'tooffion. E,7" ÄLLZ len,ierte(jahres ii ßtc1 ^lungchist für bas das geschehen? Nach 2'st.die Frist oeÄ ?n X9 einfler Zahlung-, nü der Auswertung-, r 0°ldening 100 Eolb- ^nJ°5cn 14, ''Tch. ÄW ^'leback ?^ 3n 1 Unö S)'?AUnb Sri ejet«AntS ^uten Nu) ben ^*1932. ^adspv^örde Ä'Ä ur öoz 4 °auz telegen 1?en not. 9n fe,n lassen ogramm. November. ri Schallplatten. 9 bis 1 unf: »Aus iem Leben •Ä wird eine Pro« M'.krophon beim Ober» Hlottenkonzert. 15.30: ^achmittagskonzert des Jeitfragen. 19.05: ftt Gespräch zwischen ld l)r. Fritz Aeumaik. der Spätlese. 20.15: Zobsiade. 22.N bis 23: lindigungsblatt. !ündigungsblati enthält: Gemindc« Reifung von Wander- dcgitimationätartcn. ■^»i in» । n । lben-sSilhs/ en. !olkshalle öurdj' ■folgt um 7 W. wirb durch!üvt- erwürtenhen An« harten mW fltutiwtflO' unb u entnehmen. zr. Gießen WM «Mit- OtrScrN. jflSdUF W .IM Ippe p-PJ-J ir.MdjmiW4® Rr. 259 Erstes Blatt 181. Jahrgang Donnerstag, 5. November 1931 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vuch- und Zleinbruckerel R. Lange in Gießen. 5chriftleitnng und Geschäftsstelle: ZchulNraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friebr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyrioi, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,autze, Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugspretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüsse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Die Reparationsdebatte kommt in Gang. Deutschlands Gründe gegen eine Rückkehr zum Houng-Plan. Berlin, 4. Nov. (TU.) An hiesiger zuständiger Stelle ist über die am Dienstag zwischen Laval und von hoesch stattgesundene Unterredung eine Stellungnahme noch nicht zu erhalten, da die Prüfung des ausführlichen Berichtes, den der Botschafter nach Berlin gesandt hat, noch nicht abgeschlossen ist. 3n Berliner politischen Kreisen ist man der Auffassung, baß die französische amtliche Verlautbarung, die unmittelbar nach Beendigung der zweistündigen Unterredung ausgegeben wurde, sehr stark für den inneren Gebrauch bestimmt gewesen sein müsse, um so mehr, als eine weitere halbamtliche Auslassung, die havas in den frühen Morgenstunden des Mittwoch ausgab, eine etwas mildere Beurteilung zulasse. In der ersten amtlichen Verlautbarung ist bekanntlich die Rede von der Wiederherstellung der normalen Regelung des Zoungplanes nach Ablauf des hoooerjahres. In der zweiten halbamtlichen Auslassung wird jedoch bemerkenswerter Weise bereits das Wort von der deutschen Zahlungsfähigkeit in die Aussprache geworfen. Der Sonderausschuß der BIZ. solle sich möglichst noch im Dezember oder Januar über die Zahlungsfähigkeit äuhern. Der deutsche Standpunkt über die Einberufung dieses Ausschusses ist bekannt. Auslassungen von zuständiger deutscher Stelle liehen erkennen, dah der Diggin-Bericht bereits eine ausreichende Grundlage für die Beurteilung der Sachlage abgebe und dah sich infolgedessen nach deutscher Ansicht die Einberufung des Sonderaus- fchusfes erübrige. Die Reichsregierung wird in Paris zweifellos darauf Hinweisen, dah, wenn schon der Sonderausschuh der BIZ. die deutsche Zahlungsfähigkeit prüfe, diese Untersuchung dann die Gesamtverschuldung Deutschlands nach innen und auhen umfassen müsse. Dem Ausschuß, dessen Ausgabenkreis nach den Bestimmungen des Poungplanes eng umgrenzt ist, muh demnach die Möglichkeit gegeben werden, alle Fragen der inneren und äuhcren Verschuldung Deutschlands zu behandeln. Es geht nicht an, wenn die eine Frage als von der anderen getrennt bezeichnet wird. Dem Paragraphen 120 des Poung- planes, der neben den Paragraphen 119 und 125 die Zuständigkeit des Sonderausschusses umschreibt, muh infolgedessen nach hiesiger Auffassung eine Auslegung gegeben werden, die im weitesten Sinne der Prüfung der deutschen Zahlungsfähig- teif gerecht wird. Der taktische Gegensatz der deutschen und der französischen Auffassungen läht sich wohl am kürzesten aus die Formel bringen, dah Laval )u nächst die reparationspolitische Seite des ganzen Problems behandelt sehen will, damit der Poungplan mit dem Ablauf des Feierjahres wieder in Funktion tritt. Dabei sind die Franzosen offenbar bereit, zumindesten vorübergehend einige Nachlässe ju gewähren. Sie scheinen sich auch in der technischen Entwickelung einer solchen Regelung gewissen deutschen Wünschen anpassen zu wollen, z. B. in der Einberufung einer Repara- lionskonferenz. Aber das Wesentliche ist doch, dah sie den Poungplan wieder i n- gangbringen wollen, der seine Unmöglichkeit nicht nur nach unserem, sondern nach dem Urteil der besten Sachverständigen der Welt erwiesen hat. Der deutsche Standpunkt geht nun von der Erkenntnis aus, der sich prinzipiell auch der tranzösifche Finanzminister in der gestrigen Unterhaltung nicht verschliehen konnte, dah die kurz- fristige Verschuldung Deutschlands eine Situation geschaffen Hal, die ; u n ä ch st eine Bereinigung verlangt, ehe man die Möglichkeiten der Reparationszahlungen überhaupt überiefen kann. Das heiht also, dah die Reichsregierung zunächst die privaten Schulden konsolidieren will, damit sie an das grohe Reparationsproblem von einer gefestigteren Basis aus Herangehen kann. Das widerspricht dem, was die iranzösische Regierung will. Sie nimmt für die Reparationen die unbedingte Priorität in Anspruch. Dah dieser Gegensatz nun ichars herausgearbeitet ist, scheint im Augenblick das kinzige Ergebnis der gestrigen Pariser Unterredung I» fehl. Die Reichsregierung wird nun zu dieser Situation Stellung nehmen müssen. Das ist die Aufgabe der Kabinettsberatungen, die Mittwoch vormittag begonnen haben, über die jedoch ftreng- Ifes Stillschweigen bewahrt wird, weil die zustän- bigen Stellen vermeiden wollen, dah die auher- »rdenllich schwierigen Verhandlungen irgendwie gehört werden können. Sicher ist aber, dah irgendwelche wesentlichen Beschlüsse über die Reparations- Irage noch nicht gefaht worden sind. Die Annahme, bah zunächst weitere Rückfragen in Varis notwendig seien, Hal einen ziemlichen Ärad von Wahrscheinlichkeit. Deutsch-schweizerische Mrischaftsverhandlungen in Berlin. Berlin, 4. Nov. (ENB.) Die Fühlungnahme mit der Schweiz wegen der strittigen Handelsvertragsverhandlungen hat nun eine Verständigung darüber ergeben, daß die offiziellen Verhandlungen sobald wie möglich in Berlin aufg-e- n 0 m m e n werden sollen. Auf schweizerischer Seite stellt man sich den Verlauf wohl so vor, daß bis Darmstadt, 4. Nov. Amtlich wird mitgefeilt: In einer dritten Verordnung hat die hessische Regierung weitere Mahnahmen zur Erzielung von Ersparnissen getroffen. Gleichzeitig wird aber vom 1. Dezember 1931 ab eine Bestimmung der ersten hessischen Notverordnung rückgängig gemacht, nämlich die einjährige Ausrückungssperre im Gehalt. Da das Reich, wie erwartet werden muhte, gleiche Mahnahmen nicht getroffen hat und andere Länder, wie Preuhen, sie rückgängig gemacht haben, hätte sich diese Bestimmung in Hessen als besondere Härte ausgewirkt. Aus der großen Zahl von Sparmaßnahmen seien genannt: Durch eine Vereinfachung des Geschäftsganges in allen Verwaltungen soll eine wesentliche Verminderung der Stellenzahl herbeigeführt werden. Künftig freiwerdende Stellen sollen auf den Inhaber gefetzt werden. Um Stellen einfparen zu können, können Beamte in solchen Fällen ihre Ruhestandsverfetzung beantragen, nachdem sie das 6 0. Lebensjahr vollendet haben. Bis zum vollendeten 65. Lebensjahr kann ihnen die Zeit bis dahin als ruhegehaltsfähige Dienstzeit angerechnet und ein Z u - schlag zum Ruhegehalt von 10 0. h. gegeben werden. Für verheiratete weibliche Beamte, die ausscheiden wollen, ist eine Abfindungssumme in Aussicht genommen. Versetzungen von Beamten sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Die Regierung glaubt in Durchführung ihrer Sparmaßnahmen auch die Anzahl der Mini st erien vermindern zu sollen. 3m Hinblick auf die außerordentliche p 0 l i t i f ch e T r a g w e i t e einer solchen Maßnahme schien es jedoch nicht geboten, im gegenwärtigen Zeitpunkt, kurz vor Land- tagsschluh, die Entscheidung über die sofortige Auf- Berlin, 4. Nov. (END.) Wie wir erfahren, liegt die Verordnung über die Neuregelung der Osthilfe bereits vor. Es ist anzunehmen, dah morgen auch die Ernennung des Neichstags- abgeordneten Schlange-Schöningen zum Neichskommissar und Mitglied des Kabinetts erfolgen wird. Der grundsätzliche Charakter der Neuregelung besteht in dem Anweisungs- recht für den Reichskommissar unter gleichzeitiger Aufhebung des bisherigen Dualismus Reich-Preußen. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren ist es völlig unzutreffend, von neuen Differenzen zwischen dem Reich und Preuhen zu sprechen, im Gegenteil ist in den letzten Besprechungen die seit Jahren bestehende Meinungsverschiedenheit zwischen Reich und Preuhen beseitigt worden, und man ist übereingekommen, dah die Doppelbehandlung der Sache n i ch t d i e n l i ch ist. In völliger Ilebereinstim- mung zwischen beiden Regierungen ist daher die Führung der Osthilfe lediglich dem Reich zugewiesen worden, so daß die preuhischen Bertreter ausscheiden werden. Hinsichtlich der praktischen Handhabung der Osthilfe hat sich herausgestellt, dah in den anderthalb Jahren ihres Bestehens biege« plante Rentabilität der Betriebe nicht erreicht werden konnte. Dazu kommt, dah die erwartete ausländische Kredit- Hilfe nicht erfolgt und drittens, dah eine grundlegende Beränderung der Grund- und Bodenpreise eingetreten ist, so dah die Osthilfe völlig veränderten Berhältnissen gegen» übersteht. Ein Abstoppen der Osthilfe ist politisch und sachlich unmöglich. Ebenso undurchführbar sind die Borschläge hinsichtlich einer stärkeren Siedlung. Für eine solche wären erhebliche Finanzmittel notwendig, die angesichts der angespannten Finanzlage des Reiches nicht eingesetzt werden können. Dazu kommt, dah auch die Rentabilitätsaussicht für die kleineren Betriebe sich zum 1. Dezember irgendwie eine Klärung herbeigeführt werden muß. Die Reichsregierung ist der Schweiz insofern entgegengekommen, als die Kündigungsdauer für den laufenden Vertrag von drei auf zwei Monate herabgesetzt worden ist. Wenn die Verhandlungen, die sich bisher nur auf Textilien und Holz ctftrerften, nun auch in größerem Rahmen zu einer Verständigung führen sollten, würde der neue Vertrag also wahrscheinlich am 1. Februar in Kraft treten können. lösung eines Ministeriums endgültig zu treffen. Mit den Vorarbeiten ist bereits begonnen. (Wie wir erfahren, handelt es sich bei dem aufzulösenden Ministerium um das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, für das Minister k 0 retl als S t a a t s t 0 m m i f f a r für die Ueberleitung in Aussicht genommen ist.) Zur Einschränkung von Doppeloerbien ff en bei Beamten sollen bei solchen Ehegatten, die entweder beide ein Beamteneinkommen oder von denen der Ehegatte des Beamten ein größeres selbständiges Einkommen hat, die Dienstbezüge weiter gekürzt werden können. Auf dem Gebiete der Rechtspflege bringt die Verordnung u. a. eine weitere Erhöhung des Sfaatsanteils an den Notariatsgebühren sowie neue Bestimmungen über die Festsetzung der Notariatsgebühren, die dem Notar die Möglichkeit geben, unter Ausschaltung des ordentlichen Rechtsweges die Gebühr auf einfachstem und schnellstem Wege einzuziehen und beizutreiben. Ssuf diese Weise ist auch rascherer Eingang des Staatsanteils an den Notariatsgebühren zu erwarten. Die Amtsgerichte Darmstadt 1 und 2 werden mit Wirkung vom 1.3anuar 1932 ab zusam- m e n g e l e gt, so dah es künftig für ben Sfabf- unb Lanbbezirk Darmftabt nur noch ein Amtsgericht gibt. An ben Schulen kann bie Wochen st unben- Zahl bet Schüler herabgesetzt werben. Auherbem ist bie Zusammenlegung schwach belegter Klassen vorgesehen. Wie anberc Länber sieht sich auch Hessen genötigt, bie Stubiengebühren an ben Hochschulen zu erhöhen, unb zwar von 70 auf 85 Mark. Der Anteil ber Profes- foren an ben Kolleg gelbem, ber bisher fünf Sechstel betrug, wirb auf zwei Drittel herabgesetzt. erheblich verringert hat. Die einzig mögliche Siedlungsart ist die Anliegersiedlung, da in diesem Falle kostspielige Neubauten auf den Siedlungen vermieden werden können. Bei der Umstellung der Osthilfe muh stärker als bisher Gewicht auf die Sicherung der er st en Hypotheken gelegt werden, die man ursprünglich für sicherer gehalten hat als sich dann später herausstellte. Hier muh auf alle Fälle Borsorge getroffen werden, daß eine unnötige Beunruhigung am Pfandbriefmarkt verhindert wird. Daneben wird es unbedingt nötig sein, eine Erleichterung der Zinsen zu schaffen, und dafür Sorge zu tragen, dah durch eine Art Stillhaltung hinsichtlich der landwirtschaftlichen Kredite die Betriebe in die Lage gesetzt werden, die kommende Erntekampagne durchzuführen. Heber bie ber Osthilfe zur Verfügung stehenden Mittel erfahren wir, daßfürbieZweckeder Umschulbung im laufenben Etatsjahr a u 5 b e r Industrieaufbringungsumlage 50 Millionen Mark unb von der Rentenbank ebenfalls 50 Millionen Mark zur Verfügung stehen. Um der gegenwärtigen angespannten Lage gerecht zu werben, ist beabsichtigt, für bas nächste Jahr bie aus ber Jnbustrieaufbringung unb Rentenbank vorgesehenen 90 Millionen zum Teil vorzufinanzieren, so baß mit insgesamt 150 Millionen zu rechnen ist. Die Umschuldung soll aber nur zu einem Viertel in bar und z u drei Viertel in Papieren erfolgen. Für die übrigen Zwecke der Osthilfe stehen im laufenden Etatsjahre ebenfalls rund 100 Millionen zur Verfügung. Davon ist ein wesentlicher Teil als Vorgriffe unb ein Teil als Hypotheken bereits verausgabt. Für den Rest des laufenden Jahres bleiben noch 15 Millionen Mark verfügbar. 20 Millionen sollen als Reserve für das nächste Etatsjahr zurückgestellt werben. Von ben erledigten Anträgen auf Entschuldung betreffen 95 Prozent kleinere Betriebe unter 40 Morgen. Die briiieRoiverorbnung in Hessen. Aufhebung der Aufrückungssperre. — Verminderung der Siettenzahl in der Verwaltung. — Vorläufig noch kein Abbau der Ministerien. - Erhöhung der Hochschulstudiengebühren von 70 auf 85 Mark. Die Umstellung ber Osthilfe. Oie Beseitigung des Dualismus Reich-Preußen. - Oie Finanzierung. — Llmschuldungsaktion. — Anliegersiedlung. Die Erwerbslosenfieblung. Das neueRcichskommtiiariak an der Ar. cit Berlin, 5. Nov. (CNB.) Im Reichsarbeitsministerium hat das neue Reichskommissariat für die Siedlung mit einem kleinen Stab von Sachreferenten seine Tätigkeit ausgenommen. Wie die „Boss. Ztg." berichtet, finden heute die abschließenden Besprechungen mit dem Achterausschuh der Länder, am Samstag mit den kommunalen Spihen- verbänden und am Montag im Siedlungsausschuh des Reichstages statt. Wenn nicht unerwartete Schwierigkeiten austauchen, werden am 10. November die allgemeinen Richtlinien des Reichskommissars Saassen veröffentlicht werden. Borgefehen ist ein S e ch s m o n a t s p l a n , für dessen Durchführung monatlich acht Millionen Mark vom Reichsfinanzministerium zur Verfügung gestellt werden. Die Siedlungstäti^k.it liegt nach dem Prinzip weitgehender Dezentralisation bei denKommunen, die wieder Bau« oder Siedlungsgenossenschaften beauftragen können. Die Siedlerstellen werden e i n Viertel bis zwei Morgen Land umfassen und nur eine primitive Wohngelegenheit sowie das notwendigste Inventar an Geräten und Kleinvieh enthalten. Eine solche Erwerbslosen- siedlerstelle soll mit ihren Gesamtkosten 2500 Mark nicht überschreiten. Damit die Reichsmittel für eine möglichst große Zahl von Stellen nutzbar gemacht werden, soll versucht wer- den, auch Fremdmittel zu mobilifieren, die als Sicherheit vor den Reichsdarlehen rangieren. Das Halbjahresprogramm rechnet etwa mit der Schaffung von 20 000 Siedler stellen und 30 000 Kleingärten, deren Kosten man auf 100 bis 200 Mark herunterzudrücken hofft. Für die Siedlerstellen soll dieBelastung des Erwerbslosen mit Rentenzahlungl2 bis 15 Mark im Monat nicht überschreiten. Bei der Auswahl der Siedlungsbewerber sollen langfristige Erwerb s - lose und Kinderreiche besonders berücksichtigt werden. $ür 250 Millionen Mark neue Aufträge. Zusätzliches Arbeiisbejchaffungsprogramm der Reichsbahn. Berlin, 4. Nov. (CNB.) Zwischen dem Reichsfinanzminister, dem Reichsverkehrsminister und dem Generaldirektor der Reichsbahn ist man übereingekommen, dah die Reichsbahn zusätzlich noch für etwa 250 Millionen Mark Aufträge erteilt. Etwa 80 Millionen des Zusatzbetrages sollen bereits für diesen Monat mit angeseht werden, die wohl in der Hauptsache für Oberbauarbeiten Verwendung finden werden. Die Aufträge sollen möglichst verschiedenen Industrien zugutekommen und gerecht auf die Industriegebiete der einzelnen deutschen Länder verteilt werden. Auch die Kleineisenin du st rie, die bekanntlich vor allem in Südwestfalen zuhause ist, soll besonders bedacht werden, und zwar zunächst mit Aufträgen von etwa 10 Millionen Mark. Der Zweck dieses zusätzlichen Programms liegt natürlich darin, gerade jetzt, da mit dem schärferen Einsehen des Winters ohnehin mit einer stärkeren Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen ist, den in Frage kommenden Wirtschaftszweigen zu helfen, ihre Betriebe über Wasser zu halten und möglich st viele Arbeiter zu beschäftigen. Deshalb soll die Verteilung der Aufträge auch möglichst beschleunigt werden. Es ist damit zu rechnen, dah sie bereits in den allernächsten Tagen zum Abschluß kommt. Diese Anstrengungen der Reichsbahn für eine zusätzliche Arbeitsbeschaffung sind um so höher anzuerkennen, als die Reichsbahn ohnehin jährlich für etwa 900 Millionen Aufträge herausgehen läßt. Boykotidrohung der Nügenschen Landwirte. Gegen bie Zwangsversteigerungen. Stralsund, 4. Nov. (CNB.) Die im Hommerschen Landbund zusammengeschlossenen Landwirte der Insel Rügen haben wegen der katastrophalen Zusammenbrüche der landwirtschaftlichen Betriebe und der darauf folgenden Zwangsversteigerungen folgenden Beschluß gefaßt: „Jeder, der einen landwirtschaftlichen Groh- oder Kleinbetrieb, Grund oder Boden oder totes landwirtschaftliches Inventar in oder nach einer Zwangsversteigerung sich an eignet, verfällt dem Verruf sämtlicher Berufsgenossen, die ihn geschäftlich, gesellschaftlich und persönlich als Gegner betrachten und behandeln werden. In allen landwirtschaftlichen Organisationen, auf die die Landwirte Einfluß haben, wird dieser Verruf so durchgeführt, daß weder die Aufnahme als Mitglied, noch ein gesellschaftlicher Verkehr sowie An- und Verkäufe von Produkten erfolgt. Dieser Verruf gilt auch für diejenigen, die die bisherigen Pächter aus ihrer Pachtung verdrängen. Mit Händlern, Handwerkern und Gewerbetreibenden, die mit diesenVerruss-Erklärten in geschäftliche Verbindung treten, wird gleichfalls sofort jede geschäftliche Verbindung abgebroche n.“ 'S* t‘ M/Uworh tcetedo Z* Vorhersage f ü r SamStag: WeUerhin veränderlich und wolkig, einzelne Schauer und fortschreitende Abkühlung. Lufttemperaturen am 4. November: mittags 14,9 Grad Celsius, abends 10,2 Grad Celsius: am 5 November: morgens 8,8 Grad Celsius. Maximum 15,1 Grad, Minimum 8,2 Grad. — Crdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 4. November: abend» 6 Grad, am 5. November: morgens 4,8 Grad. — Sonnenscheindauer 8 Stunden. Oie Wetterlage. Zuspitzung der Lage in der Mandschurei. Gomefen sprengen die Brücke über den Nonmfluß. - japanische Truppen rücken nach Norden vor. - Welche Bolle spielt Rußland? Aus aller Well Die Hebung der in Scapa Jloro versenkten Kriegsschiffe wird eingestellt. Die Firma, die seit sieben Iahren damit beschäftigt ist, die Schiffe der bei Scapa Flow versenkten deutschen Kriegsflotte zu heben, hat sich entschlossen, die Arbeiten als unrentabel einzustellen. Insgesamt sind 32 Schisse geho - Im Sklarek-Prozeß wurde gegen den Angekiag ten L u d i n g verhandelt, dem passive Bestechung zur Last gelegt wird. Luding war Buchprüfer beim Finanzamt Berlin-Mitte und bekam als solcher im Jahre 1926 den Antrag, die Bücher der Sklareks auf die Richtigkeit der abgegebenen Steuererklärungen und Gewinne zu prüfen. Cr soll dabei an der Neuaufstellung der Sklarekschen Bücher gearbeitet haben, um sie in Einklang mit den Steuererklärungen zu bringen. Luding roiU lediglich in nebenberuflicher Arbeit die Sklareks steuertechnisch beraten haben. Der Ange- klagte Tuch erklärte, daß im Hause der Sklareks gioße Aufreaung geherricht habe. Es stellt sich näm- lich heraus, daß der Umsag der Firma Sklarek für das Jahr 1926 nur mit einem Drittel des wirklichen Wertes angegeben worden war. Tuch hatte von Willy Sklarek einen Auftrag erhalten, sämtliche Bücher umzuschreiben und den Umsatz der BAG. herauszulassen, da das Konto der BAG. und das Bankkonto falsch gewesen seien. Da der Angeklagte Einwendungen machte, erhielten der Buchhalter Lehmann und andere Angestellte diese Arbeiten übertragen. Tuch bekundet, daß dem Luding bei der Buch. Prüfung das Warenkonto nicht vorgc- legt worden sei. Der Vorsitzende stellte fest, daß dadurch ein Umsatz von rund 1 M i - Hon Mark unter den Tisch gefallen sei Für das Jahr 1927 wurden die Bücher der Sklareks umgeschrieben und so mit den Steuererklärungen in Einklang gebracht Luding wurde später Angestellter der Sklareks bei einem Monatsgehalt von 400 Mark. Tuch erwähnt. daß auch die Veamten und die städtischen Angestell'e^ Garderobe bestellten und daß Oie Kabinettsbildung in England. Werwird-liißcnintnisteruiid Schntztanzler? London, 4. Vov. (CAD.) Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts wird streng geheim gehalten und wird wahrscheinlich erst wahrend des Wochenendes oder Anfang nächster Woche bekannt werden. Nachdem Sir AustenCham- berlain mit Rücksicht auf jüngere Kollegen auf alle Amtsansprüche verzichtet hat, fragt man sich, ob Lord Reading oder Lord Erewe, die beide nicht mehr jung sind, seinem Beispiel folgen werden. Ein sehr wichtiges Amt wegen seiner Beziehungen zur Tarifsrage ist naturgemäß das Handelsamt, und das Problem, ob der augenblickliche Präsident des Handelsam- teS, Sir Philipp Cunlisfe-Lister, seinen Posten behalten oder dem Liberalen R u n c i m a n Platz machen wird, wird deshalb lebhaft erörtert. In politischen Kreisen wird Reville Chamberlain weiter als .sicherer Kandidat" für den Posten des Schahk»nzlers angesehen, dessen offizielle Residenz iß)owningstreet 11 aber bald von Baldwin bezogen werden wird. Dies hängt Wohl damit zusammen, daß Baldwin als Führer der Konservativen Partei in ständiger Fühlung mit seinem Rachbarn M a c - donald in Downingstreet 10 bleiben muh. Lloyd George erklärte in einem Schreiben an Ölt Herbert Samuel, daß er von dem Vorsitz der Parlamentssraktion der Liberalen Partei z u - r ü ck t r e t e. Er sei mit dem katastrophalen Kurs, in den die Partei in der letzten Zeit geführt worden sei. in keiner Weise einverstanden gewesen. einzuwirken. Während Böhmer noch sprach, betrat Prof. Dehn mit dem Rektor den Hörsaal Der Rektor erklärte. Am DienSta^ habe er eine Lammsgeduld bewiesen und die Studenten hr>r sehr schweren Dingen bewahrt. Ieyt aber win- den die unrechtmäßig Anwesenden lestgestellt und unnachsichtlich vor das Disziplinarg e- richt gestellt werden, wobei es keineswegs beim Verweis von der Hochschule bleiben werbe. Darauf erhob sich ein Student und erklärte: ..Wir folgen für heute dem Rat Prof. BöhmcrS und gehen zu ihm hinüber, um seine Darlegungen an- zuhören Der Kampf aber wird fortgesetzt!" AlS die Opposition den Saal verlassen hatte, konnte Dehn sein Kolleg ohne Störungen halten. Dr. Dehn verließ das Aniversitätsgelände im Kraftwagen unter polizeilicher Bedeckung. Zu Belästigungen DehnS oder seiner Kollegteilnchmer ist es nicht gekommen. Degen 22.30 Ahr war die Ruhe in der Stadt im allgemeinen wiederhergestellt Am Freitag wird voraussichtlich eine all. gemeine Studentenversammlung zusammentreten, in der der Rektor, der Prorektor Pros. Völker und Pros. Böhmer sprechen werden. Aufsianbsgefahr in Kaschmir. Die Mohammedaner gegen den Maharadscha. London. 4. Rov. (TU.) Die Lage in Kasch- mir hat sich ganz außerordentlich verschärft, so daß Mittwoch englische Truppen dorthin zur Aufrechterhaltung der Ordnung abmarschieren werden. Die indische Regierung befürchtet ernste Rückwirkungen im Pundschab-Gebiet, wo die Mohammedaner mit ihren OlaubcnegenoHcn in Kaschmir sympathisieren, so daß die Regierung die Ansammlungen von Mohammedanern an der Grenze verbieten mußte. Die Ausstandsbewegung unter den Mohammedanern in Kalch? mir Hal sich so verstärkt, daß man mit einem offenen Aufstand der Moslems rech- net, die den Maharadscha von Kaschmir a b s e y e n wollen. Den unmittelbaren Anlaß gab ein Gefecht zwischen Mohammedanern und Regierungstruppen von Kaschmir bei Mirvur und an anderen stellen der Grenze zwilchen Kaschmir und Britisch Indien, wo Mohammedaner in das Gebiet von Kaschmir ein- bringen wollten. Tausende von ihnen sind verhaftet worden. Ueberall aber werden sie von der Bevölkerung mit Begeisterung begrüßt. Die Behörden haben die Brücken über die Flusse mit Stacheldraht versperren lassen, so daß der B r i a n b hat als Präsident des Völkerbundsrats in einem Schreiben an den Vertreter Japans, P o s h i s a w a, zu den Bedingungen Japans für die Räumung der Mandschurei Stellung gnommen. In ber Note Briands heißt es: lieber die vier ersten Punkte ber japanischen Forderungen bestehe keinerlei Meinungsverschiedenheit zwilchen Japan und China. Was den noch strittigen Punkt, nämlich die Anerkennung der Verträge betreffe, so weist Briand darauf hin, daß die chinesische Regie- rung sich bereit erklärt habe, alle Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung ber Verträge einem Schiedsgericht oder einem Schlichtungsverfahren zu unterbreiten. Briand gibt der Erwartung Ausdruck, daß unter diesen Umständen die javanische Regierung ihre Truppen gemäß ihren Erklärungen vor dem Rat in möglich st kurzer Frist aus dem besetzten Gebiet zurück ziehen werde. Da die japanische Regierung der Frage ber Sicherheit ihrer Staatsangehörigen eine große Bebeutung beilege, weise er auf die (von Japan abgelehnte) Entschließung vom 24 Oktober hin, in der der Rat den beiden Parteien nahegelegt habe, beiderseits möglich st bald V er- t re ter zu benennen, um die Einzelheiten der Räumung und der Wiederinbesitznahme des geräumten Gebietes zu regeln 3n dem neugewahlten englischen Parlament, das Fitzroy zum Sprecher wiederwählte (unten links), wird nie Opposition nur drei Banke einnehmen. Alle anderen Bänke werden von den Konservativen besetzt ^er Sprecher, der übrigens ein Abkomme des Königshauses der Stuarts ist, bekleidet das Ami ues Vorsitzenden und hat seinen Stuhl in der Mitte zwischen den Bänken ber Parteien. wuchs indessen immer weiter an. Die Massen wurden in umliegende Gebäude abgedrängt, von deren Freitreppen ununterbrochen in Sprechchören ..Dehn rausl" und ..Schupo raus!" gerufen wurde. Es.gelang erst nach Herbeirufung erheblicher Verstärkungen, den Platz und die Gebäude zu räumen. Der älniversitätsplatz sowie die einmünd:nden Straßen waren von Tausenden von Menschen umsäumt, die sich jedoch passiv verbie ten Trotz schärfster Kontrolle war es außer den mit Sonderausweisen Dehns versehenen Hörern 40 weiteren Studenten gelungen, in den Hör- s a a I zu gelangen. Zweimal versuchte der Jurist Böhmer, der bei der Studentenschaft besonde- London, 4. Nov. Der Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph" in ber Manbschurei meldet aus Siipinghai, chinesische Truppen unter General Wan- ulin, einem Unterführer des Generals Tschang- u e l i q n g , haben bie über den Nonni - luh sührenbe lange Brücke 50 Kilometer üblich des Knotenpunktes Angantschi durch Feuer aus 32 Feldgeschützen an vier Teilen zerstört. Der Verkehr auf ber Linie Taonan—Angantschi ist sofort unterbrochen worben. Darauf ist eine starke japanische Streitmacht nach Norden abgesandt worden, um diese wichtige Eisenbahnlinie für den Fall von Verwicklungen mit Rußland wieder benützbar zu machen Dieses Ereignis dürfte das wichtigste seit der Besetzung sein und diese an Bedeutung vielleicht noch übertreffen. Sechs Eisenbahnzüge mit 3000 Mann Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Pionier- und Auto- mobilabteilungen, Funkentelegraphie-, Saniläts. und Munitionsabteilungen sind in aller Eile nach Norden abgesandt worden. Sie haben (Sonntag und Montag Taonan passiert. Die Japaner haben dabei im Einverständnis mit dem chinesischen General Tschanghaipeng gehandelt, der den eingangs der Meldung genannten General Wanfulin beschuldigt, mit den Russen im Einvernehmen zu handeln. AU« Stationsbetriebe nördlich von Supinghai sind von den Japanern übernommen worden Taonan ist jetzt gemeinsames Hauptquartier der japanischen und der 10 000 Mann starken chinesischen Truppen unter General Tschanghaipeng. Die Truppen fraternisieren miteinander. In Angantschi steht der chinesische General Matschanschan, der nach chinesischen Berichten von R u ß l a n d alle seine Feldgeschütze und Munition nebst einem Stab militärischer Ratgeber bezogen haben soll. Die japanische Sorge erklärt sich daraus, daß Angantschi eine Schlüsselstellung ber nördlichen Mandschurei bildet. Es mehren sich die Gerüchte, wonach die spanische Regierung einem selbständigen man- dschurischen Staat unter dem früheren Kaiser von China, der zur Zeit in der japanischen Konzession in Tientsin lebe, keine Hin- dernisse in den Weg legen würde Vorbedingung hiersür sei jedoch, daß die Ruhe in der Mandschurei wieder hergestellt werde und örtliche Verwaltungen in Mukden, Kirin und Tsitsikar eingerichtet wurden. Die Ansicht der amtlichen Kreise in Tokio geht, wie die ,,Daily Mail" meldet, dahin, daß die Schwierigkeiten zwischen Japan und China unbeschadet des k'üaen Streitfalls über kurz oder lang auf g e • roaltfame Weife geregelt werden müßten, ba keine Aussicht auf eine friedliche Einigung bestehe. Notenkrieg in Genf. Dcr Völkerbund verflicht einen Druck auf Zapan. G e n f. 4 Rov. iWTB.i Der Vertreter Chinas im Völkerbundsrat Sze hat eine neue Rote an den Völkerbundsrat gerichtet, worin cr barlegt, daß Iapan feine Truppen immer n och nicht aus der Manbfchurel zurückgezogen habe Die japanischen Truppen hätten im Gegenteil entschieden die Besitznahme der Süb- manbschurei ausgedehnt und verstärkt und Versuche zum Eindringen in den nördlichen Teil der Mandschurei gemacht. Das Verbalten Japans stelle eine Verletzung des Artikels 10 des Völkerbund-Paktes und des Artikels 2 deS bann auf Veranlassung der Sklareks In den Büchern d l e Zahl 70 hineingeschrieben wurde zum Zc.chen dafür, daß keine Rech - n un g geschickt werden sollte. Lehmann erklärte hierzu, daß bei dem Konto besonders bevorzugter Kunden auf Veranlaslung der Sklareks Die Bemerkung ..Richt mahnen Platz fand. Aus den Akten stellte ber Vorsitzende fest, daß tn_ dieser Weile Stadtinspektoren. Stadtamt. männer, Oberrcchnungsreviforen und Stadtröte bedient wurden. Leo Sklarek: ..Im Iahre 1923 kamen alle mit Dummikraqen und Ho z'ä»uden zu uns und wollten einae kleid et werden. obwohl sie große Gehälter hatten." Diejenigen Beamten, bie größeren Einfluß bei ber ctabt Haben, sollen nach ber Anklage von ben Silo- rcl» zu Besichtigungen eingelaben worden sein und ebenfalls Garderobe bekommen haben, bie von einer erstklassigen Schneibersirma nach Maß angefertigt würbe und nicht aus ben Konfektionsbestänben ber KVG stammte, unb Zwar sollen die Etikette dieser Firma heraus getrennt worden sein Insgesamt soll so bei der betreffenden Firma für 90000 Mark Kleidung ange- fertigt worden sein Die Anzüge sollen bis ,u 400 Mark gekostet haben. Vorsitzenber: ,Lst es richtig. daß bie Magistrat beamten teilweise Anzüge ohne Rechnung erhalten haben?" Leo Sklarek: .^err Vorsitzenber' Ich muß offen sagen, e? ist nicht schon, von diesen Leuten, bie bei der Stabt Berlin Gehälter von 30 000 bis 40 000 Mark bezogen unb trotzdem bei uns lausten." Vorsitzender: ..Sie rauften. aber bezahlteck nicht?" Leo Sklarek ..Was soll ich dazu sagen? Wir haben manchem eine Rechnung geschickt: die Anständigen bezahlten unb bie Unan- ftänbigen bezahlten nicht." oder dem Kiel nach oben auf dem Meeresgründe ruhen, werden dort verbleiben Raubüberfall am vankschaller. In Magdeburg ereignete sich ein Raubüberfall vormittags gegen 10 Uhr im Schalterraum ber Reichsbankfiliale. Als ein Bote einen Betrag von 10 000 Mark abgehoben hatte, würbe er von zwei Männern angesprochen, bie ihn um das Einwechseln einiger Noten baten. Im Verlause dieser Unterredung überfielen sie ihn unb entroenbeten i h m den abgehobenen Betrag von 10000 Mark. Die Täter flüchteten darauf aus dem Reichsbankgebäude, wurden aber sofort durch Beamte ber Bank verfolgt. Einer ber Täter konnte der Polizei übergeben wer- ben, wo er anhand feines Paffes als der Pole Milecki festgestellt wurde. In seinem Besitz befand sich der gesamte Betrag des gestohlenen Geldes Der zweite Täter, anscheinend auch ein Ausländer, ist noch flüchtig. Wcttcrvorauefage. Die atlantische Störung, durch deren Vorderseite Deutschland das für die Jahreszeit sehr milde Wetter erhielt, zieht in nordöstlicher Richtung weiter. Infolgedessen drehen die Winde mehr auf Westen zu, so daß die Zufuhr ozeanischer Lust gefördert wird- Von dcr französischen Westküste in nordöstlicher Richtung über Westdeutschland bis nach Hamburg hin hat sich bereits ein schmaler Ricderschlagstreifen gebildet, dcr auch bis in unseren Bezirk vordringen dürste. Da sich der hohe Druck weiter abbaut und die Störungen Im Rorden platzgreifen. dürfte sich allmählich eine Westwetterlage entwickeln Vorhersagesür Freitag Wrchte'hasteS und meist bewölktes Wetter, wieder etwas kälter einzelne Riederschlägc. Am Mittwochaoend wiederholten sich die Kundgebungen gegen Prof. Dehn vor der Hallcschen Universität Der Rektor hatte, um strenge Ab- sperrungsmahnahmen zu ermöglichen, die Vorlesungen Dehns bis zum Schluß des übrigen ö . । Kollegbetriebes verlegt Das Kolleg sollte erst xeuoggpattes dar. Gegenüber der lapanischen um 20 Uhr beginnen Schon um 19 Uhr machten -J ■ lun0, daß Japan seine Truppen erst zu- sich vor der Universität starke Ansammlun- ruckziehen werde, wenn vorher ein Ad- gen von Studenten bemerkbar Polizei kommen zwischen China und Iapan abge- suchte den Platz zu räumen. Die Menschenmenge schlossen sei, betont der Vertreter Chinas wie- 1 *—** : " -• — - herum entschieden, daß die chinesische Regierung fest entschlossen sei, „unter keinen Umständen unter dem Druck der militäri- schenOkkupation zu verhandeln". China sei überzeugt, daß die Mitglieder des Völkerbundes und die Vereinigten Staaten es nicht dulden wurden, daß der Völkerbundspakt, der Kellogg- pakt und der Reunmächtevertrag ..mit Füßen getreten" werden 9 Ul» M'ttn »amilienansch|uku. etro. Tafcheng. erro. Zeugnisse Vorhand, ^ckr. Angebote an ’JJinric Sckanz, Brensbach i.C. ?«eed Gutgehende Wirtschaft u. Metzgerei Nähe (Sieben, zu oero. oder zu verk. Sehr.Ana. u. 06501 an den GieK. 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'^'^niku.Ton' butten etnpfieb'1 Küfer ei C MwerUoro So>h 5.1.12. Nr. 259 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen) Donnerstag, 5. November 1931 Randnoten. Herr Treviranus scheint das Erbe Gue- rards mit dem festen Vorsatz übernommen zu haben, aus dem Reichsverkehrsministerium wieder ein Ressort zu machen, das seinen Ramen mit Recht trägt und durch kräftige Mitarbeit dafür sorgt, daß wir auf dem Gebiete des Verkehrs wieder ein gut Stück vorwärtskommen. Das darf man jedenfalls einigen Aeuherungen des früheren Ostkommissars entnehmen, die zwar kein Programm darstellen, aber doch erkennen lassen, das; sich Treviranus noch nicht im Räderwerk der Verwaltungsmaschine verfangen hat, sondern noch über den Dingen steht und neue Aufgaben aufzuzeigen vermag. Steigerung des in- und ausländischen Reiseverkehrs ist seine Parole, die er beim Einzug in sein neues Amt ausgegeben hat. Wobei aber gleich hinzuzufügen ist, das; ihm der Gedanke vollkommen fern liegt, im deutschen Volke eine kostspielige Reiselust zu erwecken. Er will etwas anderes. Was wir nicht nur heute, sondern auch für alle Zukunft brauchen, sind Auslandgelder, die nicht nach Deutschland hineinzupumpen sind, sondern auf natürlichem Wege yereinfliehen müssen. Einer dieser Kanäle ist der Fremdenverkehr, den zu heben sich die Reichsbahn und die Städte schon heftig bemühen. Welchen Ruhen hat es aber, Fremde in einen „K u r o r t" zu locken, der enttäuschen und die Fremden wieder vertreiben muh, weil er sich nur damit begnügte, sich diese Vezcichnung zuzulegen. Hier soll auf gesetzlichem Wege eine reinliche Scheidung eintreten, damit jeder Reisende von vornherein die Garantie erhält, dah der von ihm aufgesuchte Kurort auch wirklich alle Voraussetzungen, die man von einer derartigen Erholungsstätte verlangen darf, aufweist. Damit wird nicht nur der zahlungskräftige Ausländer vor Enttäuschungen bewahrt, sondern ebenso der deutsche Reisende, dem sogenannte Kurorte schon oft einen Strich durch seine Erholung gemacht haben. Dankenswert ist es, dah sich Treviranus auch um einen Abbau der Reiseunkosten bemühen will, die es namentlich kinderreichen Familien unmöglich machen, während der Ferienzeit chren Wohnsitz zu verlassen. Dann denkt der neue Verkehrsminister aber auch an ein G l ü ck s s p i e l g e s e h. Es ist bekannt, dah sich verschiedene westdeutsche Kurorte seit langem um das Recht der Eröffnung von Spielbanken bemühen. Sie wollen damit den Wünschen ihrer ausländischen Gäste entgegenkommen und gleichzeitig verhindern, dah die Ausländer ihr Geld in französischen oder belgischen Badeorten lassen, statt es in Deutschland auszugeben. Glücksspiele sind durch Reichsgeseh verboten, es muh also der Reichstag zu Rate gezogen werden. Natürlich gibt es gewichtige Bedenken gegen die Zulassung von Glücksspielen. Sie lassen sich aber überwinden, wenn nur wenige Spielbanken eingerichtet und sie auherdem scharf kontrolliert werden. Es schadet wirklich nichts, dah auch wir etwas von dem Goldstrom abbekommen, der in Monte Carlo zusammenflieht. Auherdem wird noch jenen deutschen Spielern, die sonst ihr Geld im Ausland zu verlieren pflegen, Gelegenheit gegeben, es in Deutschland zu lassen. Mitten in die innerpolitische Umgruppierung und die Borbereitungen der neuen Tagung des Unterhauses ist in England die Verössenliichung eines Berichtes gefallen, den der gemeinsame Ausschuh beider Häuser des Parlaments über die Frage des afrikanischen Kolonialbesitzes erstattet hat. Er findet im Augenblick in England wenig Aufmerksamkeit, aber er verdient es doch, dah er nicht einfach im Papierkorb verschwindet, weil er politische Feststellungen von großer Bedeutung trifft, an denen auch Deutschland stark beteiligt ist. Wir haben in Versailles unsere Kolonien verloren, angeblich weil wir uns der kolonisatorischen Tätigkeit als unwürdig erwiesen hätten, und dieser Francis de Croiffei: „Liebe und Film". Uraufführung am Gietzcner Ltadtthcater. Der französisch-belgische Schriftsteller Francis de C r o i s s e t, eigentlich Franz von Wiener, ist 1877 in Brussel geboren; von seinen Lustspielen, teils in Prosa, teils in Versen, sind zu nennen: „Cherubin" (1901); „Le paon" (1904); „Le bonheur, mesdames" (1905); „Paris-New York" (1907); „Le retour" außerdem wurde sein gemeinsam mit ic geschriebenes Kriminalstück „Arsöne Lupin" (1908) ziemlich bekannt. Das vieraktige Lustspiel „Pierre ou Jack", das in der Uebersetzung von Otto Eisenschitz unter dem Titel „Liebe und Film" hier uraufgeführt wurde, ist, wie man hört, in Paris ein großer Erfolg und hat bereits die 250. Aufführung hinter sich. * Die vier Akte bilden eine merkwürdige, bei uns verhältnismäßig seltene Mischung von Idyll und Reportage, von Komödie und Posse, von Romantik und Realistik, von Ironie, Satire und echtem Gefühl; es ist manchmal so, daß der Zuschauer zwischen Lachen und Schluchzen schwanken möchte und kaum Zeit findet, sich für das eine oder das andere zu entscheiden. Aber es war wohl gar nicht auf eine solche Entscheidung abgesehen; vielleicht gerade auf die Vielfältigkeit und Gegensätzlichkeit der Eindrücke und Empfindungen, — während am Ende als unangreifbare Gewißheit d s Bewußtsein bleibt, ein handfestes Theaterstück erlebt zu haben. * Es beginnt mit einem Stimmungsbild, dessen behaglich ausgepinselte Zuständlichkeit aus dem Marseiller Hafenidyll im „Marius" unter die Dächer von Paris versetzt scheint. (Man fühlt sich mehrfach an ben bekannten Film von Rens Clair erinnert.) Pierre Verdier hat auf dem Rummelplatz zwei junge Mädchen kennengelernt und auf seine Dachbude eingeladen. Pierre ist ein junger Mann ohne Beschäs- ligung, aber technisch begabt, mit großen Plänen und einer richtigen Erfindung in der Schublade. Es trifft sich gut: Marguerite und Jeanne arbeiten in einer Autofabrik; sie werden den Jungen dort anbringen. Pierre hat sich gleich in Marguerite verliebt. Sie mag ihn auch, aber — aber da ist schon einer mit älteren Rechten: Jack. Jack ist beim Film, und Marguerite möchte aus ihrer Fabrik heraus auch zum Film. Jack jedoch hat sie schlecht behandelt, wertvolle Raub ist bann unter die Siegerstaaten verteilt worden, wobei England nicht nur Südwestafrika, sondern auch das ehemalige Deutsch- Ostafrika in Form einer Mandatsoerwaltung schluckte. Franzosen und Engländer haben sich inzwischen davon überzeugt, daß die Methoden, nach denen Deutschland seine Kolonialpolitik betrieb, vorbildlich waren. Wenn die Eingeborenen heute noch mit großer Treue an uns hängen, ist das ein Beweis für die Zweckmäßigkeit unserer Einrichtungen, aber auch dafür, daß sie menschlich gut behandelt worden sind, besser als heute. Und der wirtschaftliche Standard, den unsere Kolonien hatten, ist von unseren Nachfolgern bis heute noch nicht erreicht. Daß damals die Absicht bestand, uns den Kolonialbesitz für immer zu nehmen, darüber ist kein Zweifel möglich, nur dem Einfluß der Vereinigten Staaten ist es zu verdanken, wenn wir die Kolonien offiziell dem Völkerbund abtreten mußten und der Völkerbund von sich aus eine Mandatsverwaltung einsetzte, die nach dem Wunsche der ehemaligen Ententestaaten stillschweigend in eine Annexion übergehen sollte. Ganz so leicht ist bas jetzt, wo Deutschlanb seine Ansprüche auf bie Rückgabe ber Kolonien mit stei- genber Berechtigung anmelbet, nicht mehr zu machen. So große Verletzungen bes geschriebenen Rechts verträgt ber Völkerbund kaum. Es ist ja auch unverkennbar, daß England und Frankreich schon nachdenklich geworden sind, ob sie nicht klüger täten, uns einen Teil des Besitzes zurückzugeben. Trotzdem hat das amtliche England lange mit dem Gedanken einer Annexion Ostafrikas gespielt, hat sich sogar ein Gutachten erstatten lassen, worin die Annexion vorbereitet werden sollte. Hm so bedeutsamer ist es, wenn der Parlamentsausschuß jetzt von diesen Plänen a b r ü ck t. offiziell aus finanziellen Gründen, tatsächlich aber doch, weil er die politischen und moralischen Folgen eines solchen Gewaltstreichs fürchtet. Aber auch er sucht vorläufig nur nach Formen, um die Verwaltung zu verewigen, so daß nur ein juristischer Hn ter schied gegenüber der vollkommenen Annexion sich ergeben würde. Ein Blick auf die Karte zeigt, weshalb England auf Ostasrika so großen Wert legt. Je unsicherer die Position in Indien und in Aegypten wurde, desto notwendiger war es für England, sich rechtzeitig nach einem Ersatz umzusehen. Den glaubt es in dem ungeheuren Gebiet des Sudan gefunden zu haben, und seit einem Jahrzehnt wird in aller Stille daran gearbeitet, den Sudan nicht von Rorden, also von Aegypten her, sondern von Süden, von Dritisch-Ostasrika aus zu erschließen. England sähe dann am Oberlauf des Ril und hätte damit die Möglichkeit, jederzeit Aegypten abzudrosseln, wenn es irgendwo politische Schwierigkeiten machen sollte. Bei diesen Plänen bedeutet unter Hmständen Deutsch- Ostafrika eine gefährliche Flankenbedrohung Wenn trotzdem das Parlament jetzt die Annexion ablehnt, dann ist das ein erfreulicher Fortschritt in der politischen Erkenntnis, daß es auf die Dauer doch nicht geht, Deutschland einfach aus der Reihe der Kolonialvölker auszu- schliehen. Wahlen ohne Parteien. Südslawien unter verkappter Militärdiktatur. Von unserem L. 8.-Derichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Belgrad, Ende Oktober 1931. Es sind seltsame Dinge, die man a u f einer Reise durch Jugoslawien hört, so seltsam, daß man geneigt wäre, sie ins Reich der Fabel zu verweisen, würden sie nicht mit ausnahmsloser Hebercinstimmung bestätigt. Da hatte vor wenigen Wochen die europäische Presse geschrieben, dah das Belgrader Regime liquidiert und durch eine Verfassung erseht worden sei, die alle bürgerlichen Freiheiten wieder ausleben lasse. Auch sei ein Gesetz erschienen, das . ieunbeein- fluh te Durchführung von Reuwahlen gewährleiste. Doch wenn man an Ort und Stelle danach fragt, begegnet man nur eisigen und finsteren Mienen oder erlebt Ausbrüche von henz- mungsloser Leidenschaft, bei denen sich Anklagen gegen das Regime überstürzen. Der Rü Itritt des Kabinetts und die Verfassung werden als ungeheurer Bluff bezeichnet. Lug und Trug sei das Gerede von Freiheit, denn es habe sich i n Wirklichkeitnichts geändert. JmGegen- teil, es sei nur schlimmer geworden. Die Polizei sei grausamer, die Zensur schärfer und die Knebelung des Bürgers ärger als je zuvor. Hnd trotz Verfassung und anderen schönen Dingen gäbe es auch jetzt keine Möglichkeit zur Abwehr oder auch nur zum leisesten Protest ... Im ganzen Staat hört man dasselbe Lied. Heberall wird betont, dah das Regime formell zwar abgedankt habe, dah aber alle Maßnahmen getroffen seien, die ausschließliche Macht jenen Männern zu belassen, die auch vor dem Rücktritt des Kabinetts die Gewalt in Händen hatten. Mit allen Mitteln bleibe der Wicke des Volkes auch weiterhin von der Führung der Staatsgeschäfte ausgeschlossen. Diese Darstellung stammt nicht nur von kroatischer Seite, von der sie nicht besonders über- raschen würde, sondern wird von den Serben vorbehaltlos geteilt. Was schon lange gerüchtweise bekannt war, ist jetzt Gewißheit geworden. Serbien ist mit fliegenden Fahnen in das Lager der Oppo- sition übergegangen. Dieser allgemeinen Stimmung entsprach es nur, dah sämtliche ehemaligen Parteien ein Hebereinkommen trafen, demzufolge sie sich an den Wahlen am 8.Rovember nicht beteiligen werden.Wenn das Hebereinkommen auch einen durchaus negativen Beschluß darstellt, so ist es doch klar, dah nur der stärkste Druck imstande war, eine so einmütige Haltung zu bewirken. Man muh sich nur vorstellen, was es heißt, Serben und Kroaten in irgendeiner Frage unter einen Hut zu bringen. War doch der Parteienhaß nirgends so stark wie in Südslawien, wie es auch nirgends so beispiellose Szenen gab, wie in der ehemaligen Skup- schtina. Sicherlich hat die Regierung viel zur Einigung der Parteien beigetragen. Das Kabinett hatte ja von Anfang an beabsichtigt, allein in den „Wahlkampf" zu gehen. Es war überzeugt, daß es sich eine vernichtende Riederlage holen müsse, auch wenn nur eine einzige Oppositionsliste auf. tauche. Das Wahlgesetz war infolgedessen auf ein konkurrenzloses Auftreten zugeschnitten. Seine Vorschriften waren derart, dah sie nur von jenen Parteien erfüllt werden könnten, die vom gesamten staatlichen Apparat unterstützt würden. Abgesehen von der Bestimmung, dah die Wahlen unter Ausnahmegesetzen durchzu uhren seien und abgesehen von dem Hmstand, dah alle ehemaligen Parteien verboten wurden, hatte man auch das Auftreten einer oppositionellen Gesamt» Partei unmöglich gemacht, denn niemand hätte dafür die 80 030 unanfechtbaren Hnterschristen beschaffen können, die gleichmähig in allen Teilen des Staates aufzubringen gewesen wären. Denn es gibt weite Gebiete, wie z. B. Mazedonien, wo jeder, der solche Hnterschristen sammeln wollte, sich fein Todesurteil spräche, und jeder der die Hnterschrift gäbe, sich sein Grab schaufeln würde. Die Hnterschristen wären dann angefochten worden, ohne daß die Toten ihre Gültigkeit hätten läßt seit langem nichts von sich hören. Und als Scanne sich taktvoll zurückzieht, sinkt Marguerite dem stürmisch verliebten Pierre in die Arme. * Alles scheint gut zu gehen: Pierre kommt in der Autofabrik an, seine Erfindung taugt etwas, in drei Wochen will er Marguerite heiraten — da trifft ihn doppeltes Unglück: sein Patent ist bereits ange- mclöet. Und Jack, aus Hollywood unerwartet zurück, hat sich gerade einen Zwölfzylinder gekauft, sieht Marguerite, — und Marguerite, die eben noch Pierre ihrer Treue versicherte, kann Jacks brutaler Männlichkeit nicht widerstehen; der Film ist stärker als die Liebe: sie folgt Jack, und die große Karriere beginnt. Aber Jeanne ist auch noch da; sie hilft dem ganz verzweifelten Pierre über die schlimmste Zeit hinweg. (Hnd es stellt sich heraus, daß sie ihn wirklich liebt.) Pierre wird Ansager beim Radio Paris; eine verhaßte Tätigkeit. Jeanne hilft ihm, wo sie kann. Ihn ekelt der Reklamebetrieb, der ihm vollends unerträglich wird, als er das berühmte Filmpaar Iack und Marguerite dem Publikum vorzustellen hat; er muß die süßlich verlogene Liebesszene der beiden in der gleichzeitigen Tonfilmaufnahme mitansehen und benutzt die Gelegenheit, zwischen Wettermeldungen und Geschäftsanpreisungen der ehemals Geliebten gründlich die Meinung zu sagen. Pierre, dem die Rerven durchgehen, mißbraucht das Mikrophon und ein die junge Generation aufrufendes Manifest der eben neugewählten Regierung, um feine Erfindergabe in den Aether hinauszuschreien, auf daß vielleicht irgendwo ein Millionenmäzen ihn höre. Ach, es mißlingt. Hnd auch mit Jeanne kommt es zum Bruch, weil sie glaubt, dah Pierre trotz allem die einst geliebte Marguerite nicht vergessen könne. Hnd zuallerletzt — merkwürdiger Kreislauf — ist auch der arme Pierre, mit Hilfe eines mitleidigen Freundes, beim Tonfilm untergekommen: etwas verwahrlost schon und halbverhungert. Man stellt ihn als Hilfsarbeiter ein, und das erste, was er unter den Jupiterlampen erlebt, ist eine Liebesszene zwischen Jack und Marguerite. Die Ausnahme klappt nicht, wird wiederholt und ist endgültig „geschmissen", als Marguerite unter den Hmstehenden plötzlich Pierre erblickt, die Fassung verliert und seinen Ramen herausschmettert — statt dessen, der in ihre Rolle gehört. Hnd als die beiden in einer Pause allein bleiben, hat Pierre endlich den Triumph einer armseligen Vergeltung: er lacht ihr hemmungslos ins Gesicht. Darüber fällt der Vorhang, und es bleibt die Frage, ob Jeanne, die eine Trennung von Pierre nicht ertrug, die ihn immer noch liebt, an ihn glaubt und ihn überall sucht — ihn finden werde in der grellbeleuchteten Welt des Scheins und ihm helfen werde, ein neues Leben aufzubauen ... unter den Dächern von Paris. — Die Hraufführung, vom Intendanten Dr. P r a s ch inszeniert, war eine großzügig angelegte, schon in der äußeren Aufmachung sehenswerte Regiearbeit, die den wechselnden und umspringenden Stimmungen und Tonlagen des Stückes feinfühlig nachging: erst ausmalend, leicht und spielerisch, um in schneller Steigerung das verklingende Dachstuben-Jdyll in zugespitzten Dialog und dramatische Konzentration übergehen zu lassen. Die Fabrikszene oes zweiten Aktes klang hart und sachlich und endete (im Sinne des Stückes) schon jenseits der Lustspiel-Grenze. Mit sichtlichem Vergnügen an der Entfaltung großer Szenen waren die beiden, stellenweise fast an die Groteske streifenden Schlußakte beim Radio Paris und im Tonfilmatelier ausgespielt; hier sah man, was rein theatralisch aus dem in vielen Zwischentönen schillernden Stück an unmittelbarer Rampenwirkung herauszuholen ist. Die geschickt und großzügig aufgebauten Dekorationen von Löffler unterstützten die Regie aufs beste; sie trafen die Atmosphäre ber möblierten Bude im fünften Stock so sicher wie bie kühle Sachlichkeit bes Fabrikhofes unb bie technischen Raffinessen im Senberaum unb im verschwenderisch ausgestatteten Aufnahmeatelier. Auch bie schwierige Beleuchtung (L. K e i m) klappte einwanbfrei. * In dem geschmeidig zusammenspielenben Ensemble hatte Raimunb Schelcher bie große unb anspruchsvolle Rolle bes Pierre, mit ber er wohl bie überzeugenbste Begabungsprobe in feiner bisherigen Wirksamkeit ablegen konnte; biefer Pierre ist nicht in einem Atem zu spielen, zwar anfteigenb, aber nicht grablinig, sonbern mit mancherlei Untertönen unb Schwankungen. Schelcher entwickelte ihn sehr glaubhaft aus bem weichen, schüchternen, degeiste- rungsfäyigen Jungen zu ben großen unb leiden- schaftlichen Ausbrüchen eines doppelt getäuschten unb aufgewühlten Gefühls. bestätigen können. Aber auch das Wahlergebnis ist auf Grund des Gesetzes völlig unkontrollierbar. Die Abstimmung erfolgt nur mündlich, so daß jeder Beleg sowohl für die Zahl der erschienenen Wähler als auch für die Verteilung der Stimmen fehlt. Cs würde zu weit führen, die Gesetze zu analysieren, die nicht nur diese, sondern auch zahlreiche andere Fußangeln enthalten, von denen jede einzelne jegliche Oppositionspartei lahmlegen müßte. Es ist daher kein Wunder, wenn die Erbitterung im Staate groß ist. Slowenien, Kroatien, Bosnien und ganz Serbien sind gegen das Belgrader Regime und werden voraussichtlich Wahlenthaltung üben. Rur in den Minderheitsgebieten, wo der behördliche Druck schon immer am rücksichtslosesten war, also in Mazedonien und in der Wojwod- schaft, kann man mit stärkerer Beteiligung rechnen. Einzig und allein in einigen dalmatinischen Städten hat das Kabinett eine begrenzte Zahl von Anhängern, die aus Furcht vor Italien jede Belgrader Regierung stützen. Aber wenn auch in Mazedonien, in der Wojwodschaft und in Dalmatien die Bevölkerung vollzählig zur Wahl antreten sollte, betrüge die Beteiligung noch keine 30 v. H. In den anderen Gebieten aber dürften die Behörden doch nicht den Mut zum „Durchgreifen" aufbringen, und so werden die Lokale leer und verlassen bleiben. Es ist auch nicht nötig, in dieser Form die Massen unter ein neues kau- dinisches Joch zu zwingen, sondern es kommt für Belgrad nur darauf an, vor den Pariser Finanzleuten und dem anleihezeichnenden Publikum als unbestrittene Sieger dazustehen. Hnd da dieses Ziel sich auch mit Hilfe der Adreßbücher als Grundlage des Abstimmungsergebnisses erreichen läßt, wird wohl alles ohne Gewalt verlaufen. Die Zensur arbeitet ja Tag und Rächt und erstickt alle ungünstigen Rachrichten. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie leer der Inhalt südslawischer Zeitungen geworden ist. Auch die auswärtigen Pressevertreter stehen unter stärkstem Druck. Ihre Telegramme werden nicht befördert, die Telephongespräche abgehorcht, eingeschriebene Briefe beschlagnahmt. Rühen diese Warnungen nichts, lanciert man gegen sie heftige Angriffe in den Blättern. Drohungen und Schmähungen find die Folgen einer sachlichen, wenn auch noch so unendlich vorsichtigen Berichterstattung. Wir- ken die Einschüchterungsversuche nicht, geht man mit Ausweisungen vor. Die Zahl sämtlicher fremden Berichterstatter ist bereits auf ein halbes Dutzend zusammengefchrumpft. Erst kürzlich traf einen deutschen Journalisten wieder der Befehl, das Land binnen drei Stunden zu verlassen. So hofft man auch, das Ausland unter Zensur zu stellen und die Methode des Scheins vollkommen zu gestalten! 3m freiwilligen Arbeitsdienst. In Weimar hat der Jungdeutsche Orden mit der Einführung des freiwilligen Arbeitsdienstes Erfolg gehabt. Zur Planierung des Flugplatzes konnte der erste Trupp von 40 Mann eingesetzt werden. Es besteht die Hoffnung, daß auch für die übrigen 50 Freiwilligen noch Arbeit beschafft werden kann. Die Planierung des Flugplatzes ist für ben Anfang besonders geeignet, da die Arbeit leicht ist und keine Dorkenntnisse verlangt. Die Geräte unb Feldbahnen werden von der Stadt zur Verfügung gestellt. Jeder Arbeitsfreiwillige erhält pro Tag 2 Mk. in bar, ein kräftiges Frühstück, 60 Pf. Gutschein zum verbilligten Bezug von Raturalien und Kleidung. Am Schluß des Dienstes wirb auf Wunsch ber Gutschein auch in bar ausbezahlt. Die Arbeitszeit beträgt 7 Stunden. Die Sozialversicherungen werden nicht von dem Freiwilligen getragen. Auf bem Flugplatz ist eine heizbare Wohnbaracke. Die Arbeitsfreiwilligen wählen aus ihren Reihen einen Führer, ber alle Verhandlungen mit dem (Stadtbauamt führt. InHamm i. W. ist ein jungdeutsches Arbeitslager mitBodenkulturarbeiten amRordrande der Industriestadt eingerichtet. Träger der Arbeit ist das Von ben beiden jungen Mädchen wirkte Elisabeth Wielanber in ber Rolle ber Marguerite am unmittelbarsten in ben ersten Akten, wo sie instinkt- mäßig um bie Entscheibung ihres Daseins zu kämpfen hat; vor allem in ber Schlußszene bes zweiten Aktes. — Sehr fein, anfangs ganz leicht unb verhalten, bann immer intensiver unb wärmer im Bekenntnis ihrer großen Liebe: bie Jeanne von Edith Berger. * Eine markante Kontrastfigur zu Pierre war ber Jack, ben Hauer spielte: unromantisch, geschäftstüchtig, gerissen; sachlich bis zur Brutalität bes Zugriffs, mit bem er bie schmale Marguerite seinem Willen gefügig macht. — Eine gemüt- unb humorvolle Studie war ber Mativaux von Bruck; gut auch ber sehr französisch wirkenbe Fauvette voll H e y s e r, ber betriebsame Filmregisseur Kühnes unb ber aufgeregt schwabronierenbe Rabiobirektor bes Herrn V o l ck. In Episodenrollen: Nieren (Cartier); F a s s o 11 (Maharadscha); Wahlen (Hilfsregisseur) unb Geiger als Photograph. — * Der Beifall, schon nach bem zweiten Akt kräftig, steigerte sich zum Schluß, bis ber Jntenbant mit ben Hauptbarstellern erschien, ben Dank bes Premieren- Publikums entgegenzunehmen. — Die Aufführung würbe durch eine Werbeansprache bes ersten Spielleiters F a s s o 11 eröffnet. hth. Zeitschriften. — Die Süddeutschen Monatshefte (München) widmen ihr neuestes Sonderheft unter dem Titel „Rietzsche" einer umfassenden Hntcr- suchung mit bisher unveröffentlichten urkundlichen Velegen aus der Feder Josef Hofrnillers. Zu den noch dunklen Punkten im Leben Riehsches bringt Hofiniller wichtige Aufhellungen und urkundliche Belege. So besonders zu Riehsches Frühzeit, seiner mit 25 Jahren schon erreichten Professur an der Basler Hniversität (die Hofmiller für das zentrale Hnglück in Riehsches Leben hält), zu seinem Verhältnis zu Richard Wagner, zu den Frauen und vor allem zu feiner Krankheit. Er veröffentlicht wichtige Stellen aus Briefen von Gast an den Verfasser und Stellen aus dem „Antichrist", die bisher stets unterdrückt worden waren. Auf die Entstehung des Wiederkunft- gedankens und des Hebermenschen fällt neues Licht. Hermann Glück. Langsdorf: Schriftführer Karl Schäfer, Albach; Rechner Heinrich Wagner, Dirklar, Gauchormeister Lehrer Otto Müller, Ronnenroth. Der nächstjährige Gauliedertag findet in Ettingshausen statt. Gauchormcister M ü l - l e r gab noch die Pflichtchöre bekannt und referierte außerdem über Zweck und Ziel deS Hessischen Sängerbundes. Landkreis Gießen. LJ Großen-Linden, 4. Noo. In einer außerordentlichen Hauptversammlung des Eisen- bahnoereins Großen -Linden und Um- g e g e n d wurde dem Vorschläge des Vorstandes des Verbandes der Eisenbahnvereine im Direktionsbezirk Frankfurt, die Mitgliederbeiträge künftig durch die Stationskassen einzuziehen, zugestimmt. Die mit dieser Neuregelung vorgesehene Beitragserhöhung wurde jedoch abgelehnt. Zum Bezirksverbandstag in Frankfurt a. M. soll ein Antrag auf Herabsetzung des Jahresbeitrags aller Rentenemp- fänger auf die Hälfte eingebracht werden. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden mehrere Mitglieder für 25jährige Dienstzeit durch lieber- reichung von Urkunden geehrt. • Daubringen, 3. Rov. Am Samstag fand bei Gastwirt Schäfer eine Abschiedsfeier für den von hier nach Wölfersheim versetzten Lehrer Dr. Balser statt. Die Schulkinder sangen am Abend vor dem Hause des Lehrers zwei Lieder. Zur Abschiedsfeier hatten sich sehr viele Gemeindcmitglieder cingesunden, so daß der Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Jugend- gruppe der Sozialdemokratischen Partei Lollar stellte sich für den Abend zur Verfügung und überreichte dem Lehrer als Zeichen ihrer Verehrung ein schönes Dlumengebinde. Der Beigeordnete sprach einleitend einige Worte, der Gesangverein brachte mehrere Lieder zum Vortrag, und eine frühere Schülerin sprach einen sinnvollen Prolog, in dem daS gute Verhältnis zwischen dem Lehrer Dr. Balser und seinen Schülern zum Ausdruck kam. Ein Vertreter des Gemeinderats, die Vorsitzenden des Gesang- und des Turnvereins ehrten den Scheidenden ebenfalls mit Ansprachen und überreichten als Zeichen der Anerkennung für die mannigfachen Verdienste Dr. Balsers Dlumenspenden. Eine Schülerin trug im weiteren Verlaufe des Abends ein selbstverfaßtes Gedicht vor, und nachdem noch verschiedene Tänze, Hans-Sachsspiele und Gesangsdarbietun» gen ausgeführt waren, verabschiedete sich Familie Balser mit herzlichen Worten von der Gemeinde. Hierbei gab Dr. Balser in knappen Umrissen einen ^leberblick über sein Leben, seine Arbeit, seine Ziele und Bestrebungen als Erzieher der Jugend, und fand mit diesen Ausführungen aufmerksame Zuhörer. Gemeinschaftlicher Gesang beschloß den Abend. + Grünberg, 3. Rov. Der hiesige S ch ü t - zerverein hielt am Sonntag sein Schlußschießen mit Preisverteilung ab. Erster Preisträger und damit Gewinner des Wanderpreises, eines silbernen Pokales, der aber erst nach dreimaligem Erringen Eigentum des Gewinners wird, wurde Kaufmann Karl Schott. Die übrigen Preise gelangten in folgender Reihe zur Verteilung: 2. Friedel Hofmann, 3. Oberbahnmeister Kitz, 4. Otto Matthies jun., 5. Max Menzinger, 6. Friedrich Jockel, I., 7. Karl Möller, 8. Otto Matthies scn., 9. Rich. 3ö del, 10. Hermann Ciertänzer 11. Heinrich Schmidt II., 12. Georg Stammler, 13. Otto Allmendinger. 14. Heinrich Kappes, 15. August Stammler. Die Ehrenscheibe errang Max M e n z i n g er. Auf dem Kleinkaliber-Stand erzielten folgende 3ungschühen Preise: 1. Heinrich Lang, 2. Karl Schmierer, 3. Wilhelm Weber, 4. Otto Weber. Hier errang Heinrich Lang die Ehrenscheibe. — Dieser Tage fand hier die Gründung eines Vereins für Kurzschrift statt. Vorsitzender wurde Wilhelm K r e u d e r, Stellvertreter und Schriftführer Elsa Röhm, Rechner Otto Krumm. Es traten dem Verein sofort 17 Mitglieder bei, weitere Beitritte stehen in Aussicht. Der Verein will seinen Mitgliedern, die meist in kaufmännischen Betrieben, oder auf Aemtern tätig sind, die notige Kenntnis der Kurzschrift vermitteln. rn. Grünberg, 3. Rov. Der Bezirks- Lehrerverein Grünberg hielt am Sonntag im „Wilden Mann" seine Monatsversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand die Wahl des ersten Vorsitzenden, als Rachfolger für den nach Lang-Göns versetzten bisherigen ersten Vorsitzenden Lehrer Bender (Lauter). Die Versammlung sollte gleichzeitig Abschiedsfeier für den Scheidenden sein. Zum ersten Vorsitzenden wurde Lehrer S i m o n - Ettingshausen gewählt. Der neugewählte Vorsitzende richtete herzliche Worte der Anerkennung an den scheidenden Kollegen für seine korrekte, umsichtige Leitung des Vereins während der Zeit von mehr als sechs Jahren. Als äußeres Zeichen des Dankes erhielt Lehrer Dender ein Dlumengebinde. Er dankte für die Ehrungen, erinnerte an arbeitsreiche Konferenzen, aber auch an schöne Stunden, die er im Kreise der Kollegen verlebt habe. An der Abschiedsfeier nahmen viele Lehrer des Dezirks- vereins teil. s. A t p h e, 3. Rov. Rach Gemeinderatsbeschluß werden zur Zeit die Hausanschlüsse unserer Wasser leitung mit Wassermessern versehen. Ab l.Rovember sind pro Kubikmeter Wasser 15 Pfennig zu bezahlen. Außerdem ist für Zählermiete und Unkosten vierteljßhr'ich der Betrag von 2 Mark zu entrichten. Auf die Dauer war um die Einführung der Wassermesser nicht herumzukommen. Dem ganzen Dors wird nämlich durch daS Wasserwerk eine tägliche Wassermenge von 54 Kubikmeter zugestanden, das Kubikmeter zu 4 Pf. Jeder Mehrverbrauch mußte aber mit 30 Pf. je Kubikmeter seither aus der Gemeindekasse bezahlt werden. Dies führte dazu, das? in den heißen Sommermonaten öfters bis 100 Mk monatlich für den Mehrverbrauch zu entrichten waren Diese Beträge mußten dann wieder auf die ein- Seinen Verbraucher umgelegt werden. Dagegen gewährleistet das Messersystem eine gerechte Derlei- lung der Kosten. Langd, 4. Noo. In unserer Gemeinde wurden etwa 100 Zentner Kartoffeln gesammelt und nach Hungen gebracht, um dort für das Elisabethen st ist Darmstadt verladen zu werden. Für die Winterhilfe des Kreises Gießen wurden 25 Zentner Kartoffeln, 10 Zentner Gemüse, 4 Zentner Obst, 1 Zentner Hülsen- fruchte und 10 Pfund Mehl in unserem Dorfe auf- gebracht. Die Sammlungen sind ein schönes Zeichen der Opferbereitschast unserer Bevölkerung. Alrciö Büviugcn. * idda . 3. Rov. Am Sonntagnachmittag fand die diesjährige Schlußübung der Erwerbslosen. Siedlungsanwärter sind die Ar- beitsfreiwilligen selbst, die den verschiedensten Berufen angeboren. 11 Morgen Ackerland werden zunächst mit dem Spaten umgcworfen, weitere 30 Morgen liegen zu gleichem Zwecke in Reserve bereit. Unter Anleitung der Stadtgärtnerei werden die Arbeitsfreiwilligen zur Anlage und Durchführung gärtnerischer Frühkulturen im Gemüsebau angelernt. Ein großer Teil der noch in Arbeit und Brot stehenden Ordensbrüder ist in dienstfreien Stunden mit Hacke und Spaten hilfS- tätig, andere helfen durch Lebensmittelspenden. Die Schwesternschaft besorgt die Gemeinschaftsküche. Die Finanzierung der Arbeit ist dank des Entgegenkommens der Stadt relativ günstig für den Freiwilligen. Jeder erhält die bisherige individuelle Unterstützung vom Wohlfahrtsamt weiter ausgezahlt, dazu täglich 1 Mk. für Verpflegung. Dieser Verpslegungszuschuß fließt in eine Gemeinschaftskasse. In Eisenach handelt eS sich um Meliorationsarbeiten auf den Werrawiesen bei Dankmarshausen in der Rähe der Wartburgstadt. Zur Durchführung werden vorläufig 50 Arbeitsdienst- willige auf die Dauer von 13 Wochen eingesetzt. Träger der Arbeit sind die Gemeinde Dankmarshausen und der Jungdeutsche Orden. Zu diesen von jungdeutscher Seite eingeleiteten Arbeiten kommt neuerdings auch der Einsatz des Reichsbanners im freiwilligen Arbeitsdienst. Es ist seinen Bemühungen gelungen, eine Kolonne von 50 Arbeitsfreiwilligen beim Wegebau an der Lehnmühle bei Dippoldiswalde in Sachsen einzusehen. Träger der Arbeit ist das Reichsbanner, dem für dieses Projekt dieselben Bedingungen auferlegt sind wie dem Jungdeutschen Orden am Albrechtsbach bei Bautzen. In Ostpreußen sind vorerst zwei Gruppen angeseht, die bet Uderwangen und Waldau tätig sind. Träger des Dienstes ist in beiden Fällen die Technische Rothilfe. Bei Waldau handelt es sich um ein Gut von 400 Morgen, das besiedelt werden soll. Die Freiwilligen verrichten dazu in erster Linie Vorarbeiten. Oberheffen. Oer Licher Haushaltsplan für 1931. D Lich, 4. Rov. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde der Voranschlag der Stadt für das Ri. 1931 beraten. Die Gesamtsumme aller Einnahmen und Ausgaben beträgt 328 600 Mark, wovon auf den Betrieb 284 500, auf das Vermögen 44 100 Mk. entfallen. Tie hauptsächlichsten Veränderungen gegenüber dem Vorjahre sind in den Rubriken Waldungen und soziale Fürsorge entstanden. Bei den Waldungen beträgt die Mindereinnahnte rund 9000 Mark und die Mehrausgabe 4000 Mk., während in der Rubrik soziale Fürsorge für Anteil der Stadt an dem Aufwand der Krisenfürsorge ein Mehr von 2500 Mark erforderlich ist. Diese Mehrausgabe und Wenigereinnahme von rund 15 500 Mark ist dadurch ausgeglichen worden, daß das Betriebskapital um 3000 Mark gesenkt und erstmals als Ertrag der Bürger- und Dier- steuer zusammen 6000 Mark zur Vorsehung gelangt sind. Der restliche Betrag wird in der Hauptsache durch Einsparungen am Personaletat gedeckt. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Stadtverwaltung den Voranschlag unter Berücksichtigung aller Sparmöglichkeiten aufgestellt und Überwiegend nur die auf gesetzlicher Grundlage beruhenden Ausgaben vorgesehen hat. Der ilmlagcbcöarf ist mit dem vorjährigen Betrage eingestellt. Er vermindert sich noch um die gesetzlichen Senkungssähe der Realsteuern. Rach eingehender Beratung wurde dem Entwurf der Verwaltung zugestimmt, die Ausschlagssätze der Eemeinüeumlagen in vo.jähr'ger Höhe genehmigt und die Einführung der Biersteuer ab 1. Dezember auf Grund der vorgelegten Muster- fahung beschlossen. Gerneinderai in Büdingen. < Büdingen, 2. Rov. In der jüngsten G e - meinoeratssihung wurde u. a. folgendes beschlossen: Die Stadt Büdingen hat im Jahre 1929 Q u e l- Icn Bohrungen im Salinengrund vornehmen lassen. Die fürstliche Rentkammer machte damals ihr Eigentum an dem betreffenden Grundstück geltend und erwirkte eine einstweilige Verfügung, die der Stadt das Weitervohren verbot. Wie sich später hcrausstellte, gehörte das Grundstück einem Privatntann. Die Rentkammer verlangte nunmehr von der Stadt die Zahlung des halben An. teils zu den für die Erwirkung der einstweiligen Verfügung entstandenen Kosten. Der Gemeinderat lehnte das Ansinnen der Rentkammer ab. Von dem Anerbieten der Volkshochschule Oberhessen zur Abhaltung von Vorträgen kann seinerzeit aus sinanz eilen Gründen kein Gebrauch gemacht werden. Auch der Antrag des frankfurter Künstlertheaters auf llebernahmc von Kosten zur Erhaltung der Bühne mußte vom Gemeinderat aus Sparsainkitsrücksich- ten abgelehnt werden. Scingeriag des Gaues Chaitia-Wettertal. D i r k l a r . 2. Rov. Der diesjährige Sängertag des Gaues C h a t t i a - W e 11 e r- tat (Hessischer Sängerbund) fand in Birklar im Saale be« Gastwirts Philipp Düringer statt. D^'r Gesangverein „Harmonie" B.rklar (Dirigent R. Schaler, Bellersheim) sang zur Einleitung den Deutscyen Sangergruh" und ein Lied. Der 4'orf.tzende Sy Wagner begrüßte die Teilneh- n,cÄ m Bornen deS gaftgebenben Vereins. Skr Gauvorsihende Rinker, Ronnenroth, be- grußte die Delegierten und ermahnte trotz der wirtsckiastuchen Rot. bem bcutfcbeit Lied die Treue zu halten unb er forderte die Gesangvereinsvor- a "ns ’ ?cn arbeitslosen Sängern unter allen HmRänben den Besuch der Cingftunben zu ermög- tehen. sodann erstattete er den Jahresbericht und stellte dabei mit Genugtuung fest, daß der bieS- tahrige O'auliebertag in Ronnenroth glänzende Leistungen aufzuweisen hatte. Der Kassenbericht, bergetragen von Gaurechncr Bürgermeister Kneipp. Langsdorf ergab einen Aeberfchuß v-°? "obcsu 20 Mk. Für den ausscheidenden Schriftführer Bürgermeister Reeb, Hattenrod, wurde Karl Schäfer. Albach. in den Vorstand gewählt. Wegen Arbeitsüberlastung ftellte Bür- germeister Kneipp. Langsdorf, sein Rechner- amt zur Verfügung, das durch Wahl an Heinrich 0? a q n e r . Birklar, überging, so daß sich der derzeitige Sauvorstand aus folgenden Herren zu- sammcn'cht: 1. CtauDorlihenber: Gastwirt Karl Wohlfahrtsamt. Ziel und Zweck der Arbeit ist k Rinker, Ronnenroth: 2. Vorsitzender Lehrer die Anlage unb der Erwerb von Zusatzsiedlungen bis zu drei Morgen Gröhe für den einzelnen Freiwilligen Feuerwehr in Gemeinschaft mit der gesamten hiesigen Hilfs- und Ordnungsmannschaft statt. Aul der Gänsweide wurden Marsch-. Ordnunas- und Geräteübungen abgehalten und im Anschluß daran ein Brandangriff auf ein Haus in der Gerbergasse ausgeführt. Alle Abteilungen der Feuerwehr und die Sanitätsmannlchaften hatten dabei Gelegenheit, ihre Bereitschaft und Schlagfertigkeit unter Beweis zu stellen. Das angenommene Feuer wurde mit drei Leitungen unter Zuhilfenahme der Motorspritze bekämpf. Unter der Leitung von Justizobersekretär Haas und Bankvorstand E e u m nahm die Hebung einen befriedigenden Verlauf. Die Bürgerschaft konnte sich überzeugen, daß die Feuerwehr auch im Ernstfälle tatkräftig einzugreisen imstande sein wird. Bürgermeister R u 11 m a n n nahm am Abend Gelegenheit, der Feuerwehr besondere Anerkennung auszusprechen. Kreis Schotten. c. Schotten, 3. Rov. Die Bornheimer Turngemeinde stattete am vergangenen Samstag und Sonntag unserer Stadt einen Besuch ab. Samstagabend fand in der Turnhalle ein Deutscher Abend statt. Die Sängerriege des Vereins trug eine Reihe schöner Gesänge, Volkslieder, wirkungsvoll vor. Eine Turnerriege zeigte hervorragende turnerische Leistungen an Pferd, Barren und Reck, sowie Kunstfreiübungen. Derart vorzügliche Leistungen hatte man hier noch nicht gesehen. Der Vorsitzende des hiesigen $um- und Gesangvereins, sowie der Bürgermeister entboten namens der Stadt Willkommensgrüße. Aufrichtige Dankesworte für die gastliche Aufnahme sprach der Sprecher der Bornheimer Turngemeinde. — Der hiesige Turn- und Gesangverein ist zur Zeit mit den Proben zur Ausführung einer von Dr. Koeniger (Schotten) verfaßten Lokalposse ä la Datterich „Münchhausen im Vogelsberg", Musik von Paul Buchwald (Gießen) beschäftigt. Anfangs Dezember soll die Uraufführung stattfinden. i Klein - Eichen, 1. Rov. Vor einigen Tagen wurden in unserer Gemeinde, wie auch in früheren Jahren, durch die Schulkinder Lebensrnittel für das Johann-Friedrich- Stift in Laubach gesammelt. Die Sammlung hatte ein gutes Ergebnis. — In diesen Tagen starb die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Eli- sabethe H o r st, geb. Oehler, im beinahe vollendeten 88. Lebensjahre. s. Dodenhausen II., 4. ä.ov. Don einem schwerenälnglücksfall wurde heute die Familie eines hiesigen Landwirtes betroffen. etwa fünfjährige Enkelkind des Landwirts Philippi, das dicht vor dem Dor'eingang auf der Chaussee nach Ulrichstein spielte, wurde von einem Auto überfahren unb sofort getötet. Die Schuldfrage konnte bisher noch nicht geklärt werden. Preußen. Kreis Wetzlar. > Wißmar, 3. Rov. Die Herbstver- s a m m l u n g des VolksbildungSaus- schuffes fand im RathauSsaale statt. Rektor G ö r n e 11 erstattete den Jahresbericht. 3m vergangenen Jahre konnte der Ausschuß auf fein fünfjährige» Bestehen zurückblicken und eS mit einem sehr gut besuchten Unterhaltungsabend feiern. Fünf Vorträge wurden gehalten, die Volksbücherei wurde ausgebaut (460 eigene Bücher und 111 Bände der Wanderbücherei stehen zur Verfü- gung): es wurden 2064 Bände ausgeUehen. Für den Ausbau der Bücherei wurden 330,35 Mk. auS- gegeben. 3m weiteren Verlause der Sitzung wurde der Kassenbericht erstattet, der Arbeitsausschuß wurde wiedergewählt und um zwei neue Mitglieder ergänzt Bei der Besprechung des Winterarbeitsplanes war man allgemein der An- fkbt, bafc die BildunaSarbeit besonders in Zeiten der Rot nicht zu entbehren sei. Für den Winter 1931 32 wurde beschlossen, Torträge allgemeinbildender Art zu halten, im 3anuar soll eine Wohl- tätigkeitS-Deranstaltung abgehalten, und die Bücherei soll weiter auSgebaut werden. <> Niederkleen 3. Noo. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten heute die Eheleute Müller Johannes Schäfer unb Katharina Elisa- bell) geb. Schreibt. Der Jubilar ist 75, seine Frau 69 Jahre alt. Kreis Biedenkopf. OO Nodheim (Bieber), 4. Noo. Die Sammlung ber Winterhilfe in unserer Gemeinde ergab 82 Zentner Kartoffeln, 32 Zentner Obst und 18 Zentner Gemüse. 'Außerdem wurden 200 Mark in bar und einige alte Kleider gesammelt. Ein Wag. gon Kartoffeln ist bereits zusammen mit den Eamm- langen der übrigen südlichen Gemeinden de» Kreise» nach Essen verfrachtet worden. Zwei weitere Wag- gons Obst unb Gemüse werden in diesen Tagen ebenfalls für bas Jnbustriegebiet verladen. SJL-'fpoit Zechten im Turnqau Hessen (OT). Reue Altmannen. In Wetzlar führte die Fechterschaft des Gaues Hessen am Sonntag ein Ausscheidungsfech- tc-n durch, das den Zweck hatte, die Besten der Mittelstufe für den Aufstieg in die Oberstufe (Alt- mannen-Klasse) zu ermitteln. Es gab dabei gute Leistungen zu sehen; besonders in den Florett-End- runden konnte man sich an ausgezeichnetem Sport erfreuen, während es im Säbel noch fleißigerer Hebung bedarf. Erfreulich ist die Tatsache, daß die wirklich Besten des Tages auf die ersten Plätze tarnen. Die Kampfleitung (Gaufechtwart Kühn) und das Kampfgericht, bem auch W. Gerhardt (Gießen) angehörte, arbeiteten einwandfrei. Die Ergebnisse: Fechterinnen (Florett). Bon den 13 Bewerberinnen tarnen 6 in die Endrunde, in ber sich wie folgt placierten: 1. Christel Gröninger, To. 1860 Bad-Nauheim: 2. Johanna Drott, Tgm. Friedberg: 3. Grifft) Castein, To. 1846 Gießen: 4. Ilse Münch, Tv. Wetzlar: 5. Liesel Moser, To. Wetzlar: 6. Henny Ruth, Tb. Wetzlar. Zur Oberstufe treten die vier Erstgenannten über. Fechter (Florett). Von den 10 Bewerbern standen 5 in der Endrunde und ertämpften sich die folgenden Plätze: 1. H. Blumenauer, Tv. Wetzlar: 2. Theo Vaubel, Tv. 1846 Gießen: 3. Gg. Matt, Tv. Wetzlar: 4. K. Gissel, Tv. Wetzlar; 5. Bruno Schneider, Tv. 1846 Gießen. In die Oberstufe steigen die vier Ersten auf. Fechter (Säbel). Von 5 Teilnehmern wurden die folgenden Altmannen: 1. Gg. Matt, Tv. Wetzlar: 2. Ernst Beck. T. u. Spv. Butzbach; 3. L. Fuchs, T. u. Spv. Marburg. Tv. 1860 Bad Nauheim abermals siegreich. In Frankfurt a. M.-Röbelheire standen sich am Sonntag aus drei (Bauen des Mittelrheintreises der DT. Vereinsmannschaften im Kunstturnen gegenüber: Tv. 1860 Bad-Nauheim (Gau Hessen), To. 1860 Frankfurt a. M. (Gau Frankfurt) und Tgm. 1847 Rödelheim (Gau Main-Taunus). Der Kampf endete nach spannendem Verlauf mit dem Ergeb- n i s: To. 1860 Bad Nauheim 1334 Punkte, To. 1860 Frankfurt a. M. 1274 Punkte, Tgm. Rödelheim 1231 Punkte. Beste Einzelturner von 18 Teilnehmern waren: 1. W. Sinn reell, To. 1860 Bad-Nauheim, 219 P. (4- 54 Freiübung); 2. A. Eckhardt, To. 1860 Bad-Nauheim, 219 P. (4- 51 Freiübung): 3. E. Wild, Tgm. Rödelheim, 208 Punkte: 4. E. L a h r i s ch , To. 1860 Frankfurt a. M , 199 Punkte (+ 52 Freiübung); 5. Fritz Nies, To. 1860 Bad- Nauheim, 196 Punkte. A. Eckhardt, Tv. 1860 Bad-Nauheim, versagte an seinem Spezialgerät, dem Seitpferd, bas ihm nur 49 Punkte einbrachte. Dafür erreichte er am Barren mit 59 von 60 erreichbaren Punkten die beste Einzelbewertung bes Tages. Bester Reckturner war Sinnwell, Bob-Nauheim, mit 58 Punkten. Handball im Gau Hessen (O T ) Tv. 1846 Gießen I — I. u. Spv. Butzbach I 4:3 (4:2). ^Die erste Halbzeit sah die 1846er gut in Fahrt. Sie konnten in kurzer Zeit mit 3 Toren in Führung gehen. Erst wenige Minuten vor der Pause stellte Butzbach bas Resultat auf 4:2. Nach der Halbzeit kamen kaum noch zusammenhängende Spielhandlungen zustande. Der Schiedsrichter verhinderte in jeder Weise ein flüssiges Spiel und so kam cs, daß Spieler und Zuschauer immer mehr an Interesse verloren. Da Gießen zum Schluß nur noch 10 Mann im Feld hatte, wurde Butzbach überlegen unb konnte noch ein Tor erzielen. Zum Ausgleich langte es nicht mehr. Ausbildungsarbeit im Gau Hessen OT. Ein (Baulehrgang für lurnroarte und Vorturner nicht im fachlichen, sondern im vereinsleikenden Sinn rourfce am Sonntag zu Gießen von (Bauoberturn- wart Will (Gießen) mit Teilnehmern aus über 30 Gauoereinen vorwiegend vom Land eröffnet. Der breitangelegte Arbeitsplan erstreckt sich über vier volle Sonntage und wird von gaucigenen Lehrkräften durchaeführt. Neben bem (Bauoberturnroart wirken bie Bezirksturnwarte Paul Schüler (Wetzlar), Karl Reuter (Gießen) und Heberlein (Marburg) mit, von ben Gaufachwarten Martin Textor (Marburg), Rudolf Paul (Gießen) und Erich Wagner (Kirch- Hain), als erfolgreichster Kunstfreiübungsturner der bekannte Paul Goetjch (Marburg). Die Ausbildungsarbeit umfaßt grundlegende Formen mit vielseitigen Abwandlungen aus ben Gebieten der Ordnungs- unb Freiübungen, des Keulenschwingens der K>r- perschule, des Minberturnens und der Gerate In Vorträgen werden behandelt die Einrichtungen in der DT., der Pflichtenkreis eines TMeinsturnwartes, praktische Winke zur Zusammenstellung von Ver- einsriegen und von Dr. med. Rau (Butzbach) ärztliche Forderungen an den körpergerechken 'Betrieb des Turnens. Spiele und Lieder durchziehen die Arbeitsstunden, die mit Befehlsübungen und einer Prüfung obschliehen. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Waufiafic. To. Garbenteich I — Tv. Dorlar I 1:5 (1:1). Das (Ergebnis bedeutet die größte Ueberroschung der bisherigen Verbandsspiele. Der Tabellenvorletzte war es, ber dem Platzoerein die höchste Niederlage in den Verbandsspielen seit Jahren beibrachte. Wohl lagen die Garbenteicher während der ersten Halbzeit immer etwas mehr im Angriff, sie konnten sich aber gegen die Dorlarer Verteidigung nicht durchsetzen. Das Führungstor ber Platzbesitzer konnten die Gaste noch vor Halbzeit ausgleichen. Die zweite Halbzeit sah die Dorlarer mehr ober weniger überlegen unb durch vier weitere Pore ben oerblcnten eieg erringen. Erwähnt muß werben, baß Garbenteich mit Ersatz spielte unb während des Spieles einen Mann durch Platzverweis verlor. Hezitksklafsc. To. Garbenheim I — Io. Kinzenbach I 7:1 (3:1). Bereits in der zweiten Minute verwandelte Garbenheim einen Strafstoß zum Führungstreffer. Die Gäste glichen aber sofort aus, mußten fid) aber bis zur Pause zwei weitere Tore gefallen lassen. Wäh- renb der zweiten Halbzeit erwiesen sich die Garben- Heimer überlegen; Kinzenbachs Mannschaft spielte schlecht zusammen und mußte eine hohe Niederlage hinnehmen. To. (Erba 1 — Io. Rodheim 1 0:3 (0:2). Trotzdem die Rodheimer bas Spiel für sich entscheiden konnten, waren sie den Platzbesitzern im Fcldspiel durchaus nicht überlegen. Vielmehr trug der Platzverein die meisten Angriffe nach vorne. Allerdings ließ der Sturm ben Torichuh vermissen. Rodheim war mit einigen Durchbrüchen glücklicher unb errang ben Sieg. To. Ruttershausen I — Io. Rordeck I 5:2 (2:0). Beide Mannschaften lieferten sich ein schnelle» unb faires Spiel. Ruttershausen konnte während der ersten Halbzeit durch ra'che Durchbrüche zweimal erfolgreich sein. Kurz nach der Pause Hoile Nordeck ein Tor auf, der Gegner schoß aber ein drittes Tor. Die Gäste verpaßten bann verschiedene Chancen unb waren nur noch einmal erfolgreich. Die Matz- desitzer stellten dagegen mit zwei weiteren Tore» den Sieg sicher. Io. Londorf II — Io. Lollar t 0:5 (0:0). Trotzdem die Gäste bereits in ber ersten Halbzeit überlegen spielten, erreichten sie doch nicht» Zahlbares. Immer scheiterten die Angriffe an der gegnerischen Verteidigung. Erst wahrend der zweiten Halbzeit änderte sich die Situation und die Platzbesitzer wurden mit 5 Toren überrannt. To. Steinbach I — Io. Albach II 8:4 (4.1). Bereits in der zweiten Minute gingen die Gastgeber in Führung. Bis zur Halbzeit fielen noch drei weitere Tore, ber.cn Albach nur eines entgegensetzen konnte Steinbach spielte während der zweiten Spiel- halste reichlich hart, schoß vier Tore, denen aber die aufkommenden Gäste ihrerseits drei gegenüberftelle» konnten. r '*°b. Tu RK ^lar. lslaaix ffnu98Qug, «M ■ Qlugknfi' '5ni bet- kin tet^tunol^111,1 60 ci9cne Äq5olu’ L'ZK S'S? «iMung ta " «Ilswein d°Z .19ut den Winter tA^bie rteMeu?eÜbiete * ,ü- !e>ne grau 69 cnkops. 4.51od Sie Samin. e J unserer Gemeinde V„ 5en*ner Obst und 5tm .wurden 200 Mark T gesammelt. Ein ®aa. “jmeu mit den Lamm. Gemeinden des Kreises en. Zwei weitere Waa- krdcn in diesen Tagen ebiet verladen. ’m Land eröffnet. Der erftrerft sich über vier m gaueigenen Lehrkriis- ' Eauoberturnwart wir« Jaul Schüler (Wetzlars, | eberlein (Marburgs mit, . iriin Tertor (Marburgs, । Erich Wagner (Kirch- -- mftfreiübungsturner der bürg). Die Ausbildung-- formen mit vielseitigen ' Mieten der Ordnunge- »njdjiüingens der Kör- 5 : unb ber Geräte. Zn ■' die Einrichtungen \n j ne; Meinsturnwartes, mnensiekung von $tr- d. Rau (Rugbachs arm v körpergerechten Beiried - Lieder durchziehen die ts !sehlsübungcn und einer j, Oünsberg-Sau. Mit 0. Dorlar 11:5 (Mine größte Uebenaschung >(e Der Tabellenvorletzte in bie höchste Mdeck« Jahren beibrachle. Woh hrend der ersten halbze riss, sie konnten sich M diqüng nicht durchsetzen. Besitzer konnten die S° - Lh Die zweite den verdienten ->eg e den, daß Mc" der Lpieles einen W sägt Sa b ®arbcn- . *;sS.= -r-Sr ft * 7-L^S u W*1 Ä SSf-iS , £* 1 "„Äo» >* äTm* 1- •mS?.?“ ! &< »Ä , «tboch 0 8n die 0fl": Nordeck (komb.) — Mainzlar 0:2 (0:1). Am Sonntag trafen sich die Gegner in Mainzlar zu einem Freundschaftsspiel. In der ersten Halbzeit ging Mainzlar in Führung. Sn der zweiten Spielhälfte entspann sich ein spannender Kamps. Trotz aller Anstrengungen gelang es Mainzlar, durch eine gute Vorlage das Resultat auf 2:0 zu erhöhen. Durch leichte äleberlegenheit der Mainzlarer war es dem Gast nicht möglich, das Ehrentor zu erzielen. Dank dem Tormann der Gäste, der fabelhafte Schüsse zu meistern verstand, wurde eine höhere Niederlage verhindert. Hausen II — Grüningen I 9:4 (4:4). Beide Mannschaften lieferten sich ein flottes Spiel. Hausen war schon von Spielbeginn an überlegen und konnte verdient hoch gewinnen. Das Vorspiel in Grüningen gewann Grüningen mit 4:1. 24. Gauiurniag im Lahn-Oünsberg-Gau. Die am Sonntag in. Lollar abgehaltene Jahreshauptversammlung nahm einen befriedigenden Verlaus. Der erste Vorsitzende, Herr D a u p e r t (Wie- seck) eröffnete die Tagung, der zweite Gauturnwart Wagner (Lollar) begrüßte die Teilnehmer im Namen des gastgebenden Vereins. Die im Anschluß daran erstatteten Berichte der Gaufunktionäre ließen erkennen, daß der Gau in der Zeit seines 25jährigen Bestehens ersprießlich» Arbeit geleistet hat. Einen guten Eindruck hatte das in Londorf abgehaltene Jubiläumsfest hinterlassen, bei dem verschiedene langjährige ehrenamtlich tätige Herren mit besonderen Auszeichnungen bedacht wurden. Das in Launsbach abgehaltene Bergfest erwies sich hinsichtlich der Teilnehmerzahl und der erzielten Leistungen als das größte nach dem Kriege. Einen starken Aufschwung hatte das Handballspiel im Gau zu verzeichnen. 31 Mannschaften trugen im verflossenen Jahre insgesamt 204 Verbandsspiele aus. Vorher standen nur 15 Mannschaften im Feld. Zur Zeit bestehen auch 6 Faustballmannschaften. Nach dem Bericht des Kassenwartes, dem Entlastung erteilt werden konnte, ist die finanzielle Lage des Gaues durchaus befriedigend. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die Orte der Veranstaltungen des nächsten Jahres festgelegt: das Gaugerätewett- turnen findet in Atzbach, der Gauwaldlauf in Erda, das Gaufest in Wieseck, das Schülerinnen- und Schülerturnen in Waldgirmes, das Bergfest am Fuße des Dünsberges, der Gausporttag in Odenhausen und das Gauwettschwimmen in Atzbach statt. — Der Gauvorstand wurde bis auf ein Mitglied wiedergewählt. Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugendspiele. 1. Iugend — VsR. Butzbach 1. Jugend 3:1 (2:0). Die körperlich bedeutend stärkeren Gäste versuchten die ihnen fehlende Technik durch Wucht und Härte zu ersetzen, die aber gar zu oft die Grenze des Erlaubten überschritten, so daß die Mannschaft einen recht unangenehmen Eindruck hinterließ. Daß es soweit kam, ist nur Schuld des Schiedsrichters, der stch scheute, von vornherein streng durchzugreisen. Gerade bei Jugendspielen darf im Interesse der Erziehung zu anständigen und fairen Sportsleuten hier keine Nachsicht walten. Sehr unsportlich mutete es an als nach Schluß des Spieles einige der Gäste den Gießenern recht verheißungsvolle Worte für das Rückspiel zu- rtefen, so daß man die Mannschaft nur mit größter Besorgnis nach Butzbach senden kann. Die Mannschaft von 1900 hat aber auf Grund ihrer besseren Spielweise verdient gewonnen. Die 2.1 u g e n b spielte gegen VfB. Marburg 2. Jugend in Marburg und konnte in einem schönen Spiel ein verdientes Unentschieden von 2:2 erringen. Die 3.1ugend verlor gegen SV. Wetzlar 2. Jugend hoch mit 1:9 (1:4). Wie schon vorausgesagt, hatte sie gegen den Gast nicht viel zu bestellen, aber trotzdem brauchte die Niederlage nicht so hoch auszufallen. Die 2. S ch ü ( e r spielten gegen SV. Wetzlar 2. Schüler 1:1. Man hatte sie als Sieger zurückerwartet. Der Sturm konnte sich aber gegen die bessere Verteidigung des Platzbesitzers nicht durchsetzen. IC. 1929 Klein-Linden. Die 1. Jugend des FC. Klein-Linden spielte am Sonntag gegen die 1. Jugend des DfR. Lich. Beide Mannsmaften waren mit großem Eifer bei der Sache. Die Licher waren den Gegnern körperlich weit überlegen, errangen aber doch nur durch zwei grobe Schnitzer der Klein-Lindener Verteidigung und des Tormanns einen knappen Sieg von 2:0. Die Schüler Klein-Lindens spielten mit 10 Mann gegen die Schüler von VsR. Butzbach und mußten eine Niederlage von 0:3 hinnehmen. Lemberger nicht bei Schalke. Der frühere internationale Mittelläufer der Sp.-Vg. Fürth, Ludwig Leinberger, wird nun doch nicht bei Schalke 04 spielen. Aus Westdeutschland wird gemeldet, daß er die Trainingsleitung beim VfB. Bottropp telegraphisch abgelehnt habe. Der Exfürther soll weiterhin zum Ausdruck gebracht haben, daß er zum deutschen Meister Hertha/DSC. Berlin gehen wolle. Die Leitung von Hertha will allerdings davon nicht unterrichtet sein. Wirtschaft. Noch keine Wiedereröffnung der Börse. WTB. Berlin, 4. Nov. Der Börsenvor- st a n d, Abteilung Wertpapierbörse, beschäftigte sch heute erneut mit der Frage der Wiedererösinung der Börse. Der Borstand berichtete über die Schritte, die zur Herbeiführung der Wiedereröffnung getan worden sind, und teilte mit, daß ein Erfolg in dieser Hinsicht trotz größter Bemühungen nicht erzielt werden konnte.- Der Börsenvorstand bekundete einmütig, daß der weitere Ausfall der Dörsenversammlun- gen zu unerträglichen Schwierigkeiten in der gesamten deutschen Wirtschaft führt. Wenn die Wiederherstellung des amtlichen Verkehrs nicht möglich sei, so müsse wenigstens die Oeffnung der Börsenräume erfolgen. Vach der heutigen Börsenvorstandesihung wurde eine Bekanntmachung veröffentlicht, in der die weitere Prolongation der Verpflichtungen vom 16. November auf den 10. Dezember mit dem Zwang für Abtragung eines weiteren Betrages der Differenzen angeordnet wird. Auch die Fälligkeit der Börsendarlehen ist auf den 10. Dezember hinausgeschoben worden. * Berg l e i ch s v e r f a h re n über die Darmstädter Volksbank eröffnet. Nachdem die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, wurde gestern vom Amtsgericht I in Darmstadt das gerichtliche Vergleichsverfahren über die Darmstädter Volksbank, G. m. b. H., eröffnet. Als Vertraucnsperson wurde Rechtsanwalt Dr. Schiff bestellt. * Der Eisenerzbergbau im Oktober. 3m Eisenerzbergbau des Lahn-Dillgebietes ist im Oktober gegenüber dem Vormonat ein weiterer erheblicher Rückgang in der Förderung eingetreten. Auch der Absatz hat sich weiter verringert. Die Aussichten für die nächsten Monate werden als äußerst trübe bezeichnet. * Stützungsaktion für Braugerste in S ü d d e u t s ch l a n d. Nach langwierigen Verhandlungen im Reichsernährungsministerium ist es den gemeinsamen Bemühungen der Bayerischen Landes- bauerntammer und des Staatsministeriums für Landwirtschaft, der Genossenschaften und des Handels gelungen, eine Stützungsaktion für Braugerste in die Wege zu leiten. In Süddeutschland, also in Bayern, Baden, Württemberg und Hessen, sollen in der Zeit vom 4. November bis 10. Dezember 48 000 Tonnen Braugerste zur Hälfte durch Genossenschaften und Handel eingelagert werden. Die Gerste ist bis zum 10. Februar 1932 vom Markte fernzuhalten. Der Aufkauf ist ohne Preisbindung für Handel und Genossenschaften am freien Markte zu tätigen. Oie deutschen Börsen. Festigkeit in Berlin. Berlin, 5. Nov. (WTB. Funkspruch.) Die unter dem Eindruck höherer Auslandmeldungen schon in den gestrigen. Abendstunden einsetzende Festigkeit übertrug sich auch auf den heutigen Verkehr. Die Aufwärtsbewegung der Kurse machte allerdings zunächst keine Fortschritte da die Spekulation infolge der unklaren politischen Lage und der Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen der Börsenvorstandsbesprechungen Zurückhaltung übte. Man erwartete heule Verkäufe zu Geldbeschaffungszwecken, da man bei dem schlecht sanierten Geldmarkt keine Lombardierungsmöglichkeiten für Effekten und somit keine andere Gelegenheit, sich Geld zu verschaffen, hatte. Später argumentierte man jedoch, daß diese Beträge überhaupt erst in etwa 10 Tagen fällig würden und gar nicht so groß sein könnten, wie man im ersten Augenblick angenommen hatte. Man ließ sich daher mehr von wirtschaftlichen Ueberlegungen leiten. So fand die Hausse an den internationalen Warenmärkten, speziell an der gestrigen Chikagoer Getreidebörse, stärkere Beachtung, da sie vielfach schon als Zeichen eines Umschwunges von einer Gelddeflation in eine Weltinflation zu werten sei. Man verwies aber auch auf die f e st e Haltung der deutschen Werte im Auslande, die ebenso wie die Bewegung der Mark ein Spiegelbild für das Vertrauen märe, das das Ausland in die deutsche Situation setze. Wesentlich sei auch der Umschwung in der französischen Meinung bez glich der turgfriftigen Kredite Deutschlands; denn man scheint nunmehr auch in Paris eingesehen zu haben, daß die Regelung dieser Kurzkredite in den allgemeinen Rahmen der Verhandlungen hineingehört. All diese Momente regten an und hatten ein im Vergleich zu den Vortagen etwas lebhafteres Geschäft zur Folge. Die Kurse der Hauptwerte zogen bis zu 2 Prozent an. Eine Ausnahme mochten eigentlich nur die Montanpapiere. Pfandbriefe lagen weiter im Angebot und gaben erneut bis zu 1 Prozent im Kurse nach. Lustlose Stimmung in Frankfurt. Frankfurt a. M., 4. Ncv. 3m heutigen Freiverkehr von Bureau zu Bureau herrschte recht lustlose Stimmung, da Anregungen so gut wie nicht 'Vorlagen. Die Meldungen von den Auslandplätzen lauteten nicht einheitlich, so daß in dieser Richtung keinerlei Anhaltspunkte für die Tendenzgestaltung gegeben waren; zu der geringen Unternehmungslust trug ferner bei, daß aus Neuyork infolge des gestrigen Feiertages keine Kursmeldungen Vorlagen. Das Ergebnis der Aussprache in Paris zwischen Laval und H o e s ch wurde mit ziemlicher Enttäuschung ausgenommen, da die Hoffnungen auf eine baldige Lösung der schwierigen Probleme noch immer als recht vage bezeichnet werden müssen. Verstimmend wirkten noch Gerüchte über Sanierungspläne bei den Vereinigten Stahlwerken. Gegen gestern waren bei mäßigem Geschäft durchschnittlich Kursrückgänge von 1—2 Prozent festzustellen. 3m großen und ganzen zeigte die Kursgestaltung keine Einheitlichkeit. Relativ gut behauptet lagen der Montan- und Dankenmarkt. Bei Renten drückt immer noch Angebot auf den Markt, so daß sich bei ebenfalls mäßiger Ilmsahtätigkeit Kursverminderungen um etwa 0,5 Prozent ergaben. Liquidationspfandbriefe lagen nicht ganz einheitlich. frankfurter SchlachtvichmarU. Frankfurt a. M., 5. Nov. Auftrieb: Rinder 104 Stück; Kälber 803, Schafe 467, Schweine 894 Stück. Es wurden notiert: Kälber, beste Mast- und Saugkälber 39—44, mittlere Mast- und Saugkälber 35—38, geringe Kälber 28—34; Schafe, Mastlämmcr, jüngere Masthämmel 27—30, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 22 26, fleischiges Schafvieh 17 bis 21; Schweine, vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 46—48, desgl. von zirka 200—240 Pfd. Lebendgewicht 44—48, desgleichen von zirka 160—200 Pfd. Lebendgewicht 43—47, fleischige Schweine von zirka 120—160 Pfd. Lebendgewicht 38—44. Marktverkauf: Kälber schlecht geräumt, Schafe ausverkauft, Schweine ruhig, ausverkauft. Lchwtinemarkt in Nidda. △ Nidda, 4. Nov. Der heute abgehaltene Martinimarkt hatte unter dem Einfluß des in diesen Tagen stattgefundenen Ortenberger Marktes einen viel geringeren Auftrieb an Ferkeln und Einlegern, als sonst. Trotz des mäßigen Angebots von 320 Stück und der großen Zahl von Marktbesuchern mar der Handel schleppend und die Preise blieben niedrig. Es wurden bezahlt je Ferkel im Alter bis 6 Wochen 6 Mark, bis 8 Wochen 8 bis 10 Mark, bis 10 Wochen 11 bis 12 Mark. Für etwa 13 Wochen alte Springer zahlte man pro Stück 18 Mk. Lchwcincmarki in Witzlar. # Wetzlar, 5. Novemb. Der gestrige Schweine markt war mit 182 Ferkeln und 21 Läufern beschickt. Die Nachfrage war recht lebhaft, der Handel flott. Es wurden bezahlt: Für 5 Wochen alte Ferkel 8—11 Mk., für 6—8 Wochen alte 12—14 Mk., für 9—10 Wochen alte 14 bis 15 Mk. je Stück. Sehr gesucht waren Läufer und Springer; sie kosteten je nach der Qualität 25 bis 45 Mk. je Stück. Der Markt wurde geräumt. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZH. -.November 5. November Amtliche Jlolitrung Amtliche Notierung Geld | Brie- Meld »rief Heijsngsor« . 8,19 8,21 8,19 8,21 Wien.... 58,94 59,06 58,94 59,06 Prag . . . Budapest . . 12,47 12,49 12,47 12,49 73,28 73,42 73,28 73,42 Sosia . . . 3,072 3,078 3,072 3,078 Holland . . 170,03 170,37 170,03 170,37 C61o . . . . 88,91 89.09 88,91 89,09 Kopenhagen. 90,91 91.09 90,91 91,09 Stockholm . 91.91 92,09 91,41 91,59 London. . . Buenos Aires 15,78 15,82 15,78 15.82 1,018 1,022 1,028 1,032 Ncuvorl . . 4,209 4,217 4.209 4,217 Brüssel. . . 58,74 58,86 58,74 58,86 Italien. . . 21,68 21,72 21,78 21,82 Pari? . . . 16,58 16,62 16,58 16,62 Schweiz . . 82,12 82,28 82,12 82,28 Spanien . . 36,91 36,99 36,91 36,99 Danzig. . . 82,37 82,53 82,37 82,53 Japan . . . 2,058 2,062 2,048 2,652 Rio de Ian.. 0,259 0,261 0,259 0,261 Jugoslawien. Lissabon . . 7,473 14.34 7,487 14,36 7,473 14,29 7,487 14,31 Banknoten. Berlin, 4. November Geld Bries Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58,58 58,82 Dänische Noten......... 90,72 91,03 Englische Noten......... 15,74 15,80 Iranzösische Noten........ 16,57 16,63 Holländische Noten ........ 169,66 170,34 Italienische Noten........ 21,66 21,74 Norwegische Noten........ 88,72 89,08 Deulsck> Oesterreich, 4 100 Schilling 58,68 58,92 Rumänische Noten........ 2,52 2,54 Schwedische Noten........ 91,72 92,08 Schweizer Noten......... 81,94 82,26 Spanische Noten....... . 36,78 36,92 Ungarische Noten...... . Reichsbankdiskont 8 v. h., Lombardzins uh 10 v. H. Besserung des Pfundkurses. Weiter guter Stand der Reichsmark. An den internationalen Devisenmärkten hat sich das Pfund, nachdem es sich schon vorgestern nachmittag erholen konnte, gestern weiter gebessert und stellt sich jetzt wieder gegen den Dollar auf 3,7431, nachdem es gestern morgen mit 3,7275 eingesetzt hatte. Im Amsterdam eröffnete es mit 9,25 fester, schwächte sich aber später wieder leicht ab auf 9,22. In Zürich befestigte es sich auf 19,1750, in Paris auf 95,25. Der Dollar lag gestern international leichter, in Amsterdam ging er auf 247,90, in Zürich auf 512,75 und in Paris auf 25,4225 zurück. Die Reichsmark hat sich gut behauptet, gegen das Pfund eröffnete sie gestern mit 15,6750 und schwächte sich später auf 158150 ab. In Amsterdam lag sie mit 58,85, in Zürich mit 121,70 fester. In Paris nannte man die Reichsmark nach mehrtägiger Unterbrechung mit 601 (letzter Kurs 598). Am Nachmittag konnte sich das Pfund zunächst weiter befestigen und zog bis auf 3.761/* gegen den Dollar an, doch wurde es später wieder etwas schwächer und ging auf 3,743/4 zurück. Gegen den Gulden stellte sich das Pfund auf 9,2950, gegen Zürich 19,1950 und gegen Paris 95,31. Der Dollar war am Nachmittag gut behauptet, der französische Frank war unverändert, dagegen neigte Madrid eher zur Schwäche. Die Reichsmark hielt sich unter Schwankungen gut, gegen das Pfund schloß sie 15,84V», in Amsterdam stellte sie sich auf 5.812V2, in Zürich auf 121Vr, in Oslo und Stockholm war sie besonders fest. Die Nord-Devisen waren weiter leichter, besonders Stockholm. Lrhebllchertlgung -eutscherpsundschulden Seit der Suspendierung des Goldstandards in England sind erhebliche Schuldentilgungen von deutscher Seite erfolgt. Die deutschen Banken und Geschäftshäuser ziehen es vor, ihre Akzeptkredite nicht zu erneuern, um den niedrigen Kursstand auszunützen und um Devisenrisikos auszuschalten. Neues für den Bücheriisch. — Edmund K i h: Die letzte Königin von Atlantis. Ein Roman aus der Zeit um 12 000 vor Christi Geburt. Leipzig 1931. Koehler & Amelang, Verlag. Geh. 3,30 Mk., Ganzleinen 4,80 Mk- (384.) — 3nmitten der Trümmer mächtiger Burgen und einer riesigen Sonnenwarte auf dem Hochland Boliviens in mehr als 4000 Meter Höhe fand Edmund Kiß, der Forscher, bei Ausgrabungen den Kopf eines jungen Gelehrten mit ausgesprochen nordischen Zügen. Dieser Fund weckte im Schriftsteller Kitz die Phantasie, und er schrieb die Geschichte vom Schicksal des jungen Astronomen Godda Apacheta, seinem kurzen Liebesglück mit der makellosen Tochter des Statthalters, die um seinetwillen die Krone von Atlantis ausschlägt und doch den letzten Atlantern, die sich als äeberlebende einer Weltkatastrophe auf den Azoren zusammenfinden, den Erben der Krone schenkt, ehe sie in ihre nordische Urheimat zurückkehren. Edmund Kitz tritt mit diesem Roman in die Fuhstapfen eines Georg Ebers, der vor mehr als 50 3ahren seine altägyptischen Studien in ähnlicher Form einer großen Gemeinde zugänglich machte. Auch wenn man von der wissenschaftlichen Grundlage der Fabel absieht, bleibt für den unvoreingenommenen Leser oder die Leserin ein spannender Roman, eine tragische Liebesgeschichte vor 14 000 3ahren ... auf dem düsteren Hintergrund einer Weltkatastrophe. — Billige Reclam-Bücher. Die wirtschaftliche Notlage macht leider vielen Tausenden den Erwerb von teuren Büchern unmöglich, ilnb doch braucht man gerade heute gute Lektüre so nötig wie das tägliche Brot, lieber die Krise hilft in erster Linie Selbstbesinnung, vertiefte Bildung, Kenntnis aller lebenswichtigen Gebiete hinweg. Sie sucht Reclarns llniversal- Bibliothek auch heute mit ihren billigen Büchern zu ermöglichen. Für 40 Pf. erhält man hier z. B. über folgende Gebiete erschöpfende Belehrung von den berufensten Fachmännern: „Deutsche Bodenreform", aus der Feder des Begründers der Bewegung A. v. Damaschke. „Frauenbewegung" von 3lse R e i ck e. „Naturgemäße Lebensweise" und „Psychoanalyse und 3ndividualpsychologie" von Dr. med. A. Brauchte. „Rassenkunde und Kulturkunde" von Prof. Walter Scheidt. ..Recht und Gesetz im täglichen Leben" von R. Beyer. „Der Völkerbund" von Dr. 3. S t r u n h. An aktuellen Büchern praktischer Belehrung sind u. a. neu erschienen: „Photographierbuch" von H. Kammerer. „K r a f t f a h r e r b u ch" von Dr. W. Weltstädt und Dr. R. Hey. „Reclams Garte n b u ch" von Karl Weinhausen. „Radiotechnik" von H. Lillge. lieber die Bedürfnisse des Tages hinaus werden durch die llniversal- Bibliothek die ewigen Gebiete der Dichtung und Philosophie erschlossen. 3n neuen Ausgaben liegen hier vor die wichtigsten Werke Nietzsches in Einzelausgaben und in einer vierbändigen Sammlung, neue Nachlaßbände von Schopenhauer, Werke über Nietzsche von A. B a e u m - l e r und K. Heckel, ferner neue Werke zeitgenössischer Erzähler wie Thomas Mann. 3akob Schaffner, 3osef Ponten, Arnold ll l i tz , Frank Thieß, Stefan Zweig u. v. a. (370) — A m Mikrophon ber Zeit. Lyrik-Anthologie 14 junger Autoren. 44 Seiten. Preis 2,50 Mk. 7. Veröffentlichung des Selbstverlags junger Autoren im Joachim Goldstein - Verlag, Berlin 1931. (367.) — Auch diese Anthologie übersteigt nirgends das mehr als bescheidene Niveau der früher hier angezeigten Veröffentlichungen des Verlages. Ein einziges Liebesgedicht von Richard D r e iv s mag herausgehoben werden; es hat Melodie und Gefühl. Alles übrige ist unbedeutend, großenteils nicht einmal druckreif. Selbstverständlich wird man von derartigen Veröffentlichungen keine dichterischen Offenbarungen ober Vollkommenheiten erwarten: aber irgendein Ansatz muß zu spüren sein, eine Hoffnung, ein neuer Ton, ber aufhorchen läßt —: wie sollten sonst berartige Sammlungen gerechtfertigt werben. Es ist bas alte Lieb: Jugenb allein bebeutet — in ber Kunst — noch gar nichts. (Verbreiteter Irrtum unserer Zeit.) Gesinnung ohne Gefühl unb Begabung ist — in ber Lyrik — wertlos. Frechheit ist nicht Genie, Banalität nicht Sachlichkeit. Auch Anthologien ber Jungen unb Jüngsten sind heute nur noch mit strenger Auslese unb unbestechlicher Kritik zu machen. —v— — Gottfrieb Holz: Der Tob bes Ado - nis. Novelle im Reisemosaik Siziliens. 151 Seiten 8°. Joachim Golbstein-Verlag, Berlin 1931. (366.) — — „Tribut-Justiz". Von Rüdiger Gras von der Goltz, Rechtsanwalt am Oberlandesgericht in Stettin. Brunnen-Verlag, Willi Bischofs, Berlin SW 68. Preis: Kart. 3 Mk., geb. 4,80 Mk. (368.) Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ber Schriftleitung.) Tierfreund in ber Plockskrahe. Wir empfehlen Ihnen, sich in biefer Angelegenheit an bie Polizei zu wenden. (Schluß bes redaktionellen Teils.) Aus der internationalen Zahnärzte-Tagung in Paris wurde eine altägyptische Schrift gezeigt, deren Inhalt bestätigt, daß man sich im alten Aegypten schon vor 6000 Jahren die Zähne putzte und den Mund gespült hat. Schon damals also hatten die Aerzte erkannt, wie wichtig Zahn- und Mundpflege ist. Die moderne Wijsenfcha t hat bestätigt, daß der Mund das Einfallstor gefährlicher Krankheitskeime ist und daß er deshalb täglich zweimal gereinigt werden muß. Als zuverlässiges Mittel hierfür ist Odol auch heute noch unübertroffen. 7447V Die neue Lesmone S 0 l 0 ® Auch ohne Mundstück, rund und dick ® Kcmzernfrei Noch so viele Worte machen eine Zigarette nicht besser, als sie wirklich ist. Ob die neue 50 10 tatsächlich so sehr gut ist? .... Überzeugen Sie sich selbst durch eine Probe. Wenn Menschen auseinandergehn Vornan von 3. Schaeider-Aoerstl. Vrheberrechtsschutz Verlag O. Meister, Werdau. 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten. ÄlS dieser ein paar Trostworte gesagt und gute Ratschlage gegeben hatte, riegelte Calderon die Türe hinter sich ab und fiel über das Bett. Ganz gleich, wenn man morgen früh statt eines Mannes ein totes Weib finden würde. Es war alle- aus! Alles I Aber Calderon starb nicht. Am andern Tag sah ihm -war ein gelbgrüneS Gesicht aus dem Spiegel entgegen, und er muhte sich wie ein Vichtbrüchiger vom Bett nach dem Waschtisch und von dort nach dem Kleiderschranke schleppen, aber der Mut zum Leben war wieder da, sogar ein ganz, ganz klein wenig Appetit und ein Durst nach frischer Luft und klarem Wasser. Er fand sogar ein schüchternes Lächeln, als er an den Flieger Tordy dachte. Schulter an Schulter halten sie einander gestreift. Der Pilot hatte ihm keinen Blick geschenkt. Der Friseurkünstler von London-City hatte also sein Bestes getan. „Richt einmal die eigene Mutter wird Sie erkennen", hatte er wiederholt versichert. Der kleine Spihbart, den er nun trug, war täuschend echt. Selbst Dr. Ley würde nichts daran au tadeln finden. Wenn Onkel Calderon ihn so sehen könnte! Als er die Treppe zum Promenadendeck hinaufschritt, prallte er mit einem Herrn zusammen, bei dessen Anblick Calderon einen Schwindel- ansall bekam, so dah der Fremde ihm rasch feinen Arm als Stühe leihen muhte. „Diese schreckliche Krankheit", tröstete eine Stimme, die Professor Török gehörte. „Gehen Sie an Deck, junger Mann, frische Luft ist das beste dafür." Seite an Seite ging er mit ihm die Stufen hinaus. Calderon muhte sie Schritt für Schritt nehmen. Seine Lungen lobten wie die eines Schwindsüchtigen. Török war ganz Teilnahme. Er deckte ihn fürsorglich mit feinem eignen Plaid zu, als sich der Kranke erschöpft in einen Stuhl fallen lieh. Man kam ins Gespräch und stellte sich gegenseitig vor. Der junge Calderon berichtete, dah er nach Göteborg fahre, um dort mit dem Forscher Bela Szengeryi zusammenzutreffen, da er sich dessen Expedition anschliehen wolle. „Das trifft sich gut“, freute sich Török. Szengeryi ist mein Schwiegersohn. Ich werde Sie ihm gleich persönlich überbringen.“ Die halbe Rächt lag Calderon schlaflos und wälzte sich von einer Seite nach der anderen. In der Kabine nebenan wohnte fein Tater. Er strich mit fachten Händen die Wand herab, hinter der jener schlief. Wie grau er geworden war! Und wie still! Das Leid, das er erfahren hatte, sprach aus den Augen und schwang im Tonfall seiner Stimme mit. Die Rordsee spie giftgrünen Schaum gegen den Dampfer, dah die Wogen klatschend gegen die Blanken fuhren und über Deck rollten. Die Maschinen im Kesselraum liehen ein drmpfes Summen hören. Bon nebenan kam ein Stöhnen. Calderon richtete sich in den Kissen auf und lauschte. Es blieb alles ruhig. Rur die Turbinen stampften und die Wasserberge schlugen über das Schiff. Es rollte und gluckste, als bringe das gefahrbringende Element durch alle Ritzen und Fugen. Run wieder ein Stöhnen. Der Vater war krank! Sehr krank vielleicht! Calderon fuhr in fein seidenes Pyjama, knüpfte hastenden Fingers die Verschnürung über der Brust und lief in Pantoffeln auf den schmalen Korridor, in dem matt verhangene Lichter brannten. Er klopfte und lauschte und als kein« Antwort kam, trat er ohne weiteres über die Schwelle der unverriegelten Tür. Professor Török sah an dem kleinen Schreibtisch und hatte Briefschaften vor sich ausgebreitet. Er warf einen erstaunten Blick nach dem Eindringling, dann schob er die Papiere zur Seite und ging ihm einige Schritte entgegen. „Womit kann ich Ihnen dienen, Mister Calderon?“ „Ich habe Sie stöhnen gehört und dachte. Sie brauchen Hilfe." Das abbittende Lächeln, das dabei im Gesichte des jungen Mannes stand, gewann ihm Töröks Sympathie. „Cs ist lieb von Ihnen, Mister Calderon. dah Sie sich deswegen herüber bemühten. Bitte!" Er zeigte nach dem kleinen Sofa und lieh sich wieder in feinen Echreibtifchstuhl nieder. „In der Tat — ich habe gestöhnt. Ich konnte nicht wissen, dah ich Sie dadurch aus Ihrer Ruhe stören würde." „Sie haben mich nicht gestört. Es hat mich nur geängstigt." „Das tut mir leid.“ „Ich möchte Ihnen so gerne helfen, wenn es ginge.“ Es war so knabenhaft schüchtern gesprochen. dah Töröks noch übriggcblicbene Reserve verschwand. „Ich leide nicht körperlich, Mister Calderon. Rur meine Seele ist krank. Ich sagte Ihnen bereits heute morgen, dah ich auf dem Wege nach Göteborg bin, um dort meinen Schwiegersohn zu treffen, dem mein einziges Kind Frau gewesen ist. Gewesen ist, lieber Calderon. Denn meine Tochter fand den Tod in den Fluten des Meeres. Sie ist freiwillig gegangen.“ „Freiwillig", zitterte die junge Stimme nach. Erst nach einer langen Weile sprach Török weiter: „Eie hat sich von ihm vernachlässigt geglaubt. Zu wenig geliebt! Sie war erst zwanzig Jahre. Cs läht sich nichts mehr daran ändern. Aber mein Schwiegersohn ist darüber zerbrochen. Ich habe das Gefühl, dah ich ihn jetzt in Göteborg das letztemal sehe" werde. Darum bin ich von London, wo ich Vorträge gehalten habe, auf das Schiff gegangen, um noch einmal mit ihm zusammen zu sein." Ein unbeherrschtes Aufschluchzen vom Diwan her lieh Török erschrocken innehalten. „Ich konnte nicht wissen, dah meine Mitteilung Sie so schwer erschüttern würde. Mister Calderon. Die Seekrankheit schwächt di« Rerven ungemein und macht sie über Gebühr erregt. Sie werden das noch lange verspüren. Vergessen Sie, was ich Ihnen sagte. Jedenfalls bitte ich Sie, mit meinem Schwiegersohn nicht darüber zu reden." Calderon schüttelte den Kopf, fuhr sich, ohne die Drille abzunehmen, mit dem Taschentuch über die Augen, stammelte ein „Gute Rächt!" und drückte dann die Kabinentüre geräuschlos hinter sich ins Schloh. Török hörte ein leises Weinen durch die Wand herüber. Am nächsten Morgen fand er den jungen Irländer auf Deck, wie er nach einem dunklen Punkt starrte, der sich am Horizont abhob. Man näherte sich der Küste. Göteborg lag in praller, gleihender Epät- nachmittagssonne. Hunderte von Felsen lagerten vor der fjoröartigen Mündung der Götalf und hielten die donnernden Brandungswogen aus, die der Rordost ununterbrochen heranpeitschte. Eine halbe Stunde noch, dann landete der Dampfer in dem großen Hafen mit feinen Docks. Werften Speichern und ungezählten Lager- schuppen. Calderon, der bis zu diesem Zeitpunkt Töröks Gesellschaft auffallend gesucht hatte, war nun bestrebt, sich von ihm loszumachen. Aber wo und wie er auch unterzutauchen suchte, immer wieder wußte ihn der Professor aufzufinden. „Ich möchte nicht gerne bei der Begrüßung mit Ihrem Schwiegersöhne stören", sagte der junge Mann bescheiden und war in der nächsten Minute tatsächlich in dem Gewühl der Passagiere verschwunden. Diesmal suchte Török vergeblich. Er fand es taktvoll von dem jungen Irländer. Am Abend würde man sich dann schon treffen. Von dem Menschenwall gedeckt, der sich bis dicht an die Steinguadem der Mole drängte, spähte Calderon, der als einer der ersten da- Schiff verlassen halte, nach Török aus. Der Professor stand noch an Deck und überflog suchend die Gesichter der Wartenden. Dann ein Rame, der Calderon zusammenschrecken ließ. „Bela!" „Vater!" Dicht hinter ihm hatte es eine Stimme gerufen. Und nun drängte sich ein schlanker, dunkelgekleideter Herr mit abgenommenem Hut durch die Menschenmassen. An beiden Schläfen leuchtete ein Streifen stark ergrauten Haares. „Das ist er ja gar nicht. Das ist ein anderer! Muh ein anderer sein!" — Calderon biß die Zähne in das Taschentuch und schluckte in Verzweiflung Heber die Schuller einer Dame hinweg sah er, wie Török Szengeryi in die Arme schloß und er hörte was dieser sprach: „Ich mußte dich sehen, mein Junge! Mein Telegramm hast du doch erhallen?" „Ja, vor etwa einer halben Stunde. Ich bin aber trotzdem noch zurecht gekommen, wie du siehst. Ich danke dir, daß du die Mühe nicht gescheut hast. Wir sind alle vollzählig bis auf einen jungen Irländer " Blitzschnell duckte sich Calderon hinter dem massigen Rücken eines Mannes, denn Török hielt mit suchenden Augen nach ihm Umschau. „Er ist mit an Bord gewesen. Ein gewisser Mister Calderon, nicht wahr?" „Ja. Es ist mir angenehm, dah er so pünktlich ist. Ich hätte nicht auf ihn warten können. Die Abreise ist unwiderruflich für übermorgen festgesetzt." Dem Kraftwagen, der Török und Szengeryi zum Hotel trug, folgte ein zweiter. Der Boy rih hastig die Schläge der beiden Wagen auf. Calderon wartete etwa- mit dem Aussteigen und trat dann nach d:n beiden Herren durch den Windfänger. Er atmete auf, als er diese eben in den Lift steigen sah. Rach Erledigung der Formalitäten mit dem Portier stieg er langsam di« Trepp« mit dem schweren Plükchläufer hinauf. Roch eine Stunde, dann war die Frist zu Ende. Dann--- Ein Gewirr von Stimmen surrte ihm entgegen, al- er gegen* acht Uhr abends in den groben Epeisesaal trat. An der mächtig langen Tafel sah eine Reihe Menschen, die mit einem wahren Heihhunger Lachs und Renntierschinken aßen, Hummermayonnaise. Krebse und Eier verzehrten. Sardellen und Sardinen. Wurst, Schinken, Butter. Käse, als wäre eine jahrelange Hungersnot im Lande gewesen und heute der erste Tag. an dem es sich wieder falt werden lieh. Dazwischen wurde SchnapS getrunken. Aguavit, Genever, Äom. Kümmel, schwedischer Punsch, feltener «in Kaffee oder Mineralwasser. Calderon wartete geduldig, bis sich ein Platz für ihn fand. 8r fühlte eine Hand auf seiner Schuller und wandte das Gesicht. Török stand mit einem Lächeln hinter ihm. „Haben Sie meinen Schwiegersohn schon gesprochen? Rein? Roch feine Gelegenheit gehabt? — Kommen Sie! Wir sitzen an der Ecke dort. Ich habe ihm schon von Ihnen erzählt." Das Licht im Epeisesaal war diskret gedämpft. Trotzdem erschien e- Calderon, als schössen Bündel tausendkerziger Brände über ihn hin. die jede Muskel seines Gesichtes ,ede Partie seines Körper- erbarmungslos freigaben und ihm die Maske vom Antlitz rissen, dah er hilflos, wie in Racktheit vor Szengeryi stand. Aber alle Furcht war unbegründet. Der Forscher sah an einem der kleinen, runden Tische, ein halb geleerte- GlaS CiSwasser vor sich. AlS Török mit dem jungen Manne auf ihn zutrat, unterbrach er da- Gespräch, daS er mit zwei anderen, bei ihm sitzenden Herren geführt hatte. Rach Töröks Vorstellung reichte er mit einem prüfenden Blick die Hand über den Tisch, fühlte, toi« die Richard Calderon- leise zitterte und hielt sie für einen Moment fest. „Ich hoffe, daß toir unS gut verstehen werden, Mister Calderon. Wie geht eS meinem Freund« Tordy? Hat er noch sehr unter den Folgen de- SturzeS zu leibenT* Der junge Mann verharrt« für eine Weile vollkommen lautlos. ..Bela", wollte er sagen, „Dela!" Er verspürt? einen Krampf in der Herzgrube und «in Drücken und Würgen in der Kehle. Dunkle Flammen Blutes standen ihm im Gesicht und blaßten dann langsam ab. „Tordy geht es ziemlich gut." Run die ersten Worte gefallen waren, hatte er da- Schlimmste hinter sich. Szengeryi trug keinen Gedanken, dah jemand anderes unter der Maske Richard Calderon- neben ihm sah. Vr bestellte Whisky, um sich etwas zu betäuben. und nahm an der Unterhaltung teil. Alle-, was Szengeryi seinerzeit über seine Forschungsreise gesprochen hatte, stand wieder im Gedächtnis auf. Eo waren weder Calderon- Fragen, noch die Antworten, di« er geben muhte, irgendwie ungeschickt. (Fortsetzung folgt.) 3 Stück 78 .15 Schachtel. Bohnen weiß...Pfund 34,16 Spritz-Gebäck...y4 Pfund 25 Gekochter Schinken. '/. Pfund 40 V 26 45 ... .Pfund 10 Stück Limburger Käse 20% Fettgehalt, % Pfund 13 Schweizer Käse . y4 Pfund 30 Edamer Käse 40% Fettgehalt. % Pfund 19 Feinster Streichkäse Bückinge fett und zart............ Holländer Vollheringe....... Milchner Vollheringe......... Rollmops, Bismarckheringe Gelee- und Bratheringe .. .1-Liter-Dose SCHADEJÜLIGRAB 5% Rückvergütung Linsen Pfund......46,30,16 Erbsen gelb, mit Sch,.. Pfd. 18 Blut- und Leberwurst Pfund................ 68 Mettwurst welch, Pfund 1.30 y4 Pfund 33 Plockwurst ganz, Pfund 1.40 y4 Pfund 35 Zervelatwurst ganz, ptd. 1.60 y4 Pfund 40 Kokos-Makronen..y4 pfd. 24 Tee-Gebäck.....y4 ptund 30 ‘Mmwh. Pfennig. jü viel aÜMeleH Deshalb bei S»F kaufen Stets frisch von See „5 Polat., stahl- a- uril Mitteldeutschlands. — Nur gewandte Verkaufskräfte, männlich ob. weiblich, die Verkaufserfolge auf dem Gebiete Staubsauger, Nälnnafchinen, Lchnellwaagen usw. Nachweisen können, wollen tbre Bewerbung cmreichen unter F. C. 4 155 an Bnd. Hosse, Frankfurt 1. bis »um 9.XI.31. Hamb. Kaffec-Imvort-Firma sucht rühr. Vevsdntttbkett , ,...v f. d. Nebern, e. KasfeevertriebSstelle. Ev. a. nebenberusl. Hobe Vrov. u. b. entfor. Erfolg feite Anstell. Cff. unt. H. 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Kirchner Blutarmut, Bleichsucht, eSchwächezustända» loerden er/ofyrercA SrnJer/feinnc/is- JlfufaTkaje/i/iaAzu/ig. Zu haben nur in der 42MV Ingel-Apsthshs, am Harkt»!et« nr.26< fht3l litfetntr i' fit 2JD Ai- IM °ud Üntntin siolgt \ Stritt eittr5aet' flnidinft ptl jrflffsrt Berti« Atichsd Trjtn DtV viljt Dr. :rd)tn (Int seit Ojptr unii irtKnönmn stordening 3n ver 1'1* kren twt Nr [I tr I ’ tnb Soll I I Ich« 8ot ftujfion ui ! impft der [ V < f d} 1 u f I otiren, die ■Nrobtumin I vng stehen Msvwirkung j : f Aktion; BH Äabinrt I 8n yi Mii F *tn