VA ,<ä: tÄtUn9ä* Utt AbL, ll Dt. jlver, hlau- fben- c/em isser. jtien- äsdie eude. hwan- 931. len ulver städtischen -an- >Gche 5tubien' ist ed°lgt A^ «iahnuG Abaaben werden bis spätesten, ch gemahnt: krfn vorläufigen a gewesene erste 1931 (Nachtrag» ,en^Klnd in reicht Au,ffah Ep,tot" , 0. dunkel- SO SS«* ”“S !SS «00 3785A mon Ur. 129 Erstes Blatt 18(. Jahrgang Zreitag, 5. Juni 1931 ru(f und Verlag: vrühl'sche Unwersttätr-Vuch. tmö Stctnörndcret L Lange tn Stehen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchnlfttahe 7. Annahme van Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mrx Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20"/, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Landnöten. Ellemenceau hat gewußt, was er tat, als er in das Versailler Diktat die Feststellung aufnehmen ließ, daß Deutschland den Weltkrieg geplant und vorsätzlich herbeigeführt, daß es außerdem seinen Gegnern den Krieg aufgezwungen hätte. Die damalige deutsche Regierung ist sogar genötigt worden, diese Behauptung durch ihre Unterschrift anzuerkennen, wenn sie auch gleichzeitig die Erklärung abgegeben hat, daß sie nur der Gewalt sich füge. Aber mit dem angeblichen Eingeständnis Deutschlands ist di« gegnerische Propaganda hausieren gegangen. Sie hat es dadurch verstanden, das Gebäude von der AlleinschuldDeutschlandsamKriege zu untermauern, hat sogar den Versuch machen wollen, das Urteil der Geschichte vorwegzunehmen. Das wird ihr gründlich mißlingen. 3e weiter wir uns von dem verwirrenden Durcheinander der Iulitage des Kriegsjahres 1914 entfernen, desto nüchterner wird der Blick. Und schließlich, es ist ja ein altes historisches Gesetz, daß ein Friedensvertrag keine Tatsachen feststellt, sondern nur das Recht des Stärkeren enthält. Trotzdem ist es nicht nur moralisch wichtig, wenn von Deutschland aus der Kamps gegen diese Kriegsschuldlüge, der ja schon im Kriege selbst geführt werden nrußte, mit zäher Energie weiter gefochten worden ist; leider nicht immer mit der erforderlichen aktiven Unterstützung der amtlichen Kreise. Denn die französische Propaganda hat es tatsächlich erreicht, daß der Glaube an unsere Schuld draußen in der Welt noch sehr fest sitzt, vor allen Dingen in den breiten Massen des amerikanischen Volkes. Diese Ueber- zeugung muß erschüttert werden, denn nur dann wird Amerika sich früher oder später bereitfinden, einen Teil der Kriegsschulden zu streichen, weil ja nach der ganzen Konstruktion, die in Versailles gefunden wurde, die Rechtfertigung der deutschen Reparationen aus dieser falschen These aufgebaut ist. Es ist deshalb ein verdienstliches Werk, wenn jetzt die „Zentralstelle für die Erforschung der Kriegsursachen" eine internationale Rundfrage an Wissenschaftler und Sachverständige aller Länder gerichtet hat, um ihre Meinung über die drei entscheidenden Fragen einzuholen, ob Deutschland den Krieg vorsätzlich geplant, ob es ihn den Gegnern aufgezwungen hat und ob endlich das im Versailler Diktat abgegebene Schuldurteil auf Grund von unvollständigem, tendenziösen und zum Teil sogar gefälschtem Matersial gewonnen wurde. Man kann eine solche Hmfrage natürlich färben, je nach dem Kreis, an den man sich wendet. Die Zentralstelle hat aber auf jene Einseitigkeit verzichtet, sie ist sehr objektiv gewesen auch m der Veröffentlichung der Antworten, die jetzt in ihren „Berliner Monatsheften" erfolgt. Wenn wir uns auf Einzelheiten nicht einlassen, sondern nur das Ergebnis feststellen, dann ergibt sich, daß von insgesamt 71 Antworten nur fünf — davon drei aus Frankreich, eine aus England und eine aus Amerika — die vorsätzliche Kriegsschuld Deutschlands bejahen, zwölf Erwiderungen sind unbestimmt, die übrigen 54 — darunter achtzehn aus Amerika, elf aus Frankreich und acht aus England — antworten mit nein. Die zweite Frage, ob Deutschland den Krieg aufgezwungen hat. wird in acht Fällen mit 3a beantwortet, in fünfzig Fällen mit Rein und die dritte nach der Qualität des Versailler Urteils findet gar nur einen einzigen Verteidiger, während 51 das Urteil als überholt bezeichnen. Wir überschätzen dieses Ergebnis sicher nicht, aber es zeigt doch immerhin einen Fortschritt und zeigt vor allem, daß heute schon vor einem Areopag internationaler Sachverständiger Deutschland von der Anllage der Alleinschuld am Kriege freigesprochen werden würde. • Die Franzosen haben in den letzten 3ahren mehr als einmal von ihrem Goldreichtum politisch sehr geschickten Gebrauch gemacht. Sie schicken sich auch jetzt wieder an, das Gold in den Dienst ihrer Außenpolitik w stellen, vor allem deswegen, weil die Offizielle Behandlung des Reparationsproblems unmittelbar vor der Tür steht. Die Engländer fangen plötzlich an, recht nervös zu werden. Wie auf ein gemeinsames Signal laufen eine ganae Reihe von Zeitungen Sturm gegen die französische Goldpoli- tik. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß hinter den Angriffen die Londoner Regierung steht, die zuschen muß, wie ihr die Franzosen mit ihrem Dolde so manches politische Geschäft auf dem Kontinent zerschlagen. 3mmerhin schadet es nichts, daß die Engländer die Macht des französischen Goldes gründlich zu spüren bekommen. 3e stärker der Druck Frankreichs ist, desto eher werden sie sich beeilen, einen Kurs einzu- fchlagen, der darauf hinausgeht, die für ganz Europa unerträglich gewordene politische, militärische, finanzielle und wirtschaftliche Vorherrschaft Frankreichs allmählich abzubauen. Die junge spanische Republik macht augenblicklich ihre erste innere Krise durch. Die neuen Machthaber haben erkannt, daß das Regieren kein reines Vergnügen ist. Sie sehen sich einer Fülle von Problemen gegenüber, die theoretisch wohl leicht zu lösen sind, im Lichte der rauhen Wirllichkeit aber Menschenkräfte übersteigen. Der gefährlichste Stoß kommt ihnen von der Währung her. Das Ausland glaubt nicht recht an eine ruhige innere Entwicklung und hat daher angefangen, seine Kapitalien aus der gefährlichen Umgebung herauszuziehen. Auch die spanischen Henderson über die Sicherung des Weltfriedens. Zwei Notwendigkeiten: Abrüstung und Völkerbund. — Staatssekretär Stimson geht in Hilfsstellung. London, 4. Juni. (111.) Außenminister Henderson hielt heute abend in Lincolns Inn in London einen Vortrag über die Konsolidierung des Weltfriedens. Henderson ging von dem Gedanken aus, daß bis zum Ausbruch des Weltkrieges noch niemals der Friede und seine Erhaltung sachgemäß organisiert worden sei. Die Ursache der Katastrophe von 1914 sei der Rüstungs - Wettbewerb gewesen. Das europäische Konzert, das sich aus der Idee der Zusammenarbeit der Völker ausgebaut habe, sei zusammengebrochen, weil die notwendig« waschinerie zur praktischen Durchführung des Zusammenwirkens der Rationen gefehlt habe. Die beiden hauptsächlichsten Gründe aber seien die Systeme der Bündnisse und Gegenbündnisse gewesen. In Versailles habe man erkannt, daß zur Stabilisierung des Friedens zwei Dinge notwendig seien: Ein wirkliches Gleichgewicht der Mächte, das sich auf der A b r ü - st u n g aufbauen und sein Ansehen nicht von der wacht und der Gewalt herleiten müsse, sondern von der Achtung vor den Verträgen, dem geeigneten Schuh gegen einen Angriff, dem Refpekl vor den Rechten der kleineren Rationen und der Gerechtigkeit für die winderheiten. Ferner sei man sich darüber klar gewesen, daß eine dauernde waschinerie geschaffen werden müsse, die als europäisches Konzert wirklich wirksam sei. Der Völkerbund sei ein Konzert der wächte in einer vollendeteren Form, als es Lord Salisbury jemals vorausgesehen habe. Der Völkerbund stelle eine kollektive Verantwortlichkeit zur Erhaltung des Friedens dar. Seine witglieder dürsten nicht etwa die Freiheit haben, im Interesse ihrer Sicherheit unbeschränkt und ohne Rücksicht auf ihre verpftichtun- gen gegenüber den anderen Mitgliedern des Völkerbundes 3ti rüsten, da dies die zivilisierten Rationen wieder in den Rüstungswettbewerb verwickeln mühte. lieber gefjenb auf die Abrüstungskonferenz, meinte Henderson, daß der bisherige Fortschritt in der Abrüstungsfrage verschwinden würde, wenn es nicht gelänge, die Abrüstung zum Erfolg zu führen. Er Halle dies jedoch für möglich, wenn die Regierungen, die die Abrüstung wünschlen, enlschlossen seien, die Konferenz vor einem Fehlschlag zu bewahren. (Eine plötzlich« Abrüstung würde das Gefühl des vertrauens und der Sicherheit wiederherstellen, das nach Ansicht Hoovers mehr als ein anderer Faklor zur Beendigung der Wirtschaftskrise beitragen würde. Die öffentliche weinung in den Ländern fei den Regierungen weil voraus. Aber dies wühle auch fo zum Ausdruck kommen, daß die Abordnungen der einzelnen Staaten in Genf weitmöglich st e Zugeständnisse machen könnten. Die Völker seien bereit, sich von ihren Staatsmännern zu einer neuen Welt führen zu lasten, wo es keinen Krieg mehr gebe, sondern wo der Reichtum und der Geist der wenschheit zur Verbesserung der Lebensbedingungen der schmachtenden Massen in jedem Lande ausgenuhl werden solle. Laßt uns sehen, so schloß Henderson, daß wir, wenn im nächsten Jahr der Tag der Prüfung kommt, die Völker nicht enttäuschen! Stimsons Reise nach Europa. Appell an Frankreich. Washington. 4. 3uli. (WTD.) Rach bem bisher ausgearbeiteten Programm wird Staatssekretär Stimson auf seiner Eurvpar eise am 21. 3uli in Berlin eintreffen, wo er eine Woche bleiben wird, um Besprechungen mit deutschen (Staatsmännern zu pflegen. Botschafter S a ck e 11, der sich mit der „Europa" auf der Rückkehr auf seinen Berliner Posten befindet. erhielt Weisung, Sttmsvns Berliner Aufenthalt vvrzubereiten. Senator B o r a h , mit dem der Staatssekretär den Plan seiner Europareise eingehend besprochen hat, erflärte heute, er begrüße diesen Entschluß als einen äußerst weisen Schritt. Genau wie Kel- lvggs Reise nach Paris zur Unterzeichnung des Staatssekretär Stimson. Kellogg - Pakte - diesem großen FriedenS- inf rument erst die gebührende Bedeutung verliehen und den für die Befriedung Europas tapfer kämpfenden deutschen Außenminister Dr. 6 trete* mann veranlaßt habe, trotz erheblicher politischer Widerstände und trotz feines sehr geschwächten Gesundheitszustandes zum ersten Male den Boden der französischen Hauptstadt zu betreten, so werde Stimsons persönliches Erscheinen in den haupt- städlen der vier europäischen Großmächte außerordentlich zur Verbesserung der außenpolitischen Weltlage beitragen. Die Don Botschafter Gibson auf der letzten Tagung der Vorbereitenden Abrüstungskonferenz geforderte Mobilmachung der öffentlichen Meinung für Rüstungsbeschränkung in allen Waffengattungen fei hier in Washington von Präsident Hoover anläßlich der Tagung der 3ntemationaten Handelskammer in einer energischen Rede eingeleitet worden. Runmehr werde Stimson diesen Appell nach Frankreich tragen und, wenn er selbst nicht aktiv an den einzelnen Beratungen teilnehme, doch starken Einfluß auf ein friedliches Zusammenarbeiten auSüben. Sein Besuch in Berlin, das Stimson nicht kenne, werde gleichfalls für die Klärung der internationalen Probleme von erheblichem Werte sein. Oie Abl-üstungöfrage als Hauptzweck der 2Rcife. R« uhork, 4. 3uni. (TU.) Di« Ankündigung S t i m s o n S, daß er während seines „ Erholungs- UrlaubS" in Europa mit den Außenministern Deutschlands, Englands, Frankreichs, 3taliens kund Belgiens Fühlung nehmen werde, erregt hier größtes Aufsehen, obwohl der Staatssekretär selbst die politische Bedeutung seiner Reise herabzumindern versucht. Angesichts des ungeheuren 3ntevesses der Hoover-Regierung an der Abrüstung und der allgemeinen Erhaltung des Londoner Fl o 11enpak tes im besonderen, wird Stimson das Schwergewicht feiner Besprechungen mit den europäischen Kollegen zweifellos auf das Abrüstungspro- blem legen, und er wird sich besonders bemühen, die von einzelnen Mächten angestrebte Vertagung der Abrüstungskonferenz zu verhindern. Der Staatssekretär begibt sich zuerst nach Rom, um sich mit Muss olini und G r a n b i zu besprechen. Die Annahme sei daher gerechtserttgt, daß er versuchen wird, die Beilegung deS französisch-italienischen Flottenkonfliktes zu fördern, natürlich ohne eine offizielle Vermittlerrolle zu übernehmen. Reuyorker Finanzkreise sehen die entscheidende Bedeutung der Ministerreise in der Tatsache, daß Sttmson Gelegenheit bekommt, das Problem der internationalen Kriegsverschuldung mit den beteiligten Regierungen zu erörtern. Die Washingtoner Berichte der hiesigen Blätter unterstreichen zwar, daß Hoover dem Staatssekretär keine Vollmacht geben werde, über die Reparationen und die interalliierten Schulden zu verhandeln, doch glauben weder Wallstreet, noch maßgebende diplomatische Kreise, daß Stimson sich einer Aussprache entziehen könne, da man hier die Reuaufrollung der Reparattonsfrage für die allernächste Zukunft erwartet. Do X in Brasilien gelandet. Glatter Klug über den Atlantik. Paris, 5. Juni. (MTB. Drahtmeldung.) Um 2.10 Uhr Greewicher Zeit Ist der Do X In Fernando Roronha an der äußer st en Spitze von Brasilien glatt gelandet. Eine falsche Meldung von gestern. Gestern nachmittag wurde von den Rach richten- bureauS eine Meldung des englischen Reuterbureaus verbreitet, nach der das Nugschiff Do X 65 Meilen von Porto Praia (Kap Verdische 3nseln) entfernt abgestürzt bzw. zur Hot« lanbung auf dem Ozean geschritten sei. Diese Meldung hat sich erfreulicherweise nicht bestätigt, sondern das Flugschiff hat nach Meldungen von Bord und von Dampfern seinen Flug nach Brasilien glatt durchgeführt und dabei im allgemeinen eine Stundengeschwindigkeit von 240 Kilometer entwickelt. Rach einer HavaS-Meldung aus Lissabon ist die irrtümliche Rachricht über den Absturz des Do X von einem Dampfer übermittelt worden, dessen Mannschaft geglaubt hatte, das Flugschiff ab- stürzen zu sehen. 1429 Seemeilen in 1272 Stunden. Reuyork, 5. Juni. (WTV. Funkspruch.) Rach einer Meldung aus Fernando d o Roronha hat das F l u g s ch i f f D o X die 1 429 Seeweilen lange Strecke von den Kap verdischen Inseln nach der Insel Fernando do Roronha in 12 Stunden und 26 Minuten zurückgelegt. Di« Mannschaft, wie die Fluggäste des Flugschisfes sind begeistert über den Flug Die Motoren arbeiteten ausgezeichnet bei einem Brennstoffverbrauch von stündlich 1700 Liter. Der portugiesische Admiral (Bago Loutinho meldet, daß der Flug glatt verlaufen sei. Do X wird nach Einnahme neuen Brandstoffes nach dem 3C0 Sem eilen entfernten Pernambuco auf dem süd- amerikanischen Festlande weiterfliegen. Kaufleute denken an die Möglichkeit, daß die Umwälzung noch nicht zu Ende ist und sorgen rechtzeitig für schlechtere Zeiten vor. indem sie größere oder geringere Teile ihrer Kapitalien jenseits der Grenze in Sicherheit zu bringen suchen. Ob die Regierung recht hat, wenn sie von einer organisierten Kapitalflucht spricht, mag dahingestellt bleiben. Die Tatsache aber ist unbestreitbar, daß die spanischeWährung stark inSWan- t en geraten ist. Sie hat feit der Revolution ungefähr die Hälfte ihres Wertes verloren, hat an einem Tage sogar Verschiebungen von zehn Prozent und mehr auSzuhalten gehabt. Kein Wunder, wenn darüber eine Panikstimmung auSzubrechen drohte. Wie sich so ettcaS im 3nlande in Angstkäufen und Masienpsyckw^en auSwirkt. toiffen wir auS unseren eigenen Erfahrungen während der 3nflationSzeit. Der Finanzminister hat zunächst einmal dem Kabinett seine Demission angeboten, die aber abgelehnt wurde, weil der Ministerpräsident erflärte, daß niemand seinen Posten verlassen dürfe. Er hat dann sehr drakonische Bestimmungen getroffen, die den Geldverlehr mit dem Auslands inS Unerträgliche erschweren. Damit ist zunächst eine Entlastung erreicht. Der Peseta ist wieder gestiegen. Fragt sich nur. wie lange das dauert. KapitalauSftchrverbvte sind auf dem Papier sehr schön. Aber die Maschen formen Wohl nie so eng gelegt werden, daß nicht doch ein Loch zum Durchschlüpfen übrig blieb, zumal da die Währung schließlich doch nicht von der sinanziellen, sondern von der rein politischen Seite her bestimmt wird, und da sieht eS nach wie vor recht trübe auS. Man hat daS Kabinett Zamora einmal „das spanische Kabinett Kerensky" genannt und damit den Vergleich ziehen wollen zu dem kurzen ^Interregnum, das in Rußland zwischen dem Zarismus und dem Bolschewismus eingeschaltet war. Die Ähnlichkeiten sind in der Tat sehr groß, weil ja auch in Spanien die Entwicklung sich nicht organisch, sondern sprunghaft vollzieht und die Parteien erst gebildet werden mühten, die stark genug sind, die Republik zu tragen. Statt dessen zeigt sich unter der Einwirkung russischer Agitation eine unverkennbare Radikalisierung der Massen. Die letzten Ergänzungswahlen für die Gemeinderäte brachten den Radikalen neue Siege; blutige Zusammenstöße in den Großstädten häufen sich, und es farm nicht lange mehr dauern, dann steht Spanien vor der Schicksalsfrage, ob es überhaupt rroch gelingt, das Abgleiten der pollttschen Revo- lutton in die soziale Revolution mit allen verheerenden Folgen zu verhindern. * Der in Leipzig wegen nationalsozialistischer Propaganda verurteilte und dann zu den Kommunisten hinübergewechselte Oberleutnant Scheringer hat jetzt in der Per'on des Schleswiger LandvolkführerS von Salomon einen Rachfolger gefunden, v. Salomon , der auch mit den Rationalsozialisten eng zusammenarbeitete und sich an den Sprengstoffattentaten der extremen holsteinischen Landvolkagitatoren beteiligte, läßt in der kommunistischen Presse einem Skief veröffentlichen, in dem er baS kommunistische Dauemprogramm in allen Tonarten preist. Zugleich hat auch er den Heber tri tt in baS kommuni st ischeLager vollzogen. 3hm wird weder beim schleswigschen Landvolk, noch in anderen pollttschen Gruppen jemand eine Träne nachweinen. Es darf aber wohl daran erinnert werden, daß daS Programm, daS bei Salomon Helles Entzücken auSgelöst hat, in dem Augenblick im Papieüorb verschwinden würde, in dem die Kommunisten bei unS die Macht ergreifen würden, weil dann auch für den deutschen Dauern die Enteignung, die Kollekttvierung und der Fünfjahres- Plan nach russischem Muster maßgebend sein werden. Das Wochenend in Chequers. Keine detaillierten Verhandlungen, sondern informatorische Unterredungen. London, 5. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die „Time s" sagt in einem Leitartikel, der Besuch der deutschen Staatsmänner sei bemerkenswert als erster offizieller Besuch deutscher Minister, der nicht aus Anlaß einer Konferenz erfolgt sei. Es handele sich dabei keineswegs in erster Linie um einen Besuch geschäftlicher Art. Die Einladung nach London und Che- quers, so erklärt das Blatt, war ein Akt der Höflichkeit seitens des Außenministers — natürlich im Einverständnis mit der ganzen Regierung — und wurde veranlaßt durch die von ihm befolgte Politik herzlicher Beziehungen mit allen Ländern. Das Blatt sagt weiter: Der Besuch ist bei voller Kenntnis und Zustimmung der französischen Regierung veranlaßt worden und ist kein Zeichen von Exklusivität gegenüber irgendeiner anderen Regierung. Unsere Gäste bringen keine Sachverständigen mit, deren Abwesenheit schon zur Genüge beweist, daß auf keiner von beiden Seilen detaillierte Verhandlungen geplant werden. In Chequers werden die Gäste ein kurzes Wochenend britischer Art in einem typisch englischen Hause erleben. Sie werden dort, wie verlautet, mit anderen Gästen Zusammentreffen, deren Derufsgebiet nicht die Politik ist. Allerdings werden politische Gespräche nicht fernbleiben und ebensowenig werden politische Besprechungen ausbleiben. Die Unterredungen werden zweifellos freimütig und informatorisch sein und, wenn sie auch unter den gegebenen Umständen keinen abschließenden Charakter haben werden, doch sicher dazu beitragen, daß die Regierungen Englands und Deutschlands die beiderseitigen Schwierigkeiten besser verstehen und den kommenden Dingen mit einer genaueren Kenntnis der Auffassungen der anderen Seite gegenübertreten. Oie Ansicht der amerikanischen Regierung. Washington, 4. 3uni. (WTB.) Einer Erklärung im Staatsdepartement zufolge betrachtet die Regierung der Vereinigten Staaten die Zusammenkunft in Chequers als eine rein prioate Unterhaltung zwischen den deutschen und britischen Staatsmännern. Trotzdem habe sie aber ein großes Interesse an dieser Konferenz, da sie ihr — gleichgültig, welches Resultat sich dort ergebe — einen bedeutenden Einfluß aus die außenpolitische Gestaltung während der nächsten Monate beimesse. Oie deutsch-österreichische Krönt. Minister Schober spricht vor den deutschen Zeiiungsverlegern. Wien, 4. Juni. (WTB.) Die Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger in Wien schloß mit einer Veranstaltung, zu der der Vorstand des Vereins Deutscher Zeitungsverleger eingeladen hatte. Der Vorsitzende des Vereins, Kommerzienrat Or. Krumbhaar, begrüßte die Ehrengäste, insbesondere Vizekanzler Dr. Schober. Mit Stolz und Genugtuung, erklärte er, könne der Verein Deutscher Zeitungs- Verleger auf die Wiener Tagung zurückblicken. Dies sei der Unterstützung der Tagung durch die österreichische Bundesregierung, durch die Stadt Wien und durch den Verband der Herausgeber der österreichischen Tageszeitungen zu verdanken. Der Redner wandte sich dann an den Bundesvizekanzler und Außenminister Dr. Schober. 3n ihm, so sagte er, heißen wir einen Staatsmann willkommen, der zur Zeit im Vordergrund des europäischen Interesses steht, dessen Polittk in dem Bestreben, Oesterreich durch alle Schwierigkeiten hinwegzuhelfen, bei uns im Deutschen Reich große Sympathien findet. „Unsere Wiener Tagung", so schloß der Redner, „und unser Aufenthalt in Oesterreich wird uns allen zum unvergeßli.chen Erlebnis in dem Bewußtsein werden, daß wir verbunden sind in dem Bestreben, dem Deutschtum die alte Weltgeltung wieder zu erringen.“ Vizekanzler und Minister des Aeußeren Or. Schober hielt dann eine Ansprache, in der er seiner De- .friedigung Ausdruck gab, in seiner Eigenschaft als 'österreichischer Minister für die auswärtigen An- -gelegenheiten die deutschen Zeitungsverleger neuerlich im Ramen der österreichischen Bundesregierung herzlichst in Oesterreich und in Wien begrüßen zu dürfen. Er tue dies mit um so größerer Freude, weil die Gäste einem Beruf dienten, der das gesamte geisttge, politische und wirtschaftliche Leben eines Reiches erfasse, das von 65 Millionen Menschen deutschen Stammes und deutscher Sprachgemeinschaft bewohnt ist. Daß dem deutschen Volke seine Presse erhalten bleibe und auch möglichst vervollkommnet werde, fei in erster Linie Sache der deutschen Zeitungs- oerleger, die Anspruch darauf hätten, in ihren Bemühungen, die Rot der Zeit zu überwinden, in weitestgehender Weise unterstützt zu werden. Die Erhaltung der deutschen Presse und die Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit sei eine Sache der gesamten deutschen Ration. Kein Staatsmann forme sich vermessen, auch die besten Absichten ohne Inanspruchnahme der Presse du vchzu setzen. Sei die Sache der deutschen Presse eine solche der ganzen deutschen Rattvn, dann sei auch diese der Souverän, dem die Presse zu dienen habe. Die einzelne Zeitung gebe darum ihre Eigenart nicht auf, sondern stäke sie in den Dienst des Ganzen. Um dasGanze gehe es aber in dem Augenblick, in dem das ganze Gebäude der Wirtschaft zusammenzubrechen drohe. Rach einigen Ausführungen über die Ursache der Weltwirtschaftskrise fuhr Dr.Schober fort: Als ich in Genf die Anregung gab, mit einem regionalen Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft zu be- ginnen, ward mir allgemeiner Beifall zuteil. In dem Augenblick aber, in dem dieser Gedanke greifbare Form anzunehmen begann und die deutsche Reichsregierung und die österreichische Bundesregierung sich bereit erklärten, die Grundlage für eine zoll- und handelspolitische Angleichung aller Staaten zu schaffen, die vermöge ihrer wirtschaftlichen Struktur an einer solchen Interesse haben, in diesem Augenblick erhoben sich Widerstände über Widerstände. Man beschuldigte uns, unter dem Deckmantel wirtschaftlicher Maßnahmen machtpolitische Absichten zu verfolgen. Man sprach von einem neuendeutschenIrnperialis- rnus, ja sogar von einer Bedrohung des Friedens in Europa. Uns lagen und liegen derartige Gedanken vollständig fern; wir wollen leben, und das verbieten uns weder die Frledensoerträge, noch liegt im Bedürfnis zu leben etwas Imperialistisches, und der europäische Friede kann beruhigt der Hut des deutschen Volkes anvertraut werden, von ihm kommt keine Störung und keine Bedrohung. Allen denen aber, die uns bewußt, oder unbewußt andere Absichten unterschieben, die sollen wissen, daß die Worte Völkerbund und Paneuropa seit einem Jahrhundert irndeut- schen Volke vertraute Begriffe sind, und daß das, war wir heute wollen, nichts anderes ist als die geradlinige Entwicklung von Ideen, die bereits zu Beginn des vorigen Jahrhunderts im Sinne europäischer Univer- salität in der deutschen politischen Literatur propagiert wurden. Ich fühle mich zu dieser Bemerkung verpflichtet, um dadurch deutlich zu machen, daß die von uns verfolgte Wirtschaftspolitik ihre Entstehung nicht einem flüchtigen Einfall verdankt, sondern durch die ganze geschichtliche Entwicklung Europas bedingt, Durch die Rot der Gegenwart als historische Rotwendigkeit gefordert wird. Und darin, meine Herren, wurzelt auch unser unerschütterlicher Glaube daran, daß wir un£ trotz der Schwierigkeiten des Tages herausarbeiten werden. wir dürfen das Ziel, das uns der heiße Wunsch nach Rettung unseres Volkes und der abendländischen Kultur überhaupt gesetzt Hal, nicht aus den Augen verlieren, wir müssen mit vereinten Kräften gleichen Zielen enlgegengehen. Hierzu bedarf es der Mithilfe der deutschen Zeitungen, deren Gedeihen ich meine besten Wünsche weihe. Irn weiteren Verlaufe des Festabends knüpfte Professor Wolff an die Worte des Präsidenten H a i n i s ch an. Er skizzierte die geistige Funktion des Verlegers, der in vielen Fällen selbst sein eigener Chefredakteur oder redaktioneller Spezialist ist, der aber auch dann, wenn er nicht selbst zur Feder greift, als geistiger Faktor schon dadurch ausschlaggebend ist, daß er die Auswahl der Persönlichkeiten zu treffen hat, die als Redaktionsstab die Zeitungen zu gestalten haben. In diesem Zusammenhang sprach Professor Wolff von der leidenschaftlichen Hingabe an den Beruf, die unbedingte Voraussetzung des erfolgreichen Wirkens sei, und von der Pflicht zur Wahrhaftigkeit. Diesem Gebot der Wahrhaftigkeit widerfpreche es aber, wenn eine Zeitung in deutscher Sprache herausgegeben wird von Angehörigen eines anderen Volkes, die mit der deuffch gächriebenen Zeitung die deutschen! Leser darüber zu täuschen suchen, daß sie ein fremdes Produkt vor sich haben. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde noch eine Reihe von Ansprachen gehalten, ferner wurden mehrere Degrühungstelegramme aus dem Auslande verlesen, darunter eins von Lloyd George, und zahlreiche Glückwunschschreiben hervorragender europäischer und überseeischer Zeitungsverleger. Don Wien begaben sich die deutschen Gäste nach Steiermark und in das Salzkammergut. Telegrammwechsel miipräsideniMillas Wien, 4. Juni. (WTB.) Der Präsident des Vereins Deutscher Zeitungsverleger Dr. K r u m b h a a r, hat anläßlich der Wiener Tagung des Vereins an Bundespräsident M i k l a s ein Telegramm gerichtet, in dem er diesem als dem Staatsoberhauptes gastfreundlichen Brudervolkes seinen tiefgefühlten" Dank für die warmherzige und erhebende Aufnahme ausspricht, die der Verein in Wien gefunden habe. Im Bewußtsein der Verantwortlichkeit, die die Leiter der Presse als Treuhänder ihres Volkes trügen, und im Gefühl der Verbundenheit mit den im gleichen unverzagten Kampf für Recht und Vernunft stehenden österreichischen Zeitungsverlegern entböten die deutschen Zeitungsverleger dem Bundespräsidenten ehrfurchtsvollen Gruß. Bundespräsident M i k l a s sprach für diesen Gruß seinen herzlichen Dank aus. In der Wahl Wiens als Tagungsort Der deutschen Zeitungsverleger erblickt» er einen neuerlichen Beweis für die enge Verbundenheit der beiden deutschen Stämme. Reparationssrage und Weliwirischastsknse Holländische Forderung nach Reparationsregelung im internationalen Geiste. Oer deutsche Vertreter fordert 40-Stunden-Woche. Gens, 4. Juni. (ÄTB.) Der hollöndiscke Arbeit-- gebervertreter van der Born stellte auf der heutigen Vollversammlung der Internationalen Arbeitskonferenz die Frage der Reparationen und internationalen Schulden in den Vordergrund seiner Ausführungen. Er nahm auf die Gleichgewichtsstörung im internationalen handel durch die einseitigen Belastungen, der verschiedene Staaten durch Reparationen und Schulden ausgesetzt sind, Bezug und erwähnte eine auch im Bericht des Internationalen Arbeitsamtes skizzierte Aeußerung des früheren italienischen Finanzministers de Sie- sani, der gesagt habe, die Frage der Schulden und Reparationen müsse wieder aufgeworfen werden nicht aus Wohlwollen für das eine oder andere Land, sondern aus allgemeinen Nützlichkeitserwägungen, die auch den Gläubigerstaaten zugute kämen. Diese Frage, führte der holländische Vertreter aus, gehöre gewiß nicht zur formellen Zuständigkeit der Internationalen Arbeitskonferenz, aber man könne an ihr nicht vorübergehen, denn sie habe einen gewissen Einfluß auf die Frage, mit der sich die Konferenz Haupt-" sächlich zu beschäftigen habe, nämlich der Frage der Arbeitslosigkeit. Auch die Frage der Schulden und Reparationen müsse in wahrhaft internationalem Geist behandelt werden. Man dürfe nicht sagen, das sei eine politische ober wirtschaftliche Frage, die das Internationale Arbeitsamt nichts angehe. Den Standpunkt der deutschen Arbeitnehmergruppe legte der Reichstagsabgevrd- nete Hermann Müller dar. Er erklärte, wenn England das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag ratifiziert hätte, dann hätte kein anderes Land zurückbleiben können. Ramentlich die deutschen Arbeiter hätten die Haltung Englands bedauert. Der Bericht des Direktors des Arbeitsamtes über die Arbeitslosigkeit, führte Müller aus, lasse den Schwung vermissen, mit dem das Problem angepackt werden müsse. Man sehe keine Lösungen. Die 40slündige Arbeitswoche müsse elngeführl werden. Die Arbeitslosigkeit werde eine Dauererscheinung des kapitalistischen Systems bleiben und deshalb müsse eine dauernde Verkürzung der Arbeitszeit eintreten. Rur durch die Erhöhung der Kaufkraft könne das Problem dauernd gelöst werden. Preissenkungen seien die wirkungsvollste Maßnahme. Zu seinem Bedauern müsse er hier erklären, daß die deutschen Arbeitgeber ihre ganze Kraft auf eine Senkung der Löhne konzentrierten, statt die deutsche Regierung in ihren Bemühungen, die Preise herabzusetzen, zu unterstützen. Die Produktton müsse unter die Kontrolle des Staates gestellt werden. Müller schloß, daß im Hintergrund der jetzigen Krise Chaos, Bürgerkrieg und namenloses Elend lauerten. Der Vertreter der englischen Arbeitnehmergruppe Haydah übte Kritik an der Haltung Englands in der Frage der Rattfizierung des Washingtoner Achtstundenabkom- m e n s. Diese Haltung sei um so bedauerlicher!. Ton; um die Laterne. Von Peter Bauer. Täglich kehren die Rächte später bei uns ein, denn die Sonne verabschiedet sich nicht mehr so eilig wie vor Monaten. Sie freut sich ihrer herrlicher Sttahlenkraft, die die Erde so grün und blumenbunt gemacht, daß jede Wiese wie eine Märchenau prangt, jeder Wald wie ein Wunderdom dem hohen Himmel sich entgegentürmt. Sie freut sich der tolllühnen Schleifen der flinken Schwalbe, der jubilierenden Steilflüge der kleinen Lerche, die „an ihren Liedern emporklettert", und der schönen Kreise, die der Storch in kunstvollem Segeln hoch ins Blaue zirkelt. Sie freut sich des überschwenglichen Dogelkonzerts und des Rest- glücks der kleinen Meisen im Busch, der zierlichen Bachstelzen am Wiesengewässer, die emsig und besorgt ihre Jungen betreuen. Erst wenn sie ihre Lieblinge ermüdet und sttll sieht, rafft sie ihre goldene Schleppe und geht am Horizont unter im wundervollsten Farbenspiel des Gewölks, dessen Rachleuchten die kurze Frist der Dämmerung zauberisch verllärt. Dann aber flammen wider das einbrechende Dunkel Laternen auf, die menschlichen Pfade zu erhellen. Ihr Licht steht wie eine Phalanx von gezückten Lanzen gegen die andrängende Rächt. In den Hauptsttahen stoßen die Lichttnseln schattenlos aneinander, und das Dunkel verkriecht sich in die tiefsten Häuserwinkel. Aber in weniger belebten Gassen und am Rande der Stadt führt die einsame Laterne einen stummen aber zähen Kampf gegen die anstürmende Rächt. Doch sie kennt die Macht ihrer Strahlen und kichert leise in ihrem gläsernen Gehäuse, wenn etwa ein Windstoß, den die Rächt auf gestachelt, wütend wider sie anrennt. Sie ragt wie ein kleiner Leuchtturm auf, den Menschen, der aus dem Dunkel der Landschaft kommt, heimführend in die helle Stadt. Aber sie wird zum Irrlicht für alles nächtliche Surrer- und Flügelvolk der Insekten. Ihre Sttah- len blenden und verwirren den raschen Flugs da- hinpfeilenden Nachtschwärmer, und reißen ihn wie mit magnetischer Stromgewalt in die Grelle des Lichtsterns. Er vergißt des lockenden Dufts der nächtlich geöffneten Kelche und der süßen Nektar- labe, an der er sich berauschen wollte. Lichttrunken rennt er gegen die Glaswand der seltsamen Riesenblüte und umkreiselt sie in rasender Erregung. Einige Motten und Fliegen gesellen sich zu ihm und erliegen wie er dem Lichtzauber in wirbelndem Tanz. Plötzlich stürmt mit harten Flügeldecken ein summendä Käfer wider die grelle Wendung, daß er von dem Anprall zurücktaumelt, und fast aus seiner Flugbahn stürzt. Sim so toütenöer wiederholt er seine Einbruchsversuche in den Licht- kem mit stärkerem Gebrumm in tollen Ringen und Spiralen. Immer größer wird der Kreis der Tänzer, immer dichter geknäult der Tanz. Kleine Motten liegen bereits mit zuckenden Flügeln am Boden und scheiden vorläufig aus aus dem wilden Turnier. Ob sie sich noch einmal erheben werden? Ein großflügeliger Käfer fällt auch hart an den Boden. Seine hellbraune Sinterseite und die noch Heller gesäumten Flügeldecken verraten einen bekannten Wasserbewohner, den Gelbrand. Wahrscheinlich war er zu einem Liebesabenteuer aufge- stiegen und sein Flug zu einem anderen Gewässer hatte ihn unglückseligerweise am Lichtfeld der Laterne vorbeigeführt. Ich sehe ihn in das nahe Gebüsch eines Gartens und wünsche ihm Glück auf den Weg. Der Taumel um die Laterne dauert fort. Ein großer zuckender Schatten, ein seltsames Flatter- tier ist auf einmal unter die Winzigen gefahren. Eine Fledermaus. Schon stürzt sie sich ins Dunkel unb ist verschwunden. Aber auch der große schone Rachtschmetterling ist nicht mehr unter den Schwirrenden. Wieviele noch wird der geräuschlos huschende Tod, die flatternde Fledermaus, verschlucken? — Der Tanz geht weiter, der Irrlichttanz, der Todestanz ... Oie Hand verrät dich. Von Siegfried von Vegesack. 1. Der Mund kann lügen, das Gesicht täuschen, aber die stumme Hand verbirgt nichts. Die Hand verrät dich. Sie entlarvt den Verbrecher durch den Fingerabdruck, offenbart deine Vergangenheit, deine Zukunft durch geheimnisvolle Linien, enthüllt deinen Charakter durch die Schrift. Die Hand weiß bester über dich Bescheid als du selbst. Nichts ist ihr verborgen, und nichts kannst du vor ihr geheim halten. Die Hand ist der geheime Spiegel deiner Seele. Betrachte nicht dein Gesicht, sondern deine Hände, wenn du dich erkennen willst. Der Spiegel lügt, aber die Hand sagt dir, ohne zu schmeicheln, die Wahrheit. 2. Wie kein Blatt am Daum dem andern gleicht, so gleicht keine menschliche Hand der anderen. Jede Hand ist eine einmalige, einzigarttge Schöpfung der Natur. Fünf Finger, — welch unerschöpflicher Reichtum der Phantasie, die diesem im Grunde einfachen Gebilde immer neue charakteristische Formen zu geben vermag! Der genialste Künstler könnte sich höchstens hundert verschiedene Hände ausdenken. Wäre die Hand ein Fabrikat, gäbe es wahrscheinlich fünf normierte Hand- Typen. Aber die Natur produziert täglich spielend einige zehntausend Exemplare, — jedes ein Unikum. Denn auch der Mensch ist, allen Normierungs-Bestrebungen der modernen Maschinen- Zivilisation zum Trotz, ein einmaliges, nie wiederkehrendes Exemplar seiner Gattung geblieben. Und Newton hatte recht, wenn er erklärte, daß ihm in Ermangelung anderer Beweise allein der Daumen vom Dasein Gottes überzeugen könne. 3. Keine Hand, aber auch kein Händedruck gleicht dem andern. Schon dadurch, wie dir jemand die Hand gibt, verrät er sich. Nichts ist für den Menschen so charakteristisch, wie der Händedruck. Der eine greift hart und fest zu, der andere hält dir etwas Schwammiges, Willenloses hin, der dritte berührt dich nur flüchtig und zerstreut, der vierte drückt deine Hand leicht, aber bestimmt. Ein Händedruck kann dir mehr über einen Menschen sagen, als ein stundenlanges Gespräch. 4. Auch die Bewegungen der Hände sind für jeden Menschen charakteristisch. Die Hand ist stumm, aber sie unterstreicht, sie begleitet das gesprochene Wort. Der eine bewegt die Hände fahrig, abgehackt, der andere ruhig, aber energisch, der dritte tänzerisch melodisch. Ich kenne eine Frau, die in jedem Finger mehr Musikalität besitzt als ein berühmter Sänger in seiner schmetternden Stimme. Man sollte einen Film der Hände schreiben, in dem nur Hände spielen. Ich glaube, an den Bewegungen der Hände könnte man das Schicksal der Menschen vielleicht noch unverfälschter ablesen, als an ihren Gesichtern. Große Schauspieler haben mit ihren Händen immer besondere Wirkungen erzielt. Man denke an die Hände der Düse. 5. Wichtig ist auch die Form der Hand, mit der sich die Ehirognomik beschäftigt. Sie unterscheidet elementare, motorische, sensible und seelische Hände. Aber das sind natürlich nur grobe Grundformen, zwischen denen es unendlich viele Zwischenstufen gibt, die sich jeder schemattschen Einordnung entziehen. Die Gröhenverhältnisse der einzelnen Finger, der Glieder, Gelenke, die Form der Nagel und Fingerspitzen, des Handtellers, — alles ist von Bedeutung. In dem Werk „Hände" von Rolf Voigt wird in ausgezeichneten Abbildungen dn unerhört reiches und interessantes Material von charakteristischen Händen gezeigt, das besser als theoretische Abhandlungen über dieses zum großen Teil noch unerforschte Gebiet unterrichtet. 6. Nicht weniger bedeutsam sind die Linien des Hand, mit denen sich die Chiromantte befaßt. Schon Aristoteles erklärte: „Die Linien sind nicht ohne Gründe in die menschliche Hand geschrieben, sie stammen von himmlischen Einflüssen und der eigenen Individualität des Menschen.“ Wenn auch heute mit dem Handlesen sicher viel Unfug getrieben wird, so tann man diä« Lehre doch nicht mehr als Aberglauben ab tun. Was du an Anlagen mit ins fielen bekommen hast, das steht in deiner Linken geschrieben. Und wie du diese Gaben verwertet hast, das wird in der rechten eingetragen. Wohl kannst du die Linien deiner Hand ändern, aber nur, wenn du dich selbst änderst. Nicht nur in den Sternen, auch in deiner Hand steht dein Schicksal geschrieben. 7. Durch die Schrift verrät dich endlich die Hand auch öemjenigen, der dich nie gesehen hat. Die Graphologie, noch vor wenigen Jahrzehnten als Spielerei belächelt, ist heute der praktische Berater fast aller großen Betriebe. Neben dem Photo wird eine Handschriftenprobe als Legitimation »erlangt Zeige mir deine Schrift, und ich sage dir, wer du bist. 8. Läge nicht in den Händen das Wesenbafte des Menschen, wären sie uns gleichgülttg. Aber wir lieben die Hand einer geliebten Frau, und wir hassen die Hände eines Menschen, der uns wider- wärttg ist. Und wenn man sich selbst zum Ekel wird, dann möchte man sich am liebsten seiner Hände entledigen. Aber niemand entrinnt seiner Hand. Wie niemand sich selbst enffliehen kann. Die Hand ist unbarmherzig: sie verrät dich und läßt dich nicht mehr los. In deinen Händen trägst du daS Kainszeichen für alles, was du getan Hast . j £®äfM [ff '»Hl?*! kl '*««« ?'Ä NüttS 'n* des Der. ^bhaar, «r«ns an LL ?? "he. M«tln ‘ln d«r 5er« Treu. JJMty bet 'E'chen unner. stehende, o en die deut, Ql«öenlen ehr, r Mefen @rul ihl Wiens als leger erblickt» enge Der« stamme. len Snfie. in Arbeit« istagSabgevrd« Er erklärte, 'er Abkommen ^fiziert hätte, ickbleiben fön« ibeiter hätten :t Bericht deine Arbeit-« den Lchtmmg mgepackt wer« gen. jfe eingefihrt ! eine Hauet« ffems bleiben Verkürzung i. Kaufkraft verden. ^reiL« e Mahncchme, c erklären, dah inze Kraft aus irrten, statt die mühungen, die jcn. Die Pro« e des Staates aß im Hinter« lürgerkrieg und Arbeitnehmer« i der Haltung cksizierung des .benablom« > bedaucrlichnt, irlich nut grobunendlich diele ?t schematischen vhenverhältniffe 2t Gelenke, Sie M des HE vird in ausgr« jrt ttiches und lifche Abhand« sä m>ch w‘ »Mi«» OaWL K> Ä S als Leg'!' )ie Linien^ mauste bes^t. inten stnd wch^ and geschr'e^ aö » w*> ™ Ms d«Z UH» Wit rA f. als in England zur Zeit eine Arbeiterregie» tun g am Ruder sei. Die englische Regierung habe leider auch noch andere internationale Abkommen nicht ratifiziert, so z. B. die Konvention über die Arbeit der Kinder und die Nachtarbeit in Rackereien. Die Arbeitslosigkeit müsse durch eine Herabsetzung der Arbeitszeit, die aber nicht eine Verkürzung der Löhne im Gefolge haben dürfe, bekämpft werden. Wenn man als einzige Richtschnur für seine sozialpolitische Einstellung die Rücksicht auf die internationale Konkurrenz gelten lasse, so bedeute das die Ausschaltung aller menschlichen Gesichtspunkte. Ein Svfortmittel, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sei die Heraufsetzung des schulpflichtigen Alters, wie es im englischen Parlament vorge- schlagen worden sei. und die sofortige Versorgung der Arbeiter über 60 Jahre. Der Generalsekretär des Internationalen Derban« des der christlichen Gewerkschasten Scrraerens (Holland) erklärte, man dürfe sich nicht verhehlen, daß die Wirtschaftskrise immer unerträglicher werde. Das treffe insbesondere für D e u t s ch l a n d zu, wo trotz der Anstrengungen des Kanzlers Brüning und des Arbeitsministers Stegerwald, zweier Exponenten der christlichen Gewerkschaftsbewegung, es von Tag zu Tag schwieriger, ja beinahe unmöglich werde, ein annehmbares Lebensniveau für die Arbeitslosen aufrechtzuerhalten. Rur durch einheitlichen willen der Regierungen, Parlamente und Völker könne die Lösung gefunden werden. Die Völker müßten begreifen, daß die Zeit der Ueberlegungen vorüber sei, und dah jetzt gehandelt werden müsie. Wenn es nicht möglich sei, jetzt schon zu einer all- ficmcinen Herabsetzung der Arbeitszeit zu gelangen, o bestände doch die Möglichkeit von internationalen Vereinbarungen über die Senkung der Arbeitszeit in bestimmten Industriezweigen. Die ASDAp. forbert Einberufung des Reichs lag- Berlin, 4. Juni. (VDZ.) Die National« sozialistische Reichstagsfraktion hielt heute im Reichstag eine Sitzung ov, in der sie zwei Entschließungen faßte. Die eine richtet sich gegen den „Terror antifaschistischer Mörderbanden" unter Hinweis auf die Ermordung mehrerer Stahlhelmmitglieder, und macht den Reichspräsidenten und die Reichsregierung auf die hierüber von Tag zu Tag wachsende Erbitterung nationaler Kreise aufmerksam. Die Fraktion müsse die Regierung für alle daraus mit Notwendigkeiten entstehen- den Folgen schon heute verantwortlich machen. Die zweite Entschließung beschäftigt sich mit der bevor« stehenden Notverordnung. Ihr Schlußsatz lautet: „Die Reichstagsfraktion der NSDAP, legt S diese neuen, angeblich der Sanierung der Finanzen dienenden Maßnahmen feierlich Verwahrung ein, weil sie nur zur weiteren Verelendung der werktätigen Massen des deutschen Volkes und zur völligen Vernichtung der deutschen Wirtschast führen, und verlangt zum Zwecke ihrer Aufhebung die sofortige Einberufung des Reichstages." Oas SnfrafHreten der Notverordnung Berlin, 5.3uni. (OB.) lieber den Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Rotoerordnung erfährt die „Börsenzeitung", dah die Bestimmungen über die neuen Steuern und über die Gehaltskürzungen bei den Beamten mit dem 1. Juli wirksam werden sollen. Einige Bestimmungen über die Arbeitslofenver- sicherungsreform bedürfen einer gewissen Anlaufsfrist, die Bestimmungen, in denen, wie ;. B. bei den Mineralölen, eine Aenderung des Zollsatzes vorgesehen ist, lrelen mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Oie EpO.-Fraktion einberufen. Berlin, 5. Juni. (CNB.) Der Vorstand der Sozialdemokratischen Reichstags- fraktion tritt, dem. „Vorwärts" zufolge, 31 r Beratung der durch bie neue Notverordnung geschaffenen Lage am kommenden Mittwoch zusammen, die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist für Freitag einberufen worden. Ausnahmebestimmungen zur Wirifchastsbelebung. Berlin, 4.3unt (ERB.) Wie der „CBörfcn- Eourier" von unterrichteter Seite erfährt, ist in dem Notverordnungsabschnitt, der sich mit der Arbeitslosenversichernng beschäftigt eine Ermächtigung für die Reichsregierung enthalten, einzelne Gewerbezweige von der Deitragspslicht zur Arbeitslosenversicherung unter gewissen Bedingungen zu befreien, bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Dersicherungslei st ungen an die betreffenden Arbeiter und Angestellten. Diese Maßnahme durfte zunächst für den Steinkohlenbergbau zur Anwendung kommen, um eine Koh lenpreisherabsehung um 6 bis 7 Prozent und damit eine Produktionsbelebung herbeizuführen. Oer Parteitag der SPD. Leipzig, 4. Juni. (TU.) Aus dem Sozialdemokratischen Parteitag sind nach den politischen Auseinandersetzungen der letzten Tage Entscheidungen von Bedeutung nicht mehr zu erwarten. Ein großer Teil der Reichstagsfraktion hat sich bereits wieder nach Berlin begeben. Heute spra-ch Oldenhauer (Berlin) über „Partei u n d 3 u g e n d". Rach der Aussprache und dem Schlußwort wurde der Antrag des Par- teivorstandes auf Aufhebung des Beschlusses des Kasseler Parteitages übe^ die Einrich'.ung von sozialistischen Gruppen angenommen. Dann erstattete Westphal den Bericht deS Parleivorstandes. Hierauf wurden die Verhandlungen auf Freitag vertagt. Oer neue Parteivorstand. Berlin, 4.3uni. (ERB.) Die Wahl des Darteivorstandes der Sozialdemokratischen Partei durch den Parteitag ergab für Otto Wels die größte Stimmenzahl. C r i s p i e n und Johann Vogel erhielten bei der Wahl der Parteivorsihenden die gleiche Stimmenzahl. Der Kandidat der Opposition zum Parteivorsihenden, der Reichstagsabgeordnete S e h d e w ih, erhi eit nur 54 Stimmen: er ist nicht gewählt. Wieder- gewählt wurden die bisherigen Sekretäre. Die Wahl der Beisitzer erfolgte nach dem Vorschlag des Parteivorstandes. Die bisherigen Mitglieder wurden wiedergewählt. Reu hinzugewählt wurden Dreitscheid und Gitte (Berlin). Französische Militärflieger über Borkum. Deutscher Protest in Paris. Berlin, 4. 3uni. (ERD.) Wie wir erfahren, ist nunmehr festgestellt, daß es sich bri den Flugzeugen, die gestern um 9.45 Ufjr über der Reede von Borkum gesich'.et worden waren, um zwei französische Militärflugzeuge gehandelt hat. Die Flugzeuge, die aus Kopenhagen kamen, hatten Einslugerlaubnis für die Riederlande, aber keine Genehmigung für die Heberflieguirg deutschen Gebietes. Die deutsche Botschaft in Poris ist angewiesen worden, auch in diesem Falle der Verletzung der deutschen Lufthoheit P r 0 t e st zu erheben. Aus aller Welt. Atlantikfahrt des „Nautilus". P r 0 v i n c,c t 0 m n, 4. Juni. (WTB. Funkspruch.) Das U-Boot „Nautilu s", mit dem Wilkins feine Fahrt unter dem Eise zum Nordpol unternehmen will, ist nach seiner Schnelliakeits- rekordfahrt in den Hafen zurückgekehrt. Das U-Boot ist planmäßig um 23 Uhr nach London in See gegangen. Von London wird es über Bergen und Tr 0 msö nach Spitzbergen gehen und von dort aus feine Nordpolfahrt antreten. Hubert W i b kins und eine Anzahl Wissenschaftler, die ihn zum Nordpol begleiten wollen, befinden sich an Bord. Zwei weitere Teilnehmer werden das U-Boot in London besteigen. An Bord des U-Bootes befinden sich bereits Lebensmittel für 18 Monate, ein Grundstock für eine Fahrt von 6000 bis 8000 Kilometer. Piccard und Kipscr in Brüssel feierlich empfangen. Brüssel, 4.Juni. (TU.) Professor Piccard und Dr. K i p f e r sind heute abend in Brüssel eingetroffen. Schon unterwegs hatte Frau Piccard mit drei Kindern im Zuge Platz genommen. Auf dem Nordbahnhof wurden Piccard und Kipfer von dem Kronprinzen Leopold, den Ministern P e t i t \ e a n und Lippens, sowie den Spitzen der Zivil- und Militärbehörden empfangen. Eine große Menschenmenge, darunter viele Studenten, hatte sich zum Empfang eingefunden. Piccard und Kipfer wurden von Studenten auf die Schultern gehoben und bis in ihr Auto getragen. In der Universität fand ein feierlicher Empfang der beiden kühnen Forscher statt. 76 Häuser in Pskow niedergebrannt. Moskau , 4. 3uni. (WTD.) Wie aus Pskow gemeldet wird, sind bei einem Grvßseuer 7 6 Häuser niedergebrannt. Die Entstehung des Brandes wird auf einen schadhaften Schornstein in einem Hause zurückgeführt, von wo aus das Feuer sich infolge des starken Windes auf den ganzen umliegenden Bezirk ausdehnte. Tagung der Privathandelsschulen. 3n Hannover fand die 29. ordentliche Hauptversammlung des Verbandes Deutscher Privathandelsschulen statt. An der öffentlichen Versammlung nahmen Vertreter des Preußischen Handelsministeriums, des Regierungspräsidenten, der Landes- und Kommunalbehörden, der Hochschulen und Schulen, der. 3ndustrie- und Handelskammer, sowie Führer der Wirtschaft und Vertreter vieler Verbände teil. Hochschulprofessor Dr. Hennig sprach über „Reue Ergebnisse der betriebswirtschaftlichen Forschung". Weitere Referate galten der Reugestaltung des Maschinen- schreib- und Kurzschriftunterrichtes. Die Verhandlungen der übrigen Tage erstreckten sich auf „Werbekunde als Unterrichtsfach in Handelsschulen", „Methodische Fragen des Unterrichts in Handelskorrespondenz", „Fortschritte und Erfahrungen auf dem Gebiete des Uebungskontors", sowie auf die Behandlung schultechnischer und schulpolitischer fragen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 5. 3uni 1931. Hausinschristen. Auch heute noch ist, wie in seinen primitivsten Anfängen ob in Stein oder Stahl, das Haus ein Obdach. Die eigenen oder gemieteten vier oder mehr Wände sollen der Mittelpunkt und Angelpunkt sein, um den sich der Ablauf deS Lebens außerhalb ihrer selbst gruppiert und immer toieber zurückfindet. Sie wollen ruhender Dol und erneuerndes Kräftczentrum sein. Eine Kleinwelt in der Umwelt, in die von den Schwingungen des Alltagslärms möglichst wenig Rebengeräusche hereindringen. 3n denen es sich nach selbstgcgcbenen Gesehen leben läßt oder leben ließe. Ausdruck dieses Selbständigkeits- und selbstbewußten Behauptungswillerrs war die Haus- inschrist, die durch die alles gemütvolle Beiwerk verachtende Architektur der jüngeren Vergangenheit in dem gleichen Maße zum Verschwinden gekommen ist, als sich alle Begriffe zu verflachen begannen. Das Gefühl der Verwurzelung in dem ererbten oder durch der Hände Flerh erworbenen Stück Boden hat in weitestem Umfang von jener Schollenzähigkeit verloren, die ehedem das Rückgrat ganzer Geschlechter, ihrer Siedlungen und Landschaften war. Die Begriffe Vaterhaus und Heimat sind heute Erwägungen untergeordnet, wie sie schon der lateinische Spruch wie- dergibt: „Ubi bene, ibi patria", „Wo ich am meisten verdiene, fühle ich mich zu Hause". Der moderne Mensch ist sehr häufig nur ein Wohnungs- rzomade. Er grast eine geschäftliche Weide ab, schüttelt den Staub von den Füßen und sucht neue Goldfelder. Freiwillig oder der Rot gehorchend. Wenn früher jemand einen Bau nach seinen Plänen hatte erstehen lassen und eine 3nschrift in den Stein meißeln oder in das Holz schnitzen Meß, so war das wie ein sichtbar gewordener schwur, war Dries und Siegel auf die Scholle, deren Besitzer er geworden war und als der ev sich fühlte. Was durch den Hausspruch einem jeden kund und zu wissen getan wurde. 3n allen seinen Formulierungen, ob witzig oder ernst, ob leicht- oder tiefsinnig, ob in flüssigem Reim oder in holprigem Rhythmus, immer schwang in jedem Wort und in jeder Zeile De- siherstolz und Dodenständigkeitsbewußtsein. Fehden konnten vorübergehend vernichten oder ver- treiben, aber mit dem letzten verkohlten Sparren kam nach der Rückkehr wieder Leben in die Ruinen. Denn in dem Aschenhausen steckten „die festen Wurzeln seiner Kraft". Hier war er nicht mehr schwankendes Rohr im Wrnde, der ihm zufällig um die Rase geweht wurde. „Der Erde schönstes Gut / Sind Haus unt> Vaterland..." beginnt eine alte Zuschrift in Eckwersheim bei Straßburg. Reben der volkskundlichen Bedeutung sprach aus solchen Sprüchen nicht selten auch eine tiefe Religiosität des Welt- und Daseinsgefühls und ein Wißen um die Vergänglichkeit dessen, woran wir uns nur eine kurze Weile als Besitz erfreuen dürfen. Deshalb liest man in Laimach: „Dies Haus gehört nicht mein, Der nach mir kommt, wird's auch nicht sein. Man trug auch den Dritten hinaus, Ach Gott, wem gehört dieses Haus!" Wie das deutsche Volkslied, so ist eben auch der Hausspruch eine jener anspruchslosen Feldblumen, deren Farbe und Duft zwar nicht blendet und berauscht, die aber, weil sie aus den ureigensten Gründen deutschen Gemüts erwachsen sind, Anspruch auf Erhaltung und Wertschätzung haben. Kig. Wer Hilst der Bahnhofsmission? Die Dahnhofsmission bietet seit 1894 unentgeltlich Schuh. Rat und Hilfe auf der Reise. 3n etwa 450 Städten Deutschlands unterhält sie Beratungsstellen auf den Bahnhöfen. Dor allem den reisenden Mädchen, Frauen und Kindern steht sie zur Seite. Die Helferinnen sind Tag und Nacht zum Dienst bereit Unterbringung und Hilfe für 3ugendliche, Kranke und Obdachlose wird nach besten Kräften gewährt. Die Dahnhofsmission steht allen Hilfsbedürftigen zur Verfügung. Die Plakate in den Eisenbahnwagen weisen auf diese Arbeit hin. Sie sollen junge Menschen vor den Gefahren der Fremde warnen. Die Hilfe der Bahnhofsmission soll und will die Vorsorge der Heimat ergänzen. Deshalb bittet die Dahnhofsmission, daß jeher- mann dazu beitragen möchte und so das segensreiche Werk, das seit 3ahrzehnten besteht, in Zeiten schwerster wirtschaftlicher Rot zum Desten vieler Tausender von 3ugendlichen und Kindern, von Kranken, Greisen und Heimatlosen in unserem Vaterland erhalten bleibt. Darum gebe jeder am Samstag und Sonntag am Dahnhof (nur dort sindet die Sammlung statt) sein Scherflein. 3ede Gabe ist willkommen! Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Vortrag mit Koch-. Dack- und Dratvorführungen im „Mabag-Heißluftherd", 20 Uhr, Hotel Schütz. VHC. Gießen: Monatsversammlung und Gedächtnisfeier für Dr. Wenzel. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der falsche Ehemann", ab 10.45 Uhr Nachtvorstellung „Aus der Sprechstunde des Dr.X". — Aus dem S t a d 11 h e a ter b u reau wird uns geschrieben: Als erstes Gastspiel für die Sommerspielzeit hat die 3ntendanz das Berliner „Kleine Theater" mit der einmaligen Aufführung des Lustspiels „Liebe unmodern", von Sterk. verpflichtet. Grete Reinwald, die bekannte Tonfilmschauspielerin, ist die Trägerin der Hauptrolle. Trotz des Gastspiels ermäßigte Sommer- Preise. — Marine-Gautag in Gießen. Der Gau „Niederwald" im Bund Deutscher Marinevereine hält am 6. und 7. Juni in Gießen in den Räumen des Bootshauses des hiesigen Marinevereins (Wiß- marcr Weg 4) seinen Gautag ab. Näheres in der heutigen Anzeige. — Per Verband ehemaliger Vogt« scher Handelsschüler und -schulerinnen veranstaltet am nächsten Sonntag, 7.Iuni, ein Früh« lingssest auf der Hardtterrasse. (Siehe heutige Anzeige.) e •• Somm erfest der Gießener Studentenschaft. Die Leitung des diesjährigen großen Sommerfestes der Gießener Studentenschaft zugunsten der Studentenhilfe in der Volks- Halle am 7. 3uni teilt folgendes über die Ausgestaltung des Festes mit: Unter lebhafter Mitwirkung aus den Kreisen der Studentenschaft sind die Torbcrcilungcn bereits abgeschlossen. Beliebte Mitglieder des Stadttheaters haben sich für Darbietungen auf der Bühne, der Halle, in der Dar und im Kabarett zur Verfügung gestellt, unter denen die Uraufführung eines SketschS von Dr. Ritter ganz besondere- Interesse erregen wird. Auch die Mitwirkung des Tanzpaares D ä u l k e wird begrüßt werden. Ueber- raschungen besonderer Art werden dazu beitragen, wieder die gewohnte glänzende Stimmung zu erzeugen. Da auch für große Tanzflächen und hervorragende Tanzmusik gesorgt ist, werden jung und alt bei bescheidenen Ausgaben frohe Stunden verleben können. Man beachte die Anzeige in der morgigen Nummer. ** Di e fälligen Stromgelder für den Monat April werden in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil angemahnt. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. *• Ein Achtzigjähriger. Am Sonntag begeht der frühere Schmied August Denk, Westanlage 64, in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. * ZweiFünfundsiebzigjährige. Kaufmann August Roll, der Seniorchef der Kreuz- Drogerie, begeht am morgigen Samstag in bester geistiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar ist eine stadtbekannte und allgemein geschätzte Persönlichkeit. Er war früher Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung, wirkt noch heute im Ortsgericht mit, ist langjähriger stellvertretender Direktor der Bezirkssparkasse Gießen, Mitglied der Handelskammer und feit 1909 Standesbeamter. — Die Witwe Louise Valentin, geb. Riebergall, begeht am morgigen Samstag ebenfalls ihren 75. Geburtstag in großer geistiger und körperlicher Rüstigkeit. ** Preußisch-Süddeutsche Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse muh planmäßig spätestens bis zum 8. 3uni 18 Uhr bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahme geschehen. ** Dergbauschüler in G iehen. Die demnächst abgehende Klasse deS Grubensteiger- lehrgangeS Nr. 64 der Essener Dergschule befindet sich auf einer Lehrfahrt zum Studium des hessischen Eisen st einbergbaues. Sie weilte heute in Gießen und besichtigte unter der Führung von Herrn Prof.Dr. Hummel Die Draunsteinbergwerke in der Lindener Mark. Rach der Befahrung von Drauneisenstein- gruben des Vogelsberges erfolgt die Weiterfahrt an den Rhein, um den rheinischen Schieferbergbau fennenauTemen. ** DerReichsbahn-Turn- undSpvrt- beretn Gießen veranstaltete am Mittwochabend bei sehr starker Beteiligung zu Ehren seines nach Dillenburg versetzten Mitgliedes, Dahn- hofsoberinspektor Drettschneider, eine schlichte Abschiedsfeier. Der 2. Vorsitzende. Oberbahnhofsvorsteher Heinzelmann, würdigte die hervorragenden sportlichen, dienstlichen und gesellschaftlichen Eigenschaften des Scheidenden und bedauerte dessen Weggang. Er gedachte ferner der vorzüglichen Leistung der Schießabteilung deS Reichsbohn-Turn- und Sportvereins, die unter stärkster Konkurrenz am vergangenen Sonntag beim Pokalschiehen in Marburg den ersten Sieg errang. Dahnhofsoberinspektor Drettschneider dankte für die freundliche Ehrung, ferner dankte er dem Quartett „Flügelrad" unter Leitung des Herrn Karl Ehelmüller und der Hauskapelle, die durch gut vorgetragene Ehöre und Musikstücke zur Verschönerung der Feier beitrugen. Wettervoraussage. Die Ostwindströmung an der Süd- und Westseite des Hochdruckkeils ist erhallen geblieben ünd hat auch in unserem Bezirk bereits in den ?estrigen Rachmittcvgsstunden den Himmel troll» Dnrmen aufbeitem lassen. Dadurch kommt die westliche Störung, die ja immer weiter nach Frankreich vorrückt, aber kein stärkeres Baro- metergefälle zeigt, bei uns noch nicht recht zur Oeltung, vielmehr bleibt zunächst das meist heitere Wetter erhalten. Erst später dürften sich noch stärkerer .Erwärmung lokale Gewitterstörungen herausbilden. Aussichten für SamStag: Zunächst vielfach heiter, später auch vorübergehend gewitterdrohende Bewölkung aufkommend, warm, noch trocken. Reifem eklerdienst der amtlichen Wetterdienststelle Gießen. Westerland auf Sylt: 11 Grad, Tem- peraturverlauf: kühle Rächt, heute morgen Rord- westwind, Witterung heule: halb bis ganz bedeckt, Witterungsverlauf feit gestern teils heiter, teil« wolkig. Baden-Baden: 17 Grad, gestern warmer Tag, Rordostwind, heute morgen heiter, hall» bis ganz bedeckt, gestern meist heiter. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. Eine einzige schlechte Kaffeebohne kann den ganzen Kaffee verderben . . . Trinken Sie den vorzüglichen Kaffee Hag. Jede Bohne ist auserlesene Qualität. Dabei ist Kaffee Hag coffeinfrei und vollkommen unschädlich. Kommt Kinder WO nirgends SO Oie Beisetzung fand in Gießen in der Stille statt. 3815 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Fr. Schüfeler, 3822 A Gießen (Schützenstrafie 21), den 5. Juni 1931. genäht oder geklebt RM. 0.50 mehr 03296 1857 V 9 ommer- 12 Ken. Kreuzvlatt 2. 7426 D Gießen (Bahnhofstraße 53), 4. Juni 1931. 03284 1. Gießen Markthalle 2. 3. 4. 36 Lasten Sei tJfot Si Ort u. Straße: 44. 12 Licher Strafe 29 2698V Strane. [03288 Ter Vorstand. Wie und streifen flanell einfarbig Senden Sie mir unverbindlich und kostenlos aufklärende Druckschrift S 227 oder S 228 Name:.................................................. Der unerbittliche Tod entriß uns heute nach schwerem Leiden meine geliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Sommer- Joppen Leinen Toussor Lüster Sonntag. 7. 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Juni, nachmittags 3 Uhr, im Philosophenwald FAMILIENTAG Ansprachen, musikalische Darbietungen Spiel der Mädchen Vereinigung usw. Eintritt frei! Die Gemeinde ist hierzu herzlich eingeladen. Der Kirchen verstand. Der Frauenverein. Die Männer- und Frauenvereinigung. Die Kinder der Kinderkirche versammeln sich am Brandplatz. Abmarsch zum Philosophenwald unter Führung der Kinderkirchenhelferinnen 3l/< Uhr. 3811D Sonntag, den 7. Juni 1931 SOMMER-FEST in Grohen-Linden 03279 verbunden mit dem 40. Stiffiingsfeit Oes MWenmelus 1891 (Broben-finöen Fest-Folge: 6 Uhr: Start zum Dadgeschidlichkeitsfahren 10 Ahr: Kampfrichterfihung 13 y2 Ahr: Aufstellung des Festzuges 14 Ahr: Festzug durch die Stadt Anschließend auf dem Festplah bei Gastwirt Schaum Reigensahren und Tanz Eintritt 30 Pf. - Es ladet freundlichst ein der Festausschuß. Balkon-,Garten- undZelt-Schirme sehr preiswert, alle Reparatur, hieran werden sofort erledigt. AlleiwVertrieb der Herkules- Schirme Marke 03289 - Ul. 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Ein Film, den jeder gesehen haben muß, um seine Gesundheit, Jugend und Schönheit zu erhalten. Eintrittspreise: 0.75, L-, 1.20, 1.50 Mk. ;762 C Mme-Gaulag des Gau„Mderwald" im Bunde Deutscherr LNaviue-Beveine am 6. und 7. Juni 1931 3808 D in sämtlichen Räumen unseres Voolshauses, Wißmarer Weg 4 SamStag, 16 Ahr: Gauvertreter-Versammlung 20 Ahr: Begrühungsabend Sonntag, 11 Ahr: Frühschoppen im Marinekeller 15 Ahr: Volksfest mit verschiedenen Darbietungen Freunde und Gönner des Vereins sind herzlichst eingeladen. Der Vorstand. Vv,wt^zyA\ ÄX 7^! L «•"T "' <. x » ~ IO- S» ÄX ------ ■V V- 'A & ■sX lie iil praktilin. haltbar und preiswert! Herren-Hemdhosen porös, echt ägyptisch Mako, Größe 4—6 Herren-Netzjacken kräftige Qualität, gelb, Größe 4—6 mit doppelter Schulter, Größe 4-6 0.85 0.95 Herren-Hemdhosen, Knüpftrikot, Q "JE echt ägyptisch Mako, zweifädig, Größe 4-6 U. 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Der Privatbiskvntfatz wurde für beide Sichten um je ein Achtel auf 4" 'H Prozent erhöht. • D i e Lornelius Hehl AG. inWorms schlicht das Geschäftsjahr 1929 30 bet 1,83 (1,27) Mill. Mk. Fobrikationseinnahmen. denen Abschreibungen auf Immobilien mit 0,51 (0,51) und aus Maschinen usw. mit 0,64 (0,60) Mill. Mü gegenübergestellt werden, mit einem Reingewinn (einschl. 245 000 181 000] Mk. Dortrag) von 932 402 Mk., aus dem 4 Prozent Dividende verteilt und 164 402 Mk. vorgetragen werden sollen. (3. D. wurde der gesamte Gewinn von 245 477 Mark vorgetragen.) • Odenwälder Hartstein-Industrie AG. Da rm st a dt. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß per 31.12.1930. Aus dem nach 186 882 Mk. Abschreibungen verbleibenden Reingewinn von 75 493 Mk. gelangen auf die Dz.-Aktien 6 und auf die St.-Aktien 5 Proz. Dividende zur Verteilung. 8773 Mk. werden vorgetragen. 'Dyckerhoffvc WidmannAG. ,Wies- baden-Diebrich. Der für den 12. Juni ein- berufenen Generalversammlung wird vorgeschlagen, den aus dem Vruttozewinn von 1,82 Mill. Mk. (im-Vorjahre 2,32) nach 1,057 Mill. (1,225) Abschreibungen verbleibenden Reingewinn von 760 532 Mk. (1,090 Mill. Mk.) eine Dividende von 8 Prozent (10 Prozent) zu verteilen und den Gewinnrest von 114 740 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen. Berliner Börse. Berlin, 5. Juni. Nachdem im heutigen Bor- Mittagsverkehr und auch noch an der Borbörse im Anschluß an das wieder feste Neuyork eine ziem- lich freundliche Stimmung geherrscht hatte, zeigte der offizielle Börsenbeginn doch schon wieder st a r k e Unsicherheit, die ihren Ausgangspunkt am Devisenmarkt hatte. Die Mark erfuhr gegen Dollar eine weitere Abschwächung auf 4,2130, und diese Tatsache wurde von der Effektenbörse als verstimmendes Moment gewertet. Die ersten Kurse erfuhren meist kleine Rück - gonge, wobei die Umsatztätigkeit nicht einmal sehr groß war, sondern es drückte sich in ihr mehr Unternehmungslust der Kulisse aus, die augenblicklich Hauptträgerin des Geschästs ist. Obwohl die Presse- stimmen des Auslandes über Chequers nicht ungünstig lauten und obwohl sich auch international die Ansicht durchzusetzcn scheint, daß cs so nicht weitergeht, gewinnt doch die pessimistische Seite langsam wieder die Oberhand, da man mit langwierigen Verhandlungen rechnen zu müs- sen glaubt. Stärker unter Druck lagen nur Julius Berger mit minus 3,25 und Allgemeine Lokal und Kraft mit minus 3,50 v. H. Vereinzelt konnte man [ogar einzelne Gewinne bis 1,50 v. H. feststellen. Auf die unveränderte Dividendenerklärung von acht vom Hundert zogen Ocsterreichische Siemens-Schuk- kert um 3 Mark an. Der Kurs der IG.-Farben- Aktien von 120 o. H. entsprach genau der Schluß- notiz von gestern, minus Dividendenabschlag. Anleihen nicht ganz einheitlich. Von Ausländern neigten Bosnier zur Schwäche. Mexikaner waren dagegen fest, teilweise plus-plus. Pfandbriefe sehr still und meist wieder schwächer. Reichsschuldbuchforderungen im Verlaufe 0,25 bis 0,50 v. H. nachgcbend. Am Geldmarkt trat in den Sätzen keine Verände- rung zutage. Im Verlaufe neigte die Tendenz weiter zur Schwache, zumal auch von den Auslandbörsen niedrige Vcrkaufskurse eintrafcn. Die Kursrückgänge hielten sich bei ruhigem Geschäft in etwa Iprozen- tigern Rahmen, wobei von Bankseite etwas inter- veniert zu rtitrbcn schien. Norddeutsche Wolle, für die in der bevorstehenden Abschluhsitzung die Rei- niaungsbeschlüsse erwartet werden, setzten ihre Ab- wärtsbewegung auf etwa 29 v. H. fort. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 5. Juni. Tendenz: abgeschwächt. Die unsichere innenpolitische Lage, die pessimistischen Auslassungen des Auslandes hinsichtlich der Reparationsfrage, sowie die wiedev wenig h o f f n u n g s v o l l e D e u r t e i l u n g der Zusammenkunft inChequers wegen der Schuldenfrage machte an der Börse einen nachteiligen Eindruck. Ebenso verstimmte der stärkere Rückgang im April bei der Reichsbahn. Ferner hielt der Druck von der bevorstehenden Rotverord- nung an. Auf Grund dieser ungünstigen Rachrichten neigte die Tendenz nach den gestrigen Erholungen wieder zur Schwäche. Die weitere feste Haltung der Rcuhorker und der kontinentalen Börsen Hessischer Landesverband evangelischer Männervereinigungen. • Rüsselsheim, 2. Juni. Der Hessische Landesverband evangelischer Män- neroercinigungen, Sitz Darmstadt, hielt feine 8. Hauptversammlung hier ob. Der Vorsitzende, Ministerialrat Dr. U r st a d t, leitete die Versammlung, die aus ganz Hessen mit 40 Delegierten beschickt war. Nach Feststellung der Stimmberechtigten begrüßte Bürgermeister Müller- Rüsselsheim als Vertreter der Gemeinde die Tagung und wünschte ihr einen guten Verlauf. Der Vorsitzende des evangelischen Männeroereins zu Rüsselsheim, Lehrer Braun, hieß die Erschienenen ebenfalls herzlich willkommen und wünschte dem Verbände eine gedeihliche Weiterentwicklung. Kaufmann D i 11 m a n n - Darmstadt erstattete den Jahresbericht, Betriebsingenieur Eichen- a u e r . älrbeiligen trug die Iahresrechnung vor, die erfreulicherweise mit einem Kassenplus abschloß. Die Rechnungsprüfung ergab keinerlei Bean- standung, dem Schatzmeister wurde unter herzlichem Danke Entlastung erteilt. Nach Genehmigung des Voranschlags wurde die Dorstandswahl oorgenommen. Ministerialrat Dr. Urftabt, ber gebeten bellte, von einer Wiederwahl seiner Person nach zehnjähriger Tätigkeit absehen zu wollen, wurde angesichts seiner großen Verdienste in ber energischen, zielbewußten Vertretung der evangelischen Männervereinssache einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. 1.Vorsitzender wurde Ober-Regierungsrat Kabel- Darmstadt, als Stellvertreter wurde Oberreallehrer Frank-Darmstadt gewählt, der seitherige Schriftführer, Kaufmann D i 11 m a n n ■ Darmstadt, sowie der seitherige Rechner, Betriebs-Jngenieur Eichen- a u e r • Aryeiligen, wurden wiedergewählt. Neu traten in den Vorstand folgende Herren ein: Oberreallehrer Frank- Darmstadt, Pfarrer Eckhardt- Worms und Lehrer Braun- Rüsselsheim. Außer diesen gehören dem Vorstände noch an: Pfarrer Palm e r - Lindenfels i. Odenwald, Oberbausekretär Brummer- Langen und Herr W e h r h e i m , Lehrer an der Kaufmännischen Berufsschule Gießen. Die anschließende Aussprache war sehr rege; es wurden ganz besonders die Nöte und bie Schwierigkeiten des christlichen Lebens in ber gegenwärtigen Zeit erörtert. Am folgenden Tage fand in der evangelischen Kirche ein Festgottesdienst statt. Festprediger war Pfarrer Hofmann- Rüsselsheim. Seine gedankenreiche Predigt gipfelte in den Forderungen: reges inneres Leben, reges evangelisches Leben für den einzelnen, Pflege des Gemeinschaftssinnes, mehr Bekennertum zum evangelischen Glauben, Liebe zum Nächsten. Der Nachmittag brachte die Hauptversammlung in dem schönen evangelischen Gemeindehaus. Eine frisch-fröhliche, starke Iugendgruppe von Jungen verschönte durch Gesang und durch einen Sprech- chor die Veranstaltung. Im Mittelpunkte der Ver- sammlung stand ein tief angelegter Vortrag des Superintendenten Dr. Müller- Darmstadt über das Thema: „Kirche, Heimat, Daterlan d". Der Vortragende überbrachte den Dank der Kirchen- leitung an die evangelischen Männervereine, die an einer heiligen Sache arbeiten. Diese Arbeit der Laien begrüßte er, sie bringe gleichsam Wasser, inneres Leben in die Kanäle, die bas Kirchenfelb durchziehen. Er wies ferner auf den Ernst der Stunde hin, auf die hereinbrechende Flut der Gott- losigkeit in einer Zeit der Auflösung, der Krisis, in einer Zeit des Gerichts. Wird Deutschland zerschlagen werden? Als Christen antworten wir: Niemals, wir haben auf unsere Fahne geschrieben den wunder- baren Dreiklang: Kirche, Heimat, Vaterland! Jesus trägt das Panier, er ruft uns heute in die Front für Kirche, Heimat, Vaterland. Ihm wollen wir folgen. Eine rege Aussprache beschloß die 8. Hauptversammlung, die für die Teilnehmer eine Fülle von Anregungen und von Gedanken gab. blieb vhnc Eindruck. Die Rückgänge hielten sich anfangs in kleinem Rahmen, doch traten nach den ersten Rotierungen auf starke Berliner Abgaben weitere Verluste bis 1,5 Proz. ein. Das heraus- kommende Material fand nur durch die Danken Aufnahme. Später war aber von einer Mcrrktfür- forge nichts mehr zu verspüren. Der Elektromarkt verzeichnete durchweg Kurseinbußen von 0,5 bis 1.5 Proz. Lediglich Schuckert eröffneten 1 Proz. höher. IG.-Farbenindustrie lagen unter Berücksichtigung des Dividendenabschlages anfangs matt gehalten, dann aber 1,25 Proz. niedriger. Auf den stark rückläufigen Kaliabsatz büßten Kaliwerte 1 bis 3 Proz. ein. Arn Montanmarkt lagen Rheinstahl 0,5 Prvz. freundlicher. Niedriger eröffneten noch Metallgesellschaft minus 1 Proz. Südd. Zucker und Daimler je minus 0,25 und Waldhof minus 0,5 Proz. Bankaktien standen unter leichtem Druck. Reichsbank auf Abgaben 2 Prvz. schwächer. Rcichsbahnvorzugsaktien bis 0.63 Proz. Am Anleihemarkt Altbesih 0.40 Proz. höher. Reubesih nur knapp behauptet. Don fremden Werten Mexikaner und Rumänen auf dem erhöhten Riveau gehalten. Evldpsandbriefe weiter etwas angeboten. Liauidationspfandbrieie wenig verändert. Reichsschuldbuchforderungen 0,5 Prvz. schwächer. Im Verlaufe neigte die Tendenz eher weiter zur Schwäche, wobei man auf die schwache^ Eröffnung der Auslandb^rfen verwies. Die Rückgänge betrugen allerdings nur Druckzeile eines Prozentes, da neimenswertes Angebot nicht herauskam. Kaliaktten gaben erneut bis 1 Droz. nach. Am Geldmarkt war Tagesgeld im Zulammenhang mit der heutigen Auszahlung der Farbendividende etwas gelucht. der Sah wurde auf 4 Prvz. erhöht. Am Geldmarkt lag das Pfund international etwas leichter. Die Reichsmark zeigte auch heute noch keine Erholung. Man nannte Mark gegen Dollar 4.2130. gegen Psimd 20.4975, von Usancen Paris schwach, dagegen Madrid weiter befestigt. London oegen Reuvork 4,8651, gegen Paris 124,27, gegen Mailand 92 97, gegen Madrid 50.87, gegen Schweiz 25,0950, gegen Holland 12,0940. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 4. Juni. Das Geschäft qm hiesigen Produktenverkehr bleibt mangels Anregungen vom Mehlabsatz her weiter schleppend, und die Umsah- tätigfeit beschränkte sich auch heute in der Hauptsache auf den handelsrechtlichen Lieferungsmarkt. Die Anfangsnotierungen lagen zumeist unter gestrigem Dorsenschluß. Weizen setzte 2 bis 3,50 Mk. niedriger ein, während Roggen demgegenüber ziemlich gehalten blieb; bei Hafer betrugen die Preisabschläge 1 bis 2,50 Mark. Das Inlandange- bot von Getreide alter und neuer Ernte war dabei keineswegs reichlich, und die Forderungen lauteten im allgemeinen kaum verändert. Bei Weizen machte sich allerdings ein gewisser Druck auf Grund der hier lagernden Bestände von qualitativ unbefriedigendem Auslandweizen bemerkbar, und die Gebote lauteten etwa 3 Mark niedriger. Die befriedigenden Saatenstandsberich'e trugen gleichfalls zu der schwächeren Allgemeintendeicz bei. Tas Geschäft in Weizen- und Roggenmehl bleibt ruhig. Hafer im Promptgeschäft ziemlich stetig. Gerste abwartend, infolge der Erörterungen über evtl. Zollockerungen. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märf., 268 bis 270 (matt). Juli 280,50, Sept. 238,50 bis 239 (Geld). Oft. 239,50 bis 240 (Geld): Roggen, märf., 195 bis 197 (ruhig). Juli 193 (Geld). Sept. 185. Oft. 186 bis 185 25 (Brief): Futter- und Industriegerste 210 bis 226 (matt); Hafer, märf., 181 bis 186 (matt), Juli 189 bis 187,50, Sept. 167 bis 165,50. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * G i eßen, 3. Juni. Ein Angestellter einer Rebenstelle des Arbeitsamtes, der durch über seine Verhältnisse gehende Anschaffungen erhebliche Schulden gemacht hatte und von allen Seiten auf Zahlung gedrängt wurde, verschaffte sich unter dem Vorwand, er wolle das nach Beendigung der Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung übriggebliebene Geld auf das Konto des Arbeitsamtes bei der Bank einzahlen, einen Geldbetrag von über 1000 Mark, den er dann rechtswidrig sich jueignete. Um seiner Dienststelle gegenüber die Einzahlung des Geldes vvrzutäuschen, fälschte er in dem Kontogegenbuch die Unterschriften der bevollmächttgten Bankbeamten. Anstatt nun das unterschlagene Geld zum Ab tragen seiner Schulden zu verwenden, ging er mit dem Geld noch an dem gleichen Tage flüchtig, geriet in leichtsinnige Gesellschaft, in der er einen beträchtlichen Teil des Geldes verbrauchte. Das übrige Geld konnte ihm wieder abgenommen werden, da er bereits am nächsten Tage verhaftet wurde. Kurze Zeit vorher Hatter von einer Frau, die Arbeitslosenunterstützung empfing, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Teil des ihr ausgezahlten Geldes wieder hcrausgeschwindelt und für sich behalten. Wegen Amtsunterschlagung, schwerer Urkundensälschung und Betrugs wurde er zu einer Gesamt st rase von fünf Monaten zwei Wochen Gcfäng- n i s verurteilt. Ein Händler aus Vilbel hatte sich wegen verleumderischer Beleidigung des bärtigen Oberamtsrichters zu verantworten. In einer Wirtschaft erzählte er, daß der Oberamtsrichter eine Milchsälschung unterdrückt habe. Heute muhte er zugeben, daß er nicht den leisesten Vorwurf gegen den Richter ergeben könne. Da der Angeklagte diese ehrenrührige Behauptung wider besseres Wissen ausgestellt hatte, wurde er zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Dem Oberamtsrichter wurde die Publikationsbefugnis zugesprochcn. Gegen Zahlung einer Geldbuße von 100 Mark wurde dem Angeklagten bedingter Strafaufschub gewährt. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen einen auswärtigen Schuhmacher wegen eines an einem zehnjährigen Mädchen begangenen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Der Angeklagte wurde zu sieben Monaten Gefäng- n i s verurteilt. Kunst und Wissenschaft. Line neue Schomburgk-Lxpedillon. Der bekannte Afrikaforscher Hans Schorn- b u r g f hat sich neue, schwierige Aufgaben gestellt, die vor allem in ethnographischen und zoologischen Spezialstudien bestehen werden. Arn 23. Mai ist er mit seiner Karawane das neuntemal von Deutschland nach Afrika aufgebrochen. Für diese Expedition wurden die letzten Errungenschaften der Technik und Wissenschaft ausgewertet. Schomburgk hat feine Frau als Assistentin und Sekretärin mitgenommen, ferner zwei Filmoperateure, zwei Zoologen, einen Geologen und einen Ingenieur. Der weitaus größte Teil der Forschungsreise wird in zwei Personenwagen und zwei Lastwagen zurückgelegt. Die Heberquerung von Flußläufen und Seen soll auf mitgeführten, besonderen Schwimm- vorrichtungen erfolgen. Kurze Streifen durch ganz besonders unwegsame Gebiete werden vom Karawanenlager aus mit zusammenlegbaren Fahrrädern durchgeführt. Richt nur die Kamera, sondern auch erstmalig die Tonapparatur soll in den Dienst der Forschung gestellt werden. Da während des weitaus größten Teils der etwa ein Jahr dauernden Reise die Teilnehmer lediglich auf sich selbst angewiesen sind, die Wagen, Apparaturen Instrumente, Werkzeuge usw. in Ordnung gehalten werden müssen und große Hindernisse zu beseitigen sind, wird eine mit allen Einrichtungen versehene Werkstatt mitgeführt. Um lebensgefährliche photographische Aufnahmen und Studien nach Möglichkeit zu erleichtern, wurden zwei wendige, zweirädrige, vergitterte Karren gebaut, in denen die Expedittonsteilnehmer bei der Arbeit Schuh finden. Diese Karren werden von den Lastwagen als Anhänger mitgenommen. Die Fahrt führte von Rüsselsheim über Erfurt, Dresden nach Berlin. Am 29. Mai sammelte sich die Expedition nach Aufnahme sämtlicher Ausrüstungsgegenstände, des Gepäcks, der Zelte und vieler hundert wichtiger Kleinigkeiten in Hamburg, von wo am 30. Mai die Ueberfahrt nach Durban (Südafrika) angetreten wurde. Von dort aus wird die Expedition vorerst die bisher unbekannten und unwegsamen 6 umpf gebiete Zentralafrikas auf suchen. Aus dem Amisverkündigungsblaii. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 40 vom 2. Juni enthält: Die Entwässerung der Grundstücke in der Gemeinde Klein-Linden. — Die landes» polizeiliche Prüfung des Entwurfs des Prioatgleis« anfchlustes für den Nutzviehhof der Stadt Gießen. — Reichsjugendwettkämpfe 1931. — Polizeiverordnung über das öffentliche Kraftdroschkenwesen in der Stadt Gießen. — Dienstnachrichten. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. Dl. Berlin Frankfurt a. JJi. | # Berlin Schluß« furd 1-Uhr« «urd Schluß-: Anfang« für# Rur< Schlußkur« 1-Uhr« Schluß«! flut# | fur< | Anfang« Lur« t Datum 4.6. 5.6. 46. 5.6. Datum 4.6. 5.6. 4.6. 5.6. 9% Deutle ReichSanleihe 84,25 97,75 52,1 4,65 92,5 51 50,13 100 94,75 88,5 100,5 96,5 20 17 15 2,75 2,775 7,1 13,25 5,3 | | । 1 1 1 1 1 1 1 1 । । । i i 11 । । ii । 84,5 97,75 52,4 4,65 92,5 50 100,5 96,5 20,4 1,75 1L4 15,75 2,75 2,8 2,75 7,13 13,1 5,2 SS -4 ST- 1 1 1 1 £ 1 8 1 1 1 1 1 1 ' 1 1 1 1 1 ££ 1 1 i 9! A >k k E 2 3 I $ a L li L ti e 5 L 2 G k 3 8 amburg-Amerika Bakel ... 7 amburg-Südam. Dampfschiff. 8 an|a Tampsichifs.....10 ordbeuticher Lloyd.....8 Ugemetne Deutsche Ereditanst. 10 armer Bankverein .... 10 erliner Handelsgesellschaft . 12 ommerz. und Brtoal-Bank. 11 armfiädter und 9?atwnalbant 12 "rutsche Bank und Disconw-GeseUschaft, ... 10 re»dner Bank......10 48 48 106 101 117,5 100,5 100,5 129,5 87 68 92,75 140 102,5 38 62,5 64 142 47,5 59,25 30 46 65 100,75 100,25 100,25 131 86,75 98,75 93,75 110 138,5 61,25 — 65,5 — 48 91 74 49,5 105,5 101 117 100,5 100,75 126,5 87 68 102,25 99 67 92,5 94,5 109 140 103 38 61,4 63,25 52,5 46.5 141,75 48,25 51,5 59,5 30,25 65,75 46,25 143,5 65,13 45,5 92,5 48,65 105,5 100,75 117 100,5 100,5 127,75 86 68 105.75 100 67,75 92,65 - 111 138,75 - 61,5 63 51,5 45,75 141,5 47,5 50 59,5 30 67,25 46,13 142,5 66,5 Deutsche Reich« anleihe Deutsche «nl.-Ablöl^SchuIb mtt De-gl. ohne Aullos.-Rechte . . 8% He», volklfiaat von 1929 /rftififlhlh 102%)...... Oberteilen Provinz. Anleihe mit teuifdjt Komm. SammelaoL B% Hyp.-Bank Goldpse XJH unkündbar bU 1934 . . - 7% strantf. Hyp.-Bank «oldpse imhlnhhrrr 618 1938 ..... E.G............8 ergmann.........9 leite. Liesenmgdgesellschast. 10 icht und Kraft......10 ■eiten & Guilleaume ... 7% esellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 amburger Elektrizitäts-Werte 10 deinlsche Elektrizität .... 9 chlcilsche Elektrizität. ... 10 dmdett L Eo.......11 lernen» & Hallte ..... 16 rantradio ."........8 ahmeyer L Eo.. ..... 10 ändern» deutsche Erdbl «ssencr Steinkohle ••••••* Gelsenkirchener .•••••• 1 soesch Eilen. ‘....... Rbetuliche Hop.-Lank B% Nr. tanbeipfanbtrtfefanfialt, Pfandbriefe R. l»...... 3% Pr. ÜanbcipianbbtiefcmMt, fiotnm.-Cbl. R. 20...... 7% Pr. Sanbctplanbbrielanftalt, V.E.G. abg. Borkriegt-Obttgatio- 1% Oefierretchtlche Valoren re . - 8,20% Ccfteneldjitoe Silderrentr 1% Oefierretchtlche Einheitliche Rente........... 1% Ungarische Goldrente .... 1% Ungartlche Staat-rente 6.1910 8% Ungarische -ronenrenlr . . . 8% DürMche Zollanleihe von 1911 <% Türkische Bagbadbahn-Anl. kiäcknenverke ..■•••••< öln-Rcuesseu. . .•••••' llannelmann-RSHrr» . • • • ' llankselder Bergbau . .... 7 )berschles. Eiienbedart .... 6 )berschles. Lol« merke.....7 ibönir Bergbau...... rheinische Braunkohle» • • 10 ...................6 ärtrt«0BrtB ...... V 4% detgl. Serie Ü . . _••••• 6% Rumänische veretnh. Rente von 1903 .......... 4H% Rumänische veretnh. Rente von 1913 .......... 4% Rumäntl* »art* Itatie . Jranfturt a. M. »erlin Schluß- l«Ubr« Äure Schluß« tut« Anfang« flur« Datum 4-6. 5.6. 4.6. 5.6. Bereinig re Stahlwerke . Otavi Minen .... 45.5 — 45.25 44,75 16«/. 21 ■— 20,5 20,25 Kaliwerke Ascher-Ieben . ■ ■ 10 121 —— 121,5 121 Laliwerke Westeregeln . ■ 10 125 123 125,5 —— Kaliwerke Salzdetfurth . • - 15 177 176,25 178 177 I. ®. narben-Industrte. 12 131 119 130,75 120 Dynamit Nobel .... . 6 " — — Scheideanfialt..... . 9 115 115 — — Goldschmidt ..... . 6 37 — 37 — Rütgerswerke ..... . 6 —— 46,65 46,13 Metallgelelllchaft. . . . . 8 58 57 58 — BbflÜJtJ Holzmann . . . . 7 68,5 — 68 67 Zementwerk Heidelberg > • 10 55 — — — Cemeniwerk Karlfiadi. . • 10 89 — — —— Wavb & strevtag . . . . 8 20 — 20 — Schul thei» Batzen Hofer . - 15 — — 128 128,5 Cftroede....... 12 — — — — Aku......... e 18 64 — 63 64,5 Bemberg....... 14 74 — 75,5 76,5 Zellfiosf Waldbos . . . • 3'1. — 68,5 68,75 68,5 54^5 Zellstoff Aschaffenburg . Charlottenburger Wasser 12 . 8 — — 53 Dessauer ®a$..... . 9 — — 111,5 111 Daimler Motoren . . . . 0 21,75 20,5 22,25 20,75 Deutsche Lmoleum . . e * . 58,25 57,4 57,5 56,25 Maschinenbau . . ■ . 0 — — —— Rat. Automobil . . . . • . 0 — — — — Orrnfiein & Kopvel . . . — — — — Leonhard Tietz .... 10 90 —— 90,5 89,5 Svenäka....... 205 — 202 203 frankfurter Maschinen . . 4 9,5 — 9 — <8 rinn er....... . 6 28 — 28 — Heviigenfiaebt . • . • IunghanS....... . 0 — — — — • • . e —— — — —— Lech werke....... . k — — — — Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 8 60,5 — — —— Miag......... 10 — — — Eebr. Roeder..... 10 — — — Lcigi & Haesfner . . . . 9 — — — tzüdvausche Lucka . . • 10 103,25 104 — Banfnofcn. Berlin, 4. Zuni cselb Amerikanische Roten...... 4,202 4.222 Belgische Roien. ....... 58,45 58,69 Dänische Roten ........ 112,46 112,90 Englische Roten........ 20,45 20,53 französische Noten ....... 16,465 16,525 Hollünblsche Noten ....... 169,08 169,76 Jtalienticke Noten........ 21,95 22,03 Norwegische Noten....... 112,46 112,90 Dcutlch-Lesterrclch, 1 100 SchMing 59.07 59,31 Rumänische Noten....... 2,495 2.515 Schwedische Noten....... 112,55 112.99 Schwerer Noten........ 81,58 81,90 Spanische Noten ........ 38,87 39,03 Dichechoilowakische Roten..... 12,447 12,507 Ungarische Noten ..... 73,23 73,53 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 4.3unl 5. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung (SelD Aries Geld 23rief Linst.« Rott. 169,26 169,63 169,29 169,63 Bucn.-AtreS 1.270 1,274 1,273 1.277 Brst.-Antw 58.585 58,705 58,60 58,72 Cbristianta. 112,67 112,89 112,70 112,92 tfüoenbagcn 112,68 112,90 112,70 112,92 Stockholm ■ 112,78 113,00 112,79 113,01 HelimgforS- 10,587 10,607 10,588 10,608 Z talien. . . 22,015 22.055 21,02 22,06 London. . . 20,471 20,511 207475 20,515 VI tat) ort . . 4,207 4,215 4,209 4,217 Baris.... 16,475 . 16,515 16,475 16,515 Schwei» .. 81,625 * 81.785 81,615 81,775 Spanien . . 39,66 39,74 40,46 40.54 Japan . . . 2,082 2,086 2,082 2,086 Rio de Jan- 0,303 0,305 0,298 0,300 Wien in Ctft. abgeft. 59,12 59,24 59,15 59,27 12,468 12,488 12,47 12.49 7,440 7,454 7,440 7.454 «aoaprst • . 73,39 73,43 73,435 73,575 Ibulgarien . 3.048 3,054 3,048 3,054 Lissabon 18,58 18,62 18,57 18.61 Tantig. . 81,82 81,98 81,84 82,00 fionfuniufc 1,784 1,789 1,784 1.789 Ätben. . 5,46 5,47 5.46 5.47 tanaoa . 4,203 4,211 4.204 4,212 Um .xuuj. 2,448 2,452 2,463 2,472 Ua .. 20,99 21,03 21,00 21,04 Die Tabelle sieht mithin so aus (jede Mannschaft SJL-^poit trug drei Spiele aus): Unentsch. Verl. Pkte. Tv. Wetzlar-Nied.-Girmes 0 meister wurde. < e Q e; Q ist durchaus möglich, daß bei der Gleichwertigkeit der hoffnungsvoll geschlagen und wird sicherlich auch n | ^uver zu 8u drei Spitzenvereine diese punktgleich die Schlußrunde l diesem Treffen nicht enttäuschen. Haupt ist em Haarpflege mtt Elida Shampoo^ F” = |Verschiedenes| |W-i6etttWW schonen Kaufen sowie sämtliche landwirtschastl. Geräte 3 C 0 1 0 1 c £ = &> ~ u Punkte 10 8 6 4 2 0 < t Gew. 3 1 1 Verl. 0 1 2 3 4 5 6 3 2 1 der c*-o^ Diese Geschäfte führen auch SeherlDg** Heuige Teiriette Mk. 180 und 0.75. Sehering’e SHepoei Mk. 0.25. 0 1 2 2 war nur Dann können Sie sich för wenig Geld nach der neuesten Mode kleiden. Ferbeis Reste - Geschäft Gießen, Mäusburg 4 Kosten des Stromabnehmers. Gießen, den 4. Juni 1931. Direktion 4 G ii . < T. u. Spv. Butzbach Tgde. Friedberg Tv. 1846 Gießen 1 Vollkur = 5 Mark LSwen-Drogerie, W.KIIblnger Nacht., Selterewec 79a Germania-Drogerie Carl Seibel, Frankfurter Straße 39 Die westdeutschen Schwimm-Meister, schäften werden anläßlich des 25jährigen Bestehens des SC. Elberfeld 1883 am 11. und 12. Juli in Elberfeld zum Austrag kommen. Familien-Drucksachen y.,iobun0..nz.lg.n Vermählungsanzelgen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Betr.: Die landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs des Privatgleisanschlusses für den Nutzoiehhof der Stadt Gießen. Bekanntmachung. Mittwoch, den 17. Iuni 1931, vormittags 10 Uhr, findet an Ort und Stelle (Treff- punkt 0,0 km der neuen Linie) landespolizeilicher Prüfungstermin für obigen Gleisanschluß statt. Gießen, den l.Juni 1931. Kreisamt Gießen, I. Du Sch mibi. der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. J.B.r Kuntzemüller» Tv. Frankenau Tgde. Friedberg Tv. 1846 Gießen I Tv. 1846 Gießen II Tv. Nidda Ak. Tv. Kurhessen Marburg Blitzturnier in Großen-Buseck. Anläßlich des fünfjährigen Bestehens des FC. 26 Grohen-Buseck findet am kommenden Sonntag lauf dem Sportplatz an der Gießener Straße ein D l i h t u r n i e r statt. Es werden zwei Pokale in A- und 8-Klasse ausgespielt, und zwar treffen sämtliche Teilnehmer in den erwähnten Klassen zusammen, die Wertung erfolgt nach Punkten. Eine Anzahl führender V^eine aus Stadt und Land, haben bereits ihre Beteiligung zugesagt. Der unterhaltende Teil am Nachmittag bringt einen Festzug durch die Gemeind^raßen, an dem sich auch eine Reihe Großen-Büsecker Vereine beteiligen werden. Westdeutschland—Berlin 3:3 Am Donnerstag wurde in Essen das Repräsen- tatiospiel zwischen Westdeutschland und Berlin zum Austrag gebracht. Beide Mannschaften traten nicht in stärkster Besetzung an, jedoch waren^ sie recht spielstark und lieferten auch ein schönes Spiel. So- beck brachte die Berliner in Führung, Franke erhöhte auf 2:0. Nach dem Wechsel schoß Franke em drittes Berliner Tor. Nun riß die westdeutsche Mannschaft das Kommando an sich und holte durch Schlösser, Euler und Heidemann die drei Tore aus. Leichtathletik im Männerturnverein. Während am vergangenen Sonntag einige Turnerinnen an den Frauenwettkämpfen des VfB. Gießen teilnahmen und von sämtlichen teilnehmenden Vereinen den Vogel abschossen, waren d:e Turner bei den VI. Kampfspielen des Franfturter Turnvereins von 1860 vertreten. Trotz stärkster Konkurrenz aus den Großstädten Süddeutschlands wurde K. Strack in der Jugendklasse im Drei- kampf 11. Sieger, 5>. Rothermel im Speerwurf und Weitsprung (Unterstufe) jeweils dritter und rm Schleuderball 5. Sieger, L. Malkome- sius wurde im Diskus (Mittelstufe) Fünfter und erreichte im Dreikampf 49 Punkte, E. Seyb errang im Dreikampf 47 Punkte. Am kommenden Sonntag findet das Dezirks- turnsest des 2. Bezirkes in V aubvrn statt, an dem die Leichtathlettkabteilung des Mtv. Gießen mit etwa 40 Turnerinnen und Turnern teilnehmen wird. Während bei den Turnern (von den Schülern bis zu den Aktiven) in jeder Stufe ein Mehrkampf, bestehend aus Stabhochsprung. Laufen, Weitsprung, Kugelstoßen und Freiübung, zum Austtag kommt, bestreiten die Turnerinnen (Schsi- lerinnen, Iugendttirnerinnen und aktiven Turnerinnen) einen Vierkampf, der sich aus Hochsprung, Laufen, Handballweitwurf und einer Freiübung zusammensetzt. Die Beteiligung an diesem Wettkampf wird voraussichtlich sehr groß sein, rechnet L O.- is®* in der ZwUlingsflasche Engel-Apotheke, am Markt prfv.PoUkan-Apotheke, Kreuzplatz 2 Hirsch-Apotheke, Frankfurter Str. 4 Drog.OttoWlnterhoff,Knuzplatz9/10 Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung des Hess Kreisamts Gießen vom 1. Juni 1931 bring' ich hiermit zur Kenntnisnahme. 3797C Gießen, den 3. Juni 1931. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Seib. In der Turnerinnenklasse vorjährige Gau. und Gaugruppenmeister, Mtv. Gießen gemeldet, der damit kampflos Gau- Gew. 5 4 3 2 1 0 Haarausfall- Schuppenbildung beseitigt prompt Schering’s Papillantin S c 5 = Daten für Freitag, 5. Juni. 1599: der spanische Maler Don Diego Delozquez in Sevilla geboren; — 1826: der Komponist Karl • Maria von Weber in London gestorben. (Schluß des redaktionellen Teils.) -k- «... Fahre 15.6. «.Polen. Aufträge werden ge- wtssenhaft geg. mäh. Vergütung auSgef. Angebote an [üM” Kober, 8ohubertstrJ2. Sommerspiele im Gau Hessen (VT.) Meisterschaftsspiele im Zaustball. Sommerstoffe bei uns im REST NIVEA-ÖL|il Massage-Öl) ein. Beide enthalten das hautpflegende Euzerit Beide vermindern die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes, beide bräunen Ihre Haut, auch bei bedecktem Himmel Nivea-Creme wirkt bei Hitze angenehm kühlend. Nivea-O! schützt Sie bei unfreundlicher Witterung vorn» -Frösteln und damit vor Erkältungen. Nie mit nassem Körper sonnenbad en I Und stets vorher einreibenl - Nivea-Creme: RMoM bis IM, Nivea-Öl: UO »• c-o-C = c a-e c-E *•" tx''- Mittelstürmer von sehr reifem Können, technisch und im Torschuß gleich gut. Er hat in Leutheu - s c r einen verständnisvollen Nebenmann. Fehling als Linksaußen schnell und aufopfernd. Die Mannschaft in ihrer Gesamtheit dürfte der Mannschaft der 1900er nicht nachstehen. Lediglich die Läuferreihe erscheint etwas schwächer als die des Qecmers. Diese Tatsache dürfte allerdings längst noch nmst als aus- schlagend für einen Sieg der Blauweißen sein. Eine Vorhersage ist unter den waltenden Umständen, im Hinblick auf die beiden Mannschaften sehr schwer, wenn nicht ganz unmöglich. Bisher kämpften die beiden Mannschaften meist mit wechselndem Erfolg und entschieden die Kämpfe (mit zwei Ausnahmen) mit knappen Ergebnissen. Als Schiedsrichter fungierte Engelter - Marburg. Die Mannschaften werden ihm das Amt sicherlich nicht schwer machen; eine Hoffnung, die man auch auf das Publikum ausdehnen möchte. Dem Ausgang des Kampfes, dem ein hoher sportlicher Reiz innewohnt, sieht man mit großem Interesse entgegen. Vorher spielt die Mannschaft der Alten Herren des VfB. gegen die Schiedsrichteroereinigung. E-j • c Su=®i **■ -»ly Das Lokaltreffen bedeutet diesmal mehr als die Prestigeangelegenheit der Vereine. Es geht gleich- Zeitig um das Ansehen des Gießener Fußballs vor der heimischen Bevölkerung, die sicherlich mehr Anteil nehmen wird, als es sonst den Fußballspielen gegenüber der Fall ist. Das Spiel kann dem Fußball in Gießen neue Freunde aewinnen, es kann aber auch manchem Freund die Liebe zum Fußball» fport verleiden, wenn — ja, wenn — eben nicht das gezeigt wird, was man von Ligamannschaften erwartet. Das Lokaltreffen stellt eine Gelegenheit dar, den Kreis der Fußballinteressenten, der in letzter Zeit etwas klein geworden ist, zu erweitern oder aber — weiter zu reduzieren. Die Mannschaften werden dies nicht vergessen dürfen. Zuckerschoten mit jungen Karotten, einfach. (Sechs Personen, Zubereitungzeit % Stunde.) l/i Suppenteller voll Zuckerschoten werden von den Fäden befreit, an beiden Enden abgeschnitten, gewaschen, in siedendem Wasser schnell einmal aufgekycht und ab» gegossen, dann in einem Stück frischer Butter einige Minuten gedämpft und mit einem Kochlöfselchen Mehl angeftäubt. Nach 2 Minuten füllt man 1% Schöpflöffel von dem Schotensud oder Wurzelbrühe darüber, gibt je eine Prise Salz und Zucker sowie 1 Eßlöffel feingehackte Petersilie dazu und kocht alles miteinander auf. — 2 Büschel junge Karotten hat man inzwischen geputzt, gewaschen und, falls schon größer, halbiert, sonst aber ganz in Butter und einer Prise Salz, ebensoviel Zucker und gehackter Peter- silie weich' gedünstet. Man vermengt sie mit den Zuckerschoten und gibt dem schönen Frühlingsgericht durch K Teelöffel Maggi's Würze kräftigen Wohl- geschmack. (503D)Th. H. Den Rückspielen am 21. Juni in Gießen sieht man mit Spannung entgegen. To. Frankenau mit seinem knappen Punktvorsprung ist noch nicht Meister. Friedberg sowohl als auch Gießen werden aus der überraschenden Niederlage die Lehre ziehen und alles daransetzen, die Rückspiele für sich zu entscheiden. Es Am morgigen Samstagabend steigt auf dem Wald» sportplatz des VfB. ein Fußball-Grohkampf, der mehr Anziehungskraft auf das sportliebende Publikum ausüben dürfte, als sonst ein Kampf der hiesigen Mannschaften. Die beiden Lokalrivalen stehen einander gegenüber. Ein Freundschaftstreffen. Die Spielausschüsse der beiden Vereine gingen mit großen Fragen belastet einher. Wie stellt man die Mannschaften zusammen? Immer wieder wurde das Können der einzelnen gegeneinander abgewogen, überlegt, geprüft, die gedachte Aufstellung geändert und noch einmal geprüft, Befürchtungen geäußert und Hoffnungen gehegt. Aber nun hat man sich doch entschieden. Naturgemäß bemühen sich beide Vereine um die stärkste Aufstellung, sehen von jedem Ex- periment ab, prüfen im Geiste jeden einzelnen der Spieler auf seine Zuverlässigkeit, ohne jedoch zu ver- gessen, daß ein solcher Kampf oft durch ganz kleine, vorher kaum geahnte Rechenfehler, durch kleine Zufälligkeiten, durch eine Indisposition des einen ober anderen Kämpfers entschieden wird. Spielvereinigung 1900: Schmidt Zeiler Jäckel Henrich Langsdorf Glitsch Luft Schäfer Wilhelmi Adelberger Heilmann Fehling Leutheuser Haupt Sauer K. Schmidt Fenster Kreß I Lehrmund Henrichs Singet Böckler 23 f SB. 0 8: Wenn man die Mannschaften unter die Lupe nimmt, kommt man bei der Betrachtung der Spieler zu folgenden Ergebnissen: Die Spieloereinigung 1900 hat in Schmidt einen außerordentlich zuverlässigen Tormann, dessen Stärke ein ausgeprägtes Stellungsspiel ist. Zeiler ist der schnelle, wuchtige Verteidiger, Jäckel, der besonnene und absolut sichere. Henrich als rechter Läufer pflegt ein sehr rationelles und auf Erfolg eingestelltes Spiel, llebrigens in vielen Spielen der beste Mann der Mannschaft! Langsdorf ist in- seiner Eigenschaft als Mittel» läufer unbestritten. Der gegnerische Mittelläufer dürste ihm gegenüber einen schweren Stand haben. G l i ts ch, der linke Läufer ist technisch sehr gut und wird seinen Mann stehen. Lust als Rechtsaußen, ein Draufgänger; obwohl er an Schnelligkeit einiges eingebüßt hat, ist er doch sehr gefährlich. Schäfer, technisch beachtenswert, eifrig und mit gutem Torschuß begabt. Wilhelmi hat sich sehr gut ent- wickelt und verfügt ebenfalls über einen guten Torschuß. Adelberger ist die ausgemachte Schuß- kanone, dabei spielt er mit viel Umsicht, seine tetfa» nischen Fähigkeiten sind hoch einzuschätzen. Heilmann auf dem linken Flügel ist ein sehr beachtenswerter Gegner. Wenn die Spielvereinigung in dieser Ausstellung antritt, darf man wohl sagen, daß man von einem schwachen Punkt kaum reden kann. Langs- dors, Glitsch und Wilhelmi werden allerdinys gut tun in diesem Kampfe weniger in die Brette als nad) vorn zu spielen. Als Ersatz sind Katz, Best, Schlarb, H. Schneider und Müller genannt. Edgar Vorrmann, Gießen Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberkmbgebiet für den Mo- Die Mannschaft des VfB. hot in 23 ö cf - l e r (Tor), Singel (linker Verteidiger) und Hen - rid)s (rechterVerteidiger) das zuverlässigste Schluß-- dreieck zur Verfügung, das sich denken läßt. Vöckler steht Balser kaum nach. Die 1900er werden es nicht leicht haben. Lehrmund als rechter Läufer ist ein glänzender Techniker, dabei schnell, Kreß I ist als Mittelläufer recht brauchbar, wenn er sich beweglicher zeigt, F e u st e r ist noch etwas umstritten und vielleicht der schwache Punkt in der VfB.-Mann- ,-----------—---——- , schäft. Sein Eifer verdient allerdings anerkannt zu Wie leicht hat es doch eine Frau zu bezaubern... werden. K. Schmidt als Rechtsaußen hat sich als vor allem durch den zarten Duft des-Haares seinen sehr zäh und außerordentlich schnell erwiesen, sein seidig schimmernden Glanz seine lockere lock nde Nachbar S a u e r als Halbrechter Hot sich bisher sehr Fülle. Und wie leicht 'st es für ,ede Fror.sichi bic en hoffnungsvoll geschlagen und wird sicherlich auch m Zauber zu -Kn zu machen - durch regelmäßige nat April 1931 können noch bis zum 15. b.2U. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Sie die ! "Sm o « 900 3 2 1 i 2 2 ®6t n nnn- technisch • D'e Kann. an*ft ber Jauferreitje Ärs- H n"5Tal5 aU&. (Eine Wen, im if "*i die “$tin $rfoln 1 ®uwal)men) °lter-Aar.' ba9 Amt |id)er. 'ung. die man motye. Dem per sportlichrr VM Interesse ast der Ulten Bereinigung. .wehr als die " Seht gleich. r vuhballs vor 'M wehr An. waflfplelen fann dem Fuh< innen, es kann e M Fußball. 1 — eben nicht igamannfchasten ine Gelegenheit iten, der in letz- i erweitern ober e Mannschaften [uni. liege DeKzauez Romponift xarl tben. teils.) littet für Kakao., leichmittel Seife, t unb alle Flecken i. tzre Wäsche mit xchpan, bleichen bleicht - uner- W i. einfach. 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Q tg CT." 3e CD 8 E s 3OOL.M E«2 5 ■X» N O E . Q E S s D 80000 2U. A E <9 J e- -r 2 ^.c E 2 -U 3-8" S.E ® Uo| ^'^o'e E^ CG ’rö'a" S5 to«Hcy es uü" •GE 04 ’e ■=» £® S H' §=^ = A o 8 £0 ®Efe a ^ = - -"^E s L 5^-?i o = O 55^2-S 4. E O E CR — 9*® 4^®- “ E ff** -LO M 0 ff E5-“ E19 5 5 85» C :c 2 o X Ä€5 S ff m-= U .2 “g *2 _ *>— u x 2 CP ff-®^Z«s. LZ ^.5BS§E £^5 »4 :as 8 Ü'£ S^s LN® •» o O 4. c :o ;~ S 2; E.E55 4. o E do- » •2 BÄ L-y- Cda;Oto53 c E - g B <-■=! ess e 3 o .2 5?®cy& w —1 — k- 0 -öl- — E e E !5 5 v c w c 4? i-O- .Ec® ~o— .5 jü. 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