Nr. 31 Erster Blatt 181. Jahrgang Zreitag, 6. ßedruar |93J Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drnrf ond Verlag: vrühl'sche Univerfitülr-Vuch- nnö Steinöruderei B. Lanze in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße L Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für .Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20" , mehr. Chefredallteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für *PoIitib Dr Fr. Wilh Gange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumjchein und für Öen Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in (Biehen. 6rld)etnt tüglich,nutzer Sonntags und Feiertag«. Bette««: Dte 3Qu|tnerte Gietzener Familienblätte, Henn al im Bild Die Scholle MonatS'Sezugsvretr: 2.20 Reichsmark und 30 Rerchspfenntg für Träger« lohn, auch bet Richter- Kiemen ernzelnerNummern folge Hähern Gewalt. Hernlorechanlchlüfle anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Oietzen. postfcheiNonto: Staffiert am Main 11686 Der Reichskanzler beginnt den Kampf um den Etat. Dr. Brüning fordert normale parlamentarische Verabschiedung des Reichshaushalts. - Kabinett und ftoungrevifion. Agrarkrisis, Arbeitslosigkeit und Osthilfe. Berlin, 5. Febr. (CB5>3-) Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die zweite Beratung des Haushalts des Reichsministeriums, des Reichskanzlers und der Reichskanzlei in Verbindung mit dem nationalsozialistischen Antrag auf Reichstagsauflösung. Abg. L t ö ck e r (Kom.) beantragt, mit der Etatsberatung die Beratung einer kommunistischen Interpellation zu verbinden, in der behauptet wird, von der Volkspartei und anderen Regierungsparteien sei in Verbindung mit Re- gierungsmitgliedcrn ein Staatsstreich geplant. durch den der Reichstag ausgeschaltet und eine Rationalversammlung einberufen werden solle. Präsident L o e b e weist darauf hin, daß die Interpellation zu spät eingegangen sei, um heute behandelt zu toerbcn. Abg. Stöcker (Kom.): Sie kann sofort behandelt werden, wenn der Reichskanzler sich zur Beantwortung bereit erklärt. (Reichskanzler Dr. Brüning ruft: „Ich bin bereit!"). Präsident Locbe: Der Herr Reichskanzler hat sich zur sofortigen Beantwortung bereit erklärt (Heiterkeit). Mit der Beratung sind weiter verbunden Mihtrauensanträge der Raiional- sozialisten und der Kommunisten. Reichskanzler Dr. Brüning erklärt, daß angesichts der heutigen Krise in .Wirtschaft und Politik die parlamentarische Erledigung des Etats eine Frage ersten Ranges sei. Sicherlich ist die Krise zum großen Teil bedingt durch weltwirtschaftliche Einwirkungen. Sie ist aber auch bedingt durch eine Krise des Vertrauens in die Stabilität der deutschen Politik und Wirtschaft. Es ist entscheidend für die zukünftige Entwickelung, daß der Etat auf normalem parlamentarischen Wege verabschiedet wird. Aus die Interpellation des 2lbg. S t ö ck e r (Komm.) kann ich sofort antworten, daß die Relchsregierung solchen Diktaturplänen, wenn sie überhaupt bestehen sollten, re st los ablehnend gegenübersteht. (Unruhe bei den Kommunisten.) Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, daß die Leichsregierung ja gerade den größten Wert darauf legt, daß der Haushalt palamentarisch verabschiedet wird. Die Reichsregierung hat in der Vergangenheit wiederholl vom Artikel 48 der Reich-Verfassung Gebrauch gemacht. Es ist nicht ihre Absicht, bei der Verabschiedung des Etats von dem gleichen verfassungsmäßigen Mittel Gebrauch zu machen. Bei gutem Willen und vollem Derantwortungsbewußtsein des Parlamen.s muh die rechtzeitige parlamentarische Verabschiedung des Etats möglich sein. Der vorliegende Etat ist ausgebaut aus äußerster Sparsamkeit (Ruse bei den Kommunisten: Richt bei der Reichswehr!) unb vorsichtigster Schätzung der Einnahmen. Die Reichsregierung ist entschlossen, im Falle weiterer Mindererträgniste bei gewissen Einnahmeanfähen die Ausfälle nicht durch neue Steuern oder Vermehrung der Schulden zu decken, sondern nur durch eine weitere Senkung der Ausgaben und Ersparnisse. Die Reichsregierung befinde sich in dieser Frage in Uebereinstimmung mit den Forderungen einiger Reichstagsparteien, auch der Deutschen Bolkspartci. « links: „Dingeldey aufstehen!" Heiterkeit.) zierung erbittet d ie Ermächtigung, im Laufe des Etatsjahres weitere Ersparnisse zu machen. (Gelächter rechts.) Solche Ersparnisse werden namentlich nach Durchführung gewisser Reformen in der Verwaltung möglich fein. Die Ermächtigung soll für das In- und Ausland eine Garantie fein, daß die Reichsregierung ihren Weg zur sicheren Fundamentierung des Haushalts weitergehen will. Dieser Weg ist auch der sicherste für eine baldige Lösung der Reparationsfrage. (Gelächter rechts.) Die Reichsregierung ist sich mit allen Kreisen der Bevölkerung darüber einig, daß die Reparationsfrage wie ein düsterer Schotten über dem ganzen deutschen Volke und über allen Rellungsmaßnah- men liegt. Die rhetorischen Lösungen der Reparationsfrage sind nicht geeignet, der Reichs- regierung eine Stärkung in ihren vorbereitenden Maßnahmen zu geben. (Zustimmung in der Mitte.) Es ist bedauerlich, dah im Ausland die Erkennt, nis nicht wächst, dah Deutschland manche rolrt- fchaftspolitischen Maßnahmen treffen muh, die im Auslande unangenehm empfunden werden, um überhaupt Reparationen bezahlen zu können, wir müssen uns die Freiheit nehmen dafür zu sorgen, dah wir die Reparalions- leistungen, solange eine andere Gesamtlösung nicht erzielt ist, so erfüllen, dah wir sie aus eigener Kraft unter Stärkung der eigenen Landwirtschaft und Industrie leisten. Teillösun- gen, wenn sie mit für uns ungünstigen Bedingungen verknüpft sind, sind für die Reichsregie, rnng unakzeptadel. Die Regierung ist vielmehr gesonnen, die gesamte wirtschasks. und Finanzpolitik so ousznbauen auf lange Sicht, dah wir eine Gesamtlösung sicher oorbereiten können. 3n den.Dienst der Vorbereitung dieser Gcsamt- lösung wird die Reichsregierung ihre gesamte Kraft stellen. 3m übrigen ist die Reichsregierung nicht gesonnen, sich das Tempo und den Zeitpunkt besonderer Schritte aus Populariläts- gründen diktieren zu lassen. (Veisall bei der Mehrheit. Anruhe rechts.) Die Regierung wird sich nicht aus Popularitätsgründen in Situationen hineinmanövrieren lassen, aus denen nicht eine Besserung der Lage, sondern eine Schädigung des deutschen Volkes entstehen kann. (Beifall und Unruhe ) wir sind fest entschlossen, zu diesem Standpunkt unter allen Umständen zu stehen. 3n Den Verhandlungen mit Vertretern der L a n d w i r t s ch a s t ist es möglich gewesen, zu einer Einigung über einen Gesamtplan zur Rettung der Landwirtschaft zu kommen. Diese Maßnahmen sollen aber keineswegs die Selbsthilfe, auf die es bei der Hilfe für die Landwirtschaft besonders ankommt, ausschalten. Auch über das große Osthilfegeseh ist zur Stunde eine restlose Einigung nahezu erzielt worden. Die Schwierigkeit der Lösung ist deshalb so groß, weil die Meinung in der Landwirtschaft des Ostens selbst geteilt ist. Viele wollen keine Umschuldung, sondern nur eine allgemeine Lastensenkung, und sie würden sich auch dümit absinden, wenn einige kranke Betriebe ganz auf..egeben werden. Die Reichsregierung will Umschuldung und Lastensenkung verbinden, sie will keineswegs auf die Umschuldung verzichten. Eine zweite schwere Sorge ist für die Reichsregierung, wie für uns alle, d i e Arbeitslosigkeit, die in letzter Zeit noch gesteigert worden ist durch Kreditschwierigkeiten. (Lebhafte Unruhe bei den Kommunisten.) Die Regierung hat eine Kommiss ion cmberufen, um diesen Gesamtkomplex durch Besprechungen mit den maßgebenden Instanzen der Wirtschaft und der Arbeiterschaft zu untersuchen und zu einer Lösung zu kommen, von der wir-bestimmt eine erhebliche Minderung der Arbeitslosigkeit erwarten. Die Möglichkeit einer solchen Lösung hängt aber hier ebenso wie bei der Osthilse davon ab, ov der Etat rechtzeitig verabschiedet werden kann. Tie Regierung richtet an den Reichstag die Mahnung, sich der großen Verantwortung voll bewußt zu fein. Aus diesem Gesichtspunkt begrüßt es die Regierung, dah eine Mehrheit sich zusammengefunden hat, um im Interesse eines besseren Geschäftsganges die Geschäftsordnung zu ändern. (Zuruf rechts: Es lebe die Demokratie!) Wir find überzeugt, daß eine Demokratie um so stärker und um so angesehener ist, je mehr sie die Verantwortung fühlt, die ihr auferlegt ist. (Lebhafter Beifall in der Mitte.) Die Vereinbarung über die Aenderung der Geschäftsordnung ist ein Zeichen dafür, daß dieses Haus entschlossen ist, ebenso wie die Reichsregierung unter allen ilmftänöcn dasür zu sorgen, daß die Fehler der Vergangenheit vermieden werden und daß eine Sicherung aller finanziellen Maßnahmen auch für die Zukunft gegeben ist, von der allein eine erfolgreiche Innen- und Außenpolitik letzten Endes abhängt. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Oie Angriffe der Opposition. Oie Sozialdemokraten werden die Politik des Kabinetts weiter unterstützen. Abg. Lllbrich (Kom.) erklärt: (Die Rationalsozialisten verlassen geschlossen den 6aal.) Die Kommission zur Untersuchung der Arbeitslosigkeit bedeute eine Verhöhnung der 5 Millionen Erwerbslosen. In Berlin seien an einem Tage acht Erwerbslose durch Selbstmord geendet. (Hört, hört! bei den Kommunisten.) Angesichts dieser Rot wage man noch, der Industrie Millionen-Subventionen zuzu- schanzen. In der Frage des Lohnraubs sehe man eine Einheitsfront der Kohlenbarone, der Sozialdemokraten und der Rationalsozialisten. Don der Preissenkung habe der Reichskanzler bezeichnenderweise nichts mehr gesagt. Der Kampf gegen den Voungplan werde einzig und allein von den Kommunisten durchgesührt, denn Kampf gegen den Vvungplan bedeute Kamps gegen alle Maßnahmen der Regierung und auch Steuersabotage. Das bedeute Generalstreik gegen den Lohnraub und Massensturm der Erwerbslosen. Am 25. Februar würden die Massen dem Reichskanzler die gebührende Antwort geben. Abg. Or. Goebbels (71(5) wird von den Kommunisten mit lauten Rufen emp. fangen: „Rieder mit dem Arbeitermörder!" Abg. lllbrich (Kom.) zeigt auf Dr. Goebbels und ruft unter dem Gelächter der Kommunisten: „Das ist nun der germanische Typ!" — Präsident Lobe ersucht die Kommunisten wiederholt um Ruhe und ruft wegen eines neuen Zurufs den Abg. Könen (Kom.) zur Ordnung Abg. Dr. Goebbels meint, die Regierung bemühe sich vergeblich, ihren Bankerott zu verschleiern. Wenn das Ausland heute auf die Unerträglichkeit der deutschen Reparationslast aufmerksam wird, so ist das nicht das Verdienst der Reichsregierung, sondern die Frucht des nationalsozialistischen Massensturms Es ist nicht wahr, Herr Reichskanzler, daß wir die Katastrophe wollen. Diese Katastrophe haben Sie ja schon herbeigeführt. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Die Urheber dieser Katastrophe hätten längst schon abtreten müßen. (Sehr wahr bei den Nationalsozialisten und stürmisches Beifallsklatschen.) Das Kabinett arbeitet nur mit Notoerord- nungen, im Volke heißt es, es verordnet die Not. Wenn in Oberschlesien dem Reichskanzler von arbeitslosen Proleten zugerufen wurde ,^Hunger-Diktator!", so war das die Stimme des Volkes, die einmal die Stimme Gottes sein wird (Beifallsklatschen bei den Nationalsozialisten.) Wenn die Nationalsozialisten genötigt sind, zur Durchführung ihrer Ideen Brachialgewalt anzuwenden, so ist das verschuldet durch den Terror, den die Bundesgenossen des Reichskanzlers anwenden. Die öffentliche Ruhe und Ordnung wird in Deutschland nur gefährdet durch die Existenz dieser Regierung. Nicht bei uns sitzen die Hochverräter, sondern in den Mittelparteien. Die Väter der Weimarer Verfassung haben diese Verfassung durchlöchert. Der Hochverrat, den Sie der Opposition vorwerfen, wird tatsächlich von der Regierung getrieben. (Beifallsklatschen bei den Nationalsozialisten. — Präsident Lobe ruft den Redner zur Ordnung. Sie Katastrophe ist verschuldet worden durch die Politik dieses Systems, an der das Zentrum maßgebend beteiligt ist. Wirwerdenesbes» fer machen, sobald wir die Wacht haben. Vorher müssen Sie verschwinden! Sie können an das Volk appellieren, indem Sie unseren Antrag auf Reichstagsauflösungan- nehmen. Dann werden die Rationalsoziättsten mit 180 Abgeordneten wiederkehren. Die RSDAP. hält fest an ihrer sturen, eigen finnigen und trotzigen Oppositionsstellung. (Lebhafte Rufe links: ..Stur! Das ist Selbsterkenntnis I") Wir haben uns verpflichtet aus die Legalität des Weges, nicht des Zieles. Wir wollen legal die Macht erobern, aber was wir mit dieser Macht anfangen, das ist unsere Sache. (Beifallsklatschen bei den Rationalsozialisten und Ruse: „Ihr werdet ja so blaß!") Wir werden eine wahre Regierung des Volkes bilden und dafür sorgen, dah Deutschland von Männern geführt wird. (Zuruf links: „Du willst ja erst ein Mann werden!") Die bürgerlichen Parteien trauern der Iugend nach, die sie verloren haben. Sie rufen immer: „Wer die Iugend hat. der hat die Zukunft!" „Rein, das ist falsch, richtig ist: „Wer die Zukunft hat, der hat die Iugend!" Wir haben die Iugend, weil wir die Zukunft haben. (Beifallsklatschen bei den Rationalsvzialisten.) Als Dr. Goebbels von einer schamlosen 'Bettgenoffen- fchaft des Zentrums mit den Marxisten spricht, wird er vom Präsidenten Loebs zum zweiten Male zur Ordnung gerufen und auf die Folgen eines weiteren Ordnungsrufes (Wortentziehung) aufmerksam gemacht. Dr. Goebbels schlieht: Hätte das deutsche Volk nur die Aussicht auf den Voung-Plan, dann könnte es rerzweifeln: aber weil wir da sind (Lachen links), kann das Voll noch auf Be'reiung rechnen. Wir führen es in den Kampf mit dem Ruie: „Deutschland erwache!" Die Rationalsvzialisten klatschen am Schluß dieser Rede minutenlang Beifall, sie rufen dreimal „Heil!" und verlassen dann gemeinsam den Saal. Abg. Sollmann (Soz) Rach dem hemmungslosen Gefühlsausbruch, den wir soeben erlebt haben, kann man zweifeln, wo die Grenzen der Psychiatrie beginnen. Die Herren Goebbels und ällbricht könnten gemeinsam einen Salon für politische Astrologie auf- macken. Wir haben eine verheerende Wirtschaftskrise und eine Hochkonjunktur für politische Phra- seure und Wunderdoktoren. Die Vertreter von 13 Millionen Deutschen, die nationalsozialistisch, kommunistisch oder deutschnational gewählt haben, konnten in diesem Hause nicht das geringste Positive leisten. Rur eine monatelange wirtschaftliche und politische Panik konnten sie verursachen. Wenn diese Panikstimmung allmählich verschwindet, fo dank der festen Haltung der Sozialdemokratie. Dieser Winter zeigt, daß alle Versuche, illegal zur Macht zu kommen, an der politischen Vernunft und an der physischen Kraft der Arbeiterllasse scheitern. Der Stahlhelm mit feinem Volksbegehren in Preußen, die Rational- sozialisten mit ihrem Antrags auf Reichstags- auflöfung wollen neue Panikstimmung erzeugen. Diese Politik hat zum Ziel: Erhöhte älnsicher- heit der Wirtschaft, vermehrte Erwerbslosigkeit, neue Verwüstung der StaatS'inanzen, neue Kapitalflucht, neue Kreditschwierigkeiten, neue Zins- erhöhung, gesteigerten Ruin mittelständlerischer und bäuerlicher Existenzen, neue Gefahren für Sozialrenten und Deamtengehälter, neuen Lohnabbau, weiteres Herabdrücken des Lebensstandards. Dem Gemisch von älnsähigksit und Unehrlichkeit, das die Rationalsozialisten darstellen, liefern wir unser Volk nicht aus. Die Stunde ruft nach Führern. Diese Führung aber darf nur ein Ziel kennen: Deutsches Volk, deutsche Freiheit und deutsche Zukunft. Abg. D. Oöhring (Ont): Die stärksten politischen Kräfte und Ideen liegen heute bei den Extremen. Mit der durch und durch brüchigen Mitte ist nichts mehr zu retten, wir müssen nur fragen, wer von den Extremen recht« oder links der geschichtsbildende Faktor seinwjrd. Mit der vom Reichskanzler begrüßten Geschäftsordnungsänderung soll doch die Opposition mundtot gemacht werden. (Widerspruch m der Mitte.) Lösen Sie den Reichstag auf und Sie werden jetzt, wo der Aufbruch der nationalen Kräfte sich allenthalben zeigt, sehr bald die Wahrheit über Theorie und Praxis der Regierungspolitik erfahren. (Beifallsklatschen bei den Deutschnationalen.) Abg. Or. Kleiner (Ont.) bedauerte, daß der R e i ch s p r ä s i d en t sich unter dem verhängnisvollen Einfluß seiner Umgebung dazu habe bestimmen lassen, den Reuen Plan und das deutsch-polnische Liguidationsab- kommen onzunehmen, das Polen Milliarden zur Aufrüstung gegen Deutschland schenke. Mit seiner Botschaft vom März 1930 habe der Reichspräsident der Reichsregierung zur Pflicht gemacht, der unmittelbaren Rot des deutschen Ostens mit allen denkbaren Mitteln zu steuern. Die Reichsregierung habe aber nichts getan, diese Forderung zu verwirklichen. Der eisige Empfang der Regierungsmitglieder auf ihrer Ostreise habe ihnen gezeigt, daß die Regierung in den breitesten und besten Schichte der Bevölkerung jedes Vertrauen verloren habe. Das Kabinett habe jede grundsätzliche und umwälzende Reform unterlassen müssen, weil der Reichskanzler nichts tun könne, was nicht vorher die 'Bringung des preußischen Ministerpräsidenten gefunden habe. Ohne radikale Ausschaltung deS Marxismus, ohne grundlegende Reformen, ohne die Herstellung eines vollkommen neuen Fundamentes deutscher Wirklichkeit blieben alle Rot- und Hilfsprogramme Unfruchtbares Stückwerk. Lösen Sie den Reichstag und den Landtag auf, dann werden wir wählen, dah den regierenden Herren Hören und Sehen vergeht. Dann wird der Weg frei werden für Deutschlands Gesundung und damit für die Erfüllung der Botschaft des Reichspräsidenten, für die Rettung des deutschen OstenS. Reichskanzler Or. Brüning: Der Vorredner hat uns vorgeworfen, daß die Mitglieder der jetzigen Reichsregierung bis 1930 nichts vom deutschen Osten gewußt hä ten. Herr Dr. Kleiner, als Sie noch nicht im Reichstag saßen, habe ich eine Reihe von Iahren a l s Vertreter eines östlichen Wahlkreise s im Reichstag gesessen. Meine zweite Rede in diesem Reichstag ist eine Rede gewesen, in der ich das Elend des deutschen Ostens ausmalte. Ich will einmal ganz offen mit Ihnen reden. (Beifall in der Mitte.) Herr Kleiner, Sie sind zu jung im Parlament, um zu wissen, daß im Iahre 1927 mit Ihrer Partei zusammen eine Regierung gebildet worden ist, und daß einer der ersten Schritte dieser Regierung war, auf meinen Vorschlag hin zuerst den deutschen Osten zu entschulden und dann an die Reparationsfrage heranzugehen. (Hört! Hört! in der Mitte.) Der Redner fährt in großer Erregung fort: Im entscheidenden Augenblick, wenn man vor den schwersten Entscheidungen stand, sind Sie jeweils aus der Regierung ausgetreten. Eine Koalition Ihrer Partei.hat gegen unseren Arbeitsminister die Saisonarbeiter in d ie Arbeitslosenversicherung einbezogen. Diese Dinge müssen einmal festgestellt werden. Aus Ihren Kreisen ist verbreitet worden, ich hätte mich um französisches Kapital bemüht, um den letzten Rest östlichen Grundbesitzes an Frankreich zu verkaufen. (Stürmische Pfuirufe.) Mit solchen Verleumdungen und Verdächtigungen ist gegen diejenigen gearbeitet worden, die sich der Rot des deutschen Ostens annahmen. Abg. Kleiner hat gesagt, die Leute, die uns auf der Ostreise beschimpften, wären die Kräfte der nationalen Erneuerung gewesen Tatsächlich standen da die Rationalsozialiften so eng zusammen mit den Kommunisten, daß man sie gar nicht a u s e i n a n d e r h a 1- ten konnte. (Lebhafte Hört!-Hört!-Ruse.) Diese Demonstranten sind uns auf Lastkraftwagen von einer Stadt zur anderen vorausgeschickt worden. (Lebhaftes Hört! Hört! links. — Hn* ruhe und Zurufe rechts.) Ich habe im Osten mit manchen Deutschnarionalen gesprochen, die über diese Dinge ganz anders urteilten als Dr Kleiner. Das waren Deutschnationale, die sich noch konservative Dollsgesinnung bewahrt hatten. (Rufe rechts: „Ramen nennen!“) ES ist auch eine bedauerliche konfessionelle Hetze im Zusammenhang mit den Ostsragen getrieben worden. (Lärm und Zurufe rechts.) Sie werfen uns vor, daß wir bei der Osthilfe nicht auf die Qfot* schlage von rechts eingegangen seien. 2a, glauben Sie denn, daß wir, dem Geheimrat Hugenberg folgend, eine neue Inflation herbeiführen wollen? Seine Vorschläge der Inlandwährung bedeuten doch eine neue Inflation. Wer, wie Sie (nach rechts) dem Reich die nötigen Mittel versagt, der lehnt damit auch die Hilfe für den deutschen Osten ab. Ich kenne den deutschen Osten ebenso gut wie Sie und weih, dah hinter den Demonstranten nicht die Mehrheit der Devölke- iung des deutschen Ostens steht. Mit solcher 'Agitation erreichen Sie (zu Dr. Kleiner) nichts für Ihre Partei, sondern ©ie erreichen damit nur, dah die Massen entweder dorthin (zu den Rationalsozialisten) oder dorthin (zu den Kommunisten) gehen. (Lebhafter Beifall in der Mitte.) Fortsetzung der Beratung Freitag. Einigung über die Aufhebung der Immunität. Berlin, 6. Febr. (CRB.) Im Reichstag ist in interfraktionellen Besprechungen der hinter der Regierung stehenden Parteien beschlossen worden, alle Anträge auf Verweigerung der Genehmigung zur Strafverfolgung von Abgeordneten an einem der nächsten Tage im Plenum zu verhandeln. Der Abgeordnete der Bayerischen Volkspartei Dauch wird beantragen, diese Anträge generaliter abzu lehnen. Auherdem wird vom Abgeordneten Kardorff (Deutsche Volkspartei) beantragt werden, dah alle Anträgeder Strafbehörden auf Aufhebung der Immunität restlos bewilligt werden. Für beide Anträge ist bereits eine Mehrheit im Reichstag geschaffen, weil die Sozialdemokratische Partei, obwohl auch einige Mitglieder von ihr von den Immunitätsaufhebungsonträgen betroffen werden, den Beschlüssen der Mittelparteien bei treten und für die Anträge Dauch und Kardorff stimmen werden. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat auch beschlossen, alle Abänderungsanträge zur Geschäftsordnung zu unterstützen. Freiwilliger Arbeitsdienst für Landeskultur. Berlin, 5. Febr. (TU.) Die Arbeitsgemeinschaft für Landeskultur veranstaltete eine Kundgebung für den freiwilligen Arbeitsdienst. In seiner Begrüßungsansprache betonte Oberpräsident a. D. von Datocki, dah man die Frage des öffentlichen Arbeitsdienstes nicht theoretisch vom grünen Tisch aus, sondern nur durch praktische Versuche in zunächst kleinem Rahmen lösen könne. Die Ruybar - machung der Millionen von Morgen deutschen Bodens, die infolge ihrer Ain» brauchbarkeit niemals hätten bewirtschaftet werden können, sei für das übervölkerte Deutschland Lind für die inländische Kapitalkräftigung von allergröhter Bedeutung. Das gelte für Die gegenwärtige Zeit des Rückganges unsever Kaufkraft, es werde aber erst recht dann gelten, wenn nach der zu erhoffenden Lleberwindung der Wirtschaftskrise die Kaufkraft des deutschen Volkes sich wieder heben werde. Die Einsetzung des öffentlichen Arbeitsdienstes für die Ausweitung der Produktionskraft des landwirtschaftlichen Bodens sei daher vom Absatz- standpunkt, im Gegensatz zu fast allen anderen Produktionsgruppen, nicht nur möglich, sondern angesichts unserer wirtschaftlichen Gesamtlage sogar erf o r derlick. Prof.sch ö pke betonte, es komme jetzt vor allem daraus an, der Arbeitsdienstbewegung, für die keinesfalls das Prinzip der Freiwilligkeit durchbrochen werden dürfe, die ' Dege zu öffnen, indem der Reichstag ein Rahmengesetz für den freiwilligen Arbeitsdienst beschließe. Asch wird Berliner Stadtkämmerer. Frankfurt a. M., 5. Febr. Es kann nunmehr als sicher angenommen werden, dah der Frankfurter Stadtkämmerer Asch aus den gleichen Posten in Berlin berufen wird, und dah Stadtrat Asch diesem Rufe folgen wird. In der letzten Magistratssitzung hat Oberbürgermeister Dr. Landmonn bereits zum Ausdruck gebracht. dah der Frankfurter Haushaltsplan für das Iahr 1931 der letzte vom bisherigen Kämmerer vorgelegte Etat sein wird. Im September 1920 wurde Asch in Höchst a. OIL zum besoldeten Stadtrat gewählt, im Februar 1923 wurde er Bürgermeister und als solcher nach wenigen Monaten von der französischen Besatzung verhaftet, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und nach deren Derbühung aus dem besetzten Gebiet audgetoiefen. Im Iuni 1924 konnte Bürgermeister Asch nach Höchst zurück- kehren. Im Oktober 1926 wurde er nach Frankfurt zum Stadtkämmerer als Rachfolger Professor Bleichers berufen. Die berliner Stadtverordnetenversammlung aufgeflogen. Handgemenge zwischen den radikalen Fraktionen. Berlin, 5. Febr. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung ist heute abend unter einer allgemeinen Prügelei a u f g e f I o gen. Während eines Handgemenges zwischen Kommunisten I und Rationalsozialisten muhte der Vorsteher Haß • Hernots Meinung. „Zu kompliziert und daher gefährlich." Paris, 5. Febr. (ENB.) Der Vorschlag des Grafen d'Ormesfon, Deutschland und Frankreich sollten sich gemeinsam in Washington um die Herabsetzung der Slricgslaften bemühen, hat in sranzösi- schen politischen Kreisen Ausrnerksamkeit erregt, j) c r r i o t nimmt heute in der „Ere Nouvelle" zu dem Vorschlag Stellung. Herriot erklärt: Deutschland i (t krank, das ist eine Tatsache. Deutschland verfügt aber noch über einen guten und mutigen Arzt. Wenn Frankreich ihm helfen kann, wäre das eine geschickte Vorsichtsmaßregel gegen die brutale und blutdürstige Chiruraie der Revolution. Er, Herriot, fände oen Plan d Ormessons i zu kompliziert und daher gefährlich, I mehr noch für die Zukunft als für die Gegenwart. Er würde eine einfachere und direktere Methode vorziehen. Zn der vorgeschlagenen Form verlange man von Frankreich zu viel. Immerhin müsse man über den Plan nachdenken. Beachtlich daran sei zum mindesten, dah Frankreich Edelmütigkeit und Verständnis beweisen würde, wenn es versuchen würde, Deutschland durch eine noch zu bestimmende Methode zu helfen, um wieder eine normale wirtschaftliche Lage zu bekommen und seine Volksmassen vor der Verzweiflung zu schützen. Der Schlüssel der europäischen Politik sei die deutsch- französische Verständigung. Falls sie er» Oie Oeutschnationalen an der (Seite des Stahlhelm. Berlin, 5. Febr. (TU.) Die deutschnationale Pressestelle teilt mit: Das vom Stahlhelm eingereichte Volksbegehren zur Auflösung des Preußischen Landtages entspricht der Stimmung einer überwiegenden Mehrheit des Volkes. Daß d i e Deutsch nationale Dolkspartei bei diesem Volksbegehren an der Seite des Stahlhelm steht, (ft angesichts der Haltung selbstverständlich, die sie bei den schweren politcsä-en Entscheidungen der letzten X'/» Jahre eingenommen hat. Die Preußenfrage ist von ihr immer von neuem als der Angelpunkt der politischen Entwicklung in den Vordergrund gestellt worden. Es kann nicht zweifelhaft sein, daß die gegen das heutige preußische System gerichtete Stimmung bei Landtagswahlen einen überwältigenden Ausdruck finden wird. Daß es demgegenüber angesichts der preußischen Volksbegehrens- Dorschriften und des Terrors der preußischen Behörden schwer ist, die für Volksbegehren und hie Sitzung als beendet erklären. Veranlassung war dieDefprechungeines fommunifti« fchen Dringlichkeitsantrages, der sich gegen die vom Berliner Polizeipräsidenten veranlaßten Einschränkungen bei der morgigen Beisetzung zweier bei politischen Streitigkeiten erschossenen Kommunisten richtete. Dieser Antrag wurde von dem kommunistischen Stadtverordneten Lange unter heftigen Angriffen gegen die Rationalsozialisten und unter Ausfällen gegen den Polizeipräsidenten und die Sozialdemokratifche Partei begründet. Die Fraktionsgenossen des Lange unterstützten diesen durch aggressive Zwischenrufe, in erster Reihe gegen den Fraktionsvorsitzenden der Rationalsozialisten Dr. Lippert, der als Arbeitermörder, Mordhetzer usw. bezeichnet wurde. Als dieser sich darauf zum Wort meldete, versuchte die kommunistische Fraktion, ihn niederzuschreien. Schließlich stürzte der Kommunist G r ü n b c r, unter Per Spielleitung von Dr. Karl Ritter, das er» solgrei.che Lustspiel von Stephan Kamare ..Leinen aus Irland". — Sonntag, 11.30 Uhr, spricht der Theaterwissenschastler Dr. Emst Leopold Stahl. München, der Verfasser des bekannten Werkes ..Das Mannheimer Rationaltheater: ein Iahr* hundert Deutscher Th enter kultur im Reich", in der Morgenfeier, di« als zweiter Tag des KammerspielztzkluS in Gemeinschaft mit dem Goethebund Gießen veranstaltet wird, über . Deutsche Szenenkunst von Sen Memlnge« Stf Piscatvr'. Reichhaltiges Bildmaterial wird de» Vortrag illustrieren. Der Vortrag findet auße» Abonnement statt bei kleinen Preisen. — 1ÄJ0 üpr wird auf vielseitigen Wunsch ..Die erste Frau Selby" zum letzten Male aufgeführt, un# zwar zu kleinen Preisen. » • • Akademische Berufung. Da» durch da» Ableben des Professors Dr. Mayr an der Universität München erledigte Ordinariat für Tierchirurgi» unb Augenheilkunde ist bem außerorbentlichen Professor Dr. W est h u e s in Gießen angebeten worden. * * Fremden Vorstellung im 6 labt» theater. 3n der Fremdenvorstellung am nächsten Sonntag, 8. Februar, .Die erste Frau Selby". wird Agathe Walther-Lederer die Roll« der Elise, Elisabeth Wielander die Roll« der Mabel spielen. * • Ein auf regender Vorfall ereignete sich gestern kurz nach 20 Uhr in der Licher Straße an der dortigen llebersührung der Bahnstrecke (Beöenlt Oer onngetnöen Bogel! Gießen— Fulda. Au- der Richtung Steinbach kommend fuhr ein Personenkraftwagen, anscheinend infolge der winterglatten Straße, trotz Bremsens des Autos gegen die geschlossene Schranke deS Bahnübergangs, die durchbrochen wurde, so daß der Wagen auf den Bahnkrper geriet. 3m gleichen Augenblick nahte von Gießen her der Abendzug in Richtung Grünberg. Der Schrankenwärter erkannte sofort die gewaltige Gefahr und machte durch Signalgebung mit der Laterne den Lokomotivführer aufmerksam, der den Zug scharf bremste, aber doch bei der Kürze der Strecke nicht mehr verhindern konnte, daß der schon in ziemlicher Fahrt befindliche Zug über die Ilnfallstelle hinauSsuhr. Glücklicherweise war es dem Lenker des Personenautos im letzten Augenblick gelungen, seinen Wagen noch rechtzeitig nach rückwärts von den Schienen toeg- subringen; so daß schweres Unheil verhütet wurde. Die Insassen des Kraftwagens wurden durch Splitter der zertrümmerten Windschutzscheibe leicht verletzt. Der Zug und feine Insassen blieben unversehrt. * * Preisabschlag in ben Metzgereien. Die Fleischerinnung Gießen gibt in unserem heutigen Anzeigenteil eine weitere Preisermäßigung bekanntz bie von heute ab gilt. Auf bic Ankünbigung sei besonders hingewiesen. • * Einbruch. In ber letzten Nacht würbe, mit wir von ber Landeskriminalpolizeistelle Gießen erfahren, in bem Geschäft bes KonsumvereiiiS in Friedberg ein Einbruch verübt. Was gestohlen würbe, ist bis zur Stunbe hier noch nicht bekannt, ba in bem Laben alles durchwühlt fein soll unb bie pollzei» lichen Feststellungen zur Zeit noch im Gange finU Die Wetterlage. T horst harr.1 TV O p/u o faflcnt. lo-SpST”' --- ,**y~CxydiS jorJ Iraj Qwoixenios Oneuer, -jnai» Dedet, iturmyno «ordw'tsS Oie Pfent fUeg-n mit gern wmae. 0>t SUbontR ittnengen Zeh» •tn geoen die Temperatur en. p>e umtt. 39. 617av Hühneraugen Warzen.Hornballen besettigf restlos auch tn den hartnäckigst. Bällen todsicher unt. Gar. innetl). 5—6Tg. 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Wie Deterding durch seine $rou zum Mittelpunkt der Antisowjet-Polittk wurde. Don Rudolf Bier Der englische Ocltönia Sir H e nxh Deterd ing, der Berlin nach kurzem Besuch wieder verlassen' hat. Hal auch die Museen einer emgehenoen Besichtigung unterzogen. Besonders interessierte ihn die neue Anlage des Pergamon-Museums und die anlchuehenden neuen Teile. Er wurde von Geheimrat Wiegand persönlich durch die Räume geführt und äußerte seine lebhafte Genugtuung über den künstlerischen Aufbau des Altars des Königs Atalos. Besonders starken Eindruck empfing er von dem Wiederautbau des Martttors von Mi.et. Alm seiner Dankbarkeit für das Gebotene Ausdruck zu geben, überwies er Geheimrat Wiegand die Summe von 10 000 Mk. für die Zwecke der Förderung des Museums. Die Männer, die die Geschicke der Welt len» ken, sind durchaus nicht so abgeklärt in ihrem Temperament und so nüchtern in ihren Erwägungen, toi? sich das der gewöhnliche Sterbliche meist denkt Feldherren, Staatsmänner oder Könige wurden und werden ebenso von Leidenschaften beherrscht wie manche modernen Wirtschastsiührer, die nicht immer nach Tividenden jagen oder schwierige Börsengeschäfte abwickeln, sondern zuweilen, gleich allen anderen Menschen, zu Opfern bereit sind, um einer Idee, einer großen Liebe oder einer gewaltigen Rarrheit zu dienen. Auch Sir Henry Deterding, der jetzt .zu seinem Vergnügen" - aber er ist gewöhnlich nur vergnügt, wenii er gute Geschälte macht - nochDeutsch- land gekommen ist, sollte man nicht als eine Rechenmaschine ansehen, die in starrer Logik entscheidet, wo dem großen Trust der Royal-Dutch- Shell-Gruppe ein Vorteil winkt In den Londoner Salons erzählt man sich über den englischen Petroleumkönig, der ja eigentlich ein Holländer ist und dessen Familie sogar deutscher Abkunft sein soll, viele lustige Anekdoten, aus denen heroorgeht, wie oft das Temperament mit dieser .'Denkmaschine" durchgegangen ist. Sie mögen zum Teil erfunden sein. Unbestreitbar ist jedoch, daß eine dieser Anekdoten aus Wahrheit beruht. Wer sie kennt, kann sich erklären wie aus dem ursprünglich gar nicht sowietleindlichen Petroleumkönig der Mann geworden ist, der im Mittelpunkt aller Znterventionspläne gegen den Bolschewismus steht. Es trifft zu, daß Sir Deterding zunächst ein geschäftlicher Gegner der Sowjet-Union ist. die durch ihre Petroleumproduktion sehr unangenehme Konkurrenz macht. Aber es gibt mehr Konkurrenten aus dem Weltmarkt, und Deterding Hot allmählich einsehen gelernt, daß es vorteilhafter ist, sich mit ihnen zu vertragen, als in einen Petrvleumkricg sehr viel Geld zu stecken. Warum also die erbitterte Feindschaft gerade gegen Rußland? Run. Sir Henry Deterding ist verheiratet, und seine Frau stammt aus der hohen russischen Aristokratie. Sie ist eine Prinzessin aus dem Kaukasus, die früher mit einem russischen General verheiratet war und nach der bolschewistischen Revolution als Emigrantin in Westeuropa lebte. Der Petroleumkönig lernte diese schöne Frau kennen und wurde von ihr mit ihrem Mann bekannt gemacht. Man unterhielt sich häufig über die Mög'ichkrnt. den Bolschewismus zu stürzen, aber die Feldzüge wurden nur aus dem Schreibtisch gemacht. Da beschloß die Russin, durch den Einfluß ihrer Persönlich, keit Deterding stärker in die antibo schcwistische Front hineinzuzichen Bald war der Scheidungsprozeß im Gange, der General wurde mit zwei Millionen Mark abgefunden, die Prinzessin aus dem Kaukasus hieß nun Frau Deterding. und ihr neuer Mann ließ in der ganzen Welt verkünden daß cs die Ehrenpflicht jedes anständigen Menschen sei, von den .russischen Verbrechern, die mit gestohlenem Petroleum handeln", energisch abzurücken. So begann Deter- dings Kreuzzug gcg?n den Bo schewisrnus. Ra- türlich hat sich Deterding nicht immer von solchen Einflüssen bestimmen las en, wenn er etwas Großes unternahm. Sonst hätte er es nicht vom Sohn holländischer Bauern bis jum oicrhundertsachen Millionär gebracht. Deterding stammt aus Amsterdam, wo er im Jahre 1866 geboren wurde, er ist heute also 65 Jahre alt. Seine Eltern schickten ihn zu einem Kaufmann in die Lehre, und als er aus- gelernt hatte, arbeitete er fünf Jahre als kleiner Bankbeamter in einem holländischen Finanzinstitut. Daraus ging er au einer Handelsgesellschaft über, die ihn nach Ost-Indien schickte. Auf Sumatra bieten sich einem unternehmungslustigen jungen Mann ganz andere Aussichten wie in Amsterdam Im Kolvnialland kann er beweisen, was er zu leisten vermag — und Deterding leistete viel. Eines TageS. entdeckte man, daß in den holländischen Besitzungen Erdöl vorkommt, das ist jetzt etwa vierzig Jahre her. Damals gründete Deterding mit dem Amerikaner Gulbenkian eine Gesellschaft, um diese Petroleumfunde auszubeuten. Sein Eigensinn zeigte sich sehr früh Als die mächtige Standard Oil das junge Alnternehmen ankaufen wollte, lehnte Deterding das Angebot der Amerikaner ab und forderte dadurch Rockescller zum offenen Konkurrenzkampf heraus. Das war eine gefährliche Sache. denn der amerikanische Petroleumtrust war damals schon außerordentlich kapitalkräftig und hätte Deterding leicht zugrunde richten können. Aber der Holländer konnte sich behaupten. Er brachte seine Gesellschaft durch geschickte Transaktionen auf eine ungeahnte Höhe, er erwarb auch noch die englische Shell-Trarrsport-Gesell- schaft und übernahm bald daraus ein anderes englisches Alnternehmen in Mexiko. Dis in die geheiligten Machlgebiete Rockefell.rs drang Deterding vor, als er weite Pctroleumgebiete in den Vereinigten Staaten erschloß. Rach einigen Jahren stand er an der Spitze eines Riesen- t r u st s. Den größten Aufschwung nahm das Alnternehmen aber im Krieg. Der Holländer und der Armenier setzten auf die Karte der Entente und erhielten als Gegenleistung das Abkommen von San Remo, in dem ihnen das Recht zugesichert wurde, die Erdölvorkommen in Algier, in den übrigen französischen Kolonien, in Ru- mänicn, in Rußland und sogar in der Türkei in ihr Interessengebiet einzubeziehen. Damals entstand der Spitzname „Da poleon des Petroleums", der seitdem an Deterding hasten-- gebl jeden ist. Weniger wichtig war es dem Petroleumvnig wohl, daß er in England im Jahre 1920 geadelt wurde und sich nun Sir Henry Deterding nennen durfte. In Holland hat man ihm das Adelsprädikat bis zum heutigen Tag verweigert. Aber was macht das diesem Mann aus, der in London und in Amsterdam in seinen Palästen fürstlicher als die Fürsten leben kann! Der es aber verschmäht, in seinen Gemäldegalerien und in dem übrigen Kunstbesitz, der seine Häuser anfüllt, den Hausherrn zu spielen. Er zieht es Dor,_ einen großen Teil des Jahres auf Geschäftsreisen au gehen und dem Petroleum in allen Winkeln der Welt nachzuspüren. Wenn er aber weder in Venezuela noch in der Südsee etwas zu suchen hat, dann hält er sich mit Vorliebe in 6t Moritz auf. wo er eine kleine Villa besitzt Dort lebt er ganz bescheiden, und es ist fein größtes Vergnügen. noch als Mann, der den Höhepunkt seines Lebens längst überschritten hat und sich dem Greisenalter nähert. Sport wie ein junger Mensch zu treiben. Sein Haar ist schneeweiß, aber der Kops, der auf dem gedrungenen Körper sitzt, zeigt rote, gesunde Farben. Man sieht ihn dort in St. Moritz, dessen Gemeinde er übrigens große Beträge zum Ausbau der Wege gestiftet Das örcimotortge Riesen-Wasserflugzeug „Iris 111“ der englischen Luftflotte stürzte bet einem Uebungsflug in der Nähe von Plymouth ins Meer und explodierte. Neun Mann der Besatzung ertranken. ¥ Dobermann „Strolch“ aus Hohenwuzen bei Freienwalde, der kürzlich einen siebenjährigen Knaben vom Tode des Ertrinkens rettete, erhielt vom Deutsche» Tierschutzverein ein schönes Halsband samt einer Leine aus Lackleder als Rettungs-„Medaille". Unser Bild zeigt den braven Hund nach „persönlicher* Empfangnahme der Auszeichnung in Berlin nebew dem geretteten Knaben. hat, auf dem Rodelschlitten oder mit Schlittschuhen bewaffnet Doch sollte man daraus niemals schließen, daß Deterding seine Zeit in bot Schweiz mit leeren Vergnügungen vertrödelt Reben ihm läuft auf Schlittschuhen sein Sekretär, der ihm die neuesten Depeschen aus allen Teilen der Welt überbringt, aus Deterdings mächtigem Petroleumreich, in dem die Sonne niemals untergeht Ein Mann, dessen Vermögen aus vierhundert Millionen Mark geschätzt wird, sollte eigentlich keine Sorgen haben. Aber er hat nun einmal Sorgen. Er ärgert sich über den Wettbewerb deS russischen Petroleums, daS nach seiner Meinung ihm gehört Denn Deterding hat den russischen Emigranten die entwerteten Pe- troleumaftien abgetauft und damit nach seiner Meinung den Anspruch erworben, das Erdöl am Schwarzen Meer und im Kaukasus auszubeuten. In dem Prozeß gegen die Tscherwonzen- fälscher, der in Berlin geführt wurde, ist bekanntgeworden, daß Deterding sogar versucht hat, denKaukasus alsselbständigeRepu- blik von der S o w j e t - Al n i o n abzutrennen, um zu seinem Petroleum zu gelangen, und daß er zu diesem Zweck mit den Banknotenfälschern und mit verschiedenen Generalen zusammengearbeitet hat. Der Krieg, der tatsächlich geführt wurde, spielte sich freilich nicht in Georgien ab. sondern auf dem Weltmarkt des Petro- teums. Es hat vor etwas mehr als zwei Jahren in diesem Krieg einmal einen Frieden gegeben, den die Kenner der Verhältnisse sofort als einen Waffenstillstand zwischen den Kämpfen bezeichnet haben. Deutschland hat längere Zeit viel« Vorteile aus dem Wirtschaftskrieg gezogen. Der Rann der das Lachen verlernt hat. ZRoman von Gert Nothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) Rachdruck verboten! In einem abgetrennten Raum des Hotels „Sacher" saßen an einem schönen Iuniabend mehrere Offiziere Es war bisher recht lustig und auch laut zugegangen. Als aber Baron Lodenhauer eine andere Sache aufs Tapet brachte, war man plötzlich leiser geworden. Eine ganz infame Sache war das. Flüsternd unterhielten sich die Herren, bis Oberleutnant Prinz Liebenstein fragte: „Ob er heute kommt? Es wäre ein starkes Stück! Aber zuzutrauen ist es dem Kentner schon Der macht alles möglich." Oberst Graf von der Stauer lachte kurz auf. Es klang ärgerlich — nein, wütend. „Daß der Mann so vor die Hunde gehen soll, ist einsach furchtbar. Ich könnte heulen oder ihn beim Kragen nehmen und schütteln — oder beides!" Die Herren schwiegen. Rach einer Weile meinte der kleine Graf Rittershausen. .Aber daß man halt von der Geschicht' nie was gemerkt hat?! Viel eher hätt' ich glauben können, der Kaltenberg hat was mit der Fürstin. Aber der Kentner? Da steh' ich vor einem Rätsel!" .Tas Schlimmste ist, daß der Fürst hinter tne Sache gekommen ist. Der hat sich wenig genug um seine Frau gekümmert. Warum er nun auf einmal den Eifersüchtigen herauskehrt, bleibt halt auch unerfindlich", sagte Franz Teschener, der Sohn des Hofmarschalls »Wenn wenigstens der Erzherzog heut' kommen möcht Er ist doch auch ein enger Freund vom Kentner Der wird doch alles versuchen, die Angelegenheit wieder einzurenken", sagte einer .Da gibt s nit mehr einzurenken Das hat schon zu weite Kreise gezogen", sprach Major Heilenbacher verdrießlich, und traut einen gewaltigen Schluck. .Pfui Teilet I Dös is ja scheußlich Da steckt der Kerl also in einer elenden Klemme. Wenn man ihm doch helfen tonnt“, sagte Gras Schönhausen. und senkte den hübschen, blonden Kopf .Wenn man die Sach hätt' vertuschen wollen, wär's genau so gut gegangen, wie es auch mal woanders geht. Aber hier hat man halt kein Auge zudrücken wollen, und nun haben's dem armen Kerl eben den Strick gedreht. Ich hätt' cd...!" .Servus, meine Herren!" Ruckartig flogen die Köpfe nach der Richtung zur Tür. Dort stand ein großer, schöner Offizier und blickte mit lachenden Augen auf die Runde der Offiziere. Dann war es aber auch mit der beinah versteinerten Ruhe zu Ende. Viele Hände streckten sich ihm entgegen Man machte ihm Platz. Graf Karl Kentner schnallte den Säbel ab. Das Käppi flog in die Ecke und er setzte sich. 3m Ru stand ein Glas Wein vor ihm. Er hob eS und sagte .Es lebe das Geben!“ Hell flirrten die Gläser aneinander. Dann sagte Kentner gemütlich: .Ich bitt’ um Entschuldigung, daß ich gewagt hab', zu kommen. Ich möcht' mich gleich verabschieden. Ich — hab' meinen Abschied eingereicht und fahr' in den nächsten Tagen heim." Schweigen! Alnb jeder dachte: „Also doch!" Der Oberst stand auf, trat zu Kentner, ging mit ihm zur Seite. „Alnb es gab leine andere Möglichkeit, Kentner? Wirklich nicht? Hatten Sie nicht auch einmal an Ihren Obersten gedacht? Vielleicht hätte sich doch noch etwas für Sie tun lassen." „Gehorsamsten Dank, Herr Oberst. Es — ließ sich nichts mehr tun!“ .Dann will ich Ihnen heute als älterer Kamerad sagen, daß es mir sehr leib tut. Kentner, sehr leid, und daß ich am liebsten heulen möcht. daß gerade Oie dran glauben müssen Ich hatte Sie immer besonders in mein Herz geschlossen Morgen früh erwartet Sie also Ihr Oberst, Oberleutnant Kentner!" „Zu Befehl, Herr Oberft“ Der Oberst berührte den Arm des jungen Offiziers „Alnb — was sagen Sie zum Fürsten Leob- ftein? Duellgegner! So was! Sieh einer an! Run, ba ist man wehrlos! Er will also absolut die Gerichte mit der Affäre belästigen Ekelhaft direkt Aber nicht zu ändern Was werden Sie tun, lieber Kentner?" Ein Lächeln zuckte übet das schöne, braune Gesicht des anderen Die großen, grauen Augen flammten verächtlich „Es wird kaum zur Mtthandlung kommen" „Weshalb nichts .Verzeihen, Herr Oberst, wenn ich darüber schweige.“ Etwas ärgerlich nagte der Oberst an der Alnter- lipve Dann zwang er sich ein Lächeln ab und sagte „Hoffentlich kein neuer Skandal?!" „Rein Hern Oberst. Das heißt: Von meiner Seite aus gewiß nicht" .Was werden Sie beginnen, Kentner? Sie würdigten mich einmal Ihres Vertrauens. Run kann ich mir nicht denken —“ Das Gesicht des jungen Mannes wurde eisenhart Kentner sagte: „Daheim wird meines Bleiben- kaum sein" „Ja, aber, um Gottes willen, was dann?" „Verzeihung, Herr Oberst: die Welt ist groß!" Der Oberst sah den jungen Menschen außer Fassung an, bann stieß er, noch immer außer sich, hervor: „Es muh doch etwas mit Ihnen geschehen?" „Gewiß! Alnb es wirb nicht einmal sonderlich von dem Schicksal anderer gescheiterter Existenzen abweichen“, sagte Kentner düster. „Kentner! Sie haben doch nicht etwa die Absicht, außer Landes zu gehen?" „Cs wird mir nichts anderes übrigbleiben. Die Maulwürfe würden hier ja doch weiter wühlen und dann — ich kann hier nicht leben.“ Dem Obersten brannte es plötzlich seltsam in den Augen. Die buschigen Brauen zuckten unb ber weiße Schnurrbart zitterte. „Das - ist entsetzlich! Der schneidigste Reiter." .Oh' Es gibt Ersatz. 3um Beispiel GrasBonen- birchner Sieger auf der ganzen Linie." Der Oberst antwortete nicht. Aber die ganze Tragödie — ach was Gemeinheit, der dieser Prachtmensch zum Opfer fiel, wurde ihm klar. Alnb da war man machtlos! War denn das nur möglich? Graf Kentner lächelte plötzlich wieder strahlend- heiter, wie er stets gelächelt hatte. „Wollen wir nicht lieber fröhlich sein, Herr Oberst? Was nicht mehr zu ändern ist, soll man nicht zur Tagesordnung machen" Schweiget drehte sich der Oberst um unb ging wieder zum Tisch zurück. Als es feststand, daß der Erzherzog, um dessentwillen man hauptsächlich die Sache rschen Räume aufgesucht, nicht kommen würde, als sich nach einiger Zeit einige Herren der Diplomatie in einem anderen Raume niedergelassen hatten, schlug irgendeiner vor, noch zu Ianoff zu gehen Trotz des russisch klingenden Ramens war der alte Ianoff ein urfibeler Wiener, bei dem es immer kreuzfidel zuging, bei dem der Wein am besten schmeckte, der immer für ein paar fesche Mädel und feurige Musik sorgte und dessen Frau eine erstklassige Wiener Köchin war Also mit einem Wort: Man war dort sehr gut aufgehoben und ging gewöhnlich erst bei Morgengrauen weg. Der Vorschlag wurde denn auch gebührend auf genommen. Der kleine Graf Rittershausen schnallte bereits um und suchte nach dem Käppi, das wieder einmal, weiß der Kuckuck, verschwunden war. Die verheirateten Herren machten Einwände. Alnb ba auch ber Oberst fest blieb, gingen schließlich nur die ledigen Herren Man bedauerte aufrichtig und ein bissel auch zum Schein, aber Oberleutnant Prinz Liebenstein meinte, als man unter sich war: .Jetzt will ich erst schnell mal Lust holen Ich erstick’ beinah, wenn der Alte mit da ist. Gr ist ja gut, aber man muh immer jedes Wort ab- wägen und das paßt mir nicht. Mir ist S schon so lieber.“ ..Mir auch. Grab' heut' will ich toben, daß dem Ianoff Hören und Sehen vergeht", sagte Gras Kentner Alnb bann setzte er hinzu: „Obwohl die Herren mir gegenüber eine unverständliche Güte an den Tag gelegt haben“ „Sonst noch was gefällig? Warum sollen si« denn nicht freundlich sein Kentner? Wo du bie doch niemals etwas hast zuschulden kommen lassen, bis auf bie Sache, die so dunkel unb unverständlich ist? Warum schweigst du, Kentner? Wen schonst du denn eigentlich?" Prinz Liebenstein war ernstlich ungehalten» denn Me Sache ging ihm näher, als er zeigen mochte. „Schweig!. Ludwig! Wir wollen nicht meh» daran denken." .Schweigen wir. Kentner. well du es mm einmal so haben willst! Aber ich sage dir: eS ist schon manchmal einer zugrunde gegangen, weil er einen Ehrbegrifs, noch dazu an gänzlich falscher Stelle, zu hochgeschraubt hat.“ „Was weißt denn du?" sagte Gras Äentnei^ mit der Hand über die Augen streichend, al- verwische er etwas, was sich immer wieder x>ot ihm aufdrängen wollte. Die Rächt war warm. AleberaH gingen Pärchen eng umschlungen und aus verschiedenen Lokalen ertönte frohe Musik. Jetzt, in dieser Dunkelheit, in der niemand sein Gesicht sehen konnte, war et tiefernst. Wien mit seiner Musik, seinen Freuden, seinem Lachen. Wien mit den wohlbekannte« Straßen und Gassen, mit dem Prater und dem Dlumenkorso, den Fiakern und dem Heurigen Die Offiziere durchschritten einen schmalen Weg, ber von dichtem Gebüsch umgeben war. Ei« großer, parkähnlicher Garten mit alten, hohen Säumen breitete sich vor ihnen aus. Bunte Lampions leuchteten aus dem Dunkel unb bie Kapelle spielte „Rosen aus bem Süden" von Meister Strauß. „Rn da ist schon Betrieb! Das läßt man sich gefallen!“, lachte vergnügt Graf Soschendorf. Unb Kentner bachte: „Fort mit allem, was mir das Herz schwermacht' Lachen und tanzen werd' ich. 3um letzten Male in Dien lachen und tanzen Und lachen über Liebe und Treue, lachen lachen, lachen!" (Fortsetzung folgt) weil sich verschiedene Jnteressentengruppen gerade auf dem deutschen Markt unterboten und dadurch dem deutschen Automobilisten billiges Benzin geliefert wurde. Schon vor einem Jahre tauchte der Gedanke auf. der deutschen Regierung mit einer Anleihe ein Benzinmonopol obzukaufen, durch das die Russen vom deutschen Markt verdrängt werden sollten. 3n den letzten Tagen wird wieder über diesen Plan verhandelt, und so ist es zu der Vergnügungsreise Deter- dings nach Deutschland gekommen. Rüstungszahlen. Es wird viel von der Abrüstung gesprochen, so daß es angebracht erscheint, einmal feft» zustellen, wieviele Soldaten es eigentlich noch gibt. Und siehe da, es gibt noch eine ganze Menge, ja fast mehr als vor dem Kriege, und Deutschland muh sich mit seinen 100 000 Mann, die es unter Waffen halten darf, recht armselig vorkommen. D e stärkste Armee unterhalt Frankreich mit 596 000 Mann. Infolge der dreijährigen Dienstzeit war theoretisch das Heer der Franzosen auch 1914 größer als das deutsche, numerisch waren a.er die russischen und deutschen. Armeen den französischen überlegen. Jetzt hat Frankreich allein die Führung. Das Heer kostet jährlich 1,8 Milliarden Mark. Umgerechnet ergibt sich, bah in Deutschland 10,50 Mark, in Frankreich 43 Mark jährlich auf den Kopf der Bevölkerung entfallen, um die Heere zu unterhalten. England zahlt noch erheblich mehr. Es besitzt eine stehende Armee von -nur" 357 000 Wann, aber da die Soldaten auf die Kolonien verteilt sind, kosten sie sehr viel, und Großbritannien muh 2,3 Milliarden jährlich auswerfen. Zwei Milliarden lassen auch die Russen sich ihre 562 000 Mann kosten, womit sie die zweck- stärkste Armee der ganzen Welt besitzen^Jta- l i e n hat heute 460 000 Mann unter den Waffen, doch sind genaue Ziffern nicht zu bekommen. Französische Blätter, die gut informiert sein müßten, behaupteten kürzlich, die italienische Armee sei auf 620 000 Mann gebracht worden und dadurch größer als die französische. Ge- naue Angaoen sind aber nicht zu erhalten, nur weiß man, daß Italien fast 2 Milliarden jahr- lich ausgibt, was die Angabe der französischen Blätter bestätigen würde. Polen hält 266 000 Mann unter den Waffen, die Tschechoslowakei 229000 Mann, und Rumä nien 206 000. Es folgen Spanien, Holland, Griechenland usw. Im ganzen hat Europa stehend unter den Waffen 3 906 000 Mann, welche jährlich 11,3 Milliarden Mark kosten. Damit verfügt Europa über mehr als die Hälfte aller Truppen der ganzen Srde. Die amerikanische Armee (LISA.) ist sehr teuer. Heer und Marine bestehen aus nur 165 000 Mann, ein kleines Heer für ein 120- Millionenvolk. Trotzdem kostet es 2,8 Milliarden Mark. Das sind 24 Mark pro Kopf der Devol- ferung, oder nicht ganz 6 Dollar. Nordamerika (Kanada), Mittelamerüa und Südamerika unterhalten außerdem Armeen von insgesamt 480 000 Mann, wobei die Ziffern in den vielen Kleinstaaten dauernd wechseln. 3n Mexiko steht z D. manchmal die Hälfte der Bevölkerung unter den Waffen. Die Ausgaben belaufen sich nach nord- amerikanischen Schätzungen auf 3,9 Milliarden, ein Beweis, daß viele der amerikanischen Staaten nicht gut wirtschaften können, denn für diese Summe müßte sich eine doppelt so große Armee auf die Beine stellen lassen. Hinzu kommt noch Asien mit einem Land- h:er von 2 Millionen Mann. Genaue Zahlen sind nur aus Japan bekannt, wo rund 400 000 unter den Waffen gehalten werden, dagegen sind die Verhältnisse in C h i n a , was das Heerwesen anbelangt, seit dem Jahre 1912 verschleiert und richt genau bekannt. Rach neueren Schätzungen sollen für die gesamten asiatischen Truppen jähr- lich 2 Milliarden Mark ausgeworfen werden, doch ist anzunehmen, daß die Beträge wahrscheinlich viel höher sind. In Afrika befinden sich nur 8000 Mann in der Südafrikanischen Union, 5000 Mann in der Negerrepublik L i - beria, 6000 Mann, in Abessinien und 12 000 Mann im Königreich Aegypten. Diese Truppen kosten zusammen etwa 50 Millionen Mark. Australien unterhält ein kleines Land- Heer und eine etwas stärkere Marine von insgesamt 8000 Mann. Die gesamte Truppenmacht der Erde beläuft sich also auf 6,5 Millionen Mann, wofür rund 17 Milliarden Mark jährlich ausgegeben werden. An der Bewaffnung der Welt ist Europa mit 65,6 Prozent beteiligt, Amerika mit 23,3 Prozent, Asien mit 10,3 Prozent, Australien mit 0,7 Prozent und Afrika mit 0,1 Prozent. Asta-Wahlen. Darmstadt, 5. Febr. (WSN.) Bei einer Wahlbeteiligung von 77,5 Prozent fanden heute die Wahlen zur Studentenkammer der Technischen Hochschule statt. Es erhielten: Deutsche Freistudenten 326 Stimmen = 6 Sitze (früher 10), Mainzer Studierende 115 Stimmen = 2 Sitze (0), Deutsche Arbeitsgemeinschaft 600 Stimmen = 11 Sitze (22), Freiheitliche Studenten 145 Stimmen = 3 Sitze (0). Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund 997 Stimmen = 18 Sitze (7). Friedberg, 5. Febr. (WSN.) Die Astawaylen zur studentischen Kammer am hiesigen Polytechnikum für das Sommersemester 1931 hatten folgendes Ergebnis: Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund 8 Sitze (bisher 4), Waffenring 6 (8), Interessengemeinschaft 5 <5), Finkenschaft 6 (8) Sitze. Gruppen-Lebensversicherung bei Opel. WSN. Rüsselsheim, 4. Febr. Durch einen Gruppen-Lebensversicherungsvertrag, den die Adam Opel AG. mit der Phönix AG. abgeschlossen hat, ist die gesamte volljährige Belegschaft einschließlich der Beamten mit 12,5 Millionen Mark versichert worden. Opel teilt die Kosten der Versicherung mit seinen Angestellten und Arbeitern derart, daß die von diesen zu zahlenden Prämienanteile verschwindend gering sind. Von Weihnachten bis zum 31. Januar hatte die Adam Opel AD. etwa 6000 ihrer Werksangehörigen ohne Kosten für diese versichert. Während des Januar haben sich über 90 Prozent der Belegschaft entschlösset'., die Versicherung unter Uebernahme eines Teils der Prämie ab 1. Februar fortzuführen Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6. Februar 1931. Gesellschaft für Erd- und Vö.kerkunde. 3n der Reuen Aula der Universität fanden sich gestern abend die Mitglieder der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde und Gäste einr um einen Vortrag über „Ratur und Kultur des nordwestlichen Argenttniens" zu hören. Dr. Laute n s a ch sprach einleitende Worte. Der Reoner, Prof. Dr. Kühn, Kiel, der lange Zeit in Buenos Aires an der Universität wirkte und durch zahlreiche Forschungsreisen das Innere Argenttniens kennen lernte, wandte sich in der Hauptsache dem nordwest.ichen Gebiet dieses Landes zu und sprach in eindrucksvoller Form über die Gegensätzlichkeit der dortigen Landschaft. Im Rordweften Argenttniens, an der sog. Dreiländerecke (Argenttnien, Chile und Bolivien), erhebt sich unmittelbar aus der Ebene des Gran Ehacos das Gebirgsmassiv des Puna bis zu einer Höhe von 6000 Meter und schließt^ die Pampas gleich einer steilen Wand ab. Zu Füßen 20 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums, Ludwig-1 st raße, eine Mozart-Feier veranstaltet, deren Der- anlassung der 175. Geburtstag des Meisters ist. Aus | technischen Gründen ließ sich der Abend nicht am 27. Januar, dem Geburtstag, cinrichien; doch ist zu hoffen, daß die Veranstaltung auch jetzt noch den Zuspruch erhält, den sie verdient. Die Vortragsfolge ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Taten für Samstag, 7. Februar. (Sonnenaufgang: 7.30 Uhr, (Sonnenuntergang: 16.59 Uhr. — Mondaufgang: 23.27 Uhr, Mond- Untergang: 9.23 Uhr. 1801: der Maler und Kupferstecher Daniel Chodowiecki gestorben. 1812: der Dichter Charles Dickens geboren. — 1878: Papst Pius IX. in Rom gestorben. " DieFrist für die Abgabe der Ein» kommen- und Körperschaft st euer- erflär ung bat fcer Reichsfinanzminister auf die Zeit vom 1. bis 15. Februar 1931 festgesetzt. Diese Frist gilt aber — wie wir in den von Bücherrevisor Will zu Gießen herausgegebenen „AktuelAdreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen 1931 Die Sausliften werden jetzt bei den Hausbesitzern oder ihren S e Vertretern abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt, und zwar mutz der Eintrag in der Reihenfolge der Stockwerke erfolgen; der Hausbesitzer trägt sich jedoch zuerst ein. Rach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der sie nieDergelegt wurden.-Die Einwohnerschaft Gießens wird dringend darum gebeten, die Ausnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Derei stellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Rur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Bezug des Adreßbuches wird nur durch vorherige Bestellung bei den Vertretern gesichert. Der Geschäftswelt zur Benachrichtigung, daß neben der Hausliste eine Firmenliste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adreßbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, daß sie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; sie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Wie in großstädtischen Adreßbüchern werden Zusatz- und Feltdruckzeüen sowie Empfehlungskästchen int Einwohner- und int Gewrrbeverzeichnis eingefügt werden. Darüber hinaus steht geschäftlichen Unternehmungen der Anzeigen-Anhang offen. Die Vereins- und Kassen-Vorstände sowie andere am Vereinswesen ‘Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vorgesehene Abteilung der HaUsliste ober durch unmittelbare schriftliche Meldung beim Adre^b chverlag. Diese Meldungen müssen mindestens enthalten: 1. Name des Vereins oder der Kaffe, 2. Namen des Vorsitzenden, Schriftführers und Kassiers, 3. Angaben über Zusammenkünfte, Uebungsstunden u. dgl. m. * Bis zu 5 Zeilen find kostenlos. Oberhesfischer Adreßbuchverlag Drühl'sche Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen Schulstraße 7. Fernsprecher 2251. dieses Gebirgsmassivs herrscht, so führte der Redner aus, subtropisches Kttma mit einem üppigen Wachstum, das einen ausgedehnten Zuckeranbau ermöglicht, dessen Ertrag den gesamten Bedarf Argenttniens zu decken vermag. Mit zunehmender Höhe weicht die blühende Flora einer kahlen und nur mit Dornstrauch und Kaktus bestandenen Gebirgswelt, deren Formation für den Forscher ein Buch darstellt, aus dem er die Entwicklung dieses Gebirges schier abzulesen vermag. In ausführlicher Weise sprach der Redner von der geologischen Struktur dieses uralten Gebirges, baä nicht wie jedes andere Gebirge Gipfel und Schründe aufwttst, sondern abgeflacht ist. Er sprach weiter von den einschneidenden Veränderungen, denen dieser Gebirgszug durch das Heraufdrängen ungeheurer Grdmassen aus dem Pazifischen Ozean ausgesetzt war, und wies die dadurch hervorgerufenen Um- wandlungen an Hand von Lichtbildern greifbar nach. 3m Zusammenhang mit der Betrachtung der eigenartigen morphologischen Verhältnisse des nordwestlichen Gebietes Argentiniens räumte der Redner auch den in diesem Gebiete maßgeblich in Erscheinung tretenden meteorologischen Verhältnissen breiten Raum ein und schilderte die durch starke Niederschläge bedingten Veränderungen im Landschaftsbild. Zum Schluß seiner Ausführungen wandte sich der Vortragende noch der Bevölkerung des Landes zu, erzählte von den Ureinwohnern, den Indianern, und gab interessante Aufschlüsse über ihre Lebensweise. Mit großer Aufmerksamkttt folgten die Zuhörer auch den Darlegungen über die Geschichte des Landes. Eine Reihe von Lichtbildern unterstützte den Vortrag in allen seinen Teilen wesentlich. Der Redner fand für seine hochinteressanten Ausführungen starken, anhaltenden Beifall. Bornotizen. — Die Volkshochschule macht nochmals daraus aufmertfam, daß sie morgen, Samstag, len (Steuerfragen“ (Rundschreiben Nr. 3) lesen — praktisch nur für Rentner, freie Berufe, Steuerpflichtige mit selbständiger Berufstätigkeit und kleine Gewerbetreibende. Körperschaftsteuerpflichtigen Gesellschaften unb größeren Gewerbetreibenden wird in der Regel die Frist bis zum Bilanzabschluß verlängert. Sie können, um nicht jedes Jahr den Antrag erneut stellen zu müssen, das Finanzamt bitten, ihnen ein- für allemal — also bis auf weiteres für jedes Jahr — Fristverlängerung zu gewähren (Paragraphen 68 der Ausführungsbestimmungen zum Körperschaftssteuergesetz, 77 der Aussührungsbestimmungen zum Einkommensteuergesetz). ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Januar wurden 1666 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1156, Zeitschriften 95, Jugendschriften 69, Gedichte und Dramen 8, Literaturgeschichte 5, Länder- und Völkerkunde 109, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 130, Kunstgeschichte 20, Naturwissenschaft und Technologie 25, Heer- und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 3, Religion und Philosophie 15, Staatswissenschaft 17, Fremdsprachliches 4 Bände. ** Freie Lehrer st elle. An der Volksschule zu Großen-Linden (Kreis Gießen) ist eine Stelle für einen evangelischen Lehrer frei geworden. Eine Dienstwohnung ist nicht vorhanden. *• Vortrag B r. Hemleoen. Dr. Hemleben (Hamburg) sprach — wie man uns berichtet — auf Einladung der Ehristengemeinschaft am vergangenen Montag in der Universität zum Thema „W eltschöpsungundWeltend e". In feinem Vortrage gelang es dem Redner, Wege zur Lösung aufzuzeigen in dem Streit zwischen dem materialistisch-naturwiisenschaftl.chen und dem mythisch-biblischen Schöpfungsbild. Widersprechen sich beide? So meinen die' beiderseitigen - Fanatiker. Oder sagen sie im Grunde dasselbe? So meint gerne apologetisches Interesse. Dr. Hemleben vermeidet beide Fehler. Er zeigt einleuchtend die grundsätzliche Verschiedenheit bei* der Betrachtungsweisen: jede ist auf ihrem Gebiete berechtigt. Die naturwissenschaftliche Anschauung, die eoen meint ohne Geist zum Verständnis der Tatsachen auszukommen, ist dort berechtigt, wo nur das äußere materielle Geschehen betrachtet wird. Der biblische Bericht dagegen geht von der Schöpfermacht des „Wortes" aus. spricht also deutlich von dem wirkenden Geiste. Neueste naturwissenschaftliche Anschauung beginnt, sich um diese Gesichtspunkte zu kümmern (Dacquö. Poppelbaum, Kvlisko). Auf der einen Seite steigt bas materielle Geschehen vom Llnvollkommenen zum Vollkommenen auf, um bann wieder zu vergehen. Davon muß aber die geistige „Kurve" unterschieden werden, die sich in und mit diesem scheinbar bloß materiellen Geschehen offenbart: das rein Geistige verbindet sich mit den Crbenstof en, um sich schließlich wieder davon zu lösen. So kann man das Leben des Menschen von zwei Gesichtspunkten aus betrachten: vom Leibe h.r ober vom Geistig-Seelischen her. Kinbheit, Crwachsensein, reifes Alter gewinnen bann ein doppeltes Antlitz. Aber beides gehört zusammen. Dasselbe gilt für die Weltentwicklung. die mit Schöpfung und Ende begrenzt ist. Bezüglich des Schicksals bet materiellen Schöpfung stimmen beide Weltbilder überein. Aber dasjenige Christentum, das aus der Kraft ursprünglichen Christentums lebt, kMn4-zugleich den Anfang einer neuen Schöpfung mitten in der ersterbenden Erdenwelt. Oberfoeffen. Gemeinderat in Schotten. X. S ch 0 11 e n, 5. Febr. Aus dem Gemeinde- rat Das bei Schotten in herrlicher Höhenlago befindliche staatliche Falltorhaus, das seither als Försterwohnung diente, soll wieder verpachtet werden. 3n dem Haus war früher eine Wirtschaft betrieben worden, es war von je ein beliebte« Ausflugsort. Der Gemeinderat bejahte das Bedürfnis für einen Wirtschaftsbetrieb. Vom hessischen Staat sind der Stadt die von ihr zum Bau des Gendarmenhauses in der Inflationszeit vorgelegten Baukosten, die auf 8770 Wk. aufgewertet wurden, zurückerstattet worden. Der Gemeinderat behält sich die Beschluß- falfung über die Verwendung dieses Detrcmes vor. Der Aufnahme verschiedener Kapitalien für Straßenbau, Kanalisation, für den Umbau des Finanzamtes und die Finanzbeamtenwohnungen mit 33000 Mk. wird zugestimmt. Die Rechnung der Stadt aus 1929 schließt mit etwa 47 000 Mk. Ueberschuh ab. Der Gemeinderat wird in Kürze den Voranschlag für 1931 beraten. Der neue Anbau zum Krankenhaus wird als Erholungsheim Verwendung finden. Mit dem Roten Kreuz, Alicefrauenverein, ist ein entsprechendes Abkommen getroffen. Der Verein hat der Stadt zu günsttgen Bedingungen einen größeren Betrag für die Ausstattung des Hauses zur Verfügung gestellt. Das Heim wird in ben nächsten Tagen seiner Bestimmung gemäß verwendet werden. Für seine Verschönerung hat ein geborener Schottener, Julius Stern (Leipzig), viele wertvolle Bilder gegiftet. Bei der Herstellung einer neuen Fernverbindung der Heberlanbanlage sind auf den Grundstücken verschiedener Eigentümer verschiedene Masten auf Wiesen oder Aeckern errichtet worden. Die Eigentümer verlangen von der Stadt Entschädigung, die sie seither abgelehnt hat, da sie das Heberlanbtoerf für schadenersatzpflichtig hält. Es soll zunächst eine mündliche Verhandlung mit den betreffenden Grundeigentümern geführt werden. An Löhnen für die bei der Stadt beschäftigten Personen wurden 60 Pfennig pro Stunde für Verheiratete, 50 Pfennig für Ledige bzw. schwache Personen festgesetzt. Für die vom Derkehrsbund Oberhes- sen geplante Herausgabe einer Reliefkarte werden 30 Mk. bewilligt. Landkreis Gießen. g. Klein-Linden, 5. Febr. Der Dau der Wasserleitung und der Kanalisation gibt zur Zeit etwa 100 Erwerbslosen unserer Gemeind; Beschäftigung. 3n diesen Tagen soll nun aber eine größere Zahl Arbeiter entlassen werden, da nach den gesetzlichen Bestimmungen Rotstandsarbeiter nicht länger als drei Monate beschäftigt werden dürfen. Das bedeutet eine große Härt2 nicht nur für die hiesigen Erwerbslosen, sondern auch für die Gemeinde. Die Bürgermeisterei sah sich deshalb gezwungen, bei dem Präsidenten des Landesardeitsamtes Hessen in Frankfurt am Main einen Antrag auf Verlängerung der Beschäftigungsdauer über drei Monate hinaus zu stellen. Man hofft, daß dem Antrag entsprochen wird. v Londorf, 3. Febr. Der (3 cm einberat beschloß in seiner jüngsten Sitzung die Einführung der B i e r ft e u e r. OSaasen, 4. Febr. Die durch unseren Lehrer Herber freigewordene erste Lehrer st eile ist jetzt besetzt worden. Sie wurde dem Lehrer Karl B l e s e r a.:s Stre' c.ibo’.f über ra e.i. Schulverwalter Keil, der seither die Stelle verwaltete, wurde nach Strebendorf verseht. * Lang-Göns, 5. Febr. Der Kriegerverein Lang-Göns hielt in der Gastwirtschaft „Zum Gambrinus" seine diesjährige -Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende Karl Rern erstattete den Jahresbericht und gedachte zugleich der im Laufe des vergangenen Jahres verstorbenen Kameraden. Der Rechner Otto Rudolph gab den Kassenbericht. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt, während für die beiden verstorbenen Vorstandsmitglieder die Kameraden Wilhelm Schmidt und Wilhelm Jung gewählt wurden. Am Mittwoch. 4. Februar, beging der Altveteran und Ehrenvorsitzende des Vereins, Heinrich Kiefer, seinen 8 6. Geburtstag. Auf entsprechende Mitteilung des Vereins erhielt der Jubilar von dem Reichspräsidenten von Hindenburg und vom ehemaligen Groß Herzog Ernst Ludwig je ein Glückwunschschreiben. Auch der Verein ehrte den greifen Kameraden und überreichte ihm durch den Vorstand ein Geschenk. Dem Jubilar wurden außerdem zahlreiche herzliche Glückwünsche zuteil. Kreis Schotten. D ßaubad), 4. Febr. Die hiesige „Baum- kirchergesellschaf t", die wegen ihrer alljährlichen Zusammenkunft am 3. Februar auch „Blasiusgesellschaft" genannt wird, hielt gestern in althergebrachter Weise ihre Jahreszusam- mentunft. ab. Bereits am Vormittag trafen sich die Mitglieder dieser alten Wiesenbaugenossenschaft im „Solmser Hof", um die alljährliche Verteilung der zur Genossenschaft gehörenden Wiesen und die Wahl SCHUHHAUS* INVENTUR 0.60 u 1.20 Bei rissiger Haut Penaten- Creme, en Femverbin« luf den Grund« r verschiedene Werfern er* -erlangen non Afct abyWxk t eine mündliche rn Tnmdeigen' aus 1929 Wh ob. Der ivranschlag für anIenhauS nDendung fin° cauenverein, ifi Ulfen. Der Der« lingungen einen mg des haufes m wird in den ng gmäh ver« inerung ha! ein ern (Leipzig), : Stabt KW« -nig pw Stunde ür Ledige bzw. nd Oberhes« Reliefkarte MÄ. b[. ttt«"’*' 77- k W ? ^Les gc xs™- -« It“ S* Zugleich ln9 mitten in ffen. >emeinb(d J Höhenlage 8. das seithee ^verpachtet « Dirtschaft $ ^btee M dar De« tne vor Maulu -ln "kosten, dt- Suruckerstattei HLeDefchtuh. > -öefragedvor. :net *apt< siion, für den ?n. Der Dau der matifation gibt iferet Gemeind; fotl nun aber s|en werden, da m Qlotftan^ onate beschäftigt ine große HaA cbstolen, sondern rgermeistem sah W PräMte * in Frankfurt f verlange' ss$ SKS& JWVern er« .^gleich QcWt »w • 3S «u- ’"g(töbiäW --S4 saVÄ reHenoe ^?aund »p* n nft iSÄ,»* {TS ?§S Kr^ i M 6/f? uvurti , *wvA/ (Laz • ImaA* &UV flurtC' X*,. * kt*A, ^luP(rtr Kriegerverein hielt bei Kam. Otto Earl sein diesjährige Generalversammlung ab. Der erste Dorsitzende Richard Schmidt, der an diesem Abend zugleich sein Amt nicderlegte, eröffnete die Versammlung. An seiner Stelle wurde Kam. Karl Langlitz zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde Otto Kaiser. Schriftführer Otto Carl. Rechner Otto Langlitz II. Zu Beisitzern wurden gewählt Heinrich Preusch, Wilh. Baumann. Heinr. Carl und Richard Schmidt. 47 G lashü tten. 5. Febr. Der K.rieger - verein Glashütten hielt seine Generalversammlung im Lokale von Heinrich Gußmann ab. Der erste Vorsitzende, Pflastermeister Ludwig Ott, gedachte zunächst der gefallenen Kameraden und des verstorbenen zweiten Vorsitzenden Otto Hornung. 3n der Versammlung konnten fünf neue Mitglieder ausgenommen werden. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß sich der Verein an einigen Festen beteiligte und ein reges Eigenleben führte. Als Gast war der vor fünf Zähren nach Amerika ausgewanderteGlashüttener Karl Höller anwesend, der zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Die Dorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des seitherigen Dor- standeS. Für den verstorbenen zweiten Vorsitzen- den wurde Reinhard Gußmann neu gewählt. Die Unterschlagungen bei der Wehtarer Stadtverwaltung WSR. W e tz l a r, 5. Febr. Dor dem Wetzlarer Einzelrichter wurde heute ein interessanter Fall verhandelt, der auf die Verfehlungen bei der Stadtverwaltung ein bezeichnendes Licht wirft. Dekannllich hat sich der Wetzlarer Oberbürgermeister Dr. Kühn irn September v. 3. erschossen und in seinen hinterlassenen Brief en betont, er fühle sich schuldlos. Lediglich die H e tz e gewisser Kreise habe ihn in den Tod getrieften. Der Major a. D. L e m p hatte nach dem Tode Dr. Kühns geäußert, Fabrikant L e i tz, Bauunternehmer Hanusch und Kaufmann Albert Lehr seien die Mörder des Bürgermeisters. Diese Worte brachten ihn vor den Richter wegen Beleidigung. Es handelt sich bei den Genannten um zwei langjährige Stadtverordnete der demokratischen Fraktion, der auch Dr. Kühn angehörte, und um ein Mitglied der Finanzkommission. Die Verhandlung erbrachte den Beweis. daß sieinmonatelangenDerhand- lungen mit Dr.Kühn diesem die Möglichkeit geben wollten, seine Verfehlungen wieder gut zu machen. Man hatte damals noch nicht entfernt den Einblick in die Mißwirtschaft wie h?ute. Wie Dr. Leih vor Gericht angab. hat eine städtische Untersuchungskommission jetzt bei Ueber- Prüfung nur einiger 3ahre seftgestellt, daß in diesem Zeitraum allein 62000 Mark von Dr. Kühn veruntreut und für eigene Zwecke verbraucht worden sind. Das Material ist noch längst nicht gesichtet, unb die veruntreute Summe dürste sich aller Voraussicht nach noch erheblich erhöhen. So gewann daS Gericht den Eindruck, daß die genormten Herren in keiner Weise aus persönlichen 3ntereffen, oder um sich zu rächen, gegen Dr. Kühn vorgegangen waren. Sie haben erst, nachdem alle anderen Möglichkeiten erschöpft waren, der Aufsichtsbehörde Bericht erstattet, und zwar nicht zuerst dem Regierungspräsidenten. sondern zunächst dem Vizepräsidenten in der Hoffnung, daß sich ein anderer Weg finden lassen werde. Der Vizepräsident hat aber in richtiger Erkenntnis der Sachlage den Herren bestätigt, daß es ihre Pflicht als Stadtverordnete und als Bürger gewesen sei. die Verfehlungen auszudecken, und hat dann im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidenten die Amtsenthebung Dr. KühnS und einiger Beamten, sowie die Einleitung des Disziplinarverfahrens veranlaßt. Die Anklagebehörde beantragte mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung, auf das Bildungsniveau des Angeklagten und auf die Persönlichkeit der Beleidigten eine ®efän gnisstrafe von einem Monat. Die Verteidigung suchte die Aeußerung aus der damals herrschenden Erregung und aus Unftrnntni« der tatsächlichen Verhältnisse, in die erst die spätere Untersuchung Licht gebracht hat. zu erflären. Da die Kläger auf eine so strenge Bestrafung keinen Wert legten, gab Major Lernp die Erklärung oft, daß er den Ausdruck bedauere und zurück- nehme. Er sei der Ueberzeugung, daß die Kläger lediglich ihre Pflicht erfüllt hätten. Daraus wurde der Strafantrag zurückgenorn- men. Die Erklärung wird publiziert. Außerdem muß Major Lemp eine Geldbuße von 300 Mark zahlen. Don 3nteresse ist noch, daß das Verfahren wegen der Verfehlungen bei der Wetzlarer Stadtverwaltung Eiche Mai zur Durchführung gelangen wird. Kreis Wetzlar. Z Krofdorf, 4. Febr. Zum erstenmal seit über zehn 3ahren fand die Sitzung der Gemeindevertretung von Krofdorf-Gleiberg am Montag wieder im Rathaus der Gemeinde statt. Der Sitzungsraum war während dieser Zeit als Rotwohnung vermietet, und die Vertretung mußte in dieser Zett ihre Tagungen im Saale der Wirtschaft Freund abhalten. 3n der jüngsten Sitzung wurde u. a. beschlossen, an bedürftige Personen aus dem Gemeindewald Brennholz abzugeben. — Das Postamt Gießen plant, auf der Kraftpoftlinie Gieße n— Krofdorf und Gießen—Wißrnar wegen Verkehrsrückganges Einschränkung en eintreten zu lassen. Es sollen die Wercktagsfährten ab Krofdorf 5.55 und 6.30 Uhr zu einer Fahri ab Krofdorf 6.15 Uhr vereinigt, desgleichen die Fahrten ab Krofdorf werktags 6.50 Uhr über Wißmar und ab Krofdorf täglich um 7.00 Uhr direkt nach Gießen jetzt auch zu einer Fahrt und nur werktags ab Krofdorf 7.00 Uhr über Wißmar, zusammengelegt werden. Die Abfahrtszeit des Wagens ab Gießen werktags 6.20 Uhr verschiebt sich dadurch auf 6.40 Uhr. Die Wagen werktags 12.30 Uhr ab Gießen, einer in durchgehender Fahrt nach Krofdorf, der andere nach Wißmar und bann zurück, sollen — außer Samstags — auch zu einer Fahrt über Wißmar zu- sammengesaßt werden. Abfahrt Krofdorf nach Gießen ist dann tagtäglich 13.05 statt bisher 12.55 Uhr. Die Gemeindevertretung wünscht nun. daß der erste Wagen werttags schon 6.10 Uhr fährt, damit der Anschluß an den Zug nach Frankfurt a. M. ab Gießen 6.35 Uhr erreicht werden kann, unb daß ferner der 12.30 Uhr von Gießen nach Krofdorf fahrende Wagen so. also auch werktags, beiftehalten wird. x.p. Oden Hausen, 4. Febr. Am 1. Februar konnte die hiesige Hebamme, Frau B a st i a n, auf eine ununterbrochene 25jährige Dienstzeit bei der Ge. meinbe Ovenhausen zurückblicken. Aus diesem Anlaß überreichte ihr der Gemeindevorsteher im Auftrag der Gemeinde ein Diplom und dankte im Namen der Gemeinde für ihre treuen Dienste. (D Krofdorf, 6. Febr. Landwirt Georg Mül« l e r, Schieferstraße, feiert heute, Freitag, in körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 70. Geburts» t a g. Der Jubilar versah lange Zeit den Postdienst für die hiesige Gemeinde. — Hier fand die erste Holzoer st eigeru na aus den staatlichen Förstereien Krofdorf und Waldhaus statt. Es wurden folgende Preise erzielt: Eichenscheit bis 8 Mark, Eichenknüppel bis 6 Mark, Eichenreis bis 0,60 SDK, Eintritt: 979D Kappenabend-Tanz Ab 10 M: Wellfleisch mit Kraut Seine. Grünewald 995 D 10 Uhr Wellfleisch 0704 Heinrich Jung Heute Freitag und morgen Samstag Schlacbtplatten. ab für Mitglieder des Vereins u. für Hörer 5<> Pfg , für Nlchtm tglieder L—RM Volkshochschule Samstag. 7. Februar 1931, 20 Uhr, Singsaal des Realgymnasiums ibudwigstr.) Mozart-Feier (sn Bozart« I 75. Geburtstag) Vortragsfolge: 1. Einleitende Worte Musiklehn-r Franz Bauer jun. 2. Sonate G-Dur iKöchel 301) Allegro con spirito - Aliegrelto 3. Drei Lieder (Ton' Otto) 4. Klavlerquanett G- oll (Köchel 478) Allegro — Andante — Rondo Aosl ührende; Frau Elfriede Fischer. Toni Otto. Franz Bauer jr.. Heim. Bayersdorf, Heinz Egers. Leupin - Creme tausendfach bew. be Flechte ErMtze, Jnosea. Aas- eehlag.HAjnorr holden Belasehlden. Zn haben 5546\ Löwen-Drogerie W. Kllalnger Macht.. Seltersweg HW. mmmtH Cafe „Asloria“ Samstag, 7. Februar Sur Oelmühle Tammitrahc 39 Morgen Samstag, 7. Febr. Mehelsuppe Zum Adler Marktplatz 20 Schlachtfest Freibank Samstag, den 7. Februar 31, von 8 Uur ab l8;e(l Olm Gießen ohi( dern Jgerr kannt 4 ■ OlationaLto „n der 2t schäft triff , Don Hy? Don 1929 ^'iche ÄnL.'ai WÖE SÄ Ä W.M SZ Ks DZ >^e| 8a( Zr-. 4L Nr. 3! Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 6. Zebrnar(YZl S.Ji.-'fpont Gpielvereinigung 1900 Gießen. Am Sonntag bereitet die Spielvereinigring 1900 (Ziehen ihren Anhängern eine ileberrafd)ung. Auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe wird eine Degermannschaft, der 216. „ilruri“ gastieren und den !900em sicherlich einen scharfen Kanipf liefern, dessen Endergebnis durchaus offen ist, da die Spielstärke der Gäste natürlich nicht bekannt ist. Tie Gästemannschaft wird in ihrem Rationalkostüm antreten, so das; der Sportplatz an der Liebigshöhe am Sonntag ein außergewöhnliches Bild bieten dürfte. Die Aegermann- schast trifft bereits am Samstag in Gießen ein. $. (£. „Seutoma" Watzenborn-Steinberg. Am Sonntag empfängt die erste Mannschaft die gleiche des Fußballsporivereins 1926 Steinbach zu einem schon längst fälligen Gesellschaftsrückspiel. Da Steinbach wieder in alter Aufstellung antreten wird, darf die Mannschaft nicht unterschätzt werden. . Die wieder auf den Plan tretende zweite Mannschaft Steinbachs wird gegen die zweite Mannschaft der Teutonen ein Gesellschastsrückspiel austragen. Handball im T. B. Großen-Buseck. Am Sonntag hat die 1. Mannschaft von Großen- Buscck die gleiche des Turnvereins Wetzlar zu Gast. Wetzlar spielt bereits seit zwei Jahren in dec Kreisklasse, in der nur spielerfahrene Mannschaften um die Punkte kämpfen. Großen-Duseck tritt zur Zeit mit einer sehr verjüngten Mannschaft an, deren Manger an Spielerfahrung kaum Siegesaussichten offen läßt. Großen-Bufecks zweite Mannschaft kämpft bei offenem Ausgang gegen die zweite Mannschaft von Wetzlar. Arbeiler-Turn- und Sportbund. Am Sonntag wird die erste Mannschaft Heuchelheims in Wieseck zum Freundschaftsspiel antreten. Das Vorspiel konnte Wieseck in Heuchelheim mit 2:0 Toren für sich entscheiden. Auch das bevorstehende Spiel dürste Wieseck für sich entscheiden. Vorher wird die erste Jugend des Platzvereins die Jugend von Großen-Linden im Freundschaftsspiel zum Gegner haben. Die zweite Jugend Wiesecks hat sich die Jugend von Beuern verpflichtet. Handball. Die Handballels von Wieseck wird am Sonntag die Reise nach Bottenhorn unternehmen, um gegen die dortige Elf ein Freundschaftsspiel auszutragen. Die Einheimischen stellen eine flinke Elf ins Feld und Wieseck wird alles aufbieten müssen, um zu siegen. Vezirks-Fuhballtag. Arn Sonntag fand in Gießen der diesjährige ordentliche Bezirks-Fußballtag statt. Der Geschäftsbericht zeigte, daß auch im verflossenen Jahre die Bewegung im steten Wachsen begriffen war. Zwölf neue Vereine konnten gebucht ausgenommen werden. Auch der Kassenbericht zeigte einen befriedigenden Abschluß. Der Vertreter des Kreises beschäftigte sich sodann mit dem Spielsystem innerhalb des Kreises und bemängelte hierbei das Wesen der Einheitsklasse. Ein demnächst stattfindender Kreis- s u ß b a 111 a g wird sich mit dem Spielsystem beschäftigen müssen. Ein Antrag von Gießen fand Annahme, der eine andere Einteilung der Mannschaften zur kommenden Serie fordert. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Neueingeführt wurde eine Bezirks-Spruchkammer, zu deren Vorsitzenden Otto Rüspel er, Gießen, gewählt wurde. Hallen-Gerätewetturnen im Lahn-Oünöberg-Gau. Am Sonntag findet in 'Staufenberg das diesjährige Hallen-Gerätewetturnen des Lahn-Düns- berg-Gaues statt. Eine über Erwarten große Anzahl von Turnern haben zu diesen Wettkämpfen Meldungen abgegeben. 11. a. werden Hofmann und H e 11 ch e, Lollar, Ferber und Schmidt von Waldgirmes, Römer von Wiescck und Bender, Rodheim, an den Kämpfen teilnehmen. so daß ein hartes Ringen um die Punkte einsehen dürfte. In drei Stufen (Ober-, Mittelund Iugendstufe) werden die Turner jeweils im Siebenkampf ihre Kräfte messen. Die Turnerinnen tragen in zwei Stufen einen Sechskampf aus. 9. Iahnschwimmen der DT. Das 9. Iahnschwimmen am 14. und 15. Februar im Stadtbad zu Halle a. d. S. verspricht wieder ein voller Erfolg zu werden. Zwar läßt sich noch keine Deteiligungsziffer nennen, da die Meldefrist noch nicht abgelaufen ist, aber schon die bisherigen Meldungen und Anfragen aus den verschiedensten Großstädten Berlin, Hamburg. Köln, Leipzig, Dresden, Frankfurt, Stuttgart, Hannover usw., lassen erkennen, daß auch in diesem Jahre das Interesse für das Iahnschwimmen in Halle überaus rege ist. Reue Höchstleistungen, die immer wieder bei dem Iahnschwimmen erzielt wurden, ließen in den letzten Jahren nur noch Aussichten für die Besten der gesamten DT. aufkommen, und ganz von selbst wurde dadurch das Iahnschwimmen zu einer der größten schwimmsportlichen Veranstaltungen der gesamten DT. Hier treffen sich nur die Besten in den einzelnen Wettlampf- arten im Kampf um den schlichten Eichenkranz als Siegerpreis. Unerwarteter Ausgang des Frankfurter Sechstagerennens. Das vierte Frankfurter Sechstagerennen, das am Donnerstag um 23 Uhr zu Ende ging, nahm einen überraschenden Ausgang. Unter dem to- • Vereinigte Stahlwerke AG. In der Aufsichtsratssitzung der Vereinigten Stahlwerke AG. in Düsseldorf wurde beschlossen, die Verteilung einer Dividende von 4 (im Vorjahre 6) Prozent vorzuschlagen. Ablehnung der Lohnsenkung bei der Hütte Ruhrort - Meideri ch. Zwei Delegschaftsversarnrnlungen in Duisburg haben sich am Mittwoch grundsätzlich für Ablehnung der Lohnsenkungsvorschläge der Vereinigten Stahlwerke ausgesprochen. Auf Grund dieser Ablehnung dürfte nun die Stillegung der Hütte Ruhrort-Meiderich Tatsache werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 6. Febr. Tendenz: nachgebend. Nachdem es an der Abendbörse auf Glattstellungen der Spekulation und unter dem Eindruck der schwachen Neuyorker Börse zu Kursrückgängen gekommen war, eröffnete die heutige Börse wieder etwas fester. Daß von der Kundschaft und vom Ausland keine Verkäufe vorgenommen wurden und das Stahlhelmvolksbcgehren, welches nach neuen Erklärungen von der DVP. unterstützt wird, wirkten verstimmend. Auch die Meldungen aus der Industrie lauteten weiter ungünstig, so z. B. der verminderte Kohlen, und Kaliabsatz. Bei der neuen Kupferbaisse lagen zu den ersten Notierungen einige Kaufaufträge vor, so daß teilweise Besserungen erzielt wurden. Die Kursentwicklung war überwiegend uneinheitlich. Gleich nach der amtlichen Festsetzung verstärkte sich wieder das Angebot, so daß die Grundstimmung eher schwächer anzusprechen war. Das Geschäft war ziemlich gering. Bis zu 1 v. H. gebessert eröffneten J.-G. Farben, AEG., Norddeutscher Lloyd. Mehr abgeschwächt waren Kali Aschersleben mit Rückgängen bis zu 1 v. H. Schwächer erschienen ferner Scheideanstalt, Deutsche Linoleum, Karstadt, Zellstoff Waldhof, Kunstseide, Montan- und Bankaktien. Von Bahn- atlien verzeichneten Allgemeine Lokal- und Kraft einen 2-v. H.-Verlust. Deutsche Anleihen gut behauptet. Von fremden Werten lagen Serben und Mazedonier fester. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig und unverändert. Reichsschuldbuchforderungen unverändert. Im Verlaufe neigte das Geschäft zur Schwäche. Die Kurse blieben auf dem ermäßigten Niveau etwa behauptet, doch war die Stimmung ziemlich unsicher. Am Geldmarkt lag Tages- gcld weiter erleichtert. Monatsgeld wurde unverändert gesucht. Tagesgeld stellte sich auf 4 v. H., Monatsgeld auf 6,13 bis 6,25 v. H. Der Devisenmarkt zeigte keine nennenswerten Veränderungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2041, gegen Pfund 20,4275, London gegen Kabel 4,8592, gegen Paris benden Beifall der 10000 Zuschauer konnte sich die deutsch-italienische Mannschaft Gorbel-Tinale nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen trotz les verzweifelten Widerstandes des seit dem ersten Tage führenden Paares Schön-Pijnenburg durch Rundengewinn an die Spitze setzen und ihre Position gegen alle Angriffe bis zum Schluß verteidigen. Die beiden letzten Stunden des Rennens waren eine ununterbrochene Jagd Auch die Kölner Rausch-Hürten und das holländischdeutsche Paar van Kempen-Rieger konnten zu- letzt noch eine Runde gewinnen, ohne daß sich dadurch jedoch ihre Position verbesserte. Der Ausklaizg des Rennens war eine letzte wilde Jagd, die Schön-Pijnauburg in den letzten Minuten entfesselten, um den Sieg, der ihnen schon so sicher schien, doch noch za erringen. Doch Goebel-Dinale waren rechtzeitig da und vereitelten auch diesen Versuch. Und als die Schüsse ertönten, die das Ende des vierten Frankfurter Sechstagerennens anzeigten, wurden von den Zuschauern begeistert Goebel-Dinale als Sieger gefeiert. In den 145 Stunden des Rennens waren von der Spitzengruppe 3057,500 Kilometer zurückgelcgt worden. Zwei weitere Norweger in Oberhof. Das starke norwegische Aufgebot für die Internationalen Skimeisterschaften Dom 13. bis 16. Februar in Oberhof ist noch um zwei ausgezeichnete Kräfte vermehrt worden. Für die Langläufe ist Ole S t e n e n und der junge Springer Kaare Wahlberg nachgemeldet worden, so daß sich am 8. Februar insgesamt 18 Mann unter Leitung bes Verbandsführers Kpt. Oestgaard und Hptm. Helseth auf die Reife begeben werden. 123,93, Mailand 92,81, gegen Madrid 47,90, gegen Schweiz 25,1440. gegen Holland 12,10. Berliner Börje. Berlin, 6. Febr. Zu Beginn der heutigen Börse war das Rachlassen der llmsahtäligkeit besonders auffällig. Die Kundschaft und das Aus- land nahmen abwartende Haltung ein, da einerseits die gestrigen Kanzlerreden einen guten Eindruck machten, andererseits aber die vorliegenden wirtschaftlichen Momente zur Zurückhaltung mahnten: so hatte man vormittags schon in Rachwirkung der Dividende des Stahlvereins auf Grund der flauen Materialmärkte einen ungünstigen Tericht des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats und der Meldung von dem Kaliminderabsah um 700 000 Doppelzentner schwächere Kurse taxiert, wurde dann aber zu Beginn des offiziellen Verkehrs eher angenehm enttäuscht. Allerdings lagen die ersten Kurse 1 bis 2 Prozent schwächer. Kaliwerte lagen um 4 25 Prozent rückgängig, auch Svenska lagen 3,50 Mk. niedriger. Hamburg-Sud, Kali-Aschcrsleben und Polyphon lagen bis 3 Prozent gedrückt. Besserungen bis zu 1 Prozent waren mehr zufälliger Ra- tur. Die Umsahtätigkeit war bedeutend kleiner als in den letzten Tagen. Ausländer lagen geschäftslos. Anatolier leicht befestigt. Pfandbriefmarkt still. Reichsschuldbuchforderungen unverändert. Für Tagesgeld setzte sich eine weitere Erleichterung von 8,25 bis 7.25 Prozent durch. Monatsgeld und Warenwechsel unverändert. Auch im Verlaufe überwogen kleine Rückgänge bis zu 1 Prozent, während man die Schwäche Der Auslandbörsen als Grund für die Abgabeneigung angab. Vor allem litt auch weiterhin das Geschäft unter der bestehenden Orderlosigkeit und die Stimmung war ziemlich nervös. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter diefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Schützt bas Ansehen der Kriegsorben! Wenn man jetzt die Schaufenster der Geschäfte betrachtet, die Fastnachtssachen verkaufen, so fällt einem leider auf, daß verschiedentlich auch Nachbildungen von K r i e g s o r d e n als Faftnachts- orten angeboten werden, z. B. das Eiserne Kreuz, der Pour le merite und andere. Als Frontkämpfer muß ich hieran Anstoß nehmen. Die Kriegsorden sind Auszeichnungen, die unter Einsatz des Lebens für das Vaterland und den Kameraden errungen Wirtschaft. wurden. Mit so heiligen Gütern spielt der ernste Deutsche nicht. Deshalb möchte ich alle Geschäfte, die diese Geschmacklosigkeiten, um nicht jd)ärfere Worte zu gebrauchen, haben und au-stellen, bitten, diese Sachen aus den Auslagen und überhaupt vom Verkauf zurückzuziehen. Vielleicht kann schon beim Einkauf der Lieferant darauf aufmerksam gemacht werden. Läßt er derartige Orden trotzdem nicht vor schwinden, bann wird er es lassen, sobald sie nicht mehr gekauft werden. Also Gießener Mitbürger, trage auch du zum Verschwinden öcrartiger un deutscher Sachen bei! Ein Frontkämpfer. Brieftasten der Redaktion. (Rechtsgutachten Jinb ohne Verbindlichkeit der <5d)riftlcitung.) I. 211. Die gesetzliel)e Miete beziffert sich auf 120 v. H. der Dorkriegsmiete, in Ihrem Falle also auf 19,20 Mark. Ab 1. Januar 1931 ist der Vermieter berechtigt, das Wassergeld aus die Mietparteien umzulegen. Er muß dabei aber 3 o. H. der Friedensmiete an der gesetzlichen Miete nachlassen und den Mietern die Umlegung des Wassergeldes schriftlich mitteilen. Neben dem Wassergeld können auch die Gebühren für Müllabfuhr und Straßenreinigung anteilmäßig auf die Mieter umgelcgt wer den. Nähere Einzelheiten über den ganzen Fragenkomplex werden Ihnen vom Städtischen Wohnungsamt auf Anfrage mitgeteilt. £. J. in G. Bringen Sie Ihre 'Angelegenheit beim Beschwerdeausschuß des Städtischen Wohlfahrtsamtes vor. Zu diesem Zwecke müssen Sie gegen den bisherigen Bescheid des Wohlfahrtsamtes Be schwerde einlegen, die innerhalb 14 Tagen nach Erhalt des Bescheids schriftlich oder zu Protokoll erfolgen muß. Ihren Standpunkt können Sie in der Sitzung des Beschwerdeausschusses selbst vertreten. Voraussichtlich wird Mitte Februar eine Sitzung des Beschwerdeausschusses ftattfinben. Für Sie dürste es empfehlenswert sein, ungesäumt die erforderlichen Schritte zur Einreichung der Beschwerde vorzunehmen und dann in der Sitzung des Beschwerdeausschusses persönlich anwesend zu sein. Letzte Nachrichten. Oer deutsche Stieger Gruse freigefoffen. Schneidemühl, 6. Febr. (IBIB. Funkspruch.) Der bei Wöllstein auf polnischem Boten notgelan- dele Schneitemühler Flieger Hans Gruse ist gestern nachmittag wieder freigelassen worden. Die Staalsanwattschast in Lissa Hal das gegen Gruse cingeleitele verfahren e i n g e st e 111. da einwandfrei festgestellt worden ist, daß Grv'e sich im Rebel verirrt hatte und deshalb auf polnischem Voten notlandcn mußte. Mordanschlag in der Neichsbahndirektion Berlin. Vertin, 6. Febr. (IDIB. Drahlmeldung.) heute gegen 12.15 Uhr drang ein zunächst unbekannter Blann in dos Arbeitszimmer des Direktors der Reichsbahn Zander in der Reichsbahndircklion Berlin ein und gab etwa 5 bis 6 Schüsse auf den Direktor ab, von denen einer in die Schulter und einer in den Oberschenkel traf. Der Unbekannte tötete sich daraus durch einen herzschuß. Die herbeigerufene Polizei sand bei dem Atteniäter einen an die Polizei gerichteten Brief, aus tem hervorgeht, daß es sich um den 50jährigen Fahrkortenausgeber und jetzigen Unfallrentn^r Willi Freese, wohnhaft in Lharlottenburg, hantelt. Aus diesem Briefe geht hervor, daß er einen Anschlag auf den Direktor bei der Reichsbahn kassack beabsichtige, der früher Dezernent ter Unfallrentner gewesen ist. Direktor Zander wurde in das Llisabeth-Krankenhaus gebracht. Die Leiche des Täters ist von ter Polizei beschlagnahmt worden. Sprechstunden der Nedaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Anzei-,enausträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o H ’.vtantiun a. Di. Berlin Jrantiuri a. Dl. Berlin Itrantiurt a. Di. | Berlin Banknoten. Schluß- fürs 1-Uhr» Hure Schluß-!Ansa g- fure Kurt Sty.uß» furt 1-Ubr« Schluß« Ansang- anu Tamvficktsf.....10 9iorbbeutid>cr Llohb.....8 2Lllflcraelne IrutfdieGrebÜanfL 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner HanbelegeieUfckafi . 12 Commerz- und Prtvat-Bank. 11 Tarmstäbkrr und Nationalbank 12 Teurlcke Bank und Tteconto-GefeUfchaft, ... 10 Zrcebnet Bank......10 ■HcIdXbant........12 ei.e.s............8 Bergmann.........9 -zieht. 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