Donnerstag, 4. Mi 1931 181. Jahrgang Nr. ,28 Erstes vlatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi, zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne- klameanzcigen von 70 inne Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20u,o mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: vrühl'sche Untverfitäts-Vuch- und Steinöruderci TL Lange tu Stehen. Schrifttettung und Sefchästrstelle: Zchulfttahe 7. Erscheint täglich.autzer Sonntags und Feiertag» Beilagen Dte Illustriert« vtetzener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholle MonatS'Bezugrvret«: 2.20 Neichsmark und 30 Neichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichter» scheinen einzelner Nummern msolg« höherer Gewalt. zernsprechanschlüsse anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach» richten Bnjelger -lehe». postscheittonto: Kranfturt am Main 11686. 3. 4. 5. Berlin, 3. Juni. (221.) Die neue Notverordnung wird, wie die TU. erfährt, etwa zwei Dutzend Linzelgefehe enthalten und gleichzeitig mit einer eingehenden Erklärung der Reichsregierung veröffentlicht werden, in der diese an den Opfersinn des deutschen Volkes appelliert, glcich- zcitig ober auch die Versicherung ausspricht, dah die Reichsregierung die Revision der Tribut- lasten unverzüglich in Angriff zu nehmen entschlossen sei. Dem Inhalte nach wird die Notverordnung fünf Gruppen von Fragen umfassen: 1. Lrsparnismahnahmen, 2. neue Steuern, Berlin, 4. Juni. lTTl.) Reichskanzler Dr. Brüning unb Reichsaußenminister Dr. Cur- t i u s haben gestern 23.32 2Ihr vom Lehrter Bahnhof ans die Reise nach England angetreten. Sie werden begleitet von Oberregierungsrat Dr. Planck von der Reichskanzlei und von den Legationsräten v. P l e s s e n und Dr. Schmidt vom Auswärtigen Amt. Zum Abschied hatte sich neben zahlreichen Herren der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amtes auch der englische Botschafter Sir Ho race R u m b o l d eingefunden. Maßnahmen zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung und der sonstigen Sozialversicherungen, Wahnahmen zur Besserung des Arbeitsmarktes, neue Mittel für die Länder. sondern die Mitteilungen der Aemler abwartet. 3n den übrigen Sozialversicherungen werden Reformen nur in geringem Umfange erfolgen. Bei der Unfallversicherung sollen die kleineren Renten in stärkerem Umfange gänzlich verschwinden. Oie Maßnahmen zur Ankurbelung des ArbeitSmarkteS bestehen In der Schaffung eines Ankurbelungsfonds für die Wirtschaft aus den überfchiehenden Beträgen, fowie in der Ermächtigung zur Kürzung der Arbeitszeit. Das Reichs- kabinett erhält die Ermächtigung, die gesetzliche Arbeitszeit in besonderen Fällen auf dem Verordnungswege für bestimmte Wirtschaftszweige auf 40 Stunden wöchentlich zu verkürzen. Die Ersparnisse und die Mehrerträgnisse der indirekten Steuern sollen für die Deckung des Etats- defizits verwandt werden. Für die Deckung eines etwaigen Restdefizits und des Defizits bei der Arbeitslosenversicherung, sowie für den sonstigen Bedarf bei der Krisensürsorge wird in erster Linie das Auskommen aus der Krisensteuer, sowie der etwaige Mehrertrag aus der monatlichen Erhebung der Umsatzsteuer verwandt. Die Kürzungen der Beamtengehälter in den Länder und Gemeinden fliehen den Ländern und Gemeinden zu, die weiter auch die Mittel aus der bisherigen Rückerstattung der Lohnsteuer erhalten. Ferner erhalten Länder und Gemeinden Mittel aus dem Ausgleichsfonds bei der Hauszinssteuer, der etwa HO Millionen enthält, so dah Länder und Gemeinden rund 400 Millionen Mark erhalten. Rückkehr der NGOAp. in den Reichstag? Schwerin. 3.3uni. (ERD.) Der Vizepräsident des Reichstages, der nationalsozialistische Abgeordnete S t ö h r, sprach am Mittwochabend in einer nationalsozialissischen Versammlung In der mecklenburgischen Landeshauptstadt. 3m Verlaufe seiner Rede erwähnte er, dah zur Zeit geplant werde, die Rücklagen der Ange- stellten-Versicherung für andere Zwecke vorn Reich aus zu beschlagnahmen. Das würde seine Partei mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Menn dieser Plan im Reichstage zur Sprache käme, würden die Abgeordneten der Rechtsvpposition vorübergehend geschlossen in den Reichstag zurück- kehren, um die allein aus den Beiträgen der Mitglieder aufgebrachten Reserven der Ange- stellten-Dersicherung vor jedem unberechtigten Zugriff zu schützen. Brüning beim Reichspräsidenten. Berlin, 3. Juni. (WTB.) Reichspräsident von Hindenburg empfing heute den Reichskanzler Dr. Brüning zu einem längeren Dortrag über die auf Erlaß einer Notverordnung bezüglichen Beratungen des Reichskabinetts. Ab nach England. stehen. 3. Die Gläubigerstaaten müssen, wie das schon in Paris bei der Gründung der D3Z. beabsichtigt war. Deutschland in seinen Bemühungen, Absatzmärkte für seine 3ndustrie- erzeugnisse zu finden, unterstützen. Man kann nicht auf der einen Seite von einem Lande Geldzahlungen verlangen und auf der anderen Seite sich gegen den Empfang seiner Waren absperren. Generaldirektor Or. Silverberg-Köln erklärte, das Charakteristikum der deutschen Finanzwirtschaft in der Rachkriegszeit sei, dah die Führung der öffentlichen Finanzen sowohl nach der Einnahmen-, wie auch nach Der Ausgabenseite durch politische Einflüsse bedingt war. Das Wort Erzbergers, „Der Finanzminister ist der beste Sozialisierungsminister!" habe eine furchtbare Bestätigung erfahren. Durch das falsche System sei die Grundlage der Unternehmen erschüttert worden. 3n Deutschland hätten sich mannigfaltige Hemmnisse, die einer geordneten Finanzwirtschaft entgegenstehen, ergeben, insbesondere parteipolitische Hemmungen. Leider habe die öffentliche Finanz- und wirl- schaslspolitik den Unternehmer daran gehindert, in guten Zeiten stille Reserven anzusammeln. Eine Neuordnung des Staates im Sinne einer Vereinfachung der öffentlichen Verwaltung fei erforderlich. Dabei mühten unter Umständen auch ehrwürdige Tradisionen geopfert werden. Am Schluffe der Kundgebung erklärte sich di« Versammlung einstimmig für folgende Entschließung: „Die Gesamtlage in Deutschland drangt die Re« gierung zu entscheidenden Maßnahmen. Die schwer« Notzeit, die wir durchleben, verträgt keine parteipolitischen Rücksichten mehr. Das Volk erwartet vom Reichskanzler eine end schlosiene Führung und die Wahl von Mitarbeitern Der vormssWiche Mall der Aolvewrdmmg Kehrt die NSDAP.-Zraktion in den Reichstag zurück? Krieges und ungeheurer Tributlast für ihre Arbeit, dank ihrer politischen Macht, ein höheres Entgelt erhielten als vor dem Kriege. Dazu gehöre die industrielle Arbeiterschaft, ein großer Teil der Beamtenschaft, des Handwerkerstandes und des mobilen Kapitalbesihes. vorausfehung für eine Besserung sei eine völlige Aenderung der wirtschastlichcn Grundeinstellung. Der deutsche Staat sei tödlich erkrankt an der Seuche des Staatssozialismus. Das völlige Fiasko dieses Sozialismus sei das Kennzeichen unserer Tage und das Verlassen der als verfehlt erwiesenen svzialpolisischen Wege, erste Voraussetzung einer Gesundung. Or. Vögler-Oortmund erörtert, wie die sog. Erleichterungen des Voung- plans gegenüber dem Dawesplan bereits infolge der Wirtschaftsentwicklung Deutschlands zu Belastungen geworden sind. Eine Revision des Doungplans sei aber nicht so leicht. Es werde leider vergessen, daß hier bindende, feierlich eingegangene Abmachungen vorliegen, auf denen die Zusammenarbeit großer Völker beruhe. Er sei nicht so optimistisch, anzunehmen, dah die Krisenstimmung in der Welt die anderen Völker veranlassen werde, auf ihre Einnahmen aus den deutschen Tributzahlungen zu verzichten. Es blieben also nur neue Verhandlungen übrig, die nur erfolgreich fein könnten, wenn eine überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes da- hinterstehe. Erste Aufgabe sei es also, diese Front zu bilden. Das sei aber nicht möglich durch sich überstürzende Rotverordnungen, es verlange eines auf lange 3ahre hinaus festen Planes, aus dem man ersehe, dah Arbeit und Opfer nicht vergeblich gebracht würden und an dessen Ende die Wiederaufrichtung der deutschen Wirtschaft und des beüt- schen Volkes stehe. Dr. V ö g l e r forderte einen für lange Iahte festliegenden wirlschaftsplan, der folgende dringliche Voraussetzungen enthalten müsse: 1. Unsere ganze Wirtschafts- und Finanzpolitik muß mit dem Ziel der Stärkung unseres Binnenmarktes und der Eigen- kapital-Bildung umgestaltet werden. Rur ein Land mit einem starken Binnenmarkt kann auf die Dauer eine erfolgreiche Exportpolitik treiben. Export und Binnenmarkt werden immer in einem gewissen Verhältnis stehen müssen. Rur durch Kapitalbildung wird der Wiederauftrieb der Wirtschaft eingeleitet und die Arbeitslosigkeit überwunden. 2. Auf 3ahre hinaus muh Deutschland von allen Tributzahlungen, soweit sie nicht durch Sachleistungen abgetragen werden können, befreit fein. Es ist ein wirtschaftlicher Wahnsinn, von einem Lande, dem so ungeheure Teile seines Volksvermögens genommen worden sind, neue Tribute zu erpressen, bevor es seine Wirtschaft wieder aufgebaut und in Ordnung gebracht hat. Dah dies nach diesen ungeheuren Lasten des Krieges, nach der Revolutton nach der 3nflation nur langsam und in harter Arbeit erreicht werden kann, wird jeder, der edlen Sinnes ist, ver- schaft werde. Er verlangt Schaffung der Voraussetzungen für eine neue Rentabilität des städtischen Grundbesitzes durch Steuerentlastung und Zinsverbilligung, außerdem Verzicht auf öffentlich subventionierten Wohnungsbau, Aufhebung der Wohnungs-Zwangs- wirtschaft und Schaffung neuen Wohnraums durch Verwertung vorhandenen alten Wohnraums und nicht durch Neubauten. Vorsitzender der Rheinischen Landwirtschaftskammer in Bonn Freiherr von Lüningk verzichtete bewußt darauf, die besonderen Wünsche und Forderungen der Landwirtschaft vorzutragen, da die allgemeine Krise bereits soweit sei, daß auch die Landwirtschaft nur die eine Wahl habe, gemeinsam mit der übrigen Wirtschaft unterzugehen, oder mit ihr langsam wieder aufzusteigen. Als eine der Hauptursachen der Krise neben den Tributlastcn und der Aufblähung der öffentlichen Lasten bezeichnete er die Tatsache, dah große Gruppen des deutschen Volkes trotz verlorenen Düsseldorf, 3. 3unt (TU.) Der Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen 3n- terefsen in Rheinland und Westfalen (Lang- n a m - V e r e i n) und die nordwestliche Gruppe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahl-3ndu- strieller hielten heute Vormittag hier eine Tagung j ab, zu der führende Männer der rheinisch-westfälischen Wirtschaft, sowie Vertreter der Reichsund Staatsbehörden, der Reichsbahn und der I Reichspost und auch der Wissenschaft und Presse in großer Zahl erschienen waren. Der Vorsitzende, Or. Springorum (Dortmund) erklärte in seiner Eröffnungsansprache, daß das trostlose Bild unserer Wirtschaftslage noch nicht in alle Schichten des deutschen Volkes eingedrungen sei, da eine zersetzende Presse und die geistige Einstellung vieler Persönlichkeiten das deutsche Volk über seine eigene Rot hinwegtäuschten. Man könne den verantwortlichen Leitern nicht den Vorwurf I ersparen, daß sie in der Behandlung der öffentlichen Meinung und Führung weitgehend versagt hätten. Es hätte schon längst viel schärferer Maß- nahmen gegen die geistige Vergiftung bedurft. Der Redner stellt dann fest, daß auf dem Gebiet der Rationalisierung der öffent- tichen Verwaltung durch eine verwattungs- und verfasfungsreform, die die Wirtschaft bereits feit Jahren fordere, nichts geschehen sei. Dagegen seien Hand in Hand mit diesen Versäum- ' nissen und öer fortschreitenden Ueberfpannung der öffentlichen Lasten Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen durchgeführt worden. Es sei eine verhängnisvolle Selbsttäuschung, nach einem verlorenen Krieg und unter dem Druck unerhörter Tributverpflichtungen einen Reallohn und eine Lebenshaltung aufrech'erhalten zu wollen, die nur unter besseren Verhältnissen Berechtigung hätten. Die Wirtschaft sei zu größten Opfern bereit, sie müsse aber die Ueberzeugung haben, daß nicht alle Opfer in ein Faß ohne Boden fließen. Das verhängnisvolle System der Halbheiten in Wirt- schafts- und Finanzpolitik müsse rücksichtslos bekämpft werden. Dom Reichskanzler sei zu verlangen, daß er in kürzester Frist der freien Entfaltung der wirtschaftlichen Kräfte die Wege ebene. Paul Reusch-Oberhausen verlangte u. a., daß der kategorische 3mperattv der Rotstands- und Sparsamkeitspflichi bis zur Äußersten Konsequenz in Geltung trete. Auf allen Gebieten des öffentlichen, wirtschaftlichen und privaten Lebens müßten zunächst einmal die Verhältnisse wieder hergestellt werden, die bis vor fünf bis sechs 3ahren bestanden. Rur dann werde man in der Lage sein, unter selbstverständlicher Voraussetzung einer Reuregelung der Reparationsfrage der Arbeitslosigkeit Herr zu werden. Man werde die Befürchtung nicht los, daß der europäische konttnenl am Anfang eine» geistigen Zusammenbruchs stehe, der keine Landesgrenzen kenne. Würden jetzt die sich zeigenden Anfänge des geistigen Abgleitens nicht im Keime erstickt, so fei Europas Kultur in absehbarer Zeit dem Untergang geweiht. Geh. Kommerzienrat Mittelsten- Scheid-Wuppertal der Arbeitszeit unter Tage von 8 auf 7j Stunden, habe vielleicht schon den für alle erträglichsten Weg zu einer Besserung der Lage versperrt. Fabrikbesitzer p. Kind-Solingen verweist auf das große Sterben in der Eisen- und Stahlwarenindustrie infolge des Rückgangs in der Ausfuhr. Statt Erleichterungen für den Export, wie es Voraussetzung des ^oungplanes fei, würden Deutschland von allen Ländern nur Exporthemmnisse in den Weg gelegt. Die Aktivität der deutschen Regierung aus dem Gebiete der Handelspolitik, wie sie in dem Zollunionsplan zum Ausdruck komme, sei zu begrüßen. Die Behandlung der Frage in Genf habe bewiesen, wie man sich der natürlichen deutschen Wirtschaftsentwicklung hemmend in den Weg stelle. Or. Weidemann-Köln Direktor der Westdeutschen Bodenkreditanstatt, wies auf die schwere Not des städtischen Hausbesitzes hin, die zum Gefahrenherd für die gesamte Wirt- Oie westdeutsche Wirtfchast fordert Kursänderung. Oer Langnam-Derein für grundlegende Neuorientierung der Wirtschaftspolitik. - Gchteunige Revision der Tributlasten Oie Einsparungen am Reichshaushalt sollen etwa 220 bis 230 Millionen Mark erbringen. Sie sehen sich zusammen aus Abstrichen bei den Sachausgaben, u. a. mit 50 Millionen beim Reichswehrhaushalt, ferner 60 Millionen durch den Fortfall der Rückzahlung von Lohnsteuern bei ein- tretender Arbeitslosigkeit, verschiedenen anderen kleineren Einsparungen sowie endlich den Gehaltskürzungen bei den Beamten. Die Gehälter der Beamten werden um 4 bis 8 v. h. gekürzt. Weiter soll die Kinderzulage für das erste Kind herabgesetzt werden. Auch die Renten der Kriegsbeschädigten werden um 4 v. h. gekürzt. Oie Steuererhöhungen sollen rund 700 Millionen erbringen, hiervon ent- . . sollen auf die Erhöhung der Zucker st euer etwa beschäfttgte sich mit der Ve r t r a ue n «fr\f e no Millionen, Mineralzölle etwa 75 Mil- innerhalb der Industrie selbst, die dann besteht, ^nen Tabaksteuer etwa 13 Millionen. Den U stch MW- 9-66'en Betrag foU die S11« »ft eue r mH MO kosten unterbieten. Die Hälfte der Rot könne Millionen erbringen Sie soll nach zwei verschiede- schon gelindert werden, wenn diese Vertrauens- nen Steuertarifen erhoben werden, und zwar a) als frife überwunden werde. I Krifenlohnsteuer von den Lohn- und Gehattsempsan- ^bttssen-MÜlbeim gern (ohne Beamte) und b) als kr'lsensteuer der ^ri” VVlUipeim veranlagten von den veranlagten Einkommensteuer- erklärte unter Bezugnahme auf die immer wieder f(itbfiqerL Die Krisenlohnsteuer beträgt bei Monats- tetonte Forderung des Qteub^rafiöenten, daß A lammen bi6 200 Mark 1 v. h, bei Monalsei.i- Deutschland einig sein müsse, es gäbe nur eine ciniommen THnnakeinfom- Einheitsfront, das sei die na t i o n a le kommen bis 7W Mark 1,5 v. h„ be. Monatteinkom Volksgemeinschaft. Der Sinn jeder Volks- men bis 1000 Mark 3,5 v. h-, bei Monatseinkommen gemeinschaft sei aber, daß das Ziel aller eine bis 1500 Mark 4 v. h., bei Monatseinkommen bis gesunde und starke deutsche Ration sein müsse. 3000 Mark 4i v. h., bei Monatseinkommen über Das bedinge 3000 Mark 5 0. h. Die Krisensleuer der Veranlagten Beseitigung der Parteiwirtschaft und Partei- f0U betragen bis 8000 Mk. Jahreseinkommen 1 v. h„ auswüchse. bis 20 000 Mark 1,5 0. h., bis 100 000 Mark 2 0. h„ Solange wir keine überparteisiche Regierung bis 250 000 Mark 2,5 v. h., bis 500 000 3 0. h., bis hätten, sieht Thyssen einen Ausweg aus dem cinc Million 3,5 v. h. über eine Million 4 v. h. unhaltbaren Zustand nur darin, daß einnati0- _ . Ä • naler Ausschuß, bestehend aus Arbeitgebern Oie Maßnahmen zur Sanierung "E? U^ einem parteiischen öer Arbeitslosenversicherung als Obmann, endgültig über alle Tarif- und ' ... . . Lohnfragen entscheide, jedenfalls sei es ein un- sehen keine Beitragserhöhungen vor. Man will viel- haltbarer Zustand, wenn die Gewerkschaften das mehr die Sanierung durch innere Reformen Ministerium, das jetzt in Tarif- und Lohnfragen erzielen, die Einfparungen im Betrage von etwa entscheide, als ihre Domäne betrachteten. 300 Millionen Mark ergeben. Sa sind u. a. vor- Bergafseffor a. O. Stein gesehen eine Verlängerung der Wartezeit, besondere als Präsident der Industrie, und Handelskammer, rNaßnahmen hinsichtlich der landwirls^stlichen Sai- Münster, beschäftigte sich mit der schlechten Lage des fonarbeiler und anderes mehr. Sämtliche Leistungen Ruhrbergbaues. Er fordert aus der Versicherung werden um 5 v. y. gekürzt. Verlängerung der Arbeitszeit ohne Erhöhung Vie Trennung von KrifenfÜrforge und Wohlfahrts- des Schichtlohns fürforge bleibt vorderhand bestehen. Allem Anschein r gegen —W K°h.e -°n,urr« . X'ÄÄÄ C Bie soeben erfolgte Zustimmung des deutschen wiesenermaßen ein großer Prozentsatz Fursorge- gtegierungsoertreters in Genf zu einer Herabsetzung I berechtigter keinen Antrag auf Unterstützung stellt, Schiele über die Agrarpolitik Oie Wetterlage Handlungsfreiheit der SPS.-Reichstaasfraktion W ■ Faschismus und Vatikan. Rom, 3. Juni. (WTD.) Der Vorstand der Faschistischen Partei hielt heute eine Sitzung unter dem Vorsitz Mussolinis ab. Im Hinblick aus die letzten Vorkommnisse erklärte der Vorstand seine tiefe Ehrerbietung für die katholische Religion, ihr Oberhaupt, ihre Priester, ihre Kirchen, aber auch seinen festen Willen, nicht zu dulden, dah der Antifaschismus unter irgend einer neuen oder alten Fahne Schuh und Zuflucht finde. Papst Pius XI. hat gestern in zwei Reden in sehr scharfer Form gegendieAuflösung aller nichtfaschistischen Jugendverbände Stellung genommen, wobei er vor dem römischen Missionarklub für italienische Auswanderer gegenüber dem offiziellen Kommunique, in dem es heißt, die Auflösung sei ohne den geringsten Zwischenfall erfolgt, auf die vielen „Zwischenfälle, Schmähungen, Sequestrierungen und Vandalismen" hinwies, die sich in der letzten Zeit ereignen konnten, trotzdem die Katholische Aktion unter einem Staatsvertrag stehe. Don toirb m betrüg mersev Dintz vierer wie s sind i Th. nen;! Stube Ltudei Mathe nen; Q (18) 6 (1) 6t schäft । svphie kniete Stubeni unter 2 unter ; 107 (Qi gesamt dierend. Äser i lebenbi Nasens Hausen so int Zähn- Haare Schuh San tann f glätten wieder mit ne heranzk arbeite! mit — mai G aus de man t dumps zubrec schasse wie s Vorai tafie Ein bracht fjeraue ntngef chügel, (aiann beiten Zweck erste - lassen Hand1 Ich sch Gportl erfasse! Und bares tiven M zwei tl bediene abzuset in die Schmei Sebatti denn: ideale • Staatssekretär Stimson kommt nach Deutschland. Aeuyork. 4. Juni. (XU.) Staatssekretär Stimson tritt nach einer Meldung der Zei- itung „American" aus Washington Ende Juni eine bis gegen Ende August dauernde Europa^ reise an. Stimson reist zuerst nach Italien, dann nach Frankreich, Deutschland und nach England. Ueberall sind offizielle Besprechungen vorgesehen, die sich auf Fragen der Abrüstung und der Tarife, sowie auf andere brennende Probleme beziehen werden. 91un was 6 bangt" legen aarlit nwicl papier regnen Stroh die (0' Die schon betani ften (Süren und 6pidu man ß dies e> der K>n stadttin dar ers hier ist Aeslhet In e1 LU per: bereits Uen 1 ^men Sclehnt. vberwg Aus alter Welt. Vrückeneinsturz in Frankreich. 10 Tote. 19 Verletzte. Bordeaux, 3. Juni. (WTD.) Ein schwerer Drückenernsturz ereignete sich heute in Qi* bvurne. Als über die neugebaute, 80 Meter lange Hängebrücke zehn mit Sand beladene Lastautos fuhren, um die Belastungsprobe auszufüh- ren, stürzte die Brücke ein. Zehn Tote und 1 9 Verletzte wurden unter den Trünggern her- vorgezogen. Schweres Eisenbahnunglück in Polen. Warschau, 3. Juni. (TU.) Am frühen Morgen zum Mittwoch ereignete sich auf der Eisenbahnstation Gawrolin-Pilawa in derRähe von Demblin eine Eisenbahnkatastrophe. Ein be- schleunigter Güterzug stieß in voller Fahrt mit einer auf demselben Gleise fahrenden Vorschublokomotive zusammen. Beide Lokomotiven wurden zertrümmert und zehn Wagen, die gleichfalls schwer beschädigt wurden, entgleisten. Vier Personen wurden auf der Stelle getötet, sechs Personen erlitten sehr schwere Verletzungen und muhten bewußtlos ins Krankenhaus übergeführt werden. Petroleumbrand durch Blitzschlag. Bukarest, 4. Juni. (WTD. Funkspruch.) Mehrere Reservoire der Romana-Raffinerie im Petroleumgebiet von Daceau wurden gestern vom Blitz getroffen. In wenigen Sekunden war die ganze Umgebung ein einziges Flammenmeer. Aus den benachbarten Orten sind die Feuerwehren und Truppenabteilung an die Brandstätte entsandt worden. Dis Mitternacht war jedoch noch keine Eindämmung des Riesenbrandes möglich. Da sich im Augenblick der Explosion viele Arbeiter an der Unglücksstätte befanden, befürchtet man, dah viele von ihnen ums Leben gekommen sind. Explosionskatastrophe in Texas. Dei Gladwater (Texas) ereignete sich eine Explosion einer Oelquelle. Zwölf in der Rähe beschäftigte Personen wurden getötet. Die aus der Oelquelle aufschiehende Flamme hatte eine Höhe von ungefähr 100 Meter. Die Explosion wird auf einen durch die Reibung von Metallteilen entstandenen Funken zurückgeführt. Infolge der riesigen Hitze ist jede Annäherung an die Explosionsstelle unmöglich. Rur drei Leichen konnten geborgen werden. Einer der Verunglückten lief eine Strecke weit als brennende Fackel, doch waren seine Kleider derartig mit Petroleum getränkt, daß alle Löschversuche vergeblich waren. Reun andere sah man in dem Flammenmeer verbrennen. Die Explosion erfolgte anscheinend beim Herausholen der Werkzeuge aus dem Dohrloch, das plötzlich zu fließen begann. Unverzüglich Tribut-Revision! Die Wirtschaftspartei fordert beim Reichskanzler. Derlin, 3.Juni. (DDZ.) Unter dem Vorsitz des Parteivorsitzenden Drewitz tagten am 3. Juni die Führer der Reichstagsfraktion, der preußischen, thüringischen und sächsischen Landtagsfraktionen der Wirtschaftspartei, um zur politischen Lage Stellung zu nehmen. Es wurde einstimmig die Absendung des folgenden Telegramms an den Reichskanzler D r ü n i n g beschlossen: „Schwerste Besorgnis über die sich immer katastrophaler entwickelnde Lage der Wirtschaft und der Reichsfinanzen, die zu einer ungeheuren Rotlage des Volkes geführt hat, zwingt uns, Sie, Herr Reichs, rzler, in dieser entscheidenden Stunde noch einmal zu bitten, die Losung des Reparationsproblems keinen Tag weiter schleppen zu lassen. Wir hatten trotz aller geäußerten Bedenken für dringend erforderlich, schon jetzt in Lhequers zu erklären, daß Deutschland nicht nur von allen vertraglichen Rechten aus dem Poungplan unverzüglich Gebrauch machen wird, sondern darüber hinaus eine entscheidende Aenderung der Grundlagen für Deutschlands Verpflichtungen fordern muß." In einer auf den 10. Juni einberufenen Sitzung des Parteivorstandes der Reichstagsfraktton und der Führer der Landtagsfraktionen soll end- gültiger Beschluß über die auf Grund der Rot- Verordnung etwa erforderliche Einberufung des Reichstags gefaßt werden. Wie das DDZ.-Durecru weiter hört, löste es in der Besprechung großes Befremden aus, dah der Reichskanzler den Parteiführer der Wirtschaftspartei nicht vorher, wenn auch vertraulich, über die kommenden Mahnahmen informiert habe. . Botschafter v. Hoesch bei Briand. Paris, 3. Juni. (WTD.) Der deutsche Dot- -schafter v. Hoesch hatte heute nachmittag eine ^Unterredung mit Außenminister Driand, die 'einem allgemeinen Gedankenaustausch diente. Leipzig, 3. Juni. (WTV.) Auf dem Sozialdemokratischen Parteitag wurde heute nachmittag der Antrag des Parteivorstandes, der das Verhalten der neun Reinsager bei der Panzerkreuzerabstimmung mißbilligt und die Fraktion ermächtigt, Fraktionszwang zu beschließen, und zugleich feststellt, dah Zuwiderhandlungen als parteischädigendes Verhalten gelten, mit 324 gegen 62 Stimmen angenommen. Zu irgendwelchen Kundgebungen kam es nicht. Mit großer Mehrheit wurde auch die vom Parteivorstand unterstützte politische Entschließung Aufhäuser - Künstler angenommen, in der am Schluß festgestellt wird, daß die Sozialdemokratische Partei in ihrer künftigen Haltung zur Reichsreglerung sich davon l»estimmen lassen werde, daß es gelinge, die lebenswichtigen Arbeiterinteressen zu sichern. Ebenso wurde ein Antrag angenommen, wonach der Parteitag anerkennt, daß die Fraktion unter den schwierigen Umständen die Idee des Sozialismus und der Demokratie wirksam vertreten hat, endlich der Antrag des Partelvorstandes, wonach der Parteitag Kenntnis davon nimmt, dah die Reichslagsfraktion alsbald nach dem Lrlah der neuen Rotverordnung zusammentreten und unter Berücksichtigung der gesamten politischen Situation über die Frage der Einberufung des Reichstages entscheiden werde. Oer Verlauf der Aussprache. In der Aussprache vor der Annahme der vorstehenden Entschließung wandte sich Reichstagsabgeordneter D i 11 m a n n gegen die Ausführungen von Sehdewitz. Der Radikalismus um Sehfrewitz sei gerade so wie der um Hitler. Er habe nichts mit Vernunft zu tun, auch nicht mit dem, was man gesunden Menschenverstand nenne. Reichstagsabgeordneter Aufhäuser betonte, dah es heute nicht auf das schematische Ja oder Rein ankomme, sondern auf den Inhalt der Tvlerierungspolitik Die neue Kürzung der Beamlengehälker, die Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung und der Abbau bei den Kriegsbefchädiglenrenten seien untragbare Belastungen, zumal die Arbeitslosenversicherung nicht restlos saniert werde. Die Tolerierung dürfe nicht um ihrer selbst willen, um der Regierung willen erfolgen, sondern sie könne nur so lange trägbar sein, als sie im Interesse der Arbeiterschaft geführt werden könne. Rom, 3. Juni. (TU.) Außenminister G r a n d i hielt heute nachmittag im Senat seine Haushalts- rede, in der u. a. über die Nützlichkeit der italienischen Beziehungen zu Rußland, über die Flottenabrüstung, über die Zollunion, über die Generalakte zur Regelung internationaler Konflikte und über die bevorstehende Abrüstungskonferenz sprach. Nach einem chronologischen Bericht über die Prüfung der Z o l l u n i o n, in dem die ablehnende Einstellung Italiens zur Zollunion zum Ausdruck kam, erklärte Grandi u.a. folgendes: „Die Haltung, die Italien eingenommen hat, ist nur von freundlichen Absichten Deutschland und Oesterreich gegenüber diktiert. Die faschistische Regierung verfolgt die schwierige wirtschaftliche und finanzielle Lage Oesterreichs mit der größten Aufmerksamkeit und ist bereit, ihr Unterstützung und Mithilfe wieder zu gewähren. Aber die Klarheit und Loyalität unserer Freundschaftsoerträge stellt die benachbarte befreun- dete Republik vor ebensolche Klarheit und ebensoviel Loyalität. — Was Deutschland anbelangt, so glaube er, daß ein politisch ruhiges und wirtschaftlich gesundes Deutschland ein nicht nur nützliches, sondern auch für den Frieden und die Stabilität Europas unentbehrliches Element des Ausgleichs ist. Wir sind uns voll und ganz klar über den Druck, den die internationalen Verpflichtungen des Reiches auf seine Wirtschaft ausüben, und Hannover, 3. Juni. (WTD.) Gelegentlich der Eröffnung der 3 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft sprach der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. ß. c. Schiele, nach Uebermittelung der Grüße und Wünsche des Reichspräsidenten und der Reichsregierung über die Agrarpolitik des Kabinetts Brüning. Er sagte u.a.: Die Gesundung eined so schwer getroffenen Wirtschaftszweiges wie der deutschen Landwirtschaft ist ohne einen gerechten Interessenausgleich aller Berufsstände nicht möglich. Deshalb müssen wir den beschrittenen Weg unbeirrt weitergehen. Diese Erkenntnis ist uns maßgebend für die Agrarpolitik der Reichsregierung, die längst nicht mehr nur der Erfüllung materieller Interessen der Landwirtschaft dient, sondern eine Staatsnotwendigkeit geworden ist. Alle Mittel der Agrarpolitik müssen deshalb darauf angeseht werden, daß bei gleichzeitiger Lastensenkung das ungerechte Mißverhältnis zwischen den Preisen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und den Produktionskosten der landwirtschaftlichen Betriebsführung beseitigt wird. Selbstverständlich bleibt nichts unversucht, um die Lebenshaltung des deutschen Volkes zu verbilligen. Gerade deshalb muß ich mich aber auch verstärkt dagegen verwahren, dah der Kampf Ium den Drotpreis häufig unter Verkennung feiner Bedeutung für die Gesamtlebenshaltung in politischer Zuspitzung geführt worden ist. An den bewährten Grundsätzen der jetzigen Getreidepolitik soll nicht gerührt werden. Rachdem unter einer zielbewußten Wei- zenpolitik der Roggen wieder zum Brotgetreide Italien und Mitteleuropa Oer italienische Außenminister spricht im Senat. Französische Militärsiieger wieder über Deutschland. WSR. Kaiserslautern, 3. Juni. Heute gegen 12.30 älhr ging bei Enkenbach ein französisches Militärflugzeug, besetzt mit zwei Unteroffizieren, nieder. Die Gendarmerie Enkenbach nahm beide Insassen f4st, die dann später von der Schutzpolizei Kaiserslautern nach frort überführt wurden. Die Flieger wollen auf dem Wege nach Weißenburg gewesen sein und die Orientierung verloren haben. Da gleich-- zeittg zwei andere Flugzeuge die Gegend überflogen, nimmt man an, daß es sich auch bei diesen um französische Maschinen gehandelt hat. lieber der Deutschen Bucht. Rorderney, 3. Juni. (WTD.) Drei fran- zösische Flugzeuge haben sich heute vormittag über der Deutschen Bucht aufgehalten. Eines derselben flog dabei über Vorder- neh und ist schon durch das eigenartige Mv- torengeräusch ausgefallen. Auch an anderer Stelle sind, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, die fremden Flugzeuge bemerkt worden, so um 8.55 Tlhr morgens von Bord des Stationstenders „Frauenlvb" über dem Bortrapp-Tief, südlich der Insel S h l t, in 150 Meter Höhe, ihn 9.35 Llhr wurden der Kommandantur Borkum zwei Flugboote südlich der Insel Memmert gemeldet. älm 9.45. Ahr überflogen zwei Flugboote den Hafen von Borkum, gleichzeitig wurde ein Doppeldecker über der Insel Juist gesichtet. 0«tofKtnfo$.ö neittf. oedecn ® wolkig. eotdecki • Regen * Schnee o Graupein a NeDei K Gewutjr.(§)wind$tiiie.«O sehr dichter Ost .£ massiger Sodsoawesi stürmischer «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem v/inde Oie oeicen Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichet* auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Zufuhr der Kaltluft durch das weiter nordöstlich abziehende Tief flaut ab. Indessen ist das mitteleuropäische Hoch mit dem isländischen in Verbindung getreten, so daß sich nunmehr ein Keil von Island in südöstlicher Richtung bis zu den Ostalpen erstreckt. Im Bereich seiner zusammensinkenden Luftmassen heitert sich der Himmel auf, und die Erwär- mung nimmt weiter zu. Durch die an der Westseite des Hochdruckteils entstandene Ostwindströmung wird das von Westen heranrückende Tief mehr abgedrängt, so daß dadurch eine stärkere Beeinflussung unseres Wetters vorerst nicht zu befürchten ist. Aussichten für Freitag: Stellenweise dunstig, sonst vielfach aufheiternd, weitere Erwärmung, trocken. Aussichten für Samstag : Abgesehen von vorübergehend aufkommender Gewitterneigung Fort, dauer des warmen Wetters. Lufttemperaturen am 3. Juni: mittags 19,1 Grad Celsius, abends 17 Grad; am 4. Juni: morgens 14,9 Grad. Maximum 20,2 Grad, Minimum 11,5 Grad.— Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juni: abends 18,8 Grad; am 4.Juni: morgens 16 Grad Celsius.—' Sonnenscheindauer 1% Stunden. Kirchmann (Stralsund) vertrat die Meinung, fraß die Aktivität frer Partei weniger aus der Zufriedenheit über die politische Haltung der Partei, als aus der Verbitterung über die Rational- svzialisten entstanden sei. Heber die neue Rotver- orfrmmg habe man den Parieiitag absichtlich im ungewissen gelassen. 3m Verlaufe der Aussprache erschien der kommunistische Reichstagsabgeordnete T o r g l e r und wurde als Zuhörer auf der Tribüne zugelassen. Reich stagsabg. Roß mann (Württemberg) wandte sich dagegen, daß aus der Rot der breiten Massen eine Oppositionssuppe gekocht werde. I e n s s e n. Gera, verlangte eine klare Entscheidung des Parteitages und eine Bindung für die Fraktion durch den Parteitag. Eckstein, Breslau, erklärte, daß Demokratie Parlamentarismus und Verfassung heute in Wirk^ l'chkeit nicht mehr bestünden. Der Redner verlangte, daß die Reichstagsfraktion für die sofortige Reichstagseinberufung eintrete, um die neue Rotverordnung zu Fall zu bringen. Reichstagsabgeordneter Dr. Hertz erklärte, die Sanierung der öffentlichen Finanzen stelle sich in dieser Krisenzeit auch für die Sozialdemokraten als ungeheuer schwer heraus. Selbst wenn alle Befürchtungen, die wegen -der neuen Rotverordnung gehegt werden, in Erfüllung gingen, dann sei doch nicht zu bestreiten, dah die Regierung den Gedankengängen der Sozialdemokraten gefolgt sei, allerdings nicht als Konzession an unsere politische Mitarbeit, sondern gezwungen durch die Schwere der Verantwortung. Änsere Minister seien im Begriff, zu schwierigen außenpolitischen Verhandlungen nach England zu reisen. In wenigen Tagen könne eine ganz neue Situation vor uns liegen. Don dem Parteitag könne die Reichs- tagsfraktivn nur allgemeine Richtlinien erwarten, auf deren Grundlage sie dann ihre Entscheidungen fällen könne. Fröhlich (M. d. R.) - Thüringen, betonte als Hauptaufgabe der Partei, die Errungenschaften der letzten zehn Jahre nach Möglichkeit zu erhalten. Po rtun e-Frankfurt a.M. verteidigte die Hal- hing der neun Neinsager, die mit der Auffassung der Massen in Einklang stehe. Alle Maßnahmen des Reichskanzlers feien darauf eingestellt, die So- zialdemokratte ihres Einflusses bei den Massen zu entkleiden. Es werde der Zeitpunkt kommen, wo die Partei die Massen nicht mehr hinter sich habe. Nach weiteren Ausführungen verschiedener Red- ner, bei denen nichts wesentlich Neues gesagt wurde, folgten die Schlußworte von Br eit scheid und Sollmann. Darauf fanden die Ab st immun- g e n statt, die zur Anahme der obenstehenden Ent- schließungen führten. - r Li-tsy — r toirb i Ser IW M r Stabil M6 Vio Ami.- lamog 14 fO *6 Tours Verantwortlich für Politik: i. D. Ernst Blumschein. ELIDA KÖNIGIN SEIFE Einmal ohne Mundstück nie wieder mit Mundstück! PACKUNGEN RH. 0.60,1.80 UND 3.00 ATI HAH AUSLESE CIGABETTEN SELBSTVERSTÄNDLICH OHNE MUNDSTÜCK! 10 y PFENNIG : ÄTIKAH-LIGARETTtN : 1930 1927 1939 1938 Graphische Darstellung des beispiellosen Aufschwungs der Atikah ohne Mundstück Von allen bevorzugt, weil billig und besser! Es ist wirklich interessant zu beobachten« daß Raucher« die sich an die mundstücklose Atikah gewöhnt haben, nie wieder zu einer Cigarette mit Mundstück zurückkehren. Den Grund dafür zeigt Ihnen ein Versuch. Rauchen Sie einmal eine Atikah neben irgendeinerCigarettemitMnndstück. Sie werden verstehen, warum Atikah all« jährlich Millionen neuer Freunde gewinnt schen Landgemeindetages), Wünsche. äu hoffen, wenn noch mehr Einwohner dem Bestreben des Vereins auf eine Belebung und Verschönerung des Stadtbildes durch Anbringung von Blumenschmuck entsprechen wollten und möglichst viele Wettbewerbsteilnehmer prämiiert werden könnten. Es wird daraus hingewiesen, daß nicht gemeldete Anlagen bei der Prämiierung nicht berücksichtigt werden können. •* Dertreterve rs ammlung des Hessischen Landgemeindetages. Am Samstag, 13. Juni, findet in Dieburg die 11. Vertreterversammlung des Hessischen Landgemeindetages statt. Aus der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Geschäftsbericht des Vorsitzenden, 2. Rechnungsablage vom Geschäftsjahr 1930, 3. Voranschlag für das Geschäftsjahr 1931, 4. .Sorgen und Wünsche der Landgemeinden" (Landrat a. D. 1935 1936 hlag. ftintymiAA tn(t*Nlu»ne «jm wurden wenigen «bung ein M den be- "kwehren und ’lätte entsandt H noch keine oglich. Da sich ■ Arbeiter an htet man, dah nen sind. trag. lte sich eine e. Zwölf in wurden ge« ausschiehende hr 100 Meter, • ) bk Reibung Anken zurück« t ist jede An« Möglich. Rur oerden. Einer ecke weit als ’ Kleider der« alle Lösch« Aem andere brennen. Die , herauMen , das Mich •* Derkehrsunsall. Gestern nachmittag, gegen 17 Uhr, ereignete sich in der Bahnhofstraße ein Verkehrsunfall. Ein Radfahrer kam in flottem Tempo die obere Bahnhofstrahe herabgefah- rcn und fuhr dabei einen Studenten an, der im gleichen Augenblick die Straße überqueren wollte. Der Anprall war so heftig, dah der Fußgänger hart zu Boden stürzte und dabei eine Kopfverletzung sowie eine leichte Gehirnerschütterung erlitt. Durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wurde der Verunglückte nach der Chirurgischen Klinik gebracht. •* Der AllgemeineDeutsche Frauenverein bot — wie man uns berichtet — am Montag seinen in großer Zahl erschienenen Mitgliedern die seltene Gelegenheit, Frau P r a s ch - Grevenberg, an deren meisterlich gespielten Rollen sich wohl schon alle erfreut hatten, als Rednerin zu hören. Die Vortragende sprach über den Beruf der Schauspielerin und belebte ihr Thema mit einer Fülle von feinsinnigen Aussprüchen und zahlreichen Beispielen auS ihrem eigenen Erleben. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, auch nur in gedrängter Form wieder- zugeben, was die Künstlerin zu sagen wußte und * kn. 11 .w Dr. Dr. G erecke, MdR., Präsident des Deut- 5. Anträge und 19 Verletzt ?in schwerer te in Li. r ? Deter lQikne Last. *QuMüb« *Wm Polen, feilen« der Ahe M Sinke. e.B in voller n,e iahrenden zehn Da. N wurden, rbcn aus der erlitten sehr °duhtlvs ins ßen, Wilh. Balser HL wurde mit Wirkung ab 1.3mti zum Straf anstaltsoberwachttneister beim Amtsgerichtsgefängnis Worms ernannt. — Auf Grund des Altersgrenzegriehes tritt der 3ustiz- vberwachtmeister beim Amtsgericht Schotten Phil. Essinger am 1. Juli in den Ruhestand. ** Aoendandacht für Studenten. Am Freitag, 5. Juni, 20,30 älhr, findet in der Kapelle auf dem Alten Friedhof die zweite Abendandacht für die Studierenden der älniversität tott. Zu den Andachten haben die Mitglieder der Stadtgemeinden freien Zutritt. *e Sonderzug nach dem Schwarzwald. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. veranstaltet ür den kommenden Samstag und Sonntag eine Sonderzugfahrt nach dem Schwarzwald zu bedeutend ermäßigten Fahrpreisen. Die Fahrt führt nach Frei« bürg im Breisgau und nach Bärenlal (Feldberg). Interessenten finden Näheres im heutigen Anzeigenteil. * KunstausstellungDarmstadt 19 31. Don der Neuen hessischen Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst wird uns geschrieben: Die Vorbereitungen für die Ausstellung in Darmstadt neigen sich ihrem Ende zu. Infolge der Vorverlegung der Eröffnung standen anstatt drei Monate nur fünf Wochen dafür zur Verfügung. Die Beschickung ist sehr reichlich und außerordentlich vielseitig. Die Eröffnung wird planmäßig am Sonntag, 7. Juni, 11.30 Uhr, stattfinden. ' Eine öffentliche Steuermahnung läßt die Stadtkasse Gießen in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil ergehen. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. •• Blumenschmuck-Wettbewerb. Auf den kürzlich vom Verkehrs - und Verschö- nerungSverein ausgeschriebenen Dlumen- schmuckwettbewerb für Fenster, Dalkone und Vorgärten haben sich bereits eine stattliche Anzahl Bewerber gemeldet. Da die Kommission für die Prämiierung bald mit der ersten Besichtigung der angemeldeten Anlagen beginnen muh, wird gebeten, alle mxt> nicht gemeldeten Anlagen umgehend dem Verkehrs- und Verschönerungsverein mündlich oder schriftlich mitzuteilen. Es wäre sehr W' Stellenlos Iternei9un9 $ igiSrad n': wie sie eS sagte. Wir möchten hier nur die ^leberzeugung aussprechen, daß ihre Worte sicherlich viel dazu beigetragen haben, das 'Verständnis der Anwesenden für die schweren Ausgaben des schauspielerischen Berufes zu fördern. Wie wenige von denen, die sich bequem ins Theater setzen und nur zu schnell bereit sind, abfällig zu urteilen, haben eine Ahnung davon, welch unermüdlicher Arbeit, wie großer Anstrengungen und Aufregungen es bedarf, um auch nur eine kleine Rolle gut wiedrrzugeben. Aber Frau P r a s ch schilderte nicht nur die mancherlei 'Beschwerden und Gefahren ihres Berufes, sie zeigte auch, wie diejenigen, welche die Berufung dazu in sich fühlen, nicht davon lassen können, wie sie ihr ganzes Denken und Fühlen hingeben, um sich in andere, in ihre Leiden und Freuden zu verlieren und dadurch gerade die Lust schöpferischen Gestaltens empfinden. Lebhafter Beifall und herzliche Worte der 1. Vorsitzenden, Frau Paula Seid, dankten der Vortragenden. .«««s LU. Universitätspersonalie. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Der Prioatdozent an unserer Universität Dr. jur. Hans von Heutig hat einen Ruf an die Universität Kiel erhalten. Er hat denselben angenommen und ist bereits mit Wirkung vom 1. Mai ab zum person- liehen Ordinarius des Strafrechts ernannt worden. Einen Ruf an die Universität Münster hat er' ab« gelehnt. *♦ Zustizpersonalien. Der Strasanstalts- vberwachtmeister beim LandgerichtSgefängnis Gis- Aus Oer Provmz»aldauptstavr. Gießen, den 4. Sunt 1931. Sand . .. Nun haben wir wieder den Sommer mit allem, was dazu gehört. Und wie es unsere Pflicht ist, hängen wir die dicken Mäntel in den Mottenschrank, legen Helle Gewänder an, freuen uns an Baumblute, Schwalben und Sonne, wagen die erste Wasser- partie und spielen mit dem Gedanken an die womöglich? Sommerreise. Die Wiesen beginnen allmählich sich wieder mit Flaschen und Butterbrotpapier zu füllen, die ersten Weekend-Partien ver- regnen mitsamt dem neuen Sommerhut aus weißem Stroh — kurz, es ist wieder eine Lust zu leben und die sommerlichen Freuden zu genießen. Die Jugend hat den ersten Zipfel des Hochsommers schon erwischt. Jedenfalls soweit es die Kleidung anbelangt. Ich habe nämlich schon auf den verschieden- ften Sandhaufen die verschiedensten halbnackten Gören gesehen. Ueberhaupt die Sandhaufen. Sie sind und bleiben höchste Vervollkommnung kindlicher Spielideale. Aus tausend Gründen. Zunächst kann man sich so herrlich dreckig dabei machen. Und daß dies ein wichtiges Moment ist, wird kein Kenner der Kinderpsychologie abstreiten. Ich habe zwei Groß, stadtkinder auf einer Dorfstraße gesehen und hörte das erste beschwörend rufen: „Komm rüber, Bubi, hier ist der meiste Dreck!" Woraus erhellt, daß auch Aesthetik ein höchst umstrittener sein kann. In einen Sandhaufen nun kann man sich im buchstäblichsten Sinne hineinlegen, man kann sich lebendig begraben lassen und nur noch eine freche Nasenspitze in die Oberwelt stecken, mit einem Sand« Haufen kann man — schon bei geringer Hebung — fo intensiv spielen, daß es nur so zwischen den Zähnen knirscht und der Sand pfundweise in den Haaren hängt. Dom Sand in den Ohren und Schühchen gar nicht zu reden. Sand ist willigstes, geduldigstes Material. Sand kann man schichten, türmen, klopfen und kunstvoll glätten — und mit zwei, drei Armbewegungen wieder in chaotischen Primärzustand verwandeln, um mit neuem Eifer an neue architektonische Pläne heranzugehen. Sand kann man zu Kuchen verarbeiten und zur besseren Haltbarkeit des Backwerks mit — Pardon — Spucke verkleben, im Sande kann ma i Gärten anlegen und abgerissene Baumblätter aus den Dorgärten in die kleinen Beete pflanzen, man kann dunkle, tiefe Tunnels graben, die mit dumpfem Krach kurz vor der Vollendung zusammenzubrechen pflegen, man kann Gebirge und Ebenen schaffen, Straßen und Plätze bauen, man kann — wie gesagt, alles kann man. Wenigstens unter der Voraussetzung, daß man so viel unerschöpfliche Phan. taste wie ein Kind hat. Eine immerhin neue und originelle Spielart brachten drei kleine Jungens aus meiner Straße heraus. Sie formten einen Sandberg in Badewannengestalt, gruben drei Löcher in den so geschaffenen Hügel, setzten sich in diese Löcher und verblieben sodann in dieser Haltung. Da ich an technischen Neuheiten interessiert bin, erkundigte ich mich nach dem Zweck solchen Tuns. „Wir fahren Auto!" sagte der erste — ohne den Blick von der Straße vor ihm zu lassen und ohne die drückende Bewegung der linken Hand (klar, daß dies die Hupe ist) zu unterbrechen. Ich schwieg beschämt. Natürlich, Auto — dreisitziges Sportkabriolet, sandfarben — das hätte ich gleich erfassen müssen ... Und zum Schluß noch dies: Sand ist ein unfehlbares Mittel, unliebsame Diskussionen zum defini- tiven Abschluß zu bringen. Jedenfalls sah ich kürzlich zwei kleine Mädics sich dieser rethorischen Waffe bedienen. Sie stritten sich, eine Einigung war nicht abzusehen, kurz entschlossen griffen also kleine Fäuste in die gelbe Masse, und es entstand eine herrliche Schweißerei. Allzufrüh nur wurde die interessante Debatte durch eine herbeieilende Mutter gestört — denn: Sand ist die Vervollkommnung aller Sviel- ideale — aber nur für Kinder! E. v. M. Oie Frequenz der Universität. Don der PresfesteUe der Universität Gießen wird uns geschrieben: Die Zahl der Studierenden beträgt im Sommersemester 1931 2131. 3m Sommersemester 1930 waren immatrikuliert 1941, im Wintersemester 1930/31 1925. Die Zahl der 6tu- dierendcn verteilt sich auf die einzelnen Fächer wie folgt (die in Klammern angegebenen Zahlen find die aus dem Sommersemester 1930): Theologie 224 (146), darunter 4 (2) Studentinnen: Rechtswissenschaft 328 (351), darunter 9 (11) Studentinnen: Medizin 419 (371), darunter 41 (34) Studentinnen: Veterinärmedizin 199 (140); Mathematik 147 (150), darunter 12 (8) Studentinnen; Raturwissenschaften 150 (137), darunter 22 (18) Studentinnen; Chemie 50 (51), darunter 1 (1) Studentin; Pharmazie 2 (0); Forstwissenschaft 66 (66); Landwirtschaft 51 (55); Philosophie 57 (64), darunter 10 (8) Studentinnen; Reuere Philologie 274 (268), darunter 73 (56) Studentinnen; Klassische Philologie 54 (48), darunter 2 (1) Studentinnen; Geschichte 3 (2), darunter 2 (1) Studentinnen; Staatswissenschaften 107 (92), darunter 3 (3) Studentinnen. Insgesamt ergeben sich demnach 2131 (1941) Studierende. 179 (143) Studentinnen sind in dieser Ziffer einbegriffen. Vornotizen. — Tageskalender für Donners tag. LichftpielAus Bahnhofstraße: »Der falsche Ehemann". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Sonntag, 7. 3uni, gastiert das Berliner .Kleine Theater" mit dem Lustspiel »Liebe unmodern", von Sterk, in Dießen. Mit diesem einmaligen Gastspiel eröffnet das Stadt theater die Reihe der für die Sommerspielzeit angekündigten Gastspiele. Die Tonfilmschauspielerin Grete R e i n w a l d spielt die Hauptrolle. Das Gastspiel findet zu ermäßigten Sommerpreisen statt. — Das Kochen in Heihluft ist morgen abend Gegenstand eines Vortrages über den .Mabag-Heihluftherd". 3n Verbindung mit dem Vortrag, der um 20 Ahr im Hotel Schütz beginnen wird, sollen Koch-, Back- und Bratvorführungen stattfinden. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. ,o KrJ Herr Lehrer Merkel Leihgestern, den 3. Juni 1931. Lang-Göns, den 3. Juni 1931. 3804 D in ihrem 70. Lebensjahr. der Mühlenbesitzer Herr Wilhelm Reeh 03269 gesucht Reehmühle bei Bieber, den 3. Juni 1931. 3796 D Jesaia 60, V. 20. 3769 D l F 3803V Heucbelheim, den 4. Juni 1931. 6 D Wöllstein (Rheinhessen), den 2. Juni 1931. er. 3790 D Bin unter 3792 D Nummer 2329 Freitag, den 5. Juni, abends 8 Uhr, findet im Hotel Schütz ein Wlimn Sie Blatt Eintritt frei! Gratis-Kostproben! Die Beerdigung findet Freitag, 5. Juni, nachm. IV2 Uhr, in Bad Kreuznach von der Friedhofskapelle aus statt Ihr folgte einen Tag später im Tode nach ihr Gatte, der Gefährte ihres Lebens und Leidens, unser lieber Vater */8 m Wolkenformer „ */, „ Noch und Noch „ ll6 „ Post und Bahn , V6 , Pastorentabak „ 1 Sortiment H <5ZtgarrJ „ 1 reichtllust. Hauvtkatalog 1 hübsch. Weltruskalender Die Beerdigung findet Freitag, den 5. Juni, nachmittags Uhr, von der Reehmühle aus statt. im Alter von 63 Jahren im Krankenhaus der Diakonie- anstalt in Bad Kreuznach sanft entschlafen. Nahezu 17 Jahre hat er sein Amt gewissenhaft geführt Wir verlieren in ihm einen Mitarbeiter von seltener Arbeitskraft und Pflichttreue. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand und Aufsichtsrat der Spar- und Leihkasse Lang-Göns. Am 2. Juni ist nach längerer Krankheit mein lieber Mann, unser Vater Im Leben vereint — zum Schaffen und Streben, im Tode vereint — zum ewigen Leben! Am 2. Juni verschied in Bad Kreuznach, wo er bei seinem Sohne zu Besuch weilte und Erholung suchte, unser langjähriger Rendant der Spar' und Leihkasse Lang-Göns Schöne, grohe 3.4-Zimm.-Wobn. beschlagnahmest, mit Küche, Lad u. Balk., in Neubau, 1. Stock, Nähe d. Kliniken, ab 1. Juli zu verm. MMl Näh. Schubertstr. 14 pt zw. 13-15 od.18-20 Uhr >1 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Jung, Rektor i. R. Lehrmädchen zum bald. Eintritt, welch, sich als Verkäuferin heranbil- den will, von einem Kaufbaus gesucht. Schrtstl. Angeb. u. 3800V ad. GH. Anz. Herrschaftliche 7-MIN.-MIW. 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Die Beerdigung findet Freitag, den 5. Juni, nachm. 4Uhrvon der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. ____________________03263 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei demHinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Heinrich Rinn. Der einst so rüstige Mann starb nach einem heimtückischen, qualvollen Leiden im Schwesternhaus zu Gießen in seinem 78. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Am 2. Juni verschied unser liebes Mitglied Herr Karl Witwen (gen. Kaltwasser) Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen ein langjähriges, treues Mitglied und werden wir ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 2V, Uhr, statt und bitten wir unsere Mitglieder, ihm recht zahlreich die letzte Ehre zu erweisen. Kellner-Verein Giefeen e. V. Der Vorstand. Am Montag, 1. Juni, abends 10%Uhr, entschlief sanft nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Reeh,gedeih Aufo- GelegenHeitükauf Auto-Droschke 10/40 PS Opel-Limousine sehr vreiswert, in tadellosem Zustand, zu verkaufen. Ovclauto, Gienen r>rank!urt. Str. 52 äti Teleobon 2847/48. 0.39 0.49 0.60 0.68 0.55 Wir suchen vertrauenswürdige Mitarbeiter. Gute Verdienstmöglichkeiten. Deatsdie Bausparkasse Berlin W 8 Unter den Linden 16. Wissenscnaftliche Werke dondergeoiet uer Brühl’schen Druckerei Andreas Merkel Lehrer i. R. zu Lang-Göns Familien- Ausflug am Sonntag, 7. Juni, n. d. WcllcrSburg. Treffpunkt 2'/, Uhr: Halteste Walliorstr.- Ostantage. 3789V A lleS auf. vorto-u.vervackungesr.nur M. 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Juni, nachmittags 3.30 Uhr, in Leihgestern vom Trauerhaus Bahnhofstraße 39. ______________3795 D ülJmIüMM «Türe mit Drabtsül- lunch und 2 Hand- tuchständer abzug. Alicenstr.221. Einige Wagen, Pflug, Krupper, Häcksel- u. Sämaschine, Pferdegesch., 3 Wagen Spreu, Dezimalwaage, schw.Wagenachs. 25 Kleeheuböcke, Egge, a. Türen u. Fenst.,Schubkar. Bohlen, Beefcsteinkarre, Wagenräd. u. -Reife, zwei schwere Rollwag., Hafer- kast, Kettenwaage, Falzziegel, U- u. Wickeleisen, Rohre, Ringel walz., Klapp- u.Rolläd., Tuffsteine, Erd- bohr. m. Gestänge, Kass.- Schrank 80 180 u. sonst. Gegenstände zu verkauf. Näh. Landqr.-Phll.-Pl. 10. Junger Schuhmacher- Geselle welcher sich in erst- klasnaemReoaratur» geschäit noch weiter ausbtld. möchte, find, sofort s. einige Tage in der Woche Stetig. Schrift!. Au geb. mit Lebenslauf u. Lohnangabe unter 03259 an den Giehen. Anz. Fleihtges,ordentlich. 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Der Zentralverband Deutscher Kriegs- ter und Kriegerhinterblie- beschädigter und Kriegerhinterbliebener hielt dieser Tage in Koblenz seinen 5. Verba n d s t a g ab, der mit einer öffentlichen Protest- kundgebung der Koblenzer Ortsgruppe des Verbandes eingeleitet wurde. In dieser Versammlung referierten (9g. Michel- Berlin und Frau 21. Gotting- Düsseldorf über die Forderungen der Kriegsopfer, insbesondere im Hinblick auf die gegenwärtige Lage. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der geschmälert. Weil die Beamtenschaft nicht in der Lage fei, über das ihr schon aufgebürdete Maß von Entbehrungen hinaus noch weitere Lasten zu eine ausreichende KriegÄrpferversorgung und Fürsorge. Die Kriegsopfer würden sich eine Beschneidung ihrer Rechte nicht mehr gefallen lassen. Daraus wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Die im Zen- tralverbande vereinigten Kriegsopfer verkennen keineswegs die Rotlage des Reiches. Sie fordern daher zur Lieberwindung der finanziellen Schwierigkeiten die schärfste Drosselung der mit der Rotzeit nicht in Einklang zu bringenden Aufwendungen auf allen Gebieten der öffentlichen Ausgabenwirtschaft. Der fünfte Verbandstag des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener weist mit Rachdruck darauf hin, daß sich die wirtschaftliche Rot mindestens in gleicher Weise, wie in anderen Kreisen des Volkes, auch in zahllosen Kriegsopferfamilien bemerkbar macht. Darüber hinaus wird die Lebenshaltung der Kriegsopfer noch erheblich ungünstig beeinflußt durch die schon zahlreich verordneten Sparmaßnahmen aller Art und durch die allgemein bedeutende Verknappung der Fürsorgemittel. Der Verbandstag erwartet von der Reichsregierung baldige Maßnahmen zur Beseitigung der wirtschaftlichen und gesundheitlichen Gefährdung der Kriegerhinterbliebenen durch die Verschlechterung ihrer Heilsürsorge und die Milderung der in den Sparerlassen zahlreich verfügten unerträglichen Härten. Ohne Beanspruchung neuer Mittel kann diesen Forderungen des Verbands tageö Zug um Zug entsprochen werden durch die auf natürlichem Wege in der Reichsversorgung auch weiterhin zu erwartenden Ersparnisse. 3n Würdigung der gegenwärtig schwierigen Lage des Reiches sieht der fünfte Verbandstag des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener davon ab, die sofortige Verwirklichung der noch zahlreich vorhandenen anerkannten Wünsche der Kriegsopfer zum Ausbau der Versorgung zu verlangen. Er spricht jedoch die bestimmte Erwartung aus, daß die Sorge um die alternden Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen und der weitere Ausbau der Reichsversorgung als vordringliche Aufgaben ins Auge gefaßt werden, sobald in der Finanzlage des Reiches eine Besserung nur irgendwie festzustellen ist. Wirtschaftslage und Beamtenbesoldung. Auf dem Derbandstag des Deutschen Philologenverbandes in Hamburg, über den wir in Rr. 123 hinsichtlich der standespolitischen Referate schon zusammensassend berichteten, sprach der 2. Vorsitzende des Verbandes, Dr. Dohlen, Berlin, über das Thema: „W i r t s ch a f t s- lage und Lebenshaltung in De u tsch - land". Der Redner erklärte u. a.: Die Entwicklung habe die Voraussage bestätigt, daß eine Kürzung der Beamtengehalter ein wirkungsloses, ia geradezu gefährliches Mittel zur Sanierung der Finanzen und damit zur Ankurbelung der Wirtschaft sei. Eine weitere Herabsetzung der Deam- tengehälter würde zu einer wirtschaftlichen Katastrophe führen. Die letzte Gehaltskürzung habe besonders die höheren Beamtem zumal ihnen die Desoldungsordnung von 1927 nur 75 Prozent ihres Vorlriegsrealgehaltes gebracht hatte, zu stärkster Einschränkung in ihrer Lebenshaltung ge- zum Ausdruck gebracht wird, daß die Versammlung entschieden Einspruch erhebt gegen die bisherigen Abbaumaßnahmen und daß man den weiteren Ausbau der Dersorgungs- gefetzgebung und die Beseitigung der jetzigen Mängel und Härten als unbedingt vordringliche Aufgaben ansieht. Weiter wird gefordert, datz die im 23er- forgungshaushalt durch Ausscheiden von 23ersor- gungsberechtigten eingesparten Mittel ungekürzt verwandt werden. Am folgenden Tage trat vormittags der Der- bandsausschuß zusammen, dem der Haupt- vorstand des Zentraloerbandes und die Vertreter der 26 Landesverbände angehören. Es wurden in organisatorischer Hinsicht wichtige und weittragende Beschlüsse gefaßt. In sozialpolitischer Hinsicht mürben die Richtlinien festgelegt für die Fortsetzung einer erfolgreichen /sozialpolitischen Tätigkeit des Zentraloerbandes in den kommenden, zweifellos kritischen Zeiten. Bei der Eröffnung des Verbandstages wies Derbandsvorfitzender Butter- b r 0 d t auf die Bedeutung des Verbandstaaes, des ersten in dem befreiten deutfchen Westen, hin. Er machte eingehende Mitteilungen über die Versorgung der Kriegsopfer, die gegen- roärllg an einem Krifenpunkt angelangt sei. Ziel des Zentralverbandes sei, für die berechtigten Forderungen der Kriegsopfer einzutreten. In Ergänzung des bereits schriftlich vorliegenden Geschäftsberichts wurden noch ergänzende Mitteilungen gemacht, in denen zum Ausdruck kam, daß sich der Mitgliederbestand durch den Beitritt mehrerer bisher selbständiger Organisationen erhöht habe. Der Kassenbericht wies durchaus günstige Verhältnisse des 23erbandes im letzten Geschäftsjahr auf. Der zweite Verhandlungstag wurde mit einer Sondertagung rheinischer Kriegerhinterbliebener eingeleitet. 3n der im Anschluß hieran erfolgten Beratung der zahlreichen Anträge kam u. a. immer wieder die große (Empörung der Kriegerhinterbliebenen und Kriegsbeschädigten über die dauernde Gefährdung ihrer Existenz durch den Abbau der Versorgung und der Fürsorge zum Ausdruck. 3n mehreren Entschließungen wird die Reichsregierung ersucht, baldigst Maßnahmen zur Beseitigung der wirtschaftlichen und gesundheitlichen Gefährdung der Kriegerhinterbliebenen zu ergreifen. Weiter wird gegen die noch immer aufrecht erhaltene Lüge von der Alleinschuld Deutschlands am Weltkriege Protest erhoben und die Regierung ersucht, endlich entscheidende Schritte hinsichtlich der Reparationsfrage zu unternehmen. Der dritte Derhandlungstag begann mit einer Gedenkfeier für die Gefallenen des Weltkrieges auf dem Ehrenfriedhof der Stadt Koblenz. Es folgte eine große öffentliche Kundgebung im großen Saal der Stadthalle, wo Oberbürgermeister Dr. Russell die Kriegs- opferorganisatton begrüßte. Als Vertreter der Reichsregierung und des Reichsarbeitsministeriums sprach Ministerialrat Sieler, Berlin, der die Bereitwilligkeit der Behörden zur Hilfe im Rahmen des Möglichen betonte. Das Hauptthema der Kundgebung „R 0 t z e i t und Reichsversorgung" behandelten Max 3oses Wuttke, Berlin, und Reichstagsabgeordneter Otto Thiel, Berlin. Beide Redner forderten Berliner Gefattenen-Ehrenmal. Oie umgeboute Schinkel-Wache. Berlin, Anfang 3uni. Rachdem die Regierung im vorigen Frühling aus einem Preisausschreiben ziemlich überraschend und diktatorisch den Entwurf Professor Heinrich T e s s e n v w s zur Umgestaltung der Berliner Reuen Wache in eine Gedäch t- nisstättefür die Weltkriegstvten angenommen und mit der Ausführung begonnen hatte, wurde angezeigt, daß das Ehrenmal am Totensonntag vorigen Jahres eingeweiht werden sollte. Aber es ist nun Frühjahr geworden, und bis zum letzten Augenblick schaffen die Arbeiter noch hinter dem Bauzaun, aber jetzt liegt die Einweihungsfeier nun doch in der Rähe eines anderen bedeutsamen Tages: Skagerrak.... Die Reue Wache, 1819 von Schinkel erbaut, liegt bekanntlich Unter den Linden zwischen zwei baulichen Kolossen, der Universität und dem Zeughaus, ohne selbst — ein fester gedrungener Kubus — von diesen mächtigen Rachbarn erdrückt zu werden oder neben ihnen winzig zu wirken; das erreicht zu haben, ist ein Teil Schinkel-Kunst. Der andere: die streng klassifizistische Form mit den dorischen Säulen und den links und rechts vorspringenden Pylonen, die der Front ihre wuchtige, einfache Schönheit geben. Diese berühmte Säulenhalle nebst Fries und Stufen ist in keiner Weise angetastet, sie ist sogar bis in Einzelheiten überängstlich geschont worden. Der Eisenzaun, hinter dem sich früher das eigentlich Soldatische des alten Wachtlokals abspielte, ist als überflüssig entfernt, das Gebäude so der Straße etwas angenähert, aber es tritt noch immer etwas hinter der Front des Zeughauses und der Universität zurück, und scheint so, der Straßenflucht etwas entrückt, ganz zu einer Stätte der Sammlung bestimmt zu lein. 3hr einziges Zeichen, das äußerlich neu hinzukam, ist über dem mittleren der drei rechteckigen schmalen Eingänge das eingelassene große Eiserne Kreuz ohne Inschrift. Wenn man unter der Doppelreihe dorischer Säulen durch diesen mittleren Eingang e in tritt, hat man den Raum vor sich, der früher ein ungedeckter Hof war: heute der Chrenraum für die Gefallenen. Zur Umgestaltung dieses Raums lagen damals hauptsächlich drei Projekte vor. Davon muhte man zwei ablehnen, soweit ein Urteil nach den ausgestellten Modellen und Zeichnungen möglich war; das eine, weil es durch schwärzlich-grünen Marmor den Hof in eine düst er-beengte Grabkammer verwandelt hätte: das andere, weil es in dem merkwürdigen Einfall gipfelte, inmitten dieses Baues ein „natürliches Heldengrab" mit Hügel, Rasen und Holzkreuz zu rekonstruieren: und man konnte überzeugt dem Tessenow-Cntwurf zustimmen, weil et mit einfachsten Mitteln die größte Wirkung verhieß. Und diese ist wirklich überraschend erreicht worden. Der Besucher steht eine Stufe über dem früheren Hof, in dem sich so wenig wie möglich befindet und der trotzdem — oder deshalb — so stark wirkt. Man hat einen Raum von acht Meter Höhe und sechzehn zu zwanzig Metern im Umfang vor sich. Sein Boden ist schwarz: er besteht aus zahllosen kleinen schwarzen Basalt- Würfeln, die mit Blei vergossen sind und ein unauffälliges Muster bilden, das den Boden eben nur soviel belebt, daß er nicht ganz tot und falt wirke. Die Wände sind aus rechteckigen Sandsteinquadern gefügt, deren mattes Weih-Grau wohltätig gegen das Dunkel absticht, darüber schwebt die Decke, in wolkigem Rebelgrau gehalten und in der Mitte kreisförmig durchbrochen und hier mit einem niedrigen Schacht überhöht. Durch diese Rotunde fällt ein Streifen Licht auf den Mittelpunkt des Raumes, den etwa 1,60 Meter hohen und 1,40 Meter breiten, mächtigen schwarzen Dasaltblock, auf dem ein runder, monumental stilisierter, silberner Cichenkranz ruht, dessen Geflecht etwa ein halber Meter hoch sein mag. Dor dem Altar ruht, wie aus dem Boden gewachsen, ein niedriger Block aus schwarzem Granit, in den die Zahlen 1914—1918 in geschwärztem Kupfer eingelassen sind. Links und rechts in den Hinteren Ecken erheben sich, ziemlich gegen den Hintergrund gerückt, zwei Kandelaber, etwa zweieinhalb Meter hoch, sehr schlanke Röhren aus dunkel ba liniertem Metall, auf denen kleine Flammen wehen. Das Licht fließt durch das Dach und spiegelt sich in den Silberblättchen des Kranzes, und die roten Flammen flackern — die einzigen Zeichen des Lebens und der Ewigkeit in diesem stillen, geschlossenen und toten daß die von verschiedenen Seiten betriebene neue Gehaltskürzung, die dritte seit Jahresfrist. trotz em ft et Warnung der Wirtschaft und im Widerspruch mit den öffentlichen Erklärungen von Mitgliedern der Reichsregierung vom Kabinett noch nicht aufgegeben ist. Wie jede Gehaltskürzung, gleichgültig in welcher Form, von uns im Verein mit der übrigen Beamtenschaft abgelehnt wird, so wenden wir uns besonders gegen den Gedanken einer Staffelung. Diese würde gerade diejenigen Beamten, die die größte Einbuße an ihrem Friedensreatgehalt erlitten haben, am schwersten belasten. Der Derbandstag erwartet von ber Reichsregierung, daß sie die äußere Belastung, den eigentlichen Grund unserer Finanz- und Wirtschaftslage, auf ein tragbares Maß zurückführt oder betätigt". Oderheffen. Vürgermeisterwahl in Friedberg. WSR. Friedberg, 3. 3uni. 3n der heutigen öffentlichen Stadtratssihung wurde Bürgermeister Dr. S e y d auf weitere zwölf Jahre zum Bürgermeister von Friedberg gewählt. Don 26 anwesenden Stadtratsmit- gliedern gaben 19 ihre Stimme für Dr. Seyd ab. Sechs Stimmzettel waren unbeschrieben, einer lautete auf Beigeordneten Dr. Leuchtgens. Tagung der Freiwilligen Sanitätskolonnen. 5 Schotten, 4. 3uni. Rächsten Sonntag halten hier die Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz in Oberhessen den 4. oberhessischen Aerzte- und Führertag ab. Die Tagung, die von Provinzicllinspekteur Danitätsrat Dr. Hahn (Dad-Rauheim) geleitet wird und im „Posthäuschen" stattfindet, hat eine umfangreiche Tagesordnung zu erledigen. Einen Lichtbildervortrag über „Gas- und Wasserrettungsdienst und Wiederbelebung" hält Fabrikant 3. G. Frankl (Offenbach a. M.). Ein zweites Referat behandelt „Die für die Sanitätsmannschaften in Hessen gültigen Bestimmungen über Haftpflicht und Unfall". Anschließend findet eine Aussprache statt über die Frage, wie die einzelnen Kolonnen die Beträge für verbrauchtes Material und. für Transporte einbringen, und wie sie sich zu dieser Frage stellen. Rachmittags findet am Steinbruch Lind an der Gederner Straße eine Uebung der Kolonne Schotten statt. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 3. Juni. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde der für den aus dem Gemeinderat ausgeschiedenen Beigeordneten Ludwig Sack VII. neu eingetretene Philipp Rinn I. eingeführt und verpflichtet. Für eine im Schulvorstand freigcwordene Stelle wurde Gemeinde, ratsmitglied Otto Kreiling I. gewählt. Als Gemeindevertreter für die Bezirkssparkasse in Gießen wählte der Gemeinderat Bürgermeister Rinn und Beigeordneten L. Sack. Zum Schutze des einheimischen Gewerbes wurde ein Zuschlag zur Wanderlagersteuer beschlossen. Die Arbeiten zur Reüberstellung der Kanalstrecke in der verlängerten Wilyelmstraße wurden dem wenigstnehmenden Bauunternehmer Ludwig Schneider II. zuge- schlagen. Die hierzu erforderlichen Rohre liefert die Firma Sack & Jughardt. Die zum Ausbau der Fahr- bahn und des Bürgersteigs erforderlichen Arbeiten in der Wilhelmstraße wurden wie folgt vergeben: Die Chaussierungsarbeiten mit Lieferung des dazu gehörigen Materials wurden der Firma Ludwig Schneider II. übertragen; die Kieslieferung und die Lieferung der erforderlichen Zementrohre hat die Firma Wilhelm Rinn VIII.; die Pflasterarbeiten werden gemeinsam von den Pflastermeistern Ludwig Sack VI. und Ludwig Kreiling II. ausgesührt; die Lieferung der Pflastersteine erhielt die Firma Schmidt & Mandler. — Der endgültige Steuer- a us sch lag wurde wie folgt beschlossen: für Gebäude 22 Pf. pro 100 RM. Kapital, für Grundstücke 44 Pf. pro 100 RM., für Gewerbekapital 66 Pf. pro 100 RM. und vom Gewerbeertrag 230 Pf. pro 100 Reichsmark. Raum, von dem eine sehr starke Wirkung ausströmt: Ruhe, Trauer, Würde. Man kann mit sehr wenigen Dingen so starke Wirkungen erzielen, wenn sie richtig verteilt und aufeinander abgestimmt sind; es wirken die Proportionen der Masse und der Farben, es wirkt endlich der Gesamtentwurf, an dessen Einzelheiten sorgsam und lange geprobt wurde. So sind etwa die Blätter des Eichenkranzes aus Silber mit goldenen Schattierungen belegt, die Eicheln aber sind vielfach geschwärzt. Die wolkig-graue Färbung der Decke gelang erst nach etlichen Der- suchen, urkd die Kerzen flackerten nicht immer in einer so natürlichen Ruhe. Man hat sie zunächst mit Gas speisen wollen, aber diese Gaslichter erwiesen sich als zu hoch, zu unruhig, zu flackernd. 3eht befinden sich tatsächlich in den Lichthaltern ein Meter lange Kerzen, die mit Federn nachgeschoben werden. Aber von diesen Einzelheiten wird der Besucher wenig bemerken; er soll nur den Gesamteindruck der Sammlung, Stille und Andacht, mitnehmen, und darum will man ihn überhaupt nicht über die Schwelle lassen, er soll sich nur unter den dorischen Säulen aufhalten dürfen, um von hier aus in das Innere zu schauen, das durch massive Eisengitter abgesperrt werden soll. Er darf nur in den Raum hineinsehen wie in eine Kirche vdeu in ein Mausoleum: das ist wenigstens die Absicht' Professor Tessenows, der den stillen Raum nicht durch Reugierige verkleinert sehen möchte, die die einzelnen Dinge betasten.... So richtig es ist, daß durch Besucher der Raum tatsächlich „verkleinert" wird, so bedenklich mutet es an, daß man den Besucher nicht einmal über die Schwelle lassen will, daß er ausgeschlossen bleiben soll unter den Säulen, von wo er stets nur einen Teileindruck des Gesamtbildes empfangen wird. So erhält dieses Ehrenmal, das mitten „im Derkehr" liLgt, noch mehr das Abseitige, das Abgeschlossene, das Ruhende und Passive. Paris hat das lodernde Feuer des „Hnbctannten Soldaten" unter dem Triumphbogen, an dem niemand vorbei geht, ohne zu grüßen, zu beten, Blumen niederzulegen. London besitzt in seiner verkehrsreichsten Straße den großen, trotzigen Block, der alle Dorübergehenden zu steter Erinnerung zwingt. Dieses Gewaltsam-Zwingende aber wird diese Gedächtnisstätte nicht haben. Sie ist eine Kapelle, die man nach Belieben beachten oder vernachlässigen kann. Sie zwingt nicht, sie reißt nicht empor. e Odenhausen, 3.Juni. Der hiesige Str ie- geroerein veranstaltete am Sonntag einen Dor- tragsabend. Schriftsteller Reuter (Dornholz- Hausen) sprach über seine Eindrücke von feinen Reisen nach Rordsrankreich und seinem Besuch an deutschen Kriegergräbern. Eine Tellersammlung zugunsten der Kriegsgräberfürsorge erbrachte einen ansehnlichen Betrag. Kreis Friedberg. * Friedberg, 3.Juni. Am kommenden Son- tagnadjmittag findet auf der Capers bu r g ein evangelisches Jugendtreffen statt. Zuerst ist eine gottesdienstliche Feier, bei der der Landesjugendpfarrer Lic. v. d. 21 u die Predigt halten wird. Die Mitwirkung mehrerer Iugendchöre ist vorgesehen. Im Anschluß daran findet fröhliches Treiben statt. Es sind verschiedene Aufführungen angemeldet, jugendliche Spiele, Sing, und Sprechchöre. # Butzbach. 2. 3uni. Die Generalversammlung der Viehverwertungsgenosse n- schäft Butzbach war gut besucht. Der Dor- sitzende des Aufsichtsrats, Dr. Dien st, führte u. a. aus: Die Zahl der Mitglieder sei von 245 (seit der Gründung im Oktober 1930) auf 550 gestiegen, das genüge jedoch noch nicht. Die Selbst- Hilfe-Organisatton müsse noch in viel stärkerem Maße ausgebaut Werdern Der Vorsitzende der Genossenschaft, Landwirt Hildebrand. Rce- der-Weisel. erstattete den Geschäftsbericht und trug die Bilanz für die drei Monate des Jahres 1930 vor. Der genofsenschastlichen Diehverwertung schenke man jetzt, so führte er aus. überall große Beachtung. Rach der Bilanz für die ersten drei Monate (Oktober, Rovember, Dezember) betrug der Gesamtumsatz an Schweinen, Kälbern. Schafen und Großvieh 454 Tiere im Werte von 74 488,83 Mk. Dem Dorstand und dem Geschäftsführer wurde Entlastung erteilt. Der Geschäftsführer Pfeifer. Gießen, gab einen Lieberblick über die Tätigkeit der Genofsenschaft un 3ahre 1931, nach dem das erste Vierteljahr 1931 mit einem Ämsahe von 90 552 Mk. abschlieht. Der Llmsah hat sich zwar in der Stückzahl verdoppelt, nicht aber im Geldwert, da die Preisgestaltung rückläufige Bewegung zeigte. 3n der Aussprache wurde noch auf die Zuchtviehvermittlung hingewiesen. • Kirch-Göns, 2 3uni. Einen seltenen Genuß bereitete der Posaunenchor von Gro- Hen-Buseck der hiesigen Gemeinde, als er feinem Gründer, Pfarrer Kalbhenn, einen Besuch abstattete. 3m Mittagsgottesdienste wirkte der Posaunenchor in der vollbesetzten Kirche mit unö erfreute die Gemeinde durch den Dortrag von zwei zart und weich gespielten Motetten. Don 16 bis 17 Llhr konnte man noch ein wohlgelungenes Konzert hören. Dolkslieder, Motetten und einige flott gespielte Märsche zeigten den unter den schattenspendenden Bäumen stark versammelten Zuhörern, daß der Posaunenchvr mit feinem Verständnis und guter Schulung seine Vorträge beherrschte. Pfarrer Kalbhenn hielt einen kurzen Vortrag über Heimweh, Heimat und Freundschaft. Dem Posaunenchor weiß die Gemeinde herzlichen Dank. Ihre guten Wünsche gelten seinem ferneren Blühen und Gedeihen. Kreis Büdingen. X R i d d a. 4. Juni. Hier geriet ein mit Zucker schwer belabencä Lastauto aus Frankfurt am Ausgang der Stadt in der Dismarck- straße plötzlich von der Straße ab, riß eme Delegraphenstange um und blieb im Straßengraben und dem angrenzenden Garten stecken. Zum Glück fiel der stark zur Seite geneigte Wagen nicht um und die mitfahrenden Personen konnten abspringen. Verletzungen hat niemand erlitte i. Angeblich soll der Llnfall durch das Versagen der Steuerung zustande gekommen sein. Die für einen Kaufmann in Schotten bestimmten 100 Sack Zucker mußten umgeladen werden. Kreis Alsfeld. ---er. Homberg, 2. Juni. Im Saale von Gastwirt L. Helm fand die 74. Hauptversammlung des Spar- und Dorschuhvereins Homberg statt. Der Dorsihende, Pfarrer Prätor i u s, begrüßte die Mitglieder. Rach dem Jahresbericht beträgt der Altbestand an Einlagen 189 000 Mark, neue Einlagen 72 280 Mark, Aber sie soll dafür verschwiegene Reize haben, die mehr ästhetischer Art sind. Sehr schön soll der Raum in der Rächt wirken, wenn das Licht der Bogenlampen von der Straße her einfällt und die rötlichen Flammen noch stärker zur Geltung kommen. Sehr schön soll es auch sein, wenn durch die offene Rotunde Schnee oder Regen einbricht. Als wir die Stätte besahen, war der Himmel verhängt, aber es hatte am Morgen geregnet und die Silbereichenblätter schimmerten von der Rässe, als seien sie betaut worden... G. B. Das Telephon-Spiel. In der Kunst ihre Kinder zu amüsieren, sind fron» zösische Eltern besonders erfinderisch. Ein neuer Beweis ist ein etwas eigenartiger Zeitvertreib für die Jugend, der jetzt in Paris aufgekommen ist und das „Telephon-Spiel" genannt wird. Die Pariser haben vor kurzem die ersten automatischen Fernfprech- anschlüsse erhalten, und auch Erwachsene wissen mit den schwierigen Hantierungen an der Scheibe, die zur Herstellung des Anschlusses notwendig sind, noch nicht genau Bescheid. Die Kinder müssen aber diese Kunst auch schon lernen, und so üben die Eltern mit ihnen an der Scheibe, bis die richtige Verbindung zustande kommt. Eine große Pariser Zeitung hat für ihre Leser Preise ausgesetzt, um den Eifer bei diesem Spiel zu ermutigen. Die Kinder des Lesepublikums werden eingeladen, die Zeit vorauszusagen, die es beanspruchen wird, sechs Nummern am automatischen Telephon zu bekommen. Die Aufgabe ist durchaus nicht leicht, denn man muß die falschen Verbindungen in Betracht ziehen, die bei der Erlangung der sechs Nummern mit unterlaufen werden, und diese dürften zahlreich sein, da nach den Behauptungen der Blätter die falschen Veroindungen häufiger Vorkommen sollen als die richtigen. Die Bewerber werden aufgefordert, vorher an den Telephonanlagen ihrer Eltern noch recht tüchtig zu üben. Die Gefahr, daß sie bei diesen Versuchen zweimal an denselben Teilnehmer geraten, ist nicht sehr groß, da bisher schon mehr als 60 000 Personen automatisch angeschlossen sind. Die Kleinen können sich also getrost diesem Spaß hingeben. Allerdings dürften die Empfindungen der fälschlich Angerufenen sehr entgegengesetzter Natur fein, und mir wollen im Interesse der deutschen Besitzer automatischer Telephone dringend hoffen, daß sich dieses „Spiel" nicht auch bei uns einbürgert. Rückzahlungen 39 483 Mark, so daß ein Mehr an Einlagen in Höhe von 32 797 Mark erscheint. Der Einlagebestand beträgt 221 663 Mark. Der Zinssatz wurde um 1 Prozent ermäßigt auf 7 Prozent und dementsprechend für Darlehen von 10 auf 9 Prozent. 2m abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Darlehen in Höhe von 50 bis 8000 Mark vergeben. Der Reingewinn beträgt 3135 Mark: davon wird eine Dividende von 9 Prozent für Geschäftsguthaben vergütet, ein Anwesenheitsgeld von 3 Mark bezahlt, 500 Mark der Detriebsrücklage zugeführt und der Rest für gute Zwecke und dem Reservefonds überwiesen. Die Zahl der Mitglieder belief sich am 31. Dezember 1930 auf 99. Der Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften hat die gesetzliche Revision vorgenommen und der Geschäftsführung Anerkennung gezol.lt. Die Grenze für die Annahme von Spareinlagen beträgt 300 000 Mark, die für Entleihungen an einzelne Personen wurde auf 8000 Mark festgesetzt. Der Bericht über die Tätigkeit des Aufsichtsrats wurde durch Herrn G e i f k o w s k i erstattet. Danach darf das abgelaufene Geschäftsjahr trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage als befriedigend bezeichnet werden. Kreis Lauterbach. Schlitz, 2. Juni. (WSN.) Der weit über die Grenzen seiner Heimat bekannte Männergesangverein „Harmonisches Kränzchen", Mitglied des Hessischen und des Deutschen Sängerbundes, feiert in den Tagen vom 11. bis 13. Juli sein 7 5. Jubiläum. Am 12. Juli findet ein Wertungssingen statt, zu dem auch Vereine, die nicht dem Deutschen Sängerbund angehören, zugelassen sind. Nachmittags ist ein großer Festzug mit Festwagen und Trachtengruppen, abends Burgbeleuchtung vorgesehen. Preußen. Kreis Wetzlar. (t) Krofdorf, 2. Juni. Der Jmkerverein von Gießen und Umgegend hat auf einer großen Waldwiese in der „Bäuerstadt", in der Nähe des Forsthauses Waldhaus, eine Begattunas- siation für Bienenköniginnen errichtet. Die Anlage ön dieser abgelegenen Stelle soll einwandfreie Leistungszucht bezwecken. — Nachdem der Gemeinderat die Einführung der Sier ft euer abgelehnt hat, ist nun auf dem Verwaltungswege die Erhebung dieser Abgabe vom 1. Juni an verfugt worden. In der nächsten Gemeinderatssitzung steht noch einmal die Einführung der Bürger st euer zur Beratung. > Wißmar, 1. Juni. Später als sonst wurde in diesem Jahre der Haushaltsplan von der Gemeindevertretung mit einigen kleinen Abänderungen nach dem Vorschlag des Gemeindevorstehers gegen zwei Stimmen angenommen. Die Mittel für die öffentliche Fürsorge wurden von 3000 auf 5000 Mark erhöht. Der gesamte Haushaltsplan weist in Einnahme und Ausgabe 149 200 Mark (gegenüber 163 000 Mark im Vorjahre) auf. An Gemeindeumlagen sollen erhoben werden 300 v. H. der staatlichen Grundoermögenssteuer (im Vorjahre 400 v. H.) und 400 o. H. der Gewerbeertragssteuer sowie der Gewerbekapitalsteuer. Zum Ausgleich wurde die Erhebung der Bürger - und der Bier st euer beschlossen. 3 Kinzenbach, 3. Juni. Die hiesige G e - meindevertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung über den Haushaltsplan für 1931 beraten und ihn in Einnahme und Ausgabe auf 54 500 Mark festgesetzt. An Gemeindeumlagen kommen zur Er- bebung 350 v. H. der Grundvermögenssteuer sowohl des bebauten als auch des landwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes, 500 o. H. der Gewerbesteuer von Ertrag, 1000 v. H. der Gewerbelohnsummensteuer und l außerdem die Bürgersteuer mit dem einfachen Satz. Vrandungdeslebens Vornan von Käte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig.) 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Gedämpft klangen die Geigen hinter der großen Pcvlmengruppe im Teeraum des Savoyhotels. Eine iÄustre Gesellschaft hatte sich um diese Zeit in Gardone zusammengefunden, internationales Gepräge zeigte das auf- und abflutende Leben draußen am Quai, hier wie überall an den großen Kurplätzen hatte die Rachkriegszeit wieder Menschen aller Rationen zusammengeführt. Lady Dalymore neigte sich soeben lächelnd zu Frau Listow hinüber, an deren Tisch sie Platz genommen hatte. „Sie sehen angegriffen aus, gnädige Frau, haben Sie die Reiseanstrengungen noch immer nicht überwunden? Freilich, der Luftwechsel macht manchen Leuten recht zu schaffen. Ich gehöre zu den Glücklichen, die sich überall und schnell zu akklimatisieren vermögen. Aber Ihr Aussehen ...“ «Ich leide schon seit Tagen an heftigen Kopfschmerzen", sagte Renate Lisrow mit einem schwachen Versuch, verbindlich zu lächeln, „eigentlich wäre die Dunkelheit meines Zimmers jedem Versuch, sich Abwechslung zu schaffen, vorzuziehen, aber seit gestern habe ich nun schon droben auf dem Divan gelegen, und es ist nicht besser geworden. Das ist langweilig, und nun will ich es hier versuchen, ob es nicht besser wird. Freilich ..." „Oh, es ist sehr bedauerlich", sagte Lady Dalh- more und zuckte bedauernd die Schultern, „man weiß da wirklich nicht, was man Ihnen raten soll. Diese Musik ist so diskret und wird Ihnen nicht Wehetun, freilich später die Tanzmusik ... dann können wir ja einen anderen Raum aufsuchen." Die kleinen Tische waren inzwischen fast alle besetzt worden. Interessiert musterte die Engländerin die neuangekommenen Gäste des Hotels. Da deutete sie ein wenig mit der goldenen Lorgnette nach einer Säule neben dem Eingang hinüber, und ihr etwas blasiertes Gesicht nahm einen interessierten Ausdruck an. „Schauen Sie, dort, gnädige Frau ... eine interessante Erscheinung in der Menge der gewohnten, alltäglichen Gesichter. Ein neuer Gast, ich sah ihn noch nicht bei Tisch. Jedenfalls weder ein Landsmann von Ihnen, noch von mir. Aber sehr interessant." Renate drehte den schmerzenden Kopf nach der bezeichneten Richtung hinüber. Da stand an die Säule gelehnt, mit untergeschlagenen Armen ein Herr im eleganten Gesellschaftsanzug und schaute I mit finsteren, schwermütigen Augen auf die Menge, die den Raum füllte. 3 Dutenhofen, 1. Juni. Die Gemeindevertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung über den Haushaltsplan f ü r 1931 beraten. Der Plan sieht in Einnahme und Ausgabe 156 950 Mark vor. An Gemeindeumlagen sollen zur Erhebung kommen: 410 v. H. Grundvermögenssteuer des bebauten 350 v. H. des unbebauten (landwirtschaftlich genutzten) Grundbesitzes, 410 v. H. der Gewerbesteuer, dazu die bereits eingeführte Bürgersteuer. •O Dornholzhausen, 3. Juni. Beim Holzhacken hieb sich der Landwirt Heinrich Bach II. von hier den Daumen der [inten Hand fast vollständig ab. Rachdem Dr. med. Watz (Hörnsheim) dem Verletzten die erste Hilfe geleistet hatte, mußte der Verunglückte in die Chirurgische ilniversitätsklinik zu Gießen überführt werden. Fußball-Meisterschaftsen-spiel in Köln. Es steht nun endgültig fest, daß das 23. Schlußspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft im Kölner Stadion am 14.Juni ausgetragen wird. Der Vorverkauf der Eintrittskarten wird schon in den nächsten Tagen eröffnet, und in Berlin bemüht man sich um das Zustandekommen eines Sonderzuges. Während München 1 860 zum erstenmal in das Finale gekommen ist, bestreitet Hertha BSC. zum sechstenmal hintereinander den Entscheidungskampf. Zugendspiele des VfB. VfV. 1. Jugend — VfB. Aßlar 1. Jugend 3:3. Kreis Biedenkopf. (D Bischoffen, 3. Juni. Am Sonntagnachmittag fand hier auf dem Schulhofe das diesjährige Heidenmisfionsfest statt, das von den Bewohnern des Ortes und der umliegenden Dörfer sehr gut besucht war. Als Redner waren gewonnen: Missionar Lind (Sumatra) und Pfr. Ackermann. Vorträge des Posaunenchors Crumbach und des hiesigen Gemischten Chors trugen wesentlich zur Verschönerung der Feier bei. Taten für Donnerstag, 4. Juni. 1745: Sieg Friedrichs des Großen bei Hohenfriedberg: 1841: der Rechtslehrer Karl Binding in Frankfurt a. M. geboren; — 1875: der Dichter Eduard Mörike in Stuttgart gestorben. in großer Form. Die körperlich stark überlegenen Gäste konnten sich gegen die kleinen aber flinken Platzbesitzer nicht durchsetzen und mußten sich vier weitere schöne Tore gefallen lassen. Die zweite Mannschaft hatte die gleiche des Fußballsportoereins 1926 Steinbach zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Das Spiel war von Anfang bis zum Schlußpfiff sehr flott. Steinberg gewann 4:1. Die erste Schülermannschaft von Wieseck trug ebenfalls gegen die gleiche Watzenborn-Steinbergs ihr Rückspiel aus. Hier waren die Einheimischen etwas überlegen und hätten den Sieg verdient. Das Treffen endete 0:0. Erfolgreicher Gießener Rennfahrer. Einen schönen Erfolg erzielte der Rennfahrer Heinrich Preist (Germania, Gießen) am Sonntag bei dem in Frankfurt a. M. zum Austrag gekommenen 170-Kilometer-Rennen der Klaffe C. Unter den 65 gestarteten Fahrern kam er mit einer Spitzengruppe von fünf Mann dem Ziel entgegen und wurde hier im Endspurt knapp auf den 5. Platz verwiesen. Nur etwa 10 Meter trennten ihn von dem glücklichen Sieger. Der erfolgreiche Gießener ließ eine beträchtliche Zahl der bekanntesten Fahrer hinter sich. Vor spannenden Großkämpfen auf dem Mrburgring. Zu dem am 7. Juni vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club veranstalteten Eifelrennen auf der Südschleife des Nürburgringes hat der deutsche Mei- fterfafjrer Rudolf Caracciola seine Nennung ab. gegeben. Die Teilnahme dieses großen Mercedes- fahrers^ dessen Langstreckensieg in Italien noch in aller Munde ist, gibt dem Eifelrennen eine überragende Bedeutung, zumal sich in Gemeinschaft mit dem jungen ' Mercedesfahrer Brauchschitsch (Berchtesgaden) und dem Nürnberger Otto Span- d e l eine Mercedesmannfchaft zufämmengefunden hat, die in bester Form gegen das ^n ^letzter Zeit sieggewohnte Bugattiteam, von Morgen, Durggaller und Prinz zu Leiningen, antreten wird. Die Sportleitung hat eine Verringerung der Rundenzahl beschlossen, so daß auf der 7,8 Kilometer langen Südschleife sowohl im Rennen der Krafträder, das vormittags 10 Uhr beginnt, und im Rennen der Wagen, die nachmittags 2 Uhr auf die Strecke geschickt werden, nunmehr 40 Runden zu fahren sind, was einer Strecke von rund 312 Kilo-, meter entspricht. Reue Sportstätten in Gießen. Beide Jugendmannschaften lieferten sich auf dem Waldsportplatz einen fairen Kampf. VfB. Gießen war technisch und die Gäste körperlich überlegen. Bei leichter Ueberlegenhcit Gießens vermochten diese drei Tore vorzulegen, die Aßlar im Verlaufe des Spiels unter Einsatz aller Energie aufholte. vfv. 2. Jugend — Dutenhofen 1. Jugend 3:0. Auch die 2. Jugend kam am vergangenen Sonntag zum Erfolg, indem sie die spielstarken Gastgeber 3:0 schlagen konnten. Die 1. Schülermannschaft traf in Steinbach auf die dortigen Schüler. Gießen gewann sicher mit 3:0. Die Steinbacher Schüler spielten sehr eifrig. Turnverein 4883 Lollar. 1900 Gießen II — Lollar I 2:10 (2:3). Am Sonntag schlug die 1. Mannschaft Lollars die Ligareserve der Spvg. 1900 auf eigenem Platze mit 10:2 Toren. In der ersten Halbzeit sah man gleichmäßig verteiltes Spiel. Nach Wiederanstoß hatte Lollar jederzeit das Spiel in der Hand und schnürte den Gegner vollständig ein. Sieben Tore waren die Ausbeute, und 1900 konnte kaum noch gefährlich werden. Die 2. Elf Lollars siegte gegen die 3. Mannschaft der 1900er nach gleichwertigem Spiel mit 3:2 Treffern. $.(£. „Teutonia" W.-Steinberg. Watzenborn-Steinberg I — Laubach (Liga) 8:2 (4:2). Am vergangenen Sonntag weilte die Ligamann- schaft des FC. Teutonia Laubach zu einem fälligen Rückspiel in Watzenborn-Steinberg und mußte sich den technisch besseren und schnelleren Platzbesitzern 8:2 beugen. Bereits nach 30 Minuten lagen die Platzbesitzer mit 4:0 in Führung. Ein Stellungsfehler und ein Elfmeter brachten Laubach zwei billige Erfolge. Die zweite Halbzeit sah man Steinberg Das schwimmende Haus der akademischen Ruderer. Die Landesuniversität Gießen — vielmehr deren Institut für Leibesübungen — war die. einzige deutsche Universität, die bisher für ihre Ruderer keine Heimstätte hatte. Dem Mangel wurde nunmehr abgeholsen. Dr. Möckelmann, der Leiter des Instituts für Leibesübungen hat es vermocht, manchen widerständen zum Trotz, eine Stätte zu schaffen, die auch den Gießenern Akademikern gestattet, im Rahmen der Universität den Rudersport zu betreiben. Dabei ist festzuhalten, daß es die Rudergruppe der Universität nicht als ihre Aufgabe betrachtet, sich an Rennen zu beteiligen, oder die Mannschaften zu einem scharfen Renntraining zu verpflichten, sondern vielmehr die Studenten mit dem Rudersport vertraut zu machen, sie auszubilden, schließlich die Freude am Rudersport wecken zu helfen, damit die Studenten später einmal an ihrem ständigen Wohnsitz als Mitglieder der dortigen Rudervereine ihr Wirken, ihre Kraft und ihr Können in den Dienst des Rudersports zu stellen vermögen. Die Beteiligung am Rudertraining, wie es im Rahmen des Instituts für Leibesübung gepflegt werden soll, wird sehr stark sein. Jedenfalls haben sich schon über 40 Studenten und eine große Anzahl Studentirmen hierzu gemeldet. Die Sportstudenten haben das Rudern in den Lehrplan aufgenommen. Die Voraussetzung für den Rudersport an der Universität war aber die Schaffung eines geeigneten Bootshauses, das nun in der vergangenen Woche in Gießen eingetroffen ist. Das Bootshaus wurde von der Universität Frankfurt übernommen, am Freitag aufgebaut und oberhalb des Wehres, dem Klubhaus der Gießener Rudergesellschaft gegenüber, verankert. Das Bootshaus ruht auf drei großen, sehr tragfähigen eisernen Schwimmern. Es bietet die Möglichkeit, drei Achter, zwei oder drei Vierer und einige Zweier unterzubringen. Einige Auskleideräume, ein besonders eingerichteter kleiner Raum für die Aufbewahrung der Riemen sind ebenfalls vorhanden. Ein völlig ausreichender Landungssteg, der mit dem Bootshaus direkt verbunden ist, läßt den An- und Abtransport der Boote sehr leicht ermöglichen. Das Bootshaus, das von der Lahnbrücke aus sichtbar ist, und sich sehr gut in das Lcrnd- schaftsbild des Flusses einfügt, soll demnächst neu gestrichen werden und wird dann einen um so freundlicheren Eindruck machen, als das bisher der Fall ist. Für den Ruderbetrieb, der schon in den nächsten Tagen ausgenommen werden soll, stehen insgesamt vier Boote (zwei Schulvierer und zwei Schulzweier) zur Verfügung, die demnächst hier eintreffen werden. Der Rudersportbetr':eb auf der Lahn wird dadurch eine weitere Steigerung erfahren . Segelflieger üben .... Sie Gießener Iungsegelfliegergruppe hat in Verbindung mit der Akademischen Fliegergruppe in der letzten Zeit eine rege Tätigkeit entfaltet. Oftmals fanden sich die Segelflieger zu gemeinsamen Tlebungsflügen auf dem hiesigen Flugplatz ein. Durch den Startapparat, den man konstruiert hat, ist es den Iungfliegern möglich, auch in ebenem Gelände und bei Windstille zu fliegen und außerdem im Laufe eines Rachmittags sehr viele Starts zu unternehmen, ohne daß eine große Hilfsmannschaft zur Stelle zu sein braucht. Am vergangenen Samstag weilten die Iungflieger Er war sehr groß, jedenfalls eine auffallende Erscheinung, wie die Lady sofort herausgefun- den hatte. In einem bleichen, scharf geschnittenen Gesicht standen die Augen wie brennende Fackeln, beherrschten es ganz und gaben ihm das Gepräge von Schwermut und Weltfremdheit. Dolles, dunkles Haar umrahmte das bleiche Gesicht mit dem ausdrucksvollen Mund, um den jetzt, wo er sich unbeobachtet glaubte, ein Zug von Schmerz und Müdigkeit lag. Jetzt trat der Hoteldirektor auf ihn zu und sprach mit ihm. Es geschah nicht in der Manier, wie es sonst der Direktor tat, vornehmen Gästen gegenüber. Der Angeredete nahm eine respektvolle Haltung an und verneigte sich, als der Direktor ihn mit einem Kopfnicken stehen ließ. Sofort ließ die Engländerin die Lorgnette sinken und neigte sich mit einem Ton leisen Bedauerns zu Renate hinüber. „Wie schade ... ich witterte schon irgend eine exotische oder asiatische Berühmtheit, einen Maharadscha oder großen Künstler, einen Fürsten in dem dort drüben ... statt dessen scheint es irgend ein Angestellter des Hotels zu fein." Sofort zeigte Lady Dalhmores Gesicht wieder Blasiertheit und Gleichgültigkeit. Ein Angestellter des Hauses oder sonst wer ... wie man sich doch irren konnte. Aber da hörte sie am Rebentisch zwei junge Mädchen flüstern und zu ihrem Rachbar sagen: „Da drüben ... der an der Säule ist der neue Eintänzer. Heute erst angekommen von Paris, wo er engagiert gewesen ist. Ein Russe ist's, Gott, wie interessant er aussieht! Schädel daß er nicht zur Gesellschaft gehört, meinst du nicht auch, Madelaine?" „Schade ..." dachte auch die Engländerin. Sie liebte es, interessante Bekanntschaften, auf Reisen zu machen und ihren Freundinnen daheim damit aufzuwarten. Und sie flüsterte zu Renate hinüber: „Eine neue Attraktion des Savoyhotels, als Russe tanzt er gewiß exzellent, und bei dieser Erscheinung ..." Sie winkte dem Pagen und bestellte eine Erfrischung. „Wie heißt der neue Eintänzer, der da drüben steht?" Der Bedienstete konnte ihr keine Auskunft geben. Aber er flog davon, sie sofort beim Portier einzuholen. Atemlos kam er zurück und legte einen Zettel neben ihre Teetasse. Kyrill Petrowitsch, Moskau, letzter Aufenthalt in Paris, Hotel Esplanade — las sie. „Ich hätte wetten mögen, daß er wenigstens von Adel sei", sagte sie zu Renate, „aber es ist nicht der Fall." Merkliche Enttäuschung schwang in ihrer Stimme. / Renate reichte ihr lächelnd den Zettel zurück. „Wie schade, daß er Ihr Interesse für ihn so stark enttäuscht, Milady", sagte sie mit leisem Sarkasmus, „aber wäre nicht auch anzunehmen, daß ein Mensch, wenn ungute Lebensumstände ihn dazu zwingen, seinen Ramen ändern könnte? Auch dies wäre doch anzunehmen." „Sie haben recht, Gnädigste." Die Engländerin nahm eifrig diese Möglichkeit auf, und ihr Interesse erwachte wieder. Aber der, dem es galt, hatte jetzt gemerkt, daß er beobachtet wurde und entfernte sich soeben von seinem Platz. Finsterer sah er aus als vorher, und ein verächtlicher Zug lag um seinen Mund. Als hätte er die Gedanken lesen können, die über ihn hier im Umlauf waren. Der Page trat jetzt auf ihn zu und beorderte ihn zum Hoteldirektor, wo er seine Instruktionen entgegennahm und einen Vertrag unterschrieb. „In einer halben Stunde beginnt der Tanz, Signore. Sie haben also Ihre Instruktionen, die älteren Semester nicht vernachlässigen, wie ich Ihnen schon sagte, wir haben eben gerade jetzt eine ganze Anzahl sehr tanzlustiger Damen als Dauergäste. Die besten Empfehlungen von Paris gingen Ihnen voraus, Signore. Also auf Wiedersehen." Petrowitsch verneigte sich; der Direktor ließ ihn stehen, eilte einer anderen seiner vielen Verpflichtungen nach, die er zu erfüllen hatte. Als Petrowitsch die Halle durchschritt, die um diese Zeit nur mit einzelnen Gästen besetzt war, sprang plötzlich ein Herr wie elektrisiert aus dem tiefen Sessel auf, in dem er sich vergraben hatte und starrte der hohen Gestalt entgegen, die, den Kopf tief geneigt und niemanden beachtend, an ihm vorüber gehen wollte. Der kleine, behende Herr tat ein paar lange Schritte auf Petrowitsch zu und streckte ihm beide Hände entgegen. „Weich' eine Tleberraschung! Sie hier, Graf Alexander Semjo ..." Aber noch ehe er den Ramen vollständig aussprechen konnte, hatte ihm der andere mit allen Zeichen des Erschreckens die Hand auf den Mund gelegt. Scheu sah er sich nach allen Seiten um, ob nicht andere Anwesende in der Halle den Ausruf des Fremden gehört haben könnten. Aber es schien nicht so, und er zog den, der ihn angerufen hatte, am Arm mit sich fort nach einem stillen Winkel, an einen entfernten Tisch, der unter einer mächtigen Palmengruppe stand. Erst jetzt griff er aufatmend nach der Hand des Freundes und schüttelte sie wie in einer großen Freude. „Es gibt noch glückliche Zufälle im Leben, Marquis Sövigne. man soll nie ganz am Leben verzweifeln ... Ein glücklicher Zufall fürwahr, da Sie mir die alten, freundschaftlichen Gefühle bewahrt zu haben scheinen. Kommen Sie, sehen Sie sich, noch habe ich eine Viertelstunde Zeit, und wir wollen alte Erinnerungen auffrischen an eine glückliche Vergangenheit, deren Gedanken wie ein goldener Stern meine Rächte erfüllt. Kommen Sie." Er drückte den Franzosen in einen Sessel und rückte den seinen ganz nahe an seine Seite. „Niemand darf uns hören, Marquis, und vor allen Dingen muh ich Sie ersuchen, hier im Hause größtes Stillschweigen über meine Person zu bewahren. Am besten wäre es wohl, wir kennen uns im Beisein anderer Gäste nicht." „Ich verstehe nicht, Graf Semjonow, erklären Sie mir ...“ Da neigte der andere das schwermütige Gesicht tief auf feine Hände und flüsterte heiser: „Graf Alexander Kyrill Semjonow ist tot Gestorben mit unserem großen, herrlichen Zarenreich, verweht sein Rame wie sein Besitz, enteignet, gebrandmarkt, alles Rechts beraubt ... Der da an Ihrer Seite sitzt, Marquis Sövignö. ist schon feit längerer Zeit der Hotelangestellte Kyrill Petrowitsch, jetzt Eintänzer dieses Hotels, eine Rümmer im großen Betrieb, der froh fein muß, sein armseliges Leben auf diese Weise fristen zu können. Begreifen Sie nun, mein Freund, daß ich Ihnen vorhin mit allen Zeichen des Entsetzens die Hand auf den Mund legen mußte? Rame wäre Last in diesem Falle ... Ich würde nur ein Objekt der weiblichen Reugier sein, dem entgeht man doch gern, bester Freund. Und überhaupt ... viel leichter bekommt Kyrill Petrowitsch eine untergeordnete Stellung, als ein Graf Semjonow ... Das sehen Sie wohl ein, Marquis?" Das bewegliche Gesicht des kleinen Franzosen an seiner Seite war noch um einen Schein bleicher geworden als sonst. Hefttg drückte er die Hand des Russen und flüsterte: „Richt möglich, nicht möglich." Da sagte Petrowitsch mit müder Stimme: „Was wollen Sie, bester Freund? Soll ich eine Ausnahme machen...? Allen meinen Standes- genossen von drüben geht es nicht besser als mir. Wer hätte etwas retten können aus dem Zusammenbruch? Das Leben, weiter nichts..." Seine Hand ballte sich auf dem Tisch zur Faust. „Dieses armselige bißchen Leben, warum macht man kein Ende damit? Oft habe ich mir diese Frage schon gestellt und immer noch warte ich damit. Eine Mission habe ich noch zu erfüllen hier auf Erden, Marquis, eine Mission. Die hält mich zurück, das Letzte zu tun.“ „Tattana Iwanowna?" fragte der Marquis, und leiser noch wurde sein Flüstern. Da fuhr Petrowitsch wie von einem Peitschenschlag getroffen zusammen und leidvoller noch wurde fein Gesicht. „Tattana Iwanowna ist tot.. Gestorben unter den Händen ihrer Henker. Richt schützen foirnte ich sie, meine arme, kleine Tatiana, monatelang lag ich in den Gefängnissen von Moskau und Petersburg. Ihre alte Amme Lisanka schmuggelte mir nach ihrem Tode, unter eigener Lebensgefahr einige Zettel, eingebacken in Brot, ins Gefängnis. So wurde mir Tatiana Iwanownas Tod zur grausigen Gewißheit." Petrowitsch nahm eine Brieftasche aus seiner Tasche und suchte darin. Dann reichte er dem Freunde ein paar schmutzige Zettel hinüber, die mit großen ungelenken Buchstaben bedeckt waren. „Hier." Mühsam entzifferte der Marquis die halb verwischte Schrift. (Fortsetzung folgt.) "Nrtt. ■ c 11 Wom, »kn tn‘r Sf'iin. 1,5. rö|efen. M 4 ft* Wen ’S. nen Deutlj-n e?cn ou t en SUn8ob' J. Merced^. Q*,cn "och in "eine über. uÄOft mil ^lchUsch 5° Span. '"Wlunben Zeit f 5urggatt„ '71 der Run. '■8 Kilometer Met Kraft. !'.7»n«en, Ar «I die §0 Runden w r^d 312Ri[0, ' X DvvtShauz VWi fernen Weit, drei einige Zweier :Qume, ein bc- n für die Auf- lUs vorhanden. Ecg, der mit ft, W den An- • leicht ermög. der SoMrüde in das Land» l demnächst neu x einen um so lls das bisher r in den noch- )ll, stehen ins« rer und zwei demnächst hier betrieb aus der Steigerung er« egergruppe nischen Flieger, e Tätigkeit ent» Segelflieger gu dem hiesigen Kiral, den man iegetn möglich. I Windstille zu '.es Äachnittags , ohne bah eine zu sein braucht. . die Iungslieger ^ohi. lvir kennen icht." jonow. erklären itoermütige ®e* flüsterte heiser: )Nvto ist tot... errlichen Zarensein Besch, ent* hts beraubt ... arquis E^vigne. HotelangesteM -t dies^ Hotels, b der swh sein mf diese Dale Sie nun, m,cm i,t allen Zeichen ,n Mund legen efem Falle... blichen beugtet beft« bekommt Kynll Stellung. n Sir wohl ein, w S“®K , einen schein .estig drückte.er L.ME «über Stimme: A Soll ich L GZ 'Es ‘St** le d°- ®W’A ti®, tpÄ eEFer noch :er«fltianu. e,y > gniffon pjanfo eÄnnn-An-r de. Brot, jeboden anOßy S*iic 61 t) wieder auf dem Flugplatz und es gelang ihnen, manchen schönen Flug auszuführen. In den Kreisen der Segelflieger trägt man sich mit dem Gedanken, neben einem zweiten .Zög- lrng", der bereits im Dau ist, noch ein weiteres Flugzeug, das in Fachkreisen unter dem Damen »Hols-der-Teufel" bekannt ist, zu bauen. Auf dre weitere Entwicklung des Segelfluges in unserer Stadt darf man gespannt sein. Oer Tennisplatz im Walde. Seit etwa acht Wochen sind die Mitglieder der Freien Tennisvereinigung Drehen damit beschäftigt, sich einen eigenen Tennrsplah S errichten. Die Platzanlage entsteht auf dem De- pde der Gemeinde Wiefeck in dem Waldstück unterhalb des Triebs, in unmittelbarer Olafe des Sulenkopses. Das Gelände ist aus lange Iahre gepachtet. Die Arbeiten sind schon sehr weit fortgeschritten. Das eigentliche Spielfeld bedarf nut noch der Spieldecke, und muh noch mit dem Oletz umzogen werden. Zur Zeit ist man eifrig damit beschäftigt, ein kleines Häuschen xu erbauen, das zwei Auskleideräume und einen Aufenthaltsraum bergen soll. Außerdem ist die Schaffung einer Llebungsfläche vorgesehen, die einer Hälfte des Spielfeldes gleichkommt und mit einer Detonwand abgeschlossen werden soll, die den Ansängern die Möglichkeit bietet, mit der Schlag- un& Zieltechnik vertraut zu werden. Die Freie Tennisvereinigung hat all dies aus eigener Kraft geschaffen, indem sie jedes ihrer Mitglieder zu einem dreistündigen Arbeitsdienst verpflichtete. In 14 Tagen hofft man, den Platz seiner Bestimmung übergeben zu können. Der Ium- und Sportverein Wiefeck hat sich ebenfalls eine neue Plahanlage geschaffen. In unmittelbarer Olähe der erst kürzlich geschaffenen Waldschenke unt> nur hundert Schritte vom Tennisplatz der Freien Tennisvereinigung entfernt entstand ein Sportplatz, der den Anforderungen des Vereins entsprechen dürfte. Der Platz ist allerdings noch nicht bespielbar, eine Grasnarbe wird noch geschaffen werden müssen, da der Sandboden den Spielern den Kampf reichlich sauer machen würde. Wafferfahren in der OT. Erster Spottlefjrgang. Der Lehrgang für Wasserfahrer, den die Deutsche Turnerschaft in Worms abhielt, war ein großer Erfolg und für die Entwicklung des Waffer- fahrens im Rahmen der DT. von großer Bedeutung. Trotzdem in der DT. schon seit etwa zehn Jahren das Wassersahren betrieben wird, bemüht man sich erft jetzt, den Wasserfahrern organisatorisch die klare Gestalt zu geben. Aus allen Teilen des Verbandsgebietes waren die Sportler erschienen. Der Schwimmwart der DT., Bitzsch (Frankfurt) gab zunächst einige geschäftliche Mitteilungen. Der 2. Schwimmwart der DT. hielt sodann einen Vortrag über die „Organisation der Wasserfahrer". Wasserbaurat P a b ft (Worms) sprach über „Rheinpolizeiliche Vorschriften". Die erste Schulungsfahrt unter der Leitung des Turners Salzmann (Gießen) gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Am Tage darauf hielt Turner Kobs (der Zwölfkampfsieger des Jahres 1923) Uebungsftunben für Körperschulung ab, die den Wasserfahrern als Ergänzungssport Wertvolles vermittelten. Dr. Weiß (Offenbach) sprach über Rettungsschwimmen und Wiederbelebung" und wies in feinem Vortrag auf die Bedeutung dessen für den Wassersportler hin. 2m Anschluß daran hielt der Turner Salzmann (Gießen) einen Vortrag über „Fahrübungen im Kajak" und brachte zugleich seinen Zuhörern ein neues Gerat, den Faltboot-Kanadier, nahe. Weiter fand eine Reihe praktischer Vorführungen statt, bei denen Startübungen, Kanukampf- spiele, Schul'fahren, Retten vom Boot aus, Kentern und Wiederaufrichten sowie manches andere gezeigt wurde. Den Abschluß der Tagung bildete eine zweite Schulungsfahrt nach Niederwalluf. Or. pelher in Duisburg. Eine sehr gute Besetzung hat das nationale Abendsportfest von Preußen Duisburg am 6.Juni gesunden. Fast alle in Köln siegreich gebliebenen Deutschen werden am Start er- cheinen so Dr. Peltzer, Hobus, Nöller, Mülle, Borch- metjer, Ionath, Kremer, Wolff, Hoffmeister, Lern- perle und Scynackertz. An den Staffeln nehmen Kölner BC., Tus Bochum, Preußen Krefeld, Düsseldorf 99 und Schwarz-Weiß Essen teil. Die Westdeutschen Leichtathletik- Meisterschaften werden am 11. und 12.Juli auf der Hessenkampfbahn in Kassel ausgetragen. Senenitoerfammlung der Z.-G.-FarbenindiWe. Frankfurt a. M.. 3. Iuni. In der heutigen Generalversammlung der IG. - Farbenindu- st r i e machte Geheimrat Dr. Schmitz u. a. folgende Ausführungen: Unsere Delegschast betrug 79 772 Arbeiter und Angestellte am 1. Mai 1931, gegenüber 79 963 Arbeiter und Angestellten am 1. Ianuar 1931. Innerhalb der IG. - Farben Industrie und des Leunawerkes wurden im Geschäftsjahr 1930 rund 300 Millionen Mark an Löhnen und Gehältern gezahlt. Die Beiträge zur Sozialversicherung betrugen 17.4 Millionen Mark, oder 5,8 Prozent der Bruttolohn- und Gehaltssumme. Dazu kommen noch die übrigen freiwilligen Wohlfahrtsausgaben einschließlich sahungsmäßigem Beitrag zur Pensionskasse mit 19,6 Millionen Mark, sie sowie weitere 24,3 Millionen, die neben freiwilligen Pensonen und Unterstützungen auch Abfindungen usw. an aus'geschiedene Arbeiter und Angestellte enthalten, zusammen rund 44 Millionen Mark — gleich 14,7 Prozent der Lohn- und Gehaltssumme. Das gibt insgesamt Aufwendungen von 61,4 Millionen Mark gleich 20,5 Prozent der Lohn- und Gehaltssumme, gegen 14,2 Prozent im Vorjahre. Was den bisherigen Okrlauf des neuen Geschäftsjahres anbelangt, so konnte auf dem Gebiet der Farbstoffe und Färbereihilfsprodukte bei ziemlich widerstandsfähigem Inlandmarkt der sonst im Geschäft mit den Industrieländern allgemein auch weiterhin zu beobachtende Ausfall durch verbesserlen Absatz im überseeischen Geschäft ausgeglichen werden. Was unsere finanzielle Lage anbelangt, so haben wir im neuen Iahre die in der Bilanz Ende 1930 ersichtlichen Bankkredite zurückgezahlt. Die zur Verfügung stehenden flüssigen Mittel betragen zur Zeit rund 160 Millionen Mark. Dr. Tenhaess dankte der Verwaltung, daß sie den Mut gehabt habe, die berechtigte Dividende von 12 o. H. wieder vorzuschlagen und daß sie dazu beigetragen habe, einen weiteren Kurssturz der I-G.-Aktien an der Börse zu verhindern. Dr. van Straaten fragte an, ob die Verhandlungen mit der chilenischen Salpeterindustrie zwecks Verlängerung der Konvention abgeschlossen seien, um einen Konkurrenzkampf zu vermeiden. Geheimrat Schmitz gab auf einige Anfragen und Anregungen der beiden Vorredner Antwort. Bezüglich der Zusammenschllehung der Bergbauinleressen wurde erklärt, daß die Verhandlungen außerordent- lich schwierig waren, da die Bedingungen des Kohlensyndikats hierbei eine große Rolle spielten. Die Finanzierung der Aktienkäufe der 2. G. fei vollkommen unabhängig von der American 2. G. aus eigenen Mitteln erfolgt. 2m Bezug auf die Leuna- werke wurde mitgeteilt, daß sich die restlichen Aktien ebenfalls im Besitz einer Konzerngesellschaft befänden, deren Namen jedoch nicht genannt werden könne. Mit der Mont Cenis seien die Verhandlungen auf sehr große Schwierigkeiten gestoßen. Als sich herausgestellt habe, daß die Produktion in Merseburg billiger durchgefiihrt werden könne, sei das Werk in Mont Cenis stillgelegt worden. Die Fusion innerhalb der Sprengftoffinöu- ft r i e habe sich verzögert, der Beschluß über die Fusion sei erst jetzt gefaßt worden. Hinsichtlich der Fabrikspionage seien alle Maßnahmen zur Sicherung der Fabrikationsgeheimnisse getroffen worden. Auf die Anfrage des Dr. van S trcraten wurde erwidert, daß die Verhandlungen mit der chilenischen Salpeterindustrie zur Vcrlänge- rung des Vertrages, der am, 1. Iuli abläuft bereits wieder ausgenommen, jedoch noch nicht abgeschlossen seien. Die Gewinnverleilung sowie der Geschäftsabschluß wurden einstimmig genehmigt. Die turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder wurden sämtlich wiedergewählt. Wirtschaft. • Kalle 6c Co., Wiesbaden-Biebrich. Aus dem im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten Oleingewinn von 786 392 Mk. werden wiederum 10 Prozent Dividende ausgeschüttet. • Süddeutsche Zucker AG., Mannheim. Die Süddeutsche Zucker AG., Mannheim, die das Cßkrt Züttlingen stillgelegt hat, plant nun auch die Werke Gernsheim und Groß-Umstadt der Zuckerfabrik Groß-Umstadt G. m. b. H. stillzulegen. Don den zum Konzern gehörenden Rohzuckerfabriken hält nur die Zuckerfabrik Friedensau ihren Betrieb aufrecht. ' Voigt 6- Haeffner AG., Frankfurt am Main. In der Sitzung des 2101. wurde der Geschäftsabschluß für 1930 vorgelegt. Bei 2,856 (3,331) Mill. Mk. Unkosten und 0,553 (0,742) Mill. Mk. Abschreibungen ergibt sich nach Kürzung des Gewinnvortrages ein Verlust von 258 048 Mk. (i. V. einschließlich 77 676 Mk. Vortrag ein Reingewinn von 617 758). • 21.-®. für Zellstoff- und Papierfabrikation, Aschaffenburg a. M. Vach dem Geschäftsbericht hat die Gesellschaft bis Ende September 1930 voll gearbeitet, doch mußten größere Mengen auf Lager genommen werden. Die Papierproduktion konnte zu gedrückten Preisen ab* gesetzt werden. Die Detriebsgewinne gingen im Geschäftsjahr 1930 auf 7,74 (8,82) Mill. Mk. zurück: ebenso der Ertrag aus Effekten auf 0,008 (0 37) Mill. Mk. Generalunkosten erforderten 3,53 (3,82) Mill. Mk., Zinsen und Spesen für Hypotheken und Bankschulden werden mit 1,38 (1,11) OlliII. Mk. ausgewiesen. Vach Abschreibungen auf Fabrikanlagen von 1,56 (1,53) Mill. Mk. ergibt sich einschließlich Vorttag aus 1929 von 0,30 ein Reingewinn von 1 576 444 Mk. (3 027 855 Mk.), aus dein eine Dividende von 6 Prozent (^Prozent) verteilt und 205 695 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. * Daimler-Denz-Werke, Stutt- gart-Untertür kheim. Die Daimler-Benz- Werke weisen für das abgelaufene Geschäftsjahr einen buchmäßigen Qkrluft von 7 477 496 Mk. aus, der insofern als tragbar erscheint, als ihm an deckungsfähigen Reserven nahezu 9,8 Mill. Mk. gegenüberstehen. Die Unkosten konnten bei Abschreibungen von 4,4 Mill. Mk. stark gesenkt werden, so allein bei den Handlungsunkosten von 12,9 auf 11,4 Mill. Mk., während die inländischen Verkaufsorganisationen eine Summe von 1,30 Millionen Mark erforderten. Die Gesamtvorräte erscheinen gegenüber dem letzten Iahre um 13,8 Mill. Mk. auf 39,7 Mill. Mk. vermindert: dieser Bestand genügt noch für dreimonatigen Bedarf. Der Gesamtumsatz betrug etwa 99 Mill. Mk., wovon rund 80 Prozent auf das Inlandgeschäft entfielen, während das Exportgeschäft infolge der Weltwirtschaftskrise nicht so erfolgreich durchgeführt wurde. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 4. 2uni. Tendenz: fest. — Die heutige Börse eröffnete in fester Haltung, wobei besonders der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse maßgebend war, nachdem seit Wochen eine wahre Baissepsychose geherrscht hatte. Schon im Vormittagsverkehr taxierte man etwa 1 bis 2 v. H. erhöhte Kurse, die sich auch zu Beginn des amtlichen Börsenverkehrs meist einstellten. Die Spekulation schritt nach den starken Leerabgaben in den letzten Tagen wieder zu verstärkten Deckungen, zumal die Aussichten der Verhandlungen in Chequers etwas besser beurteilt wurden. Anderseits blieben die bevorstehenden Notverordnungen immer noch ein Unsicherheitsmoment, so daß das Geschäft nicht sehr umfangreich war, wobei auch der heutige katholische Feiertag etwas einwirkte, da aus dem Rheinland und aus Bayern keine Aufträge eingetroffen waren. Die weitere Kupferbaisse und ein unverändert schwacher Absatzbericht des Stahlwerksverbandes blieben fast ohne Eindruck. Recht lebhaft war die Nachfrage in einigen Spezialwerten, für die sich durchweg starke Kursbesserungen einstellten. So eröffneten IG.-Farben 3,25 v. Sy, Salzdetfurth 6,5 v. Sy, Westeregeln 6 v. H. und Kunst- seideaktien ebenfalls 6 v. H. fester. Am Elektromarkt gewannen Siemens 5,5 v. Sy und Felten auf die amerikanische Lizenz- und Patenterwerbung 4,5 v. Sy Die übrigen Elektrizitätsaktien besserten sich durchweg um 3 o. Sy Hoher lagen ferner Rheinstahl, Gessürel, Deutsche Linoleum, Zellstoff Waldhof bei Kursbesse- rungen von 2 bis 2,5 v. Sy Schiffahrtspapiere fetzten bis 1,75 v. Sy und Bankaktien bis 1 v. Sy freundlicher ein. Mannesmann holten von ihrem heute abgehenden Dividenabfchlag von 5,40 etwa 3 v. Sy zurück. Sehr fest notierten außerdem von internationalen Aktien Chade und Svenska, die 10 bzw. 7 Mark anzogen. Anleihen waren ebenfalls fest, besonders Altbesitz mit plus 0,65 d. Sy Von fremden Werten erschienen Mexikaner mit Plus-Plus-Zeichen. Die Taxen betrugen 0,25 bis 0,50 v. Sy höher. Für Liquidationspfandbriefe erhielt sich weiteres 2ntercsse bei erneut um 0,25 o. Sy erhöhten Kursen. Goldpfandbriefe fast ohne Geschäft. Sehr fest lagen Rcichs- schuldbuchsorderungen mit plus 1 o. Sy 5,5 o. Sy» Hounganleihe etwa 1 v. Sy befestigt, Stadtanleihe und 2ndustrieobligationen gut gehalten. 2m Verlaufe erfolgten weitere Deckungen der Kulisse. Die meisten Papiere zogen erneut leicht an. Später bröckelten die Kurse verschiedentlich etwas ab. Die Tendenz blieb aber durchaus freundlich. Am Geldmarkt bestand starkes Angebot so daß der Satz erneut um 0,50 auf 3,50 d. Sy ermäßigt wurde. Am Devisenmarkt ergaben sich gegen gestern keine nennenswerten Dcrän, berungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2110, gegen Pfund 20,4950, London gegen Neuyork 4,8665, gegen Paris 124,22, Mailand 92,97, Madrid 51,30, Schweiz 25,0850, Holland 12,0925. Berliner Börse. Berlin, 4. 2uni. Die freundliche Stimmung, die unverkennbar schon die heutige Börse und die gestrige Frankfurter Abendbörse beherrscht hatte, machte heute vormittag unter dem Eindruck der gestrigen, seit langem wieder erholten Neuyork einer ausgesprochenen Festiykeit Platz. Es scheint sich international eine Beruhigung durchzusötzen, was man auch in dem Aufhören der kurzfristigen Aus- landkreditkündigungen feststcllcn wollte. Einige ungünstige Nachrichten, wie die 2nsolvenz einer kleinen Provinzbank, und die erneute Kupfer- Preisermäßigung auf 8,52 Dollar, verliefen ein- druckslos, da man nach dem Verlauf des SPD.« Parteitages die 2nnenpolitit und nach den Meldungen des Auslandes zu Chequers auch die Außen« politit günstiger beurteilte. Besonders wollte man in Der angekündigten Reise des amerikanischen Staatssekretärs 6 t i m f o n ein Eingreifen Amerikas in die Reparationsverhandlungen nach seiner Europareise erkennen. Der heutige katholische Feiertag kam im Ordereingang bei den Banken natürlich zum Aus- druck, bei der Spekulation bestand aber starkes Deckungsbedürfnis, wobei die Märkte noch Materialknappheit aufwiesen, daß auch schon die relativ geringste Nachfrage der Börse selbst genügte, um g a nz erhebliche Kurs st eigerungen hervorzu- rufen. Zirka 15 Terminpapiere erschienen mit Plus- Plus-Zeichen. Gewinne von 2 bis 4 v.H., bei schweren Papieren bis zu 8,5 v. Sy, waren nicht überraschend. Chade zogen um 10,90 Mark an. Die Ausführungen auf der gestrigen 2G -Farben-Generalverfammluna werden im allgemeinen günstig kommentiert. Auch Farben gewannen 3,13 v. Sy Exklusive Dividende notierten heute Mannesmann Byk Gulden. Durch schwache Haltung fielen Bank für elektrische Werte mit minus 2,5 o. H. und Schlesisch-Zink mit minus 2 v. Sy auf. Anleihen ebenfalls freundlich, Altbesitz 0,70 v. H. höher. Don den Ausländern Bosnier und Oefterreichifche Gold, auch Mexikaner etwas stärker befestigt. Pfandbriefe sehr still und etwa gehalten taxiert. Reichsschuldbuchforderungen 0,50 bis 0,75 v. H. höher. Am Geldmarkt ging Tagesgeld teilweise noch unter 4,5 bis 6,5 v. Sy zurück. Die übrigen Sätze unverändert. 2m Verlaufe erfuhren die meisten Pa- piere erneut Erhöhungen bis zu 1 v. Sy Später machten sich aber doch einige Ermüdungserscheinungen und das starke Fehlen der Kundschaft fühlbar, so daß kleine und auch im Verhältnis zu den vor- angegangenen Steigerungen unbedeutende Abschwächungen eintraten. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4.2uni. Auftrieb: 81 Rinder, 963 Kälber, 44 Schafe 629 Schweine. Es mürben notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 58 bis 63 Mark, mittlere Mast, und Saugkälber 52 bis 57 Mark, geringe Kälber 40 bis 51 Mark. — Marktoerlauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft. Schweinemarkt in Friedberg. WSV. Friedberg, 3. Iuni. Bei lebhaftem Handel wurden auf dem heutigen Iungtiermarkt bezahlt für sechs Wochen alte Ferkel 13—18 Mk., sechs bis acht Wochen alte 18—22 Mk., acht bis zwölf Wochen alte 22—30 Mk. Von dem Auftrieb von 655 Stück verblieb etwas Lieberstand. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 5. Juni. Kapelle auf dem Alten Friedhof. 20.30 Uhr pünktlich: Abendandacht für Studenten. Israelitische Religionsgemeinden. Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatfeier den 6. 2uni. Freitag abend 7.45 Uhr: Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9.30. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 7.15 Uhr. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Sjöhe der zuletzt beschißenen Dividende an. - Reichsbantdi-tant 5 p.H, Lambardzinefutz 6 p.H. Jrantfuri a. 3JI. 3er1in Schlußkurs i«Uhr« flurd Schluß« furd «nfang- fturd Datum 3.6. 4.6. 36. 4.6. 8% Deutsche Ketdrfanlette von 1927 ........ . 84,25 —- 84,5 — 7% Deutlche Relch«anleihe von 1929 .......... 97,8 __ 98 — »eutfdie Sliil.-Ablbl.-Schuld mit 0ullo|.-9an(a Damvllchisl.....10 — — 70 73,75 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine DeutscheEredttanst. 10 49 50 49 50 — — — — Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 — 105 — 105 106 Commerz- und Prival-Bank. 11 100,5 101 100,75 101 Darmstädter und Narionalbank 12 Deutsche Bank und 118 — 117,5 100,65 119,5 100,5 DUconw-EleseUschaft, ... 10 100,5 100,5 100,25 131 86 101 100,5 101 131 132,25 ne® .........8 88,75 85,9 88,1 — 68 70 Sleltr. Lielerungrgesellschast. 10 96,75 — 97,25 — Licht und ftraft......10 96 99,5 96,25 99,5 fielken L Guilleaume . . . 7% Gesellschaft für Elektrische 66 70,5 66 89,75 69,65 93,9 Unternehmungen .... 10 89,5 — Hamburger ElektrizitätS-Derke 10 Siteinlsche Elektrizität .... 9 — 95 93 Schlesische Elektrizität. ... 10 — — — — Schocken L Eo.......11 — 110,25 107,4 110,75 Siemens & Haldke.....16 136,5 142 136,9 143,5 7ran