nr. 207 Erster vlatt 181. Zahrganq Samstag, 5. September 1931 Erschein» lüg lich, außer Sonntags und feiertags. Beilage!: Vie Illustrierte Gießener $amilienbl4tter Heimat im Bild Die Scholle. IHonats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trüge» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 5er>sprechai»schlüste ■nterSammemummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Bnjelger rieste». Postscheckkonto: SroHffurl am main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvS vnd Verlag: vrühl'sche Univerfilütr-Vuch. und Skinömderci H Lange tu Ließen. Schristlettung und GeschSflrstelle: Zchulftratze 7. Annahme oon Snjeige« für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Vrt > m i mm Höhe für Anzeiqen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne« klameanzeigen von 70 mm Brett, 35 Neichspfennig, Platzoorschrift 20',. mehr. Chefredakteure Dr. Fnedr. Wilh. Lange, verantwortlich für 'Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Or H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Ma^ Filler, sämtlich in Dietzen. Oer Rückzug. (Ein Fähnchen ist schneller an die Stange gebunden als in Ehren wieder heruntergeholt. Das . hat die deutsche Außenpolitik an jenem schwarzen 3. September zu fühlen bekommen, als sie vor dem Europaausschuß in Genf aus einer schon seit Monaten hossnungslos verfahrenen Lage in letzter Stunde d»e Folgerungen zog, um wenigstens das Gesicht zu wahren, als ob sie noch über ihre Handlungsfreiheit verfuge und nicht vielmehr ihre Bastionen von Frankreichs silbernen Kugeln langst nie- dergelegt seien. Und die Gegenseite war gnädig ge- ung. wenigstens auf der Buhne zum Parkett der öffentlichen Meinung hin kein Spielverderber zu sein, nachdem sie hinter den Kulissen auch die Rollenmanuskripte für Curtius und Schober kräftig redigiert hatte. Nur keine neue Illusion, als ob wir das Projekt der deutsch-österreichischen Zollunion mit gutem Gewissen zurückslcllen konnten, weil sich nun endlich für einen europäischen Wirtschaftsausbau auf ■ breiterer Grundlage eine günstigere SUuation ergeben habe und wir leichten Herzens auf ein eng- begrenztes Projekt verzichten konnten „zugunsten oon Plänen allgemeineren Charakters". Wollten wir diese Gedankengänge ernst nehmen, die man den Vertretern Oesterreich» und Deutschlands zur Verschleierung ihres Rückzuges in den Mund gelegt hat. kämen wir aus einer gefährlichen Selbsttäuschung in die andere. Die Medizin mit dem Etikett „Zum innerpolitischen Gebrauch", die man Curtius in Genf einhändigte, bleibt eine bittere Pille, wenn sie dem Patienten auch verzuckert gereicht wird. Sie darf uns nicht den Blick trüben für die wahren Zusammenhänge, denen wir diese schwere diplomatische Niederlage unserer Außen- Politik zu verdanken haben. Wir sind weist Gott nicht in der glücklichen Lage, uns noch einmal ein solches Debakel leisten zu können. Politik ist die Kunst de» Möglichen und unsere außenpolitischen Möglichkeiten sind eng begrenzt. Diese Grenzen zu iehen und sich keine Blöße zu geben, die uns so chweren Hieben aussetzen muß. wie man sie uns in ien letzten Monaten zufügen konnte, das ist das erste Gebot einer klug vorausschauenden Außen- Politik, die ohne Rücksicht aus ein stets törichtes »nnerpolitisches Preftigebedurfnis die gegebene machtpolitische Situation wägt und jeden Fußbreit Boden sorgfältig abtastet, ehe sie einen Schritt wagt, der den Weg ins Freie ebnen kann, aber in den Abgrund sührt, wenn nicht alles so vorbereitet ist. daß der erste Schritt gelingen muß und auf festen Grund sührt. Man kann beim besten Willen nicht behaupten, daß alle diese in der prekären Lage Deutschlands und Oesterreichs doppelt gebotenen Vorsichtsmaß. regeln getroffen waren, als am 19. März 1931 die Welt durch einen Briefwechsel zwischen Schober und (Eurtms mit einem Protokoll überrascht wurde das die Richtlinien für einen „Vertrag zur Angleichung der zoll- und handelspolitischen Verhältnisse ihrer Länder" — in unser geliebtes Deutsch übersetzt f ü r eine deutsch • österreichische Zollunion enthielt. Der Gedanke einer solchen Zollunion läßt sich bis in die 3ahre vor Ausbruch des Weltkrieges zurück verfolgen, unter der neuen Konstellation nach dem Zusammenbruch mußte naturgemäß besonders Oesterreich die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Vereinigung mit einem anderen Staat, und zwar nach Möglichkeit mit einem solchen mit überwiegend industrieller Produktion als drängend empfinden. So war auch Oesterreich auf allen internationalen Konferenzen, namentlich auch im Völkerbund der Fürsprecher für solche zollpolitischen Abmachungen. Doch weder auf der Weltwirtschaftskonferenz 1927 noch in Verfolg des Briandfchen Paneuropaplans kam es zu konkreten Beschlüssen. 1930 schlug der damalige österreichische Bundeskanzler Schober bann wenig- ftens den Abschluß regionaler Verträge vor, und als der Wirtschaftsausschuß des Völkerbundes das Scheitern einer Zollfriedenskonoention konstatieren mußte begann Oesterreich auf eigene Faust zu Han- dein. Die Initiative ist also wohl, soweit es bekannt geworden ist, oon Wien ausgegangen und die Anregung Schobers in Berlin auf fruchtbaren Boden gefallen. Man muh Jagen begreiflicherweise, denn kein zweiter Groß taat leidet ähnlich wie das im Herzen Europas gelegene Deutschland unter der wirtschaftlichen Zersplitterung des europäischen Kontinents und das um fo mehr, als das Versailler Diktat Deutschland zwingt, die ihm auferlegten Reparationen durch feiner Hände Arbeit abzutragen, also durch Ausfuhr feiner Erzeugnisse, der das Aus- land in wachsendem Maße sich durch Errichtung hoher Zollmauern zu verschließen sucht. Nur fortschreitende Vergrößerung der Wirtschaftsgebiete konnte der Tendenz zur Wirtschaftsautarkie kleiner und kleinster Wirtschaftsgebiete entgegenwirken. Einen Weg zur Erreichung dieses Ziels sah die österreichische und die deutsche Politik, nachdem die Bemühungen um eine alle Staaten umfassende Regelung gescheitert waren, in dem Abschluß von Zollunionen kleiner, wirtschaftlich aufeinander angewiesener Gruppen. Der erste Schritt dazu sollte die deutsch-österreichische Zollunion sein. Um sie oon vornherein als einen solchen ersten Schritt zu charakterisieren, besagte der einleitende Artikel des zwischen beiden Staaten vereinbarten Protokolls, der Vertrag solle „dazu dienen, den Anfang mit einer Neuordnung der europäischen Wirtschastsver- hältnisie auf dem Wege regionaler Vereinbarungen zu machen". Und weiter erklärten beide Länder sich bereit, „auch mit jedem anderen Lande auf dessen Wunsch in Verhandlungen über eine gleichartige Regelung einzutreten". Das Protokoll, das soviel Staub aufwirbeln sollte, war also von gut europäischem Geiste diktiert worden, es hatte nur das Unglück, gründlich mißverstanden zu werden. Man schob ihm Absichten unter, die ohne Zweifel die Derfasier des Protokolls nicht gehabt haben. Aber das Stichwort genügte, Oesterreichs Hilfegesuch vor dem Völkerbundsrai. Schobers Dank an den 2Raf. - Das Gesuch wird dem Finanzausschuß überwiesen. Genf, 4. Sept. (LU.) Der Völkerbund»- rat trat Freitagnachmittag unter dem Vorsitz des spanischen Außenministers Lerrour zu einer Sitzung zusammen, um das vor einigen Wochen eingeretchte Gesuch der ö st erreich i- schen Regierung auf Prüfung der wirtschaftlichen Lage Oesterreich- und Durchführung finanzieller Sanierungsmaßnahmen zu beraten. Die Außenminister von Deutschland, Italien und Polen nahmen an der Sitzung teil. Die französische Regierung war durch Finanzminister Flandin vertreten. Aus Ersuchen deS Ratspräsidenten nahm der österreichische Außenminister Schober am Rat-tisch Platz. Der norwegische Berichterstatter schlug unter Hinweis auf den dringenden Charakter deS österreichischen HilsegesucheS dem VölkerbundSrat vor, den Antrag der österreichischen Regierung unverzüglich dem Finanzausschuß des Völkerbünde- zur Prüfung zu überweisen. Der österreichische Außenminister Schober gab sodann auf Ersuchen deS Ratspräsidenten in englischer Sprache folgende Erklärung ab. Die schwere finanzielle und wirtschaftliche Krise, unter der Oesterreich leidet, ist bekannt, um so mehr al» unmittelbar auf Oesterreichs Ersuchen an den Völkerbund hervorragende Mitglieder de» völkerbundssekrelariat» Wien zu dem Zwecke besucht haben, persönlich einen allgemeinen lleberblick über die gegenwärtigen Verhältnisse in meinem Lande zu gewinnen. Ich halte es für meine Pflicht, den Dank der österreichischen Regierung sowie meinen persönlichen für die Bereitwilligkeit auszusprechen, mit der der Völkerbund das Ersuchen Oesterreich» ausgenommen hat, sowie für die rasche Durchführung. die nunmehr da» diese Woche tagende Fi- nanzkomitee In die Lage verseht, sich mit der österreichischen Frage zu befassen. Da wir die Absicht haben, schon in den allernächsten Tagen dem Völkerbunde alle» zweckdienliche Material vorzulegen, erachte ich e» al» überflüssig, Ihre Geduld durch eine detaillierte Darstellung übermäßig in Anspruch zu nehmen. Eine Tatsache nur möchte ich hervor heben: In der Zwischenzeit hat die österreichische Regierung bereit» ernste L r - sparnismahnahmen ergriffen und ein umfassende» finanzielle» Programm vorbereitet, da» dem Finanzkomitee vorgelegt werden wird. Diese» Programm soll Sie davon überzeugen, daß Oesterreich fest entschlossen ist. alle» im Rahmen seiner eigenen Kräfte zu tun, um s i ch s e t bst zu helfen. 3n dem Bewußtsein aber, daß die Zusammenarbeit mit den anderen europäischen Staaten und dem Völkerbund erforderlich ist, um die gegenwärtige Krise zu überwinden, hat die österreichische Regierung den Zeitpunkt für gekommen erachtet, die Aufmerksamkeit de» Rates auf die Lage Oesterreich» zu lenken. 3 n dankbarer Erinnerung an d i e be- reitssrühergewährte Hilfe habe ich die Ehre, den Rat zu bitten, da» Ansuchen der österreichischen Regierung an da» Finanzkomitee leiten zu wollen. Der italienische Außenminister ® t a n b i gab sodann eine kurze Erklärung ab, in der er den Antrag deS Derichterstatters auf Ucbcrtoeifung deS österreichischen HilfegesucheS an den Finanzausschuß des Völkerbundes warm u n t e r st ü h t e. Der Dölkerbundsrat beschloß ohne weitere Aussprache die Ueberweisung des österreichischen Ail- segesucheS an den Finanzausschuß oeS VölkerbundeS. Die Erklärung Schober- hat in weitesten internationalen Kreisen einen peinlichen Eindruck beroorgerufen. ES wird übereinstimmend daraus hingewiesen, daß nach der schweren Rieder- l a g e der österreichischen Regierung in der Ratssitzung vom Donnerstag und der erzwungenen Zurückziehung deS Zollunion-- plane - der tag- daraus von Schober dem Völkerbünde ausgesprochene besondere Dank wenig am Platze erscheint. Besonder- auf- sallend war, daß sich Schober entgegen den sonstigen Gepflogenheiten nach der Mebcrtoclfung de- österreichischen Hils-gesuch- an den Finanzausschuß von seinem Platze erhob und dem Präsidenten de- Rate- die Hand schüttelte. Diese- ungewöhnliche Zeichen der Dankbarkeit ist allgemein mißverstanden worden. Oie Belohnung für den Verzicht. Sranfreid? übernimmt die von England gewährte 150 Millionen Anleihe. Gens, 4. Sept. (WTD^) Der Gegenstand, zu welchem Schober in der Rachmittagssitzung de- Dölkerbund-rat- da- Wort ergriffen hat, betrifft da- im August d. 3. von der österreichischen Regierung gestellte Ansuchen an den Völkerbund. Die österreichische Regierung ist von der Erkenntnis ausgegangen, daß die gegenwärtige Krise mit eigenen Mitteln nicht bekämpft werden kann. Der Völkerbund hat eine Information über Oe st erreich eingezogen, indem er zwei Mitglieder de- Sekretariats, die Herren A v e n o l und L o v e d a y, nach Wien entsandt hatte. Runmehr wurde das österreichische Ansuchen in die Tagesordnung deS DölkerbundSratS ausgenommen. Oesterreich erwartet von der Intervention des Dölkerbundes bzw. des Finanzkomitees lediglich eine moralische Unterstützung für eine künftige Anleihetransaktion, die vorgenommen wird, sobald die Kapitalmärkte wieder aufnahmefähig fein werden. Die viel genannte Frage derSmis - sion von 15 0 Millionen Schilling österreichischer Schahfcheine hat mit der heutigen Befassung de- Völkerbünde- nicht- zu tun. Die Begebung dieser Anleihe ist, soweit Kontrollstellen zu passieren waren, bereit- bewilligt. Au- Kreisen der französischen Abordnung erfährt die Telegraphen-Union. daß für die kommende, von der Wiener Regierung beim Völkerbund beantragte internationale Anleihe für Oesterreich ein Betrag von 500 Millionen Schilling vorgesehen ist. Dieser Betrag soll auf den Kapitalmärkten verschiedener Staaten ausgenommen werden. Die Dank von Frankreich soll sich ferner bereit erklärt haben, den von Oesterreich der Bank von England geschuldeten Betrag von 15 0 Millionen Schilling, der seinerzeit zur Sanierung der Oesterreichifchen Kreditanstalt gewährt wurde, zu übernehmen, und zwar in Anrechnung auf die kommende internationale 500-Millionen-Lchillinganleihe. Die näheren Bedingungen der Anleihe werden unverzüglich vom Finanzausschuß deS Völkerbünde- au^gearbeitcL Das Urteil des Haager Gerichtshofs. Oie Zollunion wird mit dem Genfer Protokoll für unvereinbar gehalten. Oer Spruch wurde mit acht gegen sieben Stimmen gefällt. Genf, 5. Sept. (TU. Drahtmeldung.) Das Gene- ralfcfretariat de» Völkerbunde» veröffentlicht heute um 10 Uhr da» Gutachten de» Haager Gerichtshöfe» über den deutsch-österreichischen Zollunion»plan. Da» Urteil hat folgenden Wortlaut: „Der Haager Gerichtshof beschließt mit acht gegen sieben Stimmen: Lin Zollregime zwischen Deutschland und Oesterreich auf der Grundlage und in den Grenzen de» Protokoll» vom 19. März 1931 ist nicht vereinbar mit dem Protokoll Jlr. 1, gezeichnet in Genf am 4. Oktober 1922." Diese» Gutachten ist gleichzeitig in englischer und französischer Sprache abgefaßt. Der französische Text gilt al» authentisch. Gez.: Präsident Adatschi. Gez.: Generalsekretär hamerskjötd. Der endgültige Te?t deS Haager Gutachten- ist erst gestern fertig g e st e l l t worden. Da feine Vervielfältigung nicht mehr rechtzeitig auf einmal durchzuführen war, mußte fie in zwei Teilen erfolgen. Dom ersten Teil des Textes der Haager Entscheidung hat der Schriftführer de- Haager Gericht-Hose- um in Frankreich die Anschlußpsychofe zu Tobsuchts- anfällen zu steigern, in der Tschechoslowakei von wirtschaftlicher Vergewaltigung zu fabeln und auch in Italien die Stirn ungnädig zu runzeln. Auch perfönliche Momente blieben nicht aus. Aristide Briands, des „Großen Europäers" Eitelkeit war cmpsindlich gekränkt, daß dieses Zollunionsprojekt vielleicht seine eigenen Kreise stören könne, womöglich ihn um den Ruhm bringen könne, einst als Vater Paneuropas gefeiert zu werden. Dahinter standen jedoch sehr handgreisliche wirtschaftliche und politische Gründe, die in erster Linie Frankreich veranlaßten, alle Minen springen zu lassen, um das ihm unbequeme Projekt aus der Welt zu schassen. (Eine deutsch-österreichische Zollunion mußte naturgemäß für die Agrarländer des Südostens, nament- lich für Ungarn, Rumänien, Südslawien eine starke Anziehungskraft ausüben. Auch die Tschechoslowakei muhte sich die Frage vorlegcn, ob nicht in einem Anschluß an diesen entstehenden großen mitteleuro- päischen Wirtschastskörper größere Vorteile lägen, als in der Isolierung. Eine solche Entwicklung konnte also von der wirtschastlichen Seite her das politische System Frankreichs, auf dem feine Hegemonie beruht, in feiner ganzen Flanke aufreiben, zum mindesten bedenklich lockern. Wenn, was an- zunehmen ist, auch Curtius und Schober diese macht- politischen Auswirkungen ihrer Zollunionspläne nicht fremd geblieben waren, hatten sie doppelt und dreifach die Pflicht, eine ft arte Gegenaktion in ihre Rechnung einzustellen und sich über die Mittel klar zu fein, die ihnen zur llebcrroinbung dieses Widerstands zur Verfügung standen. Sie haben sich jedoch ganz offensichtlich nicht nur über die psychologische Wirkung ihrer Aktton ein unzulängliches Bild gemacht, sondern sich auch über die Starke der mobilisierten Gegenkräfte einer schweren Täuschung hingegeben. Diesen Vorwurf wird man dem Leiter der deutschen Außenpolitik und dem österreichischen Vizekanzler nicht ersparen können, wenn man ihnen auch zugute halten map, daß das Ausmaß der Wirtschaftskatastrophe, die seitdem Deutschland und Oesterreich in ihren Fundamenten erschütterte, auch andere überrascht hat. Wobei wieder festgestellt werden muh, daß Ursache und Wirkung schwer zu trennen sind, denn es liegt klar auf der Hand, daß die französische Gegenaktion, die an jenem 19. März, dem tage der Verkündung des deutsch-österreichischen Zollunionsprojekts, einsetzte, dem Stein, der auf die deutsche Kreditstellung schon im Anrollen wär, einen kräftigen Schub nach vorwärts gegeben hat. Frankreich versuchte es erst offiziell mit lieber» rebung und Einschüchterung, während die Presse schon mit gröberem Geschütz auffuhr. Der Vertrag von St. Germain und daS Genfer Protokoll vom 4. Oktober 1922, das Oesterreich hatte unterzeichnen müssen, um eine Völkerbundsanleihe zu erhalten, wurden in- Treffen geführt, um die völkerrechtliche Haltlosigkeit einer deutsch-österreichischen Zollunion unter Deweis zu stellen. Aber Frankreich wartete den Ausgang dieses juristischen Verfahrens, dem sich Curtius und Schober unterworfen hatten, nicht ab, es schien ihm zu langsam und in hohem Grade unsicher. Zuverlässiger waren seine silbernen Kugeln, mit denen es nun das Vorfeld zu beschießen begann, bevor das Dombardement auf die Festung selber eröffnet wurde. Ungarn und Rumänien wurden unter Feuer genommen, daß ihnen bald jede Lust an einem Liebäugeln mit dem mitteleuropäischen Tlnionsplan verging, zumal französische Anleihen und damit Rettung aus drohender Finanzkatastrophe als Lohn für politische- Wohlverhalten winkten. Für ein Beiseitestehen Italiens, dessen Dundesgenossenschaft unentbehrlich gewesen wäre, hatten Derlin und Wien selber gesorgt. Hm angeblich das Moment der Heberraschung, das bei dieser Aktion ohnehin von äußerst sragwürdigem Wert gewesen war, voll auszunuhen, hatte man den Duce iPcht einmal unterrichtet, geschweige denn mit Italien eine Vereinbarung getroffen. So war Rom, wo man in Konkurrenz mit Paris ohnehin leicht an Minderwertigkeitskomplexen leidet, unnötigerweise verprellt, so daß Italien sogar Seite an Seite mit Frankreich und der Tschechoslowakei vor dem Haager Gerichtshof als Hüter der Pariser Verträge und des Genfer Protokolls auftrat, eine innerlich unmögliche Situation als Auswirkung einer psychologisch falschen und ungenügend vorbereiteten deutschen Politik. Rach dieser Bereinigung des Vorfeldes begann Frankreich dann mit der deutsch-österreichischen Hauptstellung. Der erste Volltreffer zertrümmerte Die Oesterreichische Kreditanstalt. Die Sprengwirkung auf den österreichischen Staat wurde abgeschwächt mit Hilfe Englands, da- sich trotz eigener Sorgen damals noch stark genug fühlte, dem französischen Angriff ein Paroli zu bieten. Dafür richtete nun Frankreich feine Kanonen nach London. Während es gegen Deutschland zum Angriff schritt, wurde öngfanb unter schwerem StörungSseuer gehalten. So kam der schwarze 13. Juli, ohne daß die Londoner City rechtzeitig eingreifen konnte, so kam die Demission des Labourkabinetts und unter dem finanziellen Druck von Paris der Zwang für England, die eben erst Oesterreich in der Stunde äußerster Rot gewährte Anleihe zurückzuziehen. Run war die Stellung sturmreif. Den Wienern stand das Wasser bis zum Hal-, die Deutschen hatten selber nicht-, nur von Frankreich lockt Rettung. Aber der Preis? Die Zollunion! Da- ist der Leidensweg, der an jenem 19. März mit einer Fanfare begann und an diesem 3. September mit einer Schamade endete. Deutschland und Oesterreich muhten, ohne die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs im Haag abzuwarten, stärkeren Argumenten weichen, al- Recht und wirtschaftliche Vernunft sie geben können. Da- Gold, die starke Waffe deS französischen Imperialismus, hat auf der ganzen Linie gesiegt. Wie weit hierzu Unterlassungen und Fehlgriffe der deutschen Außenpolitik die Möglichkeit bot. braucht kaum weiter erörtert zu werden. Rotwendig aber ist eS. aus der Riederlage des 3. September die Folgerungen zu riehen, daß nur Staaten mit gefestigten Wirt- schastSfundamenten sich außenpolitisch durchzusetzen vermögen und unsere dringlichste Ausgabe nach der demütigenden und verlustreichen Liquidation dieser außenpolitischen Escapade mehr denn je darin besteht, unserer Politik diese festen Wirtschaftsfundamente durch zähe und sparsame Arbeit erst zu schaffen. Heute vormittag eine ganze Anzahl Exemplare im Flugzeug direkt nach Genf gebracht. Der zweite Teil des Gutachtens ist heute nachmittag ebenfalls in einer gröberen Anzahl Exemplaren mit dem fahrplanmäßigen Zuge in Begleitung eines Kuriers des Gerichtshofes über Paris nach Genf abgegangen. ________________ "] Die Kirchen fordern Abrüstung. London. 4. Sept. (WTD.) Der Kongreß des Weltbundes für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchennahm auf seiner Schlußsitzung in Cambridge einstimmig eine Entschließung an. die an die christlichen Kirchen aller Länder den Auf richtet, sie möchten den Regierungen ihrer Länder ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit in der Frage der Herabminderung der R ü stungen auf den niedrigsten Stand erklären. Die Entschließung erklärt, daß es Pflicht aller Kirchen ist, ihren ganzen Einfluß auf die Weltabrüstungskonferenz auszuüben. damit die dort verhandelnden Dertreter der Bölker wissen, daß die religiösen und sittlichen Kräfte der Welt ein internationales lieber* einkommen in folgenden Punkten wünschen: 1. daß eine wesentliche Verminderung der Rüstungen aller Art erreicht werde, 2. daß ein Maßstab für die Rüstungen der, Völker aufgest-rllt wird, der gerecht und billig ist und in Einklang damit steht, daß die Völker den Krieg geächtet haben. 3. daß Sicherheit für alle Völker gegen einen Angriff geschaffen werde. Zur Revision der Friedensverträge unterbreitete die österreichische Delegation einen Antrag. Er schildert die gegenwärtige Lage in Oesterreich und fordert positive und radikale Maßnahmen wirtschaftlicher und politischer Art zur Behebung dieser Zustände. Zum Präsidenten des Weltbundes für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen wurde Lord D i ck i n g s o n . Mitglied des englischen Oberhauses. gewählt. Als einer der Vizepräsidenten ist der Erzbischof von Canterbury gewählt worden. Amerikas Golbrekord. Fast die Halste des Goldvorrats der Welt in USA. aufgespeichert. Washington, 5. Sept. (WTB.) Die heutige Feststellung, daß Amerikas Goldvorrat gestern mit 5 Milliarden Dollar eine Rekordhöhe erreicht habe und hier nunmehr fast die Hälfte des etwa 11 Milliarden betragenden Goldvorrates der Welt aufgespeichert sei, wurde vom Weißen Hause dahin kommentiert, daß Amerika das Gold weder selb st importiere, noch es zu hamstern beabsichtige, lieber 2 Milliarden davon entstammten der Flucht aus anderen Währungen. Mangelndes Vertrauen in die eigenen Länder habe viele Personen und Firmen im Ausland bedauerlicherweise dazu veranlaßt, ihr Geld in Amerika zu deponieren. Amerika leide nicht darunter, aber es sei auch nicht für diesen Zustand verantwortlich zu machen, der nur dadurch geändert werden könne, daß das Vertrauen der Ausländer in die Stabilität ihrer Länder zurückkehre. Sparmaßnahmen in Hessen. Vor Erlaß einer Sparnotverordnung. D a r m st a d t, 4. Sept. (ID571.) Das hessische Gesamlministerium hat zur Verminderung des Fehlbetrages, der durchden Ausfallan Reichsund Landes ft euetn entsteht, angeordnet, daß zunächst sachliche Ausgaben nur geleistet werden dürfen, soweit sie aus gesetzlichen oder sachlichen Gründen unbedingt zwingend sind. Alle irgendwie vermeidbaren sachlichen Ausgaben im Staatshaushalt müssen vollständig unterbleiben. Die Beratungen über s o n st i g e Einsparungen, insbesondere über die Verminderung der persönlichen Ausgaben, sind in vollem Gange. Wie in politischen Kreisen verlautet, ist mit dem Erlaß der hessischen Notverordnung spätestens im Laufe der nächsten Woche zu rechnen. Naturalleistungen für die Arbeitslosen. Vorbereitende Besprechungen. Berlin, 4. Sept. (TU. Funkspruch.) Amtlich. Im Reichsernährungsministerium und im Reichs- arbeitsministerium fanden Besprechungen zwischen den beteiligten Ressorts und den kommunalen Spitzenverbänden darüber statt, in welchem Um- ange im kommenden Winter Arbeitslosen und an- raren Unterstützungsempfängern N a t u r a l l e i - tungen an Stelle von Geldleistungen gewährt werden könnten. Die Ressorts werden sich nun mit den beteiligten Wirtschaftskreisen in Verbindung setzen. Dann wird die Aussprache fortgesetzt. Im Reichsernährungsministerium ist man der Auffassung, daß es angesichts der bevorstehenden weiteren Steigerung der Arbeitslosigkeit und angesichts der aufs äußerste angespannten Lage der öffentlichen Finanzen neben der allgemeinen Ernäh- rungspolitik das besondere Ziel sein müsse, Vorsorge für d i e ausreichende und ver- billigte Ernährung der Arbeitslosen zu treffen. Zu dem Zwecke müßten alle beteiligten Wirtschastskreise — die Landwirtschaft, die Lebensmittelindustrien, der Zwischen- und Einzelhandel — gemeinsame Opfer bringen. Die Bemühungen des Reichsernährungsministeriums gingen dahin, die notwendigen Vorbereitungen für die Maßnahmen der Reichsregierung vom ernah- rungswirtschaftlichen Standpunkte aus zu leisten. Eine Million Mark Michsgelder für den freiwilligen Arbeitsdienst. Berlin, 4. Sept. (TU.) Für die Zwecke des freiwilligen Arbeitsdienstes find vom Reich insgesamt eine Million Mark zur Verfügung ge ft eilt worden. Diese Summe ist ausschließlich als Zuschuß gedacht für die- jemgen Jugendlichen, die keine Er- werbslosenunterstützung beziehen, weil sie noch unter der betreffenden Altersgrenze liegen. Eine besondere Organisation ist von Reichs wegen nicht aufgezogen worden. Die eine Million wird vom Reich an die Landesarbeits- ä m ter gezahlt, die ihrerseits wieder die Zuschüsse an die Jugendlichen leisten, die im Rahmen des Arbeitsdienstes beschäftigt werden. Oie sofortige Einberufung des Reichstags erneut abgelehnt. Scharfe Angriffe der Oeuischnaiionalen gegen Curiius. Berlin 4. Sept. (VDZ.) Der A e 11 e ft e n - rat des Reichstags hielt am Freitagnachmit- tag eine Sitzung ab, um über den kommunistischen Antrag auf R e i ch s t a g s e i n b e r u f u n g zu entscheiden. Für den Antrag traten mit den Kommunisten nur die Deutschnationalen und die Nationalsozialisten ein. Präsident Löbe stellte fest, daß der Antrag damit nicht genügend un- t e r ft ü tz t und die Reichstagseinberufung a b gelehnt ist. An der Sitzung nahmen die Vertreter aller Fraktionen mit Ausnahme des Landvolks teil. Für die Deutschnationalen war Abg.^Berndt, für die Nationalsozialisten Dr. Löpelmann erschienen. Qas Landvolk hatte an den Präsidenten Löbe einen Brief gerichtet, in dem es auf die" Teilnahme an der Sitzung verzichtet, weil es zwecklos sei, periodisch auf Antrag irgendeiner Partei, die rein parteipolitische Ziele verfolge, ergebnislose Verhandlungen zu führen. Zunächst begründete Abg. Tor gier bcp kommunistischen Antrag auf Reichstagsänbe- rufung. Er forderte die Aufhebung der Notverordnungen der letzten Monate und eine Aussprache über die Innen- und Außenpolitik. Abg. Berndt (Dnt.) schloß sich dem Antrag der Kommunisten an. 6s müsse, so erklärte er, endlich Stellung genommen werden zu dem Anwesen, das mit den Notverordnungen getrieben werde. Die letzte Notverordnung beweise, daß wir in anarchischen Zuständen leben. Außerdem machten die auhenpolitischenGescheh. nisse, namentlich der letzten Tage, eine Aus- spräche im Reichstag geradezu vom Ehrenstandpunkt der Nation zur Pflicht, hierzu gehöre besonders der Ausgang der deutsch- österreichischen Zollunionsfrage, die bei geschickter und energischer Vertretung vielleicht zum Ausgangspunkt des Wiederaufstiegs hätte werden können. Für diesen Ausgang treffe in erster Linie den Reichsauhen- minister Dr. L u r t i u s die Verantwortung. Darüber hinaus sei das ganze Kabinett verantwortlich und müsse daher zurücktre- t e n. Angesichts der offen feindseligen Haltung Frankreichs sei es auch ganz unvorstellbar, daß der Besuch der französischen Minister verwirklicht werde. Der Redner oerlang te von der Reichsregierung, daß sie Mittel und Wege finde, um diesen Besuch rückgängig zu machen. Staatssekretär Dr. Pünder gab die Erklärung ab, daß die Reichsregierung nach wie vor Wert darauf lege, daß es bei dem alten Termin für die Reichstagseinberufung bleibe und daß auch die Reichsregierung an dem Termin des 13. Oktober fest zuhalten gedenke. * Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" S die Erklärung des Abgeordneten Berndt im ftenrat des Reichstags auf. Das Blatt glaubt, daß angesichts der Vorgänge in Genf diese Aeuße- runa in allen Kreisen des deutschen Volkes geteilt werde. Es fei unerträglich, wenn in einem Augenblick, in dem Frankreich durch brutal politischen und finanziellen Druck die Zollunion zum Scheitern gebracht habe und damit die deutsch-franzö- fischen Beziehungen auf die schwer st e Belastungsprobe ge ft eilt würden, französische Staatsmänner nach Berlin kommen wollten. Man müsse sogar vermuten, daß die Franzosen bei ihrem Vorgehen in Genf selbst die Nebenabsicht ver- folgt hätten, den beabsichtigten Besuch in Berlin zumScheiternzu bringen. Praktische Ergebnisse seien ohnedies von ihrem Besuch nicht zu erwarten. Oie Aufhebung der Mandate. Aussprache im MtterbundSrai. © e n f, 4. Sept. (TU.) 3n der heutigen Sitzung des Dölkerbundsrates entspann sich eine große politische Aussprache über die Frage der Aufhebung der Mandate. Der der Verhandlung zugrunde liegende Bericht des Mandatsausschusses erklärt als Voraussetzung der Aufhebung, daß das in den Mandatsgebieten lebende Volk fähig sein müsse, seine Angelegenheiten selbständig zu führen und die notwendigen Garantien für die Aufrechterhaltung des territorialen Gebietes zu geben. G r a ndi unternahm einen scharfen Vorstoß gegen die von der englischen und der französischen Regierung eingeschlagenen Methoden, mit den Regierungen der Mandatsgebiete noch vor der Aufhebung des Mandats militärpolitische und wirtschaftspolitische A l- lianzverträge a^uschliehen, die die durch die Aufhebung oes Mandats gewährte Unabhängigkeit dieser Gebiete wesentlich e i n s ch r ä n - ken und sogar illusorisch machen. Grandi unterstrich, daß das Mandatssystem des Völkerbundes nur einen vorübergehenden Charakter trage und keinerlei dauerhafte, für die Zukunft bindende Abmachungen zwischen den Mandatsregierungen und den Mandatsgebieten zulasse. Der Vertreter von Südafrika verlangte dagegen, daß grundsätzlich nur die sogenann- ten -^-Mandate (3raf, Syrien, Libanon,Palästina) für die Aufhebung des Mandats in Frage kommen könnten, nicht dagegen die übrigen Mandatsgebiete (Südafrika). Der irische Außenminister verlangte, daß bei der Freigabe eines Mandats der Schutz der rassenmähigen und der Religionsminderheit in den Mandatsgebieten für die Zukunft gewährleistet werde. Dr. Cur tius erklärte, daß die deutsche Regierung den in dem Bericht des Mandatsausschusses festgesetzten Regelungen für die Beendigung des Mandatssystems ihre Zustimmung erteile. Der Grundsatz der offenen Tür und der Gleichberechtigung müsse bei der Aufhebung unbedingt gewahrt sein. Vom besonderen deutschen Standpunkt aus halte er es auch für notwendig, daß Garantien für den Schuh der Minderheiten in den M an * datsgebieten vor der Aufhebung geschaffen würden. Seiner Meinung nach dürften aber die allgemeinen Regeln nicht so eng gefaßt werden, daß sie zu einem unüberwindlichen Hindernis für die Delbständigwerdung der Mandatsstaaten werden. Die Selbständigkeitsmahstäbe und Grundsätze bezüglich der Integrität und Unabhängigkeit nach außen dürften fleinen absoluten Charakter haben, sondern müßten sich den einzelnen Fällen anpassen. Was den Irak angehe sei er überzeugt, daß alle Beteiligten mit den erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen vorgegangen seien. In der abschließenden Aussprache erklärte Lord Robert Cecil, daß der Bericht des Mandatsausschusses keinerlei unabwendbare Regelung für die Aushebung der Mandate festsehe. Es sei unmöglich, Regeln aufzustellen, die für die Aufhebung all der verschiedenen Mandate gelten könnten. Vor der Aufhebung eines Mandates seien Hebergangsmahnahrnen und Hebergangsabkommen notwendig. Zum Schutz der Minderheiten in den Mandatsgebieten — gemeint ist vor allem die Bevölkerung des bisherigen Mandatslandes — mühten zwei Etappen vorgesehen werden: 1. das Ende des Mandates und 2. der Eintritt des Mandatsgebietes in den Völkerbund. Rach dem Eintritt in den Völkerbund mühten für die Mandatsgebiete die allgemeinen Minderheitenschuhbestimmungen des Völkerbundes gelten, da die Aufstellung neuer Minderheitenschuhbestimmungen nicht möglich sei. • Die Aussprache über die Aufhebung der Mandate des Völkerbundes wurde auf Vorschlag des Berichterstatters, des südslawischen Außenministers Marinkowitsch, mit einer Sntschlie- ßung beendet, in der der Rat erklärt, daß jeder einzelne Teil der Aufhebung eines Mandats eine eingehende Prüfung hinsichtlich der Reife des Mandatsgebietes für die Selbständigkeit notwendig mache und der Rat als solcher die Verantwortung für die Aufhebung des Mandats trage. Die Aushebung müsse auf Grund der in dem Bericht des Mandatsausschusses festgesetzten Grundsätzen erfolgen. Vor allem müsse der Rat in jedem einzelnen Falle mit größter Sorgfalt die von den Mandatsrnächten eingegangenen vorherigen Verpflichtungen dahin prüfen, ob sie vereinbar seien mit der Hnab - hängigkeit eines Staates sowie mit dem Grundsatz der wirtschaftlichen Gleichberechtigung aller Länder. Der Slädielag zur Umgestaltung der Sauszinssteuer. Berlin, 4. Sept. (TH.) Der Deutsche S t ä d t e t a g hat an den Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, in der er sich mit der Frage einer Umgestaltung der Hauszinssteuer auseinandersetzt. In dieser Eingabe wird darauf hingewiesen, daß, wenn an den Grundpfeilern dieser Steuer gerüttelt werde, auch die Frage der Auswertung erneut aufgerollt würde, eine Wirkung, die sowohl in wirtschaftlicher wie staatspolitischer Beziehung durch die in das Wirtschaftsleben getragene erneute Unsicherheit überaus bedauerlich sein würde. Der Vorschlag des organisierten Haus- und Grundbesitzes würde für Länder und Gemeinden zunächst einen Steuerausfall von 800 Millionen Reichsmark bringen Der Mietanspruch des Hausbesitzes würde sich um etwa 400 Millionen Mark erhöhen. Durch die notwendige Hilfefürleistungsunfähige Mieter würden sich die Wohlfahrtslasten der Gemeinden um toeitere 300 Millionen Mark erhöhen. Die vom Hausbesitz in Aussicht gestellten Vorteile für Reich, Länder und Gemeinden, durch die mit der Beseitigung und Umformung der Hauszins steuer eintretende allgemeine Wirtschaftsbelebung und die mit ihr Hand in Hand gehende Steigerung der Steuererträge stellten zum erheblichen Teil vage Hoffnungen dar, auf denen der öffentliche Haushalt nicht auf gebaut werden könne. Es müßten wenigstens dre Grundlagen erhalten bleiben, auf denen ein sozialer KleinstwohnungS- bau später gefördert werden könne. Außerdem müßten in den allernächsten Jahren die Betrage abgedeckt werden, die von den Gemeinden l m Vorgriff auf die H ausz ins steuer uni) auf langfristige WohnungSbauan- leihen ausgegeben und durch kurzfristige Verschuldung aufgebracht worden seien. Auch mühten Mittel für auf Jahre hinaus zugesagte ZinSzuschüsse der Gemeinden gesichert bleiben. Der Städtetag bittet, keine Entschließungen zu treffen, deren Tragweite jetzt noch nicht übersehbar wäre. Oie Revolution in Chile. Die Regierung fügt sich den Bedingungen der meuternden Matrosen. London, 4. Sept. (TH.) Am Donnerstag wurde in Chile amtlich bekanntgegeben, daß die Meuterei der chilenischen Flotte auf gütlichem Wege beigelegt worden sei, nachdem die Regierung alle Bedingungen der Meuterer erfüllt habe. Sie wird den bisherigen Sold weiterzahlen und von irgendwelchen Bestrafungen im Zusammenhang mit der Meuterei absehen. Der Kongreß hat in einer Sondersitzung die Verhängung des Belagerungszustandes im ganzen Lande auf die Dauer von 20 Tagen gutgeheihen. Der provisorische Präsident hat oen früheren Generalpostmeister Gasper Mora mit der Reubildung der Regierung beauftragt. Das bisherige Kabinett war zurückgetreten, weil einer der Minister die bedingungslose Hntertoerfung der meuternden Matrosen gefordert hatte. Rach in Buenos Aires eingetroffenen Meldungen gewinnt die kommunistische Bewegung in Chile ständig an Boden, so bah nunmehr die Ausrufung eines Sowjetstaates zur Möglichkeit geworden ist« In Reuyork beschäftigen sich die Morgenblätter weiter sehr eingehend mit der Möglichkeit des Ausbreitens der revolutionären Bewegung. Die Zeitungen weisen dabei auf die großen Inve st ierungen am e- rikanifchen Kapitals in Chile hin. Rach einem Bericht der „Rew Bork Times" hat die Armee bisher jede Aufforderung, sich dem Aufstande der Flotte anzuschliehen, abgelehnt. Die Ausländer haben Selbstschuhmahnahmen getroffen. Aus aller Well. (Eröffnung der Internationalen Bureauausstellung. In Berlin wurde die Internationale 7. Bureau-Ausstellung (IDA.) in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Diplomatischen Korps, der Reichs- und Staatsbehörden, der Wissenschaft und der Wirtschaft eröffnet. Rach den Begrüßungs- Worten von Stadtrat Czeminski nahm Staatsminister Dr. Schreiber in der Eröffnungsansprache u. a. zu der Frage Stellung, ob die Du- reaumaschine nicht den Menschen von seiner Arbeitsstätte verdränge. Alle bisherigen Erfahrungen, so führte der Minister aus, sprechen dafür, daß die Einführung von Bureaumaschinen eine Erleichterung, nicht e i n e^W e gnahme der Arbeit bedeute. Das historische Beispiel der Schreibmaschinen sei ein Beweis von seltener Eindringlichkeit; denn nicht weniger als neun Millionen Frauen arbeiten heute in allen Ländern an der Schreibmaschine. Rach weiteren Ansprachen des Vorsitzenden des Reichsverbandes der deutschen Dureauindustrie e. V. Direktor Hermann Klee, des Vorsitzenden des Bureaumaschinen- und Bureaumittelhandels e. V. Arthur Koh- nert und des Vorsitzenden des Reichsbundes deutscher Papier- und Schreibwarenfabriken e. V. Guthke wurde ein Rundgang durch die Ausstellung unternommen. Wiederaufnahme der Funkverbindung mit dem „Rautilus". Die Funkstation Trornsö konnte Freitag abend« nachdem sie mehr als 24 Stunden versucht hatte, mit dem Hnterfeeboot „Rautilus" in Verbindung zu kommen, plötzlich das Rufzeichen des „Rautilus" auffangen. Der Funker, der mit dem Hnter- seeboot etwa 20 Minuten sprach, erklärte, et habe nur die Mitteilung erhalten, daß an Bord des Schiffes alles wohlauf sei. Kapitän Wilkins habe ihm nicht mitgeteilt, warum die Funkverbindung auf sechs Tage unterbrochen war. Wie der Funker hinzusügte war der „Rau- tilus" wahrscheinlich in dieser Zeit unter ViS gewesen. Schon wieder ein politischer Mord. In Dortmund wurde der Jungstahlhelmer E Koop, als er die Geschäftsstelle des Stahlhelms in der Schwanenstraße verließ, hinterrücks von unbekannten Tätern erschossen. Koop brach in einem Hausflur tot zusammen, wo er von Stra- ßenpassanken, die auf den Schuß herbeigeeilt waren, aufgefunden wurde. Die polizeilichen Ermittlungen sind bisher erfolglos geblieben. Man vermutet aber, daß Koop von politischen Gegnern erschossen worden ist. Einsturzunglück im Wiesbadener Hauptbahnhof. Ein folgenschweres Einsturzunglück ereignete sich im Wiesbadener Hauptbahnhof. JnfolgeBruchs eines Drahtseiles stürzte ein in etwa 15 Meter Höhe aufgehängtes Hängegerüst, das , zur Ausführung von Anstreicherarbeiten dort war, in die Tiefe und riß fünf darauf beschäftigte Arbeiter mit nach unten. Einer der Verwundeten war sofort tot, die übrigen vier mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Wetterlage. Freitag, —ö-m™ Kost: ono kg fr* O' o ö~ ■anl d. H-. beptemb-.r #3; iguhr -W- ____________-S^Jan Maytn - Berlin «♦ . fr1 c * Wl ©wolkenlos. ©nener. ©halb Gedeckt. 0 wolkig, •bedeckt, »Negeitz * Sehnet Graupeln, eNebel "K Gewit*er.(g) Windstille. O-» 3dW (eichte- Ost massiger SOdsodwesi b stürmische- «ordWesi 6le Piene fliegen mit dem winde. Pie beiden Stationen stehenden Zatk- len geben die Temperatur an. Ole Unien verbinden Orte mlt-oidcbc» tu» Meeresniveau umgerechneten UiftdmcX Wettervoraussage. Der Englandwirbel ist bereits über unser Gebiet hinweggezogen und bewegt sich über Ostdeutschland weiter. Infolgedessen geht die Wetterlage mehr und mehr in den Rückseiteneinfluh über. Kühle, maritime Luft bringt unter lebhaften Winden über den britischen Inseln nach Frankreich vor. Sie verursacht vorerst wechselhaftes Wetter, und in Begleitung der Böenwolken treten Schauer auf. Jedoch wird auch zeitweise die Wolkendecke durchbrochen. Die Kaltluft bewirkt gleichzeitig Darometeranstieg, durch den wahrscheinlich mit Beginn der kommenden Woche die Wetterlage in ruhigere Dahnen gelangt. Aussichten für Sonntag: Hnbeständig und kühler, wechselnd bewölkt mit Schauern, später etwas mehr aufheiternd, westliche bis nordwestliche Winde. Aussichten für Montag: Etwas besseres, aber noch kühles und noch kein beständiges Vetter. \ v \ x W der st Vie Sei sich „ Sin TM ÄS l-f-ZFm A- «* “Ätrittiv SÄ-B der F^er trM bald werden sic Wände, graue In mir Bn"nt toaä man sc» vag Jetzt, too «Hf?11 Minders md Seen, die Mu längs des Dahndc innige fre*. Häuschen, die wu Drücken, übet die und daß:ch lieb Felder, die am <5 dich. Olahrr, und die ihr aus muh r Menschen, die ch des Zuges erfüllt Die ein Fahne zu euch, und das Klirren der Sche brausenden Fahrt Mr plötzlich Ifi lebnis, das mich $ steht neben dem 3 kleiner Trost, gütige dort, ein alter D blondes Mädchen; der unerhörten M Zuges, sehen aus i inand im Zuge kein ihnen Gutes getan je um sie geümm totalen und grühen leistung und Getoin niemand und jedem lind mir ist, als sonders und allein, hort gewußt um m mich nun erfreuen bas mich ctfDattet aus und sehe zurü lest an den tarnte zu sehen ist und Dumps donnert bremsen knirschen W hebe meiner Mund -seist jd Lied dazu... Instverlänger fcr Devise Die aus zahlreic W Reich-wirtschl anderen beleili ".August erlass "sder DeoHr *** es sich um Ve ^r 1000 Mart Renntnh aller Veli oie schweren stre Verpflichtung zur i“ verhindern, rchädignn üeichsregieruna jr ^schlossen, die I uni L"-5rlstß $*w*6rui|s C^Setung b.fä? W KW Sä« S reise. 11 nö der stampfende Zug trägt mich unerbittlich zurück zu allem, vor dem ich vor Wochen geflohen bin. und fort von dem schn«- weihen Erlebnis sommerlichen Strande«, fort von der sehnluchtSweiten Unendlichkeit der rollenden See. fort von der flimmernden Seide blauen Ferienhimmel«. Ich reise. Aber meine Hände sassen da« O-Zug- senftcr al« wollten sie die brausende Fahrt de« stählernen Ungetüm« aushalten, da- ohne Fragen nach mir und meinem Traurigfein über die Schienen rast und Kilometer aus Kilometer gu- rücklegt 3m Abteil litt e« mich nicht. Da« Beieinander- Hocken mit stumpfen, gleichgültigen, nichtssagenden Menschen wurde zur unerträglichen Qual. Und so stehe ich im Gang und schwinge mit im polternden Fluge der Fahrt, während meine Augen von der Schönheit der Wälder, von dem dunstigen >Blau der Hügel, von der Sonn en weite der Felder trinken, dürftig, abschiednehmend — bald werden sic nicht« mehr sehen al« graue Wände graue Straßen... 3n mir glimmt auf eine groß« Liebe zu dem, wa« man so vage und leichthin Ratur nennt Jetzt, wo ich scheiden must von Sonne, Luft und Erde in der Ferienzeit, fühle ich mit ergreifender Plötzlichkeit, dast ich die Wälder, die Flüsse und Seen, die Blumen und alle zitternden Gräser läng« de« Bahndamm« liebe, wie Gefährten und innige Freunde, dast ich liebe die roten Dlock- HSuSchen, di« wir passieren, dast ich liebe di« Drücken über die ich donnernd getragen werde und dast ich liebe die bunte Unendlichkeit der Felder, die am Fenster vvrüberkreisen. 3ch lieb« dich. Ratur, und ich liebe euch nicht. Menschen, die ihr auf mich wartet im Alltag der Stadt, ihr Menschen, die ihr mit eurem Lärm die Gänge de« Zuges erfüllt Wie ein Fahnenflüchtiger must ich zurückkehren zu euch, und das dumpfe Rollen der Räder, da« Rlirren der Scheiben, da« gewaltige Lied der brausenden Fahrt ist ohne Trost für mich Aber plötzlich ist ein Erlebnis da, kleine« Erlebnis. da« mich glücklich machen will. Plötzlich steht neben dem Bahndamm eine kleine Freude, kleiner Trost, gütige« Abenteuer. Menschen stehen dort ein alter Mann und ein kleine«, goldblonde« Mädchen: sie stehen und sehen auf zu der unerhörten Vision de« vorüberrauschenden Zuge«, sehen aus und ihre Hände winken. Rie- mand im Zuge kennen sie, niemand von un« hat ihnen Gute« getan, niemand von un« hat sich je um sie gekümmert, aber da stehen sie und winken unb grüßen un«, ohne Absicht auf Gegenleistung und Gewinn. Güte ist e« und Liebe zu niemand und jedermann, von Mensch au Mensch... Und mir ist, al« sei der Gruß für mich besonder« und allein, mir ist, als hätten die beiden dort gewustt um meine Traurigkeit und wollten mich nun erfreuen und mir Trost geben für da«, waS mich erwartet. Und ich beuge mich weit hinaus und sehe zurück, meine Augen klammern sich fest an den winkenden Händen, bi« nicht« mehr zu sehen ist und von ihnen und ihrem Trost... Dumps donnert der Zug über die Weichen. Bremsen knirschen. Lärmende Halle. Daheim! — Ich hebe meinen Raffer vom Retz und mein Mund pfeift jetzt ein kleines und fröhliche« Lied dazu... v.M Fristverlängerung für die Ablieferung der Devisen» und Goldbestände. wie qu» zahlreichen Anfragen unb Mitteilungen beim Reich» wirlschaftsminiskrium, der Reich»bank unb anbercn beteiligten Stellen hervorgeht, ist bk am 29. August erlassene Verordnung über ben Aufruf bcr Devisen - unb Golbbestänbe, soweit et sich um Beträge mit einem Gegenwert von über 1000 Mark hanbelt, anscheinend nicht zur Kenntni, aller Belraftenen gelangt. 3m Hinblick auf bie schweren Strafen, bk bei Nichterfüllung bcr Verpflichtung zur Ablieferung angeseht finb, unb um zu oerhinbern, bah hieraus für bk Betroffenen schwere Schäbigungen entstehen können, hat sich bk Rcich»regicrung im Benehmen mit ber Reichsbank entschlossen, die für bie Ablieferung ber Devisen- unb Goldbestände vorgesehene Frist (oom 29. Äeguft bis 5. September 1931) um vierzehn Tage bi» zum 19. September 1931 z u verlängern, damit alle baoon Betroffenen auch wirklich Kenntni» von ber sie tref- fenben Verpflichtung erlangen. Die Durchführungsverorbnung enthält auher ber Fristverlängerung insofern eine Erweiterung bcr bisherigen Bestimmungen, al« nunmehr A n - spräche aus Konten bei ausländischen Banken ohne Rücksicht auf ben Tag ber Begründung ober ber Fälligkeit bcr Ansprüche ber Reichsbank ober ben Devisenbanken anzubieten sinb. Für solche Bankguthaben gilt also nicht mehr bk Ausnahme, nach welcher Ansprüche, bk später als am 29. November 1931 fällig werben, nicht angeboten zu werben brauchten. Das Stadtiheaier-Abonnement. Das Stadtthcater Gießen laßt im heutigen Anzeigenteil die Einlabung zum 21 banne m c n i für b i e Winterspielzeit 1931/32 (1. Oktober 1931 bis 31. März 1932) ergehen. Der Preis für die Abonnementskarten ist gegenüber den Tagespreisen durchschnittlich um 35 v. H. niedriger 3m städtischen Don der rechten Seite der Marburger Stroh« au», gegenüber der Eteinftrahe. führt ein schmaler Weg zwischen Hausgärten hindurch nach dem Äiesengrund der Wieseck zu— zum Pflanzgarten der Stadt Giehen, zur Reimzelle der Giehener Grünanlagen. Za. der Pflanzgarten, der dem hoch- bauamt untersteht, ist die Keimzelle btr Giehener Anlagen im wahrsten Sinne de» Worte». Alle Pflanzen, alle Lüsche. Ltraucher und Blumen, die in den Anlagen das Auge de» Bürgers erfreuen, haben im städtischen Pflanzgarten ihre Rinderstube. Der die Giehener Anlagen kennt, weih auch, welche Universalität der Pflanzenwelt in ihnen vertreten ist und welche Anforderungen sich hieraus für den Pflanzgarten ergeben. Es Ist tatsächlich eine über- raschendc Fülle ber verschiedensten Pflanzen, die dem Besucher in lebhaftesten Formen und Farben entgegentreten, und das Äuge — hauptsächlich das Auge de» ßakn — hat manchmal Muhe, all die feinen Unterscheidungen innerhalb der einzelnen Gattungen festzustellen, Die in diesem gärtnerisch bis in da» Letzte ausgenützten Fleckchen Erde in Erscheinung treten. Wohl halt ber Garten an ber Marburger Strohe einen Vergleich mit dem Botanischen Garten der Universität nicht au», immerhin ist er aber von einer wunderbaren Mannigfaltigkeit. Ueberraschend ist es wenn man dem Hüter de» Garten», Herrn R r e 6 », im Gespräch mit dem neuen Stadtgärtner Lang zuzuhören Gelegenheit hat, wie er alle lateinischen Namen der so verschiedenen Ziersträucher mit ihren etwa 200 Spielarten zu nennen weih und dabei sehr wohl auch deren besondere Eigenschaften hervorzu^eben vermag. Diese Ziersträucher sind naturgemäß nicht alle europäischen Ursprungs vielmehr befindet sich mancher Strauch darunter, der das Mittelmeergebiet. Australien oder China. Japan ober Nordamerika seine Heimat nennt, aber nur deshalb auch in unserer Zone angepflanzt werden kann, weil er „rot n t e r h a r t" ist (wie der Fachmann sagt) und sich unserem Rlima an zu passen vermag. Noch Familien geordnet stehen die Sträucher meist in Reih und Glied auf gepflegten Beeten; sie sehen alle frisch und kräftig aus. und es ist nicht schwer, zu sehen, daß alles getan wird, um ihnen die Lebensbedingungen zu gewährleisten. Neben diesen Sträuchern, die sich in Farbe und Form, in Große und Dichte oft wesentlich voneinander unterscheiden (nicht zuletzt beruht auf diesen Gegensätzlichkeiten das lebendige Bild, das unsere Anlagen bieten) verfügt der Pftanzgarten über ausaedehnte Allee- und Obstbaumschulen. Nicht weniger als etwa 600 junge Obstbäume (Kirschen. Aepfel, Birnen, Mirabellen) stehen für eventuelle Anpflanzungen zur Verfügung. (Eine große Anzahl von Ulmen Birten, Kastanien, Akazien der verschiedensten Art, Eschen und Koniferen stehen zur Zeit noch in enger Gemein- schäft beisammen und harren der Versetzung. von den Koniferen sind allein zwanzig verschiedene Sorten vertreten. Auch der G i n k o b o u m. der jedermann durch sein zweigeteiltes, merkwürdig geformtes Blatt auffällt. pflanzgarien. ist im Pflanzgarten zu sehen. Besonders reizvoll wirken die Anpflanzungen von jungen und jüngsten Ceben»bäumen; schmale und zartgegliederte Wacholderbüsche. Zypressen, Tamarisken, Blautannen Fichten. Weymouthskiefern ufw. sind außerdem in diesem vielseitigen Garten zu finden. In einer besonderen Abteilung sind die Blumen untergebradjt, deren jüngste zarte Pflänzchen zum Teil unter Gla» aeschützi heranwachlen. Im Freien aber blühen zur Zeit bie Dahlien unb Georginen in üppigster Pracht unb lasten weithin lebhafte Farben leuchten. (Eine große Fläche ist allein mit Rosen bepflanzt. mit Dilblingcn. deren Veredelung jetzt durchgeführt wird. Daneben blüht auch noch manche mehr oder weniger bekannte Blume, grünt manche Pflanze, die im nächsten Frühjahr die Zierbeete unserer Anlagen schmücken soll. Neben ber Aufgabe, für den Schmuck der (Brünanlagen unserer Stobt zu sorgen, ist der Pflanzgarten auch berufen, für die Ausgestaltung der Friedhöfe Blumen, Sträucher und Bäume heranzuziehen. Die ern ten Taxus- und Ligusterhecken werden hier in einzelnen Pflanzen vorbereitet und gepflegt, um schließlich eines Tages ihrem Zweck, Den Friedhof zu chmücken, entgegengeführt zu werden. Gelegentlich gibt der städtische Pftanzgarten auch eine seltenere Pflanze, einen Busch ober Baum an den einen ober anderen hiesigen Gärtner oder an den privaten Gartenbesitzer ab wenn es naturgemäß auch nicht die Aufgabe des Pflanzgartenbetriebs ist und fein darf, den hiesigen Gärtnereien wirtschaftlich Kon. kurrenz zu machen. DieNotwendigkeltderSchaffungund Unterhaltung eines Pflanzgartens er- gibt sich aus dem großen Arbeitsfeld, für das diese Einrichtung zuständig ist. Gilt es doch, die Anlagen im Zuge der ehemaligen Stadtmauern (Ost-. Sud-, West- und Noroonlage) die Anlagen vor ber Universität, vor dem Stadttheater, am Bahnhof, vor dem Realgymnasium, vor dem Alten Friedhof an der Licher Straße, den Alten unb den Neuen Friedhof selbst, die Grünflächen am Ludwigsplay, am Brandplatz (am Kriegerdenkmal) unb am Lutherberg zu unterhalten. Die Anlage am Lutherberg, die vor nicht allzu langer Zeit durch die Schaffung einer einheit- liehen Grünfläche verschönt worden ist, soll im Früh- fahr weiter ausgebaut dzw. zum Teil mit Obst- bäumen bepflanzt werden. Außerdem sollen dort einige neue Wege angelegt werden. Bei all der vielen Arbeit, die dem Pflanzgarten aus der Unterhaltung dieser Anlagen erwächst, ist man doch stet» bemüht, unter dem denkbar geringsten Aufwand von Geld und Material zu wirtschaften. Erfreulich ist es, daß der Pflanzaarten in so universeller Weise seiner Aufgabe gerecht wird und durch die Mannigfaltigkeit seines Materials stets die Mag- lichkeit gibt, den Grünanlagen in unterer Stadt den ihnen eigenen Charakter de» Parks zu be- wahren, ber mehr bebeutet, als eine übersteigerte moderne gärtnerische Kultur, deren Schönheit aus der Modeströmung heraus vielen als nur allzu sehr zeitlich begrenzt erscheinen könnte. und gegenüber den Abonnementspreisen der Spielzeit 1930/31 wesentlich gesenkt. Jeder Abonnent er- hält außerdem eine Reihe von Vergünstigungen, z. B. Vorzugsgutscheine für alle Platzarten bei 10 v. f). Ermäßigung, Gutscheine für Preisermäßigungen für den Kammerspielzyklus des Goethebun- des, Gutscheine für ermäßigte Eintrittspreise zu allen Veranstaltungen des Goethebunbes, Preisermäßt- Sung unb Dorbestellrecht bei Gastspielen usw. Die ntereffenten seien auf die heutige Anzeige ver- wiesen, in der alle weiteren Aufschlüsse gegeben werden. Sine interessante Brotpreis - Siatistil. Brot 4 Pfund Vornotizen Innungen Gießen Gießen-Land Alsfeld Lauterbach Schotten Bübingen Friedberg Bad-Nauheim Butzbach Vilbel Wetterau Darmstadt Arheilgen Eberstadt Pfungstadt Roßdorf , Ober Ramstadt Mittleres Ried Heppenheim Wimpfen Erbach Groß-Umstadt Vorderer Odern Dieburg Main-Rodgau Neu-Isenburg Dreiekf) Langen Gernsheim Am Montag berichteten wir über die General- Versammlung der Bäcker-Zroangsinnung Gießen- Stadt. In ber man sich u. a. auch mit einer Brot- preis st all st ik von Oberhessen und Starkenburg beschäftigte und dabei feftfteüte, daß die Brotpreise in Oberhessen erheblich hinter den Brotpreisen in der Provinz Startenbura zurück- stehen. Diese Statiftit zeigt im einzelnen folgende» bemerkenswerte Preisbild: Weizenmischbrot 85 Roggenbrot 75 85 75 82 75 — 70 80 70 80 70 92—85 75 92—85 75 85 75 92 75 92 75 96 84 88 78 90 80 90 80 90 80 90 80 90 80 90 75 90 80 88 75 90 76 ld 90 80 92 80 95 80 92 80 90 80 96 80 85 75 — Tage«kalender für SamStag. Rurzschrift-Berein von 1861: Dereinsabcnd im Kaufmännischen VereinShaus. — Verein Rudersport: MonatSversammlung, 20.30 Uhr, im DootS- hause. — 1. ReichSkurzschrif t-Gesellschaf t: 20.30 Ilhr, VereinSabend, „Stabt Lich". — RSDAP.: Vortrag, 20.30 Uhr, „EafL Leib". — Artillerie- Verein: Monatsversammlung, 20.30 Uhr. „Hessischer Hof". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ihre Hoheit beftehlt". — TageSkalenber für Sonntag. Stadtthcater Gießen: „Alt-Heidelberg", Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: 11.15 Uhr, „3m Auto durch zwei Welten" (Ruiturfilm). — Verein Rudersport: Städte- Achter-Wettkarnpf Gießen gegen Wetzlar, 17 Uhr, Dootsplah Verein Rudersport; 10 Uhr, AuSschei- dungSrennen zwischen den Gießener Vereinen. — Katholische« VereinShaus: Kasperle-Theater, 14 Uhr. — Flugplatz, gegen 14.30 Uhr, Start Kron- selds nach Hirzenhain. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „3hre Hoheit befiehlt". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen. Sonntag. 19 Uhr, findet in der 10. Vorstellung des Sommerabonnements die Erstaufführung des Schauspiels „Alt-Heidelberg" von Meyer-Förster in völlig neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Karl Dolck statt. Die Rolle bei Karl-Heinz spielt Albert I a n s ch e ck, die Rolle der Käthe Elisabeth W i e l a n b e r. Außerdem wirken mit die Damen Schubert-Ilmalina und Wal- ther-Lederer sowie die Herren Bruck, Fassott, (Beiger, Hauer, Hub, Kühne. Michel. Nieren. Schelcher, Volck, Wahlen. Es gelten gewöhnliche Sommerpreise. Beginn 19 Uhr. Ende gegen 22 Uhr. Zu dieser Vorstellung erscheint eine neue und letzte Ausgabe des Programmheftes, das einen Rückblick auf die Spielzeit 1930/31 und einen Aufruj mit den neuen Adon- nementsbebingungen (starker Preisabbau) für die kommende SBinterfpieheit 1931/32 enthält. — Kasperle-Theater. Morgen, Sonntag, 16 Uhr, findet im Katholischen Dereinshaus eine Kasperle-Theater-Vorftellung statt. Der Eintrittspreis ist, wie man uns schreibt, sehr niedrig gehalten. Näheres in der gestrigen Anzeige. — Der e r ft e deutsche Reite r f i km soll, wie man uns schreibt, demnächst auch in Gießen zur Vorführung gelangen. Er wird die Teilnahme des Vereins ehemaliger hessischer Leib- Dragoner am Waftentag in Dresden, viele historische Szenen sowie Bilder aus dem Friedens- und Kriegsleben der deutschen Kavallerie bringen unb ben Teil der Bevölkerung erbauen und zur Begeisterung hmreihen, der sich bie Achtung und Liebe zur alten Armee bewahrt hat. Da der Film auch für die Jugendlichen zugelassen ist, bietet er die beste (Be- kgenheit. auch diese mit Deutschlands Reiterwafse bekannt zu machen und so der Heranwachsenden Generation die Ehrfurcht vor stolzer Tradition neu ein- zupflanzen. Nähere» wird in der Presse noch bekannt- gegeben. •• Schulpersonalie. Der Lehrer Heinrich L o o S an ber Volksschule zu Wölfersheim (Kreis [cur-, Schneider, und Schuhmacherinnungen, die in diesem Jahre ihre Lehrzeit beenden, zu den Herbstgesellenprüfungen im Oktober anmelden können. Man beachte die Anzeige. Gießen ma*t im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, Mß sich alle Handwerks- und Industrie- lehrlinge. mit Ausnahme der Bäcker-, Metzger- Friseur-, Schneider, und Schuhmacherinnungen, die in " Wanderfahrt Ranstab t—B übin- gen. Dom Vogelsberger Höhen-Elub in Hirzenhain wirb un« geschrieben: Die in bcr Sam-tag- r.ummer beschriebene Wanderfahrt Ranstabt—Bübingen bebarf in einigen Punkten ber Ergänzung. Zu erwähnen wäre noch ber „Matthiasstein" an ber Hillcbachsperre (Ehrenmal für ben verstorbenen Provinzialbirektor Matthia«), ferner bie Talsperre—Hirzenhain. Das rote Dreieck bis zur Frankfurter Straße, von ba ab das weiße F weiter verfolgen. Außerbem Hirzenhain—Wenings: ein weißer Strich führt vom alten Schul- hau« in bet Mitte des Dorfes über ben früheren Schießstand burch ben Walb nach Wenina-. Dor Betreten be« WaldeS prächtiger Rundblick auf bie Vogelsberghöhen. •• Achtung. KautionSfchwindlerl Der heutige Polizeibericht melbet: Am Mittwoch, 2. September, versuchten zwei Motorrabsahrer, bie sich als Vertreter einer WieSbabener Futter- ' artikelsirma auSgaben, Leute zur Leitung und Uebernahme eines AuSgabelagerS zu gewinnen, bei sofortiger Sicherheitsleistung von 50 Mark. DaS Lager soll angeblich zwischen Gießen und Marburg errichtet werden. Den Betrügern ist eS lediglich um die Erlangung des fraglichen Betrages zu tun. Gs wird vor ihnen gewarnt. Geschädigte wollen umgehend bei der Kriminalpolizei Gießen Anzeige erstatten. •• Diebstahl. Der Polizeibericht teilt mit: Don einem Dleichplatz in der ©rünberger Straße wurden eine Flanellhose (Tunchose) und ein Badetuch entwendet. Sachdienlich« Mitteilung erbittet die Kriminalpolizei. *• Zum Friedberger Herbstpferdemarkt mit Prämiierung qm Dienstag, 20. Oktober, werden Anmeldungen vom 15. September ab bei der Bürgermeisterei Friedberg entgegengenommen. Mit Dem Markt wird die übliche Verlosung verbunden werden. Außer wertvollen Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen kommen als Hauptpreise vier Fohlen zur Ausspielung. Man beachte die heutige Anzeige. 3ncbbcrgi wird auf fein Rachsuchen mit Wirkung ab 1. Oktober in den Ruhestand versetzt. •• Uraufführungen im Gieß «netz Stadttheater. Au« dem Stabttbeatcrbureait wirb unS mitgetedt: Da« Gießener Stabttheater, 3ntcnbanl Dr Rolf P r a f ch, hat sich weiter bie Uraufführung von „Marn unb Lisa", Kammer- spiel von Sigmund Grass, unb von Peter von PreradovicS Zeitschauspiel .Berit eben wir un«...?“ für bie kommende Winterspielzeit gesichert. •• Die Städtische Kunstsammlung im Reuen Schloß ist morgen, Sonntag, von 11 bi« 13 Mbr bei freiem Eintritt geöffnet Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. •• Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. •• Anlagenkonzert findet morgen, Sonntag, 11 ilfor. durch da« Muftttorp« unsere« Bataillon« bei günstiger Witterung in der Südanlage statt. Die Musikfolge ist. 1. „3n Treue fest", Marsch von E. Teile. 2. Ouvertüre zur Oper „Zampa“ von F. Herold. 3. Fantasie au« der Operette „Da« Dreimäderlhau«" von Schubert-Berte. 4. „Seid umschlungen Millionen“, Walzer von Johann Strauß. 5. „Wiener Volksmusik“. Potpourri von Komzak. *• Helft den Blinden! Dom I?aribe«t»cr» band der Hessischen Blinden E. D. in Darmstadt wird un« geschrieben: Armut und Elend drückt da« ganze deutsche Volk, am schwersten aber die Blinden. Denn ihnen sehlt der für volle Erwerbsfähigkeit wichtigste Sinn, und viele können nicht beschäftigt werden, weil für sie eine berufliche Umstellung nicht mehr möglich war. Für den Freistaat Hessen wurde im Rovember v. 3. der Landesverband ber Hessischen Blinden begründet. Dieser ‘Herein hat sich die Ausgabe gestellt, den Blinden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Er läßt zur Zeit in ber Provinz Oberhessen eine Sammlung veranstalten unb bittet die Bevölkerung, durch Einzeichnung von Gaben da« Lo« der Blinden erleichtern zu helfen. Die Sammluna ist behördlich genehmigt. Der Sammler muß sich hierüber auSweisen, ebenso wird die Verwendung der Gelder polizeilich überwacht. ” Segelflieger Kronfeld startet morgen von Gießen a u 8. Der bekannte Rekordsegelflieger K r o n f e l d, der — wie gestern berichtet — während der Seaelflugwoch« in Hirzenhain (DillkreiS) Flüge veranstalten wird, weilt mit seinem Segelslugzeug zur Zeit im Gießener Flughasen. Der Flieger wird am morgigen Sonntag gegen 14 Uhr vom Gießener Flughafen, durch ein Motorflugzeug in die Lust em- vorgeschleppt werden und sofort im Motorschleppflug nach Hirzenhain fliegen. 3m heutigen Anzeigenteil wird zu diesem bemerkenswerten Ereignis im Flughafen eingeladen. •• Todesfälle in Gießen. SS verstorben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 31. Augustl 16. Auguste Atzbach geb. Opitz, Witwe, 59 3ahre. Marburger Straße 49. Margarete Wißner geb. Müller, 57 3ahre, Sandgasse 18. 17. Wilhelm Sommerlab, Kanzleiassistent, 61 3ahre, HunbS- gaffe 6. 19. Wilhelm Schmibt. Weichensteller I. R^ 68 3ahre, Plockstrahe 12. Christoph Heibelbach, Straßenauffeher, 56 3ahre, Wolkengasse 11. 21. Maria Anna Sauer geb. Scherer, Witwe, 88 3ahre, Steinstraße 76. 25. Emma 3ube geb. Müller, 47 3ahre, Friebrichstraße 5. Heinrich Will, Oberrcallehrer, 64 3ahre, Lubwigstrahe £ 26. Wilhelmine Pfeffer geb. Oppermann, Witwe, 78 3ahre, Kaiserallee 18. 27. Marie Roh geb. Brethauer, 57 3ahre, Roon st raße 21. 29. Hey- mann Süskinb, Kaufmann, 48 3ahre, Reuen- weg 29. 30. Sophie Löwer geb. Lamm, 43 3ahre, Wilhelmstraße 76. •• Gesetzliche Gesellenprüfungen. Der Gesellen prüfungsausschuß bes Geroerbeoerein» ÄBDULLA • STANDARD das zeugt von Geschmack ! Fabriklaser: Werner Gerson, Frankfurt a, Hohenstaufenetraße 5, TeL Malus au 71 075. 521BV Ingenieur*Schule l Maschtnenoan Elektro- lecnnlLMocD-a. 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Der Inhalt dieses Gesamtunterrichtes muh im höchsten Maße kindesgemäß sein. Gr muß der seelischen Einstellung von sechsjährigen Kindern gerecht werden und in Wort und Bild in kindes- aemäher Weise zum Ausdruck kommen. Diese Anforderungen an eine gute Fibel sind in der neuen in recht glücklicher Form in die Tat um» gesetzt Welche Freude leuchtet hier dem kleinen, lernbegierigen ABE-Schützen auS seinem ersten Buche entgegen. WaS gibt eS da alles zu sehen, zu fragen, zu malen und — zu schreiben und zu lesen. Da kommen auf den ersten Seiten einige prachtvolle Bilder: Die Mutter, die ihrem Jungen auf dem Schulwege nachwinkt: es wird gegenübergestellt, was daS Land gibt und was die Stadt nimmt. Rotkäppchen und der Wolf und die sieben Geißlein dürfen natürlich nicht fehlen. Dann stellen sich die Helden des Buches mit ihren Spielkameraden vor: HänSchen und fein Bär, Oda und Rudi mit der Mieze und dem Männe. Lind schließlich erscheinen auch die zu lernenden Unbekannten. Jeder wächst aus einem feinen Bilde hervor. Wir sehen unsere Helden zu Hause, auf Dem Schulweg, im Garten und im Wald, bei Spiel und Arbeit, zu allen Tages- und Jahreszeiten. Das Stadtkind wird auf oas Land geführt, das Landkind in die Stadt. Bewußt ist die Fibel für Stadt und Land herausgegeben, sie ist trotzdem eine rechte Heimatfibel. Die Bilder sollen der mündlichen Sprachpflege dienen, der ja auf allen Stufen entscheidende Bedeutung für die Rechtschreibung zukommt. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage des ersten heimatkundlichen Llnterrichtes. Sie sind nach Inhalt und Farbwirkung mit besonderer Sorgfalt gewählt und ersehen teilweise das große An- schauungsbild. Wohl hat dieses unterrichllich nach verschiedenen Seiten hin seine Vorzüge, aber dem stehen bei unseren großen Klassen auch manche Rachteile gegenüber. An dem vor ihm liegenden Fibelbilde kann jedes Kind die Einzelheiten, das Persönliche erkennen. Vor allem aber geben die Bilder dem Buche ein recht freundliches Gesicht, und mancher Erwachsene wird sich mit seinen Kindern darüber freuen. Kleine Zeichnungen unter den Bildern bieten Anregung zur Betätigung der Hand mit Griffel, Blei und Farbstift. 3m Gegensatz zur Comenius- sibel ist in der neuen Fibel nach Raum und Größe die Steinschrift bevorzugt behandelt. Besondere Fußleisten ermöglichen es jedoch auch, mit der Gütterlinschrist zu beginnen. Der Verfasser weiß, daß die Meinungen über die Zweckmäßigkeit der Steinschrift als Ausgangsfchrift auseinandergehen, und er gibt deshalb am Schlüsse des Buches in ausführlicher Weise einen Hinweis auf die vers-iedenen Gebrauchsmöglichkeiten der Fibel. Gerade in der Grundschule muh sich der Lehrer restlos seiner Persönlichkeit entsprechend entfalten, und es ist deshalb verständlich, wenn der eine oder andere zu der Fibel seine besonderen Wünsche vorzubringen hat. Aber darüber werden sich alle einig sein, daß mit dieser Heimatfibel dem Kinde ein Buch in die Hand gegeben wird, aus dem außerordentlich viel geschöpft werden kann. Aus dieser Fibel spricht Der erprobte Schulmann mit seiner langjährigen Erfahrung, aber auch seine Liebe zum Kinde und zur Schule, und es trifft für sie das Wort zu: .Das Beste ist für unsere Kinder gerade gut genug.“ • Die Bilder von Lia Doering, welche den Text der Fibel begleiten und finnfälilg machen, erscheinen teils in Mehrfarbendruck, teils schwad- weiß, teils — soweit in den Text oder die Buch- stabenreihen eingegliederte Zeichenvorlagen in Betracht kommen — in einfacher Strichmanier und Umrihlinien. Sie sind insgesamt in einer drucktechnisch einwandfreien Form wiedergegeben und kommen dem besonderen pädagogischen Zweck innerhalb des Lesebuches glücklich entgegen, da sie allenthalben dem kindlichen Dorstellungskreis entnommen oder angepaßt sind; sie behandeln einfache, dem alltäglichen Leben des Kindes in den Grundfchuljahren entsprechende Motive, die ihm vertraut sind oder leicht und in sinnfälliger Form vertraut gemacht werden, — etwa wo es sich um eine Schilderung des Landlebens für Stadtkinder handelt und umgekehrt. Märchenbuch, Tagesablauf im Kinderzimmer, Spiel und Arbeit, Tiere, Feld und Wald geben den einfachen Stoff für die Bilder, welche für Kinder und für den ersten Unterricht insofern um so mehr geeignet erscheinen, als sie ausgesprochen auf Schilderung bedacht sind, sich an die Wirklichkeit der kindlichen Umwelt halten — was für dieses Lebensalter wesentlich erscheint — und außerdem eine Fülle von Einzelheiten im Gesamtbilde aufweisen, so daß die Kleinen wirklich zu eingehender Beschäftigung mit den Illustrationen und zu lehrreichen Entdeckungsreisen angeregt werden, was wiederum dem Grundprinzip der Fibel durchaus entsprechen dürfte. — Zum Schluß darf darauf hingewiesen werden, daß es sich bei ber Reuerscheinung nicht nur um ein Schulbuch handelt, sondern auch um ein wertvolles Weihnachtsgeschenk für jede Familie, um eine anregende und willkommene Gabe für die Mütter im Zusammenleben und der Beschäftigung mit ihren Kindern. . Zeitschriften. — 3m Septemberheft der .Zeitwende“ (Verlag C. H. Beck in München) spricht sich H. Hauck über Marxismus, Liberalismus und .preußischen" Sozialismus lebendig und anschaulich, aber doch unparteiisch-sachlich auS. Er schließt seinen Aufsatz über.Soziale Bewegungen der Gegenwart" mit einem Blick auf die soziale Bedeutung der evangelischen Kirche. 3n der sozialen Gesetzgebung Bismarcks, den Bestrebungen Damaschkes und Stöckers, aber auch im Rationalsozialismus sieht Hauck den Geist des .Preußentums" im Sinne Spenglers am Werke, dessen jüngste Schrift .Der Mensch und die Technik" von 3ohannes Echattenmann im gleichen Heft kritisch gewürdigt wird. — W. von Bartels fordert in feinem Beitrag .Konservativer Gedanke und Reue Musik" einen kulturschöpferischen Konservatismus, der das Feld der Kunst nicht als .nebensächlich“ dem Kulturbolschewismus überläßt. — Aus den .Randbemerkungen" seien besonders hervorgehoben Otto Bruders Gedächtnisworte für Wilhelm Raabe .Lächeln durch Tränen", sowie Oskar Langs Hinweis auf Wolfgang Huber, einen erst wenig bekannten 3eitgenoffen Albrecht Dürers, dessen Landschaften — wie die beiden OMb beilagen zeigen — merkwürdig modern anmuten. Das Grammophon. Grien hat ein Grammophon. Das Grammophon stammt aus dem achtzehnten Iahrhunberi. Der Blechtrichter ist zwei Meter lang. Die Mcmdrannabel ist angewachsen. (Gelegentlich nimmt sie Grien zur Maniküre.) Wenn bas Grammophon spielt, muß man schieben helfen. So ein Grammophon hat Grien. Grien hat eine Platte. Grien hat bie Platte schon zehn Jahre. Das Titelschilb ist zerkratzt. Kein Mensch weiß baher. wie bie Platte heißt. Grien behauptet, eS wäre Tannhäuser. Aber beschwören kann er es nicht. Grien läßt bie Platte jeben Abend laufen. Ieben Tag biefelbe Platte. Immer wieder. Von acht bis zehn. Bis es Busse zu dumm wird. Busse wohnt nebenan. Busse kannte die Platte schon auswendig, wo sie noch neu war. Also oor zehn Jahren. Zehn Jahre hat er sich bas mit an- gehört. Jetzt geht sie ihm auf bie Nerven. »Hören Sie mal, Grien", klopft er bei feinem Nachbar, „ich zahle Ihnen zwanzig Mark, wenn Sie Ihr Grammophon verkaufen." „Für zwanzig Mark gebe ich bas gute Grammophon nicht her." „3d) will es ja auch nicht haben. Sie können es verkaufen, wie teuer Sie wollen unb an wen Sie wollen. Ich zahle 3hnen außerbem zwanzig Mark, wenn bas Ding in vier Wochen verkauft ist." Das leuchtet Grien ein. ,Hch werbe es mir überlegen", sagt er. » Grien überlegt es sich nicht lange. Schon am nächsten Abenb kam er zu Busse. „Ich habe mein Grammophon verkauft." „Wirklich?" „Tatsache." Buffe freut sich mächtig. »Hier sinb Ihre zwanzig Mark. An wen haben Sie es benn verkauft?" Da sagt Grien: „An meinen Zimmerherrn, ber neben Ihnen wohnt." ' J. H. R. Ihm Gedanken austauschen wollen. Solche Ausländer haben sich wiederholt dahin geäußert, daß nirgends der Weg zu einem Regierungschef so einfach und unbürokratisch sei, wie zu dem deutschen Reichskanzler. Man scheint in der Oeffentlichkeit häufig noch nicht richtig einzusehen, wie weit das Bestreben des Reichskanzlers geht, sich auf breitester Grundlage zu informieren, sich von allen Meinungen, die irgendwie Geltung haben können, Kenntnis zu verschaffen. Wie oft geschieht es, daß irgendein Gelehrter, ein praktischer Wirtschaftler, der vielleicht selten oder nie nach Berlin kommt, einen Brief erhält, in dem geschrieben steht: „5)r. Brüning würde sich freuen, wenn Sie ihn an dem und dem Tage in der Reichskanzlei zum Tee besuchen würden!" Bei dieser Gelegen- yeit informiert sich dann der Reichskanzler genau, — keine Mahlzeit, bei der nicht Menschen von außerhalb in der Reichskanzlei zugegen wären, es vergeht kaum ein Morgen, an dem nicht vor den Referenten des Ministeriums Referenten der öffentlichen Meinung beim Reichskanzler zu Worte kommen. Allein zu sein, als Mensch für sich zu leben, — dazu kommt der Reichskanzler nur manchmal, eine Stunde am Tage. Wenn keine Rachtsitzun- gen stattfinden, sehen wir ihn abends zwischen 10 und 11 allein im Park des Reichskanzler- Palais spazieren gehen. Auch ich als persönlicher Referent habe den Reichskanzler selten oder nie über persönliche Dinge reden hören. Für den, der in seiner Rähe a7oeitet, ist das große menschliche Erlebnis Dr. Brünings derjenige Augenblick, in dem eine Diskussion von entscheidender Bedeutung festgesahren zu sein scheint: dann wirft Brüning seine ganze Persönlichkeit in die Waagschale. Er wird lebhafter, eindringlicher, spricht dann eine derbere, volkstümlichere Sprache — dann zeigt sich, wieviel Temperament und Schwung sich hinter der äußeren Ruhe und Gelassenheit verbirgt. Einer der amerikanischen Besucher sagte einmal von Brüning: „Er hat nicht nur Charakter, — er hat auch Tempo!" Lind ein anderer seufzte nach 24stündiger Konferenz: „Ihr Dr. Brüning scheint die Rerven des ganzen deutschen Bolkcs durch Rotverordnung f ü r s i ch beschlagnahmt zu haben!" „An den Herrn Reichsfinanzminister" Bon Regierungsrat H i r s ch e l, persönlichem Referenten des Reichsfinanzministers. Hunderte von Briefen mit der Aufschrift: „An den Herrn Reichssinanzminister" laufen täglich bei mir ein. Ich habe die nicht einfache und nicht dankbare Aufgabe, sie zu sieben, alles Wichtige dem Minister vorzutragen und mit dem Rest diverse Papierkörbe zu füllen. Linker diesen Briefen, deren Schicksal der Papierkorb ist, kommen aus allen Gegenden Deutschlands stereotype Forderungen, die mich aber doch jedesmal von neuem in Erstaunen setzen. „Deutschland kann nur wieder gesunden, wenn alle Kaufleute, die pleite gehen und nicht mindestens 50 Prozent in der Masse haben, mit dem Tode bestraft werden!" Am häufigsten ist die Forderung nach der Wiedereinführung des Schuldturms. Da wird von seltsamen jungen Mädchen angefragt, ob verwandtschaftliche Zusammenhänge zwischen dem Reichsfinanzminister und — Marlene Dietrich beständen. In diesem Falle wird um ein Autogramm gebeten, aber nur bejahendenfalls! Kürzlich wurde ich angerufen, ein Herr meldete sich, der den Herrn Minister unbedingt sprechen wollte. Ich bedeutete ihm, daß der Minister telephonisch nicht zu sprechen sei und fragte, worum es sich handele. Er erklärte, einen todsicheren Plan zur Er- r'ettung Deutschlands ausgearbeitet zu haben. Ich seufzte auf — solche Pläne kommen 'nämlich täglich zu Hunderten — und bat -ihn, den Plan einzuschicken. Worauf der Herr ''erklärte, er werde erst dann die Einzelheiten mit- .teilen, wenn ihm vom Reichspräsidenten — eine 25prozentige Gewinnbeteiligung zugesichert sei. Ein großer Teil der Zuschriften zeigt, wie wenig zutreffend das Bild ist, das man sich vielfach von dem Dasein eines Ministers macht. Gewiß, jeden in Deutschland drückt Verantwortung. Aber nur der, der ganz in der Rähe eines Ministers lebt, kann ermessen, wie ungeheuerlich die Arbeit s^ürde ist, die auf einem jetzt amtierenden Reichsminister lastet. Am Tage durchschnittlich drei Besprechungen in der Reichskanzlei — eine davon um 24 Llhr. Daneben hat der Reichsfinanzminister die Verwaltung des umfangreichsten und schwierigsten Ressorts, das es wahrscheinlich in ganz Europa gibt. Ieden Tag beim Referat spüre ich, daß der Minister keine seiner Pflichten oberflächlich abtut, sondern alle bis zum letzten sorgfältig erledigt. Immer verlangt er Details, Genaues, — gerade das Unerfreuliche will er bis zum letzten Wermutstropfen auskosten. Rur sehr wenig darf ich ihm vorenthalten. Darunter sind Kriminalromane, Witzbücher u. ä. Lektüre, die neben guten Büchern aus irgendwelchen mir unerfindlichen Gründen täglich stapelweise vom Verlag an die Adresse des Ministers geschickt werden. „Die glauben anscheinend, daß unsereins noch Zeit für ein Privatleben hat!", sagt manchmal kopfschüttelnd zu mir der Minister. Verzugszinsen für verspätet entrichtete Vorauszahlungen. In den von Steuershndikus Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Rr. 17) lesen wir: Rach einem Urteil des Reichsfinanzhofs vom 3. Iuni 1931 — VI 1083, 1084/31 — sind Verzugszinsen für verspätet entrichtete Vorauszahlungen auch dann zu entrichten, wenn später der endgültige Einkommensteuerbescheid auf einen niedrigeren Betrag lautet, als die Summe der einjährigen Vorauszahlungen, und dafür der Unterschiedsbetrag dem Steuerpflichtigen zu erstatten ist. Das Urteil steht im Einklang mit der sonstigen Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs, die ja bekanntlich dahin geht, daß Vorauszahlungen, die zurückerstattet werden müssen, weil der endgültige Bescheid auf einen geringeren Betrag lautet, vom Steuerfiskus nicht verzinst werden (Amtliche Sammlung Band 19 Seite 315). Es ist nun eine Konsequenz dieser Rechtsprechung, daß für verspätete Vorauszahlungen Zinsen auch dann zu zahlen und nicht zu erstatten sind, wenn der endgültige Steuerbescheid niedriger ist. Die Hilfe für den Steuerpflichtigen gegen diese Zmspflicht besteht darin: Rechtzeitige Anträge auf Herabsetzung der jeweiligen Vorauszahlungen, soweit dos Ergebnis des laufenden Jahres Rundfunkprogramm. Sonntag, 6. September. 7.00: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Weißfrauenkirche: Morgenfeier anläßlich des Dritten Evang. Volkstages. Veranstaltet von der Evang. Landeskirche Frankfurt a. M. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung. Kantate zum 14. Sonntag nach Trinitatis. 12.00: Römerberg: Kundgebung anläßlich des Dritten Evang. Volkstages. 12.30: Schallplattenkonzert. 14.00: Stunde des Landes. 15.00: Stunde der Jugend. 16.00: Von Berlin: Deutsche Kunstflug- Meisterschoften. Mikrophonbericht von Paul Laven. 16.30: Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kur- orchesters. 18.00: Empfindsame Zwiesprache. Rezitationen von Hildegard Rhode und Rudolf Rieth. 18.30: Unterhaltungskonzert auf Schallplatten. 18.55: Robert Steinen lieft ungedruckte Fragmente zu seinem neuen Roman „Farben zu einer Kinderlandschaft. 19.30: Kompositionsstunde Erich Wolfgang Korngold. 20.00: Im Fluge um die Welt USA. 1. Abend: „Im goldenen Westen". 21.00: Cannstatt: Abendkonzert des Philharmonischen Blä- ser-Orchesters. 22.40 bis 24.00: Tanzmusik. Montag, 7. September. 7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 17.00: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Das Abc des Autos", Vortrag von Hellmut H. Honig, Berlin. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Operetten« und Schlager-Stunde. 20.30: Neuyork bei Nacht. Ein Ouerschnitt auf Schallplatten. 21.10: Konzert zum Gedächtnis des 100. Geburtstages von Joseph Joachim. 22.30 bis 23.00: Unterhaltungskonzert. Dienstag, 8. September. 7.00: Frühkonzert. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.05: Von München: Für die Hausfrau. — Vorbereitungen auf das Erntedankfest. 17.00: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Ausländsdeutsche im Reiche der Musik', Vortrag von Dr. Karl Klingenfuß. 19.05: „Arbeitsdienstpflicht", Vortrag von Theodor Bäuerle. 19.45: Johann-Strauß-Konzert des Rundfunkorchesters. 20.45: Wilhelm Raabe (zum 100. Geburtstag), Erinnerungen an Wilhelm Raabe, Plaudereien über Wilhelm Raabe. 21.30: Klaviermusik. 22.35: Briefkasten. 23.00 bis 24.00: Tanzmusik. Mittwoch, 9. September. 7.00: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 12.05: Schallplattenkonzert. 1515 bis 16.00: Stunde der Iugend. 17.00: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Die Erforschung der Sahara", Vortrag von Paul Spatz, Berlin. 19.05: Freiburg: „Schutzzollpolitik und Weltwirtschaft", Vortrag von Dr. Else Hölzl. 19.45: „Der Ackersmann und der Tod", von Johannes Saaz, gelesen von Emil Heß. 20.00: „Das möcht ich nicht wieder hören", ein bunter Abend, zusammengestellt von Karl Kostlin. 21.00: Konzert des Rundfunkorchesters. 22.15: „InternationaleOlhm- piavorbereitungen", Gespräch zwischen Henry F. Schulte, Director of the Athletics der Universität von Rebraska, und Otto Boer. Donnerstag, 10. September. 7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Iugend. 16.40: „Ein rheinischer Weberjunge erzählt", Improvisationen von Paul Laven. 17.00: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: Zeitfragen. 19.05: „Der pluralistische Parteienstaat", Vortrag von Dr. Georg Schmitt. 19.45: Wiener Volksmusik 1. 20.30: Die Geschichte von Aucassin und Ricolette. Für den Rundfunk bearbeitet und gesprochen von Professor Friedrich Karl Roedemeyer. 21.30: Kammermusik. 22.15: Von Berlin: Zeitbericht — Ungarns Außen-und Innenpolitik vor dem Rücktritt Dethlens. Bearbeitet von Actualis. 23.10 bis 24.00: Wien: Tanzmusik. Freitag, 11. September. 7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 17.00: Rachmittagskonzert. 18.40: „Das Schlichtungswesen", Vortrag von Dr. jur. Döse. 19.05: Aerztevortrag: „Die Leberbehandlung bei Blutkrankheiten". 19.45: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 20.30: Von den Dynamiden bis zu I. S. Dach. Eine musikalische Plauderei von Hans Reimann. 21.00: Segen der Erde. Li- terarisch-musikalische Hörfolge. 22.35 bis 23.00: Tanzmusik. 0.30 bis 1.30: Auf den Kurzwellensender: Rachtkonzert. Samstag, 12. September. 7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 12.05; Schallplattenkonzert. 13.00 bis 13.10: Insel Wight, England: Um den Schneider-Pokal für Wasserflugzeuge. 1. Mikrophonbericht. 14.55 bis 15.05: Insel Wight, England: Um den Schneider-Pokal für Wasserflugzeuge. 2. Mikrophonbericht.. 15.15 bis 16.00: Stunde der Iugend. 17.00: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Berufsaussichten der Iung- akademiker". Ein Chemiker, Dr. Fritz Dreusch, erzählt. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.40: Besuch bei Maler Posch, Darmstadt, anläßlich der Berleihung des Büchner-Preises. — Am Mikrophon: Eberhard Deckmann. 20.00: Freiburg: Im Schloß und Münster Salem in Ober-Daden. Sprecher: Dr. Rupert Giehler, Ernst Drugger. 20.40: Dasselbe in Grün. Ein bunter Abend, zusammengestellt und geleitet von Curt Elwen- spoek. 22.35 bis 24.00: Tanzmusik. bereits nachweisbar geringer sein wird, als das des vorhergehenden, auf dem die Vorauszahlungen beruhen. Oberheffen. Notruf der größten oberhessischen Landgemeinde. £ Wieseck, 4. Sept. Gestern abend fand eine Sitzung des Gemeinderats statt, in der von Bürgermeister S ch o m b e r ein Schreiben des Kreisamts bekanntgegeben wurde, wonach die endgültigen Steuersätze für die Umlagen und die Sondergebäudesteuer für 1930 und 1931 genehmigt wurden. Zugleich machte Dürgermeister S ch o m b e r Mitteilung von dem schwierigen finanziellen Stand der Gemeinde. Sollte nicht erreicht werden, daß Staat und Reich die Lasten für die Wohlfahrtserwerbslosen mit übernehmen, so steht auch die Gemeinde Wieseck vor dem Ruin. Die von der vorgesetzten Behörde empfohlenen Steüererhöhungen mühten vom Gemeinderat a b g e l e h n t werden, da bei deren Einführung für die Gemeinde keinerlei Vorteil herauskomme. Eine Arbeitergemeinde wie Wieseck, die mit ihren Steuern mit an der Spitze marschiere, könne unmöglich den wenigen Steuerzahlern noch weitere Lasten auferlegen. Die im Voranschlag vorgesehenen 25 000 Mk. für Erwerbslose und Wohlfahrtsempfänger reichten bei weitem nicht aus, um den unbedingt notwendigen Unterstützungen gerecht zu werden; seien doch bereits seit April 15 000 Mk. ausbezahlt worden bei einem viel niedrigeren Erwerbslosenstand, und rechne man hinzu, daß diese Lasten von Woche zu Woche sich erhöhen, so komme man zu dem Ergebnis, daß dieser Zustand nicht mehr lange anhalten könne. Auch die von der vorgesetzten Behörde vorgeschlagene Einführung der Getränke st euer wurde vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt, zumal sie keine nennenswerte Einnahme bringe und die Kontrolle nicht bezahlt mache. Gemeinderat in Büdingen. !! Büdingen, 3. Sept. Dem Antrag der Baukommission entsprechend beschloß der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, folgende Arbeiten durch ausgesteuerte Erwerbslose ausführen zu lassen: 1. Das Ausräumen des Sremenbachbettes von derLohstegbrücke bis zur Brohlerschen Mühle, einschl. Entfernen des aus dem Mauerwerk herauswachsenden Ge- büschs. 2. Die Herstellung des Schaafesfeldwegs einschl. der Seitengräben. 3. Die Herstellung des noch nicht ausaebauten Stückes des verlängerten Steinwegs einschl. Stellen des Baues und Beschotterung. 4. Planieren der Iahnstrahe, und 5. Bekiesung des Schulhofes. — Das von dem Gemeinderat beantragte Disziplinarverfahren gegen den Schuldiener Lehning wegen Richtausführung gegebener Aufträge konnte von dem Kreisamt nicht durchgeführt werden, da die vorgebrachten Gründe keinen Anlaß zu einer disziplinären Bestrafung gegeben hatten. — Die beiden pensionierten Feldschühen Michel und K n a f hatten sich freiwillig bereit erklärt, während der Obsternte den Dienst als Ehren- feldschühen, d. h. ohneirgendeineBe- z a h l u n g , zu versehen. Rachdem das Kreisamt gegen diese Maßnahme nichts einzuwenden hatte, lehnte der Gemeinderat die Beschäftigung ab mit der Begründung, daß Ehrenfeldschützen in genügender Zahl vorhanden seien. Kreis Friedberg. t. K i r ch -Göns, 3. Sept. Die starken Regenfälle in den letzten Wochen haben dem Getreide auf unseren Feldern keinen erheb- lichen Schaden verursacht. Roggen und Gerste waren zum größten Teil schon geborgen. Der Weizen, der aus Haufen stand, konnte nach dem Regen bald eingefahren werden. Lediglich der Hafer hat gelitten. Die Landwirte haben bereits mit der Grummeternte begonnen. Der Ertrag steht dem der Heuernte etwas nach, kann aber trotzdem als gut bezeichnet werden. Die Frühkartoffel lieferte einen guten Ertrag. Kreis Büdingen. △ Nidda, 3. Sept. Am Montag wurden hier die Frühäpfel und Zwetschen von den städtischen Baumstücken stammweise versteigert. Die sehr reich behangenen Aepfelbäume erbrachten nur geringe Preise. Der Zentner Aepfel stellte sich am Baume auf etwa 2 Mark. Sehr ungleich war der Behang der Zwetschendäume, manche hatten fast gar keine Früchte, andere wieder reichlich. Für den Zentner Zwetschen ergab sich ein Durchschnittspreis von 4 bis 5 Mark am Baum.' Der Erlös für Zwetschen betrug im ganzen 540 Mark. ! Borsdorf, 3.Sept. Bei der hiesigen Beigeordnetenwahl wurde Otto Belzer gewählt. Er war als einziger Kandidat aufgestellt. Der feityerige Beigeordnete Ludwig M ö b u s hatte wegen vorgerückten Alters eine Wiederwahl abge- lehnt. — Unser Dorf, das als eines der ersten Dbft- dörfer Hessens gilt, steht hinsichtlich der Menge als auch der Güte vor einer vorzüglichen Obsternte. Sowohl die besseren Tafelobstsorten wie das billigere Wirtschaftsobst zeigen einen sehr guten Behang. Der eigentliche Handel hat noch nicht eingesetzt, wenn auch vereinzelt schon Angebote für Wirtschaftsäpfel (Kelterobst) gemacht wurden, die sich um 2 Mark je Zentner bewegten. i. BobenhausenI, 4. Sept. Die B r o m d e e r. ernte in den umliegenden Staatswaldungen fällt in diesem Jahre sehr reichlich aus. Die Nachfrage ist sehr groß. Meist sind es ausgesteuerte Erwerbslose, die die Beeren sammeln und sie in der näheren Umgebung zum Verkauf anbieten. Der Preis beträgt 20 bis 30 Pf. für das Pfund. * Wenings, 3. Sccht. Am vorigen Sonntag wurde hier der Iugendsonntag derevan- gelischen Landeskirche gefeiert. Im Fest> gottesdienst wirkten der Musikverein und die Mädchenbünde der beiden Gemeinden mit. Pfarrer Köhler hielt die Fesüpredigt. Rachmittags marschierte der Festzug wieder zum Peterskopf. Der Mädchenbund Merkenfritz führte „Das Spiel von den drei Glocken" aus, dos Pfarrer Köhler nach Motiven aus einem Märchen von Sophie Renschle verfaßt hatte. Lehrer Heusohn und der Verfasser hatten am Tag vorher mit Hilfe der Schulkinder und zweier Gemeindeglieder eine entsprechende Freilichtbühne geschaffen. So verfehlte das gut gespielte Stück seine Wirkung nicht. Besonders wirkungsvoll waren die in das Stück eingeflochtenen Chöre. Der Mädchenbund Wenings unter Leitung der Pfarrfrau sang ebenfalls zwei sehr schöne Chöre und tanzte verschiedene Volkstänze. Das von ihm aufgeführte lustige Stück „Hans und Liefe!" fand großen Beifall; die Spielerinnen hatten sich gut in ihre Rollen eingelebt. Abwechselnd mit den Darbietungen der Iugend erfreute der Musikverein die Hörer mit Volksliedern und sonstigen Musikstücken. Die Fortschritte, die er seit seiner Gründung zu Beginn des Iahres gemacht hat, sind sehr beachtlich und erfreulich. Pfarrer Köhler sprach dem Verein in seinem Schlußwort feinen besonderen Dank aus, ebenso denjenigen, die sonst zum Gelingen der Feier brigetragen hatten, und den Zuhörern, deren Zahl überraschend groß war. Kreis Scholten. -»-Ober-Schmitten, 4. Sept. Im 84. Lebensjahre starb die ä l t e ft e Bewohnerin des Dorfes, Katharina Elisabeth Müller. In derselben Nacht starb auch ihr Neffe, der Landwirt Wilhelm D i e h l m a n n im 61. Lebensjahre. Beide wurden in einem gemeinsamen Grabe bestattet. ch Sichenhausen, 3. Sept. Die Einmütigkeit unserer Gemeinde zeigte sich in diesen Tagen im Hinblick auf die Beigeordnetenwahl. Es wurde nur ein Kandidat, Gemeinderat August Ries ausgestellt, der als gewählt gilt. ± Groß-Eichen, 3. Sept. Am vergangenen Sonntag fand hier der Eröffnungsgottesoienst für den Konfirmandenunterricht statt. Die Zahl der Konfirmanden ist diesmal recht klein. Im ganzen werden acht Kinder, sieben Knaben und ein Mädchen, in den Llnterricht ausgenommen, darunter zwei Knaben aus Klein- Eichen. Kreis Alsfeld. 0* Alsfeld, 3.Sept. Das 17 Mann starke Alsf elder Iugend orche st er unter der Leitung von Oberreallehrer Dotter veranstaltete im „Deutschen Haus" ein Konzert, das außerordentlich zahlreich besucht war; viele Konzertfreunde konnten keinen Platz mehr finden. Die Leistungen verdienten alle Anerkennung. 8tua. phil. Hermann Dotter erntete für sein Diolinfolo „Balletszenen, Fantasie von Beriot vp. 100" stürmischen Beifall. c.^^eJ(au' 3- Sept- In diesen Tagen wird hier die Bachregulierung am alten Echlohgraben durchgeführt. Bei diesen Arbeiten lönrwusämtliche Arbeitslose der hiesigen Gemeinde Beschäftigung finden. —Frau Katharina Rühl feiert demnächst ihren 90. Geburtstag. Die Iubilarin dürfte eine der ältesten Frauen unserer nächsten Llmgebung sein. Kreis Lauterbach. *ßauterbad),4. Sept. Der Gemeinderat hat die Einrichtung einer Volksküche be- schlossen, die in der Hauptsache den Krisen- unter ft ü^ten der Stadt die Ernährung während des Spätherbstes und des Winters wenigstens zum Teil sicherstellen soll. Unter der Auf- sicht der Stadtverwaltung sollen von einer tüchtigen Köchin, der eine Anzahl junger Leute zur Unter- stützung beigegeben werden soll, kräftige Suppen her, gestellt werden. Die Stadtverwaltung will demnächst einen Aufruf erlassen, in dem zur U n t e r st ü tz u n g dieses Hi Ifs wertes durch Spenden von Naturalien und Geld ausgefordert werden soll. Preuße«. Kreis Wetzlar. B Wetzlar, 4. Sept. Der Regierungspräsident zu Koblenz hat das von ihm am 14. Juli erlassene Verbot von Umzügen und Versammlungen unter freiem Himmel im Regierungsbezirk Koblenz «jeder aufgehoben. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 4. Sept. Am Mittwoch kam hier eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft von etwa 30 Lehrern und Lehrerinnen aus -dem südlichen Teil des Kreises Biedenkopf zustande. Zum Vorsitzenden wurde Rektor Müller (Raunheim) gewählt. Man sprach über das Ziel des Llnterrichts und der Erziehung. Dabei kam zum Ausdruck, daß die alten Pädagogen Pestalozzi und die Philanthropen mit ihren Grundsätzen heute noch maßgebend seien. Den nächsten Vortrag für die Tagung in Rodheim hat Hauptlehrer Feir aus Hermannstein übernommen. Im Winter will die Arbeitsgemeinschaft regelmäßig in Gießen tagen. Hauptversammlung des Hessischen Mlanchthonverems. h. Frankfurt a. M., 1. Sept. Die diesmalige, in ihren Beschlüssen sehr wichtige Hauptversammlung des Hessischen Melanchthonvereins fand gestern im „Kronenhof" dahier unter dem Vorsitz von Landeskirchenrat D. Waih, Darmstadt, statt. Als Vertreter des Landeskirchenamtes war Oberkirchenrat . Zentgraf, Mainz, erschienen. Aus dem Bericht des Vorsitzenden ist zu entnehmen, daß der Vorstand des Vereins im abgelaufenen Berichtsjahre den Hauptzweck des Vereins, nämlich die Schaffung eines Alumnates für evangelische Schüler zu wirtschaftlich günstigen Bedingungen und unter guter Aufsicht am Sitze einer höheren Lehranstalt (Gymnasium), nicht aus den Augen verloren, sondern tatkräftig betrieben hat. Richt weniger als 13 Projekte wurden vom Vorstand geprüft, konnten aber nicht zur Ausführung gelangen, *ba die wirtschaftlich ernste Lage unbedingte Vorsicht gebot. Dagegen wurden vorsichtshalber aus den Beständen der Heeresverwaltung (Reichsvermögensverwaltung Mainz) für 6000 Mk. Möbel aller Art einschließlich 24 Betten erworben. Der Verein erhält seine finanzielle Llnterstützung von der Kirchenregierung, die die Bestrebungen des Vereins als wichtig und zeitgemäß ansieht, von bis jetzt 13 Dekanaten (10 stehen noch aus) und 91 evangelischen Kirchengemeinden, sowie einer Anzahl persönlicher Mitglieder. Der Beitrag für letztere beträgt jährlich 2 Mk., der korporative Beitrag eines Vereins usw. 10 Mk. Eine größere Anzahl evangelischer Geistlicher hat bis jetzt dankenswerter Weise jährlich größere Opfer gebracht. Die Tätigkeit des Vereinsvorstandes wurde gebilligt und besonders von Oberkirchenrot Zentgraf empfohlen, bei Gründung eines Alumnates vor allem die D e - dürfnisfrage sicherzustellen, ehe weitreichende Beschlüsse gefaßt würden. Dies entspricht auch der Stellungnahme des Vorstandes. Eine lebhafte Besprechung fand über die Schaffung und Eröffnung eines Studentenheims für evangelische Studenten des pädagogischen Instituts in Mainz statt. Der Vertreter des Studentenausschusses und andere fachkundige Interessenten des pädagogischen Institutes aus Mainz konnten überzeugend das dringende Bedürfnis nach einem solchen Heim dartun. Die Generalversammlung beschloß daher einstimmig und freudig, die in dieser Richtung vom Vorstände bereits eingeleiteten Schritte zu billigen. Danach wird im „Wittenberger Hof" zu Mainz (der dem dortigen evangelischen Verein gehört) ein Stockwerk mit einer Anzahl Zimmer und Betten hergerichtet und vor allem große Tagesräume (Lesezimmer, Musikzimmer) zur Verfügung gestellt, und zwar bereits vom 1. Oktober d. I. an für das kommende Wintersemester. Auch für die evangelischen Lehrer st uden- tinnen soll in ähnlicher Weise gesorgt werden, denn das Bedürfnis ist auch hier dringend vorhanden. Die Inangriffnahme des genannten Werkes bedingte eine Erweiterung des Vereinszweckes und hiermit eine Aenderung der Statuten, die ebenfalls angenommen wurde. Mit Dank für die Mitarbeit und mit dem Wunsche, daß das in Angriff genommene Wohlfahrtswerk zum Segen von Schule und Kirche gelingen möchte, fchloß der Vorsitzende die Tagung, Die bic8« toichiige -ssischcn gestern im on Landes« M Der« erkirchenrat irpräsident > erlaßen« r|amm« egierung» wird igraben kämt, t Te. 75tau Me- der Mttlvoch itSge« cn und Teil de» riihendrn fltWL irrichlt 1 jum Äur« ilojji und itjcn heute iortrag für itct jeit )inter will n Sieben ? Ratte "n der eranftol. 5E, dar Diriot s S: •Ä '.'leben 8 Mi. alNB Kt°b-r ZK Statute"- tfs** "berat '«he be. K'Jen. rnährung Sinters ' b«r Sus. tüchtigen lr Unter. PPen her. demnächst tützung von Stoll. enden iß Kreins im jtntd deS Älurn« rtschaftiich r Aufsicht mnasium), tatkästig vielte tour« er nicht zur ftlich ernste acn tvmden er Heeres« mg Mn, hliehllch 2i seine finan* gierung. W vichtig und .(analen (W ! Kirchenge- licher.M' -ägt 'M? Vereins mV- ischer»K । besonders ahlen. btt 1 die $c* > toedtet* I entspricht ’wsW; en»«1”* «'"’Ä Zeugend da» schenM. MLL !r Lichtung Schritte ä" 3m $. L Teutonia Gteinberg. JC. Teutonia IDafjcnborn-Slelnberg gegen Spvg. Leihgestern. ersten Derbandsspiel der diesjährigen gegei Klingen kreuzte, trägt < aus dem Waldsportplatz gegen diese Mannschaft ein Pfllchtspicl auS. Bisher vermochten die ___________ . _ (Honet und dürste aus eigenem Platze Sieger bleiben. Oberndorf I. ist in Hungen zu Gast. Tret» I. und Allertshausen I. stehen sich in TreiS, und Sichertshausen l. und Marburg ll. in Sichertshausen gegenüber. Odenhausen i. spielt in RüddingShausen. Diehen III. hat (Beuern I. auf dem Trieb zum ®cg- ner. Rieder-Ohmen tritt in Haufen, und Annerod I. in Sich an. Saasen I. steht in Grünberg Saison hat am Sonntag, 6. September, die 1. und 2. Mannschaft deS FE. Teutonia die gleichen Mannschaften der Spielvereinigung Leihgestern zu Gast. Wenn auch die Gäste (ganz besonders die erste Mannschaft! in manchem der letzten Gesellschaftsspielen nicht immer günstig abgeschnitten haben. sa,müssen die Einheimischen trotzdem auf der Hut fern, wenn der Beginn der Derbandsspiele für sie mit besten Aussichten in den Kamps. 3n der zweiten BezirkSklassc hat Großen-Buseck I. Diesten II. zu Gast. Hier werden die Plahbesiher wohl Sieger bleiben. Saubringen I. und BurkhardSsel- den I. stehen sich in Saubringen gegenüber. Marburg I. sollte in Hachborn den Sieg an sich reihen. Drohen-Linden I. hat Raunheim II. zum Gegner keine Riederlage bedeuten soll. GS bedarf um so mehr aller Aufmerksamkeit und aller Energie, da die Teutonen mit Ersatz antreten müssen. — Heber den SpielauSaang der 2. Mannschaften läßt sich im voraus nicht- Bestimmtes sagen. — Sie Schülermannschaft fährt nach Drohen-Buseck und trägt dort gegen die gleiche Mannschaft ein Derbandsspiel auS. V.f.B. Leichtathletik. Der Jugendliche Otto L u h. der in der vergangenen Lalfon im Kugelstoßen und Diskuswerfen recht beachtliche Leistungen vollbringen konnte, startet am kommenden Sonntag bei den nationalen 3 u • genbroettfämpten de» Kölner Ball« s p i e l k l u b s. Er ist in der Klaste A für Ä u g e I - ftohen und Diskuswerfen gemeldet. Die Ver- anftaltung dürfte von Jugendlichen der namhaftesten westdeutschen Leichtathletikklub» besucht werden, so dast dem jungen VfBer Gelegenheit geboten wird, feine Ättfte und sein Können mit den Besten zu messen. Nach den letzten Leistungen zu urteilen, dürfte mit einem guten Abschneiden zu rechnen fein. Handball im (Sau Hessen (O.T.) Io. Heuchelheim — PSV. vuhbach. Der MeistevNassen-Reuling Tv. Heuchelheim I steht am Sonntag auf eignem Platz Der I. Mannschaft vom Polizei-Sportverein Butzbach im fälligen Derbandsspiel gegenüber. Sen Polizisten geht ein guter Ruf voraus. Sie Einheimischen, die zwar mit Ersatz antreten, dürften ihnen aber den Sieg nicht leicht machen, vorausgesetzt, dast alle MannschasiSteile den Eifer vom letzten Sonntag zeigen. • Zum fälligen Derbandsspiel fährt die erste Mannschaft deS Tv. G r 0 st e n - L i n d e n nach Dieder-Mörlen Durch Hebertritt einiger Spieler der (.Mannschaft deS Tv. Dad-Rauheim haben die Gastgeber wesentlich an Spiclstärke gewonnen, so day man den SpielauSgang offen lassen must. Grosten-LindenS 3ugcnt> empfängt bereits am Sonntagvormittag die Jugend deS Turn- und Sportvereins Butzbach. Handball im LahN'Oünsberg'Gau. Mit nachstehenden Spielen werden am Sonntag die Meisterschaftsspiele fortgesetzt: 3n der D au- klasse treffen sich die Mannschasten Sorlat— Garbenteich, Atzbach—Staufenberg und Wieseck— Lollar. 3m ersten Spiel sollte man den Gast knapp in Front erwarten dürfen, der AuSgang der beiden anderen Spiele dürfte wesentlich von der Form abhängen, in denen sich die Mannschasten präsentieren. Beide Spiele sind offen. 3n der Bezirksklasse sind solgende Spiele vorgesehen: 1. Bezirk: Waldgirmes—Erda und Launsbach-Wihmar: 2. Bezirk: Allertshausen l. — Lollar 1., Ruttershausen I. — Lollar II., Allen- dorf II. — Londorf II. Lollar» erste Mannschaft sollte gegen Allertshausen siegreich bleiben. Sie übrigen Spiele lassen eine Dorhersage über den mutmahlichcn Sieger nicht zu. 3m 3. Bezirk stehen sich lediglich die Mannschaften Burkhardsfelden I. — Hausen I. und Hausen U. — Albach l. gegenüber. 3n der Gruppe 1 der Jugendklasse spielen Staufenberg und Kesselbach und in Gruppe 2 Sorlar und Rodheim gegeneinander. DfDer zweimal erfolgreich zu sein. Trotzdem ist der AuSgang dieses Kampfes nicht vorher zu fa- fien, denn die bisherigen Ergebnisse brachten mmer nur knappe Torunterschiede. Sie erste Schülermannschaft bat auf dem Waldsportplatz die erste Schülermannschaft deS DfL. Wetzlar zum Pflichtspielgegner und steht vor einem harten Kampf. Sie Wetzlarer stellen anerkanntermaßen die beste Echülermannschaft deS GaueS. Für den mtnrgigen Sonnkag fcaben Allen- d 0 rfS 1. Mannschaft unb l. Jugend die 1. bzw. 2.Mannlchast deS Tv. S0 r n ho lz h a u s cn zu Gast. Sic 1. 3llcnborf6 wird sich sehr anftrrngen müssen, um die im Dvrfpiel erlittene Riederla« wieder gutzumachen. Sie verhältniSmästig schwache 3ugend wird wohl um eine Riederlage nicht herumkommen. Ai-beiter-Tukm- und (^poi-tbunb. Ser kommende Sonntag sicht im weiteren Verlauf der KreiSklasfenspiele Giesten I. in Raunheim alS Gast. Sic Gießener werden diesmal ihr ganze- Können entfalten müssen, wenn sie dem Platzbesitzer ein gleichwertige- Spiel liefern und Aussichten auf Sieg haben wollen. Wieseck l. must nach Rieder-Wöllstadt. Obwohl Wieseck eine technisch gute Mannschaft in» Feld stellt, wird diese gegen die Gastgeber einen schweren Stand haben. Heuchelheim I. ist in Schwalheim zu Gast und sollte wohl alS Sieger auS dem Spiel hervor- gehen. Ser zweite Sonntag der Herbstrunde in den Bezirk-klassen sieht LollarS l. in Wetzlar. Lollar tritt mit einer stark verjüngten Elf an und geht Zugendspiele. Sie 1. 3ugenb tritt -um fälligen Derbandsspiel in Butzbach gegen die 1. 3ugend de- DfR. Butzbach an. Sie Gießener haben damit einen schwc- öpiefoereinigung 1900 Gießen. Sie Ligamannschaft der Spielvereinigung 1900 bestreitet am morgigen Sonntag «a- erste Der- bandSspiel der Saison der FE Wallau auSerfehen. Sie Mannschaft fahrt diesmal nach einem Hebcreinlommen mit den anderen Dereinen der Umgebung '^R. Butzbach. Sportverein Wetzlar und Sportclub Wetzlar^ce- dergirmeS) im OmnibuS m da» Hinterland. Sott werden Spiele gegen die Mannschaften von Wiesenbach. Dreitenbach und Dottenhorn au-getragen. Sie Spielvcreinigung 1900 hat in der 1. Mannschaft de» FE. Wallau die stärkste Mannschaft de» Hinterlande» zum Gegner. Dingen doch die Wal- lauer au» der vergangenen Saifon bi» auf ein Spiel ungeschlagen hervor. Lediglich gegen die Spiclvereinigung muhten die kampskräftigen Wal- lauer eine Riederlage von 4:0 einfteden. nachdem sie aber auf eigenem Platz im Dorfpiel mit 5: 3 gewonnen hatten. Allerdings trat damals die hiesige Mannschaft ohne Zeller und Schneider an. Sic Gegner der Blauweihen sind austerordentlich schnell im Feldspiel und lassen auch in technischer Hinsicht nicht- zu wünschen übrig. Sie 1900er treten diesmal in kompletter Aufstellung an und sollten bei dem nötigen Ehrgeiz und beim Einsatz alleS Könnens Wohl einige Chancen haben. Sa man hie Wallauer jedoch keincSsall» unterschätzen darf, muh man den Ausgang de» Kampfe» offen lassen. , Sie Ligareserve bestreitet ein Derbandsspiel gegen die sehr spielstarke 1. Mannschaft von Herr- mannstein (bei Wetzlar). Sie Hiesigen werden sich sehr anftrengen müssen, um so mehr, al» sie mit drei Mann Ersah anzutreten gezwungen sind. Sie 3. Mannschaft (Lehrmannschaft) hat ebenfalls ein Derbandsspiel auf dem Programm und tritt gegen die 1. Mannschaft von Wieseck an und sollte einen Sieg landen, wenn dieser Sieg auch nicht so hoch au-sallen wird, wie im letzten GesellschastSspiel. Sie 4. Mannschaft hat die 2. Mannschaft von Steinbach auf deren Platz zum Gegner. Man erwartet hier einen weiteren Sieg der Blauweihen. Zugendspicle. Am kommenden Sonntag beginnen die Pflichtspiele für die 3ugend und Schüler. Stark verjüngt treten neue Mannschaften auf den grünen Rasen, die noch ihre Leistungen und ihr Können zu beweisen haben. 3n diesem Spieljahr werden die 3ugendspiele nach einem neuen Verfahren gewertet, c« kommt nicht nur auf das Gewinnen an, e» wird vielmehr Wert auf die Führung und daS Benehmen deS Einzelnen sowie der ganzen Mannschaft gelegt. Und da» ist gut so: denn dadurch werden wichtige Ziele unserer Sportbewegung, die Sisziplin und die Kameradschaft mehr in den Vordergrund gefchoben. I.3ugend. Aus eigenem Platze empfängt sie die erste 3ugendelf aus Lollar. Sa diese schon im letzten 3ahre eine gute 1. 3ugend spielte und nun al» sog. Lehrmannschaft die Spiele der 3u- gend nochmal» mitmacht, sind die Blauweihen vor eine sehr schwere Aufgabe gestellt. der dortigen zweiten Mannschaft gegenüber. Allendvrf a. d. Lahn bat Leun II. und Klein- Linden 1. Frankenbachs \. zum Gegner. Außerdem Droßen-Bused II. — Großen-Linden II., Harbach I. — Lindenstruth I., Heuchelheim II. — Gang- Dön» I. 3n der 3uaendklasse finden folgende Spiele flott: Großen-Linden — Raunheim, FellingShau- en — Wieseck II., Rodheim — Gießen, Heuchelheim — Wißmar, Wieseck I. — Rödgen, Lollar — Staufenberg, Fronhausen — Hachborn, Hausen — Rieder-Ohmen. Handball. Am kommenden Sonntag wird nur Wieseck» Handballelf in Gambach gegen die bortiae neu zusammengestellte Handballelf ein Jreundschast»- spiel austragen. Sonst sinden au» Anlaß de» KreiSsportfeste» keine weiteren Spiele statt. Kunze Gporlnotizen. Am 3ub ilä u m S s p o r t s e st de» Berliner PolizeisportvereinS am kommenden Sonntag nimmt die Meisterstaffel der Frankfurter Eintracht teil. Sie Läufer Mährlein, 21- dracher und Unverzagt nehmen außerdem an 2in- zelwcttbewerben teil. WeIfcher und Geer- llng sind beim Länderkampf in Pari» befchäftigt. I1.3ugen b. 3hr Gegner ist bicfelbe 3uacnb vom SPD.' Wetzlar, bie in den wenigen Gesell- schaft»spielen nach der Sperre bereit» ein achtbare» Können gezeigt hat und den Plahverein 1900 ebenfalls vor eine sehr schwere Aufgabe stellen wird. Sie 1. Schülermannschaft muh nach Wieseck und trifft hier auf eine eifrige, auf Sieg eingestellte Mannschaft. Sie bessere Technik der 1900er sollte hier den Au-schlag geben. Sie II. Schülermannschaft. Sie Kleinsten empfangen ihre Kameraden auS Wieseck. Sie Leistungen beider Mannschaften sind nur erst An- fangSbewegunoen, doch ihre Freude und ihr Eifer beim Spiel sind vorwiege nb. Ser AuSgang biefeS Spieles ist offen. V. f. S. Sie Ligamannschaft deS DfB. hatte ursprünglich für dvn lommenben Sonntag ein Spiel gegen Sillenburg vereinbart, ba» jedoch nicht zur Durch- führung kommen kann, ba für Sillenburg ein Pflichtspiel angefetzt würbe. Sie Liga ist baber am Sonntag spielfrei. Gleichzeitig mit ihr feiert auch die ßiga- rcferve. Sie 3. Mannfchaft tritt in Heuchelheim der bortigen 1. Mannschaft im Derbandsspiel gegenüber und hat einen Gegner vor sich, der den Giehenem den Sieg nicht allzu leicht wirb erringen lassen. Ser AuSgang de» KampfeS ist offen. ren Kampf vor sich, benn bie Butzbacher bürsten den Hiesigen körperlich stark überlegen sein. Sie 2. Mannschaft, bie in letzter Zeit verfchiebentlich legen bic 3. 3ugenb ber Spielvereinigung 1900 bie •”icn kreuzte, trägt am kommenden Sonntag Generalvertretung: MOTORWAGEN-VERKAUFSGESELLSCHAFT mit beschränkter Haftung • Spezial-Reparaturwerkstätte 58^0 Reichhaltiges Ersatzteil-Lager, Groß-Tankstelle • GIESSEN, Frankfurter Str. 52—56, Fernsprecher 2847/48 der Waden, der kommen musste! > opp erneueW I LL neuen Begriff vom Bau kleiner Wagen, löst er die wichtigste Aufgabe unserer Zeit: die Leistung zu steigern - die Kosten einzuschrunken. Seine vorwfirtsstürmende Kraft, seine klare Schönheit, seine Leistungsfähigkeit und seinen bleibenden Wert dankt der Wagen dem harmonischen Ausgleich aller Teile seiner Konstruktion und dem idealen Verhältnis von Kraft und Gewicht, Gewicht und Form, Form und Linie. Das uralte Gesetz idealer Proportion, der »Goldene Schnitt«, ist hier zum Prinzip für den Automobilbau geworden. Sie sind es sich selbst schuldig, das neueste Produkt Deutschlands größter Automobilfabrik zu fahren, ehe Sie einen Wagen kaufen, zumal die Probefahrt bei jedem Opel-Händler unverbindlich ist und Sie zu nichts verpflichtet • • • Von Opel gebaut • von Opel erprobt, - der Wagen der kommen mußte I Die günstigen Bedingungen der Allgemeinen Finanzierung» Gesellschaft erleichtern Ihnen die Anschaffung. DER GOLDENE SCHNITT IM AUTOMOBILBAU Der neue 1,2 Liter Vierzylinder Opel ist da! Ein idealer Wagen, - eine Gipfelleistung der Konstrukteure des erfolgreichsten deutschen Automobils. • • • Sie brauchen sich nur ans Steuer zu setzen, die Geschmeidigkeit und lautlose Kraftentfaltung des Motors zu fühlen, die absolut weiche Schaltung der Gänge, die unerhört leicht reagierende Steuerung, den behaglichen Komfort und die vorzüglichen Fahreigenschaften auf jeder Straße kennen zu lernen - und Sie werden sofort begreifen, warum dieser Wagen einen neuen Maßstab für Automobilwerte darstellt. 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Entschuldigen Eie, toerm ich cm bißchen aus mir hcrausgehe, trotzdem. Ich bin nicht der Protz, für den Sie mich halten. Das ist bloß eine schlechte Angewohnheit von Berlin her. Da imponiert nur das Geld. Es ist der Wertmesser für alles, alles können Eie damit kaufen. Auch den adeligen Verkehr. Aber glauben Eie nur nicht, daß wir uns darüber täuschen, was das für 'ne ©orte ist. die sich zu unfern Abfütterungen drängt und den Hausherrn hinterher anpumpt. Alles wurmstichig"... Malte verneigte sich höflich. „Ich weiß wirklich nicht, Herr Direktor, weshalb Sie mir das alles erzählen?" Herr Eteinfeld trank seinen Kognak aus. .Am Schluß werden Wir schon zusammenkom- mcn. Aber eine Frage inzwischen: kennen Sie Berlin?" .Ho ungefähr wie wir alle hier. Was um die Friedrichstraße herumliegt, außerdem den Alnion- klub und das Kasino am Pariser Platz. Zu weiteren Entdeckungsfahrten haben wir meistens keine Zeit." Gießener Winterfürsorge. Die Ziffer der vom Gießener Wohlfahrtsamt betreuten WohlfahrtSerwerbSlosen unserer Stadt ist feil Ende März d. 3. in stetem «^'9^ begriffen. Während man am 31-Marz beun Städtischen Wohlfahrtsamt 438 Wohlfahrt Server bslose als HauptunterstützungSempfanger und 792 Zu- fchlagSempfänger zählte, waren diese Ziffern am 30. Juni auf 467 bzw. 800 am 31 Juli auf 549 bzw. 875, und am 31. August auf 554 bzw. 981 ge- fliegen. Die Ziffern von Ende August reichen schon dicht an die Zistern vom 31. Dezember v. 3 heran, wo man 578 WohlfahrtSerwcrbSlose als HauptunterstühungSempfänger und rund 1000 Zu- fchlagSernpfänger zählte. Angesicht» der Wirt» schastlichen Entwicklung kann man ohne weiteres annehmen, daß die Ziffer der Wohls ahrtserwerb». losen in den kommenden Monaten noch erheblich anwachsen und sicherlich doS AuSmah übersteigen wird, daS Ende deS vorigen IahreS vorhanden war. Dazu kommen für die Wohlfahrt-Pflege noch die Kriegsopfer, die Sozial- und Kapitalrentner, sowie die in Armenptlege befindlichen Personen. Deren Stand am 1. August von 1113 Hauptunter- stühungS- und 704 Zuschlagsempfängern ist zwar ziemlich unveränderlich, immerhin nimmt auch in diesen Kreisen die Rot immer schärfere Sonnen an, da die Bezüge gekürzt wurden. Alnter diesen Umständen ist es heute schon angezeigt, sich mit der Rotwendigkeit einer umfassenderen Winiersürsorge alS früher vertraut zu „Ra sehen Sie?" Herr Eteinseld steckte sich die ausgegangene Zigarre wieder an. „Da haben Eie von dem wirklichen Berlin keine Ahnung. Das bedeckt ungefähr zwei Quadratmeilen mit einen Ausläufern, sein Herz aber sitzt in einem verräucherten Haus, von der einen Seite die Durgstraße, von der andern die Spree. Da Wird das Schicksal gemacht für alle. Richt nur für die paar hundert Jobber, die da um die Schranken drängen und schreien, um einen kärglichen Gewinn für den Tag herauszuschlagen. Das sind nur unumgängliche Begleiterscheinungen. In Wirklichkeit prallen da ganze Ströme aufeinander, die zusammenstoßen und einen Ausgleich uchen, man steht mittendrin an sogenannter leitender Stelle und muß scharf aufpassen, daß man in dem Strudel nicht weggespült wird. Das reißt an den Heroen, und man muh eine Ablenkung haben, um frisch zu bleiben und widerstandsfähig. Man baut sich eine Villa im Grünewald freut sich ein Jahr lang daran, im nächsten Jahr spektakelt die Elektrische einem am Vorgarten vorüber. Man pachtet ein Schloß mit einer Jagd, aber die Jagd steht nur auf dem Papier, und das Schloß bietet die einzige Zerstreuung, daß man durch viele Zimmer wandern kann, bei gutem Wetter auch durch den Park. Sie werden mir zugeben. Herr Graf, Das ist nur ein sehr mäßiges Vergnügen, nicht wahr?" Malte nickte bestätigend. Er hatte achtungsvoll- den voltswirtschaftlichen Auseirantersetzungen zu- gehört, ohne groß verstanden zu haben. 3mmer«* hin war ihm so viel klar geworden, daß Herr Eteinseld mit seiner Pachtung nicht recht zufrieden war. Darüber hatte er sich ja schon gestern abend verbreitet. Da sagte er also: „Herr Direktor, nach allem, was ich von Ihnen höre, scheinen Eie ein wohlhabender Mann zu fein. Lassen Eie hier die Alten-Krakower Jagd lausen und pachten Eie sich eine neue. Aus langjähriger Erfahrung kann ich Ihnen die Versicherung geben, sie taugt nichts. Mein Gatter schneidet ihr den Wildwechsel ab." Herr Eteinseld kniff die Augen ein. .Sind Eie verheiratet, Herr Graf?" . . . Alm) als Malte, ein wenig verwundert, verneinte, fuhr er fort: .Ra sehen Eie, das hab' ich mir gleich gedacht, sonst würden Eie nicht so reden. Wenn IHre Frau, und sie wäre nämlich die einzige Tochter von Karl Sartorius — also, wenn die behaupten würbe, nur die Mecklenburger Luft hier täte ihren Rerven wohl, würden Sie da vielleicht wo anders pachten?" . . . Malte schüttelte den Kopf. Zum Widerspruch fehlte ihm jeder Grund. Rur eine häßliche Aeuhe- nmg fiel ihm wieder ein. die er am vergangenen Abend zornig zurückgewiesen hatte. Diefe Vorliebe für den Aufenthalt in Mecklenburg erklärte sich anders. Weil in Friedeberg die Dragoner standen und unter ihnen der Panschenhagener zum Seinebabel sogar größer, als eS nach den ständigen Häkeleien zwischen den lateinischen Schwestern den Anschein haben mag, sicher sitzt im Innersten Mussolinis sogar ein Rest verschmähter Liebe von jener Sorte, die in Haß umschlägt, ohne Zweifel würden viele Faschisten lieber Schulter an Schulter mit der Action fran- ^aise als mit Hitler marschieren, aber im heutigen Italien tritt alles, tritt auch die eingefleischteste persönliche Liebhaberei vor dem einen, alt und jung, reich und arm beherrschenden Airgedanken zurück, der da heißt: Vaterland. Eine Hemmung nur psychologischer Art, jedoch so eigenmächtig, daß daran jeder direkte Angriff Frankreichs scheitern müßte. Auge in Auge ist dieses Italien nicht niederzuringen. Das weiß der unsichtbare Rapoleon und daher haßt er die Seele des Widerstandes: den Faschismus. Immerhin, er haßt ihn, das heißt: er hält ihn für hassenswürdig und Wirft ihm daher ehrliche Waffen entgegen, so viel nur aufgetrieben Werben können. Alm jebe Tonne Wirb bei den Flottenverhandlungen gerungen. Zwei Drittel von den deutschen Tributgelbern werden in Kanonen gegen Italien umgeschmolzen. Auf jedes königliche Flugzeug setzt die Republik anderthalbe. Bei den Herbstmanövern in Frankreich sahen Italienische Beobachter zu und umgekehrt. Wer dieser Tage in Spezia oder Raney die Verhängung des Kriegszustandes miterlebt hat, wessen Ohren noch sausen von den nächtlichen Dombenangrifsen, wer einen jener Begleitbriefe zu den Lufttorpedos aufgehoben und gelesen hat, daß im Ernstfälle nicht Haus und Hof, nicht Weib und Kind der Vernichtung entgehen würde, der weih, Wie die Dinge in Wirklichkeit stehen. Anders, als es vom Genfer Katheder doziert wird. Mussolini selber ließ sich von seinem aktiven Luftwehrminister im Flugzeug nach dem kriegsmäßig abgebunfelten Hauptquartier bringen und versicherte seine EchWarzhemden, daß das italienische Heer jeder Möglichkeit entgegensehe und dasür gerüstet fei. Das weiß man natürlich auch in Paris und da unverhüllte Zweikämpfe Kreis von aktiven Mitarbeitern wird hx der Lage fein, die schwierige Aufgabe so weitreichend und gründlich wie möglich zur Lösung zu bringen. An Kräften, die bei ehrenamtlicher Mitarbeit an Aufgaben des Gemeinwohl» mitzu- wirken bereit sind, hat es hx unserer Stadt bisher erfreulicherweise nie gefehlt, ebenfo war e» bislang immer möglich, au» allen Schichten der Bürgerschaft Helferinnen und Helfer zu gewinnen, die neben ihrer Arbeitsfreude auch da» erforderliche seelische Einfühlungsvermögen mitbrachten, das gerade für eine Aufgabe wie die bevorstehende Wintersürforge eine der Wichtigsten Vorbedingungen ist. Wir zweifeln nicht barait, daß ein Appell der Stadtverwaltung an die Bürgerschaft zur ergänzenden Fürsorge und attit) en mitarbeit in dem kommenden Rotwinter die erhoffte Wirkung haben wird. Man darf also Wohl, auch schon im Hinblick auf die früheren Erfahrungen in unserer Stadt bei der Arbeit an großen Aufgaben zum Besten der Bürgergesamtheit. mit einem gewissen Optimismus darauf hoffen, daß es den gemeinsamen Anstrengungen der amtlichen Fürsorgestel'.en und der bereitwilligen Mithilfe der Bevölkerung gelingen wirb, unsere hilfsbedürftigen Mitbürger über den bevorstehenden Rotwinter hinwegzu- bringen und dadurch dem wohlverstandenen Gesamtinteresse einen wertvollen Dienst zu leisten. Malte stand auf. .Ich bebaute, Ihnen nicht dienen zu können, Herr Direktor." .Ra, na", meinte Herr Dteinfeld begütigend, „ich lasse doch mit mir reden! Die zehntausend Mark Waren natürlich nicht mein letztes Wort. Ramentlich, wo Wir uns gestern doch auch persönlich nähergetreten sind . . ." Malte verneigte sich ein wenig spöttisch. „Sehr liebenswürdig von Ihnen, mir auf diese Weise Ihre Dankbarkeit auszudrücken, Herr Direktor, aber wir haben uns in dieser Angelegenheit nicht ganz verstanden. Es würde Ihnen wenig helfen, wenn ich die zehntausend Mark einstecke und daS Gatter umlege. In vier Wochen vielleicht habe ich hier nichts mehr zu sagen, und das Gatter wird wieder aufgerichtet." „Erlauben Eie mal", gab der andre ganz verwundert zurück, „xmb das müssen Sie mir ein bißchen näher erklären!" . . . Malte aber schüttelte zorixig den Kops. Es wuchs ihm nähernde schon zum Halse heraus. Seit er in der Heimat war, erinnerte ihn jeder Augenblick, jedes Wort, das gesprochen wurde, daran, daß er hier nur wie ein Vogel auf dem Dache saß. . . Schließlich brauchte er sich doch nicht vor jedem hergelaufenen Kerl bis auf» Hemd auSzuziehen mit all seinen Sorgen und Röten . . . lind seine Antwort fiel schroffer auS, als es sonst seine Art War ... „Das werde ich mir lieber schenken! Ich mühte Ihnen sonst so einen ähnlichen Sermon halten, wie Eie mir über Ihre Dörsengeschichten. DaS ist nun mal so bei uns in Mecklenburg. Wer näher dran ist an dem bißchen Erde, hat recht. Der andre mag zusehen, wo er bleibt . . . Deswegen aber kann ich mit Ihnen jetzt nicht verhandeln. Sollte Ihre Frau Gemahlin auch später noch für den hiesigen Landaufenthalt schwärmen, stehe ich vielleicht zu Ihrer Verfügung. Im andern Falle mühten Sie sich nach Hohenrömnitz wenden! . . . Ra, Wie ist s nun? Darf ich Ihnen noch mit einem Kognak aufwarten?" . . . Herr Steinfeld nickte lächelnd. „Ich bin fast schon draußen, Herr Graf! . . . Alnd von diesen Derhältnifsen habe ich gehört. Sie paffen wirklich nicht mehr in unsre Zeit . . . ich möchte sagen, wie hier Ihr ganzes Land. Sie sind auch so ein altmodischer Mensch. Mit dem Geschäft um das Gatter hätten Sie mich ganz glatt hereinlegen können . . . ich hatte ja keine Ahnung, dah von Ihnen getroffene Abschlüsse für Ihre Rachfolger nicht rechtsverbindlich sein könnten" . . . „Herr Steinfeld?!" . . . Malte brauste auf und hob unwillkürlich die Hand. Der andre aber zog gleichmütig seinen kostbaren Zobelpelz an. den er vorhin über eine Stuhllehne geworfen hatte. (Forts ^ung folgt.) gegenwärtig etwa» au» der Mode find, die deutsche Reutralität trotz allem auch nicht so gesichert scheint wie in den Zeiten de» Tilsiter Frieden», arbeiten einstweilen eben die anderen Waffengattungen. Die goldenen Kugeln, die Agenten, die Kulissen. Italien soll nicht frontal behandelt, sondern umgangen werden. Umfaßt werden. Man kann Mufsolini nicht den Vorwurf machen, daß er e» verfäumt hätte, rechtzeitig seine Minen gegen die zu erwartenden EnikreisungSmanöver zu legen. Er versuchte die furchtbare, schicksalhafte Falle de» Mittelmeer» mit der Annäherung an England, mit der Brücke über Spanien nach Südamerika, mit einem östlichen Interesfenkreis zu sprengen, nachdem die Verwirklichung de» heiß angestrebten und von Berlin aus kühl abgelehntcn „vertikalen Bündnisse»" immer weiter in die Ferne rückte. Dieser Damm von der Rordsee bi» zum Mittelmeer, gegen die französische Vorherrschaft einerseits und den Bolschewismus andrerseits, ist anscheinend endgültig zusammengebrochen. Da» Projekt scheint kürzlich bei der Romsahrt der deutschen Minister seierlich begraben worden zu sein. In Italien ist man bestürzt über den Dang der Dinge und beschwört den erhofften deutschen Sekundanten, doch nicht zu erlahmen. Vergeblich. Selbst Ungarn, so fürchtet man, daS Heldenhafte Ungarn, sei der Rot und dem .hilfsbereiten Gold schon erlegen. Wenn daS am grünen Holz geschieht, wa» soll aus Bulgarien werden, au» der Türkei, au« dem schwach gewordenen Spanien? 3n der Tat hat e» die sranzö- fische Diplomatie bereit» verstanden, die Peseta halb zu stützen und da» Madrider Außenministerium auf diese Weife ganz für die bisher vermiedene Einschaltung in die Flottenverbandlungen zu gewinnen. Alnd Rußland? Al» seinerzeit das faschistische Italien mit den roten Zaren verhandelte, wurde eS von dem edelmütigen Frankreich hart getadelt. Heute ist diese» selbe Frankreich gerne bereit, wie die italienischen Zeitungen bitter fcftftellen müssen, auf die Vor- kriegsmilliarden zu verzichten, wenn sich dieSow- jcl» dafür in den großen Ring eingliedern. Damit würde der deutschen Hand auch der letzte Trumpf, der letzte Stich gegen Polen entfallen. Systematisch wird der Apenninenhalbinsel da» Wasser abgegraben. Frankreichs Vasallen schwanken nicht, wie man meinte, schwenken nicht, werben nicht von Tag zu Tag unzuverlässiger und schwächer, sondern im Gegenteil immer stärker und zuverlässiger, je klarer sich das Ziel Frankreichs erkennen läßt: Deutschland und Italien einzukreisen. Was bleibt eigentlich noch? England, da« — vielleicht — eine« TageS zu seinem alten Grundsatz, keine Macht auf dem Kontinent zu stark werden zu lassen, zurückkehron werde? Dann aber darf e« nicht abrüften, dann wird efl in Schwort und Harnisch aus der sogenannten Abrüstungskonferenz erscheinen. Alnd da» ist das einzige, woran in Wahrheit der Italiener glaubt: er glaubt nur noch, gezwungen dazu durch die französische, augenöffnende Politik, an die Macht. Rur noch an Selbsthilfe. Gab es denn einem Rapoleon gegenüber für einen Staat etwas anderes als Kampf oder Alnterwcrfung? Rom, September. Der Geist Rapoleons schwebt über den Wassern. Er braucht nur Gestalt anzunehmen, es braucht nur ein Mann aufzustehen in Frankreich und er kann marschieren. So gut sind die Wege vorbereitet, die Einfallstraßen ins Herz Europas hinein. So tresflich hat die französische Politik in den dreizehn Jahren der allgemeinen Erschöpfung gearbeitet. Herz und Schmerz beiseite lassend, Pazifismus und Völkerbund, kann man nicht umhin, dem Quai d'Orsay voll Bewunderung ein Zeugnis auszustellen, wie es Macchia- velli seinem Idealherrscher Vorbehalten haben mochte. Es ist immer wieder unvergleichlich großartig, wie Frankreich seine Waffen zu gebrauchen versteht. Sein Heer, fein Geld, feine Diplomaten. Seine Vasallen, feine Agenten, feine Freunde. Die Propaganda, die Presse, den Völkerbund. Wo die Tanks nicht eingreisen können, da sprechen die Banken. Wo die Gesandten versagen, da wühlen die Konferenzen. Alnd alle Manöver Werben getarnt, eingenebelt burch bie großen Worte. Auf jeber Aktenmappe lieft man Pax unb auf jebem Gasbehälter Völkerverföhnung. So konnte es kommen, bah Frankreich immer schon am Ziel eintraf, bevor es ber Gegner wahrhaben wollte. Es hat heute Wenig Zweck mehr, barüber zu bebattieren, ob Deut sch - I a n b Wieber eingekreist Werben soll ober nicht, benn e s i st schon eingekreist. Vor 1914 machte man’« mit Verträgen, 1919 mit einem Ring von Vasallenstaaten, biesmal mit Gelb. Dahinter zur Sicherung, versteht sich, Solbaten unb Dünb- nisse. Run ist Italien an ber Reihe. Hier liegt ber Fall etwas schwieriger. Es ist ungleich hinbernisreicher, sich in Rom einzuschmuggeln, als in Berlin. Mißtrauen wacht Gewehr bei Fuß steht Mussolini. Die Hegemonie Frankreichs wirb in keiner einzigen Bevölkerungsschicht, bei keinem Literaturklüngel als unabwenbbar hin- genommen ober gar heimlich unterstützt. Vielleicht ist bie Hinneigung intellektueller Schichten Rachgeborene, der Kurt Drebow . ... aber auch egal. Was gingen ihn hier all die Menschen an--in ein paar Wochen War er ein Landfremder, der mit schmalem Deutel in die Weite Welt zog... Herr Eteinseld hatte die KopsbeWegung semeS Gegenübers als eine Zustimmung aufgesaßt. „Sehen Sie, Herr Graf, Sie würden auch versuchen, von so einer Pachtung loszukommen. Die Frau Baronin Perkwald hat mir ebenfalls vor ihrer Abreise heute früh versichert, sie will auf ihren Vormund in diesem Sinne eintoir- ken . . . Dämlich, sie fand bei unsrer Rückkehr eine Depesche vor, die sie plötzlich nach Wiesbaden zurückrief" . . . Malte nickte bloß. Die Depesche glaubte er zu kennen, sie War natürlich nur ein Vorwand. Es gab ihm einen Stich im Herzen. Aber das War xxun vorbei . . . Eie ging ihm aus dem Woge. Daß sie sich noch einmal wiederfahen nach der Auseinandersetzung von gestern abend, war ausgeschloffen. Alnd recht so. Einmal muhte doch Schluß gemacht werden mit der Vergangenheit. Herr Eteinfeld fuhr fort zu sprechen. „Ich habe meiner Frau natürlich sofort mit- gcteilt, daß die Frau Baronin Perkwald uns in dieser Hinsicht entgegenkommen Will, aber— Was glauben Sie wohl, Herr Graf — sie Will nicht fort Jetzt noch weniger als früher. Ein .Vergnügen' ist das, xnxter uns gesagt! Aber ich als geduldiger Ehemann muh gehorchen. Mein Schwiegervater nämlich, der Geheime Kommerzienrat Sartorius, ist auch sozusagen mein Vorgesetzter, unb er liebt fein einziges Kind Wie seinen Augapfel. Also, Wie gesagt, da ist nichts zu machen! . . Aber da ich als alter schlesischer Obersörsterssohn von dieser mecklenburgischen Villeggiatur wenigstens mein bißchen Iagdver- gnügen haben möchte. . ." Malte blickte ein Wenig verwundert auf. „Entschuldigen Sie: ,Schlesischer Oberförsters- söhn' ? . . . Ich hatte geglaubt“ . . . Herr Steinfeld lachte vergnügt. „Kanns mir ungefähr denken, Was, aber daS War ein Irrtum. Ich bin nach dem Abiturienten- eramen mit siebzehn Jahren in Berlin Danklehr- ling geworben . . . da nimmt man sich das an im Lauf der Zeit. Mit meinen Derufsgenossen an der Börse rede ich — na lagen wir mal — noch prägnanter! . . . Aber wie ists nun mit uns beiden. Herr Graf? Sie sprachen da vorhin von Ihrem Gatter. Ich habe mich ertunbigt . . . Wenn Sie es abreihen, kann ich in 2Htcn-ÄratoW_ eine ganz gute Jagd haben. Ich Würde sie natürlich absolut Weidmännisch und pfleglich behandeln — auf mein Wort! Alnd für das Almlegen des Gatters Will ich zehntausend Mark bezahlen. Ich denke, das ist ein Angebot, dem Sie nähertreten tonnten?!" machen. DaS städtische Wohlfahrtsamt stellt sich natur- lich auf die bestmöglichste Erfüllung dieser Wm- teraufgabc ein. Für die Brennstoffversorgung, bte nach bestimmten Richtlinien burchgefuhrt wird, sind im diesjährigen Voranschlag 20 000 Mk. em- Seftcllt. Welches AuSmah diese Versorgung tm inzelfalle annehmen wird, muh natürlich je nach Lage der Verhältnisse individuell entschieden werden und kann heute in keiner Weise eine Festlegung erfahren. Reben der Brennstvffversorgung sind aber auch in der Rentnersürsorge und xn dem Arbeitsplan des Wohlfahrtsamtes zugunsten der Kriegsbeschädigten und KriegerhinterbUebe- nen etatmäßig ansehnliche Geldmittel vorgesehen, ferner ist für besondere Rotstandsmahnahmen noch ein Betrag von 18 500 Mk. in dem Haushaltsplan des Wohlfahrtsamtes enthalten. Im Rahmen de« Wohlfahrtshaushaltes Wirb zunächst dxe Winterfürsorge von Amts Wegen durchzufuhren fein. Inwieweit je nach der Gestaltung der Verhältnisse eine Erweiterung unter entsprechendem Auswand von Geldmitteln notwendig und durchführbar sein Wirt), muh sich aus der Gestaltung der Verhältnisse im Lause des Herbstes und Winters ergeben. Dringlicher als je zuvor Wird es für den kommenden Winter sein, dah neben der amtlichen Winterfürsorge die freiwillige Wohlfahrtspflege umfassend in Erscheinung tritt. Auf diese Ausgabe hat erst vor kurzem der ReichSverband der deutschen Industrie seine Mitglieder eindringlich hingewiesen, darüber hinau« ist aber auch von den Svihenorganisationen der charitativen Arbeit der Appell an die Qefsent- lichkcit gerichtet worden, in dem kommenden Rot- winter den Gedanken der Volksgemeinschaft durch Mithilfe bei der freiwilligen Fürsorge für xmferc hilfsbedürftigen Volksgenossen weitgehend xmb anhaltend in dxe Tat umzusetzen. Zwar ist c« heutzutage so, daß jedermann selbst sein gehäuftes Maß von wirtschastlichen Schwierigkeiten unb Sorgen zu tragen hat. Aber es dürfte doch nicht uninöglich fein, trotz dieses eigenen erschwerten Daseinskampfes noch Kräfte und Mittel verfügbar zu machen zu Gunsten derer, die von dem Schicksal der Arbeitslosigkeit und der Schmälerxmg der Subsistenzmittel noch härter betroffen sind. Wir zweifeln nicht daran, daß der schon oft hervorragend bewährte Gerne i n- f i n n und da« weitgehende soziale Verständnis in unserer Bürgerschaft sich auch ?gegenüber den kommenden großen Aufgaben der re;willigcn Wohlfahrtspflege erneut bewähren WerbciL Es wirb aber notwendig sein, die Kräfte nicht in Einzelaktionen zu zersplittern, fonbern alle Kraft und alle Hilfsbereitschaft zu - s a m menzuf a s f en zu einem Werke, das hx enger Gemeinschaft mit den berufenen amtlichen Stellen zur Durchführung kommt. Rur auf diesem Wege wirb eine möglichst gerechte unb den Erfordernissen von Fall zu Fall ange- pahte Hilfstätigkeit durchzusühren sein. Welche Wege dabei im einzelnen al« Fürsorge zu wählen sind bedarf selbstverständlich der sorgsamsten Prü'fxmg. damit keine Fehlschläge auftreten und do« gute Wollen und die aufgewandten Mittel nicht mehr ober minder nutzlos eingesetzt Werben. Man darf auch nicht de» Glaubens fein, daß es mit Geldspenden und Raturalbeihilfen au» dem Kreise der Bürgerschaft allein getan fei, im übrigen aber den behördlichen Stellen die Durchführung deS Werke» überlaffen bleiben fönne. Sehr wichtig und zweckmäßig wird es vielmehr fein, bie tätige Mitarbeit möglichst zahlreicher Bürger bei biefem Hilfswerk zur Verfügung zu ftelleix, denn nur ein großer Die Einkreisung Italiens Don unserem römischen E-Äorrcfbonbentch. Wirtschaft Ohne Gewähr Nachdruck »erboten 22. Ziehungstag 3. September 1931 3n der heutigen Vonnittagsziehung wurden Gewinne Neues für -en Büchertisch 64387 64960 71637 77276 84417 87771 2 ©etoinne ju 26000 W. 74668 76540 88080 89661 96871 Jugenohc 1 Mark. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Banknoten. 8 0.5)., Lombardzinsfuß 10 o. 5). (r = repartiert). Dioidende an. — der Berlin — Frankfurt a. 7N. 120071 140896 182713 224338 251612 262094 318686 378804 121208 141948 191141 233821 263336 272868 323028 382024 153085 268917 320614 1000 M. 102692 136692 196914 212962 230593 256170 286074 315669 348614 363479 395081 114141 139840 173609 213324 248120 260661 318388 371057 145944 193970 219898 248628 308034 136719 222253 294269 356282 27347 68041 97098 123086 178202 210579 222707 253436 276966 303756 340522 357092 387517 46606 95075 153689 197102 226091 263949 331787 32164 57619 107887 134263 158108 174749 202106 246063 290036 326610 376975 97201 126047 187801 211428 226015 254027 283594 308664 341223 362032 392710 146664 239713 302109 381769 95511 159061 197239 239706 265639 348489 111903 136301 158192 176414 214824 260115 290629 328185 377287 5000 W. 3000 M. 219113 10000 M. 5000 M. 3000 M. 2000 M. 158320 113017 159912 205652 239879 270946 348876 121646 167442 198082 238709 253530 300064 336765 392343 119823 187115 207523 242399 280124 383565 80208 38896 318672 133405 167825 208171 240773 257487 306065 360498 393620 103261 139691 199291 212984 232050 266424 286318 321998 349322 377537 395973 116728 149013 167106 185351 238476 279394 294948 346504 396468 91625 58536 320850 104035 134355 171956 208801 243419 260478 311442 369031 106346 144101 201542 215180 232429 272677 292149 334404 349649 382144 144564 189830 217011 244497 291322 118695 149039 167362 189228 241490 280052 301269 355403 112473 81083 344337 119098 157170 202582 221974 244112 274643 292566 335611 356531 387423 129418 150846 172111 194518 243109 288738 321020 363978 115317 144288 162533 178953 236558 276892 291352 340114 390240 159386 161041 168923 281027 282740 284439 322054 339786 352942 4886 5528 22512 32552 Über 400 M. gezogen 4 »ttotant |* 10000 W. 156739 230041 2 ©etotnne ju 6 Gewinn« in 2 Gewinn« ju 50 Gewinn« ju 86497 91323 30806 227501 34942 111283 167607 231229 5558 26111 32179 43978 160875 182589 183151 Gewinnauszug 5. Klaffe 37. Preußifch.Subdeutfche (263. Preuß.) Staats-Lolterie 62 Gewinn« |U 2000 M. 11429 37244 41035 45929 63330 75369 75604 81511 88528 98126 116480 Wanderbücherei, in jede Schulklasse und in jede Jugendgruppe. Wer selbst nicht wandert, schenke es seinen wandernden Freunden und Bekannten. — Universität Tübingen 2 8: Reden bei der Einweihung des Universi» tätsgebäudes und bei der Rektorats- Übergabe am 28. April 1931. 1931. 51 S. 8° (mit Plänen und 2 Tafeln). 2,80 Mark. Verlag I. C. B. Mohr, Tübingen. (290) Im Gewinnrade verblieben: 2 Drämien zu ft 500000, 2 Gewinne zu je 800000, 2 zu je 200000, ' 4 zu je 50000, 10 zu je 25000, 58 zu je 10000, 118 zu je 5000, 248 zu je 8000, 670 zu je 2000, 1356 zu je 1000. 2172 zu je 500, 6546 zu je 400 M. 216782 236495 278556 281873 284977 289522 291578 300975 330583 335146 336536 346234 353616 364317 371148 10 V«vion« »n 136000 392751 18 Gewinn« ju 181712 201221 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 90 Gewinne ju 1000 W. 5279 31118 34185 43903 "■ 50502 57600 59766 70517 72242 76694 140 Gewinne ju 500 M. 11746 18119 29110 30144 ---- 37348 41871 41910 45577 50397 55620 ----- ----- ----- ----- ----- 98920 Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 164 Gewinne,u 500 M. 1073 18568 23005 24024 ---- 30880 40947 43661 45877 50406 65353 Oer Staatskommiffar für die Darmstädter Volksbank. WSN. Darmstadt. 4. Sept. Auf Vorschlag der Ministerialkommission des Gesamtministeriums hat die Regierung, im Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, den früheren Ministerialdirektor im Justizministerium Dr. Schwarz zum Staatskommissar für die Darmstädter Volksbank bestellt. Dr. Schwarz wird im Einvernehmen mit der Kommission alle diejenigen Maßnahmen durchführen, die sowohl für die Wahrung der Interessen von Staat und Stadt, als auch im Interesse der an der Dolksbank Beteiligten erforderlich sind. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Die Ilmsatztätigkeit am Frankfurter Getreidemarkt war gegenüber der Vorwoche noch geringer. Nennenswerte Anregungen von außenher lagen nicht vor. Neue Exportabschlüsse in Weizen und Roggen sind in der vergangenen Woche so gut wie nicht zu verzeichnen gewesen. Die Preise für die Ausfuhrscheine, die einzig und allein den deutschen Ausfuhrmarkt regulieren waren rückläufig. Lediglich nach der Tschechoslowakei fanden kleine Umsätze in Roggen statt. Die Preisentwicklung war auch in dieser Woche nicht ganz einheitlich doch per Saldo überwiegend etwas abgeschwächt. Am Weizenmarkt herrschte starkes Angebot. Selbst zu ermäßigten Forderungen konnte sich kaum Geschäft entwickeln.- da sehr viel schlechte, kaum mahlfähige Ware an den Markt kam. In Abnehmerkreisen wird sehr starke Zurückhaltung geübt, weil man von dem großen Angebot einen weiteren Preisdruck erwartet. Die Notierung für Weizen hessischer, hessen-nassauischer und unter- fränkischer Herkunft stellte sich auf 230 bis 232,50 Mark für die Tonne, was gegen die Vorwoche einem Rückgang um 12,50 Mark gleichkommt. Für Roggen war die Stimmung dagegen weiterhin als fest zu bezeichnen, weil die Offerten in deutscher Ware äußerst spärlich blieben. Nur gegen Ende der Woche kam etwas mehr Material heraus, dus jedoch keinen Einfluß auf die Preisgestaltung auszuüben vermochte. In Süddeutschland wird der Roggen meist dort verwendet, wo er geerntet worden ist. Der qualitativ geringe Ausfall der Ernte verzögert die Ablieferung. Der Preis blieb mit 212,50 Mark je Tonne unberänöert. Am Hafermarkt kam in dieser Woche erstmals neuer Hafer zur amtlichen Notiz. Was vom Hafer zuerst herankam. sah meist sch>n und hell aus, während seit kurzem schlechte, verdorbene Beschaffenheit nicht selten ist. Man verlangte für neuen Hafer 175 bis 180 Mark für die Tonne. Die Eigner von altem Hafer sind, da die Vorräte darin klein sind, mit dem Verkauf äußerst zurückhaltend, und im freien Markt hörte man Preise von 200 bis 205 Mark, was etwa denjenigen der Vorwoche entspricht. Die Situation am Gerstenmarkt hat sich noch keineswegs gebessert, da die Brauereien nach wie vor im Einkauf Zurückhaltung bekunden. Die Notierung blieb indessen mit 180 Mark unverändert. Das Mehlgeschäft stockt fast vollkommen. Trotzdem die Preise abermals eine Ermäßigung um eine halbe Mark erfahren haben, konnte sich kein nennenswertes Geschäft entwickeln. Hinzu kommt noch, daß zwischen den Mühlen und den Mehlhändlern ziemliche Differenzen bestehen, V weil die Mühlen für ihr Fabrikat Spezial 0, zur Lieferung per September/November, einen - Ausschlag von 1,50 Mark per 100 Kilogramm fordern, den die Mehlhändler ablehnen. Die Preise lauten wie folgt: Weizenmehl südd.Spez. 0 alte Mahlung 39,50 bis 40,25. do. Sondermahlung 35 bis 35,75, Weizenmehl niederrhein. Spez. 0 39,50 bis 40, do. Sondermahlung 35 bis 35,50, Roggenmehl 29 bis 30,50. Am Futtermittelmarkt sind die Umsätze klein, die Preise haben sich kaum geändert. Weizenkleie 9.90, Roggenkleie 9,75 Mark. Kartoffeln sehr ruhig. Preis per 50 Kilogramm Gelbfleischige 2,20 Mark, Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Am Frankfurter Echlachtviehmarkt hat sich in der abgelaufenen Berichtswoche nichts wesentliches geändert. Wenn auch die Preise nicht mehr so starke Abschläge erfahren haben, so ist die all» ?emeine Situation doch nach wie vor sehr un- lar und die Preisbewegung eher weiter nach unten gerichtet. Die Auftriebe auf den einzelnen Märkten zeigten indessen zum Teil eine leichte zuordnen. Die Aufstellung liest sich interessant und gewährt vielerlei Aufschlüsse. — Kniese: Der Kampf zweier Welten um das Bayreuther Erbe. Julius Knieses Tagebuchblätter aus dem Jahre 1883. Mit 15 Bildtafeln. Preis geheftet 4Mk. Leipzig, Verlag von Theodor Weicher. (253) — Julius Knieses Leben war Dienst am Werke Richard Wagners, all feine Sorge galt der Zukunft und Reinerhaltung des großen Kulturwerkes. Am 13. Februar war Richard Wagner verschieden; feine Gattin hatte sich für längere Zeit von der Welt zurückgezogen, der Sohn des Meisters, Siegfried, war noch ein Knabe, so war in dem entscheidenden Festspieljahr 1883 keine einheitliche Oberleitung vorhanden. Julius Kniese, der schon 1882, dem ersten Parsifaljahr, als Chormeister und Solorepetitor unter Richard Wagner selbst tätig war und getreulich und gewissenhaft über all feine Wünsche und Angaben genaue Aufzeichnungen gemacht hatte, setzte seine ganze Persön- lichkeit und Kraft ein, Bayreuth und dem deutschen Volke das Erbe des Meisters zu erhalten. In 30 Briefen an feine Gattin, die er selbst als Tagebuchblätter bezeichnete, legte er alle Ereignisse nieder, damit sie der Nachwelt erhalten blieben. So sind diese Briefe jener Tage, denen noch weitere bisher unveröffentlichte, interessante Dokumente beigefügt sind, wertvolle älrkunden von Bayreuth. — Die einen weinen, die andern wandern. Roman von Alfred Schirokauer. älllstein-Verlag, Berlin. Geb. 1,85 Mk. (235) — Der Autor schildert den Typus des älteren, erfolgreichen, in erotischen Dingen erfahrenen Mannes im Gegensatz zu einer strengeren, durch eigene Gesetze gebundenen Generation. Die rastlos schweifende, stets neu sich entzündende Liebe steht gegen die, die nur einmal in aller Leidenschaft entbrennt. Eine Reihe vorzüglich gezeichneter, anziehender Gestalten des modernen Berlin sind die Träger dieses in seiner besonderen Art fesselnden Liebesromans. — Reichs - Herbergsverzeichnis 1931. Herausgegeben vom Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen. Hilchenbach in Westfalen. Preis 1 Mark. (301) Das Reichs-Herbergsverzeichnis ist ein unentbehrlicher Berater und Freund des Wanderers. Es gehört in jeden Rucksack, in jede 114 ®etolnne ju ____ ___ _______ 42702 67827 73595 75983 99127 stand weist darauf hin, daß Derkaufsaufträge bis 12.15 Uhr bei den Kursmaklern eingereicht werden müssen. Bei später einlaufenden Aufträgen besteht kein Anspruch auf Ausführung zur Notiz. Ausgenommen sind Aufträge zum Ausgleich der Notiz. • Die Deutsche Golddiskontbank kauft von jetzt an Wechsel und Schecks auf das Ausland, die nicht in der Währung des Zahlungslandes ausgestellt sind, auf der Grundlage ihres Mindestsatzes, zur Zeit 7 Prozent, an. Auch Reichsmarkwechsel auf das Ausland werden zu demselben Mindestsatz diskontiert. Die Vermittlung des Ankaufes übernehmen die Reichsbankanstalten, bei denen nähere Einzelheiten zu erfahren sind. * Landesbank der Rheinprovinz. Gegenüber den Meldungen, daß es noch nicht gelungen sei, in Berlin die zur Wiederinaktivns- setzung der Landesbank der Rheinprovinz, Düsseldorf, nötigen größeren Geldbeträge flüssig zu machen wird von der Reichsbank, um nicht unrichtige Vorstellungen aufkommen zu lassen, auf folgendes hingewiesen: Die Reichsbank hat sich seit Wochen bereit erklärt, den angesichts der Gesamtaufgaben der Reichsbank außerordentlich hohen Betrag von 75 Mill. Mark zur Reakti- Vierung der Landesbank der Rheinprovinz zur Verfügung zu stellen, und zwar lediglich um der befonbeven Bedeutung dieses Instituts willen. Die Verzögerungen beruhen darauf, daß die für den Rückfluß dieser Gelder erforderlichen Erklärungen und Unterlagen noch nicht hinreichend beigebracht werden konnten. • Tellus AG., Frankfurt a. M. Gegen Ende September wird der AR. der Gesellschaft eine Sitzung abhalten, um über den Geschäftsabschluß für das Jahr 1930 zu beraten. Der Abschluß konnte bis jetzt nicht vorgelegt werden, da zuvor die Lage bei den Metallwerken Hntertocfer AG. Friedrich-August-Hütte, an der die Tellus AG. mit einem namhaften Betrage beteiligt ist, geklärt werden muh. Voraussichtlich wird eine völlige Neubewertung des Wertpapierbesihes der Tellus AG. erforderlich fein, um deren Wert den tatsächlichen Verhältnissen anzupassen. Cs erscheint nicht ausgeschlossen, daß sich hierbei ein größerer Verlust ergeben wird. Als günstiges Moment wird es bezeichnet, daß die Gesellschaft nur mit geringen Schulden arbeitet. — Pros. Dr. Walter Scheidt: Kul- turkund e. (Rassenbiologieund Kulturpolitik II.) Geheftet 40 Pf., gebunden 80 Pf. Verlag PH. Reclam, Leipzig. (283) — Dieses Werk stellt die Fortsetzung der „Rassenkunde" des Hamburger Forschers dar und erläutert in gemeinverständlicher Weise einen neuen, biologisch begründeten Kulturbegriff. Auf erkenntniskritischer Grundlage entwickelt der Verfasser ein umfassendes Bild und Programm, das überall in das lebendige Leben des Tages einmündet. — Landeskunde von Deutschland. III. Der Südwesten. Von Prof. Dr. N. Krebs. 2. Aufl. Mit 35 Kartenskizzen und 32 Abbildungen auf 16 Tafeln. Geb. 10 Mk. Verlag von D. G. Teubner in Leipzig. (278) — Don dem ausgezeichneten Buche des Berliner Geographen ist eine 2. Auflage erschienen, die gegenüber der ersten ganz erhebliche Aenderungen und Verbesserungen aufweist. Die Ausstattung mit Kartenskizzen ist sehr viel reichhaltiger geworden. Auch ist eine große Anzahl gutgewählter und ausgezeichnet reproduzierter Abbildungen hinzugekommen, ileberall wird der ursächliche Zusammenhang aller Erscheinungen der Kulturlandschaft, insbesondere der Abhängigkeit der Besiedlung, der Wirtschaft und des Verkehrs von der Oberflächengestalt klar herausgearbeitet. So ist das Buch wirklich eine „Landeskunde" im besten Sinne des Wortes für alle geographisch interessierten Kreise und auch für das Studium zu empfehlen. — Geist und Stoff der Operndichtung. Eine Dramaturgie in Hmrijfen. Von Dr. Max Krauhold. Verlag Ed. Strache, Wien. 360 Seiten. (240) — Hier wird der Versuch gemacht, die Oper und ihre Textdichtung unter einheitlichen Gesichtspunkten zusammenzufafsen. Krauhold hat von den Anfängen der Oper bis auf die Jetztzeit Operntexte geprüft und kritisch gewürdigt. Eingehend wird Die Gegensätzlichkeit untersucht zwischen dem „Libretto" einer Oper und der rein dramatischen Kunst. Hier fördert der Verfasser ganz neuartige Erkenntnisse zutage. Eingehend befaßt er sich mit der Kunst Richard Wagners. Man muh es besonders " begrüßen, daß Krauhold mit Geschick und Sachkenntnis klare Begriffe schafft. So wird es für ihn leicht, nach großen Gesichtspunkten zu gliedern, alle Operntexte unter die verschiedenen Stoffgebiete ein» Abnahme; eine Geschäftsbelebung trat jedoch nicht ein, da die Nachfrage des Konsums, besonders der städtischen Bevölkerung, infolge der starken Geldknappheit sehr schwach ist. . Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb (1602 gegen 1675 Stück in der Vorwoche) nur unwesentlich geringer. Das Geschäft war daher wiederum schleppend und die Preise rückläufig, so daß etwas Heberstand verblieb. Bullen und Färsen gaben um je 1 Mark, Ochsen in den unteren Qualitäten 2 Mark nach, während Kühe ihren vorwöchentlichen Preisstand behaupteten. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Am Schweinemarkt wurden 6071 (6655) Stück aufgetrieben. Die Preise konnten zu Beginn der Woche ihren Verlust von der Vorwoche wieder voll aufholen, doch setzte sich am Nebenmarkt eine erneute Abwärtsbewegung durch, die gegenüber den vorwöchentlichen Notierungen Preiseinbuhen von 1 bis 2 Mark, gegen die Montagsnotierungen sogar um 5 bis 6 Mark zur Folge hatten. Der Handel war ebenfalls schleppend, so dah Heber» stand verblieb. Am Kälbermarkt war der Auftrieb stärker (1468 und 85 Stück). Die Preise gaben nach sehr ruhigem, zum Teil schleppendem Geschäft um 2 Mark nach. Einiges Interesse bestand vor allem für gut ausgemästete Tiere von etwa 150 Pfund Lebendgewicht. Am Schaf- mar k t war das Angebot mit 267 (369) Stück etwas schwächer, trotzdem konnte sich kein nennenswertes Geschäft entwickeln. Die Preise bröckelten wieder um 1 Mark ab. Es notierten per Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 42 bis 46, a2) 37 bis 41, bl) 32 bis 36; Bullen: a) 33 bis 36, b) 27 bis 32; Kühe: a) 33 bis 36, b) 29 bis' 32, c) 24 bis 28; Färsen a) 42 bis 46, b) 37 bis 41, c) 32 bis 36; Kälber: b) 52 bis 55, c) 47 bis 51, d) 40 bis 46; Schafe: a) 38 bis 42, b) 32 bis 37, c) 24 bis 31; Schweine: b) 53 bis 56, c) 52 bis 55, d) 51 bis 55, e) 48 bis 52. * Heute keine Börse. Heute Samstag den 5. September, findet kein Börsenverkehr statt. * Derkaufsaufträge für die Frankfurter Börse. Der Frankfurter Börsenvor- Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 6. September, 15-30 bis nach 18 Hhr: „Olly-Pollh". 19.30 bis 22.30: „Der Zigeunerbaron". — Montag, 7.: Geschlossen. — Dienstag, 8., 20 bis gegen 23: „Hoffmanns Erzählungen". — Mittwoch, 9-, 20 bis nach 22.30: „Der lustige Krieg". — Donnerstag, 10., 20 bis gegen 22.30: „Fallstaff". — Freitag, 11-, 20 bis gegen 23: „Hndine". — Samstag, 12., 20 bis gegen 22.30: „Der Troubadour". — Sonntag, 13., 15 bis nach 17.30: „Olly-Polly". 19 bis gegen 22.30: „Tannhäuser" und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Schauspielhaus. Sonntag, 6. September. Montag, 7., Mittwoch, 9., Freitag, 11., und Samstag, 12., jeweils von 20 bis nach 22.15 Hhr: „Pygmalion". — Dienstag, 8., Donnerstag, 10., und Sonntag, 13., jeweils von 20 bis gegen 22: „Dame Kobold". Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uyr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag gefchlofsen. ftraniiurt a. M. | Dtrlm Krankst!rt a. M. Berlin Franksurt a. M. Berlin Einheits! Einheits iurs | kur» Einheit- iure Einheits kurs Einheit- iure Einheits kurs Einheits tunt Einheits kurS Einheits turd Einheits kurs Einheits kurs Einheits kurs Datum 3.9. | 4.9. 39. 4.9. Datum 3.9. 4.9. 3.9. ' 4.9. Datum 3.9. 4.9. 3.9. 4.9. 6% Deutsche Reichsanleihe d.192", 7% Deutsche Reichsanleihe tt.1929 5’/i% Doung.Anlcthe von 1980 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Au-los.«Rechten....... DeSgl. ohne AuSlos^Rcchte . . . 8% Hess. VolkSstaat von 1929 (rückzahlb. 102%)...... 83,5 44 83 75 75 75 — _ 83,5 56 rat 44 3,5 75,5 41 83,5 75,5 rat 75 75 83,75 11,25 2 5,5 rat 11 4,6 83,5 44 38,75 83,25 12,5 10,5 2 2 2 6 12 4,9 71 83,75 56 44 3,5 75,5 38,75 83,75 12,25 11,5 2 2,25 2 5,5 11 4,75 13 ipanWuig-Vlmerila Pate, ... 6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff .....o Norddeutscher Lloyd.....6 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . Berliner Handelsgesellschaft . 8 Commerz- und Privat-Bank . 7 Darmstädter und Nationalbank 8 Deutsche Bank und DiSconto-Gesellschaft... 6 Dresdner Bank...... 6 RcichSbank........12 A.E.G............7 Bergmann.........9 Elektr. Lieferungsgesellschaft. 10 Licht und Kraft . . . . 10 Felten & Guilleaume. ... 6V, Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlickert S Co.......11 Siemens L Halske ..... 14 LahmeyerL Eo.......12 Buderus..........4 Deutsche Erd51.......6 Gelsenkirchener.......k Harpencr........ . . 0 Hoesch Eisen.........6 Ilse Bergbau.......10 Klöcknerwerke..... 6 Köln-Neuesten...... . 6% ManncSmann-Röhren . . . . k ManSselder Bergbau ..... 0 Oberschlcs. KokSwerke .... 8 Phönir Bergbau......4% Rheinische Braunkohlen. . . 10 Rhe'nstahl.........6 31 76 72 76 75 103 59 75 48,25 70 103 23 40 36 42 rat 27 27,5 31 70,5 76 74 103 55 50 70 rat 48 67 75 102 rat 21 38 33,5 40 32 34,5 25 27,5 87 52 31 76 72 76 75 77 103 r 59 50 75 48 ex 70 103 23 r 40 35 40 r 115 r 35 36 19 40 115 27 84 52 r 27,5 31 75 70,5 78 74 47 102 55 50 70 r 58 67 75 102 21 38 33,5 40 32 115 32 35 37,5 111 40' .Ricbeck Montan......7,2 Vereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16'/. Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 I. G. Farben-Industrie ... 12 Verein, chem. Industrie Frank« 13,25 135 93 40 90 25 38 45 40 50 41 38 38,25 25 89 26 11,75 80 84 140 93,5 40 90 rat 28 22,5 37 44 42 47 58 43 rat 38 17 37 170 rat 22 83,5 26 r 13 84 r 135 93 25 38 45 r 90 50 60 r 40 38 r 70,5 20 38 r 58 r 200 170 ä 90 26 r 11,5 80 84 140 93 r 28 22,5 37 43 87,5 47 58,5 43 r 38 76 17 37 r 56 162 170 22 83 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Aurlos.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hqp.-Bank Goldpse 16 unkündbar 618 1935 .... 7% Franls. Hyp.-Banl Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 . 4%% Frankl. Hyp^Bank Liau^ Pfandbriese......... Rheinische Hyp.-Bank-Liau. Goldpse........... 8% Pr. LandeSpfandbrtesanstalt, Pfandbriefe R. 19...... 7% Pr. Lande-pfandbricfanstalt, Pfandbriefe R. 10...... 4% Oesterreichische Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente . . . . 4% Ungarische StaaiSrentc V. 1910 4'/,% deSgi. von 1918..... 6% abgest. Goldmexlkaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I........... 4% desgl. Serie II...... Scheldeanstalt.......1Ö Goldschmidt.........0 Rütgerswerke........6 Metallgesellschaft.......5 Philipp Holzmann ...... 8 Zementwerk Heidelberg.... 7 Cementwerk Karlstadt.....7 Wayh & Freytag......0 Schultheis Patzenhofer ... 15 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Zellstofs Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum.....5 Orenstein & Koppel.....0 Leonhard Tietz.......8 SvenSka.........15 Chade............ Frankfurter Maschinen . . . . 0 Grihner..........0 Malnlrastwerkc Höchst a. M.. . 6 Süddeutscher Zucker .... 10 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1908 4^%Rumän.vercinh.Rcntev.i9U 4% Rumänische vereinh. Rente 2 I. Anatolier...... 3. September 4 »September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Dries Selb Dries Helsingfor» . Wien.... 10,59 59,13 10,61 59,25 12,488 10,59 59,13 10,61 59,25 Prag . . . 12,468 12,468 12,488 Budapest. . 73,43 73,57 73,43 73,57 Sofia . . . 3,052 3,058 3,052 3,058 Holland . . 169,68 170,02 169,63 169,92 Oslo.... 112,54 112,76 112,52 112,74 Kopenhagen. 112,54 112,76 112,85 112,52 112,74 Stockholm . 112,63 20,461 112,60 112,83 London. . . 20,501 20,456 20,496 Buenos Aires 1,185 1,189 1,180 1,184 Neuyork . - 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,61 58,73 58,61 58,73 Italien. . - 22,02 22,06 22,02 22,06 Paris . . . 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz . . 81,96 82,12 82,04 82,20 Spanien . . 37,66 37,74 36,96 37,04 Danzig. . . 81,79 81,95 81,79 81,95 Japan . . . 2,078 2,082 2,078 2,082 Rio de Ian.. 0,254 0,256 0,254 0,256 Jugoslawien. Lissabon . . 7,413 7,427 7,418 7,432 18,53 18,57 18,53 18,57 Derlin, 4. September Selk Dries Amerikanische Noten ....... 4,20 4,22 Belgische Noten ......... 58,45 58,69 Dänische Noten......... 112,28 112,74 Englische Noten......... 20,403 20,483 Französische Noten........ 16,465 16,525 Holländische Noten........ 169,21 169,89 Italienische Noten ........ 22,04 22,12 Norwegische Noten........ 112,28 112,72 Deutsch. Oesterreich, i 100 Schilling 59,01 59,25 Rumänische Noten........ 2,46 2,48 Schwedische Noten........ 112,38 112,82 Schweizer Noten......... 81,84 82,16 Spanische Noten. ........ 36,62 36,78 72,85 73,15 Geschichten aus aller Welt Tatarina Im Alter von 75 Jahren. 5852 D Gießen, den 5. September 1931. 05067 WEN 05126 5853D Grünberg In Hessen den 4. September 1931. 5807 D 05069 5832 D 0 Statt Karten. Für die wohltuende Teilnahme während der Krankheit und dem Heimgang unserer Heben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank Familie Ludwig Kröck. XIII. Wilhelm Becker. Burkhardsfelden, den 5.September 198L geb. Lennertz. Klein-Linden, den 5.September 1931. Asbest- Platten 1,2, 8,4 und 5 mm, wieder am Lager. 6785 D CarlSchunck In tiefer Trauer: Meline Steinmüller Familie Ludwig Trumpfheller Familie Heinrich Bedithold Familie Friedrich Hofmann VIII. X 15. Okt. X f Beginn neuer Lehrg^ Vogtsche Bandelrirtmlen Bieten V Goethe*tr. 32 • Pro»p.kottl. y Danksagung. Für die bei dem Heimgang meines lieben Bübchens bewiesene Teilnahmen.zahlreichen Blumenspenden spreche ich allen meinen aufrichtigsten Dank aus. Frau Elfriede Größer Wwe., Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Dr. H. Fritz, Sanitätsrat Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem schweren Verluste unserer lieben Entschlafenen, für die erwiesene Liebe während ihres langen Krankseins sowie für die vielen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Wiebel sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Bepler. Kinzenbach, den ß. September 198L Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verlust unseres lieben Entschlafenen, der uns so schwer betroffen, für die vielen Kranz- und Blumen spenden, den Schulkameraden für d. letzte Ehrung sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schmidt. Beuern, am Grabe sagen wir hiermit allen unseren Innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heuchelheim, den 5. September 1931. 5819 A la Düngekalk prompt und billigst C. Rübsamen Fsrnspr^SM. [5818D Heuchelheim, Darmstadt, Pittsburg, den 5. September 1931. Die Beerdigung findet am Montag, dem 7. September, vom Sterbehaus Bad) Straße 41 aus statt Sinniere s üonnoninnG werb, sachgemäß u. preiswert gestimmt u. repar. Obettsx 61efcen.Udwliitr.5p Telephon 2403. Verkeil v. neuen u. gebr. Kiav. Heute nacht entschlief nach langem schweren Leiden unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabeths Steinmauer, geb. Kreiling Aschenbrödel von Kopenhagen. (r) K o p e n h a g e n. Anno 1912 lernte Robert Karl Hermann Dr. Traf von und zu Zichy eine fesche aber bürgerliche Wie- nerin Frl. Blanko Safarif-Patros fennen und heben heiratete sie, und am 12. November 1913 erblickte die Gräfin Moria Margit RenSe Zichy dos Licht dieser Weit. Einige Zeit später liehen sich dann ihre Eltern scheiden, das kleine Mädchen wurde der Mutter zugesprochen, und diese fristete ein nicht gerade auf Rosen gebettetes Dasein. Sie verzichtete auf bsn Grafentitel, der ihr ohne Mittel nicht viel nutzte arbeitete zunächst tapfer für ihr Kind, wurde jedoch gar bald fampfesmüde und verschwand eines denkwürdigen Tages auf Nimmerwiedersehen. Aller WahHcheinlwhkeit nach hatte sie sich das Leben ge- nommen. Luise Elaussen, in deren kleinen Wohnung die Verschollene als Untermieterin wohnte nahm sich selbstlos des Waisenkindes an und lieh ihm eine (—) Paris. Durch die Presse ging kürzlich die Nachricht über den Fall des Amerikaners M. Georges Bidder, der, nachdem er Witwer geworden war und seine frühere Schwiegermutter geheiratet hatte, nunmehr der Vater seiner verstorbenen Frau und derGroßvater seiner eigenen Kinder geworden ist. In dem Städtchen Muro auf Korsika jedoch existiert ein noch auher- ordentlicherer Fall von Derwondtschaftswirrwarr, aus dem sich selbst die zunächst Beteiligten kaum noch herauszufindcn vermögen. Dor etwa zwanzig Jahren heiratete dort Frametn i Malfatti ihren Großonkel Jerome Gia- dessen erste Frau die Schwester der Groß. comettt, dessen erste Frau die Schwester Der wroß- mutter Fräulein (Katarinas gewesen war. Infolgedessen ist (Katarina nunmehr die Schwägerin ihrer heute noch lebenden Großmutter die Tante iprer eigenen Mutter, die Großtante ihrer eiaenen Geschwister, die Urgroßtante ihrer eigenen Kinder und ihre eigene Urnichte geworden. Auf der anderen Seite ist Jerome Giacometti der Schwiegersohn seines Neffen — und der Schwager seiner Urneffen und Urnichten geworden. (Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Schottisches. (g) London. Aus der „Schottlandecke- des bekanntesten eng- lischen Witzblattes in der vorigen Woche. Jack weilt abends bei feinem Freunde Denny zu Besuch. Man sitzt im Wohnzimmer und unterhalt sich angeregt über die jämmerlichen und teuren Zeiten Das elektrische Licht brennt. Da sagt Denny: Weiht du Jack, da wir uns doch nur unterhalten und uns habet nicht zu sehen brauchen, können wir das elektrifche Licht sparen'.' Und knipst die tz-leuchtuny aus. Darauf Jack: 'Ißeißi du Denny, da wir uns doch nicht sehen können, kann'ich meine neuen Hosen schonen!' Und entledigt sich im Dunkeln dieses Bekleidungsstückes -- e Zack und Denny sind an den Fluß spazieren gegangen, und da es sehr, sehr heiß ist, beschließen sie. ein Bad zu nehmen Als sie im Wasser sind, macht Jack folgenden Dor. ^„(?ine Idee, Denny! Wir wollen beide gleichzeitig tauchen und wetten, wer es am längsten unter Wasser aushält! Der Gewinner bekommt vom andern fünf b^enny ist Feuer und Flamme und schlägt ein. Dann tauchen sie beide. Der Polizei ist e» bis Redakttonsschluß noch nicht gelungen, die beiden Leichen aufzufinden. Berwandtschafto-Wirrwarr. Gießener Wochcnmarktpreise. ®« kosteten auf bem heutigen TDochenmarkt das Pfund: "Dufter 140 bi» 150; Watte 30 bi» 35; Käse (10 Stück) 60 bi» 140; TMrfing 8 bl» 10f Weißkraut 8 bi» 10; Rotkraut 10 bi» 12; gelte Rüben 8 bi» 10; rote Rüben 10 bi» 12: Spinat 20 bi» 25; Römischkohl 8 bi» 10; Dohnen 15 bi» 25; Unter-Kohlrabi 5 bi» 6; Tomaten 15 bi» 20; Zwiebeln 10 bi» 12; Kürbi» 5 bi« 6; Pilze 20 bi» 25; Kartoffeln 3,5 bi» 4; Frühapfel 8 bi« 15; FallLpfel 4 bi« 5; Dirnen 3 bi» 15; Dörrobst 30 bi« 35; Pfirsiche 40 bi« 60; Preißelbeeren 30 bi« 35; Brombeeren 30 bi« 35; ZWetschen 10 bi» 15; Mirabellen 40 bi« 45; Reinekiauden 10 bi» 15; Honig 40 bi« 50; junge Hähne 90 bl« 110; Suppenhühner SO bi« 100; Russe 60 bi« 80; da« Stück: Tauben 50 bi« 70; Sier 9 bi« 10» Blumenkohl 30 bi« 70; Salat 5 bi» 10; Salate ?urfen 10 bi« 20; Einmachgurken 2 bi« 4; 3n* Ivlen 10 bi» 15; Ober-Kohlrabi 8 bi« 10; Lauch 5 bi« 10; Rettich 10 bi« 15; Sellerie 10 bi» 40; da« Bund: Radie-chen 10 bi« 15 Pfennig; der Zentner. Kartoffeln 3 bl« 3,50 Mark. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag. 6. September. 14. Sonntag nach Trinitatia, Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Beckcr; zugleich Christen- lehre für die Neukonsirmierten der Markusgemcinde; 9.30: Pfr. Mahr; feierliche (Eröffnung des Konflv- mandenunterrichts der Matthäusgemeinde; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr Mahr. —- Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christen- lehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; feierliche (Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Lukas- gemeinde; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeindq Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbefprechung im Jo- banncsfaal; Pfr. Müller. — Kapelle des Alten Iried- 1)0fe. 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Christenlehre für die Ncukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinder- kirchc für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — (Elifa- belh-klelnkinderjchule. 8.30: Pfr. Lic. Waas, feierliche (Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Petrusgemeinde: 9.45: Pfr. Eie. Waas — Klein- Linden. 9: Hauptgottesdienst; Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.30: Kindergottcsdicnst. — wiefeck. 1. — Alien-Buseck. 10; anschließend Feiet zur (Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend; 13.30: Lollar. — Haufen-Garbenteich. Gottesdienst zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts; 10: Hausen: 13: Garben- tcich. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst (feierliche (Eröffnung des Konfirmandenunterricht»; Opfer für die Innere Mission); 14: Kinderkirche. — Cid). 9.15: Beichte, 9.30: Gottesdienst mit anschlie» ßendem hl. Abendmahl; Stiftspfarrer Draudt; 20: liturgischer Abendgottesdienst; Stiftspfarrer Draubt — Rieoer-Bessingen. 13.30: Gottesdienst; Stift»- Pfarrer Draubt. katholische Gemeinden. Samstag, den 5. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 6. September. 15. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — (Brünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Dortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Dortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 9. September. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. i8onntao«bienft b.’iteraten.HüotbetenamO. 9. 31. Frau Dr. Rothenberger. Dr. (Bcücr. Engelapotbeke. Zahnarzt: Dr. Adam. 44*’D ordentliche Erziehung angedeihen wiewohl sie selbst last mittellos war und nur jährlich 3000 Kronen verdiente. Das Jugendamt von Kopenhagen ernannte Frau Clausten zum Dormund der kleinen Maria, die mit leidenschaftlicher Liebe an ihrer Pflegemutter hing ... Lor etwa Jahresfrist bekommt die damals Sieb- zehnjährige eine Bureaustellung und sorgt nach Kräften für die Entlastung der Pflegemutter. Die beiden Damen führen ein harmomsch ereignisloses Leben, bis Gräfin Zichy, genannt einfach „Maria Zichy', gelegentlich auf eine Zeitungsnotiz auhnert- tim wird. Es handelt sich um einen großen Prozeß er Familie Zichy. Die Tschechoslowakei ordnet die Auslosung der Fideikommisse an. Drei tschechisch ge- wordene Mitglieder der Familie teilen daraufhin das 30 00O Morgen große Latifundium unter sich auf. Alle nichttschechischen Zichys strengen Prozesse an; der Fall beschäftigte sämtliche zuständigen Gerichte. „Wie komisch', meint Maria, ich heiße jo auch Zichy!' Frau Claussen stutzt. Wendet sich an das ungarische Konsulat in Kopenhagen. Fieberhafte Korrespondenz setzt ein, und bald sind alle Papiere im Besitz der alten Dame. Die Herkunft ist einwandsrei nachgewiesen und „Maria Zichy' als königlich ungarische Gräfin sozusagen „akkredi- ttert'. Die angesehene und ganz abgesehen vom erwähnten Prozeß reichlich begüterte Adelsfamilie ist erstaunt, entrüftet unschlüssig: Was nun? Etwas muß geschehen. Man weiß noch nicht recht, was. Eines steht aber fest: Maria ist eine „unverfälschte" Zichy, für die man schon aus Prestigegründen standesgemäß sorgen muh. Die diesbezüglichen Beratungen sind in vollem Gange und „Aschenbrödel von Kopenhagen' wartet, vermutlich nicht wenig aufgeregt, auf das Ergebnis. Sie hofft bestimmt, daß ein waschechter Graf in der Westerbrogade 2 erscheinen wird, um die „Prinzessin' zu holen, die bisher im Verborgenen blühte. Wenn auch nicht mit der goldenen Galakutsche, so doch zumindest mit einem ordent- lichen Tourenwagen, wie sich das in einem zeitgemäßen Märchen gehört. Bis dahin geht aber Gräfin Aschenbrödel fleißig und pünktlich in ihr Bureau, um für sich und ihre geliebte Pflegemutter das tägliche Brot zu erwerben ... Vom Unglück verfolgt. (k) Helfingf ors. Erik Hjelt finnischer Seefahrer, war wenig abergläubisch und lachte eine Wahrsagerin aus, als diese ihm vor fünfzehn Jahren beteuerte, er fei unter einem unglücklichen Stern geboren. Die Schicksals- schläge, die Hjelt seither erleiden mußte, überzeugten ihn leider davon, daß die schwarzseherische Pythia recht behielt; Hjelt darf den traurigen Ruhm für sich beanspruchen, ein geborener Unglücksrabe zu sein, den die finnischen Blatter als den größten Pechvogel der Welt bezeichnen. Die erste Tragödie Hjelts ereignete sich im Stattegatt, der zwischen Jütland und Schweden gelegenen, wegen der Klippen, Untiefen und Stürme überaus gefährlich zu befahrenden Seestraße. Zwei Dampfer, der „Arcturus" und „Oberon", geführt von dem Bruderpaar Erik und Ossi Hjelts haben sich im dicken, undurchdringlichen Nebel nicht mehr orientieren können, und „Oberon" rammte „Arcturus" so unglücklic , daß beide Schiffe binnen wenigen Minuten untergingen. Annähernd hundert Menschen fanden im Wellengrabe ihren jähen Tod, auch Ossi Hjelt gehörte zu den Opfern ... Dor zehn Jahren wütete in Finnland der Bürgerkrieg. Eriks ganze Familie haben die Bolschewiken gefangen genommen, und der gefesselte Erik mußte machtlos mit ansehen, daß sein Baler und jüngster Bruder von den Roten gemartert und getötet wurden. Jahrelange sorgfältige Pflege heilte einigermaßen die Wunden des im schwersten Grade Gemütskranken; er faßte sich ein Herz und heiratete die einzige Tochter eine» Helllna- forser Profestor». Die Ede war ungtrübt glücklich, und zwei schone Töchter ließen Erik Hjett die tragt- schen Ereignisse seiner Jugend langlam vergesten. Eines Tages erkrankte aber di« älteste Tochter de» Ehepaares an Rückenmarkslähmung und war rettungslos verloren. Der Himmel tröstete die Eltern und schenkte ihnen ein drittes Kind. Kapitän Hjelt trat mit seiner Frau und der achtjährigen Tochter eine Reise an, die Kleine wurde der Pflege von Fräulein Hielt, der Schwester des Vaters, anoertraut. Im Äatteflütt geschah bann die zweite See- katastrophe im Leden Hjelts. Abermals erlitt er Schiffbruch und verlor Frau und Kind, ohne ihnen helfen zu können Er feldst wurde wiederum gerettet und suchte Trost in dem an Leben gebliebenen kleinen Madel, das unter der liebevollen Aussicht der Tante aufwuchs und einwandfrei gedieh, bis eine Lungenentzündung auch dieses Leben rücksichtslos auslöschte. Am selben Tage starb die Pflegemutter, Erik» letzte lebende Angehörige, an einem Herzschlag. Ist es ein Wunder daß die Zeitungen seiner Heimat die furcht- bare Liste von Unglücksfällen verzeichnen? Arizona. (•) Neuyork. Eisenbahn. Raucherabteil. Ein biederer Herr, wohl Kaufmann, raucht eine dicke Zigarre an. Der zweite Mitreisende meint: „Mich stört das Rauchen! Der Kaufmann, ortsftemb in Arizona, stiert den Sprecher, einen Cowboy, verständnislos an und erwidert: „Da können Sie ja Nichtraucher fahren!" Und faugt an seiner Nikotinstange unbeirrt weiter. Der Cowboy antwortete kein Sterbenswort, zog das „Schießeisen' aus der Gürteltasche, zielte, und — die zum Tode verurteilte Zigarre flog aus dem Munde des ziemlich erstaunten Rauchers. In hohem Bogen. Der Schütze lächelt den Entsetzten freundlich an: „So, mein Lieber! Bei der nächsten Zigarre dient Ihr Kopf als Zielscheibe!'' Sprach » und vertiefte sich in die Lektüre seines bunten Magazins ... Der leichenblasse Kaufmann konnte kaum erwarten, daß der Zug die nächste Station erreichte. Da sprang er aus dem Wagen und brüllte nach dem Sheriff. Der Richter erschien und horte der Erzäh. lung des Fremden interessiert zu. Dann winkte er den Cowboy heran: „Hallo Boy, stimmt das, was mir dieser ehrenwerte Gentleman erzählt?' „Yes!“ ,,0h', strahlte der Herr Richter übers ganze Gesicht, „gratuliere zu dem Meisterschuß!" GedenketderGräberunsererGefallenen in fremder Erde! Auch in diesem Jahre bietet der Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Angehörigen der Gefallenen, wie überhaupt allen deutschen Volksgenossen, Gelegenheit, die deutschen Soldatengräber im Auslande an den beiden kirchlichen Totengedenktagen im Aovember deutscher Sitte gemäß zu schmücken. Bei Bestellung eines Grabschmuckes sind folgende Angaben erforderlich: Vor- und Zuname, Dienstgrad und Truppenteil des Gefallenen, ferner Friedhof (Land und Provinz) und die Grabnum- mer bzw. der Vermerk Sammelgrab. Die Mindestpreise für Kränze betragen in Frankreich 10 Mark, für die deutschen Gräber auf den englischen Friedhöfen in Frankreich 20 Mark, in Belgien 7 Mark (nur für wenige Friedhöfe 10 Mark), in Polen und Galizien, Lettland, Rumänien und Jugoslawien 12 Mark, in Rußland 15 bis 20 Mark, übrige Länder 9 bis 15 Mark. Bestellungen sind für Allerseelen bis spätestens 3. Oktober, für Totensonntag bis s p ä t e st e n s 2 4. Oktober unter Voreinsendung des Betrages an die zuständigen Verbände und Ortsgruppen des Volksbundes zu richten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Melchior Obwald. Wleseck, den 6. September 1981. Danksagung. Die unendlich vielen Beweise von Liebe und Verehrung beim Tode unseres unvergeßlichen Willi und die zahllosen Zeichen der Teilnahme haben uns tief bewegt Wir sagen dafür allen unsem innigsten Dank. Familie Wilhelm KlüpfeL Vorsorge für den Winter! AVertr.—direkt a.d PrivathauSbalkungen, Hotels u. and. Große.— mein, rllhml.ber.vat. Kohlenspar-, Heiz- und Schnellkoch-Apparates Zrauenfreund vom Khein mit dem Sonnenzeichen d.lR.D. H ), golden. MedailleProsagat931,500erstkl.Reser^such. ich -ahlungSiäoige, organisallonöiüchlige nüchterne*'ötoolfioB5oert[et.M Georg Schlegel Mn-Mes Mctallwaren-Manusaktur. gegr, 1903. Vergleichsverfahren. lieber das Vermögen des Kaufmann» Coul» genannt Ludwig Stern, Gießen, um. faflejib auch die Finna fiaufßau» Ludwig Stern, Gießen, Bahnhofstraße 2—4, ist am 2 September 1931, vormittags UA Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. 5829D Der Rechtsanwalt Rothenberger in Gießen ist zur Dertrauensperfon ernannt. Termin zur Verhandlung über den Der« gleichsvorfchlag ist auf Donnerstag, den 1. Oktober 1931, vormittags 9 Uhr, vor dem Hessischen Amtsgericht Gießen, Zimmer 201, anberaumt Der Antrag auf Eröffnung de» $ erfahrens nebst seinen Anlagen und das Ergebnis der weiteren Ermittelungen ist auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 2. September 1931. Die Geschäftsstelle des Amtsgerichts. Wissenschaftliche Werke Sonderpebiet oer Brühl’schen Druckerei HübnerauOen und Hornhaut beseitigt in kurzer Seit mein Hühner- äugen-Radikal Germania-Drogerie Carl Seibel, FrankW to. 39 5628D KE Saaiblatl-Zlaarrea von 10, Zigarillo» von 4 Psg. an. 5867D flVit der 1 l Wer wird -Genf, < versammlur dem zum Iolksabstm fommentreh täten - Iureaus, in der blsh nahmen - Dienstag ei eine Do fulfion 50 Delegat grundsähli^ ihres Land tischen Erkl Worte tom schlichen so an, in denc den, über Tagung toi wird. Mai sammlung reiches Pre herum er Was die trifft, so teil tariats von । Apponhi unb $ o I i t i ter Aumc Jahre zur al rige Amt bi reichstebet Dahl bei in hing achch lvählbark im Falle besc geführt und Zukunft den Nissen brrul den soll. Eine der Völkerbund! der Crsa scheiden etwa Mitt handelt \v des im 3i dergetoi an dessen wird, und Guatemala Date aus ficht nach ir tengruppen w WttdM Gens, der Date der tßunb not statts des Gul Hofes z Projekt. 1 Atzung 3li fprechu Rates ß fekretär b, Nond, § Ratsdertre ..^ie ßog( ne deutsch, rerts vo Vellen z ;°ge in i Laicht. K,.ben ai 2'erungen k°be pol L°°ger Gu Mm Er,Warnte »*Uarur ^errvu, und »nttelt 5 ^.Farm es "'chtZri »°s. JMe Ex Sy« BS: fit. 208 erlil-'”','; So«"»,!. Di. 3«' Die ■ filona".b 9 20 Wtw5 Vs »fe Niti ZlsBrtaml Wir zeigen die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens an Dr. med. £uf) Öorneffer und Frau Anneliese, geb. Biermann Gießen (Univ.-Frauenklinik), den 4. Sept. 1931 Northeim (Hannover) ........................... 5860 D Segelflieger Held hain: 19.30 Uhr. 5851 v Alle Mitglieder werden freundlichst eingeladen 5823 d Der Vorstand Heuchelheim, den 5. September 1931. 05090 2. 3. 4. 06088 Anfang 16 Uhr Eintritt: Herren: Mk. 0.50, Damen: Mk. 0.30, Kinder: frei Car! Stüderath/ Asterweg 47 Telephon Nr. 4005 5836 D 5804 C Eigene Hausschlachtung 5808 D Der Wirt Karl Feuser Es ladet freundlichst ein: 5843 A Kloster Arnsburg Flugplatz Eintritt frei! 5763 D Dienstag, 21 Uhr: Diktat von 180 Silben aufwärts 5828 D Braubachstraße 41. 05051 Gastwirt Neul 05056 Schloll-Cafö Marburg Mittwoch: 5-Uhr-Tanz-Tee 3572 D Kreisziegenzuchtver.Gießen e.V 5800 D Valentin Schäfer, Reiskirchen Tische, nebst verschiedenen Haushaltungsgegenständen Haus-, Bett-,Tisch- u. Küchen-Wäsche Beachten Sie bitte meine Schaufenster Omnibusverbindungen ab Dillenburg, Bismarckplatz: 12.30 Uhr, 1.30 Uhr und 2 Uhr mittags. Rückfahrt nach Bedarf. Sonderzug ab Dillenburg: 12.40 Uhr. Rückt ab Hirzen- HM. 100.- 85.- gut und billig! Günstigste Gelegenheit zum Einkauf von Speise-, Herren-, Schlafzimmern und Küchen, schwere Speisezimmer- und runde Herrenzimmer-Tische, Leder- und Polsterstühle, Ledersessel. Einzelne Vitrinen und Schreibtische in nuh, poliert und eiche. Bunte Dielengarnituren und Flurgarderoben, Rauchtische mit Marmorplatten und Ziertisctie. Sofas, Kautsches, Sessel und Chaiselongues. Chaiselonguedecken und Bezugstoffe. Wegen Geschäftsaufgabe der Schreineret verfaule ich Montag, den 7. Sept. */210 Ubr ab sämtliches Werkzeug u. vorrätige Möbel 1 Hobelmaschine 1 Kreissäge mit Motor im Betrieb anzusehen 1 Hobelbank verschiedene Hobel, Bohrer und dergl. Schränke, Bettstellen (roh und gestrichen) Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Täglich ab 15.30 Uhr: Konzert Dienst,Donnerst,Sonnab. u.Sonnt. :Tanz-Abend Kirmes in Launsbadi Am Sonntag denß.u.Montag den?.Sept. Oeffentliche Tanzmusik Gute Getränke und Hausschlachtung Es ladet freundlichst ein: In der Spielzeit, die vom 1. Oktober 1931 bis 31. Mai 1932 dauert, werden an den Tagen Dienstag. Mittwoch und Freitag je 32 Abonnementsvorstellungen stattfinden. Die Abonnementskarten sind gegenüber den Tagespreisen nm durchschnittlich 35n/o niedriger nnd gegenüber den Abonnementspreisen der Spielzeit 1930 31 wesentlieü verbilligt. Der Preis für die 32 Vorstellungen einschl. der Gastallen Abonnementsvorstellungen. 1 Gutscheinblock, enthaltend 4Gutscheine für den Kammerspielzyklus des Goethebundes: IO0/» Ermäßigung für alle Platzarten der Kammerspiele. Für alle Veranstaltungen des Goethebundes außerhalb des Stadttheaters im Vorverkauf mindestens 20u'e Preisermäßigung. Preisermäßigung und Vor bestellrecht bei Gastspiele beträgt mit Steuer: Proszeniumsloge, Rangloge 1. Rang (Reihe 1 und 2) ------ - - - - - I.Ran g( Reihe 3u.4), Sperrsitz (Reihel-9) Logenrückplatz, Sperrs. (Reihe 10-13) 1. Rang (Reihe 5 und 6)..... Sperrsitz (Reihe 14-181,2. Rang (Reihe 1) 2. Rang (Reihe 2 und 3).............. 2. Rang (Reihe 4 und 5).............. Ein Reise- und Expeditionsfilm, der uns durch den Balkan, Kleinasien, Persien. Rußland, Sibirien, Mongolei. China. Japan und Süd- u. Nordamerika führt. Alles Herrliche, was auf dieser 2jähr. Weltreise erschaut, wurde mit der Kamera festgehalten. Kartenvorverkauf: Theaterkasse u.Hapag-Reisebüro, Seltersweg Nr. 89. - Kleine Preise: Mk. 0.60 bis 1.50, Jugendliche von 0.30 an. 70.- 50.- 36.- 27.- Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen 19 Uhr: Redeschriftliche Fortbildung 19 Uhr: Diktat 140-160 Silben Anmeldungen an den 1. Vorsitzenden, Herrrn Franz Hansteln, Löberstraße 9 II, oder zu Unterrichtsbeginn erbeten! Kurzschriftverein v.1861 m. Damenabtlg. E.V. Ruhl • Gießen 5737d Plockstraße Nr. 12 Neu eingeführt sind für die Abonnenten nachstehende Vergünstigungen: Jeder Abonnent erhält: 1. 1 Gutscheinblock, enthaltend 10 Vorzugsgutscheine: 10°/o Ermäßigung für alle Platzarten zu Montag ab 10 Uhr: Frühschoppenkonzert Die Bestände meines Lagers sollen bis zum 1. Oktober wegen Vermietung der Räume zu äußersten Preisen abgestoßen werden spielen. ... 5. Bei Nichtbenutzung der Abonnementskarten können, wie seither, Gutscheine gegen eine Gebühr gelöst werden. Keine Umtauschgebübr bei Verlegung einer Abonnementsvorstellung. Die Ausgabe u. Bezahlung der Abonnementskarten erfolgt in 8 Baten. Die erste Ratenzahlung verpflichtet znr restlosen Abnahme des bestellten Abonnements. Anmeldungen zum Abonnement sind bis spätestens 16. September 1931 nur schriftlich beim Stadttheater unter Angabe des Abonnementstages und der Platzart einzureichen. Die letztjährigen Abonnenten haben Anspruch auf Beibehaltung ihrer Plätze an ihrem Abonnementstage. wenn sie die Bestellung bis zum 11. September 1931 bewirkt haben. 5824 c Gießen, den 5. September 1931. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Sonntag, den 6. Sept., gegen 14.30 Uhr Kronfeld startet mit seinem Segelflugzeug im Schleppzug Mitglieder-Versammlung Redner: Herr Geschäftsf. Peter Heinemann MmarktioGieden auf dem Viehmarktplatz an der Mar- garetenhülte am Mittwoch, dem 9. September, verbunden mit Prämiierung. 8 bis 9 Uhr Aultrieb der Tiere. 9 Uhr Beginn der Prämiierung. Beste Gelegenheit zum Ankauf von Böcken und weiblichen Tieren. Es ladet zum Besuche ein: 5805 Für die uns anläßlich unserer Vermählung in streichen, Maße überbrachten Glückwünsche und Geschenke danken wir herzlich Ludwig Wilhelm Zftinn und Frau Ella, geb. Dolkmann. Lichtspielhaus-Gießen Nur Sonntag, den 6. Sept, 11.15 Uhr vormittags II. Kulturfilm - Veranstaltung Der Clärenore-Stinnes-Film Im Auto durch 2 Welten Rundfunk-Anlagen 3 - R ö h r e n - Netzempfänger mit Lautsprecher Marke Telefunken zu Mk.114 Ingenieurschule Ilmenau in Thüringen. Maschinenbau und Elektrotechnik. Wissenschaftliche Betriebsführung. Werkmelsterabtellg. !a Portland Zement bester Qualität, unter Syndikatspreis C.Rübsamen.Giefien Fernsprecher 3659. 12q9d Sommerkur für 3563V f Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spezialkuranstalt Bolhelm Im Taunus bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch B San.-Ral Dr, M. Scholze-Kahleyss, N:S'1 B Achtung Kirmes in Gleiberg! Gastwirtschaft „Zur Linde“ Sonntag, den 6. September und Montag, den 7. September Ausschank ff. Gießener Brauhausbiere Deutsche Volkspartei (Ortsgruppe Gießen) Am Montag, dem 7. September 1931, abends 8% Uhr, im Hotel-Restaurant „Hindenburg" Stadttheater Gießen Intendant: Dr. Rolf Prasch Abonnements-Einladung Lernt Einheitskurzschrift! Am Montag, dem 7. Sept, abends 19 Uhr eröffnen wir in der Goetheschule, Westanlage 43, einen J Anfängerlehrgang /yy in der deutschen Einheitskurzschrift für Damen und Herren unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Kurzschritt. Unterrichtsgeld RM. 12.— Unsere Fortbildungslehrgänge beginnen: iWnntan (19 Uhr: Fortbildung in der Verkehrsschrift . “I"1"’’ 20 Uhr: Diktat 60-80 Silben «en 7. September (20Uhr: Redeschrift für Anfänger o 20 Uhr: Redeschrift für Praktiker uen 8. September gOUhr: Diktat 100-120 Silben Mittagessen zu Mk. 1.80 Antotjnsverbindnnq ab 14 Ohr Lndwigsplatz Musik-Seminar in Gießen Zur Vorbereitung Oberhesssich. Musikbeflissener auf das Hessische Staatsexamen. Leitung: Dr. Bodo Wolf, Frankfurt Beginn eines neuen Seminarlehrgangs am Donnerstag,dem 15. Oktober 1Q31, nachmittags. Anmeldungen und Anfragen an Dr.Bodo Wolf,Frankfurt a.lVL SsFitaoMMra Waldeslust rAm Flughafen Sonntag, 6. September, bei günstigem Wetter Großes Militärkonzert ausgeführt vom Musikkorps des I. (Hess.) Grenadier-Bats. 15. Inf.-Regt., Gießen, unter Leitung d. Korpsführers Wanitzek Sonderhaus für Wäsche -Ausstattung -Anfertigung c o Reuter ^Stunde Waldweg vonLich. Sehenswerte Ruine u. Barockbaulen. Beste Verpflegung (ermühtgle Preises und Sommerfrische im 3533 d Gasthaus Thörner. Omnibus Sonntags: Giehen (Ludwigs- plav> ab 13.40, Arnsburg ab 18.15 Uhr. Jagdschlöfedien Dutenhofen Sonntag, 6. Sept, ab 4 Uhr Tanz Eigene Schlachtung 05075 Wollsergemäntel der warme, prakt. Mantel für die QQ50 Regentage, in mod. Farben.. .ab Regenmäntel Q50 einfarbig, Kunstseide cd lm-:ert. ab w Trenchcoats in Baumwolle, marine u. beige, teils Q50 mit Futter, äußerst praktisch .... ab V In unerreichter Auswahl, in ausprobiert gut. Qual, ■■ ■ z. zeitgemäß niedr. Preis. Gießen, Seltersweg 81. 5854 A PROSPEKT AN FORDERN ’ J MASCHINENBAU‘ELEKTROTECHNIK* AUTOMOBIL UND FLUGZEUGBAU-PAPIERTECHNIK EIHAR, INGENIEUR SCHULE