* 8u.1O Nr. 3 Erstes Blatt 18t Jahrgang Montag. 5. Januar (931 6tld)etni löglich.autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Vie Illustrierte Gtetzenei FamilienbläU« tzermat 'w Bild Die Scholle Olonats-Beingsorets: 2.20 Reichsmark und 30 Renhspfenmg für Träger« lohn, auch bei Richter* scheinen einzelnerNummern mfolge höhere, Gewalt. 5ern|vrechan|chlöste unterSammelnummer2251 Sn|d)rit1 füi Drohtnach» richten Anzeiger Sieben. postschecNonto: Sta^liurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: VrLHI'sche Univerfitütr-Vuch- nnö Steindruckerei S. Lange in Gießen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulstraste 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter^ sämtlich in Gießen. aP'talanh9e 4 die Kapitalertragssteuer ine hohe Verzinsung und :nze eingetragene Gold. Ischen Landesbank) 1 Regierungsbeiirks i einschließlich der Steuer- «Wiesbaden, für die Ein- ler und Frankfurter Börsen lern sind sie für die Anin, Sparkassen und Kredit- Logen werden. n Landesbank. „Papa Ioffre." Don Zel'x Baumann. „Est-ce, que les enfants vont L la mort saris an- brasser leer papa?“, rief General Ioffre einer Abteilung des 1. französischen Infanterieregiments zu, als diese in die Front geschickt wurde. Iossre lieh die Truppe halten, zog jeden der Soldaten an sich und küßte ihn aus beide Wangen. Seitdem wurde der General von den „Poilus" nur noch .PapaIofsre" genannt. Das Dorf R i v e s a l t e s im Weindistrikt Rous- silon in den östlichen Pyrenäen ist der Geburtsort Iofsres. Dort wurde er am 12. Januar 1852 als eines der elf Kinder des Böttchers Gilles Ioffre geboren. Der Urgroßvater des Generals war aus Letzte Aufnahme I o f f r e s (links), mit dem jetzt zum Generalissimus ernannten General Pötain. auf henden Revanchegedanken beseelt gewesen. Das näßigung, wie sie kurzen Zeit statt- 15, Januar 1931 itbestände fe Mantelstoffe, fliehe irei zu de" de nk- teilweise unter geht aus einem Briefe hervor, den er im September 1914 an den General Waunoury geschrieben hat und der die Stelle enthält: „ich gestehe es Ihnen offen ein. daß seit vierunvier- zig Jahren alle meine Gedanken nur auf Revanche für 1870 („la revanchc de t87O“) gerichtet waren." Wie reimt sich das Bekenntnis Iofsres, das parallel mit den Eingeständnissen Elsmenceaus läuft, mit den angeblich friedlichen Absichten Frankreichs und der fron» I zösischen Darstellung der Urheber des Weltkrieges zusammen? Rach dem Kriege nahm Iossre seine Studien in i der Ecole Polytechnique wieder auf, trat jedoch 7 beim Ingenieurkorps ein und siedelte dann nach Fontainebleau über um dort die Kriegsschule zu besuchen. Aach Vollendung seiner Studien war er unter der Präsidentschaft Mac Mahons zuerst bei der Wiederherstellung der Befestigungen von Daris tätig. Während des Besuchs der Königin Viktoria in der französischen Hauptstadt inspizierte Mac Mahon die neuen Befestigungs- Werke und war fv zufrieden, daß er zu Iossre iRD RASSE»'” , einen foni°0,° Nicht 18 Jahre alt, sofort als Unterleutnant in das Heer eingerecht und der Porte d'Italie-Batterie zugeteilt. Er machte die Belagerung und Kapitulation von Paris mit und ist seitdem von glü- Spanien nach Frankreich eingewandert und hatte dort seinen Ramen de Souffre in Ioffre umgeändert. Die Familie, die sich dem Böttchergewerbe widmete, fab.izierte meistens eichene Fässer für den Perpignan-Muskatellerwein. General Ioffre wurde als Joseph Jacques Ce- saire Ioffre in das Geburtsregister eingetragen. Der blonde, blauäugige zarte Knabe, wie er in einer Biographie geschildert wird, besuchte zuerst die Dorfschule und später das Gymnasium in Perpignan. wo er bald eine große Dorliebe für den militärischen Beruf offenbarte. Mit fünfzehneinhalb Jahren begab er sich nach Paris, um sich hier für die Aufnahmeprüfung in der Ecole Polytechnique vorzubereiten. Don den 700 Prüflingen, die sich gemeldet hatten, konnten aus Plahrücksich- ten nur 136 in Betracht kommen. Unter diesen befand sich der junge Ioffre, der zwar im Deutschen schlecht abschnitt, sich jedoch als guter Mathematiker erwies. 3n der, mitten im alten Paris auf der Saint J Denevieve-Höhe gelegenen Ecole Polytechnique avancierte er bald zum Sergeanten, wodurch er der Stubenälteste in feinem Revier wurde. Die Stimmung unter den Zöglingen war damals so anti- monarchistisch, daß sie sich bei einem Besuch des Prinzen Lulu, des Sohnes Rapoleons HL, weigerten, ein Hoch auf diesen auszubringen. Ioffre gilt auch später noch als eingeileischter Republi- mer, was ihn jedoch nicht abgehalten hat, aus- gesprochenenMonarchisten. wie denGeierälen Ca- ftelnau und Pau, das größte Dertrauen zu schenken. Während er umgekehrt, republikanisch gesinnte aber unfähige Generale kurzerhand beiseitegeschoben hat. Der Ausbruch des deutsch-französischen Krieges bewahrte Ioffre vor einem vielleicht nicht bestandenen Examen, er wurde, noch 85/il Verschärfte Lage im Ruhrrevier. Oie Vorgänge am Gonniag. Verstärkte ko mmunistischeLtreikPropaganda Berlin, 4. Ian. (WTB.) Aus der Fülle der am heutigen Sonntag vorliegenden Meldungen über die Lage im Ruhrgebiet seien folgende wichtigsten Tatsachen kurz zusammengefaßt: In Bochum tagten am Sonntag über 200 Delegierte des Bergbau-Jndustrie-Arbeiterverban- d e s und in Dortmund, Hamm und Gelsenkirchen nahm der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter in drei großen Bezirkskonferenzen Stellung zum Lohnkonflitt. In den genannten Konferenzen wurden die L o h n a b b a u- forberungen der Zechenbesitzer entschieden a b - gelehnt, die wilde Streikbewegung der K o m m u n i st e n aber mit ihren gewalttätigen Ausschreitungen gegen arbeitswillige Bergleute scharf verurteilt. In Bochum fand eine von der revolutionären Gewerkschaftsopposition einberufene Schachtdele- giertenkonferenz statt. Die 800 Teilnehmer setzten sich aus Anhängern der kommunistischen Partei, Erwerbslosen, Frauen und Mitgliedern der kom- munistischen Jugend zusammen. Aus den Ausführungen des Hauptreferenten ging hervor, daß man am Montag auf allen Schachtanlagen des Ruhrgebietes mit verstärkten Maßnahmen eingreifen will, um die Streikbewegung auf das ganze Ruhrgebiet auszudehnen. Nötigenfalls will man den Kampf in bie Zechenkolonien hineintragen. Ferner soll in den nächsten Tagen versucht werden, die Anhänger der verschiedenen Derkehrsverbände und bie Metallarbeiter in bie Bewegung hineinzuziehen, um es zu einem General ft reik im Ruhrrevier zu treiben. Der Redner erklärte, daß das Endziel des Kamofes die Errichtung eines Sowjetdeutsch- l a n b sei. Don Öen zahlreichen Zwischenfällen im Ruhrgebiet seien bie beiden folgenden hervorgehoben. In dem Dortmunder Dorort Mengede wurden am Sonntagabend Arbeitswillige aus dem Hinterhalt zwischen den Koloniehäusern von Kommunisten überfallen und beschossen. Dabei wurde ein Bergmann durch einen Pistolenschuß getötet und drei andere erheblich verletzt. — Zu einer ernsten Schießerei zwischen Kommunisten und der Polizei kam es am Samstagabend in Lintfort. Als dort die Verhaftung kommunistischer Rädelsführer bekannt wurde, zogen etwa 2000 Mann vor d i e Polizeiwache, um die Freilassung der Derhafteten zu erzwingen. Da die Polizei beschossen wurde, muhte diese auch ihrerseits von der Schußwaffe Gebrauch machen. Bei diesem Feuergefecht erhielt ein 17jähriger Arbeiter einen tödlichen Rückenschuß, wodurch sich die Zahl derTodes- opfer im Ruhrgebiet auf drei erhöht. Außerdem wurden bei der Schießerei drei Bergleute schwer verletzt. Hinsichtlich der S t r e i k l a g e ist zu sagen, daß sich die Zahl der Streikenden im Bochumer Bezirk am Sonntag nicht wesentlich veränderte. Auch die Streikziffer auf den Ham- borner Schachtanlagen der Bereinigten Stahlwerke und der Zeche Reumühl ist im großen und ganzen unverändert geblieben und der Sonntag ruhig verlaufen. Dagegen hat sich die Streiklage sagte: „Mes comphrnents, mon capitaine!“, worauf das Militärblatt am 22. April 1876 seine Ernennung zum Kapitän veröffentlichte. Don Paris wurde Ioffre damals nach Pon- t a r l i e r im Departement Doubs verseht — in der Rähe Pontarliers ging die Bourbakische Armee über die schweizerische Grenze — und von dort nach Montpellier zum 16. Armeekorps. Dreißig Jahre alt, verheiratete Ioffre sich in Montpellier, verlor aber seine Frau schon nach nur dreijähriger Che wieder. Der Tod der Gattin ging ihm so nahe, daß er sich freiwillig für die Expedition des Admirals Courbet nach T o n - fing meldete. Kurz vor seiner Reife nach Tonking kam er unvermutet nach Ponts-de-Molls, um die dortigen Befestigungen zu inspizieren. Ein Offizier, der ihn nicht kannte, hielt Ioffre für einen deutschen Spion und nahm ihn fest. Ioffre folgte willig und erklärte dann auf der Kommandantur in seinem katatonischen Dialekt: „Soun un Allemany de Rivesaltes, que ten tres galons for la meta- lotte“ Aus deutsch: „Ja, ich bin ein „Deutscher' aus Rivesaltes, mit drei goldenen Streifen an meinem Käppi!" Womit er besagen wollte, daß er Kapitän in der französischen Armee sei. Ioffre wurde in Tonling zuerst mit Pionierarbeiten betraut, zog dann mit Admiral Courbet gegen die Piraten der Pescadores-Insel zu Felde, wobei er sich das Kreuz der Ehrenlegion erwarb. Rach diesem Feldzuge leitete Ioffre die Befestigungsarbeiten im oberen Tonking, arrangierte eine Kunst- und Gewerbe-Ausstellung in Hanoi und kehrte nach drei Jahren auc Veranlassung des Generals Mensier nach Paris zurück, um unter dem Kriegsminister Frehcinet in der technischen Abteilung des Kriegsmini st eriums tätig zu fein. Im Jahre 1889 wurde Ioffre zum Bataillons- chef ernannt, der militärischen Eisen- bahnabteilung zugeteilt und darauf als Lehrer der Defestigungskunde an die Kriegsschule zu Fontainebleau berufen. Als Ioffre in dieser Zeit seine Heimat in den Pyrenäen besuchte, klagte ihm sein Vater, daß seine auf den linksrheinischen Zechen seit Samstagmittag weiter verschärft, und noch kritischer dürfte die Lage am Montag werden, da dann alle diejenigen, die willkürlich drei Schichten gefeiert haben, wegen Kontraktbruch ent- lassen werden. Im Recklinghausener Bezirk, wo am Samstagabend eine erhöhte Arbeitsaufnahme zu verzeichnen war, macht sich laut Mitteilung des Recklinghausener Polizeipräsidiums eine Verschärfung der Zwangsmaßnahmen der Revolutionären Gewerkschafts- opposition bemerkbar. Oie Delegiertenkonferenz des Bergbanindnstriearbeiter- verbandes. Bochum, 4. Ian. (WTB.) 2m Parkhaus zu Bochum trafen sich heute über 200 Delegierte des Dergbauindustriearbeiterverbandes, um zum Lohnkonflikt im Ruhrbergbau Stellung zu nehmen. Rach einem Bericht über die lvhnpolitische Lage wurde in der Aussprache der Delegierten-Kon- ferenz die Haltung der Verbandsleitung einmütig als richtig anerkannt. Ganz entschieden wurde die kommunistische Putscherei verurteilt. Die Armut der Bergarbeiter, so führte ein Bergmann aus, verträgt keinerlei wilde Streiks. Scharf kritisiert wurde auch, daß meistens bergfremde Elemente und Arbeitslose eine sinnlose Streikhetze betreiben. Auch das Verhalten der Grubenbesitzer wurde mißbilligt, zumal die Bergarbeiterschaft durch die Millionen von Feierschichten in ungeheure Rot geraten fei. Cs fei ein gefährliches Spiel, durch rigorose Lohnabbauforderungen die Bergarbeiter in Ver- zweiflungsstimmung hineinzutreiben. Als Grgebnis der Beratungen wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: Dia am 4. Januar in Bochum tagende Ruhrrevierkonferenz des Bergbauindustriearbeiterverbandes Deutschlands billigt das Verhalten der Organi- sationsvertrcter bei den Schlichtungsverhandlungen am 29. und 30. Dezember 1930. Die maßlosen Lohnabbauforderungen der Zechenbesitzer werden von der Konferenz allein wirtschaftliches und soziales Anrecht mit Entschiedenheit abgelehnt. Der beabsichtigte Lohnabbau ist um so weniger gerechtfertigt, als der Ruhrbergbau trotz der Krise noch beträchtliche Kapitalerträge erzielt, während die Kaufkraft der Bergarbeiter durch Feierschichten und Arbeitslosigkeit schon erheblich geschwächt ist. Die Konferenz erwartet von allen Kameraden, daß sie sich durch die von den Unternehmern ausgesprochene Kündigung der Arbci s- bertiäge nicht einschüchtern lassen und fordert sie auf, keine neuen Arbeitsv ertrüge zu niedrigeren Löhnen abzuschließen. Die Konferenz verurteilt aufs schärfste die unsinnigen, arbeiterfeindlichen Putschversuche der Kommunistischen Partei. Mit Entrüstung wendet sich die Konferenz gegen die groben Lügen der kommunistischen Presse und Redner über die Führer des Verbandes. Die Konferenz drückt der Organisationsleitung das Vertrauen aus und fordert alle Bergarbeiter auf, auch weiterhin nur den Anweisungen der vier Dergarbeiterverbände zu folgen. DerrieichsarbeilsmimsterMNndaMiihrgebiet. Keine Lieber schätzung der radikalen Strömungen. Berlin, 4. Jan. (ERB.) Die wir aus Sreifea des Veichsarbeitsministeriums erfahren, hat am Samstagabend und im Laufe des Sonntag? an den zuständigen Stellen eine Reihe von Besprechungen ftattgefunben, die der Lage im Ruhrgebiet galten. Reichsarbeitsminisfer Dr. Stegerroalb hat die Situation mit dem Schlichter Dr. Brahn durchberaten und dann am Sonntagabend eine längere Besprechung mit dem Reichskanzler gehabt. Das Ergebnis dieser Beratungen ist, daß Dr. Stegerroalb am IHontagmorgen nach Dortmund fahren roird, um die Situation an Ort und Stelle anzusehen. Die Reise steht übrigens nicht im Zusammenhang mit den Rachrichten über die Teilstreiks und die Ausschreitungen der Radikalisten. Diese werden vielmehr in Berlin ziemlich ruhig beurteilt, zumal auch der Verlauf der Konferenzen der Verbände gezeigt habe, daß die Mehrheit der Arbeiterschaft durchaus besonnen ist und die Ausschreitungen sich im wesentlichen auf den linksrheinischen und den nördlichen Teil des Ruhrgebiets beschränken. Diese Gebiete sind bei solchen Anlässen erfahrungsgemäß immer unruhig gewesen. An zuständiger Stelle hat man Ihre radikale vorgehen der Kommunisten auch erwartet, da es klar war, daß sie die schwere Schlappe, die sie im Berliner Metallkonflikt erlitten haben, durch verstärkte Agitation wieder wettzumachen versuchen würden. Die Reise des Reichsarbeitsministers gilt dem Ziel, d i e neuen Verhandlungen des Schlichters mit den Parteien, die bekanntlich für den kommenden Mittwoch angefefjl sind, vorzubereifen. Die Situation ist insofern schwierig, als auf der einen Seite die Gewerkschaften von weitergehenden Zugeständnissen offenbar ein Anwachsen der radikalen Richtung befürchten, während anderseits auch die Kündigungen die Kompromißmöglichkeiten erschwert haben. Ls wird nun die Aufgabe des Arbeitsministers sein, durch Besprechungen mit beiden Parteien den harten Boden aufzulockern, damit am Mittwoch ein Urteilsspruch zustandekommt, denerverbind- lich erklären kann. Wenn die recht schwierige Aktion Dr. Stegerwalds Erfolg hat, so würde das Ruhrgebiet wieder zur Ruhe kommen. Weingärten sehr unter dem Gebirgshochwasser zu leiden hätten. Ioffre machte feine Militärwissenschaft zunutze und legte eigenhändig — Schützengräben an, in die das Wasser abgeleitet wurde. Von Fontainebleau begab sich Ioffre nach dem Sudan, um eine Eisenbahn von Kayes am Senegal nach Dafourlabe zu bauen, wodurch er zum erstenmal in der Oessentlichkeit bekannter wurde. Iofsres Aufzeichnungen über seine afrikanischen Erlebnisse entbehren nicht des Interesses. Sein Marsch nach Timbutku, die Ermordung des Obersten Donnier am 15. Januar 1894 und die Vernichtung des Expeditionskorps sind anschaulich geschildert. Seine Verdienste brachten ihm die Ernennung zum Oberstleut- n a n t, die ihn in dem von ihm stark befestigten Ort Timbutku erreichte. Die Ermordung Von» niers und die Gordons im Sudan fielen fast zusammen. Rach feiner Rückkehr nach Paris wurde Ioffre mit der Abteilung für militärische Erfindungen im Kriegsmini st erium betraut und im Dezember 1899 von General Gallieni mit einem Korps von 6000 Mann nach Diego-Suarez in Madagaskar beordert. Ioffre verwandelte den Hasen in eine stark befestigte Seefestung und kehrte dann nach Frankreich zurück. Am 26. April 1901 verheiratete er sich zum zweiten Male, woraus er im Oktober zum Drigadegeneral ernannt wurde. Als solcher unterstand ihm eine Artilleriebrigade in Vincennes. Cs erfolgte seine Ernennung zum Chef des Pionierwesens im Kriegsministerium, und am 23. März 1905 seine Beförderung zum Divisionsgeneral und Befehlshaber der 6. Infanterie-Division. Rach einer nochmaligen vorübergehenden Tätigkeit im Kriegs- ministerium- erhielt er das Kommando über das zweite Armeekorps. Im Jahre 1910 wurde Ioffre Mitglied des obersten Kriegsrats, dem alle wichtigen Entscheidungen über die französische Armee obliegen. Im folgenden Jahre erfolgte auf Betreiben General Paus [eine Ernennung zum Ches des neu geschaffenen General- stabes. Diese Stelle wurde als „Chef der Armee im Frieden und Oberbefehlshaber im Kriege" ausgelegt. Drei Jahre hatte Ioffre das Amt bekleidet, da stand die Welt in Flammen und Iofsres Gedanken waren nach seinem eigenen Bekenntnis auf — la revanche de 1870 gerichtet! Seine Tätigkeit im Weltkriege ist bekannt. Weniger bekannt dürfte ein Zwischenfall aus dem Jahre 1918 sein, den Dillon in seinem Werk „The Peace Conference“ erwähnt. Iossre hatte an Wilson ein Telegramm nach Washington gesandt, ohne es vorschriftsmäßig dem französischen Kriegsministerium zu unterbreiten. Cle- menceau und fein getreuer Adlatus Mandel waren darüber so erbost, daß sie Ioffre verhaften lassen wollten, was nur mit Mühe verhindert werden konnte. In Iofsres Heimatstadt sagten die Leute von ihm: „Corn lo vi del sen endret lo mosvat de Rivaltes: fortalesa v parfum embolicats de dolcorl“ Aus dem Katatonischen ins Deutsche überseht: „Er gleicht dem Weine seiner Heimat, dem Muskateller von Rivesaltes: eine Mischung von Kraft, Geist und Süße!" Marschall Iofsres Operationen zu Beginn des Krieges haben vielfach, besonders im eigenen Lande, Kritiker gefunden. Die Augustschlach- ten des Jahres 1914 zwangen ihn, das französische Feldheer unter Anlehnung an Paris weit zurückzunehmen. Der Umschwung, der in der Kriegslage mit der ersten Marne-Schlacht einsehte, war, soweit er überhaupt auf französische Initiative zurückgeführt werden kann, mehr dem Eingreifen Galienis als Ioffre zuzuschreiben. Rachdem die Jahre 1915 und 1916 einen durchsch: ageirden Erfolg für die französische Kriegsführung nicht gebracht hatten und auch die drei Monate dauernde verlustreiche Somme- Schlacht die deutsche Front nicht zu zerbrechen vermochte, wurde Ioffre Anfang Dezember 1916 durch General Rivelle im Oberbefehl ab gelöst. Iossre übernahm den Vorsitz im Obersten Kriegsrat der Alliierten und wurde Ende des Jahres 1916 Marschall von Frankreich, der erste seit Bestehen der dritten Republik. Militärisch ist er nicht mehr hervorge- treten, wurde jedoch mit Sondermissionen, so 1917 nach den Bereinigten Staaten, 1919 nach Spanien und 1920 nach Rumänien geschickt. Die letzten zehn 3ahre lebte er zurückgezogen in Paris. Oie Beifehungsfeier für den toten Marschall. Paris, 3.3an. (WTB.) Um 8.50 Uhr erschien Ministerpräsident Steeg in der Klinik und brachte der Witwe Ioffres das Beileid der Regierung zum Ausdruck. 3m Laufe des Bormittags Aben außerdem der Präsident der Republik Doumergue und der apostolische Runtius Maglione persönlich der Witwe ihr Beileid zum Ausdruck gebracht, ebenso zahlreiche andere Persönlichkeiten. Das Programm der B e st a t t u n g s f e i erlich k e i t e n ist am Samstagvormittag in einem Kabinettsrat fcstgelegt worden. Die Bestattung geschieht auf Staatskosten. Der einbalsamierte Leichnam wird am Sonntagvormittag in die sogenannte Silberne Kapelle der Militär- schule übergeführt werden, wo er zwei Tage lang aufgebahrt wird. Auf ausdrücklichen Wunsch des Marschalls findet die Aufbahrung nicht wie bei dem Marschall Foch unter dem Triumphbogen statt, um das Publikum und das Militär nicht den Witterungsunbilden auszusetzen. Bei der U e b e r f ü h r u n g zur Rotre Damekirche, wo am Mittwoch Die Trauerfeier stattfindet, wird dagegen der Sarg unter dem Triumphbogen hindurchgeführt werden. Die Bestattung soll auf ausdrücklichen Wunsch 3ofsres nicht in der Marschallskapelle des Invalidenhauses erfolgen, sondern auf seiner Besitzung Louvecienne, wo er die letzten Jahre verbrachte. An den Beisetzungsfeierlichkeiten wird auch eine Schar englischer Abgeordneten teilnehmen, die aus dem englischen Botschafter in Paris, Lord Tyrrell, als Bertreter des Königs, zwei Marschällen als Bertreter des englischen Heeres, dem Lordadmiral als Vertreter der Marine, dem Marschall der Lufttruppen, sowie Truppenabordnungen in Stärke von sechs Offizieren und 110 Mann bestehen wird. Preisbindung bei Markenartikeln. Berlin. 3. Ian. (1BIB.) Das Reichswirt, schaftsminisierium Hal nach einem Beschluß dem Reichskabinetts dem Vorläufigen Reichswlrt- schafksrat den Entwurf einer Verordnung über Preisbindungen bei Marken- a r t l k e l n zur gutachtlichen Stellungnahme zuge- leilet. Rach dieser Verordnung sollen künftig Preisbindungen bei Markenartikeln nur dann noch rechtswirksam sein, wenn und insoweit eine Senkung der Verbraucherpreise um winde st ens 1 0 v. h. gegenüber dem Stande am 1. August durchgeführt ist. Dabei wird erwartet, daß die Durchführung der Preissenkung im Zusammenwirken von Erzeugern, Großhändlern und Einzel- Händlern erfolgt und nicht zu La st en nur einer der beteiligten wirtschafls- g r uppen geht. Der vorläufige Reichswirtschasts- rat wird sich bereits am 5. und 6. Januar mit der Vorlage beschäftigen. Orewih bleibt Führer der Wirtschastspartei. Berlin, 4. Jan. (DDZ.) Der Reichsausschuß der Wirtschaftspartei trat am Sonntag unter dem Vorsitz des Reichstagsabgeordneten F r e i d e l - Hildesheim im Reichstagsgebäude zu einer Sitzung ^zusammen, die sich mit den Vorwürfen beschäftigte, jjie von dem Abgeordneten Colosser gegen den 'Parteivorsitzenden Drewitz erhoben worden sind. Mn den Bericht des Ausschusses zur Prüfung der Vorwürfe gegen den Parteivorsitzenden schloß sich eine Aussprache, die über 8 Stunden in Anspruch nahm, lieber das Ergebnis der Verhandlungen wird von der Wirtschaftspartei folgender Bericht ausgegeben: Der Reichsausschuß hat die Ueberzeugung gewonnen, daß dem Parteivorsitzenden Drewitz kerner- lei ehrenrührige Handlungen zur Last fallen und spricht ihm erneut das Vertrauen aus. Der vom Parteivorstand gestellte Antrag auf Ausschluß des bereits aus der Reichstagsfraktion ausgeschlossenen Abgeordneten C o l o s s e r auch aus der Partei, wurde dem zuständigen P a r teige r i ch t zur satzungsgemäßen Behandlung überwiesen. Das Verhalten des Herrn Colosser fand die einmütige Mißbilligung des Reichsausschusses. Kritische Lage der Reichsknappschast. Berlin, 3.3an. (BB.) Schon seit mehreren 3ahren ist die Reichsknappschaft, die Pensionsversicherung für die Bergarbeiter, ein Sorgenkind der Reichsregierung. 3etzt hat die wirtschaftliche Rotlage auch hier die Schwierigkeiten vergrößert, so dgh man vor der ernsten Aufgabe einer Sanierung der Reichsknappschaft steht. Die Pensionsbelastung der Reichsknappschaft ist im Laufe der 3ahre außerordentlich gestiegen, so daß heute 21/2 zahlende Bergleute einen Rentenempfänger der Versicherung finanzieren müssen; ein Zustand, der auf die Dauer unmöglich ist. Zugleich sind aber auch die Einnahmen der Versicherung immer mehr zurückgegangen und die Zuschüsse, die sie vom Reich erhält, in Wegfall gekommen oder verringert. Die ihr aus der lex Brüning ursprünglich aus der Lohnsteuer zugedachten 30 Millionen sind durch das Rachlassen der Steuereingänge der Reichsknappschas t nicht z u geflossen und es läßt sich noch gar nicht übersehen, ob die Mehreinnahmen aus den Weizenzöllen, die man der Knappschaft überlassen will, wirkäch einen größeren Betrag ausmachen werden. Unter diesen Umständen müssen beschleunigt Sanierungsmahnahmen einge'eitet werden, worüber auch zwischen Stegerwald und dem Kanzler ausführlich gesprochen worden ist. Welchen Weg man zur Sanierung beschreitet, wird sich erst nach weiteren Verhandlungen klären, da zunächst einmal mit dem Finanzministerium festgestellt -werden muh, ob überhaupt und dann in welcher Höhe ein fester Zuschuhbetrag in Frage kommt. Ratur- g:mäh ist auch der Eubank? einer Beitrags- Oie Ostreise des Reichskanzlers. £>r. Brüning über den Zweck der Reise. Berlin, 4. 3an. (WTB.) Der Reichskanzler hat heute abend in Begleitung des Reichsministers Treviranus, des Generaldirektors der Reichsbahn Dr. Dorpmüller, des stellvertretenden Staatskommissars Staatssekretär Dr. Krüger, sowie von Vertretern der zuständigen Ministerien, der Reichskanzlei, der Presseabteilung der Reichsregierung, der Reichsbank und der Deutschen Reichsbahn programmmäßig vom Stettiner Bahnhof seine Fahrtnach dem Osten angetreten. Dor seiner Abfahrt erklärte der Reichskanzler: „®ie Botschaft des Herrn Reichspräsidenten vom 13. März 1930 bezeichnete als wesentliche Aufgaben der Reichsregierung die Hilfe für die Landwirtschaft und die hart bedrängten Gebiete an den O st grenzen des Reichs. Die neue Reichsregierung hat sich bemüht, ihr im Rahmen des Möglichen gerecht zu werden. Die Maßnahmen, die bisher für Ostpreußen getroffen waren, sollten durch ein umfassendes O st Hilfegesetz auf die anderen notleidenden Gebiete an den Ost- grenzen ausgedehnt, sie sollten erweitert und organisch gestaltet werden. Leider wurde durch die Auflösung des Reichstags der Erlaß des umfassenden Osthilfegesetzes unmöglich gemacht. Rur die nötigsten und dringendsten Aufgaben konnten durch Rotverordnun- gen des Herrn Reichspräsidenten in Gang gesetzt werden. So ist es zu verstehen, daß die Erwartungen, die die Bevölkerung an die Osthilfe knüpfte, noch nicht so weit befriedigt werden konnten, wie es der Wille der Reichsregierung war und ist. Der Wille, dort zu helfen, wo die Not am größten ist, ist der Grund für die Bereisung der Ostgrenze durch Mitglieder der Reichsregierung, Vertreter der preußischen Staatsregie- rung und den Generaldirektor der Reichsbahngesell- schäft. Trotz der knapp bemessenen Zeit soll versucht werden, möglichst mit allen Bevölkerunaskreisen in Berührung zu treten, möglichst alle Wünsche und Ausführungen entgegenzunehmen und so ein umfassendes Gesamtbild der Lage und der Not zu gewinnen. Die Reise soll ein äußeres Zeichen dafür sein, daß der starke Wille der Selbst- erhaltung und der Staatsbejahung, der Liebe zur eigenen Scholle und zum Vaterland, der in der Bevölkerung der Ostgebiete lebt, einig ist, und gleich gerichtet mit dem Willen der Reichsregierung und des Herrn Reichspräsidenten, die nach wie vor bereit sind, d i e letzten Kräfte einzusetzen für Deutschlands Osten." Prälat Kaas warnt vor der Lxplosionsgesahr. Oer Zentrumsführer über die deutsche Befreiungspolitik. ERB. Kassel, 4. 3an. Auf einer Tagung der Parteibeamten der Zentrumspartei im evangelischen Vereinshaus sprach der Vorsitzende der Zentrumspartei, Prälat K a a s. Er führte u. a. aus: Kein Politiker ist mit dem Tempo der Befreiung zufrieden. Es gibt aber keinen anderen Weg als den, dem deutschen Volle klarzumachen, daß ebenso wie in der Vergangenheit, so auch in der nächsten Zukunft, auf dem Wege der Verständigung, des geistigen Ringens mit dem Gegner, das Schicksals Deutschlands langsam gebessert werden kann. Rennen wir brutal gegen den Versailler Vertrag an, dann werden wir an diesem Felsen zerschmettert. Es gibt nur eins: sich mit den vernünftigen Kreisen des Auslandes zusammentun, um diesen klarzumachen, daß unsere Katastrophe auch ihre Katastrophe ist, daß unsere Gesundung auch ihre Gesundung ist. 3ch habe vor ein paar Tagen in einem Vorwort zu dem außenpolitischen Werk eines 3vurnalisten auf das Beispiel Sirnsons hingewiesen, wenn der Unverstand der Gegenseite Deutschland zur Hoffnungslosigkeit verurteilt, dann könnte der Augen- blick kommen, wo die Hüter des Status quo unter den Trümmern des eigenen Hauses zerschmettert würden. 3n dem gleichen Vorwort steht aber klar und deutlich mein Bekenntnis zur Verständigung und friedlichen Defreiungspolittk. Es gibt keinen anderen Weg für die deutsche Befreiung als den des geistigen Ringens um die Gerechtigkeit. Aber es gibt auch Entwicklungsphasen in der Weltgeschichte, wö, wenn die Gerechtigkeit hur brutal verletzt wird, mit der Macht eines Raturereignisses Explosionen entstehen, gegen die keine Dernunftpvlitik etwas ausrichten kann. Wir nähern uns diesem barometrischen Zustande in Deutschland. Drüben in Rußland sehen wir, wessen eine solche Stimmung fähig ist. Glaubt man denn in Frankreich a u f einer 3nsel leben zu können, wenn Ost- und Mitteleuropa vom Bolschewismus erfaßt sein werden? Diejenigen, die in der Hütung des Status quo den Gipfel der polittschen Weisheit erblicken, beneide ich nicht um diese Weisheit; denn es könnte ein Tag kommen, wo sie auf * wachen und sehen, daß sie ein leeres Grab bewachen. erhöhung aufgetaucht, aber auch hier muß abgewartet werden, bis der Lohnkampf im Ruhrbergbau entschieden ist. Der knappschaftlichen Pensionsversicherung sind etwa dreiviertel Millionen Arbeiter und Angestellte angeschlossen. Die Hauptzahl ihrer Mitglieder ist im Ruhrgebiet tätig, es folgt dann das oberschlesische Bergbaugebiet. Die Ar- beiterpensionskafse gibt 3nvaliden-, Alters-, Witwen- und Waisenrenten. Die Aufbringung der Mittel, die im 3ahre etwa 220 bis 250 Millionen ausmachen, erfolgt zu 9/c aus Beiträgen der Arbeitgeber und zu % aus denen der Versicherten. Aussperrung auf der Zlseder Hütte. Peine, 3.3an. (WTB.) Da sich auf der 3l- seder Hütte Abteilung Hochofenwerk nicht genügend Arbeiter gemeldet haben, die bereit wären, zu den Bedingungen des Schiedss pruches vom 12. Rovember 1930 die Arbeit fortzusetzen, und da das Peiner Walzwerk ohne die Versorgung durch die Hütte nicht in Betrieb gehalten werden farm, haben Hütte und Walzwerk ihre Arbeiterschaft aus gesperrt, und zwar solange, bis eine Möglichkeit gegeben ist, einen wirtschaftlichen Betrieb mit arbeitswilligen Kräften wieder aufzunehmen. Durch diese Stillegung hat auch die Dergbauabteilung der Ilseder HütteAb- sahgebiet und Kraftversorgung verloren und form den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten. Auch das Kalkwerk Marienhagen, das mit seinem Absatz ganz von dem Walzwerk abhängig ist, mußte feiner Belegschaft kündigen. Der gesamte Bettieb auf dem neuen Kohlenbergwerk Weißen bei Minden, das erst vor wenigen Monaten in Betrieb genommen wurde, wird st i l l g e l e g t. Der Belegschaft ist zum 17.3anuar gekündigt worden. Es handelt sich um 400 Arbeiter, die entlassen toerben. Die Stillegung wird damit begründet, daß nach der Detriebseinstellung auf der 3lseder Hütte für das Bergwerk Meißen keine Absatzmöglichkeit mehr besteht. Oer Zusammenschluß der Revisionsgegner. Paris, 3.Jan. (TU.) Der außenpolitische Berichterstatter des „Journal" beschäftigt sich mit dem Besuch des griecbischen Ministerpräsidenten Veni- z e l o s in Warschau und den Besprechungen zwi- schen dem Rumänen M i r o n e s c u und den Tschechen Benes ch und sieht hierin einen Auftakt eines Zusammenschlusses der Revi- sionsgcgner. Der Hinweis, daß Deutschland die Minderheitenfrage zum Ausgangspunkt einer Auf ro klung der gesamten Revision sfrage benutzen wolle, habe genügt, die bedrohten Länder auf den Plan zu rufen. Der Widerstandsblock beginne sich langsam zu bilden, um denjenigen eine Warnung zu erteilen, die einen Streit herauf beschwören wollten. Deutschland werde an dem Tage, an dem es die Rovisionsfrage in Genf aufrolle, merken, daß es damit den Siegerstaaten endlich Gelegenheit gegeben habe, ihre eigenen Meinungsverschiedenheiten zu vergessen, um die Reihen zu schließen. Der Zusammenschluß sei um so sicherer, als man sich wohl oder übel davon überzeugen müsse, daß die Revisionsforderungen nicht nur Polen angingen, sondern auch Tirol und die Steiermark. Der chauvinistische „Figaro" beschäftigt sich ebenfalls mit der Revisionsfrage, beschränkt sich hierbei aber auf eine Betrachtung des deutsch-polnischen Verhältnisses. Es sei eigentümlich, zu beobachten, daß jetzt vor dem Beginn der Genfer Konferenz, auf der sich Polen und Deutschland gegenüberstehen werden, in Frankreich der Gedanke immer größere Verbreitung finde, daß es richtiger sei, die deutschpolnische Grenze zu berichtigen und den Korridor dem Weltfrieden zu opfern. Man dürfe jedoch nicht vergessen, daß gerade der Bestand Polens die Garantie für einen europäischen Frieden sei. Deutschland sei im Augenblick wieder einmal von derLeidenschaftdesKrieaes erfaßt und nur der Gedanke an eine neue Niederlage hatte es im Augenblick noch zurück. Alle deutschen Strategen hätten erklärt, daß Deutschland nicht auf zwei Fronten zugleich kämpfen könne und nur diesem Umstand, den verlorenen Krieg zu verdanken habe. Diese Gefahr sei aber um so schlimmer bei einer Grenze, die s o nahe an Berlin liege, wie die polnische. Weil Deutschland diese Gefahr kenne, versuche es die Grenze zurückzuschieben. Polen heute zu verlassen, fei ein größerer Fehler, als derjenige, den Napoleon III. begangen habe, als er die Schlacht bei Sadowa duldete. Frankreich und die Revision. Die Bedingungen für eine finanzielle Hilfe. Paris, 5. Jan. (TU.) Sauerwein spricht im „Matin" von der Solidarität der europäischen Staaten, um der Weltkrise zu steuern und erklärt, daß Frankreich absichtlich die Stabilisierung des Geldmarktes abgewartet habe, um den Gedanken der Vereinigten Staaten von Europa zu propagieren. Jetzt könne man Frankreich nicht mehr den Vorwurf machen, in dieser Vereinigung besondere Vorteile zu suchen. Frankreich betrachte es als seine PslicA, den anderen Ländern behilflich zu fein, aus der Krise herauszukommen. Diejenigen aber, die eine finanzielle Unterstützung nötig hätten, müßten zunächst einmal beachten, daß es keine übertriebene Forderung sei, wenn Frankreich verlange, daß man mit seinen Vertretern verhandele, da es doch letzten Endes den größten Teil der finanziellen Unterstützung zu leisten habe. Unnötig wäre es ferner, eine Art Gericht zu- (ammenberufen zu wollen, vor dem Frankreich als Angeklagter zu erscheinen hätte, um es zu verurteilen, feine Reichtümer mit anderen zu teilen. Sauerwein wendet sich bann besonders gegen Deutschlan d und erklärt: Die einzig mögliche Art, das Mißtrauen zu beseitigen, das im Augenblick der Gewährung von Anleihen an gewisse Länder entgegenstehe, bestehe darin, jede Revi- sionspropaganda zu unterlassen, soweit sie wenigstens von den Regierungen ausgehe. Ein besiegtes Land habe das Recht, eine Verbesserung der durch die Friedensverträge geschaffenen Lage anzustreben. Diese Revision sei aber in den Bedingungen der Verträge selb st enthalten. Man müsse nicht zwei Hasen auf einmal jagen. Von Frankreich eine finanzielle Unterstützung zu verlangen und gleichzeitig in drohendem Ton die Nichtigkeitserklärung der Verträge und die Revision der Grenzen zu fordern, sei eine völlig unrichtige Politik. Die Princetz Royal von Großbritannien und Irland t« Prinzessin Luise Viktoria Alexandra Dagmar, Princeß Royal von Großbritannien und Irland ist am Sonntag gestorben. Prinzessin Luise war o i e ölte ft e Schwester König Georgs V. Sie war 1867 geboren, 1889 mit Alexander Duff, Duke o f Fife, vermählt und feit Januar 1912 Witwe. Aus alter AZett. Neue politische Bluttat In Lharlottenburg. Am Freitagnachmittag wurde die Isjährige Erna Krüger in der Wohnung ihrer Eltern in Eharlottenburg, am Lühow, von unb elann* ten Tätern angeschvssen. Das junge Mädchen stand mit einem jungen Mann, dem der RSDAP. angehörenden Gerhard Reubert, am Küchenherd, als die Küchentür plötzlich geöffnet wurde und ein Schuß fiel. Die Kugel traf das Mädchen in den Oberschenkel, der im West-Sanatorium a m p u t i e r t werden mußte. Reubert, für den die Kugel anscheinend besttmmt war, nahm sofort die Verfolgung auf und konnte nur noch sehen, wie zwei junge Leute auf Rädern die Flucht ergriffen. Die Täter konnten bisher noch nicht ermittelt werden. Demonstrationen gegen den Remarque-Film in Dien. 3m Apollo-Theater fand vor geladenen Gästen die Premiere des Remarque-Films „3m Westen nichts Reues" statt. Die Zugänge zum Theater waren in weitern Llrnkreis von Polizeitruppen zu Fuß und zu Pferde abgesperrt. An den Grenzen des Absperrungskordons demonstrierten allenthalben Gruppen von Rattonalsozialisten mit heftigen Rufen unter Absin- gung des Deutschlandliedes gegen den Film. An mehreren Stellen kam es zu Zusammenstößen, wobei mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden. 3m Theater selbst verzögerte sich der Einlaß, da einzelne Besucher bet vorherigen allgemeinen Vorstellung Tränengas- und Rauchbomben geworfen hatten, so daß der Saal erst gelüftet werden muhte. Ein in Preußen entlassener Lehrer wird in Braunschweig Regierungsrat. Der früherer Mittelschulkonrektor K l a g g e s trt Benneckenstein im Harz (Regierungsbezirk Erfurt), der der NSDAP, a n g e h ö r t und vor einiger Zeit von der preußischen Regierung entlassen 'worden war, ist zum 1. Januar 1931 zum Regie- rungsrat bei der braunschweigischen Staatsregierung ernannt worden. Es sind ihm die Geschäfte eines Hilfsreferenten übertragen worden. Protest des Evangelifchen Frauenbundes gegen die „Internationale der Gottlofen". 6,rM crElller. L>orrL,e zu ° schone^ fiaa Lin fff siedel die eon* flerlin- it< e LMU iinf ^llelbreti fort 15# f d ÄW wirt hatten, f» not dem das DOT.r0d). herumN.°^ w unoelie^ Sch"/ SZ diesem wj ® pc M Fortgang dv toten und dann Selen seren, der Lutter abaefprel bedungen ha volizetlichen Unt hcn, day der Do gesührt wurde- i nissen und M « wohl vertraut tva Mörder2000 §> Der Deutsche Evangelische Frauenbund richtet ist einer Eingabe an den Reichsinnenminister die Bitte, eine Niederlassung der „Internationale der Gottlosen" in Berlin nicht zuzulafsen. Mit größter Sorge, so wird in der Eingabe u. a. gesagt, sehen weite, die ewigen Werte religiöser Gedanken und christlicher Wahrheit bejahende Volkskreise auf das Umsichgreifen antichristlicher Hetzarbeit auch in Deutschland. Die Verlegung des Bundesfitzes der „Internationale der Gottlosen" nach Deutschland würde den Kampf auf das äußerste verschärfen und den durch Art. 135 der Reichsverfafsung gewährleisteten Schutz der ungestörten Religionsübung auf das schwerste gefährden. Reue Aufzeichnungen der Andree-Lxpedilion. Bei der Registrierung der Andröe- Funde hat man eine aufsehenerregende Entdeckung gemacht. 3n einem borfjer als -unbeschrieben angesehenen Kalender hat man jetzt zwei Aufzeichnungen gefunden, die ein späteres Datum betreffen als die bisher gefundenen Aufzeichnungen. Am Dienstag, dem 17. Oktober, ist vermerkt: Rach Hause. Am darauffolgenden Tage befindet sich in dem Kalender eine Aufzeichnung über einen Geburtstag. Beide Aufzeichnungen stellen die absolut letzten Aufzeichnungen der Expeditionsteilnehmer dar. wieder drei deutsche Skiläufer ums Leben gekommen. Am Freitagnachmittag hat sich in E l m im Kanton Glarus ein schweres Skiunglück ereignet, bei dem drei Deutsche ums Leben gekommen sind. 15 Personen, größtenteils Berliner, unternahmen eine Skitour nach der Alp Ob er weich ein. Beim Ueberschreiten eines Bachbettes, an dessen Rändern sich durch den Föhn starke Schneewächten gebildet hatten, lösten sich die Schneelagen los, als die Gruppe gerade auf der anderen Seite den Aufstieg begann. Die ganze Gesellschaft stürzte in bas Bachdett hinunter und 13 Personen wurden durch den Schnee zugedeckt. Zehn konnten sich wieder aus den Schneemassen herausarbeiten, während drei verschüttet blieben. Nach stundenlangem Suchen konnten die Leichen der drei Touristen, die im Wasser lagen, geborgen werden. Es handelt sich um den 32 Jahre alten Arzt einer Berliner Heilstätte, Dr. Clare und um das 28jäh- rige Fräulein Berta Gelpke, ebenfalls aus Ser-' lin, sowie um das 22 Jahre alte Fräulein Else Kloethner aus Gladbach. — Ein weiteres Skiunglück ereignete sich bei 21 nb er matt, wo eine Gesellschaft von vier Personen mit einem Führer verunglückte. Während die Touristen unversehrt blieben, wurde der Führer von der Lawine verschüttet. Deulschec Flug Berlin-Westafrika. Sonntag startete Fräulein Elly Beinhorn, die erst kürzlich mit dem Silbernen Sportfliegerab- Zeichen ausgezeichnet wurde, mit ihrem 40=PS.- Klemmflugzeug vom Flugplatz Staaken aus zu einem Fluge nach Westafrika. Ihre erste Zwischenlandung wird sie in Stuttgart vornehmen, um dort noch im Klemmflugzeugwerk einige Ersatzteile zu besorgen. Der Weiterflug geht über Süd- franfreief) und Spanien nach Marokko, von dort an der Küste entlang über Casablanca, Port Etienne und Dakar nach B i s s a o in Portugiesisch-Guinea. Dort trifft Fräulein Beinhorn mit der wissenschaftlichen Expedition des Forschers Ber- natzik und Professor Dr. Struck-Dresden zusammen, um mit ihrem Flugzeug zu Forschungsflieaen m s Innere des Kontinents und nach den Bif- sagos-Jnseln zur Verfügung zu stehen. Lin neuer Berlin—Riviera—Neapel—Expreß. Am Samstag um 1253 41hr hat der neue Ri- viera—Reapel-Exprehzug Berlin vom Anhalter Bahnhof aus zu seiner ersten Reise verlassen. Der neue Erpreßzug besteht aus drei Gepäckwagen, einem Speisewagen und vier Schlafwagen, die einheitlich in dunkelblauer Farbe mit gelben Streifen gehalten sind und Schllder mit der Aufschrift „Riviera—Rapoli-Gxpreh" tragen. Die Lokomotive ist eine der schnellsten Maschinen, die in Deutschland vorhanden ist; sie kann 120 Kilometer inderStunde zurücklegen. Der Gxpreßzug wird in Zukunft wöchentlichdrei- m a I verkehren. Aus der Fahrt nach 3talien berührt er Karlsruhe, Basel, Luzern und Mailand. 3n Mailand teilt er sich, indem ein Tell über Florenz und Rom nach R e a p e l abzweigt, während der andere Teil über Genua und Rizza nach Cannes fährt» 3n Mannheim werden dem ßlüi Oer Pr ©er Der 6. Januar ; .Heilige Dre königstag. Er lichen Kirche als Epiphaniassest ges Gröhe oder S da erst mit diesem nimmt, geraume I lichen Aeujahrsa Welche Dewanl drei Königen, u j ersten Denennun Drei Königen di g e n l a n d e gern ; Kind in der @n hatte, die Weihn . gent/ich toeit ab t m irgendeinem fi Vaterlandes, sei schen, der Lünebi Westrich oder eine verlebte, der hat V . eigener Person ge1 F Wischen Kostümer . Haus zogen und sc .Wir kommen her f Kaspar, Dalzer u Epiphanias he Offenbarung Gott . Erscheinung Chnst | au bestimmen. Da I ersten Hälfte des, morgenländi Christenheit, griechischen Dort A°/eten genann Christi als etwas ( ™r den scheinbar Finnen. Eie non I oung daher eine Kngestalt und bt, 1 Hnphanias. Befanm ' ™ ^r öffentij. .Men, den 2.^ Dberbürgermei| (Jjm bis au chss- ■ 51 3 He,- , 0°D1 8. ( 5.S °°« 2. k , Mr &otn 16.1 kowei,etun rci^P Walt iteSt Achtel,Phalli um ob n7e eichps ■ 9lÄU>- Blren- Moytn. Kost; /d Isfiorcr WShiVn- iberdeei 'ertln it Genf M?.- lawA?. ia w—r Oie Wetterlage. wenig Aenderung der Wetterlage, jedoch später wi der Uebergang zu milderem Wetter svahrscheinlic wie«, wahrscheinlich. Höchst- - RM. und Hauptgewinne RM. L Prämie RM. 101V ladenkasse. 2 Lufttemperaturen am 4. Januar: mittags 4,7 Grad Celsius, abends 2,9 Grad: am 5. Januar: morgens 2,5 Grad. Maximum 9,5 Grad, Minimum 1,7 Grad^ und die Erfolge, die mit giftfreien Heilkräutern und Kräutermitteln bei Arterienverkalkung, Asthma und Husten, Blasen- und Nierenleiden, Lungen-, Darm- und Magenleiden, Gicht, Rheuma, Nervenleiden, Fettleibigkeit u. a. erzielt werden, sind groß. Kostenlose, fachm. Beratung Auch gegen alte Leiden sind Heilkräuter gewachsen Gießen, den 2. Januar 1931. Der Oberbürgermeister. 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FJfcvtSQ jetzt RMo-^66 schützt vc schützt vor Husten und Heiserkeit Serfitter Börse. Berlin, 5. Ian. Die neue Woche eröffnete tn gemessener Haltung. Eine Tendenz war noch nicht zu erkennen, da Kursaktien nicht vorhanden waren, Neuyork schloß in festerer Haltung: es bleibt aber unbestimmt, ob die Kulisse weiter Deckung bekundet. Am Devisenmarkt nannte man London 25,0525, London gegen Kabel 4,8565, London gegen Berlin 20,42, Kabel gegen Berlin 4,2010. Wie oft kommt es vor, daß man nachts irgend welche Schmerzen leidet. Man wird von Kopfschmerzen geplagt, das Zahnfleisch oder ein hohl. Zahn,Hexenschuß, Wadenkrampf, Rheuma, Kreuz- oder Gliederschmerzen quälen einen. Hilfe bringt CARMOL Man verlange in Apotheken und Drogerien ausdrücklich CARMOL, Carmol tut wohl! Preis Mk. 1,50 und 2,75 Carmel-Fabrlk, Rheinsberg (Mark) Kaiser-Drogerie Ernst Noll, Lindenplatz 5. GMeMvieme-MMekiiW- Beteln zu Stfintietg (denen). Die Besichtigung und Neuaufnahme der Pferde findet statt: 97V für die Orte der Rabenau: Mittwoch, den 7. Januar 1931, in Londorf, 2 Uhr nachmittags: fü. die Orte des Vufeckerlales: Freitag, den 9. Januar 1931, in Reiskirchen, 9>5 Uhr vormittags für Gießen und Umgegend: Freitag, den 9. Januar 1931, in Gießen am „Rheinischen Hof". 12)4 Uhr nachmittags: für Schiffenberg und Umgegend: Freitag, den 9. Januar 1931, in Garben- teich, 2 Uhr nachmittags. Die Pferde sind au-gespannt und ohne Geschirr vorzuführen. Die nicht vorgeführ- ten Tiere werden auf Kosten der Besitzer besichtigt. Grünberg (Hessen), den 3. Januar 1931. Schäfer, Direktor. Aus -er Prvvtnztaldauptstadt. Gießen, den 5. Januar 1931. Oer Oreikönigsiag. Der 6. Januar hat im Kalender den Namen „Heilige Drei Könige“ oder Drei - königstag. Er wurde früher in der christlichen Kirche als Festtag unter dem Namen Cpiphaniasfest gefeiert: auch hieß dieser Tag das Große oder Hohe Reujahr, weil man, da erst mit diesem Tage die Länge der Tage 'zunimmt, geraume Zeit lang an ihm den eigentlichen Reujahrsanfang beging. Welche Bewandtnis hat es nun aber mit diesen drei Königen, und woher stammen die beiden ersten Benennungen des Tages? Daß mit den Drei Königen die Weisen aus dem Marge n l a n d e gemeint sind, lernt allerdings jedes Kind in der Grundschule, und wer Gelegenheit hatte, die Weihnachts- und Reujahrszeit gelegentlich weit ab vom Getriebe der großen Welt in irgendeinem stillen Dörfchen des deutschen Vaterlandes, fei es in den friesischen Marschen, der Lüneburger Heide, dem pfälzischen Westrich oder einem oberelsässischen Vogesendorfe verlebte, der hat sie vielleicht sogar noch in höchst eigener Person gesehen, wie sie in denkbar phantastischen Kostümen mit ihrem Stern von Haus zu Haus zogen und fangen: „Wir kommen her aus fremdem Land. Kaspar, Balzer und Melchior sind wir genannt" Epiphanias heißt Erscheinung, das ist die Offenbarung Gottes. Wie und wann das Fest der Erscheinung Christi als solches aufkam, ist schwer zu bestimmen. Doch finden wir es schon in der elften Hälfte des zweiten Jahrhunderts bei allen morgenländischen Gemeinden der Christenheit. Verschiedene Sekten, von dem griechischen Wort dokein (scheinen) gemeinsam Doketen genannt, betrachten das ganze Leben Christi als etwas Scheinbares und wollten in ihm nur den scheinbar als Mensch wandelnden Gott erkennen. Sie nannten seine ganze Menschwerdung daher eine „Erscheinung" Gottes in Olten- H schengestalt und bezeichneten dies mit dem Varn en Epiphanias. neuen Expreßzuge Wagen angehängt, die direkt aus Amsterdam kommen und den Verkehr zwischen den Niederlanden und Italien vermitteln. Dor der Abfahrt des Zuges von Berlin erschien der» Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, um den Fahrtteilnehmern eine schöne Reise zu wünschen. Ein 4jähriger Knabe springt aus dem vierten Stock. Minuten fieberhafter Spannung erlebten am Sonntagabend die Fußgänger in der Neuen Königstraße in Berlin. Dort war ein 4jähriger Knabe, den seine Eltern ins Bett gelegt hatten, nachdem diese ausgegangen waren, aus seinem Bett gestiegen und hatte die Fensterscheibe eingedrückt. Dom Fensterbrett aus war er dann ohne sich zu verletzen, auf das Blumenbrett geklettert. Die Fußgänger, die das Klirren der Scheibe gehört hatten, sahen zu ihrem Entsetzen das^Kind, das vor dem Fen ft er im vierten Stock herumkroch. Sie riefen die Feuerwehr, die nach ein paar Minuten erschien. Mit einem schnell ausgebreiteten Sprungtuch fing sie den Knaben, der heruntersprang, auf. Der Knabe war unverletzt. Schwere Bluttat in Frankreich. 3n der Rähe von Bar le Duc ereignete sich ein schweres Verbrechen. Ein Eisenbahnbeamter, der dort ein kleines Haus mit Frau und drei Kindern bewohnt, wurde, während er sich im Dienst befand, von einem Bekannten besucht. Als diesem nach wiederholten Klopfen nicht geöffnet wurde und er sich Eingang verschaffte, bot sich ihm beim Eintritt ein entsetzliches Bild. 3n ihren Betten lagen die Ehefrau und der zehnjährige Sohn mit zertrümmertem Schade l in großen Blutlachen, während die beiden im Nebenzimmer schlafenden Kinder leise um Hilfe riefen. Sie erklärten, daß sie kurz nach dem Fortgang des Vaters einen Mann aus dem hinderen Fenster hätten einfteigen hören und dann Ohrenzeugen des Kampfes gewesen seien, der sich im Schlafzimmer ihrer Mutter abgespielt habe. Aus Furcht vor Entdeckungen hätten sie jedoch nicht geschrien. Die polizeilichen Untersuchungen lassen darauf schließen, daß der Doppelmord von einem Mann ausgeführt wurde, der mit den örtlichen Verhältnissen und den Gewohnheiten des Eisenbahners wohl vertraut war. Aus einer Kassette hat der Mörder 2000 Franken geraubt. Die drei Weisen aus dem Morgenlande waren die ersten unter den Heiden, denen die frohe Botschaft von dem Erscheinen Christi zuteil wurde, sie wurden deshalb als die Repräsentanten des Heidentums angesehen, und Epiphanias war also auch der Tag der Erscheinung Christi für die Heiden. Während die Morgenländer den 6. Oanuar als Taus- bzw. als Geburtstag feierten, betrachteten die nüchternen Abendländer denselben Tag als das Fest der Offenbarung Christi an die Heiden, als eine „manifestatio ad paganitatem", wie die Kirchenväter sagten. Umlegung des Waffergeldes in Hessen. Die Regelung des Wassergeldes in den hessischen Gemeinden soll auf wiederholte Vorstellungen des Landesverbandes der hessischen Hausbesitzervereine und einzelner Verbandsvereine der Hausbesitzer nunmehr erfolgen. Wie die „Reue Hessische Haus- und Grundbe^iherzcitung“ mitteilt, steht die Veröffentlichung einer Verordnung des Gesamtministeriums bevor dahingehend, daß der Hauseigentümer berechtigt ist, das gesamte Wassergeld auf die Parteien umzulegen gegen einen Rachlah von 3 Proz. an der Friedensmiete. Die Verordnung soll vom 1. Sanuar 1931 ab Wirksamkeit haben. Daten für Montag, 5. Januar. 1643: der Physiker und Astronom Isaac Newton in Woolsthorpe geboren; — 1846: der Philosoph Rudolf Eucken in Aurich geboren. Daren für Dienstag, 6 Januar. 1412: die Jungfrau von Orleans^ Ieanne d'Arc, in Domremy geboren; — 1776: der Freiheitskämpfer Ferdinand von Schill in Wilmsdorf bei Dresden geboren; — 1822: der Altertumsforscher Hch. Schliemann in Neubuckow geboren; — 1828: der Literatur- und Kunsthistoriker Hermann Grimm in Kassel geboren. Bornotizen. — T pgeskalender für Montag. Vortrag: „Wahren Frieden schenkt er dir" von Missionar Walther. 20 Ahr, in der Stadtkirche. — Vortrag von Dr. Otto Dramm: „Süddeutsche Dauernmalerei in Votiv- und Heiligenbildern, ihre Bedeutung für die Bewertung der Volkskunst", 20.15 Uhr, Hörsaal 33 der Universität. — GFF-, 20 Uhr: Monatsversammlung bei Müller, Bahnhofstraße. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Der falsche Feldmarfchall" mit Roda Roda. — Astoria-Lichtspiele: „Die Liebe des Cowboy" und „Der Schrecken von Piccadillh". — Aus dem Sta d 11h ea ter b ur eau wird ims geschrieben: Dienstag erste Wiederholung der mit fo großem Beifall aufgenommenen Silvester-Erstaufführung von „Robert und Bertram", mit derselben Besetzung und Aufmachung wie am Silvestertage. — Mittwoch zum letzten mal Rostands Friedensstück „Der Wann, den sein Gewissen trieb“. — Arn nächsten Freitag geht Shaws satirische Komödie „Der Kaiser von Amerika" als Erstaufführung in Szene. « Avdree.Expedition. der Andree« Funde hat nde Entdeckung gemacht, ^beschrieben angesehmen eht zlvei Auszeich- 1 ein späteres Datum lefundenen Äufzeichnun« 17. Oktober, ist vermerkt: :aussolgenden Tage 6c# ndrr eine Auszeichnung a g. Heide Auszeichnun« ichien Auszeichnungen ’i dar. Skiläufer ums Leben nmen. hat sich in Elm im San« z Sliunglück ereignet, bei Leben gekommen sind. ,15 berliner, unternahmen eine Öberweicheln. Beim ibettes, an dessen Rändern ule Schneewachten i die Schneelagen los, als >r anderen Seite den 'N’ Selellfchast stürzte m unter und 13 Wnen e zugedeckt. Zehn tonn en intien ™ SÄ* r, avr e und um das 28iah' p e Mails aus Ser. I hre alte Froulem g .’x _ ein weiteres en M 7 Lf f wo eine ei Anderma -° hrer von m lurbe, m,L.Qten aus 3U ifnta. Are um ^eutzroer! «er gub* terflug ^Marokko, lanrennj ^(anco, i ao in « ■shfSta sch. nach ^elt. "Sen1Un tt Die Anreiz Rufen sich batten, r0 muhte. der 9 °".lekt°r ’Merenten Übertrag Jrauenbunöes gegen die Solllosen'. Frauenbund richtet in /eichsinnenmini- ?!sung der Lnternativ- nm nicht zuzulassen. Mit der Eingabe u.a. gesagt, öerk religiöser Qebanlen ^iahende Üiolkskreise auf Ichland. Die Verlegung mationale der Sottlosen' den Kamps aus bös n und den durch Art. 135 hrleisteten Schutz der un» auf das schwerste ge« Q wolkenlos. Oneuer, onalb Dedeckt ® woikia • oevtckl ' * Schnee a Orauoein. s fieoei K Ccwiiter,^)wmd$tilie.«O-. seh» 1 lichter Osi massiger Südioowesi stürmiscner Hordwesi; oie Pfeile fliegen mit dem Winde. Pie oeiden Stationen stellenden Zat»; «en geöen die Temperatur art Die Linien veroinden Orte mit gleiche® auf Meeresniveau umgerrchnete- Luftdruck Wettervoraussage. Rasch zog der gestern über Norddeutschland ge* legene Wirbel nordöstlich nach der Ostsee hin ob. Der Rückseiteneinfluß kam bereits in den gestrigen Nachmittagsstunden schon in unserem Bezirk zur Geltung, so daß neben Temperaturrückgang auch Pia Wolkendecke durchbrochen'wurde und die Niederschläge in Schauer übergingen. Der Abzug des Tiefs hat durch seine Kaltluft gleichzeitig Barometeranstieg bewirkt, wodurch sich ein geschlossener Hochdruckkern über England, dem Kanal und Nordfrankreich bildete, der sich mehr nach dein Festlande hin verlagern wird. In seinem Bereicht dürfte sich vielfach aufklarendes Wetter einstellen, so daß in der Nacht unter gleichzeitiger Zufuhr kalter Polarluftmassen । in England lagen heute morgen stellenweise di« Temperaturwerte bei minus 4 Grad Celsius — auch bei uns wieder Frost auftreten wird. Jedoch ist eins längere Frostperiode nicht zu erwarten, zumal sich durch Zurückdrehen der Winde und Ansteigen dey Temperaturen über Irland das Herannahen einet neuen Störung ankündet. Aussichten für Dienstag: Stellenweisq dunstig, sonst vielfach aufklarend und aufheiternd^ meist trocken, Nachtfrost. Aussichten für Mittwoch: Anfänglich ** Ministerialpersonalie. Der Staatsrat im Ministerium der Finanzen Gustav Balser wurde mit Wirkung vom 1. Januar ab zum Vorsitzenden der Ministerialabteilung für Bauwesen ernannt. •• Der Strahenbahnbetrieb, der vor einigen Tagen infolge plötzlicher Llmstellungsnot- wendigkeiten eine vorläufige Reuordnung erfuhr, wird von morgen ab endgültig anders geregelt. Rach den jetzigen Anordnungen der Straßenbahndirektion werden die Straßenbahnwagen vorn Bahnhof aus durch den Seltersweg über den Marktplatz bis zur Volkshalle durchgeführt, so daß also auf der Fahrt vom Bahnhof in Richtung Volkshalle älmsteigen auf dem Marktplatz nicht mehr erforderlich ist. Zwischen dem Marktplatz und dem Wiesecker Weg wird Pendelverkehr eingerichtet. Rach dem Reuen Friedhof findet ab 13.15 älhr bis 16.45 Uhr ein 15 Minuten-Verkehr statt, und zwar verkehren die Wagen zum Reuen Friedhof alle volle Viertelstunde ab Marktplatz. Die Wagen, die nicht zum Reuen Friedhof fahren, sind atn Vorderperron besonders gekennzeichnet. Man beachte die heutige Bekanntmachung. *’x 40 Jahre Bre^elverkäufer. Heinrich S ch m i d t, der vielen Gießenern bekannte Brezelverkäufer, konnte am Samstag auf eine 40jährige Tätigkeit als Brezelverkäuser zurückblicken. Mit 14 Jahren begann er das Geschäft und führte es dis zum heutigen Tage. Er hofft, trotzdem er nunmehr 54 Jahre alt ist, auch das 50. Geschäftsjubiläum feiern zu können. ** Die Nacheichung von Maßen und Gewichten betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil, auf die die Interessenten besonders aufmerksam gemacht seien. ” Aus demGießener Standesamtsregister. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 31. Dezember 1930: Eleonore Grieß- mann, geb. Bammel, 29 Jahre, Friedensstraße 8. Luise Böger. 85 Jkahre, Gnauthstratze 2. Christine Kinzebach, geb. Fink, 75 Zähre, Bleichstraße 6. Wilhelm Heinrich Moeser, Kaufmann, 55 Zähre, Seltersweg 38. Auguste Bräutigam, geb. Kämel, 79 Zahre, Weserstrahe 10. Heinrich Meihinger, Lehrer i.R., 62 Jahre, Frankfurter Straße 113. Marie Sophie Helfert, geb. Beiz, 72 Zahre, Alicenstraße 20. Hugo Richard Bromm, Schneider, 51 Zahre, Hammstraße 16. Zohanna Luise Rees, geb. Zudt, 32 Zahre, Ludwigsplah 8. Kacharine Luise Erb, geb. Zinßer, 67 Zahre, Ederstraße 7. Sofie Sommer lad, Modistin, 32 Zahre, Mühlstraße 32. Ludwig Decker, Gastwirt, 67 Zahre, Wiesecker Weg 44. Ludwig Bernhardt, 14 Zahre, Großer Steinweg 18. " Todes stürz in der Scheune. Am Samstagnachmittag wurde in der Seibschen Feldscheune im „Alten Feld" der etwa 53 Jahre alte, aus Frankreich stammende landwirtschaftliche Arbeiter Placide Audra tot aufgefunden. Der bedauernswerte Mann, der früher bei einem hiesigen Landwirt tätig war und daher die Scheune kannte, war ohne Arbeit und wollte offenbar in der Scheuer übernachten. Bei dem Bemühen, sich in dem Stroh ein Lager zu bereiten, ist er nach dem Befund in die Tenne abgestürzt, wo er mit einem Gen.ckbruch und schweren Kopfverletzungen tot liegen blieb. Rach Öen polizeiärztlichen Feststellungen hat die Leiche mindestens schon seit fünf Tagen in der Scheuer gelegen. ** D i e Fünfziger - Bereinigung 1880 bis 1930 hatte, wie man uns berichtet, für den dritten Weihnachtsfeiertaa ihre Mitglieder und deren Angehörige zu einer Weihnachts- und Abfchieds- fsier von 1930 eingeladen. Der Saal des Cafä Leib war festlich geschmückt. In seiner Festrede gedachte der Borsitzende, Herr Heinrich Marx, des Weihnachtsfestes und gab eine rückschauende Betrachtung über das Jubeljahr der Fünziger-Bereinigung 1880/1930. Beachtenswert sei das Jahr insofern gewesen, als es aus der Geselligkeit und Kamerad- chaft voraussichtlich zu einem fortbeftefjenben Zu- ammenhalt bis zum Lebensende der Mitglieder geährt habe Der Vergnügungsausschuß, an der Spitze Gastwirt Hans Schmitz, hatte für diesen Abend ein gehaltvolles Programm zusammengestellt. Der musikalische Teil lag in den Händen der Kapelle K r e n g c l. Einleitend sprach Frl. Steinreich einen Prolog. Der Polizeihundeverein stellte sich mit seinen dressierten Hunden zur Verfügung. Die von den Hunden gezeigten Bilder „Rotkäppchen" und der „Wolf" und „Großmütterchens Geburtstag" ernteten starken Beifall. Sodann fand sich der etwas verspätete Knecht Ruprecht ein, der hundert Kinder mit Gaben bedachte. Auch den Damen der Mitglieder wurde je ein Weihnachtspäckchen zuteil. Alsdann erfreuten Puppentänze der Töchter des Friseurs F. Büttner die Teilnehmer. Eine weitere Verschönerung erfuhr das Fest durch die Lieddarbietungen von Frl. Charlotte Keller. Alte und neue Tänze, an denen sich die Fünfziger rege beteiligten, hielten die Gäste bis in die frühen Morgenstunden beisammen. *• Altersvereinigung 1881/1931. Rach alter Gießener Ucbctlieferung versammelten sich, wie man uns berichtet, die diesjährigen Fünfziger am Samstag tm Restaurant „Hindenburg", um sich zu einer Vereinigung zufarnmen- zuschließen. Heber 100 Altersgenossen waren gekommen, um das Programm für 1931 festzulegen. Schnell wurde der geschäftliche Teil erledigt und zum 1. Vorsitzenden Alterskamerad 21 u g u ft Ba lser einstimmig gewählt. In großer Einmütigkeit und Freundschaft, wobei alle Klassen- und Parteiunterschiede selbstredend ausgeschaltet wurden, sonnte man sich an vielen Jugenderinnerungen. Nachdem durch ein paar kernige Worte des 1. Vorsitzenden unserem lieben deutschen 2)aterlande die Treue gelobt war, verliefen die Stunden bei Lied und Humor sehr schnell. Viel Beifall fanden musikalische Darbietungen, die von Alterskollegen dargeboten wurden. Besonders verdient hervorgehoben zu werden, daß Lllterskollege Topp durch einen selbstkomponierten Marsch „1881 — das ist unser Ruf" überraschte. Trotz der schweren Zeiten werden auch dieses Jahr die Llltersgenossen treu zusammen-> halten. Dienstag, den 6. Januar 1931, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen" Reuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. eine Bohnermaschine, zwei Klaviere, drei Schreibtische, drei Büfetts, drei Bücherschränke, zwei Spiegel, zwei Chaiselongues, einen Gasherd, drei Sofas, zwei Regiftrierkaffen, eine Nähmalchine, eine Schreibmaschine, eine Tiscydecke, eine Diwandecke, einen Kassenschrank, zwei Ausziehtische, eine Kredenz^ zwei Standuhren vier Teppiche, sechs Stühle, ein Schrankgrammophon, zwei Waren- schränke, einen Tifcy, eine Ladentheke, ein Märklin-Modell mit elektrischem Mo- tor, eine Dampfmaschine, eine Schreib- Bekanntmachung, b etreffend die Maß. und Gewichtspolizei und die Durchführung der Racheichung in der Stadt Gießen im Jahre 1931. Die in zweijähriger Wiederkehr gesetzlich oorgeschriebene Nacheichung der im eichpflichtigen Verkehr befindlichen Meßgeräte Idas sind Langen, und Flüssigkeitsmaße, Meßwerkzeuge für Flüssigkeiten, Hoi)l- inaße, Gewichte und transportable Hansi' delswaagen bis ausschließlich 3000 kg) soll in der Stadt Gießen nach dem untenstehenden Derteilungsplan durchgeführt werden. Für die Einlieferung beim Eichamt Gie- f)tn sind folgende Zeiten festgesetzt: 1. Bezirk vom 5. bis 7. Januar 1931, 2. Bezirk vom 8. bis 10. Januar 1931, 3. Bezirk vom 12. bis 17. Januar 1931, 4. Bezirk vom 2. bis 7. Februar 1931, 5. Bezirk vom 9. bis 14. Februar 1931, 6. Bezirk vom 16. bis 21. Februar 1931. Jeder Besitzer eichpflichtiger Gegenstände, soweit er uns namhaft gemacht worden ist, erhalt durch das Eichamt eine Aufforderung zur Nacheichung, worin Tag und Tageszeit der Einlieferung angegeben ist. Die Einhaltung des Eichtermins ist zur raschen Abwicklung der Eichgesdzäfte dringend erforderlich. Interessenten, die keine jufforberung erhalten, sind ebenfalls ver- pflichtet, ihre eichpflichtigen Gegenstände ;um obengenannten Zeitpunkte zur Nach- richung oorzulegen. In gleicher Reihenfolge und angemesie- " nem Abstand wird die polizeiliche Maß- und Gewichtsrevision stattfinden. Wir machen noch darauf aufmerksam, daß die Neigungswaagen am Standort der Waage geeicht werden. Diese Eichung ist besonders zu beantragen. Auskunft erteilt das Eichamt. Amtsstunden von 8 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis 5 Uhr nachmittags. Samstag nachmittags geschlossen. Gießen, den 22. Dezember 1930. Hessisches Kreisamt. I. V.: Ritze l. Bekanntmachung. Betr.: Stratzenbahnbetrieb. Ab Dienstag, den 6. Januar d. I., tritt eine Aenderung in der Linienführung ein, und zwar verkehrt die Linie Bahnhof— Seltersweg ohne umzusteigen nach der Endstation Volkshalle. 110D Zwischen Marktplatz und Wiesecker Weg wird ein Pendelverkehr eingerichtet. Gießen, den 5. Januar 1931. Direktion der Städtischen Straßenbahn. Stolte. Zigarrenhaus E. Reuter vorm. R. Buchacker _______GieBen Lahn, Neuen Bäue 11. 75 g Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelüer im Stadt- und llcberlanbgebiet für den Monat November 1930 können noch bis zum 15 d. M. ohne Kosten bezahll werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Kosten des Stromabnehmers. Eine schriftliche Mahnung ergeht nicht mehr. U2D Gießen, den 5. Januar 1931. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. langet Sonölnngsgeljllfe (flotter Rechner» für statisttfche Büro- unb Lagerarbetten, oder rechnerisch besonders befähigter Schreibgehilfe von größer. Geschäftöbetrieb Gießens zu baldigem Eintritt gesucht. Nur geeignete Bewerber wollen fchrtitliche Angebote mit näheren Angaben unter 870 an den Gießener Anz. einreichen. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat beratene Nach- tragsvoranschlag der Gemeinde Mainzlar liegt vom 5. Januar 1931 ab eine Woche auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Zur Nachtragsumlage werden auch die Ausmärker herangezogen. Mainzlar, den 3. Januar 1931. 105V Bürgermeisterei Mainzlar: Bogel. Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung bringe ich | hiermit zur öffentlichen Kenntnis. 9C Carmol ist ganz Famos, dadurch bin ich meine Schmerzen los. MM "cSs'SS- AUTO Altersvereinigung 1872-1922 Herr Louis Wagner Schuhmachermeister im Alter von 58 Jahren Gießen (Weserstraße 17). den 3. Januar 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Januar 1931. nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt Opel-Auto, Gießen 073 (Mief?. Am. | Mietqesuche | Frau Wilhelmine Kröck geb. v. d Sterren im 80. Lebensjahre Stellenangebote) Herrenwäsche wie neu | Verkäufe | 96 D Lehrling gesucht. Ml.imeM Heinrich Wilh. Hahn ob. Mädchen Polizeidiener i. R. im 63. Lebensjahrs Elisabethe Hahn, geb. Müller, und Kind. 059 zugeben. Gewerbe-Verein E.V., Gießen Inventur-Ausverkauf Versammlung .-i Mitglieder der Handwerkskammer. Ilio vom 5. bis 15. Januar 1931 Aeußerst günstige Kaufgelegenheit. Nur gute Qualitäten 10% Rabatt 6785 D Lager. | Empfehlungen! CarlSchunck Em Posten Kinder-Pullover Ein posten Damen-Westen Frdr.Teipel Woche. 1070 Bahnhofstraße 45 Markt 16 Hillebrandstraße 2 Meine SpGZialfenSter werden Sie von den großen Vorteilen überzeugen, die Ihnen mein Inventur-Ausverkauf bietetI 92 A I’S't a5£*‘C ’ 7 'S Schön möbl. Zimmer ob lü.Jan.anDauer- niieter a. um Dloltke* Straße 2 I, Brbrtt. Vetten-VLv Markturaffe LS. niiiiiiiiiiiimuiiiiiiiiiiiiiiin Gestern abend entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, mein lieber Vater, unser lieber Bruder. Schwager u. Onkel Exlstenz.fMen.'iBcrlr a. b. Bez.-Vtr. ncf. H.Brb.Ort u.Ber. nl.(Stifl.s2Il)Kahmann & Müller,Hilden,Rh.408 Fernsprecher 2847 Frankfurter Str. 52 Bette n -Bär Gießen Markturaffe 29 Seltersmeg 20. Außerordentliche wichtige Gründe veranlassen uns. unsere Mitglieder zu einer am Dienstag, dem 6. Januar 1931, abends 8*4 Uhr, stattfindenden Versäumen Sie die Gelegen» heit nicht! — c3 Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Der Vorstand. iä’ Nach kurzem, schwerem Leiden verstarb heute mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater. Großvater, Bruder, Schwager und Onkel V.I.B.08 Leichlathlelik- Adlig. Tas Ha lentratnlae h flinnt ivicberTnrn- halle chillerschnle DienStag 8-10 Frauen. Mittwoch: 8-10 Fuffball; Douncrotag: 6—7'/? Schüler, h—10 Aktive. Ausstellen b. Mann« schaffen für bas Frankfurter Hallen- fvortfest in bieier im Sitzungssaal des Gewerbevereins, Goethestraße 7 I., einzuladen. — Wir rechnen bestimmt mit der Teilnahme aller uns angeschlossenen Organisationen und der Herren Hühneraugen Warien-Hornball en beseitigt restlos auch in ben hartnäcktg't. Fällen tobsicher mit. Gar. innerh. 5—6 Ta. Hühneraugen-Rapid Erhält!. nur: Löwen- Drogerie W. Kilblnger Nacht., Seltersweg 79 a, Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Schmidt VII. Familie Hermann Kröck Wwe. Stadttheater Dienstag, 6. Jan., von 19',-rbis 221 ,Uhr 1Z.DieklSlllg-M.-VM. Gewöhnliche Preise BoöertunOBetitom Posse mit Gekänaen unb Tänzen tn vier Abteilungen von Gustav Raeber. Hubertus Mittwoch. 7. Ja«., reine Beifamnnang. aber [104D Stammtisch. Geschältsliaus beste Vage, b. tL Anz. sehr btll »u verlaus. Näh.J.Baer.0stanl.29 NacbsteWodie 67a. bett Gieff. Anzeiger. llllllllllllillllllllllllllllllllUi Zwei gebrauchte Netten ».Nach schränkchen im Auftrag billig ab- Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskameraden Herrn Louis Wagner in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. _______________________________________109 D auf Mittwoch' unb Samstagvormittag für Hausarbeit ges. Selterswcg 38 II. •••eeeeeeeee Todes-Anzeige. Heute früh 1 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter und Tante M^Sle j nut liReObie|(( 2^"’feS?&bar"> ’«tastad ”61 ? .»il Fabrik e’-«U. ,ndlldl-P'*^ &S”2M7 ille wie neu Wäsche '■ bllli6er wie Hau«. welß 30 Pfennig lnde Behandlung lereiEdelweiB Telephon 3481 n in »"en Stadtteilen ten Orten raand nach auswärts Elf, Gießen veranlassen uns, unsere I, dem 6. Januar 1831, mlung ereins, Goetheslrabe 7 l, timmt mit der Teilnahme aisationen und der Herren er. Hl» er Versammlung bekannt- Der Vorstand. fetl der heutigen Ausgabe , (fegt ein Werbeblatt der ,'dLm. Gießen, SeHerwn 81, M st- Bitte 1® 1,4 and er am 6785D unck mit ufro. die auf U.t»w anttTreicriafl d«: oebenß wart. mtwe. babitrdiäutoDtmnt verspätet, ntgntali berilidntume»«1 den unb um neue Angabe der (jjufta«’ itreilt itet' 7* sS«Ä WStzS ch-M- ixlle , SlW8-10. Hfl® fdjnfit; ' £iaOen- Fr-»"5'n d'tl" (pOTilefi »n iotD unter W' »Ä Hubertus MMocd.T.Dau-' WtoW* aber uwu G 60 ’ Kanu en am ianuar 7 Uhr, aio^f ittl. 8 i unb n sev- &* « i*> <5 Ä s #*> u-5 s -o e» E E =s öi ö c o s O ö « E s e e c o 2 O -ö : = •e tr> — Ks) St' °K 2—- .~<9 x st co—. L c HpE O Ä S3 O ? E u 3 — X = cr- oTxs O 'S "19 E (jhfi 1> ^O. «1 *"* 2,0 S j- d? ~ Ä- o 5 Ei- Eo19°e 05 — jE.t’C « «:=”-2d E E 3e""^ «o c c c h- . r- T — e» ssZI^-E E o Ä oK-f= £, => E (9 '5 ” 01(9 = -2 *o*±§-522 _ er? £ ä 3 ■2 , o £ c 2 £ßjS 3 B 2 S 2 <55 C C •=■ c -3 'S" o c — Z3 . 05? a c c ■h EE ®E -C- c ~ e ’e o X e ■ c 2 2 2 o E äs. E •- = L c-XO.E 2 • £ • 2 <Ä5 C -32 cs«« - , c 2 .c-19 — H = 2 - Jl o SLU-S -D E, C O c 2~ -c- O •-3 o C -35 67 Ä 5 e> 2 <3- * 0..0 '-- c. L 5*- ^2, . — s» C5 3 -— EE E s It > -O N- .L L Äc c i= ;3 Hg ^c = tx-x = -ss“ ß-x - ° L -^2 2 <3 Q- c :e> «-*5- E E D ■2 !=• KD-E1- ~<922 M »» : § =-19(5 N- >.LZ2 2 S) to=c i9-e. N &» E Ls C O CE/O/o I9§ =H A -b o '2 - 2 o Efl LD £ 2 2 o c-.2(9 A = = 2 = 2 Q 2 E3 o c 2^3 ER "5’C‘S ® £•=2 (52.2 £.2 c p >= 2 “ 19 <2-5 • O.E ä 05 e'X2^ Z 2 Z 1 c' 2 c = : 0:67x5 e5»e® fsSlsl. L Sa o 2 2 2 2 er to 2 O S ■ P cy c (9 * . Q ’ o 2° 2 « C s. “2'2 2§ = o c p X 05 ^---- ' cS-o =2k 2 5 « “3 5 S8^25oo E §2=> •E^firfSS - -- E 2. ~ - - . -19 o =■-» ---- • £. o ü — -jÄC U — X o ~ 2 2 i^jrt *; s> 05 O "x C X5 C 2 c s O c .. = «5 L2 _ 2 e'x = „ _ 2 2 5 ° eo:“«c 2A =Ö c E 2 ä ■ O p tfl o vO . «1 L) o o N- 2 «> 03 x c ° “ *c — 2’0' «o3 «l w E o E ^22:0 ,_(9C32 E ®e «8E £.,O53 e.S8 d “Si L gcy2 o 2 cs E E .5 o ■E »« 2 o 2 05 c :C . in o 2 \o E S ER P 05 L S-S _o Oö O 2 3 3-^ o 2 ** *■' ---o - E o 89 E o Xü a'• , Jri 'tfi E *c"a ö c E J 2 "2 E 3 O - o ■ ©■ 2 e" . — 05 o C^o --E 5 „89 o C? . o E Eg 2 2. X 05 c 2 o «3- e ^«e O :3 »"e2 o c C X5E^ .= X e> 8 c ' «o c£ o 2 2 o£, Z 5 •*—«_, -2" * 2 2 o 3£e <9-3 — . Q o ==E? EL iE *Q 2 S « X3 :© — 05^ —’e 2 2 P 3- E S(9 2ö-; ’2 5 o) gfi ZTZ ^iscß C —= = a E a Ct y. •o 3 © ZD E o x> 2 E no >o M O c 5 2 2-m 2, lCxd L B*2 L 2 jo WA c Eo t» ■E. js- DE£ E 19 ^2 o © E 2 o E >= :O X 05 e- (1) C coAt: «ZK >8 19 2 E 2 8 S2X L 8 2 WZ. E = E 2 K j-Q »n ="2 2 2 « Ö s> (9 2 • SB c ”3 19e2 E® <$ = 19 ED EL L S=^ = E tf» E JQ= E X-'-E 2s<9 :fcas^E- E = 2 c "c 2 e 2 g B 2 = a E •3 2®" = 5 E 2 C .2 X ^(9 u g ü -E.W «c2b 0*^2 x c? o,5 E A Sb ° o ZMZ p :19 e? L EI2Z-L E —ä o-s Lk 21 o “ >-. X- -”isf®is=' 2 c ©*5 j-Z§ o2x51@ c . - E - 2) LL2Z T 3.ü SS-19 2 2 2 E 2 2 E 2 2 2 19 2 D a» 2 O E_ 1O iE 1- O I- E •c 6 G s- E w E O « Q 2 ß E O v- F es *1 -ü, W o » 55®= £ 'S'^p'S 2.45>o‘'3*3 Wfflßl &«■« rs 2 3 3 3.136): ege 8' CT' D: a 5Z2 ß2.«>5 e a o n (y o *- u 3D33Ö ui co CT •§ s cnsAs 3 ro g : g s 5 3 $S=‘ 2 a a-3 LS 1" re?3 3 re re P rsa 2. = 3 3 S 3 ~2:A 63 ^3Z 58 W®3 = s -a 3 2 ‘■61 3 eWZ :S 3 3 Z62§^ 3« sa ü? •s*e OoS 3 - -5 re — P 3 Ä Ul s CO '- 2- 2. LS Pb’* p -"äio C1I 3 I T » o s 3 o 8* Gl 2 O Q ~ 63 «ff 2-3^ 3^3 3 8* o L- 3 = = eLsI a s a *o 8 o 3 säg. B 2 0 w a 'S. S'3-g’ I 3 0 ti □r3 a — o® 3 2= V» a *a32.§e «*>4® er cd ra g u> 2 ö® 3 re 2 CO 4ZL D re £~ C* re *” 'Tis 5' 8 A E.a a 8 5" bach, Domstadt WirtschastsMtn mit weit gröbere Möglichkeiten g dcre Möglichkeit tehrsstrahen abg nächst einmal zi wcraesteuer m-fr zelnen Gewerbebe gleiche zieht. Do andern Städten braucht cs noch Ob der Gedanke ist, möchte ich eb< gerade die Mink lichen Teil ihrer aufwenden müsse Die Ltadtvm meines Erachten^ : Aff P O: 3 6) Sa I 2. I 3 S -ZI 08 o .2 v p 8 61-Sy o a e —-«»■2 61 a«*8* p,a P- O _ ■-, y;; y:=s* aiZZk^a §so 2:8 6) 9 FS AS .p; ui ts 61 co ppo^a (t\ _ re re r, y1 !?cnä 3 " - er 2. 8 ff) re Po , „—■ U< ö re 5 aff3°Z ■r* 3 ® a Ä a erat § 3§s3^h ^635.5-^3-2 =^: re re v vjo wg a —. - P Cr? 6)^_= re E-C EP ZZ öaS aw = a !—,635 p re P ä--C R. re, or q 3 Ul o 8a9 o gW 2 3 3 o m äs® rsg. hr P ET’ er o» ui re'cp aa, 5:^618 8 3 =<5 i® -6)3 2 ^F^p 2 « O 5:a §, reög:83 ^'S3 8* 3® ' 2 —5- re p.t» re.s 3 a?. re» re x re p p a re —n P re o re =r* P^F3W^2 3§3 ao3___ 63-AR?^LE R, 8 re 2. 63 o;3 o 2 — 3 ! & §Qtte jnhv9ranöiofen ■iss Mr 1 der Djoser'^m tKlsteslebenN m W4- I -%Ä\ RS L'n Sroflet on !10' !>ne itabonÄ^ 1 Blick L^nlchch E^iSS&m ct W un 1^'nes qg” M « ^arge &aPöcr« ßfäße, L'n ein, vie^M und = Fressen , ^"e. d N°st N£fa%en s 3 8 2*-p! o: 6) 3 er re" 8 re 5Ä2.2-®S Gl 2. -aS- 3 o GW in ■ Ionpwf.Dr.G ägyptologischen) 5-3 c* 62- 2 •* «PB re "Ö'S S3 ÖC1 PO re g 23 3 A?ag- c 8-§: 3 rezp 8 8 61® 3°’l re re *p3i' CT P CT O* m CT E 2 Are re _ p - 3 ?as 9 «® aSgo etil 61= ä I§»" a ©re c P 3 PCO 2 — § 3 2. P ta3 re © O 3 ~ P S re: n CT® re O: p. O-a F§8 re y ös5to re re 6) ^..3a 3 9 3 2ia^w ts: 2.3 3 3 pO-p?oCrar*-,3 'P__C -re a"Wc ^CO-re3 ZSCT-re v2itf3 D 2 Ul P ey-p!erco pc ff) re re re re; re re " 0 P ctAs! S C>® U> re S *2*" 2 D- —• 3ZZZ,S L 8 3 w er 5 B _ «» a. re A" •* S-P’re (f) ® CO 8 re. Z3 reZS o3 Ul re A 3 5,a^O: re" 'e 6 c w30 üU® IÄKL ! |8 «%K«an& sZ°s: sK Wäre die ( 6crmUffi^orh gew'rtMu. abs^nkZ S' '"/Le nunmehr SteuE aug klaren.^ 2c S?*. Sw Meckern' den Mrn helsrsch Steuerten erhöbe flki& zu zrehcn J £ Äerwaltur K Men nicht 1 mtrien, es muhte c Lge des Gewcroee «zoaenen Städten Verden. Dazu be hing, dah es nicht leben der Stadt C allen Städten des artiger versuch. । wissemahen von zu wollen, ist aus lich abzulchnen. l viel ungünstigerei a: a —a o* «p.-^aZa L^S8 2.1 tre e —. öP- i-ÄGlg«*» S i S 2.-3*0 -CT. O. p O p.o Are pa = P CT re re re xre U. P 63 siD — re £7 er "CT re O re o: P P re «’SerS 5. CT 3 ” 9 e-reS-Oare ß. 2 3 '3' re R. Z-ZZ1IZ 1; • «-Z p 2.6)5 o P re P- s-sai gp CO — o 613 MD ^a-^re" 6*o 8 Zj* —■) ra a«»«- gc 2 8 2 8 2 8 G 8 3 " 7-3 3 2 8 S9 3 3 Z61Z Vk 3 2.0? 3 8 «> 8 8 8 3 61 8 3 V» 8 2 3 8 8 61 V» A 3 8 Ä8 Ul O; CO 6 Ul 8 Ul y 2 a~ l-e£ - o -- • vricn 62 8 " 5 3=?, ® CT m 1EZ 2 ca v 8- > 3 3Z« =-. 3 ty. s, c H c » D 0 = •2 c c 8 c § c = 3 3 3 = o°§8 « ? £r. GPz? 2 3 □•=3« 2 2 =».2?^3= ^•äg.h?s L.lk)"ZS^° n •*■ '•■■«EC H . 3 ■ o 3- 3 31 eS'^'n 5 y 2,'="’y 59®eä-^*^i ?l=ra -■tyu'- -2 r- v3 2.2 3 2 3-2! o* ’aEij 0 5 5 SS15" ?■=*- oS.-.^'s-*2 3S'K 3 cä 5ft 2 0:3 ft-, Z°-ULz°S », >S ^8" 2. -2 ty~ 2 - 3»a = °L§ 2 = 20 gute 3 <*: - 2 2 3 3 3 5° ft M - ft 43 - 3 ft er? ”C1 ! 23-2,'iQ = E.3°Q = >3ft°: jS^Sjgg 3 "■- ft3. ?ft e?2 j ft ~ j7-- 3 otS 3 wj-c 3 « ? Nr. 5 Zweites Blatt Die Steuervorschlage der Gießener Stadtverwaltung. Don Herrn Rechtsanwalt Luley erhalten wir folgende Zuschrift, der wir als interessante Stimme aus der Bi.rzcr chaft Raum geben. Wir betonen aber, das) unsere Stellungnahme zu den kommunalpolitischen Geschehnissen in mancherlei Hinsicht anders ist, als die hier vorgetragene. — D. Red. Rachdem die Stadtverwaltung für das lausende ■ Jahr 1930 aus einem äußeren Anlaß, nämlich -' aus Grund der sich aus der Verordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 für die lünftige Finanzgebarung der Stadt ergebenden Einschränkung der Besteuerung festgestellt hat, Laß sich ein erhebliches Minus an Einnahmen ergab, hat sie geglaubt, dem Stadtrat eine Reihe von Steucranträgen zur Deckung dieses laufenden Defizits vorlegen zu müssen. Es ist bemerkens- Nocrt, daß nicht die Verordnung vom 1. Dezember Iber Stadtverwaltung Veranlassung gab, einmal wegen der laufenden Ausgaben und der dazu nötigen Einnahmen nach dem Rechten zu sehen. Wäre die Verordnung nicht gekommen, so wäre dermutlich nichts ge'chehen, sondern einfach weiter- tzewirtschastet worden. Ich will vorerst davon «bsehen, die Frage zu erörtern, ob man nicht schon längst sich die Frage hätte vSrlegen muffen, eb die laufenden Einnahmen mit den Ausgaben in Einklang standen. Immerhin, es ist gut, daß r>ie Frage nunmehr angeschnitten werden muhte. Die Stadtverwaltung will das Defizit durch neue Steuern decken. Sie ist sich selbst darüber im klaren, daß der augenblickliche Zeitpunkt denkbar ungeeignet zur Belastung der Wirtschaft mit neuen Steuern ist, sie glaubt aber, daß andere Möglichkeiten nicht gefunden werden können. Einen sehr breiten Platz in der Begründung Oer Verwaltung nimmt der Vergleich der zu erhöhenden Steuern mit den Steuersätzen, die von den übrigen hessischen Gemeinden in den gleichen Steuerarten erhoben werden. Derartige Vergleiche zu ziehen ist, zum mindesten so wie es die Verwaltung tut, eine Unmöglichkeit. Es mühten nicht nur die Steuersätze verglichen werden, es müßte auch ein Vergleich zwischen der Lage des Gewerbes in den zum Vergleich heran- gezogenen Städten, und der Stadt Gießen gezogen werden. Dazu beschränkt sich die Stadtverwaltung, daß es nicht angängig sei, dem Wirtschaftsleben der Stadt Gießen die unterste Stufe unter allen Städten des Landes einzuräumen. Ein derartiger Versuch, den Gießener Steuerzahler gewissermaßen von einem Chrenstandpunlt packen au wollen, ist aufs schärfste als keineswegs sachlich abzulehnen. Sicher ist, daß Gießen in einer viel ungünstigeren Lage als beispielsweise Offenbach, Darmstadt und Mainz ist. Diese an das Wirtschaftszentrum Frankfurt gelagerten Städte mit weit größerem Hinterland und viel größeren Möglichkeiten geben dem Gewerbe ganz andere Möglichkeiten, als das von günstigen Der- ) kehrsstraßen abgelegene Gießen, und es wäre zu- " nächst einmal zu untersuchen, wie sich die Ge- J wcrbesteuer in - den übrigen Städten auf die ein- 6> 2° 's 8 2- 2-y 2.« 3 ? 0 c er? u H ' r 0 „261! 3 P « *5 ft er’" 3 Aß -M S S5 --80. 3 « 2 »ffä 2 r o «> ft’ 3 "86152. o 2. ff Sc» s’ff1"; r. 3 5,2 isff ft C ”• V 5er .180,9. 9 Z* 5 ff 2 a5 —0 z o d-ft ftto : ?|8»@*S>a2 5 2 äft %• § Bj,. 2. ,.^5 8? zclnen Gewerbebetriebe auswirkt, bevor man Vergleiche zieht. Was in Mainz, in Offenbach und andern Städten für die einzelnen tragbar ist, braucht es noch lange nicht in Gießen zu sein. Ob der Gedanke einer Mieterhöhung glücklich ist, möchte ich ebenfalls sehr bezweifeln. Er trifft gerade die Minderbemittelten, die einen erheblichen Teil ihres Einkommens für Mietzahlung aufwenden müssen, am stärksten. Die Stadtverwaltung geht aber über einen ’ meines Erachtens sehr wesentlichen Punkt, über Oie neuen Ausgrabungen in Aegypten. Bon Prof. Or. Georg Steindorff, Direktor des ägyptologischen Instituts der Universität Leipzig. In den letzten Jahren sind auf ägyptischem und babylonischem Boden besonders durch staatliche, aber auch durch private amerikanische und englische Ausgrabungen Funde gemacht worden, die an fünft- und kulturgeschichtlicher Bedeutung die des Tutanchamon zweifellos übertreffen. In erster Reihe stehen hier die Ausgrabungen, die im Auftrage der ägyptischen Altertumsverwaltung durch den Engländer Cecil F i r t h im Umgreife der 1 bekannten Stufenpyramide auf dem Totenfelde von Eokkara ausgeführt worden sind. Hier wurden Tempelanlagen freigelegt, die König Djoser um 2780 v. Ehr. geschaffen hat, und die etwa ein Jahrhundert älter sind, als die große Cheopspyramide Don Gise. Sie zeigen Raumgestaltungen und Bau- formen, besonders eigenartige Säulen, von denen wir bisher keine Vorstellung hatten, und die unseren Anschauungen von der Entstehung der ägyptischen Steinarchitektur und deren Ursprung aus dem Holz- und Ziegelbau vollständig umgeftaltet • haben. Hatte man früher geglaubt, daß die ein- Wachen, grandiosen Formen der großen Pyramiden und die schlichten Quaderbauten der dazu gehörigen Tempel einer gewissen archaischen Primitivität ihre Entstehung verdanken, so haben wir letzt umgelernt und eingesehen, daß diese Archi- ickturschöpf ungen andersartige Vorgänger haben; ihre Einfachheit steht in einem bewußten Gegensatz zu. den älteren, leichteren und gefälligeren For- - men der Djoser-Dauten. Eine völlige Wendung im Geistesleben der Aegypter hat sich bei den Pyramiden von Gise vollzogen, die uns jetzt erst durch die Auffindung der älteren Architekturwerke zum Dewutztsein kommt. Einen anderen Fund von großer, kunstgefchicht- ücher Bedeutung, der auch eines gewissen pikanten ! »ivorischen Beigeschmacks nicht entbehrte, hat der Amerikaner Reisner bei der Cheopspyramide Gise gemacht. Auf dem Grunde eines 30 Meter riefen Schachtes fand er eine Felsenkammer, deren Eingang sorgfältig vermauert war. Drinnen stand .-in großer Alabastersarg, auf dessen Deckel goldene Stäbe und allerlei Gerümpel lagen, viele davon mit Inschriften versehen, die auf den ersten Mck verrieten, daß dieser Grabschah einer ägyptischen Königin, und zwar feiner geringeren als lei Mutter des Königs Cheops, der Gemahlin seines Vorgängers Snofru, gehörte. Reben dem bärge lagen in einem wüsten Haufen von Schutt Öesäße, ganze und zerfallene Gegenstände, darunter viele hölzerne, die vollständig von den Pilzen zerfressen, zufarnmengeschrumpft odet in Staub auf» xelöst waren. Mit einem bewunderungswerten Aufwand von Geduld ist in einer zehnmonatigen Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 5. Januar 1951 die Ausgabenfenkung, mit einem eleganten Schwung hinweg. Sie sagt, sie habe bereits seit Jahren die Ausgaben auf das Allernotwendigfte beschränkt, ja sogar so weit beschränkt, daß bereite im laufenden Jahr erhebliche Rachbewilligungen haben eintreten müssen. Cs ist für den Außenstehenden, dem der Haushalt int einzelnen nicht bekannt ist, nicht ohne weiteres, möglich, die Ausgaben auf ihre Rotwendigkeit nachzuprüfen. Wer nun in den letzten Jahren die Gelegenheit wahrnahm, einige der sinnfälligsten Wirkungen der städtischen Wirtschaftspolitik zu beobachten, der muß sich, wenn er solche Worte hort, doch fragen, ob hier nicht die Begriffe über notwendige Ausgaben bei der Stadtverwaltung und in einer Privatwirtschaft so verschieden sind, daß der Begriff der notwendigen Ausgaben, wie er bei der Stadtverwaltung angewendet zu werden scheint, einer Rachprüfung bedarf. Der Außenstehende tonnte vor zwei Jahren beobachten, wie gleichzeitig der Reubau der Markthalle, der Schule in den Eichgärten und der Siedlung in'der Schwarzlach in Angriff genommen wurde. Aus der Tatsache, daß bis heute nur die Wohnungen in der Schwarzlach fertiggeftellt worden sind, während nach meiner Beobachtung dec Markthallenbau mehr als ein Jahr ruhte, die Schule in den Eichgärten völlig ruht, ergibt sich zunächst einmal, daß man sich bei Inangriffnahme der Arbeiten ganz einfach übernommen hat. Es wäre nun interessant, einmal zu erfahren, wieviel man in jedem Rechnungsjahr für jeden der Baukomplexe ausgegeben hat und was in jedem Jahr an Zinsen ausgegeben worden ist. Da diese Bauten bisher keinerlei Ertrag bringen, sondern zwecklos herumstehen, so sind diese Zinsen glatt verloren. Hätte man nur soviel angefangen, als man bewältigen konnte, so hätte ein Teil fertiggestellt und in Benutzung genommen werden können, so aber müssen die Zinsen, statt durch Einnahmen, durch Steuern aufgebracht werden. Wieviel betragen diese für jedes Jahr? ilnö wenn sie nicht zu bezahlen wären, was konnte damit an Steuern gespart werden. Kann unter diesen Umständen die Stadtverwaltung wirklich behaupten, sie habe „die Ausgaben auf das Allernotwendigfte beschränkt". Weiter: Im vergangenen Jahre wurden für die Straßenbahn einige große neue Wagen on- gefchafst. In Benutzung habe ich sie leider sehr wenig gesehen. Ich habe einmal einen Strahen- bahnwagensührer nach den neuen Wagen gefragt; er sagte, sie kämen nur bei besonderen Gelegenheiten heraus, ständen aber sonst im Depot. War es wirllich notwendig, solche Wagen, die gelegentlich bei irgendwelchen Festen einmal gefahren werden, anzuschafsen? Welche Rente erbringen sie, wenn sie im Jahre einige Male gefahren werden? Was kosten sie an Zinsen? Weiter: Früher fuhr man den Müll in Pferde- toagen ab und die Straßen wurden von Straßenkehrern gereinigt. Jetzt hat man Straßenkehrmaschinen angeschafft und Automobile für Müllabfuhr. War das eine notwendige Ausgabe? Was bis vor zwei Jahren, seitdem das erste Auto für Müllabfuhr angeschafft wurde, ging, soll das heute nicht mehr gehen? Wieviel Erwerbslose konnten mit Straßenreinigung beschäftigt werden, wieviel Fuhrunternehmer, die ihre Pferdefuhrwerke für billigen Preis vermieten, hätten hier Arbeitsgelegenheit gehabt! Roch in allerletzter Zeit mußte aber ein solcher Müllabfuhrwagen hinzugekauft werden. Wie teuer stellen sich diese im Betrieb gegen den Betrieb durch Pferdefuhrwerke? And wie steht es mit dem übrigen städtischen Autopark? Weiter: Welche Grundstücke hat die Stadt Gießen in den letzten Jahren erworben und war der Erwerb eine unbedingte Rotwendigkeit. Auch hier Arbeit der gesamte Inhalt dieser Grabkammer untersucht worden, so daß die mannigfachen Beigaben, die man für die Tote ausgestellt hatte, gerettet worden sind. Durch die sorgfälttgste und überaus scharfsinnige Beobachtung der Lage der zerfallenen Stücke konnten die meisten wieder her- gestellt werden. Auf diese Weise siird uns Werke des ägyptischen Kunstgewerbes aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend beschert worden, die mit ihren einfachen geschmackvollen Formen und mit ihren anmutigen Ornamenten die größte Bewunderung heraussordern. Von den auch fitl- turgeschichtlich interessanten Gegenständen möchte ich das Bett der alten Königin erwähnen, dessen Löwenfüße mit Goldblech überzogen waren. Lieber ihm erhob sich einst ein Betthimmel, der von Pfosten und Säulchen mit Palmenkapitellen getragen wurde, und der sich durch einen linnenen Vorhang schließen ließ, ein Möbelstück, das uns durchaus modern anmutet. Ein mit Goldblech und Fayenceeinlagen geschmückter Kasten diente wahrscheinlich dazu, die genannten Vorhänge des Betthimmels aufzubewahren. Armstühle und Trag- feffel vervollständigten das Mobiliar der Königin, die in einem goldenen Schmuckkasten ihre silbernen, mit reizvollen Einlagen verzierten Arm» und Fußringe aufbewahrt hat. Gewiß sind Stücke ähnlicher Art auch schon früher in den ägyptischen Gräbern gefunden worden, aber die hier entdeckten find von durchaus neuen Formen und entstammen einer Zeit, aus der bisher nichts ähnliches zutage gekommen war. — Ein ganz überraschendes Ergebnis brachte die Oeffnung des Sarges. Als in Gegenwart staatlicher Behörden fein Deckel gehoben wurde und man mit voller Erwartung, ähnlich wie im Tutanchamon-Grabe, die geschmückte Mumie der Königin zu erblicken hoffte, fand man die Steinkiste leer; nicht ein Leinwandfetzen, nicht ein Knochen war darin. Wie es gekommen ist, daß man einst den inhaltlosen Sarg der Königin mit all den kostbaren Beigaben hier sorgfältig bestattet und vermauert hat, ist ein Rätsel, dessen völlig befriedigende Losung wohl kaum je gefunden werden wird. Ein kunst- und kulturgeschichtlich vielleicht noch wichtigeres Gegenstück zu dem Grabfund der ägyptischen Konigin-Vkutter lieferte auf babylonischem Boden die 1927. 28 dem Engländer W 0 0 lley geglückte Entdeckung mehrerer Konigsgräber in Ur, dem Heimatsorte des biblischen Abraham. In ihnen enthüllt sich ein Reichtum der Bestattung, der dem der kostbarsten ägyptischen Gräber kaum nachsteht, und der uns den höchsten Stand der Kulturentwicklung offenbart. Gegenstände aus Gold und Silber find überreich vorhanden, nicht nur persönlicher Schmuck, sondern auch Gefäße, Schwerter, ja sogar Werkzeuge aus Edelmetall. Vasen aus Stein sind zahlreich, feltener Decher und Schalen aus Obsidian und Lapislazuli, der von dein Juwelier mit Vorliebe zu kleineren Schmuckstückes verarbeitet worden ist. hatte ich Gelegenheit, Beobachtungen zu machen, die mir zu Zweifeln Veranlassung gaben. Das sind einige wenige Punkte, die einem Außenstehenden auffallen konnten. Der Staate- kommisfar sollte zunächst einmal einen Blick auf die Ausgabenseite werfen, den Haushalt nachprüfen und alle unnötigen Ausgaben rücksichtslos streichen. Die Fehler, dte auf der Ausgaben- feite in den letzten Jahren gemacht worden sind, sind nur schwer wiedergutzumachen. Man soll zum mindesten über sie sich im klaren sein, um anderen auf die Spur zu kommen und lünftige zu vermeiden. Die Einschränkung der Sttatzenbahn aber beweist schon, daß es noch mehrerlei Wege gibt, die Ausgabcnseite entlasten zu können, bevor man zu untragbaren neuen Steuern schreitet. Andere Städte haben als unrentabel sich erweisende Betriebe und Unternehmungen wieder aufgegeben. Auch in Gießen hat man den Fehler gemacht, die Kräfte der Stadt zu überspannen. Die Erkenntnis dieser Tatsache ist das erste, was nottut. Ist -erst diese einmal da, dann wird sich künftig auf eingeschränkter Basis zum mindesten leichter wirtschaften lassen. ö.J.-fport Iußball der Gießener Mannschaften. Die angesetzten Spiele dcr ersten Mannschaften dcr hiesigen Vereine mußten der schlechten Plah- vcrhältnisse wegen ausfallen. „Germania" Marburg sagte den hiesigen 1900ern noch am Samstagabend ab, die Fechenheimer konnten das Spiel gegen die erste Elf des VfB. ebenfalls nicht zum Austrag bringen, da der VsB.-Plah zur Hälfte unter Wasser stand. Dagegen trugen die unteren Mannschaften mit wechselndem Erfolg einige Spiele aus. Vor vielen Zuschauern siegte die Ligareserve von 1900 über die erste Mannschaft von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg mit 2:1 nach einem rassigen Kampfe, der die Zuschauer von Anfang bis zum Ende in Spannung hielt. Die dritte Mannschaft verlor gegen Garbenteich auf grundlosem Platze in Garbenteich mit 5:3. Die vierte Mannschaft weilte in Daubringen, spielte gegen die dortige zweite und gewann hoch mit 9:1. Die Jugend gewann gegen Lollars Jugend 4:0. Das Spiel der Ligareserve des VfB. gegen Lollars erste Mannschaft in Lollar verlief sehr dramatisch. Bei dem S.ande von 4:2 Lollar wurde dcr Kampf abgebrochen, die Zuschauer drangen in das Spielfeld und es kam zu erregten Auseinandersetzungen, in deren Verlauf ein VfB.er verletzt worden sein soll. Die dritte Mannschaft trug in Bieber ein Verbandsspiel gegen die erste des dortigen Sporwereins aus und gewann mit 3:2. Das Spiel wurde als Gesellschaftsspiel aus- getragen, da der Schiedsrichter nicht erschien. Fußball in Heffen-Hannover. Jaooritenficge. Von den Spielen des Sonntags fielen die ange- fetzten Treffen Hessen 09 gegen SC. 03 Kassel und Groß-Almerode gegen Einbeck 05 wegen der sehr schlechten Platzoerhältnisse aus. In den restlichen Kämpfen gab es einige für die weitere Tabellenge- ftaltung bemerkenswerte Ergebnisse. In der S ü d g r u p p e setzte sich Kurhessen Marburg mit einem 5:3-Sieg über Hessen-Hersfeld wieder an die Spitze der Tabelle. Auch Borussia Fulda, die Spielverein Kassel mit einem 4:2-Sieg aus dem engeren Meisterschastswettbewerb ausschalten konnte, rückt auf den dritten Tabellenplatz vor. Nach den noch ausstehenden Spielen zu urteilen, dürfte den Niarburger Kurhessen in dieser Gruppe die Meisterschaft kaum zu nehmen sein, da es sich bei den noch ausstehenden Spielen zum größten Teil um schwächere Gegner handelt, während sowohl Sport Kassel wie auch Borussia Fulda noch schwere Kämpfe zu bestehen haben. Hermania Kassel konnte Germania Fulda mit 2:0 (1:0) schlagen und damit vom vorletzten auf den fünften Tabellenplatz vorrücken. Nach Verlustpunkten gerechnet, stehen die Hermannen sogar noch vor Hessen Hersfeld. In der 91 orbgruppe überraschte der hohe Sieg von Göttingen 05 über 6p. Vg. Göttingen, da klütere in den vorhergegangenen Spielen recht achtbare Ergebnisse herausgeholt hatte. Göttingen 05 scheint tatsächlich die stärkste Mannschast dieser Gruppe zu sein. Auch Kurhessen Kassel fertigte Grone mit 5:1 ab, so daß die Situation in dieser Gruppe noch völlig ungeklärt ist. Vier 9.stannschaflen der Spitzengruppe haben noch Aussichten auf den Meistertitel. Süddeutsche Fußballmeisterschaft. Bei den ersten Endspielen um d e süddeutsche Fußballmeisterschaft gab es besonders in den Trostrunden manche Äeberraschung. So wurde in der Abteilung Süd ost der 1. FC. Nürnberg in Augsburg von den Schwaben 2:1 (2:1) geschlagen und in der Abteilung Rordwest verlor Rot- Weiß Frankfurt auf eigenem Platz gegen FV. Saarbrücken 1:3 (1:2). Die b.'iden Spiele in der Meisterrunde brachten harten Kampf. Eintracht Frankfurt holte sich mit einem 3:2 (2:0) in Bückingen die ersten Punkte und die Sp. Vg. Fürth tonnte zu Hause den FK. Pirmasens nur knapp 2:1 (2:0) bezwingen. Süddeutsche Entscheidungsspiele. SB. Waldhof Rheinmeister. Die Entscheidung in der Rheinmeisterschaft zwischen den beiden punktgleichen Rivalei, SV. 'Waldhof und Phönix Ludwigshafen fiel mit etwas Glück zugunsten dcr Waldhofer aus. SV. Waldhof, dcr noch am Vorsonntag gegen den Abstiegskandidaten FG. Kirchheim wirllich nicht gefallen konnte, erwies sich in diesem Treffen Phönix ebenbürtig. Das einzige Tor des Tages fiel in dcr 31. Minute, und zwar durch einen Rachschuh von Ofer. Handball-Meisterschaft im Turngau Hessen (OT ) Io. wehlar-Rieder-Girmes Gaumeisler. Auf dem Bad-Nauheimer Sportplatz trafen sich am gestrigen Sonntag die beiden Bezirtsmeister der Handball-Meisterklasse des Turngaucs Hessen, Tv. 1860 Bad-Nauheim und Tv. Wetz- lar°Nieder-Girmes, zum zweiten Entscheidungsspiel um die Gaumcisterschaft. Bor zahlreichen Zuschauern entwickelte sich ein äußerst spannender und zum Teil recht scharfer Kampf. Bad-Nauheim, mit 10 Mann spielend, führte zunächst 1:0; Wetzlar-Nieder-Girmes glich aber kurz vor Halbzeit aus. Nach Seitenwechsel war Bad- Nauheim vollzählig und spielte zunächst überlegen. Durch weites Aufrücken seiner Verteidigung errang dann Wetzlar-Nieder-Girmes bei einem Durchbruch das Führungstor. Obwohl Bad-Nauheim nochmals ausglich, gelang es der Mannschaft von der Lahn kurz vor Schluß noch, das Spiel 3:2 für sich zu Im merkwürdigen Gegensatz zu der reich entwickelten, materiellen Kultur steht der Brauch, daß bei der Bestattung der Könige und ihrer nächsten Angehörigen zahlreiche Menschenopfer dargebracht wurden, eine Sitte, von der bisher weder durch literarische Rachrichtcn, noch durch sonstwelche Spuren irgend etwas bekannt war. In einem Königsgrabe lagen am Ende der Rampe, die in das Grab hinabführte, sechs Leibwächter mit Kupferhelmcn und Speeren, in der Grabkammer selbst neun Hofdamen mit ihrem äußerst kunstvoll gearbeiteten goldenen Kopfputz. Dem Civgang gegenüber standen zwei schwere, vierrädrige Karren mit je drei angeschirrten Rindern, die Knochen der Kutscher fanden sich in den Karren, die Gebeine der Knechte ruhten vorn beim Kopse der Rinderskelette. In der Gruft einer Königin lagen in zwei parallelen Reihen die Hofdamen und ein Harfner mit feinem wundervoll verzierten Instrument. Es kann kein Zweifel bestehen, daß alle diese Personen bei der Beisetzung ihrer Herren hingemordet worden sind, um denen, denen sie im Leben gedient hatten, auch im Tode nahe zu fein. Die Gräber gehören dem Volke der Sumerer an, das schon im vierten vorchristlichen Jahrtausend im Unterlauf der Zwlllingsftrome Euphrat und Tigris ansässig war. Rach jahrhundertelangem Ringen sind sie dann später den von Rorden her vordringenden semitischen Akkadern unterlegen und völlig vom Schauplatz der Geschichte verschwunden, bis sie erst vor sechzig Jahren dank dcr Entzifferung der kcilfchrist- lichcn Llrtunden ihre Wiederauferstehung in der Wissenschaft feiern konnten. Jetzt wissen wir, daß dieses Volk eine hohe Kultur besessen hat, daß es dcr Lehrmeister seiner Öleberwinder gewesen ist und nicht wenig zur Entwicklung des Menschengeschlechtes beigetragen hat. Lustiges von schwarzen Dienstboten. „Es ist für eine Hausfrau feine kleine Heber« raschung, wenn sie bei einem Besuch in der Küche eines Morgens einen ihr vollkommen fremden Koch antrifft, der das Frühstück bereitet", so erzählt eine englische Aristokratin, Lady Betty Sherbrooke Walker, die in der Kenja-Kolonie ein Hotel hat und von ihren Erlebnissen mit ihren schwarzen dienstbaren Geistern plaudert. „Wo ist mein Koch und wer bist du?" fragte ich. „Ich bin dein neuer Koch, Memsahib", erwiderte der schwarze Boy in Suaheli. „Dein Boy Wambugu ist für einen Monat weggegangen. Er ist mein Freund, und ich tue seine Arbeit." „Warum ist er weggegangen?" Der Boy grinste, wobei er eine wundervolle Reihe schneeweißer Zähne, die alle zugespiht waren, zeigte: „Seine Ziege ist krank, Memsahib." „Aber seine Frau kann doch nach der Ziege sehen!" „Ja, aber er will eine neue Frau kaufen, Memsahib." „Hnfinn, er hat sich doch erst im Vorjahr eine gekauft und braucht doch keine neue." „Rein, aber er mußte nach feinem Bruder sehen und ihm einen Schilling borgen, damit der sich Medizin kausen kann." So verwickelt diese Gründe erschienen, so hatten sie doch ihre Berechtigung. Wambugu war im Besitz von ein Paar Frauen, aber er handelte seit einiger Zeit um eine dritte. Der Vater der Dame verlangte als Kaufpreis 15 Ziegen. „Gestern wurde eine von Wambugus Ziegen bezaubert", berichtete der neue Koch weiter, „und sie hat Schaum vor dem Mund, sie wird sicher sterben, und Wambugu will seine Frau noch schnell kaufen, bevor sie stirbt, besser eine lebendige Frau als eine tote Ziege." „Was ist denn los mit der Ziege?" fragte ich. „Ich weiß nicht, Memsahib, aber Wambugu nahm die kleine Röhre mit weißer Farbe, mit der du dir deine Zähne malst, mit nach Hause, um sie seinen Kindern zu zeigen. Er wollte sie gleich wieder zurückbringen, aber die Ziege fraß sie und seitdem ist ihr Maul wie das Euter einer Kuh, aus dem Milch läuft. Es ist schlechte Medizin, und die Ziege wird sicher sterben." Ich sand mich mit dem Verlust meiner Zahnpasta ab und ebenfo mit dem neuen Koch, der etwas besser war als der alte. Die schwarzen Dienstboten in Kenja tragen alle die Rationaltracht der Suaheli, ein langes weißes Gewand, das vom Hals bis zu den Knöcheln geht • und einen roten Fez mit schwarzer Troddel, sie würden niemals das Haus in Schuhen betreten, sondern gehen barfuß. Cs find sehr anstellige Leute, die sich die größte Mühe geben, die Wünsche ihrer Herren zu befriedigen und auch ganz ehrlich sind. Rur muß man sich auf ihre seltsamen Gedankengänge ein- ,richten, wenn man mit ihnen auskommen will." Hochschulnachrichten. Professor Dr. Emil Karl Frey in Berlin hat den Nus auf das Ordinariat der Chirurgie an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf als Nachfolger von Professor von Haderer angenommen und bereits seine Ernennung zum Ordinarius in Düsseldorf erhalten. — Wissenschaftliche Beihilfen: Die Preußische Akademie der Wissenschaften hat durch ihre physikalisckx-mathema- tische Klasse bewilligt: 2400 NM. für die Bearbeitung des „Jahrbuches über die Fortschritte der Machematik", 200 NM. für die Fortführung der „Opuscula Ichneumonologica" des Prof. Dr. Otto Schmiedeknecht in Blankenburg i. Th., 2000 RM. für die Bearbeitung des „Speziellen Kanon der Sonnenfinsternisse für Vordersten und Aegypten für die Zeit von 4000 bis 900 v. Chr." durch Prof. Dr. Paul Viktor Neugebauer in Berlin und 1000 RM. für die Fortführung der geologischen Untersuchungen in der spanischen Trias durch Prost Dr. Martin Schmidt in Quedlinburg. Thüringer Awelerbob-lNelskerschast. In Oberhof gelangte im Sonntag die Meister- jchaft im Zweierbob Thüringens zur Durchführung. Sieger wurden Röhr-Schröter mit „Oberhof 3" vor Düsedau-Frick mit „Astridel. Esko ISrvinen Llmateurtrainer in Thüringen. Mit Unterstützung privater Kreise ist es jetzt dem Thüringischen Wintersportverband gelungen, den besten finnischen Skispringer und hervorragenden Langläufer Esko Järoinen als Amateurtrainer zu verpflichten Järoinen, der u. a. 1929 in Zakopane innerhalb der Kombination den Langlaus gewann und im Gesamtergebnis den dritten Platz hinter den Norwegern Vinjarengen und Stenen belegte, wird zunächst in verschiedenen chüringischen Wintersportorten Spezialkurse abhalten und dann die thüringische Auswahlmannschaft für die FJS.° Rennen in Oberhof trainieren. * SC. Riehersee — Berliner Schlittschuhklub 3:0. Der Berliner Schlittschuhklub weilte am Sonntag mit einer kombinierten Mannschaft bei dem SC. Rießersee und mußte eine 3:0 (0:0, 0:2, 0:l)-Nieder- läge hinnehmen Die Südbayern waren den Spielern aus der Neichshauptstadt stark überlegen, um so mehr, als bei ihnen der bekannte kanadische Spieler Watson mitwirkte. Kurze Sporinotizen. 145 Meldungen sind für die Sternfahrt nach Monte Carlo eingegangen, darunter auch verschiedene aus Deutschland, so fünf aus Königs- berg, zwei aus Berlin und eine aus Hamburg. * De r tschechische Amateurmeister Zidenice Brünn wurde in Frankfurt vom Fuh- ballsportverein hoch mit 7:1 (3:1) geschlagen. * Die indische Hockeymannschaft wurde nun auch in Essen geschlagen, sie verlor in einem torreichen Spiel gegen „Stuf" mit 5:9. * Die australische S chwi mmerin Bonnie Mealding stellte in Sidney im 150-Bards- Rückenschwimmen mit 1:54,6 Minuten einen neuen Weltrekord auf. • Die für Januar vorgesehene Sitzung des erweiterten DFB.-Borstandes wurde auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. * Reichspräsident von Hindenburg hat das Protektorat über die Ostpreußenfahrt für Motorräder übernommen. * William Tilden trug sein letztes Spiel als Amateur aus, er schlug seinen jungen Landsmann Lott 6:1, 8:6, 6:4. * D r. Peltze r will sich eingehend auf die Olnrn- pischen Spiele im kommenden Jahre vorbereiten. Der Stettiner Weltrekordmann beabsichtigt in Los Angeles die 800 Meter zu laufen und will sich auch über 400 Meter genügend in Form bringen, um evtl, auch in der Staffel starten zu können. Dr. Peltzer glaubt, daß er trotz seines Alters — er wird jetzt 31 Jahre — auch 1932 noch gute Leistungen vollbringen kann. llm die deutsche Schwergewichiö- meisterschast. Der Titelverteidiger im deutschen Schwergewicht, Hans Schönrath-Krefeld, wird am 2. Februar in Dortmund gegen Hein Müller-Köln einen Kampf um die Meisterschaft austragen. Oberbeffen. Ein Halbmillionen Projekt in Bad-Nauheim. WDR. Bad-Rauhei m, 4. Jan. Der h.efigen Bad- und Kurverwaltung wurde vom hessischen Finanzminister aus dem Erneuerungsstock des Baues ein Betrag von 475 0 0 0 Mark zur Verfügung gestellt, um die Kesselanlage in ihren Berrieben zu erneuern und diese selbst wärmewirtschaftlich umzu stellen. Den Kernpunkt dieses HalbmUwnen-Projektes bildet die Aufstellung einer neuen Kesselanlage, mit der eine Erneuerung der gesamten Rohrleitungen im Kesselhaus, der Dau einer Heißwasserbereitung! anlage nebst Wärmespeicherung, einer me- chani ch.n Koh!e ien la e- und -tranüpcrtanlage. lotoie einer Sch ack n ranuprr.anlaze u d d.e Umschaltung des Transformators nebst Anschluß an die staatlichen Kabel Bad°Rauheim—Wölfersheim verbunden ist. Schließlich steht damit im Zusammenhang die Errich ung eines Arbeiteraufenthaltsraums, einer Wertstätte und eines neuen Hochspannungsschaltraumes. i?rtnDtvv >) crcn x» Leihgestern, 3. Januar. Am 6., 7. und 8.Juni feiert der Gesangverein „Eintracht" sein 7 0. Stiftungsfest, mit dem ein Gesangwettstreit verbunden werden soll. Die Rundschreiben an zahlreich auswärtigen Vereine hatten viele Rückfragen und schon teilweise Zusagen zur Folge, so daß der am 1. Februar stattfindeyde Delegiertentag einen guten Besuch aufweisen durfte. ?r. Lang-Göns, 4.Jan Der hiesige Krie- gerverein hatte zu einem Familienabend am Samstag eingeladen, der in der Turnhalle stattfand und sehr gut besucht war. Rach Begrüßungsworten des Vorsitzenden, K. Kd. N e r n, sprach Herr Reu - ter aus Dornholzhausen und führte die Zuhörer im Geiste auf die Schlachtfelder und Soldatenfriedhöfe Frankreichs. Dem zweistündigen Vorträge folgten zahlreiche Lichtbilder. Die packende, volkstümliche Redeweise des Vortragenden gefiel allgemein, man spendete reichen Beifall. Der Reinertrag der Veranstaltung wurde für die Kriegsgräberfürsorge bestimmt. 0 ©rüntngen, 4. Jan. Der Gesangverein „Eintracht" hielt am Samstag feine 9. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Herr Buh konnte in seinem Rechenschaftsbericht mit Befriedigung auf die im Vorjahre geleistete Arbeit zurückblicken. Die Rechnungsablage durch den Rechner Karl Lei- d i ch ergab den ansehnlichen Ueberschuh von 196 Mark. Die finanziellen Verhältnisse des Vereins sind als sehr gut zu bezeichnen. Der seitherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Kaufmann Christian Schäfer (Mainz) wurde in Anbetracht seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. * ß i d). 4 Jan. Der Turnverein Lich hielt sein diesjähriges Iß interner gnügen ab. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach einigen einleitenden Musikstücken turnten die aktiven Turner unter der Leitung ihres Turnwarts Heinrich Volz rhythmisch gut durchgearbeitete Freiübungen. Anschließend trat die Turnerinnenabteilung unter der Führung von Turner Karl Volz auf und fand mit ihren rhythmischen Hüpf- und Schwungübungen, sowie ihren Barrenübungen allge- meine Anerkennung. Den Höhepunkt des Abends bildete ein von Turnern und Turnerinnen aufgeführtes Theaterstück, das herzlichen Beifall fand. Musik und Tanz beschlossen den Abend. Kreis Schotten. □ Laubach, 4. Jan. Im abgelaufenen Jahre wurden auf dem hiesigen Standesamt 48 Geburten, 12 Eheschließungen und 35 Sterbefälle eingetragen. Hiervon entfallen 18 Geburts- und 14 Sterbefälle von auswärts auf das hiesige Krankenhaus. run g mänen und Forsten, nach dem der Gemeinde des Do. für von Ge- (gut Zonn unti stehenden Atlike Publikum fltfli Nochmals die Licht nur de sondern auch hat das 6täbt gc schenk der L der oberen Ra nun schon zum und man kann i Anordnung zufti Fülle von ü n a tvechselunge einen solchen Selbst heute ton noch ost Tenor Numerierung vv scheinlichen Tor Vio'Hummcrn 3 Dutenhofen 3. Jan. In der jüngsten Sitzung der hiesigen Gemeindevertretung Kirche und Gchule. VnnDfrctö toteren. V Watzenborn-Steinberg, 2. Jan. Im abgelaufenen Jahre wurden in unserer Gemeinde 43 Kinder getauft, 24 Paare getraut und 23 Per-' fönen kirchlich beerdigt. Konfirmiert wurden 15 Kinder. O Holzheim, 3.Jan. Im verflossenen Jahre wurden in der hiesigen evangelischen Gemeinde bei einer Seelenzahl von rund 1200 Evangelischen getauft 29 Kinder (15 Knaben, 14 Mädchen)-, konfirmiert 10 Kinder (5 Knaben, 5 Mädchen), getraut 9 Paare, beerdigt 13 Personen-, das hl. Abendmahl empfingen 1600 Personen (801 Männer, 799 Frauen). Rf fesU’ tlM- SllUifjt’r rfes Ssr* Ad. tot«” 3otii ° . M-chrr ge< v sind fast83 • «IW 5Jodenhas 2in!shandlung-.n Stauungen und l Psaner leidrr.no istmdd--Sl-n aud) im neuen mngsveise verseh Lühellin Eintragungen toui jahr in unserer . lauft, 15 Schüler und 1 Sterbesälle anstalleten Samn Kreise Mhlar Kartoffeln, 6 Ze. waren und 10 Verden. Oer Gtaaiskommiffar. Groß-Gerau, 3.Jan. (WEN.) Als erste Gemeinde im Kreise Groß-Gerau hat jetzt die Stadt Gernsheim einen Staatskommissar erhalten. Nachdem der Gemeinderat die Deckungs-- mittel für den Nachtragsetat nicht bewilligte, hat das Ministerium den Regierungsrat Dr. Wolff vom Kreisamt Groß-Gerau bestellt, der seinerseits die erforderlichen Steuern nach kurzer Prüfung fest« legte. VerraivonZ-lA -Betriebsgeheimnissen WSR. Frankfurt a. M., 3. Jan. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Färberettech- niker Albert Frohmader Anklage wegen Verrats von Betriebsgeheimnissen zum Rachteil der J.-G.-Farbenindustrie erhoben. Mitangeklagt sind zwei auswärtige Färberei- fochleute. denen zur Last gelegt wird, daß sie den Frohmader zu dem Verrat angestiftet und die verratenen Geheimnisse zu Wettbewerbszwecken ausgenutzt haben. Frohmader, der Schweizer Staatsangehöriger ist, soll sich in Südamerika aufhalten. des neugewahlten Bürgermeisters, des früheren Syndikus der Bu- derusschen Eisenwerke, Dc. Bangert, do.. den Wasserleitungsbau ein Staatsdarlehn 25000 Mark bewilligt worden ist. Die meinde übernimmt das Darlehn zu den gestellten Bedingungen Bei günstigen Witterungsverhältnissen soll mit dem Bau der Wasserleitung Anfang Januar d. I. begonnen werden. wurde außer der Erhöhung der Umlagen auf die Realsteuern sowie der Einführung der B i e r ft e u e r und Bürger st euer zunächst Kenntnis genommen von-dein Erlaß preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, 0 Rudingshain, 3.Jan. Am Jahresschlüsse fand in unferci Küche eine schlichte Lichtbild» feier st unde statt. Nach einem Liede sprach Lehrer Schwarz über die Stellung des Christen zum Liede. Dann zeigte er in 50 Bildern von verschiedenen Meistern das Leben Jesu. Mit gemeinsamem Gesänge fand die stimmungsvolle Feier ihren Abschluß. Kreis Alsfeld. mr. Grebenau, 3. Jan. In dem benachbarten Wallersdorf wurden in der Reujahrsnacht an dem Gebäude des Gastwirts Schmelz eine Anzahl Fensterscheiben gewaltsam zertrümmert, lieber die Täter ist bis jetzt nichts bekannt geworden. Jedenfalls kann behauptet werden, daß es sich nicht um einen Scherz, sondern um eine woh.überlegke Tat, vermutlich um einen Racheakt handelt. Die Polizei hat sofort Ermittlungen angestellt. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 3. Jan. Regierungspräsident v. S y b e l nahm gestern die E i n f ü h - WWWWWW entscheiden. Anzuerkennen Ist beim Sieger der aroße 1 Eifer, der die Mannschaft von Meisterschaft zu I Meisterschaft führte. Im vergangenen Jahr wurde Wetzlar-Nieder-Girrnes -^Meister, in der dies- winterlichen Runde zunächst Bezirksrneister und nun Gaumeister To. Wetzlar-Nieder-Girrnes spielt nach diesem Erfolge in der nächsten Derbandsrunde nun in der Kreisklasse, ohne vorher an Ausstiegspielen sich beteiligen zu müssen. Bad-Nauheim als Gauzweiter nimmt an den Aufstiegspielen zur Kreisklasse teil. Gelingt es der Mannschaft, sich im Kampfe mit den Gegnern der Gaugruppe Main-Lahn (Gaue Hessen, Kinzig, Frankfurt, Main-Taunus und Main-Offen- bach-Hanau) durchzusetzen, dann hätte der Gau Hessen außer Tv Wetzlar und Tv. Wetzlar-Niedergirmes noch eine dritte Mannschaft in der Kreisklasse. Gporigrößen von 1930. Körnig, der Doppelsieger bei der Akademischen Olympia in Darmstadt. 3m Ruderboot zur Badenburg. Die Reujahrsfahrt der Gießener Rudergesellfchaft Die Gießener Rudergesellschaft 1877 eröffnete wie üblich das neue Jahr mit einer Ruderfahrt nach der Badenburg. Trotz voraufgegangener Silvesternacht tarnen drei Vierer, der erste sogar in kompletter Sommerbesetzung, aufs Wasser. Allen Ru- berern sah man an, daß sie mit Begeisterung bei der Sache waren und sich freuten, nach langer Pause wieder einmal rudern zu können. Die Fahrt ging bei verhältnismäßig günstiger Witterung gut von- ftatten. Wegen der starten Strömung kostete es allerdings einige Mühe, das Ziel zu erreichen. Auf der Badenburg verbrachte man im Kreise weiterer Mitglieder, die sich zu Fuß und per Achse dort eingefunden hatten, in angeregter Stimmung eine kurze Stunde fröhlichen Beisammenseins. Bei anbrechender Dunkelheit kamen die Boote zurück Mit einem „Glück auf!" für eine erfolgreiche Rudersaison 1931 wurde die erste Fahr im neuen Jahre beschlossen, sie wird allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben. Aus dem Wintersport-Lager. Erstes Skispringen im har;. Bei schönem Winterwetter und guter Schneelage veranstaltete am Samstag der Wintersportverein Br a u n l a g e unter starker einheimischer Beteiligung das erste Skispringen im Harz. Sieger blieb Wilhelm Kuert (Braunlage) mit drei gleichmäßigen Sprüngen von 28,30 und 30 Meter vor seinen Landsleuten Hermann Kühnold (3mal 28 Meter) und Erich Meyer 28, 331 gestürzt, 28 Meter). Der Harzer Skimeister Richard Kuert kam bei seinen beiden letzten Sprüngen zu Fall und wurde dadurch nur Fünfter. Die kleine Motette. Vornan von Paul Hain 10. Fortsetzung Nachdruck verboten. Einen solchen Mann ließ man im Ernstfälle nicht so leicht laufen! Da hatte ihre Eitelkett ein gewichtiges Wort zu sagen! „So, so — du willst frei sein —“ Sie wippte noch immer mit dem Fuß. „Entschuldige — ich biete dir die Freiheit", entgegenete er. „Mir?" Sie tat erstaunt. „Ich bin frei. Und ein Eklat — o ich brauche ihn als Rorma Relson nicht mehr. Das könntest du wohl wissen. Ich habe keine Reklame mehr nötig.“ Wördehofs nagte an der Unterlippe. „Ich weiß es. Cs geht auch nicht darum. Ich bin nut der Meinung, daß wir — uns nicht mehr verstehen. Du legst keinen Wert darauf, auch im Seelischen meine Frau zu sein. Und ich habe eingesehen, daß du eine besondere, mir wesensfremde Persönlichkeit bist und bleibst. Schauspielerin in Reinkultur! Grande damel Es liegt doch also kein Grund vor, daß wir beisammenbleiben!" „Ah — der Grund liegt schon vor, mein Lieber. Wir haben uns eben geheiratet —" Sie fühlte selbst die Schwäche dieser Opposition. „Du leidest nicht unter unserer Gegensätzlichkeit", fuhr Wördehoff fort. „Ich beneide dich darum. Aber ich — ich leide daran. Und. darum —“ Sie hob die Hand. „Rein, sie wollte nicht! Triumph war in ihr. Hier war ein Mittel — vielleicht — seinen künstlerischen Eigensinn zu brechen. Sollte er das Stuck umschreiben — ihr eine Bombenrolle schaffen — dann — ließe sich vielleicht reden! 016er dann riß der Erfolg chn vielleicht doch wieder ganz ihr zu! Ein neuer, großer Erfolg — wen hätte der nicht schon ganz anders gemacht! Olber nicht jetzt davon reden. Roch war es nicht Zeit dafür. „Ich willige nicht ein, Hubert. Ich denke nicht daran! Und mit Gewalt — wirst du hier nichts erreichen. Ich habe mir nichts vorzuwerfen." Wördehoff lachte bitter auf. O nein — er wußte das! Er konnte ihr nichts vorcherfen, was eine Scheidung begründen würde. Sie — flirtete ja nur. Sie spielte. Sie war Schauspielerin genug, um zu wissen, wo und wann man das Spiel aufhören lassen mußte, um Katastrophen zu vermeiden. Die brachte immer nur der letzte Akt! „Also — du willst nicht?" „Rein —" „Das heißt — du — liebst mich noch?" „Cs ist immerhin möglich", antwortete sie und blickte ihn blinzelnd an. Da stand er mit einem Ruck auf. „Möglich! Was soll das? Rorma — das ist nicht die Art, mit der man ernste Dinge bespricht —" „Ich nehme sie auch nicht ernst", antwortete sie brüsk. „Ich will nicht —“ Er steckte die Hände in die Taschen. Eine tiefe Falte stand quer in seiner Stirn. „Darum war diese Ehe auch — nichts Ernstes", murmelte er. „Ich weiß es. Du bist die Lerchtig- keit — und ich die Schwere. Also gut — ich kann dich nicht zwingen. Ich werde lernen müssen, Geduld zu haben. Trotzdem — überleg’ dir's." „Ich habe überlegt." — — — So endete diese Unterredung. Nichtsdestoweniger — Wördehoff kam ooh dem Gedanken einer Trennung nicht los. Und konnte es keine für immer sein, so eben eine zeitweilige. Rur einmal erst zur Ruhe kommen! Möglich, daß er nachher doch alles mit — milderen Augen sah. Olber vorerst mußte er Ruhe haben — aus diesem lauten gesellschaftlichen Trubel heraus sein! Mit sich selbst vollkommen ins Reine kommen. Reisen! Sonst hatte er mit Rorma Reisen unternommen. Luxuriöse Reisen in Orte, wo man nie allein war! Wo man die gleichen bekannten Gesichter wiederfand wie in Berlin. Wie lange war es her, daß et nicht mehr allein, den Rucksack auf dem Rücken, den Stock in der Hand, durch die Welt gewandert war! Froh der Vogelfreiheit! Froh im Schauen und Wandern! Durch stille Wälder hin — über einsame Berge — durch kleine Dörfer. Und sein Dichterherz voll Jubel und Lust, wenn auch die Geldtasche schlecht bestellt war! Reisen! Allein! So wie früher! Der Gedanke nahm immer festere Formen an. Einige Tage nach jener Unterredung mit Rorma sagte er es ihr. „Ich werde wegfahren. Ich muß — Distanz haben zu all dem, was hier geschehen ist. Ich will vergessen." „ Olh — reisen willst du!" Sie kräuselte die Lippen. „Unddarf man fragen wohin?" Er zuckte die Schultern. „Weg! Einfach weg! Richt in einen der überlaufenen Kurorte, die ich zur Genüge kenne. Ich sagte dir ja, ich will vergessen. RichtS sehen und Horen von dem Trubel." „Und ich?" „Du? Du wirst auch reifen — vermute ich. Hollmann schließt ja das Theater in nächster Woche, soviel bekannt ist." „Ja Sie spielte mit dem leuchtenden Brillantring am Finger und drehte ihn hin und her. „Auch dir wird es gut tun, Rorma — einmal eine Weile ohne mich zu fein. Wir haben uns sowieso nichts mehr zu sagen gehabt — in letzter Zeit." Sie lachte kurz auf. „Olein — gewiß nicht. Du hast recht." „Also — es wird für beide Teile gut fein, Rorma, denke ich —" „Gut sein? Mir ist es gleich, Hubert. Steife du wohin und fo lange du magst. Wohin meine Reise mich führen wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht nach Scheveningen — oder nach Tegernsee — interessiert es dich?" „Es wäre gut, wenn ich es wüßte. Olber noch ist es ja nicht so weit. Ich jedenfalls —" Er sah zum Fenster hinaus. Run war draußen alles grün und bunt. Die hohen Bäume vor dem Hause hatten ihr volles Laub. Und die (Sonne schien breit ins Zimmer hinein. Wie wunderbar mußte es in der Welt sein — jetzt — wo alles in Blüte stand. „Vergessen — vergessen" — summte fein Blut! Allen Olerger — alle Nervosität — alles Gedenken an die Zukunft! „Ja — ich werde jedenfalls schon in den nächsten Tagen fahren. Ich mutz noch überlegen, wohin ich mich wenden soll —" „Ditte — wohin du willst", sagte Rorma kühl. „Und — wenn du — aber du wolltest ja vergessen, nicht wahr?" „Wie? Ich verstehe nicht —" „Run — ich wollte sagen, daß du wohl einmal schreiben konntest, wohin dich der Wind getrieben hat. Wenn das nicht zuviel verlangt ist." „Aber nein, Rorma. Gewiß werde ich dir schreiben Zuweilen." „Cs soll mich freuen —“ So stand denn dieser Plan fest. Wördehoff fühlte bereits Reiselust im Blut. Alte Wandererinnerungen waren in ihm wach aus verrauschter Vaganten- und Studentenzeit. Und später — aus der Zeit einer reichlich mühseligen Journalistenepoche Sein Entschluß war gefaßt: Er wollte bis Magdeburg fahren und dann zu Fuß weiter. Dem Harz entgegen. Diesem lieblichsten aller deutschen Gebirge. Das wollte er dann durchqueren — wohin es ihn trieb - wohin Zufall, Laune und Anmut der Natur ihn zwang. Nur nichts Festes vornehmen. Und die breiten, allzu- breiten Heerstraßen vermeiden. Denn schon mochten auch dort die Autos der „rasenden Sommergäste" vorbeisausen, wenn es auch nicht so schlimm sein würde wie in den mondänen Tummelplätzen sogenannter Sommerfrischler. Noch hatte ja erst das Blühen da draußen angefangen.-- Ein warmer, sonnenheller Vorsommermorgen brach an. Wördehoff hotte schon am Abend vorher seinen Rucksack gepackt. Nun stand er im derben, bequemen Touristenanzug in seinem Zimmer. Sieben Uhr. Er hatte in Normas Boudoir am Abend einen Zettel hingelegt mit der Mitteilung, daß er am Morgen wegfahre. Sie war erst spät in der Nacht nach Hause gekommen, wie in all den letzten Tagen. Ob sie ihm „gute Fahrt" wünschen würde? Er lauschte. Olber keine Schritte liehen sich hören. Er mutzte wohl selbst zu ihr gehen und Adieu sagen. Leise schritt er durch die Räume. Den Rucksack umgeschnallt. Stand vor der Tür ihres Schlafzimmers. Klopfte an. Und da Norma sich nicht meldete, drückte er die Klinke herunter und trat über die Schwelle. Dämmerlicht! Die Fenster waren verhängt. Norma schien fest zu schlafen. Der Kopf lag in der vollen Welle des braunen Haares. Das Gesicht war fein gerötet. Ein unruhiges Zucken darin. Wördehoff trat näher. „Norma —" Oluf der Erde lag der Zettel. Sie schlug die Augen auf. Schien erstaunt zu fein, aber erinnerte sich dann schnell. „Olh — du gehst jetzt?" „Ja — es ist Zeit. Du hast doch den Zettel, gelesen?" „Gewiß. Entschuldige — ich war gestern in guter Gesellschaft. Es wurde spät. Olh — ich bin müde." — Sie zeigte ihre weißen, ebenmäßigen Zähne und lächelte. „Dann — reife gut, Hubert. Und — beunruhige dich meinetwegen nicht. Schreibe einmal —" Sie reichte ihm die Hand. Er stand einen Augenblick unschlüssig. .War daS — der Olbschied? „Auf Wiedersehen — Norma —“ Sie blickte ihn voll an. „Ja — auf Wiedersehen. Und komme — klüger zurück." Sie schloß bereits wieder die Augen. Er drehte sich um. Und sah nicht, wie sie nun den Blick wieder aufschlug und spöttisch feine rucksackbeschwerde Gestalt musterte. Die Tür fiel leise hinter ihm ins Schloß. ®t atmete tief auf. Nur hinaus aus der Wohnung! — (Fortsetzung folgt) werden. - M< der Grundstücke nicht zu umge&e, Su einem Zeitpu Eert. und zu neuen Adreßbuch ob es bei der Ltrohenteiles nie H den Zahle, ws en, etwas w auf später mögli, ©trafjenteil Olüd . ewigen Jahr in der Kaisern! Sin Tew Ä-M,en W «#nr Mo).* Sä-1,1 i ‘■«t-S,6"' i i ■ftssr lür,IIMnn ntn w ®aflöaö6 5% (ff (| " « N*nJN I ,n"* । 'brei »■ I 3on_ v tiut6en h bena^ I uÄ ua5 I •Wen. X , "6ung '{ «In, 11 «WSb," ®» m^n oon'»en? re teuer sZDr itofommiffor. ■ 3an. (5BS5l_) ©emeinberal die Deckung' Nieningsrat Sr. M ^bestellt, der |einer[ilü ■m nach kurzer Prüfung fest. ZeinebögeheiWiffey l 1 $}•■ 3. Jan. Dir Q* W den Farbereitech. hh!?!' ?nf> * m »Ebsgeheimnisfen T.-Fareemndustrie erhoben. Lei ausvärlige Färberei. »K ge!«gt wird, daß sie den Verrat angeftiftet und dir w zu Dettbewerbszw^cn Frohmader. der bchveizer i°C sich in Südamerika Schule. rne Wiegen. Steinberg,?. Im. In rurdcn in unterer Semeindi Haare getraut und 23 Herzt. Avniirmert wurden 15 l.Jan. Im verflossenen Jahn je m evangelischen Gemeinde bii £ rund 1200 Evangelischen gc I Knaben, 14 Mädchen)! konjiv Knaben, 5 Mädchen), getrau! Z Personen! das hl. Abendmahl nenM Männer, 799 Srauenj. wenn cs auch nicht so Wm rm mondänen Tummelplaheii • rfrischler. Aoch hatte ja ctfl ihm mgesmgen. - nmheiler Lorsommemorga fron am TIbcnb vorher |«J an stand er im derben, b» ^ug in seinem Zumer. h.wrs Fahrt" wünschen würde? uri.bie 3®®'^ LchlÄ- d tot ta * *t» * ft® UWE## jfSSS».*-] M. «'"Ä’ =*”* _ Jorma - N . _ NW »erfehem " SM S#' KreiS Friedberg. T" Melbach. 3. Ion. Nach den Eintragungen in die Kirchenbücher wurden im vergangenen Jahre 13 Kinder getauft, 10 Kinder (3 Knaben und 7 Mädchen) konfirmiert, 6 Paare getraut und 8 Personen beerdigt. Am Abendmahl nahmen 380 Personen teil. .v 8 Lllrich stein, 3. San. 3m Jahre 1930 wurden hier 13 Kinder getauft (im Vorjahre 14), 7 (81 Paare kirchlich getraut und 10 Per.onen beerdigt. 9 Kinder, nämlich 7 Knab.n und 2 Mädchen, wurden kon,irmiert (grgenüder 16 im Vorjahre). 2ln 62 Hauptgotiesdiensten nahmen 7172 (76561 Erwachsene teil; 3157 Männer, 3715 Frauen und 1708 (1273- Kinder. Die Zahl der Teilnehmer am heiligen Abend nahl be rüg 601 (62P, und zwar 305 Männer und 295 Frauen. An freiwilligen Gaben für kirchliche Zwecke gingen 1705 (1108,75) Mark ein oder 2,30 (1,50) Mark auf den Kopf der evangelischen Vevölke- rung, hierunter 295,75 Mk. für Innere Mission, 147,20 Mk. für den Gustav-Adols-Verein, 184,70 Mark Sonntagskolleiten, 240 Mk. für die Orts- armen, 205,15 Mk. für Schriftenverbreitung und 334,50 Mark für die Kirche. 8 Feldkrücken, 3. San. Hier wurden im letzten Sah re 6 Kinder getauft, 3 Paare getraut und ( li.chliche Beerdig mgen vorgenomm.n. Für das Sahr 1929 ergaben fia) genau dieselben Zahlen. Konfirmiert wurden nur 3 Kinder, 2 Knaben und 1 Mädchen, gegenüber 10 im Vorjahre. Sn 46 Gottesdiensten wurden 2939 (27591 erwachsene Besucher gezählt, 1301 Männer und 1638 Frauen, ferner 2018 (829) Kinder. Am heil. Abendmahl nahmen 400 (383) Gemeindaglieder teil, 196 Männer und 204 Frauen. An freiwilligen Gaben für kirchliche Zwecke gingen 284 (48.',45) Mark ein, dos sind saft 85 Pfennig auf den Kopf der Bevölkerung. § Dodenhausen l>, 3. San. Sn unserem großen, fünf Dörfer umfa, senden Kirchspiel wurden im verflo.senen Sahre folgende kirchlichen Amtshandlungen vollzogen: 23 (36) Taufen, 9(12) Trauungen unb 21 (21) Beerdigungen. Da unser Pfarrer leider noch nicht völlig wiederhergestellt ist, wird der Dienst, wie schon seit Mitte Oktober, auch im neuen Sahre noch eine Zeitlang vertretungsweise versehen werden müssen. Kreis Wetzlar. Lützellinden, 3. San. Aach kirchlichen Eintragungen wurden im vergangenen Kalenderjahr in unserer Kirchengemeinde 16 Kinder getauft, 15 Schüler konfirmiert, 11 Paare getraut und 7 Sterbefälle beurkundet. — Bei der hier veranstalteten Sammlung für die Aotleidendcn im Kreise Wetzlar konnten insgesamt 90 Zentner Kartoffeln, 6 Zentner Gemüse, 4 Pfund Fleischwaren und 10 Mark nach Wetzlar überwiesen werden. Eingesandt. (8ui Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Nochmals die Aenderung der Hausnummern. Vicht nur den Bewohnern der Friedrichstraße, sondern auch den Anwohnern der Kaiserallee hat das Städtische Hochbauamt das Veujahrs- geschenk der ilmnumericrung dargebracht. Sn der oberen Kaiserallee wird diese Maßnahme nun schon zum zweiten Male durchgeführt und man kann nur wünschen, daß der für diese Anordnung zuständige Beamte einmal selbst die Fülle von Unannehmlichkeiten und Verwechselungen zu spüren bekäme, die durch einen solchen diktatorischen Eingriff entstehen. Selbst heute kommen hier nach etwa acht Jahren noch oft Verwechselungen durch die erste ilmnumericrung vor. Ob diese Vachteile den wahrscheinlichen Vorteil der Beseitigung von A- und 2/io'Vummern aufwiegen, muß sehr bezweifelt werden. — Aber wenn eine solche ilm&encnnung öer Grundstücke aus triftigen Gründen wirklich nicht zu umgehen ist, so sollte man sie wenigstens zu einem Zeitpunkt ausführen, der ihre Schäden mildert, und zwar mH der Herausgabe eines neuen Adreßbuches. Weiterhin muß man fragen, ob es bei der ersten ilmnumericrung eines Straßenteiles nicht bereits möglich gewesen wäre, mit den Zahlen, die, in diesem Falle nichts kosten, etwas weniger sparsam umzugehen und auf später mögliche Aenderungen in dem anderen Dtraßenteil Vücksicht zu nehmen. Ob man wohl in einigen Sahren die dritte ilmnumericrung in der Kaiserallee erwarten kann? Ein Bewohner der oberen Kaiserallee. Wirffchast. Dom Krediinehmen. heute ist die Hereinnahme von Geldeinlagen für die Geldinstitute nicht minder schwierig, wie das Ausleihen der Kapitalien, das letztere zumal in einer kapitalarmen Zeit, in der auf die wenigen Kreditmittel sehr viele Anwärter Anspruch erheben. Wenn dann Kreditgesuche abschlägig beschützen werden, ist man leicht geneigt, die Schuld den Geldinstituten zuzuschieben, ebenso, wie man gern von harten, rigorosen Maßnahmen spricht, wenn Geldinstitute auf Rückzahlung der Kredite zu den vereinbarten Terminen bestehen. Es ist hierüber ein offenes Wort sehr am Platze. Man kann sich in vielen Fällen des Eindrucks nicht erwehren, als ob Wirtschaftskreise es mit der Kreditaufnahme manchmal zu leicht nehmen. Was früher aanz seltene Ausnahme war, scheint heute leider schon zur Gewohnheit geworden zu sein. Gewiß haben sich im Kreditwesen die Verhältnisse geändert, und auch der kleine und mittlere Betrieb muß heute stärker mit Krediten arbeiten. Aber auch heute ist es immer besser, zunächst ohne fremde Gelder auszukommen, denn Kredite sind Schulden, die verzinst und fristgerecht zurückgezahlt werden müssen. Auf der Rückzahlung müßen die Geldinstitute schon im Interesse ihrer Sparer, aber auch um deswillen unbedingt bestehen, weil aus den z u • rückfließenden Mitteln d i e vielen anderen Kreditsuchenden befriedigt wer- den sollen. In Zeiten der Wirtschaftskrise, wie der gegenwärtigen, können solide Geldinstitute im Aus- leihen von Kapitalien nicht Vorsicht.g genug sein, wenn sie nicht ein Einfrieren der Kredite oder gar Verluste riskieren wollen. Die Ablehnung eines Kreditgesuchs hat sich in mancherlei Fällen auch für den Beteiligten nachher als Vorteil herausgestellt, er kam auch ohne neue Schulden über den Berg weg. Man hört bisweilen die Meinung, die Ablehnung eines Kreditgesuches, vor allem kleiner Unternehmungen und das Bestehen auf fristgerechter Zurückzahlung, widerspreche dem Prinzip der Gemeinnützigkeit. Diese Ausfassung kann schon um deswillen nicht richtig fein, weil auch ein gemeinnütz.ges Institut kein Geld verlieren kann und seinerseits seinen Verpflichtungen nachkommen muß. Gemeinnützigkeit äußert sich in der Festsetzung günstiger Kreditbe- dingungen, in der Gewährung von Klein krediten, keinesfalls aber darf Gemeinnützigkeit so ausgelctzt werden, als ob Kredite um jeden Preis und für jeden Zweck zu tzewähren sind. * . • Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 30. Dezember 1930 berechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Veichsamtes ist mit 117,1 gegenüber der Vorwoche (117,4) um 0,3 Prozent gesunken. Don den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe auf 109,4 (— 0,5 Prozent), und die Indexziffer für Kolonialwaren auf 102,4 (— 1,7 Prozent) zurückgegangen. Die Indexziffern für industrielle Rohstoffe und Halb- Waren mit 109,3 und für industrielle Fertigwaren mit 142,4 weifen keine Veränderung auf. * Neue 7prozentige preußische Schatzanweisungen. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Durch die Preußische Staatsbank (Seehandlung) gelangen im Auftrage der preußischen Finanzverwaltung neue 7prozentige preußische Schatzanweisungen zum Kurse von 97 v. H. zum freihändigen Berkaus. Die Schatzanweisungen sind mit einem neuartigen Tilgungsplan ousgestattet. Für die Tilgung ist nämlich nicht ein fester Endtermin in Aussicht genommen; sie erfolgt vielmehr in sechs gleichen Jahresraten von je einem Sechstel des Nennbetrages vom Jahre 1932 ab, fo daß die Rückzahlung des letzten Sechstels im Jahre 1937 erfolgt. Die Schatzanweisungen bieten also feste Verzinsung bis zum Jahre 1937 und auf jedes einzelne Stück gleichmäßige jährlich erfolgende Rückzahlung zum Nennbetrag. * Neuerliche Mehlpreis-Erhöhung. Die Süddeutsche Mühlenoereinigung hat am Samstag den Preis für Weizenmehl Spezial 0 erneut um 25 Pf. auf 42 RM. ab Mühlenstation erhöht. * Stillegung b e i den Vereinigten Stahlwerken. Die Vereinigten Stahlwerke sehen sich infolge Absahrnangels gezwungen, auf ihrem Werk Hüttenbetrieb Meiderich in Duis- burg°Meiderich die noch tni Betrieb befindlichen beiden Hochöfen zum 1. Februar vorläufig stillzulegen. Es werden durch diese Maßnahme etwa 800 Arbeiter betroffen. Die Gießereibetriebe dieses Werkes gehen dagegen unverändert weiter. Die Strom- und Gasversorgung wird durch die benachbarten Werke gesichert. * Belriebseinschränkungsantrag des Krefelder Stahlwerks. Wie von unterrichteter Seite mitgeteut wird, stehl -ich die Cdelstah!werts-AG. infolge des zurückgegangenen Auftragsbestandes genötigt, für ihre Abteilung Krefelder Stahlwerk Anzeige für eine De- tricbseinsa-ränlung beim Reg ierungsprä, identen zu erstatten, von der etwa 250 Arbeitnehmer der zirka 1030 Mann betragenden Belegschaft betroffen werden. Die Anzeige stellt eine vorsorg- tiche Maßnahme dar, und die Werks.eitung Hof, t, daß bei Besserung im Auftragsbestand die im Januar und Februar bcaoficytigten Betriebs- einschränkungen, wenn nicht ganz, so doch zum größten Teil vermieden w:rden können. * Sitzoerleguna von Zellstoff Wald- Hos. Die Aufsichtsratssitzung der Zollstoff Waldhof AG., die die Verlegung des Verwaltungssitzes oon Mannheim nach Berlin beschließen wird, findet, wie WTB.-Handelsdienst aus zuverlässiger Quelle erfährt, bereits in dieser Woche statt. Die Generalversammlung, welche die endgültige Entscheidung über diese Frage treffen soll, wird sobald wie möglich folgen. Durch die S.tzverlegung würde die Stadt Mannheim zwar nicht die beiden Produktionsbetriebe der Gesellschaft (die Zellstoff, und die Papierfabrik) verlieren, aber einen guten Steuerzahler, der ihr jährlich mehr als eine halbe Million Mark Steuern brachte, außerdem eine Anzahl leitender Persönlichkeiten aus der Industrie, die im Wirtschaftsleben Mannheims seit langem eine bedeutende Rolle gespielt haben, und eine Anzahl kaufmännische Beamte. Es ist derzeit noch nicht abzusehen, wie sich die veränderte Situation später auf den Zellstoffmarkt auswirken wird. Heber den Einfluß, den die Eröffnung der neuen finnischen Fabrik auf die Produktion der Zellstosfabrik in Waldhof ausgeübt hat läßt sich noch nichts Positives sagen. ^raitfitirtcr Börse. Frankfurt a. M., 5. Jan. Tendenz:fester. — Auch zu Beginn der neuen Woche konnte die B e • festignng der neuen Kurse weitere Fortschritte machen. Die Spekulation bekundete im Zusammenhang mit einigen kleinen Kauforders des Publikums weitere Deckungsneigung. Anregend wirkte vor allem die feste Auslandbörse vom Samstag; das Abflauen der Streikbewegung im Ruhrgebiet trug ebenfalls zur weiteren Beruhigung der Lage bei. Die llmsatztätigkeit war auf einigen Märkten etwas reger, doch im allgemeinen kam es über den üblichen Rahmen nicht hinaus. Gegenüber den Schlußkursen vom Samstag ergaben sich Besserungen von 1 bis 3 v. Sy Mehr Interesse bestand am Elektro- markt für Licht & Kraft, die 3 d. Sy gewannen. Gesfürel und Felten lagen bis 2 v. Sy, die übrigen Elektroaktien bis 1 v. Sy höher. Am Markte der Kunstseide setzte Aku 3 v. Sy höher ein. Montanwerte standen im Zeichen der abflauenden Streikbewegung im Ruhrgebiet. Phönix besserten sich um 2 o. S)., Rheinstahl um 1,25 v. Sy, Mannesmann um 1 v. Sy Von Kaliaktien eröffneten Aschersleben 3,5 v. Sy fester. Am Bankenmarkt bestand für Reichsbank mit plus 2,5 v. Sy weiter Interesse. Auch Bergmann lagen 1,40 d. Sy freundlicher. Im übrigen blieben die Kurse behauptet. Höher eröffneten Deutsche Linoleum (plus 1,75 v. SyY Zellstoff Waldhof plus Id. Sy Schuckert bis 0,5 v. Sy fester. Von Chemiewerten zogen Scheideanstalt 1,25 v. H. an, während J.-G.-Farben nur mäßig hoher lagen. Deutsche Anleihen weiter ansteigend. Auslandanleihen roenia verändert, Pfandbriefe weiter freundlich. Goldpfand- und Liquitza- tionspfandbriefe waren 0,5 bis 1 v. Sy fester. Im Verlaufe war die Tendenz ungleichmäßig. Die Grundstimmung war nicht unfreundlich. Am Geldmarkt war Tagesgeld weiter leicht. Der Satz war auf 4,5 v Sy ermäßigt. Monatsgeld noch gedrückt. Am Devisenmarkt lag die Mark gegen Dollar und Pfund weiter schwach. Mark gegen Dollar 4,2020, gegen Pfund 20,4050, London gegen Kabel 4.8558, Paris 123,75, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 46,3850, gegen Schweiz 25,05, gegen Holland 12,0625. Berliner Börse. Berlin, 5. Ian. Vach unsicherem Vormittags- Verkehr wurde die Stimmung schon in der Dor- Dorfe etwas zuverlässiger, da das Ausland festere Kurse meldete, die Lage im Ruhrrevier durch das Eingreifen des Reichsarbeitsministers eine Entspannung zu erfahren schien und man spätestens bis Mittwoch mit einer Einigung rechnen zu können glaubt. Aus England lautete dagegen die Meldung über die Streikaktion weiter ungünstig. Weitere Momente, die Beachtung fanden, waren die englisch-französischen Gold-Verhandlungen, die Gerüchte, die von einem günstigen Quartalsbericht der I.-G.-Farben wissen wollen, und die Veröffentlichungen über die Kali- industrie 1930, die nach den Ausführungen der Gebrüder Dammann-Dank in Hannover das Jahr verhältnismäßig gut überstanden haben. Die daraus aß geleit, len Hoffnungen auf unveränderte Dividende reg en den Kalimarkt besonders an, so daß die Kali- termintoerte 2 bis 3,5 Prozent gewannen. Im allgemeinen war die Llmsatztätigkeit zwar nicht allzu groß, die Rückkaufsneigung der Spekulation genügte aber, um das Kursniveau um 1 bis 3 Prozent zu heben. Einen guten Eindruck machte übrigens die Beobachtung, daß noch vorhandene Kaufslimite sowohl vom Inland, als auch vom Auslande in vielen Fällen zurückgezogen wurden. Durch besondere Festigkeit zeichneten sich Reichs- bai.k, Schubert, Ealzde.furth Ho'.elbetrieb, Elektro- waren und der Montanmarkt aus. Deutsche Eisenindustrie gewannen angeblich auf eine Vachfrage von 2 Millionen 23/8 Prozent. Bergmann zogen bei kleinen Umsätzen 6,5 Prozent an. Demgegenüber waren die Papiere mit Kursverlusten vereinzelt. Transradio waren mit kaum 1,5 Prozent Verlust gedrückt. Anleihen waren etwas fester. Ausländer kaum verändert. Pfandbriefe eher freundlicher. Reichsschuldbuchso.derungen zogen bis zu 0,5 Prozent und vereinzelt sogar bis 1 Prozent an. Die internationale Gelderleichterung wirkte sich in hohem Maße aus. Tagesgeld ermäßigte sich auf 4,5 Prozent, Monatsgeld auf 6,5 bis 8 Prozent. Warenwechsel nannte man mit 5,25 Prozent etwa. Vach den ersten Kursen wurde die Tendenz unregelmäßig. Im weiteren Verlauf überwog aber bet zunehmender Geschäftsstille die Reaslsationsnei- ?ung, und die Kurse bröckelten meist bis zu Prozent ab. Bei Salzdetfurth betrug der Verlust 1 Prozent. frankfurter «chlachtlneliMarkt. Frankfurt a. M., 5. Jan. Auftrieb 1421 Rinder (351 Ochsen, 122 Bullen, 495 Kühe, 442 Färsen), 599 Kälber, 108 Schafe, 5342 Schweine. Es wu )cn notiert: Rinder. Bullen: jüngere vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 43 bis 49 Mark sonstige vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 44 vis 48; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 41 bis 45, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 35 bis 41, fleischige 30 bis 34; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 50 bis 54, vollfleischige 45 bis 49, fleischige 40 bis 44. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 69 bis 74, mittlere Mast- unb Saugkälber 62 bis 68, geringe Kälber 56 bis 61. — Schafe: Maftlämmer unb jüngere Masthämmel (Weidemast) 46 bis 49, mittlere Maftlämmer, ältere Masthämmel unb gut genährte Schafe 38 bis 45. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 60 bis 62, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 61 bis 63, von etwa 200 bis 240 Pfund 61 bis 64, von etwa 160 bis 200 Pfund 61 bis 63, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 60 bis 62, Sauen 48 bis 55 Mark.— Marktverkauf: Rinder ruhig, Ueberftanb; Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine ruhig, lieber stand. Frankfurt? Getreidebörse. Frankfurt n. M.. 5. San. Die Produktenbörse war bei sehr ruhigem Geschäft weiterhin etwas fester. Besonders für W'izen bestand infolge Massenangebots stärkere Vachfrage, so daß der Preis sich bis 7 Mk. per Tonne höher stellte. Roggen konnte sich ebenfalls etwas befestigen, desgleichen Weizenmehl. Torkmt-'ll ten- denzierte etwas schwächer, während im übrigen die Preise gut behandlet blieben. Es wurden notiert: Weizen 275 bis 276, Roggen 177,50, Sommergerste für Brauzwecke 215 bis 217,^0, Hafer, inländischer 155 bis 160, Weizenmehl, südd. Spezial 0 41,25 bis 42 25, Roggenmehl 26,50 bis 27,50, Weizenkleie 8,75, Roggenkl-ie 8,50 bis 8,60, Erbsen 25 bis 31, Linsen 25 bis 60, Heu 6 bis 6,50. Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 3 bis 3,25. gebündelt 2,75 bis 3, Treber, getrocknet 10,50 bis 10,75. Tendenz befestigt. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 3. San. Der hiesige Markt liegt sehr ruhig und neigt eher zur Schwäche. Bei kaum nennenswertem Angebot war der Absatz zwischen den Jahren sehr gering. Die Preisrückgänge betrugen im allgemeinen 0,5 bis 1 Pf. Kühlhaus- und Kalkware wurde zwischen 10,5 und 12 Pf. gehandelt. Bs notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Vulgaren 11,50 bis 12, Jugoslawen 11,50 bis 11,75, Rumänen 11,50, Polen 11, Chinesen 9 bis 10, Holländer 11 bis 14, Dänen 10,75 bis 14, Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt belchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v H. Lombardzinsfuß 6 d. Sy Frankfurt a. TI. Berlin Schluß- 1-Uhr- Schluß- tun 9ln|vle unlüiiObat 614 1933 52 _ — _ 4¥i% Rvelniiche Vvv.-Banl • iiiou. iAotdvlr. 89 _ Pr. L'anteartrmtbttdanftalt, Pionvdneie 8t. t 9 00 _ 100 -% Pr VanDe6rian:brte|mflalt. Somm.-Cbl. 81. 80. 97 _ 97 __ 2% i 116 — 116 — Buberu» .«•••• . v — —- 47,75 — Deutiche CrbSt . . • • • • . 6 1.75 — □2,75 62,5 Citener Steinkoble..... . 8 —- — — — Geilenkirchener . ..... . e 82 — 84 85 . 0 74 — 79 80 Hoeick Ciien ...... ey, — — 4,7. 65,25 ytie Bergbau ....... 10 70,5 — 169 169 Klöcknenverke -..••• 55 — 56,5 58,25 tiöln-Neueilen . . • • 7 — — 70,. 71,65 Viannesmunn-Rrbrn» . • • e < 4 64,5 64 65.5 iXansfelbft Bergbau . . . . 1 32 — 3,5 34,25 Oberichlei (jiicnbebarl . . . - 6 34 —- 36 38,5 Cbcrlrtilrl ttolt>w-rke . . . — — 8,75 —— PIwntr Bergbau . . 614 56 58 '7,65 58 Äbeinlltbf Braun kohl« » . 10 .50,5 — 151,25 154 xbctnftabi ..... . 6 69,5 70,75 70.25 71 Riebe <1 «rmtw ..... 7.2 — —- 77,5 — Frankfurt a. Dl Berlin Sa-wß- 1-Ubr- Schluß- i Ansang- furd | K re Iure> Kure Datum 3-1. 5.1. 31. 5-1. Bereinigte Stablwerke . ... 58,5 — 59,5 60,13 Ctaöt Minen . . . 16'/, 31,5 — 32,25 32,5 Kaliwerke AfcherSleben ... 10 133 136,5 132,5 136 Kaliwerke Westeregeln ... 10 139 — 139,25 142 Kaliwerke SaUbeUurtb ... 15 205,5 — 204,25 206,5 I. G. Rarben.gnbutote ... 12 128,5 128,9 128,4 129,5 Dvnamit Nobel ...... 6 62,75 Echeibeansialt..... 9 128 129,25 — «olbldimibt ........6 36 36,25 — Ringerswerke ........ 6 46 46 45,75 46.4 Metallgelellichalk. ...... 8 69 69 70 69 Dhiltpv Holzmann ...... 7 74 74,5 73,25 74,25 Zementwerk Heibekberg . . 10 68 Cementwerk Rarlftabt. ... 10 — — — — Wavß & Mevkag .....8 ,9,9 - 39,5 — Schultheis Patzenhoket ... 15 — - 164,5 165 cktwerke ........12 — 132 132,13 Aku ........18 8,5 51,5 50 52 Bemberg.........14 — — 49,75 51,75 Zelirtoff Wakdboi . . . 137. 95 96 94,5 95,5 ZellstoU Aichaskenburg . . 12 72 — 71,25 75 Charlottenburger Waiicr ... 8 — — 79,75 80 Teiiauer «as ..... 9 — — 103,75 106,5 Daimler Motoren ..... O — — '3,25 23,65 Teutiche Linoleum ...... >3,75 105,5 103 104,25 Maiciiinenbau A.-(S. ..... O — — 31 — Rat. Automobil ..... O — — — — Ctrnfteln & Kovvel .... . 6 — 3,25 43.75 Leonbarb lieg . • . • • 10 102 102 103,5 SvenSko ....... r75 273 274 ffrankfuner Mmchmen .... 4 16,5 16,5 16 — Sirinnet . ..... 6 •2,5 — .1,75 — Heoligenkiaedt ....... 0 — — — Iungbon» .......6 32 — 32,4 32,5 Lechwerke ........8 — 72,5 — — Moinktaikwerte HSchß a. M. 8 — — — Mtag .... 10 — — 63 — Gebt Noeber ...... IC — — — Boigt & Haefsner ...... 9 — — 148 — Sübbeutiche Zucker .... 10 135 - 135 - Banknoten. Berlin, 3 Januar ifteiB Brlej Amenkanitche Noten..... 4,179 4,199 ©clfllidie Noten ....... 53,38 58,62 Tauische Violen ....... 111.98 112,42 Ettglitche Noten . ....... 20,355 20.435 ffronzutiiche Noten ....... 16.447 16,507 Hollänbiiche Noten ....... 168,61 169,29 Italienilche Noten........ 21.94 22,02 jKormegtiche Noten....... 112,01 112,45 Deuttch-Oesierretch, i 100 Schilling 58,90 59,14 Numäntiche Noten....... 2,475 2,495 Schwebiiche Noten ....... 112,18 112,62 Schwerer Noten........ 81,27 81,59 Svantfche Noten........ 43 91 44,09 Dtchechoilowakilche Noten..... 12.40 12.46 Ungoriiche Noten ..... 73,19 73.49 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a ZU 3-Januar 5- Januar •amiiidi. Selb •75. 1.25, 0.95, 0.50, 0.25 Cachenez 3.6O. 2,60, 1.75 Handschuhe für Kinder 0.95, 0.75, 0.55 für Damen, gelb oder farbig, mit und ohne Futter 1.25, 0.95, 0.75 für Herren. Trikot -1.75. 1.50, 1.25 Glac6 mit Futter 8.50, 7.— Auf alle nicht herabgesetzten Waren W'W j j (Marken-Artikel ausgenommen) | I B L | f Kein Umtausch von Ausverkaufs wäre -BL VF / “ BF U w w EIESSEN KnEuzplälz im mittelpunkt nur einmal im jahr vorteile wahrnehmen Schaufenster ansehen M der inventur- M ausverkäufe M steht wiederum V das bevorzugte i qualitäts- schuhhaus rabatt auf alle nicht herabgesetzten waren auf alle winterwaren 202 Des Landes Not muß uns verpflichten, Auf Tschechen-Biere zu verzichtenI Bitburger Pilsenerl Unerreicht! Macht uns die Pflichterfüllung leicht! Bitburger-Simonbräu-Pilsener an Stelle von Pilsener Urquell Freiwillige Versteigerung. Donnerstag, den 8. Januar, abends 6 Uhr, kommt im Rathaus in Grünberg mein Ecke Londorfer Straße und Marktplatz gelegenes Geschäftshaus mit Scheune und Reben- gebäude (früher Schlachthaus) zu günstigen Zahlungsbedingungen zur öffentlichen 23er- fteigerung. 103D J. K. Hellwig, Grünberg. (Flechten? 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