^°b°rk. , fest M IQÄ, ^-Februar 1931 jrantaM vw N '»’W ann S’Ä'® 88 S fflB W N ^ 66392 69192 91077 M42 110997 120214 57881 162739 178012 $0010 244959 246831 50M 266230 268361 57889 293179 296496 41219 347842 850735 32830 387380 3927H •2 12094 29783 32111 63134 67932 68748 I, 76987 77130 85719 102811 104307 109272 16384 129179 129738 54011 169421 161449 33393 183598 183377 33048 214581 218 15 30470 231428 231731 15290 248135 257286 88762 271003 275756 95788 296495 297454 H2166 314405 3163t5 134927 351689 354523 $82707 387383 393073 ichten, n ,Ul^Ä Otl1 «i saiiÄ* i(i *^4 11,1 — ” » * !? .. tde ug Jn6 i»d gleich '»“».h». ”nh k" »*• 138259 183593 234371 282571 341972 361408 jlihung vutaCmbm . gezogen 5273 335587 348 249100 391899 06096 264915 267789 161 23481 35843 6'610 6382 167134 167931 46313 250289 252862 19976 341897 353872 bett: 2 WyJ)' 50)000 2 801(800000, oooo u I«Ä .6000. 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Wie das .Berliner Tageblatt" erfährt, sollen am heutigen Donnerstag die Verhandlungen zwischen dem Kanzler und den Dertretern der SPD. fortgesetzt werden, die am Mittwoch unterbrochen worden seien, da der Kanzler an einer Borstandssihung der Zentrumsfrakiion habe teilnehmen toollen. In politischen Kreisen nehme man an, daß die Ent- scheidung über die mit dem Wehretat zusammen- hängenden Fragen noch längere Zeit auf sich warten lassen werden. 3m Reichstag werde deshalb der Wehretat frühestens Ende der kommenden Woche zur zweiten Lesung kommen. Die .Börsenzeitung' betont, daß der Wehretat kein Hanoelsobjekt sei. Die Regierung habe genug Wittel und Wege, um im Sinne ihres vom Reichspräsidenten erteilten Auftrages auch ohne Parlament das Erforderliche zu ixranlaifen. Die .DAZ." schreibt. die Sozialdemokratie werde einsehen müssen, daß die Dinge, die sie jetzt, koste es. was es wolle, zu erzwingen suche, unerreichbar seien. Selbst Erpreisung könne da nichts nützen. Reichskanzler Dr. Brüning habe bisher nicht zu erkennen gegeben, daß er irgendwie an der Gesamtpolitik seines Kabinetts rütteln lasse. Der Reichskanzler sei heute in der sehr viel besseren Lage, den Sozialdemokraten mit sehr unerwünschte^ politischen Konseguenzen drohen zu können, falls sie ihr Sonderinteresse dem Gesamt- interesse voranzustcllen suchten, daß die Ion« feg uente Fortsetzung einer opferreichen, aber notwendigen und schließlich segenverheihen- den Politik bis zum guten Ende ersordere. Dee Ausgang des Kampfes könne demnach nicht ungewiß sein. Die Art des Ablaufes sei eine Frage de r Rerven. Besonders das Ausland solle sich vor deni Trugschluß hüten, daß die Tinge in Deutschland irgendwie „ins Rutschen" kommen könnten. durtiuß spricht vor der Wiener presse. Revision und Sicherheit, die Ziele der deutschen Außenpolitik. Wien, 4. März (WTB.) 3n der deutschen Gesandtschaft fand ein Presseempfang statt, bei dem der Reichsminister des Auswärtigen Dr. C u r t i u s u. a. aussührtc: Heute, wo eine ganz unbeschrcibbare Wirtschastsnot auf Europa, man kann wohl sagen auf der ganzen Welk, lastet, ist es eine Selbstverständlichkeit, daß die wirt- schastlichep Fragen einen breiten Raum in meinen Unterhaltungen mit den österreichischen Staatsmänmr,. eingenommen haben. Die Belastung des deutschen Volkes wird sür unser Volk ins Unermeßliche gesteigert dadurch, daß uns der Versailler Vertrag noch foctlousend ungeheure Leistungen auferlegt Hal. Ich habe vor kurzem die Ivirtschaftvwidrigkeit dieser einseitigen kapilalentziehungen bargdan und auf die Zusammenhänge zwischen der wirt- schastski 4 und der Verelendung durch uncrlräg- liche Belastungen hingewiefen. Auch darauf habe ich ausmerkfam gemacht, daß die Reparalions- srage nur durch gemcinfame Anstrengungen aller Beteiligten gelöst werden kann. Niemand vermag heute zu jagen, wie sich die Losung geskalien wird. Aus jeden Fall wird sie im Rahmen der vertrage und der Kooperation liegen, und aus keinen Fall darf Deutschlands sittlicher und sozialer Lebensstand noch weiter gefährdet werden. Dir haben sehr wohl begründete Ansprüche und werden nicht erlahmen, diese mil zäher Geduld und unerschrockenem Mute zu vertreten, bis uns ihre Befriedigung sicher ist. Wir werden aber dieses Ringen um unsere Zukunst nur mit friedlichen Mitteln austragen. Eine Möglichkeit, unsere Interessen mit Ernst und Ra-chdruck zu vertreten, bietet uns der Völkerbund. Ich muß zwar feststellen, daß der Völkerbund oft genug die Erwartungen nicht erfüllt hat, die in ihn gesetzt tourten; ich toili ater auf ter anderen Seite auch mit Befriedigung anerkennen, daß es dem Völkerbund wiederholt gelungen ist, ausgleichend zu wirken. Sein wahrer Wert wird sich erst erweisen, wenn es ihm gelingt, die ihm übertragenen gxvßen Ausgaben zu lösen. Als solcke betracht« ich jetzt vor allem die Durchführung der Abrüstung und eine loyale Regelung bc* Minberheitensrage. Dir erwarten von der allgemeinen Abrüstungskonferenz, daß sie der überspannten mililärischea Bereitschaft zahlreicher Länder ihren bedrohlichen Charakter nimmt und da» gleiche Recht aller Völker auf Sicherheit nicht nur anerkennt, sondern auch verwirklicht. Dieses gleiche Recht auf Sicherheit ist für uns aber nicht ein relativer, sondern ein absoluter Begriff, wir können es nicht zugeben, dah Ursprung oder Ausgang des Krieges den Maßstab für die Zukunft abgeben, daß aus irgend- welchen Gedankengängen heraus, je nach dem Volk, um das es sich handelt, verschiedene Maßstäbe gelten sollen, oder daß man versucht, einen Unterschied zu machen in der moralischen Berechtigung dieses Anspruches, je nachdem er von uns oder den andere« erhoben wird, wir protestieren vor allem gegen die k) e r e i n ; i e h u n g der falschen Kriegsschuldthese in die Zusammenhänge der Abrüslungvfrage. Ich glaube, daß die Erkenntnis sich Bahn bricht, daß die Zeit für uns arbeitet und die Weltmeimrng sich immer mehr unserer Auffassung anschUeßen wird. Bei meinem Besuch in Wien habe ich einen Gleichklang der österreichischen und deutsche« Auffassungen über dte Ziele und Methoden der Politik erneut festgestellt. Ich habe aber darüber hinaus auch die Harmonie der Gefühle herzlicher Freundschaft, die das deutsche Dolk in Oesterreich und im Reiche verbinden, freudig empfunden. Ich werde in Berlin nach meiner Rückkehr davon gern auch vor unserem hochverehrten Herrn Reichspräsidenten und dem Herrn Reichskanzler Zeugnis oblegen. Fnedenöschluß in Indien. Einigung zwischen Gandhi und dem Dizekönig. — Einstellung des Llngehorsamkeitsseldzugs. Links: Lord Irwin, englischer Bizekönig von Inbien. — Rechts: Ganbhi. ber Führer ber indischen Freiheitsbewegung. London, 4. Mär;. (TU.) 3n den spülen Abendstunden am Dienstag ist zwischen dem Vizekönig von Indien, Lord Irwin, und Gandhi ein Ab- kommen zustande gekommen, das am Mittwoch unterzeichnet wurde, hiernach soll Gandhi sich beiciterflärl haben, den Ungehorsarns- f e l d z u g e i n ; u st e l l e n. Cr Hal auch von seiner Forderung nach einer öffentlichen Unterfuchung des vcrhallenr der Polizei gegenüber den nationallfü- fchen Demonstrationen Abstand genommen. Vie Regierung ihrerseits ist ihm in der Salz- frage enlgegengekommen. Sie wird unter gewissen Vorbehalten das beschlagnahmte Eigentum de» Rattonalkongresses und der Mitglieder der Ra- iionalislijchcn Partei wieder freigebe«. Gub- lich wird sie keine Einwände gegen Streit und Boykollposlen erheben, sosern sich diese friedlich verhallen und das Aufslellen der Poste« lediglich au» wirtschaftlichen Gründen geschah. Die Nachricht, daß die Besprechungen In Re«- Dclhi erfolgreich gewesen feien und zu dem Abschluß eines Abkommens geführt hätten, erfüUl besonder» die Handelskreise von Bombay mil einem Gefühl der Erleichterung, da diese Kreise unter den Irauerkundgebungen und anderen politischen Bewegungen der letzten elf Monat« am meisten zu leiden halten. Es wird allgemein erwartet, daß die Handelsgeschäfte eine Wiederbelebung erfahren werden, während die In Con- von begonnene Konferenz hier forlgesührl wird, um zu einer Einigung über die künftige Gestaltung Indiens zu gelangen. Die Einigung hat auch in K o n- g r e h k r e i f e n große Befriedigung hervorgerufen. Der Vollzugsausschuß der Partei wird das Abkom- kommen endgültig annehmen und daraus die notwendigen Schlüße ziehen, d.h. der Bewegung des zivilen Ungehorsams ein Ende machen. Der Vollzugsausschuß wird dem vizekönlg seine Anerken- n u n g für die geleisteten Dienste aussprechen und in dieser weise die Bande zwischen Großbritannien und Indien festigen. Kulturpolitische Debatte im Reichstag. Berlin, 4. März. (DDZ.) Die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministe- riums wird fortgesetzt. Abg. Hesse (Dolksntl.) verlangt mehr Verantwortungsgefühl von onr Volksvertretern. Die Reichsreform müsse energisch angefaßt werden. Das Verständnis für diese Frage sei im Volke viel stärker, als viele Abgeordnete unb Regierungsvertreter glauben. In Berlin und in Bayern südlich des Mains fehle es leider vielfach an dem richtigen Verständnis für diese große Gegenwartsausgabe. Die jetzt belanntgewordenen W a h l r e f o r m- pläne zielten nicht auf eine wirklich grundsätzliche Abkehr von den Schäden des jetzigen Systems ab. D.e Einführung eines neunten Schuljahres sei abzulehnen. Abg. Freiherr v. Lhüngen (D. Lv.) er- klärt: Die Radikalisierung der Jugend sei ein Vorteil und ein Vorrecht unserer Jugend zu verwerfen aber sei die Politisierung der 3u- gend in zu frühem Alter. Seine Fraktion fordere daher die Hinaufsehung des Wahlalters. Man möchte der deutschen Jugend den alten guten Kaseracnhof wünschen. Solange dies nicht möglich sei müsse jede sportliche Betätigung weitgehend unterstützt werden. Abg. T o r g l e r (Komm.) meint unter Hinweis auf das Ergebnis der letzten Braunschweiger Wahlen, die Offensive des Kommunismus beginne erst, und sie werde sich auf allen Gebieten verstärken. Gegen die deutliche Willenskundgebung des Volkes bleibe die Brüning-Regierung als Exekutivorgan des Faschismus mit sozialdemokratischer Unterstützung. Die Geduld der Massen in Deutschland werde bald reihen. Im Gegensatz zum deutschen Massenelend bestehe in Sowjetruhland keine Arbeitslosigkeit. Unter dem Firmenschild „Kampf gegen den Kulturbolschewismus" werde tatsächlich der Kampf geführt gegen jede freiheitliche Regung der Arbeiterschaft. Kein Ehrlicher kann leugnen, dah der kulturelle Wert der russischen Filme turmhoch steht über dem Kitsch und erotischen Dreck der Hugenberg-Filmindustrie. Aba Löwen st ein (Soz.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Mumm $um Reicys, chulgeseh und meint, die Sozialdemokraten würden ein solches Gesetz nur an- nehmen, wenn es die Verfassungsgrundsähe nicht verletzt. Mit dem Schlagwort Kulturbolschewismus" werde ein übler Mihbrauch getrieben. Die kirchlichen Gemeinschaften sollten die Toleranz, die sie für sich verlangen, auch dem Freidenkertum gegenüber zeigen. Daran fehle es aber leider vielfach. Die Arbeiterklasse habe ein Recht darauf, ihrer Iugend die gleiche höhere Schulbildung angedeihen zu lassen, die jetzt ein Privileg der Besitzenden sei. Darum müsse die Berufsschule ausgebaut werden, darum sei auch das neunte Schuljahr notwendig. Abg. H o f m a n n-Ludwigshafen (Z.) weist auf die große kulturelle Bedeutung des Rundfunks hin, dessen Hörerschaft in Deutschland jetzt schon 3,5 Millionen überschritten habe. Gewiß werde vom Rundfunk noch viel Schund und Kitsch geboten, aber hier sei der Weg offen für grundlegende Reformen. Das Reichsbühnenge- s e h sollte endlich fommen. Ein Re i ch s s ch u l - geseh, in dem Gewissenfreiheit und Elternrecht gewahrt werden, muß endlich kommen. Es fragt sich nur, ob der gegenwärtige Reichstag die Kraft besitzt, eine so große Kulturaufgabe zu erfüllen. Der Redner seht sich dann für stärkere Forderung der Turn- und Sportbewegung der Iugend ein. Don den Kommunisten ist ein Mihtrauens- antrag gegen den Innenminister Dr. Wirth eingegangen. Weiterberatung: Donnerstag. Das Floitenbauprogramm. Berlin, 5. März. (ERB.) Das Bauprogramm der Relchsmarineleitung, das dem Reichs- Haushaltsplan beigegeben ist, besteht mit Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage aus zwei Teilen. Der erste Teil des Programmes sieht unter anderem den unaufschiebbaren Ersatz der vier ältesten Panzerschifse vor. Der zweite Teil wird später den Ersatz der übrigen uns belassenen vier Panzerschiffe sowie der letzten drei Kreuzer enthalten. Das Panzerschiff A soll im Laufe des Iahres 1932 und das Panzerschiff B, für das jetzt die erste Rate in Höhe von 10,8 Millionen angefordert wird, bis zum Iahre 1934 fertiggestellt werden. Für das Panzerschiff A, Ersah „Preuße n", werden einschließlich der Armierungen in diesem Haushalt 18.8 Millionen angefordert. Weiter enthält der Haushalt 1931 29,7 Millionen Mark für Reu- bauten, 2,1 Millionen Mark für Torpedoarmierungen, so daß der Gesamtbetrag für Schiffsbauten und Armierungen rund 50 Millionen gegenüber 40,8 Millionen im Vorjahre beträgt. Aus aller Welt- Die Finanznot Wiesbadens. Der Stadt Wiesbaden waren von der Staaisregierung 200000 Mk. aus de rn Fonds der Westhilfe als Bechilfe in Aussicht gestellt worden, wenn sie bis zum 1. Februar die Bier st euer erhöht hatte. Die Stadtverordnetenversammlung lehnte die Erhöhung der Biersteuer ab. Auf die von dem Magistrat in Berlin erhobenen Vorstellungen, der Stadt die 200 000 Mk auch ohne Erhöhung der Bier steuer auszuzahlen, ist dem Magistrat vom Minister Se- vering nachstehendes Schreiben zugegangen: „Ange ichts der Knappheit der für überlastete Gemeinden zur Aufrechterhaltung der Verwaltung xur Verfügung stehenden Mittel muß bei der Dertei- lung Wert darauf gelegt werden, daß die für eine Beihilfe in Frage kommenden Gemeinden ihrerseits alle Möglichkeiten zur Dehe- Belgiens Anschluß an die Entente. Minister Hymans erläutert das belgisch-französische Militärabkommen unb unterstreicht seinen defensiven Charakter gegen Deutschland. Brüssel, 4. März. (WTB.) In der Kammer machte Außenminister Hymans Darlegungen über den gegenwärtigen internationalen Status Belgiens. Er sprach von der Ä e u t r a l i - t ä t, die dem Königreich bei seiner Entstehung von den Mächten auferlegt wurde, die Belgien unbestreitbare Dienste geleistet habe, die aber infolge des Verschwindens des europäischen Gleichgewichtsshstems, auf dem sie beruhte, hinfällig geworden sei. Belgien habe die Heber» zeugung, dah öie Entente zwischen England und Frankreich die festeste Grundlage des europäischen Friedens sei. Deshalb habe sich Belgien bemüht, durch Verhandlungen, die sich unmittelbar an den Abschluß des Friedens anschlossen. von ißrer Seite neue Garantien zu erhalten. Die Verhandlungen mit Frankreich führten zum Ziel. Am 7. September 1920 kam zwischen dem französischen und dem belgischen General st ab ein Abkommen zustande, das die beiden Regierungen genehmigten. In gewissen Kreisen hat man das Abkommen so hingestellt, als ob es eine Beschränkung unserer Unabhängigkeit zur Folge habe und als ob es dem Lande Lasten, Ausgaben und eine bestimmte Politik auferlege. Das Abkommen von 1920 enthält nur militärische Des en- sivmaßnahmen, die von den Führern der beiden Armeen im Hinblick auf die Sven ualität «einet gemeinsamen Aktion der beiden Staaten zur Abwehr eines nicht provozierten Angriffes seitens Deutschlands auf eines der beiden Länder festgelegt wurden. Das Abkommen achtet die Selbständigkeit jedes Staates. Es macht nämlich zwei ausdrückliche Vorbehalte: 1. Ieder Staat behält die völlig souveräne Entscheidung über die militärischen Saften, die er seinem Lande aufzuerlegen hat. Infolgedessen hat Belgien wie Frankreich das Recht, nach seinem Ermessen fein Militärregime und fein Verteidigungssystem zu regeln. 2. Ieder Staat beurteilt souverän und in jedem Einzelfall den Eintritt der Eventualität im Hinblick auf die das Abkommen abgeschlossen worden ist. Mit anderen Worten, die beiden Staaten werden jeder nach den Umständen zu entscheiden haben, ob Anlaß zur Zusammenarbeit notwendig ist oder "^cht. Es ist falsch und unsinnig, sich vor ustellen, daß das Abkommen kriegerische u.. imperialistische Kombinationen erfülle. Es ist falsch und unsinnig, es als eine Alliance hinzustellen, die unsere Politik unter die Botmäßigkeit der französischen Politik bringt. Unsere Garantie- und Unterftühungsverpflichtungen sind bestimmt durch die Verträge von Locarno, die übrigens England dieselben Verpflichtungen wie Belgien und Frankreich auferlegen. Das französisch-belgische Militär-Abkommen bezog sich auf einen einzigen Fall, einen nicht provozierten deutschen Angriff auf Belgien oder Frankreich. Dieser Fall ist einer von denjenigen, die der Rheinpakt ausdrücklich vorsieht. Aber der Rheinpakt erstreckt die Garantie, die gegenseitige Hilfeleistung auch auf den Fall der Verletzung der Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages, die sich auf die entmilitarisierteRhein- landzvne beziehen. Der Rheinpakt ist präziser, formeller, feierlicher als das französisch- belgische Abkommen, das kein Vertrag im eigentlichen Sinne des Wortes ist. Er deckt sich mit ihm und erweitert ihn und gibt Belgien und Frankreich das Recht, im Hinblick auf eine Verletzung durch Deutschland die zur Abwehr der Gefahr geeigneten militärischen M a ß- nahmen v o r zu be r e i te n und zu vereinbaren. Reuerdings hätten die Vertreter der Großmächte in Genf ihren Friedenswillen betont, aber man müsse immer mit einem plötzlichen Erwachen nationalistischer Leidenschaften rechnen. Deshalb sei es die Pflicht eines um seine Zukunft besorgten Landes, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um den Schutz seiner Grenzen zu sichern und jeder Versuchung zu begegnen, sich seiner zu bedienen und es zu vergewaltigen. Es werde die Waffen nur ergreifen, um seinen Boden und feine Unabhängigkeit zu stützen und um die Pflichten, die ihm fein Status diktiert, zu erfüllen. Oie Verwaltungsreform in Hessen Vorläufig keine Aufhebung von Kreisen. 2) a r m ft a b t, 4. März. (WSN.) Der Finanzausschuß beriet Kapitel 31 „Provinzialbirettionen unb Kreisämter". In der Vormerkung im Etat heißt es: Die außergewöhnliche Zuspitzung der Wirtschaftskrise unb die damit verbundene schwere finanzielle Bedrängnis der Gemeinden läßt es nicht angebracht erscheinen, eine so tief einschneidende Maßnahme, wie es die Aushebung von Kreisämtern bedeuten wurde, gerade in diesem Zeitpunkte durchzuführen. Das Zentrum legte einen Antrag vor, die Grenz- ziehung der Kreise unter dem Gesichtspunkt der veränderten Derkehrsoerhältnisse nachzuprüfen. Ein sozialdemokratischer Antrag wünscht Einwirkung der Regierung auf die Körperschaften des öffentlichen Rechts, daß für die D i e n ft I e i ft u n g e n nicht staatliche Beamte, sondern möglich st erwerbslose Ange st eilte und Personen aus den freien Berufen herangezogen werden. Die Volksrechtspartei wünscht die Einführung der polizeilichen Strafverfügungen. Der Antrag wird vom Ausschuß einmütig angenommen. In der Aussprache wurde von der Deutschen D o l k s p a r t e i der Genugtuung Ausdruck gegeben, daß die Regierung und auch die Regierungsparteien die gegen die Aufhebung von Kreisämtern erhobenen schweren Bedenken jetzt anerkennen und von der geplanten Maßnahme Abstand nehmen. Die hessische innere Verwaltung dürfe man als gut bezeichnen. Doch habe die Volkspartei an der Gliederung Prooinzialdirektion und Kreisamt mancherlei auszusetzen. Mit aller Entschiedenheit wehre sich die Volkspartei gegen die Tendenz, Aufgaben der Kreise zu beschneiden unb diese auszuhöhlen, um dafür die Provinzialverwaltungen auszubauen. Die Provinzialdirektionen könne man als Zweckoerbände der in ihren Kompetenzen auszubauenden Kreise behandeln, doch sei ein zu wählender Selbstver- waltungskörper, wie Provinzialtag unb Provinzialausschuß nicht notwendig. Der Landbundantrag, die Prooinzialverwaltung aufzuheben, sei im jetzigen Zeitpunkt zu weitgehend, da erst die Aufgaben der Provinzen geändert werden müßten. Der ßanbbunb beantragte, die Ausgaben bei den Kreisoerwallungen durch Personaloerminderung zu senken unb die sämtlichen lokalen Verwaltungsstellen den Kreisämtern zu unterstellen. Eine Aufhebung von Kreisämtern lehne der ßanbbunb ab. Das Zentrum hielt bis Frage der Aufhebung von Kreisämtern für nicht spruchreif, weshalb die Regierung das Problem in einer Denkschrift be handeln und Vorschläge machen solle. Die Vergütungen, die von den Selbstverwaltungskörpern des Reiches vielfach an staatliche Beamte für Nebenarbeit gezahlt würden, sollten begrenzt werden. — Von sozialdemokratischer Seite wird gewarnt, ohne genaue Ueberlegung an die Auf Hebung der Provinzen heranzugehen. Die lieber» tragung der Straßenverwaltung an b i e Provinzen bedeute organisatorisch und sachlich einen Fortschritt. Zweifelhaft sei, ob durch die Auflösung der Provinzen Ersparnisse eintreten, da namentlich in Oberhessen durch die Wirtschaftsverwaltung andere Organisationen ober Zweckverbände notwendig würden. Innenminister Leuschner wies darauf hin, daß bereits wichtige Maßnahmen durchgeführt oder in Angriff genommen worden feien so die Umorganisation der Bauoerwaltung, die Uebertragung der Straßenoerwaltung auf die Provinz, die Verminderung der Forstämter, die in Aussicht genommene Zusammenlegung von Vermessungsämtern und Feldbereinigungsämtern usw. Auch die Reform der Verwaltungsge- schäfte werde mit der in Beratung stehenden Gemeindeordnung zu einem vorläufigen Abschluß gebracht werden. — Nach Ansicht des Reichssparkom- rnissars sei das System der Verwaltungsorganisation in zwei Stufen durchaus zweckmäßig und entspreche den Bedürfnissen, die auch vom gesamtdeutschen Standpunkt für die mittleren ßänber als vorbildlich anerkannt werden müßten. Die hessische innere Verwaltung stehe nach, dem Zeugnis des Reichssparkommissars im Kreise der verschiedenen Verwaltungszweige organisatorisch an der Spitze. Er lehne die beantragte Beseitigung der Provinzialdlrektionen ab. Er schätze die Ersparnisse aus der Aufhebung der Provinzialdirektionen für den Etat auf etwa 30 000 Mark. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Provinzialdirektors, der ja gleichzeitig Kreisdirektor fei, liege auf dem wichtigen Gebiete der Selb ft Verwaltung der Provinz. Er stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Kreisneueinteilung möglich und notwendig fei und jede Grenzregulierung zu dem Wegfall von Kreisen führen müsse. Nur schweren Herzens habe er die Vorbereitung für die Kreisneueinteilung unterbrochen. Er erkenne jedoch an, daß die außergewöhnliche Zuspitzung der Wirtschaftskrise und die damit verbundene schwere finanzielle Bedrängnis der Gemeinden wie auch die schweren Spannungen der Bevölkerung es nicht angebracht erscheinen ließen, eine so tief einschneidende Maßnahme gerade in diesem Augenblick durchzuführen. — Der Personalbestand der Kreisämter verzeichne gegenüber 1914 nur eine unwesentliche Steigerung: die Zahl der höheren Beamten sei dagegen überhaupt nicht vermehrt. In der Abstimmung wurden die Sparanträge des ßandbundes, der Deutschnationalen und Nationalsozialisten, soweit sie die Kreis- und Provinzialoer- wattung betreffen, abgelehnt. Der ßanbbunb- antrag, bie Provinzialverwaltungen aufzulösen unb die Aufgaben der Provinzial- und Kreisverwaltungen mehr auf die unteren Organe zu übertragen, wird der Regierung als Material überwiesen. Des weiteren wird die Regierung ersucht, wegen der Unter ft ellung der Kreisgesundheits- u n b Kreisveterinärbehörden unter bie Kreisämter Vorschläge zu machen. billig der E t a t sch w ieri g ke i ten au8- schöpfen unb insbesondere die durch die Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 1. Dezember v. I. geschaffenen Steuermöglichkeiten ausnutzen. Dies gilt um so mehr, wenn, wie im Falle Wiesbaden, die Stadt trotz der Einführung der doppelten Biersteuer und der Bewilligung der Beihilfe immer noch einen Fehlbetrag von mehreren Millionen Mark aufweist. Dr. Eckener in Reuyork. Lr. Eckener ist mit dem Lloyddampser „Europa" in Reuhork einaetroffen. Zu seiner Begrüßung hatten sich zahlreiche Presseleute eingefunden, Venen £t. Eckener die Einzelheiten der diesjährigen Flug plane des Luftschiffes „Graf Zeppelin" darlegte. In die Flugpläne sind auch drei Südamerikafahrten cinbezogen worden. Er sei nach den Vereinigten Staaten gekommen, um mit der Goodyear Zeppelin Company in Akron (Ohio) über die Weiterentwickelung des Luftschiffbaues und über gemeinsam zu verfolgende Pläne zu konferieren. Aulomobilunfall des Filmarchitekten Ferenczy. In der berüchtigten Teufelskurve zwischen Deelihhof und Dahichof Wannsee bei Berlin ereignete sich ein schweres Autounglück. Der hundertpferdige Wagen des Filmarchitekten Fe- renczy kam infolge der Glätte des Strahen- dammes ins Schleudern und fuhr mit voller Wucht gegen einen Baurn. Unter den Trümmern des Wagens fanden herbeieilend« Passanten Ferenczy und feinen Begleiter, den Hilfsarchitekten Bellon, schwer verletzt. Zufällig kam unmittelbar nach dem Unglück Geheimrat Sauerbruch mit seinem Wagen Me Straße entlang. Der berühmte Chirurg nahm den sichtlich am schwersten verletzten Ferenczy mit nach Berlin ins Westsanatorium. Die Untersuchung ergab, dah Ferenczy schwere Schädel- und Brustkorbverletzungen davongetragen hat, die zunächst eine Operation nicht zulasfen. Bellon wurde in einem anderen Kraftwagen ins Krankenhaus Rowawes gebracht, wo er gleichfalls schwer darniederliegt, wenngleich seine Verletzungen leichterer Ratur sind. Jür 500 000 Mark Li» verschoben. Bei dem Dortmunder Eiswerk G. m. b. H. ist man großen B e t r ü g e r e i e n des mit der Eisverteilung beschäftigten Fahr- und Maschinenpersonals auf dis Spur gekommen. Zehn bei dem Werk beschäftigte Fuhrleute hatten täglich biszulOOStangen Eis für eigene Rechnung verkauft unb einen täglichen Reingewinn von 20 bis 50 Mark erzielt. Ein Teil bieses Gelbes wurde an die Maschinisten, bie mit den Fahrern unter einer Decke steckten, abgegeben. Eine von dem geschädigten Werk schon vor einiger Zeit eingesetzte Kontrollkommission stellte fest, daß bie Betrügereien bis!924zurück. gehen unb allmählich eine Summe von 400000 vis 500 000 Mark erreicht haben. Raubüberfall im Barmer Hauptbahnhof. Ein Aufsehen erregender Vorfall spielte sich beim Einlaufen des Berliner D-Zuges auf dem Barmer Hauptbahnhof ab. Ein Postbeamter hatte die Postsäcke gerade in Empfang genommen, als ein unbekannter Mann auf ihn stürzte und ihn mit vorgehaltenem Revolver zu zwingen versuchte, ihm die Säcke herauszugeben. Der Beamte weigerte fich. Als andere Beamte hinzueilten, entriß der Täter dem Postbeamten einen Sack und flüchtete. Leine Verfolger hielt er fich mit der Waffe vom Leibe. Infolge ber Dunkelheit entkam er. Die Postverwaltung vermißt nur einen kleinen Deutel mit gewöhnlicher Driefpost. Reue Ausgrabungen in Jericho. Bei den Ausgrabungen in Jericho ist, wie der Expebitionsleiter Professor Garstang berichtet, ein weiterer Turm an den Toren ber Stabt ausgegraben worden. An der Südseite wurden eine Reihe von Räumlichkeiten entdeckt. Man hat in ihnen noch Weizen, Brot unb andere Nahrungsmittel gefunden. Alle diese Häuser sind offenbar niedergebrannt worden, als sie noch in Benutzung waren, was auf die Richtigkeit der geschichtlichen Mitteilungen über die Zerstörung von Jericho hindeutet. Außerdem sind noch weitere Teile einer Stadtmauer sichtbar geworden, die noch wesentlich älter als das biblische Jericho sein müssen. Line Schmiede in Ostpreußen niedergebrannt. Die frühere Schmiede in dem Allenstein benach- barten Dorf Plautzig, die von dem 88 Jahre alten Ortsarmen ßischewski und seiner 77 Jahre alten Ehefrau bewohnt wurde, ist vollkommen nieder g e b r a n n t. Da die Schmiede etwas abseits lag, wurde das Feuer erst spät bemerkt. Als die Rettungsarbeiten in Angriff genommen wurden, stürzte das Haus schon zusammen. Unter den Trümmern fand die Feuerwehr die Leichen ßischewskis und seiner Frau. Als Brandursache wird Fahrlässigkeit angenommen. Die Detieplaae. •Seydisfjol n/ 6 Aberdeen- Val. O >10' j ostS TTörBöTafl/ j — SS Owolkenlos. ® neuer, onaib Bedeut ® woixiq. # oeuecMt • ReoBu » Schnee a Graupeln. 3 Nebel K b. Sin ö24 au’ dm :ineÄ ann auf ihn9 'Ün9cn in Zericho -■«.’fyx 'N Räumlichkeiten entdeckt mifuien< $rot und nxttel gefunden. Alle ^^'°dergebrannt o e n u tzung waren, war gefchichtlichen Mitleilunaen l.äcricho hindeutel Außer- eile einer Stadtmauer sicht. ) wefentlich älter als das ffen. peenßen nicdergebranvl. in dem Allenftein benach. e von dem 88 2ahr« allen mb feiner 11 tzahre alten , ist vollkommen nie- >ie Schmiede etwas abfeits -rft spät bemerkt. Alr Angriü genommen wurden, . zusammen. Unter den e Feuerwehr die Leichen' frau. Als Lrandurfache wird men. Durch Urteil des Landgerichts Gießen vom 2. März 1931 wurde eine Silage der Stadt Butzbach gegen die Provinz Oberhessen zu Gunsten der Stadt Butzbach entschieden. Aus Anrufen der Provinz Oberhesscn hatte ein Dertragsschiedsgericht unter dem Vorsitz eines Oberlandesgerichtsrats und zwei Beisitzern im August 1930 die Stadt Butzbach verurteilt, fiir gelieferte elektrische Kraft die Preise zu bezahlen, die die Provinz Ob er Hessen jeweils f e st s e tz t e. Dieser Schiedsspruch hätte für die Stadt Butzbach, da er rückwirkend sein sollte, für das abgelaufene Jahr allein eine Mehr- belastung von 1 4000 Mark bedeutet. Der Streitwert beläuft sich wegen der auch für die Zukunft verlangten Anerkennung der jeweils von der Provinz festgesetzten Tarife auf mindestens 150 000 Mark. Das Dertragsschiedsgericht stützte sich in seinem Schiedsspruch aus eine Vereinbarung, die im Jahr 1924 geschlossen worden sei. Die Stadt Butzbach bestritt, daß die Vereinbarung von 1924 die Bedeutung habe, die ihr von der Provinz beigelegt werde, und machte geltend, daß die Vereinbarung, wenn sie den von der Provinz behaupteten Sinn hätte, gegen die Neichsverordnung vom 16. Juni 1922 über die schiedsgerichtliche Erhöhung von Prei- sen bei der Lieferung von elektrischer Kraft verstoße. Aus § 7 der erwähnten Verordnung, wonach die Anwendung der Verordnung durch Parteiverein, barungen nicht ausgeschlossen, ober beschränkt werden kann, ergebe sich die Unzulässigkeit einer Ent- insbesondere auch in sinanzieller Hinsicht, nichl festlegen. Für zweckmäßig wird Verlegung des Bahnkörpers aus dem Stadt« innern angesehen Da jedoch eine solche nach Mitteilung der Reichsbahn zu kostspielig ist. wird beschlossen, Strahensührungen im_ Ortsbauplan vorzusehen, welche Möglichkeiten für eine zukünf« tige Verbesserung bzw. Neugestaltung d e o hiesigen EisenbahnübergangSver« hälkniffe ossenhalten, und zwar eine Unterführung an der Schreinerei Tröster (Grenzweg zwischen Butzbach und Niederweisel), eine Unterführung im Zuge der Dadborngasse, eine Unterführung im Zuge ber Roßborngasse, eine Heber- sührung im Zuge der Wetzlarer Straße, und eine Unterführung von der Wetzlarer Straße über den Diehmarkt nach der Gießener Straße. Bezüglich der Verleihung eincSStadt« Wappens für die Stadt Butzbach wurde der von dem Hessischen Staatsarchiv begutachtete Entwurf gutgeheißen. Das Wappen sieht folgendermaßen aus: In blauem Grund ein silberner Turm mit zwei Eckgiebeln. rotbedacht, begleitet von den HerrschastSwappen Eppstein und Falkenstein-Münzenberg. Tie Gestalt des Turmes. sowie die beiderseitige Anordmmg der Herr« schas'tswappen entspricht der Darstellung des alten. aus 1342 stammenden Siegels. Es ist vor ollen Dingen wichtig, daß der Charakter des TurmS gewahrt geblieben ist, da viele oberhessische Gemeindewappen als Hauptfigur einen 2urm führen, der aber durch die verschiedenartige Gestalt die Unterscheidung der einzelnen dieser Ott«- Wappen kennzeichnet. Ebenso beruht die Anordnung der einzelnen Herrschaftsschilde auf Heber- lieferung. An erster Stelle soll das Wappen in dem für den Bürgermeister der Stadt Butzbach zu beschaffenden Dienstsiegel Verwendung finden. Die Umschrift für das Siegel wird lauten: Der Bürgermeister der Stadt Butzbach. Oberbürgermeister Or. Külb Ehrenbürger von Mainz. WSN. Mainz, 4. März. In einer am Donnerstag stattsindenden nichtöffentlichen Stabt- ratSsitzung steht als einziger Punkt die Er« nennung des ObetbürgermeisterSDr. Külb zum Ehrenbürger von Main- auf der Tagesordnung. Marburgs Festspiel-Defizit. js Marburg, 4.März. Die Marburger Stadtverordneten beschäftigten sich in ihrer jüngsten Sitzung wiederum mit der Deckung des Festspieldefizits von 1 930 das ohne die 11000 Mark für Propaganda 18 000 Mark beträgt. Man hatte die Vorlage kürzlich in einer Sitzung zur genauen Prüfung der Rechnungsbelege an zwei Ausschüsse verwiesen. Die Prüfung hat verschiedene Beanstandungen ergeben, die nunmehr Gegenstand einer ausgedehnten Aussprache waren. Insbesondere wurde dem Magistrat vorgeworfen, daß er die Festspielleitung zu sehr nach eigenem Gutdünken habe schalten und walten lassen. Für Gagen, Dekorationen. Reisen und Autofahrten seien zu hohe Beträge ausgeworfen worden. Oberbürgermeister Müller gab gewisse Fehlgriffe in der Organisation zu, doch betonte er, daß man den Wert der Festspiele für die Fremdenwerbung nicht verkennen solle. Die Veranstaltung von Festspielen auch im Jahre 1931 sei wünscheiÄwert, in zwei Wochen werde eine diesbezügliche Vorlage den Stadtverordneten zur Beratung zugehen. Das Interesse der Bürgerschaft an der Weiterführung der Spiele werde dadurch bekundet, daß bereits vom Kaufmännischen Verein 700 Mark und aus den Universitätskreisen 2000 Mark als Garantiesonds herbeigeschafft worden seien. Bei der Abstimmung stimmten von 26 anwesenden Stadtverordneten 16 für den Deckungsantrag. Zwei Gtuden en in der Lahn ertrunken. WSN. Marburg, 4. März. Gestern nachmittag sind die Studierenden der hiesigen Universität Jörgen Röwer aus Berlin und Eberhard Ditschge aus Danzig in der hochgehenden Lahn ertrunken. Die Studenten waren mit der Bahn nach Cölbe gefahren. Zwischen E ölbe und Sarnau brachten sie ihr Faltboot in das Wasser und fuhren dann lohn- abwärts. Beim Uebersahren des Wehres bei Wehrda brach das Doot auseinander, und die beiden Studenten fielen ins Wasser. Der eine verschwand sofort in den Fluten, der andere versuchte sich zu retten, ging aber dann auch in den Fluten unter. Herbeieilende Leute fanden nur noch Teile des Bootes. Oer provinzialbauvtstabi , Dießen, den 5. März 1931. Oer Mond und das Wetter. Seit den ältesten Zeiten wird dem Mond em (uß auf das Wetter zugeschrieben. Eine __emregel lautet: «Will das Wetter durchaus cht stehen, wird's um Neumond oder Vollmond chehen". Aber auch die Städter sind vielfach ndgläubig und behaupten mit unerschütterlicher ftiafcit, jeder sehe doch, daß der Mond die _ölten vertreibe, oder daß der Mond im Früh» i fahr die Saaten schädige. Selbst die deutsche ) Heeresleitung hatte im Weltkriege an ihre zahl- I reichen Feldwetterwarten den Befehl gegeben, / über den Mondwechsel genaue Beobachtungen f zu machen, die sich auf die Gestaltung des Wetters N zu erftredfen hätten. Nach Ansicht deS putschen ' Generalstabes sollten diese Mondbeobachtungen die ausfallenden Wettermeldungen ausländischer Stationen ersehen. * Unb doch verbirgt sich unter allen diesen Ansichten und Meinungen nichts anderes als der alte Aberglaube an den Einfluß der Planeten auf daS Wetter. Da den meisten Menschen die Bahnen und gegenseitigen Stellungen der Wandelsterne wenig bekannt sind, richtete sich der Aberglaube ausschließlich auf den Mond. Klarer Ueberlcgung und zahlenmäßiger Nachprüfung l hält der Aberglaube jedoch nicht stand. Nicht der | Mond wirkt auf die Wolken, sondern die Wolken verdecken den Mond. In den drei Tagen vor, bei und nach dein Mondwechsel, wo vermeintlich | her Mond seine Wetterkraft zeigen soll, konnte s unschwer jeftgcftetlt werden, wie oft sich das ■ Wetter änderte, wie oft nicht. Gs ergab sich, daß daS Wetter während dieser drei Tage genau so oft wechselte, wie auch sonst innerhalb einer Zett von drei Tagen. Die verschiedenen Lichtgestalten des MondeS können also keinen Einfluß haben. Aehnlich ist es mit der vermeintlichen Schädigung der Saaten beim Mondschein. Gewiß, sie gedeihen nicht, wenn um die Zeit der Sonncntoenbe das nächtliche Gestirn allzu regelmäßig am Hammel erscheint. Aber nicht der Mond ist der Femd der jungen Saat, sondern der dann nut ihm verbundene Nachtfrost. Klarer Himmel nut ober ohne Mond — fördert die Ausstrahlung der Erdoberfläche, daher der Temperaturruckgang in den Frühjahrsnächten. Ganz anders steht es um den Zusammenhang de« Mondes mit Ebbe und Flut. Dieser Zusammenhang, die Beeinflussung der Wasserflächen, ist tatsächlich vorhanden. Alle anderen Vermutungen beruhen auf einem Irrtum, der freilich nicht so leicht zu entwurzeln ist. Meinen doch viele Leute auch heute noch, daß man, waS abnehmen soll, bei abnehmendem Mond, was zunehmen soll, bei zunehmendem Mond in Angriff nehmen müsse. Auch „Wunderdoktorm machen ihre Hantierungen und Svrüche nut bei bestimmten Mondphasen und erhöhen damit bei abergläubischen und unkritischen Naturen die Zuversicht auf die Heilkraft. In Wahrheit ist das nichts anderes als eine seelische Beeinflussung. Ein Güter-Adreßbuch für Hessen. In allen deutschen Bundesstaaten gibt eS seit längerer Zeit, zum Teil schon seit Jahrzehnteii, ausführliche landwirtschaftliche Güt' -Adreßbücher, in denen alle mittleren u. ? größeren landwirtschaftlichen Betriebe mit vielen Einzelheiten verzeichnet sind. In Hcf l^re fr ninAt noch »Effi?» *5 MMgs Tempe-a vor. 10 Srad toAaue Ä- KZSS scheidung des Dertragsschiedsgerichls. In zweiter Linie bestritt die Stadt Butzbach die Gültigkeit der Vereinbarung vom Jahre 1924, weil das Kreisamt, als zuständige Aufsichtsbehörde, die Genehmigung nicht erteilt hätte. Das Landgericht hat auf Klage gemäß § 1041 Abf. I der Zivilprozeßordnung den Schiedsspruch des Vertragsfchieds- gerichts als unzulässig ausgehoben. Es bleibt abzuwarten, ob die Entscheidung des Landgerichts rechtskrästig wird, oder ob noch die höheren Instanzen, Oberlandesgericht Darmstadt und Reichsgericht, mit der Sache besaßt werden. Ob im Falle des Eintritts der Rechtskraft die Entscheidung des Landgerichts Gießen auch für andere Städte, die Abnehmer des Ueberland- werks der Provinz Oberhessen sind, von Bedeutung fein wird, kann ohne Kenntnis der Einzelheiten nicht beurteilt werden. In den Fällen allerdings, in denen Städte mit der Provinz Oberhessen vollständig neue Verträge nach dem Eintritt der Stabilisierung geschlossen haben, dürfte die Entscheidung des Landgerichts Gießen nicht von großer Bedeutung sein. Die Lieserverträge jedoch, die ihre Wurzel in Abmachungen haben, die vor dem 4. Februar 1919 abgeschlossen sind, werden von der Entscheidung des Landgerichts Gießen betroffen. Sie unterliegen, soweit eine Abänderung der Preise in Betracht kommt, der Nachprüfung des Verordnungsschiedsgerichts. Keinesfalls _ ist ein Vertragsschiedsgericht in diesem Fall berufen, über Preisänderung zu entscheiden. 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Für die vielen wohltuenden Beweise inniger Anteilnahme an dem Heimgang unserer teuren Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Friedrich Linker. Gießen, den 4. März 1931. 1620 D Allen, die uns in den schweren Stunden bei dem Hinscheiden meine' lieben Sohnes und unseres guten Vaters beigestanden haben, insbesondere der Krankenpflegerin für ihre aufopier ide Tätigkeit, sowie dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte ferner der Sängervereinigung. dem Hansel steiner Höhenklub und dem Geflügelzuchtverein für die herzliche Teilnahme unseren innigsten Dank. Im Namen der Angehörigen: Anna Reuter Wwe. Wieseck, den 5. März 1931 0130? sind die Thaga-Kaffee-Tage Jed-* Hausfrau ist begeistert von dem schönen großen Kuchenteller der jedem Kunden beim Einkauf von 1 Pi und Kaffee oder l'» Pfund Tee oder V, Kaffee und l,4 Pfund Tee übeireicht wird. Nur noch drei Thaga-Kaffee-Tage am 5., 6. und 7. März! DerTha-Ga-Mann trifft das Richtige! 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Neuaufnahmen werden in jeder Verteilungsstelle entgegengenommen. — Beitritt 50 Pfennig. Eingang auch vom Seltersweg 73 (Haus der Handarbeit) aus durch den Garten. Rechtsanwalt W. Luley 1 Pfund 0.30-1.W l/< Pfund 0.55 0.39 0.39 0.45 0.39 0.25 Zitos en!ie?\ Wlnterhofls extraltarV ' Eacalypt-Menibol- Bonbooa betreten Sie davon' i ^Drofi. WiDterhotl J ^^Kreuzol 10 Orch^ler-Vere.n Nächste Probe Pro,. Eine schriftliche Mahnung ergeht nicht mehr. Gießen, den 4. März 1931. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. S t o l t e. Herein Milla Zu dem am «sonn- lag, 8. März, nach mittags 4 libr, iiaiisindenden Ausflug am die Karlsru e, an la lich iimv i c-> 43. Stiiiunnefcit S laj w r m.ieie wert. Mnglieder nebu An« geliöng. freunöl ein und bircn um zah r. Beteiligung P>1 09 j er Vorstand. Gesichter, sowohl wie Körper, sollten sauber sein, genährt und gepflegt werden. Elizabeth Aiden’s Venetian»Präparate tun dieses für Sie. tiSU-Betten (btatil u. 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Zeo-nl-abschnst^ Licht« Mlbcr rcdql.lschnellllkn« turfidtuf. Die Stellung« foAaroen sind bonfbor barür, wenn man ihre Stmübnnqen jur dr» ianaunq em. geeigneten Dltigteit «ms diese Drise onterftiHjt und sind auf diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesen ®ie6ettec ameieee Stadttheater Freitag, <>. März* von 20 bis 22* . Uhr ;ium e.stcn M lei 22 reifoy tiün. BrtL Gewöhnliche t-ie se. Äachtaivr Szenen ans d. Tiefe tn 4 Auszügen ton Maxim Goiki. Deutsch o.Aug.Scholz Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberlanogebiet für den Monat Januar 1931 können noch bis zum 15. d. 2TL ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Kosten des Leupin Creme lameudiacb bew. be Flechte Krätze, Jucken. Ans« ■chlag.Hämorrhoiden Beinschäden Zu haben 5546\ Löwen-Drogerie W. Siloinner Nacht., Seltersweu 69. 1Q5 - Betten-Bä* ■ ■ Marktstr. 29 GIESSEN Seltersw, Feit-Zehrer „Stiilankol" o Z)zZaS rtems irealgymnasium Gießen adjulfeiet u. Wsslellullg o. ömüietjeiflinungeo Am Freitag, dem 6. Mär; 1931, 16 Uhr beginnend, findet in unserer Turnhalle eine Schulfeier mit musikalischen Darbietungen statt. Ferner veranstalten wir im Zeichensaal eine Ausstellung der Schulerzeich- nungen, die geöffnet sein wird am Freitag, 6 März, von 14 bis 16 Uhr, am Samstag, 7 März, von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uh« Zu beiden Veranstaltungen laden wir die Angehörigen unserer Schüler und Freunde unserer Anstalt herzlich ein. 1611D Direktion des Realgymnasiums. 20. März 8 Uhr abds., Aquarium ______Der Vorstand 08. III., 20 Uhr: A'b. T. I. ,8.o Vom 6. März ab befindet sich mein Büro in dem Hause An der lobannesHrcke 6 nt. 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Diese Lyrik, die er von den Bewohnern der E swüsten Kanadas und Grönlands gehört hat. bestätigt den hohen Rus, den die Poesie der Eskimos bereits besah. Alle die Themen, die unsere Sänger im Lied behandelt haben, werden auch hier gestaltet, aber mit einer wichtigen Ausnahme es gibt keine Liebespoesie. Wohl handeln auch manche Gedichte von erotischen Dingen, aber der Poet tritt dann nicht a'8 persönlicher Liebhaber aus, sondern wendet sich an die Frauen im cIrK*Tr:-= neu. Rasmussen teilt auch interessante Aeuherun- Sette? , tn> L».l'r| mungen und raturen eigene, rte Fach gui und wert cn 20. Haß ” , 4onir*afl 13000 Kilometer in der Sekunde. Von Professor Or. Küstermann. Geschwindigkeiten wie 13 000 Kilometer in der Sekunde gibt cs aus der Erde natürlich nicht, denn diese Strecke würde ja ungefähr der Lange des Erd- dulchmessers entsprechen, und das ist doch ein bißchen viel für eine Sekunde. Es handelt fick also um Geschwindigkeiten im Weltraum, wo die Großenoerhält- nifje etwas anders sind als auf unserer kleinen Erde Vielleicht sind in keinem Punkt die Fortschritte der neueren Sternkunde so finnfällig deutlich wie gerade bei der Bestimmung der Geschwindigkeiten von Weltkörpern, abgesehen von den Wandelsternen. Die alte Sternkunde dachte überhaupt nicht an die Möglichkeit ihrer Bewegung, und danach führen ja noch heule die „Fixsterne" ihren Namen, denn dieses Wort bedeutet natürlich nicht, daß diese Sterne sehr „fix" sind was unseren heutigen Anschauungen mehr entsprechen würde, sondern daß sie an der angenommenen, sich täglich einmal umdrehenden Himmelskugel .Fn'gehestct" sind. Nur bei wenigen Sternen ließe sich eine solche Bewegung nach Tausenden von Jahren mit bloßem Auge fcststellcn Bei weitem die m isten Sterne haben sich auch selbst in diesem Zeitraum noch nid)' um ein dem bloßen Auge sichtbares Stück bewegt Aber das Fernrohr, vor allem freilich das mit der Lichtbildkammer ausgestattete Fernrohr, ergibt wenn die Bilder unter dem Mikroskop aus gemessen werden, eine Genauigkeit, vor der sich die scheinbare Unveränderlich"^! des Sternhimmels als Sinnestäuschung herausstellt Wir wissen, daß sich alle Sterne bewegen kreuz und quer, und daß wir nur genügend lange Zeit zu warten brauchen, bis sich alle Sternbilder bis zum Nicht-mehr-Wiedererkennen verändert haben. Freilich können wir auf diese Weise nur seitliche Bewegungen feststellen Bewegungen auf uns zu oder von uns weg bleiben unbemerkt, denn bei der gewaltigen Entfernung würde es eine außerordentlich große Zeit, Hunderte oder Tausende von Jahren dauern bis der Stern Heller oder minder hell er- strahlte Aber auf andere Weise können gerade diese Bewegungen auf uns zu oder von uns weg sehr genau gemessen werden, und zwar ganz unabhängig davon, ob der Stern nahe oder entfernt steht, wäh rend unmittelbar gemessene seitliche Bewegungen nass gibt Ausnahmen, und der Wiener Professor Dr. Karl Camillo Schneider weist im Märzheft von Delhagen & Klasings Monatsheften auf die tropischen Webeameisen als solche hin. Diese Ameisen bauen ihre Rester an den Zweigen der (Bäume, indem sie Blätter durch Fäden verbinden, die aus den Spinndrüsen der Larven stammen. Die Arbeiterinnen nehmen eine Larve zwischen die Kiefer, nötigen sie durch Druck, Sekret austreten zu lassen, und führen nun die Sekretsäden von Blatt zu Q3latt,_ sie fest miteinander verbindend. Stehen die Blätter zu weit voneinander ab, so werden sie von anderen Arbeiterinnen mittels der Kiefer herang^zogen. Dabei ereignet sich, wenn der Abstand zu groß ist, daß eine Arbeiterin die andere um den Leib packt und zum fernen Blattrand hinüberhalt, der aut diese Weise erfaßt werden kann. Genügt dir Derlängerung nicht, so wird noch eine zweite, dritte oder vierte Arbeiterin eingeschaltet, ja es ergeben sich Reihen bis zu acht Arbeiterinnen, die. wenn das Blatt ersaßt ist. sich allmählich wieder durch Ausschalten von Gliedern verkürzen, dann erst, wenn sich die D'ätter berühren, werden sie zusammengewobcn. Das ist einer der sehr wenigen Fälle echten Werkzeuggebrauches bei den Insekten, der uns nun an das menschliche Weben erinnert. türlich um so kleiner erscheinen, je weiter der Stern adstcht. Wie dies geschieht, macht am besten ein Vergleich mit den Tonen deutlich. Daß ein Ton — etwa das Pfeifen einer Lokomotive — hoher wird, wenn sich uns die Tonquelle nähert, und tiefer, wenn sie sich von uns entfernt, hat wohl jeder schon beobachtet. Beim Licht, das ebenso wie der Schall eine Wellenbewegung ist, findet eine entsprechende Erscheinung statt Um sie zur Bewegungsmessung auszunutzen, werden die Spektrallinien, die sich in dem Sternticht zeigen, mit den Linien einer fest mit dem Fernrohr verbundenen Lichtquelle verglichen, ihre Verschiebung nach der einen oder anderen Seite entspricht dem Höher- oder Tieferwerden des Tons, und danach werden die Geschwindigkeiten festgestellt In den meiftcn Fällen betragen diese 10, 20, auch 30 Kilometer in der Sekunde, bei manchen Sternen auch mehr Ganz andere Zahlen freilid) ergeben sich wenn wir nicht nach den Geschwindigkeiten einzelner Sterne, sondern der von Sternwelten fragen, die unserer nach der Milchstraße genannten Welt vergleichbar sind. Bei diesen Hai man schon öfters Ge- schwindigkecken von Tausenden von Kilometer in der Sekunde festgestellt Neuerdings aber haben amerikanische Astronomen in einem Fall eine Geschwirr- digkeit von 13 000 Kilometer in der Sekunde ge messen. Das geschah mit einem Fernrohr, dessen Linsendurchmesser größer war als seine Brennweite, so daß man ein außerordentlich lichtstarkes Bild, freilich unter Verzicht auf starke Vergrößerung, er hielt Die Ausmessung der Lichtbildplatte unter dem Mikroskop ergab die erwähnte unerhörte Geschwin- digkeit. Freilich ist damit nicht gesagt, daß diese Bewegung aussch ießlich auf Rechnung jener fernen Sternwelt zu setzen ist. die gemessene Verschiebung der Spektrallinien kann auch teilweise durch Bewegung unserer eignen Milchstraßenwelt hervorgerufen sein Denn ebenso gut wie andere Sternwelten kann auch unsere Welt durch den Raum fliegen. Die Ent scheidung kann nur. und zwar in außerordentlich mühevoller Arbeit, durch Vergleich mit anderen Milchstraßenwelten getroffen werden. Gebrauchen Tiere Werkzeuge? 3m allgemeinen wird diese Frage verneint. Gilt dock) der Gebrauch von Werkzeugen als ein rmterscheidcndeS Dorrecht der Menschen. Aber Stadtt$£ sgäts i 1 lkM., Pie t . Creme |H»»M Elite SÄÄS sweKb9- _ Donnerstag, 5. März IM Ein Gchreinermeifler als zweifacher öoftor. Der letzt 30,ährige Tischlermeister Peter Beben aus Karthaus bei Trier erwarb vor einigen Jahren an einem humanistischen Gymnasium das Reifezeugnis und nach kurzer Vorbereitung und einer industriepädagogischen Arbeit den Dr phil Soeben hat er auch noch seinen juristischen Doktor an der Kölner Universität mit der Note „Sehr gut" gemacht Trotzdem will Dr. Dehen dem Schreinerhandwerl treubleiben. ______—T gessen wird, wie entgegenkommend die deutsch« Domgemeinde sich bisher gezeigt hat. 3m 3ahre 1923 wurde die 3akobikirchr enteignet und den Katholiken zugewiesen. Damit hakten eine deutsche und eine lettische Pfarr- gemeinde ihr bisheriges Gotteshaus verloren. Beiden Gemeinden hat die Domgemeinde, damit sie nicht heimatlos waren, in christlicher Rächsten- liebe ihre Kirche zur (Beifügung gestellt. Leider haben die Letten auch diesmal den guten Willen mit Undank belohnt Sie haben sich nicht dan.it begnügt, im Dom zu Gaste zu sitzen, sie Halwa einen Teil ihrer Ansprüche an die Garnisongemeinde abgetreten, die nun ihrerseits Herren- rechte beansprucht und gar keinen Hehl daraus macht, daß es ihr allein daraus ankommt, d i a Deutschen aus der Domkirche zu verdrängen, obwohl das lettische Bürgertum selbst ebenso wie auch die lutherische Kirche Lettlands, der Gemeinden beider Sprachen angehören, von der Enteignung nichts wissen will. Aber der Rationalismus, der sich hier in ein ausgesprochen bolschewistisches Gewand kleidet, geht über alle Bedenken hinweg, obwohl er sich doch sagen muß. daß das Experiment, das hier gemacht werden soll, unter Umständen lebensgefährlich werden kann. w r Die Deutschen werden sich bei dem Raub ihrer Kirche nicht beruhigen. Sie werden von der Möglichleit der Anrufung des Dölker- b u n d e s Gebrauch machen. Sie werden aber auch ihre Stellung zu der letsischen Regierung revidieren. Die notwendige Folge also ist eine Erschütterung der inneren Ordnung, vor allem eine Derwischung der moralisck)en Grenzen, die zwischen Lettland und Rußland bestehen. Auch die Letten wissen, daß Rußlaick» nur auf den Augenblick wartet, wo es seine Visitenkarte wieder in Riga abgeben kann. Sie sind die Rächsten in dem Abwehrkampf gegen den Bolschewismus, und sind dabei auf die aktive Unterstützung der Deutschen angewiesen. Wenn sie jetzt gerade den Deutschen gegenüber bolsche- wistische Experimente machen, dann dürfen sie sich nachher nicht Wundern, wenn sie in der Stunde der -Entscheidung allein sind. gen von Eskimo-Poeten über ihr Schassen mit. So bekennt z. B. ein Dichter namens Orpinga iL „Lieder sind Gedanken, die von dem Atem geboren werden, wenn der Mensch von einer starken Macht ergriffen wird und nicht länger in der Alltogsrede sich auszudrücken vermag. Ein Mann gerät in Bewegung wie eine Eisscholle, die im Strome rundherum gewirbelt wird. S.sine Gedanken werden von einer starken Strömung vorwärts getrieben, und er fühlt Freude oder Leid oder Angst. Gedanken strömen über ihn wie ein Fluß, machen ihn atemlos und lassen s in Herz schneller schlagen. Etwas, wie Wärme in der Lust, gibt ihm ein Gefühl des Auftauens. Und dann p öhlich geschieht es. daß wir. obwohl wir immer unsere K einheit kennen, uns noch v.el reiner fühlen, und wir fürchten uns davor, Worte zu benutzen. Aber bann geschieht es. daß die Worte, deren wir bedürfen, unabhängig und unbewußt aus uns herauskommen — dann entsteht ein neues Lied." Diese Lieder w'rden von den Derfassern bei den gemeinsamen Versammlungen zur B.gleitung einer Trommel g-'fungen, und der Dichter oder die Dichterin tanzt dazu in altgewohnter Weise. Es gibt auch eine Art von „S t r e i 11 i e d e r n", die bei poetischen Zweikämpfen versaßt ttrrben. Ein Monn, der sich beleidigt fühlt, fordert seinen Gegner durch ein Gedicht heraus, in dem er alle seine Beschwerden vorbringt und den andern verspottet. Dann erwidert der andere dieses .Streitlied" auf dieselbe Weise und greift den anderen an, und nach diesem Duell sind sie wieder gute Freunde. Zu den schönsten Gedichten der Sammlung gehört das Lied einer Frau Uvaynuk, die nur ein einzigesmal in ihrem Leben ein Lied sang, aber ein besonders schönes. B. Öocbfdiulna't richten. Der ordentliche Professor an der Medizin: s^en Akademie in Düsseldorf, Dr. Adolf 3a- risch ist z im ordent ichrn Pr s s ar der Pharmakologie an der Un.v'rfitat 3nnsbruck ernannt worden. Dr 3arisch lehrte in Dwseldvrf seit Ostern 1930 als Rachfolger von W Heubner. E- gehörte bereits früher dem Lehrkörper der ÜniDer'iität Snnabrud an. ndet sich mein Büro Hause ÄteW. Seltersweg 73 (Haus durch den Garten, alt W. Luley I5M iste fischfilets Ini’d v»n » ***• -— itum? ,lüe Hsvhla’Sl' eimretr hhaus Cuxhaven "°° °°" ">u°p enchS^j ärÄ-n ET-SÄtSSl .'s-ämTi’s Inw °b" 2Cm' Schl«l0l iö2. n,*ü ™" »olortiter Wtneiw. “°'acbe* “oOerbche. e>nreice£ «.bei euch oe> »rte, ug e®. । Haut Starte Hutten Brurtl URUffiS «J ,uweo Sie id Morgen thlank« Guten medil sie um cer, bleiben Sie eito icniioi «4 i olcbl durch unnötige Annie» ner lUtige teflbrbcbe Hunger ebriuchen Sie unlieb SthianioL Sie «olon einet Vertuet jod । Sie noch neun PiobefltxM ihell UM. ],M, NhoiiUm.m ’ Veriioo jeu 5000 W. 225299 297541 327905 356957 364597 20 Gewinn. ,>, 3000 M. 57136 151626 237385 248439 262181 273120 366536 370465 393561 396595 50 Gewinn« ,u 2000 M. 1781 25832 29707 49329 64603 88357 91724 112174 115359 201898 205 221670 230322 278185 288991 200982 294538 307208 308450 320664 324065 325586 366423 385155 391521 62 Gewinn, ju 1000 M. 13818 14185 26129 29221 30990 40468 40787 46534 50464 51595 66733 76854 82173 96207 125254 130735 15'404 167310 168207 182157 190777 208946 258)11 259415 262844 264085 285223 312658 351694 382331 397770 134 S.-winn. ,n 800 W. 852 9391 18695 18974 20144 21780 28197 28424 34976 89033 60677 62593 71267 73259 74075 85560 94363 94473 99297 104750 110302 120546 122434 132315 134414 148218 148325 168464 192433 204919 213095 226251 227457 229361 230132 233990 236832 241288 242689 249049 256361 257200 260809 261666 267203 270516 270829 275581 285778 291871 293561 303930 307656 308601 308665 336440 338693 344613 344804 365586 366778 368541 369298 379529 384862 386860 392661 Im Gewinnrabe verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500 000 2 zu je 300000, 2 zu fe 75 000, 2 zu je 50 000 14 zu je 25 000, 50 zu je 10000 140 zu je 5000. 346 zu Je 3000, 1080 zu je 2000, 2018 zu je 1000, 3236 zu je 500, 9986 zu je 400 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H.» Lombardzinsfuß 6 o. H. .ran un u. . | Berlin :ftannuri a. 37!. Berlin ifrranmin a Ul. Lerlin Banknoten. Schluß-s i-Uhr« uM , ftur< Schluß- Anfang» Schluß, fUM I-Uhr» Kure Schluß-s Anso.g« tue» , fiuM Sch.uß«! hiM | 1-Uhr« « r« Schluß« Anfang» «uM Berlin. 4.Mürz Geld Brief IUM , RUM Amerikanische Note»...... Belgische Roten ...... Dänische Noten ....... Englische Noten........ izran.zchische Noten....... Holländische Noten....... Italtenliche Noten........ Norwegiiche Nölen....... Deutsch-Sesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten ........ Spanische Noten ........ T'chechosiowakijche Roten.... Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin 4,194 58,40 112,18 20,38 16,447 168,16 22,05 112,13 58,92 2,48 112,37 50,72 45,56 12,41 73,07 - Frankfurt 4,214 58,64 112,62 20,46 16,507 168,84 22,13 112,62 59,16 2,50 112,81 81,04 45,74 12,47 73,37 o.rn. Dalum 6% Deutsche RelchSanieihe von 1927 . . 7% Deutsche Reicheanlcihe von 1929 ...... Senllche Slnl.-Ablöi.-Schuld mit Au-loi.-Rechten • • tcagi. ohne Sluklos.-Rechte . 8% (»elf. Bolkrilaai von 1929 -riidtofjlb. 102%) Cbertuilcn Provinz - Anleihe mf ilik’loi.-fipdilen . . Deutsche flumm. Sammelabl Anleihe Serie 1 . . 8% ntanlf. Huv.-Bani Goldvie XIII unhinObar bis 193-1 . 7% Granit Hvv.-Bant Goldpfe unlunobnr bi» 1932 Kbcinl|dK Elektrizität .... 9 Lchlcliiche Elektrizität. ... 10 Sdiudctt & (io.......11 Licoicns L Halske.....16 rranoravto ........ 8 abovyerLCo.......10 Buderus . . ....... 5 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ..... 8 Gelsenkirchener ..... 8 Harvcner ....... 0 Hoesch Eilen ..... Ilie Bergbau ..... IC klöcknerwcrke ..... 7 Söln-Sleucssen. . ..... 7 ManneSmann-Nobren .... 7 MonSselber Bergbau ... 7 eberichles Sstenbedarl ... 5 Obcrldiici. aolewerke .... 7 Bbönir Bergbau . . • • 614 Rheinische Braunkohlen • • 10 Rbetnstahl ........6 4.3. 68,75 70,9 125 110,25 140,5 108,5 108,5 104 128 123,75 88 123,5 116 131 175,5 130 51,75 71 80 '5,5 168 62 74,5 40 60 168 76 5.3. 65,5 70,4 110,25 140 108 108.5 104 88 123,5 174,5 79,65 74 75,25 4.3. 68,9 71 125,25 110,75 141,5 108,5 108,5 256 105 123,5 128 124,75 88,25 125,25 116,5 131,75 176,75 129 52 71,5 80,75 75 68,25 171 62,75 75 76 41 78,13 60,5 169 76,5 5.3. 68,25 132 70,4 125,25 110,75 141,5 108.65 108,65 104,13 87,75 123,75 — 116,5 129,75 175,75 130,9 51 70,4 80,25 75 67,5 175 61,25 75 42,5 76,4 168.5 75.25 Dalum Bereinigte Stahlwerke . ... Otavi Minen ... 10'/. Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . . - 16 I. G. Zarben-Invustrie . . , 12 Dynamit Nobel.......6 Echeideanstalt........9 Goldschmidt ....... 6 Rütgerswerkc..... 6 Metallgeiclischast.......8 Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cementwerk Karlstadt. ... 10 LSavK & Nrevtag .....8 Schultheis Patzeahofer ... 15 citwerke ........12 Aku .........18 Bemberg.........H Zellstoff Maldhof .... 13'/. Zellstoff Alchaffenburg ... 12 Lbnrlottenburger Waller ... 8 Dessauer ®ae 9 Daimler Motoren ......0 Deutsche Linoleum ...... Nai. Automobil ......0 Lrenstein 8 Koppel . .... 6 Leonhard Tietz......IC Svenska ....... öirankluner Maschine» .... 4 Gripner F Hevliaenstaedt.......i Iungbans. 6 Lechwerke. 8 Mainkrastwerke Höchst a. M. .8 Miag . ........10 Gebr. Roeder.......10 Boigi & Haeffner......9 Süddeutsche Zucker .... 10 4.3. 61,5 36.5 137 144 209,5 142,65 132,5 42,25 53,75 80 91,5 78 43,25 78 77 106 77 28,25 113,75 115 269 70,13 129-25 5.3. 208 142,75 132,25 42 53,5 80,25 90,5 43,4 76,5 77 107,5 E _ - 4.3. 62,13 35,9 137 145 211,5 144,4 42,25 53,9 79 92 44 177,4 79,5 77,5 107 76,25 124,65 28,65 115 51,75 117,75 269 129,5 5.3. 61,5 35,5 135,5 145 209 143,4 42,5 53,25 80 90,25 176 77,5 77 108,U 122,4 28 112 51 116.25 268 4. Marz 5. März Amiliche Noiierung (ftfio | Bries Amtliche Geld Notierung Brie Amst.» Stott. Bun.-AireS Brss.-Antw- Cbriskiania. Kopenhagen ©tchftiolni . Lel'ingforS. Italien. . . London. • . Ncunork - . Baris.... Schmelz e. Sva teu • Japan • • • -st io de Jan- Wien in D-- Ceft. flböeft. Prag . Bei irad - . Buoau.-st. . Bui arten "'ffabon Danzig Konst ntin. Alben Tanuoa Uru ucuz Cairo 168,48 1,396 58,58 112,43 112,42 112,58 10,577 22,02 20,417 4,2035 16,46' 30,91 45,00 2,081 0,344 59,06 12,451 7,388 73,26 3,043 18,84 81.64 1,784 5,445 4,203 3,037 20,93 168,82 1,400 58,70 112,65 112,64 112,80 10,597 22,06 20,457 4.2115 16,501 81,07 45,10 2,085 0,346 59,18 12,471 7,402 73,40 3,049 18,88 81,80 1,789 5,455 4,211 3,043 20,97 168,44 1,395 58,575 112,42 112,41 112,57 10,577 22,02 20,416 4,2030 16,458 80,895 45,28 2,081 0,345 59,06 12,449 7 7388 73,27 3,043 18,83 81,64 1,784 5,445 4,203 3,027 20,93 168,78 1,399 58,696 112,64 112,63 112,79 10,597 22,06 20,456 4,2110 16,408 81,055 45,38 2,085 0,347 59,18 12,469 7,402 73,41 3,049 18,87 81,80 1,789 5,455 4,210 3,033 20,97 SJl.-S’port Astoria-Lichtspiele 1. 2. * M TI Heu' e bis Sonntag einschließlich großes Doppel-Programm: JennyJugo Mac Laglen in Die Schmugglerbraut von Mallorca durch einen Versuch. . er kostet Sie nur 25 Pfennig. Ein spannender Abenteurerfilm aus dem glutvollen Spanien mit au seiner Romantik. Liebe u. Leidenschaft VemrecberjagdundKampfauf eben und Tod. das sind die fesselnden Motive und aufregenden Handlungs- wo । ente des Films. Bilanz des deuischen Flugsporis. Starkes Anwachsen der lustsportlichen Tätigkeit. - 7000 deutsche Segelflieger. Fast 1 Million Zlugkilometer. Ihr wißt ja, wie Matrosen sind... Haupt-1 arsteller: Chili Bouchier — Mac Laglen rlin köstlicher Film.Ins lg und von herzerfrischender erhneit. dabei spannend und durch sensationelle Höhepunkte von mitreißender Wirkung. — Treu, opierfreudig. oime Falsch, mit einer tüchtigen Portion Rauflust und von einem gehörigen Quantum Liebe beseelt, so erleb' man auch im Film diese Männer von echtem Schrot und Korn Inder Kraft Ihrer unverwüstlichen Jugend. Io5/C losen Sie zweckmäßig ein Paket Schwanpulver in 1 ’/< I kochendheißem Wasser aul. Nack Erkalten erhalten Sie 3 Pfund weiche weiße Wasdueilenpasfe von außer- ordentlicker Wasck- und Reinigungskraft für alle Abseil- Arbeiten in Küche und Haus. Ein Pfund Waichpaste kostet also nur 8 Pfennig. Es gibt zum Abseifen nichts Besseres und Billigeres. Darum! Für Abseif-Arbeit, Schrubben, Putzen stets Dr. Thompson s Schwan benutzen. Achten Sie eul des rote Paket mit dem Schwan, innerhalb der Vereine und bei den großen Segel- flug-Wetlbewcrben zu erwarten. Die Schulung für den Motorflugsport führen zum Teil die dem DLV. angeschlossene Deutsche Luftfahrt-^mbH. auf ihren Schulen in Berlin-Staaken, Vöb ingen und Würzbucg teils die Vereine des DLV. auf VereinSfchulen durch. VefondercS Erstaunen müssen angesichts der politischen, finanziellen und materiel en Schwierigkeiten die Ergebnisse im Motorflugsport dcs Jahres 1930 erregen. Wie beim S grlflug konnte auch hier auf allen Gebieten eine Verdoppelung, zum Teil sogar eine Vervierfachung der Vorjahrszahlen erreicht werden. Für das Jahr 1931 sind insgesamt fünf Motorflug-Wettbehxrbe innerhalb des DLV. zu nennen und zwar ,Deutschlandflug 1931“, der DLV.-Zullug, der Hindenburg-Pokal, das Süddeutsche Fliegertres,en und das Dhe nische Flugturnier. Unter den Entwicklungsau^gaben steht im Vordergrund des Interesses das ,.Volksflugzeug , das von den Vereinen im Selbstbau hergestellt werden kann und mit dessen Erscheinen im Sommer dieses Jahres zu rechnen ist. Erwähnt sei schließlich noch der Plan zur Einrichtung sog. „5 I i egender Uebungsstellen ", die von Ort zu Ort wandern und allen den Mitgliedsvereinen, die keine eigenen Flugzeuge besitzen, die Möglichkeit zu Hebungen ihrer M tglieder geben sollen. Im Laute dieses Jahres werden mehr als 40 neue Flugzeuge zum DLV. kommen, womit die Zahl der vcrbands- bzw. vereinseigenen Flugzeuge auf weit über 100 Flugzeuge steigt. Der Deutsche Luftfahrt-Verb end erstattete am Donnerstag im Berliner FlugverbandshauS einen Rechenschaftsbericht über das Jahr 1930 und über die Pläne für 1931. Staatsminister a. D. Dominicus, der Vorsitzende des DLV., konnte seststellen, daß trotz aller Röte der Zeit die Cntwidlung des Verbandes Fortschritte ge- macht Hot. Auf allen Gebieten des Sportes konnten sich die materiellen und personellen Höchstleistungen der deutschen Flugsportler erfolgreich durchsetzen. Immer weitere Kreise folgen heute dem Ruse der Luftfahrt', vor allem sei hier die Zusammenarbeit zwischen DLV. und dem ADAC, sowie der deutschen Burschenschaft erwähnt. Auä) in die Deutsche Turnerschaft und anderen großen Sportverbänden hat der Flugsport Einzug gehalten. Von den Luftsportarten weist der sceiballon- sport als Veteran des Luftsports in den letzten Jahren eine erfreuliche Cntwidlung auf. 266 Freiballonführer sind im DLV. vereinigt. Diesen Führern stehen etwa 60 Ballons zur Verfügung. Die Segelflugbewegung hat einen selbst von den Fachleuten kaum erwarteten Aufschwung genommen. Mehr als 1000 Segel- und Gleitflugzeuge (gegen 643 im Doe'ahre) stehen heute den etwa 7000 deutschen Jungs lieg'rn zur Verfügung. Auch im Modellflugsport sind erfreuliche Fortschritte feftzustel.en. Der P,ing .-Modellllug- wettbewerb aus der Wasferkuppe wird den Beweis dafür erbringen. Für 1931 ist eine weitere Vermehrung des Personals und Mat.rials, und eine große Steigerung des Segelflugbetriebes der Wäsche ist as ausgezeichnet. Es macht nicht nur das Wasser weich wie Regenwasser, sondern löst au4i bereits wegen seines starken Gehaltes an höchstwertiger Seife allen Schmutz in der Wäsche. von Bunt- oder Weiß-Wäsche gibt es nichts Besseres. Seit 50 Jahren ist Schwanpulver in seiner Güte unübertroffen. Es macht die Wäsche blendend weiß, ist außergewöhnlich ergiebig und mild und greift Hände und Gewebe nicht an. Verwenden Sie dazu zum Bleichen und Klarspülen S e i I i x , dann ist Ihre Wäsche stets vorbildlich. Oberbeffen. Landkreis Giehen. d. Heuchelheim, 4. März. Am Montag sand unter der Leitung von Kaufmann H. Frei- berg in der hiesigen Turnhalle eine von dem bürgerlichen Wahlausschuß einberufene, sehr gut besuchte Wählerversammlung statt, die zu der bevorstehenden Bürgermeister wähl Stellung nahm und den Kandidaten für den bürgerlichen Wahlvorschlaa bestimmte. Das Aus- schußmitglied Fr. Sad klärte die Versammlung über die bis jetzt für die Wahl geleisteten Vorarbeiten des Dürgervereins bzw. dcs Ausschusses aus. Er schilderte den Gang der Verhandlungen, die mit einer Kommission des Wahlvereins (SPD.) zur Einigung aus einen Kandidaten geführt wurden, die aber gescheitert seren.^Der Bürgerverein habe daher eme engere Auswahl von Kandidaten getroffen und sich auf Die Burger Fr. Karl Rinn und Hermann Reuschltng geeinigt. Die hierauf vorgenommene Abstimmung hatte folgendes Ergebnis: für -r. Karl R t n n wurden 191. für Hermann Reuschling <9ötun- men abgegeben. 46 Anwesende enthielten sich der Stimme. Herr Reuschling dankte für das ihm erwiesene Dertoauen. bat ober, seinen nun mit Mehrheit aus der Wahl hervorgegangenen Gegenkandidaten bei der Bürgemieisterwahl zu unterstützen und ihm möglichst alle Stimmen zu geben. Herr Rinn umriß in längeren Ausführungen seine Auffassung über die Tätigkeit und die Stellung des Bürgermeisters. Gemeinderatsmitglied Ludwig Sad gedachte der großen Verdienste. die sich der wegen Erreichung der Altersgrenze- ausscheidende Bürgermeister Kreiling in seiner 30jährigen Amtstätigkeit erworben hat. L Wiescd, 4.März. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr, die im Jahre 1923 gegründet wurde und sich seitdem zum Wohle der Gemeinde gut entwidelt hat, hielt gestern recht abstürzendcn 200 m tiefen Steilwände einen grandiosen Anblick Am 19. Februar 1911 waren der Jäger Curdrcs vom Hirschberacr Iäoerbatail- Ion Nr. 5 mit einigen Kameraden auf einer Ucbungs tour mit Schneeschuhen. Gegen Mittag war die kleine Gruppe Soldaten aus dem kahlen Buckel des /lohen Rades angelangt. Ein heftiger Sturm, der sich zeitweise zum Orkan steigerte, fegte den losen Schnee vor sich her und hinterließ eine blanke Eis- fläche, die den klappernden Skihölzern kaum Halt bot. Den Sturm im Rücken sausten die Soldaten das Hohe Rad hinunter, hinein in die Wolkensetzen, die dem Gebirgskamnt entlang tagten und jede Aus sicht unmöglich machten. Eurdres, immer an der Spitze, wurde vorn Sturm seitwärts aboedrängt und zwar direkt auf die Schneegruben zu. Nichts ahnend passierte er eine überhängende Schneeverwehung und sauste bei vollem Bewußtsein in die säst bodenlose Tiefe, über die größte Sprungschanze, die |c ein Springer bezwang. Eurdres hat später erzählt, daß er in tadelloser Sprunghaltung hinabsloq, sonst wäre auch der Ausgang des phantastischen Harras Sprunges ein anderer gewesen. Der Jäger landete wohbehalten, nur mit einem kaum gespürten Bluterguß im rechten Knie, 200 Meter tiefer im meterhohen Schnee. Er buddelte sich heraus und begrüßte später die herzugekommenen Retter mit Lachen. — Jene Zeit von 1911 dachte nicht daran, aus seiner Leistung eine „Tat" zu machen. Das Ski-Marathon. Das längste Skircnnen der Welt, der historische schwedische W a s a l a u f. sand am Sonntag auf der 90 Kilometer langen Stredc von Mora nach Sälen seine zehnte Wiederholung. Trotz 10 Grad Kälte hatten sich an den Hauptpunkten. die von den gestarteten 117 Lausern passiert wurden, etwa 15 000 Zuschauer eingefunden. Die Teilnehmer hatten bei den ungünstigen Schnecvcr- hältnissen eine schwere Aufgabe zu lösen. Trotzdem wurde erbittert um den Sieg gekämpft und dabei ausgezeichnete Zeiten erzielt. Den ersten Platz belegte Anders Ström, Mora, in 6:37:17. dicht vor Relding Olsson in 6: 37:54 und E. Kufen. Orsa, der 6:38:14 benötigte. Kurze Sportnotizen. Die Polizeimeistcrfchaften im S d) w i m m e n werden im August d. I. in Darmstadt ausgetragen. Die Teilnehmer werden in den einzelnen Ländern durch Ausschei- dungskämpse ermittelt. * England boykottiert Frank-cich im Rugby. Da die Franzosen in den ‘cn Spielen im Rugby gegen englische Mann Jen eine sehr harte Spielweife gezeigt und verschiedene Todesfälle verursacht haben sollen, haben sich die vier englischen Rugby-Verbände (England, Irland, Schottland und Wales) entschlossen, nach Schluß der Saison gegen französische Spieler weder Vereins- noch Länderkämpse auszutragen. Die Tage werden länger, die Sonne toedt neues Leben, und überall beginnt eS schüchtern zu sprießen und zu blühen. An den Wald- bächen zeigt sich das erste junge Grün, das Geißblatt treibt schwellende Knospen. Silberkähchen schmücken die Weide, betäubend duftet der Seidelbast. Unsere gesiederten Sänger kehren in die Heimat zurüd, das Trompeten der Kraniche und das Gig-gaa der Graugänse künden den kommenden Frichlmg. Frohen Herzens grüßt der Weidmann die erwachende Ratur. Den treuen Hund zur Seite durchpirscht er sein Revier, freut sich des Dodes, der schon brav geschoben hat. beobachtet hier, beseitigt an Leden und Hochsitzen Schäden des Winters und läßt die Büchse nur sprechen, wenn es dem Schuhe semcs Wildes gilt. Jagd im März ist vor allem Hegerarbeit. Das Rotwild hat (bis auf den männlichen Hirsch in Hessen!) nun völlige Schonzeit. Sic Hirkche werfen ab. Das Schwarzwild, das durch den $c- bruarschnee noch wiederholt mit Erfolg besagt werden konnte, frischt, und kein Jäger, der auf den Ehrennamen des Weidmannes Anspruch erhebt. wird die führende Bache von den Frischlingen wegschießen und dies« dem Hungertode preisgeben, mag er auch manchmal unser wehrhaftes, viel gelästertes Schwarzwild im Grunde seines Herzens wo anders hin gewünscht haben, wenn es zu sehr zu Schaden ging. Das Rehwild ist, in den tieferen Lagen wenigstens, gut durch den Winter gekommen. Die Böde haben gut geschoben, und in der zweiten Hälfte des Monats wird der Jager schon hier und da aus Plätz- und Fegestellen treffen. Eine Gefahr droht dem Rehwild bekanntlich besonders jetzt dann, wenn sich der Lieber gang von der Trodenäsung des Winters zur Grünäsung zu rasch vollzieht. Trotz Frost und Schnee ist sich der Hase bewußt gewesen, daß er seiner Sippe gegenüber die Pflicht hat. die Lüden aussüllen zu helfen, die von den winterlichen Treibjagden hinterlassen wurden. So finden wir denn im Marz Junghäschen meist schon in größerer Zahl, die allerdings in ihrem Gedeihen stark von der Witterung abhängen. Schönes, trodenes Marz- Wetter kann für das Hasenjahr von ausschlaggebender 'Bedeutung sein. Das zu regeln, hat aber der Mensch nicht in der Hand. Dagegen ist es chm möglich, sein Jungwild gegen gefiedert« und vierbeinige Räuber in gewissem Grade zu schuhen. Der Dachsbau enthält Junge, und auch der Fuchsbau ist gegen Monatsende oft schon zur Wochenstube geworden. Die Waldhühner. Auerwild und Birk- wild, treten in die Balz. Die Winterketten der Rebhühner losen sich auf und früh gepaarte Hühner schreiten besonders bei Vorhandensein von Deckung auch früh zur Brut. Dadurch kann die Gefahr des Ausmähens in Wiesen und Kleefeldern herab- gemindcrt werden. Wo Heden und Raine fehlen lohnt sich die Anlage von Heinen Remisen und VordemFuhbatttampfgeaenZranlreich Lin vorbercitungrkurs in Ettlingen. Der Deutsche Fußball-Bund hat rund 30 Spieler zu einem Dorbereitungskurs, der am Montag unter der Leitung des Dundestroiner Rerz beginnt, nach dem süddeutschen Derbandsheim Ettlingen eingeladen. Von süddeutschen Spielern befinden sich folgende darunter: di« Frankfurter Kreß. Schütz. Stubb und Änöpflc. ferner die Münchener Bayern Heidkamp. Welker. Berg- maier. Haringer und L. Hofmann, sowie Lein- berger-Sp.-Dg. Fürth, Lachner-München 60. Außerdem hat der süddeutsche Verband dazu noch u. a. folgend« Spieler eingeladen: Mantel und Grämlich-Eintracht Frankfurt. Armbrüster-FSV. Frankfurt. Schreiber-Fechenheim 03. Kund-1. FE. Nürnberg und Burkhard-Germania Brötzingen. Anerkannter $(ugreforb. Die Föderation Aeronautique Internationale (FAI) hat folgende Ftugleiftung als Jnternatto- nalen Rekord anerkannt: Klaffe C: Frankreich: Mar el D o re t auf Flugzeug Dewoitine Typ 26 Rr. 7 mit 500 PS Hispano-Suiza-Motor, auf der Strecke Dillesauvage-La Marmogne. am 30. November 1930: Geschwindigkeit über 1000 Kilometer: 286,227 Stunden-Kilometer. Oeutsche^eichswehrosfiziereinLtalien. Die deutsch« Reitermannschaft, die offiziell zum internationalen Turnier vom 2. bis 10. Mai nach Rom entsandt wird, beteiligt sich anschließend noch an den Reiterkämpfen in Florenz vom 14. bis 24. Mai. Somit wird Deutschland auf den beiden größten Turnieren Italiens in diesem Jahre vertreten sein. Turn- und Sportfest der Lehrer. Gelegentlich der Deutschen Lehrer-Dersainm- lung. die für Pfingsten 1931 nach Frankfurt a. M. angeleht ist, findet im Frankfurter Stadion das zweite Turn- und Sportfest sämtlicher deutscher Lehrer und Lehrerinnen statt. Die Ausschreibung, die jetzt herausgegeben wurde, sieht für dies« Veranstaltung leichtathletische Wettbewerbe, Geräteturnen. volkstümlich« Hebungen, ferner Mehr- kämpfe im Schwimmen mit Wafferballspielen vor. Außerdem erftreden fich die Wettkämpfe auf Fußball, Faustball, Handball und auf Tennis. fßitt unbekannter Weltrekord. Sfifprung von 200 m liefe und 150 m Weile. In der jetzigen sportbegeisterten Zeit mit ihren Spitzenleistungen auf allen Gebieten verdient eine eigentlich ungewollte Leistung der Lerganaenheit entrissen zu werden, die kaum glaublich erschiene, wenn nicht zahlreiche Augenzeugen die Richtigkeit bestätigen könnten. Die große und kleine Schneegrube im Ricsen- gebirge gehören zu den romantischsten, aber auch gefährlichsten Touristengebieten der deutschen Ge- birge. Besonders im Winter gewähren die fast senkabenb ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der erste Kommandant Adolf Schäfer er- ftattete den Tätigkeitsbericht. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl des seitherigen Vorstandes. An 25 Mitglieder konnten die von der Gemeinde angefchasften Uniform- und Ausrüftungs- gegenftänbe abgegeben werden, fo daß jetzt über die Hälfte der Wehr ausgerüstet ist. Ein dringendes Bedürfnis ist die Anschaffung eines Schlauchwagens. Die Gemeinde soll um die Genehmigung dieser Beschaffung ersucht werden. \ Treis a. L d a., 4. März. Im Auftrage des Landesvereiirs für Innere Million in Hellen hielt am Sonntag im Saale der Gastwirtschaft Will dahier Strafanstaltspfarrer Wahl (Butzbach) vor zahlreichen Zuhörern einen durch erstklassig« Lichtbilder illustrierten Vortrag über Gefangenen not und Gefangenenhilfe. Er wies darauf hin. daß es im modernen Strafvollzug nicht auf Vergeltung, sondern auf Besserung der Bestraften abzusehen sei. Mrcid Schotten. X Schotten, 3. Mllrz. Di« hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt ihr« diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Rach der Begrüßung durch den 1. Kommandanten O. Stang wurde der verstorbenen Kameraden gedacht. Jahresbericht, Rechnung und Voranschlag wurden genehmigt. Der Wehr gehören 13 Ehrenmitglieder, 98 passive und 154 aktive Mitglieder an. Durch Regierungsrat Schwan als den Vertreter des Kreisamtes Schotten, wurden die verdienstvollen Feuerwehrleute M. Stern. K. Rühl für 40jährige. und zwölf Kameraden für 25jährige Mitgliedschaft durch Verleihung der staatlichen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Bürgermeister Mengel überreichte im Ramen der Stadt die Ehrenurkunden. Die Kameraden Stern und Rühl wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Lagt» im März Deckungen auf landwirtschaftlich wenig genutztem Gelände. Auch der Fasan läßt schon seinen rauhen Dalzruf hören. Die Zeit ist zum Aussetzen noch geeignet, und es wäre wünschenswert, wenn noch in viel größerem Maße für feine Einbürgerung etwas geschähe, zumal die Preis« in diesem Jahre sehr viel nichtiger sind als in den Vorjahren. Die Stodente ist in der Reihzeit und wird bald mit dem Gelege beginnen. Einen besonderen Reiz verleiht der Jagd im März der Vogel mit dem langen Gesicht, dce Waldschnepfe. Gleich anderen Zugvögeln tritt sie jetzt auch den Rüdzug an, und gegen Mitte März pflegen die Durchzügler in größerer Zahl bei uns auszutreten. Der Schnepfenstrich mit seiner Poesie beginnt und schlägt den Jäger immer wieder in seinen Dann. Auch die Wildtauben kehren zurüd. Sehnsuchtsvoll ruft der Ringeltauber sein,.O du, du, du" durch den Frühlingswald. Alle Wild- taubenarten haben in Preußen Schonzeit. An Gräben und in nassen Wiesen liegt die Bekassine und reizt den gewandten Schützen zu schnellem Schuh. Der Raubvogelzug ift in vollem Gang. Der Bussarde Flugspiele erfreuen das Auge, das für die Ratur und ihr« Schönheiten empfänglich ist. Im jagenden Falken sieht der Werdmann ein« Art Weidgesell«. Die Ratur ist schon verödet genug, und der verantwortungsbewußte Jäger gönnt auch dem Räuber der Lust seinen Platz unter der Sonne. Viel wichtiger für die Hebung der Rieder- fagb wäre es, wenn die Jägerwelt sich eifriger dem Kampf gegen die Hauptfeinde, Krähe und Grohwiesel, widmete, deren Tätigkeit jetzt zu Beginn der Sah- und Brutzeit erst recht gefährlich wird. In Revieren mit Schalenwild sind Salzleden außerordentlich wichtig. Wo sie fehlen oder verbraucht sind, gilt es rasch Ersatz zu schaffen. Gerade in der bevorstehenden Zeit des Aesungs- und Haarwechsels wirkt das Salz sehr günstig auf den Stoffwechsel ein. Die Anlage von Salzleden in den verschiedenen Formen der Lehm- Icde. Stodsulze und der Lecksteine ist eine so billige, wirksame Hegemahnahme, die zudem das Wild ans Revier fesselt, daß noch viel mehr von ihr Gebrauch gemacht werden müßte. Wo die Gehörnbildung des Rehwildes unter Kalkmangel leidet (Moorgehörne), reiche man mit den Leden zusammen Kalk. Die Hochsitze werden nachgesehen, die Reu- anlage der Pirschpfäde beginnt. Der Jagdschutz erstreckt sich vor allem au jagende Hunde, die in der letzten Zeit wieder überall zu Klagen Anlaß geben, und auf streunende Katzen, denen gar mancher Junghase zum Opfer fällt. Es liegt aber leider auch Veranlassung vor auf die Tätigkeit zweibeiniger Wilddiebe warnend hinzuweisen. Je weniger sich der Jäger in der „toten" Zeit um fein Revier kümmert, um so mehr Gefahr droht dem Wilde von jener Seite. Hubertus. Der Mann der das Lachen verlernt Hal. Vornan von Gert Nothberg Copyright by Marrin Feuchtwanger, Halle (Saale) 23 Fortfetzung Nachdruck verboten 2lm Nachmittag kamen dann die Koffer. „Bloh der Butler war da", berichtete er. „Der wollte erst Schwierigkeiten machen, aber Ihre Zellen genügten dann, ihn anderen Sinnes werden zu lassen. Er sagte nur noch, er mühte unbedingt die Adresse der Miß wissen, da der junge Herr sie von ihm verlangen würde. Da hab' ich eine falsche Adresse angegeben, und er hat mir dann höchst eigenhändig die Koffer mit zum Wagen getragen." Annemarie lächelte und strich ihm über den Kopf. „Kleiner Bruder, wie schön das ist, dah Sie das für mich erledigen konnten!" In den nächsten Tagen studierten sie eifrig die Zeitungen. Aber es fand sich leider nichts Passendes. Da aber der Aufenthalt in Mrs. Doyles Boardingshaus in der Lat billig war, so langte zunächst sogar noch Annemaries Geld, um die Kosten zu bestreiten. Aber sic wurde doch unruhig, als sich immer noch nichts fand. Einmal stand eine Annonce in der Zeitung, die passend war. Aber die Dame, bei der sie sich vorstellte, musterte sie sehr ungeniert durch das Lorgnon und sprach dann kalt: „Dedaurc, Sie sind mir zu schön. Der Frieden meines Hauses ist mir doch lieber, obwohl Sie mir sehr gefallen. Aber ich fürchte, dah mein Mann denselben Geschmack haben könnte wie ich." Annemarie war sehr niedergeschlagen, als sie von dem vergeblichen Wege zurückkam. Sie hatte so fest gehofft, diese Stelle zu erhalten, da sie allen Anforderungen dieser Stellung entsprach. Mutlos saß sie dann in Mrs. Doyles Stübchen. Ganz verzagt berichtete sie der Frau und dem kleinen Fitzmaurice, weshalb die Dame verzichtet hatte, sie zu engagieren. „Das ist sehr gut", sagte Mrs. Dohle erbost, „die alte Wachtel war also bloh eifersüchtig. Aa, sie mag ja auch einen schönen Galan zum Manne haben. Schön sind Sic ja, kleines Mädel, sehr schön, und ich kann mir schon jetzt ganz gut vorstellen, daß Ihre Schönheit Ihnen allerlei zu schaffen machen wird." „Ja, was soll dann auS mir werden? Wenn ich doch nur wieder nach Oesterreich zurück könnte!" Mit gefalteten Händen saß das Mädchen da. Draußen rief der neue Mieter ungeduldig nach Mrs. Dohle. älngehalten erhob die sich und meinte: „Der fliegt wieder. Der scheint zu denken, für seine paar Cent werde ich noch rennen, wenn er schreit." Man hörte sie dann draußen sehr energisch reden mit dem Mister, der allem Anschein nach klein beigab. Der kleine Ire hustete, suchte es aber immer ängstlich zu verbergen. Groß und ängstlich ruhten des Mädchens Augen auf ihm. „Tommy, Sie sind viel kränker, als Sie ein- gestehcn wollen", sagte sie dann. Er lächelte. „Nicht mehr wie früher. Ich fühle mich im Gegenteil in letzter Zeit sehr wohl." „Aber Sie müßten in Luft und Sonne, Tomnrh." „Wird alles noch, wenn Sie einen Dollarkönig bei raten werden", scherzte er; aber ihm klopfte das Herz dabei. „Ich? Aber Tommy, was für Pläne! DaS wird nie, nie geschehen." Lind sie dachte an den reichen, jungen Erben im Hause Behrends, wie der seinen Reichtum hatte ausnühen wollen. In den Augen Tommys aber leuchtete es glücklich auf, doch er sagte nichts. Durch Annemaries Hirn blitzte ein Gedanke. Ganz deutlich sah sie in diesem Augenblick eine hohe, dunkle Gestalt, hörte sie die tiefe, befehlsgewohnte Stimme, die sie nicht wieder lvslieh. Kent hatte der andere ihn genannt. Ob der kleine Ire den Namen kannte? Aus ihren Gedanken heraus fragte sie: ..Wer ist Kent?" Der Junge sah sie forschend an, sagte dann aber sofort: „Char.es Kent ist der Eisenbahnkönig." „Ich danke Ihnen, Tommy", sagte das Mädchen leise, und durch ihr Inneres klang es: „Charles Kent, der Eiscnbahnkönig! Ja, der Titel paßt zu ihm wie zu keinem Menschen sonst. Charles Kent!" In den nächsten Tagen war cs naß und kalt draußen. Tom:ny Fitzmaurice besuchte einen Freund, der das Bein gebrochen hatte. Er kam von diesem Besuch recht matt und blaß nach Hause und ftagte über heftige Schmerzen im Rücken. „Geht der dumme Junge bei dem Wetter fort! Ich möcht' ihm noch was hinter die Ohren geben", sagte Mrs. Doyle ärgerlich und besorgt und kochte Tee mit Zitrone. Als sie aus seinem Kämmerchen zurückkam, sagte sie: „Ich habe es mir doch gleich gedacht. Er hat jetzt hohes Fieber. Run muffen wir den Arzt holen." Annemarie ging ohne jedes Wort zu dem Kranken, setzte sich ans Bett, nahm seine heißen Hände in die ihren. Aus dem blaffen Gesicht glühten ihr seine Augen entgegen. „In der kleinen Tasche sind noch Dollar. Mit mir wird's wohl bald aus sein. Nehmen Sie die — Dollar, Annemarie, ich — brauche sie nicht mehr." „Wir werden den Arzt holen." „Der kann mir nicht helfen. Ich weiß, wie es um mich steht." „Warum gingen Sie hinaus bei diesem Wetter, Tommy?" Ihre weiche Stimme Hang ganz dumpf. Sollte sie den kleinen Freund verlieren, der immer so hilfsbereit gewesen war? Sie beugte sich ganz nahe zu ihm. „Tommy, ich will zu Mister Kent gehen. Er wird mir eine gut bezahlte Stellung geben; bann kommen sie in ein sonniges Klima und werden wieder gesund." „Nein, ich werde nicht gesund. Bei uns daheim sind sie alle an dieser Krankheit zugrunde gegangen. Llnd sofern sie noch lebten, als ich fortging, da waren sie mit diesem Fluch längst schon behaftet. Kent? Annemarie, sparen Sie sich diesen Weg. Charles Kent ist der größte Frauenhasser, den cs gibt. Der beschäftigt keine Ladys — völlig ausgeschlossen!" Eine Hoffnung brach in dem Mädchen zusammen — eine Hoffnung, die sich in Gedanken an den hohen, stolzen Mann gebildet hatte. Schweigend 7aß sie da. Blieb bei dem armen Jungen, als er sich im heftigsten Fieber auf feinem Lager wälzte, machte ihm Umschläge, zog ihm das Bett zurecht, streichelte die heißen, unruhigen Hände, wischte die Blutstropfen von dem röchelnden Munde. „Lungenentzündung! Hoffnungslos! Der Körper ist nicht mehr widerstandsfähig genug. Es geht zu Ende", sagte Mister Miller, der Arzt. Am dritten Tage starb Tommy. Lind die alte Mrs. Doyle und Annemarie waren die einzigen, die mit ihm zu Grabe gingen. Annemarie blieb noch bei der freundlichen Frau; aber sie lief den ganzen Tag umher, eine Stellung zu finden. Eines Tages kam ihr ein Gedanke. Tommys bessere Schiffsjungenkleidung befand sich noch im Spind. Er hatte sie fast nie getragen, wie er ihr einmal erzählt hatte. Wenn sie nun plötzlich ein Schiffsjunge wurde? Wenn sie auf diese Weise versuchte, wieder in die Heimat zu kommen? In die geliebte Heimat? Der Gedanke wuchs, nahm Formen an, wurde Wirtlichkeit. Die blonden Locken wurden ganz kurz geschnitten; trotzdem legten sie sich noch schmeichelnd um den schmalen Kopf. Die Schiffsjungentracht machte aus Annemarie von Wends- brück ein schlankes Bürschchen, das nun täglich im Hasen herumstand und die Offiziere der Schiffe ansprach, ob man ihn nicht gebrauchen könnte. Lind Annemarie muhte das spöttisch-mitleidige Lächeln mehr als einmal auf den wetterharten, geiraunten Gesichtern sehen. Dann ein Achselzucken, dem regelmäßig die Worte zu folgen pflegten: „Biel zu schwach! Wir stellen nur kräftige Schiffsjungen ein. Dir würden die Kerle bald die Knochen brechen, wenn sie dich arbeiten sehen möchten." Einer gab ihr einmal eine englische Pfund- note. „Siehst aus, als kämst du vom Maskenball und seiest ein Mädel", sagte er dabei und lachte herzlich und arglos. Lind er wußte nicht, wie er mit diesem Lachen die letzte Hofftrung des Mädchens zerbrach. Müde und hungrig schlich Annemarie dann wieder in ihr Stübchen zurück, und Mrs. Doyle zwang ihr dann einen Teller Suppe förmlich auf. „Verhungern ist keine schöne Sache, glauben Sie mir. Nächste Woche besuche ich meine alte Freundin, die ist Köchin bei Fould. Dort wird sich etwas für Sie finden. Ein Schaf bin ich, daß ich nicht längst an die Sache gedacht habe. Nun toeinen Sie nur nicht gleich wieder. Es wird schon noch alles gut Werdern" Trotz dieser Hoffnung ging Annemarie immer wieder zum Hafen. Es zwang sie förmlich hin, als müsse nur von dort ihr Glück kommen. Lind einmal blieb sie bis in die Nacht hinein. Wieder schlich verdächtiges Gesindel an ihr vorüber, aber sie selbst ließ man in Ruhe, well sie eben jetzt ein kleiner, schmächtiger Schiffsjunge war. Nur zeitweilig erhielt sie einmal einen derben Puff. Dann sagte wohl eine rohe Stimme: „Aus dem Wege, du!" Aber weiter tat man ihr nichts. An dem Tage war es bereits gegen Mitternacht. Annemarie saß auf einem der großen Fässer und hatte den Kopf an die armstarke, eiserne Kette gelegt. Unverwandt sah sie auf den eleganten Luxusriesen hinüber, von dem Musik herüberllang. Dort wurde irgendein Fest gefeiert, und einige der Neuyorker Millionär« mochten an Bord sein. Annemarie beachtete es nicht, dah sie fror, dah ein feiner Regen einsetzte, der aber so scharf war, daß er in die Haut schnitt. Hnenttoegt sah das Mädchen hinüber. Wenn es doch einen einzigen Menschen an Bord dieses Schiffes geben würde, der mitleidig genug war, ihr ein ganz kleines Winkelchen auf dem Riesen einzuräumen, damit sie wieder in die Heimat konnte. Irgendwo heulte es unheimlich. War es in den Lüften? (Fortsetzung folgt.) LASTWAGEN-OMNIBUSSE Generalvertretung: ING. R. GUNGERICH & CO. Kraftfahrzeuge — Reparaturwerkstätten Liebigstr.58 GIESSEN Fernruf 4186 Verkäufe ÄWMiWüi! 1 Koffer-1 Hauben ivrcuia va. at, ar. 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