nr. 154 Giftes Blaff M. Zahrgang Samstag, 4. Juli 1931 Eriche »Ri täglich, avtzn Sonntags anb Feiertag». Beilagen: Die 3Qu|triert« Btehener Q-amilienblltlei Heimat rm Bild Die Scholle Ülonat$'Be$egiprets: 2.20 Reichsmarb anb 30 Reichspfennig für Trüge» lohn, auch bei Richter- Beinen einzelner Nummern folge höherer Gewalt. Ker»fprechanfchlüsie «iUcher Kranze. ~ nremcn in Brand, s mußten. Am Abend war der Brand auf seinen Die Slephani.Rlrche »n Lremen m orana, ' schränkt, die Wehren konnten ledoch die In Bremen brach in der Stephanl-K,rche oder m g* verlassen, da die Trümmer noch iTt ^in^jdort^aUer^erfrügbaren^räfte^a°n^ JJrofeft in öibtaliat gegen di- h'nriNmg ein-, ftätte. Aus dem Dach der Kirche und aus dem Turm Mörders. chluaen bereits hohe Flammen. Dichter Qualm um- $n Gibraltar kam es zu aufgeregten Protest- hullt den ganzen Bau. Riesige Menschenmengen kundgebungen gegen die Hinrichtung eines Tischwaren Zuschauer des tragischen Schauspiels.- Die lers, der wegen Ermordung einer alten Fvau, Stephani-Kirche liegt i n d e r B r e m e r A11 st a d t dum Tode verurteilt worden war. Es tixsr di-, unweit der Weser. Ein seltsamer Zufall will es, daß crjfe Hinrichtung in Gibraltar feilt dem Jahr« bie Katastrophe auf ben 25. Jahrestag bes Bran- iggg. Die Menge erzwang die Schließung der bes ber großen St. Michaelis-Kirche in Hamburg Kaffeehäuser und sonstigen Dch:gnügungslokale, fällt. Gegen Abenb war ber Branb gelöscht. Der und die Lage wurde so bedenklich, daß :Tmpperr Dachstuhl ist völlig vernichtet, jeboch konnte ber alarmiert wurden, die während der Rächt btd lurm gerettet werben. Das sämtliche Jnven- Sttahen abpatrouillierten. Die Hinrichtung ist tar ber Kirche war bereits rechtzeitig in Sicherheit öann crfolgt, ohne daß es zu neuerlichen Kund- Gebracht worben. Auch bie Orgel ist undeschäbigt gelungen gekommen wäre. Der Scharfrichter ist □cMieben Das Kirchenschiff selbst würbe nur an all8 England geholt worden. Tausende Pe^onen einer einzigen Stelle beschäbigt. Nur der untere Raiten sich auf den Sttahen .auf, die CafcS Teil bes Turmes ist durch Wasser stark beschädigt. unb Hotels sind geschlossen. Heber bie Entstehungsursache bes Branbes wird Schwere Heberfchwemmungen in China. noch folgendes mitgeteilt: Der Turm ber Sonne Ut Infolge der in den letzten Tagen niedergegan- augenblicklich v0 n e in em Bau 6 e ruft um- genen Wolkenbrüche sind mehrere Flüsse über die geben, ba bas Dach bes Turmes erneuert werden retteten und haben in verschiedenen Teilen mußte. Dabei muß burd) eine ßotlam p e das Landes Verwüstungen angerichtet. Im Gerüst in Brand geraten fein. Kurz nach 14 uyr ^tz^stlichen Teile der Mandschurei sind über erschien die Feuerwehr, der es auch scheinbar gelang, 0Q ch erson en ertrunken und 1000 vb- d°- F-U-- ju l°,ch-n. Al- d>° S-u-rw-hr bereits w'-d-r abrüden n>»üte, tarn em_ neuer «armrut $in franiö|i|4le6 ®ro6ftug3eug abgeftürjL SnsL ÄSÄ unb mut dort »ür^un-iin e n^u fg e^a ng^n. bas Feuer entzündet haben. « Trümmern liegen, während ein Fluggast bei dem Die Aero-Arktis-ExpediNon des „Graf Zeppelin-. Lersuch, mit dem Fallschirm abzuspringen, eben- Der Luftschiffbau ZeppeNn teilt mit, daß die falls den Tod fand. von chm und der Gesellschaft Aevo Arktis ge- (Eine blutige Schlägerei mit Zigeunern. plante Polarexpedition nunmehr endgültig auf 2ln einem Fußballspiel, das von jungen Leuten die Zsit nach dem 20. Juli d. I. festgesetzt ist. au8 Volkmarsen (Dez. Kassel) ausgettagen . I Die Gesamtleitung der Expedition wird Dr. E ck e- wurde, beteiligten sich auch einige in dem Ort ner, der Präsident der Aero Arktts, haben, weilenden Zigeuner. Im Verlauf des Spiels die wissenschaftliche Leitung Professor Samvi- erhielt einer der Zigeuner versehentlich erneu low i tsch, der bekannte russische Geograph und Fuhkitt, und im selben Augenblick war eine Führer des „Krassin" bei der Rettung Robi.es. schwere Schlägerei im Gange. Drei Zigeu- Durch die Havarie des amerikanischen Hnterfee- ner schlugen rücksichtslos auf den vermeintlichen bootes „Rautilus", mit dem Sir Hubert Missetäter ein, worauf mehrere junge Heute t w ... ....... , - . ... Wilkins seine Rordpolfahrt an-getreten hatte, dem Bedrängten zu Hilfe eilten. Die Zigeuner Grenzverteidigung, der läßt sich das ursprünglich geplante Zusammen- höhten Mefler, Revolver, Zaunlatten usw. zum " ~ " *■ . treffen mit dem Zeppelin in diesem Jahre nicht Kampf, und es gab viele blutige Köpfe. Größeres rdlSti 2T - - —-SqqÖ (Cent >iren b'c, Oie Wetterlage. j WM, Styn ZZjänTÄsyen-- ^runa O WolXenlos. ö neiter. o nere peae<«L 9 wo'*'Oi«Reoea * 5chn a. d. Gieh. Anzeiger. 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Ihn te»Elc Samstag, 4- 3uli 1951 Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 154 Zweites Blatt Landnöten. ORan wird nicht behaupten können, daß da« Der- halten der preußischen Regierung gegenüber der vom 4. b.S 12. 3uli geplanten lommumfli- schen Spvrtwoche .Spartakiade" genannt, einen besonders imponierenden Eindruck gemacht habe Erst wurde das Verbot der Deranstal- tung ausgesprochen, dann wurde den kommunistischen Versprechungen geglaubt, dah sich alles in Ruhe und Ordnung und rein sportmäßig vollziehen werde, woraus die Genehmigung erteilt Durde Dabei liehen die Vorbereitungen der Kommunisten, die Sprache ihrer Presse und die Ankündigungen ihrer Plakate an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Da.ß die seine Unterscheidung zwischen der Kommunistischen Partei und dem sparlakistischen Sportverein nur eine durchsichtige Täuschung sein konnte, hat man wohl auch beim Preuhischen Innenministerium erkannt. Deshalb hat die Zurückziehung des Verbotes der Spartakiade auch bei der Reichsregierung lebhaftes Erstaunen hervorgerufen. Don dieser Seite dürsten der preußischen Regierung auch die berechtigten Vedenken über einen ruhtgen Verlauf der Veranstaltung, zugleich mit dem Hinweis auf den schlechten Eindruck im Auslande, deutlich ausgesprochen worden sein. Es bedurfte aber erst der schweren Zusammen st öhe, die von den Kommunisten in Berlin organisiert waren und bei denen ein pflichttreuer Beamter erschossen wurde, um die bessere Einsicht in preuhischen Regierungskreisen wieder herzustellen. Ls kam wiederum zu einem Verbote der Spartakiade, gleichzeitig wurde das .Internationale Komitee", das sich für diese Veranstaltung gebildet hatte, aufgelöst und das Tragen der dafür geschaffenen Abzeichen verboten. Man besitzt an amtlichen Stellen genügend Material, um zu wissen, in welcher Form die Kommunisten die Vorbereitungen zum Bürgerkrieg betreiben. Für die in den letzten Wochen stattgefundenen Ruhestörungen im Ruhrgebiet sind regelrechte taktische Vorschriften ausgcgeben worden, die auch für andere Gegenden Geltung haben sollten. Als ihr Ziel wird die Zertrümmerung der Polizeikräfte und die Untergrabung der staatlichen Autorität bezeichnet. Don .harmlosen" Demonstrationen, die unter verschiedenen Dorwänden organisiert werden, bis zu solchen Kundgebungen, die durch Bewaffnete geschützt werden und bis zur „boberen Form" der bewaffneten Demonstration siird genaue Bestimmungen getroffen, die sich in den Händen der Führer befinden. Wenn die preu- hische Polizei derartiges Beweismaterial seit längerer Zeit besitzt, so muh man erst recht darüber erstaunt sein, daß sie auch nur vorübergehend daran gedacht hat, die Spartakiade zu gestatten. Die Vorgänge im Berliner Osten haben dann klar gezeigt, daß die Zusammenrottungen nach einem ganz bestimmten Plane unter zentraler Leitung vor sich gegangen sind. So kommt das Derbot der Spartakuswoche reichlich spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Die Polizei wird in den nächsten Wochen gegenüber dem Ansturm der Linksradikalen einen schweren Stand haben, und sie darf nicht in die Gefahr kommen, ihre Kräfte im Kampfe mit vielen einzelnen Demonstrationen zu verzetteln und zu verbrauchen. Das Beispiel der hessischen R e g i er u n g, die kurzer Hand für die Zeit vom 6. Juli bis 9. August alle öffentlichen politischen Der an st al tun gen in geschlossenen Räumen sowohl wie unter freiem Himmel verboten hat, könnte somit zur Rachahrnung anregen. Auf alle Fälle ist es notwendig, dah die Oeffentlichkeit des In- unb Auslandes weiß, dah die staatlichen Machtmittel ausreichen, um alle "Versuche zum Bürgerkrieg im Keime zu ersticken. Die Polizeikräfte werden die nötigen Anweisungen besitzen, um von Anfang an scharf durchgreifen zu formen. Gerade in den Tagen, in denen der Berliner Vertrag mit der Die Bekehrung. Don Kurt Bock. In den beiden Luggersegeln liegt stramm und stetig die Frühbrise, langsam gleitet mit murmelndem Bug das ranke Faltboot flußauf; das Doppelpaddel feiert. In einem Rausch von Eonnengold hangen die Flötenttiller der Lerchen, ein Entenschoof gluckst im geigenden Schilf, Sensendengeln läutet in der Ferne. „Wenn gerade die Gemütlichkeit anhebt, muß wieder so eine niederträchtige Schleuse die Fahri sperren", brummt der Wasserwanderer durch die verwehenden Rauchschnörkel seiner Frühstücks- pseife und dreht mit schwungvoller Wende am Treidelweg bei. Als er die Segel birgt und Masten legt, glubscht allbereit« eine Bengelbande von der Uferböschung herab, die Zeigefinger in den sonntagssauberen Rasen. ..Kommt mal ran. ihr Lümmels, und zugepackt!" Friedlich räkelt er sich ins Graß, läßt sich das Boot auf Land trecken und auspacken; dann schraubt er den kleinen Schlehpwagen unterm Kiel zusammen, verteilt die Staulast in die kleinen Arme und verzieht mit seiner Karawane oberhalb der Schleuse, wo er Pack und Sack wieder ins Wasser sehen läßt. Ein Stoß mit dem Bootshaken, und der Wind bläht wieder die Leinwand. Ein zutraulichen Kater erhält noch einen tüchtigen Paddel-Schrägschlag Wassers über den verblüsften ©trubbet- kopp. Der Schleusenmeister poltert auf seiner Drucke! „Das Schleusengeld", die Glubschmünder grohlcn „©miet nen Groschen ruut!“ Er dreht allen Enttäuschten seinen großstädtischen Rücken zu und gondelt weiter flußauf: „Immer arbeiten lassen und nicht verzweifeln; was ich nicht toiH, das man dir tu', das füg ich allen andern zu; und wer andern eine Grube gräbt, hat Gold im Munde." Die Weiden auf blumenbeftickten Wiesenteppichen strählen ihr Haar in den Wellen, satt- rot leuchten die zackigen Kiefemstämme am Waldeshange. Ein Kranich rudert lautlos hinauf in den unendlichen Glanz. Hinter mannshohem Ried öffnet sich ein oee. am Ufer schläft unter Vlumcnwildwuchs ein verfallenes Schnitter- Häuschen. „Das ist ja der, „Dudel", in dem wir damals Herr und Frau Robinson spielten, wir, Lena und ich. — acht, neun Iahre sind seitdem schwer über mich dahingerollt ... ja, das waren doch diese seligen Monde in dem Iahr vor ihrem Tode. — du liebe, silberblonde Lena. Wie tanzte Sowjetunion verlängert worden ist, muh den Kommunisten klar gezeigt werden, dah die deutschen Regierungen, gleichgültig, von welchen Parteien sie gestützt sind, jedem Anschlag aus den Staat und seine Organe mit größter Energie begegnen. Die Russen selber haben übrigens bei allen Gelegenheiten zu erkennen gegeben, dah sie sich in diesen innerdeutschen Kamps nicht ein- mischen. Das mag offiziell richtig fein. Tatsächlich aber besteht kein Zweifel darüber, dah alle Demonstrationen in den Kampfplan der kommunistischen Internationale gehören, die ihren Sitz in Moskau hat. Die Woche vor dem Haf.bjahresschluh brachle, wie alljährlich, noch eine Hochflut von Generalversammlungen. Den Aktionär und natürlich auch die Allgemeinheit interessieren vor allem die Ausführungen über die Geschäftslage und die Aussichten für das neue Iahr. Da die Generalversammlung der einzige Ort und die einzige Gelegenheit ist. bei der auch der Aktionär einmal zu Worte kommen kann, wird dies gerade in den gegenwärtigen schlechten Zeiten vielfach ausgenutzt, um Anklagen und Wünsche bet der Verwaltung vorzubringen. Ein typische« Beispiel für eine Derartige Protestversammlung war die der Rudolf-Kar st adt-A. -G., die ihre Aktionäre mit einem außerordentlich hohen Ver'.ustabschluh für 1930 beglückt hatte. Sieben Stunden währte der Kamps um die Aufklärung der Tatbestände, die zu den auher- gewöhnlichen Verlusten geführt haben. Man lann sich des Eindrucks nicht erwehren, dah neben einer ganzen Reihe von verfehlten Transaktionen vor allem der ungeheure Ex- pansionsdrang mit der dadurch bedingten Pumpwirtschaft bei den Danken die traurige Lage und die wenig erfreuliche Liquidität der Gesellschaft herbeigeführt hat. Selbst bei besserer Wirtschaftslage schloh diese zu schnell vvrgetrie- bene Ausbreitung grafte Gefahren Momente in sich. Wenn jetzt auch bei Karstadt der Wille zum Systemwechsel vorhanden ist, so scheint man sich doch über die Marschroute in Anbetracht der schwierigen Wirtschaftslage nicht so ganz Kar zu fein. Man sieht wohl momentan, abgesehen von Urvfoftenabbau und Verringerung des Warenlagers, keine andere Hilfe, als die Aufnahme neuer Bankkredite, über die man bereits verhandelt. Dah Warenhausbetriebe auch besser arbeiten können, zeigt der Abschluh der Leonhardt- Ti e h - A. - G.. die ihre Expansionspolitik zur rechten Zeit abgestoppt hat. Diese Gesellschaft konnte ihre Dividende mit 8 Prozent aufrechterhalten und jetzt in der Generalversammlung berichten, dah Die Geschäftslage im neuen Iahre im Hinblick auf die anhaltende Krise sogar als gut bezeichnet werden könne. Offen bleibt natürlich die Frage, wie sich die neue Rotvcr- o r d n u n g auf die Konsumkraft der Bevölkerung und dann wiederum auf die Geschäftstättgkeit sich auswirken wird. Eine jetzt aus den Generalversammlungen immer wiederkehrende Frage ist die nach der Berechtigung des Rückkaufs eigener Aktien. So vertrat man z. D. auf der Versammlung der Berlin-Karlsruher Industriewerke auf Aktionärseite die Meinung, dah ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Rückkauf der Aktien bei der DD.-Dank und bet I- G.-Farben einerseits und der Berlin-Karlsruher andererseits bestehe, da dort der Rückkauf aus dem Gewinn, hier aber anscheinend aus der Substanz erfolgt sei. Da sich auch eine Reihe von anderen Firmen zu diesem Schritt entschlossen haben — wir erinnern an die Daimler- Benz-A.^., an die Berliner Kindl-Drauerei, die ihre Genuhscheine früher gekündigt hat — und auch andere Firmen zwecks Entlastung des Unternehmens einen Aktien rückkauf ins Auge fassen, gilt es, diese Vorgänge genau zu verfolgen, da diese Frage für die Oeffentlichkeit von ganz prinzipieller Bedeutung ist und deshalb auch zu juristischen Verwicklungen führen kann. Run ist also die Entscheidung doch gefallen: Der Massenmörder Kürten ist vom preußischen Staatsministerium nicht begnadigt, sondern dem Henker überliefert worden! Das beleidigte Volks- empfmben, das diesem Unhold in Mentchengcstalt trotz aller psychologischen Deutungsversuche verständnislos gegenüberstand, hat feine Genugtuung gefunden. Die Gegner der Todesstrafe haben zwar auch Kürten noch zu retten versucht, und es scheint, dah auch dem preußischen Staatsministerium der Entschluß nicht leicht gefallen ist. Aber einstweilen besteht nach dem geltenden Gesetz die Todesstrafe noch zu Recht, und wenn ein Fall denkbar ist, auf den sie angewandt werden muhte, dann lag hier bei Kürten ein Schulbeispiel vor. Iedes menschliche Zusammenleben ist nun einmal an bestimmte Gesetze gebimben, deren erstes die Achtung vor dem Leben des anderen Ht Wer sich mit so souveräner Verachtung darüber hinwegfetzt, wer aus Hemmungslofigkeit oder aus falsch geleiteten Raturtrieben in der Abschlach- tung unschuldiger Opfer den Zweck feines Daseins sicht, der hat das Recht auf die weitere Zugehörigkeit zur Gemeinschaft verwirkt. Welche Folgen eine falsch angewandte Humanität unter Umständen haben taim, dafür ist der Fall Kürten ein Beweis. Am 22. April verurteilte das Gericht ihn zum Tode, in der eriten Hälfte des Mai lag die schriftliche Begründung dem Gnadenbeauftragten vor. der sie dann dem preuhischen Iuftizministerium zuleitete, feitc^m wartet der Mörder auf fein Hchickfal. Man hat behauptet, dah er über diese Ungewißheit dem Irrsinn nahegekommen fei. Das ist amtlich heft ritten worden, aber wenn es richtig ist, dann liegt darin nur eine Bestätigung für daS abnorme Nervensystem dieses Mannes. Denn es kann doch nichts Grauenbafteres geben, als Woche für Woche auf die Hinrichlung zu warten, täglich das Gefühl zu haben, dah dieser Tag der letzte sein könne und daß im Morgengrauen der Henker in die Zelle eintritt. Das ist eine Unmenschlichkeit, die in ihrer Wirkung an die schlimmsten Methoden mittelalterlicher Seelentortur heranreicht. Wir beneiden einen Minister nicht um die Verantwortung. die er mit der Bestätigung eine» Todesurteils übernimmt. Aber den Mut zur Verantwortung muh er zeigen; und vor allem im Interesse des Delinquenten wie der Menschlichkeit den Mut zum raschen Entschluß Deshalb darf man wohl hoffen, dah ein folgjcc Fall sich künftig nicht wiederholt, daß vielmehr die Entscheidung über Leben und Tod. wenn einmal das Urteil gesprochen ist, in kürzester Zeit fällt. Das deutsche Chequers in der Schorfheide politisches Wochenende in Hubertusstock. - Preußens größtes Naturschutzgebiet und Tierparadies. Tief und klar ist das Wasser des Werbellinsees, 6er von Berlin auS nicht gut zu erreichen ist, und den daher der Strom der Ausflügler nicht berührt. In der Rähe der Diermillionen» stabt kann sich die Ratur ihre Ursprünglichkeit nicht bewahren. Aber in der ©chorsheide. die sich am Werbellinsee hinzieht und etwa 370 Quadratkilometer bedeckt, gibt es noch allen Wald mit Unterholz, Hochmoor mit seltenen Pflanzen, gewaltige Buchen und vielhundertjährige Eichen auf grüner Waldwiese. Von Eberswalde fährt das Auto eine halbe Stunde, dann ist man in Preußens größtem Raturschutzgebiet, das der Wanderer nur auf bestimmten Wegen durchstreifen darf, damit das Wild nicht aufgeftört und aus seiner Reihe gebracht wird. Dort in der Schorfheide steht Schloß Hubertus stock, das weniger wie ein Schloh, mehr wie ein Schweizer Landhaus aussieht. Dorthin hat die Reichsregierung den englischen Premierminister und den englischen Außenminister eingeladen. Es ist kein Palast, kein Herrensitz im Stil von EhequevS. Aber es ist ein sehr wohnlicher Aufenthalt, und die englischen Minister, die für unverfälschte Ratur schwärmen, werden sich in dieser Umgebung wohl fühlen. Schließlich haben sich schon andere verwöhnte Leute gern in Schloß Hubertusstock aufgehalten! Friedrich Wilhelm IV. lieh daS Jagdhaus im Jahre 1849 neben einem aus ©ÜD- deutschland stammenden Bildstock deS Heiligen Hubertus erbauen. Die Hohenzollem gaben dort Jagdgesellschaften; auch Wilhelm II. hielt sich gern in der Schorfheide auf und lud andere Monarchen zu sich ein. König Viktor Emanuel II. von Italien war dort sein (Saft, Kronpruiz Rudolf von Oesterreich wohnte in Hubertusstock, die Könige Albert und Georg von Sachsen gingen dort gern auf die Jagd, und im Fremdenbuch stehen die Hamen von Herzögen, Fürsten und Prinzen. Diele Hohenzollernprinzen verlebten in der Einsamkeit der Schorfheide ihre Flitterwochen. I c* Ä. F 1*61 ' »> Das dem preußischen Staat gehörige Jagdschloß Hubertusstock am Werbellinsee, wo am 18.3ull die englischen Minister Macdonald und Henderson ihr Wochenende als Gäste der deutschen Regierung verbringen werden. dein Lachen durch die modrigen Räume, wie jauchzten deine Lieder den Schwalben hinterdrein. Und du schmucker Dudel, von all deiner Sommerseligkeit blieben nur dein putziger (Harne und windschiefe Mauerreste. — Hier Iaht uns Hütten bauen." Er landet, zieht sein fahrend Gut auf die Wiese und baut sich das Zelt auf, mit Zurrleinen und Kauschen fest abgeftagt unter den tief hangenden Fittichen der sturmzerzausten Linde. „Der romantische Unsinn steht ja auch noch da, das Herz, das wir in die Rinde kerbten. Und unsere Heckenrose blüht noch ebenso reichhaltig." Er pflückt sich einige Blätter, zerreibt sie auf der Handfläche: „Und riecht noch genau so bekömmlich nach frischen Aepfeln." Der Abend wallfahrtet mit geschwungenen Fackeln über den Horizont, die Rächt wandert mit gesenkten Schleiern hinterdrein. Von Sternen träufelt Traum herab. Im Lindenwipfel kichert ein verschlafener Eichelhäher, der leise Wind summt ihn zur Ruh'. Aus dem flachen Zelt starren weite Augen über Fluh und Flur, wo die Rehe im Rebel tonten, too ‘fern am Waldrand ei*n einziges, ruhiges Licht steht — ein Fenster des Forsthauses — und too nur der schrille Ruf der Käuzchen durch die ungeheirre Stille irrlichtert. „Was haben denn nur diese bösen Jahre aus mir zusammengestuht? Mir ist ja gespenstisch fremd der Geist, der hier einst seines Lebens Krone in Händen zu tragen glaubte und sie der Liebe aufs Haar legte! Din ich denn verdorrt in der Hatz der Werkeltage? Wie nur konnte ich Denn nie dieses Dudels hier und dort des Fvrsthauses gedenken? So liege ich nun hier wrack und rechne meine Habe zusammen: ich sehe, meine Freuden waren Truggold und das Herz klang nie in einem echten Lachen mit!“ Ruhig geht durch das helle Schweigen der einförmige Arem des Flusses, sanft begleitet von der Sing- stimme des Windes. „Ich habe mich verriegelt, gehärtet und von Tag zu Tag gezerrt, ohne mir einen Aufblick zu gönnen. Wein Gewissen habe ich eingelullt mit allerlei schönen Düchem. Theaterei und Musikgetu und habe mir damit einen Vorhang vor das Heiligtum des Menschen gezogen, bis ich ein Abbild für das Leben hielt und mich verlor. Stena, wußten wir es nicht beide grund- fest, dah Wenschsein heißt: einander helfend Bist du darum gestorben, dah du mich heute mahnst und weckst? Dah ich fühle, wie unnergäng- | sich, wie ewig das Leben ist, da es fvrtwirkt als I tätige Kraft des guten Geistes? Bist du ujrt mich, Lena?" — Die Rächt schreitet über das mondenweihe Land, ein Zipfel ihrer Schleier streift über das einsame Zelt, schließt rastlose Augen zum Schlaf. „Jähses ja, nee, Ji sind bat, Herr Heimer, Ji letoet noch? Kiek eener an. Ree, ick hätte Ji nich mehr erkannt. Ree, wat ick mir freuen tu'!“ Der verwitterte Forstknecht, Der Piepenkarl, schüttelt ihm unentwegt die Hand. „So, mit een Kahn sünd Ji anEoamcn? Dien Dudel liggt hei —> joa joa, der Dudel hecht nu „Lenas Ruh", weest Ji bat nich? Der Roame steiht all in die Landkarten, der Herr Förster hat mich dat wiesen, linse Lena! Laten's man, as die noch lewte, da was immer gut Wedder. Wo die hinkam un hinkiekte, da was der blanke Sonnenschein in alle Oogcns. Js nu alles vörbi, alles bot Joa, gähn Ji man binnen, warten Ji een Strämel. der Herr Förster is int Holt, Firn mit atoerft gsieks torück." Wie einst raunen die uralten Bäume um das Forsthaus, wilder Wein und Efeu haben es noch dichter umsponnen. Durch den kühlen Flur mit dem heimeligen Geruch der geölten Stiefel tritt er in die Stube. Die Sonne liegt in breiten Bändern herein. ilnb mit eins eft die Zeit um all die schlimmen Jahre zurückgestellt. Alles ist. wie es war: Hausrat. Gehörn, Bücher, das abgeschabte Dachs- feil vor dem Ofen, von dem ihn der ergraute Dackel mit sachtem, freudigem Ruteklopfen begrüßt, der Duft, der Friede. Er steht und sieht nicht mehr, fühlt nur und hört den brennenden Puls seines Blutes. Don draußen erflingt das Geläut der Kühe und das Lied des Hütejungen — das gleiche wie damals: „Juh ja der olle Fritze, das war ein feiner Mann, hat eine Zippelmütze und eine Klunker dran —" Er öffnet die Augen: warm steht der Sonnenschein aus der Wand, auf einem Bildnis zwischen frischen Tannenr eisern ein schmaler Mädchenkopf, innig lächelnd, leis zittert das Licht über Helles Haar und große, stille, eindringliche Qlugen. ilnb darunter einige seine Bleistiftzeichnungen: der Dudel in seiner alten Märchenseligkeit hinter hohen Sonnenblumen halb verkrochen, — ein Grabstein unter lieblichen Jungbirken. Die Fäuste stemmt er hart beiderseits gegen die Wand. „Ich habe mich um all die Jahre geprellt, seit du von mir gingst." Dreht sich um und geht hinaus, über den Flur, über den Hof. „Ji wollt all wieder gähn, Herr Heimer?" „Ja, Piepenkarl, ich komme aber bald wieder euch besuchen. Grüß den Förster recht herzlich und sag ihm, ich sei ein Dtertelstündchen auf seiner Ofenbank in der Sonne gesessen, und daS danke ich ihm. Auf Wiedersehen, lieber Piepenkarl, und hier meinen Tobacksack, den schenk ich dir. Red' nicht, ich habe noch mehr. Run muh! ich noch einen Sprung ins Dorf, einen Packen Schokolade kaufen: den Schleusenbengels bin ich sie noch schuldig. War eine schöne Fahrt heute, ich habe mir die Augen ordentlich blank gewaschen, ilnb mein Doot soll von nun an „Dudel" heihenl Leb' wohl, Piepenkarl!" Fern verklingen die (Sloden der Herde iml Wald. Die Sonne wandert verschwenderisch gen Mittag. Zeitschriften. — Wie kann ein Mensch oder ein Volk den Geisteskampf seiner eigenen Tage bestehen? In seinem Aussatz „Die Stunde der Theologie" im Juli-Heft der „Zeitwende" (C. H. Deck, München), einem Mahnwort von unüberhörbarem Ernst, antwortet Heinrich Schmid-Kugelbach auf diese Frage: weder durch Betrachtung Der Wirtschaft oder Der Politik, noch durch irgendein äußeres Tun, sondern durch Besinnung auf die tiefften Glaubensdinge. Der Aufsatz stellt eine Zeitkritik dar, die mit unerbittlicher Schärfe in die geiftige Verworrenheit und Wurzellosigkeit unserer Gegenwart hineinleuchtet uno der Theologie die große Aufgabe stellt, eine seelenlose Asphaltzivilisation wieder zurückzuführen zur wahren Schöpfungsordnung in Familie und Volkstum. — Ein heute vielerörtertes Problem untersucht auch der Beitrag von Professor Max Zollinger „Die höhere Schule und der Gegensatz der Generationen". Tiefes Verständnis für Lage und Haltung der jungen (Seneration Derbinbet sich hier mit der Einsicht, daß die Jugend nicht nur nach verständnisvollem Eingehen auf ihr Eigenleben, sondern im Innersten auch nach toirflid>er Führung verlangt. — Im Juliheft Der Münchener Monatsschrift ,.D i e K u n ft", Verlag F. Drückmann AG. München, sehen tobt Blatt um Blatt Schöpfungen, die uns zeigen, daß es für das künstlerische Erlebnis keine Grenzen gibt. Deutsche Maler vermitteln uns darin das farbenglühende Bild italienisch« und afrikanischer Städte und Landschaften, no-rwegische Meister zeigen uns Die Menschen ihres Landes, wie sie ihr Künstlerauge sieht. Eigenheimbauten, neuzeitliche Wohnungskunst, plastische Arbeiten in Majolika. Anregungen für Die Anlage von sonnenerfülltem Wohngärten -eigen, in welchem Ausmaße „Die Kunst" ihrer Aufgabe zu Dienen sucht. EL - ' ■ weni, unter preis. W°n Katiana ,2M in *2 lieb der < Deg^ V-rB 60^® K- st sie'" £ *4? eiterig,: LM land, blieb einen LmH Mfalls Sie wurde Liebe, die- übertrug H nehm/e« hat sie W 2lnto..;« gelohnt. Scnrioitoi das «riedld .Sie W ruhige dich ui ßilonki dieMcht Tatiana einen Kutz sie hinaus Aus de ihnen zu, M diese .Uum Decke sw sie hier blühen li ein feiert; Seoi'gn hatte sie i gefragt. ■ storben se Er nah le Musi- Das Rauchzimmer im Jagdschloß Hubertusstock. Die Jagd im Luli führen und kann im Spazierengehen all^dbe Dinge erörtern, die für unS lebenswichsig sindi. Dadurch wird den Verhandlungen die Scharfe genommen, und es wird eine Vertraulichkeit der Aussprachen herbeigeführt, wie sie sonst kaum zu erreichen ist. Wir wünschen, daß Macdonald und Henderson sich in Deutschland Wohlfühlen — noch wichtiger ist uns allerdings eine vernünftige Lösung der Reparationsfrage. neute Schwächung der öffentlichen Finanzen zur Folge hätten. Wohin ein solches Verfahren führte zeigt hie neueste Notverordnung mit ihrer wirtschaftshemmenden Kraft. Die praktische Kommunalpolitik muß sich klar darüber sein, daß sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein bedeutsames Stück Reformarbeit mit zu leisten haben wird und daß die neuen fomnumalen Haushaltsorgen der Anlaß sein müssen, nun endlich mit aller Kraft Reformen zu fordern, ja danach mit aller Energie zu schreien, anstatt zuzusehen, wie durch die verheerenden Folgen der Steuerschraube vhn« Ende das Unheil nur immer größer gemacht wird. Die Füchse haben den Mutterbau meist verlassen und stecken im Felde, wo es chnen an Nahrung nicht mangelt. Der Dachs, der in Hesse» Schußzeit hat, findet reichliche Aesung bei seine» nächtlichen Ausgängen. Kleinraubzeug wie Wiesel, Iltis und Marder leben meist noch in Familien zusammen und rauben und morden gemeinsam. Ebenso sind junge und alte Krähen vielfach noch zusammen, und es bietet sich oft Gelegenheit zum Schuß auf das schwarze Diebesgesindel. Hubertus. Das große und schwerwiegende Problem wird dann die Frage sein: Wie kann der Voranschlag mit dem vergrößerten Defl-rt insG leichgewichtgebracht werden? Mittel und Wege, die von der neuen Rotverordnung geboten werden und die in dem Ergebnis der Gehalts- und Lohnsenkung sowie der Beseitigung der Lohnsteuererstattungen bestehen, sind nicht befriedigend. Sie führen durch die Kaufkraftminderung breiter Devvlkerungsschichten und di« Schwächung der Wirtschaftskraft zu empfindliche» Steuerausfällen im öffentlichen Haushalt, ferner dürften sie auch nicht im entferntesten ausreichen für die Deckung der erhöhten Lasten. Dor allem erscheint es uns dringend notwendig, daß nicht nur die Spihenorganisationen der Städte und Landgemeinden, sondern auch die Länderregierungen und die Reichstagsabgevrdneten nunmehr mit aller Energie auf die schon seit (Zähren fällige Verbesserung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden zugunsten der kommunalen Gemeinwesen hinwirken. Ein weiteres zweckmäßiges Mittel wäre die Verwirklichung des Vorschlags, des Städtetages Wer die Vereinigung der Krisenfürsorge und der Wohlsahrtserwerbslosen- fürsvrge. Es dürfte auch angebracht sein, daß man nun endlich mit dem bisherigen Verfahren bricht, von Reichs und Landes wegen Gesetze zu machen, deren finanzielle Last zum größten Teil den Gemeinden ausaebürdet wird. Man sollte hier end- Wer in der Kommunalpolitik heute schon, damit su rechnen, daß den Gemeinden auch auf dresem Gebiete erhebliche Reubelastungen beschreden Jein werden, da in Berlin die Tendenz vorherrscht, noch mehr als bisher die kommunale Wohlfahrtspflege für diese Unterstützungsaufgabe anzuspaw- nen. Zahlenmäßige Anhaltspunkte können nach dem hurtigen Stande der Dinge noch nicht gegeben werden, aber soviel erachtet z. B. der Deutsche Städtetag jetzt schon als gewiß, daß in der Krisenfürsorge mit größeren Anforderungen an das von den Kommunen zu leistende Gemeindefünftel zu rechnen sein wird. Rach den jetzigen Berechnungen der Reichsregierung, so hört man vom Deutschen Städtetag, erhöht sich der Reichszuschuß der Krisenfürsorge gegenüber dem Etatansatz von 420 Millionen auf 660 Millionen, das bedeutet, daß sich das Gemeindesünftel von 105 Millionen auf 165 Millionen erhöhen wird. Demgegenüber dürfte die abgeschaffte Lohnsteuererstattung, die den Kommunen eine neue Einnahmequelle zum Ausgleich der Wohlfahrtslasten sein soll, ein sehr fragwürdiges Aequivalent sein. Für Gießen wird auch aus dem Hilfsfonds für Gemeinden mit überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit nichis $u erwarten sein. Besser wäre es gewesen, wenn die Reichsregierung die vom Deutschen Städtetag und von weiten Kreisen der Oeffentlichkeit geforderte 3 u - s ammenlegung der Krisenf ürsorg e und der Wohlfahrtserwerbslosen- f ü r s v r g e vorgenommen und die Kosten der gesamten Wohlfahrtspflege nach dem vom Deutschen Städtetag vorgeschlagenen Modus (Reich 50 Proz.. Land und Gemeinde je 25 Proz., um dadurch auch die Länder zu diesen Lasten mit heranzuziehen) verteilt hätte. Rach dem gegenwärtigen Stand der Dinge sind jetzt wieder die Gemeinden mit ihren Haushalten in der Rolle des verstärkten Lastenträgers, dem es allein überlassen bleibt zu sehen, wie er mit der verschlechterten Sachlage fertig wird. Wenn auch in unserem Gießener Wohlfahrtsetat schon im Frühjahr, mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage, zur Vermeidung nachträglicher Krediterweiterungen vorsorglich 100 000 Mark veranschlagt wurden, so dürfte doch fraglich sein, ob angesichts der jetzt ganz wesentlich veränderten Sachlage diese Summe ausreichen wird. Wir wären nicht überrascht, wenn allein von dieser Seite her schon im Herbst oder im frühen Winter eine Rachforderung auf tauchen würde, die dann ihr Gegenstück in dem Minus an Steuereingängen hätte, beide zusammen aber die Stadtverwaltung und den Stadtrat vor eine reichlich schwierige Aufgabe stellen würden. deren finanzielle Last zum größten Teil den Gemeinden aufgebürdet wird. Man sollte hier endlich nach dem Sprichwort handeln: „Wer die Musikanten bestellt, bezahll sie." Schließlich dürft« nicht von der Hand zu weisen sein, daß durch umfassende Reformen mancherlei Arbeitsgebiete de» Gegenwart beseitigt werden müssen, um dadurch eine Entlastung der Haushalte zu erreichen» Unte» gar keinen Umständen sollte man wieder di« Steuerschraube in Bewegung setzen, und ebensowenig sollte man zu Maßnahmen greifen, die ein« weitere Minderung der Kaufkraft und damit er- Zur Gesichts-Bräunung aber auch zur Bräunung des ganzen Körpers bei Sonne» bädern verwende man die reizmildernde und kühlend« (Erernt Leodor — feltstei in roter Packung: fetthaltig in blauer Packung, Tube 60 Pf. u. 1 2KL Wirljam unterstützt durch Leodor-Edek> jeise Stück 60 Pf, Lu haben In allen Lhlorodont-Berlausssteüv^ Im Anfang des Monats pflegt es im Revier recht still zu sein. Das Wild hat vielfach den Wald verlassen und in den Getreidefeldern, die eine unabsehbare Dickung darstellen, seinen Einstand genommen. Zu ganz unregelmäßigen Zeiten tritt es auf einge- prengte Kleeäckeer u. ä., zur Aesung aus und ist nur schwer zu besagen, soweit es überhaupt Schußzeit hat. In der zweiten Hälfte des Monats aber wird es schon lebhafter. Den Rehbock bringt die Liebe aus die Läufe, im Rotwildrevier beginnen die Hirsche zu fegen, an Fluß und See streichen lügge Enten. So winkt wieder mancherlei Weid- mannslust dem Iägerherzen. Doch vor allem erwachsen auch Pflichten. Wenn Beeren und Pilze im Walde zur Ernte locken, dann geben sie nur zu gern den Deckmantel für Wilderei in der mannigfachsten Form ab. Drum gehört der Reoierinhaber gerade dann recht oft unauffällig in sein Revier, wo ihm allein durch das Absuchen der Kulturen durch Beerensucher schon genug Schaden erwächst. Die Jagd auf den edlen Hirsch ist bekanntlich in Hessen schon offen, da er keine Schonzeit besitzt. Doch kein weidgerechter Jäger wird auf den König der Wälder weidwerken, ehe dieser völlig gefegt hat. In Preußen genießt er noch Hegezeit. Das Damwild tritt gegen Monatsende bereits in seine Feistzeit. Rot- und Damtiere fuhren ihre Kälber und int) vor allen Storungen zu schützen. Hafer- und Kartoffelfelder locken das Schwarzwild so sehr, daß es oft auch tagsüber im Felde sich steckt. Für dos Rehwild beginnt Mitte des Monats die hohe Zeit der Liebe. Doch sollte der Abschuß guter Bocke erst gegen Monatsende, besser erst im August einsetzen, damit den guten Gehörnträgern die Möglichkeit zur Vererbung gegeben ist. Wer dagegen Kümmerern und schlecht veranlagten Bocken die Erhaltung der Art anoertraut, der wird später vergeblich nach guten Bocken suchen. Drum ist zu Anfang der Blattzeit der letzte und häufig recht günstige Augenblick gegeben, um solche unerwünschten Bocke wegzunehmen. Dann möge später auch das Weidmannsauge sich an dem guten Bock freuen, wenn er auf der Decke liegt, nachdem er sich vererbt hat. Nur durch solch planmäßigen und überlegten Abschuß ist eine qualitative Hebung des Rehstandes zu erzielen. Wer nur nach guten Böcken sucht, läßt alles schlechte Zeug sich jahrelang durchmogeln und die Art verderben. Sicherlich ist das Blatten das einfachste Mittel, um einen Bock vors Rohr zu bekommen, es ist auch ein sehr gutes Mittel, um den Rehstand einmal kennenzulernen, zumal ja auch Ricken springen (Achtung norm Schuß!). Doch auch ohne die Nachahmung der-verschiedenen Stimmlaute des Rehwildes genügt der häufige Aufenthalt im Revier $u jener Zeit, um zum Schuß zu kommen oder sein Wild zu beobachten, das jetzt so viel und zu allen Stunden auf den Läufen ist. Die Wildhühner haben Junge, die Jagd ruht. Dagegen sind Mitte des Monats, wenn in Hessen wie in Preußen am 16. die Jagd auf die Enten eröffnet wird, die Jungenten meist schon gut beflogen. Wer einen guten, wasserfreudigen Hund besitzt, der wird dann trotz aller Schnaken an Fluß und Teich manche frohe Stunde erleben können. Die alten Erpel befinden sich in der Maüer und sind als Rauherpel nicht oder nur schlecht flugfähig. Ihnen ist ohne Hund gar nicht beizukommen, dem sie sich durch Drücken unter Gestrüpp und Schilf oder Schwimmen unter Wasser zu entziehen suchen. Man unterlasse es nickt, vor allem Jungenten, die an heißen Tagen geschossen wurden, sofort auszuziehen, da sie außerordentlich leicht „grün" werden. Der Hase scheint sich bis jetzt gut vermehrt zu haben. Häsinnen vom ersten Satz setzen bald selbst schon. Die Waldschnepfe, die noch Schonzeit hat, schreitet oft noch im Juli zur zweiten Brut. Der Anblick streichender Schnepfen ist beim Ansitz auf den roten Bock keine Seltenheit. Auch die Wildtauben, die in Preußen deswegen jetzt auch alle noch Schonzeit haben, machen ihr zweites Gelege. Man sollte auch in Hessen in ihrem Abschuß Zurückhaltung üben, bis die Jungen flügge sein werden. Die Vermehrung der Tauben ist gering (zwei Eier pro Gelege), die Jungen sind Nesthocker und auf ; die Wege durch die Alten angewiejen. es nicht, die vielen tausend Kormorane zu vertreiben. Schließlich wurden alle Förster aus den benachbarten Revieren herangezogen, die Potsdamer Garnison schickte ihre besten Scharfschützen, und nun setzte ein Vernichtungskrieg ein. Als die Kormorane sahen, daß die Schlacht verloren war, zogen sie ab. Aber die letzten Muränen hatten sie vorher herausgefischt und verspeist. Berühmt wurde Hubertusstock erst, als Wisi- helm ll. es zu seinem Jagdquartier machte. Rach dem Zusammenbruch von 1918 glaubte man zuerst, daß die schöne Schorfheide nun in einen fiskalischen Forstbetrieb umgewandelt und nur mit Rücksicht auf den größten Ertrag verwaltet werden würde. Aber die Forstbecunten hatten Glück. Reichspräsident Ebert war ein leidenschaftlicher Jäger, dem Schloß Hubertusstock freilich zu feudal war, und der sich deshalb ein kleines Jagdhaus in der Rähe bauen ließ. Ehe man ihn zmn erstenmal zur Hirschjagd einlud, mußte er sich auf der Scheibe einschießen. Mancher Schuß ging daneben. Aber dann wurde er ein glänzender Schütze, der oft den Wald allein durchs streifte, sich dabei manchmal verirrte und dann nach dem Weg fragte. Wer ihn nicht kannte, war darüber sehr erschrocken: denn die Leute in der Schorfheide konnten sich nicht denken, ein Jäger in diesem Revier nicht Bescheid wüßte, und sie hielten den untersetzten Mann mit seinem Gewehr daher oft für einen Wilderer. Auch der preußische Ministerpräsident Braun hält sich oft in Hubertusstock auf. Rach Eberts plötzlichem Tode wurde Simons, der damals Reichsgerichtspräsident war, vorübergehend mit der Führung der Geschäfte des Reichspräsidenten betraut. Wer das Amt ausübt, hat auch Anspruch auf die Erholung, und Simons weilte daher in jenen Tagen auch als Gast in Hubertusstock. Er hat nicht geschossen, er hat sich nur erholt. Doch Hindenburg, der alte Soldat, ging um so lieber auf die Jagd. Wahrscheinlich ist Hindenburg der sorgfältigste Jäger, der bisher als Hausherr in Hubertusstock gewohnt hat. Stundenlang kann er auf der Pirsch sein und das Wild erwarten: ehe er den Schuh abgibt, zielt er sorgfältig; mit den Förstern bespricht er genau, wie das Jagdrevier zu verwalten ist. Der historische Landsitz Chequers mag vornehmer sein. Aber auch das jüngere Schloß Hubertusstock hat schon seine Geschichte, und landschaftlich kann es die Schorfheide gewiß mit der Umgebung von Chequers aufnehmen. Freilich, ein Golfplatz ist nicht in der Rähe, und di« englischen Gäste müssen sich an dem bevorstehenden Wochenende nun einmal an eine deutsche Umgebung gewöhnen. Cs wird ihnen sicherlich gefallen, und sie werden hoffentlich in der Stimmung sein, die für erfolgreiche Verhandlungen günstig ist. In Hubertusstock läßt sich genau dasselbe Verfahren wiederholen, das in Chequers zum Erfolg geführt hat. Man kann eine vollständige Trennung von der Auhenwelt herbei- Winter 1930/31. Da die hessischen Ausführungsbestimmungen zu den wichtigsten Teilen der Notverordnung vom 5. Juni bis jetzt fehlen, läßt sich in den Einzelheiten ziffernmäßig noch nicht endgültig erkennen, wie stark die Auswirkung der neuen reichsgesetz- lichen Bestimmungen auf den kommunalen Haushalt sein wird. 2lber in großen Zügen kann man letzt schon sehen, daß für die Gemeinden — und zwar sowohl für die öffentlichen Finanzen, wie für die Privatwirtschaft —■ erhebliche Rachteile zu erwarten sein werden. Industrie, Handel und Gewerbe müssen künftig eine weitere Beschränkung ihrer wirtschaftlichen Grundlage in Rechnung stellen, da die erneuten Kürzungen der Beamten- gehälter, der Löhne der Staats- und Gemeindearbeiter und die höheren Steuerlasten der Privatangestellten und Arbeiter, sowie der selbständigen Unternehmer, ferner die Senkung der Renten und der Arbeitslosenunterstützung, eine erhebliche Mln- derung der Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten bedeuten. Bei der öffentlichen Finanzwirtschaft'' wird sich diese Entwicklung natürlich in Minderungen der Steuererträge bemerkbar machen, während auf der anderen Seite verstärkte Lasten im Wohlfahrtsetat zu erwarten sind. Rach einer vorläufigen Berechnung dürfte sich die Minderung auf dem Gehalts» und Lohnkonto des Gießener städtischen Haushalts nach den neuesten Kürzungen, die ab 1. Juli in Kraft treten, für den Rest des Rj. 1931 auf mindestens 100 000 Mark belaufen. Dieser Entlastung des städtischen Etats kann man aber nur wenig Freude abgewinnen, weil man eben hier, wie auch bei den anderen Reubelastungen die Kaufkraftminderung in Betracht ziehen muh. Der Kreislauf wird dann wiederum bei den Steuereinnahmen geschlossen, die natürlich von dieser Verschiebung nach unten nicht unberührt bleiben. Schon heute kann man sicher damit rechnen, daß die dem städtischen Haushalt für 1931 im Januar d. I. zugrunde gelegten Berechnungen des Steueraufkommens weit über dem tatsächlichen Steuerertrag liegen werden, d. h. also der bereits vorhandene ungedeckte Fehlbetrag von 304 800 Mk. sich um den Minderertrag der Steuern erhöhen wird. Sind auf diese Weise die öffentlichen Haushalte von der Einnahmeseite her in ihrem gegenwärtigen Stande bedroht, so ist eine nicht minder bedeutsame Einwirkung auch von der Ausgabenseite her mit Sicherheit zu erwarten. Wir wollen davon absehen, die Erhöhung der Betriebskosten für städtische Kraftsahrbetriebe, die infolge der erhöhten Mineralölzölle und der dadurch bedingten Verteuerung des Triebstoffes eintreten wird, allzu stark in Betracht zu ziehen. Weit einschneidender ist dagegen die Einwirkung auf die Ausgaben der Wohlfahrtspflege. Durch die Bestimmungen der Rotverordnung soll eine erhebliche Entlastung der Krisenfürsorge erreicht werden. Deren Gestaltung im einzelnen soll bis zum Beginn des nächsten Winters auf dem Verhandlungswege noch gewisse Aenderungen erfahren. UiBeschadet dieser Revisionsbestrebungen ist Neue kommunale HaushMsorgen. Arn 24. April hat der Gießener Stadtrat den städtischen Haushalt für 1931 mit einem ungedeckten Fehlbetrag von 304 800 Mark verabschiedet. Damit wurde zum ersten Male in Gießen ein Voranschlag in Kraft gesetzt, dessen Einnahmen und Ausgaben nicht ausgeglichen sind. Man ließ sich bei diesem Beschluß von der Hoffnung leiten, daß auf dem Gebiete der Wohlfahrtslasten durch Eingreifen des Reiches und des Landes noch im Jahre 1931 eine Lage geschaffen werde, die den Ausgleich unseres Haushaltsplanes ermöglichen würde. Es ist mittlerweile anders gekommen, als man damals gedacht hatte. Die Rot- verordnung der Reichsregierung vom 5. Juni hat den Kommunen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt der erhofften Entlastung der korn- munalen Haushalte ist eine weitere Schmälerung der Wir tschaf tsbasis der Städte zu bezeichnen. Dor allem ist auch die vom Deutschen Städtetag erstrebte grundsätzliche Reuregelung der Krisenfürsvrge und der Wohl- fahrtserwerbslosenfürsorge, von der für die Gemeindehaushalte eine Besserung kommen sollte, nicht dorgenommen worden. Die Reichsregierung hat vielmehr die Dreiteilung: Arbeitslosenversicherung, Krisenfürsorge und Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge beibehal ea. Für die Finanzwirtschaft der Kommunen ergeben sich nun wenig erfreuliche Aussichten für den kommenden Winter, der hinsichtlich der Erwerbslosenziffer aller Voraussicht nach noch ungünstiger werden wird, als der Der frühere Kronprinz hat sich dort in den ersten Wochen seiner Ehe aufgehalten. Als der Herzog von Cumberland im Mai 1913 die Tochter des Kaisers heiratete, machte auch er seine Hochzeitsreise in die Schorfheide. Die Hvhenzollem hatten sich einen schönen Platz ausgesucht, als sie Hubertusstock nahe dem Werbellinsee erbauen liehen. Dor allem einen idealen Platz für den Jäger! Die Schorfheide muß zu allen Zeiten ein Tier para dies gewesen sein. Vorgeschichtliche Funde beweisen, daß es dort früher einmal Elche und Auerochsen gab. Roch die ersten Markgrafen jagten In diesem Revier Bären und Wölfe. Jetzt gibt es in der Schorfheide wohl die größten Hirsch- herdenin Europa. Wieviel Hirsche es nun sein mögen, ist schwer zu sagen. Theodor Fontane hat zu seiner Zeit von 3000 Hirschen im Werbet- [iner Forst gesprochen, und um die Brunstzeit, etwa von Mitte September bis Mttte Oktober, waren es noch 1000 mehr, denn dann erschienen die Wanderhirsche. Sie kamen aus den benachbarten Landesteilen, aus Mecklenburg, Pommern, Schlesien, ja sogar aus Polen und aus Ostpreußen. Später blieben die Wanderhirsche fort, und Wilhelm H. lieh zur Auffrischung des Bestandes ungarische Hirsche ansiedeln. Wenn man durch die Schorfheide streicht, wird erst klar, welch Tierreichtum früher in deutschen Landen vorhanden gewesen ist. Eichhörnchen huschen über den Weg, Reiher horsten am See, Kraniche ziehen in dichten Schwärmen, Enten flattern auf, Rohr- und Gabelweihen schießen vorbei, und mitunter erblickt man sogar einen Seeadler, der hoch oben in den Lüften seine Kreise zieht. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts tauchten plötzlich Kormorane auf, jene schwarzen Seeraben, die sonst nur in Japan und China heimisch sind. Es sind Wandervögel, und auf eine unerklärliche Weise hatten sie sich plötzlich an den Werbellinsee verirrt. Dort gefiel es ihnen. Sie liehen sich nieder und gingen auf den . Fischfang, wobei sie es leider vor allem auf die Muräne abgesehen hatten. Mtt großer Geschicklichkeit holten sie die Fische aus dem Wasser.^ Sie arbeiteten sich gegenseittg — nicht in die Hände, ckber in die Schnäbel, und den Fischern gelang Von der Buhbach-Licher Eisenbahn. Aus Kreisen der Interessenten der Butzbach- 2icßer Bahn wird uns geschrieben: „Der Bericht des „Gießener Anzeigers" über die Generalversammlung der Buh- bach-Licher Eisenbahn AG. bedarf noch einzelner Ergänzungen. Wie aus dem Bericht ersichtlich war, beschäftigte sich die Generalversammlung und besonders eine im Anschluß daran abgehaltene Obligativnärversammlung mit einer Sanierung des Unternehmend. Gegen das Streben der Dutzbach-Licher Eisenbahn, Steuererlaß von den Gemeinde» zu erreichen, ist um so weniger etwas zu tagen, als ja bekanntlich das Unternehmen viel zu hoch in den Steuerlisten bewertet ist. Daß Obligationszinsen nicht gezahlt und die gekündigten! Obligationen nicht zurückgezahlt werden können, ist bei der prekären Lage der Eisenbahngesellschaft leider auch selbstverständlich. Aber seh» bedenklich erscheint doch der Vorschlag bei Firma Lenz. Berlin, die Detriebsführerin de» Eisenbahn und zugleich ihr Haupbaktionär itfo die Obligationsgläubiger dazu zu bringen, ihr« Obligation-en in Aktien umzutau- schen. Da muh unbedingt der Eindruck erweckt werden, als ob es der Gesellschaft weniger uml eine Sanierung des Dahnunternehmens, als vielmehr um ein gutes Geschäft zu tun toäre. Denn abgesehen davon, daß nicht einzusehen ist, welche Bedeutung für den Bahnbetrieb diese« Umtausch haben soll, ist doch auch festzustelleir, daß die Obligations schuld eine Aufwertungsschuld ist, die jetzt etwa 220 000 Mark beträgt. Das Aktienkapital von 1 500 000 Mark, das fast ausschließlich in dem Besitz der Firma Lenz ist, ist ein Vorkriegswerk. FüL einen Umtausch käme aber nur ein Aufwertungswert in Frage. Es ist weiter zu bemerken, dahl früher die Gemeinden, um einen Einfluß auf den Betrieb der Bahn zu bekommen, gern 'Aktien! übernommen hätten, die aber damals nicht zu bekommen waren. Jetzt, in dem Augenblick, wo die finanzielle Rotlage des Unternehmens zutage tritt, werden die Gemeinden zu dem „Geschäft" eingöladen, das sie natürlich abgelehnt haben. Denn die Gemeinden haben der Bahn gegenüber schon große Opfer gebracht, an die die „Opfer" der Firma Lenz doch nicht heranreichen. Ma» erinnere sich nur, daß der Firma vom Staab und von den Gemeinden beim Dahnbau zwe? Drittel der Bausurnme zur Verfügung gestellt wurden (etwa 60 000 Mk. für den Daukilorneter!). Diese Summe ist auch beinahe ausreichend gewesen für den Dahnbau, so daß die Firma» Lenz & Co. wenig eigenes Kapital in den Dau gesteckt hat. Cs ist zu bedauern, daß dadurch die Verttauensatmosphäre, die gerade bei öert Sanierungsarbeiten im Interesse der Dahn nicht gestört werden dürfte, sicherlich keine Besserung erfährt." Derantwortl. f. d. Feuilleton: i.03. Dr. 2ang^ ,'tej »’'«»■ afes NS besten au*?®6 ?s~ 1M man Ä*ren bucht. ML äh durchs uHen, um frabuiA W «reichen. iln£ man wieder ^.und tbfljtx »ft SSSfi ^l'sche Mmimti* ^dabsietmAch. EutsarneS «tüd En wird und dah AtlvrW der Anlah ^Ntflefor” tit all« Tnergje m fc durch bit D«b«- ichraude ohn« ter größer getmxjjt Rutierbau meist vev, io cs ihnen an Nah» chs, der in -esliA e Aefung bei (einen :aubjeufl wie Diesel, nach in Familien ju» Jen gemeinldm. ikben« )en vielfach noch zu« ost Telegenheil M sgepnbel. fiubtriut. nten der Dutzbach« geschrieben: ner Anzeigers" über lung der 2utz« »n AS. bedarf noch > der Duhbach-Licher , von den Dememden iaer etwas zu (aam. mehmen diel »ii R et ist. Daß w* and die gefiW" »ahli werden können, der Eisenbahngelell- ändlich. W , der DorfchlaS der DetriebsWerm M tzauptattionar ^ taju P Wnt?.£" -'äT^ nternehwens. Äg i*«» £ LÄ die M bC!Ti5CO3 tahX Ä der tiS-«1 52 -K Aufwertung^ eitet j« r. öU den einen SmM «t« **%(), ®o „ W .Utas« 1 ft-*; L « .^°Duh«ba» .-K»S WH , KaMl w •Cy** ton: sjri^S SrandungdesLebenS Vornan von ^äte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Bcchthold in Braunschweig.) f lSchluh.) Semjonow drückt« ihr die Augen zu imb schloß ffattana in seine Arme. 3brer Treue wollen wir ein Denkmal setzen in "unserem Herzen, meinSveh. wie glücklich t)er Au-druck ihre- Gesichte- rst. See lächelt, ihr ist wohl. Weine nicht, Liebling, sie hat ihren IDeg vollendet." «Darum ging ich von ihr in dieser letzten Stünde, Sascha? Wären wir doch bei chr geblieben. nun war sie allein in Sterbensnot. Gewiß hat sie noch manchen Wunsch auf ihrem Herzen gehabt, nun mußte sie allein hier liegen, sie. die mir ihr ganze» Leben gab. AlS ganz junges Dmg ist sie in meiner Eltern Hau- goto mm en, sie war eine Kaukasierin, bei einem Ilebersall aus ihr elterliches Dors durch die Aussen hatte sie aue ihre Angehörigen verloren. So kam sie nach Rußland, blieb im Hause meiner Eltern, hatte dann einen LandSmann kennengelernt, der sie heiraten wollte. Aber auch ihn hat sie wohl verloren, jedensallS ist nicht- au- ihrer Heirat aewvrden Sie wurde meine Amme, du weißt. Und all ihre Liebe, die Zärtlichkeit ihres vereinsamten Herzens übertrug sie auf mich. Sogar unseren Glauben nahm firan, um ganz zu uns zu gehören, niemals hat sie ihre Heimat wiedergesehen. Arme alte Anka... ach, wir haben dir deine Treue schlecht gelohnt." Semjonow nahm ein Tuch und deckte e- auf das inedliche Antlitz. .Sie hot heimgesunden, Liebling. Komm, beruhige dich, wir müssen jetzt die nötigen Schritte Si Lisankas Beerdigung tun. Und dann ruft mich e Pflicht. Komm, wir wollen gehen" Tatiana hob noch einmal da- Tuch und hauchte einen Kuß auf die Stirn Lisankas. Dann traten sie hinaus aus der niederen Tür ins Freie. AuS den Gärten trug der Wind Rosenduft ihnen zu, in verschwenderischer Hülle hingen sie um diese Zeit hier über Mauern und Zäune. .Blumen will ich ihr holen und über ihre Decke streuen", sagte Tatiana leise, »Blumen soll sie hier haben, die chr da- Leben niemals erblühen ließ. Ich habe noch etwas Geld, Sascha, ein feierliches Begräbnis wollen wir chr bereiten" Ssvigite kam ihnen am Quai entgegen, er hatte sie gesucht und überall im Hotel nach ihnen gefragt. Jetzt sagten sie ihm, daß Lisanka gestorben fei. Er nahm Tatianas Hand unb sagte feierlich: .Die groß« Freude hat wohl chr Leben auS» gelöscht, Gräfin göimen wir chr die Ruhe. Unsere Reise hierher hat sie so tapfer überstanden Ueb- rigen- sprach ich vorhin den Direkwr, Sascha, er ist jederzeit bereit, Ihren Kontrakt zu lösen wenn Sie eS wünschen sollten" .Wozu?" fragte Semjonow und sah über den glänzenden Spiegel de- Sees hinüber, wo sich die dunklen Zypressen SirmioneS in den blauen Himmel hinein erhoben und einen dunklen Punkt gaben in all' dem Sonnenglanz ringsum. .Wozu?, wir möchten vorläufig hier bleiben Tasiana und ich. Sollte sich eine Anstellung für mich durch Ihre gütige Vermittlung in Pari- finden so wäre es immer twch Zeit, den Kontrakt zu lösen Vorläufig wäre fein Grund dazu verbanden Unb Sie hatten hoch die Absicht, hier noch einige Zeit zu verweilen, Raoul. Ihre so jäh interbrochene Weltreise wieder aufzunehmen hatten Sie doch nicht vor, oder haben Sie sich andere Pläne gemacht?" .Rem, vorläufig eilt es mir nicht, nach Pans Srückzu kehren, Globetrotter der ich bin, verweile doch gern einmal für längere Zeit an einem fd^önen Platz. Und da ich hier so liebenswürdige Gesellschaft gefunden habe..." er küßte galant Tasiana- Hend, .so bin ich gern bereit, meinen Aufenthalt hier für länger auSzudehnen als ich zuerst beabsichtigte. Meine Reife wieder auf zu- nehmen habe ich keine Lust, mir bekamen diesmal die Temperaturwechfel nicht sonderlich gut, das beeinträchtigt so sehr die Reifefreude. Also abgemacht, ich bleibe hier, vorläuftg wenigsten-. Zeugen wir Tatiana Iwanowna alle Herrlichkeiten des GardafeeS und feiner Umgebung." Zwei Wochen waren vergangen Auf der Hotel- terraffc faß Tasiana und sagte soeben lächelnd zu Sövigne, der von einem Spaziergang zuruck- tefcrte: »Sascha hat sich nun daran gewöhnt, daß auch ich eine Art Anstellung hier im Hotel übernommen habe, zuerst wollte er durchaus nichts davon wissen daß auch ich mein Teil dazu beitrage, unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Aber ich lieh ihm keine Ruhe, bis er endlich ein- willigte, daß die Gräfin Semjonow zur Teestunde ihre kleinen Lieder singt und ihre Gedichte vorträgt, wie es Eftrella MoSjoukin im .Blauen Doge!" tat. Ich finde durchaus nichts dabei, auch wenn ich hier Gräfin Semjonow bin, die Gäste tun eS nun einmal nicht anders. Wer weiß, ob meine bescheidenen Künste bei ihnen soviel Beifall fänden wenn ich in Wirklichkeit Estrella Mos- joukin fein würde? Ich möchte eS fast bezweifeln Sensatton ist nun einmal daS Schlagwort unserer Zeit. Aber schauen Sie, da kommt Saschenka. Gr lacht, was bei ihm eine große Seltenheit geworden ist. er bringt uns eine gute Rachricht. Ich sprach Ihnen ja schon einmal von meiner Idee, mit Sascha zusammen in Paris einen Hutsalon zu eröffnen... In allem Ernst, MarguiS, ich trage mich ernstlich mit dieser Absicht, nur Sascha will davon nicht- wisien lieber will er weiter tanzen Aber ich hatte immer bescheidene Talente nach dieser Richtung hin und bas nösige Geld für irgendeinen Anfang in irgendeiner Sache wollten Sie unS ja vorstrecken. Qh Sascha", unterbrach sie sich, .du bringst gute Laune mit, du hast irgendeine angenehme Rachricht erhalten? Komm... setze dich zu uns." Gr küßte ihre Hand und sah ihr tief in die Augen .Ja, eine gute Rachricht." Er lieft sich an Sevignes Seite auf einen Stuhl nieder, dann zog er einen Brief aus der Tasche. .Lesen Sie, Raoul... Der 'Brief ist von Miß Galvestone. Sie zeigt mir darin ihre Verlobung mit einem spanischen Herzog an und bietet mir eine Stellung auf ihren Werken in Ohio, die mit einem Gehalt verbunden ist, das mich mit Tasiana in Zukunft vor den gemeinen Sorgen de- Lebens vollauf schützen wird. Sie bot mir dies« Stellung schon an, als sie abreifte von hier. Ich schlug sie damals aus... Run schrieb ich an MißGalvestone von meiner Wiedervereinigung mit Tasiana, vertrauend auf ihre Großzügigkeit und bewarb mich in aller Form um diese au-geschlagene Stellung ... hier ist nun die Antwort darauf." Erfreut nahm Sövigne den Bries und las. .Und Sie sind doch allen Schicksalstücken zum Trotz ein Glückspilz Atesander". rief er mit einem frohen Lachen und einem bedeutsamen Blick in Semjonows Gesicht. »Ich wagte nicht mehr, an Miß GalvestoneS Großmut zu appellieren, obwohl mir des öfteren dieser Gedanke kam. wenn ich alle meine einflußreichen Beziehungen für Sie zu interessieren suchte. Run haben wir hier den glücklichsten Ausweg Ich gratuliere, Sascha, ich gratuliere von Herzen." Semjonow hatte über den Tisch herüber nach Tasiana- Hand gefaßt, ein frohes Leuchten war in seinen Augen. »Run werde ich dir ein Los bieten können, das Tasiana Semjonow wieder einen Rahmen gibt“, sagte er zärtlich. .Gin neue- Leben werden wir uns aufbauen, Tasiana, in einer anderen Welt. Unb werden glücklich sein." Sevignö fbrang auf unb schwang den Brief über seinem Haupte wie eine Fahne. .Kommt, diese frohe Dosichaft muh begossen werden", sagte er und zog Semjonow am Arm hoch. „Kommen Sie, Sascha, diese Schicksalswende verdient einen guten Tropfen. Aber nicht hier wollen wir ihn trinken, wo ich soeben schon wieder ein neugierige» Gesicht aus dem Palmengarten herauflugen sah... Ihre Tänzerinnen haben wahrscheinlich bemerft, daß alle düstere Schwermut heute aus dem Antlitz ihre- vergötterten ßieblmgg verschwunden ist unb möchten nun die Ursache dieses Sonnenschein- auf Ihrem Gesicht ergründen. Im Weingarten meiner alten Freundin, gnora Cerra, wollen wir heute feiern. Ihr fröhliches Lachen soll die Festfreude erhöben helfen. Zeigte ich Ihnen schon die schöne Wirsin der Dftcna .Zu den tausend Freuden", Gräfin? Rein? Aber wie konnte die- möglich fein. Ich wette. Sie werden ebenfalls von der Schönheit Eolombas so entzückt sein, wie ich es von jeder war. Auf, Sascha, wir wol^n gehen So sehr viel Zeit bleibt uns gar nicht mehr, wir wollen uns eilen." ES war das erstemal, daß Tasiana tn der Weinlaube einer italienischen Oftcria sah. Der- wundert schaute sie um sich. Aber al- nun dis schöne Wirsin herbeieilte, ihre Gast« begrüßte mit der ganzen bestrickenden Anmut, die ihr eigen war. oa sagte Tasiana flüsternd Sevignö ins Obri „Sie haben nicht zu viel gesagt, sie ist «nt* zückend. Warum gingen wir nicht schon lange einmal hierher?" .. Sövigne aber beutete™ Eolomba gewamn mit dem Kopf nach der Theke hinüber, hinter des heute zu seiner Verwunderung ein fremdes Gesicht auftauchte. Ein glutäugiger Jüngling mit einer schwarzen Haartolle über der Stirn und weißen Zähnen, die er des öfteren lächelnd zeigte. »Haben Sie eine neue Bedienung eingestellt Signora Serra?... Gs scheint ein genxmbtes Bursche zu sein, eS ist sehr recht, daß Sie sich eine junge Stütze für Ihr Geschäft da irr- Haus genommen haben." Eolomba schlug verlegen lächelnd die schwarzen Sammetaugen zu Boden und zupfte an ihrer Schürze. Die Antwort lieh eine Weile auf sich warten Aber bann flog es wie Sonnenschein übel ihr Gesicht, und sie flüsterte an seinem Ohr: ..SS ist FranceSco Morelli, mein Bräutigam. Ein Landsmann au- meiner sizilianischen Heimat. Signore. Din neuer Patrone gehört m diese- Haus, unb ich war so lange schon eine arme, alleinstehende Witfrau. Meine Tochter heiratet Russo, diesen Schlingel ... Run mochte ich auch nicht mehr allein bleiben ... Run ja, Sie haben wohl recht, Signore... ein wenig älter könnte er wohl sein mein Franceses. Aber er liebt mich sehr, unb es gefällt ihm hier im Haufe „Zu den tausend Freuden". Was wollen Sie? Aelter wird er von allein werden Mir gefällt er sehr. Zum Wohl die Herrschaften, -um WohlI Russo wird nun nicht hier allein herumkommaw« bicren .. . Wissen Sie, Signore, nur Russo- wegen heirate ich wieder. Gs war doch ein recht übler Streich, den er mir spielte mit Iulietta, meiner Tochter. Run habe ich ihm eine große äleberraschung bereitet, ihm unb den Stammgästen meines Ostcria... Ja, Frau Gräfin, eS ist ein echtes Sizilianer... Zum WohlI" — Ende. — TotaL Ausverkauf wegen tiesdiäftsaufgabe! Carl Siudtraih Asterweg 47 2559 A Nur Pfennigpreise gelten Gießen, MÄusburg 4 4442 A RESTE Zimmereinrichtungen Küchen, Einzel- und Polster-Möbel in gediegener Ausführung Teppiche und Gardinen Gelegenheit! Getreidemäher wenig gebr, 1- und Lspannig. hat unter Garantie für guten Gang preiswert avzugeven: 4451D €?g. Schlefemteln Maschinenfabrik Sich Fernsprecher Nr. 317 Unser •'Ausverkauf von Resten bedeutet eine Einkaufsgelegenheit, wie Sie sie bisher wohl noch nicht kannten. Der Vorteile sind zu viele, um sie alle hier aufzuzählen. Eilen Sie herbei.es lohnt sich Sdiladilrelle Schweine erhalt Sie auf d. schnellst. Weg durch tflgl.Beifütterung von gewürzter Futterkalk- niacbnnjc Marke „Tepper“. Zu haben bei: Apot heker Dr. Fr. 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Sturmbannführer Bernhard Graf zu Solms-Laubach (Arnsburg) spricht im Saal des „CafS Leib" (WalltorStraße) zu dem Thema: ausgeführt von Kapellmeister Willy Seitz mit seinen 4437 D 15 Jazz - Symphonikern! U. a.: Solls für 4 Klaviere — Jazzbearbeitungen über 11. Rhapsodie (Liszt) — Russ. Rhapsodie - Solls für Saxophone u. a. m. Vorverkaufsstellen: Zigarrenhaus Moeser, Seltersweg; Pud. Rödiger, Walltorstr. 35; Bäckerei Forbach. Kaiserallee; J. Friesleben, Bahnhofstraße; sowie bei allen Vereinsmitgliedern. Eintrittspreis 75 Pf., Im Vorverkauf 60 Pf Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein: DerVorstand des Marine-Vereins Gießen Sonntag, 5. Juli, nachmittags 4 Uhr, auf der Liebigshöhe Sommerfest verbunden mit Kinderspielen, Preisschießen usw. Ueberraschungen Anschließend TANZ Um zahlreiche Beteiligung — auch der passiven Mitglieder — wird freundlichst ersucht. 45550 Ausstellung und Besichtigung der Lietzener Staudenkulturen am Alten Steinbacher Weg, Sonntag, 5. Juli, geöffnet von 10-7$ Uhr Es blühen wundervolle Rittersporne, Margueriten, Glockenblumen usw. In Vasen wird ein Sortiment der schönsten neuesten Rosen gezeigt Jeder 25. Besucher erhält ein Sortiment von 5 Blüten Stauden gratis! Ich lade meine verehrte Kundschaft aus Gießen und Umg. sowie alle Rosen-u.Staudenfreunde zu dieser kostenlosen Besichtigung und Ausstellung herzl.ein. Die Blume ist Freudenbringerin! Machen Sie einen Spaziergang zu uns. Sie werden bestimmt zufrieden sein. 4429 d Eberhard Schwarz Gartenarchitekt VdG., staatlich geprüfter Gartenmeister. Reise ohne Bargeld mit dem Reisekreditbrief der Bezirkssparkasse Gießen ----------- 4117 D Verbot zwingt keinen Geist. Beginn 9 Uhr abends. NSDAP., Ortsgruppe Gießen. CAFE ASTORIA Die Not der Zeit zwang uns, die für unseren Kaffeehaus - Betrieb langjährig innegehabten Räume zu kündigen und zu schließen. 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Ermäßigte Gutscheine in den Marburger Geschäften. 4169 d Christi. Erholungsheim »Flensungerhof« Station Mücke, Strecke Gießen—Fulda, Am Fuße des Vogelsberges, 320 m ü. d. M. Höhenluft, reiche Tannen- und Laubwaldungen. 4 Mahlzeiten. Bad im Hause. Für volle Pension 8.50 und 4.00 Mk. ohne jegliche Zuschläge. Im Mehrbettenzimmer Mk. 3.00 pro Tag. Prosp. gratis. D sen 11 e ' Trotz : Sind unsere ."°°k imme, ten‘eln und W°H- und “"erreichte llch biHi9en Rabatt 3uf a”e klären Mäntel Rabatt lul alle regulären Neider™, Se,d.-u.Woll6toffe Ruf 3048 U38A Äenbe z Lmtzeleit 119 3 1 d) aiwigen ann Hederich 4. Juh'1931 ipp-M 1) Wh War! »ontaa.drn 6.M« OttM )iieitfgee ctzgett' orgt@roRerIfl!ö Meie 'Kester rÄSÄ tatt: 20.55 W ifführung)^ -Krug“ 17.00 Uhr1 Krug“ 20.55 M- itstraum* 20.55 Uhr* htstrauni* 20.55 Ubr: btstrauu> ur8.E^ das Land ter Überraschungen und niedlichen LandschastSscherze ist daS Lipperland, wo man fast immer etwas andere» zu sehen bekommt, al» man eigentlich zu erwarten berechtigt wäre. Wie gepanzerte Ritter stehen am Strom oder abscitS die schweren Renaifsancefchlösser — Hehlen. Hämelschenburg, Schwöbber. Vahrenholz und wie sie alle heißen. Eines gibt es sogar, da» auf Berghöhe am Weseruser luftig aus einem Fabrikschlot qualmt — e» ist die Porzellanfabrik Fürstenberg. Dann öffnet sich in dem Gerank von ‘BergIhnen eine sonnige Breite, und wie ein schöner, funkelnder Vogel steht das mondäne Bad Pyrmont da. mit einem der schönsten Kurparks Deutschland». Die Weser selbst ist daS Leitmotiv. Zwischen Hameln und Münden verkehren die schmucken Dampser ter Oberweser-Schissahrts-Gesellfchast. Man fährt gemächlich, genießerisch, alS säße man auf ter Veranda eineS gepflegten Landgasthause». sieht Städte, Dörfer Dorbeigleiten, belauscht den Straßenverkehr ter Uferalleen, die Bauern bei ter Arbeit auf dem Felde. Waldhänge fallen in den Strom, so nahe, daß man in den grünen Vorhang greifen zu können glaubt. Die Fahrt von Münden nach Hameln dauert von 8 Uhr bis 18 Uhr. Man kommt am besten von Münden oder Hameln in die Oberweserlandschaft. Rach Münden über Kassel oder Göttingen, nach Hameln von Hannover. Hildesheim ober Löhne. Quer durch daS Gebiet läuft nur die Strecke Hannover-Altenbeken wie auch ter Ö-Zug Berlin-Köln. , Neue Reiseliteratur. — Neue Werbeschriften von Hessen und Waldeck. Vom Derkehrsverband für Hessen und Waldeck sind neu herausgegeben worden: „Preisverzeichnis der Hotels, Gasthöfe und Prioatpenfionen in den Bädern, Luftkurorten und Sommerfrischen in Hessen und Waldeck." Das Vcr- zeichnis enthält die neuesten Unterkunfts. und Uebernadjtungspreife, sowie die Preise für volle Pension. Es bildet eine wertvolle Ergänzung zu dem „Führer durch Hessen, Waldeck und Oberroefergebie t". Da schon Pensionen von 3 Mark an zu haben sind, gehört Hessen.Waldeck zu einem der preiswertesten Erholungszentren Deutschlands. Eine Werbeschrift „D a s Waldecker Land" soll auf die Schönheiten dieses Landes und feine Eigenarten Hinweisen. Neben einer Anzahl guter Bilder enthält die Schrift eine Uebersichtskarte. Unter dem Titel „W ändert im Werratal" ist ein Faltblatt in Kupfertiefdruck erschienen. Die Schrift weist in knapper und wirkungsvoller Form auf die Schönheiten des Werratales und feine Bor- ziige als Wander, und Reisegebiet hin. Neben einer Anzahl guter Bilder ist das Faltblatt mit einer Uebersichtskarte des Gebietes versehen. — Reue W e g ze i ch e n ka r t e vom östlichen Taunus 1:10 0 0 0 0. Auf Papier 2 Mk., aufgezogen 3,50 Mk. — Rechtzeitig vor Beginn der Wanterzeit erscheint soeben in 13. Auflage (105. bis 116. Tausend), abermals wesentlich verbessert, die amtliche Karte ter mit farbigen Zeichen versehenen Wege im östlichen Taunus (Raum: Schlangenbad — Knoten — Hohensolms — Wetzlar — Grüningen — Offenbach — Wiesbaden), herausgegeben im Selbstverlag vom Gesamt-Taunusklub e. V, Sih Frankfurt a. M. (76.) — Außer der Eintragung aller Situattons- und Zeichenänterungen, wie sic seit der letzten Auflage sich ergeben haben, fällt die in dieser Karte zum ersten Male gebotene Darstellung des Geländes angenehm auf. Zum ersten Male enthält sie auch die Jugendherbergen und die Häuser ter Raturfreunde samt den Zugangswegen, soweit sie nicht mit den bereits vom Taunusklub oder seinen Rachbam bezeichneten zusammenfallen. — „W ohin reisen wir?" Unter diesem Titel erschien ein „Kleiner Hapag-Reiseberater 1931", der auf 100 Seiten allerlei nützliche Hinweise, Ratschlage und Projekte für das reiselustige Publikum enthält. Anregungen für die Erholungsreise finden sich neben I dem Reisekalender und den Fahrpreistarifen: Artikel über die Heilkraft des Meeres und die Versicherung des Reisegeldes neben praktischen Zusammenstellungen von Paß. und Zollvorschriften, sowie über den bequemen Verkehr mit einem gut und zu- verlässig arbeitenden modernen Reisebureau. — „M e i) e r 9 Reisebücher": D i e Ober- italienischen Seen, Turin, Mailand, Verona. (Mit 13 Karten, 9 Plänen und 3 Grundrissen. In Ganzleinen 8 RM. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig.) — (137) — Das ganze Gebiet zwischen den südlichen Alpenpässen und dem Po wird ein- gehend beschrieben: Garda, und Comersee, Lago Maggiore und Luganer See mit ihren internationalen Erholungsplätzeni die südlichen Alpen vom Monte Rosa bis zum Monte Baldo und die inter- effanten großen Städte: Mailand, Turin, Verona. Die farbenreiche Gestaltung der Karten und Stadt- oläne, auf denen alle großen Durchgangsstraßen für Automobilisten besonders gekennzeichnet sind, die genaue Beschreibung aller Zugangswege über die Alpen, die ausführlichen Angaben über Zollwesen, Verkehrsmittel, Hotels und nicht zuletzt die italienische Speisekarte und die deutsch-italienischen Autofachausdrücke machen Meyers „Oberitalienische Seen" zu einem zweckmäßigen Führer für dieses Gebiet. — Wie lebt man gut und billig in der Schweiz? Welche Preise hat man für Zimmer und Verpflegung zu zahlen? Das ist jetzt eine häufig gestellte Frage; manche fürchten in der Schweiz lebe man teurer als in anderen Reisegebieten. Wer als Bc- sucher der Schweiz dem bewährten Rat folgt, daß es auch für wechselnde Touren praktisch ist, in festen Standquartieren mindestens fünftägigen Aufenthalt ZU beziehen, der lebt hier keineswegs teurer als in anderen Reiseländern. Auch für den Touristen hat es sich als praktisch erwiesen, in den Hauptgebieten, Z. B. der Ostschweiz, der Zentralschweiz, dem Berner Oberland, Wallis oder dem Genfer See an einem Platze für eine Reihe von Tagen zu weilen, um in halb- oder ganztägigen Ausflügen die wichtigeren Punkte zu besichtigen. So kann man in drei bis vier Wochen mit vier bis fünf Standquartieren große Teile der Schweiz bereifen. Näheres über die Gast- ftätten in Schweizer Reisezielen und über deren Pensionspreis findet man imSchweizerHotel- führet 1931 und in der Broschüre „Die billige Schweiz". Wanderfahrten. Gießen — Klein.Linden — tiOrnborf — Stoppel- berg — honigmühte — Wetzlar. Die Frankfurter Straße entlang wantern wir nach Klein-Linten und (toten bei ter Bahnunterführung auf gelte Punkte, die unS zunächst ha» Geleite geben. Kurz hinter ter .Burg" führt uns ein Feldweg nach links übet einen aussichtsreichen Höhenrücken durch da» anmutig im Kleebachtal gelegene Allendorf nach Münchholzhausen. Von hier folgen wir schwarten Strichen, die unS zum 402 Meter hohen Stoppelberg leiten. Von tem vor einigen Jahren errichteten steinernen AussichtSturm genießt man einen umfassenden Rundblick. Fast ganz durch schönen Waldtestaad gehen wir jetzt dem „L“ des Lohnhöheirwcgs nach zur gastlichen Honigmühle, die reizvoll im lieblichen Wetzbach- ober Siebenmühlental liegt. Rote Striche führen uns von hier den Weytech abwärts über Rauborn nach unserem Endziel Wetzlar. Wanterzeit etwa 5 Stunden. Schotten — Gonterskirchen — Ulfa — Ridda. Wit fahren nach tem freundlichen Kreisstädtchen Schotten, das wir in-nordwestlicher Richtung durchschreiten und gelten Ringen nach aufwärts fteigen. Kurz hickder ter Kilians Herberge verläßt unser Zeichen die Straße und bringt uns auf schönen Waldpfaten nach tem lieblich im Grünte gelegenen Gonterskirchen. Runmehr gehen wir in südlicher Richtung ohne Zeichen durch freie Gegend, bis wir auf das von Laubach lommente blaue liegende Kreuz stoßen. An dieser Stelle bietet sich uns ein überraschender Blick auf da» hochgelegene StornfelS sowie auf die Höhen des Vogelsterges. Auf unserem weiteren Marsche, immer den Kreuzen nach, kommen wir durch Ulfa mit guten Gasthäusern und später durch den Harbwald, an dessen Eingang wir noch einen prächtigen Rückblick auf ben hohen Vogelsberg haben. Ucter die Bahnlinie Dießen -Gelnhausen und Ridda-Schotten führt uns das Zeichen zu unserem Endziel Ridda. Wanterzeit etwa 41-, Stunden. Reisewinke. Nordsccbad Borkum. Borkum ist infolge seiner bevorzugten Lage frei von Küstenluft und Wattendunst. Borkum hat eine Wandelhalle, die auch bei weniger schönem Wetter den Aufenthalt am Strande ermöglicht und besitzt Süd- und Nordbad: den Gästen ist hierdurch Gelegenheit gegeben, vor. und nachmittags zu baden. Der Strand ist weiß und steinsrei. Borkum hat Herr- Uche Dünen und Wiesen und bietet Gelegenheit zu * ausgedehnten Spaziergängen. Die Straßen sind breit und gepflegt. Borkum bietet Erholungsuchenden ab- solute Ruhe und bringt doch Abwechslung genug, um auch den weniger Ermatteten Anregung und Zerstreuung zu geben. Und was bei der heutigen schweren ^eit sehr ins Gewicht fällt: Borkum hat seine Kursteuer stark ermäßigt, besonders für Familien. Die zahlreichen Hotels und Pensionshäuser haben ihre Pensionspreise ebenfalls der Zeit angeglichen. Nordsccbad Wilßclmohavcn. Nordfeebäder gelten im allgemeinen als teure Angelegenheit. Da Wilhelmshaven als Nordfeebad ohne die fogenannte Fremdenindustrie, ohne Kurtaxe, ohne Saisonpreise sich behaupten kann ift weitesten Kreisen die Wohltat eines Ferienausentyalts an der Nordsee möglich. Die Kurve der Beliebtheit Wil- ' hetmshaoens steigt: 1925: 3000, 1926: 5000, 1927: 8000, 1928: 11 000, 1929/30: 15 000 Sommerfrischler! Die „Grüne Stadt am Meer" ist nicht nur ein geschätzter Kur. und Erholungsplatz, sondern auch der maßgebende Standort für Nordseeausflüge, namentlich für billige Helgolandfahrten. Die reich bebilderte Werbeschrift ist in allen Reisebureaus erhältlich. Jodbad Tölz. Der bekannte Gesundbrunnen Iod-Bad Tölz führt alljährlich Sommer wie Winter Tausende von Heilung. und Erholungsuchenden aus allen Gegenden des In. und Auslandes zusammen. Dieser Kurort im lieblichen Isarwinkel, von München in 80 Minuten erreichbar, verbindet modernen Badebetrieb in seinen sehenswerten Kuranlagen, erstklassige Unter- kunftsmöglichkeiten und idyllisch-ländliche Geruhsam- kett. Auf abwechslungsreichen Spaziergängen, kleinen Bergtouren, im städtischen Freischwimmbad Aich- mühle oder beim Fünfuhrtee wird jeder — was bei allen Kuren ein wichtiges Moment darstellt — auch innerlich gesund. Für Abwechslung und Zerstreuung sorgen Konzert, Theater, Reunions, Sommerfefte und andere gesellschaftliche Veranstaltungen im Kur- haus und in den verschiedenen Hotels. SchloB-Cafd Marburg Mittwoch: 5-Uhr-Tanz-Tee 3572 D Prospekte durch Hotel-A-n$ion,5d)lo8 Uchtenbero Besitzer: J. H. Kübel. 136990 Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Täglich ab 15.30 Uhr: Konzert D ienst.,Don nerst.,Sonnab.u.Sonnt :Tanz-Abend Pmlpmon Mol SÄ Luftkurort / Besitzer: E. Haaf nimmt Gäste zum Tagespr.v.Mk.450 auf Der ideale Luftkurort LICHTE N BERGES im Odenwald Kloster Arnsburg '/.Stunde Waldweg von Lieb. Sehenswerte Ruine u. Barockbauten. Beste Verpflegung «ermäßigte Preise) und Sommerfrtiche im Gasthaus Thörner. Omnibus Sonntag»: Gießen ILudwigS- vlav) oh 13.4a Arnsburg ab 18.15 Uhr. spod Salzhausen-] Bewahrte Heilquellen / Schöner alter Park Preiswerte Pauschalkuren Auskunft: Hessische Badedirektion |l Ibrinnctnin lm Spessart von Heigenbrücken Pül lüllMülll Komension and Hotel RIETZ wundervolle Life Inmitten großer Tannen wilder, herrliche Wekbpiriertinre mit Idyll. Ruheplitien, reizende Fremdenzimmer, fließ. Wasser, prima Verpfleg. Mk 4.50 bis 5.— bei vier Mahlzeiten, Bader i. Hause, Badegelegenheit i. d. IO Min. entfernten Lohr/Main. Autohalle. Tel. Frammersbach 35. 3245 V Höhenluftkurort Herbstein ■ I Gasthaus „Hessischer Hof“ I Sommerfrische !■ schönster Höhenlage les Vogelsberges. ■ Ringsum Laub- und Nadelwälder, Badegelegenheit in 2 Seen. Veranda und sonnige Liegeterrasse mit herrlich. Ausblick. Luftige, saub. Zimmer und gepflegte, anerkannt gute Küche. Pensionspreis 4 Mk. iLuttkuvov« Sevvenbevs I Linie Stuttgart-Freudenstadt, Herrl-Buch.- u.Tannenw. SchlohberganLoracktv. 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Prospekte durch die Bade Verwaltung und Reisebüros. 3iiev iffwnffnnTnBiiiiiiiiiiiiiiiiffifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiininimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiil Empfehlungen von Bädern und Sommerfrischen finden durch den GießenerAnzeiger beste Verbreitung. Luftkurort, Sommerfrische, Pension Jagdhaus „Hubertus" Bost Osthetm—Butzbach. Tel. Butzbüch 8 Idyllisch mitten im Walde gelegen 300 m PrachtauSsicht, staubfreie Lage in herrlich. Laub- und Nadetbolzwälder, Beliebter Ausflugsort. Grone, gedeckte Halle und Veranda. Reine Weine, vrtma Avielmetn ff. Biere. Bolle Pension 4.50 R». pro Per- ion und Tag. Ernst Sommerlad, Besitzer. Besucht deutsche Bäder! g.ji.-’fpoTt Weih Wert und Bedeutung des Schülerruderns Berliner Börse. Visenmarkt nannte man Zügen matt. Ta8; Sa5, b3; Weiß. zieht und seht in drei 10 Steine: Ka3; Dh2; Berlin. 4. Iuli. (WTB. Funkspruch.) Am heutigen Effektenfrühverkehr machte sich in Airbetracht der bisher erzielten Einigung in den französisch-amerikanischen Verhandlungen eine etwas festere Stimmung bemerkbar, zumal man nun eine baldige endgültige Verständigung erhofft. Auch die gestrigen festen Aeuyorker Kurse machten einen guten Eindruck. Man nannte Siemens mit 158 Geld, Farben mit 137 Geld. Umsätze wurden noch nicht getätigt. Arn Devisenmarkt nannte man London gegen Berten 20 80, gegen Kabel 4,8665. gegen Schweiz 25,1365, gegen Paris 124,28 zirka, gegen Malland 92^4, gegen Brüssel 34,9050, Kabel gegen Berlin 4,2940. ein Liebergewicht und schlug jetzt seinen Gegner mit wuchtigen Hacken, der sich in dieser Zeit nur mit Mühe auf den Beinen halten konnte. Die Bunde ging überlegen an den Deutschen, In oer 10 Bunde griff Schmeling weiter energisch an und Stribbling erschien vollkommen erledigt und wankte nach Schluß der Bunde erschöpft rn seine Ecke. Vollkommen kühl und berechnend nahm Schmeling in der 11. Bunde den Kampf wieder auf und landete bei seinem Gegner wie er wollte. Die 12. Bunde sah den Deutschen abermals groß in Vorteil. Er setzte zum Endspurt an und trieb seinen Gegner im Aing umher. 3n der 13. Bunde versuchte dann Stribbling, sich den Gegner mit Iabs pnd Hacken vom Leibe zu Halten, der gute, sichere Deutsche oteeb aber dauernd am Gegner, der eine bewundernswerte Härte zeigte. Während der 14. Runde konnte sich aber Stribbling doch kaum mehr auf den Beinen halten und verteidigte, fo gut er nur konnte. D,e s5. Bunde, die Schlußrunde, zeigte fein wesentlich anderes Bild, Stribbling hielt sich nur noch nut letzter Kraft aufrecht, stellte sich aber zum jnte scheidenden Gang. Schmeling schlug rucksichislr^ weiter, auf den Amerikaner ein, der fchteeßtecy auf einen rechten Hacken hin in sich zusammensank. Für den Best der Bunde bewahrte der Ringrichter den Amerikaner vor weiterem Schaden und erklärte nach 2 Minuten Schmeling । zum Sieger im Weltmeisterschaftskampf durch I technischen K. o. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach red aktion des „Gießener Anzeigers". ßauSfar| A.< S<1«.D=uhc Rolandl Senden Sh klären, Name: Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 5. Zull. 5. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrassist. Seemann: 9.30: Oberstudienrat Professor Michel: 11: Kmderkirche für die Markusgemeinde. — Iohanneskirche. o.-Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfarr- affift. Seemann: 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde, Pfarraffift. Seemann: 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrer Lic. Waas. — Rapeue des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. — Slisa- beth-klelnklnderschule. 8.1.?: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfarrer Lic. Waas: 11: Kmderkirche für die Petrus- gemeinde, Pfarrer Lic. Waas. — Klein-Linden. 9; Hauptgottesdienst: Christenlehre der männlichen Weih Bc3,e2, e5, g5, h6. Problem Nr. 296. Don 3. Obermann, Leipzig. Schwarz, b c d e f g Berichtigung. Bei der Aufgabe Br. 291, von A. Schiffmann, Chisinau t. ist der weiße Springer e3 nach e4 zu versehen: ebenso ist bei Endspiel Br. 89, von B. Bett, der weihe Turm zu streichen. Aus der Schachwelt. Am Meisterturnier des Deutschen Schachbundes im Juni zu Swinemünde nahmen iu. h ■ am Dorian «. >mmen toat, £ m. vldneh Dvvd Schluhrun. m Dvüage gegen W ^gezogen hatte, Unverzlnsllches.unkünd b. Bau-und WQ auf alle Stücke obengenannter Artikel (mit — Ausnahme von Marken-Teppichen)" soweit 0 im Preise nicht besonders ermäßigt! 4452 a WER WAHREN WERT WILL, WÄHLT WAN DERER Gießen: Willy Letsch, Krofdorf.Str.16, Fernr.3235 de. daS man jü W ' DirestvrenMamS AMctvrDarnov, SSÄR SSS"' Und setzte l'H- noch 0? ., ejne Eelegen^'^j sich nur rlegenheu Ingenieurschule Ilmenau In Thüringen. Maschinenbau und Elektrotechnik. Wiaaenscnaftllohe Betrieb * - hrung r , ■. 'j mnfl. tonyrtagent Hugo rirauh eine Din- i vermittelt und dann, dir etwa 1000 der lange von Dien die Bezahlung der- it wieder einmal in cr der Manager den t Herr Doktor! Sie mir meine Provision w überweisen. 3d) lerseelen-'StimMng Sie gelegentlich bei us den Tisch di« Hiner so poettschen ttürlich nicht *• hstcn Tage und be- Strafkammer Gießen. • Gießen. 3. 3uli. Am 6. November 1930. vormittag- gegen 9 Uhr. kam es an dcr Ecke Frankfurter Straße Liedigstraßc zu einer Auseinander!etzung zwischen einem Nationalsozialist ilchen Arbeiter und mehreren So^ialdcmv- Ircrtcn, in deren Verlauf ersterer mißhandelt wurde. Das Amtsgericht hatte einen der Körperverletzung anaeklagten Elektromonteur freigcsprv- chen. e-.nen Kraftfahrer zu 50 Mark und einen Schneider au 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Aach mehrstündiaer Beweisaufnahme bestätigt die Strafkammer das Urteil bezüglich der beiden erstgenannten Personen. DaS Berufungsgericht! h.elt aber nicht für einwandfrei nachgew.esen, daß der Schneider den Arbeiter geschlagen habe und sprach ihn insoweit frei. ES verurteilte ihn aber zu 50 Mark Geldstrafe, da er durch fein Verhalten groben Unfug verübt hatte. - Der Schneider hatte außerdem am 5. November 1930 einen anderen Nationalsozialisten mit Totschlägen bedroht. Die von dem Amtsgericht erkannte Strafe toirrbe auf 20 Mark erhöht. Da» Urteil wurde allseits anerkannt. Als Drucksache 4 Pf. Porto. Mitarbeiter überall gesucht 3825 V lhbttg. 'Ä M*' lieft. -4T sahen- farbeN'ri - Lich. Abend- cha"t ^ßBsdecha^ KÄS-5tt* meinden- 4. Juli. •• W**' ,nn °8 « . n. Messe, ' it Po- ;V - 'Kesses 14.30: ,i| et feit der Gründung als DorstarrdSmitglied an; auch hier ist er als Derjenige geachtet, der feind Wanderung des Klubs versäumt. • Steinbach. 4. 3uLL Unser langjähriger Rechner Jakob Nicolaus 1. ist am 1. Juli 1931 in den Ruhestand getreten. Herr Nicolau» hat das Amt als Rechner 44 2ahrc lang mit Treue. Eifer und Gewissenhaftigkeit in unterer Gemeinde geführt und bei sämtlichen Revisionen durch die vorgesetzte Behörde die besten.Zeugnisse erhalten, ein Beweis dafür, daß er es verstand, feinem Amte gut vorzustehen. Die Unrererhebestelle führt er weiter. Als Nachfolger wurde Karl Horn III. von der Gemeindevertretung gewählt. Er ist vom Kreisamt Gießen bereits in sein Amt eingewiesen worden. Kreis Schotten. c. Schotten, 3. 3uli. Der Begründer des Motorradrennens .Sunt» um Schotten", das feit den sieben Jahren seines Bestehens große sportliche Bedeutung erlangt hat. Friedrich Wilhelm Engler, dahier, ist vor drei Jahren verstorben. 3n dankbarer Würdigung feiner Verdienste hat ihm der hiesige Automobil- und Motorradclub an der Rennstrecke oberhalb von Schotten einen Gedenkstein gesetzt. Gestern wurde die Einweihung vorgenommen. Der Vorsitzende deS ElubS, Dr. Damb - mann, hob die Verdienste Englers hervor und übergab das Denkmal in den Schutz der Stadt. Bürgermeister Mengel sprach über die Persönlichkeit Englers und nahm das Denkmal in die Obhut der Stadt. Der 2. Vorsitzende des Clubs Z e s ch k Y und der bekannte Rennfahrer Kratz Tnnnioho Posten Qualitäts-Teppiche Qrt? I vUUlvllü im Preise ermäßigt bis zu UvO Bettvorlagen w Diwandecken “ua, M!-”’statt RM'52’" TienhHorlron Brokat- und Damast-Decken, zur I ISGllUuLnCIl Hälfte des früheren Preises. Mokett-Decke RM. 18.- Reise- und Autodecken ^rm.mÄ Dekorationsstoffe und KiMen Zum Anlagetermin empfehlen wir unsere 7%igen GoldliVDOlliekenmandbriefe Ausgabe 13 Ausgabekurs: 97% freibleibend 7%iöen Goldkommnnaloblidationen Serie 10 Ausgabekurs: 93*/2% freibleibend Rückzahlungskurs für beide Gattungen: 100%. Da die Kündigung nicht vor dem 30. September 1938 erfolgen kann, sichert sich der Erwerber auf viele Jahre eine hohe Verzinsung und außerdem einen Rückzahlungsgewinn. Die Sicherstellung der Schuldverschreibungen ist eine dreifache, sie ist gegeben 1. bei den Pfandbriefen durch erststellige innerhalb der mündelsicheren Beleihungsgrenze eingetragene Ooldhypotheken und bei den Kommunalobligationen durch Schuldscheine von Gemeinden und öffentlichen Körperschaften des Regierungsbezirks Wiesbaden, 2. durch das gesamte Vermögen und die Rücklagen der Nassauischen Landesbank, 3 durch die unbeschränkte Garantie des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden, der mit seinem Vermögen und seiner Steuerkraft, einschließlich der Steuerkraft aller Städte, Kreise und Landgemeinden des Regierungsbezirks Wiesbaden für die Verzinsung und Einlösung der Pfandbriefe und Kommunalobligationen haftet. Die Schuldverschreibungen der Nassauischen Landesbank sind an der Berliner und Frankfurter Börse jederzeit veräußerlich und bei der Reichsbank lombardfähig. Außerdem sind sie zur Anlegung von Mündelgeld in ganz Deutschland zugelassen. Ausgaben in Stücken zu 100, 200, 500, 1000 und 2000 Ooldmark. Die Stücke sind sofort lieferbar und können durch sämtliche Banken,’’ Sparkassen und Kreditgenossenschaften, sowie alle Niederlassungen der Landesbank selbst bezogen werden. Wiesbaden, Juli 1931. Oberheffen. Landkreis Gießen. » Dieseck, 4. 3uli. Am Sonntag, 5. Juli. Lendet unser Mitbürger Ludwig Daupert n voller geistiger und körperlicher Frische lern 3 Lebensjahr Ludwig Daupert tst durch M eifrige und selbstlose Tätigkeit rn der deut- cyn Turnsache wert über die Gren-en seines Het- rchdorses bekannt geworden. Aast 60 Jahrege- rjit er dem Turnverein Dieseck als aktives Mit- iüb an In den Vorstand des Deretns wurde r 1884 gewählt, dann hat er den Derern bis-1909 16 Vvrschender geführt. 1909 wurde er in An- ^tracht seiner Verdienste zum Ehrenvorfrtzenden -s Berens ernannt. Der Turnerbund Lahn- 'unsbera, den er mitgründete, wählte ihn au sei- m Vorsitzenden - er hatte auch dieses Amt 25 *cf)Tc inne. 3m Frühjadr dieses IahreS erlernte ihn der Gau zum Ehrenvorsitzenden. Ebcn- D wirkte Daupert als Vertreter des Lahn-Düns- :g-GaueS bei der Gründung des Südwestdeut- .h,n Turnerbundes mit, gleichzeitig wurde er Tot- «idsmitglied dieses Verbandes. Aber nicht Lrin in der Turnsache hat Ludw. Daupert seinen Cwm gestanden, sondern auch seinem Arbeitgeber ;itetc er treue Dienste. 53 Jahre lang war er ffl Lacksreder unb Ldcksiedemeister bei der Firma lltbuch in Gießen tätig, wegen Geschäftsaufgabe uhte et dort au-scheiden. Dem Gemeinderat seine- ^matdorses gehörte Daupert in den Rachkrieys- H Auf sicht SvateS des tandwtrtschaftlichen Kon- umvereinS. Dem Hange!stciner Höhenklub gehört la o Q zr;x Wir leisten ganze Arbeit I TlHl 1 in unserem diesjährigen Saison-Ausverkauf! Prozent 300 Winter-Mäntel aus nur guten modernen Stoffen, in bester Verarbeitung, mit und ohne Pelzbesatz, verkaufen wir mit Wir bringen keine billigen extra für Ausverkäufe hergestellten Waren, sondern nur fehlerfreie, hochwertige Qualitäten und gewähren auf unsere guten Lagerbestände die höchsten Rabatte 300 Sommer-Mäntel in modernster Machart, glatte und gemusterte Stoffe, in bester Verarbeitung, verkaufen wir mit .... In allen Abteilungen bieten wir die vorteilhaftesten Angebote Kleider- und Seidenstoffe,Tisch-, Leib- und Bettwäsche, Strumpfwaren Gardinen und Teppiche, Kinder-Bekleidung, Putz- und Modewaren Die größte Auswahl e Die besten Qualitäten • Die billigsten Preise W Welt-Werbetag am Samstag, dem 4 . Juli 1931 für den Genossenschaftsgedanken! Der große Gedanke der Selbsthilfe, für den wir auch in diesem Jahre werben wollen, hat jetzt eine besondere Bedeutung. — Trotz hoher Arbeitslosigkeit, trotz einer 20prozentigen Preissenkung hat der Konsumverein Gießen und Umgegend im letzten Geschäftsjahr 3 Millionen Reichsmark Umsatz erreicht. Dieser Umsatz bedeutet mengenmäßig eine wesentliche Umsatzsteigerung. Ober 10 000 Mitgliederfamilien wissen den Selbsthilfegedanken zu schätzen. Trotz aller Widerwärtigkeiten geht es vorwärts. Aber viel mehr kann erreicht werden, wenn der Genossenschaftsgedanke in immer weiteren Volkskreisen Wurzel faßt Noch nie haben die Verhältnisse dem Verbraucher so ernst gezeigt daß ihn nur Selbsthilfe retten kann. Noch nie hat wohl die Menschheit so schwere Notzeiten durchgemacht, wie es gegenwärtig der Fall ist Noch nie ist es so deutl. in Erscheinung getreten, daß es im System der Wirtschaft liegt, wenn heftige Krisen immer wiederkehren u. Millionen Verbraucher durch Arbeitslosigkeitwirtschafti. schwer geschädigt werden mehr als seither für die Konsum vereine zu werben! Genossenschafter! Werbet neue Mitglieder! Mitgearbeitet! Konsumverein Gießen und King. e.S.m.ß.Jif. 4385 A Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Samstag, 4. Juli 195| Nr. |54 viertes Blatt Wirtschaft. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. Die Effektenbörse erhielt in der abgelaufenen Deriehtsperiode ihr Gepräge durch die Unklarheit in den amerikanisch-französischen THoroto- riumsverhandlungen. Das Geschäft rzahm nur selten etwas stärkere Lebhaftigkeit an. Die herrschende Nervosität spiegelte sich am besten darin wider, haft die Börse auf alle, auch nur gerüchtweise verlautenden Nachrichten über den Stand der Pariser Besprechungen sehr empfindlich reagierte. Verstimmung ging ferner auch davon aus. Doti di« Insolvenzen im Neiche wiederum eine Zunahme erfahren haben und bati die Nachfrage am Devisenmärkte immer noch nicht nachgelassen hat. Einen wenig erfreulichen Verlauf nahmen die Generalversammlungen bei Gelsenkirchen. Nül- gerswerke und Karstadt, die so recht enthüllten, in welch schwieriger Situation sich die großen Konzerne befinden. Di« dauernd angespannte Geldmarktlage trug ebenfalls dazu bei, dah das Geschäft keinen grötieren Umfang annehmen konnte. Wenn sich das Kursniveau trotz erheblicher Schwankungen im grotien und ganzen behaupten konnte, so ist dies nicht zuletzt der ver- hältniSrnötiig glatten Ueberwindung des Halb- jahresultimoS. dem man schon seit langer Zeit mit einiger Belorgnis entgegengesehen hatte, zuzuschreiben. Bei aller Unklarheit über die politische Entwicklung war doch immer ein Hoffnungsschimmer vorhanden, dati Frankreich durch sein« Haltung die von Amerika eingeleitete Aktion zur Belebung der Weltwirtschaft im allgemeinen und der deutschen Wirtschaft im besonderen, nicht zum Scheitern bringen wird. Dieses Durchdringen einer zuversichtlicheren Stimmung bewirkte bei dem in- und ausländischen Publikum «in Aufleben deS Kaufinteresses', auch die Spekulation nahm in diesem Zusammenhänge verschiedentlich Meinungskäuf« vor, denen jedoch nach der jeweiligen Lage der Dinge immer wiederum auch Abgaben entgegen traten. Dies führte zu einer unregelmäßigen Kursbewegung, so dah sich txt Salbo fchlichlich gegen den Dorwochenstand einerseits Kursbesserungen von bis 3 Prozent, andererseits aber in zahlreichen Fällen auch Verluste gleichen Ausmaßes ergaben. Neue Befestigungen erzielten vor allem Elektro- und Kunstseidewerte, ferner Nheinstahl. Dayr. Hhpotheken-Bank. Allgemeine Lokal- und Kraftwerke und Zellstosfaktien. Besonders auffallend war die Kurssteigerung bei Chade um 22 Mark, die mit dem ruhigen Verlauf der spanischen Wahlen in Zusammenhang gebracht wurde. Das Gros der Effekten blieb jedoch nahezu unverändert. Am Anle hemarkt lag?n Ablösungsanlcihen des Reiches gedruckt. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich bei kleinem Geschäft überwiegend leichte Besserungen. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Infolge der vorzüglichen Witterungsverhält- nisfe in Deutschland herrschte auch an der Frankfurter Getreidebörse stärkst« Zurückhaltung, da man mit einer relativ guten und frühen Ernte rechnet. Die Geschäftstätigkeit blieb auf die Deckung des notwendigen Bedarfs beschränkt. Die Preisgestaltung war gegenüber der Vorwoche unregelmätiig- Im ganzen verhalten sich die Händler sehr abwartend. Das Geschäft am Weizenmarkt war sehr gering, obwohl das Angeoot von altem Weizen Lein geworden ist. Der Preis für die Tonne Weizen hessischer, heNen-nassauifchcr und unter- sränkischer Hcrtunft blieb mit 295 Mark unverändert. Stimulierend wirkte auch die bessere Nachfrage für Futterweizen im Zusammenhang mit der Entscheidung der Regierung, zunächst von einer verbilligten Weizeneinfuhr für Futterzwecke abzusehen. Neu- und Auslandweizen hatten ruhiges Geschäft. Im Weizen neuer Ernte lauteten die Offerten per August-Septem der Lieferung für Pommern-Mecklenburg-Holsteiner. Durchschnittsqualität, 76 Kilogramm, 250 Mark per Tonne. Am F u t t e r m i t t e l m a r k t ist die Stimmung wenig verändert, ebenso die Preislage. Nur Hafer wurde erneut um 2,50 Mark per Tonne im Preise herabgesetzt. Braugerste war kaum gefragt. Wintergerste neuer Ernte zur alsbaldigen Lieferung wird reichlich offeriert, Abschlüsse scheitern jedoch meist an der beträchtlichen Spanne zwilchen Forderungen und Geboten. Don Norddeutschland lagen Offerten zu 17,50 Mark für 100 Kilogramm vor. Futtergerste wurde zu etwa 21 Mark angeboten. Für Hafer stellte sich die Notierung auf 195 bis 200 Mark. Weizenmehl lag nach einer vorübergehend leichten Belebung im ganzen matt. Die Preise gaben um eine viertel Mark pro 100 Kilogramm nach. In Roggenmehl hielt di« starke Nachfrage an, so bati, bei allerdings geringen Umsätzen, der Preis erneut um 1,50 Mark anzog. Es kostete Weizenmehl südd. 39.25 bis 40,50. nieder- rheinisches 39.25 bis 39.50. Roggenmehl 33.50 bis 35.00. — Am Kleiemarkt ist in der Abwärtsbewegung der Preise ein Stillstand cin- ge:reten. Die Preise für Weizenkleie blieben mit 10 biS 10.10 Mark und für Roggenkleie mit 11.25 bis 11,50 gut behauptet. Am Rauh- futter mittelmarkt verlangte man für Heu neuer Ernt« 3,50 bis 4 Mark, für alte Ernte 5 Mark. Wochenbericht vom $ronffurfer Schlachtviebmarkt. Am Frankfurter Schlachtviehmarkt war das Geschäft in dieser Woche in allen Diehgattungen meist ruhig und schleppend. Die Preisgestaltung wies bei einer gewissen Llnregelmätiigkeit doch meist neue kleine Abschwächungen auf. Auf manchen Märkten hatte der etwas bessere Geschäftsgang der Dorwvche wieder viel zu stark« Auftrieb« zur Folge. Es kamen somit wieder infolge der ungleichmätiigen Beschickung alle die Nachteile für den Diehabsatz zutage. Hinzu kamen noch die autierordentliche Geldknappheit in der Landwirtschaft, die geringe Aufnahmefähigkeit der Konsumenten und das saisonmätiigc Massenangebot von Wildbret und Geflügel. Am Drotiviehmarkt war der Auftrieb (1325 Stück) gegen die Dorwoche nur wenig höher. Der Markt wurde nach ruhigem Handel geräumt. Die Preise für Ochsen. Kühe und Färsen neigten um je 1 Mark zur Schwäche, während Bullen unverändert blieben. Infolge des guten Graswuchses sind Weidekühe zum Teil zwar gesucht, doch auch hierfür sind keine befriedigenden Preise zu erzielen. Der Schweinemarkt war bei einem Austrieb von 5930 Stück (gegen 5466 in der Dorwoche) wesentlich stärker beschickt, was einen Preisverlust von durchweg 2 Mark für alle Gewichtsklassen zur Folge hatte. Fettschweine waren schwer unterzubringen. Nach anfangs mittelmäßigem, später aber schleppenden Geschäft, verblieb Lieberstand. Am Kälbermarkt war trotz der Derringerung des Auftriebs (1419) um 130 Stück keine Erholung zu verzeichnen. Der Handel war sehr schlecht und nur zu erneut um 1 bkS 2 Mark gedrückten Preisen konnte der Markt ausverkauft werden. Für norddeutsche Kälber wurden Preis« über Notiz erzielt. Der S ch a f m a r t1 verzeichnete in dieser Woche einen ziemlich vermehrten Auftrieb (144 gegen 67 Stück), so daß feit etwa drei Monaten wieder eine Notierung hergestellt wurde. 'Oie unterdessen sich gut behaupten konnte, während an den übrigen Märkten andauernd Preisnachlässe cingetreten waren. Der Handel war jedoch auch für Schafe sehr schleppend. Es notierten per Rentner Lebendgewicht in Marb: Ochsen al 44 bis 48. a2 40 bis 43. bl 33 bis 39. Bullen a 38 bis 42, b 34 bis 37. Kühe a 35 bis 38. b 29 bis 34. c 22 bis 28. Färsen a 44 bis 48, b 40 bis 43, c 33 bis 39. Kälber b 51 bis 56, c 45 bis 50, d 36 bis 44. Schafe al 42 bis 46, b 36 bis 41. Schweine a 41 bis 44, b 41 bis 44, c 42 bis 45, d 42 bis 45, e 40 bis 44, f und g nicht notiert. » • Die Nassauische Landesbank empfiehlt im heutigen Anzeigenteil 7prvz. Gpldhypo- theken-Pfandbriefe zum Ausgabekurs von 97 Prozent und 7prvz. Goldkommunalobligationen zum Ausgabekurs von 93,5 Prozent. Der Rückzahlungskurs beträgt für beide Gattungen 100 Proz. Interessenten feien auf die Anzeige hingewiesen. • D i e deutschen Spareinlagen. Ende Mai beliefen sich die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 11 224,94 Millionen Mark gegen 11 165,28 Millionen Mark Ende April. Der Derichtsmonat weist mithin eine Zunahme von 59,66 Millionen Mark gegen 121,74 Millionen Mark im April auf. • Der Anbau von Getreide und Frühkartoffeln. Nach den vom Statistischen Reichsamt zusammengestellten vorläufigen Ergebnissen der diesjährigen Anbauflächenerhebung für Getreide sind im Deutschen Reich« insgesamt 4,36 Mill. Hektar mit Roggen, 2,16 Mill. Hektar mit Weizen, 112 000 Hektar mit Spelz und Emer. 230 000 Hektar mit Wintergerste. 1.39 Mill. Hektar mit Sommergerste und 3,35 Mill. Hektar mit Hafer bestellt worden. Gegenüber dein Dorjahre hat sich der Roggenanbau um 351 000 Hektar, gleich 7,5 Prozent verringert, während der Anbau von Weizen um 378 000 Hektar gleich 21,2 Prozent zugenommen hat. Auch bei Gerste ist eine Vergrößerung der Anbauflächen eingctrclen, und zsvar bei Wintergerste um rund 33 000 Hektar gleich 16,7 Prozent, und bei Sommergerste um 67 000 Hektar gleich 5.1 Prozent. Dagegen ist der Anbau von Hafer um 85 000 Hektar gleich 2.5 Prozent und der von Spelz und Emer um 6000 Hektar gleich 5,4 Prozent zurückgegangen. Die Anbaufläche für Frühkartoffeln beträgt im ganzen 244 000 Hektar. 3m Vergleich mit dem Vorjahre hat sich der Anbau um 7000 Hektar gleich 3,1 Prozent ver- grötiert. ' Rheinische 21®.-für Braunkohlenbergbau und Brikettfadrikation. Köln. Unter Berücksichtigung von 679156 (446 434 im Dorjahre) Mk. Dortrag wird ein Gewinn von 9 442 813 ( 9 686 068) Mk. auSge- toiefen, aus dem eine Dividende von wieder» 10 Prozent verteilt werden soll. Im neuen Geschäftsjahre haben sich die 2lbfatzverhältnisse bisher befriedigend gestaltet. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 4.Juli. Tendenz: schwach. Nachdem die Meldung über eine erzielte Einigung in Paris vorbörslich einen festen Unterton geschaffen hatte und auch die gestrigen Auslandsdörfcn anregten, eröffnete der offizielle Börsenverkehr zum Wochenschluß in ziemlich schwacher Haltung, da in den Pariser Verhandlungen bisher nur eine Teil- lösung erfolgt sei, so daß die Verhandlungen keineswegs als vollkommen betrachtet werden können, da Hoover mit der bisherigen Lösung noch nicht zufrieden zu sein scheint. Die schwache Lage der Roth- schildgruppe als Folge der österreichischen Kreditanstaltskrise wurde 'gleichfalls viel besprochen. Da auch aus der Industrie überwiegend ungünstige Nachrichten Vorlagen, wie die Stillegungen im Linoleumkonzern und neue Arbcitcrentlassungen im Ruhrbergbau, schritt die Spekulation sogar zu Abgaben, zumal auch die Lage des Geldmarktes immer noch keine wesentliche Veränderung erfahren hat. Bei verhältnismäßig kleinen Umsätzen ergaben sich gegen die Abendbörse durchweg Kursverluste, die bis zu 1% v. H. betrugen. Darüber hinaus verloren Elektrowerte bis zu 3 o. H., Reichsbank 2 v. H. und Salzdetfurth 5 o. H. I.-G.Farben büßten zunächst 1)4 v. H., später aber weitere 2 o. H. ein Montanaktien verloren von 1 bis 3 o. H., nur Gelsenkirchen setzten etwas fester ein. Bankaktien blieben knapp behauptet, ebenso Kunstseideaktien und Zellstoff Waldhof. Am Anleihemarkt lagen Altbesitz weiter schwächer. Don Ausländern gaben Merikaner in Reaktion bis zu t v. H. nach. Am Anlagenmarkt blieben Goldpfandbriefe bei ruhigem Geschäft unverändert, während Liquidationspfandbriefe leicht zur Schwache neigten. Reichsschuldbuchforderungen verloren bis zu 1 o. H. Im Verlaufe schwächte fid) die Tendenz weiter ab und die Kurse lagen für Spezialwerte erneut bis au 2 v. H. niedriger. Nur Z.-G.-Jarben blieben auf dem ermäßigten Kursstand behauptet. 2lm Geldmarkt machte sich eine leichte Entspannung bemerkbar, bod) war der Satz mit 7% o. H. immer noch ziemlich schwach. Am Devisenmarkt lag das Pfund international ziemlich fest, der Dollar gegen Reichsmark aber schwach. Man notierte Mark gegen Dollar 4,2132, gegen Pfunde 20,5025, London gegen Kabel 4,8665, gegen Pans 124,29, gegen Mailand 92,93, gegen Madrid 52,20, gegen Schweiz 25,1350, gegen Holland 12,0913. Berliner Börse. Berlin, 4. Juli. Nachdem die Tendenz im Börsenverkehr und an der Vorbörse im Anschluß an die Frankfurter Tendenz fest war, überraschte der offizielle Börsenbeginn. Die heute gemeldete, in Paris bis auf zwei Punkte erzielte Einigung konnte eine stärkere Belevung nicht auslösen, da heute die Lage des Geldmarktes im Vordergründe des Interesses stand. Die Nachfrage nach Tagesgeld hat sich weiter verstärkt, ferner drückte die heute fällige zweite Tranche des Zwi- schenkredits für das Reich, obwohl die Summe nur etroa 20 Millionen ausmacht. Der Tagesgeldsatz stellte sich auf 8J4 bis 11 v. H., und die Börse, hierüber verstimmt, schritt eher zu Abgaben, zumal auch von außen her Material an die Märkte kam. Die Meldung eines englischen Blattes, daß man in Finanzkreisen erwägt, Deutschland einen roerlin .yrannun a. .Ul. ZJertln Lankno ’Rrrtin 1 lull len. Brief Schluß- tut» i-Uhr- Rur # Lchlutz- tur# «nfang- Nu-4 . Bolttstaat von 1929 (rtdjab®- 102%)...... Cberbeilcn Provinj-flnlethe mü flueloi.-iUcdittn...... Deutsche komm, Sammelabl. Anleihe Serif 1..... • 8% 5ran!|. Hvo.-Bank Goldpse 15 untünbbai bi4 193 , . . . . 7% Franks- Hyp.-Bank CBoIböft untünfbarbU 1936 Serie 16 . szrunks. Hyp.-Bank Ltqu. $i .... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos 'Lire« Reuyori . . Brüssel. . . Italien. . . . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Ru, de Ian.. Jugoslawien, fctiiflhon . . 10,593 59,195 12,473 73,09 3,047 169,38 112,69 112,70 112.86 20,475 1,338 4,209 58,65 22,04 16,475 81,435 40,06 81,86 2,079 0,321 7,434 18.64 10,613 59,315 12,493 73,53 3,053 169,72 112,91 112,92 113,08 20,515 1,342 4,217 58,77 22.08 16,515 81,615 40,14 82.02 2.083 0.328 7.43? 18-64 10.593 59.20 12.473 73.56 3.047 169,38 112,71 112,71 112.86 20,475 1,353 4.209 58,68 22,05 16,475 81,585 40.16 81,88 2,079 0,321 7.433 18,64 10.613 59,32 12,493 73,60 3,053 169,72 112,93 112,93 113.03 20,515 1,357 4,217 58,80 22,09 16,515 81,695 40.24 82,04 2.083 0.323 7.447 13,68 lafhmg durch Lohnsenkung (II)" Vortrag von Prof. Dr. Lampe. 19.45: Aeltere Tanzmusik, gespielt vom Rundfunkorchester. 20.30: „Vom Zirkus", Heiteres literarisch-musikalisches Programm. 21: Einführende Worte zum amerikanischen Konzert. 21.15 (Kurhaustheater Vad Homburg): Symphoniekonzert des Frankfurter Rundfunk- Symphonie-Orchestrrs, Amerikanisch: Komponisten. 22.15: Zeitbrricht: Weltkampf gegen die Arbeitslosigkeit, Debatte aus der internationalen Arbeitskonfcreirz in Genf, bearbeitet von Actua- lis. 23.15 bis 24: Tanzmusik. Donnerstag, 9. 3uli. 7.30 bis 8.30 (Bad König): Konzert der Kurorchesters. 12: Schallplattenkonzert. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.15: Zeitsragen. 18.45: Stunde der Arbeit: „Die Arbeitslosenversicherung nach der letzten Notverordnung", Vortrag von Stadtrat Dr. Michel. 19.15: Gang durch die Frankfurter Bootsyäuser, Mikrophonreportage von Lorenz Eismeyer und Ernst Rebhut. 19.45: Volkslieder, gespielt vom Gütersloher Gymnasialhorn- sextett. 20 (Konzerthalle der Liederhalle Stuttgart): Konzert. 20.40: Renaissance, Barock, Rokoko, 2. Abend: „Deutsches Rokoko", Hörwerk von Paul Enderling. 22: Konzert für Klavier und Orchester von Artur Kusterer, gespielt vom Philharmonischen Orchester Stuttgart. 22.40 bis 24: Tanzmusik. Freitag, 10. 3uli. 7.30 bis 8.30 (Bad Wildungen): Konzert des Kurorchesters. ' 12: Schallplattenkonzert. 15.50: (Zoologischer Garten): Südsee-Jnsulaner, Mikrophonbericht von Dr. Paul Laven. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.10: „Der Lehrfilm", Eine Unterhaltung zwischen Frank Drown und Rektor Ernst Huhn, Leiter der Städtischen Lichtbildstelle. 18.35: Zehn Minuten Wanderratfchläge des Taunus-Klubs. 18.45: Aerztevortrag: „Die Haut als Spiegel der Gesundheit". 19.15: Operettenkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. Leitung: Emil Kahn: Solisten: Ida Rußka (Sopran). 20.35: Von klugen Tieren und dummen Menschen, Rezitationen von Erwin Eckersberg, Berlin. 21.05t Eine halbe Stunde Liebhabermusik von H. Ziegler. 21.35 (Aus Karlsruhe): A-cappelH-Chöre. 23: „Mädels, was seid ihr doch so süß!" Eine Schlagerstunde von Karl Wilczhnski. 23.35 bis 0.30: Tanzmusik. Samstag, 11. 3uli. 7.30 bis 8.30 (Bad Wildungen): Konzert des Kurorchesters. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Kinderkonzert des Rundfunkorchesters. 15.50: Stunde der Jugend. 16.30: Rachmittagskonzert. 17.30 (Karlsruhe): Lieder und Arien. 18.10; „Der Himmel im Juli und August: Die geheimnisvolle Strahlung aus dem Kosmos", Vortrag von Professor Edmund Sittig. 18.35: „Voruntersuchung", Gespräch zwischen Dr. Robert Fritz und Wilhelm Arntz. 19.20: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Don Komödianten und Menschen, Don Traum und Leben. 20.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 22.50 bis 24: Tanzmusik. Daten für Samstag, 4. $ulL 1715: der Dichter Ehr. F. Gellert in Hainichen geboren: — 1776: llnabhüngigkeitserklärung Rordamerikas: — 1807: der italienische Rationalheld G. Garibaldi in Rizza geboren: — 1888: Th. Storm in Hademarschen gestorben. Taten für Sonntag, 5. Juli. 1853: der englische Kolonialpolitiker Eecil Rhodes in Hertfordshire geboren; — 1908: der norwegische Dichter Jonas Lie in Fleskum gestorben. Stuhlverstopfung. Rach den an den Kliniken für innere Krankheilen gesammelten Erfahrungen ist das natürliche „Franz-Josef"-Bitterwasser ein äußerst wohl tuendes Abführmittel. JnAp.u.Drog.erh. Mndsunkprogramm. Sonntag, 5. 3u(i. 7 (Don Hamburg): Hafenkonzert. 8.15 (Weißfrauenkirche Frankfurt a. M.): Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche, Frankfurt a. M. 9.15 bis 10.15: Stunde des Chorgesangs» 10.30 bis 11.10 (Leipzig): Reichssendung: Kantate von Joh. Seb. Bach. 11.15 (Mainz): Rach Berlin, Königsberg, Hamburg, Köln und auf die Deutsche Welle: Feierliche Enthüllung des Stresemann-Ehrenmals: Einleitende feierliche Musik, Gedächtnisrede auf Stresemann (Reichstagsabgeordneter R.-A. Dingeldey), Weiherede des Reichsaußenministers Dr. C u r t i u ^Deutschlandlied, Deihelied, ein Mitglied der Reichs- regieruna legt einen Kranz im Innern nieder, Hebcrgaoe des Ehrenmals durch den Präsidenten des Arbeitsausschusses an den Bürgermeister der Stadt Mainz, Kranzniederlegungen. 12.10: Schallplattenkonzert: Bunte Platten. 13.50: Zehnminutendienst der Landwirtschastskammer Wiesbaden: 1. „Ausfällige Beobachtungen zur Frühjahrsbestellung" (4. Teil), 2. „Das Schönen des Weines (2. Teil), 3. „Der Sommerschnitt an den Obstspaliercn". 14: Stunde des Landes. 12—15.30: (Rürburgring): Großer Preis von Deutschland für Motorräder. 16 (Wiesbaden): Konzert des Kurorchesters. 18: „Siedlungen im Saargebiet", Dortrag von Gräfin Sierstorpff, Cltviller Aue. 18.25: „Die dunklen Sterne", Dortrag von Auguste Peters. 18.50 „Musik und Gesellschaft", Dortrag von Dr. Karl Holl. 19.30: Für große und kleine Kinder: „Die große Seeschnecke , nach „Doktor Dolittleö schwimmende Insel" von Hugh Lofting. 20.30: Abschiedskonzert von Franz Völker. Montag, 6.3uli. 7.30 bis 8.30 (Bad Hersfeld): Konzert des Kur- orchestcrs. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: „Wohlfahrtspflege und Einzelverantwortung", Dortrag von Dr. Hilde Giserhardt. 15.50 (Stadion Frankfurt a. M.): Sommersport im Stadion, Mikrophonbericht von Ernst Rebhut. 16.30 (Bad Kreuznach): Konzert des Kurorchesters. 18.15: „Derufs- reportage", Vortrag von Herbert Sandberg, Berlin. 18.45: „Anton Bruckner", Vortrag von Fritz Ohrmann. 19.15: Englischer Sprachunterricht. 19.45: „13 Dramen in einer Stunde", Autor, Re- gisseur und Darsteller sämtlicher Rollen, Rorbrrt Schiller. 20.30: Vierte Symphonie in Es^ur. 21.30: Die Großstadt geht schlafen, Hörfolge. Dienstag, 7. Juli. 7.30 bis 8.30 (Bad Hersfeld): Konzert des Kurorchesters. 12: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: Haussrauennachmittag. 16.30 (Karlsruhe). Rachmittagskonzert. 18.15 „USA. — Einblick in den Schnürboden ihrer Außenpolitik", Vortrag von H. H. Trinius, Frankfurt a. M. 18.45: „Alfred Wegener zum Gedächtnis", Vortrag von Dr. Hermann Rüdiger. 19.15 (Freiburg): „Arbeitsmarktentlastung durch Lohnsenkung (I)", Vortrag von Prof. Dr. Lampe. 19.45: Italienische Musik, Populäres Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21: Hörer contra Störer, Ein Hörspiel von Artur Georg Richter. 21.45: Kompositionsstunde Paul Groh. 22.45 bis 23.20 (Mannheim): Den Rachtregen rauschen hören in Parasaki, von Max Dauthendeh, ein Melodrama. Mittwoch, 8. Juli. 7.30 bis 8.30 (Bad König): Konzert des Kur- orchesters. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Kinder spielen Theater. 12: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.15: „Anruhe in Palästina", Vortrag von Dr. Albert Ehrenstein. 18.45: Esperantounterricht. 19.15 (Freiburg): „Arbeitsmarkt-Snt- Bei rauher, rissiger Haut u. Kinderwundsein die erprobte Salbe von überraschender Wirkung! Ein Versuch überzeugt!in Apolh.u.Drog.Prek6OPfg. u. 120M. 03853 4409 D 463D| Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, für die überaus zahlreichen Kranzspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, sowie für die ehrenden Nachrufe der verschiedenen Vereine spreche ich meinen herzlichsten Dank aus. Heute morgen 3% Uhr entschlief sanft im Herrn meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Frau ElisabetheTheiß, geb.Weigel im 73. Lebensjahr. Im Namen der Hinterbliebenen: Johanna Wagner, geb. Haas Gießen (Mittelweg 15), den 3. Juli 1931. 0etwmn Die richtige Blaubeere aus dem Burgwald des Edertals, liefert jeden Tag frisch, auf Wunsch frei Haus. 03841 Leihgett. Weg 51, Telephon 3308. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste unseres lieben, allzufrüh von uns Geschiedenen sagen wir auf diesem Wege I innigsten Dank. Helene Böcking, geb. Sack und Angehörige Heuchelheim, Klein-Linden, den 1 Juli 193L —--- 4449 DI Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, des Landwirts Wilhelm Reusch II. sagen auf diesem Wege innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Lang-Göns, den 3. Juli 1931. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unsres lieben unvergeßlichen Sohnes und Bruders Kurt sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unsren herzlichsten Dank. Ganz besonders danken wir dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe unsres lieben Entschlafenen. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Heinrich Wagner, Teiegr.-Asslstent Gießen, den 4. Juli 1931. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Theiß L, Landwirt Klein-Linden, den 4. Juli 1931. Die Beerdigung findet Montag, den 6. Juli, nachmittags 3% Uhr, statt ___________________________________03906 Achtung! 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