nr. 206 Erster Blatt 181. Jahrgang Zreitag, 4. September 1951 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Orad uni> Derlog: vrLHI'lch« UntvtrsilStr vich. inö Stetnömderet B. lange In «teMn. Sdjriftleltung und StschLftrftrll«: Sch»I«ra»e 7. Annahme von Luzeiae, für die lagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. autmirt» 10 Neichspsennig, für Ne» klameanzeigen von 70 mni Breite 35 Neichspsennig, piatjDorfdjrift 20', mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. MU). Lange. BeranttvortNch für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlid) in Dietzen. Erscheint täglich,autze, Sonntag» und Feiertag». Vellage,: Die Illustriert« Gietzener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monat» Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Neich»pfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Kernsprechaaschlüffe unterSammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. poitschelttont»: Hrankfurtam Main 11686. Der Verzicht auf die Zollunion. Gemeinsame Erklärungen des deutschen und des österreichischen Außenministers vor dem Europaausschuß in Gens. Genf. 3. Sept. (WTB.) Der EuropaauS- schuß (Studienausschuß für die öuropaunion) ist heute vormittag unter dem Vorsitz deS auf französischen Vorschlag gewählten schweizerischen VurcheSratS Vl o t t a zu seiner 4. Tagung zusammengetreten. Außer England und Frankreich, die durch Lord Robert Cecil bzw. F r a n q o i »- Poncet vertreten sind, haben die meisten europäischen Staaten wie bisher ihre Außenminister entsandt. Don den europäischen Vichtmitgliedern des Völkerbundes sind wie zu der letzten Tagung SowZetrußland und die Türkei erschienen. Außerdem sind Beobachter Japans und E h i n a S anwesend. Gleich zu Beginn der Sitzung erklärte der österreichische Außenminister Dr. Schober: Der Llnterausschuh der Wirtschaftsexperten hat in seinem Bericht in mutiger Weise die Fra^e aufgeworfen, ob eS nicht möglich wäre, durch ein neues Konzept der europäischen Zusammenarbeit eine neue Sachlage $u schaffen die geeignet wäre, gleichzeitig zur Sicherung des wirtschaftlichen Aufschwunges wie des dauerhaften Friedens in Europa beantragen. Die Grundgedanken deS Berichtes begegnen sich mit den Beweggründen, die die österreichische Regierung einvernehmlich mit der deutschen ReichSregierung im März d. 3. dazu gesührt haben, mit dem Projekt einer Zollunion h e r v o r z u t r e ten. Gs war von allem Anfang an klar, daß dieser Entwurf nur dann Aussicht auf Verwirklichung haben konnte, wenn auch andere Staaten sich dazu bereitfinden würden, daran teilzunehmen. Da die Bundesregierung au» den Ereignissen der letzten Monate feststellen konnte, dah im Gegensatz zu ihren Absichten Schwierigkeiten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit der europäischen Völker au» der Durchführung de» Zollprojekte» entstehen könnten, erklärte sie, da für sie da» Interesse an dieser Zusammenarbeit eng mit den österreichischen Interessen verbunden ist, ihren Lntschluh, da» Projekt der Zollunion nicht weiter zu verfolgen. Ich hoffe, dah diese Erklärung wesentlich dazu beitragen wird, die so notwendige allgemeine Beruhigung herbeizuführen, und eine Stimmung zu schaffen, welche ein konstruktive» Zusammenwirken der Regierungen ermöglichen wird. Dem Schritt, das gegenseitige Vertrauen wieder- herzustellen, soll diese Erklärung dienen. ES wird jetzt darauf ankommen, dah die europäische Zusammenarbeit auch tatsächlich stattfindet und zu positiven Ergebnissen führt. 3ch bin überzeugt, dah die von mir vor einem Jahre hier ausgesprochenen Grundgedanken richtig sind, dah eS nämlich nicht möglich ist, mit allen 27 europäischen Staaten zugleich zu einem gemeinsamen wirtschaftlichen Statut au gelangen und dah nur gruppenweise- Vorgehen zu diesem Ziele führen kann. 3n der Tat entsprechen alle konkreten Vorschläge, die inzwischen gemacht worden sind, diesem Grundsatz. Aus dem llebcrblid dieser Vorschläge wird kaum jemand die Beruhigung gewinnen können, dah die Wege für entsprechende europäische Aktionen bereits gefunden seien. Es erscheint deshalb notwendig, auch noch andere Methoden zu prüfen. Insbesondere sollte untersucht werden, ob nicht die gegenseitige Herstellung des freien Verkehrs zwischen den Staaten. die dazu bereit sind, Aussicht auf Erfolg hätte. Es wäre dieS nicht nur das wirksamste Mittel aut Schaffung größerer wirtschaftlicher Kredite, sondern es könnte sich auch zeigen, so überraschend dies auch auf den ersten Blick erscheinen möge, daß es eher möglich ist, gegenseitig den freien Verkehr herzustellen, als bedeutende Ermäßigungen der Zölle durchzuführen. Ich möchte anregen, dah ein Unterausschuß mit dem Auftrage eingesetzt werde, d i e wesentlichen Elemente einer Zollunion in einem Statut zusammenzufassen. Der deutsche Reichsaußenminister Dr. Curtius begann mit einem Hinweis auf die schwere Rot. unter der jetzt soviele Länder leiden und von der vor allem Deutschland bedrückt werde. Er hoffe, dah darüber während der Genfer Tagung noch eingehend gesprochen werde. Curtius ging auf den Vorschlag des Präferenzsystems für Getreide ein und erklärte u. a., daß das System der Meistbegünstigung für die europäische und für die Weltwirtschaft Grundlage des Güteraustausches bleiben muh. Es handelt sich nur darum, unter ganz bestimmten Voraussetzungen eine sachlich und zeitlich begrenzte Ausnahme von der Meistbegünstigung zuzulassen. Entscheidend für die Zulassung dieser Ausnahme ist, daß die Wirtschaft einzelner europäischer Länder ausschließlich auf der Möglichkeit der Getreideausfuhr basiert. Durch die Entwicklung der Getreideproduktion und der Getreidemärkte außerhalb Europas ist diesen Ländern aber die Getreideausfuhr unmöglich gemacht. Wir hoffen. dah die anormalen Verhältnisse überwunden werden. Dann wird auch für diese Länder wieder eine Basis für eine normale Ausfuhr gegeben fein. Der Bericht deS Komitees der wirtschaftlichen Sachverständigen wird, wie ich hoffe, in der Wirtschaftsgeschichte Europas als Ausgangspunkt einer neuen Ent - Wicklung gelten. Der Ausschuß sieht als wichtigstes, eigentlich als einziges Mittel für eine durchgreifende Besserung Der europäischen Wirtschaft die wirtschaftliche Annäherung, öentoirt- fchaftlichen Zusammenschluß an. Der Wirtschaftsausschuß hat nicht gezögert, es auszusprechen, dah er als Endziel dieser Entwicklung den Abschluß von Zollunionen in« Auge saht. Niemand verkennt die Schwierigkeiten, die der Verwirklichung entgegenstehen. Etwas aber kann unS doch zuversichtlicher machen: die Wirtschaft folgt letzten Endes eigenen Gesehen und Entwicklungstendenzen. Ausgabe ist es, diese Tendenzen zu erkennen, mit der elementaren Entwicklung mitzugehen, und sie in die richtigen Dahnen zu lenken. Die Sachverständigen haben sich von der Welle dieser Erkenntnis tragen lassen: ich hosse, daß die Welle stark genug sein wird, auch die Regierungen über alle Hemmungen und Bedenken hinweg dem ausgezeichneten Ziele entgegenzutragen. sten Aufgaben des europäischen Studienkomitees sehen. Wenn ich zusammenfasfend in vielen Punkten meiner Genugtuung über die von unseren Unter- komitee» geleistete Arbeit Ausdruck geben kann, so erscheint doch das erzielte Ergebnis, gemessen an den Dimensionen der furchtbar drängenden Not unserer Zeit, gering. Dah wir in diesem ersten Jahre der Tätigkeit unseres Europagremiums trotz oller unserer gemeinsamen Bemühungen n o ch n i ch t zu Ergebnissen gelangen konnten, die unseren leiden- den Völkern eine unmittelbare und fühlbarere Erleichterung bringen, wird viele mit bangen Zweifeln erfüllen. Wir müssen aus den Schwierigkeiten, die immer dringlichere Mahnung entnehmen, nicht nur das, was zunächst praktisch durchführbar ist, schnell indieTatumzu setzen, sondern darüber hinaus mit entschlossenem Mute auch an die uns obliegenden größeren Aufgaben heranzugehen. Krankreich und Italien nehmen mit Befriedigung Kenntnis. Zum Schluh der Docmittagssihuna gingen die Vertreter Frankreichs, Italiens und der Tschechoslowakei kurz auf die vom deutschen und österreichischen Vertreter abgegebenen Erklärungen ein. Der französische Finanzminister Flandin erklärte, im Varnen seiner Regierung nehme er Kenntnis von der in so glücklicher Weise zum Ausdruck gebrachten Absicht der beiden Regierungen, den Plan einer Zollunion nicht weiter zu verfolgen. Gr hoffe, daß das durch diesen Plan unbestreitbar entstandene Unbehagen nunmehr behoben sei und daß günstigere Bedingungen für die Entwicklung der europäischen Gemeinschaft, die den Daseinszweck dieses Ausschusses bilde, geschaffen würden. Frankreich und seine Regierung seien nach wie vor von dem Wunsche beseelt, nach praktischen Mitteln zu suchen, um den Frieden zur Schaffung einer immer engeren moralischen und materiellen Solidarität zu sichern. Der italienische Außenminister G r a n d i erklärte, er nehme mit Befriedi- §u n g Kenntnis von den Erklärungen des eutschen und des österreichischen Vertreters, daß sie den Plan einer Zollunion nicht weiter verfolgen wollen. Er würdige den Geist, der die Erklärungen der beiden Regierungen bestimmt habe und stelle gerne fest, daß diese Frage nunmehr aus der Diskussion ausgeschieden sei. deutsche und österreichische Anspruch auf zollpoli- tische Selbsthilfe jedenfalls wieder unvermindert in Kraft. — Der „Deutsche" (Zentr), der von einer Niederlage der deutschen Auhenpolitik spricht, ist der Auffassung, dah die Außenpolitik von Dr. Curtius für diesen Fehlschlag der deutschen Politik nicht verantwortlich sei. Er habe die deutschen Belange ehrlich und mutig wahryenommen. Den wirklich Schuldigen könne man nicht treffen, es sei Frankreich. Man dürfe die Niederlage und ihre Bedeutung aber auch nicht überschätzen. Die Erwartungen, welche man an diese Zollunion knüpfte, feien von Anfang an übertrieben gewesen. Die „Vossische Zeitung" (dem.) nennt die Zollunion eine Frühgeburt. Wenn cs zutrifft, daß Frankreich nicht nur einen Verzicht für die Gegenwart, sondern auch ein feierliches Versprechen für alle Zukunft gefordert hat, dann stellt die Erklärung ein geschicktes und annehmbares Kompromiß dar. Es wäre kindliche Prestigepolitik gewesen, wenn Deutschland und Oesterreich unabhängig von dem Spruch des Haager Gerichtshofes und auch ohne politischen Druck der Eignatarmächte von Versailles und 6t. Germain, auf ein räumlich enger begrenztes Projekt nicht Verzicht geleistet hätten zugunsten eines Planes, der mehrere größere Zollunionen vorsieht. — Der .Börsen-Lou- r i e r" (dem.) bezeichnet den Zollunionsplan als diplomatisch unzulänglich vorberei- t e t. Niemand sollte aber leugnen, dah die Absichten auch im internationalen Sinne gut waren und daß der Druck, unter den sie gesetzt wurden, der Herkunst nach m a ch t p o l i t i s ch. der Wirkung nach erst durch die Kraft der Ereignisse, die so noch vor wenigen Monaten nicht vorauSzu- sehen waren, unüberwindlich war. Die Macht derer, die den Plan auS politischen Gründen bekämpften, hat ihn in der beabsichtigten Form zu Fall gebracht: die Mittel dieser Macht wurden durch die Auswirkungen der WirtfchastS- krise gesichert. Der Verzicht auf den UiiionSplan darf kein Ende sein. Die .DAZ." (DolkSpartei) spricht von dem traurigen Zusammenbruch der deutschen Zollunion-Politik in Gens. Die Zollunion war bereit» im Mai endgültig verloren, und der Verzicht daraus, unausbleiblich geworden. Selbst gestern noch konnte man sich vielleicht, wenn nicht mit Anstand so mit Geschicklichkeit, einigermaßen aus der Affäre ziehen, gestützt auf das Urteil der höchsten richterlichrm Autorität der Welt, wenn sie gegen und entschied. Fiel der Richtcrspruch jedoch günstig au«, so konnte au» dem politisch unter dem Drucke Frankreichs doch unumgänglichen Verzicht vielleicht noch einige» Kapital geschlagen werden. Auch diese letzte taktische Chance wurde au» der Hand gegeben mit der einzigen .Begründung", daß unter allen Umständen eine Erörterung im VölkerbundSrat vermieden werden müsse. Der .T a g“ (Hugenberg) bezeichnet e» al» müßig, jetzt darum zu streiten, ob bis Zoll- Unionspolitik richtig oder falsch gewesen fei. Es sei eben jede Politik, wenn sie nur zur rechten Zeit und mit dem rechten Mittel arbeitet, fruchtbar und möglich. Der Rücktritt sei längst überfällig. Es wäre aber eine merkwürdige Auffassung, wenn man Curtiu» allein al» Sündenbock für eine Politik in die Wüste schickte, für die doch d a s ganze Kabinett verantwortlich sei. Nicht die Spiegelfechterei in Genf, sondern eine Wahre Realpolitik könne in Zukunft Erfolge versprechen. Aber wer habe nach dem Ausgang der Zollbund-Affäre noch da» Vertrauen, daß diese Regierung imstande wäre, einen erfolgreichen Kurs nach außen zu steuern? Die Lage, die jetzt geschaffen worden sei, sei nur au meistern, wenn neue Männer neue Wege suchten. — Die.Deutsche Zeitung" (deutfch- natl.) ist der Ansicht, es sei sehr wohl denkbar, daß uns unter Stresemann dieser wirklich uneingeschränkt vernichtende Ausgang erspart geblieben wäre. Man (teuere jetzt auf die »Zollunion mit Frankrei dr zu, was nichts andere» bedeute, alS daß wir wirtschaftlich Stück um Stück noch mehr als ohnehin schon an die französische Kette gelegt würden. 3n keinem Lande könnte eine Regierung eine solche Niederlage hinnehmen. Darum mühte auch in Deutschland dafür gesorgt werden, daß die Regierung Brüning nach dieser außenpolitischen Bloßstellung daS Feld räume. Genugtuung in Paris. Paris, 4. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Er» klärungen Dr. Schobers und Curtius' in der Zoll- unionssrage werden von der Pariser Presse mit Ausnahme der rechtsstehenden Blätter mit Genug- tuung aufgenommen. Der offiziöse „Petit Parisi e n" betont, daß die deutsche und die österreichische Regierung aus freien Stücken den Anschlußplan ad acta gelegt hätten und erwartet, daß er nicht wieder hervorgeholt werde. — „Oeuvre" erklärt, daß es jetzt auf Frankreich an- komme, ob der zoll- und staatspolitische Zusammenschluß Deutschlands und Oesterreichs am europäischen Horizont bleiben würde. Man müsse so bald wie möglich praktische Aufbauarbeit leisten. — „E re Nouvelle" erklärt, damit der Verzicht auf den Anschluß endgültig sei, gebe es nur eines, Organisierung d e r internatio- nalen Zusammenarbeit und der curopä- sichen Einigung. Aber hierzu sei nur Englands Poli- tit geeignet. — Die Cotypresse, „Figaro" und „A m i d u P e u p l e", machen sich über diejenigen lustig, die an den endgültigen Verzicht an den Anschluß glauben. — „E ch o de Paris" schreibt, Curtius und Schober hätten wirksam ihre gestrige Demarche und die gegenwärtige europäische Lage in einen ursächlichen Zusammenhang gebracht. Das heiße so viel, dah der Zollunionsplan wieder a u f t a u d) e n werde, wenn die gegenwärtige Lage sich ändere. Angenommen, der Haager Gerichtshof erkenne Deutschland und Oesterreich das Recht zu, sich wirtschaftlich zusammenzuschließen, so bald die 1922 von Oesterreich aufgenommene Anleihe zurück- gczahlt sei, so sei es Aufgabe des Dölkerbundsrats, der Ausübung dieses Rechtes Hindernisse zu bereiten, und zwar unter Berufung auf Artikel 11 des Völkerbundsstatuts. — Der „Q u o t i b i e n" schreibt, daß die gestrigen Erklärungen eine gewisse Beruhigung herbeiführen würden, doch benötige Frankreich noch nachdrücklicherer Der- sicherungen. Lavals und Briands wesentliche Ausgaben bei ihrem Berliner Aufenthalt wären es, diese Versicherungen zu erhallen. Curtius und Scho- bet hätten einen gewissen politischen Schmiß bewiesen das genüge als Garantie aber nicht. — Die .Liberty" macht Oesterreich und Deutschland fui das gegenwärtige Chaos in Europa verantwort lich, weil allein der deutsch-österreichische Anschluß- Die Absicht der deutschen und der österreichischen Regierung bei dem Projekt einer Zollunion zwischen ihren Ländern ist von vornherein dahin gegangen, daß dieser plan der Ausgangspunkt für weitergehende Wirtschaftsverträge fein sollte, an denen eine möglichst große Anzahl europäischer Mächte teilzunehmen hätte. Seitdem haben sich die Ereignisse überstürzt, so daß sich die ursprüngliche Sachlage völlig verändert hot. wir stehen jetzt vor Plänen von allgemeinerem Charakter, wir wollen an der Verwirklichung dieser Pläne aktiv mit allen Kräften Mitarbeiten. 3n Erwartung eine» fruchtbaren Ergebnisse» der Arbeiten der europäischen Studienkommisslon hat die deutsche Regierung Im Einvernehmen mit der österreichischen Regierung nicht bi e Absicht, do» ursprünglich in» Auge gefaßte Projekt weiter zu verfolgen. Ss ist hier nicht der Ort, d i e staatliche Verschuldung der Länder untereinander zur Debatte zu stellen. Aber keine Untersuchung über die Gründe der gegenwärtigen Krise und über die Mittel zu ihrer Tieberwindung kann an den verhängnisvollen Störungen vorübergehen, die die politischen Schulden in den normalen, selbsttätigen Verlauf der wirtschaftlichen Zusammenhänge gebracht haben. Der Bericht des Kreditausschusses weist deshalb mit Recht auf diese Ursache der gegenwärtigen Krise hin und nimmt auf den Bericht des Baseler Komitees Bezug, daS denursächlichen Zusammenhang zwilchen der staatlichen Verschuldung und der gegenwärtigen Wirtschaft-- und Finanzkrise in eindrucksvoller Weife nachgewiesen hat. Der Bericht des Kreditausschusses bezeichnet die Prüfung eines Projektes, das unter dem Namen .Francqui-Plan" die größte Beachtung gefunden hat, alS .verfrüht", ohne die Gründe für diese Auffassung anzugeben. 3d) frage mich, in welcher Lage die Verwirklichung dieses Planes überhaupt dringlich sein kann, wenn nicht in der jetzigen. Sind die Kreditverhältnisse wieder normaler geworden, dann mögen solche Projekte wieder in den Hintergrund treten. Aber jetzt, wo alle Fäden abgerissen sind, kann e i n Kreditinstitut, wie es Herr Francqui empfiehlt, von größtemNutzen sein. 3ch möchte in der Förderung des Planes eine der dringlich- Was sagt die Berliner presse zum Rückzug in Genf? Berlin, 3. Sept. (CNB.) Unter der Ueberschrist „Eine schwere Stunde" schreibt die „Germania" (Zentr.) zu den Erklärungen Schobers unb Curtius^ im Europa-Ausschuß. Die französische Politik habe bie steigenbe finanzielle Notlage O e st e r r e i ch s, an bet sie selbst keineswegs unbeteiligt gewesen sei, zu einem erneuten scharfen politischen Druck aus« genutzt. Die deutsch-österreichischen Festellungen im Europa-Ausschuß, bie sich von einer Berzicht- erklärung nur burch bie Form unterschieben, seien bas Ergebnis bieser Bemühungen. Durch biefe Feststellungen werbe zwar bas Haager Gutachten nicht wertlos, aber boch erheblich entwertet, ba bie Aktualität ber Frage aus politischen Grünben zu editieren aufgehört habe. Wenn es ben Tatsachen ent- preche, baß mehrere beutsch-österreichische Formeln ür bie Verzichterklärung oorgelegt unb von ben ranzösischen Vertretern als unzureichenb verworfen worben seien, so hätten wir es zweifellos mit einem Schritt zu tun, ber ausschließlich unter französischem Druck erfolgt sei. Wir haben auf Grunb ber bisherigen Erfahrungen allen An- laß, auch gegenüber ben neuen Erklärungen unb Formulierungen skeptisch zu fein; benn es ist schwer möglich, in so schwierigen Wirtschaftsfragen eine Einheitsfront unter 27 europäischen Nationen herzustellen. Sollte bieser erneute Äollektivversuch wiederum zum Scheitern verurteilt sein, so tritt ber Curiius tritt zugunsten eines Plans von allgemeinerem Charakter zurück. gedanke das Vertrauen vernichtet habe. Die Reichsregierung und die österreichische Regierung, die geglaubt hätten, die Macht und das Ansehen Frankreichs durch ihr plötzliches Vorgehen zu verringern, seien heute gezwungen, sich wieder Frankreich zuzuwenden, da von hier allein Hilfe kommen könne. „Rur Frankreich weigert sich." Amerikanische Zahlungen aus dem Frei- gabegesetz werden verhindert. Washington, 3. Sept. (WTB.) Der amerikanische Botschafter in Paris, G d g e, hatte in den letzten Tagen mehrfach Unterredungen mit dem französischen Finanzminister F l a n d i n und dem Ministerpräsidenten Laval, in denen nach Pariser Dlättermeldungen das Schulden- und Reparationsproblem erneut zur Debatte gestanden haben soll. Run erklärt aber der Llnterstaatssekre- tär Castle, daß Botschafter Gdge angewiesen worden sei, der französischen Regierung dringlich nahezulegen, die Zahlungen des amerikanischen Schatzamtes an deutsche Reedereien nicht weiter aufzuhalten. Deutschland schulde nach dem Schuldenabkommen mit Amerika jährlich etwa 9 Millionen Dollar für Bezahlung privater amerikanischer Ansprüche gegen die Reichsregierung aus dem Weltkriege. Andererseits schulde Amerika deutschen Privatleuten als zweite Rate der im F r e i g ab e g e s e h von 1 9 28 für die Beschlagnahme deutscher Schiffe, Patente und der Funkstation Sahville zugebilligten Entschädigung etwa 18 Millionen Dollar. Diese Summe dürfe das Schatzamt aber nach dem Freigabegesetz nur zahlen, wenn die Reichsregierung obige private Ansprüche befriedige. Run habe sich die Reichsregierung im Jahre 1930 im Haag verpflichtet, im Falle eines Moratoriums an keine Gläubigerregierung zu zahlen. Amerika betrachte obige 9 Millionen Dollar nicht als Verpflichtung zwischen zwei Regierungen, sondern als Zahlung Deutschlands an private Amerikaner und habe daher alle Zeichner des Haager Abkommens um ihre Zustimmung ersucht. Alle hätten bereitwilligst sofort zugestimmt, nur Frankreich weigere sich, und, wie Edae berichte, scheine es an dieser Weigerung festhalten zu wollen. Amerika bedauere diese Verzögerung, da man wisse, dah gewisse deutsche Anspruchsberechtigte in großen finanziellen Schwierigkeiten feien, und sei an sich bereit, diese 18 Millionen Dollar morgen zu zahlen, falls obige legale Schwierigkeit beseitigt werden kann. Man müsse nunmehr versuchen, einen anderen Ausweg zu finden. Staatssekretär Castle dementierte, daß Botschafter E d g e mit dem französischen Ministerpräsidenten Reparationsfragen, insbesondere die Frage einer Verlängerung des Hoover-Jahres, besprochen habe. Schritte dieser Art würden zwar von gewissen Bankkreisen und anderen Stellen gefordert, die Regierung beabsichtige aber nicht, in den nächsten Monaten derartige Verhandlungen zu führen. Rußland und Paneuropa. Litwinow fordert den wirtschaftlichen Nichtangriffspakt. Sn der Rachmittagssitzung des SuropaauS- schusses regte zunächst der türkische Außenminister Tewfik Ruschdi Bei an, den Bericht des Koordinationskomitees sämtlichen Regierungen zur Vorlage an die Parlamente zu übermitteln. — Der englische Delegierte Lord Cecil erblickte in den Mitteilungen des deutschen und des öster- . reichischen Vertreters über die Zollunion einen 1 Beweis einer wirklichen Tat zur Befriedung - Europas und sprach den beiden Regierungen feinen herzlichsten Dank und Glückwunsch aus. -«• Der russische Volkskommissar Litwinow brachte die Beschwerden seines Landes gegenüber der offiziellen Paneuropapolitik vor. Die Agrarkonferenzen beä letzten Jahres hätten unter Ausschluß Rußlands stattgefunden und seien durch st X ' * V Die Ratsversammlung während der Eröffnungssitzung. Vorn links: B e n e s ch (Tschechoslowakei), dann beginnend mit dem Dritten von links: Dr. Curtius (Deutschland), Gr an di (Italien), Massigli (Frankreich), der Ratsöorsitzende L e r r o u x (Spanien), der Generalsekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummond, Lord Cecil (England), ganz rechts: Z a l e s k i (Polen). eine ausgesprochene Sowjet-Feindschaft gekennzeichnet gewesen. Die Sowjetunion protestiere gegen ein System, das innerhalb Europas eine Staatengruppe auf Kosten einer anderen unter der Flagge der europäischen Solidarität benachteilige. Das Zustandekommen eines wirtschaftlichen Richtangriffspaktes sei von Bedeutung zur Schaffung einer Atmosphäre der Ruhe und des Vertrauens auf einen dauernden Frieden. Ein solches Vertrauen bestehe gegenwärtig noch nicht. F l a n d i n betonte die Einwände gegen den Plan eines wirtschaftlichen Nichtangriffspaktes. Er versicherte im übrigen Litwinow, daß die Furcht eines Komplotts der europäischen Staaten gegen die Sowjetunion unbegründet sei. Litwinow erwiderte, daß Rußland gegen solche Abmachungen wie z. B. sie Deutschland in seinen Verträgen mit Ungarn und Rumänien getroffen habe, nichts einzuwenden habe. Wenn aber Präferenzverträge mit einer Gruppe von Staaten abgeschlossen würden, und ein einziger Staat ausgeschlossen bleibe, so sei das eine Diskrimi- nation, die unzulässig sei. Der Europa-Ausschuß nahm darauf den Bericht des Koordinationskomitees über die Maßnahmen auf wirtfchafts- und finanzpolitisä)em Gebiet an. Es wurde ein Redaktionskomitee eingesetzt, das die Aufgabe hat, einen Bericht für die Völkerbundsoersammlung auszuarbeiten. Generalstreik in Barcelona. Schwere GefängnisrevoUe. Barcelona, 3.Sept. (WTB.) In Barcelona brach heute morgen der Generalstreik aus. 300 000 Arbeiter traten in den Streik. Sie fordern den sofortigen Rücktritt des Gouverneurs. Die Verkehrsmittel und der Betrieb in den Gas- und Elektrizitätswerken ruhen. Die Läden sind geschlossen. Bei Zusammenstößen zwischen Streikenden und der Polizei wurde ein Demonstrant getötet, mehrere Demonstranten wurden verletzt. Die Gewerkschaftsführer, die verhaftet worden sind, traten in den Hungerstreik. Der Zivilgouverneur hat sich in das Gefängnis begeben, um mit den Verhafteten Fühlung zu nehmen. Diese Gelegenheit haben die Häftlinge, die alle mit Waffen versehen waren, benutzt, um sich auf die Gefängniswärter zu werfen und die Zellentüren der Mitgefangenen zu öffnen. Sie haben auf diese Weise etwa 200 Zellentüren ausgehoben, sie auf einer Gefängnisgalerie aufgeschichtet und in B r a n d gesteckt. Eine Kompanie Infanterie wurde herbeigerufen, die das Feuer auf die Gefangenen eröffnete. Den vereinten Kräften von Militär und Feuerwehr ist es schließlich gelungen, den Brand zu löschen, der auf das ganze Gefängnisgebäude über- zugreifen drohte. Während dieser Zeit haben mehrere Schwadronen Kavallerie das ganze Gefängnis umzingelt, um das Entkommen der Gefangenen zu verhindern. Von der kommunistischen Gewerkschaft wurde darauf als Protest gegen diese Zwischenfälle der Generalstreik proklamiert. Ernste Lage in Chile. Die Marine meutert —Bolschewistische Einflüsse. N euy o r k, 3. Sept. (TU.) Die Lage In Chile gestaltet fick von Stunde zu Stunde ernster. Es wird erwartet, daß der Belagerungszustand über das ganze Land verhängt wird. Der stellvertretende Präsident Manuel Trucco sowie die gesamte Regierung haben ihren Rücktritt erklärt. Die Matrosen sind nunmehr zu offener Meuterei übergegangen. Sie befinden sich im Besitz des größten Teils der Flotte, insbesondere auch des größten südamerikanischen Schlachtschiffes „Almirante Latorre". Die Meuterer sind anscheinend von bolschewistischen Ideen beeinflußt. Ihre Forderungen lauten auf Beibehaltung der alten Löhnung, Bestrafung des früheren Präsidenten Ibanez sowie seiner Freunde, Sondersteuern für die wohlhabenden Bürger und Aufteilung der großen Landgüter. Die ßuftftreitträfte der Armee halten anscheinend noch zur Regierung. Da d i e A r b e i - ter sich mit den Forderungen der Matrosen einverstanden erklärt haben, erwartet man die Ausrufung des Generalstreiks. Es erscheint fraglich, ob die Regierung den offenen Kampf aufnehmen kann, da die Marine weitaus stärker ist und eine Blockade über alle Häfen durchsetzen kann. Als die meuternden Kriegsschiffe die Marinestation Talcahuano verließen, befahl der Kommandeur der Küftenbatterien, die Schiffe zu b e • schießen; die Artilleristen weigerten sich jedoch, dem Befehl nachzukommen. Inzwischen ver. suchten kommunistische Agitatoren, die Lage nach Möglichkeit auszunutzen und die Bevölkerung zum Sturze der Regierung sowie zur Beschlaanahme der Geschäfte und Ländereien aufzuwiegeln. Als Gegenmaßnahme gab die Regierung die baldige Inangrift- nähme öffentlicher Arbeiten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bekannt; ferner sollen die Gehälter der Beamten und Staatsangestellten sowie der Sold der Angehörigen der Armee und der Flotte nicht ver- rlngert werden. Nach einer in Paris aus Santiago de Chile eingelaufenen Meldung hat ein Admiral, der mit der Beilegung des Aufttandes betraut worden war, f i ch mit d e n Aufständischen auf eine Farrn e l geeinigt. Die Regierung berate darüber. Man könne das Ende der Aufstandsbewegung voraussehen. Oer Deutsche Beamtenbund zur Lage. Berlin, 3. Sept. lCNB.) Der Geschäftsführende Vorstand des Deutschen Beamtenbundes nahm einstimmig eine Entschließung an, die u. a. besagt: „Der Beamtenschaft sind schwerste Belastun- gen auferlegt worden, deren in Aussicht gestellte Mil- derung immer noch auf sich warten läßt. Statt zu mildern, hat man weitere Maßnahmen^mngunsten der Beamten getroffen und in Aussicht genommen. Einige Länder haben bereits über die Reichsregelung hinausgehende Kürzungen vorgenommen. Die Vor- enthaltung der Alterszulagen bedeutet einen Einbruch in das Besoldungssystem, die Beseitigung eines im Gesetz ausdrücklich feftgelegten Rechtsanspruches, eine ganz unterschiedlich wirkende wirtschaftliche Benach- teiligung. Außerdem muß festgestellt werden, daß diese Maßnahmen, wenn nicht die bisher gültigen und anerkannten Rechtsauffassungen rücksichtslos bet- feite geschoben werden, nicht durch Notverordnung erlassen werden können. Der Deutsche Beamtenbuno verurteilt die bureaukratische und fiskalische Art vermeintlicher Sparmaßnahmen. Die Beamten verlangen, daß weitere wirtschaftliche und rechtliche Schädigungen unterbleiben." Die Deutsche Giaatspartei. Berlin, 3. Sept. (VDZ.) Die Reichstagsfraktion der Deutschen Staatspartei trat unter Vorsitz des Abg. Weber zusammen. Rach einer Besprechung der politischen Lage herrschte in der Fraktion Llebereinstimmung darüber, daß die dringendsten Aufgaben der Gegenwart die Vorbeugung gegen das weitere Anwachsender Arbeitslosigkeit und die Klärung der Behandlung unserer A u s - landschulden sind. Die staatsparteiliche Fraktionsgemeinschaft hält es für erforderlich, daß in einer Zeit, in der von dem Volk so große Opfer gefordert werden, das Volk die Beruhigung erhält, daß die Opfer auf Grund eine- festen, zielsicheren und zukunftweisenden Programms gefordert werden. 3n diesem Programm der Reichsregierung muh auch die Reform der Hauszins steuer und die Forderung der Siedlung auf dem Lande tote in der Stadt enthalten sein. Die Fraktion ersuchte ihren Vorsitzenden, sich unverzüglich mit dem Reichskanzler zwecks einer Aussprache in Verbindung zu sehen. Ein Einmann-Ministenum in Braunschweig. Verfassungsreform durch Notverordnung. Braunschweig, 8. Sept. (WTD.) Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung der Haushalte der Länder und Gemeinden erläßt die braunschweigische Regierung eine Verordnung über die Führung der Geschäfte des Staatsministeriums durch einen Minister. Es ist widerruflich ein M i n i st e r b e i r a t zu bestellen, der im Falle von Abwesenheit oder Krankheit usw. des Ministers die Geschäfte vertretungsweise führt. Der Rationalsozialist Rust, der als Rachfolger für den zurückgetretenen nationalsozialistischen Minister Dr. Frantzen in die Regierung eintreten sollte, wird im braunschweigischen Land- Gandhis erster Aufenthalt in London. Mit achtzehn Jahren — als Student. Wenn sich G a n d h i jetzt mit einfachstem Gepäck in der geringsten Kabine eines Frachtdampfers nach London begibt, wird er sich einer früheren Lieberfahrt nach England erinnern müssen, die ihm die erste nachdrückliche und lehrreiche Begegnung mit Europa vermitteln sollte, denn eben in diesen Septembertagen des Jahres 1877 bestieg der damals 18jährige Student der Rechte den Dampfer, damals wie heute in Bombay. Man kann sich als Europäer kaum eine Vorstellung machen, in welcher kastenhasten und religiösen Zurückgezogenheit der junge Gandhi bis dahin ausgewachsen war; seine Familie sah diesen englischen Studienaufenthalt etwa wie eine Fahrt in die ewige Verdammnis an, sie widersprach allem Herkommen und allem Gesetz. Ein Oheim, der Familienälteste, warnt, will aber dieser Absicht doch nicht gerade im Wege stehen; die Mutter hat ?ehört, die jungen Leute g ngen in England mora- isch zu Grunde, sie würden dort Fleisch essen und könnten nicht ohne geistige Getränke leben. „Wie kann ich dir", meint sie, „vertrauen, in einem Lande, das so weit weg ist?" Gandhi erzählt von diesen Gewissensskrupeln und Beratungen sehr ausführlich in seiner Selbstbiographie „M e i n Lebe n“, die vor einiger Zeit im Leipziger Insel- Verlag erschienen ist. Er selbst ist in allen Dingen, die sich auf Europa beziehen, ahnungslos und weltfremd wie ein großes Kind von 18 Jahren, ein Freund muh ihm europäische Kleidung besorgen und ihn für London ausstatten. Mit dieser Kleidung begann dann auch die Groteske; Gandhi hatte es sich ausgedacht, dah ihm sein Weiher Flanellanzug bei der Landung in Southampton „besser zu Gesicht stehen werde", muhte aber zu seiner Beschämung entdecken, dah er Ende September der einzige Mensch in Weiher Kleidung war. Das drückte ihn nieder, er war verzweifelt. Gleich nach der Ankunft besucht ihn ein Bekannter aus Indien; Gandhi nimmt dessen Zylinderhut, um au fühlen, wie glatt er sei, streicht mit der Hano darüber, aber in der verkehrten Richtung, so dah der Hut ganz rauh wird: „das war meine erste Lektion in europäischer Sittenlehre." Richt die letzte. Seltsam, der Mann, der später der Führer der indischen Rationalbewegung werden sollte, wird bei seiner Ankunft in London f*7 Wien, stenum Partei. ^etchttag»« U-partrt r Bulommen. .tilgen Lage intmung bat« n der Segen« i da- bei« iloliflteit nietet au«, wtsparteilich« erforderlich, Volk so große die Jenchi« und einet lunftisei« toetben. 3n ng muh auch uer und die au| dem alten lein. Dir n, sich uitoet« 8 einet Aus« icrorbnu«^ TSTB.i lut ^Präsidenten t Länder und ligilche Segle« ührungbet nisteriuint ist viderruslich eilen, der im cheit uto. M igsvcsie füfrrt. als Auchfolger lalsoziaWIchen XegtetW ein' jgjscheir Land« ^bführenbe "bunbee die u.0. e, Belos,u». 'stellte Mji, 11 Statt zu fünften Wommen, »lung ttl N Var. tllche Venach. werben, baß bher gültigen -tsichtela, U oloerorbnung »eamienbunb siche An verwarnten oer. •nb rechtliche l^nanS «s '».ein. en mit der ^unj Sammy Mr lätt, Delchätil. Wagen ab - >bet drei, alle Reitender noch Sammy lriegtt eren iadellofen rchsichtig. neu» Lugen |o eigen« litt bet 3unge er etwas bamU dahinter befonbetf«,^' *r®leb5 rn. >« 'I' latent itie, -wmlerlt erbrochen und iU wenig - anatdiinc T rwegung! s° das Land einfamen tj* »*■* i«i*U3dd>CT it 2 Seilet »e bereit a^ >ber Soffen. Eüt Smb fenf* sie1* ju 6^"- kZ-A s&fij , «K 3«»«1 jen« tiß« Dercinheitlichuna und Dereinsachung des Steuer« rechts und des Rechtsschutzes, des formalen Dermal- tunasrcchtes Beschränkung der Spitz'- behürden auf richtunggebende tä I tag keine Mehrheit haben. Der voltsnatio- rrate Landtagsabgevrdnete Schrader, dessen Stimme für alle MehrheitSbildüngen in Braunschweig entscheidend ist, hat erklärt, daß er gegen einen neuen nationalsozraIt« stischen Minister stimmen werde wenn ern solcher kandidieren wird. 3m braunschweigischen Landtag stehen 19 LinlSst Immen 20 Rechts stimmen ggenüber. Werin also der volk-nationale Abg. hrader, der seinerzeit für Fransten und Kurhertha ll gestimmt hatte, gegen Rust summt, so ift dessen Wahl damit unmöglich geworden. Zur Regierung-reform in Braunschweig schreibt die Pressestelle bei der Reichsleitung der BSD AP.: Minister Fransten, der sein Amt niederlegte weil er unter den obwaltenden Umständen an eine dem deutschen Volk nützliche Ausübung deS Postens nicht mehr glaubte, hat, nachdem die Parteileitung sich für eine Reubesetzung diese - Po st en - entschied, seinen Austritt auS der Partei erklärt, ebenso der seine- Amte- als FraktionSführcr enthobene Abgeordnete Groh. Hitler, der bei aller Würdigung persönlicher Ausfassung von vornherein die Argumentierung Dr. Fransten- vom Standpunkte der Interessen und Pslichten der nationalsozialistischen Bewegung ablehnte, ist nicht gewillt, aus Erwägungen einzelner eine Machtposition aufzugeben, und zwar in dem Augenblick, in dem durch die jüngsten Rotverordnungen den Regierungen der Länder unter Berufung auf Artikel 48 eine geradezu diktatorische, von den gesetzgebenden Körperschaften vollkommen un ab hängige Stellung und Machtfülle gegeben würde. In diesem Augenblick sich selbst auSscheiden, würde die Beteiligung an einer neuen Wahl in Zukunft als überflüssig erscheinen lassen. Richt nur amtierende Parteigenossen haben Pflichten, sondern ihre Wähler besitzen auch Rechte. Die Millionen Menschen, die der nationalsozialistischen Bewegung durch ihre Stimme daS Vertrauen ausdruckten, tun dies nicht, um in der schlimmsten Stunde ihr Schicksal ausschließlich fremden Parteien auSgeliefert zu sehen. AuS dieser lleberzcugung heraus hat der Führer seine Entscheidung getroffen. Beamte undVerwaltungSreform Eine Eingabe des „RcichtzbundcS der höheren Beamten" an die NeichSregierung. Der „Reichsbund der höheren Beamten" bat der Reichsregierung ausführliche Vorschläge für Einsparungen in der Verwaltung gemacht. Reben der Reform der Verwaltung müßten zwei Vorbedingungen erfüllt sein: 1. die unter großen Opfern ersparten Mittel dürfen nach Ablauf des Hooverjahres nickt als Reparationszahlungen ins Ausland wandern. und 2. muß eine planmäßige Ausweitung des Lebensraumes des deutschen Volkes erfolgen, durch innere Siedlungspolitik (dazu gehört auch die Beseitigung der Hindernisse durch eine willkürliche Grenzziehung) und Rückgewinnung des Koloniallandes. Die höberen Beamten machen folgende Vorschläge: Wiederherstellung einer größeren Selbstverantwortung, Zuschußpolitik für Länder und Gemeinden ist nicht tragbar, Erhaltung eines möglichst tüchtigen Berufsbeamtentums, Anstellung allem nach Leistung ohne Rücksicht auf Parteizuge- börigkeit, Einschränkung der sog. politischen Beamten auf das unentbehrliche Maß, k e i t, Zurückstellung aller nicht unbedingt nötigen Sachaurlaaen, Einsührung des Nettohaushaltes in den Wirtschaftsverwaltungen, keine Einsührung pri- oatwirtschastlicher Formen in den Verkehr der öffentlichen Verwaltung, weil eine Gefahr für die Lauterkeit, Freigabe der Hauszinssteuer für Miet- senkung. Die Reform könne zum großen Teil im Rahmen der Reichsverfasfung erledigt werden. Dazu gehöre auch die Bereinigung der Länder« grenzen, der En- und Exklaven, und Zusammen- schluh oder Anschluß leistungsschwacher Länder. Die höhere Beamtenschaft sei zur Mitarbeit daran bereit und bitte die Reichsrcgierung, zu benennende Der- trauenspersonen heranzuziehcn. Aus aller Welt. „Graf Zeppelin" zum Rückflug gestartet. Pernambuco, 4. Sept. (WTB. Funkspruch.) DaS Lustschiff »Graf Zeppelin" ist heute 2.40 Uhr (Ortszeit) zur Fahrt nach Friedrichshafen gestartet. Despen überfallen Kinder und Lehrer. Sine Kasseler Schule unternahm einen Ausflug in einen Kasseler Park. Bei den dort veranstalteten Spielen aus der Wiese trat ein Kind tn ein in der Erde bcsindlicheS Wespen- n e st. Der ganze Wespenschwarm fiel sofort über die Kinder und das Lchrpersonal her, die in eiliger Flucht Rettung suchten. Immerhin wurden über 30 Personen erheblich gestochen. Der Schulausflug mußte sofort abgebrochen werden. Unter dem verdacht der Brandlegung festgenommen. Vor acht Tagen brach m einer Villa in Klein- Machnow bei Berlin-Zehlendorf Feuer aus. DaS HauS ist an einen Major a. D- Karl Strecker, einen bekannten Schriftsteller, vermietet. Die Feuerwehr entdeckte viele Brandherde, die mit Hilfe von SpirituS, Benzin und Schwarzpulver hergerichtet waren. Im Lause der Untersuchung wurde gegen Strecker soviel belastendes Material gufammengetragen, daß seine Festnahme an- (geordnet wurde. Strecker leugnet, mit der Drand- tistung irgendwie in Zusammenhang zu stehen. Er war mit 50 000 Mark versichert, die ihm zugesallen toären, wenn der Plan so gelungen wäre, wie man e- sich gedacht hatte. Seine pekuniären Verhältnisse waren nicht sehr günstig. Er muhte eine ziemlich hohe Miete bezahlen und konnte erst mit größeren Einnahmen rechnen, wenn eine Goethe-Schrift und ein Tonfilmmanuskript, woran er arbeitete, verkauft waren. Die Fahndung nach seinen Helfer-Helsern ist im Dange. Der Remarquc-Film in Wiesbaden. Während der ersten Voriuyrung des Films ,L m SB e ft e n nichts Neues" im Thalia-Theater kam es vor dem Theater zu größeren Menschenanfamm- langen. Auch sollen Sfinkbomben geaen das Gebäude geworfen worden sein. Dos Uebersallkom- mondo mußte eingreifen. Auch die zweite Vorführung war Anlaß zu Unruhen und größeren Men- schenonsammlungen in der Hirschgasse. Um die Ruhe wicderherzustcllen, mußte die Polizei mit dem Gummiknüppel einfdjreiten. Schwere Gewitter über Dresden. Heber Dresden entluden sich mehrere heftige Gewitter, die besonder- die Gegend deS Weihen Hirsche - heimluchten. Während im Lingnerpark ein Pvlizeihauptwochtmeifter, der sich mit seiner Frau aus einem Spaziergange besand, vom Blitz tödlich getrossen wurde, erlag ein junger Mann in der Rähe deS Albert-Parks im Staatssvrstrevier ebensallS einem Blitzstrahl. Ein italienische» Manöverflugzeug stürzt in die Zuschauerrnenge. Am Schluß der großen Flugzeugparade vor dem König, an der 600 Flugzeuge teilnahmen, ereignete sich ein schwerer Unglückssall. Beim Abslua der ®e- schwader stürzte das Militärflugzeug „CR 203 ab. Der Flugzeugführer versuchte vergebens, den Apparat wieder auf das Flugfeld zu steuern. Der Apparat Überschlug sich zweimal über der Zuschauer- menge und r i ß eine Reihe von Personen zu Boden. Drei Personen waren sofort tot, drei weitere erlitten schwere und acht Personen, darunter der Flieger, leichtere Verletzungen. vereitelter Bilderdiebstahl in der Dresdener Gemäldegalerie. Gin etwa 30 Jahre alter Mann versuchte in der Staatlichen Gemäldegalerie im Dresdener Zwinger ein Gemälde zu stehlen. Er hatte daS Bild — ein Mädchenbildnis von Pietro Robari, daS etwa 40 zu 50 Zentimeter groß ist — bereits unter seinem Mantel versteckt und entfernte sich eiligst. Ein Wärter eilte dem Fliehenden nach, der sich in einer Garderobe versteckte, wo ihm der Wärter zwar daSDildent- reiften, ihn aber nicht sesthalten konnte, da er sich mit einem Dolche wehrte. Der Täter zertrümmerte darauf ein Fenster und sprang in den Zwinger-Hof hinab. Gr lief nach der Theater- strafte zu und tn daS Gebäude deS Staatlichen Schauspielhauses hinein, wo er durch herbeieilende Polizeibeamte nach heftiger Gegenwehr in einem Raum im dritten Stock festgenommen werden konnte. Der Dilderdieb ist ein 29 Jahre alter Schriftsteller Waldemar Drupe auS Essen. Drupe verweigert vorläufig über feine Tat jede Auskunft, so daft noch nicht festgestellt werden konnte, ob er Helfershelfer gehabt hat. DaS Bild, daS er zu stehlen beabsichtigte, repräsentiert keinen besonders hohen Wert. Ganz Polen ohne Theater. Am Dienstag wurden in Polen sämtliche Theater g e s ch l o s s e n , da es zu einer Verständigung zwischen den Direktoren uno den im Verbände der Bühnenkünstler organisierten Schauspielern über die beabsichtigte Kürzung der Gagen nicht gekommen ist. Aus der provinzialbaupistadt. G i e ft e n , den 4. September 1931. Auf Giftpflanzen achten! Sine reiche Fülle von Blumen und Früchten bringen uns Spätsommer und Herbst. Unter all den farbenprächtigen Blumen und Blüten gibt es aber eine ganze Reihe von Giftpflanzen, auf deren Gefährlichkeit man besonders Kinder aus- merksam machen sollte. Das gilt vor allem für die verschiedenartigen Rachtschattengewächse, die jetzt blühen oder deren Beeren verführerisch locken. AIS stark giftig muft auch die strauchige Kronwicke angesprochen werden, die sich als zwei bis drei Meter hohe Pflanze vielfach in Anlagen findet. Auch die jetzt reif werdenden Samen und die jungen Bohnen des Goldregen-Strauches verursachen Brechreize, ähnlich wie die Blätter des goldgelb-blühenden Dlasenstrauche«. einer viel verwendeten Zierhecke, deren Beeren von den Kindern gern zerknallt werden. Auf Sandhügeln und an Mauern wächst der dicht beblätterte, lebhaft gelb blühende .Scharfe Mauerpfeffer", der einen brennend scharfen Geschmack hat. Seine harmlosere Schwester, das Domenkraut oder .Große Fetthenne", hatte früher den Vorzug, als Sup- penkraut genossen zu werden. Durch ihren schar- sen, Erbrechen bewirkenden Milchsaft sind die 18 deutschen Arten der Wolfsmilch gekennzeichnet. Auch daS Bingelkraut, eines unserer lästigsten Gartenunkräuter, gilt als giftig. Mit zahlreichen mehr oder weniger giftigen Arten sind die Hah- nensuftgewächse unter der heimischen Giftflora vertreten. Unter ihnen gelten als besonders gefährlich der Gift-Hahnensuh, der scharfe Hahnen- lüft, der blaue Sturmhut, der Wolfseisenhut (dessen Wurzel srüher in den Köder für Wölfe gesteckt wurde, um diese zu vergiften), und der südeuropäische scharfe Rittersporn. Giftig ist auch das löwenmaulartige Gnadenkraut mit seinen Weißlichen rötlich überlaufenen Blüten, das auf sumpfigen Wiesen wächst. AIS typische Giftfamilie sind die Rachtschattengewächse berüchtigt. Stark narkotisch giftig sind die Tollkirsche, die jeht blüht, der violett an Wasserläusen blühende Bittersüße Rachtfchatten, der schmutzig-weifte Blütentrichter auffteckendc Stechapfel, das gelb- schwärzlich-geäderte Bilsenkraut mit seinen ptei- fcnarltgcn Samenkapseln, und die südeuropäische Alraunwurzel. üebergang der Kraftverkehrs' gesettschast ,Hessen" auf die Hcichspost Dieser Tage sanden in Frankfurt a. M Verhandlungen zwischen Vertretern der Reichsbahn, der Reichspost und der Kraftverkehrsgesellschaft .Hessen" statt, bei denen eS sich um die U e b c r - tragung deS gesamtenBetriebes der KrastverkehrSgesellschast .Hessen" aus die ReichSpost handelte. Die Verhandlungen führten zu dem Ergebnis, daft der Betrieb der Kraftverkehrsgesellschaft .Heffen" vom 1.0 t- tober d. I. ab aus allen Linien — mit Ausnahme einer einzigen Linie von Kassel auS, die aus die Reichsbahn übergeht — von der ReichSpost übernommen wird. Den Angestellten der KraftverkehrSgesellschast .Hessen" wurde daS Dienstverhältnis gekündigt, jedoch wird ein grofter Teil dieses Personals in den Dienst der Reichspost eingestellt werden. Die KrastverkehrSgesellschast .Hessen" alS solche, an der nach dem Ausscheiden der Stadt Frankfurt vor ungefähr einem halben Jahre zuletzt noch die Reichsbahn, die interessierten Länder, Streik und Städte beteiligt waren, wird aufgelöst. Die Kraftomnibus-Linien befinden sich in den Wirtschastsbezirken von Frankfurt a. M., Gießen, Kassel und Dillenburg. Vornotizen. — Tageskalender f ü r Freitag. DHC : Monatsoersammlung bei Hopfeid. — Lichtspielhaus, Bahnhofitroße: „Ihre Hoheit befiehlt". — Aus dem etabtthcaterburcau wird unS geschrieben: AlS nächste Aufsührung der Sommerspielzelt geht mit dem neuen Ensemble unserer Bühne Meyer.FörsterS Schauspiel .Alt-Heidelberg" tn völlig neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Karl V o l ck am Sonntag. 6. September, in Szene. Die Aufführung wird einem großen Teil der Mitglieder deS Ensemble- 1931 32, vor allem der Reuengagierten, Gelegenheit bieten, sich in dieser Vorstellung erstmalig dem Gießener Theaterpublikum vorzustellen. Die Vorstellung findet alS 10. Vorstellung des Sommerabonnements bei gewöhnlichen Sommerpreisen statt. Beginn 19 Ahr, Ende gegen 22 Ahr. Zu dieser Vorstellung erscheint eine neue und letzte Ausgabe deS Programmhefte- von 1930 31, enthaltend Rückblick über da- Spieljabr 1930 31 des Gießener Stadttheaters und einen Aufruf mit den neuen Abbonnementsbedingun^en lstarker Preisabbau) für die kommende Winterspielzeit 1931/32. — RSD AP., KrelS Gießen. Morgen, Samstagabend, im Eaf6 Leib öffentliche Versammlung. (Siehe heutige Anzeige.) •• Kursus an der LandeS-Aniversi- 12 t. Von der Pressestelle der AniversitSt wird mitgeteilt: Das Hygienische Institut der Hessischen LandeS-Aniversität in Gießen veranstaltet vom 12. bis einschließlich 17. Oktober einen Kursus über Bakterien und Pettenkoferien. Eingeladen sind dazu Aerzte und Tierärzte, die sich für batteriologische Fragen interessieren, also besonders Bakteriologen. Pathologen und Kliniker, ferner Botaniker und Zoologen. Vortragende sind der Direktor deS Hygienischen Institut-, Prof. Dr. P. Kuhn, und der Direktor des.Institut- für Physiologische Chemie, Pros. Dr. R. Feul- aen. Rähere Auskunft erteilt daS Hygienische Institut. •* Die Auswirkungen der Polizei« Notverordnung in Hessen. Ein Rückblick über die Auswirkungen her Notverordnung vom 28. März zur Bekämpfung von Ausschreitungen im politischen Leben ergibt für Heffen, daß in den Monaten April, Mal und Juni 51 Versammlungen verboten wurden, weil sie den Bestimmungen Der Notverordnung zuwiderliefen. 12 Versammlungen wurden aufgelöst, und in 30 Fallen verfielen Druckschriften, Flugblätter usw. der Beschlagnahme. •• Reuverpachtung der Liebigs- h ö h e. Die Stadtverwaltung schreibt im heutigen Anzeigenteil die Wirtschast .Zur Liebigshöhe" zur Reuverpachtung ab l.Rovember auS. Interessenten seien auf die Bekanntmachung hingewiesen. •• Anmahnung von Stromgeldern. Das Städtische Elektrizitätswerk macht in einer Be- kanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß die für den Monat Juli fäUiaen Stromgelder noch bis zum 15. September ohne Kosten bezahlt werden können. •• Deutsches Turn, und Sportabzeichen. Am Sonntag, 6. September, ist Gelegenheit gegeben, die Prüfung für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen in Gruppe 5 (Radfahren) abzulegen. Näheres in der heutigen Anzeige. ee Di e Re i chsba yn -S t r ei fer al- .Polizeibeamte" gekennzeichnet. Von Mitte September ab werden die Streifbediensteten der Reichsbahn im Bereich der DetriebSämter Frankfurt a. M., Hanau, Friedberg, Gieften, Fulda, Limburg und Betzdorf Leib- und Schulterriemen. sowie Piswlentasche tragen. Sie sollen dadurch mehr als bisher es der Fall war, auch dem Publikum gegenüber als .Polizeibeamter" gekcmnzeichnet teerten. Bisher kam es häufig vor, daß die Streifer vom reisenden Publikum mit AuskunstSbeamten verwechselt tourten. Durch zunächst die Temperaturen nur wenig, gehen mit dem Drehen der Winde auS Westen aber st en allgemein zurück. Die Abkühlung wird durch den später folgenden Rückseiteneinfluß mit seiner Kaltlust weiter s ort schreiten. Aussichten für SarnStag: Wechselnd wolkig, zeitweise Riederschläge, zum Teil geteilter« Hafter Art, leichte Abkühlung, südteestliche bis teestliche Winde. Aussichten für Sonntag: Weitere Abkühlung, noch teechselnd wolkig, aber auch auf« heiternd, einzelne Schauer. Lufttemperaturen am 3. September: mittags 17,1 Grad Celsius, abends 15 Grad, am 4. September: morgens 14,4 Grad. Maximum 18,2 Grad, Minimum 13,2 Grad. — Erdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 3. September: abends 17 Grad. Ovüfttnfo^ OntiTö. ®naf» Dtdctiu. » wolkig, e MdccMl e Rtgt^ ♦ Schnee tttreupeiri * nel "K0rwit'er^)wir>ditillc«O^$de «Heute- Qsi "»»igc« Soojoowejt K uormtjtito «ordwul O'r Heue fliegen mit oem winde. Pie oeiden Stationen Menenden Zahlen gehen die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mii gleich« tut ntereimvedu umocreehnetc« Luftdruck Wettervoraussage. Rur langsam bewegt sich da- neue westlich« Tief in der Zugrichtung seiner Vorläuser nordöstlich weiter, so daft das Kemgebiet noch voll« ständig über England lag. Durch den Einfluß feiner Südseite dürsten uns noch Riederfchläge zugesührt werten welche später, hervorgerufen durch den Lustwecysel, mehr in Schauer Übergeyen und mitunter von Gewittererscheinungen begleitet sein werden. Durch die Südweftluft ändern sich diese Inanspruchnahme wurde die dienstliche Aufmerksamkeit beeinträchtigt. In den anderen Direk« tionsbezirken ist diese Au-rüstung ter Bahnpolizei schon eingesührt ee Der AllgemeineDeutscheJrauen« verein halte, rote man uns berichtet, am Dienstag seine Mitglieder zur Besichtigung der Mädchen- Fortbildung-lchule eingeladen. Frau Rektorin Weitzel und die Lehrerinnen führten die zahlreich »rfchienenen durch die Hellen, sehr fchonen ÄlaHcnvmincr, bte dem theoretischen Anterricht dienen, durch Walchkrtche und Bügelzimmer nach dem .Herzen" der Schule der Ledrkuche und der Vorratskammer Beide sind durchaus ihrem Zweck entsprechend einfach, aber praktisch und neuzeitlich eingerichtet, so daß die Schülerinnen zu Ordnung und Sauberkeit und zu einer brauchbaren Küchen- fübrung erzogen werden können. Zum L- fammeftc man sich in dem freundlichen Eßzimmer. Gegen entfprechende Bezahlung wurde Kaffee und Kuchen, den die Schülerinnen selbst gebacken hatten, gereicht. Die Vorsitzende. Frau P. Selb, dankt« Frau Weitzel und ihren Damen sür die interessante Führung und die liebenswürdige Gast- sreundschalt und wie- aus die große Bedeutung der Schule bin. Untere Rotzeit sordert für jedes junge Mädchen praktischen, hau-wirtschaftlichen Unterricht; denn eS heißt heute mit knappen Mitteln möglichst vorteilhaft zu wirtschaften. Gesundheit uno Behagen der Familie sind grohentellH von einer verständigen Hau-Halt-Iührung abhängig. Deshalb sollen alle Frauen, und besonders Die Frauenvereine, die Arbeit der Müdchen-Fvrt- bildungSschulen fördern und dafür eintreten, daß sie einheitliche, reichSgefehliche Einrichtung werden. Frau Rektorin Weitzel sprach über di« Ziele und Aufgaben ihrer Anstalt und bedauert^ daß die Bezeichnung .Berufsschule" nicht anfänglich schon bestanden hat. Sie schilderte die Entwicklung der hiesigen Schule von dem mehr als bescheidenen Anfang in der Reustadt an. bis zum Einzug in die vorbildlichen Räume in der 5^irch- ftrafte. Abschließend bat sie die Gäste, nach Möglichkeit ihren Einsluft dahin geltend zu machen, daß die Mädchen-Derus-schulen trotz Rotverordnungen und Vparmaftnahmen arbeit-- und lebensfähig erhalten werden. kirchliche Nachrichten. Israelitisch« Gemeinden. IsraeNtische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). SamStog, 5. September. Vorabend 6 45, morgens 8.30, abends 7.10 und 7.50 Uhr. Die Wetterlage. acc vLiil qutjabrikdi/ bcluitc ünnunxldr seinßjreunjde; daher wächst täglich die Zahl derer, die da freudig rauchen die Cigarette Julius Schulze Kreuzplat 5792 Ä Gießen, Am Steg 3, den 3. September 1931. 5798 D 05070 Gießen, den 3. September 1931. Alle Hände greifen zu 05061 zröhlichkelt können. 5786D Anruf 4308. 5783 D ommer- Kein Laden. Eingang Ecke Volksbad. Wegen Ersparnis hoher Ladenmiete 1 Treppe hoch Wetzlar. 1780. 5776D 81/, Mr 174 qm hofreite. 4566V 4teiliges Stativ 5.50 RN. desgl.mit Kugelgelenk.. 7.50 RH. 5774 A Grabgarten, Grabgarten, 4565V Paar tät Gießen • Telephon 2060 PL Salomon»! 5707 A 3 mit Kragen und Krawatte, aus Oxford und Zephir, nur moderne Muster, Mh. 6,50, 5,50, 4,95, 3,95 Unsere Preise sind trotz höchster Leistung den Wirtschaftlichenverhältnissen angepaßt Vorsaisonpreise: M. 125.- 138.- 148.- 158.- SamStag, den 5.Sep» tember 1931'abends Die Beerdigung findet Samstag, den 5. Sept, vorm. um 11.30 Uhr statt Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand zu nehmen. Studien- Referendar gesucht als Erzieher für 2 Gymnasiasten, für schulfreie Zett u. Ueberwackung der Arbeiten. Nur wirk- ltch geeignete Herren werden unt. Angabe von Reser., Entschädigungsanspruch. u. evtl. Bild um Zuschr. gebeten unter 05051 an den Gießen. Anz. Elegante Maßanfertigung im eigenen Atelier Wertpapierdrucke Aktien, Schuldverschreibungen Wertpapiere bei Brühl, SchulstraOe 7 Flur 1 Nr. 956 = geschätzt 21920 RM. versieigert. Monaisversammlung Samstag, den ».September 20V, Nbr ^Hessischer Hof. Vereinsabend in der „Stadt Sieb*« Eintritt 50 Pf, Schüler und Erwerbslose 30 Pf N. S. D. A. P. / Kreis Giefeen. Zwangsversteigerung 6030 Am Dienstag, den 15. September 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Hermann Kopp in Gießen zugeschriebene Anwesen, Neustadt 21 und 23 Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstr. 20 (Stadthaus), zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 7. Juli 1931. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden beim Hinscheiden meiner geliebten Frau sage ich meinen innigsten Dank. Heinrich Löwer Drogerie 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10. Hindenburg-Drogerie, Seltersweg 68a. PhotoWintertioD Kreuzplatz 9 Verein Rudersport Gießen 1913 undAkad.Ruder- abteilung e.V. Samstag, 5. Sept. abends 8.30 Uhr im Bootshause 5780 D Monatsversammlung Tagesordnung: Eingänge, Aufnahme neuer Mitglied., Ab- rudern. Verschiedenes, Zahlreichen Besuch erwartet der Vorstand. Göbel in Gießen zugeschriebene Anwesen, Schiffenberger Weg 24 Flur 13 Nr. 25 = 2543 qm hofreile, geschätzt 40 927 RM. Flur 13 Nr. 26 = 468 qm geschätzt 3724 RM. Flur 13 Nr. 28 = 3360 qm geschätzt 6756 RM. In tiefem Leid: Familie Adolf Gabriel und Angehörige Verkauf im Parterre 5735 a AuskünfteinRechtö-, Stras-,Famil.-Ange- legenheiten, Gesuche, Verträge, Beobachtungen, Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw^ streng dtskr. u. an all. Orlen ert. u. erledigt Detektiv* Bnreau-n.Aaiknnttel Inh.K.Gerz,Bad-Nauheim, Karstr. 17. 238 Möbl.Znnmer zum 15. Oktober gesucht. Angebote mit Preis unter L.Pf.an Wetzlarer Anzeiger, 50 Morgen abend Kneipe mit A.-II.-Abend. Vollzäbl. Erscheinen erwünscht. 5778D Der Vorstand. Das Licht nimmt jetzt merkbar ab und es reicht für die Momentaufnahmen in derHand nicht mehr aus. Benutzen Sie deshalb ein Stativ Wir empfehlen Ihnen billigst: töte warnen <$te JtjratBttrxrbungen aus Anzeigen ohne Nomen Zeugnisse, Urfunbcn ob. sonst wichtige Papiere beizufügen: Abschriften genügen zur Einleitung v. Anstetlungoverhand- lungert Ost ist und der Austraggeber unbekannt und in biesen^Sllen kön» nen wir nichts tun für b. Wiedererlangung ber Sewerbungsunterlagen Gietzener Älnzergev Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nacht meine liebe, treue Frau, unsere herzensgute, treubesorgte Mutter und Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Hedwig Gabriel geb. Schafft im Alter von 50 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit, 5 Monate nach dem Tode unseres lieben Hans, auch zu sich zu rufen. versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstr. 20 (Stadthaus), zur Einsicht ausgehänat. Gießen, den 7. Juli 1931. Bekanntmachung. Verpachtung der Wirtschaft „Zur Liebigshöhe". Infolge Pachtablaufs wird die Neuverpachtung der Wirtschaft hiermit öffentlich ausgeschrieben. Die Verpachtung erfolgt vom 1. November d. I. ab auf zunächst zwei Jahre. Die Verpachtungsbedingungen nebst Plan und Inventarverzeichnis liegen im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 8, zur Einsicht offen, können auch gegen Erstattung der Selbstkosten in Höhe von 3 RM. von der unterzeichneten Behörde bezogen werden. Die Bewerber müssen eine Sicherheit in höhe des jährlichen Pachtpreises leisten Ganz besonders preiswert! HerremHemden 1875-1925 Samstag abend 8'/r Ubr gcmütl. Zusammenkunft b. Schovpensckmidt. 05055 Der Vorstand. Union Samstag,8.Sept.l931: Große Kneipe Um zahlreiches Erscheinen bittet 5,79d der Vorstand. Preis vH 1.— 1874-1924 Sonntag, den 6. Sept., 4 ühr. 6791d Treffpunkt: Etche.AnschlSchützen- hauS Stellenangebote Freie Wohnung SV, Zimmer, Zentralheizung, Bad, Balkon, Mädchenzimmer, Oieubau Kliniknähe) sofort zn vermieten. Kinder-Strümpfe 711t. MV Gr. 7-11, in la Mako, farbig, auch für Erwachsene, nur gute Strap.-Qual., Paar Zwangsversteigerung 70/30 Am Donnerstag, dem 8. Oktober 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen dem Heinrich Weber und dessen Ehefrau Karoline geb. Karle in Gießen zu je Vi zugeschriebene Anwesen Friedrichstraße 3 Flur 6, Nr. 1052/io = 192 qm hofreite, geschätzt 21 840 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20 (Stadthaus) zur Einsicht ousgehängt. 5265V Gießen, den 4. August 1931. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Mtr-Slrimiile .............. farbig, nur gute,strapazierfähige Quali- Zwangsversteigerung 52/31 Am Freitag, dem 11. September 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Paul Adler in Gießen zugeschriebene Anwesen Plock- strahe 5 (Universitäts-Cafö) 5205V Flur 1, Nr. 134 - 285 qm hofreite, geschätzt 81 591 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20 (Stadthaus), zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 4. August 1931. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. prossen werden unter UFMIIQ StärkeBbesei- Garantie durch 1 ullUU tigt.Preis^2.7ö Seidenweichen Teint nnr durch Venus GESICHTSWASSER AbSamMormittag wieder ein sensationell billiges Angebot aus der Strumpfabteilung Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat Juli 1931 können noch bis zum 15. d. 2N. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Kosten des Stromabnehmers. 5793V Gießen, den 3. September 1931. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. S t 0 l t e. Zwangsversteigerung. Die umstehend bezeichneten Grundstücke, die zur Zeit der Eintragung des Versteige- rungsoermerks auf den Namen von: Blatt 524: 2Nenges, Friedrich, Blatt 315: a) Menges, Friß, zu V», b) Menges, Elise geb. Rollhaus, dessen Ehefrau, zu Vi im Grundbuch eingetragen waren, sollen Freitag, den 30. Oktober 1931 vormittags 9 Uhr durch dos unterzeichnete Gericht in dem Sitzungssaal des Amtsgerichts in Lich, Zimmer Rr. 1, versteigert werden. 5795V Die Versteigerung erfolgt im Wege dec Zwangsvollstreckung auf Betreiben ver- chiedener Gläubiger. Der Versteigerungsvermerk ist am 11. Juni 1931 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sie pätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Festellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Es ist zweckmäßig, schon zwei Wochen vor dem Termin eine genaue Berechnung der Ansprüche an Kapital, Zinsen und Kosten der Kündigung und der die Befriedigung aus dem Grundstück bezweckenden Rechtsversolgung mit Angabe des beanspruchten Ranges schriftlich einzureichen oder zu Protokoll der Geschäftsstelle zu erklären. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgeaenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Lich, den 27. August 1931. hessisches Amtsgericht. Samstag, den 5. September, abends 8.30 Uhr, spricht im Saale des „Cate Leib“, Walltorstr. der bekannte Jugendführer Gerhard Stöckel zu dem Thema: lugendimAufbruch (Stellengesuche 20jäbriacö Mädchen fucht Stellung für fofort od. fpäier. «057 Lich, Oblengaffe 6. Verkäufe j Schlafzimmer nur einige Wochen gebraucht, im Auftrag sehr bill. abzug. Betten-Bär Marktstr.29,Seltersweg20 Verschiedenes) Deutsches Turn-».Sportabzeichen Sonntag, 6. Sept. Radfahren Beginn: 05064 8 Uhr Schützenbaus. Kanarienvogel [6775d lRing 85) zugeslogen, geg.Änzeigengebühr abaufc. Boonstr. 3311. Bezeichnung der Grundstücke. Grundbuch für Lich, Band VI, Blatt 524: Ordn.-Nr. 19, Flur III Nr. 231, Kulturart Grasgarten (Baumstück), Gewann Auf der hohl, 836 qm, Betrag der Schätzung 292,60 RM. Ordn.-Nr. 20, Flur VI, Nr. 154, Kulturart Acker, Gewann Am Hüttenberg, 1703 qm. Betrag der Schätzung 851,50 RM. Blatt 315: Ordn.-Nr. 1, Flur II, Nr. 74, Kulturart Grabgarten, Gewann An den Roten- schittsgärten, 614 qm. Betrag der Schätzung 368,40 RM. Ordn.-Nr. 2, Flur VII, Nr. 420, Kulturart Grabgarten, Gewann In den Neuwiesen, 390 qm. Betrag der Schätzung 585 RM. Ordn.-Nr. 3, Flur I, Nr. 6745/10, Kulturart Bauplatz, Gewann In den Gründerchens- gärten, 402 qm, Betrag der Schätzung 7600 RM._______________________ Zwangsversteigerung 36/31 Am Dienstag, dem 15. September 1931, vormittags 10.30 Ahr wird im Amfsge- richtsgebäude, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Kaufmann Otto I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde beute bei der Firma Brauerei Jhring-Melchior, Kommanditgesellschaft in Lich, unter Nr. 10 folgendes eingetragen: 1. Die Prokura des Kaufmanns Fritz Wagner in Lich ist erloschen. 2. Dem Diplom-Brauereiingenieur Georg Maidhof in Lich und dem Kaufmann Arthur Schäfer in Lich ist Gesamtprokura erteilt, und zwar beiden gemeinsam als auch mit einem anderen Prokuristen der Brauerei Jhring-Mel- chior, Kommanditgesellschaft in Lich. Lich, den 25. August 1931. 5794V hessisches Amtsgericht. 1.60 2.70. I ckellnev- lehvttng nicht über 15 Jahre, für sofort gesucht. Selbstgeschriebene Angeb. an baSBahn- hoss-Hotel,Marburg an der Lahn. 05065 Suche für größeren Haushalt ein türbt, älteres u. ehrliches MW welches auch etwas Gartenarbeit übernehmen muh. Lohn nach Uebereinfunft. Rudolf Ringshansen, Metzgerei n. Wurstfabrik 67eoD Nidda (Oberhessen). Mädchen welches auch waschen kann, für 3/< Tag gesucht. Schr.Änfragen m. Lohnforderung u. 05060 a. d. Gieß. An». | Vermietungen | Beschlagnahmefreie 3-u.4-Zimm.- Wohmng J zum 1. Okt. zu vertu. Stückratb, Asterw.47 Mietgesuche | 4-5-Zimmer- Wohnung gesucht zu sofort od. später am liebsten Nähe Ltndenvlntz, Kirchenplatz, Markt- platz. Zuschrift, mit Breis erbeten unter 05052 an d. Gß. Anz. KinflerLEhepaar sucht sof. ober später 2-3-Zimmer- Wohnung in Gießen oder Wie- seck. Schrift!. Angeb. unter 05065 an den Gießener Anzeiger. Pachtangebote werden bis zum 20. September b. 3. an die unterzeichnete Behörde erbeten. Gießen, den 31. August 1931. Der Oberbürgermeister. I. V.: vr. Hamm. Zwangsversteigerung 57/30 Am Donnerstag, dem 10. September 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Fritz Busch und Ehefrau Helene geb. Riemer in Gießen zugeschriebene Anwesen Lindenplah 12 . Flur 1, Jlr. 426 = 120 qm hofreite, geschätzt 23 440 Reichsmark, versteigert. r Die amtsgerichtliche Verfügung kann an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, * eingesehen werden. 4218V Gießen, den 23. Juni 1931. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Großer Umsatz ! Kleiner Nutzen! Wenig sagen, viel leisten! Zu Schleuderpreisen! Neue elegante Herren-Anzüge in geschmackvollen Farben, ein- und zweireihig, von vH 22.— an. Blaue Anzüge von vH 30.— an. Anzüge für korpulente Herren von vH 35.— an. Neue elegante Frack- nnd Smoking- Anzüge von ^55.— an. Burschen-Anzüge von 20.— an Blaue Babardin-lüäntel von Jt 45.—an. Trenchcoat- Mäntel in blau zu sehr niedrig.Preisen. Loden-Bäntel von vH 15.— an. Gummi-ffläntel von^ 12.— an. Schwarze und blaue Lüsterlacken von vH 10.— an. Sommerloppen in all. Preislag. Windjacken von vH 8.- an. Lodenjoppen von vH 9.— an. SchwarzeHosen für Kellner u.Musiker von J4 12.— an. Dianchester-Hosen, lang u. kurz, von vH 8.— an. 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Dm 5iium»frife und die zu ihrer Bekämpfung erlassenen Rowerordnungen Haden dr« Sparkassen ganz besonders hart betroffen. Ehrend die Banken sehr bald recht erhebliche Betrage auSzahlen durften, sind die Auszahlungen aus den Sparkassen recht lange Zeit auf sehr Heine «Veiiage (20 Mark, dann 30 Mark und schl.eh- lich 50 Mark) beschränkt geblieben Dazu kam. daß durch die neueste Notverordnung vom 5. August b:c Sparkassen einer gewissen Kontrolle durch die staatlichen Aufsichtsorgane unterworfen wurden. Dies alles kann bei manchen den — auf den ersten Augenblick vielleicht berechtigt erscheinenden — Zweifel an der Sicherheit der Sparkassen anvertrauten Geldern aufkommen lassen. Denn, so sagt er sich, wenn die Danken in der Lage sind, einen viel gröberen Betrag auszuzahlen, wenn man die Sparkassen sogar unter eine besondere Kontrolle stellt, so sind bielleicht doch die den Sparkassen anoertrauten Gelder nicht ganz sicher. Am besten allo, man sieht sich in der heutigen kritischen Zeit vor: man behält seine Ersparnisse lieber zu Hause, oder, noch besser — man kann ja nie wissen, ob nicht doch noch Inflation kommt — man lauft Waren dafür, legt sein Geld in Waren an. — Bichls falscher und nichts gefährlicher als diese Anschauung! Die Sicherheit der Spareinlagen der Sparkassen steht außer allem Zweifel: eS gibt keine sicherere Kapitalanlage als in den Sparkassen — und eben« salls ist unsere Währung in jeder Hinsicht stabil und sicher: an Inflation ist auch nicht rm mindesten zu denken. Das soll im folgenden kurz bewiesen werden. Jedermann weiß, daß Sparkassen und Banken nur deshalb Zinsen für eingelegte Gelder zahlen können, da sie diese Beträge wieder au »leiben. Die Art der Schuldner, an die sie ihre Gelder ausleihen, die sog. An le ge- Politik bestimmt d i e Sicherheit, aber zugleich auch die sog. Liquidität — d h. die Möglichkeit der sofortigen Auszahlung der Gelder — der betreffenden Kreditinstitute. Je vertrauenswürdiger die Debitoren sind, an die die anoertrauten Gelder ausgeliehen sind, desto größer ist die Sicherheit des Institut», desto vertrauenswürdiger also das Institut selbst. Je schneller greifbar dagegen die Gelder angelegt sind, de st o größer ist die Liquidität des betreffenden Kreditinstituts. d. h. einen desto größeren Betrag kann es im Augenblick auszahlen. Bun besteht zwischen den Danlchr und Sparkassen aber in dieser Hinsicht ein Unterschied. Die Banken sind infolge ihrer anderen Anlagepolitik weit liquider als die 6b ar« fallen. Die Sicherheit der Sparkassen ist aber mindestens ebenso groß, wenn nicht noch weit größer als die der Banken. Die Danken haben nämlich einen sehr großen Teil der ihnen zur Qkrfügung stehenden Mittel kurzfristig, also leicht greifbar in Wechseln, Deports und Lombards angelegt; die Sparkassen haben die ihnen anoertrauten Gelder in der Hauptsache langfristig, in Anleihen und Hypotheken angelegt. Ein paar Zahlen sollen dieS illustrieren: Bach den letzten vom Beich veröffentlichten Jahresbilanzen (31. Dezember 1930) stellte sich die Summe der Aktiva der erfaßten 448 größeren Kreditbanken (Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung) auf 28.4 Milliarden, davon waren 4.3 Milliarden oder 15 Prozent Wechsel, 12,5 Milliarden oder 44 Prozent Vorschüsse (Reports, Warenporschüsse. Debitoren), 22 Milliarden oder 8 Prozent Guthaben bei anderen Danken: zusammen also fast 20 Milliarden oder 67 Prozent turzsriftige Anlagen, dagegen nut 6.6 Milliarden oder 29 Prozent langfristige Anleihen, und 1.3 Milliarden oder 5 Prozent ^Beteiligungen und Wertpapiere. Kurz zusammengesaht kann man also sagen, daß rund zwei Drittel der angelegten Gelder der 448 größeren Danken mehr ober wen.ger leicht greifbar waren, nur ein Drittel bauemb und fest angelegt. Die Liquidität dieser Danken war also eine große. Im Gegen!atz dazu die Sparkassen: Bach dem Auswe.s vom 28. Februar 1931 waren von den 11 Milliarden Aktiva der erfaßten Sparkassen nur 216 Millionen ober 1.9 Geschäfts- Wechsel. 2.5 Milliarden ober 22.7 Prozent Debitoren. Die kurzftiftigen Krebite, einschließlich der liquiden Mittel, (teilten sich also nur auf rund 2.8 M lliarden oder 25,5 Prozent. Dagcaen waren 4,9 Milliarden ober 44,9 Prozent der anvertrauten Gelder in Hypotheken angelegt, davon über eine Milliarde in landwirtschaftliche, die ihrer Batur nach sehr lange Kündigungsfristen haben, 1,8 Milliarden ober 16,4 Prozent waren in Wertpapieren, 1.3 Milliarden ober 11.8 Prozent als Kommunaldarlehen angelegt. Insgesamt stellten sich die gewährten langfristigen Kredite auf 8.2 Milliarden ober 68 Prozent. So zeigten also Danken und Sparkassen in ihrer Anlagepolitik fast daS entgegengesetzte Bild: Bei den Danken sind etwa zwei Drittel der Mittel kurzfristig angelegt, bei den Sparkassen umgekehrt: noch nicht ein Drittel kurzfristig, dagegen über zwei Drittel langfristig. Jetzt wird eS vollkommen verständlich, weshalb in Zeiten der Bot die Danken weit größere Deträge auszahlen können als die Sparkassen. Der Hauptteil der Anlagen der Sparkassen ist nicht ohne weiteres greifbar: er müßte erst gekündigt werden. Und würden die Sparkassen die Hypotheken etwa kündigen, um die Ansprüche gedankenloser und ängstlicher Sparer zu befriedigen, so würden sic noch viel mehr Verwirrung stiften; es würde unabsehbare Folgen nach sich ziehen. Jetzt wird auch völlig verständlich, weshalb die Sparkassen mit den Zinssätzen nicht so schnell heraufgehen können, wie die Danken. Sie haben ja den größten Teil ihrer Gelder zu verhältnismäßig nichtigen Zinsen fest angelegt, die sie nicht plötzlich willkürlich heraufletzen können. Wie aber steht eS mit der Sicherheit der den Sparkassen anvertrauen Gelder? — Aus dem Vorhergehenden ergibt sich schon, bah diese denkbar sicher angelegt sind. Fast 45 Prozent der Mittel sind in Hypotheken angelegt, der sichersten Anlage, die es überhaupt gibt, 16 Prozent in erstklassigen Wertpapieren und 12 Prozent sind Kommunalbarlehen. Sine sicherere Kapitalanlage ist undenkbar. Daraus w rd ersichtlich, daß das Publikum nach wie vor das vollste Vertrauen zu den Sparkassen haben wird; die ihnen anvertrauten Gelder sind so sicher wie nur denkbar angelegt. Und wie steht es mit der Sicherheit unserer Währung? — Run. unsere Reichs- bank, die Hüterin unserer Währung, gibt in ihrem Aufbau, ihrer Verfassung und Verwaltung die denkbar größte Gewähr für die dauernde Stabilität der deutschen Wäh^ng. Das was zum Verfall unserer Währung in der Inflationszeit geführt hat. die Kreditgewährung an dieöffentlichenKörperschaften(Reich, Länder. Gemeinden) ist durch die scharfen Destim- mungen über Kreditbeschränkungen der ReichS- I bank völlg ausgcschloss en. Die Reichs» I bank darf den Ländern und Gemeinden über« I Haupt keinen ungedeckten Kredit einräumen, dem Das bißchen Erde. Vornan von Richard Slowronnel. Copyright by I. Engelhoms Nachf., Stuttgart 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „öle irren sich Herr Dergemann. Meinem Onkel haben Sie gedient, nicht mir. Und da ich noch für eine Weile hier der Herr bin, werden Sie bis zwölf Uhr mittags mit Sack und Pack und Kind und Kegel jenseits der Vellahner Grenzen fein. Ich dulde keinen ungetreuen Diener auf meinem Hofe." Der Verwalter machte eine wegwerfende Handbewegung. .Gestatten, Herr Gras, daß ich gehorsamst darüber lache! Heber meine Entlassung haben doch noch andre Instanzen . . Weiter kam er nicht. Der Hühnerhund Hektor, der unter dem runden Tische lag, hatte schon von Anfang an die Unterredung mit leisem Knurren begleitet. Jetzt hatte er wohl die ausholende Ärmbewegung mißverstanden . . . wie eine loSgeschossene Kanonenkugel flog er dem blondbärtigen Kerl gegen die "3ruft daß er hintenüberschlug. Das Tischtuch mit dem Teegeschirr riß er bei dem jähen Ansprung herunter, aber es kümmerte ihn nrcht. Mit blitzendem Fang suchte er neben hem schützend vorgehaltenen Arm die Kehle des Feindes, wie Ihn der Alte mit dem grauen Schnurrbart gelehrt hatte, als er ihn an einem ordentlich in dicke Säcke eingepackten Scharwerks jun gen auf den Mann dressierte. GS gab ein fürchterliches Durcheinander, die Teller und Schüsseln kollerten über den Boden, und der Verwalter schrie hinter dem vorgehaltenen Arm: „Um Gottes willen, Herr Graf, rufen Sie den Hund zurück" . . . Malte sprang zu, riß den Anstürmenden am Halsband in die Höhe: .Pfui, Hektor, kusch dich und down" ... Der Hund gehorchte, legte sich zur linken Seite seines Herrn nieder, den Kopf auf die Vorderläufe geschmiegt. Bur seine gelben Lichter blitzten, und über den weiß schimmernden Fängen hoben sich drohend die roten Lefzen. . . Der Verwalter erhob sich mühsam, suchte seine zu Boden gefallenen Bücher zusammen. .Ein Bee st ist das! Im vorigen Sommer hab' ich gesehen, wie er dem Förster Schwarz einen Rehbock fast dreißig Schritte weit apportierte, wie einen Hasen frei im Fang. Bur das Hinterteil schleppte über die Wiese" . . . Malte lachte kurz auf. .Brav, Hektor, brav! . . . Und Sie sehen, Herr Dergemann, es gibt hier noch einige, die zu mir halten. Aber beruhigen Sie sich, auch ohne den tüchtigen Hektor wäre ich mit Ihnen fertig geworden!" Er reckte die Arme . . . »Ra, wie ist's nun, wollen wir abrechnen?" „Befehl, Herr Graf" ... Der Verwalter entnahm einer Kladde einen langen Zettel. .Hier, Herr Graf, ist die Zusammenstellung. Ob sie stimmt, können Sie ja in den Düchern nachprüfen lassen. Achttausend Mark rund hat die Vellahner Gutsverwaltung als Guthaben stehen bei der Landwirtschaftlichen Dank in Waren. Sechzehn Wispel Roggen liegen noch auf dem Speicher, nicht ganz so viel Weizen, und Futter nebst Kartoffeln natürlich genug bis zur neuen Ernte. Das find die Aktiva. Die Passiva hingegen" ... . Malte hob die Hand. Unter der braunen Tropenhaut war er blaß geworden bis in die Lippen. Achttausend Mark! DaS war zum Verhungern zu viel, zum Leben zu wenig. Er muhte erst einmal heftig unterschlucken, ehe er seiner Stimme die nötige Festigkeit zutraute. .Erlauben Sie mal, Herr Dergemann! Unter meinem Vater hat Vellahn burchschnittllch vierzigtausend Mark im Jahr gebracht. Nachher hat mein Onkel in Hohenrömnitz die Kontrolle gehabt, aber es wird wohl nicht viel weniger geworden fein. Das muß doch irgendwo geblieben sein, nicht wahr? Und in diesen letzten zwei Jahren habe ich doch keinen Pfennig verbraucht außer den viertausend Mark, die Sie nür aus telegraphische Order nach Genua schickten?" Der Verwalter sah von dem Zettel auf und legte die rotgebrannte Hand auf die *3ruft .Wollen mich der Herr Graf vielleicht der Unterschlagung beschuldigen? Erst wird man hier von einem wütenden Hund gewürgt, und jetzt soll man womöglich als ein Detrüger und Schuft dastehen? Ah nein, Herr Graf, das werd' ich mir nicht gefallen lassen." Malte zuckte die Achseln. „Ganz nach Belieben, Herr Dergemann. Inzwischen aber haben Eie wohl die Freundlichkeit, mir zu erklären, wo all mein Geld geblieben ist?" .Sehr wohl. Herr Graf! 2kber da ist nicht viel zu erklären, steht alles in den Buchern Dis zu Ihrer Mündigkeit habe ich mit Seiner ErzeNenz dem Herrn Erblandmarfchall abgerechnet. Die Unterschriften stehen zu Ihrer Verfügung. Bach- her. als Eie zu befehlen hatten habe ich Ihnen Rechnung gelegt Hier in den Büchern sind Ihre eigenhändigen Unterschriften daß Eie alles für gut und richtig befunden haben Für diese letzten zwei Jahre aber müllen Sie sich an Ihren Herrn Oheim wenden Achtundzwanzigtaufend Mark haben Exzellenz befohlen, für Meliorationen und Drainage zu verwenden und sechstausend für Erneuerung des toten Inventars. Ob die Ausgaben notwendig waren, hatte ich nicht zu entfebeiben. Ich hatte nur zu gehorchen" Malte schloß einen Moment lang die Augen Reich nut bis höchstens 400 Millionen auf Drei- monaiswechsel. D.e von der Reichs bank a abgegebenen Boten müssen — sofern ihnen nicht Gold oder Devisen zugrunde liegen — durch gute diskontierte Warenwechsel oder Schecks, aus denen btc: als zahlungsiähig bekannte Verpflichtete haften, gedeckt sein So braucht also heute niemand auch nur im geringsten über die Sicherheit der den Sparkassen anvertrauten Gelder besorgt zu sein. DaS ocr- pslichiet aber auf der anderen Seite heute jeden, sein entbehrliches Geld nicht zwecklos zu Hause auszubewahren oder sinnlose Käufe zu tätigen, um es los zu werden, sondern es auf die Sparkassen ober Danken zu bringen, damit diese e» der«Wirtschaft zuleiten können Und unsere Wirtschaft braucht gerade gegenwärtig jeden enthebt::4>en Pfennig notwendiger denn je. Denn w r leiben heute an dem Gegenteil bet Insiation, bet sog. Deflation, d. h. an Verknappung bet Zahlungsmittel infolge unserer Kap.talarmut. Kredit aus dem Ausland würde freilich diesen Zustand beheben. Aber wie jedermann weiß, ist ein solcher nicht zu erwarten. ES g:lt heute, s i ch selbst zu Hellen: deshalb ist eS eine einfache vaterländische Pflicht eines jeden. Tein entbehrliche» Geld den Sparkassen oder Danken zu nutzbringender Verwendung zu übergeben Dadurch hilft er sich selbst, indem er recht ichöne Zinsen erhält und zugleich der Wirtschaft, der Allgemeinheit und dem Vaterlande, indem et btt Kapitalarmut bekämpfen hilft Butzbach-Licher Eisenbahn. Wieder Beschwerden. Personenbeförderung nur, wenn — Vieh da ist! Man schreibt unS: Die Derkehrsverhältnisse auf der Strecke Lich — Grünberg der Duh - bach — Licher - Eisenbahn - AG. werden immer trostloser. Man kann nicht verstehen, weshalb die Gemeinden der genannten Strecke, die seinerzeit weit höhere Obligationen als die Gemeinden zwischen Butzbach und Lich übernommen haben, eine so stiefmütterliche Behandlung erfahren. Es soll durchaus nicht verkannt werden, daß durch die Stillegung der Dasaltwerke zwischen Münster und Ober-Bessingen und bei Queckbom die Einnahmen aus dem Güterverkehr zur Zeit gering sind und bet Personenverkehr allein eine Rentabilität nicht bringen kann Diesem ilm- ftanb haben bie Bürgermeister der fraglichen Gemeinden auch Rechnung getragen und in der Generalversammlung am 21. Juni d. I. zu Butzbach, vorbehaltlich der Zustimmung der OrtSvertretun- gen, ihre Bereitwilligkeit erklärt, der Eisenbahn- Gesellschaft die Zinsen aus den Obligationen und die Steuern auf einige Jahre zu erlassen. Fast alle Gemeinden sind trotz der finanziellen Einbuße, die gerade jetzt in der wirtschaftlichen Bot besonders empfindlich für sie ist, notgedrungen diesem Ersuchen nachgekommen. Don den Verkehrseinschränkungen wurde der Sonntag am meisten betroffen. Seit Jahren verkehrten Sonntags zwei Zugpaare, das eine vormittags, das andere nachmittags. Dahnbeamte erklärten wiederholt, daß darin eine Aenderung nicht eintrete; für Wochentage war inzwischen neben einem Zugpaar eine zweimalige Autoverbindung von Lich nach Grünberg und zurück geschaffen worden. Von Herbst 1930 ab wurde an Sonntagen nur noch der Vormittagszug gefahren, der jedoch auch laut Sommerfahrplan b. 3. ausfiel, ohne den Gemeinden vorher irgendwelche Kenntnis davon zu geben. Don Mai ab sah man bann als neuesten unb einzigen Sonntagsverkehr nachmit- tags eine Lokomotive von Lich nach Queckbom fahren, um dort einen Güterwagen mit Schlachtvieh abzuholen. Ein Einwohner eines Dorfes machte beim Vorbeifahren der Lokomotive mit nur einem Viehwagen die ironische, aber treffende De- mcrhing: „Hier muß man schon ein Ochse ober Rinb fein, um Sonntags befbrbert zu werden." Obwohl bie Dahnverwaltung in der Generalversammlung vom 21. Juni d. I. die Zusage gegeben hatte, dem Viehwagen Sonntags einen Personenwagen anzuhängen, um Reifenden Gelegenheit zu geben, die Anschlußzuge in Lich zu erreichen, dauerte es noch einige Wochen, bis dieses Versprechen in Erfüllung ging. Eine kleine Besserung ist also Ueberall. wo er bingriff, traf er auf die Hand seines Onkels, die sich würgend um seine Existenz legte. Aber niemals bisher hatte es einen so offenen Angriff gegeben wie heute, bah er zurückschlagen konnte. Unb bas wollte er weiblich besorgen. Er atmete tief auf. „Herr Bergemann, habe ich Ihnen vor meiner Abreise den Auftrag gegeben, über bie Verwaltung meines Lehngutes Vellahn vom Herrn Erblandmarschall irgendwelche Anordnungen entge- genzunehmen?" „Bein, Herr Gras." „Habe ich Ihnen insbesondere befohlen, die mir gehörigen Einnahmen au» meinem Gute zu seiner Verfügung zu stellen?" „Hein, Herr Gras. Seine Exzellenz kamen kurz nach Ihrer Abreise zu mir berübergeritten. Vellahn wäre wieder unter Hohenrömnitzer Verwaltung. Da habe ich natürlich geglaubt, Sie hätten bei Ihrem Abschiedsbesuche drüben ent* sprechende Weisungen hinterlassen." Malte lachte ingrimmig auf. „Bei dem Besuche damals war von andern Gütern bie Rebe. Mehr um gewisse Ideale ging es, aber sie hatten einen verdammt praktischen Hintergrund. Ra denn ... ich danke Ihnen! Und es bleibt habet Dis zwölf Uhr mittags haben Sie den Hof verlassen" Der Verwalter hob seine Mühe auf. „Ich bitte doch den Herrn Grafen, zu berücksichtigen . . ." Sein junger Herr aber schnitt ihm mit einer kurzen Handbewegung die Rede ab. „Bein, Herr Bergemann, es bleibt habet Während der paar Wochen, bie mir hier vielleicht noch vergönnt sind, will ich Reinlichkeit um mich haben. Unb Leute, die zu mir halten Wenn Sie Glück haben, sind Sie in kurzer Zeit wieder hier und lachen mich aus. Rur fürchte ich. der Herr Erblandmarschall kennt Sie zu gut. Wenn Vellahn erst seinem eigenen Sohne als Lehen gehört, wird er's Ihnen vielleicht nicht mehr anvertrauen" Der Verwalter murmelte irgend etwas zwischen den Zähnen, was ungefähr so klang, „wir sprechen un» noch", und verlieh ohne Gruß die Halle. Malte aber suchte auf dem Tische nach der Glocke, bis er mit einem Male entdeckte, daß sie zwischen zerbrochenen Tellern und Taften samt Gänsebrust und Leberwurst in einer breiten Lache Tee schwamm. Da Latschte er in die Hände: „Lenh" ... Der Alte trat über die Schwelle: „Um Gottes willen, was hat es beim hier gegeben?" Sein junger Herr lachte fröhlich auf. So leicht war ihm schon lange nicht mehr zumute gewesen An Geld war er ein Bettler, aber er hatte doch ein ZiÄ vor Augen Hub eine Handhabe, dem Herrn Oheim ans Leder zu gehen. . . „Scherben hat es gegeben, mein guter Alter. Ruf eins von den Kuc^nmädeln,, sie foll den Kram zufammenfegen. Ich reit' indessen nach insofern nun eingetreten, als Sonntags gegen 18 Uhr die Lokomotive nicht mehr leer, sondern mit einem Personenwagen von Lich nach Queckbom fährt, um dort einen Viehwagen abzuholen unb auch Reifenbe unterwegs mitzunehmen Die De- förberung von Menschen au der genannten Zeit wirb demnach davon abhängig gemacht, ob ein Wagen mit Schlachtvieh zur Abholung auf einer der Stationen, namentlich Queckborn, vorhanden ist. In biefem Falle hat man nach vorheriger Erkundigung die Möglichkeit, gnäbigft mitfabren zu dürfen. 3m andern Falle ruht Sonntag» jeglicher Dahnverkehr. 3ft es denn wirklich so kostspielig, Sonntags wenigstens e i n regelmäßiges Zugpaar einzulegen, zumal an den meisten Sonntagen ja doch ein Viehwagen abgeholt wirb? Auf der Strecke Butzbach—Lich, wo bekanntlich größere Dörfer liegen unb infolgcbcffen auch her Personenverkehr stärker ist, sahrcn ständig Sonntag- zwei Züge hin und zurück. Die Gemeinden, die Opser genug gebracht haben unb immer noch bringen. Dürfen hoch wohl damit rechnen, daß auch ihren Einwohnern unb den sonstigen Mitreisenden ein geringe» Entgegenkommen gezeigt wird. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es scheint aber hier am guten Willen zu fehlen und auch eine höhere Behörde nicht in der Lage zu fein, Abhilfe zu schassen. • Es ist ein altes Klagelied der Interessenten an der Butzbach-Licher Bahn, das hier wieder einmal in neuer Tonart an die Deffentlidjfeit bringt. Man fragt sich nur immer wieder, oo die Aufsichtsbehörde diesem Bahnunternehmen völlig gleichgültig oder völlig machtlos gegenübersteht. Auch unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Wirtschastsverhältnisse ist es gewiß nicht unbillig zu nennen, wenn man von der Betriebsführerin dieser Bahnstrecke doch etwas mehr Entgegenkommen gegenüber den Berkehrswünschen der Bevölkerung verlangt, als es bisher an den Tag gelegt wurde. D. Red. Oer Winterfahrptan. Am Mittwoch stand vor der dazu gewählten Kommission der Butzbach-Licher Eisenbahn der Winterfahrplan zur Beratung. Es wurde bcfchlosfen, den Fahrplan auf der oberen Strecke (Lich—Grünberg) nicht zu ändern. Auf der Strecke Lich—Butzbach bzw. Dad-Rauheim tritt eine Aenderung insofern ein, als der Zug, der seither 9.24 Uhr in Lich ein« traf, so früh gelegt wird, daß die Landwirt^ schaftsschüler in Lich rechtzeitig zum Unterricht eintreffen. Auch wird der Anschluß an den Zug der Staatsbahn nach Gießen in den meisten Fällen erreicht werden, wenn auch bei größerem Umfang des Güterverkehr» nicht unbedingt damit gerechnet werden kann. Man tut also gut. wenn Hohenrömnitz mit 'nem dicken Knüppel in der Faust. Da steht auch so 'n wackeliger alter Topp . . . vielleicht daß- ich ihm eine gehörige Beul« hauen kann"--- • Draußen auf der Freitreppe fuhr ein schnittiges 3uckergespann vor mit einem geschlossenen Kupee dahinter. Gin Diener in hechtgrauer Livree, ungefähr wie ein Leibjäger gekleidet, sprang vom Docke, fragte, ob der Herr Graf Römnitz für den Herrn Dankdirektor Steinfeld zu sprechen wär«. Malte sagte höflich: „Ich lasse bitten“, innerlich aber wünschte er den unerwarteten Besuch zu allen Teufeln. Mit dem Abenteuer von gestern abend hatbe er sich abgefunden in einer langen schlaflosen Rächt . . . Das mußte ein Ende haben, es hatte ihn genug gekostet . . . Ohne all diese Ereignisse, die ihm die Rerven aufgepeitscht hatten, wäre manches vielleicht anders gekommen . . . Wer mochte wissen, ob er an anberm Orte und unter andern Umständen der blonden Gertrud Köhnemann so schroff geantwortet hätte? ... In nachträglichem Erwägen hatte es ihn doch feltfam am Herzen gerührt, daß sie ihm während her Zeit der Trennung bie Treue gewahrt hatte. Alles, was ledig war an ritlerbürtigen Herren im Kreise, warb um sie, für ihn aber hatte sie ihr Magdtum aufgespart. Und da hatte er ihr in frevelhafter Verblendung eine Demütigung zugefügt, die sie nie vergessen konnte. . . Einer flüchtigen Sinnesregung wegen, die kalt geworden war über Rächt . . . Herr Direktor Steinfeld hatte sich umständlich aus seinem kostbaren Zobelpelze gewickelt, jetzt kam er mit ausgestreckten Händen auf Malte zu. „Mein verehrtester Herr Graf, wie soll ich Ihnen nur danken? Erst jetzt eben habe ich von der braven Förstersfrau erfahren, wie aufopfernd Sie an meiner Gattin gehandelt haben. Eine halbe Meile haben Sie die schwere Last auf den Armen getragen . . . reden Sie mir nicht dazwischen, ich weih, was sie wiegt! Ich hab sie auch mal im Arm getragen, inzwischen hat sie -noch angenommen. Und der Doktor hat mir gesagt, ohne Ihr energisches Eingreifen hätte es sicher eine Lungenentzündung gegeben, als Komplikation zu her Gehimerschütterun^. Ra und bann“ . . . Die Stimme ging ihm in eine höhere Tonlage über, er wischte sich mit der ringgeschmückten Hand über bie Augenwinkel. Malle hob bie Schultern, halb ärgerlich, halb belustigt. „Sie machen zu viel Aufhebens von einer Selbstverständlichkeit, Herr Direktor. Wenn Ich auf meinem Weg einer hilflosen DcharwerkS- dirn begegnet wäre, hätte ich sie ebenso nach Hause getragen, zum Dorf zurück." (Fortsetzung folgt) man sich vorher vergewissert, ob der Anschluß sichergestellt ist. Hinsichtlich der Abendzüge von Butzbach wurde beschlossen, daß auch sie vorläufig weiterg e fahren werden. Da die Fahrplanänderungen erst am 1. November eintreten, sollen im Oktober Zählungen veranstaltet werden, ob die beiden Züge gefahren werden können. Sollte die Arbeiterschaft die Bahn nicht benutzen, so ist es ausgeschlossen, beide Züge zu fahren. Sie werden dann zusammengelegt werden müssen. Der Zug 13.20 ab Bad- Nauheim fährt eine Minute später ab. so daß von der Strecke Frankfurt—Gießen übergehende Rel- sende Anschluß haben. Oderheffen. Landkreis Gießen. t Treis (Lumdas 3.Sept. Dieser Tage statb dahier die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Eusabetha Arnend Witwe, geb Rühl, im 92. Lebensjahr. Sie war bis zu ihrem Tode geistig vollkommen rüstig, mußte aber wegen körperlicher Schwäche seit einiger Zeit das Bett hüten. Nun ist Frau Christine Zecher mit 84 Jahren die älteste Person unseres Dorfes. —!— Hungen, 2. Sept. An den diesjährigen Reichsjugcndwettkämofen beteiligten sich außer den Schülern der hiesigen Volksschule auch die Schüler der hiesigen Realschule, sowie der Volksschule zu Langsdorf und Villingen. 135 Schüler traten zum Wettkampfe an, von denen 98 als Sieger hervorginaen, die nun Anspruch auf die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten bzw. des Ausschusses für Leibesübungen haben. Es errangen in der 1. Altersklasse (Volksschule Hungen): 1. Preis Will). Jockel und Herrn. Hörning 89 Punkte: 2. Walter Studenroth und Heinrich schuld 79 P.; 3. Karl Lind 76 P.; 4. Otto Funk 71 P. (Volksschule Villingen): 1. Ernst Strack 79 P.: 2. Karl Schäfer 72 P.; 3. Karl Leschhorn 67 P. (Mädchen der Mule Hungen): 1. Emmi Münch 57 P.; 2. unkel 55 P.; 3. Mara. Bender und Hildegard Müller 54 P.: 4. Gustel Grünbein 44 P. (Realschule Hungen): 1. Suse Schaller 71 P-: 2. Sofie Oppenheimer 55 P.; 3. Luise Weber 51 P.; 4. Martha Wiederstein 45 P. (Volksschule Langs- darf): 1. Minna Bück 55 P.: 2. Martha Pauli 50 P.; 3. Marie Bender 44 P. (Volksschule «Gillingen): 1. Erna Diehl 55 P.: 2. Lina Ester 48 P.; 3. Gretchen Koch 45 P. — Vorklasse, Knaben (Volksschule Hungen): 1. Gustav Velten 63 P.: 2. Erich Sommer 57 P.: 3. Hans Albrand, Heinrich Gunkel, Gustav Vogt 56 P.: 4. Heinrich Velten 53 P.: 5. Otto Studenroth, Fritz Hofmann, Willi Zinn, Walter Sperzel 52 P.; 6. Heinrich Metzger 51 P.: 7. Ernst Jockel 50 P.: 8. Hugo Falk 47 P.; 9. Fritz Jockel, Willi Bender 46 P.: 10. Ernst Lind, Willi Haas 45 P.: 1L Walter Fulda 43 P. 12. Walter Seipp 41 P. (Realschule Hungen): 1. Werner Schmalz 57 P.: 2. Walter Lutz 49 P.: 3. Fritz Jockel 45 P.; 4. Walter Müller 43 P. (Volksschule Langsdorf): 1. Karl Köhler 61 P.; 2. Wilh. Weber 57 P.: 3. Heinrich Dielmann 53 P.: 4. Richard Bär 51 P.: 5. Ernst Kneipp 48 P.: 6. Rudolf Rühl 47 P.; 7. Ernst Wagner 46 P.; 8. Ernst Wenzel, Karl Höfeld 45 P.; 9. Gr ich Schmidt 44 P.: 10. Paul Weber, Fritz Neumann 43 P.: 11. Rud. Bender 42 P. (Volksschule Villingen): 1. Wilh. Zimmer I. 62 P.: 2. Ernst Weber 55 P.: 3. Hugo Kall 53 P.: 4. Helmut Ewe 52 P.: 5. Ludwig Heck 49 P., 6. Heinrich Jung 46 P.; 7. Bernhard Zimmer 44 P,: 8. Ernst Pfarrer 43 P.: 9. Wilh. Leschhorn 42 P. — Vorklasse, Mädchen (Volksschule Hungen): 1. Luise Jockel 63 P.: 2. Lini Jakob, Erna Eifer 61 P.: 3. Marie Pfannkuchen 57 P.: 4. Anna Metz 53 P.: 5. Gertrud Würtz, Tilli Frutig 50 P.; 6. Käthchen Klaus 49 P.: 7. Else Münch, Elisabeth Schäfer 48 P.-, 8. Erna Schuld 44 P-: 9. Lisbeth Frutig 41 P.: 10. Marie Bach, Klothilde Pletsch 40 P. (Realschule Hungen): 1. Hildegard Schäfer 55 P.: 2. Hildrut Bock, Hilde- aard Schmidt 53 P.: 3. Gertrud Schäfer 52 P. (Volksschule Langsoorf): 1. Luise Fay 68 P.: 2. Emma Roth 52 P.-, 3. Martha Rabenau 50 P.: 4. Emma Dörr 47 P.: 5. Gertrud Dielmann 46 P. (Volksschule Villingen): 1. Erika Diehl, Emmi Diehl 53 P-: 2. Minna Jockel 46 P.: 3. Else Paul 44 P.; 4. Marie Graf, Marie Metzger 43 P. LJ Rodhelrn a. d. Horloff. 3. Sept. 3n diesen Tagen fand nach längerer Zeit wieder einmal eine Grundstücksversteigerung statt. Die erzielten Preise waren der gegenwärtigen Geldknappheit entsprechend teilweise sehr niedrig, gutes Land allerdings brachte es zu angängiger Bezahlung. So wurde für den Quadratmeter gutes Wiesenland durchschnittlich 42 Pf., für gutes Ackerland 39 bis 40 Pf., für mittelmäßiges 37 Pf. und für minder gutes und ungünstig gelegenes etwa 18 Pf. bezahlt. Kreis Friedberg. O Dambach, 2. Sept. Die vor einiger Zeit gegründete Kleinkaltberschützenabtei- iung des hiesigen Kriegcrvereins, die unter der Leitung von Wilhelm A l t II. und Heinrich Grünewald steht, nahm nach einer verhältnismäßig kurzen Uebungszeit bereits am Meisterschaftsschießen teil, das am Sonntag unter der Aufsicht de- Dezirks-Schieß- wortö Unverzagt, Butzbach, durchgeführt wurde. Die Mannschaft bestand aus Karl W e t - sel. Heinrich Helmes, Oswald Grahmann und Friedrich Hofmann. Oswald G r a ß - mann erzielte 116 Ringe, K. Weisel 88, Friedr. Hofmann 84 und H. Helmes 73 Ringe. * Wölfersheim, 2. Sept. Am vergangenen Sonntag stattete der Posaunenchor von M i ch e l st a d t dem früheren Oberpfarrer von Michelstadt, dem einstigen Förderer und Gönner des Posaunenchores, Pfarrer Herber in Wölfersheim, einen Besuch ab. Am Samstagabend traf der Chor in Wölfersheim ein, und die Mitglieder deS Thores tauschten mit dem Geistlichen gemeinsame Erinnerungen aus. Am Sonntagmorgen brachte der Chor dem Pfarrer ein Ständchen. Sodann machte man unter fachkundiger Führung einen Dang durch das Braunkohlenbergwerksgelände. Den Nachmittagsgottesdienst verschönten die Gäste mit Musik. Im Anschluß daran veranstaltete der Chor unter der Leitung des Reichsbahn-Obersekretärs Schmidt ein Konzert, das Die Erwartungen der Zuhörer bet weitem übertraf und außerordentlich starken Bei- sall fand. In einer Pause hielt Pfarrer Herber eine Ansvrache: er dankte dem Chor für den Besuch und den Einwohnern von Wölfersheim für die herzliche Aufnahme der Gäste. Eine Tellersammlung ergab den Betrag von 34,75 Mk. Kreis Büdingen. 6 Büdingen. 2. Sept. Die Baumwärtervereinigung des Kreises Friedberg hat eine Besichtigungsreise in die Obstbaumanlagen des Kreises Büdingen unternommen, die allen Teilnehmern Gelegenheit bot, ihre Kenntnisse zu erweitern. Kreisobstbauinspektor Metternich (Büdingen), der sich mit 15 Baumwärtern aus dem Kreise Büdingen eingefunden hatte, war der sachkundige Führer. Der Rund- aang begann in Ranstadt, führte über die Provinzialstraße nach Bellmuth und von da nach der Musteranlage (mehrere hundert Apfelbäume mit Goldparmänen, Boskop u. a.). die einen sehr gut ausgewachsenen Behang von über 1000 Zentnern zeigt. Lieber Wippenbach ging es zu den Neuanlagen von Ortenberg, wo auf Anraten und unter Leitung von Inspektor Metternich auf fast unbebautem Gelände ^leuan- pflanzung von Kirschen und Reihenzwischenpflanzung von Pfirstchbuschbäumen erfolgt ist. Kreis Alsfeld. H Alsfeld. 2. Sept. Für den nach Darmstadt übersiedelnden Kreisschulrat i.R. Huff. Alsfeld, veranstaltete am Samstagnachmittag der Kretslehrerverein und das Kreis- s ch u l a m t im „Deutschen Haufe" eine würdige Abschiedsfeier. Der 2. Borsitzende des Kreisleherervereins. Lehrer Schmoll, Elpenrod, gab ein treffendes Bild von dem segensreichen Wirken des Scheidenden während seiner langjährigen Tätigkeit im Kreise Alsfeld. Kreisdirektor Dr. Stammler betonte das schöne Zusammenarbeiten mit dem Kreisschulamt: der jetzige Kreisschulrat R e u s ch würdigte die Berdienste des Schulrats Huff auf dem Gebiete der heimatkundlichen Arbeit. Für die heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft dankte Lehrer I m m e l. Gießen, dem Scheidenden für die äußerst rege Mitarbeit. Am Abend veranstaltete der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenclubs zu Ehren seines scheidenden 2. Vorsitzenden. Schulrat Huff, im „Grünen Baum" ebenfalls eine sehr gut besuchte Abschiedsfeier. Der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g, würdigte in einer humorvollen Rede die Verdienste des Scheidenden um den V. H. C., dem er als eifriges Mitglied angehört habe. Sein Weggang werde allgemein bedauert. Schulrat Huff dankte für die vielen ihm zuteil gewordenen Ehrungen. Die Ansprachen wurden umrahmt von Vorträgen der Gesangsabteilung des V. H. C. unter Leitung von Lehrer I ö ck e l und der neugegründeten Musikabteilung unter Leitung von Bankvorstand Wille. In vorausgegangenen Zusammenkünften des Evangelischen Kirchenvorstandes und des Zweigvereins Alsfeld des Evangelischen Bundes, denen Schulrat Huff lange Jahre hindurch angehörte, wurde ihm durch Pfarrer Hechler der Dank für seine treue Mitarbeit ausgesprochen. Wirtschaft. Das Ergebnis der Leipziger Messe. In den meisten Messehäusern und Ausstellungshallen der Leipziger Messe hat der Besuch und der geschäftliche Verkehr ziemlich gleichmäßig bis zum Schluß angehalten. Im allgemeinen zeigt es sich, daß die Messe belebend auf das Geschäft etngewirkt hat. Einzelne Branchen haben die Umsätze der vorjährigen Herbstmesse erreicht, und in Möbeln sogar übertroffen. Auf dem Technischen Gelände brachte der letzte Tag noch ausländische Aufträge für kleine Maschinen für die Werkstatt, für neue Baustoffe und praktische Neuheiten für den Haushalt. Auch die Schmuckwarenmesse in billigen Artikeln hat ganz gute Umsätze gebracht. Das Interesse für Gebrauchsmöbel bis zur teueren Art hielt bis zum Schluß an. Auch mit den Aufträgen auf Lederwaren und dem Interesse an Georauchswaren sind die Aussteller leidlich zufrieden. In Haushaltsartikeln und blanken Waren zeigte sich, in welchem Umfange die Verchromung an die Stelle der Vernickelung getreten ist. Störend machte sich bemerkbar, daß den Ausländern, die auf der Spielwarenmesse nach Neuheiten Ausschau hielten, erklärt werden mußte, daß die Spielwarenindustrie beschlossen habe, Neuheiten nur auf der Frühjahrsmesse auszustellen. Da aber trotzdem manche gute Neuheit herausgebracht wurde, so hat sich in solchen billigen Artikeln doch ein ganz guter Umsatz entwickeln können. Auch diesmal hat die Messe ihre alte Kraft bewährt. So erklärt z. D. selbst die Leitung der italienischen Sonderausstellung, die zum erstenmal eine Uebersicht über die italienische Tabakindustrie gab, mit dem Erfolg dieser Messe sich durchaus zufrieden. Auch da, wo die Herbstmesse nicht zu größeren Bestellungen führen konnte, hat sie den Industrien Gelegenheit gegeben, durch persönliche Fühlungnahme mit der Kundschaft die eigene Produktion dahin zu überprüfen, ob sie mit dem Bedarf der Kundschaft in Einklang steht. Vor wichtigen Beschlüssen des Berliner Börsenvorstandes. Berlin, 3. Sept. (WTB.) In der morgigen Sitzung des Börsenvorstandes wird grundsätzlich beschlossen werden, daß die Erfüllung der am 15. September fälligen Lieferungs- und Abnahmeverpflichtungen hinausgeschoben wird. Die Einzelheiten werden baldtunlichst festgesetzt werden. Wegen der Erleichterung der Rückzahlung von Lombarddarlehen sind Verhandlungen in die Wege geleitet. Daß über Erleichterungen für Leistung v o n Nachschüssen Entschließungen vorbereitet werden, ist bereits bekanntgegeben. * * Deutsche Bank und Disconto-Ge- s e l l s ch a f t. In der gestern abgehaltenen Aufsicksts- rotssitzuny der Deutschen Bank und Disconto-Gesell- schäft berichtete der Vorstand über die Entwicklung während des laufenden Geschäftsjahres, sowie über die Haltung und Maßnahmen der Bankleitung vor, während und nach Ausbruch der Jullkrifls. Der Aufsichtsrat billigte nach eingehender Erörterung das Verhalten des Vorstandes in jeder Hinsicht und erklärte sich auch mit feiner Stellungnahme und seinen Maßnahmen einverstanden. Beruhigung an der Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 4. Sept. Zu Beginn der heutigen Börse hatte man den Eindruck, daß die Lage gegenüber gestern eine Beruhigung erfahren hat. Bei zahlreichen Werten schien das Angebot etwas nachgelassen zu haben. Soweit sich bisher feststellen lieh, fand das vorliegende Material leicht Unterkunft, so daß die Repartierungsquoten etwas höher ausfallen dürften. Von äußeren Motiven blieb die Stimmung scheinbar ziemlich unbeeinflußt, die kurze Bewegung hängt in der Hauptsache von der inneren markttechnischen Situation ab. Auf diese Welse kann es erklärt werden, daß die schwachen Meldungen von der gestrigen Neuyorker Börse ohne direkten Einfluß auf die Tendenz blieben. Die Kursfestsetzung ging wiederum recht schleppend vor sich, da man in Anbetracht der außerordentlichen Lage immer noch große Zurückhaltung bewahrt. In der Kursgestaltung ließ sich im Vergleich zu gestern keine einheitliche Linie erkennen, doch überwogen immer noch die Abschwächungen. Am Markt der Bankaktien herrschte durchweg Schwächestimmung vor bei Rückgang bis zu 2 Prozent. Von Montanwerten setzten Klöcknerwerke 3 Prozent, Otavi Minen 1,5 Mk. niedriger ein, während sich Stahl- Verein und Harpener behaupten konnten. In der Chemiegruppe erfuhren IG.-Farben eine Besserung mn 0,5 Prozent, Gchekdeanstalt und ®oI6> chmidt wurden gegen gestern unverändert notiert, wogegen Metallgesellschaft 1 Prozent ein- büßten. Karstadt und Bemberg lagen bis zu 2 Prozent schwächer. In festerer Haltung eröffneten Salzdetfurth (5 Prozent), Zementwerk Heidelberg 2 Prozent. Farben-Bonds kamen unverändert zur Notiz. Ziemlich fest tendierten Unterfranken bei einem Gewinn von 6 Prozent. Bemerkenswert ist ferner die Befestigung der 4,5prozentigen Nassauer Liquidationspfandbriefe im Gegensatz zu den Frankfurter Liquidations- Pfandbriefen, die gestern voll abgenommen wurden, heute aber bei einem Kurs von 75 Prozent repartiert werden mußten. Im übrigen befindet sich der P f a n ö b r i e f m a r f t in relativ günstiger Verfassung. Im Verlaufe hielt die uneinheitliche Tendenz an. Die Umsatztätigkeit war im ganzen wieder recht lebhaft. Am Geldmärkte blieb Tagesgeld mit 7 Prozent unverändert. Besserung der Stimmung in Berlin. Berlin, 4. Sept. (WTB. Drahtbericht.) Im Gegensatz zu gestern war die heutige Börse bei Beginn der Kursfeststellungen wesentlich lebhafter. Die gestern unerledigten V»rkg^fsauf- träge scheinen zwar nicht zurückgezogen zu sein, doch machte sich bei den Banken einiges Kaufinterefse bemerkbar. Vor allem trug aber die Situation am Rentenmarkt wesentlich zur Besserung der Stimmung bei. Hier rechnet man damit, die noch herauskommende Ware unterbringen zu können, da für die gestern über normal niedrig notierten Werte Nachfrage elnsehte. Die Hauptüberraschung des Tages war aber die, daß bei den meisten Sffektenkursen voll ab genommen wurde und nur noch ganz vereinzelt 25- bis 50- prozentige Repartierungen stattfanden. Hierbei waren die Kurse sogar noch teilweise höher als gestern. Im Durchschnitt gingen die Abschläge nicht über 5 v. H. hinaus. Nur bet den Papieren, für die gestern keine Notiz zustande kommen konnte, waren sie gegen den 11. Juli natürlich niedriger. Polyphon verloren 8 v. H. und Svenska 38 Mark. Otavi konnten ebenfalls nur 1,50 Mark niedriger bei 90 v.H. Repartierung festgesetzt werden. Die Elektrowerte litten besonders unter schwacher Meldung, doch wurden heute auch bet Papieren wie QI®®, und Siemens Repartierungen vorgenommen. Auch Schubert und Salzer verloren breitere 9 V.H. und muhten sich eine 25prozentlge Repartierung der Olbnahme gefallen lassen. Der Devisenmarkt lag auch heute sehr ruhig. London neigte zur Schwäche, dagegen tendierte die Schweiz fester. Am Anleihe-^ markt waren die Goldwerte meist erholt. 8prozen- tlge stellten sich etwa 82 bis 84, 7prozentige auf 76 bis 77, und 6prozentige auf 72 bis 73 v. H. Landschaften und Liquidationen verloren dagegen 5 v.H. Auch Industrieobligatlonen und Stadtanleihen waren wieder sehr schwach und meist gestrichen. Geld etwas leichter, Tagesgeld 9 bis 9,5 v. H. und darunter, Monatsgeld 8 bis 10 v. H. • (Die Repartierungen sind in unserem Kurszettel durch ein r gekennzeichnet. D. Red.) Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 3. Sept. Zum heutigen! Schweinemarkt waren 642 Ferkel aufgetrieben. Es wurden gezahlt für Ferkel von 4—6 Wochen 10—13 Mark, von 6—8 Wochen 13—16 Mart und von 8—13 Wochen 16—33 Mark. Der Handel war schleppend, eS blieb großer Ueber stand. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Nach Beuern. Da die Kandidatur des zweiten Bewerbers um den dortiaen Bürgermeisterposten auf Grund eines Wahlvorschlages zustande gekommen ist, der Wahloorschlag v o r der Wahlhandlung aber nicht zurückgezogen war, ist nach unserer Kenntnis der Sachlage der Kandidat dieses Wahlvorschlages zur Annahme der Wahl verpflichtet, falls er die Mehrheit der Stimmen erhält. Nach unserer Beurteilung der Rechtslage ist sein Verzicht im jetzigen Augenblick nicht rechtsgültig, da ja der Wahlvor- schlag nicht zurückgezogen war. Es muß demnach Stichwahl zwischen den Kandidaten 1 und 2 stattfinden. Postabonnent Darmstadt. In Ihrem Falle wird nach sechswöchiger Sperrfrist Erwerbslosenunter- stützung gezahlt. Zur Beachtung von Einzelheiten empfehlen wir Ihnen, sich vor der Kündigung mit der Direktion des Arbeitsamtes in Verbindung zu setzen. Rente aus der Angestelltenversicherung wird im Normalfalle erst vom 65. Lebensjahre ab gewahrt, nur wenn die Berufsunfähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt durch ärztliche Bescheinigung nachgewiesen wird, kommt auch die Rente früher zur Auszahlung. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 8 v.H., Lombardzinsfuß 10 v. H. (r = repartiert). Frontsun a. Ul. Berlin Einheit« lur« Einheit« kure Einheit« lur# Einheit« kur« Dalum 3.9. | 4.9. 3.9. 4.9. 6% Deutsche Reicheanleide o.ivr: 7% Deutsche ReichSanleihe fr. 1929 6)4% Doung-Anleihe von 1990 . Deutiche Anl.-Ablüs.-Schuld mii AuSlos.»Rechten....... l 1 ä s ä 51 1 i is i£l I | I 1 1 1 1 1 1 II III | ". I 51 I I £ 1 1 1 19 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Detgl. ohne Au«los^Rechte . . . 8% Hess. Bolktstaal von 1929 (rückzahlb. 102%)...... Oberbellen Provinz-Anlethe mii AuSlos.»Rechten....... Deutiche Komm. Sammclabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hup -Bank Goldpse 15 unkündbar btt 1935 . . . . 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbar btt 1936 Serie 16 . 4)4% Fran«. Hyp.-Bank Liqu.- Pfandbriefe......... <)£x>fhRr Id)e $t}p-"®an,'ßlqu 8% Pr. LandeSpfandbrtefanstaU, Psandbriese R. 19...... 7% Pr. Landetpfandbriefanstalt Psandbriese R. 10...... 4% Oesterretchlsche Goldrente . . 4,20% Cefteneitf)(|d)e (SUberrentc 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staattrent« v. 1910 4)4% deigl. von 1913..... 5% abgesi. Goldmexilaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlelhe Serie I........... 4% deßgl. Serie 11....... 5% Mumän. vercinb. Rente v. 1903 tV,%Rumän.vereinh.Rentev.lSlS 4% Rumänische vcrcinh. Rente . 8)4% 1. Änatoltct....... — — _ —— — — —— ___ — — 12,5 — — 10,5 — —— — — — —— — — - — 2 2 — — — 2 2,25 —— — 2 2 — 6 5,5 —- —— 12 11 — — 4,9 4,75 — 13 Frankfurt a. Dl. Berlin Einheit« lur« Einbeitt kur« Einheit« lur« Einheit« kur« Datum 3.9. 4.9. 3.9. 4.9. Hamburg-Amerika Palei . . Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa Dampsschiss .... Norddeutscher Lloyd .... A.G. sür Berkchttwcsen Akt. Berliner Handettgeselllchast . Commerz, und Privat-Bank. Darmstädter und Nationalban Deutsche Bank und Dttconto-Gescllschaft. . . Dresdner Bank...... Reichsbank.....• . . . v . o . 0 . 8 ' 8 7 8 6 6 12 31 76 72 76 75 103 70,5 27,5 87 52 31 76 72 76 75 77 103 84 52 r 27^5 75 70,5 78 74 47 102 A.E.G........... Bergmann........ Elektr. LtefcrungSgefellfchast. Licht und Krasl...... Fellen & Guilleaume.... Gescllschasi sür Elektrische Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . Echuckert & ISo....... Siemen« & Hattke..... LahmeycrL Eo....... . 7 . 9 10 10 6)4 9 . 9 11 14 12 59 75 48,25 70 103 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 r 59 50 75 48 ex 70 103 55 50 70 r 58 67 75 102 Buderus....... Deutsche Lrdvl .... Gelsenkirchener .... Harpener....... Hoesch Eisen...... alle Bergbau..... KlScknerwcrke..... Köln-Ncuessen..... ManneSmonn.Rvhren . ManSseldcr Bergbau . . Oberschles. Kok« werke . • • . 4 . B . 8 . 0 . 6 10 . 6 «)4 . 6 . 0 . 8 23 40 36 33,5 40 32 23 r 40 35 40 r 115 r 35 36 19 40 38 40 115 32 37,5 Phönlr Bergbau.... Rbeiiiische Braunkohlen. Rhcinslahi ...... • • 4)4 10 42 _ 115 111 Franlsurt a. M. Berlin Einhettt mrrf Einheit« lur« Einheit« kur« Einheitt lur« Datum | 3.9. 4.9. 3.9. 4.9. Ricbeck Montan......7,2 — — _ — Bereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16'/, — 26 26 26 13,25 11,75 r 13 r 11,5 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 — 80 80 Kaliwerke Westeregeln ... 10 — 84 84 84 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 135 140 r 135 140 3- G. Farben-Industrte ... 12 Verein, chem. Industrie Frank- 93 93,5 93 93 40 90 —— __ Scheideanstalt.......10 90 -- — Goldschmidt.........0 — 28 — r 28 RütgerSwerke........6 25 — 25 — Metällgelellschast.......6 38 37 38 37 Philipp Holzmann......9 45 45 43 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cemcntwcrk Karlstadt.....7 40 42 •— — Wayb & Freytag......0 — — — — Schulthett Pavenhoser . . . 16 Aku tSlllgemeine Kunstseide) 0 50 — r 90 50 _ Bemberg......... C —— 58 60 —— Zellstoss Waldbos.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 41 —- r 40 43 38 — 38 r 38 Dessauer GaS........$ — — r 70,5 76 Daimler Motoren......C — — 20 — Deutiche Linoleum.....6 38,25 —— 38 37 Orenstcin & Koppel.....C — — — Leonbard Dich.......6 — r 58 r 56 SvenSka...... 16 — — r 200 162 Ehade............ — —- 170 170 Frankfurter Maschine« . . . . o Grthner..........0 25 — 25 — Mainlrastwerke Höchst a. M.. . 6 Süddeutscher Zucker • • • • 10 89 -- 90 Devi enmartt Berlin — Frankfurt a. 7Il. 3. September 4. September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Srle] Geld »rief Hclsingsor» . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sosta . . . Holland . . O«io.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aire« Neunork . . Brüssel. . . Italien. . . Partt . . . Schweiz . . Spanten . . Danzig. . . Japan . . . Otto de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . 10,59 59,13 12,468 73,43 3,052 169,68 112,54 112,54 112,63 20,461 1,185 4,209 58,61 22,02 16,50 81,96 37,66 81,79 2,078 0,254 7,413 18,53 10,61 59,25 12,488 73,57 3,058 170,02 112,76 112,76 112,85 20,501 1,189 4,217 58,73 22,06 16,54 82,12 37,74 81,95 2,082 0,256 7,427 18,57 Banknoten 10,59 59,13 12,468 73,43 3,052 169,63 112,52 112,52 112,60 20,456 1,180 4,209 58,61 22,02 16,50 82,04 36,96 81,79 2,078 0,254 7,418 18,53 10,61 59,25 12,488 73,57 3,058 169,92 112,74 112,74 112,83 20,496 1,184 4,217 58,73 22,06 16,54 82,20 37,04 81,95 2,082 0,256 7,432 18,57 »erlfn, 3.September Geld »rief Amerikanische Noten ....... Belgische Roten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Roten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deulsch-Lesterretch, I 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten. ........ Spanische Noten. ........ Ungarische Note« ........ 4,20 58,44 112,30 20,408 18,465 169,26 22,04 112,30 59,01 2,46 112,39 81,75 37,32 SM5 4,22 58,68 112,74 20,488 16,525 169,94 22,12 112,74 59,25 2,48 112,83 82,07 LL Daten für Freitag, 4. September. 1824: der Komponist Anton Bruckner in Ans- felden (Oesterreich) geboren. — 1853: der Afrika- forscher Henn. v. Wißmann in Frankfurt (Oder) geboren. — 1870: Proklamierung der dritten französischen Republik. — 1907: der Komponist Edvard Stieg auf Trolbhaugen bei Bergen gestorben. Starkenburg. Oer Oollardiebstahl in Auerbach. WSR. Auerbach a. d. B. 3. Sept. Der Ein- bruch im diesigen Hotel .Zur Krone", bei dem der amerikanischen Familie William H. D u n - Ham au» Lhicago ein Kreditbrief über 5000 Dollar, sowie 360 Dollar Dar- gelb und eine goldene Uhr gestohlen wurden, dürste nach den bisherigen Ermittlungen von zwei oder drei Tätern auSgeführt worden sein. Sie sind aus der Gartenseite des Hotel- mit einer geltet auf den Balkon de- zweiten Stockwerk» gestiegen und von da in da- unverschlossene Zim- mer eingebrungen, in dem die Familie Dunham schlief. Ohne daß auch nur ein Mitglied der Fa- mitte etwa- merkte, enttoenbeten bie Einbrecher bie Uhr vom Rachitisch unb plünberten dann die Rocktaschen der Schlasenden auS. Infolge der durchgreifenden Maßnahmen und der sofortigen Rachrichtenübermittlung de- Lan- deSkriminalamts Darmstadt war eS der Stuttgarter Polizei möglich, heute al- Täter de- Hoteleinbruch- den 24jährig<-n, ledigen Hoteldiener Peter Krämer au- Dieberbach festzu- nehmen. Krämer war vom 9. Mai bi- 1. 3unl al- Hoteldiener im Hotel .Zur Krone" beschäftigt. Man nimmt an, daß er bei seinem Einbruch Komplizen gehabt hat. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Kvosdorf, 3. Sept. 3m hiesigen Pfarrhaus steht eine alte schwereichene mit zahlreichen Eisenbändern gefestigte und gesicherte Truhe, die ehemals in der Dlei- berget Kirche ausbewahrt wurde. 3hre Herstellung geschah wahrscheinlich im Iahre 1588 auf Veranlassung deS Rassau-Weilburgischen Superintendenten LaurentiuS Stephani, der mit dem Pfarrer Matthias S t u tz i u S und dem Rentmeister Scheffer, beide auS Gleiberg, ein Verzeichnt» von ungefähr 80 wichtigen Aktenstücken aufstellte. Seiber sink) biefe Papiere, bie in bet Lade zur sicheren Ausbewahrung lagen, nicht auffindbar. Maingau. WSR. Frankfurt a.M.. 3.Sept. 3n einem Hause in der Ofsenbacher Landstrabe war gestern in der Küche eine Frau mit Waschen beschäftigt. Vie hatte einen Bottich mit heißer Seifenlauge angerührt und diesen Bottich achtlo» auf dem Küchenboden stehen lassen. Ihr zwei- einhalbiähriger Iunge spielte in der Küche umher, strauchelte und fiel rücklings in die Seifensauge hinein. Obwohl daS unglückliche Kind sofort nach dem städtischen Krankenhaus geschasst worden war ist eS bald nach feiner 3m- licfenmg gestorben. — Der Vorfall möge anderen Müttern Heiner Kinder zur Warnung dienen! Kirche und Schule. * Leihgestern, 3. Sept. Der vergangene Sonntag brachte unserer Gemeinde einen tiefen Einblick in dasGebiet der äußeren Mission. Missionar Lauck (Frankfurt a. M.) behandelte im Dormittagsgottesdienst den Gedanken unserer Schuld gegenüber dem Heidentum. Im Nachmittagsgottesdienst zeichnete er ein anschauliches Bild von den gewaltigen Umwälzungen der letzten zehn bis zwanzig Jahre in Indien China und an der Goldküste, dem Zusammenbruch der alten und dem Aufgang einer neuen Zeit und der überall durchbrechenden Sehnsucht nach dem Lichte des Evangeliums. Beide Gottesdienste waren von der jeher für die Mission stark interessierten Gemeinde sehr gut besucht. Die Kollekte ergab einen für die gegenwärtige Zeit großen Betrag. Kunst und Wissenschaft. Generalmusikdirektor Franz Schalk f. Generalmusikdirektor Franz Schalk ist, wie auS Wien gemeldet wird, im 68. Lebensjahr in Edlach gestorben. Am 27. Mai 1863 zu Wien geboren, absolvierte er seine Studien im Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde. Zu seinen Lehrern gehörte Anton Bruckner: 1888 kam er als Kapellmeister nach Reichenberg in Böhmen, später war er Kapellmeister in ®ra$ und Prag uno als Gastdirigent an Covent Garden in London. Als Rachfolger Anton Seidl» wirkte Schalk als Dirigent an der Metropolitan Opera in Reuhork und biS 1900 als Kapellmeister an der Königlichen Oper in Berlin. Von dort wurde er in gleicher Eigenschaft an die Hofoper nach Wien berufen, übernahm zugleich al» Rachfolger Löwe» die Direktion der Gesellschaftskonzerte und war von 1909 bis 1919 Leiter der Dirigentcn- schule an der Staatsakademie für Musik. Während seiner Tätigkeit als erster Kapellmeister der Wiener Oper wirkte er neben Bruno Walter unter den Direktoren Gustav Mahler, Weingartner und Gregor. Rach Gregors Abgang 1918 wurde Schalk dessen Rachfolger und leitete das hervorragende Kunstinstitut biS 1924 zusammen mit Richard Strauß, später allein. Schalk gebührt das Verdienst, durch unermüdliche Arbeit die Wiener StaatSoper auf der künstlerischen Höhe erhalten zu haben, die ihrer stolzen Vergangenheit würdig ist. Unb dieses Verdienst ist ihm um so höher anzurechnen, wenn man bedenkt, welchen Schwierigkeiten, die teil» in der Zeitlage, teil» in persönlichen Verhältnissen begründet liegen, zum Trotze er diese Leistung vollbracht hat. Generalmusikdirektor Schalk, der feit 1929 in Berlin tätig war, hat sich durch die liebevolle Interpretation Mozarts in der Musikwelt einen besonders geschätzten Äamen gemacht. S.Jt.-ifportf Der Gtädie-Achier. Austragung am Sonntag, 6. September. Am. kommenden Sonntag wird zwischen den Mannschaften der Gießener Rudervereine und dem Wetzlarer Ruderklub der Städte-Achter um den von den Städten Wetzlar und Gießen gestifteten Dan- deroreis ausgesahren. Das Ausscheidungsrennen für diesen Wettbewerb findet am Eonntagvormittag auf der Lahn statt und sieht die Mannschaften der Gießener Rudergefellschaft, des Vereins Rudersport 1913 und des Gießener Ruderklub» Hassia im Kampf. Die Mannschaften: Derein Rudersport (Start 1): Kurt Münch, Heinrich Wagenbach, Georg Haas, Heinrich Seipp, Walter Beck, Hans Steinbach, Heinrich Fröhlich, Heinrich Immel; Steuer: Heinrich Mühlich. Gleßener Ruderklub Hassia (Start 2): Albert Frank, Rudolf Weller, Hermann Goldhorn, Han» Dübu», Christian Hüttenberger, Ludwig De- hus Willi Müller, Heinrich Heilmann: Steuer: Roll. Gießener R u d e r g e s e l l s ch a f t (Start 3): Erich Weidig, Arnulf Kuschte, Werner Flimm, Gg. Hartmanm Wilhelm Köhler, Willi Becker, Han» Heinrich Neurath, Fritz Goetz: Steuer: Heinz Loh. Das Haupttennen findet nachmtttags um 5 Uhr statt. Der Sieger aus dem Dorrennen des Dormittags tritt zu diesem Haupttennen gegen die Mannschaft des Wetzlarer Ruderklub» (Richard Zimmermann Oskar Mittendorf, Han, Brun», Erich Glier, Walter Lankwitz. Heinz Gucke», Heinz Appel, Ernst Leitz jun.; St.: A. H. Willaughby) an. Den Sieger au» dem Dorrennen im voraus zu bestimmen, ift diesmal nicht allzu schwer. Mit ziem- licher Sicherheit darf man die Mannschaft der Gießener Rudergesellschafl auf Grund ihrer zuletzt bei der Herbstregatta und auch bei der Jubiläums- regatta gezeigten Leistungen als Sieger erwarten. Auch die Wetzlarer werden dieser zur Zeit in bester Form befindlichen Mannschaft nicht allzusehr ge- jährlich werken können. Immerhin dürfte sich im Rennen der Lokalrivalen ein spannender Kampf ergeben. ' AuS ben bisherigen Kämpfen um den Wanderpreis der Städte Gießen unb Wetzlar gingen folgende Vereine als Sieger hervor: 1926: Eichener Rudergefellschaft 1927: Wetzlarer Ruderklub 1928: Verein Rudersport Gießen 1929: Verein Rudersport Gießen 1930: Gießener Rudergefellschaft. Handbatt-Lokaltreffen TV. 1846 - Gp.'Dg. 1900. 3m zweiten Spiel der Vorrunde hat bie erste Mannschaft des Tv. 1846 die gleiche der Spielvg. 1900 auf dem älniversitätSsportplatz zum Gegner. Tv. 1846 tritt zum erstenmal in kompletter Aufstellung mit Helment, Deitter, Mohr, Knorr, Gehrhardt, Burkard. Horeyfeck, Geismar, Krämer, Schmitt, Kern an. Die Mannschaft der Spieloereinigung 1900: Mootz: Fischer, Müller; Bepperling, Otto, Geiß: Kaiser, Enders, Betz, Wolf, Bauer. 8. Kaustballnmde des TV. v. 4846. Die 8. Fauftballrunde des To. v. 1846 Gießen, die am vergangenen Sonntag auf dem Universitäts- sportplatz durchgeführt wurde, reihte sich würdig den vorhergegangenen an und nahm infolge der guten Vorbereitung und de» günstigen Spielwetters einen reibungslosen Verlauf. Sie war eine eindrucksvolle Kundgebung für das Faustballspiel. Die Runde zeigte, daß alle Mannschaften im letzten Jahre ihre Spielweife wesentlich verbessert haben. Vertreten waren 10 Vereine mit Insgesamt 23 Mannschaften, die in Meister-, A-, B-, Alters- und Turnerinnen- Nasse eingeteilt, zusammen 46 Spiele austrugen. In der M e t st e r k l a s s e standen sich gegenüber: die Frankfurter Vereine IG.-Sportverein, To. 1860 und Post-Sportv., Tv. Herborn, To. Phtlippstein und To. 1846. Prächtige Leistungen gab es zu sehen. Ueberraschend kam hier der Sieg des To. 1860 Frankfurt, der vor Post-Sportv. den ersten Platz errang. Die allgemein favorisierten 1846er erreichten lange nicht die Form der Meisterschaftsspiele und mußten sich mit dem 3. Platz begnügen. Die Mannschaft des hiesigen Turnvereins 1846 erzielte sol- genbe Ergebnisse: IG.-Sportv. — 1846 35:44, 1846 gegen Philippstein 59:33, 1846 I — 1860 Frankfurt 40:43, Herborn — 1846 31:41, 1846 — Post-Sportv. 32:37. 1. wurde 1860 Frankfurt mit 9 Punkten, 2. Post-Sportv. mit 8 Punkten und 3. der To. von 1846 mit 6 Punkten. Auch bie A • Ä l a ff e zeigte eine beachtliche Spielstarke. Die Spiele wurden in zwei Gruppen (je fünf Mannschaften) ausgetragen. Die 1. und 2. Gruppen- fieger trugen dann nochmals Entscheidungsspiele aus. Das Endergebnis lautete: 1. To. v. 1846 II, 2. To. Philippstein II, 3. Tv. Herborn II. Der 1. Sieger Tv. v. 1846 ll zeigte fich allen Gegnern klar überlegen. Die Mannschaft hinterließ einen vorzüglichen Eindruck und zeigte wohl die beste Leistung des Tages. Besonders die Vorder- fpieler warteten mit technischen Feinheiten auf, die jeder 1. Mannschaft zur Ehre gereicht hätten. Die Entscheidungsspiele hatten folgende Ergebnisse: Herborn II — 1846 II 26:35, Philippstein II — Polizei Butzbach 36:25, Herborn II — Philippstein II 26:31. Die Altersklasse war mit vier Mann- schasten besetzt. Hier waren die Frankfurter Vereine Post-Sportv. und 3G.-Sportv. ihren Gegnern Polizei Butzbach und Tv. 1846 haushoch überlegen unb machten ba» Rennen unter sich aus; Post-Sportv. war bet glückliche Gewinner. Die Ergebnisse: Polizei Butzbach — Tv. 46 44:47, TV.-846 — 3G.-Sportv. 26:43, Polizei Butzbach — Post-Sportv. 32:54, Tv. 1846 gegen Post-Sportv. 24: 47, IG -Sportv. — Polizei Butzbach 50:35, Post-Sportv. — IG.-Sportv. 32:30. 1. Post-Sportverein, 2. IG.-Sportverein. Gute Leistungen zeigten auch bie Turnerin» nen. IG.-Sportv-, Tv. 1860 Frankfurt und Mtv. Gießen waren vollkommen gleichwertig, während Tv. 1846 infolge der mangelnden Spielerfahrung hohe Riederlagen hinnehmen mußte. Mit blei Glück errang IG.-Sportv. den 1. Platz vor Mtv. und Tv. 1860. Die Ergebnisse: Mtv. — Tv. 1846 63:38, Tv. 1846 — IG.-Sportv. 29:61, Tv. 1860 Ffm. gegen Tv. 1846 62:27, Mtv. — IG.-Sportv. 36:39, IG.-Sportv. — Tv. 1860 Ffm. 33:30, Tv. 1860 Ffm. — Mtv. 41:42. 1. IG.-Sportv. Frankfurt, 2. Mtv. Gießen. Gegelsiugwoche in Hirzenhain. Robert Kronfeld am Start. — Schleppflug von Gießen nach Hirzenhain. Während vor Iahten die Welt aufhovchte, als Blerivt als erster mit einem Motorflugzeug den Aermellanal überflogen hatte, glaubte wohl kaum ein Mensch, daß cs jemals einem Flieger gelingen würde ohne die Kraft des Motors mit einem Segelflugzeug dieselbe Leistung zu vollbringen. Am 1. Iuli 1931 startete Kronfeld um 19 Uhr auf dem Flugplatz Saint-Inglevert, von einem Motorflugzeug ins Schlepptau genommen. Bereits nach 50 Minuten löste Kronfeld das Halte- feU und aus eigener Kraft durch Auswirkung des Aufwindes, der Luftströmungen und bet Wolken flog Kronfeld nach England. Schon um 20 Uhr landete Kronfeld auf dem in der Rähe von Dover gelegenen Flugplatz Swingafe, nachdem et die Stadt und das Schloß überflogen hatte. Eine ©tunbe später trat Kronfeld den Rückflug an und bei völliger Dunkelheit im Lichte der Scheinwerfer landete die .Wien" um 22.32 Uhr unter dem Iubel der Menge in Frankreich Die zweimalige Heberf liegung des Aermel- tana 16 an einem Tage von Calais nach Dover unb zurück glücklich beenbet, unter einem Racht- flug bei völliger Dunkelhei t wirb in der Geschichte des Segelflugsports ohne Zweifel ein besonderes Ruhmesblatt bleiben. Streit mit der Tücke de» Objekts, Kampf mit den Elementen, blitzschnelles Entscheiden und vieles andere traten auf, um bezwungen zu werden. Es war wohl der größte Erfolg, den einer, der aus der deutschen Scgclflicqcri'chule hervorgegangen ist, erreichen konnte. Außerdem gab dieser Flug den Beweis, dah es nicht immer notwendig ift, den Segelflug von Hängen aus z u machen, sondern daß auch der Schleppflug den Scgelflug auf eine bestimmte Höhe bringen kann und es ermöglicht, gewaltige Leistungen zu ooHbrin- aen. So hat Kronfeld auch im Schleppflug in England die 100 Kilometer lange Strecke von Chatbem nach Hanworch (Middlesex) im Segelflug in drei Stunden zurückgelegt, zum Test bei einer Höhe von 1250 Meter, trotzdem er sich von einem Motorflugzeug auf eine Höhe von etwa 700 Meter hat her- aufschleppen lassen und er etwa in der Mitte der Strecke auf 150 Meter Höhe gefallen war. Erst eine neue Wärmequelle über einem Getreidefeld hat ihn von 150 auf 800 Meter hinaufgettagen, während er in einem anderen Falle durch die Beobachtung des Dogelfluges auf eine Aufwärtsströmung aufmerksam gemacht wurde. Kronfeld hatte bei diesem Flug eine Geschwindigkeit zwischen 10 und 70 Stundenkilometer. Vor feiner Landung überquerte er den Flugplatz in etwa 500 Meter Höhe. Nach dielen Erfahrungen des Segelflugs der Ebene, der durch das Hochschleppen durch die Motormaschine ermöglicht wird, beabsichtigt Kronfeld diese Art de» Segelflugs weiter auszubauen und in dem Lande zu erforschen, in dem er die Anfangsstudien de» Segelflugs getrieben hat. Ls ist unbestritten, daß der Segelflugsport wohl an der Spitze m Deutschland steht. Dies dürfte dazu beitragen, daß Kronfeld sein großes Können auch dem deutschen Segelflugsport zur Verfügung stellt. Neuerdings hat Kronfeld das anerkannt gute Segelfluggelände in Hirzenhain (Dillkreis Hessen-Nassau) ausgesucht, um hier im Schleppflug Versuche anzustellen, die vielleicht für den ganzen Segelflugsport Epoche machen sein wird. Am 6. September wird sich zu diesem Zweck Kronfeld vom Flughafen Gießen nach Hirzenhain anschleppen lassen, um dort nach Losung des Schleppseils zu segeln. Für bie Segelflugwoche in Hirzenhain, beten Höhepunkt der Start Kronfeld- zu verschiedenen Segelflügen sein wird, ist ein umfangreiches Programm aufgestellt. So sind Schulflüge der Segelflieger der Gruppen von Koblenz, Limburg, Vohwinkel, Hellenhahn, MörS und Hirzenhain vorgesehen. Die Taufe einiger Flugzeuge, ein Modellwettbewerb, Start verschiedener Eegcl- flugzeugtypen, u. a. m. wird die Tage füllen. Im Rahmen der großangelegten Veranstaltung wird Robert Kronfeld einen Dorttag über „Mein Eegelflug über ben Aermelkanal" halten. Auf bem Segelfluggelände von Hirzenhain dürfte sich ein lebhafter Sportbettieb entwickeln. Handball im LahN'Oünsberg'Gau. Tv. Garbenteich l — Td. Wieseck l 15:5 (6:3). Die Gäste au» Wieseck traten in Varbenteich mit nur 10 Mann an und begaben sich damit bereits aller Chancen in diesem Gauklaffenspiel. Zur Halbzeit führten die Garbenteicher bereit» mit 6:3. Rach dem Wechsel erzielten die Plah- besitzer ein weitere» Tor, verloren sodann einen Mann, vermochten aber trotzdem die Erfolgsserie forttusetzen und brachten dem Gegner eine hohe Riederlage bei. Die Bemühungen der Wicseckek sanden in 5 Toren ihren Ausdruck. Tv. Staufenberg I — Td. Londorf 1 6:11 (3: 6). Bereit» in den ersten Minuten riffen die Gäste bie Führung an fich, Staufenberg- Verteidiger fpielten sehr schwach und vermochten dem gegnerischen Sturm nicht den nötigen Widerstand ent* aegenzusctzen. Der an sich vorzügliche Sturm des Playbeslyer» vermochte feiner,eit» zunächst zu keinem Erfolg au kommen, da der Londorfe« Torhüter eine große Partie lieferte. Zur Halbzeit führte Londorf mit 6:3. Rach der Paus» vermochten die Gäste weitere 5 Tore zu erzielen, da die Hintermannschaft der Plahbefiher ein fehl schwaches Spiel zeigte. Der Tormann der Lon* borfer mußte ben Ball allerdings auch noch dreimal passieren lassen. In der Bezirksklasse wurden folgenbt Spiele au-getragen: Tv. Albach I — Td. Steinbach I 16:2 (8:1). Die Gäste traten zu diesem Spiel mit nue acht Mann an, verloren im Lause deS Kampfe- noch einen Spieler und mußten eine Riederlage einstecken, die unter den gegebenen Vorau»* setzungen zu erwarten war. Tv. Beuern I — Td. DurkharbSfeldea l 0:3 (0:2). Beide Mannschaften zeigten ein flotte», faire» Spiel, da» aber die BurkhardSfeldener auf Grund ihres besseren und exakteren Zuspiel- gewinnen konnten. Den Platzbesitzern blieb da» verdient« Ehrentor versagt. Td. Londorf II — Td. Ruttershausen 1 4:1 (0: 0). Der Kamps sah die Gäste vor der Pause ctwas im Vorteil: der vorzügliche Torwart deS Platz- besiherS hielt jedoch sein Tor rein. Rach dem Seitenwechsel kamen die Platzbesiycr mehr auf, erzielten in kurzen Abständen drei Tore, die Gäste holten ein Tor auf, konnten jedoch ein vierte» Tor für Londorf nicht verhindern. Tv. Allenborf ll —Td. Allertshausen l 3:1 (0:0). Der Reuling Allertshausen mußte in seinem ersten Derbandsspiel eine Rieberlage hinnchmen. Allendors gewann auf Grunb eines gereifter«! Zusammenspiel». ®croinnau5)ufl 5. Klasse 37. Prentzssch-SLbbeussche (263. Prcutz.) Staat»-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Ans jede gezogene Nummer sind zwei gleich höbe (5cn*Hie gefallen, und »war je einer auf die Loft gleicher Slmnmer in ben beide» _____________Abteilungen I nnb II 2L Ziehungstag 2. September 193! Ön bet heutigen Bormlttagszlehung wurden Gewinne Über 400 M. gezogen 2 »etohme n 1OOOO HL 39515 lOtttrtaxM 6000 W. 29500 117650 216257 228459 259700 273835 332815 856677 18 im 3000 M. 33697 72300 160215 210632 242093 270456 280038 309179 391526 64 IHtotnn« ,» 2000
!=„« „ 500 «ll. 8 5493 10412 75129 25273 26990 31093 35302 46580 51988 53722 60062 65377 68266 75627 76366 78940 89386 90451, 101044 108055 110744 113663 122779 12292T 125449 130082 131538 135178 141512 149452 158477 161178 161830 164133 164465 164754 168668 170486 171073 176641 186672 187345 200476 201659 207399 211825 216284 222366 224172 234078 248995 252363 253599 257605 257749 258905 265586 268907 270859 276181. 276669 277482 288249 288408 293305 296939 315747 319139 321286 324367 327235 328304 329278 335356 337266 340331 342776 343159 345123 348471 355481 359417 367017 369916 371154 371759 371989 376699 376598 380209 380699 382796 382978 386043 385644 395812 396352 398666 öa der heutigen Nachmittagsziehnng wurden Gewinn» über 400 M. gezogen 6 »ttotnn. gi 10000 M. 16759 282546 391481 4 »«toüui. »■ 6000 HL 6268 134301 18 »«nHnne n 3000 M. 107690 135056 163276 175621 223814 281692 322251 388127 390694 40 ettoin.. m 2000 HL 3767 15442 46507 89692 160787 161018 168959 172720 197193 212035 226094 230822 258782 263297 263643 287647 305340 312898 362343 394594 100 eetotune 1000 M. 5100 10923 19750 35933 48061 48466 89424 91644 91976 93263 112758 112822 113577 117081 124960 130702 133541 142807 143617 168742 165318 180186 181613 189616 190453 193231 196359 196452 197088 199876 220137 233663 238967 240366 240700 261393 263578 263673 270990 275629 288542 319693 325637 326032 345360 351860 352452 362040 365270 372601 140 »ttDixne |B 600 QZL 4173 17393 23182 28120 33179 36290 42396 42897 50871 60182 66679 69550 71673 76194 78095 78696 81653 81913 93981 106953 118339 121502 121708 121906 141572 143939 145145 151450 164327 163306 171201 171624 173818 179737 183652 195789 203312 206385 214476 216465 216250 217849 226095 230670 237013 240420 242675 243330 252333 267662 282968 292380 298287 307589 308223 318710 319193 323427 326485 326701 336711 336731 338583 343091 363883 382341 386415 390093 392775 393820 Im Gewinnrabe verblieben: 2 Staunen zu fe 600000, 2 Gewinne zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 ju je 60000, 12 zu je 25000, 04 zu je 10000, 134 zu je 6000, 268 zu je 8000, 782 zu je 2000, 1660 ju je 1000, 2476 zu je 600, 7630 zu je 400 M. An Lord des „Graf Zeppelin", welcher in diesen Tagen zweimal nach Südamerika fährt, wird ftaifer* Natron für die Passagiere des Luftschiffs ständig mit. geführt. Kaiser-Natron, ein verbessertes Doppelt- koylensaures Natron, welches sich durch milden Geschmack und große Bekömmlichkeit auszeichnet, wird von der Firma Arnold Holste Wwe., Bielefeld, nj schönen, sauberen Original-Packungen mit Zugabe wertvoller Rezepte und einem praktischen Metallöffeb chen in den Handel gebracht. Beim Einkauf achte man stets auf die gesetzlich geschützte Marke Kaiser-Natron unb die grünen Packungen. 4473V, naus* Bloien_| Harnleiden, bei PWilelde» usw, B^nnens^rmen durc* M UXn Gießen bei Jene W.toel, Saison-Neuheiten in Damen- u. Kinder-Bekleidung Kleiderstoffen für Herbst und Winter 3« Meine Schaufenster braun von 5° Die Preise sind ca. 30 Prozent billiger wie im vorigen Jahre J. Pfeffer • Marktplatz 6 Eintritt freil 5781 D Verein Rudersport Gießen 1913 e. V. 5771’A Hurra, Kasperle ist dal! 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