Nr. 284 Erstes Blatt M. Jahrgang Freitag, 4. Dezember (951 Eriche,nl täglich, auß«, Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfvrecbanschlüfse anterSammelnummer2251. Anfchrist für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GichemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vri'ck vnd Verlag: vrühl'sche UniverfitSIr Buch- und Steinöniderci K Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchul^rahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Trust DIumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Katzenjammer in Spanien. Don E von Ltngern-Sternberg. Seit einigen Monaten leitet der radikale Ministerpräsident 21 z a n a die Geschicke Spaniens. Nicht mit Fachkenntnissen belastet, war er nach dem Siege der Revolution aus dem Zentrum der spanischen Intelligenz, aus dem Qlteneo, wo er sich als feuriger Redner hervorgetan hatte, zum Kriegsminister berufen worden, und mußte, da der erste Ches der Regierung, Tllcala Zamora, die gegen die Kirche gerichtete Politik nicht länger mctmachen wollte und zurücktrat, sein Erbe übernehmen. 2lzana ist ein Staatsmann ohne Erfahrungen, Lenker der Geschicke Spaniens vom grünen Tisch aus, aber er ist stark und gläubig in der revolutinär- demokratischen Theorie und handelt dementsprechend! Der Erfolg ist wenig ermutigend. Wenn nämlich das republikanische Aufschäumen des spanischen Dollsempsindens im 2lpril dieses Jahres eine durch die älmstände erklärliche Zufallserscheinung war, so tut jetzt Azana viel dazu, um diesen vielen Zufallsrepublikanern die Republik zu verekeln. Azanas Reformen, die mit großer Rücksichtslosigkeit durchgeführt werden, treffen in erster Linie Hunderttausende von Leuten, die sich anfangs mit verdächtiger Begeisterung hinter das republikanische Banner gestellt hatten, nämlich die Beamtenschaft und zum Teil auch das Militär. Bereits als Kriegsminister hatte der jetzige Regierungschef etwa die Hälfte der Offiziere unter Belassung eines guten Teils ihrer Bezüge pensioniert. Jetzt find die Beamten an der Reihe, nur daß letztere einfach auf die Straße gesetzt werden sollen, oder im besten Falle eine Pension erhalten, die auch nicht im entferntesten den bescheidensten Ansprüchen ans Leben genügt. Ferner soll die Arbeitszeit in den Bureaus auf sieben Stunden täglich erhöht werden. Run ist der Hidalgo bekanntlich ein Mann, der den Wert der Arbeit niemals überschätzt, und wenn die „Mutter Republik" jetzt seine Ruhe stört und seinen Geldbeutel verletzt, so sehnt sich wohl so mancher wieder nach der guten alten Zeit zurück. Die spanischen Deamtengehälter waren stets sehr kärglich bemessen, aber man nahm es mit der Arbeit nicht allzu genau und die kleineren Beamten fänden stets die Möglichkeit, zwei oder drei Rebenberufe auszuüben, die ihr Einkommen steigertet Es geschah auch, daß manche Beamte, übrigens auch Mitarbeiter und Redakteure v^n regierungstreuen Zeitungen, in den Listen der Laterneanzünder, Schaffner, Sanitäre usw. geführt wurden, ihr Gehalt regelmäßig bezogen, na- türlrch ohne jemals ihren Beruf ausüben zu müssen. Daß mit diesen Gebräuchen aufgeräumt werden muß, ist sehr verständlich, auch ist die Beamtenzahl viel zu hoch, aber ob es politisch flug ist, Hunderttausende von Leuten, die als Stützen der Republik galten, brotlos oder mangelhaft bezahlt, aus die Straße zu setzen, ist eine andere Frage. Alle diese Leute schwenken nun in das Lager der Unzufriedenen über, entweder nach links oder nach rechts, und steigern so die Krise, in der sich der spanische Staat befindet. Es kann gar nicht geleugnet werden, daß in den Monaten, die dgs neue Staatswesen besteht, Millionen von Spaniern republikmüde geworden sind. Dis zu einer Restauration bleibt freilich noch ein weiter Weg, aber der Katzenjammer ist da. Rimmt man zu dieser Erscheinung noch den wachsenden wirtschaftlichen Verfall, die Währungszerrüttung (die Peseta steht auf zirka 36 Pf. anstatt 80), sowie die andauernde Kapitalabwanderung und das Mißtrauen gegen das neue Regime in den Industrie- und Handelskreisen, das jegliche Initiative lähmt, so wird man verstehen, daß auch die Arbeitsmöglichkeiten im Lande um mehr als die Hälfte zurückgegangen sind, und daß deshalb zahllose brachliegende Kräfte für umstürzlerische Machenschaften bereit stehen. In den verfassunggebenden Cortes schreitet unterdessen die gesetzgeberische Arbeit langsam und ohne Begeisterung fort! Der Paragraph über die Wahl und die Funktionen des zukünftigen Staatspräsidenten ist endlich verabschiedet worden. Jeder Spanier, auch ein naturalisierter Ausländer, kann das höchste Amt bekleiden. Ausgenommen sind nur Geistliche, Militärs — es sei denn, daß sie bereits zum mindesten zehn Jahre aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind —, ferner Mitglieder oder Verwandte der königlichen Häuser, die in Spanien regiert haben. Der Staatspräsident wird für die Dauer von sechs Jahren direkt gewählt. Die Vollmachten des Staatspräsidenten fir' recht weitreichend. Er ernennt die Minister und hohen Beamten, er sorgt für die Landesverteidigung, darf außerordentliche Verträge abschließen und Dekrete unterzeichnen, er erklärt Krieg und schließt Frieden, jedoch nur in den vom Völkerbunde vorgesehenen Fällen. Er hat das Recht, zweimal während seiner Amtsdauer aus eigener Vollmacht das Parlament aufzulösen, andererseits ist aber auch den Cortes das Rechr eingeräumt, in besonders vorgesehenen Fällen die Demission des Staatspräsidenten zu fordern, der dann wegen Verletzung der Verfassung zur Verantwortung gezogen werden kann. Der aussichtsreichste Kandidat für die Staatspräsidentschaft ist der frühere Regierungschef Alcala Zamora, jedoch erklärt er sich nur unter der Bedingung bereit, seine Kandidatur aus- steilen zu lassen, daß die Kirchen - und Or- densverfolgungen gemildert werden und daß an Stelle des abgeschafften Senates (Oberhaus) irgendeine andere zweite Kammer geschaffen wird. Ein weiterer Kandidat ist Wo steht Deutschlands Wirtschaft? Kritische Feststellungen des Deutschen Industrie- und Handelstags. Berlin, 3.Dez. (WTB.) In der Haupt- ausschuhsitzung des Deutschen Industrie- und Handelstags wurde Dr. jur. und Dr.-Jng. e. h. Grund, der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Breslau, einstimmig zum Rach- folger des ^u ü^getretenen b sherigen Vorsitzenden Franz von Mendelssohn gewählt, der einstimmig zum Ehrenpräsidenten des Handelstags gewählt und dem zu Ehren eine Denkmünze mit seinem Bilde für Verdienste um die deutsche Volkswirtschaft geschaffen wurde. Reichswirtschafts- minister Dr. Warmbold brachte auch ein in wärmsten Ausdrücken gehaltenes Handschreiben des Herrn Reichspräsidenten an Franz v. Mendelssohn zur Verlesung. Silverberg über die Kostensrage. Der rheinische Braunkohlenindustrielle Dr. Paul Silverberg sprach dann über die wirtschaftspolitische Lage. Die gegenwärtige Krise, so führte Dr. Silverberg aus, lasse die der Wirtschaft und Wirtschaftspolitik innewohnenden Fehler besser erkennen als in Zeiten normaler Konjunktur, nämlich die Lieberspannung der öffentlichen Finanzbeanspruchung und die zu einem großen Teil durch sie bedingte Erstarrung der Ko st en und Preise. Es sei die Aufgabe der Gegenwart, diese Fehler zu beseitigen. In der Staatswirtschaft sei ein Ausgleich Der öffentlichen Haushalte unerläßlich. Die Lieberspannung der öffentlichen Lasten wie der sozialpolitischen Staatseingriffe aber habe zu einer Erstarrung der Selb st ko st en in der Wirtschaft geführt, deren Beseitigung unter dem Druck des Wettbewerbs und der schlechten Geschäftslage schon weit vorgeschritten ist, auf dem Lohngebiet aber noch staatlicher Förderung bedarf. Eine Lockerung von der Kostenseite her führt von sich aus zur Preislockerung. Die Möglichkeiten des gegenwärtigen Kartellrechts genügen, um offensichtliche Mißstände zu beseitigen. Cs wäre verfehlt, hierüber hinauszugehen. Zur Frage der Zinssenkung erkannte Dr. Silverberg durchaus die bedenklichen Wirkungen der Zinshöhe an, wandte sich aber gleichermaßen aus rechtlichen wie wirtschaftlichen Gründen ge - genjedengewaltsamenEingriff. Wohl aber sei eine Verringerung der Haben- z i n s e n zu prüfen, um den Absatz festverzinslicher Werte und hierdurch den Hypothekenmarkt zu stärken. Die Erholung der Wirtschaft fei nur durch Ausweitung ihrer Tätigkeit möglich, hierzu bedürfe sie der Erweiterung des Kreditvolumens. Ein geeignetes Mittel hierzu sei auch die Senkung des Diskontsatzes. Man könne geradezu sagen, je höher der Zinssatz, desto kleiner der Betrag von guten Handelswechseln, der der Reichsbank eingereicht werde. Reichsbankpräsident Dr. Luther führte aus, selbstverständlich sei die Reichsbank bestrebt, der Wirtschaft jede Erleichterung zu gewähren. Sie sei sich auch bewußt, daß d e r Z i n s° s a tz neben der Regulierung der Kapitalbildung und ihrer Verwendung ein gewichtiges Kostenelement darstelle und nach dieser Richtung jede mögliche Erleichterung erwünscht sei. Die Möglichkeit einer Diskontsenkung müsse aber jeweils aus den Gesam tum ständen beurteilt werden. Bei der Beurteilung der gegenwärtigen Diskontlage könne nicht von der Annahme einer vollkommenen devifenpolitischen Abdichtung aus- gegangen werden. Deutschland müsse auch die letzten Möglichkeiten ausnuhen. Die dem Ausland gegenüber offenen Kreditlinien betragen jetzt schon etwa 600 Mill. Mk. Hierfür sei der Zinssatz gewiß nicht der einzige Grund, sondern die gesamte polillsche und weltwirtschaftliche Lage spiegele sich darin. Aber ebensowenig sei der Zinssatz bedeutungslos. Erfahrungen in Deutschland (Zinssenkung von Ende 1929 bis Mitte 1930 um 3,5 v. H.!) wie in Amerika, hätten übrigens gezeigt, daß in Zeiten sinkender Konjunktur durch Riedrighalten oder Senkung der Zinsen eine Belebung der Wirtschaft nicht gewährleistet sei. Das sei selbstverständlich kein Gesichtspunkt, der die Reichsbank auch nur einen Augenblick zurückhalten würde, wenn die Möglichkeiten einer Disko.ttsenkung sich zeigten. Die Reichsbank müsse bei ihrer Politik in hohem Maße auch die psychologische Einstellung des deutschen Volkes zu Währungsfragen in Betracht ziehen. Dr. Luther betonte hierbei, wie notwendig es sei, für die nationale Bedeutung der Devifengefetzgebung in immer weiteren Kreisen Verständnis zu schaffen und die Durchführung dieser Vorschriften gemäß den Absichten der Reichsregierung und der Reichsbank zu sichern. | 3n der Aussprache wurde anerkannt, daß die Regierung Brüning erhebliche Sparmaßnahmen dur chgef ührl hat. Das Streben nach Ausgleichung des Reichshans- Halts wurde angesichts der Weltmarktlage und der kommenden internationalen Verhandlungen a l s notwendig anerkannt. Dieser Ausgleich würde aber nach den Plänen der Regierung m i t schweren Belastungen für d i e wirtschaft erkauft werden, wenn nun die Um- sahsteuer wesentlich erhöht und durch eine zusätzliche Kapitalertrags st euer auf festverzinsliche Anlagen eine Wegsteuerung von Kapital mit sehr bedenklichen Folgen für Kapi- lalbesland und Bettrauenslage eintreten würde. Eine solche Belastung der Dirtschaflskrasl ist um so mehr zu bedauern, als d i e Zuspitzung hätte vermieden werden können, wenn rechtzeitig mit der Erkenntnis der Lage die notwendigen Maßnahmen Hand in Hand gegangen wären. Auch jetzt ist auf dem Gebiete der Staats- und verwaltungsresorm weder eine durchgreifende lat noch ein einheitlicher plan zn sehen. Dazu wurde mit tiefer Besorgnis auf die Gefahren hin- gewiesen, die aus der O st Verordnung sich für Kreditwesen und Wirtschaftsleben im Osten ergeben und verlangt, daß gemäß den Beschlüssen des Reichstagsausschusses wenigstens die unent- behrlichsten Maßnahmen zur Abwendung vermeidbarer Schädigungen der Gläubiger, insbesondere der gewerblichen Wirtschaft, eingebaut würden. Mit stärkstem Nachdruck wurde davor gewarnt, ähnliche Maßnahmen für andere Teile des Reiches zu treffen. Zur Frage der preise wurde darauf hin- gewiesen, wie diese mit dein Sinken der Kosten, dem Rückgang der Kaufkraft und der Verschärfung des Wettbewerbs fast durchweg stark gesunken find. Es wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß in Aussicht stehende Preissenkungen bei wichtigen Grundstoffen, wie die notwendigen Preissenkungen öffentlicher Betriebe, namentlich der Reichsbahn, in diesem Sinne nach den inneren Gesehen der Preisbildung weiterwirken würden. Dagegen glaubte man, von einem verwaltungsmäßigen Eingreifen an vielerlei Stellen natürlicher Preisbildung weder wirtschaftlich noch stimmungsmäßig eine günstige Wirkung erwarten zu können. Nie handelspolitische Lage. Anschließend sprach der Vizepräsident der Handelskammer Mannheim, Vögele, Mitglied des RWR., über die handelspolitische Lage. Er verwies auf den gegenwärtigen gewaltigen deutschen Ausfuhrüberschuß, der wesentlich die Folge der Zahlungsverpflichtung Deutschlands sei. Empfänden andere Teilhaber der Weltwirtschaft diesen Aussuhrüberschuß als übermäßig und lästig, so könne nur eine Beschränkung der Zahlungsver- Dr. Luther wies darauf hin, daß niemand wissen könne, von welchem Zeitpunkt an die Lieber- Windung der Krise beginne und wiederholte, daß das Primäre die psychologischen Voraussetzungen des Wiederauflebens, also das Vertrauen sei, praktisch gesprochen die Aufträge. Die Reichsbank werde sich stets in den Dienst der Wirtschaftssörderung stellen, selbstverständlich innerhalb der Grenzen, der einer Rotenbank durch ihre Pflicht zur unbedingten Aufrechterhaltung der Währung gezogen seien. Pflichtungen auf die wirtschaftlich begründeten und die Vereinbarung von Zahlungsfristen, die der Wirtschaftskraft entsprächen, Abhilfe schaffen. Druck der Kapitalgläubiger auf Deutschland mit gleichzeitiger Absperrung der Gläubigerländer wie dritter Länder gegenüber der deutschen Ausfuhr widerspreche sich selb st. Solange dieser Wi'.erspruch fortdauere, sei die Erhaltung des deutschen Aus uhrüberschusfes dringend notwendig. Der Pfund st urz und Englands Schutzzollpolitik bedeuteten auch für Deutschland eine ernste Beeinträchtigung dec Ausfuhrmöglichkeiten. Linier Beibehaltung der Meistbegünstigung müßten alle in den Verträgen gegebenen Möglichkeiten der 2lbwehr angewendet werden. Er empfehle die Schaffung eines Obertarifes gegenüber solchen Staaten, die mit Deutschland keinen Vertrag hätten. Eine allgemeine Erhöhung des Zolltarifes und die Einpressung der Aus uhr in staatliche Kontingente sei abzulehnen. Privatwirtschaftliche Verständigung sei zu empfehlen. Eine wirkliche Gesundung sei nut möglich, wenn unbeschade tdes näheren Zusammenschlusses marktmäßig auf einander angewiesener Staaten in Europa, gegebenenfalls unter Anwendung von Vorzugszöllen der internationalen Wir tschaf tsverf 1 echt ung wieder Raum gegeben werde. Oie Abrüstungskonferenz. Auch England für eine Verschiebung? ß 0 n b 0 n, 3. Dez. (TU.) Die Art, wie die deutsche Neichsregierung sich in einer halbamtlichen Verlautbarung gegen jede Verschiebung der A b - rüstungskonferenz ausgesprochen hat, hat in London keineswegs vollen Beifall gefunden. Man erkennt zwar die Beweggründe der Reichsregierung voll an und betont auch das Interesse Englands an der Abrüstungskonferenz, erklärt aber auch, man dürfe nicht vergessen, daß die Abrüstungskonferenz e r st dann von wirklichem Nutzen sein könne, wenn ihr Erfolg einigermaßen gesichert, sei. Man ist in Londoner Kreisen der Auffassung, daß bei einer vorherigen glücklichen Lösung der Finanz- und Wirtschaftsfragen keine Einwände gegen den Zusammentritt der Konferenz zum vorgesehenen Zeitpunkt erhoben werden könnten. Die Aussichten dafür seien alles andere eher als hoffnungsvoll. Es bestehe daher die Gefahr, daß die Konferenz in einer Atmosphäre zusammentrete, die noch durch die Spannung der gegenwärtigen Verhandlungen beeinflußt sei. Man würde es in London lieber sehen, wenn vor dem Zusammentritt der Konferenz eine gewisse Einigung zwischen Deutschland und Frankreich zustandekomme. Die englischen Stellen lassen durchblicken, daß — da ja doch im Laufe der Verhandlungen Zugeständnisse gemacht werden müßten — gerade die Frage der V e r s ch i e b u n g der Abrüstungskonferenz hierfür geeignet sein könnte. In diesem Punkt zeigt sich so in England die Neigung, dem französischen Standpunkt ungeachtet der gegensätzlichen amerikanischen Wünsche nachzugeben. Das Ergebnis der Aussprache. Scharfe Kritik an der zögernden Notverordnungspolitik. der jetzige 2lußenminister Alexander L e r r 0 u x , der aber bisher seine Aufstellung abgelehnt hat. Ferner wird der Cortespräsident, der Sozialdemokrat B a ft c i r a , genannt, aber auch er zeigt wenig Lust, sich in den Wahlkampf zu begeben. Viele Chancen hätte auch der Kunstkritiker Don Manuel C 0 s s i 0 , dessen Kandidatur von allen Seiten gebilligt wird, aber Cossio ist ein kranker Mann und kaum fähig, das Präsidentschaftsamt zu übernehmen. Wann endlich die Wahl des Präsidenten stattsinden wird, und wann Spanien aus dem Provisorium, in dem sich seine Regierung heute noch befindet, herauskommen wird, läßt sich noch nicht bestimmen. Putsche von links oder von rechts können alle Berechnungen über den Haufen werfen. Die Frage, die Spanien augenblicklich am meisten bewegt und die die Krise ganz besonders vertieft, ist die religiöse. Unter Führung des Kardinals Vidal y Barraguer haben alle Prälaten Spaniens an den Papst ein Schreiben gerichtet, in dem sie sich über die Verfolgungen der Kirche bitter beQagen. Man zwinge, sagen sie, dem katholischen Volke im Ramen der Denk- freiheit und der doktrinären Duldsamkeit Irrlehren als undiskutierbare Dogmen auf. Verkündigt werde der offizielle 2ltheismus mit allen seinen unberechenbaren Schäden. Unter Protest haben bei der Abstimmung über die anti- kirchlichen Gesetze 52 katholische und monarchische Abgeordnete die Cortes verlassen, sie stehen nun an der Spitze einer gewaltigen religiösen Bewegung in Spanien, die sich gegen den Antiklerikalismus in der Regierung richtet. Azana läßt sich durch diese Meetings und Auszüge aber nicht beeinflussen. Roch weht ein sehr scharfer Wind gegen die katholische Kirche unb gegen die Orden, aber auch die Abwehr ballt sich zum Sturm zusammen. In der Kirchenfrage ist in Spanien noch nicht das letzte Wort gesprochen worden. Der Chef der älteren Linie der spanischen Bourbonen, Don Alfonso Carlos, richtet an seine Getreuen in Spanien einen offenen Brief, in dem er sie auffordert, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für Altar und Thron zu kämpfen. Er selbst habe als junger 2Rann vor der Puerto Pia, als päpstlicher Zuave, für die Rechte der Kirche gekämpft. 2118 die erste spanische Revolution den Thron erschütterte (1869) und Ordnung und Glaube mit Fußen getreten wurden, habe er wieder fein Schwert gezogen und gekämpft. Er sei heute ein sehr alter Mann, aber er bleibe seinem Glauben und seiner ihm von Gott auferlegten Pflicht treu und so fordere er die junge Generation auf, b i s zum äußersten für die Heilige Kirche zu kämpfen, so wie er gegen die erste Republik gekämpft habe. Dieser Aufruf des greifen Jnfanten wird kaum eine allzu zahlreiche Gefolgschaft mobilisieren, aber er ist symptomatisch für die Stimmung in weiten Dolkskreisen. Viele haben prophezeit, daß Spanien auf dem Wege zum Dolschwismus sei und daß die jetzige Regierung der Kerensskyregierung in Petersburg gleiche. Diese Annahme dürste schon deshalb irrtümlich sein, weil die revolutionäre Arbeiterbewegung in Spanien anarcho-syndikalistisch und nicht k 0 m m u n i st i s ch ist, obwohl bolschewistische Agitatoren ihr möglichstes tun, um die Leitung in ihre Hände zu bekommen. Die Zustände in Spanien erinnern vielmehr an die Vorgänge in Mexiko, das nach syndikalistischen Putschen und blutigen Religionskriegen noch immer nicht zur vollen Rormalität zurückgekehrt ist. Auch in Spanien droht sich die Krise endlos zu vertiefen und zu verlängern. Konferenz der Finanzminister. Vorbereitung der neuen Notverordnung. — Oie ^Germania-' lüstet den Schleier. Berlin, Z.Dez. (TU.) Amtlich. 3m «eichs- finonjmlnlfterium fanb Henle unter dem Vorsitz bet Bridpfinaniminifler» Dietrich eine Konferenz der Jlnanjmlnlfter der Länder statt. Die Verhandlungen wurden durch ein Referat des Reichsminister» der Finanzen, der die derzeitige Lage der Reichssinanzen darslellte, eingeleitel. Dem Referat folgte eine eingehende Aussprache, an der sich die Fiuanzminister aller Länder beteiligten. Die Verhandlungen, die vertraulich waren, sollen den abschliehenden Beratungen des Kabinetts als Unterlage dienen. Einigkeit bestand darüber, daß die Sssenllichen haushalte nm jeden Preis in Ordnung zu bringen find. 3m Zusammenhang mit der Konferenz der Ji- nanzmlnister weist die „Germania", da» dem Reichskanzler naheflehende ZentrnmsblaU, darauf hin, daß politische und wirtschaftliche Gründe sowie die Rücksicht auf die Stab.lität der Währung den Ausgleich des Haushalts zur gebieterischen Pflicht machten. Die Gründe feien so zwingend, daß neue Opfer nicht z u umgehen seien. Bei dem hohen fjun- dertsah, den die Personalkosten in den Ausgaben der öffentlichen Hand barffellten, sei deshalb eine neue Senkung ber Beamtenge- Halter unvermeidlich. Außerdem werde ein Rückgriff auf gewisse Steuerreserven, wie die Lrhöhungberllrnsahsl euer und die wiederelnsührung der Supon st euer notwendig sein. Die weltwirtschaftliche Entwicklung, insbesondere die Loslösung vom Goldstandard, erfordere eine Anpassung des deutschen Preisniveaus an diese veränderten Verhältnisse. Die kommende Rotverordnung werde deswegen eingehende Maßnahmen zur Durchführung einer Preissenkung enthalten. Da» Blatt bestätigt dann, bah die Regierung an die Bestellung eine» Prel»- (ommiffar* denkt, und bah die Preissenkung in erster Linie wichtige Grund- stoffe wie Elsen. Kohle, elektrische K r a s t sowie weiter den Verkehr, Reichsbahn, Reichspost, Reubaumieten und schtiehilch überhöhte Handelsspannen bei Lebensmitteln und anderen waren um- faffen wird. Vie im 3nterefie der Absahfähigkeit der deutschen Wirtschaft notwendigen Preissenkungen erforderten selbstverständlich auch eine Senkung der Löhne. Das Blatt schreibt. „3n den letzten lagen Ist sehr viel die Priorität der einen oder anderen Maßnahme erörtert worden. Praktisch gesehen, sind die Senlung der Preise und die Senkung der Löhne aus da» allerengffe miteinander verknüpf!. Da» eine ist ohne da» andere nicht durchzusühren, so daß eine annäherndeGleich- 3 e 11 i g f e i I der beiden Maßnahmen wohl kaum zu vermeiden ist. Sachlich kommt es allerdings im höchsten Grade darauf an — da» wird auch für die Rcichsreg'.erung der leitende Gedanke sein —, daß der Reallohn in seiner gegenwärtigen höhe erhalten bleibt" Die „D A Z." bestätigt, daß die Rotverordnung ein Gesetz gegen d i e Staatsverleumder enthalten wird, das vom Reichsinnenminister vor kurzem angekündigt worden sei. Ferner werde die neue Rotoerordnung auch ein Gesetz enthalten, da» die Herstellung und den Vertrieb von Waffen für konzessionspflichlig erklärt. Tagung der Raiffeisengenoffenschasten. Essen, 3. Dez. (WTB.) Der Gesamtausschuh deS Reichsvcrbandes der deutschen landwirtschaft- lichen Genossenschaften (Raiffeisen) befaßte sich gemeinsam mit den Vertretern der westdeutschem Industrie mit der Frage einer .Zusammenarbeit der landwirtschaftlichen Genossenschaften mit Handel und Verbraucherorganisationen". Die Leiter der im Laufe des Jahres beim Reichsver- band gebildeten Abfahfachstellen referierten über den Wsatz von Obst, Gemüse, Eiern, Wein, Kartoffeln und Molkereiprodulten. Es wurde festgestellt, daß alle Bemühungen um Produktionssteigerung durch einen fehlenden Zollschutz illusorisch gemacht werden. Besondere Kritik erfuhr der .Sortenwirrwarr" in der landwirtschaftlichen Produktion. Der Präsident deS ReichSverbandeS, Reichsminister a. D. Dr. Hermes, sprach über die Lage der Landwirtschaft. Subventionen könnten dauernde Erleichterungen für die Landwirtschaft nicht schaffen. Vielmehr muffe sie bestrebt fein, wieder Eigenkapital z u bilden und selbst für die Verbesserung ihrer Produktion zu sorgen. Die Landwirtschaft habe wie kein anderer Wirtschaftszweig Interesse an der 11 n a n t a ft • barfeit des Privateigentums, ein Grundsatz, der von der Rotverordnung über die Ost Hilfe verletzt werde. Durch die Rotverordnung sei die Möglichkeit gegeben, zugunsten einzelner landwirtschaftlicher Betriebe Die Rechte der Gläubiger zu vernichten. Der Kreditapparat in seiner Gesamtheit dürfe nicht gefährdet werden, wie es die Rotverordnung zur Folge haben mühte. Ruf der Tagung wurden u. a. neue Re- visionsgrundsätze verabschiedet, die von den dem Reichsverband angefchlossenen Landesund Provinzialverbänden bei der Durchführung der Revision zu befolgen find. Rach diesen neuen Grundsätzen darf sich eine Revision nicht auf formelle Feststellungen beschränken, sondern muh die gesamte Geschäftsführung erfassen. Die Bestimmungen gehen so weit, dah der Verband eine Gencs,enschaft auSschliehen kann, die sich weigert, den Feststellungen der Revisionen zu entsprechen. 3m Zusammenhang mit der Annahme der neuen Revifionsgrundfätze hat der Gesamtausschuh auch einer neuen Aus - bildungs- und Prüfungsordnung für Derbandsrevisoren zugestimmt. Nachtbackverboi und Brotpreis. Aussprache im Haushaltsausschuß. Berlin, 4. Dez. (DDZ.) 3m haushaltsausschuß des Reichstages entspann sich eine Aussprache über den Reichsratseinspruch gegen die Abänderung des Brotgesetzes. Abg. Schlack (Zentr.) wies darauf bin, daß keine Konsumgenossenschaft in der Brotbäckerei jetzt mit Gewinn arbeite. Fast alle wiesen eine erhebliche Unterbilanz auf. Bon der Auf- yebungdes Nachtbackverbotes tonne man nicht erwarten, daß dadurch die Brotpreise gesenkt würden, sondern höchstens könne dadurch erreicht werden, daß keine weitere Brotpreiserhöhung eintrete, und nicht mehr mit Unterbilanz gearbeitet werde. Ueberhaupt fei es ein großer Irrtum, sich immer nur auf die Senkung der Lebensmittelpreise zu oersteisen. Der Index für den L e - bensmittclprcid sei jetzt 120. Dagegen habe alle», was von der öffentlichen Hand bewirtschaftet werde, einen unendlich höheren Index st and. Die Steuern, die öffentlichen Gebühren, die Preise für Gas, Wasser, Elektrizität usw. hätten jetzt einen Index st andzwi- fd) e n 180 und 250. Die Steuern fliegen an- dauernd, und die beabsichtigte Erhöhung der Umsatz st euer werde anstatt Berbilli» aung eine Verteuerung der Lebenshaltung hsrbeifuhren. hier müffc man an- fangen, die Preisgrundlage zu senken. Abg. Frau Wurm (Soz.) hielt die vorgebrachten Argumente nicht für stichhaltig. Die LebenS- mittelpreife mühten unbedingt gesenkt werden. DaS beste Mittel, um eine Brolpreisfcnkung herbeizuführen, fei natürlich, die Zölle her- abzufehcn. Abg. Fehr (Dbd.) wies darauf hin, bah sich trotz der hohen Zölle die Getreidepreise in Deutschland durchaus mit denen der Vorkriegszeit decken. Wenn man jetzt auf der Grundlage der allgemeinen Agrarkrise fremdes Getreide noch ■ mehr hereinlasfe, so würden die Getreidepreife i n s Bodenlose absinken und den Ruin der Landwirtschaft vervollständigen. Abg. Drewitz (WP.) sprach sich entschieden gegen die Aufhebung des Rachtback- Verbotes aus. Wenn man auf vernünftige Weise den Drotpreis vermindern will, so solle man doch lieber dafür sorgen, daß die Gestehungskosten und andere Unkosten des Bäckers gesenkt werden. Man solle die Steuern nicht so hoch febrauben, man solle die Preise für Gas und Elektrizität nicht inS Unendliche steigen lassen und man solle den Bäcker nicht durch Syndikatsbestimmungen zwingen, ganz minderwertige Kohle zu einem hohen Preise abzunehmen. Wenn man diese Unkosten nach Möglichkeit abbaue, dann könne der Bäcker auch den Drvtvreis senken, ohne dah die unappetitliche und unsoziale Rachtaroeit wieder eingeführt wird. Sin Antrag des Abg. Keil (Soz.) wurde angenommen, wonach der Ausschuß den Einspruch des Reichsrates durch die in der Zwischenzeit eingetretene weitere Entwickelung der Gesetzgebung für erledigt erklärt. Die Ausgabe des Sonderausschusses der 533. England fordert Vernunft. „Vernünftie rributrcgclung oder Zufammentzruch Deutschlands." London, 3.De). (TU.) Zu den am Montag beginnenden Verhandlungen des beratenden Ausschusses der DIZ. wird in einem Artikel der .Vlomingpost" erklärt, die wirtschaftliche Lage Deutschlands erfordere im Augenblick keine so drastischen Eingriffe, wie seinerzeit das Hovvermoratorium. Gefährlich aber sei die Lage trotzdem, und man müsse sich bemühen, ein Unglück z u verhüten. 'Deutschland habe niemals genügend Kapital oder einen hinreichenden Ausluhrüverschätz gehabt, um die Tribute zu bezahlen, wodurch die ungeheuere Erschütterung em standen fei. So grost auch der Ausfuhrüberlchuh letzt sei. er reiche doch nicht einmal aus. um die Kreditabzüge zu decken, die bei einer Richtverlängerung des Stillhalteabkommens entstehen würden sei klar, datz die Reichsbank, die seit September über 35 Millionen Pfund Gold verloren habe, Goldabzüge in gleichem Matze wie bisher nicht vertragen könnte, da sonst die ganze Grundlage der deutschen Währung zerstört werden würde. Es sei aber gänzlich zwecklos, die Kredite an Deutschland zu erneuern, wenn die Tribute auf einer Höhe festgesetzt würden, die einen Zusa m.m enbrud) Deutschlands berbeifübren mühten. England und Amerika könnten unmöglich ihre Ansprüche auf die kurzfristigen Kredite zugunsten der Tributforderungen Frankreichs aufgeben. Und Frankreich? Franklin voulllon fo.bert Hwangö» eintrfibunfl ber Schi Iben. Pari », 3. Dez. (WTB.) Der Abg. Franklin- Bouillon hat in Versailles eine politische Rede gehalten, in der er ausjübrte, die Regierung habe notwendigerweise auf die Politik der Negation zu verzichten. Man müsse endlich Deutschland und den alliierten Ländern einen b e ft i m m t e n A k- t i o n s p I a n oorlegen. Deutschland muffe, wie seinerzeit auch Frankreich, eine Amortisierung s- tafle schaffen, um in zehn oder fünfzehn Jahren feine210MilliardenSchulden zurückzuzahlen. Die Lmortisierungskafse müsse dazu durch den Ertrag derZölle unddc» Tabaksoerkauf» garantiert werden. Falls die Nationalsozialisten, wenn sie in Deutsch- land zur Regierung kämen, die übernommenen Per- pilichtungen kündigten, müßten Frankreich, England und Amerika ein .Handelsdllnd- nis" abschließen. Durch dieses .^handelsbünd- ms" müßten sich die drei Länder verpflichten, eine etwa lOprozent ge Steuer auf alle von Deutschland nach diesen drei Ländern ausgcführten Produkte zu legen. Auf diese Weise würden die deutschen Großindustriellen mehr Interesse daran haben, ehrlich die Berpflichtungen Deutschland» ein- zuhalten, statt Hitler mit Zuschüssen zu unterstützen und die Revanche vor zubereiten. Außerdem würde man bei dieser Gelegenheit sehen, ob die Alliierten, die den Feinden Frankreichs 170 Mil- liarben geliehen hätten, entschlossen feien, a u f ihren Schuldner einen Druck ouszull b e n , und nicht auf Frankreich, das ihr erstes Opfer fei. Diese Maßnahmen würden zur Lösung der ürife nur beitragen, wenn Frankreich sich innerpolitisch erst einmal wie 1914 zur restlosen nationalen Einigung durchgerungen haben werde. Das sei da» einzige Mittel für Frankreich, sich in der Welt Achtung zu verschaffen. Da» sei auch die einzige Hoffnung, die übrig bleibe, um die Unruhestifter zu entmutigen und den Frieden zu gewährleisten. $ronfreid) beschränkt die Einfuhrgenehmigungen. Barl», 4. Dez. (DTB) „Journal Dffidel" veröffentlicht ein Dekret, das eine Beschränkung der Einfuhrgenehmigungen oorsieht für Länder, d i e die Devisenkontrolle eingeführt ha- den. Das Dekret lautet: Um die Interessen der französischen Exporteure, die nach den Ländern liefern, die eine Devisenkontrolle eingeführt haben, zu wahren, wird die Einfuhr au» diesen Ländern nach Frankreich zum Tell ober ganz von der Bewilligung von (Einfuhrgenehmigungen abhängig gemacht^ fall» die Devisenkontrolle in den betreffenden Landern die Regelung der französischen Guthaben zu beeinträchtigen geeignet ist. Verordnungen der einzelnen Mi- niftericn werden d i e Länder bestimmen, auf die dieses Dekret Anwendung findet, sowie auch die einzelnen Bedingungen sstfetzen, unter denen Einfuhrgenehmigungen bewilligt werden. Der Mandschurei-Konflikt macht neue Schwierigkeiten. Deutschland kandidiert für den Untersuchungsausschuß. Paris, 3. Dez. (TU.) 3n den Beratungen deS Völkerbundes über die Beilegung deS chinesisch-japanischen Streitfalles find am Mittwoch in letzter Stunde erneut Schwierigkeiten a u f g c t a u d) t, die die Arbeiten des Völker- bundsrates vorläufig auf mindestens 24 Stunden lahmlegen. Rachdem sich Ehina bereit erklärt hatte, seine Truppen zurückzuziehen und damit die Möglichkeit der Schaffung einer neutralen Zone gegeben war. glaubte man am Mittwoch, sich nur noch mit der Frage beschäftigen zu müssen, ob die japanische Forderung, die Polizeigewalt in dieser Zone auszuüben, angenommen werden könne oder nicht. In einer Rote aus Tokio verpflichtet sich die japanische Regierung, dieReu- t r a I i t ä t der zu schaffenden Zone in allen Punkten zu garantieren und verlangt lediglich, daß China feine Truppen bis an die chinesische Mauer zurückzieht. Als der Zwölferrat diese Rote dem chinesischen Vertreter zur Kenntnis brachte, versicherte Dr. Sze plötzlich, dah eine Lleberwachung der neutralen Zone durch ein« neutrale Streitmacht gefordert werde. Der Rat hat diese Forderung als unannehmbar und unerfüllbar a b - gelehnt und den Vertreter Chinas aufgefor- Dert, neue Anweisung aus Nanking einzuholen. Andere Meinung-verschiedenbeiten find ht der Zusammensetzung des Untersuchungsausschusses eingctreten, da nunmehr auch Deutschland seine Kandidatur für den 5. Platz ausgestellt hat. Diese Kandidatur wird jedoch mit der Begründung bekämpft, datz das Reich nicht, wie di« anderen im AuSlande vertretenen Mächte Verträge mit China unterzeichnet habe. Unter diesen Umständen scheint der 5. Platz Belgien zuzufallen, daS bekanntlich ebenfalls seine Kandidatur aufgestellt hat. Wie von zuständiger Berliner Stelle hierzu mitgcteilt wird, ist es Deutschlands dringendster Wunsch, daß dieser Untersuchungsausschuß nicht mehr alS drei Mitglieder umfassen möge, da nur ein kleiner Ausschuh in der Lag« sei. die ihm geeignet erscheinenden Mahnahmen zu treffen. In einem solchen Falle würde Deutschland, um möglichen Mihverständnissen bei den streitenden Parteien aus dem Wege zu gehen, aus eine Beteiligung an diesem dreigliedrigen Ausschuh verzichten. Sollte aber der Völker- bundsrat beschliehen, einen größeren Ausschuß zu entsenden, so würde sich Deutschland seinen Pflichten als Mitglied deS VölkerbundS- rates nicht entziehen. Die Reichsreform. ReichSminister (ticfclcr über die Gefahr einer Ltaatskr siS. Freiburg, 3. De). (TU.) Auf Einladung der Politischen Gesellschaft der Universität Fretburg sprach Reichsminister a. D. Gehler, der Dor- fitzende des Bundes zur Erneuerung des Reiches über das Problem der Reichsreform. Wie in Konstanz, sprach Gehler auch hier von der drohenden Staatskrise im nächsten_ Frühjahr. Er verwahrte sich gegen das Gerücht, in Leipzig von einem Fünfmilliarden- Fehlbetrag gesprochen zu haben. Diese Zahl sei nicht authentisch. Aber darüber könne kein Zweifel bestehen, dah man in Zukunft mit einem Ausfall von Steuern rechnen müsse, der nach Milliar- den zählen könne und dah der wachsende Fehlbetrag des Reiches einen Abbau undUmbau der Verwaltung notwendig machen werde, von dessen Umfang wir heute noch keine rechte Vorstellung hätten. Es gibt nach Ansicht Geßlers nur zwei Möglichkeiten für die Rcichsrcform: Entweder Wiederher st ellung des früheren Dismarckschen Reiches, indem die Reichsregierung von Preuhen gestellt wird und dieses auch die Führung im Reichsrat übernimmt oder bi e Reichsregierung wird mit der preußischen Regierung vereinigt. Er zählte noch andere Möglichkeiten auf. die sich aus den Zeitverhältnissen für Finanz- und ©teuerfragen ergeben könnten. Entscheidend müsse fein, was dem Volk und was dem Reich von Rutzen fei. Zwischen Reich, Staat und Volk müssen seelische Verbindungen geschaffen werden. Die beste Lösung einer Reichsreform fei wohl, den Umbau des Reiches auf historischem Boden vorzunehmen. Aus aller Well. Personalveränderungen in der Reichswehr. Mit Wirkung vom 1. Dezember 1931 sind in ber Reichswehr beförbert worden: Zum General der Infanterie: Generalleutnant Freiherr ©eut- tcr von Löhen, Oberbefehlshaber der Gruppe II; Aum Generalleutnant: Generalmajor Adam, Chef des Truppenamtes; zu Generalmajoren, die Obersten Freiherr von Aammerftein- ® q u o r b, Inspekteur ber Infanterie, von W i tz e n b o r f f. Äonunanbant von Berlin; von Trotha, Kommanbeur bes IR. 12. Besserung im Befinden Dr. öchacht». In dem Befinden Dr. Schachts hat sich laut Mitteilung des Warencr Krankenhauses eine Befteruna herausgestellt. Die Temperatur war Donnerstag auf 37,5 gesunken. Wie die Untersuchung der beiden Acrzte ergeben hat, sind die 6. und 7. Rippe gebrochen. Irgendwelche Komplikationen sind nicht mehr hinzugetreten. Der Patient fühlt sich verhält- nismägig wohl und hofft, in etwa 14 lagen wiederhergestellt zu sein. Die falschen van-Gogh-Gemälde. Die Staatsanwaltschaft I Berlin hat gegen den Kunstmaler Otto Wacker Anklage wegen fort- gesetzten Betruges und wegen Pfandbruchs eröffnet Der Angeklagte hat in den Jahren 1925 bis 1928 3 0 Gemälde mit dem Namenszug van Gogh zu einem Durchschnittspreis von mehr als 10 000 Mark verkauft Die'e Gemälde sind, wie später sestgestcllt wurde, sämtlich nicht von van Gogh gemalt. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, diese Gemälde i n Kenntnis ihrer Unechtheit al» v a n - G o g h - B i l» der veräußert zu haben, und zwar zu Preisen, wie sie nur für echte Werke van Goghs bezahlt werden. Großer 3uwelenraub In Wien. Del einem Juwelier in ber Margarethenstraße wurden abends, während der Geschäftsinhaber noch im Laden, die EingangStür schon geschlossen. die Rolläden aber noch nicht herab- gelassen waren, von unbekannten Tätern d i e Auslagen geöffnet' und Schmucksachen im Werte von 200 000 Schilling geraubt. Oie Wetterlage. o. ■ er y/ 1 wttn'l 0 [nto ' Wl y - < e - 1 ---- vjdivy-d--------------- Oworatnioi. o-rtei a*«re »wri Seite tfn Qlr biete der 2h stellen. Lazu habere bie J ’ur die Sark' Wtv Ter i betrügt tb. Ertrag btt au-saU t für Gras. ( Weisungen t der Haupts 'Wohlfahrts, flibc auf bt sahrl-klkge itffert sich { auf 30 00( $ nur gan 2000 Df. A Qoo von MM an Wirksame erbe-Drucksachen hei RrPhl. RnhiPufrafle 7 | Mietgesuche | Zimmer mit Damvfbeizg. Lchriftl.Slnaed.unt. 07105 a.öjyn.Vlm. Nanihlax. den 5. Dezember Schlachtfest Ab 9 Uhr: Wellfleimch mit Kraut. Abends: Schlachtplatten. Sonntag ab 5 Uhr: Große* Konzert. Bekannt billige Preise! Geöffnet bis 4 l'lir nachts! 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Als im Frühjahr, etwa Anfang Mai, ein junger Bursche dort eggte, nachdem er das Feld ganz tief umgepflügt hatte, sah er etwas auf dem Boden vor sich im Sonnenschein blinken. Er hob es auf und glaubte, eine alte, wertlose Spielmarke aus Messing in der Hand zu haben. Schon wollte er sie wieder wegwerfen, als er sich doch sagte, daß er sie erst einmal seinem Dater zeigen wolle. Dieser erkannte gleich an ihrem reinen Glanz und Klang, dah es sich um ein echtes Goldstück handle. Auffallend war nicht nur die seltsame Prägung, sondern auch das außerordentlich dünne Gold- schribchen (daher die „Spielmarke"!). Bald darauf wurde der Gulden einem Handelsmann aus Grüningen zur näheren Wertbestimmung nach Frankfurt mitgegeben, der ihn nach einiger Zeit wieder zurückbrachte mit der Behauptung, daß er nicht viel wert sei! Erst anfangs August bekam der Ortspfarrer das Fundstück zu sehen, das er als überaus wichtig bezeichnete und sein Aller auf mehr als 500 Jahre angab. Die Familie entschloß sich zuletzt, ihren Fund Herrn Professor Helmke, Gießen, vorzulegen und ihn dem Oberhessischen Museum zu überlassen. Möge der alte Gulden aus echtem Dukatengold mit seiner feinen Prägung dort immer die Beachtung finden, die er nach der gründlichen Beschreibung verdient. K. Gemeinderat in Nidda. cd Ai d da, 3. Dez. 3n der iüngsten Gemeinderatssitzung wurden folgend: Beschlüsse gefaßt: Der Gemeinderat nimu.c Kenntnis davon, Daß zwischen der Provinzialdirektion Oberhessen in Gießen und der Stadt Nidda über die Lieberweisung der „Krötenburgstratze" (Provinzialstraße Aidda—Michelnau) in die Unterhaltung der Stadt Aidda verhandelt werden soll. Der Gemeinderat steht auf dem Standpunkt, daß die „ Krötenburgstrahe" ihre Bedeutung als 8-Strahe nicht verloren hat und daß man aus diesem Grunde der Stadt Aidda die Llnterhaltung der Straße billigerweise nicht z u m u t e n kann. Die Finanzlage der Stadt war Gegenstand einer lebhaften Aussprache. Die überaus ungünstige Wir.^chastsl-gr wirkt sich für den Ge- memdehaushalt verhängnisvoll aus, denn während auf der einen Seite die Einnahmen für Gras, Obst, Pacht, Einkommen-, Körperschaftsund Llmsahsteueranteile, Gemeindesteuern u. dgl. erhebll*'» rückgegangen sind, ist auf der anderen Seite ekn Anzeigen der Ausgaben auf dem Gebiete der Armen- und Wohlfahrtspflege festzustellen. Dazu kommt noch, dah die Danken, insbesondere die Hessische Girozentrale, den Zinsfuß für die Darlehen der Stadt in letzter Zeit erhöht haben. Der Zinsen -Mehraufwand allein beträgt rd. 7000 Mk. Aechnet man zu diesem Betrag den entstehenden Gewerbe st euer- a u s s a l l von 8000 Mk., die Weniger-Einnahme für Gras, Obst, Pacht, Steuern und Steuerüberweisungen von schätzungsweise 9000 Mk., sowie in der Hauptsache durch die Beschäftigung von Wohlfahrtserwerbs.oscn bedingte Mehr-Ausgabe auf dem Gebiete der Armen- und Wohlfahrtspflege in Hi^e von rd. 6000 M§., so beziffert sich der Fehlbetrag des Aj. 19 31 auf 30 000 M k. Diesem Fehlbetrag stehen bis jetzt nur ganz geringe Deckungsbeträge, wie z. D. 2000 Mk. Mehr-Einnahme an Bürgersteuer und etwa 3000 Mk. Zuschuß aus dem 60-Millionen- Kredit des Aeiches zur Erleichterung der Wohlfahrtslasten der Gemeinden, gegenüber. Zur Ab- Goethe-Bund. H.Tichterabend: Hans Grimm. Den zweiten literarischen Vortragsabend des Goethe-Bundes bestritt der durch seinen 1926 erschienenen, inzwischen weithin verbreiteten, politischen Roman „Volk ohne Raum" zunehmend bekannt gewordene Schriftsteller Hans Grimm. Er begann mit der Vorlesung einer südwestafrikanischen Begebenheit „Die Steppe brennt". Seine Stimme ist sehr klar, sehr artikuliert, sehr nüchtern, sie gibt dem Hörer wenig Hilfen und deckt sich vollkommen mit dem knappen, sachlichen Stil, der, meist in kurzen Hauptsätzen, den Faden der Erzählung ablaufen läßt und die Ereignisse übersichtlich aneinanderreiht. Die Erzählung schildert das elementare Naturereignis eines afrikanischen Steppenbrandes, den dramatisch sich steigernden Wettlauf dreier Männer mit dem vom Wind unheimlich vorgetriebenen Grasfeuer und endlich den in seiner unverschleierten Klarheit grausamen Ausklang im deutschen Farmhaus. Das ist sehr männlich und verhalten im Gefühl vorgetragen, und die starke Wirkung wurzelt mehr in der kargen Tatsächlichkeit des Berichtes als in den Mitteln der Aufzeichnung und der Wiedergabe. Nach kurzer Pause las Grimm eine zweite Erzählung aus dem gleichen Stoffkreis unter der Ueber- schrift „Der Kamelhengst". Hier ist der Stil lockerer, bewegter und ein weniger farbiger als zuvor, und obwohl die landschaftliche Kulisse der Vorgänge — südafrikanische Steppe m" Stein, Sand, Salz, Wind, Diamanten und wenig -Jaffer — die gleiche geblieben ist, beherrscht den Eindruck diesmal ein halb grimmiger, halb niedersächsisch-trockener Humor in der Schilderung der störrischen Kamelkarawane einer deutsch-afrikanischen Handelsgesellschaft, und im abenteuerlichen Bericht von der Flucht des Leithengstes mit dem anzüglichen Namen „Dernburg", der lange Zeit hindurch den ganzen Distrikt samt der Landespolizei und den Herren im Kontor der Firma in Aufregung und Schrecken versetzt und am Ende auf eine drastische Weise wieder eingefangen und gefügig gemacht wird. Nach der zweiten Pause beschloß Grimm feine Vorlesung mit einem kurzen autobiographischen Aufsatz: als Motto vorangestellt das Hölderlin-Wort: „Wir sind nichts, was wir suchen ist alles" und Jakobs leidenschaftliches Gebet: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn". Da Grimms Vater Gründer der Deutschen Kolonialgesellschaft war und die Neigung des Sohnes zum Beruf des Kolonialkaufmanns eifrig unterstützte, kam der Junge schon früh mit den Problemen seines heutigen literarischen DieIagd im Dezember. Der 3agdkalender bietet dem Weidmann im Dezember noch vielerlei Gelegenheit zur Betätigung. 3m Rotwildrevier ist der Abschuß der Hirsche beendigt, es sei denn, daß das eine oder andere Stück aus hegerischen Gründen der Kugel verfallen ist. Es wird sich vor allem darum handeln, den notwendigen Abschuß an Kahlwild durchzuführen. Wo das Schwarzwild seine Fährte zieht und int Sommer zu Schaden ging, sehnt man den Schnee herbei, um fleißig zu kreisen und die Sauen fest^umachen. Die Rauschzeit hat begonnen, und auch der älteste Basse, der sonst am liebsten allein blieb, sucht die Rotte auf. 3n Hessen ging die Schubzeit des Rehwildes zu Ende, während weibliches Rehwild in Preußen noch bis zum 3ahresende geschossen werden darf. Die H a s e n j a g d ist zwar im Gange, enttäuscht aber in ihrem Ergebnis überall so stark, dah man in vielen Revieren auf Treibjagden verzichtet, um den notwendigen Bestand für das kommenoe 3agdjohr zu erhalten. Wo aber gejagt werden kann und soll, kann nur dringend die Anwendung von Standtreiben angeraten werden, bei denen sich immer eine ganze Anzahl von Mümmelmännern überlaufen lassen, oder nach hinten empfehlen. Bor ausgiebiger Anwendung der Suchjagd und des Kesseltreibens kann im Interesse der Destandserhaltung nicht genug gewarnt werden. Das Rebhuhn genießt ab 1. Dezember wieder Schonzeit. Die zerschossenen Ketten haben sich vielfach zu größeren Ketten zusammengeschlossen, um zusammen besser den Llnbilden des Winters zu trotzen. Dagegen hat dei^ Fasan noch Schuß^eit, die man ruhig benutzen soll, um eine Anzahl Hähne abzuschießen. Es bleiben meist doch zuviele im Berhältnis zu den Hennen übrig. Den letzteren sollte man dafür allerdings völlige Schonung gewähren. Wenn Frost einseht, ist der Anstand oder das Absuchen offener Wasserläufe oft erfolgversprechend. Denn der Entenzug kommt dann in Gang, und mancher nordische Fremdling wandert an den Galgen. Bei Waldtreiben kann man noch mitWald- s ch n e p f e n rechnen, die überwintern wollen. Das R a u b w i l d hat einen guten Balg, der 3agd und Fang lohnt. Die 3agd des Fuchses übt auch immer wieder ihren Reiz aus, sei es nun auf dem Anstand, beim Treiben und Drücken, oder beim Reizen mit der Hasenklage, dem Vogelangst - ruf und anderen Lauten. Auch Marder. 3ltis, Hermelin usw. lohnen ihre 3agd. Reben der Frage, woher ihm int letzten Monat des 3ahres Weidmannsfreuden winken, beschäftigt es den Weidmann und Heger vor allen Dingen, wie das Wetter werden wird. Denn der Winter steht vor der Türe. Wir wissen heute, dah wir unserem Wild keinen milden Winter wünschen sollen, sondern dah ein schneereicher, nicht zu kalter Winter ihm viel zuträglicher ist. 3n Revieren, wo man nicht nur schießt, sondern auch hegt, sind alle Vorkehrungen getroffen. Zwar hat die Natur dieses 3ahr unserem Schalenwild den Tisch mit Eicheln gedeckt, dah es feist in den Winter hineingeht und auch bei Schnee und Kälte immer etwas finden wird. Cs wird deswegen auch ohne große Kosten möglich sein, Eicheln für solche Reviere zu erwerben, in denen die Eiche fehlt, oder zurücktritt. Wer aber an bestimmten Stellen füttern will, muh in der milden Zeit schon etwas schütten, damit das Wild in der Aotzeit weih, wo es etwas findet. Man vergesse vor allem die Anlage oder das Auffrischen der Salzlecken nicht. Leider scheuen viele Revierinhaber in der heutigen Geldnot alle derartigen Ausgaben und sehen sich lieber der Gefahr aus, viel größere Einbußen durch Krankheit des Wildes zu erleiden, die dann jene ersparten Ausgaben um das Vielfache übertreffen. Sollte reicher Schneefall eintreten, so empfiehlt es sich, neben der Darbietung von den bekannten Futtermitteln: Eicheln, Kastanien, Mais, Rüben, Hafergarben u. ä., auch Heidekraut, Ginster u. ä. dem Wild mit Rechen und Schneepflug freizulegen. Ebenso lege man Weichholzzweige an den Wechseln aus. Für die Hühner und Fasanen schüttet man unter Schutzdächern, in Hecken oder unter Rcisighau^en Spreu, Heublumen. Weizen, Mais u. ä., vergesse bei Schnee auch etwas groben Sand nicht, damit die zur Verdauung der Aahrung nötigen Steinchen ausgenommen werden können. Für Fasanen wird ja meist gesorgt, weil man sonst das Verstreichen des Zigeuners befürchtet. Aber der Ausfall der Hühnerjagd ist neben günstigem Brut- und Aufzuchtwetter vor allem auch durch entsprechende Winterhege bedingt, wobei es fast mehr auf Darbietung guter Deckung, als auf Futter ankommt. Das ist heute in unseren heckenarmen „bereinigten" Gemarkungen notwendiger denn je. Der Winter steht vor der Tür, und mehr denn je gilt der Spruch: „Kein Heger — kein 3äger!“ Hubertus. Wendung einer Finanzkrise muh deshalb, soweit die Ausgaben nicht in ständig wiederkehrenden Leistungen bestehen, äußerste Sparsamkeit geübt und die Ausführung aller Arbeiten und Lieferungen zurückgestellt werden, soweit sie nicht int Einzelfalle als außerordentlich dringlich anzusehen sind. Dies gilt natürlich auch von den Wohlfahrtsarbeiten. Alle Gesuche um Gewährung öffentlicher Fürsorge einschließlich der Beschäftigung mit Wohlfahrtsarbeiten werden durch eine Kommission einer Nachprüfung unterzogen. Die S ch u 11 0 st e n, insbesondere diejenigen für die Realschule, können auf die Dauer nur aufgebracht werden, wenn die Stadt in ihrem Bestreben, die Schulen zu erhalten, tatkräftig unterstützt wird. Hinsichtlich der kurzfristigen Schulden der Stadt soll bei der Limschuldungsstelle beim Reichs- finanzministerium Antrag auf Li inschuI - d u n g gestellt werden. Unabhängig von der beabsichtigten anderweitigen Kapitalbeschaffung lehnte der Gemeinderat die Zahlung der von der Hessischen Girozentrale geforderten Zinsen von 12 Prozent pro 3ahr ab, da die Mittel für den Mehraufwand gegenüber dem im Voranschlag vorgesehenen Satz von 81/2 Prozent nicht zur Verfügung stehen. Schaffens in Berührung. Grimm schilderte in großen Zügen die wechselnden Stationen seines Lebens und seiner Entwicklung, vor allem während der entscheidenden Reisejahre in England und dann in Südafrika, wo er als Farmer zur Zeit des Burenkrieges und der Hereroaufstände zu Anfang dieses Jahrhunderts den Blick schärfste für die großen politischen Probleme, mit denen er nach dem Kriege sich aus- einandersetzte. Erst spät und auf Umwegen gelangte er, unter liebevoller Förderung der verstorbenen Mutter, zum Schriftstellerberuf, zum staatswissen- schaftlichen Studium und bescheidenen journalistischen und literarischen Erstlingserfolgen; die wachsende Produktion fand in den letzten Jahren ihre Krönung mit dem aroßangelegten Roman „Volk ohne Raum", der ihm freilich, nach eigener Aussage, trotz großem persönlichen Erfolg eine politische Enttäuschung bedeutete. Mit einem höchst persönlichen politischen Bekenntnis schloß Grimm die gutbesuchte Vorlesung. Die Hörerschaft dankte mit starkem Beifall. —y— Schwäbisches Weihnachisbackwerk. Von Julie Ehrhart-Berner. Nirgends wird so viel zu Weihnachten gebacken, wie in Württemberg, und nirgends gibt es auch fo gutes Backwerk wie bei uns. Man ist aber auch schon wochenlang vor dem Fest damit beschäftigt und nimmt das Backen richtig ernst. Als erstes kommen Anfang Dezember die Honig- lebkuchen, damit sie vor dem Fest noch lagern und weich werden können. Jede Familie hat davon ungefähr ein eigenes Rezept, auf das sie schwört. Ich schwöre natürlich auf das meiner Mutter und halte es für allen anderen überlegen. Es ist aber auch ein richtiges altes Rezept, in dem alles wichtig genommen wird. Der Honig muß beispielsweise so heiß fein, „daß man den Finger darin leiden kann". Dann kommt ein Gewürz hinein, das Kardamom heißt, dessen Verwendungsfeld sich lediglich auf Honiglebkuchen zu beschränken scheint — denn ich habe es sonst nirgends getroffen. „Cordowomme" heißt es auf Schwäbisch, und ich glaube, meine Mutter hätte eher Weihnachten ohne Baum gefeiert, als Lebkuchen ohne Kardamom gemacht. Es war auch jedesmal ganz aufregend, ob sie gerieten. Und wenn sie einmal mißlangen, dann wurde sofort der Honigbauer verdächtigt, daß er den Honig gefälscht, ober der Bäcker, dessen Ofen zu warm ober zu kalt gewesen war. Selbst war man ein für alle Mal Siadtvorstand in Alsfeld. A1 s f e 1 d, 3. Dez. 3n der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes kam die Abrechnung über den Prämienmarkt 1931 zur Vorlage. Die Einnahme beträgt insgesamt, einschl. der Verlosung und der reitersportlichen Veranstaltung, 11 287 Mark, die Ausgabe beläuft sich auf insgesamt 9714 Mark. Ohne den von der Stadt geleisteten Zuschuß in Höhe von 1620 Mk. würde auch diesmal wieder die Marktveranstal- tung mit einem Fehlbetrag abschließen, der auf die ständig zurückgehenden Einnahmen aus der mit dem Markte verbundenen Verlosung zurückzufüh- ren ist. Hinsichtlich desE'gentumsan d'nOrts- durchfahrten innerhalb der Stadt hatte die Provinzialdirektion das Ersuchen gestellt, die noch im Eigentum der Stadt stehenden Ortsdurchfahrten auf Grund des Gesetzes vom 15.3uli 1926 über das Straßenwesen in Hessen auf die Provinz zu übertragen. Der Antrag wurde abgelehnt. Da die Lieberschreibung weder Vorteile nwch Nachteile bietet, soll der seitherige Rechtszustand bestehen bleiben. Die neu erbaute Kläranlage für die allunschuldig, denn nach diesem Rezept hatten doch schon Generationen in unserer Familie Lebkuchen gemacht ... Am wichtigsten und für uns Kinder am lustigsten war aber bas Backen ber „Springerle" — eines marzipanartig aussehenben Gebäcks aus Zucker, Mehl unb Eiern. Es war jebes Jahr ein Fest, wenn sie gebacken mürben. Eine große Rolle spielten babei die Springerlesmobei, jene holzgeschnitzten Formen, in die ber ausgewalkte Teig gepreßt wirb. Wir hatten unenblich viele, aber sie gehörten nicht uns allein, sonbern ber gesamten Familie. Sie wurden so wichtig genommen, daß man sie nicht verteilte, wenn ein Haushalt aufgelöst wurde, jonbern sie blieben zusammen unb gingen bann an Weihnachten unter ben Verwanbten reihum. Daß auf einem dieser Model die Jahreszahl 1765 stand, hatte für uns Kinder einen besonderen Reiz. Er war auch ausnehmend schön mit barocken Tieren: einem Hund, einem Hirsch, einem Schäfchen unb einem Löwen. Heute noch, wenn ich mein Weihnachtspaket bekomme, freue ich mich ganz besonbers über die Barock-Springerle. Unb babei mag meine Mutter gerabe diese Form gar nicht. Die Tiere sind ziemlich groß, ber Hirsch sicher 20 Zentimeter breit, unb meiner sparsamen Mutter ging es immer vom Herzen, ein fo großes Stück Teig für ein einziges Springerle zu opfern. Als Äinber bürsten wir kleine Springerle für die Puppenküche machen. Oh, wie oft brückten wir mit kleinen heißen Hänben ben Teig in bie Form, rissen ihn wieber heraus, probierten aufs neue. Unb obgleich unsere Hänbe zuvor immer grünblid) auf Reinlichkeit untersucht worben waren, sahen die Kinder-Spriugerle immer einen Grab dunkler aus als die anderen. Auch mein Vater mußte sich beteiligen unb Spaßes halber ein paar Springerle ausbrücken. Daß bie Brüber mithalfen, war selbstverstänblich. Ich hgbe immer noch bas Bilb vor mir, wie meine Mutter eifrig ben Teig auswalkte unb alles baftanb, um .sein Stück zum Ausbrücken zu bekommen. Nicht ganz so wichtig wie Springerle unb Honig- lebkuchen würbe bas übrige Backwerk genommen. Da gab es noch eine Reihe anberer Lebkuchen mit unb ohne Honig, es gab Honigherzen, bie sehr hübsch aussahen mit einer Manbel in ber Mitte, es gab die sog. „Ausstecherle" aus einer Butterteigmaffe, unb bie ausgezeichneten „S". Hübsche Namen hatten bie einzelnen „Gutle" — wie man im Schwäbischen bas Backwerk nennt: es gab Spitzbuben unb Schweizerbatzen unb Kronprinzenlebkuchen, Bärentatzen, Prülätle unb Päpstle. Natürlich gab es auch Makro nen unb Zimtsterne — boch bas sind keine typisch schwäbischen Sachen. Wichtig war auch bas Huzel- gemeine Kanalisation, die demnächst in Betrieb genommen wird, muß noch mit einer Ein- friedigung versehen werden. Die dafür erforderlichen Mittel wurden bewilligt. Eine Neuregelung der 3agdpachtcn ist notwendig geworden. Die 3agdpächter der vier Bezirke haben bei dem Sonderpachteinigungsamt eine Herabsetzung der 3 agdpacht beantragt. Das Pachteinigungsamt hat für zwei 3agd- bezirke bereits eine Entscheidung getroffen, dah der vertragliche Pachtpreis für die 3ahre 1931 und 1932 um 25 v. H. gesenkt wird. 3m Hinblick auf diese Rechtslage hat die Bürgermcisterei mit den Pächtern der beiden anderen Bezirke einen Vergleich auf derselben Grundlage mit einem Nach, laß vom 25 v. H. abgeschlossen. Dem Vergleich wurde zugestimmt. 50 Zahre VHC. in Alsfeld. X Alsfeld, 2. Dez. Am Samstagabend beging der Zweigverein Alsfeld des D H C. im großen Saale des „Deutschen Hauses" unter guter Beteiligung die Feier seines 5 0- jährigen Bestehens. Unter den zahlreichen Gästen war auch der benachbarte Knüllgebirgsverein Neukirchen mit fast 60 Teilnehmern erschienen. Der Gesamtvorstand des VHC. war durch Dr. Druchhänser (Lllrichstein), L i n ck und Hitz (Schotten) vertreten. 3n feiner Festansprache gab der Vorsitzende des Vereins, Bürgermeister Dr. V 51 s i n g, einen Lieberblick über die 50jährige Geschichte des Zweigvereins, auf die man mit Stolz und Befriedigung zurückblicken dürfe. Er schloß mit einem wirkungsvollen Hinweis auf die Ziele und Aufgaben ber deutschen Wandervereine, welche die Menschen zur Natur, Heimat und Volksgemeinschaft führen wollen, und richtete in diesem Sinne einen besonderen Appell an die 3ugend. Anschließend wurden Ehrenurkunden an die vier noch lebenden Gründer aus dem 3ahre 1881, sowie an eine Anzahl von Mitgliedern für 25jährige und längere Mitgliedschaft verliehen. Die Glückwünsche des Gesamtvorstandes überbrachte Dr.Druchhänser (Lllrichstein) in anerkennenden Worten, für die Zeitschrift „Frischauf", der Leiter Carl Linck (Schotten). Namens der Gäste übermittelte der Vorsitzende des Knüllgebirgsvereins Neukirchen, Amtsgerichtsrat Steinmetz, in trefflichen Worten die Glückwünsche zum 3ubiläum. Die unterhaltenden Darbietungen des Aoends bewegten sich den Zeitverhältnissen entsprechend, im einfachen, aber würdigen Rahmen. Die Leistungen der Gesanasabteilung und der neugegründeten Musikabteilung des Vereins fanden volle Anerkennung, ebenso die zur Ausführung gebrachten Bilder aus dem Wanderleben. Das Singspiel „Das Versprechen Hinterm Herd", das von Mitgliedern des Vereins in vortrefflicher Weise aut Ausführung gebracht wurde, übte auch hier wieder feine bewährte Anziehungskraft aus und fand verdienten stürmischen Beifall. Anläßlich des 50. 3ubiläums wurde dem Verein ein von zwei jungen Damen angefertigter, geschmackvoll aus- geführter Wimpel gestiftet, ben ber Vorsitzenbe mit einer Ansprache weihte. Der übliche Tanz beschloß die Veranstaltung. Landkreis Gießen. M W i e s e ck, 4. Dez. Gestern abend fand eine Sitzung des Gemeinderats statt, in der über die Erhöhung ber Bier st euer und bie Einführung ber Getränke st euer beraten würbe. Die Erhöhung ber Diersteuer und bie Einführung berOeträntefteuer würben abgelehnt, ba der Gemeinderat es nicht vertreten kann, daß die einheimischen Wirte, bie schwer um ihre Existenz ringen, vollkommen vernichtet werben. Auch verspricht sich der Gemeinderat keine größeren Einnahmen bei der Einführung der Getränkesteuer, zumal eine genaue Kontrolle nicht gegeben ist. — Ein Gesuch einiger Mieter um Wohnungsz schuß zu den Mieten wurde dem Fürsorgeausschu.j überwiesen. Ferner tourbje das Gesuch ber jübischen Pfadfinder zwecks Lleberlassung eines Schulsaales dem Schulvorstand zugeleitet. — Die am bergangebrot, bas aber beileibe seinem Namen — denn Huzeln finb gebörrte Birnschnitze — keine Ehre machen burfte. Es war ein richtiges Früchtebrot, bas neben ben Huzeln ebensoviel Feigen unb Mandeln unb Zitronat unb Nüsse enthielt. Zu allerletzt kam das Hefenbackwerk — ber Guglhopf! Weihnachtsstollen macht man natürlich audj, aber ber Guglhovf — ber Topfkuchen — war doch die Haupt fache. Und aus dem gleichen Teig ber Hefenkranz, ber an jebem Weihnachtsmorgen auf unserem Frühstückstisch stehen mußte. Am Thomas-Tag (21. Dezember) mußte alles fertig sein, unb bann ging bas Austeilen an. Der Großteil bes Gebäcks war ja nicht für uns allein bestimmt, sonbern würbe verschenkt. Jebem Weihnachtspaket lag Backwerk bei, jeber bekam davon ab: bie Verwanbten, bie Lehrerinnen, bann jeber, ber in irgendeinem Dienstverhältnis zum Haus stand, also bie Schneiberin, bie Wäscherin, bie Putzfrau ... bann noch ein paar arme Familien, bic auch fo mit zum Haus gehörten. Es ging nicht sehr parteilos zu beim Austeilen. Je feiner bie Leute, befto feiner bas Backwerk. Oh, wie wenig Makronen hat boch bie Waschfrau bekommen unb wieviel Guglhopf. Unb genau so verfuhr boch ihr ganzer Kunoen- kreis. Ich habe mir immer vorgestellt, baß sie ungefähr bis Ostern zum Vertilgen all bes Geschenkten braucht unb sicher dann wieder eine rechte Freude an Schwarzbrot hat. Alle Pakete, die in ber Stabt verteilt wurden, bekamen bann wir Kinder zum Austragen. Man kam sich recht wichtig vor, bei dieser Beschäftigung. Es war auch viel Freude damit verbunden. Bei den Verwandten bekam man immer die eigenen Ge schenke ausgehändigt, unb überall, wo man hinkam, herrschte schon biefe erwartungsvolle Dorfreube, bic vielleicht bas Schönste vom ganzen Weihnachtsfest ist. Als dann endlich das Fest kam, hatte man von all den guten Sachen schon fast zuviel gegessen und war unerhört schieckig geworden, knabberte mal eine Makrone, mal einen Zimtstern, am liebsten noch bic Honigsebkuchen, weil sie nicht so süß waren. Sogar unser Dackel hatte sich einmal vor Weihnachten an Teig und Backwerk so überfressen, baß er mit ein gezogenem Schwanz bavonlief, wenn man ihm eine Bäckerei anbot. Erst wenn die Feiertage vorbei sind und die Vorräte allmählich einschrumpfen, gewinnen sie wieder Interesse. Fast wehmütig verzehrt man bann bas letzte Springerle, den letzten Lebkuchen, sicher, daß man bis zum nächsten Weihnachtsfest warten muß bis man wieder welche bekommt, denn außer der Zeit werden Lebkuchen unb Springerle nie gebacken. nen Sonntag durchgeführte Haussammlung für die Wintrrnothilfe hatte folgendes "Resultat: Bargeld 629,80 Mark, Kartoffeln 65 Ztr., 28 Brote 35 Pfund Wehl, 21,65 Ztr. Obff. 85 Pfund Hülsenfrüchte, 30,5 Pfund gelt etwa 50 Pfund Heisch- und Wurstwaren, Gemüse, Kleidungsstücke und etwa- Brennmaterial. y. Lollar, 3.Dez. Am Dienstagabend führte die Evangelische Iugendvereinigung L a ng » G ö n s im großen Saale der .Linde" das bekannte Dolksftück von Schönherr „Glaube und Heimat" auf. Die Aufführung machte auf die zahlreichen Zuhörer einen tiefen Eindruck. Infolge des erfreulich guten Besuches und des freundlichen Ent- gegenkommens der Gastwirtsfamilie Hofmann kennte der W i n t e r n o t h i l f c des Kirchspiels ein stattlicher Betrag überwiesen werden. »trete La oucn. a. Schotten, I. D^. Zum Besten der hiesigen Winternothilse fand am Sonntagabend in der Turnhalle eine wohlgelungene Wohltätig» keitsveranstaltung statt. Das hiesige Philharmonische Orchester unter Leitung seines Dirigenten Dr. S e u l i n g trug mehrere wertvolle Konzertstücke vor und erntete re ch:n D i.all. Der hiesige Kindergarten unter Leitung von Kindergärtnerin Frl. Weber führte mehrere WeihnachtSftückchen auf. Die 1. und 2. Klaffe der Volksschule trugen mehrere Gedichte, Sprechchbre, Lieder und ein lustiges Adventstück vor. Der Dchottener Männerchor fang einige Lieder. Frl. Säubert aus Gießen brachte Die Rofenlieder und „Licbesfeier" au Gehör und errang damit einen großen Erfolg. Die Realschule zeigte in einem luftigen Theaterstück Szenen aus dem ober» hessischen Volksleben. Auch der Turnverein brachte beifällig aufgenommene Sonderbar, ührungen der Turnerinnen Pfarrer Römer sprach aus Vorsitzender der Winternothilfe allen Mitwirkenden Dank aus. wg. Gedern, I Dez. Die zweite diesjährige Besichtigung des vor etwa einem halben Jahre h er gegründeten ReitervereinS fand gestern durch Rittmeister a. D. Freiherrn Roeder von Diersburg lKesselbach-Roederhof) und Rittmeister a.D. Gras von Bredow (Altenburg) statt. Dabei konnten erfreulicherweise erhebliche Fortschritte in den Leistungen des jungen Vereins festgestellt werden. An der Besichtigung nahm auch Bürgermeister Müller teil, dem als Vertreter der Gemeindeverwaltung für die lieber» lassung des der Gemeinde gehörigen Reitplatzes am „Großen See" gebührender Dank ausgesprochen wurde. Preufeen. ftreid Wetzlar. Hftrofdorf, 3. Dez. Aus der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung von Krofdorf- Gleiberg ist zu berichten: Der Lau flucht« I i n i e n p l a n für das Gelände hinter der Stühl (von der Stuhl bis zum Hainerweg, rechts und links der Gleiberger Straße) fand nicht die Zustimmung der Vertretung. Es wurde zunächst örtliche Besichtigung unter Zuziehung des Kreisbaumeisters gewünscht. — Für die diesjährigen Holzfäl- lungsarbeiten im Gemeindewald wurden folgende Löhne festgesetzt: für 1 Raummeter Derbholz, glc ch welcher Art, auch Eichenknüppel und für einen Fcsimetcr Nutzholz 3 Mark, für Durchforstungs- und Buchenreisig je Raummeter 0,90 Mark, Eichen- reifer 0,50 Mark je Raummeter, Fichtenstangen 1. Kl. 35 Pf., 2. Kl. 25 Pf.. 3 Kl. 20 Pf., 4. Kl. 10 Pf. je Stück, 100 Ehristbäume 5 Mark, Rücker« lohn je Festmeter 0,90 Mark, Ausästen je Baum 4,90 Mark, 1 Raummeter Stockholz 4,20 Mark, ^-chällohn je Festmeter für Stämme 0,90 Mark, Stangen 1,10 Mark. Der Holzhauermeister erhält seinen erarbeiteten Tagelohn und 1,5 Prozent Mei- stergebühren. Für die Beaufsichtigung der Durch- Vynamitdiebfiahl juaendlicher Personen. Einige hundert Sprengkapseln im Bahndamm vergraben. — Das Dynamit sollte nach Frankfurt verkauft werden. WSN. L i m b u r g, 3. Dez. Vier junge Leute aus Niederhadamar im Alter von 16 bis 19 Jahren hatten sich vor dem hiesigen Schöffengericht wegen fortgesetzten Dynamitdiebstahls und Transportgefährdung zu verantworten. Durch mehrere gemeinsam ausaeführte Einbruchsdiebstähle hatten sie aus dem Dynamitlager eines Kalkwerkes in Hadamar größere Mengen Dynamit und über 1 400 Sprengkapseln gestoblen. Einige hundert Spreng- kapseln vergruben sie in dem Bahndamm der nach Limburg führenden Seitenlinie der Westerwachbahn. Diese Menge hätte genügt, um, wie ein Schießmeister erklärte, den Bahndamm völlig in die Luft zu sprengen. Sie haben ihren Plan, dem Führer der Frankfurter Kommunisten das Dynamit zu verkaufen — wie bei der früheren Vernehmung einer der Angeklagten anaab —, später doch nicht durchgeführt. Zwei der Angeklagten hatten sich Aus- landpässe besorgt. Es wurden verurteilt: der Angeklagte B r ö tz wegen gemeinschaftlichen fortae- setzten Einbruchsdiebstahls und Transportgefährdung zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, der Angeklagte Maxheim zu 1 Jahr Gefängnis, der Angeklagte Jung zu 2 Monaten zwei Wochen und der Angeklagte Grammel zu zwei forftung bekommt der Meister 6,50 Mark Tagelohn. (Diese Lohnfestfeyung bedarf noch der Genehm,- S) Die Geldbeschaffung für die Holzsal« »arbeiten wurde der Finanzkommission übertragen. Der Gemeindevorsteher soll von Holzhänd« lern Preise für Eichenstammholz einfordern, und er ist ermächtigt, bei angemessenen Angeboten den Zu- schlag zu erteilen. — Der kürzlich gefaßte Beschluß über die Nichterhebung von Verzugszinsen für Steuerrückstände wurde, da er gegen die Rcich^oerordnung über die Erhebung von Verzugszuschlägen verstoßt, wieder aufgehoben, lieber ^tundungsanträge wird von Fall zu Fall entschieden. O ft r o f b o r f, 3. Dez. Der S e fl ü g e l zu ch t- verein Krofdorf konnte am_ vergangenen Samstag und Sonntag das Jubiläum feines 25jährigen Bestehens feiern. Mit dem Ju- biläum war eine allgemeine Geflügelschau verdun- den, die mit weit über 300 Nummern beschickt war, so daß die Turnhalle kaum ausreichte, lieber 700 Erwachsene besuchten am Sonntag die Ausstellung. Als Preisrichter fungierten Otto S o e d l e r (Nie- der-Gemünden) und H. I ä g e r (Oberhörgern). Eine große Anzahl Ehrenpreise sür die einzelnen Abteilungen und viele Geldpreise standen zur Verfügung. In den sieben Abteilungen (Ziergeflügel, Großge- Hügel, Hühnerstämme, Hühner, Zwerge. Wasserge- flügel und Tauben) konnten insgesamt 49 Ehren- preise, 89 Bewertungen mit sg. 1, 37 mit sg. 2 und 12 mit sg. 3 vergeben werden. O Groh-Rechtenbach, 30. Rov. 3m De» meindesaal der neuen Schule fand gestern abend die erste Generalversammlung der Grünlandgenosfenschaft Groß-Rechtenbach statt. Bei Den Wahlen wurde Landwirt Wilhelm Langsdorf I. einstimmig zum Dor- sitzenden wiedergewählt, ebenfalls wiedergewählt wurden die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Friedrich Dreuth und Wilhelm LangV. AIS Vorsitzender des Aufsichtsrates wurden Landwirt Friedrich MüllerVI.. als dessen Stellvertreter Landwirt Wilhelm LangV. gewählt. Bei der Besprechung über das von der Deutschen Bodenkultur AG.. Berlin, gewährte verbilligte Darlehen von 10 000 Mark wurde der Beschluß gefaßt, daß mit dem Darlehen die Rodungen deS Diehweidegeländes restlos ausgeführt werden müssen. Monaten einem Tag Gefängnis. Während bei den Angeklagten Jung und Grammel die Strafe als durch die Untersuchungshaft verbüßt gilt, wurden I Bröh und Maxheim hn Gerichtsfaal verhaftet tntb ins Landgerichtsgefängni» verbracht, da Fluchtvee» | dacht besteht. Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. "Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw lind zu richten an die Schachredaktion deS ..Gießener Anzeiger-" Problem Rr. 30#. Don Fr. Dubbe t, Rostock. Schwarz, a b C d r I e h a b c d e < g b Weih. Weiß zieht und fetzt in drei Zügen matt. Weiß 8 Steine: Ka4; Dd8; Lc4, f4: Se2, h2; 866, g5. Schwarz 9 Steine: Ke4; Th4; L64; Sg7, h8; bb3, c6, 67, H3. Endspiel Rr. 93. Stuhle von Dr. 3. Schumer. Döslau. 8 6 5 3 2 4 l 8 7 6 5 4 3 2 1 e h MA g h Schwarz, c d e a b c d e Weitz. a b H Durch welche- sehr feine Manöver erzwingt Weiß, am Zuge, hier noch da- Remis? Weiß 7 Steine: Ka2; Lc4, 66; Sg3; Ba5, h3, h6. Schwarz 7 Steine: KH4; Lc2; 862, 63, f3. g6, h7. Lösung des Problems Rr. 304. Don D. Mari», Barcelona. 1. Lbl -a2!. Thöxdö. 2. Dh7-c2+! usw. 1 .... 63^*2. 2 Dh7-63 ulm. I..... Kc5 > dö. 2 Dh7 — e?+ usw 1. .. m Kc5—65. 2. La2xb34- usw. 1. . .. e5-e4 2. Dh7-ß+ usw. 1.....beliebig. 2. 666-e44- usw. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionst^sch. Improvisation. 2n der italienischen Oper in Paris geschah es einmal in den 30cr Jahren des vorigen Jahrhundert-, daß dem Darsteller des St. Bris im 4. Art der „Hugenotten", die damals gerade den Welterfolg Me.'erbeers berbeiführten, da-Trikot platzte. AlS der Darsteller deS Grafen Revers ihm Vorwürfe wegen der negativen Makellosigkeit fe.ner Tochter tnS Gesicht zu schleudern hatte, fang er anstatt des pathetischen Originaltertei: ..Dreh d i ch nicht um. dein Trikot ist geplatzt". Der italienische Botschaster, der der Ausführung beiwohnte und al- einziger im ganzen Hause die italienisch gelungenen Worte verstand, konnte sich nicht beherrschen und begann so zu lachen, daß ein allgemeiner Entrüstung-» sturm deS Publikums losbrach. Da» Gespenst. Gute Freunde wollten einmal den berühmten Raturforscher E u v i e r (1769 bi- 1832) mit einem Spuk erschrecken. Als Suvier eine- Rächt- infolge eine- ungewöhnlichen Geräusche- erwachte, erblickte er vor seinem Bett eine fürchterliche Gestalt mit dem Kopfe eine- Ochsen, die ihn anglotzte. „WaS wünschest du?" fragte der unerschrockene Gelehrte. „Dich verschlingen", brummte es. „Mich verschlingen? Wie?" Euvier betrachtete prüfend die Spukgestalt. „Hufe — Hömer: Grasfresser", stellte er sest. „Du kannst mich also gar nicht fressen. Verschwinde!" Und der Spuk verschwand, denn diese Logik war unwiderlegbar. Sidjere» Zeichen. äwei Engländer befinden sich auf dem Weae nach Dttlanh. Sie fahren mit dem Auto nordwärts vermuten daß sie bald an der schottischen Grenze sind. T)er eine der Reisenden fragt einen Bauern: „Können Sie uns sagen, ob wir noch lange bl» zur Grenze haben?" „3a, aber er ft geben 61 e mir einen Schilling!" ,Hanke sehr", spricht der Engländer, „wir wissen schon, daß wir in Schottland sind." (Lust Bl.) Schlager. „So, Herr Direftor". sagte der Schlager-Komponist zum Unternehmer, „das war mein neuestes Werk. Sie haben es akzeptiert. Ich darf nun wohl um einen Vorschuß bitten." „Vorschuß kann ich Ihnen nicht zahlen", meint der Direktor, „allenfalls könnte e» sich um einen Finderlohn handeln." (Lust Bl.) (Schluß de» redaktionellen Teil».) 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Ueherlegend stand Inga Neinshagen da, ebnen': verdrießlichen Zug auf dem hübschen Gesicht: . dann warf sie mit einer trotzigen Gebärde den Kopf zurück. „Nein!" ' ' " ' / . ; . Ein Griff in den Kleiderschrank. nach- pem-i blauen Tuchkleid, dann die Kappe ^lus.Seal tief über das brauNgöldene Haar gedrückt und den , Mantel angezogen. So, noch das Pesuchstäfchchen aus "rotem Leder - und den Äkuss. Sie. nahm -sich-, nicht Zeit oder Muhe, npch einmal in ben Spiegel zu schauen: schnell ging.-sie nach hem Wcchn- : zimmer, um - dort aber doch ginen Augenblick zögernd stehen zu blechen, ehe sie dann entschlaf-? sen den Türgriff niederdrückte. - - „Du willst ausgehen, 3ug"a?“ In tadelndem Erstaunen fragte es. die Gräfin, ,= die eben dabei war, letzte Hand an den sehr einladend hergerichteten Teetisch zu legest. „.Hast ( du vergessen, daß die Baronin Brandeck uizd ihr Sohn nachher zum Tee kommen T s 'i „Eben weil ich es n i ch t vergessen hahe, .j Mama", entgegnete Inga gelasselst' „dir kennst meine Ansicht zur Genüge — ich. mag Egbert Brandeck nicht, und. wenn ihr euch auf den. Kopf Ein vollwertig Brot in, dem alle Bestandteile des Roggenkornes enthalten sind, finden Sie echten Kasseler Simonsbrot I ' Vorzeigen ' dieserAnnonce Fahrtvergütung entsprech, dem < Einkauf y r°n,xl2.- 1 Ä von ‘ aD. ’on > , sOn ’Ä •****\T, an. i >i,7n. ton [OSßOZWj ^0^ it meint i sich um einen (ßupl.) iltUi.) sich bas Gesund- , ba es, einerseits tzung slhleimlösend rd) die gebundene and durststillendes 4735V Ein Zucken ging da durch die Gestalt des jungen Mädchens, das in unwillkürlicher entsetzter Abwehr die Hände hob — „das ist unmöglich! Eher sterben —I Ich kann nicht!" Die Dame schüttelte nicht begreifend den Kopf. Was mußte diesem jungen, süßen Wesen angetan sein? Menschenpflicht war es, sie nicht >u verlassen! Wenn sie sie nun mit sich nahm in ihr Haus für ein paar Sage — oder vielleicht gar S behielt als Stütze oder Gesellschafterin? leicht war dieses Zusammentreffen ein Wink des Schicksals, und sie würde in diesem jungen Mädchen, dessen ganzes Aeußere und .ganzes Benehmen auf eine Herkunft aus gutem Hause schließen lieh, eine wertvolle Hausgenossin für ihre Einsamkeit finden. In wohlabgewogenen, vorsichtigen Worten sprach sie davon. Nährend war es zu sehen, wie in anfangs ungläubigem Staunen die großen, blauen Augen blickten und wie dann Freude das blasse, bekümmerte Gesichtchen förmlich durchleuchtete. „Gnädige Frau", in Schluchzen brach die Stimme des Mädchens, das sich über die Hand der fremden gütigen Frau neigte ■— „ach, gnädige Frau sollen es nicht zu bereuen haben! Alles will ich tun für die gnädige Frau!" „Möchten Sie mir nicht ein wenig Vertrauen schenken — und sich aussprechen! Ich sehe ja, daß Sie einen großen Schmerz in sich tragen! Hnb eine Aussprache bringt doch etwas Erleichterung! Man darf nicht alle Drücken hinter sich abbrechen — und daß eine Herzensangelegenheit an allem schuld ist Traurig sah das Mädchen vor sich hin. „Es hatte mir einer von Liebe gesprochen!" sagte sie leise, „und ich hielt mich für seine Braut, und —sie seufzte in der Erinnerung an all das Traurige tief auf. Als sie nicht weiter sprach, sah die Dame sie forschend an und strich behutsam und liebevoll über ihre Hände — „und da schenkten Sie sich ihm —“ Verständnislos schaute das Mädchen auf — „Wieso?" Sie hatte "den tieferen Sinn dieser Frage zuerst gar nicht erfaßt: als er ihr bann, aber klar würbe, sprang sie entsetzt auf — „gnädige Frau — das, das denken gnädige Frau —? Oh —" schamerfüllt schlug sie die Hände vor das Gesichts - . Die Dame drückte sie wieder zurück in die Polster und streichelte liebevoll und beruhigend die weichen Wangen. „Kind, liebes Kind,-wäre es nicht menschlich begreiflich gewesen imb. darum zu verzeihen? Sie hatten sich in dem. Verlobten, getäuscht?" „Ich weiß es nicht! Vielleicht hatte ich es mir mehr eingebildet! Er war aus sehr vornehmer Familie, während mein .Vater nur Lehrer in einem Dorfe ist! Und dann war eine böse Klatscherei in dem Dorfe: meine Eltern erführen davon — wie schlecht die Leute doch sinh.". Die Tarne zweifelte keinen Augenblick, Pah das Mädchen die Wahrheit sprach - sie konnte sich ungefähr den Zusammenhang erklären! „— und darum gleich davonlaufen, liebes Kind? Es gibt viel Schlimmeres im Leben zu überwinden —" „Mein Schicksal ist sehr grausam, gnädige Frau!" flüsterte das Mädchen. Ach, konnte sie denn sagen: „Ich bin nur ein Findelkind, und dieser Fluch verfolgt mich mein ganzes Leben — er hat auch mein Glück getötet!" Dieses Geheimnis mußte sie streng für sich behalten — sonst hätte die fremde, gütige Dame sich gewiß von ihr zurückgezogen! Und sie war so dankbar für diese Begegnung — nun war sie doch. nicht so ganz verlassen! „In Arbeit will ich Vergessenheit suchen! Och habe viel gelernt: die Eltern haben dafür gesorgt!" Mit einem schwachen Versuch zu scherzen sprach das junge Mädchen weiter — „am liebsten wäre ich zum Theater gegangen! Wie mich die Bühne lockt, kann ich gar nicht sagen, obwohl ich nur selten Gelegenheit hatte, einige Vorstellungen zu sehen — aber ich kann viel von den Klassikern auswendig, und abends, ehe ich ins Bett ging, habe ich heimlich noch oft deklamiert!" Die Dame horchte interessiert auf — das, das lebte in dem jungen Ding? Und dann dachte sie viele Jahre zurück und sah sich bei dem bescheidenen Licht einer Kerze im- Nachthemd vor dem Spiegel in ihrem Schlafzimmerchen stehen und den geliebten Schiller deklamieren — wohl alle jungen Mädchen waren sich darin doch gleich! „Sie werden mir gelegentlich einmal etwas vorsprechen! Vielleicht, wenn ich Begabung sehe, wirkliche,, große Begabung,, daß man Ihrem Wunsche nähertreten konnte! . Ich habe viel gute Beziehungen zum Theater „Oh — gnädige Frau, wenn das sein könnte! Mein Herzenswunsch —", wie die Augen des Mädchens glänzten — wie zwei schöne, dunkelblaue Saphire —! „Liebes Kind, nirgends aber gibt es so viele Enttäuschungen und Gefahren, wie gerade beim Theater." Mit Aufmerksamkeit lauschte das junge Mäd- . chen den Erzählungen der Dame, wie sie davon sprach, dann aber auch von der Genugtuung, die einen erfüllte, wenn man, umjubelt vom Beifall des Publikums, da droben auf der Bühne stand in dem stolzen, hehren Bewußtsein, daß man den ■ kunstliebenden Menschen eine Stunde der Weihe geschenkt! „Lohnt denn .ein solcher Augenblick nicht die viele Mühe, wenn man sein Ziel erreicht hat?" „Ja, wenn man sein Ziel erreicht hat!" betonte die Dame, „ach, mein Kind, weit und .2lu§tünHeWXed)tv«, Slrai-.Fanill.-Anae^ leaenll^nen, Gesuche Benräae. Beobacht timnen. Uebermnchg. und Ermiulunaen preiSw„ streng diokr. u an all. Orlen ert? u. etlebiflt Detektiv- Borean-n.Äneknnitel lnh.K.Gerz,Bad-Naa- heitn. Kuratr. 17. Wer erteilt Trocken- Gki-Kursus? ScbriftL Angebots unter 07094 an den Gießener Anzeiger. 1500 RM. gea. Sicherheit nef> Vunkts. Zinszablku> auf Wunsch tnonqst, Rllckz. Schr. Angeb, u.07104a.d.Gß.Az. shen, die ich teone.“ ,ilnö dennoch fügen Sie ihnen solchen Schmerz xi? Hat man Sie zu einer verhaßten Heirat oder ii einem Beruf zwingen wollen?" llnb vor dem geistigen Auge der ®anie erstand enc Zeit, da sie in Trotz und Verblendung den üeichen Weg gegangen und dadurch zwei Alen- f)tn, die sie so lieb hatten, um ihre ganze Lebens- [Verschiedenes | Jedes Quantum trockenes ll7^ IgeMz liefert ver Zentner 1.80 Mk. frei Keller-.. H. Schäffner kvdittaadg. Vsg 40II- Brima MM Pfund 50 Pf. 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Erbstadt stellt auf eigenem Platze einen schwer zu nehmenden Gegner bar; bisher wurden dort alle Gegner glatt geschlagen. Auch Gießen Wirtschaft. * Verbot der Veröffentlichung der Liguidationskurse. Der Berliner Börien- vorstand hat gestern entsprechend der Bekanntmachung vom 25. November 1931 Prolongationskurse festgesetzt, zu denen Die Prolongation Der noch schwebenDen Termingeschäfte vom 10. Dezember 1931 auf den 31. Dezember 1931 zu erfolgen hat. Die Veröffentlichung dieser Kurse muß unterbleiben, da nach Auffassung der zuständigen Staatsbehörden das Kursveröffentlichungsverbot dem entgegensteht. Infolgedessen kann der Börsenvorstand Prolongationskurse nur von Fall zu Fall auf Antrag bei Nachweis eines Interesses mitteilen. Das individuelle Auskunftsrecht des Bankiers gegenüber dem Kunden wird Durch Das Kursveröffentlichungsver- bot nicht berührt. * Stillegungsantrag der Firma Henschel & Sohn in Kassel. Die Firma Henschel & Sohn AG., Kassel, hat gestern beim . Regierungspräsidenten Stillegungsantrag gestellt. Die Stillegung des gesamten Betriebes soll am I 31. Dezember erfolgen. Die Firma sieht sich zu diesem Schritt veranlaßt, da die geringe Zahl der vorhandenen Aufträge ein wirtschaftliches Arbeiten zur Zeit nicht ermögliche. Qltan werde sich bemühen, eine Wiederaufnahme des Betriebes durchzuführen, sobald die Gestehungskosten und sonstigen Lasten auf ein Maaß gekommen seien, welches ein tragbares Verhältnis zu den erreichbaren Aufträgen ergebe. Die Leitung des Unternehmens gibt dem WTD. auf Anfrage bekannt, man hoffe im Interesse der Arbeiter- und Beamtenschaft, daß die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung doch eine baldige Wiedereröffnung des Betriebes züläßt. Ersatzmittellieferungen und Reparaturen erfahren keine Unterbrechung. * Die Bing-Werke A G. werden infolge allgemeinen Geschäftsrückgangs und ungünstiger Exportaussichten ihre Fabrikation für Spielwaren teilweise einstellen. Die Fabrikation wird erst wieder ausgenommen werden, sobald man Die Entwicklung Der Exportmöglichkeit überblicken kann. Das Pfund weiter unter flauem Druck. Gestern außerordentlich heftige Schwankungen des Pfundkurses. Die Befestigung Des PfunDes scheint hauptsächlich technischer Natur zu sein. Amerikanische Käufe gaben Den Anstoß zu Dem Umschwung, wodurch holländische Baissiers zu überstürzten Deckungen veranlaßt wurden. Im übrigen scheint auch eine der englischen Großbanken für eigene Rechnung Pfund aufzukaufen. Hoffnungen in Paris im Zusammenhang mit den kommenden Zollverhandlungen, Die allerdings Durch Die jüngsten Besprechungen Des englischen Unterhauses nicht unterstützt roerDen, Dürften stimmungsmäßig zu Der Erholung beigetragen haben. Trotz Der gestrigen Besserung verhehlt man sich allerDings in London nicht, Daß Die Lage weiter e r n ft bleibt, unD Daß weDer Die internationale Situation, noch Der Durch Die saisonmäßigen Motive weiter vorhanDene Druck aus das Pfund einen übertriebenen Optimismus rechtfertigen würde. Die Rückzahlung von Krediten an Das AuslanD, Die infolge Der günstigen Währungslatze feit Der Aufhebung Des Goldstandards in verstärktem Maße erfolgt unD einen günstigen Faktor für Das PfunD Darstellt, Dürfte mit Dem Jahresende zum größten Teil beenDet fein, währenD anDerjeits Die unter Dem Druck her Reichsbank erfolgenDe neue Inanspruchnahme von KreDiten unter Dem Stillhalte-Abkommen, Die bereits zum Teil zurückgezahlt waren, geeignet finD, einen weiteren Druck auf Das Pfund auszuüben. Die englischen Banken haben sich verschiedentlich nicht bereitgefunDen, auslänbische Gesuche nach WechselkreDiten in Dollar unD Franken zu bewilligen. An den internationalen Devisenmärkten war das Pfund gestern auherordentliH heftigen Schwankungen ausgesetzt. Es eröffnete gestern vormittag, nachdem es vorgestern mit 3,3875 geschlossen hatte, d. h. der Dollar in London, während das Pfund in Aeuyork vorgestern abend 3,33 notierte, wiederum mit 3.33 und ging dann auf 3,31 zurück, um sich später in verhältnismäßig kurzer Zeit auf 3,3950 zu befestigen. Das Geschäft in Pfunden war nicht besonders lebhaft. Gegen den Gulden befestigte sich das Pfund auf 8,3650, gegen Paris auf 86,40, gegen Zürich auf 17,3250 und gegen die Reichsmark auf 14,2250 (gestern morgen 14,06). Der Dollar lag international schwach; in Amsterdam ging er auf 247,905 zurück, nachdem er vorgestern noch 248,35 notiert hatte. Der französ i s ch e Franc tendierte ebenfalls international leichter, die Rorddevisen waren gehalten. Am Rachmittag h eiten sich b'e Umsätze in Pfund in ziemlich engem Rahmen. Gegen den Dollar stellte es sich, nachdem es vorübergehend auf 3,3950 angezogen hatte, aus 3,3750, gegen Gulden auf 8,40, gegen Paris auf 86,25, gegen Zürich auf 17,42 und gegen die Reichsmark auf 14,2475. Der Dollar war nach vorübergehender Befestigung wieder etwas leichter, die Reichsmark gab ebenfalls im Kurse nach, in Amsterdam stellte sie sich auf 58,65, und in Zürich auf 121,75. Reichsmark in Reuyvrk nannte man mit 23.75. Die Rorddevi- fen waren wieder etwas schwächer, die Südamerikaner tendierten dagegen wieder etwas fester. Die deutschen Börsen. Frankfurt schwach. Frankfurt a. M., 3. Dez. Der heutige Telephonverkehr lag ohne jede Anregung. Es fanden nur sehr geringe Llinsätze statt, doch neigte die Tendenz wieder eher zur Schwäche, nachdem am gestrigen Spätnachmittag eine leichte Erholung eingetreten war. 3m Gegensatz zu Berlin blieb hier die Pfundbewegung heute fast ohne Einfluß, während die abermals schwache Reuyor- fer Börse und das anhaltende Angebot am festverzinslichen Markt verstimmten. Gegen gestern mittag blieben die Kurse zwar ziemlich unverändert, doch verloren die Spitzenwerte im Vergleich zu gestern abend etwa 1 Prozent. Stärker rückläufig waren von Elektroaktien Licht & Kraft, die nach ihrer letzten Befestigung 3 Prozent einbüßten. 3m übrigen hielten sich die Kursveränderun- gen in sehr engen Grenzen, da kein drängendes Angebot vorlag. Der Renten markt verkehrte auch heute in schwacher Haltung. Es erfolgten starke Abgaben, die man mit Exekutionen freiwilliger und unfreiwilliger Art motivierte, denen überhaupt keine Aufnahmeneigung gegenüberftanb, was zu einer weiteren Deroutierung bes Renten Marktes führte. Einige Werte verloren bis zu 2 Prozent, Frankfurter unb Rheinische Hypothekenbank-Goldpfandbriefe etwa ein Prozent. Von beukschen Anleihen lagen Altbesih schwach. An den übrigen Märkten herrschte bei geringem Geschäft ebenfalls Schwächeneigung vor. Am Geldmarkt war Tagesgelb leicht; der Sah stellte sich auf 7,5 (8) Prozent. FreundlichereGrundftimmunginBerlin Berlin,-!. Dez. (WTB. Funkspruch.) Obwohl sich Die endgültige Veröffentlichung Der Notverord nung etwas zu verzögern scheint, so Daß nur Der wichtigste Teil bis zu in Sonntag fertiggestellt fein Dürfte, hofft man Doch, Daß Die entgegentommenDere Haltung Der SPD. es möglich machen mirD( in allen Hauptfragen zu einer besrieditzenden Lösung zu kommen. Diese Hoffnung unb eine festere TenDenz an Der gestrigen Neuyorker Börse ließen im heutigen Freiverkehr eine freunblichere G r u n D st i rn- m u n g aufkommen. Die anhaltenbc Schwäche Der Deutschen Papiere im AuslanDe glaubt man nicht übermäßig tragisch nehmen zu müssen. Da bekanntlich eine Jnterventionspolitik oDer auch nur eine Bei Dem ßonboner Kunsthändler Cristie gehn gen kostbare Stücke aus Dem Schatz Der Wittelsbacher zur Versteigerung. Es hanDelt sich Durchweg um Brillanten von einer Größe, wie sie nur selten auf Den Markt kommen. Unsere Abbildung zeigt Den berühmten Blauen Diamanten Der Wittelsbacher, Der 35 Karat wiegt. Arbitrage auf GrunD her bestehenhen Devisenbestim- mungen nicht möglich ist, von Deutscher Seite also für Die Kurse nichts getan werDen kann. Trotz der schwachen Veranlagung der deutschen Werte im Auslande konnten sich die Aktienkurse im heutigen Telephonverkehr meist um 1 bis 2 v. H. gegen gestern nachmittag erholen und haben damit ungefähr den Stand der geheimgehaltenen Liguidationskurse wieder erreicht. Bei Rheinischen Braunkohlen, für die weiter starkes Interesse besteht, wurde dieser Ligui- dationskurs sogar noch um 2 v. H. überschritten, auch Handelsanteile blieben gesucht und gingen 4 v. H. höher um. Nicht ganz so zuversichtlich war dagegen heute die Stimmung am Anlagenmarkt, an dem immer noch Angebot sestzustellen ist. Die kommunalen Umschuldungspläne scheinen ein Fiasko zu erleiden, da die Differenzen zwischen der Regierung und der Reichsbank einerseits und den Kreditinstituten anderseits immer noch nicht beigelegt sind. Man befürchtet, daß das ganze bisherige Um - schuldungsprojekt in Frage gestellt wird und von der Regierung ein neuer Plan ausgearbeitet werden muß. Die Hauptdisserenzen scheinen in den zu geringen Zugeständnissen betr. der Steuerfreiheit und dem als zu niedrig bezeichneten, den Berechnungen zugrunde gelegten Zinsfuß von 5 v. H. zu liegen. Während sich daher Goldpfandbriefe auf gestriger Basis etwa behaupten konnten, gingen Stadt- und Kommunalanleihen eher noch weiter bis zu zirka 1 v. H. im Kurse zurück. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H 3 Dezember 4. Dezember Slmllirfif Notierung Amtliche Notierung »elh 3riel Geld Driei Helsingsor» . 7.093 7.107 7,093 7,107 Wien 58,94 59.06 53.94 59,06 Prag 12,47 12,49 12,47 12,49 yuDapefl . . 73,28 73.42 73.28 73,42 Sofia . . 3,057 3,063 3.057 3,063 Holland 169.73 170,07 169,83 170,17 Oslo . . 78,42 78.58 78.17 78,33 Kopenhagen. 78,42 78.58 78,17 78,33 Slvciiiolni 78.67 78,83 78,32 78,48 London . . 14,18 14,22 14.16 14,20 Buenos Aires 1,028 1,032 1.028 1,034 Neunort 4,209 4,217 4.209 4,217 Brüjiel 58.39 58,51 58.39 58.51 Italien . . 21,68 21,72 21.68 21,72 Paris . . 16,48 16,52 16.43 16.52 Schwei; . . 81,77 81,93 81.92 82 08 Spanien 35.16 35,24 35,16 35.24 Danzig 82,02 82,18 82.12 82.28 Japan 2.058 2.062 2.058 2.062 Rio oe Ian.. 0,239 0.241 0,239 0,241 Jugoslawien. 7,393 7,407 7,339 7.407 titiiüboa 12,94 12,96 12,79 12,81 Banknoten Berlin, 3. Z>e;cmbe Geld Dries Amerikanische Polen 4,20 4,22 Belgische Noien . . . 58,23 58.47 DänischeNvls n ... . . - . 78,24 78.56 Englische Not n . . • • .... 14,14 14,20 yrcnjöiüdie Nölen .... 16,46 16,52 Holländisch? Noien . . . 169,36 170,04 Ilalienifch? Noien . . 21,66 21.74 Norwegische Noien 78,24 78.56 Teulich-Lesierreich, t 100 Schilling Rumänische Noien 2,48 2 50 Schwediiciie Noien ... 78,49 78.81 Schweizer Noien..... 81.59 81.91 Spanische Noien .... 34,93 35,07 Ungariiche Noien . . . Reichsbankdiskont 8 o. h., Lombardzinsfuß 10 v H. Sriefkaffen Der Redaktion ft. R. Durch die Handwerkskammer kann in Ihrem Falle weder ein Befähigungsnachweis noch irgendein anderes Zeugnis ausgestellt werden. Zeugnisse über Ihre Leistungen können Ihnen lediglich von den Instituten gegeben werden, die Ihnen Zeichenunterricht erteilt haben. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) An Die Provinzial-Straßenverwaltung. Augenblicklich ist man wieher habet, auf fast allen Lanhstraßen hie schahhaften Stellen hurch Ausfüllen mit Schotter „auszubessern'. Wie sich diese „Ausbesserung auf alle Fuhrwerke, insbesondere Autos, auswirkt, ist jedem, der diese Straßen benutzen muß, hinlänglich bekannt. Da wird dem Publikum empfohlen, in der heutigen schweren Zeit den Bedarf an Auslandwaren einzuschränken bzw. durch In landerzeugnisse zu ersetzen. Bei Lebensrnitteln und Bekleidungsstücken läßt sich dies schließlich auch durchführen, nicht aber bei hem Gummi für hie Autoreifen, »ei benen wir vollkommen auf bas Ausland aiitzewiesen sind, und gerade diese Reifen leiden bei dieser Straßenverbesserung am allermeisten. Manche Straßenwärter sind zwar so vernünftig, die Wirkung der scharfen unb spitzen Schvttersteine durch Aufwerfen von Sand oder Erde etwas zu mildern, aber an anderen Stellen scheint man noch weit entfernt von der erforderlichen Einsicht zu fein, denn noch jeden Herbst wird die Straßen„ausbesse- rung" auf die jetzige Art und Weise vorgenommen. Mehrere Reisende. Das gibt s nur einmal, das kommt nicht wieder Damen-Kleider Damso Kleider 3.95 6.90 **** 7.90 12.75 19.75 Damen-Blnsen /CHMUCKEIL * - MMI^m BF " K'seiden Maroc, . . — . ganz moderne 1/1 k II Macharten..... I iiUU Tanzk'eld aus . n — ■ k’seid. Maroc m. 1U I k Jäckchen ...... lU. I U aus Strickst oft haltbare Ware. Trikot-Charmeuse. II- Wahl Trikot-Charmeuse, bervor- ragendeQualltät Herren Sport-Aozoö Eine Spitzen lei- .. — — stung von grober 1U I k Bedeutung .... Ife» I U Herren-Sport-Anzug i.erstkL Ausfüh- n n nA rung m. 1g. Hose W U und Sporthose UUeUU Herren-Sport-Anzm aus bestem rein- - ■ woll Loden, gute fl / I Münch. 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September 1931. 13. 8- bes Hessischen Amtsgerithts Gießen 1 Leo, Ortsgerichtsoorsteher. =i 2=^ tJCM »ut°e n L-LZZ « v ® C s --tS srS 2 gWT Ö E « *± XQ C Ao^ KM GH a=S Ck> C Cl» rr = O 3« '-i O . 6? crM -s c£ g a H's o a (0 ■ 19 5 E — 2 tt ,V-,B C“-oH □ e 19Q Eg = r> ® -A-Z ty /□ 52 *Q Cb» -~3g = ö 3 EZI «.'£ ZZZggAZ «a c #—v r., 19 a 2 « E E = c(9 6 P 03 E 2®2£ (7C ai ö 3 SS" E E 3 E 19 LG K A = £ ”19 S E g - M S 5§Z 3 E E" - 3 = in E F e a N K E _: = -C'/Z> 40-70 ’o — Q = — = O « _-a g o - >og og 40- o o g 3 .„ E?^55(9:S(9:äA t s g- §=>» o 'n 3 2 = -Z6 E'2 c? 3 S(9®2 9g: 75 mE? g :9CQE Z^ 3 iS E ® © g 19 E -to E% £g(9 tU a !?E!a g E 's; äq 5 = AG.« ö c-S GZ E 5 Q «19 3KZ LZLZZ 3. Lö B2 2 3^Aga55®7o ’Sa «Z» c? 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