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Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Biegen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Vezugspretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 5ernfvrechanfchlüsse anterSammelnummer225l. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Botschafter von Hoesch bei Laval. Die Wieberingangsehung des Voungplan-Regimes. — 0er beratende Sonderausschuß soll Deutschlands Zahlungsfähigkeit prüfen. — Eine internationale Reparationskonferenz für Dezember in Aussicht genommen. Laval berichtet. Zweistündige Unterredung mit Hoesch und Briand. Paris, 3. Roo. (IDIB.) 3n dem heutigen 2H 1 n i ff e t r a ( hol, wie das amtliche Kommunique besagt, Ministerpräsident Laval über die Mission berichtet, die er in Amerika durchgesührt hat. Der Tustizminister beglückwünschte im Namen des 2Hi- nisterrates den Ministerpräsidenten dazu, daß er seine Mission in einer unter den gegenwärtigen Umständen besonders nützlichen Weise durchgeführt und die freundschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich bestätigt habe. Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten wurde beschlossen, den Zeitpunkt des Zusammentrittes des Parlaments auf den 12. November festzusehen. Botschafter v. hoesch, der gestern aus Berlin noch Paris zurückgekehrt ist, hatte nach dem Ministerrat eine Unterredung mit Außen- Minister Briand. Botschafter v. hoesch hat sich dann um 16.30 Uhr ins Innenministerium zu Ministerpräsident Laval begeben und wurde dort sofort von Laval und von dem bereits anwesenden Außenminister Briand empfangen. Diese Unterredung ging um 18.30 Uhr zu Ende. Zu den Verhandlungen wurde auch der Ministerialdirektor im Finanzministerium, B i z o t, und später Finanzminister Flandin zugezogen. Ministerpräsident Laval gab Botschafter v. hoesch Ausschluß über seine Besprechungen mit Präsident Hoover, die die Ablösung der gegenwärtig auf Grund des Hoover- Vorschlages vom Juni taufenden Moratoriums durch das normale P o u n g - P l a n - R e - g i m e zum Gegenstand gehabt hätten. Eine Erläuterung der „Agence havas" zu der Unterredung sagt über den weiteren Gang der Verhandlungen folgendes: Man hat Grund zu der Annahme, datz binnen kurzem der beratende Sonderauss ch u h regelrecht einberufen und den Auftrag erhalten wird, sich noch vor Jahresende über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands zu äußern. Die an den Reparationszahlungen hauptsächlich interessierten Regierungen werden alsdann im Verlauf einer internationalen Konferenz mit der deutschen Regierung eine Regelung zu treffen haben. Ihr Bestreben wird dahin gehen, diese Regelung noch vor dem 1.Februar 1 9 3 2 zu erzielen, damit, wenn möglich, gleichzeitig auch die Frage der namentlich von den vereinigten Staaten und England Deutschland bewilligten kurzfristigen Kredite geregelt werden kann. Die heutige deutsch- französische Aussprache wird also der Ausgangspunkt einer Periode großer diplomatischer Aktivität in Europa sein. Was meint die pariser presse? Reparalionsregclung vor Kreditverlängerung. Paris, 4. Rov. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenpresse beschäftigt sich eingehend mit der gestrigen Tlnterredung des Botschafters v. H o e s ch mit dem Ministerpräsidenten Laval und Außenminister Briand. „Echo de Paris" erklärt, anscheinend stehe für Deutschland die Frage der k u r z f r i st i g e n Verschuldung an das Ausland und ein in Vorbereitung befindlicher Plan, der nach deutscher Ansicht die Zustimmung der ausländischen Banken finden dürfte, im Vordergründe der Betrachtung. Das heiße also, zunächst das Problem der privaten Interessen anzuschneiden. Die sranzösischerseits gewünschte Borgangsweise dagegen stelle die Reparationen in den Vordergrund- Die französische Regierung stehe mit Recht auf dem Standpunkt, daß sie sich nach der öffentlichen Meinung in Frankreich richten müsse. Daher wolle sie sich nur innerhalb des Rahmens des Boungplanes halten. Man rate demgemäß Deutschland, sich zunächst einmal der französischen Ansich. anzuschliehen, daß die privaten Interessen vor den Interessen der Gläubigerstaaten zurücktreten müßten. Nach Ansicht des „Echo de Paris" ist es wahrscheinlich, daß Deutschland diesem Rate entsprechend die Einberufung des im Poungplan vorgesehenen beratenden Ausschusses des Poungplanes beantragen werde. Der beratende Ausschuß des Poungplans könne vermutlich seine Arbeiten rasch abschliehen und den Regierungen Maßnahmen Vorschlägen, die die Anwendung oder richtiger die Abänderung des Zoungplanes zum Ziele hätten. Ls sei unvermeidlich, daß eine Konferenz der Regierungen ftatffinbet, die den Zoung- plan unterzeichnet haben, und zwar wahrscheinlich in Frankreich, entweder in Paris oder an der Riviera im Dezember oder spätestens Januar. „Matin" erklärt, die in der deutschen Presse genannten Pläne beträfen ausschließlich die Erneuerung der kurzfristigen Kredite. Die Pressemitteilungen über die Unterredung Lavals-Briand-Hoesch dagegen besagten, daß man von den Reparationen, folglich also von der Ablösung des gegenwärtigen Moratoriums durch das normale Regime des TZoungplanes gesprochen habe. In dieser Frage habe sich der deutsche Botschafter im wesentlichen darauf beschränkt, zuzuhören. Die Rückkehr zum Regime des Poungplanes bedeute auch für den Fall eines deutschen Antrages auf ein Moratorium die Einhaltung der Moratoriumsbestimmungen dieses Planes. Obwohl die Pressemitteilungen die Frage der kurzfristigen Kredite mit Stillschweigen übergehe, scheine es recht unwahrsch?inlich, daß Botschafter von hoesch in dieser Hinsicht nicht ein dringliches Ersuchen vorgebracht habe. Aber es sei möglich, daß dieser Schritt, wenn er überhaupt unternommen worden sei, a n öle falsche Adresse gerichtet worden fei. Mühten nicht d i e amerikanifchen und englischen Banken, die mit dem Feuer spielten, als sie Deutschland immer wieder Geld liehen, an er st er Stelle darüber entschei- Berlin, 3. Rov. Sinter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning versammelten sich heute zum ersten Male die deutschen Mitglieder und Sachverständigen der deutsch-französischen Wirtschaftskommission. Rachdem der Reichskanzler den Sachverständigen für ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit an den Aufgaben der Kommission gedankt hatte, führte er u. a. folgendes aus: Die Wirtschaftskommission finde ein weites Arbeitsfeld; die Sachverständigen könnten alle wirtschaftlichen Probleme in Angriff nehmen, die ihnen geeignet erschienen, um die Zusammenarbeit und das Verständnis zwischen den beiden Rationen zu fördern. Die Sachverständigen dürften die ihnen obliegende Tätigkeit nicht als eine vorübergehende betrachten, die in wenigen Wochen bereits zu einem endgültigen Ziel geführt haben werde, sondern sollten ihre Aufgabe in einer ständigen gegenseitigen Fühlungnahme und Zusammenarbeit erblicken, die nach und nach alle Fragen in ihren Bereich ziehen könne, die im Rahmen dieser Gemeinschaft gelöst werden könnten. Der Reichskanzler gab sodann bekannt, daß die Kommission entsprechend der zwischen den beiden Regierungen vereinbarten Arbeitsteilung i n v i e r Tl n t e r k o m m i s s i o n e n gegliedert worden ist, von denen die erste Kommission wieder in atoei Abteilungen zerfällt. Die erste Llnterkom- mission soll sich mit der Erörtern ngderall- gemeinen Wirtschaftsbeziehungen Berlin, 4. Rov. (£11.) Am späten Rachmittag des Dienstag trat in der Reichskanzlei der Ausschuß zusammen, den der Wirtschaftsbeirat eingesetzt hat, um einen Plan für d ie Tilgung der privaten deutschenAus- landverschldung aufzustellen. Die Beratungen zogen sich bis in die späten Abendstunden hin, weil sich schon bei dem Beginn der Arbeiten an einem Schuldentilgungsplan zahlreiche technische Schwierigkeiten ergeben hatten. Die Bedeutung der Beratungen zeigte sich darin, daß neben den Mitgliedern des Ausschusses und den Sachverständigen aus dem Kreis der Privatbankiers der Reichskanzler, der Vizekanzler, der Reichsbankpräsident Dr. Luther, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, v. Bülow, der Wirtschaftsminister Warmbold und Sachreferenten der interessierten Ministerien an den Verhandlungen teilgenommen haben. Die genaue Prüfung der deutschen Auslandverschuldung hat ergeben, daß man, ehe ein Tilgungsplan für jenen Teil der Kredite aufgestellt werden könne, den man als „unnormal" betrachtet, zunächst einmal erst die Konsolidierungsmöglichkeiten prüfen muß. Es lagen mehrere Vorschläge für eine Fundierung der kurzfristigen Kredite vor. Die maßgebenden Stellen haben sich bis jetzt aber noch für keinen dieser Pläne endgültig entschieden. Der Grund liegt darin, daß es unmöglich ist, die sechseinhalb bis sieben Milliarden kurzfristiger Kredite, die auf Grund des Warenverkehrs als nicht gerechtfertigt erscheinen, gleichmäßig zu behandeln. Die vorläufigen Berechnungen haben ergeben, daß den, ob sie im Februar ihre Tribute wieder erneuern wollten? Falls die Mehrheit der amerikanischen und englischen Banken sich weigern würde, dazu beizutragen, die in Schwierigkeit geratenen Schuldner wieder flott zu machen, dann müßten die Regierungen, die das Schlimmste vermeiden wollten, der deutschen Regierung die Frage vorlegen, welche Garantien sie in der Lage sei zu geben. Die eigentliche Entwicklung der Verhandlungen hänge also jetzt von Berlin ab. „2 i & e r t ö" wendet sich mit den schärfsten Worten gegen das angebliche „Manöver", den Privatschulden den Vorrang vor den politischen Schulden einzuräumen. Ein Eingehen Frankreichs auf ein derartiges Manöver würde bedeuten, daß die Rechte des Landes, die auf der systematischen Zerstörung der reichsten französischen Provinzen durch die deutschen Armeen und auf den Opfern der durch das deutsche Heer gequälten Bevölkerung beruhten, von den Ansprüchen der Londoner und Reuhorker „W ucherer" zurückgedrängt werden sollten. Letztere machten sich zu Verbündeten Deutschlands, um ihm zu erlauben, sich den Reparationszahlungen zu entziehen. Weder der französische Staatspräsident noch die französischen Minister würden jemals ihre Zustimmung zu einem derartigen Verzicht Frankreichs geben. zwischen beiden Völkern befassen. Das Haupt- thema der einen Unterabteilung bildet der deutsch - französische Handelsver- trag, während sich die andere Unterabteilung insbesondere mit den privaten Wirtschaftsvereinbarungen, wie Kartellen usw., befassen wird. Die zweite Unterkommission soll die Verkehrsfragen (Eisenbahnen, Binnenschiffahrt, Seeschiffahrt, Luftverkehr) behandeln. Der dritten Ünterkommission liegt die Erörterung der Frage der Bildung von Interessengemeinschaften zum Zwecke einer engeren Verflechtung der beiden Wirtschaften ob, während sich die vierte Unterkommission dem Problem der Zusammenarbeit im Auslande widmen soll. Die Kommission wird ihre Tätigkeit aller Wahrscheinlichkeit nach Ende der nächsten Woche mit einer Zusammenkunft einiger Mitglieder und Sachverständigen in Paris beginnen. Es wurde dann die Verteilung der deutschen Sachverständigen auf die verschiedenen Unterkom- Missionen festgesetzt. Als Vorsitzende der einzelnen Unterkommissionen wurden folgende Herren bestimmt: Unterkommission l: Staatssekretär z. D. v. S i m s o n ; Unterabteilung 1: Ministerialdirektor Posse vom Reichswirtschastsministerium; Unterabteilung2: Clemens Lammers; Unter» kommission II: Graf v Roedern, Verband deutscher Reeder; Unterkommission III: Abraham Frowein; Unterkommission IV: Minister a. D. Hermes. man bei Umrechnung der jetzigen Zinsbelastung Deutschlands auf ein ganzes Jahr auf etwa l3/.i Milliar d en kommt, und zwar nur für d i e privaten Schulden. Hinzukommen dann die auch unter dem Hoover- schuldenfeierjahr fälligen Zinsen der Dawesanleihe und der Younganleihe sowie die einzelnen Raten für die amerikanischen Mixed Claims und die belgischen Markforderungen in Höhe von insgesamt mehr als 200 Millionen. Die De- visenverpflichtungen Deutschlands gegenüber dem Auslande würden also auf etwa 2 Milliarden Mark kommen. Bei vorsichtiger Schätzung der deutschen Handelsbilanz und sonstiger Deviseneingänge kann man nur durch eine erhebliche Zins- senkung zur allmählichen Tilgung wenigstens eines Teils der Schulden kommen. Die Reichsregierung muß für ihre weiteren Entschließungen ja auch erst einmal genau über die Ansichten und Intentionen Lavals unterrichtet sein. Darüber sind vorläufig noch keine näheren Nachrichten zu erwarten, da der Bericht des deutschen Botschafters zunächst dechiffriert werden muß. Erst wenn das Kabinett über die Situation Klarheit hat, wie sie von Paris her nach der Rückkehr Lavals aus Amerika gegeben ist, wird es zu positiven Entschlüssen in der Richtung eines Tilgungsplanes kommen können, der bann die Plattform für die weitere Haltung in der Reparationsfrage bilden kann. Das deiiW-sranzösische Mischaftskomiiee. Eine vorbereitende Sitzung der deutschen Mitglieder. S: ie wird es mit der Auslandsverschuldung? Beratungen des StillhalteauSschuffes. — Die große Zinsbelastung. Noch kein Tilgungsplan aufgestellt. Nimmt Frankreich Einfluß in Oesterreich? Ein umfasscnoesLerkaussprojc.t süriämtl. österreichischen Verkchrsunternc ßmnnsten. München, 3.Nov. (TU.) Die „Telegramm- Zeitung" meldet aus Wien: Line Gruppe von hiesigen amtlichen Persönlichkeiten, an deren Spitze der Minister Heini steht, ist im Begriff, bie österreichischen Verkehrsmittel z u - nächst zusammenzulegen. Zu biesem Zweck sotten vor allem bie Autobusunternehmen mit ben Bundesbahnen vereinigt werben, ebenso bie Donau-Dampfschissahrfs- Gesellschaft. Aus biesem Grunbe wurde auch der schon 75jährige Präsident der zuletzt genannten Gesellschaft zum Präsidenten der Bundesbahnen gemacht. Das ganze Unternehmen soll dann durch Vermittlung der Länder- bank an ein französisches Konsortium verpachtet werden. Diesem Konsortium gehört der sranzösische Rüstungsindustrielle Schneider- L r e u f o t an. Verhandlungen in Paris finden bereits statt und werden für Oesterreich durch den Generaldirektor der Bundesbahnen, S eefeHine r , geführt. Unterstützt wird dieser dabei von Dr. Renner, der über Leon Blum Einfluß genommen hat. Ein weiterer Plan sieht die Verpachtung der österreichischen Telephonanlagen an Frankreich vor, ebenso die Gründung einer österreichischen Hypothekenanstalt wieder mit französischem Kapital und schließlich die Auflegung einer „inneren A n - leihe", bie von österreichischen Instituten gezeichnet werben wirb, nachbem Paris bas Gelb zur Verfügung gestellt hat. Neuer Kurs in der Osthilfe. Erweiterte Vollmachten für Schianqe- Schöningen. — Loslösung von Preußen. Berlin, 4. Rov. (TUH Reichsverkehrsminister T r e v i r a n u s, der bisher Reichskommissar für die Osthilfe war, hat sich von den Beamten der Oststelle, die der Reichskanzlei angegliedert ist, verabschiedet. Sein Rachfolger wird der Reichstagsabgeordnete Schlange-Schöningen. Es hat sich aber nicht nur ein personeller Wechsel in der Oststelle vollzogen, es ist auch ein Kurswechsel zu verzeichnen, der sich einerseits in erweiterten Vollmachten für den neuen Reichskommissar ausdrückt, andererseits darin, daß die Durchführung der Osthilfe von nun ab allein vom Reich übernommen, die bisherige Mitwirkung Preußens aufhören wird. In einer Aussprache zwischen dem Reichskanzler und dem preußischen Ministerpräsidenten soll der Gegensatz der Auffassungen nicht zu überbrücken gewesen sein. Die erste Wirkung wird eine Rotverordnung sein, durch die die Industriebank unmittelbar der Reichsregierung, d. h. dem neuen Reichskommissar unterstellt wird. Die grundsätzlich verschiedene Einstellung der Reichs- und preußischen Regierung wird dazu führen, daß Preußen selbstverständlich nach Entlassung aus allen Verpflichtungen dem Reich die weitere Fortführung der Osthilfeaktion allein überläßt. Zwischen Reich und Preußen ist man übereingekommen, diese Aenderung damit zu begründen, daß eine Doppelarbeit vermieden und eine einheitliche Reichsexekutive in der Osthilfe sichergestellt werden solle. Der Weg des Zentrums. Ein programmatischer Artikel der „Germania". Berlin, 3. Roo. (TU.) Anläßlich des Zusammentritts des Reichsausschusses der Zentrumspartei am Donnerstag bringt bie „Germania" unter der Ueberschrift „Der Weg des Zentrums" einen Aufsatz, in dem es u. a. heißt: Das Zentrum hat eine Politik des Experimentierens immer abgelehnt. Dieser Mittelkurs ist ein Wesensbestanbteil der Zentrumspolitik, und es bestehen weder Berdachts- grünbe noch bie Aussicht, baß bas Zentrum diese Politik zugunsten des Schwergewichts dieser oder jener Seite aufgeben oder ändern wird. Das muß man vor allen Dingen gegenüber den Tendenzen aussprechen, bie sich in ben l e tz t en inner- politischen Debatten gezeigt haben. Eine Diskussion mit einem Gegner ist nichts anberes als eine Frage ber allgemeinen Klärung. Sie bedeutet für das Zentrum jedenfalls keine Veränderung seines Standorts, und sie bedeutet ebensowenig ein Koalitionsgespräch, weil es eine koalitions - politischeFrage gegenwärtig gar nicht 9 i b t. Im Februar des nächsten Jahres werden die Parteien wieder zu entscheiden haben, wie sie zu der Politik des Kanzlers flehen. Aber auch in ben kommenden wirtschaftlichen Auseinandersetzungen ist die ausgleichende Stellung des Zentrums notwendiger denn je. Es weiß heute jedermann, daß wirtschaftliche Reformen nicht zu umgehen und daß viele Fehler zu verbessern sind. Wenn es Wirtschaftskreise gibt, die der Meinung sind, sie könnten der Wirtschaft dadurch helfen, daß sie Arbeitgeber und Arbeitnehmer hoffnungslos in zwei feindliche Lager auseinanderspalten, bann chüssen wir ihnen mit ben Worten des Kanzlers im Reichstag bebeuten, daß nicht nur der Reichskanzler, sondern auch bas Zentrum die Beschreitung eines Weges ablehnen muß. der von vornherein j eine geschlossene Front gegen die Arbeiterschaft be- deutet. Die Wiederaufrichtung unseres Volkes ist nur möglich in der Zusammenarbeit aller wirtschaft- lichen Faktoren, und sie ist nur möglich in einer Atmosphäre der politischen Vernunft, des wirtschaftlichen Vertrauens, der inneren Ordnung und des äußeren Friedens. Gegen die Synthese Brüning-Hüler. Tie alte (Aegnerfchaft des preußischen Zentrums. 05 e r l i n, 4. Oloo. (6*1105.) Der Führer des preußischen Zentrums, Abgeordneter Heß. schreibt im .Pressedienst der Zentrumspartei", im Hinblick aus die Diskussion über eine Synthese Brüning-Hitler: Der tiefere Sinn unserer in* neroplitischen Linie ist ebenso klar wie einfach: Wir können kein politisches Extrem stützen, weder rechts noch links. Denn die Be- sihergreifung der politischen Macht durch eines der politischen Extreme würde bei uns unmittelbar den wütendsten und wüstesten Kampf zwischen rechts und links bedeuten. Ausgetragen aber würde diese Selbstzerfleischung auf dem Otüden der zwischen diesen Extremen liegenden breiten Mittelschichten von Landwirtschaft, Handel, Gewerbe und Beamtentum. So etwas hielte Deutschland nicht mehr aus. Deshalb kann das durch und durch widerspruchsvolle Konglomerat, das heute im Rational so- z i a l i s m u s zusammengeballt ist und als äußerstes Rechtsextrem angesprochen sein will, für das Zentrum als Koalitionspartner nicht in Frage kommen. Vas Wirtschaftsprogramm der NSOAP. Eine Rede Fedcrs. Magdeburg, 4. Nov. (CNB.) 9n einer großen Wlrtschaftskundgebung sprach der nationalsozialistische Reichctagsabgeordnete Feder über „Die Wirt- schoftspolitik des Dritten Reiches". Das Ziel der Wirtschaftspolitik des Dritten Reiches, die in dem Reichswinfchaftsrat der Nationalsozialistischen Deut- chen Arbeiter-Partei heute schon vorbereitet werde, ei sowohl die Ueberwindung des Sollt a I i s m u s w i e die des Marxismus. Feder faßte das Ziel der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik ln dem bekannten Schlagwort zusam- men: Gemeinnutz vor Eigennutz. Zur Verwirklichung der Wirtschaftspolitik des Dritten Reiches würden bestimmte lieber gangsmaßnah- men notwendig sein, um die 7 Millionen Arbeitslose von den Straßen wegzubekommen. Als solche Ucber- aangsmaßnahmen nannte Federi 1. Die Arbeits- d i e n st p f l i ch t: 2. die Ermäßigung oder den Erlaß' der Hauszins st euer gegen die Dor- nähme von Reparaturen an den Häusern: 3. ein besonderes Geld, das geschaffen werden müsse, aber nicht wie bei der Inflation für das Ausland, sondern für die innere Produktion Dieses Geld brauche durchaus nicht neu geschaffen zu werden, es könne erzeugt werden durch die Schaffung von Krediten: 4. Import- einschränkung. Es müsse gelingen, daß der deutsche Boden hergibt, was Aur Ernährung des deutschen Volkes notwendig ist 3n die Produktions- wirtschaft selbst dürfe der Staat nicht eingreifen, dagegen werde er das Verkehrswesen, die Schaffung des Geldes, die Regelung des Kredits, also das Bankwesen, unter seine Obhut nehmen. Oie Lo^nverhandlungen in den Reichsbetrieben. Berlin, 3. Nov (CNB.) Die am Tarifvertrag für die Reichsarbeiter beteiligten Gewerkschaften haben den Schiedsspruch, der eine Herabsetzung der Stundenlöhne um 2 bis 6 Pf vorsieht, abgelehnt. Die Stellungnahme wird damit begründet, daß der Schiedsspruch in der Praxis Lohnkürzungen bedeuten würde, die weitergehen, als es in der Notverordnung vorgesehen sei. Während diese nämlich Kürzungen von höchstens 4 5 Prozent verlange, würde die Schiedsspruch beispielsweise für die Reichsarbeiter in Berlin eine Verringerung der Löhne um etwa 6 Prozent bedeuten, was für die Gcwerkschaf- ten unannehmbar sei. Die Lohnverhandlungen für die Arbeiter derReichspost im Reichsarbeitsminifterium unter Vorsitz des Schlichters Dr Friedländer haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Da zwischen den Parteien keine Verständigung erzielt werden konnte, wurde eine Schlichterkammer aus je drei Vertretern der Arbeitgeber, in diesem Fall des Reichspostministeriums, und der Gewerkschaften gebildet Von den Lohnverhandlungen werden rund 75 000 Arbeiter der Reichspostbetriebe betroffen. Kommun.stische Sprengstosfumtriebe. Kofel. 3. Rov. (DU.) In dem ehemaligen Heeresmunitionsschuppen in Koset waren seit langem etwa 300 Kilogramm Sprengstoff und Schwarzpulver untergebracht, die dem Wasserbau- amt für Eissprengungen zur Verfügung standen. Seit einiger Zeit trugen sich die Behörden mit dem Gedanken, den Sprengstoff aus dem auf freiem Feld stehenden Munitionsschuppen heraus- zuschassen und an einer sicheren Stelle unterzu- bringen. Dine Kommission, die am Montag eine Nachprüfung der Bestände vornehmen wollte, mußte die überraschende Feststellung machen, daß die drei eisernen Türen des Schuppens erbrochen worden sind und das ganze Lag e r ausgeräumt worden ist. An einer der Türen stand mit Kreide geschrieben ^Heil Moskau". Wann der Diebstahl auSaeführt worden ist, steht noch nicht fest. Ebenso ist über die Täter bisher nichts bekannt. — In Kiel bestand ein kommunistischer Geheim- verband, der am Sonntagvormittag in Elmschenhagen in einer Wirtschaft eine Zusam- menfunft hatte Die Polizei umstellte die Wirtschaft unauffällig durch Zivilbeamte und Schutz- polizistem Später drangen Beamte der politischen Polizei in das Lokal ein und nahmen etwa 20 Teilnebmer fest. Bei ihnen wurde stark belastendes Material gefunden. SS soll sich um eine Terrorgruppe handeln, die Sprengst offanschläge gegen staat- liche Einrichtungen in Schleswig-Holstein Plante. SS soll z. B. ein kommunistischer Spreng, stoffanschlag au» die Marineschule in FlenSburg-Mürwick geplant gewesen sein. Aus alter Well. Tagung des Preußischen Richtervereins. Der Preußische Richterverein hält seine Ver- treterversammlung am 21. und 22. November d. I. in Halle a. S. ab. Der Iahresgeschäftsbericht des Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Dr. Schmidt i Jerlin), wird sich unter anderem eingehend mit der durch die bisherigen Gehaltskürzungen geschaffenen Lage befassen. Die Ikrfamm- lung wird sich schlüssig machen müssen, ob sie ihre rechtliche Zulässigkeit nachprüfen lassen will. Daneben wird die Frage eines besseren Richter- schuhcs gegenüber Beleidigungen und gegen andere Angriffe einen wesentlichen Teil der Beratungen ausmachen. Landgerichtspräsident Dr. Gülland (Halle) wird über die richterliche Dienstaufsicht em Referat erstatten. Zur sog. Kleinen Justizreform liegen Vorschläge des unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Burczek (Berlin) eingesetzten Ausschusses vor über Vereinfachung. Verbilligung und Beschleunigung der Rechtspflege. Grohfeuer in der Londoner Universität. Am Dienstag wurden das Physikalische Laboratorium und das Chemische Mu - f e u m der Universität London durch ein Feuer größtenteils zerstört, wobei die wertvollen Forschungsarbeiten des bekannten Physikers Sir James Irvine vernichtet wurden. Den angestrengten OSemühungen der Feuerwehr gelang es nach mehreren Stunden, ein Uebergrei en d.r Flammen auf das chemische Laborator u n. wo größere Mengen feuergefährlicher Chein kalicn lagerten, ju Derbindern. Der Schaden wird auf etwa 350 000 Mk. geschäht. Sturmfiencn in der Universität Halle. Der Kampf der Deutschen Studentenich.ift Halle gegen den Theologieprofkssor D. Dehn führte bei der ersten Vorlesung Dehns am Dienstag zu Sturm- izenen vor und in der Universität. Vor dem bis zum Beginn der Vorlesung verschlossen gehaltenen i)or- faal Dehns standen mehrere hundert Studenten, von denen nur etwa hundert Einlaß sanden, davon nur etwa ein Drittel Theologen. Als sich Dehn i n Begleitung des Rektors zum Hörsaal begab, mußte er ein Spalier von Studierenden pas- fieren, die den Arm zum Hitlergruß erhoben. Im Hörsaal selbst wurden der Rektor und Dehn wider Erwarten mit lebhaftem Getrampel empfangen, das indessen während des ganzen Kollegs an hielt und die Vorlesung Dehns unmöglich machte. Als ein Theologe um Ruhe für sachliche 'Arbeit bat, kam es zu stürmischen Gegenkundgebungen. Es wurden studentische Kampflieder gesungen, die die Ausführungen Dehns unverständlich machten. Der Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft Halle erklärte schließlich dem Rektor er könne die Studenten nicht mehr halten. Der Rektor erwiderte, man möge ihn nicht zu Maßnahmen zwingen, die er selbst bedauern müsse. Die auf dem Mir stehenden Studenten drangen in diesem Augenblick unter dem Rus „Dehn raus!" in den Hörsaal ein Unter ungeheuerem Tumult erschien nunmehr Polizei im lln- oerfitätsgebäuöe. Neben dem Pult Dehns nahmen ein Hauptmann und sechs Beamte Aufstellung. Der Rektor sicherte Zurückziehung der Polizei aus dem Hörsaal zu, wenn Dehn in Ruhe angehort werde Der Tumult verstärkte sich jedoch derart, daß Dehn während der letzten Minuten des Kollegs schweigen mußte. Der Rektor erklärte die Vorlesung für beendet und forderte die Studenten auf, den Hörsaal ju räumen. Dehn und der Rektor verließen dann unter polizeilichem Schutz den Hörsaal und mußten bis zum Dozentenzimmer ein Spalier zurufender Studenten passieren. Gasexplosion in Prag. 3n einem Reubau in der Prager Vorstadt Wrschowitz entstand eine gewaltige Gasexplosion. Aus noch ungeklärtem Grunde hatte sich Leuchtgas entzündet Im Umkreise von etwa 100 Meter wurden in allen Wohnhäusern und in zwei benachbarten Fabriken die Fensterscheiben zertrümmert. Im vierten und fünften Stock des Neubaues find sämtliche Decken eingestürzt. In allen Rachbarhäusern stürzten die Leute infolge des Luftdrucks zu Boden. Glück!.cherweife sind M e n- schenlebennicht zu beklagen. Es wurden fünf Personen verletzt. In der größten Gefahr schwebte eine Tänzerin des tschechischen national* thcaters. die seit einigen Tagen im Stockwerk unter der Explosionsstätte wohnte. Sie lag mit einer leichten Erkältung im Bett und das war ihr Glück. Die Wucht der herabsallenden Steine wurde durch die Betten gemildert, so daß sie nur eine leichte Kopfverletzung erlitt. Sämtliche Rebenstraßen sind von Glassplittern der vielen hundert zertrümmerten Fensterscheiben bedeckt. Lifenbahnfrevler in Ungarn erneut am Wert Der Strcckenausseher der Eisenbahnlinie B e - kes —Bekessoeldvar entdeckte, daß von den Schienen In einer Länge von etwa 400 m die Schrauben und die Rägel entfernt waren? mit denen die Schienen an den Schwellen befestigt waren. Der Aufseher erstattete Anzeige bei der Gendarmerie. Etwa zwanzig verdächtige Personen wurden verhaftet. Erdbeben in Dapan. Auf den japanischen Inseln K i u s ch i u und S ch i k o k u wurden heftige Erdstöße verspürt, denen eine größere Anzahl von Personen zum Opfer gefallen fein (oll. Ein weiteres Erdbeben richtete auch Schaden in der Stadt Kumamoto aus Kiufchiu an, wo der Kaiser von Japan am Samstag zur Teilnahme an den Manövern erwartet wird. Ueber das Erdbeben herrscht völlige Ungewißheit und einander stark widersprechende Meldungen sind im Umlauf. Zwei japanische Blätter berichten, daß 1000 Personen getötet oder verletzt und daß 200 Häuser cinge stürzt seien. Ein in Osaka erscheinendes Blatt dagegen schreibt von einem Dutzend zerstörter Häuser und unbeträchtlicher Verluste an Menschenleben. Motorsegler mit drei Mann untergegangen. -Der in Stralsund beheimatete Motorsegler „Frieda", der außer dem Besitzer Franz noch zwei Mann Besatzung an Bord hatte, war Mitte Oktober mit der Bestimmung Dänemark ausgelaufen, dort aber nicht angekommen. Jetzt ist ein Rettungsring des Schiffes gefunden morden. Die Be- fürchtung, daß das kleine Fahrzeug mit der Besatzung einem Sturm zum Opfer gefallen ist, dürfte sich also bestätigen. Schwerer Sturm über dem Kanal. Ein schwerer Sturm fegte am Dienstag über den Kanal und die englische 5 üb fülle hinweg. Eine Anzahl van Schiffen mußte Zuflucht in den nächst- gelegenen Häfen suchen. Auch die großen Schiffe melden starke Verspätungen. Ueberbredjende Seen machen jeden^ Verkehr in den an der Küste entlang führenden Straßen unmöglich Der 'ranzösifche Dreimostschoner „St Anna" wurde durch den Sturm auf die Küste von Wales geschleudert Oie Bilder vom Aufstand in Zypern. Oben: Nach dem Sturm auf das Gouvernementspalais in Larnaca. Im Hintergrund das niedergebrannte Gebäude, vorn zerstörte Automobile. Unten: Englische Soldaten und zyprische Polizei errichten Stacheldrahtverhaue in den Straßen von Nikosia. London, 3. Nov. (TU.) Der griechisch-orthodoxe Primat von Zypern veröffentlichte eine Enzyklika, in der er die Bevölkerung zur Ruhe ermahnt und die Gewalttaten der letzten Woche bedauert. In einer Unterredung mit dem Berichterstatter des „Daily Telegraph" verurteilte der Erz- bischof das Vorgehen der Bischöfe von Kirenia und Larnaka, die inzwischen zwangsoerschickt worden sind. Er glaube versichern zu können, daß die gesamte Bevölkerung Zyperns den Anschluß an Griechenland verlange und auf dieses Hiel hinarbeite, selbst wenn Griechenland Zypern nicht haben wollte. Die Bevölkerung vertraue hierbei a u f d i e Großmut Englands. — Die Berichte über die Lage auf der Insel lauten zurzeit beruhigend, trotzdem wird vor zu großem Optimismus gewarnt, da ohne die Anwesenheit einer starken militärischen Besatzung die Unruhen zweifellos wieder aufflammen würden. und ist zum Wrack acroorden. Es gelang jedoch, die Besatzung unter größten Anstrengungen zu retten. In den West Morlands sind die Flüsse um fast drei Meter gestiegen. Viele Häuser und Straßen stehen unter Waner In den südlichen Grafschaften erlitt der Eisenbahnverkehr schwere Störungen. 3n einer Höhle tot aufgefunden. Sin 47jähriger Mann hatte sich, weil er obdachlos war, in einet kleinen Erdfenkung zwischen Rothenditmold und Harleshausen bei Kassel eine Hohle aus Kistendeckcln errichtet. Als er in den letzten Taaen nicht mehr bei der Speisung im Karlshospital erschien, suchte ihn ein Freund auf. der den Unglücklichen in feinem Verschlage liegend tot a u f f a n d. Der Tod war bereits vor vier bis fünf Tagen eingetreten. Wahrscheinlich ist die Todesursache in übergroßer Entkräftung zu suchen. Aus Geiz verhungert. In Toulouse (Süd-Frankreich) ist ein 64 - jährige- Ehepaar aus Geiz verhungert. Die betagten Eheleute wohnten bereits feit Jahren in einer kümmerlichen Dachwohnung im Zentrum der Stadt Es war kein Geheimnis, daß der Mann vollständig unter dem Einfluß feiner Frau stand, deren Geist soweit ging, tagelang feinen Pfennig für die notwendigsten Lebensmittel auszugeben. Bereits Mitte Oktober hatte der Hausbesitzer daS Ehepaar biS zum Skelett abgemagert im Zimmer aufgefunden und versucht, die Frau von ihrem krankhaften Geiz abzubringen. AIS er am Freitag wieder die Wohnung betrat, fand er die Greisin bereits tot im Bett auf. während der Mann nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab Ein her bei- gerufener Arzt stellte fest, daß beide der Unterernährung zum Opfer gefallen waren. Im Schrank fand man ein Sparkassenbuch über einen Betrag von etwa 20 000 Franken. (Einen Geldschrank am hellichten läge gestohlen. Der amerikanische GtactSbürger Herzog von Guise - Hite , ein Vetter des französischen Thronprätendenten, ist in Dieppe um Juwelen und Bargeld im Ocfamtwerte von etwa einer halben Million Franken bestohlen Worden. Der Diebstahl erregt besonders Aussehen, da er mit unglaublicher Frechheit durchgeführt Worden ist. Der als Kunstfreund und Sammler bekannte Herzog hat sich in einen, alten Etadt- turm eine an Kunstschätzen reiche Wohnung eingerichtet. Im 3. Stockwerk des Gebäude- befand sich ein schwerer Geldschrank, in dem sowohl Schmucksachen wie 50 000 Franken in Banknoten und 50 ezxglische P'und aufbewahrt wurden. Am Samstagnachmittag benutzten Diebe die Abwesenheit des Herzogs und seines Dienstpersonals, um sich Eingang in den Turm zu verschaffen. Sie schleppten dann den CMb^hrcnf auf die S raße und verfrachteten ihn dort auf einen Lastkraftwagen Von den Einbrechern und ihrer Deute fehlt bisher jede Spur. Kampf mit Briganten auf Korsika. In der Rähe von Ajaccio gerieten sechs lang gesuchte Banditen mit den Insassen eine- Polizeiautomobils zusammen, da- in einen von den Banditen gestellten Hinterhalt geraten war. Bei der sich entrinnenden Schießerei wurden der Führer der Bande und zwei Gendarmen goto- t e t und der kommandierende Polizeileutnant schwer verletzt. Die Wetterlage. igsi, J05I Qwt>ntfnio\ o-fiti O Ofdf'kt £ »'o » < • stdf'it • * a w "tD»"« '!'«<'• •! 0«» Win«i Öl« OOd«'. Mil'O»«» Kn Q<0«n d-f l«mp«rilu< in 0>« L«n t» westliche Winde. Vorhersage für Freitag: Etwas kühler, weiterhin wechiclnd wolkig mit Aufheiterung, einzelne schauerartige Niederschläge. Lufttemperaturen am 3. Rovern der, mittags, 11,0 Grad EelsiuS, abend- 8.4 Grad Celsius: am 4 November. morgen-, 7L Grab EelsiuS. Maximum 12,4 Grad, Minimum 7.0 Grad. Riederschläge 02 Millimeter. Sonnenscheindauer 31/? Stunden. — Grdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: Am 3. Rovernber. abend», 5.0 Grad, am 4. Rovember, morgen-, 3.6 Grad EelsiuS. ' Mano ;a., >fle ’M, bk retten. viele ypmia|t den lüdliL? und rtehr iWe C,L, ‘^iunben. ZZSV SO Glichen!?r ’6n 5* 8*86 W I bereits |ÄL in &L"9 im 3en- rbLZ ä-L'K. «S. ausgHnden S ^"khaften ö ?'°der die ÄVeteitj ittSs ML °Unl,en^ 2d 000 -lanlen. M läge gesiohim, l J? sranMschn ^'eppe um Outoelen ■tk von ettoa einer 1Jen bestohlen toot- besonders Aussehen, ^echheit durchgesührt tcunb und Sammler । einem allen Stabt« reiche Wohnung ein- Gebäudes besand blchrank, in dem MOOO Franken in c P°und ausbelvahrt littag benutzten Diebe )8 und seines Dienst« ig in den Tum zu )ann den D-Mranl ichietenihndori fragen. Aon den ite fehlt bisher jede n aus Korsika. io gerieten sechs lang en Insassen eines Po- bas in einen von den erhalt geraten war Schießerei wurden der ei Gendarmen getö- renbe Polizeileutnant la Qt Z8«1 »■• •* «O'J* ■-1 * S2*,SS Pa in ^jält da- ert'L'weiteren »» mit dem ^' gcbui> ich rne/n 'Md zu« mt das 1 I06479 a. b.Gtz.Anz. 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Qn der GemeindeQbcr»7lngelbeim am Htbein (zirka 4000 (yinro.), bedeutender Wcinort, -2ib eines AmtsgcridNs, eines 'Jtotniintb, eines irinanzamtcs und einer Jtcalsdiule, in ?Hbeinbcfien an der Babn- ftrecke Diainz-Bingen, ist die Stelle eines Nevufsbüvgevmelsievs ver 1. Avril 1932 zu besetzen. Die Wabl erfolgt und) Art. 88 der Hess. Ldgem.-Qrdnung auf 9 ^abre durch den Otemeinberat. Die Besolbung richtet sich nach bem Hess. Geletz betr die Besolbung ber Hess. Staatsbeamten, und zwar nach ber neuen Gruvvcnbezeichmmg: Olruvve A 3 b mit r'lussfiegmvglichkeit nach Gruv- ve A 3 n. Nubegebalt richtet sich nach bem Versicberungsgesev für gemeinbliche Beamte. Das Befoibungsbienftaltcr wirb von bem (Memcinbernt im (5inverncbmen mit bem Krcisamt festgesetzt. Die bmd) bie Notverorbnungen unb Beschmutz beS Gcmeinberats festgelegten OJebaltsabzüge finben Anwendung. Oleeignete Bewerber, nidit unter 30 jnbre unb nicht über 45 Iabre alt — ent- fvrcdicnbe BorbilbungS-länfabrungen in Kvmmunal-Angelegenbeiten finb erwünscht — werben gebeten, ihre Bewerbungen mit LebenSiaus und Lichtbild versehen, mit dem Kennwort „Bürger» meistorwalil" auf bem Briefumschlag ber Bürgermeisterei Qber-^ngelbeim am Jtbcin bis zum 15. November 1931 in C'inscbreibehrief einzureichcn. Persönliche Vori'ellung vorerst nicht cnuüiifrtit. Qber-Angelbeim. ben 2!). Qlt. 1931. Hess. Bürgermeisterei: 1 nesD V.: fXreiuib, Beigeorbneter. S FiliaUeiter(innen) | gesucht (auch nebenberuflich). Sinerlei wclcbenH ■ VcrufS. Nur Schrcibarbcllcn tin Anufc. .Wein I ■ Änpitnl, keinerlei Vorkennkntsse erforderlich. I I Monailtch NM. 170.— Bdm. ’ilnncbotc unter I 1 ff. M. 996 an A.-Srb. Hch EtiUer, ffrankf M. J (yhif. möbl. ob. leer. Zimmer mit sevar. (5ing. ges. 2diristl.Angeb.imt. 06483 a. b .^tz. 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Gundolss Loslösung von George ist — menschlich gesprochen — seine erste unmittelbare Schau in das Gesicht des Lebens gewesen: die erste, ganz große Derantwor- tung auch, die er dem einfachen Leben gegenüber auf sich nahm: soviele schwere Verantwortungen er and) schon dem Geiste gegenüber getragen hatte. Die Befreiung muß unendlich gewesen sein. Denn was Menschen von ihm berichten, die ihn in den letzten Jahren feines Lebens kannten, ist solcher Art, daß man das George gebundene Bild nicht mehr wiedererkennt. Ich habe oft daran denken muffen, was wir wohl 311 jammen gesprochen hätten, wenn uns das Leben nod) einen gemeinsamen Gang gegönnt hätte . . Und ich habe cigentlid) nie daran gezweifelt, zu welchem Endergebnis wir gekommen wären: daß ein jeder die Spannungen seines eignen Lebens ablcmfes so ertragen muffe, wie sie ihm gesetzt sind, daß es keine Flucht aus ihnen gibt — und daß der Geist nur eine einzige Sünde kennt: die Lüge. Immer wird man die Namen Georges und Gundolfs in der deutschen Geistesgeschichte nebeneinander nennen: und wer um beider Geheimnis und beider Größe weiß, wird sagen, daß sie am tiefsten verbunden blieben durch den Akt ihrer Loslösung: denn in diesem eben bewahrten beide ganz sich selbst. Gundols hat in diesen letzten, freien Jahren ein Bud) über SU e i ft geschrieben. Es ist auf große Widersprüche gefloßen. Dennoch sollte kein Deutscher versäumen, es zu lesen und an ihm zu erkennen, bis zu welcher Erkenntnis Gundolf vordrang. Am Gcgenwendigsten hat er vielleicht am klarsten bewiesen, wer er selbst war. Und er hat den Deutschen an einem großen Beispiel gezeigt, wo die zu bannenden Gefahren ihres Ich- und Volksschicksales aus- geschichtet sind. Gundolss Buch über Kleist ist sein mahnendes und warnendes Vermächtnis an Deutsch- land. Von Kanion nach Hongkong. Don (Scolf Hearing. In der Rähe der Werften von Kanton befindet sich die Anlege- und Abfahrtstelle der Fluß- und Frachtboote nach Hongkong. Hier ist der Strom viele hundert Meter breit. Die Anlegestelle ist verstopft von tausend und mehr Dschonken. Kreuz und quer, höher und niedriger liegt hier Doot bei Doot. Endlose Trägerkolonnen eilen im Zickzack über die DeckS der hohen und niedrigeren Boote. Die Kohlen träger haben es am eiligsten. Andere schleppen leichte Holzkohle in riesigen Dastsäcken und Körben. Endlose Kolonnen balancieren mit langen Dambushölzern über das Gewirr der Boote. Tee, Seide, Reis, Flecht- und Korbwaren. Früchte, Gemüse, Kisten und Kästen mit europäischen Aufschriften versehen, schleppen die Lastträger von Deck an Land, von Land an Deck. Die Produkte der Provinzen stapelt jeder Tag in gleicher Höhe an den llfem auf. Blanke Schiffstaue zirkeln wie Blitze über untere Köpfe. Mit kahenhalter Behendigkeit fangen sichere Hände die Enden der Schiffstaue aus. Ein Gong schlägt dreimal und viel Arme und Deine stemmen und schieben das Gewicht des vierzig Meter langen und acht Meter breiten Fluß- bootes durch das endlose Schiffsgewirr, deren Matrosen lachend helfen, das abfahrende Doot vorbeizulassen. forgcleitcr 2 0 nhard, Gießen, sprach über die Invaliden- und Unfallversicherung. Ritter über die neuen Zusatzrentenbestimmungen und die Fürsorgepflichtverordnung. Oberleutnant a. D. Krömmelbein, der Landesgeschäftsführer, nahm zu den einzelnen Referaten Stellung, woran sich eine ausführliche Aussprache anschloh. Am Sonntagvormittag wurden die Hauptreferate erstattet. Rach Begrüßung der Regierungsvertreter und Ehrengäste hielt der dritte Vorsitzende Krömmelbein. Darmstadt, ein Referat, in dem er den ausführlichen Jahres- und Tätigkeitsbericht des Gelamtverbandes erstattete. Er wies darauf hin, daß die schwere Rotzeit auch dem Verband schwierige Arbeiten gestellt hätte. Trotzdem fei eine Zunahme um etwa 1000 Mitglieder im letzten Jahre seftzustellen gewesen. Ein zweistündiges Referat über Arbeitslosenversicherung hielt der Vorsitzende des Arbeitsamtes Gießen, Regierungsrat Tr. D u e s , Gießen. Der Redner beleuchtete insbesondere die den Verband interessierenden Rotverordnungen, die sich mit der Versicherung der Kriegerhinterbliebenen und Kriegsbeschädigten befassen. Zum Schluß hielt Dr. Ebert vom Deutschen Reichskriegerbund Kyfshäufer Berlin einen Vortrag über den Stand der Versorgung nach dem Reichsversor- gungsgeseh. Dberbeffen. Landkreis Gießen. xf Leihgestern. 3.Noo. Pfarrer Neu sch hatte die Gemeinde am vergangenen Sonntag zu einem Familienabend eingeladen. Die Ge» mcinfcenvtglieber leiftetcten dem Ruse so zahlreich Folge, daß der Saal des Gasthauses zur „Krone" bald überfüllt war und viele Besucher wieder umkehren mußten. Der evangelische Kirchengesangverein eröffnete den Abend mit einem Liede. Pfarrer Reusch begrüßte die Teilnehmer, insbesondere den Vortragenden des Abends. Dezirkszollkommissar Heß (Gießen). Die Gemeindeabende sollen, so betonte der Geistliche u. a., den Zweck haben, die evangelischen Ge- meinöcmitglicber zu einer großen Familie zu bereinigen. Sodann sprach Bezirkszollkommissar Heß, der lange Zeit in Deutsch-Ostafrika gelebt hatte, über seine mannigfaltigen Erlebnisse und Erfahrungen in diesem Lande. Er erzählte von seiner ersten Hinreise, wies auf die Bedeutung der Kolonien für die deutsche Wirtschaft hin, schilderte eindringlich, wie bis zum Ausbruch des Krieges der deutsche Fleiß das Land erschlossen und durch die Anlage von Häfen, Krankenhäusern usw. wertvolle Arbeit geleistet habe. Er schilderte weiter seine Erlebnisse in Deutsch-Ostafrika während des Weltkrieges und sprach von den ungeheuren Strapazen, die die deutsche Schuhtruppe im Kampf gegen die Uebermacht der Feinde aus- zustehen hatte. Der Vortragende versäumte auch nicht, darauf hinzuweisen, daß es notwendig fei, die deutschen Kolonien wieder zurückzuerhalten. Eine Reihe interessanter Lichtbilder veranschaulichte und bereicherte den Vortrag, der von den Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit und starkem Beifall aufgenommen wurde. Der Abend war umrahmt von Liedern des Kirchengesangvereins, Volksliedern durch die ganze Gemeinde gesungen, und einer Ansprache des Herrn Rektor Loh, der in feiner Weise den Gedanken eines solchen Gemeindeabends noch einmal besonders unterstrich als eine Ausforderung zum bewußt evangelischen Mitschasfen an dem ernsten Werk der Jugendarbeit in der Gemeinde. Mit einem kurzen Dan- keswort des Geistlichen an den tapferen Pionier des Deutschtums in Deutsch-Südost, Herrn Heß, an alle die, die zum Gelingen des Abends beigetragen, und den Hinweis auf einen anderen noch größeren Deutschen, der vor 400 Jahren auch einer ganzen Welt von Feinden gegenüberstand, Dr. Martin Luther und seinem Geist, der im Kampf der Gegenwart allein helfen könne, schloß der Abend. Z Lollar, 2. Noo. Der hiesige Gesang- verein „Sängcrvereinigung" veranstaltete am Sonntag ein wohlgelungenes Konzert. Der Besuch war allerdings diesmal nicht fo gut, wie in früheren Jahren. Das war um fo bedauerlicher, als der Verein gerade in diesem Konzert eine Richt eine halbe Stunde brauchen die Kulis, um mit Händen und Füßen ihren hochbeladenen Kasten in das freie Wasser zu bugsieren. Ich fahre dritter Klasse und zahle für die sechsstündige Fahrt von Kanton bis Hongkong 41 amerikanische Lents. Die dritte Klasse ist das Deck von vorn bis hinten. Die Plätze find oben auf den gestapelten Reisfäcken, auf Körben und Dambusstapeln. llebcrall drängt man sich lächelnd zusammen und macht einander soviel Platz, wie man eben zum Sitzen braucht. Die Frauen fitzen in bauschigen, langen Hosen und kurzen Socken, die von Strumpfbändern unter dem Knie gehalten werden. Ihre UcbergetDänöcr bekleiden faltig den Oberkörper. Das schwarze Haar hängt in glänzenden Zöpfen im Racken. Die Frauen gönnen sich die einzige Bequemlichkeit der dritten Stlaffe; sie streifen ihr ledernes Fuß- zeug von den verkrüppelten kleinen Füßen. Die Männer tragen dieselben bauschigen Hofen bis zum Knie oder etwas darunter. Besser- fituierte tragen ein Hemd, auch Socken und Schuh- zeug. Qlber nur wenige haben Hemden und noch weniger Schuhzeug. Rur den charakteristischen großen, runden Hut tragen alle. Es find viele Kinder dabei. Mit elfenbeinfarbenen Gesichtern, mit strahlenden, dunklen Augen und melodischen, feinen Stimmen. Die Haltestellen erfordern eine besondere Portion Höflichkeit von den bereits an Bord befindlichen und von den neu hinzukommenden Passa- giercn. Man sitzt solange eingepfercht, bis die neuen Fahrgäste auf den Bambusstapeln und Reissäcken verteilt sind und bequemen Platz gesunden haben. Das dauert überaus lange Zeit, denn die Zahlung des Fahrgeldes ist eine kleine Schwierigkeit. Den Fahrfcheinverkäusern hängen die Körbchen voll Kupfermünzen schwer auf der Brust. Zweihundertfünfundvierzig Kupferstücke chinesischen Geldes sind erst ein Dollar, und da» Volk zahlt nur in Küpser. Der Singsang der Obst- und Zuckerverkäufer, die den Lärm der Anlegestellen überschreien, verklingt. Das Doot fährt weiter. An Bord find die Stewarts Akrobaten im Springen und Klettern. Sie geben die Wände hoch, die Wände an den Bambus- und Reisstapeln natürlich. Sie fbringen mit ihren schweren Holzgalo'chen von einem Stapel zum anderen und verkünden den Speisezettel. Es ist fünf Uhr und Essenszeit. Zu den bekannte,: Holen tragen sie billigste, amerikanische Hemden. Die Skala ihrer Vokale und die Mimik ihrer Gesichter sind eine Schulbeachtliche Steigerung feiner Leistungen unter Ve» weis stellte. Sämtliche Darbietungen ließen eine lobenswerte Hingabe der Sänger an den Chorgesang erkennen. Besonders gut gefielen die beiden Chöre „Weihe des (Befange»" (Mozart) und ,Lohannis» nacht" (Rathgeber). Große Ansorderungen an da» Können der Sänger, wie des Dirigenten stellte die „Nordische Heerfayn" (Stern). Mit viel Geschick verstand man es, der schwierigen Ausgabe Herr zu werden. Harmonische Zusammenarbeit zeigte der Chor mit dem Orchester in der Wiedergabe de» „Sangerlust-Polka" von Johann Strauß. Dirigent, Musiker und Sänger gaben sich alle erdenkliche Müye, dem Werke gerecht zu werden. Lebhaster Beifall dankte für diese Darbietung. Ein starker Verdienst an den Erfolgen des Abends ist dem Leiter des Chores, Chormeister D a p p c r von Gießen, zuzuiprechen. Das Anpassungsvermögen der Sänger und die vorbildliche Ruhe des Dirigenten waren außerdem wesentliche Voraussetzung für die gute Wiedergabe der Lieder. Als weitere Mitwirkende des Abends verdienen Musikdirektor S p e ch t - Frankfurt, der mit feiner schönen Baritonftimme durch einige Lieder das Programm bereicherte, und Herr Schwarzlose - Gießen, der mit einem Pistonfolo besonderen Beifall errang, ermähnt zu werden. Mitglieder des Orchestervereins Gießen unter Leitung des Dereinsdirigenten trugen ebenfalls wesentlich zum Gelingen des Konzertes bei. Der Verein darf das Konzert als einen großen Er- folg betrachten. th. Lindenstruth.3. Rov. Die gestern durch die Schule Porgcnommcnc Sammlung von Lebensmitteln für die Wintern othilfe derStadt Gießen hatte ein re cht f +>öne» Er- gebnis. Es wurden gespendet: 18 Zentner Kartoffeln, 7 Ztr. Aepfcl, 8 Ztr. Gemüse und 2 Ztr. Karotten, Grdkohlrabi und Rote Rüben. «Die Gießener Winternothilfe wird allen gütigen Gebern für diese Spende dankbar fein. D. Red ) D Lich, 3. Nov. Der im Dereinsleben unserer Stadt bekannte Kaufmann Moritz Goldschmidt wurde in diesen lagen zur letzten Ruhe gebettet Der Verstorbene gehörte ein Menschenalter hindurch dem Turnverein 1860 an, war 26 Jahre Schriftführer des Vereins und wurde vor einigen Jahren zum Ehrenmitglied ernannt. Ferner bekleidete der Verstorbene seit Jahren das Amt eines Rechners beim Derkehrsverein und im Dolksbildunasverein. Bürgermeister Geil, der Vorsitzende des Verkehrsund Verschönerungsvereins, Pfarrer Draudt als Vertreter des Dolksbildungsvereins, und der erste Sprecher des Turnvereins Hermann Schmidt würdigten am Grabe die Verdienste des Verstorbenen. Muschenheim, 2. Rov. Rach IZjähriger Tätigkeit an der hiesigen Schule siedelte Lehrer Jakob M a s s a r diele» Tage nach seinem neuen Wirkungsorte Okarben (Kreis Friedberg) über. Die Gemeinde sah den pflichttreuen Lehrer, der sich durch fein allezeit offenes, freundliche- Wesen hier allgemeiner Beliebtheit und Hochschähung erfreute, nur ungern scheiden. An feine Stelle tritt Frl. W. Eidenmüller, die seither in Okarben tätig war. Mit diesem Wechsel erhält die hiesige Unterklasse innerhalb 22 Monaten ihren 5. Lehrer. Mrcid Büduigen. •I* Echzell, 3. Rov. Am Sonntag wurde durch Stichwahl Wilhelm Groth L, Fuhrunternehmer, mit 547 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sein Gegenkandidat, Wirt und Fleischbeschauer Otto Küfer, erhielt 431 Stimmen. Ungültig waren 22. Die Wahlbeteiligung war sehr stark. Alte und (gebrechliche wurden mit Fuhrwerken und AutoSzur Wahl gefahren. — Für die W i n t c r f) i lj c des Evangelischen Jugend- und WohlfahrtsdpnsteS in Cf er.« bach a. M. wurde in Bingenheim, Gettenau und Echzell gcsamme'.t. Es konnte ein Eisenbahnwagen mit Kartoffeln, Gemüse, Obst und anderen Lebensrnitteln nach Offenbach gesandt werden. Preu Al VC15 Khqiui. 0 Oberkleen, 3. Rov. Beim Pflügen auf dem Felde erlitt der in den 60er Jahren stehende Landwirt Iohs. Schm i d t von hier einen Schlaganfall. In der Rähe mit Feldarbeiten beschäftigte Rachbarn sanden den Mann tot neben seinem Gespanne liegen. aufgabe für die westlichen Dühnenvolker. Und das ..Sofort!" das hier der Stewart feinen Gästen zuruft, bedeutet in der Tat ein »Rullkommanichts'* von Geschwindigkeit. Dabei läßt sich die ganze Küchcmeinrichtung des Flußbootes bequem auf einer Schiebkarre fortbringen. Ein Holzkohlenolen. Rrisschüffeln, Tee- töpfe, Holzstäbchen und Pfanne. Gekochter Reis steht immer warm in großen Kesseln auf dem Holzkohlenfeuer. Ein zweiter Topf enthält Gemüse, ein dritter heißes Wasser. Die Speisekammer besteht aus einem Käfig Hühner und Ge- müfekörben. Die Hühnersuppe geht zur Reiqe. Ein Griff in den Käfig, noch ein Griff und die ausgeblutet« Henne bekommt einige Löffel heißt- □Baffer, damit der Küchenjunge schneller mit dem Rupfen fertig wird Der Kessel dampft und duftet bald und bietet seine Hühnersuppe an. Ist die Essenszeit vorüber, lassen die Stewarts die Passagiere ungestört. Rur der Wasserkessel singt und summt leife in den Abend hinein. Aus dem Vorderfchiss haben sich einige junge Leute zwei Quadratmeter Platz für einen Dorring freigemacht. Weder die Borenden, noch die Zuschauer zeigen bet dem Sport überlaute Kritik oder Beifall. Fehler ober Vorteile zensiert der Chinese nicht mit der naiven Art des Europäers. Trotz der Flußfahrt vermindert der Abend die Hitze des Tages um keinen Grad. Mütter fächeln ihren eingefchlasenen Kleinen Kühlung zu und träumen vor sich hin. Der Abend legt perlmutterfarbene Streifen an den Horizont. Die Gönne schlägt ihr Strahlenrad und in herrlichen Farben spiegelt sich der S'.rom. Mit Sonnenuntergang wechselt in wenigen Windstößen die Tageshitze mit der Rachtiühle. Die festen Linien des Tages verlieren sich, und die Gestalten auf den Stapeln und Dalken verwandeln sich in felllame Silhouetten. Es ist, alS hockte ein schweigender Buddha auf jedem Zentner Reis und jedem Stapel DambuS, die den Strom foinuntergeben. (Berechtigte llebertragung von E. P. HieSgen.) Dod)fd)ulnad)rid>ten. Der Lehrstuhl für öffentliches Recht an der Universität Marbur g ist dem mit dem Titel eines ordentlichen ProfellorS bekleideten außerordentlichen Professor an der Wiener Universität Dr. Adolf M e r 11 angeboten worden. Ingen Ain Sonntag wurde >roth I., Fuhrunter- en zäm Bürger- Gegenkandidat, Wirt Küfer, erhielt 401 22. Sie Dahkbetei- unö &bre$ii)e tou:» lutoi zur W fit* rhile-rS Evanze- j;rt2b*= W en- 3beim Vrttenau und e ein’Silenbaktoagc:! rt und anderen LebenL- inbt werden. r Qr> den Srn : . 3e>9te ber 'N 6»e des sich aUeB‘pAltl.flCnt. . »erden. 'Wurm. (fin *er Abends SS f» bereUiinM ;"4' ~£Ä Konzertes bei ein blli r Datierte i m'”6-'! bittet f«4-L »“1,1 Streife1' Strahles idjläflt , ström- -OS ;:nud?® ,e^- .lf6ertragt‘n8 Itl 7 HsA Wirffchast. * Frankfurter Maschinenbau AG. vor m als Pokorny und Wittekind. Die Generalversammlung der Gesellschaft genehmigte den Geschäftsbericht und den Abschluß für 1930. Eine längere Diskussion knüpfte sich an den Vorschlag der Verwaltung, das Stammkapital durch Zusammenlegung von 5:1 von 6,6 Mill. Mk. auf 1,32 Mill. Mk. herabzusetzen, um auf diese Weise den Verlust von 3,3 Mill. Mk. zu decken. Aus den Erklärungen des Aufsichtsrates ging hervor, da sich die Majorität der Vorzugs-Aktien in Händen der Firma Henschel & Sohn, Kassel, befindet, daß diese Firma aber ihr Stammaktienpaket an andere Hände hat übergehen lassen. Die Zusammenlegung der Stammaktien, wobei auf jede zusammengelegte Aktie ein fünffaches Stimmrecht kommt, wurde mit allen gegen 300 Stimmen bei 136? Enthaltungen angenommen. * Hermann Wronker AG., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung der Gesellschaft genehmigte den Abschluß für das Geschästs- jahr 1930/31 und beschloß einstimmig, zur teilweisen Deckung des Gesamtverlustes von 4,19 Mill. Mk. den Reservefonds in Höhe von 1,2 Mill. Mark au verwenden. Durch Einziehung von 1 Mill. Mark Aktien und durch Zusammenlegung der verbleibenden 5 Mill. Mk. Aktien wird das Aktienkapital auf 3 Mill. Mk. herabgesetzt. Der verbleibende Betrag von 6650 Mk. wird dem Reservefonds zugewiesen. Der Umsatz des Konzerns ist im Oktober hinter dem des gleichen Vorjahrmonats um 3,3 v. H. zurückgeblieben, obwohl im Frankfurter Stammhause eine um 25 000 Personen gröbere Käuferzahl feftgestellt wurde. Die Umsätze des Konzerns im ganzen Jahre waren um 20 v. H. geringer als im Vorjahre. Die deutschen Börsen. Kursabschwächung in Berlin. Berlin, 4. Nov. (WTB. Funkspruch.) Die gestrige Unterredung zwischen dem deutschen Botschafter in Paris, o. H o e s ch, einerseits und Laval und B r i a n d anderseits, die als Ausgangspunkt einer Periode neuer diplomatischer Aktivität in Europa zu werten ist, verlief zwar den offiziellen Erwartungen entsprechend, rief aber in Bankkreisen eine gewisse Enttäuschung hervor. Es stellt sich immer mehr heraus, daß die deutsche Position bei den Reparationsverhand- 1 ungen recht schwierig ist und daß es noch einige Zeit dauern wird, bis alle diese komplizierten Probleme ihre Regelung gefunden haben. Auch die Stillhalteverhandlungen dürften noch nicht so schnell zu einer befriedigenden Einigung führen. Damit wird die Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung der Börse erneut kleiner. Neben diesen politischen Ueberlegungen waren es im heutigen Freiverkehr aber auch rein markttechnische Grunde, die zu einer Abschwächung der Aktien- und Pfandbriefkurse führten. Mit Spannung erwartet man das Resultat der heutigen Börsenvorstandsbesprechungen. Wird doch in der heutigen Sitzung über die Form der Abwicklung der noch von Juli her schwebenden Terminengagc- ments Beschluß gefaßt werden. Während sich die Großbanken mehr für radikalen Abbau der Ber- pflichtungen ohne Rücksicht auf evtl. Opfer einsetzen, befürworten die Privatbankiers aus verständlichen Gründen eine langfristige Abwicklung der Engage- inents. Zwar ist eine Radikalkur im Moment schmerzlich, auf lange Sicht aber gelinder, weil hierdurch endlich einmal die sonst anhaltend drohenden Exekutionen aus der Welt geschafft werden würden. Die Ansichten über die rechtliche Seite bei solchen Exekutionen bei geschlossener Börs» sind übrigens geteilt, da nach dem Börsengericht nur durch vereidigte Makler, oder durch einen Auktionator exekutiert werden darf. Ein freiwilliger Abbau der Engagements ist sicherlich auch in der letzten Zeit vorgenommen worden, daraus kann man sich jedenfalls das anhaltende Angebot, das Übrigens immer bemerkenswerte 'Aufnahme fand, da die Großbanken vorwiegend als Käufer austraten, jetzt erklären. Im Gegensatz hierzu war die Aufnahmeneigung heute nur sehr gering, die Kurse erfuhren einheitlich 1- bis 2prozentige Rückgänge. Auch Pfandbriefe lagen meist wieder in Angebot. Starke Zurückhaltung in Frankfurt. Frankfurt a. M., 3. Rov. Im heutigen telephonischen Freiverkehr von Büro zu Büro herrschte sehr st arte Zurückhaltung, da Anregungen so gut wie nicht Vorlagen. Etwas mehr Beachtung schenkt man den kommenden Verhandlungen über die Reparationsfrage. Man vertritt die Ansicht, daß es zu einer günstigen Lösung der schwebenden Fragen kommen werde. Etwas Verstimmung gina von dem eher schwächeren Schluß der gestrigen Neuyorker Börse aus. Da jedoch kein nennenswertes Angebot vorlag, blieben die Kurse auf dem Niveau des gestrigen Nachmittagsverkehrs etwa gehalten, vereinzelt bröckelt sie um zirka j bis 1 v. H. ab. Gut behauptet blieben Montan-, Elektro- und Bankaktien. Der inzwischen bekanntgewordene Reichsbankausweis wurde wenig günstig aufgefaßt und drückte auf die Stimmung. Da aber anderseits das Geschäft außerordentlich gering war, traten auch später keine wesentlichen Veränderungen ein. Am Rentenmarkt hielt das Angebot an, da die Gerüchte wegen Zwangskonvertierungen nicht verstummten. Bei etwas besserer Geschäftstätigkeit gäbe 8prozentige Goldpfandbriefe 1 bis 1 v. H., Liquidationspfandbriefe I bis I v. H. nach. Für Reichsschuldbuchforderungen hörte man bis zu 1 v. H. höhere Kurse. Von deutschen Anleihen blieben Altbesitz unverändert. Fremde Werte ohne Geschäft, aber eher etwas nachgebend. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 3 November 4. November Amtliche Notierung Amiliche Notierung k»eld Lrlei Geld 1 Sritf Helsingfor» . 8,19 8.21 8,19 8.21 Wien.... 58,94 59,06 58.94 59,06 Prag . . . 12,47 12,49 12.47 12.49 Budapest . . 73,28 73,42 73,28 73.42 Sosia . . . 3.072 3,078 5,072 5,078 Holland . . 170,08 170,42 170,03 170,37 Oslo .... Ropcnbaflcn. 89.41 89,59 88,91 89.09 90.9! 91.09 90,91 91,09 Gtodbolm 92,66 92.84 91.91 92,09 London. . . Buenos Aires 15.58 15,62 15,78 15,82 1,008 1,012 1,018 1,022 Neunork . . 4,209 4,217 4,209 4.217 Brüjjel. . . 58,64 58,76 58,74 58,86 Italien. . . 21,58 21,62 21,68 21,72 Paris . . . 16,57 16.61 16,58 16,62 Schweiz . 82,02 82,18 82,12 82,28 Spanien . . 36,96 37,04 36,91 36,99 Danzig. . . 82,42 82,58 82,37 82,53 Japan . . . Rio be Ian.. 2,053 2,062 2,058 2,062 0,249 0.251 0,259 0,261 Iugoilawien. 7,473 7,487 7,473 7,487 Liijabon . . 14.24 14.26 14,34 14,36 Banknoten. Berlin, 3. November Geld Brief Amerikanische Noleo . . . 4,20 4,22 Belgijche Nölen..... 58,48 58,72 Dänische Noten..... 90,72 91.08 Englische Noten..... 15.54 15,60 Französische Noten . . . . 16,56 16,62 Holländische Noten .... 169,71 170.39 Italienische Noten .... 21,56 21.64 Norwegilche Noten .... 89.22 89.58 Deuiich-Oetlerrcich, i 100 Schilling 58,68 58,92 Nnmänische Noten .... 2,52 2.54 Schwedische Noten .... 92,46 92.84 Schweizer Noten..... 81,84 82.16 Spanische Noten..... 36,83 36,97 Ungarische Noten ... Reichsbankdiskont 8 v. £)., Lombardzins uh 10 v. h. Mmm MsrrMmtz «mBsZKattdeesehK Vornan von I. Schneider-Foerstl. Urheberrechtsschutz Verlag Q. Mei st er, Werdau. 29. Fortsetzung Nachdruck verboten. Aber der Abend wurde äußerst unterhaltend. Tordy fühlte sich sehr wohl, was zur Folge hatte, daß er manches von seiner letzten Polarreise mit Szengeryi zum besten gab. ,.So unterhaltend wird' es natürlich diesmal nicht mehr sein", warnte er, als er die glänzenden Augen des jungen Calderon unentwegt auf sich gerichtet sah. „Dr. Szengeryi hat schwere Tage hinter sich, sehr schwere sogar. Es hat ja damals in allen Blättern gestanden, daß seine Frau — sie war erst zwanzig Jahre alt — kurz vor seiner Rückkehr sich bei Sorrent ins Meer stürzte, angeblich aus Sehnsucht nach ihm." Rosmaries Augen zürnten. „Rur angeblich, Mister Tordy?" „Gott ja! Man hat auch Stimmen gehört, die andere Grüpde nannten. Cs hieß: Sie habe zu dem Geiger Horvath, der mit ihr den Tod gefunden hat, in irgendwelchen Beziehungen gestanden. Welcher Art diese Beziehungen waren, wird ewiges Geheimnis bleiben. Die Toten wissen zu schweigen." „Wie häßlich!" Rosmaries Farben wechselten. Zuletzt stand ein flackerndes Rot auf den schmalen Wangen. „Tote zu beschmutzen, ist das Gemeinste, was ich mir denken kann." Der Lord drückte ihr unter dem Tisch die erregten Hände. Dr. Ley warnte mit den Augen. Tordy war für den Moment aufgefahren, bezwang sich aber rasch. „Ich habe nur wiederholt, was die Allgemeinhei sprach und welches Urteil sie fällte." „Natürlich", beschwichtigte Calderon. „Mein Reffe ist nur zuweilen etwas rasch und unüberlegt in seinen Ausdrücken." „Ich wollte Sie nicht kränken." Rosmaries Finger schoben sich über den Tisch und legten sich auf die des Piloten. Aber die Stimmung war zerrissen. Calderon schlug zwar sofort ein anderes Thema an, aber das Gespräch schleppte sich nur mehr mühselig fort, bis man sich endlich knapp vor Mitternacht zurückzog. Rosmarie öffnete die Türe des Balkons, der von ihrenr Schlafzimmer nach dem Park führte. Die Glaswände der Treibhäuser schimmerten im Licht dcs Vollmondes wie Riesenlachen unbeweglichen Silbers. Von den Beeten heraus kam der betäubende Duft von Heliotrop, in den sich der von Lindenblüten mengte. Die weihen Marmorbänke sahen aus wie Opfersteine, und wo ein Blatt sich darauf verirrt hatte, machte es den Eindruck, als sei es getrocknetes Blut. Rosmarie zog den Seidenschal enger um sich. Sie hatte nach dieser wärmenden Hülle gegriffen, ohne zu bedenken, daß es ein komisches Bild geben mußte, wenn sie in Männerkleidern sich mit diesem koketten Umgang sehen ließ. Dr. Ley hatte recht. Es gab noch tausenderlei, das sie verriet. Außerdem blieb ihr wahrhaftig nicht allzu lang mehr Zeit, sich in ihre neue Rolle hineinzuleben. 3n vierzehn Tagen mußte sie in Göteborg sein. Unö dann? Tordy war Richard Calderons Begleiter bis London Der Pilot litt noch immer an den Folgen seines Sturzes. Dr. Ley hatte ihn zwar zur Rot zusammengeflickt, aber die volle Genesung konnte ihm nur in einer Klinik werden. Während der Fahrt von Irland nach London erzählte er auf die Bitten des jungen Calderon hin noch einzelnes von seinem letzten Zusammensein mit Dr. Szengeryi. Er sah, wie aufmerksam ihm dieser lauschte und gab intime Ratschläge: „Fragen Sie ihn um nichts, lieber Calderon! Um gar nichts! Er hat sich seit jenem Unglückstag wie mit einem Wall von Stacheldraht umgeben. Ab und zu tut sich eine Tür aus, dann kann man, wenn man die Minute nützt, einen Blick in sein Inneres werfen. Aber in der nächsten Sekunde klappt sie schon wieder zu. Und wenn diese Frau zehnmal tot ist und zehnmal aus Sehnsucht nach ihm starb, es war doch ein Verbrechen, das sie an Szengeryi beging. Sie hat damit fein Leben vernichtet." „Hatten Sie den Eindruck, daß er sie wirklich so sehr geliebt hat?" Calderons Gesicht lag während dieser Frage weit über die Knie geneigt. Tordy sah zu ihm herüber und zog seine Lederhandschuhe zu langen Strängen. „Er hat eigentlich nie von seiner Frau gesvrochen. Ich wußte es nur von den anderen, daß er verheiratet ist. Erst aus unserer Rückreise habe ich's durch ihn bestätigt erhalten. Es war in Hammer- fest. Wir kamen dort erst nachts zwölf Uhr an. und während wir anderen wie erschöpfte Vögel in unser bequemes Rest flatterten, trommelte er noch den Vorstand eines kleinen Postamtes aus den Federn, ob Briefe für ihn gekommen seien. Es mochte da auch ein ganzer Stapel gelegen haben, aber offenbar nicht das, was er erwartet hatte. Am anderen Morgen war er auffallend deprimiert. Da wagte ich eine Frage. Er zuckte nur die Achseln und sagte, er sei in Sorge um seine Frau, sie wisse, daß er um diese Zeit eintreffe, aber er habe keine Nachricht von ihr erhalten. Ich versuchte ihn zu beruhigen. Seine Augen waren ganz eingefallen. Jedenfalls hatte er keine Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Nov. Es wurden notiert: Weizen 237,50 Mk., Roggen 225 bis 226, Sommergerste für Brauzwecke 185 bis 190, Hafer (inländischer) 162,50 bis 172,50 Mk. pro Sonne; Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschware) 37 bis 38, (Sondermahlung) 35 bis 36, (nieder-rheinisches, mit Austauschware) 37 bis 37,75, (Sondermahlung) 35 bis 35,75, Roggenmehl 31,25 bis 32,25, Weizenkleie 9,25, Roggenkleie 9,75 Mk. pro Doppelzentner. — Tendenz: fest. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 3. Rov. Rach rührigem aber behauptetem Dormittagsverkehr setzten sich die Preissteigerungen am Produktenmarkte heute fort. Die Verlängerung der Zinsverbilligung für die Crntefinanzierungskredite für Weizen und Roggen bis zum 7. Rovember hat offenbar nur wenig Eindruck gemacht. Das ersthändige Angebot von Brotgetreide bleibt nach wie vor minimal und bei guter Rachfrage des Handels und der Mühlen fand das spärliche Offertenmaterial zu 2 Mk. höheren Preisen als gestern glatt Unterkunft. Der Lieferungsmarkt folgte dieser Bewegung, besonders, da die Verkaufslust angesichts der fortgesetzten Hausse am Weltmärkte sehr gering ist. Für Weizen- und Roggenmehle waren die Forderungen im Anschluß an die Preissteigerungen für das Rohmaterial teilweise kräftig erhöht, wurden aber vom Konsum zunächst nur zögernd bewilligt, besonders in Roggenmehl erfolgen nur die notwendigsten Bedarfkäufe. Hafer trotz vorsichtiger Konsumnachfrage bei knappem Angebot fest. Industrie- und Futtergerste wenig offeriert und bei Deckungskäufen wieder 3 Ml. höher bezahlt. Die Preise für Weizen- und Roggenexportscheine haben sich nur wenig verändert. Es notierten: Weizen, märkischer, 227 bis 230 Mk., Dezember 241 bis 241,50, März 252 (fest). Roggen, märt., 198 bis 200, Dez. 209 bis 209,50, März 214,50 (fest), Braugerste 175 bis 178 (stetig), Futter- und Jndustriegerste 170 bis 175 (sehr fest), Hafer, märkischer, 151 bis 157, Dezember 168 bis 169,50, März 180 bis 180,50 (sehr fest) pro Tonne; Weizenmehl 28,50 bis 33 (fest), Roggenmehl 28 bis 30 (fest), Weizenkleie 10,50 bis 11 (fester), Roggenkleie 10,25 bis 10,75 (fester), Viktoriaerbsen 23 bis 29, kleine Speiseerbsen 25 bis 28, Peluschken 17 bis 19, Ackerbohnen 15,50 big 18, Wicken 17 bis 20, blaue Lupinen 11 bis 12,50, gelbe Lupinen 13 bis 15, neue Serradelle 25 bis 31, Leinkuchen 13,80 bis 14, Erdnuhkuchen 12,90, Crdnuhkuchcmr ehl 12 90, Trockenschn.hel 6,20 bis 6,30, Extrahiertes Soyabohnenschrot 11,80 (ab Hamburg), 11,20 (ab Stettin) pro Doppelzentner; Roggenstroh 0,75 bis 0 95 (drahtgepreßt), 0,65 bis 0,90 (gebunden), 0.50 bis 0,70 (bindfadengebunden), Weizenstroh 0,55 bis 0,70 (draht- gepreßt), 0,45 bis 0,60 (bindfadengepreßt). Haser- stroh 0,65 bis 0,80 (drahtgepreht), Gerstenstroh 0,60 bis 0,75 (drahtgepreßt), Häcksel 1,25 bis 1,45 (Stroh und Häcksel: behauptet), Heu 1,30 bis 1,60. Englische Gorgen um das Pfund. Oie Reichsmark weiter gut behauptet. Die anhaltende Schwäche des Pfundes beginnt in der Londoner City eine gewisse Beunruhigung hervorzurufen. Man bezeichnet als Hauptgrund für die Schwäche des Pfundes große Dollarkäufe für kontinentale und auch englische Rechnung, die vorgenommen werden, da man die Aussichten der amerikanischen Finanzlage besser beurteilt. Die weitere Verringerung der englischen Golddeckung durch die Rückzahlung der 15 Millionen Pfund in Barrengold wirkt sich ebenfalls ungünstig auf das Pfund aus, das in dieser Jahreszeit, infolge der Einfuhrfinanzierung, ohnedies unter Druck steht. Durch die Entwicklung der letzten Tage sind die Hoffnungen auf eine baldige Diskontermäßigung zunichte gemacht, was sich auch aus der festeren Tendenz am Diskontmarkt erkennen läßt. Man befürchtet, daß die Bank von England evtl, den größten Teil der Restschuld ebenfalls in Gold abzutragen gezwungen fein könnte, und daß dies nicht ohne weitere Erhöhung des nicht durch Gold gedeckten Notenumlaufes vonstatten gehen könne. An den internationalen Devisenmärkten stand gestern oormittag der weitere Rückgang des englischen Pfundes im Mittelpunkt des Interesses. Gegen den Dollar schwächte sich das Pfund, nachdem es mit 3,7175 eingesetzt hatte, auf 3,6825 ab, um sich dann später wieder auf 3,7025 zu erholen. In Amsterdam ging das Pfund auf 9,20 zurück, in Zürich auf 19, in Paris auf 94,85, während der französische Franken in London sich zeitweise bis auf 93z befestigte. Der Dollar war gut gehalten. Die Reichsmark zog gegen das Pfund auf 15,60 an, in Amsterdam stellte sie sich auf 58,70 und in Zürich auf 120,90. Am Nachmittag war das englische Pfund starken Schwankungen unterworfen. Es konnte fich, nachdem es auf 3,6825 gegen den Dollar zurückgcgangen war, wieder auf 3,7325 befestigen, um sich dann wieder auf 3,7250 abzuschwächen. In Amsterdam schloß es wieder schwach zum niedrigsten Tageskurs mit 9,2125, in Zürich mit 19,05 und mit Paris 94z. Die Reichsmark schloß in London mit 15,65, also fast zum höchsten Tageskurs, in Zürich lag sie mit 121,50 wieder fest, in Amsterdam wir sie mit 58,7750 gut behauptet. Der Dollar schwächte sich am Nachmittag an den verschiedenen Plätzen wieder etwas stärker ab, vor allem in Amsterdam aing es bei starkem Angebot auf 248,10 zurück. Der französische Franken war gut behauptet, Devise Madrid ging erneut zurück, die Nord-Devisen waren kaum behauptet. Oer,/Kalte Markt" in Ortenberg. * Drtenberg, 4. Nov. Der „Kalte Mark t" hat auch in diesem Jahre wieder eine starke Anziehungskraft bewiesen. Die ganze Stadt stand im Zeichen des Marktes. Die Landbevölkerung aus der näheren und weiteren Umgebung hatte sich eingefun= den, so daß zeitweise in den Straßen großes Gedränge herrschte. Im Vordergrund des Interesses stand der große Pferde - undFohlenmarkt, der von den Händlern und Käufern außerordentlich stark besucht war. Etwa 600 Pferde waren aufgetrieben. Der Handel ging sehr flott vonstatten, und trotz der allgemeinen Geldknappheit wurde der Markt restlos geräumt. Für leichte und mittelschwere Pferde wurden je nach Qualität 600 bis 900 Mark bezahlt, für gute und beste Pferde wurden verschiedentlich Preise über 1000 Mark erzielt. Der Ri n d - oiehmarkt war mit etwa 400 Tieren beschickt. Die Preise bewegten sich in engen Grenzen. Für Kälber wurden je nach Güte und Alter 90, 100 und 120 Mark bezahlt, Rinder erzielten Preise von 150 bis 180 Mark, für bessere Tiere wurden 200 Mark und darüber bezahlt. Aeltere Rinder und gute Kühe kosteten bis zu 380 Mark. Der Handel ging gut, doch verblieb geringer Ueberftanb. Auf dem Schweinemarkt standen über 700 Ferkel zum Verkauf. Ferkel bis zu 6 Wochen brachten 8 Mark, ür -eiere von 6 bis 8 Wochen wurden 10 Mark, ür ältere Ferkel etwa 12 bis 14 Mark bezahlt. Löu- erschweine wurden zu Preisen von 60, 70 und 75 Mark verkauft. Auch hier lieh der Handel nickt zu wünschen übrig. Der weitausgrößte Teil der Tiere wurde verkauft. — Der Krämermarkt, der von etwa 250 Händlern besucht war, erfreute sich starken Zuspruchs. Die Händler waren mit dem Geschäftsgang zum Teil sehr zufrieden. Minute Schlaf gesunden. Vielleicht lieh ich mein Mitleid zu offenkundig im Gesichte stehen, denn er gab mir noch die Erklärung. Sie ist erst zwanzig Jahre und wir sind ncch nicht sieben Monate verheiratet. Ich begriff. In Kristiania war er dann gar nicht wieder zu erkennen. Er benahm sich wie ein ausgelassener Junge. Sie hatte ihm Nachricht gegeben. Zwei armselige Zeilen. Ich sah den Brief über seine Schulter hinweg, da ich dicht neben ihm am Fenster des Schalters stand, um meine Post in Empfang zu nehmen. Damals — sehen Sie, Mister Calderon — schon damals habe ich diese mir völlig unbekannte Frau gehaßt. Ein Weib, das einen Mann, der nach zwölf Monaten steter Gefahr nach Hause kommt, mit zwei Zeilen empfängt, ist ein herzloses Geschöpf." Ein langes Schweigen folgte Tordys Tempera- mentserguh. Uebcr dem nebelüberzogenen Gelände, durch das man jetzt fuhr, lag ein eisengrauer Himmel. Schmutziges Gewölk mit zackigen Rändern kämpfte gegen die kühle Brise, die vom Meere herstrich und endlich der Sonne zum Siege verhalf. Roch eine kurze Spanne Zeit, bann streckte sich das herrliche Dublin in der Ebene aus und dehnte sich an den malerischen Hügeln hin. Die Stadt lag gleich einer lockenden Oase, aber Calderon hatte kaum einen Blick für sie. Er fieberte, von der schönen grünen Insel weg nach England hinüber zu kommen und von dort den Weg nach Göteborg zu nehmen, wo Dela Szengeryi auf ihn wartete. In London trank er mit Tordy noch einen Abschiedsschoppen. Seine Pseudomännlichkeit wurde hier das erstemal auf eine harte Probe gestellt. Tordy forderte ihn auf, sein Gast für die Nacht zu sein. „Ich habe zwar nur eine kleine Junggesellenbude", erklärte er, „aber wir werden uns schon behelfen. Sie sollen das Bcttt haben, lieber Calderon, und ich den Diwan." Alles Reden war zwecklos. Calderon verspürte plötzlich ein ganz klägliches Gefühl der Hilflosigkeit. Hatte er sich nicht doch etwas zugemutet, das auszuführen ihm nicht glücken würde? Als er am Morgen in Tordys Zimmer erwachte, stand dieser schon an dem eingebauten Waschtisch und machte Toilette. Geräuschlos drehte Calderon das Gesicht wieder nach der Wand, aber der Pilot hatte schon bemerkt, daß er die Augen offen hielt. Sich den bloßen Oberkörper trocknend, kam er zu ihm herübergestelzt. „Gut geruht, lieber Calderon? Dann soll's mich freuen. In zwei Stunden müssen wir an der Mole sein." Der junge Mann schützte noch wichtige Besorgungen vor, was zur Folge hatte, daß man vereinbarte, sich eine halbe Stunde vor Abgang des Dampfersvam Hasen zu treffen. Tordy war sehr pünktlich. Er fühlte sich Lord Calderon für seine Gastfreundschaft verpflichtet und wollte sich dankbar erweisen, indem er dessen Reffen bis zur letzten Minute Gesellschaft leistete. Aber von dem jungen Misker war nichts zu sehen. Die Schissssirenen heulten. Aufgeregte Menschen liefen die Schiffsbrücke hinauf, Gepäckträger schleppten unglaubliche Lasten herbei, Autos kamen herangesurrt, spien ihre Insassen aus und fauchten dann wieder nach der Stadt zurück. Tordh sah sich die Augen weh, kletterte die überfüllte Treppe zum Dampfer hinauf und spähte umher, wie ein Detektiv, der einen Verbrecher abzufangen hat, bevor dieser über die Grenze schlüpft. Es war alles vergeblich. Als das letzte Zeichen der Sirenen über die Mole hineintrompetete, stand er ratlos zwischen all den tücher- und hüteschwenkenden Menschen. Von Mister Calderon war nichts zu sehen. Er mußte sich verspätet haben. Den ganzen Nachmittag bis in die sinkende Nacht wagte Tordy nicht aus seiner Wohnung zu gehen, immer des Glaubens, der junge Mann würde kommen und ihm mitteilen, was ihn verhindert hatte, den Anschluß zu erreichen. Aber kein Mister Calderon ließ sich blicken. Erst elf Uhr nachts lief ein Funktelegramm ein: „Auf hoher See. Vergeblich auf Ihr Kommen gewartet. Calderon." Tordy besah vom Diwan aus, wo er eben lag, sein Spiegelbild. Es zeigte einen Kretin, der über sich )cfber lachte. Zehn Eide konnte er ablegen, daß ihm kein Gesicht entgangen war. Und wenn — dann hätte Calderon ihn sehen müssen. Müssen! Er hatte sich wahrhaftig nicht im Hintergrund gehalten. Warum drahtete er dann trotzdem, daß er vergeblich gewartet habe? Der junge Calderon stand an der Reling und ließ den Blick über die schäumenden Wasserberge schweifen. Das Wiegen und Schaukeln drohte sein ganzes Inneres von Grund auf umzustülpen. Sich krampfhaft am Geländer haltend, winkte er mit dem Kopfe dem Steward, der eben mit einer Platte Cocktails vorüberging, und stürzte zwei Gläser davon hinunter. Am Abend fehlte er an der Tafel. Aber es erregte kein Aufsehen, denn dreiviertel der Plätze waren unbesetzt. Todkrank lauerte er auf dem Rande seines Kajütbettes und hielt sich die Schläfen. So viel stand fest: Er würde Göteborg nicht lebendig erreichen. Er klingelte nach der Stewardeß. Sie kam und schickte dem jungen Irländer einen Steward. (Fortsetzung folgt.) Nr Boi Brr •M «nunyn der So Kolik ichoße, Borte I4on .^Noos bk St del, | dm> ttt Hoa f krtil I 1° flfwc ■*Wjtn । •iftrab l® der I luftenj de» Bi' lonj )i hl Ml Jtogtn Bcalich dte ein de^ichi plane», dte Zu! mah |, Vurlega Sinnt Erll yr 2« I kr ha ’Mt Böen 3a der doch der der -ei ffutfproi der B. »der 3i B« de« k» tiw l'intiy öiH idxu ft- noch l ontyg »Mta 7^e ? kh. fronjöfif Ä/Por •t ji 5^chip W«. ‘ jietntn »folg« 8$ »nichr »■■■d llllC| J'onsprt •* m br bffl kri *tt 8rf haajöüi Ulhing hl|h SitMü! ® X Oorthesir. 32 Saal für 80—100 Personen für Vereine und Gesellschaften 7436D p. Gnnb berget Turner vermochten einen hohen 14:2-6teg (Halbzeit 5:1) zu erringen. 5*ie Jugend tthir auch nicht vollständig in Wetzlar-Riedergirmes. hielt sich aber trotzdem recht tapfer, indem sie dem Gastgeber ein 3:4 abtrohte. Tanzklub,2RoMBeipx. 2uf dem Tanzturnier in Frankfurt a. M. am vergangenen Samstag konnte der Tanzklub.‘Xot- Weist' (Sieben wieder zwei Preise erringen. 3n der C-Älaffe erhielt Herr Theisebach und Frl. Aoßkopf ((Sieben) den 1., und Herr Henrich und Fräulein Linsenmeyer (©iehen) den 3. Preis. Die beiden Siege bedeuten für den Tanz, fiub Rot-Weiß Dieben einen schönen Erfolg. xTtund um Schotten" 1932. □Die von der obersten Motorradfport-Drhörde dem Echottener Motorradsportclub mitgeteilt wurde, findet das Rennen .Rund um Schotten" als einer der drei Meister- schaftS laufe um dieDeutscheMotor- ra d m e i st er sch a f t am 5. Juni 1932 statt. Schottener Motorradsportclub wird sich aus diesem Grunde wieder die für da- Rennen not- wendigen Vorarbeiten angelegen sein lassen müssen. HW-Betten (Stahl e. Hell) Polster. Sdilafximm^tahlmatr hindert- C haiseLkPri ’*'e. Raten »L Kat al. fr LUeneobeHabriXSehl LBERNARD Stoff-Spezialhaus, Gießen, Plockstraße 16. Trockenes Anmachholz liefert billigst (Wn H. SchMflner, lckU!tihr|.Wi|4l. Die Auszahlung der Rückvergütung erfolgt In den Verteilungsstellen in der Zeit vom 9. November bis 25. November d. J. Nur durch Selbsthilfe kann die Not am besten gelindert werden. Bei günstigen Tagespreisen im Laufe des ÄU“ XT: H*Är L" ™M0 Mk-Rüdi e Konsumverein Giefeen u.Umg. e. G. m. b. H. ,,2