Nr. 105 Erstes Matt 181. Jahrgang Mittwoch, 6. Mai <931 Erich»in« täglich, autzn Sonntags und Feiertag» Beilagen: Dl» Illustriert» vtehenei Familien blätter He,mal im Bild Die Scholle Olonats-Bejngsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzetnerRummern mfolge höherer Gewalt. $ernfpred)an|d)lüfl< anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Gieheu. poftschecttonlo: Frankfurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick vnv Verlag: vrühl'sche Untverfilütr-Vuch- rmd Stehtöradcrei B. Lange in Glehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis gum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mnc Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Bietzen. LhmaMsichemeBerfassung Don unserem ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tientsin, Ende April 1931. Als Ende vorigen Jahres In Nanking Tfchiang- kaischeck, der Staatspräsident, und T s ch a n g Hsue Liang, der Generalissimus der Mandschurei, sich nach dem soeben beendigten Bürgerkriege trafen, sah man dieser Zusammenkunft in ganz China mit großer Spannung — allerdings auch mit ebenso großem Mißtrauen entgegen. Jedenfalls wagte niemand zu hoffen, daß diese Konferenz tatsächlich das Ende der Wirren bringen würde. Man befürchtete pielmehr, daß sich die beiden jungen Feldmarschälle entzweien, oder daß mindestens das Kompromiß, den sie beide schließen wollten, auf ihre Anhänger einen schlechten Einfluß ausüben würde. Die Einigung, die trotz aller dieser Befürchtungen zustande kam, und die eine Einberufung der verfassunggebenden N a t i o n a l - Versammlung für den 5. Mai 1931 vorsah, wurde daher mit großer Skepsis ausgenommen und nur wenige wagten zu hoffen, daß dieser Vertrag China den endgültigen inneren Frieden bringen werde. Wenn man jetzt, nachdem fast ein halbes Jahr seit der Konferenz von Nanking verstrichen ist, kurz bevor die Nationalversammlung Zusammentritt, die Lage Chinas überblickt, so muß man jedoch zugeben, daß all die Propheten aus jener Zeit unrecht behalten haben. Gewiß ist es zu Konflikten gekommen, und auch jetzt ist ein Jdealzustand durchaus noch nicht erreicht. Aber die große Bereinigung ist durch die Nankingkonferenz doch erzielt worden, und die Stellung der beiden Feldmarfchälle ist in der Zwischenzeit durchaus nicht schlechter geworden. Tschiangkaischek hat zwar Huhan- min, eines der ältesten und angesehensten Mitglieder der Kuomintang, etwas plötzlich ausschiffen müssen, weil dieser sich der Einberufung der Nationalversammlung widersetzen wollte, aber seine Regierung hat deswegen nicht Schiffbruch gelitten. Im Gegenteil, man kann wohl sagen, daß sie durch diesen Akt sich auch viele Anhänger erworben hat. Im Norden hat Tschang Hsue Liang zwar mit seinen Generälen Schwierigkeiten gehabt, und die Frage der Verminderung der Truppen ist nicht ohne Konflikte vor sich gegangen, aber die Mandschurei, deren Abfall man befürchtet hatte, ist treu zu ihm gestanden, sy daß er schließlich aller Schwierigkeiten Herr geworden ist. Dagegen sind inzwischen unerwartete außenpolitische Schwierigkeiten ausgetreten, die man in Nanking besonders deswegen so unangenehm empfindet, weil man sie beseitigt haben muß, um mit einem Erfolg vor die Nationalversammlung treten zu können. Der alte Kampf um b i e Vorrechte der Ausländer in China, die Frage, ob die verschiedenen Niederlassungen bestehen bleiben sollen und alles was damit zusammenhängt, sind aufs neue akut geworden, da die Verhandlungen der Zentralregierung bisher.zu keinem Erfolg geführt haben. China wünscht bekanntlich, daß diese Sondervorrechte für die Ausländer samt und sonders verschwinden. Damit sind jedoch die betroffenen Mächte durchaus nicht ohne weiteres einverstanden. England, Frankreich, Japan und 2(merifa, die bei der Neuregelung der Verhältnisse viel zu verlieren haben, sind durchaus dagegen, daß die Dinge schlagartig geändert werden. Am konziliantesten ist noch England, das aus den Erfahrungen vergangener Jahre gelernt hat, was ein Boykott englischer Waren bedeuten kann und das daher zu weitgehenden, wenn auch nach chinesischer Ansicht nicht ausreichenden Konzessionen bereit ist, während Japan und Frankreich bislang stur an einer Reihe von Rechten festhielten, die ihren Staatsbürgern zustehen. Die chinesische Regierung übt daher seit mehreren Monaten einen starken Druck auf die betroffenen Mächte aus, um sie zum Nachgeben zu zwingen. Der Außenminister Wang hat in mehreren großen Reden darauf hingewiesen, was China alles an Modernisierung auf dem Gebiete der Rechtspflege geleistet habe und hat nicht ungeschickt die kleineren Staaten gezwungen, eine Erklärung abzugeben, wonach diese der geplanten Neuregelung keinen Widerstand entgegensetzen werden. Aber das hat nichts genützt. Wang hat sich daher gezwungen gesehen, anzudrohen, daß China einseitig die Sondervorrechte aufheben werde, wenn die Mächte sich nicht zu einer Abänderung bequemten, eine Drohung, die naturgemäß die Lage nicht erleichtert hat. Das aber wieder ist für die Regierung deswegen so unangenehm, weil von der Frage der Ausländer- rechte bis zu einem starken Grade die Sanierung des Landes abhängt. Daß auch im chinesischen Staatswesen die Ausgaben größer sind als die Einnahmen, nimmt in einer Zeit der Krise nicht weiter wunder. Schlimmer ist jedoch, daß d i e chinesische Währung, eine Silberwährung, so schlecht geworden ist. Das Silber ist in seinem Werte so sehr gesunken, daß der chinesische Außenhandel und damit auch die Zölle, die eine Haupt- einnahmequelle der Regierung bilden, stark gelitten haben, so daß die Regierung gezwungen ist, über kurz ober lang größere Verhandlungen mit dem Auslande zu führen, fei es, um den Silber- preis zu stabilisieren ober eine große Ausländsanleihe hereinzunehmen. Beides ist aber wieder nicht möglich, solange China nicht frei in seinem Gebiet verfügen kann, und solange es mit seinen Rechten gerade In den wertvollsten und erschlossensten Gebieten seines Landes behindert ist. Die Frage der Währungsreform hängt also auf das engste mit der Frage der Ausländervorrechte zusammen, deren Beseitigung je länger um so mehr als unabweislich empfunden wird. Das Defizit im Reichshaushalt. Der Hanfabund fordert sofortiges Handeln Jeder Tag der Verzögerung vergrößert die sozialen Notstände. Berlin. 5. Mai. (CAB.) Das Präsidium des Hansabundes für Gewerbe, Handel und Industrie trat unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Hermann Fischer, M. d. R., in Berlin zu einer eingehenden Aussprache über die wirtschaftspolitische Gesamtlage zusammen. Heber das Ergebnis der Besprechungen teilt der Hansa- bund folgendes mit: Einstimmig bekannte sich das Präsidium zu der Aotwendigkeit, den Kampf für die freie Marktwirtschaft und gegen jeglichen Kollektivismus und Sozialismus mit größter Energie weiterzuführen. Hinsichtlich der nächsten Aufgaben der Reichsregierung betonte das Hansabundpräsidiurn einmütig, daß die Lieberwindung von Wirtschaftsnot und Arbeitslosigkeit nur dann gelingen könne, wenn auf dem Wege umfassenden öffentlichen Aufgabenabbaus, streng st er Sparsamkeit, sowie der Auflockerung der die Erstarrung des deutschen Wirtschaftskörpers verursachenden Wirt- schaftsgesehe die Gestehungskosten der deutschen Wirtschaft gemindert und die aufbauenden Wirtschaftskräfte zu freier Entwicklungsfähigkeit zurückgeführt werden. Durch Wiederherstellung der Rentabilität und Elastizität der Wirtschaft sind neue Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen und die Arbeitslosenmassen wieder in den Wirtschaftsapparat einzugliedern. Das Präsidium des Hansabundes ist sich darüber einig, daß die Reichsregierung mit größter Beschleunigung handeln muß. Die außerordentlich schwierige Lage der öffentlichen Finanzen, die unmittelbare Gefährdung jeder weiteren sozialen öffentlichen Leistung vertrage keinerlei taktische politische Rücksichtnahme. Jeder Tag der Verzögerung vergrößert die sozialenAvt- stände und mindert die Möglichkeiten wirksamer Hilfsmaßnahmen. 3n allen verantwortlichen Kreisen muß man sich darüber klar werden, daß jetzt nur noch sehr radikale Einschnitte in den Kreis t v öffentlichen Aufgaben und in den bisherigen Umfang der Arbeitslosenversicherung zu helfen vermögen, nachdem man allzu lange versäumt hat, die öffentlichen Leistungen mit dem Gesamtertrag der deutschen Wirtschaft wieder in Einklang zu bringen. In der Vertagung des weiteren Regierungsprogramms auf den Monat Juni erblickt das Hansa-Bund-Präsidium eine besondere Erschwerung der wirtschaftspolitischen Gesamtlage. Es fordert daher mit aller Eindringlichkeit sofortige Bekanntmachung der wei- terenRegierungspläne, darüber hinaus aber vor allem sofortiges durchgreifendes Handeln der Reichsregierung. Die Rückwirkung auf die Länderfinanzen. Württemberg kürzt alle sachlichen und vermischten Ausgaben um 10 Prozent. Stuttgart. 5. Mai. (WTD.) Im württem- bcrgischen Landtag machte Finanzminister Dr. D e h l i n g e r die Mitteilung, daß sich die Finanz- Man kann also geradezu behaupten, daß Erfolg ober Mißerfolg ber Nationalversammlung weitgehend davon abhängen werden, was die Regierung auf außenpolitischem Gebiet erreicht. Denn selbstverständlich bietet die Aufgabe, dem nun wieder geeinigten China eine endgültige Verfassung zu geben, so viele Schwierigkeiten, daß die Regierung einer besonders starken Position bedarf, um sich durchsetzen zu können. So stark die militärische Stellung Tschiangkaischeks ist, so reichen doch eben Truppen allein nicht aus, um die Verwaltung eines solchen Riesenreiches wie China sicherzustellen, wenn das Staatswesen nicht über ausreichende Mittel verfügt. Man kann daher gespannt darauf fein, wie sich die Verhältnisse weiterentwickeln werden, da selbstverständlich infolge des Zusammentreffens aller dieser Dinge auch die Möglichkeit besteht, daß es zu neuen Krisen kommt. Anscheinend rechnen die ausländischen Mächte, die von ber Neuregelung ber Sonbervorrechte am meisten betroffen werben, auch bereits bamit, um bann ihre Forderungen möglichst leicht durchbrücken zu können, währenb anber- seits Tschiangkaischek und die ihm ergebene Kuomintang hofft, daß ber Appell an bas Nationalgefühl ausreichen wirb, um bie Schwierigkeiten zu meistern. Das alte Spiel in China, das zu so vielen Intrigen Anlaß gegeben hat, kann somit von neuem beginnen, wenn nicht in letzter Minute doch die eine ober anbere Macht ein Einsehen hat unb sich rechtzeitig ben großen Markt sichert, den China noch immer barstellt. Tschiangkaischek eröffnet den Rationalkonvent. R a n t i n g, 5. Mai. (WTD.) Heute vormittag tourte hier der Dolkskonvent eröffnet, dem angesichts der in Südchina um sich greifenden Bewegung gegen Tschiangkaischek belege des Reiches, der Länder und der Gemeinden aufs neue bedrohlich verschärft habe. Die Einnahmeschähungen seien beim Reich viel zu hoch gewesen. Die Länder erlitten dadurch große Verluste, und die Ausfälle für Württemberg allein betragen etwa 14 bis 16 Millionen. Der effektive Minoerertrag gegenüber dem Voranschlag des Rechnungsjahres 1931 werde 10,3 Mill. Mk. betragen und müsse gedeckt werden. Dies könne nur durch Einschränkung der Ausgaben geschehen. Die Regierung wolle deshalb alle Ausgaben sachlicher und vermischter Art um 10 Prozent kürzen. Das Rezept des „Vorwärts". Die Sozialdemokratie tritt für neue Steuercrhöhungen ein. Berlin, 5. Mai. (TU.) Im „Vorwärts" beschäftigt sich ber Reichstagsabgeordnete Hertz mit ber Finanzlage des Reiches, ber Länder unb ber Gemeinden, bie sich aufs neue in bedrohlicher Weife verschärft habe. So ernst die Finanzlage auch sei,- so wenig bestehe Anlaß, an der Möglichkeit zur Uederwindung der neuen Schwierigkeiten zu verzweifeln. Es wird darauf hingewiesen, daß die Mehrausgaben so gut wie gar nicht gesenkt worden seien. Hier bleibe für die Regierung Brüning ein schweres Versäumnis nachzuholen. Damit allein könne aber der neue gewaltige Fehlbetrag nicht gedeckt werden. Die Sozialdemokratie stehe seit langem auf dem Standpunkt, daß — wenn es keine andere Wahl gebe, als die Einschränkung der Soz i a 1 ausgaben ober die Erhöhung der Steuern — das letztere als das kleinere Hebel zu wählen fei, selbst wenn es sich dabei um Steuern handle, die auch die breiten Massen träfen. Außer Steuererhöhung gebe es immer noch den Weg der Kreditbeschaffung, die heute erhöhte Bedeutung habe. Wenn man diese drei Wege: Ersparnisse, Steuererhöhungen unb Kreditmaßnahmen ginge, ließe sich ber größte Teil ber finanziellen Nöte über» roinben, ohne bie sozialen Ausgaben anzugreifen. Ergreife man aber diese Maßnahmen nicht, so geschehe es weniger aus sachlichen als aus politischen Gründen, dann wolle man die Notlage und Schwäche der Massen benutzen, um den Sozialabbau zu erzwingen. Ein solches Vorgehen müsse unabsehbare Folgen haben. Die Politik des letzten halben Jahres habe gezeigt, daß die Sozialdemokratie für fachliche Notwendigkeiten immer Verständnis gehabt habe. Politische Angriffe aber, die fachlich nicht notwendig seien, würden bei ihr auf stärksten Widerstand stoßen. Welche Wendung! Während die Regierung sich mit der bürgerlichen Mitte ernsthafte Mühe gibt, den Schwierigkeiten im Etat und in der Wirtschaft durch rücksichtslose Sparmaßnahmen beizukommen, entpuppt sich ganz plötzlich ein überraschender Steuerfanatismus bei der Sozialdemokratie. In der Betrachtung des Abg. Hertz wird gleich eine Musterkollektion von neuen Steuern der Regierung zur Auswahl DieReichsbahn unter derTribullast Die Bilanz für 1930. - Eine bedenkliche Entwicklung. Berlin, 5. Mai. (WTB.) Die Deutsche Reicksbahngesellschaft legt nunmehr ihren Abschluß für das Geschäftsjahr 1930 vor. Der Rückgang des Güter - und Kraftverkehrs führte zu einer Verminderung der Einnahmen um 783,5 Millionen Mark oder 14,63 Prozent. Bei der Größe des Rückschlags bedurfte es außergewöhnlicher Maßnahmen, um Einnahmen und Ausgaben im Einklang zu halten. Der. Ausfall an Einnahmen konnte mit 403,2 Millionen Mark auf der Ausgabenseite unmittelbar eingespart werden. Da die Reichsbahn ferner nach der Entwicklung des Gesetzes nicht mehr genötigt war, die Ausgleichsrücklage aufzufüllen, so ergibt sich eine Verminderung der Ausgaben der Betriebsrechnung unb der Sollposten in der Erfolgrechnung von 493,8 Millionen Mark. Hierdurch allein konnte indes keine volle Deckung herbeigeführt werden. Es mußte daher der in früheren Jahren angesammelte Vortrag von 178,9 Millionen Mark geopfert und außerdem zur Deckung die Niederschlagung von Reichskrediten in Höhe von 660 Millionen Mark herangezogen werden. Der Reingewinn von 104 044 409 (254 613 933) Mark wird zur Zahlung der satzungsmäßigen Dorzugsdividende von 7 Prozent in Anspruch genommen, während der Rest von 28,37 Millionen Mark der auf Grund der Novelle zum Reichsbahngesetz neugeschaffenen Dividendenrücklage zugewiesen wird. Diese erreicht damit den Betrag von 78,37 Millionen Mk., womit die Dividende für die ausgegebenen Vorzugsaktien im Jahre 1931 bereits jetzt gesichert erscheint. Nach den Ausführungen im Geschäftsbericht hat die Reichsbahn, politische Lasten in Höhe von 1228 Mi11.Mark zu tragen. Dieser Betrag ist so hoch, daß selbst in günstigen Wirtschaftszeiten keine Mittel bereitgestellt werden können, um die Rückstände in der Unterhaltung und Erneuerung nachzuholen; noch weniger gestatten sie, die notwendigen Rücklagen für schlechtere Zeiten zu bilden. Im neuen Jahr war im April erstmalig kein Abfall mehr zu beobachten. Ob in den nächsten Monaten mit einem Aufstieg zu rechnen sei, könne noch nicht beurteilt werden. Die Ausgabenseite erfuhr durch die Senkung der Gehälter und Löhne, teilweise auch durch Preissenkung der Materialien eine gewisse Erleichterung, die aber nicht allzu hoch zu veranschlagen sei. Da für 1930 weder ein Viortrag zur Verfügung steht, rwch mit einer Reichshilse wie im Vorjahr gerechnet werden kann, sieht die Verwaltung der nächsten Bilanz mit sehr großer Sorge entgegen. Sie hofft, daß die Selbsthilfemahnahmen, die sie auf dem Gebiete der Kraftwagenbekämpfung (Schenker-Vertrag, K-Tarife) eingeleitet hat, dazu führen werden, daß eine gewisse Verbesserung der Einnahmen eintreten und insbesondere keine weitere Abwanderung zum Kraftwagen erfolgen wird. In absehbarer Zeit werde die Reichsbahn mit einem Betrage von etwa 200 Mill. Mark an den Geldmarkt her an treten. sondere Bedeutung zukommt, da die Vertreter von Kanton auf dem Konvent die Absicht haben, Tschiangkaischek scharf anzugreifen. Als Tschiang- kaischek heute die Rednertribüne bestieg, wurde ihm allerdings eine stürmische Huldigung zuteil. Er erstattete zunächst einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Regierung seit der letzten Konferenz und gab dann einen Ueberblick über die Lage der Welt, wobei er besonders auf die Fortschritte der Sowjetregierung in den letzten Jahren hinwies und den bemerkenswerten Erfolg des Fünfjahresplans hervorhob. Tschiangkaischek empfahl, dem Werk der Sowjetregieruiig besondere Aufmerksamkeit zu schenken, indem man die Verkehrsmittel und die Industrie an den Grenzen von Chinesisch-Turkestan unb der Mongolei fördere. Die Spionenjagd in Frankreich. Paris, 6. Mai. (CAD.) Die Agentur Ha» vas berichtet jetzt über die Vernehmung des Spions Paul, der am 28. April in Paris verhaftet wurde und dessen richtiger Aame von der Pariser Polizei noch nicht ermittelt werden konnte. Es wurde ihm von dem Untersuchungsrichter vorgehalten, daß ein Marseiller Kommu- n i st namens Diovini angegeben habe, Paul hätte sich ihm als russischer Divisivns- general vorgestellt, der in Polen kommandiert habe und hätte ihm einen Fragebogen übergeben, in dem Auskünfte über wichtige Marineverhältnisse verlangt wurden. Aach dem Gutachten des französischen Marineministeriums handelt es sich um die Ermittlung von Dingen, die im Interesse der Landesverteidigung geheimgehalten werden mußten wie etwa die Küstenabwehrmittel, die Torpedos, der Unterseekwotschuh, der Versand von Kriegsmaterial nach ßettlanb und Polen. Der Verhaftete soll in Abrede stellen, den ihm borgelegtert Fragebogen entworfen zu haben. Der Untersuchungsrichter hat darauf angeordnet, daß eine Schriftuntersuchung durch Sachverständige borge* nvmmen werden soll. Die weiteren Fragen des Untersuchungsrichters zu beantworten, soll der angebliche Paul abgelehnt haben. Unter dem Verdacht des Landesverrats. Schneidemühl, 5.Mai. (SU.) Der staatliche Polizeidirektor in Schneidemühl teilt mit: Ein im Kreise Flatow tätiger polnischer Geistlicher, welcher Vorstandsmitglied des Landesverbandes des Polenbundes ist, erhielt kürzlich von einem Unbekannten aus Aeuste11in einen Brief, worin ihm 1 andes - verräterisches Material zur Verwertung angeboten wurde. Der betreffende Geistliche übergab dieses Schreiben der zuständigen Polizeibehörde. Die sofort von Schneidemühl eingeleiteten Ermittlungen führten zu dem Ergebnis, daß das Angebot von dem Führer der SA. der Ortsgruppe Aeustettin der ASDAP., Otto Braah, stammte. Bei der Aachsrage nach den für ihn eingegangenen Postsendungen wurde Braatz in Aeustettin von einem Beamten der Geschäftsstelle IA der hiesigen staatlichen Polizeidirettion fest genommen. Bei feiner Vernehmung muhte Braah zu geben, den fraglichen Brief an den Geistlichen geschrieben zu haben. Demnach dürfte sich Braah des Landesverrats schuldig gemacht haben. — Wie hierzu noch verlautet, handelt es sich bei dem polnischen Geistlichen um den Minderheitenführer Pfarrer Domanski. Braah ist Kutscher in Aeustettin und soll angeblich aus Aot an den Polenführer herangetreten sein, um durch seine Handlungsweise Geld zu erhalten. Kleinen Entente-Konferenz hat in Bukarest nicht überrascht. Es deckt sich fast völlig mit den Vermutungen, die vor der Konferenz ausgesprochen wurden. Die Kleine Entente hat zu der deutsch»österreichischen Zollunionsfrage keine Stellung genommen. Sie wartet die Genfer Tagung ab und wird den ganzen Fragenkomplex vor den' Haager Schiedsgerichtshof bringen. Die Zusage Bencschs, Rumänien ein Borzugszollsystem zu gewähren, ist von sehr zweifelhaftem Wert und dürfte bei den tschechischen Agrariern einen Entrüstungssturm auslösen, ganz abgesehen davon, daß die Tschechoslowakei nur einen geringen Teil der rumänischen Ernte abnehmen kann. Der in diesem Zusammenhang erwähnte und von Frankreich warm unterstützte neue Plan sieht scheinbar eine Zollunion der Kleinen Entente unter Hinzuziehung von Bulgarien und Ungarn vor. Die Blätter nehmen zu dem sehr mageren Ergebnis noch keine Stellung, weil die ganae Aufmerksamkeit vom Wahlkampf in Anspruch genommen ist und die Zurückberufung der deutschen Abordnung in den maßgebenden Kreisen mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen wird. Man scheint jetzt zu begreifen, daß Deutschland warten kann, daß die Folgen für Rumänien aber nicht abzusehen sind, wenn es in diesem Jahre auf seiner Ernte sitzenbleibt, was einen Ausfall von 40 Milliarden Lei bedeuten würde. Infolgedessen bringen zwei Nachmittagsblätter eine anscheinend amtlich beeinflußte Meldung, wonach die Zurückberufung der deutschen Abordnung falsch sei und die Verhandlungen a m 7. Mai beginnen würden. Auf alle Fälle wird hinter den Kulissen von den Rumänen eifrig gearbeitet, um Deutschland wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Abrüstung und Wirischastskrisis. Oas Berliner Echo der Hooverrede. - Deutschland in erfreulicher Lleber- einstimmung mit dem amerikanischen Präsidenten. Berlin, 5. Mai. (TU.) Die bei der Eröffnung der Internationalen Handelskammertagung gehaltene Rede des Präsidenten Hoover über die Abrüstungsfrage hat in Ser* lineinen freundlichen Widerhall gefunden. Die amerikanische Regierung hat es be-- kanntlich seit langer Zeit vermieden, zum 216* rüstungsproblem Stellung zu nehmen. Zum ersten Male sind jetzt im Kreise der ersten Wirtschaftsführer der Welt von höchster amerikanischer Stelle Aeuherungen über die 2Ibrüstungsfrage getan worden, die erkennen lassen, daß auch nach amtlicher amerikanischer An- sicht zwischen der 2lbrüstungsfrage und der Reparationsfrage gewüsse Zusammenhänge bestehen. Präsident Hoover hat bekanntlich die These vertreten, daß durch eine Begrenzung der Rü st ungen eine der Hauptursachen der gegenwärtigen Tln- ruhe in der Welt beseitigt werden würde, und dah hierdurch das Bertrauen für die Zukunft und damit das Gefühl für die Sicherheit gestärkt würden. Gerade dieser Passus gibt maßgebenden Kreisen in Berlin Deranlassung, auf die französische Rbrüstungsthese hinzuweisen, nach der die Sicherheit der 216* rüstung übergeordnet ist. Präsident Hoover befindet sich demnach in völliger Tiebereinstimmung mit der deutschen These. Hoover hat ferner festgeftellt. dah der K e l - loggpakt ein 2lbkommen sei, das die internationale 2lbrüstung zweifellos erleichtern werde. Es ist interessant, auch in diesem Zusammenhang auf die erst kürzlich von französischer Seite gefallene 2leußerung hinzuweisen, dah der Kelloggpakt für Frankreich keine Bedeutung habe. Frankreich müsse selbst für seine Sicherheit sorgen. Lebhaft interessiert haben in Berlin auch die zifsern- mähigen Vergleich, die Präsident Hoover über die Rüstungen der ganzen Welt angestellt hat. Da die Rüstungsausgaben in Deutschland seit dem Fahre 1913 um ein Drittel zurückgegangen sind, während sich die sranzösischenRüstungsausgaben um das Fünffach «erhöht haben, trifft der von Präsident 5^>over gemachte Dorwurf einer 70prozentigen Rüstungssteigerung selbstverständ- lid) nicht Deutschland, sondern seine stark gerüsteten Rachbarn. 2Illes in allem wird in Berlin eine erfreuliche Tlebereinstimmung zwischen der deutschen und der amerikanischen 2Iuf* sassung über diese für den Weltfrieden so überaus wichtige Frage festgestellt. Oie internationalen Wirtschaftsbeziehungen im Zeichen der Krisis. Washington, 5. Mai. (TTl.) 2Iuf der Vollsitzung der Internationalen Handelskammer behandelte Pirelli an Hand umfangreichen Materials die europäisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen im Laufe der 30 testen Fahre. Er stellte fest, dah die Vereinigten Staaten eine Vorzugs st ellung genoss en hätten, da sie mit weit geringerer Bevölkerung über unvergleichlich größere natürliche Hilfsquellen bcrfügt hätten. Gleichzeitig hätten sie mit einer Massenerzeugung Standardisierung und Mechanisierung gearbeitet, die in Europa wegen seiner verschiedenartigen Märkte nur mit großer Vorsicht anwendbar geweseir seien. Europa sei heute für Amerika noch weit bedeut* samer als Käufer, denn als Vierkäufer. Das Gleichgewicht sei aber gestört, da weder die Arbeitskräfte noch das Kapital frei und beweg lich seien, wie vor 30 Fahren. Die passive Handelsbilanz Europas gegenüber Amerika werfe die Frage auf, wie lange die 2xrr* einigten Staaten in der Lage sein würden, den Rettoüberschuh an Waren und Kapitalien nach Europa auszuführen. Dieses sei nur dann möglich, wenn die Viereinigten Staaten die einkommenden Gelder wieder nutzbar machen können. Die Lösung dieser Fnvestierungsfrage werde durch die europäischen Schuldenzah- lungennocherschwert. Da die verhängnisvollen Rückwirkungen der Schuldenzahlungen auf Europa nicht Hinwegzuleugnen seien, müsse die Frage, ob die ganze Angelegenheit erneut überprüft werden solle, nicht nur für die Schuldner, sondern in Anbetracht der Wichtigkeit des europäischen Marktes für die amerikanische Wirtschaft auch für di e Gläubiger bedeutsam fein. Die öffentliche Meinung Amerikas unterschätze die schädlichen Rückwirkungen der Schuldenzahlung. Melvin Traylor^ Präsident der First National Bank of Chicago und Organisator der Bank für internationalen Zahlungsausgleich. sprach über „Psychologische Faktoren in geschäftlichen Krisen". Die Krise, erklärte er, habe im Juli 1914 begonnen, als d i e politische Führung der Welt versagte und die Menschheit in den Weg lenkte, der zur Tragödie von 1930 führte. Es sei em Armutszeugnis für die Welt und besonders für Amerikas wirtschaftliche und Solitische Führung, daß man inmitten von eberfluß so viele Arbeitslose und Arme haben. Die Preisgebarung der letzten zehn Jahre sei nicht auf Gold, sondern auf Kredit basiert. Amerika übertrieb im letzten Jahrzehnt die Steigerung des Exportgeschäftes durch Gewährung von großen Anleihen und des Jnlandgeschäftes durch Kreditgewährung. Man hätte sich sagen sollen, daß diese Treibhausmethoden nicht von Dauer fein können; denn niemand kann ständig borgen, um weitere Ankäufe zu machen. Traylor empfahl die Abschaffung des sog. täglichen Geldes, vorgelcgt. Das sind freilich im wesentlichen die alten Rezepte, mit denen die Sozialdemokratie unsere Wirtschaft zuschanden kuriert hat. 2luch das Rotopfer auf die höheren Einkommen und die Verschärfung der Aufsichtsratssteuer, die vor wenigen Wochen im Reichsrat erst zu Fall gebracht wurden, tauchen wieder auf. Dazu Verzicht auf die Steuervereinfachungen der Rot* vervrdnung, Reform der Tabaksteuer, Erhöhung der Denzinbesteuerung. Es ist wirklich, als, wenn die Sozialdemokratie nichts gelernt hätte. Sie scheint immer noch nicht einzusehen, wie nahe wir der Katastrophe stehen. Tlnd daß nur eine gründliche Abkehr von den verhängnisvollen Methoden der letzten Fahre zu einer Gesundung führen kann. Der freiwillige Arbeitsdienst. Vorbereitende Besprechungen bei Treviranus. DDZ. Berlin, 5. Mai. Fn der Reichskanzlei fand am Dienstag "eine Aussprache zwischen den interessierten Verbänden über die Fragen des freiwilligen Arbeitsdienstes statt. 23ertreten waren Neben einer Reihe von Ein^el- persönlichkeiten und Behörden der Kysfhäuser* bund, das Reichsbanner, der Stahlhelm, Fugendkraft, Eichenkreuz, der Reichsausschuh deutscher Fugendverbände, Hilfsgemeinschaft deutscher Kriegsteilnehmer. Freischar, Reichslandbund, Kuratorium für Arbeitsdienst und Volksbund für Arbeitsdienst. Den Vorsitz führt Reeichsmimster Treviranus, der die Verhandlungen mit längeren Darlegungen darüber eröffnete, wie sich auf Grund der vorbereitenden Besprechungen zwischen den Reichsressorts und innerhalb der Reichskommission nach seiner Ansicht ein freiwilliger Arbeitsdienst mit Unterstützung des Reiches entwickeln ließe. Er betonte hierbei die Rotwendigkeit einer gesetzt ich en Grundlage und die Möglichkeit, an bestimmte, bestehende gesetzliche Einrichtungen anzuknüpfen. Es bestehe die Hoffnung, von der Reichsanstalt für Arbeitslosen Versicherung einen Kopfbeitrag von etwa 2 M a r k für eine bestimmte Frist (etwa 20 Wochen) zu erhalten. Der Minister streifte auch die Übrigen mit dem freiwilligen Arbeitsdienst verbundenen Probleme, darunter die Schwierigkeiten der Führerfrage, die Zweckmäßigkeit, sich vorwiegend auf kleinere Arbeiten zu beschränken und die Möglichkeiten der Kontrolle. Er betonte abschließend, daß es an der Zeit sei, mit einem Versuch auf größerer Basis an Anfängen. Fn der Debatte pflichteten alle beteiligten Organisationen mit gewissen Abweichungen dem Grundgedanken des freiwilligen Arbeitsdienstes au. Die Besprechungen sollen fortgesetzt werden. Dio nächste Sitzung wird unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers Dr. Stegerwald stattfinden, sobald die BraunS-Kommission ihr Gutachten über den freiwilligen Arbeitsdienst erstattet hat. Kleine Entente und Zollunion. Der Eindruck in Bukarest. — Die Verhandlungen mit Deutschland. Bukarest, 5.Mai. (TU.) Die Konferenz der Kleinen Entente hat heute mittag ihre Arbeiten abgeschlossen. Fn dem offiziellen Eommunique heißt es: Die Vertreter der drei Länder haben den Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion erörtert und vom juristischen, politischen und wirtschaftlichen Standpunkt geprüft. Sie haben auch die ihnen von her französischen Regierung übermittelten Vorschläge sowie das Wirt- i schastsproblem in seinem ganzen Umfang einer eingeheirden Beratung unterzogen. Die drei Re* ; gicrungen haben die völlige Ueberein st immun g ihrer Auffassungen über alle geprüften ■ Fragen festgestellt und haben beschlossen, hierbei eine gemeinsame Haltung bei den bevorstehenden Verhandlungen vor dem Völkerbundsrat, im Europaausschrch und bei, etwaigen sonstigen Verhandlungen zwischen den interessierten Staaten einzunehmen. Sie haben sich hinsichtlich der Agrarkrisis für die sofortige Durchführung des Präferenzsystems zugunsten der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und für die baldige Prüfung weiterer Vorschläge ausgesprochen. Der amtliche Bericht über das Ergebnis der Gießener Etadttheater. Hans Latzmann: „Haus Rothschild." „Eine Familie, die zusammenhält, ist unüberwindlich." B j ö r n s o n. Die wenig erfteulichen Auseinandersetzungen im Anschluß an die Uraufführung dieses Stückes in Wien brauchen hier nicht erörtert zu werden, da sie mit dem Schauspiel als solchem nichts zu tun haben. Die reichsdeutsche Premiere in Bremen war ein starker und einhelliger Erfolg, der sicherlich nicht ausschließlich mit einer tüchtigen Regie und Darstellung zu begründen ist. * Man ist, nach der Ankündigung, zunächst überrascht und erwartet eine (überflüssige) Neuauflage der „Fünf Frankfurter". Doch ist in beiden Fällen aus dem gleichen Motiv etwas grundsätzlich anderes entstanden. Aus dem Lustspiel wurde ein Schauspiel mit geflissentlicher Betonung des Historisch- Dokumentarischen. Rößler, vor Jahren, gab das gern gesehene und belächelte Biedermeier-Idyll aus der Blütezeit einer weltberühmten Familie. Saßmann schildert nicht das Idyll, sondern die Krise und den Sieg. Er versuchte zu gestalten, wie hinter der freundlichen Popularität des Nachens (der ja fast ein Begriff geworden ist, Symbol des Reichtums und einer unkriegerischen Macht) die tiefere Bedeutung auf- taucht: nicht persönlicher oder familiengeschichtlicher Art, sondern im wirtschaftshistorischen und politischen Sinne. Zwar gibt das Biedermeier auch hier den äußeren Rahmen; aber im Biedermeier — dies ist der Sinn — setzte sich die heute weniger als je zu leugnende Erkenntnis der Weltmacht des großen Kapitals entscheidend durch. * Aus der Frankfurter „Juddegaß", dem Stammsitz der Rothschilds hervorgehend, erobert sich die geniale Gelddynastie Schritt für Schritt die europäische Welt. Sie regieren die Börsen in Paris und in Landon. Nur im konservativen Wien des Fürsten Metternich ist es ihnen schwer geworden, Fuß zu fassen und Einfluß zu gewinnen. Aber gerade in Wien wird Anno 1830, nach der zweiten Pariser Revolution, das Schicksal Europas entschieden. * Es entscheidet sich mit der Austragung der großen Gegensätze, auf denen die Fabel dieses Schauspiels dramatisch ruht: mit der Auseinandersetzung zwischen Liberalismus und Legitimismus, zwischen Kapital und Diplomatie, zwischen der politischen Machtyebärde einer uralten Tradition und dem Zukunstswillen der neuen Männer, welche mit dem metaphysischen Prinzip des Geldes zu rechnen gelernt haben. Der dieses Stück schrieb, hat tiefer gesehen als fein Voraänger mit der gleichen Fabel: er blieb nicht im Anekdotischen stecken, er erkannte den Zeitpunkt seines Dramas als einen Wendepunkt nicht nur in der Geschichte jener fünf Frankfurter Bankiers, der Finanzbarone von Rothschild — sondern in der Geschichte Europas im 19. Jahrhundert. Das bedeutet einen Fortschritt, das gibt der Fabel Gehalt und Gesichtspunkte. * Die Gestaltung solcher Erkenntnis geriet ihm freilich ungleich; er gibt eine Exposition alten Stils, die allzu deutlich und allzu bequem ist. Er bringt (eine Sache überhaupt ein wenig schwerfällig und zähflüssig ins Rollen. Und er übersieht auch gelegentlich (was theatralisch nicht unwichtig ist) —: daß die meisten seiner Zuschauer den dokumentarisch festgelegten Gang der damaligen wirren Zeitläufte kaum mit der gleichen Eleganz beherrschen wie er selbst; dies gilt etwa für die Szene mit Palmerston. Jene andere mit Gentz ist zwar drastisch und wirkungsvoll, doch unwahrscheinlich, zum mindesten in dieser Form. Die Schlußszene endlich ist, bei Licht besehen, ganz überflüssig, ... ist bestenfalls dialogisierte Geschichtsphilosophie. * Immerhin: der Gesamtverlauf der sechs Bilder wirkt eher ansteigend als abfallend; Saßmann bringt einen regelrechten Konflikt im alten Sinne — und nicht einmal zu früh: die Rothschilds haben das Schwergewicht ihrer Operationen mit gutem Instinkt vom Westen nach dem schwierigen Terrain der Kaiserstadt verlegt. Sie wittern, daß hier die Entscheidungsschlacht geschlagen, hier über die Existenz ihres Hauses entschieden werden wird. Metternich sucht die Tradition vor der Revolution mit einem Kriege gegen Frankreich zu retten. Er braucht Geld dazu. Von den Rothschilds natürlich. Bewilligen sie die Anleihe, gibt es Krieg. Weigern sie sich, ist ihre österreichische Position nicht zu halten. * 4 Das vorletzt^ Bild bringt die stärkste Szene des Schauspiels, die entscheidende und wirklich dramatische Auseinandersetzung: zwischen Salomon als dem Wortführer der fünf Brüder — und Metternich. Salomon verhindert den Krieg, Metternich bekennt sich geschlagen. Er ist die tragische Figur des Schauspiels. Ihm zerbricht in dieser Unterredung fein politisches Lebenswerk ... und eine Idee. Die neue Ordnung Europas nach, wirtschaftlichen Gesetzen kündigt sich mächtig an. Die Rothschilds haben Wien nicht nur nicht verloren, sondern erobert. Die etwas nachträglichen Spekulationen, die ein wenig lehrhaft-dialektische Zusammenfassung der Ergebnisse im Schlußbild sind allenfalls als Konzession ans Theater zu werten. Die Ausführung des Intendanten Dr. Prasch wirkte ausgezeichnet; sie war durchgearbeitet von der ersten bis zur letzten Szene. Sie konnte zwar die Schwächen des Buches nicht verdecken ober überspielen, aber sie war klug gesteigert, sie bewies Sinn für die bühnenmäßigen Möglichkeiten der sechs Bilder, für eine taktisch richtige Einsetzung des Ensembles und für eine möglichst eingängliche Dia- logificrung des oft spröden historischen Materials. (Das.Stück ist seiner ganzen Haltung nach weniger dankbar als andere, die ebenfalls einer politischen These dienen; man denke etwa an den „Patrioten" ober an „Sektion Rahnstetten"; „Haus Rothschild" hat nur eine einzige Frauengestalt unter lauter Männern, und diese eine ist weder Liebhaberin noch Intrigantin, sondern Mutter.) * Baronin Gudula, die Mutter der Fünf: sie wurde von Frau Prasch-Grevenberg gespielt ... wie die andere Gudula seinerzeit bei Rößler; und obwohl sie an der eigentlichen Austragung des Konflikts nicht teil hat und haben kann, auch nicht so nachdrücklich in den Vordergrund geschoben erscheint wie im älteren Lustspiel, beweist sie doch in ihren Auftritten bei aller Leichtigkeit und allem ein Verbot des Börsenhandels in Aktien, die bent Händler nicht gehören, und ein Verbot der Ausführung von Börsenaufträgen von weniger als 10 000 Dollars auf Kredit. Amerikas Schutzzölle haben die Industrie nicht vor etwa sechs Millionen Arbeitsloser bewahrt, aber den geplagten Farmern ihre Lebenshaltung weiter verteuert. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, daß wirtschaftlicher Wohlstand sich nicht durch Eingreifen der Gesetzgebungs- maschine erzielen lasse. Der deutsche Minister a. D. Dr. hamm vertrat die Ansicht, daß nicht äleberproduktion vorliege, sondern daß die Kaufkraft unzureichend sei. Rur an wenigen Stellen sei die Produktion von Lebensmitteln, Rohstoffen und Fertigwaren über den tatsächlichen Bedarf hinausgegangen. Bei den weitaus meisten Gütern fei der Zustand wirklicher Sättigung noch nicht erreicht. Die Menschen kaufen die angebotenen Waren nicht, weil sie nicht Taufen können und nicht, weil sie keinen 'Bedarf hätten. Der Krieg und seine Folgen sowie die Fsvlierung der einzelnen Wirtschaftssysteme hätten die natürliche Entwicklung des Handelsverkehrs zerstört. Trotzdem könne man nicht zur Primi tivierung zurückkehren, sondern der Güteraustausch könne nur durch JgortoärtS- schreiten wieder belebt werden. Hierzu bedürfe es der Beteiligung aller Volkswirtschaften und der Stützung der ärmeren unter ihnen durch Kapitalzufuhr. Das Kapital dürfe nicht ausschließlich den Orten stärksten Wirtschaftsbedarfes zugeführt werden, sondern es müsse überall dahin Kapital gegeben werden, wo Gelegenheit zum Absatz der dort produzierten Werte geschaffen wivd, d. h. die Gläubiger müßten bereit fein, Gegenleistungen in Form von Wa- re n e i n f u h r zu gewähren. Reparationen könnten letzten Endes nur durch Transfer von Waren oder Dienstleistungen beglichen werden. Der Streit um den Flottenpakt. gtaliensBorschläge.— BittereEnttäuschung in Paris. Paris, 5. Mai. (WTB.) Die gestern am Quai d'Orsey überreichte italienische Antwort auf die französische Note in der Flottenfrage enthält in ihrem dritten Teil die italienischen Gegenvorschläge. Diese entsprechen durchaus den in der letzten englischen Note dargelegten Thesen. Rom wie London sind bereit, der Konferenz von 19 35 die Sorge zu überlassen, zu bestimmen, ob Frankreich die Ersatzbauten für die 1936 außer Dienst zu stellenden Schiffe schon vorher in Angriff nehmen darf. Diese Note wird gegen- wärtig von den zuständigen Stellen des Quai d'Orsey und des Marineministeriums geprüft. Die Betrachtungen der Presse sind recht bitter. Der . offiziöse „Petit Parisien" erklärt, unter technischen Abmachungen handele es sich für Italien und London vor allem darum, die gegenwärtige Tonnage-Ueberlegenheit der französischen Marine über d i e italienische zu beseitigen. — Das „Echo de Paris" und einige andere Blätter wenden sich scharf gegen England, dessen Vermittlerrolle mehr als merkwürdig sei. Im Augenblick, so schreibt das „Echo de Paris", sei das beste, die Verhandlungen von vorn zu beginnen. Diesmal müsse man jedoch vernünftigerweise direkt mit Rom verhandeln, ohne von dem ljebenswürdigen Angebot der Downing Street Gebrauch zu machen, das solange nichts Gutes sage, wie die englische Regierung durch die Sozialisten besetzt fei'. — Der nationalistische „Figar o" bedauert das Fehlen jeglicher Solidari- t ä t unter den ehemaligen Alliierten in einem Augenblick, in dem die gemeinsame Gefahr wieder auftauche, die das Prinzip dieser Solidarität gewesen sei. Oie Volkspapiei in Hessen gegen die Erhöhung der Realsteuern. WSR. Darmstadt, 5. Mai. Der Vorstand der Deutschen Dolkspartei in Hessen hat sich heute erneut mit der durch die Verdreifachung der Grundsteuer und durch die Erhöhung der Sondergebäude- steuer geschaffenen Lage befaßt. Der Vorstand liebenswürdigen Charme das geistige Gewicht einer menschlich gereisten Persönlichkeit, die feste Hand der mütterlich sorgenden und ratenden Frau, welche die Tradition ihres Hauses zu wahren und für den Aufstieg den rechten Weg zu weises versteht. Die fünf Barone find vom Autor sehr unterschiedlich behandelt. Carl (L i n k m a n n) und James (W e s e n e r) wirken ganz farblos und konventionell. Nathan ist intellektueller profiliert, bleibt aber doch eine Hintergrundsfigur; von Bruck übrigens sehr pointiert gespielt. Auch Amschel erscheint nicht gerade bedeutend; aber er besticht durch die Treffsicherheit seiner patriarchalisch-gemütlichen Bemerkungen, die von Hub in unwiderstehlichem Frankfurterisch prachtvoll an den Mann gebracht wurden. Zum eigentlichen Wortführer der Fünf, zum Verfechter ihrer Macht und ihrer politischen Idee wächst Salomon in die entscheidende Szene des Schauspiels hinein. Sie wurde von Volck vorttefflich mit überlegener Steigerung zu Ende gespielt; ihn sah man lange nicht vor einer so reizvollen Aufgabe ... in so guter und sicherer Form. ♦ Metternich, sein großer Gegenspieler, war Walter Bäuerle; tragischer Held des Stückes, wie man spät entdeckt; kühl, verhalten, in diplomatischer Maske, beherrschten Tones, den nur ganz knapp jähe Erregung und resignierender Zusammenbruch auflockern und anfteigen lassen. Mit Vergnügen sah man den Intendanten Dr. P r a s ch nach langer Zeit wieder einmal persönlich auf der Bühne: in der interessanten Episodenrolle des Lords Palmerston, in einer ausgefeilten und ganz repräsentativ gespielten Szene von schlagender Dialektik. * Hauer: mit habsburgischer Liebenswürdigkeit und wienerischer Mundart.als Kaiser Franz; Zingel: mit Haltung bemüht ttm die haltlose Figur des Hofrats Gentz; Faffott (Windischgrätz): aufrechter Militär; Ritter: sehr verständnisinnig in der kleinen Charge des Geisenheimer. * Das Publikum zeigte sich lebhaft interessiert; entschiedener Erfolg mit ausdauerndem Beifall zuky Schluß. htn. Fragen der Hygiene im Hessischen Landtag. Darmstadt. 5. Mai. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10.15 Llhr zur Fortsetzung der Einzelaussprache über den Innenetat. Zu Kap. 39 „Aerztlicher Dienst" kritisiert Abg. Sumpf (Ä.) die Abstriche bei der Bekämpfung der Krebs- und Tuberkulose-Krank- freiten und der Hebammenfortbildung. Ein Skandal seien die fürstlichen Paläste vieler Ortskrankenkassen, gleichzeitig stretche man den mittellosen Kranken die nottoendigsten Heil- und Stärkungsmittel. Abg. D o n a t (D.) nimmt die Krankenkassen in Schuh. In der Verordnung seien nur überteuerte Medikamente und übermäßige Bestrahlungen beschränkt. Berbesferungsbedürftig fei die Bausch- gift-Verordnung, die den Aerzten ihre notwendige Tätigkeit erschwere. Abg. Arras (Lbd.) fordert Herabsetzung der Arztgebühren bei Besuchen von Kranken, die einer Krankenkasse nicht angehören können. Abg. W e ck l e r (Z.) wünscht zu Kapitel Tierärztlicher Dien ft eine Herabsetzung der Impf- gebühren und Serumpreise. Abg. Arras (Lbd.) fordert dringend die Wiedererrichtung der Lehrschmiede' am Tierärztlichen Institut in Gießen. Abg. Dr. Werner (NS.) führt Klage über die Höhe der Fleischbeschaukosten im Kreise Alsfeld. Zu Kapitel 41: Hebammen-Lehranstalt Mainz" rügt Abg. Arras (Lbd.) Mißstände aus der Anwendung des neuen Hebammengesetzes, wodurch die Gemeinden schwer belastet würden. Abg. Frau Heraus (dntl.) lehnt die Ueberfüh- rung der Gemeinde-Hebammen ins Beamtenverhältnis ab. Abg. Dr. Werner (NS.) weist auf Fälle hin, wo die Kandidatinnen für Hebammenposten nach parteipolitischen Gesichtspunkten ausgewählt wurden. Abg. Frl. Birnbaum (DDP.) fordert zu Kap. Heil, und Pflegeanstalten bessere Unter» kunstsoerhältnisse für die Schwestern in Gießen. Abg. Donat (D.) erklärt, eine Lebersührung des gesamten Pflegepersonals ins Beamtenver- hältms sei unmöglich. Abg. Widmann (S.) stellt fest, daß die Leistungsfähigkeit des Pflegepersonals anerkannt würde. Daher sei eine Sicherung des Personals für das Alter angebracht. Abg. Dr. Werner (AS.) fordert Herabsetzung der Pflegegeldsähe. insbesondere, wenn es sich um Druerkranke hanid-elt. Anscheinend verdienten die Verhältnisse an der Provinzial-Anstalt Heidesheim eine Untersuchung. Zu Kapitel Dolksgesundheitspflege und Dolkskrankheiten fordern die Kommunisten Erhöhung des Tuberkulosefonds und die Errichtung eines staatlichen Kinderheims. Abg. Harth (S.) wünscht bessere Beachtung der Tuberkuloseheil st ätte Seltersberg bei Gießen. Die jetzt im Etat eingestellten Mittel betrachte die Sozialdemokratie als das Mindeste, was geleistet werden müsse. Zu forcieren seien vorbeugende Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Volkskrankheiten. Abg. Frl.Birnbaum (DVP.) wünscht, den vorjährigen Betrag für die Kreisfürsorgerinnen wieder in den Etat einzustellen. Abg. Dr. Werner (AS.) fordert vor allem stärkeren Wohnungsbau durch llnter- stützung der Baugenossenschaften, insbesondere der Deutschen Dau- und Siedlungsgemeinschaft. Zu Kapitel 52, Straßenbau, fordert Abg. Dr. Werner (AS.) bevorzugte Heranziehung der hessischen S te i n i n du st nie zu Stratzenbauten. Damit ist die Aussprache über die Kapitel des Innenetats abgeschlossen. Die Abstimmungen folgen Mittwoch, ferner der Etat des Finanzministeriums. ersucht die LandtagsfraLtion, ihre Bemühungen auf Beseitigung der falschen Gesetzgebung, die m der Frage der Sondergebäude- steuer schon zu einem gewissen, doch unzureichenden Aachgeben des Finanzministers geführt habe, fortzusehen. Der Vorstand stelle mit Genugtuung fest, daß die Haltung der Fraktion in der Frage der Aealsteuerbelastung feit Jahren auf eine Senkung der untragbaren Lasten hinziele, eine Stellungnahme, der sich jetzt auch die Staats- Partei anschließe, die die Steuererhöhungen im Dezember m i t g e m a ch t und die wohlbegründeten Milderungsvorschläge der Volkspartei niederge stimmt habe. Aus aller Welt. Die Malchower Mörder verhaftet. Zur Flucht des Untersuchungsgefangenen 3 o» nas aus Malchow i. M. teilt die Hamburger Polizeibehörde mit, es scheine festzustehen, daß Sonas und seine Helfer gestern abend gegen 19 Uhr von Schulau a. d. Elbe aus mit dem Motorsegler „Bubi" die Flucht fortgesetzt haben. Zwei der Malchower Mörder und zwar Kaselitz und Jörsz sind in der Nähe von Abbenfleth festgenommen worden. AuchSonas konnte bald daraus verhaftet werden. Seine Frau, die sich ihm in Hamburg angeschlossen hatte und sich ebenfalls an Bord der Motorjcichk „Bubi" befand, wurde mit ihm verhaftet. A n Bord der Sacht befanden sich erhebliche Borräte an Lebensmitteln. Die Stader Polizei hatte, als gemeldet wurde, das Boot der geflüchteten drei Mörder fei auf der unteren Elbe in der Nähe von Grauerort gesichtet worden, alle benachbarten Stationen alarmiert. Beim Absuchen des Ufergeländes mit Hilfe von Polizeibarkassen und Motorbooten entdeckte man in der Nähe von Abbenfleth das Book in dichtem Schilf. Die beiden Snsassen, Kaselitz und Sörsz, leisteten keinen ernstlichen Widerstand. Sie wurden in das Polizeipräsidium nach Stade gebracht. Dort sagten sie aus, daß Sonas sich beim Herannahen der Polizei entfernt und wahrscheinlich im Schilf verborgen halte. Bei der Vernehmung erklärte sich der Schwager des Sonas, der schon bejahrte Kaselitz, bereit, ein volles Geständnis abzulegen. Aus seinen bisherigen Aussagen ergibt sich, daß der Mord an dem Sustizoberwachtmeister Gläsel nicht b e a b - sich t i g t war. Da er jedoch erheblichen Wider- st a n d leistete und auch drohte, durch Hilferufe die Flucht zu aefährdcn, versetzte einer der drei — wer, konnte bisher noch nicht festgestellt werden — mit einer Eisen st ange Gläsel den tödlichen Hieb. Nach der Tat ergriffen die drei Spießgesellen die Flucht in der Absicht, Deutschland möglichst schnell zu verlassen. Sie mußten jedoch bald einsehen, daß der von ihnen erworbene Motorsegler den Strapazen, die ihm zugemutet wurden, nicht gewachsen war, deshalb landeten sie in Abbenfleth und wurden bann verhaftet. Die Aufklärung des Berliner Briefträgermordes. Der Mord an dem Geldbriefträger Schwan scheint bereits seine Aufklärung gesunden zu haben. Der Mörder hatte bekanntlich am Satori einen abgerissenen Kragen zurückgelassen, in dem sich Wäschezeichen befanden. Durch Ilmfrage konnte der Betrieb ermittelt werden, in dem der Kragen gereinigt worden war. Heber die Wäscherei konnte auch der Besitzer des Kragens ausfindig gemacht werden. Wie sich hcrausslellte, befand sich der Kragen in den letzten Tagen aber nicht mehr im Besitze des Ermittelten. Dieser hatte ihn an denMau- rer Ernst Aeins verschenkt. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Aeins wurde sestgestellt, daß die dort liegenden Kragen die gleiche Weite haben wie der an dem Tatort gefundene. Reins, der im 24. Lebensjahre steht und seit längerer Zeit arbeitslos ist, ist feit Dem 2. Mai nicht mehr in feine Wohnung zurückgekehrt. Auch eine zweite Spur führt zu dem gleichen Ziel. Am Abend der Tat hat die frühere Braut des Reins ihn an einer Haltestelle in Charlottenburg getroffen und Dlutspuren an der rechten Schläfe und der rechten Backe bei ihm wahrgenommen. Hinzu kommt weiter, daß der Täter eine Visitenkarte mit dem Rainen des Eintänzers Erich Wiechl aus Wien am Tatort zurückgelassen hat. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Reins fand man zahlreiche Briefe des Wiechl an die jüngere Schwester des Reins. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6.Mai 1931. Rheumatismus. Von Dr. Karl Richter. Geh.Med.Rat.preuß. Kreis- und Gerichtsarzt i.X Rheumatismus, vom griechischen rheuma, Fluh im Körper, Flüsse in den Gliedern, ist eine" der auch heute noch rätselhaften Krankheiten. Unfere Altvordern stellten sich darunter etwas ähnliches vor, wie unter dem Begriff Katarrh. Sie hielten Flüsse aus Mund, Aase, Ohren, Augen, Darm oder Haut für reinigend. Hatten sie damit ganz unrecht? Was wissen wir Denn heute schon von dieser landläufigen, in rascher Zunahme Begriffenen Krankheit des Rheumatismus? Das Rheuma ist eine sehr oft, ja vielleicht stets vererbte Anlage. Es gibt Rheumatiker- Familien, wie es Arthritiker-Familien, d. h. mit der Gicht geschlagene Familien, gibt. Auslosende Ursache für den Rheumatismus ist die Erkältung. Das Rheuma befällt vorzugsweise die serösen, d. h. wässrigen Häute, namentlich der Gelenke, und die Muskeln. Beim akuten Gelenkrheumatts- mus finden sich außerdem häufig Bakterien, namentlich Eitererreger. S'aphhlo-(Traube.i)-Kokken, auch Pneumo-(d. s. Lungenentzündungs)-Kokken, sogar Tripper-Kokken. Durch sie ist besonders das Herz gefährdet. Das ist alles, was wir wissen, sind daraus läßt sich kein klares Krankheitsbild gewinnen. Gleichwohl können wir mit Erfolg den Rheumatismus bekämpfen. Die schlimme Anlage läßt sich verbessern durch gesundheitsgemäße Lebensweise, Mäßigkeit im Essen und Trinken, vorwiegend vegetarische Ernährung, keine erhitzenden Getränke. fleißige Bewegung. Vor allem aber durch Abhärtung mittels Wasferanwendung (Hydrotherapie). Erkältungen müssen durch gleichmäßige, nicht zu hohe Erwärmung aller Wohnräume, durch leichte und luftdurchlässige Kleidung und jeder Temperatur anzupassende Lleberkleidung vermieden werden. In unserem Klima muß der Rheumatiker mindestens drei verschieden warme Mäntel haben. Die Gelenke, namentlich die schon einmal befallenen, sind besonders warm zu halten. Im akuten Anfall weist uns die Aatur selbst den Weg: Rheumatiker schwitzen oft so sehr, daß man sie schon an der Flurtüre riechen kann. 'Da fliehen also doch wohl schädliche Stoffe aus dem Körper aus. Schweißtreibend wirken Holunderblüten (Fliedertee) und Lindenblüten. Das Mädesüß, die Spiraea ulmaria, enthält außerdem Salicylsäure. Ebenso die Blätter und namentlich die Rinde unserer heimischen drei Weidenarten, der salix alba, viminalis und fragilis. Diese salicylhaltigen Pflanzen wirken auch beim chronischen Gelenk- und Muskelrheuma. Wenn man sie in der gewöhnlichen Art als Tee anwendet, kann man nicht leicht schaden und schont die Verdauung, die alle Salicylpräparate angreifen. Sonst bei Gelenk- und Muskelrheuma elektrischen Strom und Massage. Den alten Rheumabädern Aauheim, Teplitz, Warmbrunn machen jetzt die radioaktiven Quellen von Gastein, Brambach, Iohannisbach, Oberschlema usw. Konkurrenz. Die Medizin ist Modesache. Was beweist, daß sie keinen äleberfluh an wirklich heilsamen Mitteln hat. Musikalischer Abend in der Volkshochschule. Am Samstagabend fand im Singsaal des Realgymnasiums die Eröffnungsfeier des Sommerfeme st ers für den Musikkursus Der Volkshochschule statt, die von Freunden und Anhängern der Volkshochschule gut besucht war. Der Abend brachte ein sorgfältig aus- gewähltes musikalisches Programm. Musiklehrer tfranj Bauer jr. eröffnete den Abend mit kurzen einführenden Worten über die Art der Arbeit in den Musikkursen der Bauhochschule, deren Aufgabe es sei, die Laienmusik zu pflegen und in guter Kammermusik die älteren und ältesten Komponisten zu Worte kommen zu lassen. Den Auftakt der musikalischen Darbietungen bildete die „Goldene Sonate" von Purcell, einem englischen Komponisten (1658—1695), der als Organist an der Westminfter- abtei wirkte, sehr fein wiedergegeben von Musiklehrer Bauer jr. (1. Violine), Helmuth Bayers» darf (2. Violine) und Frau Elfriede Fischer (Klavier). Gesangliche Darbietungen von Fräulein H. Horn und von Lehrer Kruger-Steinfurth, beide von der Gesangsschule Heermann, bereicherten die Dortragsfolge, die mit einer größeren Komposition Purcells, um deren Wiedergabe sich die Herren Bauer, Benzler, Bayersdorf, Theiß und Frau E. Fischer verdient machten, ihr Ende fand. Die einzelnen Vorträge, insbesondere die gesanglichen Darbietungen von Herrn Kruger, der einige Lieder von Schubert fang, fanden starken Beifall. Nationalsozialistische Versammlung. Die Ortsgruppe Gießen brr Rational- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei hielt am Sonntagabend im Cafe Leib eine Versammlung ab, in der der Gaupropa- ganda-Leiter Wilhelm Trefz (Wiesbaden) über das Thema „Durch Knechtschaft und Knebelung zur deutschen Freiheit" sprach. Das heutige Geschlecht, so führte der Redner u. a. aus, teile sich in zwei Gruppen, deren Wesen sich in zwei literarischen Erscheinungen finnfällig ausdrückte: die eine verkörpere den Geist, der in dem Buche dcs Stahlhelmführers Seldte („MGK") lebe, die andere Gruppe habe den Geist, der dem Buche Remarques „Im Westen nichts Reues" eigen frei. /Beide Geistesrichtungen rängen um das Volkstum; auf der einen Seite stünden der Stahlhelm und die nationalsozialistische Bewegung, auf der anderen stehe der Bolschewismus. Der Sieg der ersteren sei entscheidend für den Wiederaufstieg, der Sieg der anderen sei für den Untergang des deutschen Volkes ausschlaggebend. Die Zusammensetzung der Regierung Brüning entspreche nicht dem Willen des Volkes. Im Zu- sammenhong mit der Arbeit der Sozialdemo- kratte in der Zeit nach dem Kriege müsse darauf hingewiesen werden, daß in der Politik nicht der gute Wille allein ausschlaggebend sei, sondern lediglich der Erfolg. Von polittschen Erfolgen in der Rachkriegszeit könne aber nicht die Rede fein, denn das deutsche Volk sei hart an den Abgrund geführt worden. Hitler habe die Wege erkannt, die das deutsche Volk gehen müsse, nämlich scharfen Kampf gegen den Marxismus. In zehn Jahren sei durch Hitler eine Bewegung entstanden, die es sich zur Aufgabe gemacht habe, die Verhältnisse zu ändern. Die Rationalsozia- listische Partei kämpfe dabei nicht für einen Stand allein, sondern für das Volksganze, da ein Teil unseres Volkes nicht ohne den anderen existieren könne: das deutsche Volk müsse in seiner Gesamtheit lebensfähig gemacht werden. Die Mitglieder der RSDAP. setzten sich deshalb auch aus ehemaligen Angehörigen aller anderen Parteien zusammen. Zur Zeit stünden wir vor der Entscheidung, ob der Geist eines Seldte, oder der eines Remarque siegen solle. Die Rationalsozialistische Partei stehe im Kampf um Die deutsche Freiheit, ihr gehe der Gemeinnutz vor Eigennutz. Die Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei wolle die Macht mit dem Willen des Volkes. Der Redner erntete für seine Ausführungen, während der er öfters zustimmend unterbrochen wurde, lebhaften Beifall. Zur Aussprache meldete sich niemand. Rach einem Schlußwort des Referenten, in dem er die Wege, Die die Rationalsozialistische Partei gehen werde, umriß, fand die ruhig verlaufene Versammlung ihr Ende. Sozialdemokratische Versammlung. Arn Montagabend fand im Saale der Liebigs- höhe eine Kundgebung der Sozialdemokratischen Partei statt. Als erster Redner sprach der Italiener Pietro R e n n i in seiner Muttersprache über den Kampf der SozialDemokratie gegen den Faschismus. Der Redner — die ileberfetjung erfolgte durch Herrn Schulte — erklärte u. a.: Der Faschismus, eine der schlimmsten Folgeerscheinungen des Krieges, sei ein Feind der Arbeiterschaft und der Kultur. Der Faschismus sei 6er Feind des Sozialismus und bestrebt, die Errungenschaften Der Arbeiterschaft zunichte zu machen. Man müsse immer auf das Beispiel, das der Faschismus in Italien gebe, Hinweisen; dort sei die Arbeiterschaft entrechtet und geknebelt worden. Mussolinis Diktatur habe viel in Trümmer geworfen, was von den Sozialisten geschaffen worden sei. Die italienische Sozial- Demofratie habe manchen Fehler gemacht, Die deutsche Sozialdemokratie solle aus Den Fehlern der andern lernen und mit allen Kräften zu verhindern suchen, daß die Demolratte durch eine faschistische Diktatur abgelöst werde. Der Vortrag wurde beifällig ausgenommen. Sodann sprach Oberregierungsrat Ritzel über das Thema „Demokratie ober Faschismus?" Er führte u. a. aus, Italiens Geschick müsse Den deutschen Sozialdemokraten eine Mahnung sein, der Sieg Hitlers müsse verhindert werden. Die Demokratie sei nicht schuld am Elend des deutschen Volkes. In Deutschland fei die Rechtsopposition stets bemüht, das Parlament und die Demokratie in Mißkredit zu bringen und zu beseitigen, um an Deren Stelle eine Diktatur zu setzen. Die Demokratie habe positive Leistungen aufzuweisen, sie habe sich für Die SörDcrung der Wirtschaft, Der Handelsflotte und der Luftfahrt eingesetzt und die Kriegsschuldlüge bekämpft. Heute kämpfe man gegen die Demokratie nur, um einen einzelnen an die Spitze zu setzen, der mit rauher Gewalt alle Errungenschaften der Arbeiterschaft auslöschen wolle. Hitler sei nicht der Mann, der Die Geschicke unseres Volkes zu leiten imstande sei. 3m übrigen fehlten in Deutschland alle Voraussetzungen für eine Diktatur; die Deutschen feien kein unmündiges Volk; was in Rußland möglich sei, sei für uns noch lange nicht bestimmend. Im Kampf um die politische Behauptung sei heute Die Förderung der Liebe zum Staat unserer Tage notwendiger Denn je. Die Reichsregierung müsse in ihrer Politik endlich klaren Kurs halten, sie müsse praktische Wege finden zur Behebung Der Arbeitslosigkeit und Dafür sorgen, Daß Die Milliarden, die für Erwerbslosenunterftützung ausgegeben werden, in Werte um gewandelt werden. Man müsse alles tun, um eine Bündnispolitt? Hitlers mit Mussolini zu verhindern, dagegen bestrebt sein, mit Frankreich auf freundschaftlicher Basis einen Weg aus den Konflikten zu finden. Starker Beifall wurde dem Redner zuteil. Die Versammlung verlief ruhig. Bornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: „Im Spiel Der Sommerlüfte", 20 bis 22 älhr. — Ehemalige 115er: Lichtbilder-Dor- trag, 20.30 Uhr, Stadt Mainz. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Grock". — Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Heute 20 älhr zum letztenmal im Mlttwochabonnement von Arthur Schnitzler: ,3m Spiel der Sommerlüfte"; Spielleitung Walter Bäuerle. — Freitag, 8. Mai, 20 Uhr. erste Wiederholung des historischen Schauspiels „Haus Rothschild" von Hanns Sahmann mit Frau Auguste Prasch-Grevenberg in der Rolle der Frau Gudula; Spielleitung Intendant Dr. Prasch. — Samstag, 9. Mai, 15.45 älhr, Schülervorstellung „Die Jungfrau von Orleans" von Schiller; Hauptrolle Beatrice Döring, Spielleitung Intendant Dr. Prasch. * ** Verkehrssperre im Seltersweg. Das Polizeiamt teilt mit: Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird der Seltersweg bis auf weiteres täglich von 7 bis 19 Uhr für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt. Umleitungsschilder sind ausgestellt. ** Das heutige Maienblafen um 19 Uhr vom Turm der Sohanneskirche aus Dringt folgendes Programm: 1. Choral „Allein Gott in der Höh fei Ehr"; 2. „Die Ehre Gottes" von Beethoven; 3. Volks- lieb „Sm schönsten Wiesengrunde". •• Preußisch-Süddeutsche Klassen- lotteric. Die Erneuerung Der Lose zur zweiten Klasse muh planmäßig spätestens bis zum 11.Mai. 18 Llhr, bei Verlust des Anrechts in Dcfc zuständigen Lotterie-Einnahme erfolgen. ♦* Der Filchner-Film. Am Sonntaavor« mittag und am Montagnachmittag fanden im Lichtspielhaus Bahnhofstraße Kultürfilmvorstellungen statt, die wohl kaum einen Besucher unzufrieden entließen. Non berufenster Seite, nämlich von Filchner selbst, wurde an den Zuschauer eine Welt heranyetragen, die ihm fremd sein mußte, solange er sie nur aus unzureichenden Schilderungen kannte. Vertrauter mochten jene Mitbürger mit den Dingen dieses Films sein, die seinerzeit Gelegenheit hatten, den Dortraa des Forschers zu hören, der in der überfüllten Aula viele Sntereffenten fand. Nun hatte man Gelegenheit, Tibet, das Land, die Menschen, ihre Sitten und Gebräuche im lebenden Bild kcnnenzulemen, und so wurde manches verständlicher und menschlicher, was vordem in ein mystisches Dunkel gehüllt war. Der Film, der in universeller Weise das wesentlichste der Expedition Des bekannten Forschers bringt, vermittelt einen Einblick in jene Welt, und bereitete dem Besucher nicht nur eine sehr lehrreiche, sondern auch eine sehr unterhaltsame Stunde. Der Film darf gleichermaßen als eine Kulturtat bezeichnet werden, wie die Forschungsreise selbst, denn nicht nur der Snhaft des Films, sondern auch die Form sind überaus glücklich gewählt. Oie Wetterlage. Jun Mayen. löst: ■11 ito LOJ 16 w b Mn anKf. P 'Ao „ (lermont Genf 11 -W8l7'Tj —ip^/Tours Fstydisfj r Z / Nnrdfyän"? „X . . I---J-BTlO, ©wolkenlos. O neuer. <> nalb bedeckt q wolkig. • oeuteki . Schr.Ang. um. 3175U a. d. G. Anz. Verlangen Sie kostenlose Zusendung eines Seeflschkochbuches vom Reichsseefisthausschuß, Berlin SW 48, Wilhelmslraße 100. der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Redner: General Ritter von Epp Jofef Wagner, M. d. R., Gauleiter, Ruhrgebiet Reichswehroberleutnant a. D. Weihrauch, Ulm 15 Uhr: Marfch der SA durch die Straßen der Stadt 17 Uhr: Kundgebung in der Volkshalle Eintritt 50 Pt. 20% Uhr: Konzert der Standarten-Kapelle in der Volkshalle. — Eintritt 30 Pf, Haus am Niegelvfad mit Empfehle in altbekannter Qualität; Schellfische o. K., Kabeljau o. K., Tafelzander, Rotzungen, Fischfilets, Fischkoteleits, Räucherwaren, Marinaden usw. C.G.Kleinhenn Bahnhofstraße 61 2490 D Telephon 3866 Gchützendosf vevKn-tVeiu ärztlich empfohlen, das Beste f. den Blagen appetitanregend - verdauungsfördernd | Verkäufe | £011111005 mit Scheuer u Stall, ca.2 ^Morgen Vanb, i. Beuern bei 1000dHt. Anzahlung au verk Schrlftl. Angeb. uni. 02705 an d. Gß. SltiA. Btoeiihaos Dietz Gießen, Seltersweg 38, Telephon 2213 Pfund 30 u. 25 Pf. Silete. RlÄM Lleblgstr.66,Tel.3685 Auto. Gelegenheitskauf l3/,-To.- Ovel-Lastwagen fabrikneu, Mod. 1931 weil unter Fabrikpreis abzugebcn. Qvelau o, Gießen Frankfurter Sir. 52, Tel. 2847. 30361 Todesanzeige. 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' bisher führt, 1 liehen müssen. n D aus als hat und der Hinzu kommt noch, daß der Rundfunk, der nicht nur Untcrhaltungs-, sondern auch wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zwecken dient, jetzt eine gemeinnützige Einrichtung geworden ist, die mit dem Fern, sprechet auf eine Stufe zu stellen sein dürfte. Auf einen störungsfreien Empfang ist auch die Reichsregierung, die genau so wie aus dem Fernsprecher durch die Gebühren der Anschlußteilnehmer Nutzen zieht, sehr bedacht, indem sie sich von den Anschlußteilnehmern periodenweise Bericht über etwaige Störungen erstatten läßt und Abhilfe verspricht. Da der Rundfunk Gemeingut der Nation geworden ist, dürfte es demnach nicht verständlich sein, weshalb der Rundfunkteilnehmer vor häßlichen Empfangsstörungen nicht geschützt werden soll. Die elterliche Gewalt derMutter. Obwohl praktisch die Erziehung des Kindes, besonders solange es klein ist, fast ausschließlich von der Mutter gehandhabt wird und der Vater sich vielfach nicht einmal darum kümmert, in welcher Art dies geschieht, hat das Bürgerliche Gesetzbuch die Fragen über die Erziehung des Kindes so geregelt, daß in erster Linie und ausschließlich der Vater maßgebend ist. Es ist schon viel gegen diese gesetzliche Regelung angekämpft worden, weil sie den Bedürf- Das DGB. weist dem Vater ganz allgemein das Erziehungsrecht am Kinde zu und bringt das mit den Worten zum Ausdruck: daß der Vater kraft der elterlichen Gewalt das Recht und die Pflicht hat, für die Person und das Vermögen des Kindes zu sorgen. Diese persönliche Fürsorge, die das Gesetz zum Ausdruck bringt, umfaßt einmal das Recht und die Pflicht, das Kind zu erziehen, zu beaufsichtigen und nicht zuletzt es auch mit der nötigen Ernährung und Kleidung zu versehen, und es gibt dem Vater das Recht, das Kind in persönlichen Angelegenheiten zu vertreten. Die Sorge für das Vermögen des Kindes besteht darin, daß einmal das Vermögen des Kindes zu verwalten ist und daß ferner das Kind kraft Gesetzes durch den Vater in allen Vermögenssragen vertreten wird. Kraft der elterlichen Gewalt hat der Vater auch die Ruhnießung am Vermögen des Kindes. Alle diese Rechte stehen allein und ausschließlich Idem Vater zu. Reben ihm kommt außerordentlich stark gemindert ein Recht der Mutter zur Geltung: sie hat neben dem Vater während der Dauer der Ehe das Recht und die Pflicht, für die Person des Kindes zu sorgen. Die Mutter hat also grundsätzlich kein Recht, das Kind zu vertreten, noch in der Frage der Vermögensverwaltung mitzusprechen. Sie hat nur Anteil an der tatsächlichen persönlichen Fürsorge, die sich auf die Erziehung und Beaufsichtigung des Kindes erstreckt. Daneben hat die Mutter auch ein selbständiges Züchtigungsrecht, sie braucht also da nicht etwa den Vater vorher zu fragen. Ist allerdings der Vater des Kindes anderer Meinung als die Mutter, so gibt des Vaters Ansicht den Ausschlag. Gerade diese Bestimmung erscheint ungerechtfertigt, denn schließlich ist es doch öie Mutter, die den Charakter und die gesamte Veranlagung des Kindes infolge des dauernden und ständigen Zusammenseins mit ihm bedeutend besser kennt und deshalb über angemessene Züchtigung leichter und richtiger entscheiden kann, als der Vater. 3n einzelnen Sonderfällen kann die elterliche Gewalt des Vaters auf die Mutter übergehen, so daß diese berechtigt ist, sie auszuüben. Dann hat die Mutter nicht nur das Recht an der Erziehung, also an der persönlichen Fürsorge des Kindes teilzunehmen, sondern auf die Mutter geht auch das Recht der Dermögenssorge über. Allerdings mit einet Ausnahme: das Recht des Vaters an der Ruhnießung des Kindesvermögens ist nicht übertragbar und kann von der Mutter nicht ausgeübt werden. Diese sogenannte stellvertretende elterliche Gewalt übt die Mutter aus, wenn der Vater durch besondere Verhältnisse tatsächlich daran verhindert ist, wenn der Vater z. B. im Krankenhaus liegt, also gar nicht zu Hause ist und deshalb seine elterlichen Rechte nicht wahrnehmen kann, ferner wenn der Vater verreist ist, sich vielleicht im Gefängnis befindet u. a. Reben dieser tatsächlichen Verhinderung des Vaters kennt das DGB. auch noch ein sogenanntes Ruhen der elterlichen Gewalt des Vaters. Die elterliche Gewalt ruht, wenn der Vater geschäftsunfähig ist, also beispielsweise wegen Geisteskrankheit entmündigt wird, oder wenn er in der Geschäftsfähigkeit beschränkt ist, z. B. die Entmündigung des Vaters wegen Trunksucht ausgesprochen wurde. Die elterliche Gewalt des Vaters ruht weiterhin, wenn er wegen körperlicher Gebrechen für feine Person und sein Vermögen einen Pfleger erhalten hat, der für ihn seine Interessen wahrnimmt, da er selbst nicht dazu imstande ist. 3n diesen Fällen behält aber der Vater das Recht der Ruhnießung am Kindesvermögen, er kann also die Herausgabe etwaiger Reinüberschüsse verlangen. Sonst wird die elterliche Gewalt völlig selbständig von der Mutter ausgeübt, und zwar solange die Ehe besteht, ohne weiteres, während nach Auflösung der Ehe auf Antrag der Mutter die elterliche Gewalt dieser besonders durch das Dormund- schastsgericht übertragen wird. Ist nach Auflösung der Ehe die elterliche Gewalt auf die Mutter übertragen, so erlangt diese dann auch die Ruhnießung am Vermögen des Kindes. Ohne weiteres und in vollem Umfange geht die elterliche Gewalt auf die Mutter über, wenn der Vater gestorben ist, oder wenn der Vater die elterliche Gewalt verwirkt hat und die Ehe daraufhin geschieden wurde. Ist die Scheidung nicht ausgesprochen, besteht also die Ehe nach Verwirkung der elterlichen Gewalt durch den Vater weiter fort, so ist zur Wahrnehmung der Rechte des KindÄ vom Dormundschaftsgericht ein Vormund zu bestellen. In diesem Zusammenhänge sei auch bemerkt, daß in zahlreichen Fällen ein Recht des Arztes eine Pflicht des betreffenden Kranken, sich Operation zu unterziehen, verneint, ittsbeson- Grundsätzlich ist nach den ausdrücklichen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches ein Rücktrittsrecht vom Vertrage nur dann gegeben, wenn gaiu besondere gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sind. Eine der wichtigsten Bestimmungen ist die, daß bei einem gegenseitigen Vertrage eine der vertragschließenden Parteien zurücktrettn kann, wenn der Dertragsgegner durch eigenes Verschulden daran gehindert ist, seinerseits den Vertrag zu erfüllen. Hier kann der Vertragskontrahent, der bereit ist, von sich aus die Vertragsverpflichtung einzuhalten, von seinem Gegner entweder Schadensersatz wegen Richterfüllung verlangen, oder vom Vertrage zurücktret en. 2m übrigen wird dieses Recht zum Rücktritt vom Vertrage noch nicht dadurch ausgeschlossen, daß der Gläubiger zunächst einmal den Anspruch aus Schadensersatz wegen Richterfüllung geltend macht. Erklärt er den Rücktritt vom Vertrage, dann wird er selbst von feiner Verpflichtung zur Gegenleistung frei, es erlischt aber auch sein Anspruch auf Erfüllung gegenüber dem Vertragsgegner, d. h., mit dev Rücktrittserklärung können keinerlei Rechte mehr wegen der Richterfüllung des Vertrages gegenüber dem Dertragsgegner geltend gemacht werden. Wer also erst einmal in solchen Fällen den Rücktritt vom Vertrage erklärt, kann nicht nachher noch Schadensersahansprüche wegen Richterfüllung stellen. Vielfach kommt es vor, daß der Vertragsgegner wohl bereit ist, den Vertrag zu erfüllen, daß er aber trotzdem mit der ihm obliegenden Leistung in Verzug gerät. Hier hat der Gläubiger zuerst dem Dertragsgegner eine angemessene Rachfrist zu stellen mit der Eälä- rung, daß er die Annahme der Leistung nach dem Ablauf der Frist ab lehnen toerbe. Ist die Frist ergebnislos verstrichen, kann er vorn Vertrage zurücktreten. Einer solchen Fristsetzung bedarf es nicht, d. h., der Betreffende kann sofort dem mit der Leistung in Verzug geratenen Vertragsgegner gegenüber den Rücktritt vom Vertrage erklären, wenn sein Gegner bestimmt erklärt hat, daß er nicht die Absicht bta b e, zu leiden. Unfere Rechtsprechung steht auf dem Standpunkt, daß eine derartige eindeutige Erklärung dem fruchtlosen Ablauf einer etwaigen Frist gleichzusetzen wäre und daß die Fristsetzung in solchen Fällen eine überflüssige Verzögerung bedeuten würde. Ebenso kann die Fristsetzung in den Fällen abgelehnt werde», in denen der Gläubiger infolge des Verzugs des Vertragsgegners an der Erfüllung des Vertrags kein Interesse mehr hat. Wenn beispielsweise jemand zu einer Abendgesellschaft beim Weinhänd- Der Rücktritt vom Vertrage Don Dr. jur. Heinz Hilscher. •"Stinj!’* Das Recht des Kranken! Don Or. Hans Zonas, Rechtsanwalt am Kammergericht. Eines der juristischen Gebiete, die bisher von der Rechtsprechung sehr verschieden beurteilt sind, und die auch in der juristischen Fachliteratur bisher wenig Erwähnung gefunden haben, ist das Recht des Kranken. Das Recht des Kranken im erweiterten Sinne umfaßt das Recht, was zunächst der Kranke selbst in Anspruch nehmen kann, und das Recht, was die Allgemeinheit, oder auch einzelne Personen an dem Kranken selbst haben. Ist die Krankheit auf natürliche Umstände zurückzuführen, so regeU sich das Recht des Kranken im allgemeinen nach den Vorschriften des DGB. auf Grund des Auftrags- oder des Dienswerhältnisses, so daß in dieser Beziehung rechtliche Streitfragen kaum auf treten können. Anders wird die Sachlage, wenn ein plötzlicher, unvorhergesehener Dorfall eintritt, der eine sonst gesunde Person überfällt und sie vielleicht in einen Zustand der Bewußtlosigkeit verseht. Man braucht nicht nur an die täglichen Unfälle auf der Straße durch Lleberfahren u. dgl. zu denken, sondern beinahe täglich, auch in einem geschlossenen Raume, kann ein llnglücksfall passieren, bei dem dann gewöhnlich nach dem Schuldigen gefragt wird. Rehmen wir den Fall an, daß ein Gast in einem Lokal sitzt und hier durch plötzliches Ablösen von Stuck, oder eines Beleuchtungskörpers schwer verletzt wird. Im allgemeinen wird sich stets ein Verschulden feststellen lassen insofern, als bei ordnungsmäßiger Befestigung ein Herabfallen unmöglich gewesen wäre. Haftet in diesem Fall der Inhaber (Pächter oder Wirt) des Lokals für den dem Gast verursachten Schaden? Hier ist es zur Beurteilung wichtig, festzustellen, ob der betreffende Gast schon zu dem Inhaber des Lokals in Vertragsbeziehungen getreten ist, oder nicht. Hat er lediglich beim Durchwandern des Lokals, ohne irgend etwas zu bestellen, oder zu sich zu nehmen, den Schaden erlitten, so sind Vertragsbeziehungen noch nicht eingetreten. Der Inhaber des Lokals ist in der Lage, einen Entlastungsbeweis dahin zu führen, daß er durch seine Angestellten und Werlleute ständig alle Vorrichtungen des Lokals untersuchen läßt, um jeden Schaden zu vermeiden. Diesen Entlastungsbeweis wird er meistens führen können, so daß der betreffende Gast mit seiner Klage gegen den Wirt abgewiesen wird. Ganz anders ist jedoch das Rechtsverhältnis zu beurtellen, wenn Vertragsbeziehungen zwischen Gast und Wirt eingetreten sind. Schon das Bestellen und die Annahme der Bestellung eines Glas Bier, oder einer Tasse Kaffee genügt, um derartige Vertragsbeziehungen herzustellen. Der Wirt haftet nicht nur in diesem Falle für die Ausführung der Bestellung, sondern auch für die Sicherheit des Gastes. Er muß dafür sorgen, daß der Gast kraft des Vertrages in Ruhe und Sicherheit die bestellten Speisen und Getränke zu sich nehmen kann. Ein Entlastungsbeweis steht dem Wirt nicht zu, so daß er auf jeden Fall für den Schaden haftet, der dem Gast durch Herabfallen oder auf sonstige Weise zugefügt ist. Es sind daher viele Kleinigkeiten in solchen Fäden bei der juristischen Beurteilung von außerordentlicher Wichtigkeit. Schon die Einladungskarte zu einem Vortrag oder zu einer Dereinsfestlichkeit stellt derartige Vertragsbeziehungen her, so daß auf Grund der erfolgten Einladung schon eine Haftung der einladenden Person eintritt. Völlig unbefriedigend ist bisher die Rechtsprechung in der Frage, ob eine bewußtlose Person einen ärztlichen Eingriff, insbesondere eine Amputation, über sich ergehen lassen muh oder Annahme der Erbschaft. Verstirbt eine Person, so geht die Erbschaft mit dem durch den Tod eingetretenen Erbfall kraft Gesetzes auf den Erben über. Einer besonderen Annahme der '-Erbschaft bedarf es dazu nicht. Man spricht in solchen Fällen von dem „Anfall der Erbschaft". Der Erbe ist allerdings nicht genötigt, sein Erbe tatsächlich anzunehmen; ihm steht es frei, die Erbschaft auszuschlagen. Das Recht, eine Erbschaft auszuschlagen, verliert der Erbe dadurch, daß er die Erbschaft annimmt. Für diese Annahme ist eine besondere Form nicht vorgeschrieben. Wohl kann die Annahme einer Erbschaft ausdrücklich erklärt werden, sie kann aber auch stillschweigend durch entsprechende diesbezügliche Handlungen erfolgen. Wenn der Erbe beispielsweise wie ein Eigentümer über die Erbschaftssache verfügt, so ist daraus auch ohne besondere Erklärung zu ersehen, daß er eben die Erbschaft angenommen hat. empfiehl, 13 Mnd. nur 35 > ÖDÄfii* hum60 Ä ^llen. . cilbutt 0 ^Mib.i.ßo onbct -Wio “Wen W i.3o :llkicn M. L90 «S'tzL er3u können Sie nnenineliitcb gh, bolen bei Mch I Rechtsgedanken von der Pflicht zum sozialen Ge- | brauch des Eigentums in keiner Weise Rechnung. Die Vorschrift ist hiernach für den durch Geräusche beschwerten Rundfunkteilnehmer nicht anwendbar. Eine Abweisung der Unterlassungsklage kann nur die Folge sein. Die Rechtsvrechung in diesem Punkte ist allerdings recht spärlich, doch mag dazu bemerkt werden, daß das Landgericht Dessau in feinem Urteil vom 10. Dezember 1930 (vgl.Verkehrsrechtliche Rundschau 1931, Heft 4) in unserem Sinne rechtskräftig entschieden hat. Für den Runfunkteilnehmer ist jedoch die Unterlassungsklage aus anderen Bestimmungen des bürgerlichen Rechts durchführbar, und zwar auf Grund der §§ 858, 862, 1004 BGB. Nach der herrschenden Ansicht sind elektrische Schwingungen, die den Empfänger im Rundfunkempfangsapparat beeinträchtigen, genau wie Lichtquellen als ähnliche Einwirkungen nach § 906 BGB. aufzufassen. Auf den Unterschied, daß die sinnliche Wahrnehmung erst durch Umformen der elektrischen Schwingung in eigens dazu gebauten Apparaten ermöglicht wird kommt es nicht an (gl. Ansicht Engländer a. a.O. (q, 89, Neugebauer a. a. £). S. 761). Es kommt ferner nicht darauf an, ob die Störung „ortsüblich" ist, sie muß vielmehr eine dauernde, d. h. in gewissen Perioden sich wieder einstellende fein; eine bloß denkbare Möglichkeit der Wiederholung reicht nicht aus (RG. in Zivils. 63,379). Auf welche Weise der zur Unterlassung Verurteilte seiner Verpflichtung genügen kann, bleibt zu ermessen seine Sache. Ist dazu eine Tätigkeit erforderlich, wie die Vornahme gewisser Veranstaltungen, wie es die technischen Fortschritte ermöglichen, so muß der Derurteille sie leisten (RG. in Zivils. 63,379). Der Störer kann auch nicht em- reben, daß die Rundfunkstörung von ihm nicht verbotene Eigenmacht sei (§ 863 BGB.). In der Beurteilung dieser Frage wird es zunächst darauf ankommen, ob die Störung nach dem Gesetz eine statthafte ist (Kommentar d. RGRäte, Anm. 1 zu § 863, Anm. 7 zu § 858). Sie ist indessen weder öffentlich- rechtlicher, noch privatrechtlicher Art, und nach der Ansicht des Reichsgerichts soll in analoger Anwendung der Vorschriften der §§ 862, 1004 jeder auch nur objektive Eingriff in ein vom Gesetz geschütztes Recht geeignet sein, eine Klage auf Unterlassung zu begründen. Das Schuldmoment und die Wahrnehmung berechtigter Interessen kommt bei solchen Klagen nicht in Betracht (Staubinger, Kommentar Z. BGB. 7./8. Auf!., Sachrecht III S. 42/43). tao- b jmAurs. ÄS- Die Störung beim Rundfunk Don Or. Röder, Berlin. Die Ausschlagung b e r Erbschaft dagegen bedarf einer besonderen Form. Sie erfolgt durch öffentlich beglaubigte Erklärung gegenüber dem Nachlaßgericht. Die Form der öffentlichen Beglaubigung verlangt einmal Schriftform, d. h. also, die Ausschlagung der Erbschaft muß schriftlich niedergelegt werden, daneben muß die Unterschrift unter dem Schriftstück durch eine zuständige Ur- kundsperson oder Behörde beglaubigt werden. Zuständig für diese Beglaubigung sind in erster Linie die Amtsgerichte und Notare. Soweit sich der Erbe zu seiner Vertretung eines Bevollmächtigten bedienen will, muß dieser eine öffentlich beglaubigte berc, wenn sich auch nur in geringster Weise ein Kunstsehler hat feststeklen lassen. Es wird sich stets auch in Acrztekreisen irgend jemand finden, der dem Patienten zuliebe mit der Behauptung auftritt, daß auf diese oder jene Art sich eine Operation oder Amputation hätte vermeiden lassen und dem Patienten nicht nur das Leben, sondern auch den vollen Gebrauch seiner Glieder gerettet hätte. In solchem Falle wird der-Patient oder dessen Erben, namentlich wenn auf Armenrecht geklagt werden kann, nicht davor zurückschrecken, den betreffenden Arzt persönlich haftbar zu machen, und es können sehr häufig Folgen für den Arzt ein treten, die für ihn und seine Familie katastrophal sind. Gerade in derartigen Fällen müßte eine unzweifelhafte gesetzliche Regelung eintreten, damit der bewußtlose Patient vor Eingriffen in sein Leben und seine Gesundheit geschützt wird, andererseits aber auch der behandelfnde Arzt, der ja ebenfalls nur seine Pflicht tun will, geschützt ist. Bisher ist, wie bereits betont, die Rechtsprechung in derartigen Fäulen recht widerspruchsvoll, so daß zur Zeit jeder Arzt nur gewarnt werden kann, W seihst wenn sein moralisches Pflichtgefühl ihn zum Handeln drängt, auf keinen Fall ohne Einverständnis des Patienten einen Eingriff vorzunehmen. Vollmacht in Händen haben. Gewöhnliche Schriftform der Vollmacht genügt nicht, es sind vielmehr die eben genannten Förmlichkeiten der öffentlichen Beglaubigung auch für die Vollmachten zu beachten. Die gewöhnliche Frist zur Ausschlagung der Erbschaft beträgt sechs Wochen von dem Zeitpunkt an gerechnet, von dem der Erbe von dem Anfall der Erbschaft und dem Grunde, aus dem er als Erbe berufen wurde, Kenntnis erhält. Für einen testamentarisch bestimmten Erben beginnt die Frist keinesfalls vor dem Zeitpunkt der Testamentseröffnung zu laufen, selbst wenn der Erbe schon vorher von seiner Berufung Kenntnis hatte. Der Rundfunkteilnehmer, der sich die Sendung des Rundfunks durch Anschluß an die eigene elektrische Leitung übertragen läßt, wird später häufig durch recht unangenehme Geräusche in seinem Apparat gestört. Nach einer Beschwerde bei der Rund- funkstelle der Post, die der Sache auf den Grund geht, wird wohl in allen Fällen der Urheber der Störung festgestellt. Meist ist ein elektrischer Motor ober ein Hochfrequenzapparat als solcher anzusehen. Der nächste Gang ist dann zum Rechtsanwalt, der für den Auftraggeber gegen den Störer die Klage auf Unterlassung einleiten soll. Da ergibt sich aber eine weitere Schwierigkeit. Ist die Störung durch die.Straßenbahn verursacht worden, so wird es regelmäßig keinen Anspruch auf Unterlassung geben. Denn hier handelt es sich um eine Anlage die bereits vorhanden war, als der Rundfunkteilnehmer feinen Anschluß an die Sendung nachsuchte. Außerdem dürfte es sehr zweifelhaft sein, ob gegen die Straßenbahn selbst in dem Falle vorgegangen werden könnte, wenn sie ihre Anlage später als der Rundfunkteilnehmer errichtet hätte. Denn die Straßenbahn ist ein Verkehrsmittel des Volkes, sie dient also dem öffentlichen Verkehr. Die Rechtslage ist hier noch völlig ungeklärt. Selbst in dem Falle, wenn sie sich weigert, die Störungsursache auf Hre Kasten zu beseitigen, kann man nicht § 19 des Gesetzes über die Fernmeldeanlagen (künftig abgekürzt FAG.) heranziehen, weil daraus noch lange nicht die „Absicht der Störung", wie sie diese Vorschrift fordert, geschlossen werden kann (gl. Ansicht Neugebauer „Fernmelderecht" 3. Aust., S. 317, Anm. 3; Runkel, Funkarchiv 1928, S. 339). Häufig wird nun gegen andere Störer § 23 FAG. für die Unterlassungsklage als Rechtsbehelf angewandt. Neugebauer tut es auch; er bejaht die Anwendung, doch ohne nähere Begründung (a. a. D. S. 359). Engländer (vgl. Funkarchio 1930, 82 ff.) ist dagegen. Mit Recht. Denn § 23 ist keine Schutzvor- schrift für Rundfunkteilnehmer, sondern eine solche für elektrische Anlagen im engeren Sinne, und für diese nur eine Ergänzungsvorschrift des bürgerlichen Rechts. Das ergibt sich schon daraus, weil der Anspruch auf Unterlassung bereits bei bloßer Gefährdung der älteren elektrischen Anlage gegeben wird. Die nachbarlichen Rechte, wie sie in den Vorschriften des BGB. sichergestellt sind, werden von § 23 FAG. vollständig ausgeschlossen. Diese Bestimmung geht also weit über die allgemeinen Rechtsgrundsätze hinaus, und sie trägt dem vom Reichsgericht entwickelten lefen zu ben hieb- Mu Tagespreisen arlSchUer.Ahbith Miaue genügt. Verschiedenes ler Wein, beim Fleischer Fleisch u. a. zu einem bestimmten Tage bestellt, die Lieferanten die Ware aber nicht an diesem Tage schicken, sv hat die Lieferung zu einer späteren Frist für den Besteller keinerlei Interesse mehr, da ja die Waren zu einem ganz bestimmten Sennin und ganz bestimmten Zweck gebraucht wurden. In solchen Fällen kann der Besteller einfach den Rücktritt vom Vertrage erklären. Aehnliches gilt beispielsweise für den Fall, daß sich jemand zu einen Hochzeit einen Frack, eine Dame ein Kleid machen läßt, das sie gerade an dem bestimmten Tage anziehen will und anziehen muh. Liefert der Schneider oder die Schneiderin nicht rechtzeitig, so hat in solchen Fällen eine verspätete Lieferung für die Besteller keinerlei Interesse mehr, so daß eine Rachfrist nicht gesetzt zu werden braucht, son- dern der Besteller sofort vom Vertrage zurücktreten kann. Beim Kaufvertrag hat der Verkäufer dem Käufer das Eigentum an der verkauften Sache zu schaffen, und hwar frei von Rechten, die etwa von Dritten dem Käufer gegenüber geltend gemacht werden könnten. Man spricht hier in solchen Fällen von der „Ge währ leist ungspflicht für Rechts- und <5 ad)* mänge I". Erfüllt der Verkäufer diese seine Verpflichtung nicht, so kann wiederum der Käufer bem Verkäufer eine Rachfrist sehen, innerhalb derer dieser die Mängel zu beseitigen hat. Läßt er die Frist erfolglos verstreichen, so hat der Käufer das Recht, seinen Rücktritt vom Kaufverträge zu erklären. Zu beachten ist, daß der Vertragsteil, der in solchen Fällen von sich aus den Rücktritt vom Vertrage erklärt, nun auch seinerseits die ihm daraus entstehenden Verpflichtungen fristgerecht erfüllen muh. Beim Rücktritt vom Vertrage haben die Parteien die einander gewährten Lei st ungen zurückzugewähren, und zwar in vollem Umfange. Hat also der Schuldner schon einen Teil seiner Leistung vollbracht, beispielsweise ein Kaufmann schon einen Teil der Ware geliefert und ist trotzdem, weil er mit der Restlieferung im Rückstand geblieben ist, das Recht zum Rücktritt vom Vertrage gegeben, dann hat der Empfänger der Ware das bisher Empfangene zurückzugeben. Tut er das nicht, kommt er also mit der Rückgewähr des Empfangenen in Verzug, so kann nun wiederum der Lieferant eine angemessene Rachfrist mit der Erklärung bestimmen, daß er die Annahme der zu- rückzugebenden Sachen nach dem Ablauf der Frist ablehne. Läßt der Empfänger der Ware diese Frist fruchtlos verstreichen, sv wird der Rücktritt nniwirksam. WM Hat ■! AuskimilelMechk'-, 6iraf'.öamll.-tlnfle« lenenbciteiLlSeiudie, Bmräge. Leobli»' Hingen. Ueberwnwg. unö irrmittlunnen irertro, sirena bivtr, r an ad Onen en. 4. erlebtet Detektiv- BMeai-ii.Aiiiknnilel Inbl.Gerz.Beü-Nni- beim, Eurstr. 17. - Melnsiebend. Va-> roiri mit beiiemiU gu!.Srlchttn,wiiM bieBelanmschaittin. Landivirisiochieibis zu 3ö Zähren zwecks Heirat EiwasVemöoenep (gfrO an d. mw ’äSeis Vereine Volks- Hochschule Ägg SS'L ’ SS -S Wirtschaft Kreis Büdingen. Berlin Jranrfurt a. 2)1. (Selb 5.5. Datum 5.5. i 100 Schilling 218 217 144,5 142,65 6. Mai 95,5 96 2,25 18,7 18,75 4 Malnkrastwerke Höchst o. ®L . . 8 18,5 15,8 61,5 71,75 33,25 6 o 6 8 42,25 48,13 67 49,75 68 15,13 6,75 Vieles in war auch Landtags Vorliebe gesetze. 46 68,25 76 64 53,25 158 73,5 45 ' 67,75 75,25 63,5 60.5 173 61 67,5 71,5 33,25 72,75 53,25 157,75 72,75 44,5 68,5 76,65 64 61 172,5 62,75 66,75 73,25 33,25 73,5 52,9 157,25 73,75 10 10 9 10 50,75 28 140 216 144 128,5 42 49 67,5 96 77 86,5 Schlu^- (urd 50,75 27,75 137,25 142.5 214 51,4 27,75 , 7 10 10 , 8 Schluß» hjrti 15 12 18 14 18*/. , 12 , . 8 143,9 T 42,5 67,5 96,2$ 15 6,75 18'/. 10 10 15 Vlmthdie Notierung Geld | Bries, mann, Levi Lveber; t giied Rahn Hirsch und senberg dii schusfes darle, ■■ ein Gesuch jtl II. um E lieb im Hau | Vorschläge der '' lelchnt Werder Seit zur Genei . ichmigung t Ztadtratemrio Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bii* 12.33 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Eventka..... frankfurter Match tue» Sritzner aenstaedt . . . an» Lechwerke Phlltvv Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt. . Wayß & freytao . . • EchultbetS Patzenhos« . Lltwerke....... Mu Bemberg ...... Zellstoil Woldhos . . . Zellstvlt Olldiaffenbnrfl . Charlottenburger Wasser 4,2 4,15 22,5 2,3 23 2,3 T Büdingen, 5. Mai. Am Samstagabend wurde' einem hiesigen Gastwirt, während sich in seinem Lokal noch Gäste befanden, aus seiner Privatwohnung eine Geldkassette mit 8 0 0 MarkInhalt entwendet. Die Ermittlungen sind im Gange. Kreis Wetzlar. # Wetzlar, 5. Mai. Der Bezirksausschuß zu Koblenz hat den Anfang der Jagd auf Rehböcke für den Kreis Wehlar auf den 2 9. M a i festgesetzt. Vereinigte Stahlwerke Olavi Minen . . . . Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth . 6 . 6 . 8 . 8 . 0 8tt 10 . 7 . 7 . 7 . 7 . 6 . 7 ey, 10 . 6 7.2 Amtsgericht Gießen. Ein Betrugsfall endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu einer Geldstrafe von 300 Mark. Ein hiesiger Kaufmann hatte sich von einem in bescheidenen Verhüll-' nissen lebenden Eisenbahnbeamten, der den Erlös aus einem Häuschen gern in Darlehen anlegen wollte, vor vier IaHren 1000 Mk. entliehen, ihn aber zur Hergabe des Darlehens nur durch Vorspiegelung einer Reihe falscher Angaben veranlaßt. Rückgabe des Darlehens nach zwei Monaten topr vereinbart. Der Angeklagte hat aber bis heute noch keinen Pfennig bezahlt: er ist gänzlich ohne Vermögen und hat den Offenbarungseid geleistet. Eine der falschen Angaben bestand darin, daß er dem Darlehnsgeber seine immerhin wertvolle Zimmereinrichtung zeigte mit dem Bemerken, er könne mit dieser gewiß zahlen. Sie war aber gar nicht sein Eigentum. Dann sprach er von Erbschaften und versprach -Zahlung, sobald sie ihm anfielen. In Wirklichkeit bestanden sie aber gar nicht, bzw. er war nicht erbberechtigt. Dann stellte er Grundbuchsicherung in Aussicht, war aber zu einet* solchen gar nicht imstande. Rur seine seitherige ülnbescholtenheit schützte ihn vor Gefängnis. Verordnung über Zollermäßigungen für Weizen und Spelz. Durch eine Verordnung vom 6. Mai wird der Zoll für Weizen und Spelz zur Herstellung von Mehl oder Schrot für diejenigen Mühlenbetriebe, die in dem Kalendervierteljahr April bis 3um ausländischen Weizen oder Spelz zu Mehl oder Schrot verarbeitet haben, in Höhe von 20 vH. der gesamten von ihnen in dieser Zeit nachweislich zu Mehl oder Schrot vermahlenen Mengen inländischen und ausländischen Weizens und Spelzes auf 20 Reichsmark je Doppelzentner ermäßigt. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 15. 3uni und ist den geltenden Vorschriften über den Vermahlungszwang für Inlandweizen an- gepaßt, so daß die derzeitige Dermahlungsquote von 50 v. H. völlig unberührt bleibt und eine für die Landwirtschaft nachteilige Wirkung auf dem deutschen Markt ausgeschlossen ist. Die Mühlen werden gehalten werden, den ganzen Vorteil dieses Zollvergütung von 50 Mark für die Tonne ausländischen Weizens den Verbrauchern dadurch zugute kommen zu lassen, daß eine entsprechende Senkung des Mehlpreises erfolgt. .Handel und Gewerbe im April. Rach der auf Grund von Berichten preußischer Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages im Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe zusammengestellten Llebersicht über die Lage von Handel und Gewerbe war im Monat April nur auf einzelnen Gebieten, so insbesondere in der Tuchindustrie, eine gewisse saisonmäßige Belebung festzustellen. Für eine dauernde grundlegende Besserung liegen noch keine Anzeichen vor: doch scheint der Tiefstand der deutschem Wirtschaft, wie der Weltwirtschaft langsam überwunden zu werden. Schweinemarki in Gießen. Auf dem heutigen Schweinemarkt in Gießen standen 307 Ferkel und 6 Läufer zum Verkauf. Es kosteten Ferkel bis sechs Wochen alt 18 bis 20 Mark, sechs bis acht Wochen alt 20 bis 24 Mark, acht bis dreizehn Wochen alt 24 bis 28 Mark, Läufer 30 bis 40 Mark. — Tendenz: schleppend, Ueberstand. Buderu» . . . ■ Deutlche Erdöl . • • dienet Steinkohle . . Geilenkirchener ... Harpcner. ... e Hoelch Eilen. . . . • I'le Bergbau .... Klöcknerwerke ...» KSln-Ncucisen. . . . ManncSmunn-Nöbre» Mansselder Bergbau . Cbetldilel. Eilenbedarf Lberschtes. Nolüwerke. Bhönir Bergbau . . . Rheinische Braunkohle» Rheinstahl ..... Süebeck Montan . . . Miag Gebr. Roeder . . . Botgt & Haesfner , Süddeutsche Zucker Landkreis Gießen. • G roßcn-Linden, 5. Mai. Altbürgermeister Leun und seine Ehefrau Ehristine, geb. Pirr, feiern am 8. Mai in körperlicher und geistiger Rüstigkeit das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Herr Leun war 30 Jahre in der Gemeinde Großen-Linden als Bürgermeister tätig. Während seiner langen Dienstzeit hat sich der Gemeinde geändert. Der Iubilar lange Iahr- Mitglied des Hessischen und interessiert sich heute noch mit für die neuen Reichs- und Landes- Die hinter den Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. 5)., Lombardzinsfuß 6 o. f). 3|B. Gießen ( Die sieggewc ßen schon des ihrem jiingfkr Niederlage tafl schönes Spiel, i dttk/en den (Bet H an den Lall, li II Llellungsspiel \ Iflf nicht allzu I Pinien, gefchw Isen. Wohl n | «fragen, die : | -der der Stur | Ngenbe Tord | hm ließen die $ | haklheit vermi I chne Singel, de L ihne Schneider | und Ritter der I 25 Kilometer (f bester Zvri vr 'Wiener als ' gewohnt ist, d W Mehlt i außerdem gef \ Kiffer. Has «r Hiesigen, j W Spielhäs 2\®Üancen Tor der z ft” ®N r Torma- ’ Wung. D ^ier Gelegen 6i> Allngen wechs Wr, die an M w&jSi» EL *•« SAA Otumänildie Noten ....... Schwedische Noten ....... Schweizer Noten ...... Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarilche Noten ....... Devisenmarkt Berlin — • Der Aktienindex. Der vorn Statistischen Reichsamt errechnete Akttenindex (1924/26 = 100) stellt sich für die Woche vom 27. April bis 2. Mai auf 89,1 gegenüber 91,5 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 83,6 (87,3), Gruppe verarbeitende Industrie auf 79,5 (81,4), und Gruppe Handel und Verkehr auf 110,6 (112,8). Für den Durchschnitt des Monats April ist der Index mit 92,4 gegenüber 91,1 im Durchschnitt des Monats März ermittelt, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie mit 88,4 (86,2), Gruppe verarbeitende Industrie mit 82,1 (81,0), unb Gruppe Handel und Verkehr mit 113,9 (113,0). Frankfurter Börse. Hans 1,75 v. S). an. Am Anleihemarkt lagen deutsche Anleihen vernachlässigt. Von fremden Werten Anatolier ruhig. Am Pfandbriesmarkt ergaben sich kaum Veränderungen. Das Geschäft war ebenfalls klein. Im Verlaufe war die Haltung unsicher und recht undurchsichtig. Die Kurse unterlagen mehrfachen Schwankungen und blieben weiterhin ehr ungünstig. JG.-Farben gaben zunächst bis auf 143 v. H. nach, konnten sich dann aber wieder auf 143,5 v. H. erhöhen. Am Geldmarkt war die Situation weiter erleichtert. Der Satz wurde jedoch aus 4,5 v.H. belassen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1990, gegen Pfund 20,4225, London gegen 9ieuv york 4,8635, gegen Paris 124,4250, gegen Mailand 92,89, gegen Madrid 46,50, gegen Schweiz 25,2450 gegen Holland 12,1050. Berliner Börse. Berlin, 6. Mai. Da auch heute eine Reihe ungünstiger Momente vorlag, taxierte man im heutigen Vormittagsverkehr eher schwächere Kurse, und war dann überrascht, als zu den ossiziellen Notierungen gegen gestern kaum Veränderungen festzustellen waren. Dem schwachen. Neuyork wurde wenig Bedeutung beigemessen^ da mrtfr die übrigen europäischen Börsen sich nicht in ihrer Tendenz hierdurch beeinflussen ließen. Da kaum Material an die ^Märkte kam, sah sich die Spekulation zu Deckungen veranlaßt, zumal man sich durch das rückgängige Stickstoffgeschäft in seinem Urteil nicht beeinflussen ließ. Eine Stütze bot der Tendenz auch der weiter erleichterte Geldmarkt. Das Geschäft bewegte sich in engen Grenzen und bestand in der Hauptsache aus Deckungen der Kulisse. Kurs- abschwächungen von mehr als 1,5 o.H. waren selten. Darüber hinaus gewannen Verkehrswesen, Reichsbank, Kunstseideaktien und Salzdetfurth 2 bis 4 v.H., während Braunkohlen und Süddeutsche Zucker je mit einem 2,5-v. H.-Verlust auffielen. Schlesische. Zement verloren auf Dividendenbefürchtungen (man sprach von 8 nach 12 v. H.) 3,5 v. H. Anleihen ruhig. Von Ausländern Bosnier bis 0,75 v. H. höher. Pfandbriefe unentwickelt. Reichsschulbuchforderungen etwa behauptet. Tagesgeld ermäßigte sich auf 4,75 bis 6,75 v. H., Monatsgeld nannte man mit 5,25 bis 6,75 v.H., Warenwechsel stellten sich auf zirka 5 v. H. Im Verlaufe war es, vom Farbenmarkt ausgehend, vorübergehend fester. Später drückte aber doch die O r d e r l o s i g k e i t wieder mehr auf die Märkte. Die im Verlaufe erzielten Gewinne gingen größtenteils wieder verloren. Vereinzelt ging das Kursnioeau auch noch Unter Anfang zurück. Bemerkenswert war hierbei ein 2,5-v. H.-Rückgang der Rheinstahlaktien und die weiter schwache SBeran* lagung der Karstadtaktien. Auch Salzdetfurth büßten ihren Anfangsgewinn fast wieder ganz ein. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Mai. Es wurden notiert; Weizen 305 Mark. Roggen 217,50, Hafer (inländischer) 217,50 bis 220, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 42,50 bis 44,50, Roggenmehl 30,50 bis 32,50, Weizenkleie 13,75, Roggenkleie 14 bis. 14,25 Mark. — Tendenz: abwartend. sich in dankbarer Erinnerung mit der Gemeinde zu dieser schönen Feier vereinigt, im Gedanken an das Textwort der Predigt: „Don Gott kommt nur Güte". Er gedachte auch der Eltern dieser Konfirmanden, die vor 50 IaHren ihre Kinder mit vielen Hoffnungen zur Konfirmation geführt hätten. Zum Schluß brachte der Verein für Christliche Musik noch Schäfers Sonntagstted, „Das ist der Tag des Herrn", zu Gehör. ** ,Der Rheinische Braunkohlen- film."'Das Rheinische Braunkohlensyndikat hatte für den vergangenen Sonntagoormittag zu eine Werbeoeranstaltung in die Palast-Lichtspiele ein* geladen. Es gelangte zunächst ein Film zur Vorführung, der unter dem Titel „Eine gute Idee die Sorgen der Hausfrau anführte, die ihr die hohen Ausgaben für Brennstoff bereiten. Der Film wies als Lehrbeispiel darauf hin, daß Defen und Herde in guter Verfassung sein müssen, wenn sparsamer Brennstoffverbrauch gewährleistet sein soll. Der Rheinische Braunkohlenfilm" gab sodann em Bild von der Entwicklung des rheinischen Braunkohlenbergbaues, aus den kleinsten Anfängen heraus bis zu den modernen Fördermethoden mit dem fahrbaren Kabelbagger und den Förderbrücken, die heute im Tagbau Verwendung finden und eine enorme Leistungssteigerung in der Kohlengewinnung ermöglichen. Der Film zeigte außerdem noch die Verarbeitung der Rohbraunkohle zu Briketts und die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten der Briketts in Haushalt und Industrie. Die Werbeveranstaltung war sehr gut besucht. 450. Jubiläum des Grünberger GallusmarkieS. 4- Grünberg, 5. Mai. Die Gallusmarkt- kornmission und der Vorstand des Verkehrsvereins hielten eine Sitzung ab, um über die Aus»- gestaltung des diesjährigen Gal- lusrnarktes zu beraten. In diesem Iahre kann nämlich Grünberg das 45 0. Iubiläum seines Gallusmarktes begehen, denn am 31. Ianuar 1481 wurde der Stadt von dem damaligen Kaiser Friedrich HL aus dem Hause Habsburg das Recht verließen, am St. Kalixten- abenb (14. Oktober) einen „freien I a ß r - markt" zu beginnen. Man war allgemein der Meinung, daß dieses für die Stadt wichtige Ereignis durch eine besondere Veranstaltung begangen werden müsse. Geplant ist unter Mitwirkung der Vereine und sonstiger Kräfte eine Feier am vorhergehenden Sonntagabend in der Tum- holle. in deren Mittelpunkt ein historisches Festspiel, umrahmt von Ansprachen, gesanglichen und anderen Darbietungen stehen soll. Eine engere Kommission unter dem Vorsitz des Bürgermeisters soll das Rähere darüber bestimmen, ebenso auch entscheiden, ob vielleicht am zweiten Markttage eine Wiederholung des Festspiels stattfinden soll. Ferner hielt man es für wünschenswert. den auswärts wohnenden ©rünbergem besondere Einladungen zu dem Iubiläum zugehen zu lassen. Weiter soll der Ausgestaltung des Iux- plahes, der sich immer als die beste Anziehungskraft erwiesen hat. besondere Sorgfalt zugewandt werden. Auch soll die Stratzenschmückung mit den vor einigen IaHren für diesen Zweck beschafften Fahnen und Wimpeln wieder erfolgen womöglich noch in erweitertem Maße, ebenso soll die Straßenbeleuchtung auf dem Marktplätze und den Hauptstraßen durch stärkere Lampen wirkungsvoller gestaltet werden. 4% Cefleneldittoe Solbrente . . 4,20% Ocstcrreichische Silberrente 4% Oellerreichllche Einheitliche Rente .......... 4% Ungarilche Goldrente .... 4% Ungarilche ClaotSrente v. 1910 o. H. niedriger eröffneten. Letztere erschienen mit Minus-Minus- Zeichen. Auch Bankaktien verzeichneten überwiegend Kursrückgänge bis 1 v. H. Elektrowerte bei geringen Umsätzen unverändert. Von Kaliwerten gewannen Salzdetfurth trotz des schwächeren Absatzes im April 1 v. H., gaben aber später wieder nach. Schiffahrtswerte gehalten. Von variablen Werten zogen Jung- H. ®. Farben-Industrie... 12 Dynamit Nobel.......6 Scheideanstalt ...9 Goldschmidt ...... .6 Rütgeröwerke ....... 0 MetaUgeiellichaft.......8 Der Ä' i, unb ZÄt-ats j J Betrieb« ZunM « lasse für 1 Rechnung s ' sS Die j ferver^ Ä.® Älub:Eim -KÄ babes für i * und A । Wirde genehm Sie Ä>e 4r 1 trizUätsv J jo Einnahme J 2861782,73 % Lj Die Aechr ßenbahns J nähme und Acnchmigt Sine Zeche : Rechnung für 5 der Vater die elterliche Gewalt verwirkt, wenn er wegen eines an dem Kinde verübten Verbrechens oder vorsätzlichen Vergehens zu einer Gefängnisstrafe von mindestens sechs Monaten oder mit Zuchthaus bestraft worden ist. Außerordentlich beachtlich und wenig bekannt ist, daß für den Fall, daß die Mutter die volle elterliche Gewalt ausübt, sie die Bestellung eines Beistandes zu ihrer Unterstützung verlangen kann. So segensreich diese Einrichtung ist, wird von ihr in der Praxis des täglichen Lebens doch selten Gebrauch gemacht: vielfach glaubt die Mutter dadurch in ihren Rechten beschränkt zu werden. Das ist ein Irrtum. Der Beistand soll die Mutter beraten, eine Entscheidungsgewalt hat er dagegen nicht. 0r. C. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6.Mai 1931. Kraftfahrer, schont das Wild. Der Deutsche Touring-Club (DTC.) hat wiederholt seststellen müssen, daß durch Kraftfahrer bei Fahrten in der Dunkelheit Hasen und Kaninchen, die auf den Landstraßen in den Lichtkegel der Scheinwerfer gerieten, teils mit Absicht, teils aus Fahrlässigkeit überfahren wurden. Abgesehen davon daß das absichtliche Ueberfahren von Wild zweifellos strafbar ist und daß auch die Möglichkeit zivilrechtlicher Er- satzpflicht besteht, wenn dem Fahrer Vorsatz oder Fahrlässigkeit nachgewiesen wird, muß es als eine außerordentliche Roheit bezeichnet werden, em Tier mit dem Auto zu Tode zu Hetzen. Der Deutsche Touring-Club betrachtet es als eine Selbstverständlichkeit, daß kein anständiger Fahrer einen solchen Wlldfrevel begeht, und er bittet, rücksichtslos alle Kraftfahrer zur Anzeige zu bringen, die vorsätzlich oder fahrlässig Wild auf der Straße überfahren. Daten für Donnerstag, 7. Mai. Sonnenaufgang 4.49 Uhr, Sonnenuntergang 19.55 Uhr. — Mondaufgang 1.34 Uhr, Monduntergang 8.06 Uhr. , 1833: der Komponist Johannes Brahms in Hom. bürg geboren: — 1840: der russische Komponist Peter Tschaikowsky in Wotkinsk geboren; — 1851: der Kirchenhistoriker Adolf von Harnack in Dorpat geboren; — 1880: der französische Schriftsteller Gustave Flaubert in Craisset bei Rouen gestorben; — 1919: Vertrag von Versailles. Bornotizen. — Volkshochschule. Man schreibt uns: Die Kurse Menschen unserer Zeit" (Professor Messer), Potenzen Wurzeln, Logarithmen" (Studienrat Dr. Heufsel) und „Englisch für Fortgeschrittene" (Studienassessor Christ) nehmen mit dem heutigen Mittwoch ihren Anfang. Die Kurse finden in der Universität statt; die Hörsäle sind aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Gasvorträge mit Schau kochen finden am Donnerstag und Freitag, jeweils 20 Uhr, im Saale des Cafe 2d6 statt. Da auch diesmal wieder — wie man uns mitteilt — mit gutem Besuch zu rechnen sein dürfte, empfiehlt es sich, daß die Interessenten sich rechtzeitig mit Eintrittskarten' versehen, die kostenlos in allen Gasgeräte- und Fischgeschäften, im Städtischen Gaswerk und im Volksbad erhältlich sind (Siehe gestrige Anzkeige.) • ** Ruhestörung durch anhaltendes Musizieren. Das Polizeiamt weist darauf bin, -aß anhaltendes Musizieren, insbesondere Klavier- spielen Spielenlassen von mechanischen Musikappo- raten '(Grammophonen, Radiolautsprechern u. dgl.) im Freien oder bei offenen Fenstern meist eine erhebliche Belästigung der Nachbarschaft bildet und häufig den Tatbestand des § 360, Ziffer 11, des Reichsstrafgesetzbuches (ungebührliche Erregung ruhe, störenden Lärms oder Verübung groben Unfugs) erfüllt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, einzuschreiten. " Die Fünfziger-Vereinigung 1 8*6 7 /1 9 1 7 beging am Sonntag in der Stadt- kivche die 50. Wiederkehr ihres Konfirmations- tages. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Musikvortrag des Vereins für Christliche Musik, ..Chor aus Messias" (Händel) und einen Gesa g des Knabenchors. (Sodann erinnerte Pfarrer Deckerin seiner Predigt daran, daß vor fünfzig IaHren am 24. April in der Stadtkirche 104 Knaben durch Pfarfer D. Schlosser und 103 Mädchen durch Pfarrer R a u m a n n konfirmiert wurden. Viele von diesen seien nicht mehr am Leben, viele habe das Leben in andere Gegenden verschlagen. Die noch hier Lebenden hätten 8,25 15 6,75 । 5. Mol_______ Amtliche Nollerung fficlö | grief 1-Uhr« 6.5. Banknoten. Mal Ansang« Kurs 6.5. ^rdhffurl o. M Derlin Frankfurt a. V(. Berlin Schluß« fur4 1-Uhr- Kur« Schluß« fürs Anfang« fturd Schluß» turs l-Uhr« Kur« Schluß» 1 Anfang» turs | Kurs Datum 5.5. 6.5. 5.5. 6.5. Datum 55. 6.5. 5.5. 6.5. 6% Deutlche Retchr-nUethe von 1927 ......... 7% Deutsche ReichLanleihe 84,75 100 55,5 5,13 95,5 55,5 54,5 101,5 95,5 91,25 100,5 96,5 Illi 1 1 1 1 । । । । । । 84,75 100,1 55,5 5,13 95,75 54,9 100,5 96,5 | | I I 1 1 1 1 1 1 । । Hamburg-Amerika Bake« ... 7 Hamburg-Südam.Dampflchill. 8 Hansa Damplschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine Deutlche Credttanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgelelllchaft . 12 Commerz, und Prival-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutlche Bank und TiSconto-GescUschaft, ... 10 Dresdner Bank......10 Nelchrbank........13 A.EG............8 Bergmann .........9 Elettr. Lteserungrgelellschast. 10 Licht und Kraft......10 Kellen & Guilleaume . . . iy* Gcsellichast für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Eleltrizitätt-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 E-bucken «Eo.......11 Siemens K Halske ..... lf Traneravio......... Lalimeyer SCo.......10 56,25 57 118.5 107,25 131,5 103,5 103,5 144,5 101 114 116,5 80 119 135 159,5 125 57 107 103 103,25 143,5 101 125,25 55,'75 110 79,5 56,9 118 107 132 103,25 103,5 143,75 99,25 84,5 110,75 115,5 78,5 116,75 111 134 159 123,65 56,25 79,5 57 118,25 107 131 103,4 103,5 144,5 101,5 116,25 80,25 117 '135 124,25 Deutsche Anl.-lllblöl.-SchuId mtl Desgl. ohne Auriol.- 6% Hell. Aoll-ilaat (tüdiofilb. 102%) Obrrhcftcn Provln» AuSlol.-Rechien Deutlche Kamm. Sa Anleihe Serie 1 6% Rranlf. COP.-S XIII unlünobat b 7% fiianlf. £>t)p.«2 unkündbar 613 19' 4%% Rheinische Hr Rechte . . bon 1929 . Anleihe mli mmeiabU Zank Solbpse 3 1934 . . . Sank Goldvle 2..... V.-Bank 8% Pr. Londervlc DIondbnese R. 1' 6% Pr. LanveSPic Komm^Lbl. N. 1% Pr. Landeevl Bsondbrtcle N. tl O.@.@. dbg. Aorcr nen, rückzahlbar nbbriefan flalt ..... nvbriekcmllalt 0...... indbriesanklalt egs« Obligatio. 4,18 4,20 58,10 58.34 112,06 112.50 20,362 20,442 16,375 16,435 168,16 168,84 21,99 22,07 111,98 112,42 58,97 59.15 2,485 2.505 112,10 112,54 80.63 80,95 43,51 43,69 12,395 12,455 73,00 73,30 Frankfurt a. M. 30,5 29 30 — Amit.» SR oft. 168.56 168,90 168,53 168,87 — — 149 1 150,5 Buen.-AireS Brss-'Antw- 1,322 58.335 1,326 58,455 1,320 58,335 11324 58,455 81,25 80 ,*75 78,25 | 81,75 Christiania. .fiopenbagen ßiodbolm ■ 112,30 112,30 112,52 112,52 112,30 112,30 112,52 112,52 96,5 96 93 96 112,42 112,64 112,43 112,65 91,5 —— 89,75 91 HelsrngsorS. Aralien. . . 10,558 10,578 10,556 10,576 80,25 79,5 80 79 21,97 22,01 21,97 20,482 22,01 —— — — —— London • , » 20,402 20.442 20,442 — —— 124,5 125,5 9/eunort • • 4,196 4,204 4,195 4,203 28.65 — 28 28,4 Paris.... 16,399 16,439 16,394 16,434 80.5 — 80,75 82 ■ Schweiz .. 80,481 80,497 80,795 80,955 — — —— — » Spanien • ■ 43,86 43,94 43,71 43,79 — — — —— ksapan . . • 2,075 2,079 2,075 0,289 2,079 —— —— 49 49 >Hio Ve Jan. 0,282 0,284 0,291 105 — 104 105,5 Wien in D.« 59,14 241 — 241 241 E?eft. adgest. 59,03 59,15 59,02 Prag . . . 12,427 12,447 12,428 12,448 15,75 Bclzrad . . 7,380 7,394 7,377 7,391 _ _ 32,5 Budavell - - 73,14 73,28 73,14 73,28 3,042 _ — Pulaarien. 3,037 3,043 3,036 _ ,— Lissabon 18,85 18,89 18,85 18,89 _ — Tanüa. . 81,56 81,72 81,56 81,79 1,789 68 - .Ronftantm. 1,784 1,789 1,784 _ — Athen. . 5,44 5,45 5,34 5,49 » _ Kanaoa . 4,193 4,201 4,192 4,200 _ __ UnuuaO . 2,687 2,693 2,667 2,673 20,955 120,5 — 121 118 Kairo . . 1 20,915 20,955 20,915 Deutsche Linoleum .....O Nat. Automobil . . Orenlietn & Koppel Leonhard Tietz . . .....O .....6 .... 10 Staotrats-Sitzung in Gießen des städtischen Was SJL-tfpoti 4 996 782,52 Mark Mark Ausgabe, in 5 682 023,41 Mark Mark Ausgabe ab. Die Rechnung Gießen. mit der Verurteilung iner Geldfirafc • Gießen, 5.Mai 1931. Der Gießener Stadtrat trat heute nachmittag im Stadthaus, Bergstraße, zu einer kurzen öffentlichen Sitzung zusammen. Anwesend waren Oberbürgermeister Dr. Keller, Bürgermeister Dr. Seid, die Beigeordneten Dr. Hamm und Iustizrat Dr. Rosenberg, sowie 22 Stadtratsmitglieder. Betriebsrechnungen von 1927 und 1928. der Dermögensrechnung mit Einnahme und 5 504 924,67 168.5J 1,320 58-335 112,30 112'g »l ta 16,39 1-Z zeade Chancen unausgenüht ließen, einen Schuß über das Tor jagten, eine Ecke ausließen. Aber bereits in der zweiten Minute setzte Haupt einen scharfen Schuß auf des Gegners Tor, unhaltbar lär den Tormann, und brachte so seinen Verein iit Führung. Bald darauf hatte allerdings auch 3ülfer Gelegenheit, sein Können zu beweisen. 3ii flotter Spielhandlung, bei schönen Einzel- •kiftungen wechselten die Angriffe: die Fried- berger, die anfänglich etwas hilflos spielten, timen in Fahrt und verlegten den Kampf mehr in. die Mitte des Spielfeldes, die BfB.er blieben jedoch immer leicht überlegen. In der achtzehnten Minute fiel der Ausgleich als Abschluß eines gut angelegten Angriffs. In der Folge tcüdten die Friedberger etwas mehr, ohne jedoch las Kommando an sich reißen zu können. Lehr» «inrnd schuf kurz vor dem Wochse' int Anschluß on eine schöne Vorlage den Ha.bzeitstand 2:1 ' iwr den DfB. Rach dem Wechsel änderte sich an der Di- hutiion nicht viel, die Gießener : lieben weiter leicht überlegen, der Gegner arbeitete aber auch einige Chancen heraus, versagte jedoch vor dem Tvr. Eine selbst von den Plahbesihern als reichlich hart bezeichnete Schiedsrichterentscheidung leichte einen Elfmeter für die VfD.er, der von Xüter glatt verwandelt wurde. Im Verlauf der unhaltbar verwandelt wurde. Dar' nun etwas härtere Formen an, kitngtert sich energisch, um eine f läge zu verhindern, aber kurz v lang Haupt doch noch ein Tr ihm Lehrmund uneigennützig den C. intk. Ein Ergebnis von 5:2 hätte 58,10 112.06 20,362 16,315 168,16 21.99 111,98 ?485 43,51 12-395 73,0» BfB.-Gießen. B(B. Gießen (Ciga) — VfV. Friedberg (£iga) 5:1. Die sieggewohnten Friedberger, die auch in Gießen schon des öfteren erfolgreich waren, mußten bei ifta .9(1 3M 455 1,52 1,52 1,64 ,578 2,01 ,442 204 ,439 497 Sisd____ 1,3g 53,1k l'iS '» -r S: Zunächst wurde dieRechnungder Stadtkasse für das Rj. 1 9 2 7 genehmigt. Die Rechnung schließt in der Betriebsrechnung mit — . Ermahnte und 4 922 073,67 ---TT Mtrttt ■U1'- ! ui*- Iniiv otumny in uv» KV Aleoüllllm. rerS Spielhälfte fest sehen konnten, zwei glän ; ob tl W- klaffe A. Deitsprung: 1. Gräf 1900 : 5.35 : 2. Köller (Butzbach): 5.18; 3. Schlarb 1900 : 4,60. Kugel- stoßen: 1. Luh VfB. Gießen: 13,86; 2. Schneider (Ettingshausen): 10.30; 3. Rau (Lich): 9.20. 1 0 0 Me t e r: 1. Koch 1900 ; 2. Kirchheimer VfB. Gießen; 3. Matern (Butzbach). Tauziehen: 1900 I: VfB. I nicht angetreten; 1900 II gewinnt gegen Ettingshausen; Butzbach gewinnt gegen 1900 III; L ch gewinnt gegen 1900 IV. 4X100- Meter: 1. Butzbach; 2. 1900 (die anderen Mannschaften traten nicht an). 1900 führt mit großem Vorsprung, verlor beim letzten Wechsel den Stab, holt aber bis um Drustbreik wieder auf. sicht zutage getreten, daß mit der Genehmigung weiterer Bäcker-Kaffeewirtschaften Schluß zu machen sei, weil verschiedentlich in derartigen Geschäften ein Offenhalten über die Ladenschluhzeit hinaus vorgekommen sei und daher die Entwickelung eines Rachtverkehrs in diesen Wirtschaften befürchtet werden müfse. Die große Mehrheit des Stadtrats trat diesen Erwägungen nicht bei. Darauf erklärte der Beigeordnete Iustizrat Dr. Rosenberg, daß die Mehrheit des Ausschusses gegen das vorliegende Konzessionsgesuch auch nichts einzuwenden haben werde, wenn der Ausschankbetrieb auf die Ladenzeit beschränkt bleibe. Bei einem Gesuck des Invaliden Karl Dier - lamm um Erlaubnis zum Ausschank alkoholfreier Getränke im Erfrischungshäuschen Krof- dorfer Straße 5 wurde die Bedürfnisfrage bejaht und das Gesuch befürwortet. Die Stadtrats- mitglieder S ch w i e d e r und Horn möchten nunmehr die weitere Einrichtung derartiger Erfrischungshäuschen vermieden sehen, da jetzt schon eine Llebersetzung gegenüber dem Bedarf bestehe. Stadtratsmitglied Ad. Schmidt rügte, daß manche der Erfrischungshäuschen bis spät nachts osfengehalten werden, ohne begründeten Anlaß, und daß in dieser Zeit nur Rauchmaterial verkauft werde. Er ersuchte um Abhilfemahnahmen. Das Gesuch von Wilhelmine G r e i l i ch , geb. Hagner, um Erlaubnis 5um Schankwirtschaftsbetrieb mit Branntweinausschank im Hause Reuenweg 28, „Zum Löwen", wurde befürwortet. Die erhöhte Sondergebäudesteuer. Stadtratsmitglied L a u n s p a ch frug zum Schluß noch an, ob die Stadtverwaltung ebenfalls beabsichtige, die Sondergebäudesteuer nach dem Myster des hessischen Staates zu erhöhten Sähen zu erheben. Einem solchen Vorgehen werde seine Fraktion nicht zustimmen. Oberbürgermeister Dr. Keller erklärte, die Sondergebäudesteuer werde nach Maßgabe des Voranschlags und der gesetzlichen Bestimmungen erhoben. Die Stadtratsmitglieder Horn und Leop. Mayer mochten ebenfalls gewichtige Bedenken und Vorbehalte geltend. Auf Vorschlag des Stadtratsmitglieds Horn wird sich der Finanzausschuß des Stadtrats in seiner nächsten Sitzung mit dieser Angelegenheit beschäftigen, von der Stadtverwaltung werden für diese Sitzung die erforderlichen Aufschlüsse erwartet. Der Stadtrat trat hierauf in die nichtöffentliche Beratung ein. verlauf eher entsprochen. Der Schiedsrichter konnte nicht überzeugen. Spielvereinigung 1900 Gießen. VfB. Kurhessen Marburg (Liga) gegen Spvg. 1900 Gießen 1:1 (0:0). Das anläßlich des Iugendtages bestehende Fußballspielverbot bestimmte die beiden Vereinsleitungen, das für den Sonntag vorgesehene Rückspiel in Marburg schon am Samstagabend auszutragen. 1900 bestritt das Spiel in einer zuverlässigen Ausstellung. Die Läuferreihe und die drei Schlußleute lieferten eine ausgezeichnete Partie. Sie ließen dem schnellen Gegner nicht viel Zeit zur Entfaltung, ohne dabei auch nur einen Moment den eigenen Spielaufbau zu vernachlässigen. Der erstmalig mktwirkende Torwart (früher Westmark Trier) erwies sich als sehr gut. Eine ganz vorzügliche Partie lieferte der junge Mittelläufer. Bewunderung erweckten dessen hervorragende Kopfbälle. Das Schmerzenskind war immer noch der Sturm, der durchweg nicht schnell genug war und es im entscheidenden Moment am entschlossenen Torschuß fehlen lieh. Die linke Angriffseite überragte die rechte. Fast alle Entscheidungen des Schiedsrichters kamen zu spät, oft erst auf Zuruf. Das Spiel wurde sehr fair aus- getragen. Gleich nach Anstoß fand sich Gießen gut zusammen und konnte das Spiel leicht überlegen gestalten. Die Kampfhandlungen spielten sich zum großen Teil in der Marburger Spielhälfte ob. Der Gastgeber wurde nur durch einige Durchbrüche seines Rechtsaußen gefährlich. Auch bei Marburg waren die drei Schlußleute in großer Form. Dem überragenden Können seines Torwarts verdankte der Plahverein das Llnentschie- den. Mitte der ersten Halbzeit schoß Adelberger einen Elfmeterstrafstoß daneben. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Rach der Pause machten beide Mannschaften energische Anstrengungen um die Führung. Aber erst 20 Minuten vor Schluß konnte Wilhelmi auf Halbrechts durch entschlossenes Rachsetzen 1900 die Führung verschaffen, die bis Dahin schon mehr als verdient war. Die Gießener verloren aber bald darauf den linken Verteidiger Iäckel. Marburg kam dadurch etwas mehr auf. Fast mit dem Schlußpfiff konnte Marburg durch einen Elfmeter gleichziehen und dadurch ein Resultat erzielen, das keineswegs dem Spielverlauf entsprach. Bedauerlich war es, daß sich der Schiedsrichter bei Fällung dieser harten und ungerechten Entscheidung, die die Gießener um den verdienten Sieg brachte, von Marburgs Publikum und von den Spielern beeinflussen ließ. Die Ligareserve hatte sich gleichfalls für Samstag Steinbergs 1. Mannschaft nach Gießen verschrieben. Obwohl 1900 mit zahlreichem Ersatz antrat, enttäuschte die Mannschaft nach der angenehmen Seite, der vielleicht sogar einen knappen Sieg gerechtfertigt hätte. Das spannende Spiel endete 3:3 Unentschieden, nachdem es schon bei der Pause 2:2 stand. Zugendtag-Ergebnisse. Del den aus Anlaß des Iugendtages auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 aus- getragenen leichtathletischen Wettkämpfen wurden folgende Ergebnisse erzielt. (Genannt sind jeweils nur die drei ersten Sieger.) ihrem jüngsten Gastspiel eine überraschend hohe Niederlage kassieren. Zwar lieferten die Gäste ein schönes Spiel, waren in der Ballbehandlung sicher, deckten den Gegner sorgfältig ab, gingen energisch nn den Boll, ließen ober an Kombination und im Klasse B. Hochsprung: 1. Radon VfB.: 1,45; 2. Lenzer 1900: 1,20 ; 3. Diedenkapp (Flensungen): 1,15. Spe erwerfen: 1. Herbert 1900: 32,27; 2. Theiß (Flensungen): 19,45. 1 00 Meter: 1. Wagner VfB; 2. Rühl (Flensungen); 3. Groß 1900. Hinderni slaufen: 1. VfB. Gießen; 2. Flensungen; 3. 1900. Klasse C. 7 5 Meter: Diese wurden in vier Abteilungen gelaufen. I. Weihrauch 1900, Schmitz 1900, Hornung (Butzbach), Kreiling (Wieseck; II. Größer (Wieseck. Hörder VfB, Fischer VfB., Goldschmidt VfB; III. Krieger (Wieseck), Ommert 1900, Eisenhut (Wieseck). W e i t s p r u n g: I. Volk 1900: 3,98; 2. Leschner (Butzbach) 3,71; Hammel (Wieseck): 3,71; III. Maural (Butzbach): 3,69. Ballweitwurf: 1. Haas (Wieseck): 59,90; 2. Blei (Flensungen): 57,30; 3. Groh 1900: 56,90.\ MTV. Gießen in Frankfurt-Rödelheim erfolgreich. 17 Siege — 8 erste Siege. Me seine Vorgänger, war auch das von der Rödelhsimer Turngemeinde 1847 veranstaltete 6. Kretsoffenc Sportfest ein voliler Erfolg. Richt weniger als 450 Teilnehmer hatten s'ich gemeldet. Die erzielten Ergebnisse dürfen als sehr gut bezeichnet werden. Erwähnenswert ist, daß sich unsere Giehencr Vertreter gegen die äußerst starke Konkurrenz aus den Grvh- städkn Frankfurt, Mainz, Darmstadt, Hanau usw. sehr gut zu behaupten verstanden. Schon am Samstagnachmittag zeigten die Iu- § endlichen ihr teilweise ausgezeichnetes Können. In der Klasse der Iugend-Turnerinnen, bei denen nur vier Einzelkonkurrenzen ausgeschrieben waren, zeigte sich Frl. R ö h m i g jeweils als Beste; sie errang vier erste Siege, und zwar im 75-Meter-Lauf mit 10,2 Sek., im Hochsprung mit 1.35 Meter, im Weitsprung mit 4,61 Meter und im Schlagballweitwurf mit 54,60 Meter. Auch in der Turnerinnen- O b e r ft u f e'geigten sich die MTV.erinnen von ihrer besten Seite; von den sieben ausgeschriebenen Konkurrenzen waren die Gießener Farben bei fünf unter den drei ersten Siegerinnen zu finden. Mit einer ausgezeichneten Leistung wartete Frl. Bickelhaupt im 100-Meter-Lauf auf, konnte sie doch mit 12,8 Sek. die seit 1928 von Frl. Schäuh, Wiesbaden, aufgefteHte — und seither nicht mehr erreichte — Kreishöchstleistung erzielen und sich vor die Kreismeisterin Frl. Brückner, Mainz, an die erste Stelle sehen. Im Hochsprung wurde sie ebenfalls mit 1,40 Meter erste und im Dreikampf zweite Siegerin.. Frl. C s p a ch belegte im Hochsprung den zweiten, im Weitsprung den dritten und im Dreikampf den fünften Platz. Frl. Amend bestritt nur den Dreikampf und wurde sechste Siegerin. In der 4xl00-Mekrstaffel für Turnerinnen gingen die Giehenerinnen — Frl. Espach, Amend, Röhmig, Bickelhaupt — vor Turnerbund Wiesbaden, „Vorwärts" Dockenheim und TV. 1860 Frankfurt I. als überlegener erster Sieger durchs Ziel. Auch die Turner warteten mit beachtenswerten Leistungen auf. H. Rotherntel setzte sich im Kugelstoßen mit 11,70 Meter an erste Stelle und wurde im Dreikampf (Oberstufe), trotzdem er 52 Punkte erreichte, nur zehnter Sieger. Im Stabhochsprung erreichte L. M a lkörn e s i u s gemeinsam mit Weiland, Offenbach, ' und Krayer ,, Riederrad, die 3-Mcter-Grenze, wurde jedoch im Stichkampf auf den dritten Platz verwiesen; im Dreikampf (Oberstufe) wurde er mit 50 Punkten zwölfter Sieger. E. S e y b wurde im Dreikampf (Unterstufe) durch einen Versager beim Kugelstoßen nur fünfzehnter Sieger. Mit diesen siebzehn Siegen haben die Vertreter des Männerturnvereins die neue Saison würdig eröffnet. Ein Weltrekord im Gegelflug. Der Frankfurter Pilot Groenhoff fliegt 265 km weit. Anläßlich der Einweihung des neuen Münchener Flughafens weilte der Frankfurter Pilot Groenhoff mit dem Segelflugzeug „Fafnir" der Rhön-Rossitten-Gesellschaft dort, um Schausegelflüge auszusühren. Am Sonntag war die Witterung aber für größere Flugleistungen nicht geeignet, so daß Groenhoff erst am Montag zu einem längeren Fluge aufsteigen konnte. Er ließ sich von der Motorschleppmaschine der Rhön- Rossitten-Gesellschaft bis auf fast 500 Meter Hochschleppen und dann loslösen. Cs gelang ihm, über der Stadt München noch fast weitere 500 Meter emporzusteigen, so daß er schließlich eine Höhe von 1000 Meter erreicht hatte, die es ihm gestattete, l1/» Stunden über dem Weichbilde Münchens zu kreuzen. Dann kam ein Gewitter auf; dessen Dorwinde Groenhoff geschickt aus- nuhte und vor bem Gewitter davonflog. Gegen 5 älhr nachmittags wurde er über Regensburg gesichtet, nachdem er inzwischen bis auf 1200 Meter gestiegen war. Schließlich landete er abends gegen 8.30 Llhr in Kaaden in der Tschechoslowakei. Kaaden liegt in der Rähe von Karlsbad am Rande des Erzgebirges. Die von Groen- hoff zurückgelegte Strecke beträgt nicht weniger als 265 Kilometer. Damit ist es dem kühnen Ftte- ger gelungen, den alten Weltrekord des Wiener Robert Kronseld um über 100 Kilometer zu schlagen. Bemerkenswert an dieser neuen Höchstleistung ist, daß sie über eine vollkommen ebene Strecke erhielt worden ist, während z. B. auch die Höchstleistung von Kronfeld nur dadurch möglich war, daß er sich immer an Gele r w e r k s für das Rj. 1 928 weist an Einnahmen 514 858,35 Mark, an Ausgaben 514 250.02 Mark auf. Wurde genehmigt. Die Rechnung des städtischen Gaswerks für das Rj. 1 9 2 8 zeigt folgenden Abschluß: Einnahme 1 267 483,34 Mark, Ausgabe 1262 862,10 Mark. Genehmigt. Die Rechnung des städtischen Volks- Lades für das Rj. 1 9 2 8 schließt in Einnahme und Ausgabe mit je 70 81^,68 Mark ab. wurde genehmigt. Die Rechnung des städtischen Elek- ir i ä i tätswerkes für das R j. 1 928 weist in Einnahme 2 862 196,51 Mark, in Ausgabe 2861 782,73 Mark auf. Genehmigt. Die Rechnung der städtischen Straßenbahn für das Rj. 1 9 2 8 schließt in Einnahme und Ausgabe mit je 515 183,73 Mark ab. Genehmigt. Eine Reihe uneinbringlicher Außenstände zur Rechnung für 1927 wurde niedergeschlagen. Schankkonzessionsgesuche. Ein Gesuch des Bäckermeisters Aug. Deibel II. um Erlaubnis zum Kaffeewirtschaftsbe- ttieb im Hause Reuenweg 50 sollte nach dem Vorschläge des Sozialpolitischen Ausschusses ab= gelehnt werden, es wurde aber mit großer Mehrheit zur Genehmigung befürwortet. Für die Genehmigung des Gesuchs sprachen sich aus die Stadtratemitglieder Horn, Ricolaus.Beck- mann, Leop. Mayer, Ad. Schmidt und Loeber; dagegen wandte sich Stadtratsmitglied Rahnefeld, während Stadtratsmitglied Hirsch und Beigeordneter Iustizrat Dr. R o - I enberg die Gründe des Sozialpolitischen Ausschusses darlegten. Im Ausschuß war die An- 58,y A Ä i« s,n J.5O5 1118 ü: V wtiudi5> ---- 6>*-< ;weiten Halbzeit erhielten die Hiesigen noch einen elhnekr zugespvochen, der ebenfalls von Ritter rpiel nahm Gäste Der» 'e Rieder- chluß ge- nachdem . vorgelegt dem Spiel» - Surfe ' bliebt 'en SMchfN'n in Qber "'s au Äm- I "S*ij25Ä -sc. I ite eine Me im. i ^f^en I b°t der Tend °ru bma;VQ5®ei<3 ! und bestand in | Sur " r uls 1,) o.h. waren S BerkehrsweL süddeutsche Zucker Quffickn. Schlesische . "befurch,ungen (man v- h Anleihen ruhig, ! 5 0,(5 v.h. Häher, rschutbuchsorderunaen M’gtc sich aus 4,75 'annte man mit 5,25 stellten sich auf zirka M Farbenmarkt aus- ■ Später drückte aber wieder mehr auf die!’ leiten Gewinne gingen'! ■ Vereinzelt ging das ’ Anfang zurück. Be> \\ 2,5-v.h.-Riickgang der |! eiter schwache Seron- I ch Salzdetfurth büßten j der ganz ein. reidebörse. . Es wurden notiert*. 17,50, Hafer (inlänbu enmehl (süddeutsches, ioggcnmetjt 30,50 dis. igenUeie 14 bis »14,25 ö. hiesiger Kaufmann lescheidenen Lerhält- tarnten, bet ben Gr>—, , • . ~ — - im in -Sarieben on-B ^tellungsspiel soviel zu wünschen übrig, daß es der obren M M enl- * nicht allzu oft gelang, die Läuferreihe zu über» .^ k«Darlebrns M^?"iden, geschweige denn hie Betteidigung mattzu- r-Sa ffir > , Wn. Wohl wurden einige Angriffe sehr gut vor- ^ Darlehens n«h Setragen, die Läuferreihe gab sich redlich Muhe, V? £ jES I °bfr der Sturm spielte so unrationell, daß selbst • mrLnm hwobl! swingende Torchancen unausgenützt blieben. Außer- in.cn dem ließen die Innenstürmer im Torschuß die nötige lallchen An-U Exaktheit vermissen. Die Platzbesitzer, die zunächst 6 5)arl£cber °^ne Bingel, der erst kurz vor Halbzeit erschien und bCrv \«^rihaft noch M'flc Snoej fern Gebiete Wbem auch sungrneh Berbrauc eine bessere 1 sslektrisir streiken er Weiten sind 00^ verstärkte 3 " Trup uhren. Auf i die Kon fe g*«a Mldau ft bel d- &nben $ Lr gM L>lfer Auunqsbo Ä te a.,f W