte auf seinem Rundgange, daß daS Feuer auffallenderweise in der oberen Amrandung des Rvrdflügels aus- e b r o ch e n war. Es griff mit rasender Schnei- igkeit um sich, so dah der Beamte nicht einmal mehr Zeit hatte, aus dem Gebäude selbst telephonisch anrufen zu können. Wie weit die durch das Großfeuer vernichteten Kunstwerke versichert sind, ist noch nicht bekannt, jedenfalls ist der Schaden durch die Verwüstung einer solchen Auslese von Kunstwerken, die die Münchener Kunstausstellung vereinigt hatte, als international katastrophal zu bezeichnen. Die rasende Ausbreitung des Brandes ermöglichte nur, etwa 50 bis 60 Bilder zu retten. Ein unmittelbar angrenzendes Gebäude mußte von der Feuerwehr, die bereits 30 Sekunden nach dem Alarm unterwegs war. geräumt werden. Wie der Landcsdicnst des Süddeutschen Korre- spondenzburcaus authentisch erfährt, find von dem im Glaspalast ausgestellten Gemälden nur Leihgcmälde, wie beispielsweise die fast vollständig vernichteten Sammlungen der Romantiker, und die solcher cingeladencr Künstler versichert. Für alle anderen Werke war nach den Satzungen der Ausstellung die Versicherung Sache der Aussteller selbst. Es ist daher bedauerlicherweise anzunehmen, daß dem ungeheuren ideellen Schaden durch die Vernichtung wertvollster Kunst werte ein als nicht annähernd abzuschätzender Sachschaden von vielen Millionen anzufügcn ist, da wohl die meisten der Künstler, die Sicherheit des Ausstellungsgebäudes voraussehend, ihre Werke nicht versichert haben. Eine der größten Katastrophen der nationalen Kunst. München, 6. 3uni. (MTB. Funkspruch.) Gegen 9 Uhr früh konnten die ersten £öschzüge von bed Brandstätte des Glaspalastcs wieder abrücken. Insgesamt waren in der diesjährigen Kunstausstellung 2 8 20 Merke der Malerei, Graphik und Plastik ausgestellt. Davon konnten nur 50 bis 60 g e - rettet werden, und auch diese nur wahllos. Die unersetzliche Sonderschau der Romantiker ist völlig vernichtet. Abgesehen von dem materiellen Schaden ist der ideelle so ungeheuer, dah man wohl von einer der gr ö ß t c n K a l a st r o - phen der nationalen Kun st sprechen kann. es sich schuldig zu sein, immer von neuem zu kritisieren, irgend etwas schlecht zu machen. Damit meinen sie, Geist zu zeigen. Geht es dann irgendwie aufwärts, bann finb die Kritiker erst recht nicht zufrieden. „Das ist alles nur scheinbar!" behaupten sie. „Das Schlimmste kommt nach!" Daß sich die kritische Ader hauptsächlich bei den Pessimisten zeigt, nimmt uns nicht wunder. Sie haben eben eine schwarze Brille auf und sehen dem. entsprechend alles düster. Aber auf die Nerven fallen uns diese ewigen Kritiker doch, weil sie an allem herummäkeln. Es ist schließlich keine Kritik mehr, sondern Nörgelei. Und solche Nörgler soll man sich vom Leibe halten. Sie sind wie eine Krankheit und wirken ansteckend. Durch diese Nörgelei wird ja auch in den seltensten Fällen etwas gebessert. Die Ausrede „Ich tue es meinem Mitmenschen zuliebe", ist doch sehr durch- ichtig. Wir Menschen sind nun einmal sehr Der« chieden nach Anlage, Lebensauffassung usw. Und ms ist gewiß kein Schaden. Warum will der ewige Kritiker alles nach seinem Sinne ummodeln? Der Hauptgrund ist wohl in dem allzu großen Selbstgefühl dieser Menschen mit der kritischen Ader zu sehen. Sie meinen, die andern müßten so sein wie sie. liebten sie aber an sich selber einmal mehr Kritik, gingen sie an sich und ihre Eigenschaften mit einem schärferen Maßstab heran, dann würde mancher Satz unausgesprochen bleiben. Weshalb versuchen wir nicht, unsere Mitmenschen und die Dinge um uns so zu nehmen wie sie finb? Unvoreingenommen, rein fachlich und harmlos sollten wir ihnen begegnen. Ich glaube immer noch, daß das ein gutes Wort ist: „Von deinem Mitmenschen sollst du zunächst das Beste annehmen!" Warum immer das Schlimmste? Vielleicht deshalb, weil ich dadurch besser erscheine? Welch törichtes Be- ginnen! Darum muß unser Urteil zurückhaltend und vorsichtig sein. Gute Kritik ist immer von Vorteil. Wenn mir ein Fachmann etwas über eine Arbeit von mir, dem Dilettanten, sagt, dann nehme ich das als selbstverständlich hin. Das ist eine gesunde Beurteilung, positive Kritik. Ich weiß bei der nächsten Arbeit, was ich besser machen muß. Ein Nörgler aber würde mir alle Zuversicht rauben. Es gibt sogar Nörgler, die sich an die Natur heranwagen, um dort ihre Kritik zu üben. An Blumen, Bäumen und Früchten Haven sie etwas auszusetzen. „Das könnte fo und so sein!" Fällt uns da nicht die alte Geschichte vom Schulzen Hoppe ein, der da glaubte, das Wetter besser machen zu können als der liebe Gott? Oder auch die Fadel von dem Bauern, der sich während des Heumachens unter einem nahen Eickbaum ausruhte und dabei feine Betrachtungen anstellte, warum der große Baum fo kleine Früchte hätte und der Kürbis in feinem Garten fo große? Als ihm dann während des Schlafes eine Eichel auf die Nase fiel, da wurde er auf ganz natürliche Weise belehrt, daß man nicht zu viel kritisieren soll. Vielleicht denken auch die Menschen mit der kritischen Ader gelegentlich einmal an diese Fabel. Es könnte ihnen nichts schaden! E.R. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Artillerie-Verein: Monatsoerfammlung 20.30 Uhr „Hessischer Hof". — Gau Niederwald im Bunde Deutscher Marinevereine Marine-Gautag im Bootshaus Wißmarcr Weg. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der falsche Ehemann", ab 10.45 Uhr Nachtvorstellung „Aus der Sprechstunde des Dr. X". — Tageskalender f ü r Sonntag: Stadttheater „Liebe — unmodern", 20 bis 22 Uhr. — Matthäusgemeinde Gießen: Familientag, 15 Uhr, im Philosophenwald. — Gießener Studentenschaft: Sommerfest in der Volkshalle. Beginn 20 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der falsche Ehemann". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen findet das erste Gastspiel der Sommerspielzeit statt. Das Berliner „Kleine Theater" bringt mit der bekannten Tonfilmschauspie- lerin Grete Reinwald das Konoersationslustspiel „Liebe — unmodern" von Sterk zur einmaligen Aufführung. Trotz des Gastspiels ermäßigte Sommerpreise! Beginn der Vorstellung 20 Uhr, Ende 22 Uhr. — Familientag der Matthäus-Gemeinde. Am morgigen Sonntag veranstaltet die Matthäusgemeinde zusammen mit der Kinderkirche ihren diesjährigen Familientag im Philvsaphenwald. Musikalische Darbietungen, Gesangsoorträge, Spiele der Mädchenvereinigung und Ansprachen werden den Nachmittag ausfüllen. Ihre Mitwirkung haben Frl. H o r ft (Sopran), Lehrer Kruger, Steinfurth (Tenor! Frau Dr. Fischer (Klavier) sowie die Iung-Mädchenvereinigung und Mitglieder des Vereins für christliche Musik zugesagt. Näheres in der gestrigen Anzeige. — Vom Konzertverein wird im8 geschrieben: Das diesjährige große Volkskonzert wird am 20. 3uni in der Dolkshalle unter der Leitung von Dr. Stefan Temesvarh stattfinden. Die mitwirkenden 3nstrumentalkräste des Gießener Orchestervcreins, in entsprechender Weise verstärkt, sind für die besondere Aufgabe gründlich vorbereitet worden. Zur Aufführung gelangen Werke durchaus volkstümlichen Charatters. Die akademische Festouvertüre von Brahms leitet den Abend ein: es folgt sodann die reizvolle Suite von Dizet „L'Arlesienne". Sodann spielt Frl. Edeltraut Raab das ^-Moll- Konzert von Chopin mit Orchester. Den Abschluß bildet die Zweite ungarische Rhapsodie von Liszt. Die Eintrittspreise zu diesem Konzert werden entsprechend dem volkstümlichen Charakter sehr gering gehalten werden. Es ist daher zu hoffen, daß sich die Veranstaltung, von einheimischen Kräften getragen und für alle musiklievenden Kreise unserer Stadt gedacht, eines regen Besuches erfreuen wird. Alles Rähere geht aus den Anzeigen hervor. — Der Frauen-Derein vom Roten Kreuz für Deutsche über See, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Samstag, 13. Juni, in den Räumen der Liebigshöhe einen Wohltätigkeits- Tonz - Tee. Der Reinertrag ist zum Besten der deutschen Schwesternheime in den lieber,eelänbern bestimmt und dient dazu, das Deutschtum im Ausland in feinem schweren Existenzkampf zu unterstützen. Für künstlerische Darbietungen unter Mitwirkung bekannter Kräfte, sowie für gute Unterhaltung der Besucher ist Sorge getragen. Die Verpflegung haben die Veranstalter in eigene Regie genommen. Speisen und Getränke werden zu Tagespreisen abgegeben. Es wird noch daraus hingewie- scn, daß der Anfang auf 19 Uhr festgesetzt ist. Im Interesse der guten Sache ist eine rege Beteiligung erwünscht. Näheres im heutigen Anzeigenteil. ** Die städtische Kunstsammlung im Reuen Schloß. Eingang Senckenbergstrahe, ist morgen. Sonntag, von 11 bis 13 ilfor bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. " 4 0. Dienstjubiläum einer Hausangestellten . Die Hausangestellte Katherina Klinke! aus Lollar kann in diesen Tagen da- 40. Dienstjubiläum im Hause der Familie Hett- ler begehen. Die 3ubilarin, die sich der größten Wertschätzung erfreut, wurde ursprünglich als Kindermädchen in das Haus ausgenommen und hat dort Kinder und Kindeskindcr betreut. In der Folge machte sie sich im Haushalt unentbehrlich und wurde so zur Helferin, die heute man nicht misten möchte. ** Selb st mord eines Unbekannten. Der heutige Polizeibericht meldet: Gestern abend erschoß sich in unmittelbarer Nähe der Bahnunterführung an der Frankfurter Straße ein etwa 70 Jahre alter Mann. Da der Greis keinerlei Papiere bei sich hatte, konnte seine Person nicht feftgeftellt werden. Der Tote ist etwa 1,68 Meter groß, hat weiße Haare und einen weißen Vollbart, bekleidet ist er mit einer blauen Hose, blauer Weste und einer schwarzen Lüsterjacke. Er trägt braune, handgestrickte Strümpfe, in die die Buchstaben K. M. rot eingestrickt sind, Sandalen, ein blau und gelb gewürfeltes Hemd, wollene Unterhosen und einen Strohhut mit einem schwarzen Band vervollständigen seine Kleidung. Bei dem Toten wurde ein Tesching gefunden. Sachdienliche Mitteilungen, die der Feststellung der Person des Mannes dienen, erbittet die Kriminalpolizei. ** Rundfunk-Konzert aus Weilburg. Am morgigen Sonntag findet in der Zeit von 12 bis 13 Uhr die Uebertragung eines Promenadenkonzerts aus dem Weilburger Schloßgarten durch den Süd- westdeutschen Rundfunk statt. Die Weilburger Städti- sche Bürgergardekapelle konzertiert unter der Leitung des Kapellmeisters H u p s e l d. ** Linnö-Dortrag. Am nächsten Donnerstag, 11. Juni, wird Prof. Küster um 20.30 Uhr im Botanischen Hörsaal über „Alter und Tod bei den Pflanzen" sprechen. Näheres in der heutigen Anzeige. Schweres Llnglück am Bahnübergang bei Niederwalgern. Am Bahnübergang der Main-Weser- Dahn, in unmittelbarer Rähe von Rieder- Walgern, ereignete sich gestern gegen 17.30 Llhr ein schweres llnglück. Der pensionierte Schaffner Scherer aus Rieder-Walgern passierte um diese Zeit mit einem mit zwei Kühen bespannten Wagen, auf dem er, seine Frau und zwei seiner Enkelkinder saßen, den Bahnübergang bei offener Schranke. 3m gleichen Augenblick kam der Eilzug 69, der 17.27 Ähr die Station Rieder-Walgern durchfährt, herangebraust. Das FuhrwerkwurdevonderMaschineer- faßt, Scherer und seine Frau vom Wagen geschleudert und so schwer verletzt, dah beidever- starben. Frau Scherer erlitt einen Genickbruch, der ihren sofortigen Tod herbeiführte, bett Mann wurde so schwer verletzt, daß er kurze Zeit darauf verstarb. Die beiden Enkelkinder kamen wie durch ein Wunder ohne Schaden davon. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert, die beiden Kühe vor dem Wagen erlitten keinerlei Schaden. Die Schranke war nicht rechtzeitig geschlossen worden. Der Schrankenwärter, der kurz nach dem Unfall flüchtig ging, kehrte indessen wieder in sein Haus zurück. (Schluß des redaktionellen Teils.) 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Karl Volz nebst Angehörigen Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen Frau Elise Marg. Volkmann Wwe. sagen wir allen unseren innigsten Dank, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sei auf diesem Wege herzlichst gedankt Besonderen Dank denen, die dem Verstorbenen in der Todesstunde hilfreich zur Seite standen. Im Namen aller Hinterbliebenen: Helene Erb und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter, desgleichen tür die Kranzspenden und die Worte des Herrn Pfarrers am Grabe sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen : Karl Bopp. Danksagung. Für die überaus große Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes und für die vielen Kranz- und Blumenspenden sage ich hiermit allen herzlichen Dank. Ganz besonders danke ich Herrn Pfarrer Bremmer für seine so trostreichen Worte am Grabe. Frau Luise Lang, geb. Deibel. Klein-Linden, den 6. Juni 1931. Todesanzeige Schmerzerfüllt machen wir die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe, herzensgute, unvergeßliche Tochter Hella heute vormittag 11.20 Uhr im Alter von 3V, Jahren zu sich zu rufen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Theiß, Postschaffner und Angehörige. Laubach, den 4. Juni 1931. Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. Juni, nachmittags 2 Uhr statt. 3861 p Für die innige Anteilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlichst Im Namen der Hinterbliebenen: Lina Wenzel, geb. Reinig. Gießen, den 6. Juni 1931. Bergstraße 9. 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Daß man dort, soweit wir jetzt wissen, 105 Kirchen und Klöster in Flammen hat aufgehen las. sen, beweist zur Genüge die brutaleArt des Kampfes gegen Kirche und Religion. Unter denen, die diese Dinge vorbereiteten, war seiner Zeit der Mörder des früheren Ministerpräsidenten Dato, der dann nach Moskau flüchtete und dort mit offenen Armen ausgenommen ward. Jetzt wird er an Be- dcutung überragt von einem gewissen Andreas N i n, der mit etwa 500 Agenten Moskaus in Spanien „hinter den Kulissen" an der Arbeit ist. Schon hat Moskau seine Glückwünsche anläßlich des Kirchen - und Klö st er st urmes in Spanien ausgesprochen, — man siebt damit in die Hintergründe jener ganzen Ereignisse hinein! Der bolschewistische Bazillus liegt auch in Deutsch land in der Luft und bedroht viele mit Infektion. Ein Beispiel dafür aus der jüngsten Zeit — und nicht einmal ein besonders schlagendes —, war die Maifeier, die das Kulturkartell der modernen Arbeiterbewegung in der Festhalle in Frankfurt am Main veranstaltete. Links von einer großen Bühne, so sagt ein Bericht der „Rhein-Mainischen Volks, zcitung" darüber, war dort das überlebensgroße Bild eines Grvßfabrikanten zu sehen, rechts vor ein paar angedeuteten Kirchtürmen die verzerrte Dar- stellung eines Geistlichen: vor diesem Hintergrund wurde dargestellt, wie die Menschheit unter der Herrschaft einer Erobererkaste leidet. Der Schrei nach dem Erlöser brach auf. Mönche und andere Ge> stallen in Ordenstracht „verbrüderten" sich dann mit der herrschenden Gesellschaftsschicht und hatten für das geknechtete Bolk nur falschen „Trost". Stücke aus dem Meßbuch wurden psalmodierend vorgetragen, auf dem Hintergrund erschien hell ein Kreuz als Projektion, und ein Sprechchor stieß den Ruf aus: „Tod den Pfaffen!" — Man ist stark versucht, sich zu fragen, wie man glauben kann, mit so o r i. mitiven Mitteln zu „wirken": oder man könnte sich auch abgestoßen fühlen von der entstellenden und sachlich ungerechten Art einer solchen Darbietung. Man könnte ja schließlich auch zu erkennen geben, daß man sich von einem solchen „Schauspiel" verletzt und beleidigt fühlt, aber es fällt hier wohl nicht schwer, sachlich und ruhig zu bleiben, und lediglich einerseits die große Taktlosigkeit solcher Darbietung festzunageln, anderseits allerdings mit aller sachlichen Schärfe zu betonen, daß solcherlei Darbietungen weder eines „Kultur- k a r t e l l s" noch einer wirklich modernen Arbeiterbewegung würdig sind. Denn das Weltbild, das jenen Darbietungen zugrunde lag, kann doch heute kein ernstlich Denkender als das wirkliche hin- stellen wollen! Eine starke Strömung bei uns in deutschen Santen geht jetzt dahin, die Machtmittel des Staates einzusetzen im Abwehrkampf gegen den Radikalismus und die Roheit der Propaganda der Gottlosig- feit. Man darf aber doch einmal fragen, ob die „Dienste", die damit den Kirchen geleistet würden, wirklich zu begrüßen sind. Werden staatliche Maßnahmen nicht vielleicht den völlig unerwünschten Reben-„Erfolg" haben, daß die weitesten Kreise in unseren Kirchen, vor allem die Scharen der — sagen wir einmal — Mitläufer sich bei solchen staatlichen Maßnahmen sehr bald beruhigen werden? Werden nicht in unseren Gemeinden der Gegenwart, wie sie nun einmal sind, vielleicht viele sein, die angesichts des „Schutzes", den der Staat gewährt, sehr schnell bereit sind, über den letzten, entscheidenden Ernst dieser Probleme hinwegzugleiten? Wäre es nicht, sozusagen pädagogisch, richtiger, man wartete einmal ruhig ab, bis der Widerwille gegen den brutalen Ansturm der Gottlosigkeit wirklich bei vielen erwachte? Wäre es nicht Wilkins, her rasende Forscher, u Boot „Nautilus" zum Nordpol gestartet. Von Otto llrmacher. Das Unterseeboot des Forschers Sir Hubert Wilkins hat, wie gestern bereits gemeldet, Neulondon verlassen. Eine der aufregendsten Expeditionen — der Versuch, den Nordpol unter Wasser zu erreichen — hat damit ihren Anfang genommen. Nur ein tollkühner Mensch kann es wagen, im Llnterseeboot die Polargegend aufzusuchen, unter dem Eis hinwegzufahren, um am Nordpol mit dem Doot aus dem Wasser zu tauchen. Die Einwände gegen ein solches Unternehmen liegen auf der Hand. Wie weicht man mit dem Unterseeboot Eisbergen aus? Woher weih man. ob es gerade in hiesem Jahr am Nordpol offenes Wasser gibt? Wie bestimmt man unter dem Cis den Nordpol, wie findet man den richtigen Augenblick, um emporzutauchen? Sir George Hubert Wilkins kennt alle diese Schwierigkeiten. Er ist kein Laie, kein Phantast, der sich die Pvlargegend mit ihren Schrecken. Ihrer Oede und ihrer Trostlosigkeit nicht vorzustellen vermag und aus ünfenntnig das Leben aufs Spiel seht. Dieser Mann hat den Nordpol überflogen und die Antarktis erforscht. Er hat an berühmten Expeditionen teilgenommen und in allen Erdteilen Abenteuer bestanden. Er ist in Wahrheit tollkühn, da er mit dem Tod vor Augen ein Unternehmen beginnt, über das fast alle Sachverständigen den Kopf schütteln . Wilkins ist jetzt 43 Jahre alt. Er stammt aus Sudaustralien und hat in Adelaide die Schule besucht. Damals träumte er nicht von großen For- schungsrei ei. sondern sehnte sich danach ein Künstler zu werden. Er wollte Cello und Geige spielen lernen, er wollte auch ein großer Sänger werden. Kaum hatte er die Schulbank verlassen, ging er mit Einwilligung seiner Eltern nach Deutschland und studierte hier Musik7 Aber WiUins war nicht dafür geschaffen, jeden Tag in ein Konservatorium zu gehen, in Notenheften zu blättern und Finger- übrntgen zu machen. Er unterbrach das Studium und ging auf eine Weltreise. Als junger Mann von etwas über 20 Jahren hatte er schon die ganze Welt mit Ausnahme von Japan und China gesehen. Stets zog es ihn dahin, wo die Welt am unruhigsten war. Während der Dalkankriege war er in Mazedonien — Kriegsberichterstatter der bester, dieser Ansturm bewirkte bei all denen, die in diesen Zeiten in ihren Kirchen stehen und ihr Leben mit Gott leben, oder doch auf dem Wege dahin sind, eine neue Erweckung, und triebe alle zu ernsthafter Besinnung und Arbeit an sich selbst, — zu Einkehr und Butze und Tat?! Wir begrüßen es, wenn der Staat von sich aus etwa Maßnahmen ergreift, um die Freiheit der Ueberzeugung zu sichern und rohe Kampsesweise der Weltanschauungen gegeneinander unter Strafe stellt, aber wir in unseren Kirchen wollen ja nicht in den gefährlichen Irrtum verfallen, als seien damit auch nur entfernt die Aufgaben „gelöst", die uns heute mit dem wachsenden Ansturm der Gottlosigkeit gestellt sind. Auch in Rußland ist die Religion unter Staatsschatz gewesen, — und wir sehen heute, wie dieser Schutz sich in das Gegenteil verkehren kann, wenn die politische Gewalt in andere Hände übergeht. Darum müssen wir, um unseres Gewissens willen, einmal aufrufen dazu, daß man sich nicht allzu früh schon wieder „beruhige", sondern den Ansturm der Gottlosigkeit auch in deutschen Landen s o ernst wie nur möglich nehme, daß man .sich besinne auch die tief-inneren Kräfte religiöser und sittlicher Art, die in uns und unserem Glauben ruhen, — Kräfte, auf deren Aktivierung es ganz anders ankommt, als auf staatliche Maßnahmen in dieser Richtung. Auf dem Kongreß der kommunistischen Gottlosen Deutschlands in Leipzig, zu Beginn des Monats Mai ward ein „Arbeitsplan" für 1931 aufgestellt, demgemäß eine Verdoppelung der Mitgliederzahl, die Erzielung von 300 000 Kirchenaustritten, die Bildung von Kampfgemeinschaften in allen Schulen, die Schaffung von Kindergruppen und dergleichen erstrebt wird. In den Arbeiterhäusern sollen plan- „□Horning Post". Aber Wilkins hatte nicht die Absicht, beim Journalismus zu bleiben. Was er eigentlich werben wollte? Ein besttmmter Plan war nicht vorhanden. So etwas überläßt man dem Zufall. lind der Zufall machte den jungen Australier mit dem Polarforscher Stef ansson bekannt, der im Safjre 1910 einen verschollenen Eskimostamm aufgefunden hatte und nun eine neue Expedition vorbereitete. Stefansson brauchte einen Filmphotvgraphen, und Wilkins hielt sich für geeignet. Von 1913 bis 1916 durchzog Wilkins als Degleiter Stefanssons mit dem Hundeschlitten unbekanntes Gebiet. Er ließ sich von dem Polarforscher in die Naturwissenschaften einführen, erwarb vor allem meteorologische Kenntnisse, lernte aber auch ein Schiff zu steuern und brachte eins der kleineren Schiffe der Expeditton, den „North- Star", Dom Winterhafen zum Sommerquartter, wobei er sich zugleich als Kapitän, Steuermann und Maschinist betätigte. Der Musikstudent, der inzwischen Kriegsberichterstatter gewesen war und nun Eskimos filmte, bildete sich nebenbei auch zum tüchtigen Säger aus, der einen Wolf zu schießen, abzuziehen und kunstgerecht zu zerlegen verstand, die letzte Fleischfaser von den Knochen schabte und säuberlich den Speck aus einem Bärenfell herausholte. Dabei war er ein unermüdlicher Arbeiter, der vom frühen Morgen bis in die Nacht am Werke sein konnte. Wilttns empsing bei Stefansson die beste Schulung, die ein Polarforscher genießen konnte. Ihm wurde gezeigt, wie man naturwissenschaftliche Beobachtungen mit größter Genauigkeit aufzeichnet, er erfuhr, worauf bei der Scustrnlung von Tierarten und Pflanzenarten zu achten ist, er machte sich mit der photographischen Technik in Polargegenden bekannt, und Stefansson belehrte ihn auch darüber, welche Nolle das Luftschiff und das Flugzeug bei der Erforschung der Eisregionen eines Tages zu spielen berufen sein würden. Nun kam Wilttns nach Europa zurück und hoffte, Gelegenheit zur Teilnahme an einer anderen Expeditton zu finden. Doch in Europa war Krieg. Ein Abenteurer vom Schlage dieses Australiers konnte sich in Kriegszeiten nicht mit der Vorbereitung einer friedlichen Expeditton abgeben, Wilttns wurde Kampfflieger. Mit seinem Flugzeug wagte er die verwegensten Angriffe und photographierte aus den Lüften die Stellungen des Gegners. Bei Sturmangriffen ging er mit der Truppe vor und mäßig Aussprachen über den Kirchenaustritt ver- anftaltet werden: wo ein Kirchenneubau errichtet wird, soll das in der Presse, wenn nötig, in bcson- ders zu schassenden Orts- oder Häuserblock.Zeitun- gen, gegen die Kirche ausgenutzt werden (gewiß unter Hinweis auf den angeblichen „Reichtum" der Kirche in dieser Zeit größter Nöte): wo ein Geistlicher sich etwas zuschulden kommen läßt, da soll natürlich dieser „Pfaffenskandal" recht ausgenutzt und ausgeschlachtet werden. Und schließlich soll eine planmäßige und organisierte Beobachtung der verschiedenen kirchlichen Organisationen einsetzcn. Diese Pläne sind deutlich genug: daß man sich nicht auf Theorien beschränkt, beweist z. B. die Tatsache, daß es bereits Fälle gegeben hat, in denen Arbeitslose vom Arbeitsamt weg per Lastauto gegen billiges Geld zum Amtsgericht befördert wurden, damit dort der Kirchenaustritt erklärt wurde. Bereits wird diese Methode auch zum Zusammenholen von Arbeitern auf den Dörfern „empfohlen". Lassen wir uns durch ein äußerlich ruhig scheinendes Bild nicht täuschen über das, was werden kann und ernstlich vorbereitet wird. W i r sind es, auf die es ankommt! Möchten wir nicht zu spät erwachen, sondern wirken, solange es Tag ist! Es hat jetzt wenig Wert, die Tatsache zu beklagen, daß es Regierende wie Massen gibt, die heute am Christentum vorbeigehen: das Rechte wird wohl dies sein: daß wir an unsere Brust schlagen, uns fragen, wieso es soweit hat kommen können, auch unsere Schuld erkennen, vielleicht versuchen, gutzumachen, jedenfalls aber den besten Willen daransetzen, der hohen Sendung der Kirche gerecht zu werden. Und das könnte heute etwa heißen: das Evangelium so unpolitisch wie möglich zu verkündigen und — zu leben! hielt in der Hand statt die Waffe die Kamera. Kaltblütig bis zum Aeuhersten, kurbelte er auch in der größten Gefahr und entwickelte noch am selben Abend die Ausnahmen. Ein großes Bilderwerk, das die australische Negierung nach dem Krieg herausgegeben hat, zeigt die ßeifhmgm dieses Draufgängers. Als der Krieg beendet war. hielt es Wilttns nicht länger bei der Truppe. Die Aussicht, irgendwo als Fliegeroffizier ein gewiß auch abenteuerliches Leben zu führen, schien ihm nicht verlockend. 1920 ging er mit der Brittschen Antarktischen Expedition in die Südpolargegend, und im folgenden Jahr begleitete er den großen Südpolforsck^r Sir Ernest Shackleton, der am 13. August 1921 von Southampton eine neue Südpolexpeditton antrat. Nur acht Personen nahmen an dem Unternehmen teil. Die Fahrt ging zuerst nach Trinidad, hatte aber von vornherein unter vielen Zwischenfällen zu leiden. Am 5. Januar 1922 starb Schack- leton an Bord seines Schiffes an den Folgen einer Angina. Wilttns brachte die Leiche seines Freundes nach Montevideo, wo sie von t*en Behörden übernommen und nach England übergeführt wurde. Der Australier hatte nur noch wenig Geld, und neue Fvrschungsexpedittonen werden nicht in jeder Woche unternommen. Aber er hatte Glück. Er erhielt eine Anstellung bei einer Expedition, die in Bolivien und Peru Ausgrabungen machte, und so reifte er denn schnurstracks in die tropischen Urwälder. Das Britische Museum in London wurde auf den kühnen Mann aufmerksam und schickte ihn in das tropische Australien, um dort interessantes Material bei Kannibalen und Fetisch- anbetern zu sammeln. Nun streifte er durch den australischen Dusch, durchwanderte Neu-Guinea, fürchtete sich vor nichts und kam mit den Papuas ebenso gut aus wie früher mit den Eskimos. Don 1923 bis 1925 war er auf diese Weise in Australien und der Südsee beschäftigt. Aber die Eisregionen der Erde lockten Wilkins mehr als die Tropen. Ende 1925 begann er, Versuche mit Flugzeugen zu machen, um Polarflüge vorzubereiten. Er stürzte mehrmals ab, brach sich dabei auch einmal einen Arm. Anfang Mai 1926 stieg er dann mit einem winzigen Augzeug zu Fairbcmks in Alaska auf, um nach der Darrow- spitze zu gelangen. Seine Expeditton war zuerst von außerordentlichem Mißgeschick verfolgt. Ein Journalist, der sie als Sonderberichterstatter begleitete, wurde durch eigene Unvorsichtigkeit von einem Propeller erfaßt und getötet Einige Tage Neuyorker Senator Wa gner bereits Gesetzvor- fd)läge über Altersversorgung, Arbeitsnachweis, Arbeltslofenhilfe, Krankenversicherung usw. eingeleitet. Was geschah? Man ließ die Dinge einfach ruhen, rosten in Washington. Jetzt hat die Depressionsnot Dampf aufgemacht. Senat und Rcpräsen« tantcnhaus begannen mit sozialer Politik und faßten Beschlüsse. Was geschah dann? Der Präsident legte sein Beto gegen diese Beschlüsse ein, und alles war vergebliche Mühe gewesen. Selbst Republikaner geben als inneren Grund dieser Maßnahme an, cs dürfe kein Demokrat sein, der vor dem Lande die Ehre habe, solche wichtige Gesetzgebung eingeleitet zu haben. Vor zwei Monaten, als man die Arbcitslosenwhl offiziös mit 4 Millionen angab, es aber sicher fünf Millionen waren, beantragte der Demokrat R o - b i n f o n im Senat, die Bundesregierung möge 25 Millionen Dollar zur Unterstützung bereit stellen. Ein Schrei der Entrüstung ging darob Furch das ganze Land. In der Presse erschien die große Schlagzeile: Nur kein Dole! — Ja, was ist das? „Dole" ist Drückebergerei auf Staatskosten. Man wies auf die Auswüchse in Europa hin, und die Regierung erklärte, es sei unamerikanlsch, Staatsgclder zur Wohltätigkeit zu verwenden: dies sei Sache der Privaten. Man schickte das Rote Kreuz vor, cs sollte 10 Millionen sammeln. Ob sie zusammengekommen sind, weiß man nicht. Aus Angst vor dem „Dole" wurden die 25 Millionen abgelehnt, bei 5 Millionen Arbeitslosen, und Friedhofsstille folgte. Heute sieht sich die Stadt Reuyork allein schon genötigt, solche Summen zur Unterstützung bereit zu halten. Unglaublich fast! Wofür im verarmten und geknebelten Deutschland Milliarden geopfert werden, dafür hat man im reichen Amerika noch keine 25 Millionen übrig. Und die Masse, die buntgemischte, nimmt alles ruhig hin, sie lebt in dem Gedanken: denen draußen geht's noch schlechter! - Die, welche diese Gegensätze am klarsten erfassen, sind jene Nachkriegseingewanderten, die fast einzigen politisch Intellektuellen in der bunten Masse, die man daher am liebsten über den Ozean zurück- schickte. Jetzt hat die Depression das steuerliche Ereignis gebracht, daß bereits 7 00 Millionen Defizit in der Bundeskasse find. Die mittleren und unteren Steuerschichten sind die großen Leidtragen, den. Demgegenüber steht eine Tatsache, die alles besagt: 1921 zählte die Union 32 Steuerzahler mit einem Einkommen von 1 Million Dollar, 1929 waren es 492 und jetzt sind es 541, aber die Lohn- gelber sind in 1930 gegen 1929 um 9 Milliarden Dollar gesunken. Der jetzt abgetretene 71. Kongreß hat 10 Milliarden Dollar verausgabt und ist damit unsterblich geworden. Auch darin sieht man ein Zeichen werdender Unsicherheit. Man hat z. B. den Farmern den überproduzierten Weizen für 175 Millionen abgekauft und kann ihn jetzt nicht loswerden. Senator B o - r a h schlug bereits vor, den Weizen den hungernden Chinesen zu schenken. Jetzt marschiert der agrarische Süden auf, die Demokratenhochburg, die 1928 zu Hoover überlief, und erklärt, im nächsten Jahr geschlossen für Coolidge gegen Hoover eintreten zu wollen. Vor zwei Wochen fanden sich die Unabhängigen der beiden alten Parteien in Washington zusammen, um ein fortschritliches Programm für die nächstjährigen Wahlen zu besprechen. Ihr Führer ist der greise Republikaner N o r r i s von Nebraska, der 1928 aber offen für den Demokraten Smith eintrat. Man hat ihn aufgefordert, auszutreten: er mag nicht. Man hat ihn aufgefordert, neu zu gründen, er mag auch das nicht aus so und soviel Gründen. Also alles in allem, ein heilloser Wirrwarr. Senator W h e e l e r aber, einer der wirklich Aufrechten im Lande, fordert entschlossen die dritte Partei. Er präsentiert folgendes Programm: Arbeitslosenspeisung durch Städte, Staaten und Bundesregierung: Aenderung der Verfassung, daß der Kongreß in der Lage ist, die Arbeitszeit zu beschränken: Einführung der Arbeitslosigkeit-, Kranken- und Altersversicherung: Hebung des Ausfuhrhandels durch Zollsenkungen: kommunalen Betrieb von Wasser- und Elektrizitätswerken: Verhinderung später wurden zwei Flugzeuge schwer beschädigt. Die Schlittenabteilung litt bei 30 Grad unter Null furchtbar. Dessen ungeachtet stieg Kapitän Wilttns zusammen mit dem Leutnant Cielson auf, war eine Woche verschollen, führte aber seinen Flug programmäßig durch. Im Mai 1926 wurde der Nordpol zum erstenmal überflogen — aber von Dhrd. Das ließ Wilttns nicht ruhen. Jahrelang bereitete er sich mit Eielson auf weitere Flüge vor, und am 21. April 1928 überflogen beide den Nordpol. In 21 Stunden gelangten sie von Alaska nach Spitzbergen. Die Schwierigkeiten, die: dabei zu überwinden waren, und von Wilttns ausführlich geschildert worden sind, waren ungeheuer. Zum Schluß wurde auch das Denzin knapp. Ein Orkan, Schneegestöber, keine Gelegenheit zum Landen — jedes erdenkliche Mißgeschick stellte sich in den Weg und wurde überwunden. Und noch im selben Jahr machte Wilkins eine gelungene antarktische Expedition im Flugzeug. Cs war der erfolgreichste Vorstoß in die Antarktis seit Amundsen. Am 19. Dezember 1928 entdeckte Wilkins in neunstündigem Flug Geheimnis um Geheimnis. Er stellte fest, daß Grahamsland aus drei Inseln besteht. Cs ist unmöglich, hier all« wissenschaftlichen Ergebnisse dieser gelungenen Expedition zu nennen. Jedenfalls bewies Wilttns, daß er den schwierigsten Aufgaben gewachten ist. Aber der Ehrgeiz und die Unternehmungslust dieses Mannes. der Spvrtgeist gehaart mit wissenschaftlichem Forscherdrang, und d'e Lust am Experiment sind mit den gelungenen Expeditionen noch nicht befriedigt worden. Etwas ganz besonderes soll vollbracht werden, und darum verfiel Wilkins, der übrigens auch Lufschiffreisen im Zeppelin mitgemacht hat, auf den oft erörterten und niemals für ausführbar gehaltenen Plan, das Unterseeboot in den Dienst der Polarforschung zu stellen. Hochschulnachnchien. Zu ordentlichen Professoren an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin wurden ernannt: der Honorardozent Direktor des Instituts für Zucker. Industrie in Berlin Dr. Oskar Spengler und der Honorarprofessor Direktor des Instituts für Gärungsgewerbe und Stärkefabrikation in Berlin Dr. Friedrich Hayduck : Dr. Spengler übernimmt den Lehrstuhl für Zuckerindustrie, während Dr.Hayduck der Lehrstuhl für Gärungsgewerbe Übertragern Rann Deutschland Hilfe von Amerika erivarlen? Von Wilhelm Winter-Neuyork. In diesem Artikel zeigt ein unbefangen urteilender Deutsch-Amerikaner das Amerika von heute. Er zeigt es als das, was es ist, als Warnung vor dem, was man in Deutschland gern erwarten möchte. Ueberall nur amerikanische Interessen. Darum nur keine falsche Hoffnungen auf Hilfe von drüben, sondern beherztes Anpacken unserer Probleme durch uns selbst! D. Red. Die Deutschen setzen in der Kriegsschuldfrage den Reparationen usw. ihre Hoffnungen zuerst auf Amerika. Von Europa aus oder von Deutschland aus gesehen, zweifellos verständlich. Am deutlichsten hat dies jünaft noch Dr. Schacht — eine Autorität auch in Amerika — bargeftellt. Und es soll vorab gesagt sein, es gibt viele Rechtdenkende in Amerika, die solchem Wunsche sympathisch gegenüberstehen. Dabei bleibt es aber auch. Diese Leute können nicht, wie sie vielleicht möchten. Bis zur Präsidentenwahl im Herbst 1932 hat das Land übergenug mit sich selbst zu tun. Es wird da- her allen internationalen Komplikationen bis dahin möglichst auszuweichen suchen. Der politische Jammer in Deutschland ist der, daß der Parteien zu viele sind. Der Jammer in Amerika ist genau gegenteilig. Die beiden alten Parteien, die Republikaner und die Demokraten, erscheinen abgearbeitet und zeigen deutliche Zeichen des Verfalls: aber es will nicht gelingen, die immer wieder geforderte liberale Reformpartei ins Leben zu rufen. Die runden Zahlen der Präsidentenwahl von 1928 waren: Republikaner 21 Millionen, Demokraten 15 Millionen, Sozialisten 3 Millionen. Bei der Wahl 1924 erzielte die neue progressive Partei unter La Follette 5 Millionen Stimmen, ein beachtens- wertes Ergebnis. Aber La Folletta ist tot und damit auch diese Neugründung. Bemerkenswert ist noch die Stimmenzahl der letzten Gouoerneurswahl im Staate Neuyork: Republikaner 1,5 Millionen, Demokraten 1,6 Millionen, Sozialisten 35 000, diese also nur 1 v. H. Es besteht zwar eine Gruppe politisch Intellektueller, die die neue Reformpartei im Sinne La Follettes anstrebt, aber sie kommt zu keinem praktischen Erfolg. Nach deutschen oder fron- zösischen Begriffen müßten aus den beiden alten Parteien längst 5 bis 6 Parteien geworden sein, so weittragende politische, prinzipielle Gegensätze roei- sen sie in ihren Reihen auf. Daß dies noch nicht geschehen ist, ist das wunderbare Geheimnis der amerikanischen Politik. Zündstoff ist genug vorhan- den, aber jedermann fürchtet die Explosion. Diesen Verhältnissen liegt eine völkerpsychologische Tatsache zugrunde. Der politische Geist ist in einem Einwandererland von Grund aus anders geartet, als im Auswandererland, im Stammland. Wer die Heimatscholle verläßt, betritt das neue Land feiner Wahl mit dem Vorsätze, all und jedes daranzusetzen, persönlich vorwärts zu kommen. So vieles, was dem Emigranten daheim nicht paßte, nimmt er draußen willig in den Kauf, weil er muß. So macht es der Italiener, der Pole, der Ungar, der Engländer, der Schwede usw. Warum soll es der Deutsche nicht tun? (Von den Schwarzen, Gelben und Braunen ganz abgesehen.) Das bunte Völkergemisch in Amerika hat dem Lande mancherlei merkwürdige Vorteile gebracht. Das ganze beherrscht ein ungeschriebenes Gesetz, ein untrügliches Empfinden: W i r müffen uns oertragen! Zwei Drittel der Zu- gewanderten kam und kommt aus Ländern, die geringere Daseinsmöglichkeiten bieten; warum sollten sie nicht zufrieden sein? Die Heimatlande des dritten Teils sind heute durch den Krieg und seine Folgen — bis auf wenige Ausnahmen — so sehr mitgenommen worden, daß es meist die nackte Verzweiflung war, die die Leute ins fremde Land trieb. Alles dies bestärkt die amerikanische Masse in dem Ge- fühl „geborgen" zu sein. Und wenn heute die Wirt- schaftsdepression noch so drückt, das Bewußtsein herrscht immer vor: denen da draußen geht's noch viel schlechter! Es ist genau ein Jahr her, da wurde in Washington die Arbeitslosenzahl mit rund 1 Million offiziös angegeben, im Senat aber wurde bereits von 3 bis 4 Millionen gesprochen. Präsident Hoover fand damals den Mut, zu prophezeien, in zwei Monaten würde die Krise überwunden sein. Jetzt muß man die Zahl offiziös bereits mit 6 Millionen zugeben. Vor zwei Jahren hat der in Wiesbaden geborene her Verwendung von Riesenkapitalien zur Beeinflussung öffentlicher Wahlen usw. usw. Aus diesen Forderungen kann der Europäer ersehen, was dieses reiche Industrieland noch nicht hat und wie lastenfrei der amerikanische Unternehmer bis heute dasteht. Es würde dem Gedankengang dieser Reformer entsprechen, wenn da noch stünde: Lösung der Kriegsschuld — und damit der Kriegs- schuldenfrage —, aber ihr Programm ist schon zu sehr belastet, solche Mehrbelastung wäre undenkbar. Bliebe noch ein Weg. Bei der Hooverwahl 1928 wurden die im Auslande geborenen Stimmaeber offiziös mit 14 bis 15 Millionen angegeben. Mindestens 5 Millionen davon sind deutscher Abstammung. Dazu verfügt die Steuben-Gesellschaft noch über ein Stimmenheer von solchen, die in Amerika geboren sind, und die Klarstellung der Kriegsschuldfrage ist eine ihrer Hauptforderungen. Aber es ist schweren glauben, daß in einem Lande, wo der politische Wirrwarr so groß ist, ge- rade die Deutschen zu einer geschlossenen Aktion kommen sollten. Immerhin, der Versuch wird gemacht werden. Sollte ober die Wahl 1932 einen Demokraten ans Ruder bringen, so ist damit noch lange nicht gesagt, daß dann die Dinge für Deutschland besser liegen werden. Man sollte eines nicht vergessen: Wilson, der Demokrat, siegte 1916 unter der Parole: Er hält uns aus dem Krieg! Während sein Gegner Hughes ehrlich zugab: Wir steuern dem Krieg zu! Es war eine schöne Geste Amerikas, als deren Senat den Vertrag von Versailles nicht annahm. Aber diese Geste war billig, sie änderte an den materiellen Dingen nichts. Als sich die Poung-Plan-Kommission in Paris die Köpfe gegenseitig heiß machte, drückte sich I. P. Morgan und fuhr mit seiner Jacht auf dem Mittelmeer spazieren. Auch eine amerikanische Geste. Herr Mellon, der Schatzsekretär, einer der reichsten im Lande, sagte schon vor Jahren: „E i n befriedetes Europa i st für uns mehr wert, als alle unsere Kriegsforderungen." Auch eine schöne Geste. Ob Herr Mellon an- gesichts des Defizits in der Bundeskasse bereit wäre, die Tat folgen zu lassen, darf sehr bezweifelt werden. Die bunte Masse Mensch aber in Amerika wird unter demokratischem Regime dieselbe fein. Und es ist fraglich, ob dies anders wäre, wenn zwei Generationen hindurch, wie in Deutschland, die Klassenkampfparole des Marxismus auf sie eingewirkt hätte. Dieses Rätselland ohne Volkstum, ohne soziales Gewissen und dennoch ohne Klassenkampf ist eine politische Fata Morgana. Eines ist sicher, der Rausch der Kriegsmilliarden ist dahin, der Katzenjammer ist da. Amerika gewann den Krieg und wird daran nicht glücklich. England gewann den Krieg scheinbar auch, dazu aber ein stehendes Arbeitslosenheer und wird jetzt von seinen Dominien eingekreist und mattgesetzt. Deutschland bezahlt den Krieg aus gepumptem Geld und erlebt dabei — hoffentlich — seine innere Wiedergeburt. Daten für Samstag, 6. Juni. Sonnenaufgang 4.12 Uhr, Sonnenuntergang 20.35 Uhr. — Mondaufgang 0.49 Uhr, Monduntergang 9.41 Uhr. 1869: der Komponist Siegfried Wagner im Trieb- schen bei Luzern geboren; — 1875: der Schriftsteller Thomas Mann in Lübeck geboren. Taten für Sonntag, 7. Juni Sonnenaufgang 4.12 Uhr, Sonnenuntergang 20.36 Uhr. — Mondaufgang 1.03 Uhr, Monduntergang 10.54 Uhr. 1826: der Physiker Josef von Fraunhofer in Äünchen gestorben; — 1840: König Friedrich Wil- chelm III. von Preußen gestorben; — 1843: der Dichter Friedrich Hölderlin in Tübingen gestorben. Oie Ersparnisse im Gießener Etat für 1931. IV.* Das wohlfahrlsrvesen. Von Ersparnissen kann man in dieser Abteilung des städtischen Haushalts für 1931 aus naheliegenden Gründen nicht sprechen. Die außerordentlich ungünstigen Zeitumstände haben es vielmehr mit sich gebracht, daß die Ausgaben für das Wohlfahrts- wesen von 908 829,20 Mark im Vorjahre auf 1 356 692,50 Mark im neuen Haushaltsjahre angewachsen sind. Allein in diesen Ziffern kommt zum Ausdruck, welch erschütterndes Dokument der Rot diese Haushaltsrechnung ist. Immerhin hat man bei der Verwaltung und im Stadtrat sich bemüht, auch im Wohlfahrtshaushalt überall da Ersparnisse durchzuführen, wo dies angängig ist. Selbstverständlich konnte man sich aber auf der anderen Seite der Verpflichtung nicht entziehen, in möglichst ausreichender Weise Vorsorge zu treffen für die Aufgaben, denen man sich angesichts der furchtbaren Rot in breiten Kreisen der Bürgerschaft einfach nicht entziehen kann und darf. Zunächst hat man Abstriche vorgenommen an den Aufwendungen für Besoldungen, Versicherungsbeiträgen Bürobedürfnissen; an diesen drei Positionen sind rund 4000 Mark erspart worden. Dagegen hat es sich als unabweisbar notwendig herausgestellt, für die Armenfürsorge zum Zwecke von Geld- und Naturalunter st ützungen einen ganz erheblich höheren Betrag in den Voranschlag einzustellen. Die veranschlagte Ausgabe ist hier von 155 000 Mk. im Vorjahre auf 470 000 Mk. im neuen Haushaltsjahre erhöht worden. Davon entfallen auf Mietbeihilfe 15 000 Mark (gegen 3000 Mark im Vorjahr), auf Bargeldunterstützung an Ortsarme 380 000 Mark (im Vorjahre 122 000 Mk.), Bargeld-Mehraufwand für Pflichtarbeiter 13 000 Mark (3000 Mark), Nahrungsmittel 20 000 Mark (10 000 Mark), Kleider und Schuhe 20 000 Mark (10 000 Mark), Heizftoffe 20 000 Mark (5000 Mark), während die Beförderungskosten für Ortsfremde in Höhe von 2000 Mark dem Stande des Vorjahres entsprechen. Allein schon in dieser Steigerung der Unterstützungsbeträge kommt das furchtbare Elend unserer Zeit in erschütternder Weise zum Ausdruck. Die Aufwendungen für ärztliche Hilfe, Arzneien usw. sind für das neue Haushaltsjahr mit 11000 Mark veranschlagt worden, gegen 10 500 Mark im vorigen Jahre, während die veranschlagten Begräbniskosten mit 1000 Mark unverändert wie im Vorjahre erscheinen. Auf der Einnahmeseite sind an Geld- und Naturalunterstützungen als Ersatzleistungen durch Unterstützte und Dritte 30 000 Mark, gegen 25 000 Mark im Vorjahre, angesetzt. Für die Verpflegung in Kranken- und Bewahrungsanstalten sind, wie im Vorjahre, 105 500 Mark vorgesehen, denen auf der Einnahmeseite als Ersatzleistungen durch Unterstützte und Dritte ebenfalls 60 000 Mark, wie im Vorjahre, gegenüberstehen. Die Kosten der Jrrenpslege im neuen Wirtschaftsjahre sind auf 90 000 Mark veranschlagt, gegen 75 000 Mark im vorigen Jahre, auf der Einnahmeseite sind die Ersatzleistungen in Höhe von 35 000 Mark unverändert wie im Vorjahre in Rechnung gestellt. Die Fürsorge für Gebrechliche hat man auf 18 200 Mk. im neuen Jahre, gegen 19 700 Mark im Vorjahre, veranschlagt, während die Einnahmen durch Ersatzleistungen in der unveränderten Dorjahrshöhe von 8000 Mark angenommen sind. Die Kosten der Fürsorge für Wanderer und Obdachlose sind angesichts der Zeitverhältnisse mit der stark gestiegenen Inanspruchnahme der Herberge zur Heimat und des städtischen Hospitals auf 31 000 Mark, gegen 21500 Mark im vorigen Jahre, angenommen worden, die Einnahmen haben voranschlagsmäßig eine Erhöhung von 7900. Mark auf 10 504 Mark erfahren. * Teil I in Nr. 102 vom 2. Mai, Teil II in Nr. 108 vom 9. Mai, Teil III in Nr. 119 vom 23. Mai. sich auf 11000 Mk., gegen 19 000 Mk.; hier Ist der Staatszuschuß gegen das Vorjahr um 8000 Mark verringert worden. Die Wochenfürsorge steht auf der Ausgabenseite mit 7000 Mk. gegen 8000 Mk. im Vorjahre verzeichnet, die Einnahmeseite weist als Ersatzleistungen 1000 Mk. gegcnl ' 2500 Mk. im vorigen Jahre auf. In der Jugendfürsorge sind für die Unterbringung von Pflegekindern 50 200 Mk., ge=i gen 42 000 Mk. bisher, angesetzt, auf der Ein- nahmeseite durch Ersatzleistungen 18 000 Mk., gegen 16 000 Mk. im Vorjahre, eingestellt worden. Die Unterbringung von Fürsorgezöglingen hofft man mit 28 000 Ml., gegen 29 500 Mk. bisher, bestreiten zu können, die Einnahmen belaufen sich hier unverändert wie im Vorjahre auf 14 000 Mk. 1 Für die Säuglingsfürsorge sind 18 000 Mk., gegen 33 500 Mk. im Vorjahre, als Ausgaben veranschlagt, die Einnahmen aus Ersatzleistungen sind Für die Rentnerfürsorge ist eine Gesamtausgabe von 401 700 Mk., gegen 445 200 Mk. im vorigen Jahre, vorgesehen. (Die Kosten für Unterstützung an Rentenempfänger der Arbeiterund Angestelltenversicherung erscheinen jetzt in Höhe von 228 000 Mk. gegen 235 000 Mk. im Vorjahre, die Unterstützungen an verarmte Kapitalrentner u,w. sind auf 143 500 Mk. gegen 180 000 Mk. veranschlagt, die einmaligen (Äihil- fen — Reichsbeihilfen — an Kapitalrentner erscheinen unverändert wie im Vorjahre mit 30 000 Mark.) Auf der Einnahmeseite sind im neuen Haushalt nur noch 124 600 Mk., gegen 171500 Mark im Vorjahre, verzeichnet. Insbesondere fällt hier auf, daß die Ersatzleistungen des Landes um rund 50 000 Mk. geringer erscheinen, das Land Hessen also der Stadt einen noch größeren Kvstenanteil zuschiebt. Für Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinterbliebenenfürsorge find im neuen i ............... — „ Haushalt 37 100 Mk., gegen bisher 34 600 Mk., auf 6000 Mk., gegen 10 000 Mk. bisher ge- an Ausgaben vorgesehen, die Einnahmen belaufen 1 schätzt. Da der Dvlkskindergarten vom 1. April ab Verband der hessischen landwirffchaWchen Genossenschaften. Unter starker Beteiligung der dem Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften an« geschlossenen Genossenschaften und zahlreicher Vertreter der Behörden und beruflichen Organisationen fand in Darmstadt der 6 7. Verbandstag statt. Präsident Bill ehrte die im vergangenen Jahre verstorbenen Genossenschaftler. Anerkennende Worte für die Arbeit des Verbandes fand der Vertreter der Regierung und des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, Ministerialdirektor Dr. Rößler. Der Jahresbericht von Verbandsdirektor Berg zeigt ein Anwachsen der Zahl der Genossenschaften von 1070 auf 1095. Bei den Kreditgenossenschaften stand die Frage der Liquidität und der weitestgehenden Sicherung der Außenstände im Vordergrund. Die Geschäftsguthaben erreichten dieselbe Höhe wie in 1913, bei Reservefonds und Betriebsrücklage wurde dieselbe überschritten. Die Warengenossenschaften hielten sich in bezug landwirtschaftlicher Bedarfsartikel auf annähernd gleicher Höhe wie im Vorjahre. Neben dem Warenbezug muß der Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse für die Zukunft in größerem Maße ausgenommen werden. Vorbedingung ist, daß auf dem Gebiete der Standardisierung noch ganz erhebliche Arbeit geleistet wird. Die Erfassung der Milch durch die Molkereigenossenschaften stieg gegenüber 1925 bei gleichbleibender Zahl der Genossenschaften von 46,3 Millionen auf 68,6 Millionen. Milch- und Butter« Prüfungen, verbunden mit technischen Betriebskontrollen, sorgten für Qualitätsverbesserung. Die Winzergenossenschaften hatten in bezug auf Güte und Menge eine gute Ernte zu verzeichnen. Einer anfänglich starken Absatzstockung folgte Ende des Berichtsjahres eine Belebung im Weingeschäft. Bei den Obst- und Gemüseoerwertungsgenossenschaften war, wo eine örtliche Erfassung der Erzeugnisse erfolgte und eine zu starke Kapitalinvestierung vermieden wurde, das Ergebnis gut. Ebenfalls gute Fortschritte haben die Eieroerwertungsgenossen- schaften gemacht. Das deutsche Frischei mit Adlerstempel hält jeden Vergleich mit der Auslandsware aus. Die Gründung von Viehverwertungsgenossenschaften wurde mit gutem Ergebnis in Oberhessen neu aufgegriffen. Die Dreschgenossenschaften nahmen zu und arbeiteten zufriedenstellend. In der Aussprache schnitt Bürgermeister Kämmerer-Heusenstamm das Gebiet der Bausparkassenbewegung, die Zinspolitik und die Mündelsicherheit an. Abgeordneter Glaser- Nordheim forderte verstärkten Schutz für die Veredlungsproduktion. Verbandssekretär Dr. Hillemann versicherte, daß der Verband wie seither, auch für die Zukunft im gewünschten Sinne die Interessen der Genossenschaften vertreten werde. Die Jahresrechnung und Bilanz fand einstimmig Annahme. Dem Verbandsdirektor und dem Engeren Ausschuß wurde einstimmig Entlastung erteilt. Hierauf referierte Reichsminister a. D. Dr. Her«' m e 5 über „Staatshilfe und Selbsthilfe". Ausgehend von der schweren Wirtschaftskrise, unter der ganz Deutschland leidet, zeichnet er die gegenwärtige Lage der Landwirtschaft auf. Ziel einer gesunden Agrarpolitik müsse eine Minderung der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte sein. Die Schwierigkeiten einer solchen Politik dürften aber nicht verkannt werden. Einerseits sieht die Industrie ihren Export bedroht, anderseits kann die deutsche Landwirtschaft auf dem Binnenmarkt mit dem Ausland noch nicht in dem erforderlichen Maße konkurrieren. Bei aller Anerkennung industrieller Interessen sei daher ein umfassender Schutz der Veredlungswirtschaft notwendig. Der Landwirtschaft müsse die Möglichkeit gegeben werden, sich eigenes Kapital zu bilden, um damit ihre genossenschaftlichen Organisationen ausbauen zu können. Nur durch genossenschaftliche Arbeit könne die Landwirtschaft sich vom Ausland unabhängig machen. Größte Objektivität und gegenseitiges Verständnis fei notwendig. Es müßte unter allen Umständen vermieden werden, Differenzen zwischen Stadt und Land, Industrie und Landwirtschaft heraufzubeschwören, aus einer verkehrten Überbewertung eigener Interessen heraus. Der Redner ging dann auf genossenschaftliche Tagesfragen ein, befaßte sich mit dem Absatzproblem, mit der Produktionsregelung und der Zins- politik der Genossenschaften. Weiter wies er auf die zu erstrebende Vertiefung des genossenschaftlichen Revisionswesens hin. Der Minister schloß mit einem Appell an die Versammlung, mit aller Kraft eine Gesundung der Lage unserer Landwirtschaft zu erstreben. In der Diskussion sprachen T e x t o r - Leihgestern, Dämmet- Bischofsheim, Glaser- Nordheim und Frl. Bopp- Hanau. Die aus dem Verbandsausschuß ausscheidenden Mitglieder Sammel - Bischofsheim, Volz«Bad Wimpfen, Benz-Arheil- gen, B i l l - Ostheim, Fe n chel - Ober-Hörgern, K e i p p - Wallenrod, D e t t w e i l e r - Pfeddersheim, Schütz-Gonsenheim und Feldmann Nierstein wurden einstimmig wieder in den Verbandsausschuß gewählt. Sranbung behebend Roman von Käte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthokd in Braunschweig.) 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Sehr hat mich dieses Wiedersehen und die Beweise Ihrer alten Freundschaft gefreut, Marquis. Aber nicht wahr, Sie verraten mich nicht? Ich kann Mitleid schwer ertragen... es nützt uns auch nicht zu unserem Leben, darum..." „Seien Sie ganz ruhig, Graf... ich kann Sie wohl verstehen. And in den Stunden, wo Sie frei sind, rechne ich auf Ihre Gesellschaft. Kyrill Petrowitsch macht eine so gute Figur, daß unsere Freundschaft nicht auffallen wird. Aus Wiedersehen denn und Kopf hoch." Colomba Serra stieg leise vor sich singend die Treppe zu ihren Wohngemächern hinauf. Sie hatte Andrea, das kleine Tiroler Küchenmädchen, das sie vor vier Wochen engagiert hatte, einstweilen in die Gaststube gesetzt. Die wenigen Gäste am frühen Vormittag konnte Andrea wohl besorgen, und so schaffte sich Frau Serra einige Freistunden. Jetzt schritt sie über einen langen Korridor und öffnete eine der vielen Türen. Einen Augenblick lang blieb sie lachend auf der Schwelle stehen. Dann rief sie: „Julietta, deine Beine sind wunderschön, und lange genug habe ich sie nun bewundern können. Rächstens wirst du selber Gymnastikstunden geben können, wenn du weiter so übst. Bambina... Kleine, komm und gib der Mamina ein Küßchen." Die so Angeredete schoß noch einen Purzelbaum in das große Zimmer hinein. Dann nahm sie lachend die Mutter bei beiden Händen und zog sie ins Zimmer. „Wie schade, Mamina, daß ich dir nicht Unterricht geben tarnt. Aber bei deiner Rundlichkeit wirst du eben niemals die Kerze oder einen anständigen Handstand fertigbringen. Sieh so..." And Julietta stand schon wieder auf dem Kops vor ihrer lachenden Mutter und legte im Scherz die schlanken Deine um deren rundliche Hüften. „Geh, du Anband..." Colomba machte sich frei und setzte sich in den bequemen Stuhl am Fenster. „Meinst du, ich würde deine Allfanze- reien nachmachcn? Latz mir meine Rundlichkeiten. Dafür bist du ja die reine Zaunlatte. O Dio mio ... welch ein Mädchen. Welch ein Wildfang!" Zärtlicher Mutterstolz war in ihrer Stimme und sie tat einen tiefen Atemzug. Julietta schwang sich wie ein kleines Kind auf der Mutter Schoß und legte ihr blühendes Gesicht an deren Wange. „Was sollt' ich auch anfangen den ganzen Tag hier droben allein^ ohne dich, Mama mia", sagte Julietta und schüttelte das Haar aus dem erhitzten Gesicht. Sie war ein hübsches Mädchen, kaum den Kinderschuhen entwachsen, nicht so schön versprach sie zu werden wie die Mutter, aber es war so viel Frische und Ratürlichkeit in ihrem ganzen Weisen, die ihr die Herzen gewann. Reiches blondes Haa>r umrahmte ihr frisches Gesicht und gab einen wundeiwollen Kontrast zu ihren schwarzen Augen. Frau Colomba war stolz tauf diese blonden Haare, waren sie doch eine große Seltenheit hier, llnb sie spann stolze Zu- kunftspläne und strich zärtlich über das blonde Haar. „Bist du auch heute schon fleißig gewesen, Dambina? Hast deinen Aufsatz gemacht für den Maestro und Französisch geübt und Klavier? Du weißt, er ist nie sehr zufrieden mit dir und klagt wie immer, du feiest nicht aufmerksam in den Stunden und könntest wohl, aber du wolltest nicht lernen und hättest nur immer den Kopf voller Allotria. Ich aber will doch eine feine Dame machen aus meiner Julietta. Warum arbeite ich bis tief in die Rächt hinein und spare und scherze mit den Gästen?... Doch nur um dich, Julietta." Das Mädchen zog die Augenbrauen hoch und lachte. Dann kützte sie die Mutter auf den Mund und sagte: „Ach, meine wunderschöne Mamina kann ja gar nicht anders, als lachen und froh sein und scherzen mit den Gästen. Aber sie weiß doch gar zu gut, wie sie den Männern damit den Kopf verdreht, und ich wette, ehe ich zu der feinen Dame geworden bin, die du aus mir durchaus machen willst, hat das Albergo „Zu den tausend Freuden" einen neuen Patrone und die Mamina einen neuen Mann." „Julietta..." Frau Colomba legte dem Mädchen erschrocken die Hand auf den losen Mund, als sie so ihre tiefsten Sehnsüchte verraten sah. ■ilnb sie sah auf einmal, daß das Mädchen auf ihrem Schoh kein Kind mehr war. „Welch' ungehörige Reden, spricht ein Kind so zu seiner Mutter?" „Der Russo hat das gesagt, Mama... Du weißt doch, er mag es nicht leiden, daß ich zu dem Maestro in die teueren Stunden gehe und daß du mich niemals hinunterläßt in Sie Gaststuben. Der Russo..." „Ah, geh... was hat sich der dumme Dauer in meine Angelegenheiten zu mischen", sagte jetzt Frau Colomba unwillig, und ihre schwarzen Augen flammten in ehrlichem Zorn. „Was hast du überhaupt zu reden mit dem Russo", sagte sie in plötzlich erwachender Angst zu der jungen Tochter. „Er paßt nicht zu dir, Julietta, er ist kein seiner Mann und sagt seine Reden daher wie ein rechter Dauer, der er ja auch ist." Da lachte das Mädchen laut auf und schlang ihre Arme wieder um der Mutter Hals. „Ja, denke dir, Mamina, der Russo hat auch noch gesagt, einen Zieraffen wolltest du aus mir machen, und dafür wäre ich doch viel zu schalde. And niemals sollte ich den neuen Mann, den du doch über kurz oder lang in unser Albergo hin- einsetzen würdest, niemals sollte ich den Vater nennen. Denn mein Vater, das wäre nur der Philippe Serra gewesen, und kein anderer tonnte es sein und.. Jetzt war es aber Frau Colomba zu arg geworden. Unfanft stand sie auf und lieh die Tochter von ihren Knien gleiten. „Solch ein Flegel, dieser Russo... und du, Julietta, du läßt dich von solch einem Dauer aufhehen gegen deine Mutter? O Dio mio... was muß man erleben, was muß eine Mutter erleben an ihren Kindern!" And laut auf weinend ließ sich Frau Colomba auf den Divan fallen, nicht ohne daß sie die Wirkung ihrer plötzlich ausbrechenden Tränen durch die vorgehaltenen Finger beobachtet hätte. And sie konnte zufrieden fein. Julietta beugte sich jetzt tief erschrocken nieder zu der weinenden Mutter, streichelte und küßte sie und gab ihr allerhand Schmeichelnamen. Da richtete sich das weinende Täubchen wieder auf, strich sich über das Haar, ob es wohl auch nicht bei dem plötzlichen Schmerzensausbruch in Anordnung geraten fein könnte und zog die Tochter an ihre Seite. „Versprich mir, Dambina, meine Kleine, versprich, daß du nie mehr auf diese losen Reden des dummen Dauern hören willst. Hörst du, Julietta? Wer meint es besser mit dir, der Russo oder deine Mutter? And habe ich dich nur deshalb so fein erzogen, daß jetzt ein dummer Dauer daherkommt und dir den Kopf verdreht und sagt: Das darfst du nicht und das und das... O Dio mio... mein Herz, meine alten Schmerzen kehren zurück." Sie preßte ihre Hand auf die Stelle, wo sie ihr Herz vermutete. „Versprich mir, Julietta..." „Ja, ja, ich verspreche dir alles, Mamina, nur höre auf zu Weinern So bös meint es doch der Russo gar nicht, und ein dummer Dauer ist er auch nicht und... aber ich verspreche dir, jetzt wieder fleißig zu lernen bei dem Maestro und nicht aüf den Russo zu Horen, wenn er sagt, das sei nicht nötig für eine Gastwirtstochter. Du mutzt es doch besser wissen als er, meine süße Mamina...“ Aber Colomba war ehrlich erschrocken. Was nützte ihr nun, dah sie Julietta nicht bedienen lieh drunten in der Osteria, daß sie Julietta fernhielt von allem, was nicht für ihre jungen Ohren bestimmt war. Da kam einer und redete daher von dem, was er nicht verstand und machte ihr das Kind abwendig. Wieder rollten ihr Tränen über die Wangen, aber Julietta trocknete sie ab und zog die Mutter vom Divan hoch. „Komm, Mamina, süße. Was weinst du um des dummen Russo willen? Ist doch alles gar nicht so schlimm, was er sagt. Komm, drüben auf deinem Blumentisch ist die Kalla heute auf geblüht. Die hast du doch noch nicht gesehen." Sie gingen Arm in Arm durch die stillen Stuben, die mit gut bürgerlicher Behaglichkeit aus- gestattet waren. Philippe Serra hatte von feinen abenteuerlichen Fahrten manches mit heimgebracht, was hier droben feinen Platz gefunden. Als er feinem Täubchen das Rest bereitet hatte, war er schon ein alter Mann gewesen, der es zu Geld und Würden gebracht. So hatte er ihr Zimmer mit besonderer Liebe und Schönheitssinn ausgestattet. Helle Tapeten bedeckten die Wände, schöne Bilder mit Motiven aus ihrer sizilianischen Heimat, glühend in Farben, liebevoll ausgeführt. Denn für diese Bilder hatte Philippe gar manchem Künstler Herberge und Aufenthalt gewährt, solange es ihm gefallen hatte. Ein echter Kelim deckte den Fußboden, Blumen in verschwenderischer Fülle standen umher. Julietta war in die Fuß tapsen des Vaters getreten und sorgte dafür, daß Colomba hier in den stillen Stuben nach des Tages Last und Mühe Schönheit fand und Behagen. Als sie vor dem Blumentisch standen und (Signora Serra ihres Herzens Gleichgewicht wieder gefunden hatte, trat plötzlich die kleine Andrea atemlos in das Zimmer, ohne anzuklopfen, mit der Meldung, die Signora solle gleich hinunterkommen, ein fremder Gast wäre eingekehrt, der sie zu sprechen wünsche. Als Colomba durch die Weinlaube nach der Geststube schritt, sah sie Liskow an einem der Tische sitzen, den Rücken ihr zugekehrt. Ein kokettes Lächeln irrte um den Mund der hübschen Frau. Da... da war er ja wieder. And heute war er gekommen zu einer Zeit, wo er Störungen durch andere nicht zu fürchten brauchte. Run, es war gut so. Dem Mario war niemals zu trauen, händelsüchtig war er und brutal. Hätte ihr Wohl gar den feinen Gast verscheucht mit seinen rohen Manieren. War es ihr neulich nicht Angst geworden vor seinen finsteren Augen, mit denen er den feinen Gast gemustert hatte? Angst hatte sie gehabt und wußte doch selber nicht, warum. War dem Herrn doch nur deshalb nach- gelaufen und hatte ihm den rechten Weg gesagt. Den Weg, den der Mario nicht zu gehen pflegte. And mit all ihren Listen hatte sie dann drinn in der Stube den Halbtrunkenen zurückgehalten, daß der andere einen Vorsprung haben solle. Dem Mario war nicht zu trauen. „Guten Tag, Signore , sagte sie jetzt mit ihrem holdseligsten Lächeln. „Es freut mich sehr, datz der Herr den Weg zu meinem bescheidenen Hause wiedergefunden hat." (Fortsetzung folgt.) Die SpielVereinigung ,1 900 ist in bet Hauptsache durch Jugendliche der A-Älaffc vertreten. Heber 100 Meter sollten Felsing. Koch II. und Gräf eine Rolle spielen, ebenso Schlarb im Hochspruna. Die Aussichten im Kugelstoßen sind ungewiß. 3n der 4 ^100-Meter-Etaffel haben die 1900er zwei Mannschasten am Start. Der hiesige D f D, der sich ebenfalls beteiligen wird, entsendet für die Klasse A Luh und Laudon, für Kugel- stoßen, Kirchhccmer, Paulus, Hoch und Radon für die 100 Meter. 3n der Klasse B bestreiten Happ, Wagner. Goldschmidt den 100-Meter-Laus. für den WeitTprung sind ebenfalls Happ und Goldschmidt gemeldet. TV. 1846 bei her 8. Jaustbattrunde heei I.-G.-SportveremS Zrankfuri. Zum dritten Male nehmen die Mannschaften des alten Turnvereins an den IG.-Spielen teil, die in diesem Jahre wieder reichsoffen ausgetragen 'werden. Da diesmal die besten Mannschaften des Reiches vertreten sind, wird es für die Gießener Mannschaften schon ehrenvoll sein, sich bis in die Zwischenrunden durchzukämpfen. Die 1. Mannschaft trifft in der Vorrunde auf den Postsportverein Frankfurt, Tg. Schweinfurt (DT.- Meister 1928), Tg. Worms und Tv. Sachsenhausen. Die 2. Mannschaft trifft in der Vorrunde der B-Klasse auf Postsportverein II und Stadtsportverein II Frankfurt, Tg. Worms II und Tv. Ernsthofen I. Bei der augenblicklich guten Form der 2. Mannschaft ist auf ein gutes Abschneiden zu rechnen. Aus dem S.Vezirk Im Turngau Sesien(ST.) Die jüngste Deairksvorturnerstunde des 5. Bezirks im Turngau Hessen, die am Sonntag in Butzbach stattfand, war von 38 Turnmatten und Borturnern aus 25 Vereinen beschickt. Die Bezirkstagung im Anschluß an die Turnstunde wurde von Dr. med. Rau mit einem Nachruf für den verstorbenen Gauschriftführer Carl Wenzel» Gießen eröffnet, den die Versammlung stehend anhörte. Einmütig erfolgten dann die Wahlen zur technischen Bezirksleitung. Einstimmig wiedergewählt wurden 1.Bezirksturnwart W. Lang-Lang-Göns und fein Stellvertreter Wack - Bad-Nauheim, ebenso die Fachwarte Balser- Friedberg (Schwimmen), Gabler-Friedberg (Bolksturnen) und Weick- Hardt-Butzbach (Spiele). Das volkstümliche Bezirksturnfest findet am 21. Juni in Dorn-Assenheim statt. 6. Sportfest her Deutschen Lanhsmannschasten. Die deutsche Landsmannschaft (Coburger SC.) Hielt in Coburg ihre 63. Jahrestagung ab, in deren Rahmen auch das 6. Sportfest der Landsmannschaften stattfand. Bei den sportlichen Wettbewerben konnten auch die drei Gießener Landsmannschaften erfolgreich sein. Küthe (Darm- stadtia) wurde im Dreikampf der Senioren dritter Sieger: Linden st ruth (Chattia) errang einen ersten Sieg im Dreikampf, wurde außerdem Erster im Weitsprung und Zweiter im 100-Meter-Lauf der Junioren. Grünig (Merovingia) wurde Zweiter im Fünfkampf der Senioren und Zweiter im Kugelstoßen. Die Faustballmannschaft der Landsmannschaft Chattia belegte den 3. Platz. 40 Jahre Rahfahrerverem Großen-Linhen. Radgeschicklichkeilsfahrl. Anläßlich des 40jährigen Destehens des Radfahrer-Vereins 1891 Großen-Linden hält die Radfahrervereinigung „Hüttenberg" am Sonntag ihr Sommerfest in Großen-Linden ab. Schon in den frühen Morgenstunden findet ein Radge- schicklichkeitsfahren statt. Es wird in drei Klassen gefahren. Die Strecke führt die Fahrer von Großen-Linden über Leihgestern, Gießen, Klein-Linden nach Großen-Linden und zwar fährt sdie Tugend eine, die B-Klasse zwei und die A-Klasse drei Runden. Am Mittag bewegt sich ein Festzug verbunden mit Preis kor so durch die Straßen des Ortes. (Näheres in der gestrigen Anzeige.) Arbeiter Turn- unh Sportbunh. Am Sonntag stehen sich die Spitzenführer der 1. Bezirksklasse Heuchelheim I und Gießen I auf dem Platze in Heuchelheim im Serienspiel gegenüber. Heuchelheim hat Aussichten, den Siegeszug fortzusetzen. In Daubringen spielen Wieseck II und Daub- ringen I. Die Gäste sollten den Sieger stellen. Gießen II und Großen-Buseck I kämpfen auf dem Trieb. Rodheim I und Oberndorf I stehen sich in Rodheim gegenüber. Nieder-Ohmens I hat Lich I zu Gast. Die Platzbesitzer sollten jeweils in Front bleiben. Wetzlar II hat Allendorf I zum Gegner und wird die Punkte den Gästen überlassen müssen. Frankenbach I gegen Wißmar I stehen sich in Frankenbach, Klein-Linden l und Gleiberg I in Klein-Linden gegenüber. In der Jugendklasse sind folgende Spiele vorgesehen: Rodheim — Heuchelheim; Rödgen — Hachborn; Fronhausen — Staufenberg. Handball. Gießen I — Wiefeck I spielen auf dem Trieb. Gießen verfügt über eine sehr gute Elf, die den Gästen au schaffen machen wird. Wißmar I ist mit guten Aussichten in Herborn zu Gast. Kunst und Wissenschaft. Kunstausstellung Darmstadt 1931 INalhildenhöhe. Die von der neuen Hessischen Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst zu Ehren der Iahrestagung des Reichsverbandes bildender Künstler Deutschlands veranstaltete Ausstellung wird am Sonntag, 7. Juni, eröffnet werden. Es find an ihr beteiligt alle hefsi- schen Künstlerverbände in Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms auch mit einem Teil ihrer auswärtigen Mitglieder, sowie die oberhessischen und die Verbunds, losen Künstler. lichen 8"' KL NMtDUtbt Df.- L »tot "■■WS '■a-M,,,. Ilse'. tiftetrife, unter lfcr A,effleflen. : Siel einer mberung b Pfedder-^ Feldmann er in den Ser- ulielta trocknete Nivm hoch, weinst du um doch alles M nm, drüben auf eutecmfgebW. "Kit“ urch die stillen chaglichkeit aus- M von seinen s mit W Platz Müden, it bereitet hatte, Ä> hatte nt> 5hönheits' bedeckten die txrn aus ihrer Farben, riebc- Mlder Me Herberge und ihm Ä<^n >en le standen uw- sendesMeÄ olomba hier m ;ages W und men. . ch st-ndZ^ . hie Kerne rm w an einem io w« fS ÄS ibr neulich m -rnugen, Ängst ^Lhalb nach' leit(Siegte. WS in die Regie des Aliceschulvereins (Fröbelsemi- nar) übergegangen ist, wird im neuen Jahre nur eine Vergütung von 2000 Mk. als erste Rate einer dreijährigen Zahlung In dieser Höhe vorgesehen (im letzten Fahre war eine Ausgabe von 8948 Mk. erforderlich). Ratürlich fallen nun auch die Einnahmen fort. Für die Jugendherberge sind 300 Mk. angeseht (bisher 500 Mk.). Die Kinder- speisung ist mit einer Ausgabenhöhe von 20 000 Mark im neuen Haushalt in der gleichen Höhe wie im Vorjahre aufgeführt, die Einnahmen aus Auslandshilfe beziffern sich auf 1000 Mk., gegen 4000 Mk. im Vorjahre. Für den Aufenthalt von Kindern in Bädern und Erholungsstätten ist ein Detrag von 28 600 Mk. gegen 39 500 Mk. bisher bereitaestellt, als Ersatzleistungen durch Eltern und Versicherungen stehen auf der Einnahmeseite 2500 Mk., gegen bisher 13 500 Mk. 3n der Gesundheitsfürsorge sind die Kosten für Lungen- und Geschlechtskranke auf 25 460 Mk., gegen 25 500 Mk. im Vorjahre, bei 8800 Mk. Einnahmen, gegen 12 800 Mk. bisher, veranschlagt worden. Der Trinkerfürsorge soll eine Ausgabe von 1000 Mk. dienen, gegen 3000 Mark zuvor. Für besondere Rötst andsmahnah- m e n in der Drennstoffversorgung für die Empfänger der Arbeitslosen- und Krisenunterstützung usw. sind 18 500 Mk. bereitgestellt, während es im vorigen Jahre 35 000 Mk. waren. Auf der Einnahmeseite ist ein Detrag von 13000 Mk., der im vorigen Jahre noch verzeichnet wurde, verschwunden, so daß jetzt nichts mehr vorgesehen ist. Für Mietzuschüsse als Gebäudesondersteuercrnteil stehen 180 000 Mk. zur Verfügung, die vom Staate voll ersetzt werden. Für die Krisen- fürsorge"hat die Stadt einen Zuschuß von 40 000 Mk. vorgesehen; es handelt sich hier um einen völlig neuen Posten in der Wohlfahrtsrechnung. Die diversen Beiträge und Zuwendungen sind für das Treue Jahr auf 10 733 Mk., gegen 13068 Mk. im Vorjahre veranschlagt. Der Reservefonds, der sich im vorigen Jahre auf 4579 Mk. belief, ist diesmal mit 117 004 Mark ausgestattet worden, und zwar befindet sich darunter ein Posten von 100 000 Mk., der mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage zur Vermeidung nachträglicher Krediterweiterungen vorsorglich vorgesehen ist. Der Zuschuß der Vtadtkasse zur Dek- hing des Fehlbetrages im Wohlfahrtshaushalt beziffert sich nach dem Voranschlag auf 1 340 000 Mark, gegen 863 000 Mk. im vorigen Jahre. Oberheffen. Landkreis Gießen. |£ QDicfcd, 6. Juni. Gestern abend fand eine Sitzung des Gemeinderats statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte Bürgermeister Sch o m - b e r Mitteilung von der Riederlegung des Mandates des Gemeinderats August Schmitt. — Den Konzessionsgesuchen von Otto Becker und Richard Weller wurde zugestimmt. Ebenso wurde den Gesuchen von August Weller, Alfred Oswald, Hch. Hvrmann und Karl Christ zum Verkauf von Getränken usw. an den Sportplätzen bzw. Christ auf seinem Platz, entsprochen. — Der Freien Tennisvereinigung Gießen soll für daS Legen der Wasserleitung ein Zuschuß von 200 Mk. gewährt werden; jedoch soll hier Gastwirt Christ die Hälfte des von der Gemeinde zu zahlenden Zuschusses übernehmen. -j- AusdemL umdatal, 5. Juni. Der Fruchtansatz, der schon jetzt übersehen werden kann, läßt im Herbste eine reiche Apfel- und Birnenernte erwarten. Lediglich die Zwetschenbäume sind gering behangen. Die Getreidefelder zeigen ebenfalls einen vielversprechenden Stand. An dem nötigen Grünfutter ist infolge der günstigen feuchten Witterung vorläufig kein Mangel. In den letzten Tagen hat man nun überall mit dem Setzen der Dickwurzpflanzen begonnen. Preußen. Unterschlagung eines Genossenschafts-Geschäftsführers Mit 25 000 Mark fluchtig gegangen. # Wetzlar. 6. Juni. Der Geschäftsführer der Zahlstelle Wetzlar der Genossenschaftlichen Zentral- kasse Frankfurt a. M., Ernst Waldschmidt, ist am Mittwoch unter Mitnahme von 25000 Mark flächt ig gegangen. Die Bücher sind in Ordnung. Dagegen fehlt der Betrag in der Kasse. Waldschmidt erfreute sich in den Kreisen der Mitglieder des größten Vertrauens. Kreis Wetzlar. cZ Krofdorf, 5.Juni. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung von Krofdorf- Gleiberg stand die Festsetzung desHaus- Haltsplanes für 19 31 auf der Tagesordnung. Die Gemeindevertretung setzte den Etat in Einnahme und Ausgabe auf 188 800 Mark fest und beschloß, als ©emeinbeumlagc für 490 v. H. der Grundvermögenssteuer vom bebauten Besitz, 430 v. H. von dem landwirtschaftlich genutzten Besitz und 490 v. H. der Gewerbesteuer zu erheben, außerdem die Bürgersteuer mit den einfachen Sätzen. # Odenhaufen, 5. Juni. In unserer Gemeinde kommen für 1931 440 o.H. der Grund- Vermögenssteuer sowohl vom bebauten, als auch vom unbebauten Besitz (landwirtschaftliche Flä- chen), 500 v. H. der Gewerbe st euer und die Bürger st euer mit 50 v. H. Zuschlag, außerdem ab 1. Juli 1931 noch die Gemeindebier st euer mit 50 v. H. Zuschlag zur'Erhebung. Der Haushalts- plan der Gemeinde schließt für 1931 in Einnahme und Ausgabe mit 41 000 Mark ab. # Hörnsheim, 5. Juni. Der Landwirt Wilhelm Bep ler erhielt auf der D. L.G.-Ausstellung in Hannover auf seine Kuh „Toni" den Wanderchrenpreis des preußischen Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, der für die be st «preußische Rotviehkuh gestiftet ist. Bepler hat diese Auszeichnung schon zum dritten Male erhalten, so daß der Wanderehren- preis nun in seinen dauernden Besitz übergeht. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 6. Juni. Auf den Lotterieeinnehmer Josef Sturm, der im Hause des Cafe Dauer am Schillerplay ein Lotteriegeschäft betreibt, wurde gestern abend ein schwerer Raubüberfall verübt. Die beiden Räuber nahmen das auf den Tisch aufgezahlte Geld, 2500 Mark, an sich und entwendeten außerdem aus dem Kassenschrank noch weitere 500 Mark. Sturm, der gefesselt und geknebelt wurde, konnte sich später befreien und benachrichtigte die Polizei, die sofort die Rachforschungen ausgenommen hat. Die Jagd im Juni. Die Jagd im Juni steht tm Zeichen des Reh - bocks. Denn alles übrige Wild, dem der Gesetzgeber seinen Schutz überhaupt angedeihen läßt, hat Schonzeit. Sehr lange hat in diesem Jahr das Rehwild mit dem Verfärben gebraucht. Rehmen wir dazu die zahlreichen Eingänge und weiter das nach vielen Berichten recht schlechte Aufsehen der Böcke, so ergibt sich, daß wir einen unserem Rehwild recht ungünstigen Winter hinter uns haben. Diese Tatsache erschwert dem Jäger, der sein Revier planvoll bcjagt, den Abschuß nicht unwesentlich. Denn die Gefahr, gut veranlagte Böcke als abkömmlich zu schießen, ist sehr groß und erfordert gute Beobachtung des Rehstandes. Die Jagd auf den roten Bock ist für die meisten unserer einheimischen Jäger die Krone des Weidwerks. Rach dem alten Weidspruch: .Willst einen Rehbock du erlegen, so pürsche nur an den Ge» fegen" hat der Weidmann Fege- und Plähestel- len beobachtet und festzustellen gesucht, wie der Dock sei. der hier seinen Wechsel hält. Ist der Dock bestätigt und als abfchuhreif befunden, so mag nun eine saubere Kugel dem Weidmann Hegerlohn bringen. Gewarnt sei vor dem zu starken Abschuß guter Böcke vor der Brunftzeit. In dem löblichen Bestreben, nur gute Böcke zu schießen, liegt leider auch die Gefahr, daß mancher unbedingt abkömmliche Dock sich jahrelang durchmogelt und seine schlechten Eigenschaften immer wieder vererbt. Richtige Auswahl zu treffen ist sehr schwer und erfordert eine Kenntnis des Wildstandes, die dem Jagdpächter meist abgeht. Das darf für ihn kein Grund fein, nicht doch eine möglichst feinem Wildstand angepaßte Auslese anzustreben. Die Dicken haben gesetzt und ziehen mit ihren Kitzen gern in- Getreide, wie überhaupt die Waldflucht des Rehwildes bald einsetzen wird. Don Hunden, Katzen, Füchsen droht den Kitzen so viel Gefahr, daß dem Jagdschutz jetzt erhöhte Aufmerksamkeit gehört. Rotwild und Damwild führt seine Kälber. Die Hirsche haben so weit geschoben, daß gegen Monatsende das Fegen schon beginnen kann. Schwarzwild, das nun schlecht zu besagen ist, findet überall Rahrung und hält deswegen seinen Wechsel nur unregelmäßig. Die Hennen unserer Wildhühner brüten, ober fuhren ihre Jungen. Wie weit die Bruten hochkommen, ist vor allem eine Frage der Witterung. Daneben macht es sich bemerfbar, in welchem Maße der Weidmann Wiesel und Krähe Beachtung geschenkt hat. Auch ein verständiger Landwirt kann bei seinen Arbeiten draußen manches Gelege erhalten helfen, so daß es nicht wirtschaftlich wertlos verloren geht. Zugleich erhält er damit in Fasan und Rebhuhn sich selbst eifrige Schädlingsvertilger. Fuchs und Dachs haben Junge, die schon bald so groß sind, daß sie den Dau verlassen und selbst auf Raub ausziehen, erst unter Führung der Alten, dann auch allein. Auch für den Ausfall des Hasenjohres ist die Frage des Jagdschutzes von größter Dedeu- tung. Als besonders zuträgliches Mittel für die Win- terfütterung hat sich immer Laubheu von unseren Waldbäumen und Waldsträuchem, besonders von Himbeeren, erwiesen. Wenn solches Laubheu, das im Schatten zu trocknen ist, gewonnen werden soll, ist der Juni der rechte Monat dazu. Hubertus. Spielvereinigung 1900 Gießen. Spvg. 1900 Liga — Spo. Dillenburg I. Die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1900 hat sich für den morgigen Sonntag die l. Mannschaft des Sportvereins Dillenburg verpflichtet, gegen die die Hiesigen erst vor drei Wochen ein Spiel ausgetragen und 2:1 verloren haben. Die Hiesigen werden sich zweifellos diesmal sehr an- strengen, um nicht wieder eine solche Riederlaae einstecken zu müssen. Wenn die Mannschaft ihr Spiel von Anfang an auf Erfolg und nicht auf fruchtlose Kombinationen einstellt, so sollten die Dillenburger kaum um eine hohe Riederlage Ijerumfommen. Die Ligareserve spielt gegen die Ligareserve Marburg auf dem Platz beS Gegners. Ein Sieg, selbst auf dem gefährlichen Platz des Gegner-, sollte im Bereich des Möglichen liegen. Die dritte Mannschaft hat die I. Mannschaft von Leihgestern in Leihgestern zum Gegner. Eine Riederlage wird ben Hiesigen kaum erspart bleiben. Die Illa* Mannschaft spielt ebenfalls in Leihgestern und steht einer neu zusannnengestellten Mannschaft des Gastgebers gegenüber. 3ugenbfpielc. Die I. Ju gend muß aussehen, um für das große Abschluhspiel am folgenden Sonntag (14. Juni) gegen die Al-Jugend Eintracht Frankfurt in guter Form antreten zu können. Die I I. I u gc n b weilt in Dutenhofen zu einem Freundschaftspiel. Man erwartet sie als Sieger. Die III. 3u gen i) fährt nach Griedel und sollte dort auch das Rückspiel gewinnen. Die Schüler weilen zum Rückspiel in Lollar. Es ist fraglich, ob sie den Kampf gegen die eifrigen Schüler von Lollar gewinnen. VsB.Gießen. Die 3. Mannschaft des VfB. spielt Sonntag in Daubringen gegen die dortige Erste. Sie dürfte sich etwas zu viel vorgenommen haben. Gießen dürfte nur bei stärkster Aufstellung Chancen haben. Die Alte-Herren-Mannschaft des VfB. tritt auf dem Waldspvrtplah der ersten akttven Mannschaft von Steinbach gegenüber. Dugenbfpiele. Auf dem Waldspvrtplah empfangen die 1. Jugend und 1. Schüler die gleichen Mannschaften von Leihgestern zum Rückspiel. — Die Gäste werden versuchen, die im Vorspiel erlittenen Riederlagen wett zu machen. — Gleichfalls auf dem Waldspvrtplah treten sich die 2. Schüler von Wieseck und die 2. vom VfB. gegenüber. Die 2. Jugendmannschaft spielt in Heuchelheim gegen die dortige 1. Jugend. Handball her Sp.'Dg. 1900. Am Sonntag veranstaltet der Polizeisportverein Butzbach zwei Blitzturniere im Handball, und zwar wird in einer A-Klasse (für Stadt- vereine) und einer B-Klasse (für Landvereine) gespielt. Die erste Mannschaft der Spielvereinv- gung 1900 nimmt daran teil und hat neben der ersten Mannschaft des Veranstalters den Turn- unb Sportverein Butzbach und die Turngemeinde Friedberg zum Gegner. Dann spielen die Gießener gegen die Polizisten und zuletzt gegen die Butzbacher Turner. Die Blauweißen entsenden eine junge, jedoch gut eingespielte Elf. Gaumeisterschasten in Wetzlar. Oie Gießener Leichtathleten in her Aachbarstadt. Am Sonntag werden auf dem Sportplatz des VfL. Wetzlar die leichtathletischen Meisterschaften des Gaues Giehen-Wehlar ausgetragen. Diese Meisterschaftskämpfe dürften der Sachlage nach zu einem Drei kampf zwischen den Vereinen VfL. Wetzlar, Spielvereinigung 1900 Gießen und VfB. Gießen werden. Die »Landvereine traten bisher immer nur wenig in Erscheinung, fielen in den Frauenwettbewerben fast völlig aus und werden auch diesmal wenig vertreten fein. Die Gießener Leichtathletinnen und Leichtathleten werden mit einem großen Aufgebots in der Rachbarstadt erscheinen. Die besten Kräfte sind gemeldet. Spannende Kämpfe um die Würden dürsten sich entspinnen und manche Gaumeisterschaft in dieser oder jener Konkurrenz dürste von den Gießenern errungen werden. Gekämpft wird in drei Klassen mit insgesamt 23 Wettbewerben. Für die Frauen sind 10 Wettbewerbe offen. Die VfB.er haben für alle Konkurrenzen gemeldet. Rachfolgend nennen wir die aussichtsreichsten Teilnehmer des Vereins für Bewegungsspiele. In der Klasse I starten über 100 Meter W. Mütter, über 800 Meter Jäger; Diskus, Kugelstoßen und Hammerwerfen sieht Mohl und Gugel auf aussichtsreichen Posten. Bei der 4x100- und der 4X1500-Meter-Staffel hofft man auf gute Plätze. In derKlasse II läuft Mütter die 200 Meter, außer ihm bestreiten Kröber und A. Schmidt das Rennen. Die 1500 Meter laufen Büttner. Reiz und Gröfz. Im Speerwerfen versucht sich erstmals Mohl. Man darf gespannt sein, wie er sich in dieser Konkurrenz schlägt. Diez und Friedrich sind außerdem gemeldet. In der Klasse III wird viel junger Rachwuchs starten. Für die 100 Meter werden etwa zehn Läufer antreten. Die 800 Meter bestreitet H. Simon, der in Altendiez einen ehrenvollen zweiten Platz errang und sich vielleicht auch bei den Gaumeisterschasten durchsetzen wird. Für die 3000 Meter sind Heise, Grölz und O. Schneider vorgesehen, für den Hochsprung Steines, Jakob und v. Rvtenhan, für Weitsprung ebenfalls Steines, außerdem Felde und Gruber. In der 3. Kl. wird Mohl ebenfalls den Speer zur Hand nehmen. Für die 4X100» und die 3x1000 Meter dieser Klasse werden je zwei Mannschaften gestellt. In den Frauenwettbewerben bestreiten die Läufe die Damen Etühler, Fr. Fischer, E. Schmidt, M. Overbeck und M. Müller mit guten Aussichten. In den Wurskonkurrenzen sind die Damen Luh und Stühler in erster Linie zu nennen. Richt weniger stark treten die Leichtathleten der 1900er an. In der Klasse I wird Schickedanz über die 100 Meter für den DfB.er Müller ein nicht zu verachtender Gegner fein. Bepperling hat für die 800 Meter Aussichten, Schaaf und Gerhardt dürften für die 5000 Meter unbestrittene Favoriten sein. Die Staffelläufe werden harte Kämpfe bringen, da auch 1900 mit gutem Material vertreten ist. Wenn sich im Hürdenlauf Konkurrenz findet, treten die 1900er Hopfenmütter und Jung an. Den Stabhochsprung bestreitet Jung, für Hochsprung ist Hopfenmüller gemeldet. In der Klasse II ist für die 200 Meter Geist ein aussichtsreicher Bewerber. Für 1500 Meter ist Günther, wenn er sich einigermaßen in Form gebracht hat, ein nicht zu unterschätzender Gegner. 3m Speerwerfen treffen die 1900er Hopfenmüller, Spaar und Klös auf die schwere Konkurrenz von Koch (DfL. Wetzlar). In der Klasse III geht eine große Anzahl veranlagter 3ugendlicher an den Start. Es seien genannt: Schwaab, Baumblatt, Decker, Krämer. 800 Meter bestreiten Glagow, Linsemann und Petersil. Für die 3000 Meter ist Kochi, gut. 3m Hochsprung sollten sich 3ung und Spaar zur Entscheidung durchsetzen. Weitsprung: Krämer. Im Speerwerfen erwartet man von Dachmann und H. Müller, daß sie die 40-Meter-Grenze überwerfen. 3m Kugelstoßen tritt Lipp an. Für die 4X100 Meter sind zwei Mannschaften gemeldet. Für die Kurzstrecken der Frauen erwartet man die Damen Trews. Ricke! und Holstein am Start. Die Damen Hublih und Richtberg dürften über 800 Meter ihr Glück versuchen. 3m Speerwerfen, Kugelstoßen und Diskus erhofft man von Frl. Trews einige-. Allerdings wird sie gegen Frl. Abbs (DfL. Wetzlar) einen schweren Stand haben. 3ntereffante Kämpfe dürften die Staffelläufe bringen. Mit viel Zuversicht sieht man den Wettkämpfen entgegen. Man erwartet von den Leichtathleten besonders der Klasse I einige gute Leistungen, die den Ruf der Gießener Leichtathleten weiter festigen und über unsere Stadt hinaustragen sollen. ... unh hie Zugenhlichen in Alsfelh. Auch der Jugend ist am Sonntag Gelegenheit gegeben, auf den Plan zu treten. 3m Rahmen des 25. Stiftungsfestes des Sportvereins Alsfeld 1 906 werden leichtathletische Wettkämpfe aus- getragen. Die 3ugend tritt in zwei Klassen an. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bl- 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzei^enaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Zur Gesichts-Bräunung aber auch zur Bräunung des ganzen Körpers bei Sonnenbädern verwende man die reizmildernde und kühlende Leodor- ftett-Creme. Tube 60 Pf. und 1 Mk. Wirksam unterstützt durch LeodoEelseise Stück 50 Pf- Zu haben in allen Chlorodont- Verkaufsstellen. 25 p. 75 p. Modernes Gefischt AQO Fesche Strohkappe AQO Jugendl. 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Ob ihr Verlauf kurz ist oder von langer Dauer, ob sie einen einmal im Jahr überfällt oder jeden Tag, das hängt nicht ab von den Erregern dieser Krankheit, das hängt ab von der Individuali- tat dem Beruf und der Börse des Betroffenen. tbiefe Krankheit, ein süßes, prickelndes Fieber, vom Hirn bis zu den Fersen spürbar, wird infiziert vom Rauch einer oorüberfahrenden Expreßlokomotioe, vom Geknatter eines brüllenden schwebenden Aero- plans, den Gesprächen einer Automobilgesellschalt, die verstaubt, aber festlich erregt neben einem im Groh- «: sitzt, mitten in einer Länderfahrt begriffen, ugcnblick Eis essend, den fauchenden Wagen x oor der Tür. Reisefieber heißt diese Krankheit. Ob sie olle Menschen der Welt trifft, weiß ich nicht; denn es kann sein, daß die Nordländer, die hinter Kingsbay wohnen, oder die Südländer auf der Insel Nias nichts 'bon ihr wissen. Wir aber, wir warten auf sie, genießen sie; sie ist die Ouvertüre zu der einmaligen Seligkeit des Jahres, die dem arbeitenden Menschen in Fabrik und Kontor gegeben ist. Langsam setzt es schon ein im April und im Mai, teigt Tag um Tag Grad für Grad, im Juli erreicht ein Thermometer den Siedepunkt. Die Symptome tos Reisefiebers sind innen und außen zu erblicken, bei Tag und bei Nacht. Die Wintersaison ist aus, der Sirenengesang der Ferne wird immer schwellender und verführerischer im Ohre. Eine gewisse Art von Schaugegenständen hinter | den Ladenfenstern, eine gewisse Art von Plakaten und Prospekten werden in diesen Tagen zu Haupt- anziehungspuykten. Das sind die Schiffsmodelle, die Flugzeugmodclle, Reisegerät, Koffer, Sportanzüge; das sind die großen Plakate mit ihren heftigen Farben, auf denen die Palmen wehen, Tropenhüte blinken, Meere in Tiefblau glänzen, Städte locken mit prachtvollen Architekturen, herrlicher Höhenlage, billigen und billigsten Pensionen. * Und man sitzt zu Hause über dickbäuchigen Kursbüchern, über Landkarten, Familienrat wird ge- halten. Wohin? Womit? Welche Klasse? Ans Meer, in die Berge? Städte werden ausgesucht, Küsten, Berge, Züge werden bestimmt; es gibt keine Nacht mehr mit Schlaf vor der Reise. Die Familien sind in Auf- regung, Möbel werden mit Tüchern verkleidet, die Fcnsterjalousien für viele Wochen heruntergelassen. Das Dienstpersonal erhält seitenlange ausgeschriebene Instruktionen, was es zu tun hat, wie es sich zu verhalten hat, Instruktionen für hundert Fälle. Dann reist man ab. Der Bahnhof ist überschwemmt vom Hochwasser der Reiseflut; Menschen, Koffer, Dienstmänner, Karren, Räder, flink und unaufhörlich schieben die Finger der Schalterbeamten die Fahrkarten durch die handgroßen Oesfnungen hinaus; auch das wird vergehen, denken sie mit Recht. Ein unaufhörliches Hin und Her, Gedränge, Geschiebe, Geschrei auf sämtlichen Bahnsteigen vom ersten Zug bis zum letzten Zug. Bäter mit sechs Kindern rudern vorbei, an jeder Hand drei; Zeitungen, Keks und Obst werden ausgeschrien. Alle, die elf Monate gewirkt haben, gewartet haben, stehen mit hundert Grad im Fieber; für manche dauert es noch einige Zeit, aber sie sehen jetzt schon alles wie eine plastische Vision. Die Wiesen, in denen sie liegen werden, kletternde Falter im Gesicht, den Gischt der Wogenspitzen, in den sie von den Landungsstegen stürzen werden, und hun- dert ähnliche angenehme Dinge, die Gott der Herr zum Wohlwollen und zur Erholung der Urlauber gestiftet hat. Kennen Sie die Eifel? Don Bad Neuenahr bis Bad Bertrich. Don Heinz Becker, Trier. Die meisten Deutschen kennen die Eifel nut in Verbindung mit dem Namen „Nürburg- N i n g", Deutschlands berühmtester Autostraße. Gewiß ist der Nürburg-Ning in seiner ganzen Anlage einzigartig. Aber die Eifel bietet auch sonst viel und außerordentlich Sehenswertes. Wenn man nach längerer Abwesenheit wieder nach der Eifel kommt, zum Deispiel von Bonn aus im Wagen die fast gerade Landstraße bis nach Vad Neuenahr, durch das reizende Ahrtal, das im ©oAmcr von vielen Fremden besucht wird, über Adenau nach Kelberg und von dort nach Ulmen weiterfährt, so kann man das immer wieder feststellen. Die Autostraßen in dieser Gegend sind wunderbar in Ordnung. Die Vewohner in ihrer Einfachheit äußerst zuvorkommend. 2ch darf das ohne weiteres sagen; denn ich habe ganz Deutschland im Auto bereist und habe selten so Angenehmes in diesem Punkte erlebt, wie gerade in der Eifel. Stellen, wie das Ulmener Maar, die drei Dauner Kraterseen, die Burgen von Manderscheid, Neuerburg und Pelm, sind schöner und romantischer nirgends zu sinken. Städte, wie das verträumt im Walde liegende Prüm, mit seiner großen Abteikirche, hinterlassen immer einen starken Eindruck. Die langen Wege durch den Wald oder die Dulkangegenden von Gerolstein bringen jedem, der Nuhe und Erholung sucht, angenehme Abwechslung. — Ommer wieder aber stößt man auf die liebenswürdige Zuvorkommenheit der Bewohner, die in hartem Kampf mit der Erde oft kaum das zum Leben Notwendige dem Boden abringen. Lieber die Männer und Frauen hier wurde schon viel geschrieben. Ich erinnere nur an Clara । Diebigs „Weiberdvrf". Der Autofahrer wird | diese Dörfer immer wieder in der Eifel finden. Aber auch die Eisenbahn bringt uns in die malerischsten Gegenden. Die Preise in den Hotels — sei es Prüm, Gerolstein, Daun, Manderscheid, Neuerburg — sind mäßig und geben auch dem kleinen Mann, der heute rechnen muh, Gelegenheit, die Schönheiten der Eifel kennen zu lernen und sich dabei recht gut zu erholen. 2ch bin überzeugt, daß das gerade in der heutigen Zeit ausschlaggebend ist. Die Ortsbürgermeistereien, denen gleichzeitig das Verkehrsamt angegliedert ist, geben bereit- willigst Auskunft. Die Autofahrer, die nach der Eifel kommen, erreichen in ein bis zwei Stunden jederzeit den Nhein oder die Mosel. Und hier gibt es ja wieder soviel Neues zu schauem daß auch der verwöhnteste Geschmack Abwechslung findet. — Menschen, die Einsamkeit und gute Unterhaltung suchen, denen empfehle ich das kleine entzückende preußische Staatsbad Bertrich in der Eifel — oder, wie es als Postanschrift bekannt ist — bei Bullay a. d. Mosel. Hier findet der Kurgast die modernsten Kuranlagen und all das, was man eben von einem Bad verlangt. Die Heilquellen in Bad Bertrich sollen in der Wirkung denen in Karlsbad gleichkommen. Mit Absicht habe ich das Märchengebiet um den berühmten Laacher See mit der Genoveva-Burg in der benachbarten Stadt Mayen hier nicht erwähnt. Denn ich bin überzeugt, daß diese Gegend den meisten Deutschen doch wohl bekannt ist. Für den Fall aber, daß dies nicht 8utrifft, kann man auch dies noch mit dem Aufenthalt in der Westeifel verknüpfen. Wanderfahrten. Lollar — Staufenberg — Totenberg — Allendorf. Auf dieser Wanderfahrt zeigt uns die vom VHE. Gießen angelegte rote Punktmarkierung während der ganzen Strecke den Weg. Wir durchschreiten vom Bahnhof Lollar den Ort, gehen auf aussichtsreicher Straße über den Staufenberg, hierauf zunächst durch freie Gegend, später durch prächtige stille Waldungen weiter. Ohne unterwegs menschliche Siedlungen zu treffen, kommen wir an dem, etwas abseits vom Wege gelegenen Heidekönigsgrab vorbei, gehen ein großes Stück an der preußisch-hessiAen Grenze entlang und gelangen in den schönen Walddistrikt Maistrauch. Nach geraumer Zeit beginnt der Aufstieg zum 356 Meter hohen, mit einem Ringwall umgebenen Totenberg, von dem wir einen entzückenden Rundblick haben. Die Zeichen führen uns hinab nach dem freundlichen Lumdastädlchen Allendorf, von wo wir über Lollar heimfahren. Wanderzeit 4XA Stunden. Stak. Friedeihausen — Altenberg — Salzbödetal — Fronhausen. Don der Haltestelle Friedeihausen überschreiten wir die Lahnbrücke, gehen durch Odenhausen, um den, hinter dem Ort aufragenden 297 Meter hohen Altenberg zu besteigen. Die kahle Fläche des Berges gestattet eine umfassende prächtige Rundschau. Wir gehen sodann in westlicher Richtung auf den Wald zu, um an dessen Rande abwärts und bann rechts durch ein Tütchen nach dem Dorfe Salzböden zu gelangen. Wir sind nun in dem von Bergen ein- geschlossenen lieblichen Salzbödetal, das wir aufwärts wandern, um bei der anmutig gelegenen gastlichen Schmelz den Bach zu überschreiten. Schwarze Kreuze führen uns von hier weiter talaufwärts 'an der Rauchmühle vorbei zur malerisch gelegenen Stein- furtsmühle. Hier verlassen wir das schöne Tal und gehen auf einer breiten Straße über Ober-Walgern nach unserem Endziel Fronhausen. Wanderzeit etwa 3% Stunden. • — Eine Sondernummer (Heft 5, 1931) der be«. kannten Heimatzeitschrift „Volk und Scholle", Verbandszeitschrift des Hessischen Verkehrsverbandes, ist Bad Salzhausen und Nidda gewidmet;, ein gründlicher Kenner der Materie Geheimrat R ö m h e l d in Nidda schrieb über beide Orte zwei vortrefflich und umfassend orientierende, mit zahl- reichen Bildern geschmückte Abhandlungen, die über alles (besonders auch für den Kurgast und Sommerfrischler) Wissenswerte von Salzhausen und Nidda übersichtlich berichten; auch die übrigen Beiträge des Heftes sind auf das Generalthema abgestimmt: „Roland Krug von Nidda" von Earl Köbrich; „fiiebig und die Salzsäurefabrik zu Salzhausen" von Ernst Berl; „Das Liebig-Zimmer in Bad Salzhausen" von Robert Sommer und „Der Kurpark von Bad Salzhausen" von Jakob H. Becker. 3688 V Erholungsheim,,Eichboi“, LauterM (Hessen) Strecke Gießen—Fulda NIEBÜLL beste Erholung und Genesung 3077 D Pension Höhner 3669 D [3699D Besitzer: J. H. Kübel. 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Prospekte durch die Badeverwaltung und Reisebüros. 3116 V 15: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag mit Andacht. — Lnubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 8. Juni. Gießen. FeierdesGroßenGebets. 6 Uhr: Aussetzung des Allerheiligsten; 6, 7, 8 und 9: hl. Messe Die Betstunden werden von 6 bis 20 Uhr unterbrochen gehalten. Die letzte Stunde ist um 20 Uhr, darauf Prozession in der Kirche und feierlicher Schluß mit Tedeum. — Hungen. 6.15: Messe. Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Gießen. 20 Uhr: Segensandacht. Freitag, den 12. Juni. Gießen. 6 Uhr: 6egen$amt. Sonntagsdienstd.Aerzt.'u.Avotbeken am 7.6.3t, Frau Dr. Marx. Dr. Block. Velikanapolheke. Zahnarzt: Dr. Schöttler. *D Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die hohe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. 2J1. Berlin Schluß« kurt 1-Uhr- flurd Echluß- hird Anfang- fiurd Datum 5.6. 6.6. 5.6. 6.6. 6% Deutsche «setcheanteihe von 1927 ......... . 7% Deutlche ReichSanleihe von 1929 .......... Deutlche VlnI.-SlblSs^Schuld mH Au»los.-Rechicn....... De-gl. ohne AuSlol.-Rechie . . . 6% Hell. Bolk.'Naat von 1929 (rOdgailb. 102%)...... Oberhesfen Provinz - Anleihe mH AuSlos.-Rechten....... Deutlche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 84,75 97,6 52,4 4,5 92 50 | | | | | £4,5 97,5 52,5 4,5 92 50,6 1 1 S< 1 1 1 B% fitan!|. Hyp.-Bank «Soldpse. XIII unkündbar bl» 1931 . . . 7% Franks. Hyp.-Bank «Soldpse «nlOnbbot btt 1932 ..... <%% RhelnIIche Hyp.-Bank Liqu. «Soldpse......... Ar. LandeSpfandbriefanstalt, PlandbrleleR.l»...... B% Pr. LandeSpfandbriesanstalt, eomm^Cbl.81. 80...... 7% Br. Landeepiandbriefanstalt, Pfandbriefe R. »1...... O Ö.@. abß. VortriegS-ObUgatio- oen, rückzahlbar 1983 ..... 4% Oesterreichische Oolbrente . . <,80% Oesterrelchllche Silberrentr 1% Oesterrelchllche Einheitliche Rente........... <% Ungarische Goldrente .... <% Ungarische Staattrente v. 1910 — 39,5 39 Leonhard Tietz . . • • 10 88 89,5 87,65 202 201 197 ssranssurter Maschine» . * — . 4 — 9 __ Gritzner....... e M . e 26 — 27,75 — Hunggan»....... Lechwerke....... • 0 . 6 —- — . 8 — —— — — Maintraftwerke Höchst a. M.. . 8 59,75 58,5 •— — Dtiag......... 10 — — —— Sebr. Roeder..... 10 — —— — — Voigt» Haesfner . . . Eüdveutsche Zucker . . • e . 9 10 104,5 104,5 —- Banknoten. 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Juni Amtliche Jlolicruna Amtliche Notierung «eld Brief «Selb »rief Amft.-Rott. 169,29 169,63 169,31 169,65 Buen.-AireS 1,273 1,277 1,295 1,299 Brff.-Änlw. 58,60 58,72 58,61 58,78 GbrifHania. 112,70 112,92 112,70 112,92 Kopenhagen • 112,70 112,92 112,72 112,79 112,94 Stockholm . 112,79 113,01 113,01 HelsingforS. 10,588 10,608 10.59 10,61 Aralien. . . 22,02 22,06 22,045 22,085 London. .. 20,475 20,515 20,475 20,515 Neuyork .. 4,209 4,217 4,209 4,217 Boris.... Schweiz .. 16,475 16,515 16,475 16,515 81,615 81,775 81,65 81,81 Spanien . . 40,46 40,54 40.01 40.07 Japan . .. Nto de Jan. 2,082 2,086 2,082 2,086 0,298 0,300 0,300 0,302 Gien MD-- Dtft. abgest 59,15 59,27 59,15 59,27 Prag . . . . Belgrad . . 12,47 12.49 12,472 12,492 7,440 7,454 7,441 7,455 Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . 73,435 3,048 73,575 3.054 73,445 3,048 73,485 3,054 18,57 18,61 18,58 81,84 18,62 Danzig.. ÄonfLmttn. 81,84 82,00 82,00 1.784 1,789 1,784 1,789 Stben. . 5,46 5,47 5,457 5,467 Tanada . . 4,204 4,212 4,203 2,478 4,213 2,468 2,472 2,484 21,00 21,04 21,00 21,04 Hauptversammlung der Ludwig- und Alicestiftung. Die Ludwig - und Alicestiftung, eine Sterbe» u»rd Unterstühungskasse, die dem Hessischen Landeslehrerverein angeschlossen ist und schon sehr viel Not in den Reihen der Lehrer- Hinterbliebenen gelindert hat, tagte dieser Tage in D i l b e l, dem Dründungsort der Stiftung. Die Hauptversammlung, die alle drei Hahre statt- findet, war von etwa 100 Lehrern auS allen Teilen des HessenlondeS besucht und wurde von Lehrer Pfeiffer. Darmstadt, geleitet. 2n seiner Begrüßungsansprache wieS er vor allem auf die grosten Verdienste von Rektor i. R. Kahlick, Darmstadt, hin, der die Stiftung 42 Jahre geleitet hat und sein Amt nun aus Gesundheitsrücksichten niederlcgte. 3n unermüdlicher Arbeit und größter Pflichttreue hat Kaßlick die Stiftung organisiert und eingerichtet. Gin Danktelegramm wurde an ihn abgciandt. 3m Verlaufe der Tagung wurde Kaßlick außerdem zum Dhrenvorsitzen- ö en ernannt. Rach Vorlage der Rechnungen der letzten drei 3ahre und dem Bericht d«S Prüfungsausschusses kam man zu den Wahlen. Zum neuen Vorsitzenden wurde Lehrer Pfeif- f e r, Darmstadt, einstimmig gewählt. 3n den Verwaltungsausschub traten ein: Lehrer Becker, Darmstadt. (Neuwahl), Lehrer Ford ach, Vie- der»3ngelheim, und Rektor i. R. Muhl, Vilbel, (Wiederwahl). Als Ersatzmänner: Weiden- Haus, Friedberg, (Veuwahl)' Wetzel, Pfungstadt, und Weber, Darmstadt, (Wiederwahl). AuS ban Mitteilungen deS VerwaltungSauS- schuiseS ist hervorzuheben, daß sich die Kasse in den vergangenen 3ahren sehr günstig entwickelt hat und daß schon in ganz kurzer Zeit damit gerechnet werden kann, dah die vollen Versicherungssummen der Mitglieder, die vor dem Kriege eingetreten sind. Im Sterbesall auSgezahlt werden können. Der größte Teil des Reservefonds war durch die Inflation vernichtet worden. Einige Anträge wurden noch erledigt. Rundfunkprogramm. Sonntag, 7. Juni. 7 (Don Hamburg): Hasenkonzert. 5.15: Morgenfeier. 9.15: wtunde des LhorgcfangS. 10 (Vür- burgringi: Eiselrennen, Start. 10.30» „Studenten und Politik", Gespräch zwischen Dr. 3. M. Vielen und Studenten. 11.15 (Vürburgring): Eifelrennen, während des VerrnenS. 11.30 (Von Leipzig): Reichssendung. 12: Konzert der Kapelle der Weilburger Städtischen Bürgergarde. 13: Operetten- Konzert auf Schallplatten. 14: Stunde des Landes. 15: Stunde der 3ugend. 16 (Stadtgarten Karlsruhe): Unterhaltungskonzert deSPHilharmonischen Orchesters. 17.30: Lieder und Arien. 18: „Frankreich als Kolonialmacht", Vortrag von Dr. Leo Fleischer. 18.25: .Amerika, Warnung oder Vorbild?" Vortrag von Rektor Mar Zimpel, Frankfurt a. M. 18.50: Der Deutsche im Ausland. II. Der Deutsche in Frankreich. Don Stefan Großmann. 19.30: München vor dem Krieg, Hörfolge von Erhard Göpel. 20.45: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 22.35 bis 24: Tanzmusik. Montag, 8. Juni. 7.30 bis 8.30 (Don Bad Wildungen): Früh- konzert des Kurorchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20: „Frauenarbeit in Familie und Beruf", Vortrag von Dr. Rosa Kempf. 16.30: (Von Wiesbadm): Konzert des KurorchesterS. 18.10: „Wie erklären sich grobe Ducherfolge?", Vortrag von Dr. Siegfried Kracauer. 18.35: „Fortbildung, ein modernes Deamtenproblem", Vortrag von Studienrat Dipl.-3ng. Äebmann. 18.55: .Publikum und Polizei", Dortrag von Ministerialrat Dr. Siegert, Darmstadt. 19.25: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Lebensweisheit in der Ruh, von Dr. Franz Wallner. 20.15: Kammeropern: .Die Befreiung des Thesen-" und .3st die Katze aus dem Haus..." 22: Zeitbericht: Um die englische Sonntagsruhe. Dienstag, 9. Juni. 7.30 bis 8.30 (Don Bad Wildungen): Früh- tonxcrt des Kurorchesters. 10.30 bi» 11.50: Schaube richt aus dem neuen ä.lniverfitätsgebäude Heidelberg. Anschließend: Festakt anläßlich der Einweihung deS neuen HniversitätSgebäudes. Ansprachen von Herrn Rektor Dr. Meister, Reichs- auhenminister Dr. EurtiuS, Amerikanischer Botschafter a. D. Dr. Shurman. Amerikanischer Botschafter Sackett. 12.10: Schallplattenkonzert. 15.20: Hausfrauen-Vachmittag. 16 30: Vachmittagskon- zert des Städtischen Orchesters Heidelberg. 18.15: „Die dunklen Sterne und ihre Bedeutung", Vortrag von Auguste Peters. 19.10 Mandolinen- konzert des Mandolinen- und Gitarren-Verein- „Odeon". 19.40: Tanzmusik auf Schallplatten. 20: „Liebesbriefe" (Wahrheit und Dichtung). 20.30: Symphoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21.15: Hörspiel: Zehn 3ahre und eine Sekunde. Drei Akte von Marcellus Schiffer. 22.15: Au2 einem Heidelberger Privathause: Alte Musik. Mittwoch, 10. Juni. 7.30 bis 8.30 (Don Bad Soden am Taunus): Frühkonzert des Kurorchesters. 10.20 bi- 10.50 Schulfunk: Eine Stunde im Anwaltsbureau, von HistoricuS. 11.50: Schallplattenkonzert, Szenen aus „Tannhäuser". 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Vachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.15: „Der Provisionsreisende", Vortrag von Georg Müller vom Gewerkschaftsbund der An- gesteuten. 19.20: Buntfunk, zusammengestellt und geleitet von Ernst Drugger. 20.35: 4kenaifsanee, Barock, Rokoko: Am Hofe des Sonnenkönigs. Donnerstag, 11. Juni. 7.30 bis 8.30 (Don Bad Soden am TaunuS): Frühkonzert des Kurorchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der 3ugend. 16.30 (Don Schlangenbad): Konzert des Kurorchesters. 18.05- Zcitfragen: „Die finanzpolitischen Maß- nahmen der neuen Votverordnung". Vortrag von Dr. Köbner von der 3ndustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. 18.35: „Wege zur Aus- suhrsteigcrung und Einfuhrdrosselung", Vortrag von Dr. H. P. Danielcik, Darmstadt. 19.05: „Mac- donald. Vortrag von Dr. Georg Schmitt. 19.45: Anekdoten, gelesen von Curt Elwenspoek. 20: (Gröhes Hau- der Württembergifchen Landestheater Stuttgart): Martha, romantisch-komische Oper. Jreitag, 12. Juni. 7.30 bis 8.30 (Von Bad Homburg v. d. H.): Frühkonzcrt deS KurorchesterS. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: „Was geschieht und was kann für die arbeitslose 3ugend geschehen?" Gespräch zwischen Regierungsrat Dr. List und Dr. Paul Laven. 16.30: Vachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters 18.10: Stunde des Buches. 18.30: Eine Viertelstunde Deutsch. 18.45: „Der Pariser Jargon im Denken und Sprechen", Vortrag von Horace Mellon, Paris. 19.15; Aerztevortrag: „Veue Wege in der Behandlung der Arterienverkalkung". 19.45 (Don Mannheim): Arien und Duette. 20.30: 3m Fluge um die Welt, 3. Abend: China, daS Land der ungelösten Rätsel. 21.45: Symphoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 23 bis 24: Tanzmusik. । Zentral büro, LrUltiloh lö Mineratwu Heugrasversteigerung der Stadt Gießen. Mittwoch, den 10. und Donnerstag, den 11. Juni 1931, soll oos Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: 3847C Mittwoch, den 10. Juni 1931: 8% Uhr (Zusammenkunft am Schlachthof) von den Wiesen im Neustädter Feld, bei dem Schlachthof, Hohleiche und auf der Insel; SU Uhr (Zusammenkunft am Viadukt in der Edcrstraße) von den Wiesen in der Schwarzlach in 11 Abteilungen; 11 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration von Georg Schrimpf, Kaiserallee 4) von den Wiesen im Heegstrauch^ Rußland, Ohlcberg, am Weiher, Throms Garten, eine Wiese hinter der Kläranlage und vorn Obstbaumstück in der Licher Straße in vier Abteilungen; 14 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration Philosophenwald) von den Wiesen im Wiesecktal und an der Eselswiese. Donnerstag, den 11. Juni 1931: 0 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) an der Annoröder Straße, von den Wiesen am Altentisch und Utersbrunnen, anschließend an der Rödgener Straße von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzenmorgcn. 13 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) von den Wiesen in den Gemarkungen Großen-Buseck und Rödgen. Steigliebhaber. welche die Wiesen zu be- sichtigen wünschen, wollen sich an den städtischen Wiescnmeister Klos, Bücking- straße 4, wenden. Gießen, den 2. Juni 1931. Der Oberbürgermeister. I. V.: Or. Seid. Bekanntmachung. Der herbstmarkl in Gießen (Schaumesse) 1931 findet vom 27. September bis 4. Oktober 1931 statt. Die Plätze für erstklassige Fahr- und Schaugeschäfte, Schieß, und Verkaufs- buben (letztere in beschränktem Umfange), sind im Wege schriftlichen Angebots zu vergeben. Beengungen und Angebotsscheine sind bei der Stadtverwaltung — Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 12 — erhältlich; dort finb auch die Angebote unter Verwendung des vorgeschriebenen Angebotsscheins bis spätestens 10. Juli 1931 (einschl.) einzureichen. Der Herbst- markt ist in der Zulassung von Geschäften kein offener sondery ein beschränkter Markt. Grundsätzlich werden nur solche Geschäfte (auch Spezialisten) zugelassen, die sich rechtzeitig um Plätze beworben haben, und denen die Zulassungsgenehmigung vor Beginn des Marktes schriftlich ^gegangen ist. Die Vergebung der Vlätze geschieht nur durch die Stadtverwaltung. Glücksspiel- Unternehmungen seglicher Art sind ver- boten. Eine Verlängerung des Marktes aus irgendwelchen Gründen findet auf keinen Fall statt. 3797C Gießen, den 6. Juni 1931. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Sei b. Bekanntmachung. Betr.: Strahenbahnoerkehr. Ab Montag, den 8. Juni d. I., verkehren folgende Frühwagen bis auf weiteres. Ab Volkshalle 6.12 Uhr Bahnhof an 6.30 „ Bahnhof ab 6.38 „ Dolkshalle an 6.54 „ Dolkshalle ab 6.58 „ Bahnhof an 7.15 „ Die Wogen werden nur dann im Verkehr bleiben, wenn sich eine genügende Besetzung erweisen wird. 3853D Gießen, den 5. Juni 1931. Direktion der Städtischen Straßenbahn. I. D.: Kuntzemüller, Heugrasversteigerung. Das Heugras von den staatlichen Wiesen wird versteigert: 3832D 1. In Gemarkung Wieieck: Freitag, den 12. Juni 1931, vormittags 9S Uhr, in der Wirtschaft „Zur Ludwigsburg", an der Straße Wieseck— Alten-Buseck (Los 54, seither verpachtet, wird versteigert). 2. In Gemarkung (Siegen: an demselben tage, nachmittags 2 Uhr, im Philosophenwald (Lose 2 und 3 der Ochsenwiese werden nicht versteigert). 3. In Gemarkung Alten-Buseck (soweit nicht schon versteigert): Samstag, den 13. Juni, vormittags 9)4 Uhr, in der Otto Rabenauschen Wirtschaft zu Alten-Buseck. 4. In Gemarkung Staufenberg-Daubrin. gen (Sorauwiele): an demselben Tage, nachmittags 12)4 Uhr, in der Wirtschaft „Zum blauen Hecht" in Saubringen. Auskunft erteilen zu 1 und 2 Herr Förster Brück zu Rödgen, zu 3 Herr Förster i. R. Müller zu Alten-Buseck, zu 4 Herr Förster Braun zu Saubringen sowie das Forstamt. Gießen, den 4. Juni 1931. _______Hessisches Forstamt Gießen._______ Heu- und Grummetgras- Versteigerungen des Graf zu Solms-Laubachschen Forftamis Laubach. Donnerstag, den 11. Juni, in der Gka. Laubach: 38330 1. auf der Geisewiese um 8 Uhr von zirka 28 Morgen (ohne Los 2), anschließend die Lauterbachswiese; 2. vor der Ringelshöhe um 9% Uhr, anschließend auf den Ziegelhütterteichwiesen ohste Los 2 und 3, Los 1 in der Hirtenbach, Lose 21, 22 23, 24 und 25 am Tiergärtnerteich. An demselben Tage, nachmittags von 4 Uhr an, in der Turnhalle zu Freienseen von den Wiesen in Wetterauerarund, Wolfsgarten, Lose 2e und 3, Kreuz- scener-, Oberseener- und Lippergrund und beim Oberseenerhof. Freitag, den 12. Juni, von 9 Uhr an, in der Aepfelsbach von zirka 172 Morgen daselbst, am alten Keller, In den versch. Heg- brücken und Göllewiese; an demselben läge, von 12 Uhr an, auf dem Jägerhaus von Wiesen in Ruthardshausen einschließlich Hexewiese, in den Haarteilen, Hohl- garten, Mulsau, Langhecke, Geräums und Lingelbach, ferner von Wiesen im Revier Ruppertsburg (Giehern- und Bruchwiese usw.). Wiesenwärter Silß in Laubach und die betr. Gräflichen Förster erteilen Aus- kunft und zeigen auf Verlangen die Wie- senlose vor dem Termin vor.____________ Alice-Schale Vierteljahrskursus für Vorgeschrittene im Schneidern und Putzmachen 3 Nachmittage in der Woche. - Beginn: 15. Juni, Sonnenstraße. Anmeldungen: Steinstraße, Alice-Schule.38840 3785 V Wir suchen vertrauenswürdige Mitarbeiter. Gute Verdienst- möglichkeiten. 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Schwesternhaus, Gießen) Hierzu lädt alle Intereffenten ein: Bezirksfparkaffe Giefeen. _________________________________3838 D la Gasherde mit Doppelsparbrennern zum Sportpreis von Mk. 19.50 Carl Schunck 3711 D Bahnhofstr. 64 Caf^-Hestanrant MelwMAe Angenehmer ^amilienausenthalt Kaffee — Kuchen — Sabnc 50 Pf. Unterhaltungsmusik. Wochenende. Ausschank «obrer Bier, Bayern. 03330 Finanzierung desNeubaus und Kaufs von Eigenheimen und überAblöfungvonHypotheken durch die (iileDtlidie Bauiparkalle Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Ingenieur Otto Trinks Else Trinks, geb. Zacob Statt Karten! Für die uns anläßlich unserer goldenen * Hochzeit erwiesenen zahlreichen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Jacob Kreiling und Frau Kath. Elisabete, geb. Kenner Heuchelheim, den 6. Iuni 1931 • Für die uns anläßlich unserer Silberhochzeit und Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Karl Wacker Otto Wacker und Frau und Frau Wieseck, Mai/Iuni 1931 3837 D SONNTAG, DEN 7. JUNI, IN DER VOLKSHALLE der Gießener Studentenschaft und der Gießener Studentenhilfe Anfang 8 Uhr. Saalöffnung 7 Uhr Eintrittskarte RM. 1.50, Studentenkarte RM. 1.00 einschließlich Tanzkarte 3706 D Praktiziere wieder! 3843 D [3852D Einheitstarif 03346 MITWIRKENDE: MITGLIEDER DES GIESSENER STADTTHEATERS Vorverkauf: Musikalienhandlung Challler, Universitätssekretär Ritter Bureau der Gießener Studentenhilfe im Studentenhaus Künstlerische Darbietungen, u. a. Lustige Reise nach Afrika, Musik- und Gesangs-Vorträge, Preistanzen, Gesellschaftstanz, Tombola usw. Mitwirkende: Herren Hub, Bäulke und Frau, Cuj6 und Frau u. a. m. Speisen und Getränke zu billigen Preisen Linne-Vortrag 1931 Prof. Küster spricht am Donners- tapr. dem 11. Juni, abends 81/? Uhr, im botanischen Hörsaal (Brandplatz) über ..Alter und Tod bei den Pflan- Eintrittskarten zu RM. 1.-, Kinder die Hälfte, im Vorverkauf In der Musikalienhandlung Challier und an der Abendkasse 3850 D Dr.Neumann-Spengel verreist bis Ende des Monats. Vertreter sind die Herren: San.-Rat Dr.Schliephake.Dr.W.KIein, Dr.Stuhl u.Dr.Ploch. Als Bahnarzt Dr. W.Klein 03334 Privatunterricht i erteilt im Zeichnen, Malen, Stoffmalen, Modellieren und in Schrift Bourcarde,akadem. Bildhauer und Gewerbelehrer. Stephanstraße 7 II. Zu sprechen täglich 19-20 Uhr. Im Tennis-Cafe Bad-Nauheim Otto Houben Wissenschaftliche Werke tiondergeolet oer BrühPschen Druckerei Dr.Wilhelm Klein Neuen Bäue 29 Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See Ortsgruppe Gießen zen“. — Eintritt frei! GkliliMlMk Zillm u-iü Blan- öolinentßor t.B.ökiien Dirigent: Musiki. Wiegand Gernhardt Zither«, Violin-, Mandolin- und Gitarren- fvieler, die gewillt sind, in unserem Chor mitzuwirken, wollen sich im Beremslokalr Gaitwirischafl Senklcr, Urankf. Str. 31) tNebenztmmerl, am Dienstag, dein 9. Juni, 8'/, Uhr einnnden.Der Vorstand. Tel. 4242 Droschkenhalteplatz Bahnhof Samstag, den 13. Juni, 7 Uhr abends, in den Räumen der Liebigshöhe Wohltätigkeits-Tanz-Tee Seltene Gelegenheit wird d.Uebernahme eines gutgehenden WAkkWes (Nachnahmelieferung sehr bekannter Markenartikel) geboten. Nur 600 bis 1000 RM. in bar zur llebernahme des Warenlagers erforderlich. — Zu- schristen erbeten unter E. B. 11923 über Rudolf Moste, Erfurt. 3862 V Das alljährliche große Sommerfest Im Tennis-Pavillon die gemütliche Tanzstätte täglich die Tanzkapelle Humm 3864 V Größe 1 RM 0.80 Größe 2 RM 1,50 Größe 3 RM 2,65 p P'erwachs ist wahrhaft das ideale Pflegemittel für alle Fußböden. Wenn Sie sich bisher nicht überzeugt haben, machen Sie noch heute einen Versuch. 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