aH Per*°£ erfen' Sender. ®lan9reiffUnd U?,nder schad. ?s ^rwendef, !?***" über Sj8«*. Der J er*,^d\end. Bi belanglos. In dem stetigen und beruhigenden Gleichmaß, in dem in Portugal Revolutionen und Diktaturen einander abzulösen pflegen, darf jeder Verbannte mit ziemlicher Sicherheit darauf rechnen, baß er bei einer der nächsten Gelegenheiten dieser Art doch wieder amnestiert wird. Nachdem also Leutnant Camoes die Angelegen- heit in Gang gebracht hatte, machten die Inhaber der älteren Osfizierspatente ihre Rechte gellend und nach diesem Gesetz des Dienstaltevs avanzierte General Souza Diaz zum Führer Kr Revolution, ohne recht zu wissen, wie er zu der Ghre gekommen war und was er mit dem so plötzlich ihm anvertrauten hohen Timt anfangen sollte. Er tat allerdings immer unter sorgfältige: Schonung der blühenden Fremde nindu st rie von Madeira — was er konnte. Er bildete alsbald eine' Regierung, er bepflasterte die Höhen rings um Funchal mit alten Geschützen, denen man immerhin noch zutrauen konnte, daß sie bei mehr oder minder passender Gelegenheit wirklich einmal Ivsgehen würden. Er arrangierte in denkbar zuvorkommendster Weise Paraden der Ma- deiresker Militärmacht, damit die Pressephvto- graphen etwas zu knipsen hatten. Er bemühte Itd) auch, dem neuen Regime ein besonderes Retef zu geben, indem er in Erinnerung an seine Stützen des klassischen Altertums die Republik Atlantis proklamierte, vielleicht in der Hoffnung, daß sein Herrschaftsbereich plötzlich durch bas Wiederauftauchen des alten Atlantis, ton dem Plato berichtet und von dem man immer roch glaubt, daß es einmal irgendwo zwischen Gibraltar und Madeira gelegen habe, märchenhaft vergrößert werden könnte, Alnd vor allem Lingen — er schätzte seine Leute in Lissabon richtig ein. Er ließ sich keines- dcgs durch die Kriegserklärung und durch die Aachricht von der Entsendung eines Expeditions- drps ins Bockshorn jagen. Seit fast vier Wochen tobt nun der Operetten» krieg um das paradiesische Eiland im Atlantik. .. Über er tobt eigentlich nur in Proklamationen linö in den „Noticias da Madeira“, der Funchaler Zeitung, der es vor allen Dingen darauf an- lammt, daß bie Fremdensaison nicht gehört wird, für die es gerade Zeit war, als die Revolution ausbrach. Selbst unter blühenden Mimosen und Glhcinien lustwandelt es sich nicht smberlich gut, wenn immerhin die Möglichkeit besteht, daß all diese Schönheit doch plötzlich tnmal durch einen oder einige Kanonenschüsse arstört werden könnte. Außerdem sind d i e lassen leer, denn der verantwortliche Leiter bc Rationalbank-Filiale hat den größeren Teil bc Kassenbestände noch rechtzeitig in Sicherheit Erbracht und eine Währung der „Republik Atlan- tß“ existiert vorläufig in Ermangelung der not* tenbigen Deckungsmittel noch nicht. Inzwischen ist aber nun wirklich das portugiesische Expeditionskorps angekommen uni) es ist ihm gelungen, wenigstens die F u n k - Kation von Madeira zu zerstören, so daß die Icfcolutionäre nicht mehr in Verbindung mit Inn Ausland treten können. Das ist immerhin Igon ein Erfolg und außerdem hat der Korn- vondeur des Expeditionskorps seinerseits auch Paraden veranstaltet, die von den interessier«- tm unb mutigen Pressephotographen der staunen- kn Mitwelt übermittelt sind und erkennen lassen, dis) schließlich der Operettenkrieg doch eine für die revolutionäre etwas bedenkliche Wendung neh- Frankreich und die europäische Wirischastskrisis. Oer französische Ministerpräsident beklagt sich über die deutsch-österreichische Zollunion. Wie Paris die wcrtschastliche Zusammenarbeit Europas organisieren möchte. Paris, 3. Mai. (WTD.) Ministerpräsident Laval hat heute traditionsgemäß vor Wiederaufnahme der Parlamentssession einen Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit seines Kabinetts in Form einer Rede in Courneuve gegeben, dabei bie Wirtschaftskrise ausführlich erwähnt und gewisse Maßnahmen zur Abhilfe (Dau von Fabrilen für Petroicuinrasfinerien, Durchführung von Arbeiten des öffentlichen Interesses usw.) angeführt. Der wesentlichste Abschnitt seiner Rede behandelte bie Außenpolitik. Er führte aus, Frankreich wolle unter ber Achtung der Verträge eine Politik internationaler Verständigung und eine ausgreifende wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das französische Parlament habe diese Politik stets mit großer Mehrheit gebilligt. Alm so mehr habe das französische Volk angesichts eines vor kurzem eingetretenen Ereignisses, bas sich durch die Haltung Frankreichs weder rechtfertigen noch erklären lasse, tiefgehende Gefühle der Bitterkeit empfunden. Weder in der Sach^ selbst noch hinsichtlich ber unvermuteten und plötzlichen Vorgangsweise habe Frankreich biesem Plan zu- stimmen können. Aber dadurch sei i n den internationalen Beziehungen eine Störung entstanden. Briand habe die großen Linien einer internationalen Verständigungspolitik vorgezeichnet und festgelegt. Sie sei mit der souveränen Ausübung ber Frankreich zur Verfügung stehenben Derteibigungsmittel vereinbar. Man müsse bie Achtung der Verträge fordern, weil sie bie sicherste ©arantie zur Der- meibung des Krieges bleiben. Aber man müsse zugeben, daß der Friede nur bann dauerhaft sein könne, wenn er auf der Organisierung der Wirtschaftsbeziehungen der Völker begründet sei. Man dürfe bie nationale Wirtschaft nicht durch unangebrachte oder verfrühte Initiativen stören. Aber wenn die Völker, die zur Zeit beunruhigt seien, diesen Weg der internationalen Zusammenarbeit beschreiten würden, werde das Gefühl des Vertrauens gestärkt werden und das Gefühl der Sicherheit in der Welt an Boden gewinnen. Gewisse Operationen finanziellen Beistandes könnten diese notwendige Politik nur fördern und beschleunigen. In Genf werde Frankreich e i n wirtschaftliches Aktionsprogramm in Anregung bringen, dem sich alle anschließen könnten. Man könne sich heute nicht mehr mit einer Paradepolitik begnügen. Hinter brüderlichen Worten müsse sich Solidarität der Handlungen zeigen. Es werde fchwer sein, das Gleichgewicht in Europa herzustellen. Neue Formeln müßten zu einer besonderen Politik für alle wesentlichen Produkte führen: Getreidepolitik, Petroleumpolitik, Kohlenpolitik, Stahlpolitik, Stickstoffpolitik. Das sei gar nicht so leicht; denn jede Nation müsse ihre Sonderinteresfen verteidigen, und auf der anderen Seite an allgemeinen Ententen teilnehmen. Davon hänge der Friede der Welt ab. Die Zauberformeln Sicherheit, Schiedsgerichtsbarkeit und Beschrän kung der Rü st ungen bedeuteten die Organisierung einer neuen Welt. Diese neue Welt werde aber nur verwirklicht werden, wenn deren materielle Interessen zuerst einmal miteinander in Einklang gebracht werden. Solange es in der Welt Millionen von Arbeitslosen und Menschen im Elend gebe, werde der Friede ungewiß und die alten Zivilisationen allen Gefahren ausgesetzt fein. Oie deutsche Antwort. Praktische Maßnahmen statt unfruchtbare Debatten. Berlin, 4. Mai. (WTB.) Amtlich. In Kreisen des Berliner Auswärtigen Amtes wirb zu der Rede Lavals erklärt, bah es vollkommen unverständlich sei, wie der französische Minister- präsibent in der geplanten deutsch-österreichischen Zollunion eine „Störung der internationalen Beziehungen“ erblicken kann. Das deutsch-österreichische Vorgehen steht — wie immer wieder betont werden muh — vollkommen im Einklang mit denbestehendenVer- trägen und Abmachungen. Cs kann sich also nur um eine Verstimmung darüber handeln, dah es Deutschland und Oesterreich unternommen haben, s e l b st ä n d i g einen geeigneten Weg zur Beseitigung der schwierigen Wirtschaftslage geyen zu wollen. Es erscheint der deutschen Regierung notwendig, nun endlich aus den theoretischen Diskussionen über die Scrmerungsmöglich ketten Europas herauszukommen und praktische, schnell wirksame Mahnahmen zu er» Lindau, 3. Mai. (TU.) Am Sonntagvormitlag hat sich auf dem Bodensee ein furchtbares Unglück ereignet. Lin Kutter des Marinevereins Friedrichshafen fuhr mit 11 Mann Besatzung zu einer Uebungsfahrt in Richtung auf das Schweizer Ufer aus. Auf halbem Seeweg kam plötzlich eine sehr starke Böe auf, die das Boot zum kentern brachte. Zehn von den elf Insassen sind ertrunken. Die Nachricht von dem furchtbaren Unglück kam erst durch einen bayerische_n Dampfer, der am Nachmittag mit einer Notflagge in den Hafen von Lindau einfuhr. Der bayerische Dampfer nahm den einzig Ueberlebenden der Katastrophe, einen gewissen Ege von Friedrichshafen, der eine Bordflagge in die höhe gehalten hatte, auf und fischte außerdem noch drei Tote, die mit Korkwesten versehen waren, aus dem Wasser. Der Ueberlebende hatte einen Nerven- chock und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Er konnte bis jetzt die Namen der folgenden Toten angeben: Vootsführer Schmitt, ferner der Bruder des Ueberlebenden Anton Lge. die Brüder Ludwig und Wilhelm Stricker sowie Egg und Bart. Die übrigen Namen konnten noch nicht festgestellt werden. Bei den zehn Todesopfern des furchtbaren Vootsunglücks handelt es sich durchiveg um 16- bis 20jährige junge Leute, von einer Familie sind zwei Brüder ertrunken. In Rorschach wurden verschiedene Gegenstände, wie Koffer, Ruder, Kleidungsstücke u. a. an Land gespült. Polizei- und Zollfutter begaben sich sofort an die Un- glücksstelle, ohne jedoch weitere Leichen bergen zu können. greifen. Diesem Bemühen bient ber deutsch-österreichische Zollunionsplan, ber, völlig im Sinne ber Dri anbschen Europapolitik, eine Wirtschastsentente barst eilt, die auf anbere Staaten auszubehnen ars:rück- lich vorgesehen ist. Im übrigen begrüßt man bas in ber Rebe besi französischen Ministerpräsidenten offenkundig zum Ausdruck kommende Bestreben nach positiver Mitarbeit Frankreichs an dem europäischen Wiederaufbauwerk, wenn auch das hier von Laval gezeichnete Aufbaupvo- gramm noch zu allgemeiner Ratur ist. als daß sich jetzt schon ein Urteil über Tragweite und Auswirkungsmöglichkeiten fällen läßt. Die Stimmung in Rumänien. Die Bukarester Geheimkonferenz der Kleinen Entente. Bukarest. 4. Mai. (TAI.) Die Außenminister der Kleinen Entente haben am Sonntag zwei Sitzungen abgehalten, zu denen bie Presse nicht zugelassen war. Aleber das bisherige Ergebnis ist noch nichts bekannt. Bemerkenswert Oer Bericht des einzigen Ueberlebenden. Verzweifelter Kampf mit den Wellen. Lindau, 3. Mai. (WTD.) Aleber das furchtbare Doots Unglück auf dem Dodensee erfährt der Vertreter des Süddeutschen Korresponbenz- bureaus in Lindau von dem einzigen Aleberlebenden noch folgende Einzelheiten: Gegen 10 Alhr geriet das Doot auf der Höhe von Altenrhein plötzlich in einen furchtbaren Fohnsturm. Fortwährend schlug Wasser in das stark besetzte Doot, wobei es nicht gelang, mehr Wasser auszuschöpfen, als eindrang. Infolgedessen sank das Doot langsam und kenterte plötzlich. Sämtliche elf Mann stürzten ins Wasser, versuchten sich aber durch Schwimmen und Festhalten an dem umgekippten Doot über Wasser zu halten. Vier Mann entschlossen sich, an Land zu schwimmen. Sie kamen aber dort nicht an, sondern sind ertrunken. Die übrigen kämpften noch stundenlang verzweifelt mit den Wellen, wobei einer nach dem anderen, ermüdet und erstarrt, in den Fluten versank. Der 22jährige Chauffeur Ege blieb a l s einziger Aleberlebenber auf dem Doot, wurde von dem Kursdampfer „Rürnberg“ bemerkt und nachmittags kurz nach 16 Alhr an Dord gen* nommen. Der Gerettete erzählt, daß er seine Rettung nur dem Almftanb verdanke, daß es ihm durch Tauchen gelang, bie Dootsfahne herauszuschrauben unb mit biefer 21 o t f i g n„a l e zu geben, die von dem Dampfer aus bemerkt wurden. Sämtliche Verunglückten stammen aus Friedrichshafen. Furchtbare SchWaiastrophe aus dem Zvdeusee. Ein Friedrichshafener Kutter im Zöhn gekentert. — Von elf Mann Besatzung zehn ertrunken. men könnte. Allein der Dischof von Fun- ch a l hat sich nun der Angelegenheit angenommen, unb wenn auch seine ersten Vermittlungsversuche fruchtlos geblieben finb, so ist doch, wie bie Dinge jetzt liegen, anzunehmen, bah es seinem versöhnlichen Einsluß gelingen wirb, den Krieg, der jetzt, nach fast vier Wochen, so weit gediehen ist. baß „ein Generalangriff gegen die Aufständischen unmittelbar bevorsteht“, im Sinne christlicher Nächstenliebe zü beenden unb vielleicht sogar den Rebellen Vergebung für ihre Künden zu erwirken. Oer Zusammenbruch der Revolution. Die -(uf ständischen ergeben sich dem britischen Konsul. London, 3. Mai. (TAI.) „Sundah Dispatch“ meldet, daß sich die Führer ber Aufständischen dem britischen Konsul ergeben hätten, dem sie auch ihre Waffen abgeliefert hätten. Sie wären jetzt in einem Hotel interniert worden, wo sie den Einzug ber siegreichen Regierungstruppen abwarteten. Dcr britische Konsul und der Kapitän des britischen Kreuzers „London“ hätten sich nach ber Alebergabe ber Aufständischen auf die die Stadt Funchal umgrenzende alte Festung begeben und den portugiesischen Oberlommissar unb die anderen von den Aufständischen festgesetzten Beamten in Freiheit gesetzt. Cs war den Regierungstruppen am Samstag gelungen, eine Abteilung auf der Ostseite ber Insel zu landen. Zwei Gruppen hatten sich bereits am Mittwoch auf der Westseite festgesetzt, den gemeinschaftlichen Anstrengungen aller Qlbteilungen gelang es, einige beherrschende Höhenzüge zu nehmen und so bie Aufstänbischen abzuschneiden, bie sich bann ergaben. Eine amtliche Erklärung aus Lissabon besagt-, baß nunmehr auch die Stad Funchal von den Aufständischen den Regierungstruvpen übergeben worden ist. 300 englische Seesoldaten unb Matrosen bewachten wahren!» ber militärischen Operationen die neutrale Zone, um das Leben der Ausländer zu schützen. Die Widerstandskraft der Aufständischen wurde durch das Bombardement des portugiesischen Kreuzers Vasco da Gama gebrochen. Alle Ausländer sind unverletzt geblieben. Aleberhaupt ist keine Zivilperson verletzt worden. Interessante Hintergründe. Frankreich als Drahtzieher hinter den Kulissen. Lissabon, 2. Mai. (TAI.) Der Abenteurerstreich von Madeira kann nunmehr als beendet gelten. Sein hauptsächliches Merkmal war es, daß er — im Gegensatz zu gewissen Behauptungen in der ausländischen Presse — in der Bevölkern ng selbst gar'feinen Widerhall hatte und lediglich von 400 deportierten Gegnern des Regimes angezettelt worden war. Diese hatten bis zum Ianuar d. I. ihren Zwangsaufenthalt in den portugiesischen Kolonien, erkrankten aber und erhielten von der Regierung die Möglichkeit, sich in Madeira zu erholen. Cs handelt sich durchweg um Anhänger der sogenannten Liga de Paris. Diese Liga wird in der Hauptsache geführt von ehemaligen Parlamentariern, die sich als Träger der französischen Ehrenlegion auszeichnen. Die 400 Revolutionäre, die dann in Madeira den Staatsstreich inf geniert en, find zum großen Teil ehemalige Militärs. Ihre Aktion, so wenig erfolgreich sie verlief, war in der Anlage keineswegs harmlos. Sie stützten sich auf die Annahme, daß ihre politischen Helfer im Mutterlande und in den überseeischen Besitzungen zu gleicher Zeit eine revolutionäre Bewegung zum Ausbruch treiben würden. Hä te die Regierung den taktischen Fehler begangen, zur Bannung dieser Gefahr größere Kräfte ber Armee und der Marine sofort nach den Inseln zu entsenden, -fo hätte ber Plan auch wohl gelingen können. Die Lissaboner Militärdiktatur operierte aber sehr geschickt und mit großer Kaltblütigkeit. Sie setzte sofort eine scharfe Funküberwachung ein und hielt die unter dem Einfluß der Liga de Paris stehende Propaganda im Lande selbst in Schach. Die Agitation der Liga de Paris durch die französische Presse unb burch die Funkorganisationen war so offensichtlich, daß ber französische Gesandte in Lissabon selbst es für nötig hielt, einen Schritt im Sinne ber Beruhigung zu unternehmen. ■ Die Regierung konnte im übrigen, als sie den Befehl zur Mobilisierung gab, darauf Hinweisen, daß im Zuge der revolutionären Bewegung i n Spanien Bestrebungen zur Schaffungeiner pan iberischen republikanischen 5 ö berat i o n im Gange seien, die die portugiesischen Grenzgebiete gefährdeten. Auf eine beruhigende, allerdings nur auf seine Person abgestellte Erklärung des Außenministers der revolutionären spanischen Regierung hin wurde dieses Motiv wieder fallen gelassen. Eine iberische Föderation würde natürlich schon wegen der Jnselfrage und wegen des Kolonialbesitzes nicht nur zu unlöslichen Konflikten, sondern auch zu internationalen Verwicklungen führen, da das Interesse Frankreichs, besonders aber Englands, auf das stärkste davon betroffen würde. ist ein Artikel des „Curentul", der gewissermaßen die Begleitmusik zu der Geheimkonferenz macht. Es heißt darin, daß innerhalb der Kleinen Entente heute die Interessen Rumäniens lediglich mit denen Südsla- wiens überein stimmten, weil beide Agrarländer seien, die unter der schwersten Krise litten. Infolgedessen bilde die deutsch- österreichische Zollunion für diese beiden Länder keine Gefahr. Auf der einen Seite stehe ein tatkräftiger Block von 70 Millionen Menschen und auf der anderen ein Land wie Rumänien, das zur Zeit eine Krise durchmache, deren Formen bereits dem Vor- spieldesRuins gleich käme. Das Blatt stellt dann weiter fest, daß die rumänischen Sympathien zwar Frankreich gehörten, daß diese Sympathien aber zu schweig en hätten, weil lebe ns wichtige Interessen des Landes auf dem Spiele stünden. Bisher habe die rumänische Außenpolitik wohl Stil, aber keinen Inhalt gehabt. Rumänien habe gar keine Veranlassung, Herrn Benesch nochmals einen Sieg erringen zu lassen. Die Sicherstellung der deutschen Kultur. Eine Warnung der deutschen Buchhändler. Leipzig, 3. Mai. (TU.) 'Die chauptversamm- lang des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler nahm u. a. folgende Entschließung an: Die HB. hält es für ihre Pflicht als Spitzenvertretung des Buchhandels im gesamten deutschen Sprachgebiet angesichts der überall wachsenden Bedrohung der Kulturhaushalte alle Verantwortlichen auf die e r n st e n Gefahren hinzuweisen, die sich aus übereilten und übertriebenen Kürzungen dieser Ausgabeposten ergeben müssen. Wenn jetzt sogar vom Reichsfinanzministerium die Anweisung erfolgt, die für das Etatjahr 1931/32 bewilligten Mittel für kulturelle Zwecke bis auf weiteres zu sperren, so ergeben sich daraus unübersehbare Folgen nicht nur für die dadurch unmittelbar Betroffenen, sondern auch für die Allgemeinheit. Deutschlands Stellung in der Welt muß nicht zum wenigsten mit kulturellen Mitteln verteidigt werden. Kürzungen, die das Existenzminimum aller kulturellen Einrichtungen angreifen, gefährden Leistungen, auf denen nicht zuletzt die Zukunft Deutschlands beruht. Es muß deshalb erwartet werden, daß diese Mittel unter allen Umständen bereitgestellt werden. Der Berliner Brotpreis. Weitere Erhöhung um 2 Pfennige beabsichtigt. Berlin. 2. Mai. (WTD. Amllich.) Im Der- fvlg der letzten Ankündigungen der Reichsregierung hat heute der Re ich sminister für Ernährung und Landwirtschaft erneut mit dem Bäckergewerbe die Verhandlungen ausgenommen, um die preissenkende Auswirkung der von der Regierung beabsichtigten Maßnahmen sicherzustellen. 3m Laufe dieser Besprechung erklärten Vertreter des Berliner Zweckverbandes überraschenderweise, daß von Montag ab eine erneute Erhöhung des Brotpreises um weitere 2 Pfennig elntreten werde', die Mitglieder des Zweckverbandes seien bereits durch Rundschreiben unterrichtet, überdies sei auch der Fachpresse eine entsprechende Mitteilung übergeben worden. Ein Aufhalten dieser Maßnahme wurde für u n m o g l i ch erllärt. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft gab seinem lebhaften Befremden über dieses Vorgehen Ausdruck. Dieses Vorgehen erfolgt zu einem Zeitpunkt, in welchem drin Däcker- gewerbe bereits bekannt gewesen ist, daß die Reichsregierung eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet hat, die es gestatten werden, auf den Mehlpreis so einzuwirken, daß nicht nur eine weitere Drvtpreisrrhöhung vermieden, sondern auch sogar eine Rückgängigmachung der letzten Preiserhöhung ermöglicht wird. Hierzu gehören namentlich die unmittelbar bevorstehende wesentli che Lok- kerung des Drotgesehes, die Senkung der Roggenmehlpreise durch Abgabe von Roggen aus den Beständen der Deutschen Ge- tveidehandels^sellschaft unmittelbar an Mühlen Oie „räuberischen Inger". Mittelalterliche Maikäfer-Vefchwörungen. Von 6. Oberdeck 3m 3ahre 1479 wandte sich der Rat der Stadt Bern an das geistliche Gericht in Lausanne mit der Ditte, die „räuberischen 3nger", also die Engerlinge und Käfer, vor seinen Stuhl zu laden. Die Geschichte berichtet nicht, ob sich die Maikäfer damals alle vor dem Gericht einfanden. Das wäre vielleicht nicht gerade sehr erfreulich für den hohen Gerichtshof gewesen, denn wenn das 3ahr 1479 nur ein mittleres Maikäferjahr war, dann wären die Richter, ohne einen Spruch gefällt zu Halen, schnell geflüchtet. Früher hatte man eben doch ein engeres persönliches Verhältnis zu allem, was da kreucht und fleucht, als heute. Rur di« Kinder. und manche Großstädter sehen den Maiibfer noch mit poetischen Augen durch die Mailuft' schwirren. Vielen Städtern fehlt etwas, wenn sie auf ihrem morgendlichen Maiausflug keine Maikäfer von den Bäumen schütteln können. Sein brauner Rock hat für sie noch einen romantischen Schimmer. Fü.r die Kinder ist der Maikäfer der freudig begrüßte Frühlingsbote. Er beißt nicht, kratzt und sticht nicht: er läßt sich leicht fangen und ohne Scheu betrachten. Die Freude ist groß, wenn er auf gutes Zureden in Form von Sprüchen vom Handteller losschwirrt. Der Gärtner und der Landmann wollen von dem Schädling allerdings nichts wissen und vernichten ihn, wo sie ihn treffen. Das war schon so in alten Zeiten. Die Maikäferplage war aber oft größer als die primitiven Vernichtungsmittel, lind da man sich nicht anders zu b?lfen wußte, griff man zu abergläubischen Mitteln. Sie halfen zwar nicht, belebten aber die Phantasie und beruhigten ein wenig das Gemüt. So in Griechenland und Rom und natürlich auch in Deutschland, wo man zur Zeit des Mittelalters eine ganze Reihe von De- schwörungsformeln kannte. Zu derartigen Beschwörungsformeln gehörte auch die eingangs erwähnte Ditte der Stadt Bern an das geistliche Gericht in Lausanne. 3n Verfolg dieses hochnotpeinlichen Prozesses gab man den Angeklagten gerechterweise auch und die Senkung der Weizenmehlpreise durch die bereits angekündigten Zoll- maßnahmen. Das Verhalten der Berliner Bäcker sei um so unverständlicher, als seit der letzten Drotpreiserhöhung die Preise für Roggen- mchl nicht gestiegen seien, das Verhalten lasse auch die gebotene Rücksicht auf die s o z i a l e Lage der Bevölkerung vermissen. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat den Vertretern des Berliner Däcker- gewerbes keinest Zweifel darüber gelassen, daß die Regierung dieses Vorgehen nicht ruhig hinnehmen wird. Der Reichsminister hat sich unmittelbar nach der Besprechung auch mit dem preußischen Handelsministerium in Verbindung gesetzt. Dabei hat sich schon jetzt eine Heberein- stimmung der Ausfassungen der beidenMinisterien ergeben. Weihe der Kussteiner Heldenorgel. Sin Zeuge deutsch-österreichischer Schicksalsvesbundenheit. K u f st e i n, 3. Mai. (ERD.) 3rt Kufstein wehen von allen Häusern und von der Feste Geroldseck die Fahnen des Reiches und Oesterreichs, Bayerns und Tirols. Die Stadt hat sich geschmückt zum Empfang von Deutschen aus allen Teilen beider Druderstaaten, die nach Tausenden herbeieilen zum Gedächtnis der Gefallenen des Weltkrieges deutschen Stammes, zur feierlichen Weihe der Heldenorgel, die das erste gemeinsame Denkmal für alle Gefallenen deutscher Zunge ist. Von der Festung Geroldseck, in die sie eingebaut ist, soll diese Riesenorgel an der Schwelle der beiden deutschen Staaten, mit Hilfe Deutscher aus den beiden Ländern errichtet, in beiden ihre Klänge ertönen lassen. Am Sonntag brachten Sonderzüge Die letzten Teilnehmer am Fest. Die Straßen füllten , sich von den vielen Tausenden, die zu den Platzen strömten, wo die drei Feldmessen abgehalten werden sollten. Inzwischen waren auch der österreichische Bundespräsident Mik- las sowie der deutsche Gesandte in Wien, Dr. Rieth, im Auftrag der Reichsregierung eingetroffen und begaben sich zum Platz in Hof am Fuße der Festung, wo der Orgelspieltisch in einem geschlossenen Raum aufgestellt ist. Auf der Festtribüne nahmen der Bundespräsident und der deutsche Gesandte in Wien, der bayerische Kultusminister und dek Vertreter des österreichischen Heeresministers, der Landeshauptmann von Tirol und der deutsche Generalkonsul in 3nnsbruck und in Vertretung des Wehrkreiskommandos München Generalmajor Vogl Platz. Dor den Andächtigen las dann der Fürst- Erzbischof von Salzburg, Dr. Rieder, unter großer Assistenz die Feldmess«, die zugleich ein Gedenkgottesdienst für die deutschen Gefallenen des Weltkrieges war. Der Fürst- Erzbischof weihte daraufhin die Orgel, die mit den Klängen des Te Deum mächtig in die Weite wirkte. Orgelvariativnen des Andreas- Hofer-Liedes folgten, die Menge fiel bei der letzten Strophe begeistert ein. 3m weiteren Verlauf der Feier folgte eine Ansprache des Bundespräsidenten Miklas. „Da alle", führte der Bundeskanzler u. a. aus, „hochherzig zur Schöpfung der Orgel beigetragen haben, Reichsdeutsche und Oesterreicher, so soll die Heldenorgel von Geroldseck auch dem ehrenden Gedächtnis aller im großen Weltkrieg gefall e-n en Kriegshelden deutschen Stammes geweiht sein. Wenn die Orgelweise in hehren Triumphgesang übergeht, dann verkündet sie der Welt, daß Deutschland und Oesterreich ungebrochen durch ihr gemeinsam erduldetes Schicksal und unbeirrt wieder fortschreiten auf der Bahn friedlicher Aufbauarbeit und edler deutscher Gesittung. Sie kündet aber auch, daß die Zeit des deutschen Bruderkampfes, in der auf den Schlachtfeldern Deutsche wider Deutsche standen, Jür immer vorbei ist und daß alle deutschen Stämme in Ost und West, in Süd und Roxd für immer einig bleiben wollen. Diese Einigkeit des deutschen Boltes, des großen Volkes der Mitte, ist zugleich auch Voraussetzung und stärkstes Unterpfand eines dauerhaften Friedens in Europa. Der Bürgermeister von Kufstein verlas darauf Tin Telegramm der Stadt an den Reichspräsidenten v. Hindenburg, in dem seiner als des Führers im Weltkrieg und gegenwärtigen Reichsoberhauptes in Ehrfurcht gedacht wird. Nachdem noch der Festredner Nationalrat Dr. Schuschnigg gesprochen hatte, defiliert« auf dem Hauptplatz, mit der Kapelle des Innsbrucker Alpenjäger-Regiments an der Spitze, d i e Ehrenkompanie vor dem Bundespräsidenten und den Ehrengästen. Dargn schloß sich der Festzug. Protest der Flamen gegen das französisch-belgische Militärbündnis Eine Riesenkundgebung seht sich gegen die Polizei durch. Brüssel, 3. Mai. (TU.) Dm Dorfe Wem- m e l, an der Peripherie Brüssels, ging am Sonntagnachmittag in Anwesenheit tausender Flamen der 12. Flämische Kongreß vor sich. Der Bürgermeister der Gemeinde hatte jedeöffent- liche Kundgebung verboten. Die Der- sammlung fand deshalb auf einem abgeschlossenen Grundstück statt. Roch bevor die Veranstaltung begann, kam es zu Zusammenstößen mit derbelgischenGendarmerie. Die immer stärker an rückenden Massen fühlten sich durch das überaus starke Polizeiaufgebot herausgefordrrt. Mehrere Stunden hielten die Plänkeleien zwischen Polizei und Flamen an. Zahlreiche Flamen wurden verhaftet. 3mmer wieder rückte die Gendarmerie mit gezogenem Säbel auf die Teilnehmer an. Mehrere Polizisten und Flamen wurden verwundet. Auch der Flamenführer Dr.Dorms wurde durch einen Säbelhieb auf den Rücken verletzt. Erst nach Verhandlungen zwischen flämischen Abgeordneten und Vertretern des 3nnenministe- riums sowie der Gendarmerieführung konnte die Ruhe wiedrrhergestellt werden. Bedingung der Flamen war der sofortige Abzug derPo- lizei und Freilassung der Gefangenen. Beiden Forderungen wurde st a t t g e g e - Len. Darauf nahm die Veranstaltung einen glatten Verlauf. Zum Schluß wurde folgende Entschließung gefaßt und einstimmig angenommen: „Zehntausenbe flämischer Rationalisten, am 3. Mai 1931 in Wernrnel versammelt, vertreten durch 15 Abgeordnete in Kammer und Senat des belgischen Staates, erheben vor der ganzen Welt Einspruch gegen das Weiterbestehen des geheimen, den Dölkerbundsgrundsätzen zu- widcrlausenden belgisch-französischen Militärvertrages und gegen dessen Folgen: Den Dau eines riesigen Festungsgürtels in Fortsetzung der französischen Desestigungs- wcrle, wodurch das flämische Volk, das mit allen Völkern der Erde in Ruhe und Frieden zu leben wünscht, in den französischen Herrschafts- und Militärbezirk eingemauert werden soll. <§ie erklären im voraus, daß sie jede Verantwortung für die Folgen dieser verbrecherischen militärischen Vasallenpolitik der belgischen Regierung ab lehnen. Der neuerstandene Rat von Flandern bereitet einen M as s e n p r o te st des aus 4,5Millionen Seelen bestehenden flämischen Volkes gegen eine Politik vor, die ein Hindernis für eine wahrhafte Befriedung Europas, ja eine unmittelbare Gefährdung des Friedens bedeutet." einen Verteidiger. Man konnte ja nie wissen, welche Macht sich unter der unheimlichen Landplage verbarg. Als Verteidiger wurde der für* nehme Ratsherr 3ohannes Perrodati aus Freiburg gewählt. Dor dem Prozeß erliefe, der Bischof in der ganzen Umgebung vHN Bern folgende Bekanntmachung: „Du unvernünftige, un- volllommene Kreatur, Du 3nger! Deines Geschlechts ist nicht gewesen in der Arche des Roah. 3m Ramen meines gnädigen Herrn und Bischofs von Lausanne, bei Kraft der hochgelebten Dreifaltigkeit und bei Gehorsam gegen die heilige Kirch« gebiete ich Euch allen und jeden, in den nächsten sechs Tagen zu Weichen von allen Orten, an denen wächst und entspringt Rahrung für Menschen und Vieh!" 3m Fall« des Ungehorsams sollten sie am sechsten Tage nachmittags um 1 Uhr vor dem Richterstuhl des Bischofs in Wiflisburg erscheinen. Diese Aufforderung war Wohl nur erlassen, üm den geplagten Bernern Mut zu machen, selbst tatkräftig die Vernichtung zu betreiben. Die Maikäferplage mufe aber sehr grofe gewesen und über die menschliche Vernichtungskraft gegangen fein, denn der Bischof war am sechsten Tage rechtzeitig zur Stelle. Die bösen 3nger aber fürchteten das Urteil und blieben aus. Run erfolgte eine zweite, etwas kräftigere Einladung, in der die räuberischen 3nger als „verfluchte Unsauberkeit, die 3hr nicht einmal Tier heißen und genannt werden sollt", betitelt wurden. Es war nicht möglich, mit den Maikäfern ein schied- lich-friedliches Abkommen zu treffen, das die 3nvasion beendete. Deshalb mußt« der Bannfluch erfolgen: „Wir, Benedikt von Montferrand, Bischof von Lausanne, haben gehört die Bitte der grohmächttgen Herren von Bern und uns gerüstet mit dem heiligen Kreuze und allein Gott vor Augen gehabt, von dem allein di« gerechten Urteile kommen. Danach so gravieren und beladen wir die schändlichen Würmer und bannen und verfluchen sie ..., dafe sie beschwort werden in der Person 3ohannes Perrodatt, ihres Beschirmers, und von ihnen gar nichts bleibe denn zum Rutzen menschlichen Brauches." Der Ratsherr Perrodati mufe ein schlechter Beschwörer gewesen fein, denn nach den Berichten steigerte sich die Maikäferplage in der Berner Gegend. Richt viel bester erging es dem Bischof von Chur, der im 3ahre 1481 den Maikäfern befahl, in ein ödes Tal zu fliegen, wo sie durch Hunger umkommen sollten. Die Maikäser, wo sie als Landplage auftraten, haben auch wiederholt einzelnen Menschen, die als Hexen verrufen waren, übel mitgespielt. So wurde um diese Zeit die Liegnitzer Gegend von einer schrecklichen Mailä erplag« heimgesucht. 3n Liegnih fand man die Urheber des Unheils in zwei alten Frauen, die sich dadurch verdächttg machten, dafe ihnen Maikäfer aps den Taschen hervorlrochen. Das Gericht beschloß, die beiden Frauen gebunden und nackt in einen Maikäfer- Haufen zu legen. Blieben sie von den Käfern verschont, so waren die Angeklagte^ unschuldig. Die angeblichen UebeÜäterinnen erlitten nur Schaden an ihren Rerven und entgingen dem Feuertode. 3n den spateren 3ahrhunderten griff man zu rationellen Mitteln bei der Bekämpfung der Plage. Die Scheu vor den räuberischen 3ngern wich, und man sammelte sie als Kunstdünger auf. Rach dem Grundsatz, Böses mit Bösem zu vertreiben, verarbeitete man lange Zeit hindurch die Maikäfer zu einer Art Kompott, der in den Apotheken als Heilmittel verkauft wurde. Auch als Speise diente der Maikäfer, und zwar nicht nur den Hühnern. Auch der Feinschmecker Goethe soll sich einmal eine Portton Maikäfer einverleibt haben, allerdings ohne zu wissen, was er eigentlich afe. Man erzählt sich, dafe Goethe im 3ahre 1805 den Professor Beireis, der an der von Rapoleon Bonaparte 1809 geschlossenen Universität Helmstedt lehrte, besuchte. Beireis war ein Sonderling und stand in dem Rufe eines Zauberers. Gr wurde deshalb auch der „Eaylio- stro von Helmstedt" genannt. Professor Deireis bewirtete Goethe mit prachtvollen Krebsen. Goethe war entzückt, er wunderte sich aber, wie Deireis zu den Krebsen komme, da die Gegend doch arm an Landseen fei. Der Gastgeber klärte Goethe auf und verriet ihm, dafe sie keine Krebse, sondern Maikäfer gegessen hatten, die Deireis auf eine von ihm erfunden« Art mäste. Goethe soll diese Mitteilung mit gutem Humor ausgenommen haben. Zum Schluß sei noch eine alte Erinnerung an größere Maikäfer aufgefrischt, nämlich an die Gardefüsiliere der alten Armee, die den Ramen s»" k Landvolk 390 Stimmen. Nationalsozialisten 7849 Stimmen, wahrscheinlich «*' SLjperfe 4 Mandate. . . EL 6en * Es fehlen noch einige Ergebnisse aus kleineren - Ortschaften, die aber an dem Gesamtbild nichts. I ändern. Danach haben also die Sozialdemo- i'7. traten ein Mandat verloren, dagegen die Kom- muniften zum erstenmal ein Mandat erhalten. * 1 >u M ändern. Danach haben also die Sozialdemo m u n i ft e n zum erstenmal ein Mandat erhalten. Die Nationalsozialisten haben gegenüber 1 Mandat (3). Deutsche Volkspartei 1617 Stimmen, wahrscheinlich 1 Mandat (1). I Staatspartei 1294 Stimmen, wahrscheinlich ein Mandat. , Kommunisten 1854 Stimmen, wahrscheinlich ein Mandat (0). Skandalöser Freispruch polnischer Terroristen. Kattowih, 2. Mai. Das Landgericht beschäftigte sich mit dem Fall Hoheisel. Der bejahrte Tischlermeister Hoheisel hatte sich zur Zeit des polnischen Wahlkampfes in einem Kattowitzer Lokal mit Dekannten über die Terrorfälle unterhalten. Daran nahmen Aufständische Anstoß und fielen über Hoheisel her, der zunächst im Lokal und dann auf der Straße schwer mißhandelt wurde. Als Täter hatten sich drei Aufständisch« und als Anstifter ein Reserveoffizier zu verantworten. Der Verteidiger des Angeklagten behauptete, daß eine Provokation vorgelegen habe und daß alle Deteiligten betrunken gewesen seien. Das Gericht schloß sich der Auffassung des Verteidigers an und sprach die vier Aufständischen frei, weil «s der Ansicht war, dafe Hoheisel durch sein Verhalten die Aufständischen provoziert hätte. Oie Landtagswahlen in Schaumburg-Lippe. Bückeburg, 4.Mai. (WTB.) Das bisherige Gesamtergebnis der Landtagswahlen in Schaum-' burg-Lippe stellt sich wie folgt: Sozialdemokraten 12 981 Stimmen, wahrscheinlich 7 Sitze (früher 8). • | Deutschnationale 2953 Stimmen, wahrscheinlich 1 hei H®1 den Reichstagswahlen von 1930 einen Stimmenzuwachs von 50 v. H. zu verzeichnen. Unter Berücksichtigung dieses Gesamtergebnisses^ünd die Mehrheitsverhältnisse noch umstritten, daoer eine Kommunist das Zünglein an der Waage bildet. Oie Siaaispariei gegen die Steuererhöhungen in Hessen. Frankfurt a.M, 2.Mai. (WSÄ.) Der Erweiterte Landesvvrstand der Deutschen Staatspartei in Hessen beschäftigte sich mit den Auswirkungen der Realsteuererhöhungen in Hessen und faßte einstimmig nachfolgende Entschließung: „Der Landesvorstand sieht mit ernstester Sorge die Auswirkungen, die die vom Hessischen Landtag beschlossen« Erhöhung der Landesgrundsteuer und der Sondergebäude- steuer für solche Grundstücke, deren Friedensmiete 5 Prozent des Wertes übersteigt, auf die ^Betroffenen hat. Unsere Anträge zur Ver- waltungsrefvrm verfolgen den Zweck, noch im lau en en Finanz ahr erhebliche Erspa r- nisse zu erzielen, die in erster Linie zu sineq Senkung der Grund-und der Sonder- gebäudesteuer führen sollen." Diveihu"! S-eforlstzE m 1« U nun, mcy ■ Men der M gten werden, eniveihung r echarn.agu iixrbrachle die ftrö und gab bet deutschen 2 ^Meidenden J WchberechtiW aid) für Deutsch Probefahrt 2m Sonntag: MTempeW jun ersten Mal nagen einem Probefahrt ver frim Pubütun 2rennftvff und g-süllt war, ü zm Startplatz Knattern setzte ging. Am 6t< scholl. Die Ingenieur Pie schr das M 'linier sich herzu ftsens entlang, 'ätombigteit b i । :tt. Doch mufft Milometet ahg 5® P vermeid? "bannte die keteiMgeni, be lahm feine L Dr.-Jng. h. 3n Anninich (Satfran, öcr . pianoforfefab ßetem Leiden ii | 1", fi* um 111 h AJÄnfl ha' Aus aller Wett. Schwere Brandkatastrophe in Reichelsheim j. O. Montag früh gegen 3.30 Uhr entstand, vermut, l i ch durch einen Kaminbrand, in dem Schulgebäude von Reichelsheim im Odenwald Grohseuer. Der 80 Jahre alte pensionierte Lehrer Vermuth erlitt den Lrstickungs- tod. Seine Stau versuchte sich zu retten, erlitt aber derart schwere Brandwunden, daß sie hoffnungslos ins Darmstädter ttranken- Haus eingeliefert wurde. Das ebenfalls dort beschäftigte 32 Jahre alte Dienstmädchen Ger- mann aus Steinbach lag lot in ihrem Betle: sie war ebenfalls durch den Rauch e r ft i ck t. Das „Maikäfer" trugen. Die Bezeichnung stammt wohl daher, daß die Gardefüsiliere Ende April, Anfang Mai zu ihren Frühjahrsübungen ausrückten. Daß sie keine Landplage waren, kann man am besten von den Frauen erfahren, die damals noch jung waren und mit Freuden auf das Heran« schwirren dieser „Maikäfer" harrten. Ob^rhessischer Kunstverein. Die vor acht Tagen eröffnete neue Ausstellung des Oberhessischen Kun st Vereins- eine Uebersicht über das graphische Werk des verstorbenen Hans Otto Schönleber — ist jetzt durch eine Kollektion von 15 Oelgemälden des Münchner Professors Paul Renner (geboren 1878 in Wernigerode) erweitert und somit der Gesamteindrua vom Farblich-Malerischen her ergänzt worden. Renner bringt ausschließlich Landschaften von vorwiegend südlichem Charakter. Im Technischen bemerkt man, von einigen stumpfen und trockenen Partien abgesehen, einen kräftigen, manchmal pastose» Auftrag bei energischer Strichführung. Neben einem lebhaften meist auf dominierende Lokaltöne abge- stellten Kolorit scheint uns die Vorliebe für eine markante Raumaufteilung und eine gedrungen! Gruppierung der Massen in diesen Landschafte« bestimmend zu sein. Man findet hier allenthalben scharf fonturierte Flächen und Kuben im Raum, eine sorgfältige Abgrenzung der aufbauenden un> das Gewicht verteilenden Bildelemente. Diese Schics tung und Gliederung erscheint besonders finnfW in Landschaften mit Architektur und Städtebildern» wie etwa „Lerici" II., dem „Fischerdorf von Po° lermo" und „Goldbach". Verhältnismäßig impressi» wirkt daneben die „Schneeschmelze" mit ihrem ziemlich verwaschenen und unklaren Hintergrund. 2>(" sympathischen malerischen Wirkung wegen feien nofl die Landschaften „Golf von Spezia" und „Lerici" * mit einer Empfehlung hervorgehoben. —y— Sochschulnacb richten. Die Münchener Technische Hochschule b® durch Organisattonsänderung eine eigene Pr»" fessur für Botanik erhalten. Der erste Prr^ fessor für Botanik und Pflanzenkrankheiten an der genannten Hochschule wurde der bisher >n Weihen st ephan tätig« ordentliche Profess» Dr. Friedrich Boas. 1 M der Stred . Mui ist nacht! iäOnieister u cistiitt von B uni»aus bem t*. Der Za , Samt) für Bginletiertgimi ^.-Zahlung der sollen. Anapp i-n einem W\ • M eines statt "W einer M absuft, sand der WM , d" Zahin * bisher jede S M Ermord wn geraubte Omngen fin Tin Mb Sn W'.esbai iQ(9 dvrkestrc ^eni Mi, |uWknf(h Adabei vc borden war N" nicht 5c bWMd . 3w ri,QRen Ta den Sie aumTobe «in s ^rzlich 9 kneni Derir hcu bleibt o. „tin S S°ber 'M Ss mb nun, nach knapp vierjähriger Bauzeit, komr rruch polnischer sten. sahren seine Wendigkeit bewies. Dr.-Jng. h. c. Willi Grotrian-Steinweg t- In Braunschweig starb Dr.-Jng. h. c. Willi Scotrian, der Mitinhaber und Seniorchef der ho pianofortefabrik Grotrian-Steinweg nach längerem Leiden im 63. Lebensjahre. euch für Deutschland zu erreichen. Erfolgreiche Probefahrt des Heylandl-Raketenwagens. 2lm Sonntagnachmittag wurde auf dem Flug- gefüllt war, wurde der gelbrote Raketenwagen zum Startplatz geschleppt. Unter Zischen und Knattern setzte er sich dann langsam in Dewe- zevrsm leim. Das Auffassung bei !> sprach die vier W der Ansicht war, des tat die ÄuMöischa Hafen Tempelhof während einer Flugveranstaltung zum ersten Male der Heylandt-Raketen- vagen einem gröberen Publikum vorgezeigt. Die Probefahrt verlief durchaus erfolgreich und loste beim Publikum größten Beifall aus. Rachdem Drennstoff und flüssiger Sauerstoff in die Tanks obere Stockwerk des Schulhauses ist v o l l st 8 n d i g ausgebrannt. Erst gegen 8 Uhr war es der Feuerwehr gelungen, den Brand auf seinen Herd ju beschränken. Schwerer Betriebsunfall bei den Zinnwerken Wilhelmsburg. Ein schwerer Betriebsunfall, der bisher vier Todesopfer forderte, hat sich bei den Zinnwerken Wilhelmsburg bei Harburg ereignet. Beim Trans- vort von Zinnrückständen stellten sich bei den damit beschäftigten Arbeitern plötzlich starke Kopf- 'chmerzen mit Brechreiz ein. Der herbeigerufene Arzt veranlaßte die sofortige Ueberführung der neun betroffenen Arbeiter ins Krankenhaus. Hier angestellte Untersuchungen ergaben, buh »s sich um eine Arsen-Wasser st offver- jif tung handelt, wie sie bisher-im Betrieb der Zinnwerke nochnichtfestgestellt wurde. Von den Arbeitern sind vier gestorben. Im Krankenhaus Harburg befindet sich ein weiterer Immglüdter, an dessen Aufkommen gezweifelt wird. Die anderen noch im Harburger Kranken- >aus befindlichen Erkrankten hofft man am Leben rhalten zu können. Einweihung des Münchner Flughafens. Die forkschreitende Entwicklung des Flugwesens mb die verkehrspolitische Bedeutung Münchens nachte die Errichtung eines großen neuzeitlichen Flughafens zur unerläßlichen Rotwendigkeit. Im 3a&re 1927 hat die Stadt München den Ausrag zur Errichtung eines Flughafens erteilt, Das Landgericht bt> |VW1V ....................... SaU , Hoheisel gung. Am Steuer faß der bekannte -Rennfahrer er Hoheisel halte sij scholl. Die Raketenapparatur bediente Ober- öohlkampses in eines Ingenieur Pietsch. Immer schneller werdend 'amtm über die Set« schr das Raketenauto, einen kurzen Feuerstrahl ran nahmen Aufstän« hinter sich herziehend, die Zementbahn des Flug- i über Hoheisel Hafens entlang. Der Wagen entwickelte eine Geil und dann auf der shwindigkeit bis zu 145 S t u n d e n ki l o m e- nbelt wurde. Ali . le r. Doch mußte er in den Kurben auf 40 Stun- ländische und als Ptv bcntilomctcr ahgestoppt werden, um ein Llmkip- ,u verantworten. Del r kt zu vermeiden. Etwa eine halbe Stunde lang n behauptete, daheinr lauerte die Probefahrt des feuerspeienden Ra« ,en habe und dah all! lctenwagens, der auch im Kreis- und Kurven- Mai mb nun, nach knapp vierjähriger Bauzeit, lonn- sdvrll x Anlagen, die ihresgleichen nur in wenigen rtei det Plätzen der Welt finden, ihrer Bestimmung über- swirk, (eien werden. Den feierlichen Akt der Flughafen- en 69r,tn der «inweihung vollzog Oberbürgermeister Dr. ß_.JLWn bcharnagl. Ministerialdirigent Brandenburg emttAf. lC7?n9: ilxrbrachte die Grüße des Reichsverkehpsmini- - JEItn Sorge bit fers und gab dem Wunsche Ausdruck, daß es -Jejüichen Landtag kr deutschen Regierung bei den bevorstehenden ■ °.cr Londes« entscheidenden Verhandlungen gelingen möge, die °"l>ergebäub«' Gleichberechtigung auf dem Gebiete der Luftfahrt -anderen Friedens« ---- - --- - $ übersteigt, aus die ntrkgezurLer« Heu den 3totd, noi) heblicheErspai, «xlter ßtnie zu einer und der Sonder, sollen." ''tippe. ... ^urr.. **l*n«4 J •***» 1 DS fei®?' iniU Ä Genick. WM M Sen die 6filw ’ Hessen. r Welt 3»teressengemeinschast der Musik ■r on SpZ lern geraubten (Selbe aüs dem fahrenden Zuge gesprungen sind. Es fehlt von ihnen noch jede Spur. i-r Bahnstrecke den blutüberströmten Leichnam les Zahlmeisters. Vom Unteroffizier fehlt la« Wort ergriff, um zu diesen Vorwürfen Stellung zu nehinen. verließen die meisten Abgeord- ictcn die Sitzung. Dr. R. gab während seinen Ausführungen zu, Separatist gewesen zu fein; er dutde daraufhin aufgefordert, rmverzüglich den Saat zu verlassen. Hierauf erklärte der tcchesterverein Bingerbrück seinen Austritt aus kc Interessengemeinschaft. Wj! S« J&l '■ lercine „Antere Rahe, Hunsrück und Glan" nilu.. . • jte: Leiter des Dingerbrücker Orchestervereins, Wirkung X Dw R., war in verschiedenen Eingaben a l s S e - "-‘"n "V »aratift bezeichnet worden. Als Dr. R. Raubmord im Zuge. Auf der Strecke von Kowel nach Sarny in Wol- Inrien ist nachts in einem Personenzug ein Mili- torzahlmeister und möglicherweise auch ein Unter- w t“ harrten. AunstMin. »öif-l« en J*.n’anCr[ des w- graphische o nieder > eigernaibeu . i**ieS ** n her s(2f[en von n -ich ifter. 3mnh frotfenen “*5^' P 2onbsch^ Lerha^itihre"'^ eschnielze^^rarund-- Ein Einbrecher auf der Flucht erschossen. In Wiesbaden-Dotzheim wurde der schon mehrfach vorbestrafte Arbeiter Koerppen, der mit einem Mittäter in die Geschäftskeller der Kon- 'uongenossenschaft Rhein-Main eingebrvchen mb dabei von der Polizei überrascht vorden war, auf der Flucht, als er den Halt- mfen nicht Folge leistete, durch einen Schuh des ;$n verfolgenden Beamten getötet. Zwei Todesurteile In Posen. 2as Bezirksgericht in Bromberg verurteilte einen i'iöhrigen Gärtner und einen 21jährigen Arbeiter, l e im Januar d I. einen Gastwirt in Brom- islecg, den sie berauben wollten, ermordet hatten, jiim Tode durch den Mrang. Ein Schmiedemeister wird Millionär. Der in Amerika wohnende Bruder der Frau Schr.vde Meisters Weil in Münster (Oberlahnkreis), ein Häuser- und Grundstücksmakler, »ist kürzlich gestorben. Seine Ehe blieb kinderlos in-b er vermachte testamentarisch seiner einzigen kchwester bereits die Hälste seines Verlötens, annähernd eine Million Mark Eine b .‘nfanterieregiment etwa 100000 Zloty zur dfle pensionierli iiiszahlung der Gehälter^md Löhnungen bringen |( den Lrsiiänngr- vollen. Knapp vor Sarny bemerkte der Schaffner , ri. .u tftten, t# in einem Abteil Blutflecke und verschiedene Anzei- J/hnh iie bil’l' eines stattgesundenen Kampfes. Ein Sonderzug Mnvm, ov» , nil einer Untersuchungskommission, der die Strecke nltäbter Ri . cbfufjr, fand etwa 40 Kilometer vor Sarny neben mtbe. Das ebenfaU»* i -.............. ~ • - Dienffmäbdjen^ ............ —... -...... toi in ihrr'" Lem -isher jede Spur. Man vermutet, daß die Banditen Hauch eestilki-ia«h Ermordung der beiden Militärpersonen mit en •! ' Iphi nnrmiMan m^lhö ntic Som tnliranhnn Qnna -- In Sobernheim kam es zu einer peinlichen WP1. kz.me ivahrend der Generalversammlung der 8000 Obdachlose in der überschwemmten Stadt Wilna. 8000 Menschen sind durch die katastrophalen Ueberschwernrnungen, die die litauische Stadt Wilna heimgesucht haben, obdachlos geworden. Die Not tft unbeschreiblich groß, da die Stadt nur noch mit Bootskarawanen zu erreichen ist. Bedürfnis zu befriedigen. Eine Verneinung der Bedürfnisfrage für die Verabreichung von Speisen komme überhaupt nicht in Betracht, zumal es ja bei Errichtung des Heims Hauptzweck war, minderbemittelten Studenten verbilligte VerpfleAus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 4. Mai 1931. Oie Wirtschastskonzession des neuen Gießener Studentenhauses. Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen hielt am Samstag unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor G r a e f im Regierungsgebäude eine Sitzung ab, in der er sich mit einer umfangreichen Tagesordnung zu beschäftigen hatte. Als letzter Punkt der Tagesordnung — über die vorhergehenden Angelegenheiten werden wir morgen noch berichten — wurde die Klage der Freien Innung der Gastwirte von Gießen und Umgegend gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 6. Januar 1931 betr. Erteilung der b e - schränkten Wirtschaftskonzession-für das neu errichtete Studentenheim zu Gießen, Leihgesterner Weg 16, verhandelt. Durch Bescheid des Kreisamts Gießen vom 6. Januar 1931 wurde der Gießener Studentenhilfe e. D. zu Gießen die Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft im neu errichteten Studentenheim unter folgenden Bedingungen erteilt: 1. Es dürfen nur Wein, Bier, Apfelwein und alkoholfreie Getränke verabreicht werden. 2. Der Ausschank und die Verabreichung von Speisen darf nur an die Mitglieder der Studentenschaft und des Lehrkörpers der Universität sowie gelegentlich auch an deren Gäste erfolgen. 3. Der Zutritt von sonstigen Privatpersonen zu den Wirtschaftsräumen ist nur in Begleitung von Mitgliedern der Studentenschaft und d^s Lehrkörpers der Universität gestattet. 4. Die Benutzung der Räume zu öffentlichen Veranstaltungen, auch zu Festlichkeiten geschlossener Gesellschaften mit geladenen Gästen, ist untersagt. 5. Die einzelnen Zimmer dürfen nur an Mitglieder der Studentenschaft vermietet werden. 6. Am Eingang ist an leicht sichtbarer Stelle ein dauerhaftes weißes Schild anzubringen mit deutlicher Aufschrift: „Kein öffentlicher Wirtschaftsbetrieb. Der Zutritt zu den Wirtschaftsräumen ist nur Mitgliedern Der Studentenschaft und des Lehrkörpers der Universität Gießen und in deren Begleitung auch Gästen gestattet." Gegen diesen Bescheid erhob die Freie Innung der Ga st wirte von Gießen und Umgegend Klage bei dem Provinzialausschuß und beantragte, die Be dürfnisfrage zum Ausschank von alkoholhaltigen Getränken und zur Verabreichung von Speisen zu verneinen. In der Begründung wurde geltend gemacht, daß sich die Betriebsführung des Heims sehr zuungunsten des heimischen Gewerbes auswirke, daß ein Bedürfnis zum Ausschank alkoholhaltiger Getränke abfolut nicht bestehe, ebenso auch nicht für die Verabreichung von Speisen, da das Gewerbe heute in der Lage sei, guten und billigen Mittagstisch zu geben. Das Bedürfnis sei insbesondere für den Lehrkörper der Universität zu verneinen. Ferner wurde geltend gemacht, daß im Heim alle möglichen Veranstaltungen, wie Hochzeiten, Tanzvergnügen und auch Prober - Konzertvereinen abgehalten würden, was unbedingt zu verbieten fei. Auch sollte man nicht cnuuiMi, daß andere Privatpersonen hier Speisen und Getränke einnehmen können. Der Vertreter der Studentenhilse beantragte, die Klage kostenpflichtig abzuweisew da sie von falschen Voraussetzungen ausgehe. Das Bestehen derartiger Einrichtungen in Gießen sei unbedingt erforderlich, um die Gießener Universität gegenüber Marburg und Frankfurt a. M., die in nächster Rähe liegen und gut ausgebaute Wirtschaftskorper besitzen, konkurrenzfähig zu erhalten. Zur Zeit werde etwa 400 Studenten aus allen Kreisen der Devölkersung das Studium nur durch die Einrichtungen der Studentenhilse ermöglicht. Jedenfalls liege es im dringendsten Interesse des Fortbestehens der Universität, Einrichtungen zu schaffen, die den Studenten das Studium in Gießen annehmlich gestalten. Es bestehe durchaus nicht die Absicht, den Alkoholgenuh anzuregew Auch seien die Räu71 Im Beiprogramm: & \ DerKampfmitdemDrachen .<\6 c£- Ton Lustspiel yZr Hauptrolle: Felix Breasart X Ufa-Ton-Woche 3032 C ™ 9959D Soziale KWchi Der Aufgeber v. ©teilen» Angeboten Ist es, die ein» gegangen-8 etperbungd» unterlagen (Zeugnisse, 3eugnWabfd;rift, Licht» bllDeru.Dgl.) schnellsten« xurütfxuf. 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Der Vorstand; Montag, 4. Mai 1931 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. (03 Zweites Blatt [Verschiedenes Wer beteiligt sich m mit 0-513 ab. Öieft «ni I Lei der am 8uili| J vnf 8 Tinen In BieBn hofft. Besinn » Nachdruck verboten. 10. Fortsetzung. mögen etroönlÄ Schr. Angebote uni e Hai tuefiinb. Slrget : oeiilereereunmlaai i A ein Witwer obne Sinket mit eigenem JpauSu. Einkommen sucht Ät. Menttite mit Kind öomünntt. mußten, trugen die Ligamannschaften der hiesigen Vereine bereits am Samstag je ein Spiel aus. Die VfB.er hatten die Ligamannschaft des VfB. Friedberg zu Gast und errangen einen überzeugenden, wenn auch im Ergebnis etwas schmeichelhaften Sieg. Mit 5:1 Toren muhten sich die spielstarken Gäste geschlagen bekennen. Die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1900 errang gegen VfB. Kurhessen Marburg auf des Gegners Platz ein sehr ehrenvolles Unentschieden von 1:1. Das Spiel konnte sehr leicht für die Hiesigen siegreich ausgehen, wenn nicht Adelberger einen Elfmeter verschossen hätte. Auf dem Platz an der Liebigshöhe hatte die ßiga- reserve die erste Mannschaft von Watzenborn- Steinberg zu Gast. Das Spiel, das auf beiden Seiten sehr ansprechende Leistungen zeigte, endete UMW worden. Bille dn belr.HerrnumM richt unter WO w den Sieh. AtueiM %«n Landeskirchentag spricht die bestimmte Erwartung aus, dah solche Mißstände beseitigt werden und daß künftig den Bestimmungen des Artikels 4 des Dolksschulgesetzes gemäß verfahren wird." Damit waren die Beratungen des Landes- kixchentages abgeschlossen. ist der Aufbau der Mädchenschulen und deren Gestaltung im Rahmen des höheren Schulwesens Ihr Werk. Neben Ihrer vorbildlichen Tätigkeit für die hessische Schule und ihre Lehrer haben Sie in hervor- ragendem Maße Einfluß auf gesamtdeutsche Schul- und Bildungsfragen genommen und damit auch der hessischen Schule gedient. Ihre besonders betreuende Fürsorge aber hat dem Deutschtum im Auslande und dem deutschen »Auslandschulwesen mit seinen Lehrern gegolten, denen Sie in frühzeitigem Erkennen der Kultur und Wirtschaftsbedeutung einer deutschen Kulturpropaganda der Deutschen in aller Welt unbeirrbar Bahnbereiter geworden sind. Auch auf diesem Gebiete haben Sie unschätzbare Pionier- aroeit geleistet. Ihnen, sehr geehrter Herr Staatsrat, heute bei Ihrem Scheiden aus dem Amte für diese langjährige treue, opferoolle und erfolgreiche Arbeit als Sachverwalter des hessischen Schulwesens und im Dienste des ganzen deutschen Volkes Anerkennung und herzlichen Dank zu sogen, ist mir tiefempfundenes, aufrichtiges Bedürfnis. Mit besonderer Freude und mit Dank erfüllt mich dabei die Tatsache, daß Sie sich bereit gefunden haben, die Fragen des Auslandschulwesens und der Auslandlehrer auch weiterhin zu bearbeiten, und daß so Ihre tätige Verbundenheit mit dem Ministerium für Kultus und Bildungswesen auch für die Folge erhalten bleibt. -H.d-'' »toblemt.W KKS AiikkllMdLur!« einem gerechten Unentschieden von 3:3. Fußball in Hessen-Hannover. Ueberraschende Ergebnisse. Stillt ARontM1 ■20 M, UniDerr.'; n3*l93l ö'5000.-Maub roätl8a. «tigern. oMigen Sebim oungen laulenö vergebens I.Heiith G.m.b.H. hukftrl 11„ Wesersttabe 22. 1 s Dank der hessischen Schulverwaltung an Staatsrat Block. Darmstadt. l.^Mai. Staatspräsident Dr. Adelung hat an den am 1. Mai in den Ruhestand getretenen Staatsrat Block ein Schreiben gerichtet, in dem es nach einem Hinweis auf die mehr als 42jährige Tätigkeit des Scheidenden im Schuldienst, davon nahezu 24 3ahre in dem bedeutungs- und verantwortungsvollen Amt eines Referenten für Schulangelegenheiten im Mini- Das das letzte tooet Roman von 2. Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa. Hochbetrieb auf Gießener Sportplätzen Am gestrigen Sonntag herrschte auf den Gießener Sportplätzen ein lebhafter Betrieb. Auf den Plätzen des VfB., der Spielvereinigung 1900, der D3K. und der Freien Turnerschaft fanden aus Anlaß des Iugendtages eine Reihe von Spielen jugendlicher Fußballmannschaften statt, die mit je zweimal 20 Minuten Spieldauer durchgeführt wurden. Ertdähnenswert erscheint, dah die Spielvereinigung 1900 mit fünf Mannschaften zu diesen Spielen antrat und alle fünf Spiele gewinnen konnte. 3m Laufe des Rachmittags wurden auf dem Platz der Spielvereinigung auch leichtathletische Wettkämpfe der Jugendlichen ausgetragen, die von den vielen Zuschauern mit großem 3nteresse verfolgt wurden. Die Jugendlichen der hiesigen und vieler auswärtiger Vereine waren zahlreich erschienen und lieferten sich spannende Wettlämpse. Den Höhepuntt des Vach- mittags stellte das Städtehandballspiel Gießen gegen Wetzlar dar. Die Wetzlarer siegten nach einem nur teilweise überlegen ge- gefüljrten Kampfe mit 10; 8 Toren. Mit besonderem Interesse wurde das Halbstunden- Paarlaufen verfolgt, das während einer verlängerten Pause zwischen den beiden Halbzeiten des Handballspieles ausgetragen wurde. Es stellten sich dem ©tarier vier Mannschaften. Mit einem ansehnlichen Vorsprung ging die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 (Peters I., Schaaf) vor Kaufmann und Hetzel (FSV. Frankfurt) als erste durchs Ziel. Die Gießener legten in dieser halben Stunde eine Strecke von 10 027 Meter zurück. Zweiter wurden die Frankfurter. Dritter die Mannschaft des Sportvereins Wetzlar. Vierter die zweite Mannschaft der Spielvereinigung 1900. Da gestern aus Anlaß des Iugendtages die Sportplätze für die Jugend freigehalten werden I Vereine WM sterium, heißt: „In den für unser Volk so wechselvollen Abschnitten -dieser Zeit haben Sie führend und formgebend das hessische Schulwesen zu einer in ganz Deutschland anerkannten Höhe entfalten helfen, haben nach den Stürmen des Krieges mit kluger Besonnenheit an den Grundlagen der neuen Schule mitgearbeitet, haben in der schweren Rot der Gegenwart, durchdrungen von der Bedeutung der Schule für unsere Kultur- und Wirtschaftsleben. mit zäher Beharrlichkeit um Bestand und Höhe des hessischen Schulwesens gerungen, sind immer der verstehende und warmherzige, „ w . , von hohem Berufsethos erfüllte Freund und | herigen körperlichen Rüstigkeit und der gewohnten Führer der Lehrerschaft gewesen. Insonderheit 1 geistigen Frische erfreuen mögen." sKL-x Stadtih^ von rtficit ?1 kM Ms siBsiir Bille Zuschiili, uni OManb.Stz.Ani Aber es schien ihm nicht ratsam zu fein. Möglich, daß Eve mithorchte. Es war besser, zu warten, bis er wieder nach Hause kam. Heute war er bei den Babendicks gewesen. Der junge Klaus hatte sich herrlich entwickelt. Er würde ganz gut zu Evelin paffen. Vorläufig muhte man ihr Wohl Zeit lassen. Drüben ging die Tür wieder. Was ging es ihn aber schließlich an, wenn anderer Leute Wasserhähne tropften! Traurig genug, wenn sie so zimperliche Verven hatten. Sich zurechtrückend, dachte er angestrengt an Evelin. Aber sie entschwand, und es wurde die schöne Fremde daraus. Da war nun nichts dagegen zu machen. Zuletzt wurde das Verlangen, etwas über sie zu erfahren, so mächtig, dah er aufsprang und sich in die Halle hinunterbegab. Sie war leer. Vur der zweite Direktor stand auf dem ornamentierten Teppich lunb gab den Pagen Anweisung, wie sie die Gedecke für den Fünf-Uhr-Tee anzuordnen hatten. Lutz zögerte noch, machte dann einen Vorstoß, indem er, von feinem Klubstuhl aufsehend, fragte: „Sind alle Ihre Gäste so anspruchsvoll wie küese Javanerin?" Er hatte ganz recht kalkuliert. Obwohl ihn der Direktor nicht sofort begriffen hatte, konzentrierte er sich doch auf die verschiedenen Gesichter, die im Hause wohnten. „Ach, Sie meinen Miß Hetterfield?" Er seufzte, verbeugte sich vor einem Herrn, der eben der Treppe zuschritt und vergrub dann die Hände in den Taschen seines Iackettanzuges: „Was wollen Sie von der einzigen Tochter eines Milliardärs, Herr Setterholm! Mich wundert nur, daß sie nicht noch anspruchsvoller ist. Sie ist im Grunde genommen ein ganz entzückendes Mädchen." „Dem Alter nach schwer zu taxieren", wandte Lutz ein. „Vicht doch! Einundzwanzig! Ich weiß es bestimmt", sagte er, den ungläubig erstaunten Blick Setterholms auffangend. „Täglich fabelt sie nach Ueberfee an ihren Vater, Unb Tag für Tag kommt ein Kabel zurück. Mit ihr wäre nicht schlecht au fahren. Sie ist nur ein bißchen eigenwillig. Aber dieses Exemplar von einem Haus- hofmeister..," „Wie?" Für den wohlverdienten Ruhestand hoffe und wünsche ich, daß Sie sich noch viele Jahre der bis- | herigen körperlichen Rüstigkeit I geistigen Frische erfreuen mögt „3a! Sv etwas Aehnliches ist er wohl, der alte Herr, den Sie vorhin bei ihr gesehen haben. Er rechnet, als ob die Miß Erwerbslosenunterstützung bezöge. 3eden Abend bekommt der Liftboy seine drei Mark, auch wenn niemand aus dem Appartement II gefahren ist. Aber wenn sich der Ctagenfellner um ein Brot verrechnet, das wird abgezogen." „Möglich!" „3a! Entschuldigen Sie mich, Herr Setterholm." Er ging auf eine Dame zu, die sich suchend umblickte. Sie erwartete jemand, der noch nicht eingetroffen war und lieh sich an einem kleinen Tischchen nieder. Da sie nicht geneigt schien, ein Gespräch anzuknüpfen, kam der Direktor wieder au Lutz zurück. „Mich wundert nur,“ sagte er lachend, „daß ihr die acht Zimmer von Appartement II genügen." „Und mich, daß sie mit einem Herrn so allein in der Welt herumreist I" „Allein?" Der Direktor hatte ein verstecktes Lachen in den Augen. „Haben Sie ihre Zofe noch nicht gesehen? Vein? Dann müssen Sie Obacht geben! So etwas an Häßlichkeit bekommt man nicht alle Tage zu Gesicht. Sie ist eine Art, wie sie bei uns nicht gedeiht. Außerdem hat sie doppelte Augen, solche, die nach außen und zugleich nach innen sehen!" „Bluff!" Lutz hatte nun wieder diesen abweisend hochmütigen Ausdruck im Gesicht, der alles aus seiner Umgebung verscheuchte. Aber den Direktor beirrte dies nicht. Mochten die Gäste des Hauses noch soviele Launen, Untugenden und Bedürfnisse haben, morgen ober übermorgen fuhren sie ab. Es kamen wieder andere, die netter, liebenswürdiger und weniger anspruchsvoll waren. Es glich sich alles aus. Man lernte es mit der Zeit, sich anzupassen. So sagte er, als habe er Lutz' Einwurf überhört: „Es ist tatsächlich so. Als sie bei der Ankunft an den Schalter des Portiers kam, einen Gepäckschein abz'.igeben, kaacerweffhte sie i i ih em Englisch, 3avanisch und was sonst noch, er solle seinen Ehering herunternehmen. Er werde ihm sonst große Schmerzen bringen. Weih Gott, das tut er schon, lachte er und steckte ihn mit Absicht nur noch fester gegen die Fingerwurzel. Eine Stunde daraus schob er einen Koffer zur Seite, dessen Ecken mit Messingbeschlägen versehen waren, blieb an einem der Beschlägen hängen und rih sich den Finger auf. Wir haben ihn ins Krankenhaus gebracht und nun telephoniert der Arzt, daß Blutvergiftung im Anzug ist." „Zufall!" „Vielleicht!" Er blickte nach der Treppe und dann rasch auf Setterholm. Lutz hielt die Augen halb geöffnet. Dann taten sie sich zu vollen Weite auf. „Die Zofe", raunte der Direktor. Aber es hätte keiner Erklärung bedurft. Lutz und brachte damit erstmalig den Meistertitel an sich. Im zweiten Spiel des Tages trennten sich in Bielefeld der Weftfalenmeifter VfB. Bielefeld und der Meidericher SpV. mit einem Unentschieden von 2:2 (1:2). Bielefeld ist damit zweiter westdeutscher Vertreter, während Weiderich noch mit dem Trostrundensieger Schwarzweiß Barmen ein Entscheidungsspiel um die dritte westdeutsche Vertreterstelle austragen muß. Dieser Kampf findet am 10. Mai statt, so daß auch Westdeutschland bei der am gleichen Tag zum Austrag kommenden Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft noch nicht vollzählig vertreten ist. Oie süddeutschen Endspiele. Roch immer ohne Weister. Wenn dieser Sonntag in den süddeutschen Meisterspielen auch noch nicht den endgültigen Meister brachte, so steht jedoch Sp.-Vg. Fürth bereits als erster Vertreter Süddeutschlands bei den Endtämpfen um die deutsche Fußballmeisterschaft fest. Die Fürther konnten in Pirmasens gerade noch ein mageres l:l-Ergebnis heraus- holen, wobei das Glück eine besondere Rolle spielte und so sich vorläufig die Teilnahme sichern. Dagegen nahmen im Frankfurter Stadion die Eintrachtspieler an Bayern München nach einem aufregenden Kampf für die Viederlage des Vor- sonntages Revanche und gewannen mit 2:1 zwei überaus wertvolle Punkte. Damit hat Frankfurt große Aussichten, den zweiten süddeutschen Vertreter zu stellen, denn sein letztes Spiel gegen Wormatia Worms sollte mit einem glatten Sieg enden, zumal es in Frankfurt ftattfinbet. Phönix Ludwigshafen Trostrundensleger. Der Entscheidungskampf um den Endsieg in der Trostrunde in Worms, zu dem sich die beiden punktgleichen Mannschaften von Phönix Ludwigshafen und VfL. Veu°Jsenburg qualifiziert hatten, nahm eine» unschönen Verlauf. Auf beiden Seiten gab es verschiedene Verletzte und Platzverweise. Phönix stellte die frischere Mannschaft, während Isenburg einen stark überspielten Eindruck machte. Die Folge war, daß Ludwigshafen fast ständig überlegen spielte und so zu einem verdienten 4:0- Sieg kam. Wit diesem Sieg hat sich Phönix Ludwigshafen das Anrecht erworben, mit dem Sieger der Trostrunde Südost München 1860 ein Entscheidungsspiel um die dritte Dertreterstelle Süddeutschlands bei den deutschen Meisterschaften auszutragen. Deutschlands weiter siegen in CRom. Vor zahlreichen Zuschauern nahm am Samstagnachmittag das 6.3ntemationalc Reit-Tumter tn Rom seinen Anfang. Gleich der erste Tag brachte einen schönen Sieg der deutschen Teilnehmer. Oberleutnant Hasse siegte auf Derby in einem mittleren 3agdspringen in der besten Zeit von 1: 33,6 vor Oberleutnant Sah la auf Wotan. Auch die übrigen Reiter, Leutnant Mornrn, Rittmeister v. Darnekow, Leutnant Brand und Oberleutnant Lippert warteten mit guten Leistungen auf, kamen jedoch infolge einiger Fehler füp den Ausgang nicht in Betracht. Auftakt zur Deutschland Rundfahrt. Am Sonntag wurden auf der Rüsselsheimer Opel- bahn Bahnrennen als Auftakt zur Deutschland- Rundfahrt durchgeführt, die bereits für die Deutschland-Rundfahrt gewertet wurden. Im ersten Verlauf der Verfolgungsrennen schlug Deutschland in 20:14 Minuten Belgien und Frankreich knapp mit zehn Meter Vorsprung. Die Ergebnisse: 1. Lauf: 1. Deutschland 20:14 Minuten: 2. Belgien 20:15 Minuten: 3. Frankreich 20:22,6 Minuten. 2. Lauf: 1. Schweiz 20:05 Min.; 2. Gemischte Ländermannschaft 20:10 Min.: 3. Italien 20:15 Minuten. Wertung für das Länderklasse- - im Aktie. 45-jÖi). mrociUHiiril (enntr, t z. Innen, etwas Lei- Abschluß des Gvang. Landeskirchentags. WSV. D a r m st a d t, 1. Mai. 3n einer Dauersitzung wurden heute die Beratungen des E v a n g. Landes k.irchentages abgeschlossen. 3n der zweiten Lesung wurde das sog. K i r - chenschuhgeseh mit unwesentlichen Aende- rungen einstimmig angenommen. Auch die übrigen in erster Lesung bereite angenommenen Vorlagen der Kirchenregierung wurden de- battelos zum Gesetz erhoben. Cs folgte dann die Beratung über mehrere kleine Anträge und Fragen bezüglich der Entsendung mehrerer Vertreter zu der Marburger Konferenz. Man kam zu dem Ergebnis, es bei dem seitherigen Zustand zu belassen. Vach längeren Ausführungen des Vizepräsidenten der Kirchenregierung, Dr. Dahlem, wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Landeskirchentag hat mit Bedauern davon Kenntnis genommen, daß von der hessischen Staatsregierung das zur teilweisen Ausgleichung des an sich noch mit einem erheblichen Fehlbetrag abschließenden Voranschlags der Landeskirche für 1930 erforderliche Staatsdarlehen bis heute noch nicht völlig (es fehlen noch 129 300 Mk.) ausbezahlt worden ist, obwohl für die Gewährung des Darlehens die Ermächtigung des Landtages vorliegt und die oberste Kirchenbehörde schriftlich und mündlich vielfach wegen Auszahlung vorstellig geworden ist. Das Darlehen wurde in den letzten 3ahren stets zwecks Ausgleichung des Voranschlags der Landeskirche in Ergänzung des unzureichenden Staatszuschusses gewährt. -Der Kredit der Landeskirche verträgt nach der Ueberzeugung des Landeskirchentages auf Grund der bisherigen Erfahrungen es nicht, dah die Landeskirche in stärkerem Maße, als dies bisher geschehen ist, an den Geldmarkt herantritt. Der Landeskirchentag vertraut deshalb daraus, daß die Staatsregierung in dieser Frage noch nicht das letzte Wort gesprochen hat, und er beauftragt die Kirchenregierung, die in letzter Zeit geführten Verhandlungen mit den zuständigen Staatsstellen mit Vachdruck weiterzuführen." Eine weitere Kundgebung befaßte sich mit dem Schiedsverfahren mit dem hessischen Staat. Der Landeskirchentag ersucht die Kirchenregierung, mit Rücksicht auf die Lage der Kirchenfinanzen und die Höhe der Kirchensteuern mit allen nach dem abgeschlossenen Schiedsvertrag niöglichen Mitteln darauf hinzuwirken, dah spätestens bis zur Ausstellung des nächsten Voranschlags für die Landeskirche dem Landeskirchentag der Schiedsspruch des Schiedsgerichts zwischen Staat und Kirche vorliegt, damit das Ergebnis des Schiedsspruches bei Ausgleichung des nächsten Voranschlags berücksichtigt werden kann. Eine letzte Kundgebung besaht sich mit dem Artikel 4 des hessischen Volksschulgesehes, der bestimmt, dah bei der Besetzung von Lehrer- stellen die Lehrer aus der Konfeffion zu entnehmen sind, zu welcher sich die Gesamtheit, oder die Mehrheit der Einwohner der Gemeinde bekennt, und daß im übrigen auf die Gröhe der einzelnen Konfessionsgemeinden wesentlich Rücksicht zu nehmen ist. 3n der Entschließung heißt es- „Zu unserem Bedauern ist in der letzten Zeit diesen Destimkstungen mehrfach nicht entsprochen worden. Der Landeskirchentag ist der Ansicht, daß dadurch die durch das hessische Dollsschul- geseh (Art. 1) gewährleistete Erziehung auf religiös-sittlicher Grundlage e r nft - lich in Frage gestellt wird. Solche Fälle müssen um so verletzender wirken, wenn Lehrer, die an Simultanschulen angestellt sind, für den Austritt aus der Kirche werben. Der Evangelische Bereits am Samstag gab es in Kassel ein. Treffen von einiger Bedeutuno. lleberraschend hoch schlugen die Fckkdaer Borussen den Bezirksmeister SC. 03 Kassel mit 7:1 (!) Toren in einem Freundschaftstreffen. Am Sonntag schlug Sport Kassel wider Erwarten die Marburger Kurhessen mit 5:4 Treffern und in einem rückständigen Verbandsspiel hatte der Meister SC. 03 Mühe^ sich der Kasseler Hermannen mit 6:4 zu erwehren. In dem Aufstiegsspiele zur Oberliga siegte Tura Kassel mit 3:1 Toren über Germania Marburg. Fortuna westdeutscher Meister. VfB. Bielefeld zweiter westdeutscher Vertreter. Die Kämpfe um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft konnten am Sonntag beendet werden. Fortuna Düsseldorf schlug zu Hause vor 15000 Zuschauern Alemannia Aachen glatt und verdient mit 4:0 (2:0) ihr ins Gesicht schrie: „3ch will aber nicht! Hörst du! 3ch will ganz einfach nicht! Was ist das für eine verrückte Idee! Es geht über alles Da- getoefene, was du dir diesmal erlaubst. Es gefällt mir hier! 3ch habe noch so viel wie nichts von Hamburg gehabt! 3ch sehe nicht ein, weshalb ich schon wieder reifen soll. Wo anders machst du es wieder ebenso!" Die Zofe zerdrückte einen Stapel feiner Spihenwäsche in den Armen. „Habe ich das schon einmal getan, mein Märchrnkind, dich fortgeheht, wenn es dir irgendwo gefallen hat?" „Ach, laß!" Der Zorn war zu groß, als daß Die Morte besänftigt hätten. „Wegen dieses Lassen mit seinem langweiligen Mönchsgesicht soll ich nun hier fort. Weil er zufällig einmal an der Treppe steht und mich anstarrt, soll ich den Platz räumen. Frag ihn doch — vielte ich t reift er morgen schon wieder." „Er wird bleiben, solange du bleibst." „Ach, Unsinn!" 3Hre kleinen weihen Hände waren zu Fäusten geballt. Den Kopf zurückwerfend, ging sie nach dem Schlafzimmer hinüber. Die Alle seufzte, nahm den persischen Schal vom Diwan und die Photos von dem kleinen Ecktisch, holte eine Dafe vom Kamin und raffte die Briefe und Telegramme auf dem Schreibtisch zusammen, bis das Zimmer endlich nach einer halben Stunde derselbe nüchtern langweilige Raum war, wie es eben nur Hotelräume ohne persönliche Rote sein können. Als sie in das Schlafzimmer trat, um auch dort noch alles wegzuschliehen; lag das junge Mädchen auf der gelbseidenen 'Daunendecke und hielt das Gesicht der Wand zugedreht. Eine kühle Hand streichelte ihr die Wange herab. „Glaube mir, mein ßtebling, auch anderswo wird es wieder schön. War Capri nicht herrlich? Und Vapoli? Und Venezia?" Die schlanke Gestalt warf sich zornig herum. „Die Leute werden mich für verrückt halten!" „Dann lah sie das denken, Kind! Wir wissen, dah du sehr klug bist." „Aber du bist es nicht!" warf die Schönheit ein. „Hast du nicht selbst gesagt, es gibt kein Entrinnen vor dem, was die Gottheit beschlossen hat? Warum änderst du nun deine Ansicht? Und zudem — ich mühte doch etwas für ihn fühlen. Du kannst beruhigt fein, Aja. Diese Spezies Mann wird mir sicher nicht gefährlich." Das runzelige Gesicht der Zofe hatte sich ins Zitronenfarbene vergilbt. „3ch habe dich im Arm gehalten und an meiner Brust. 3ch habe deinem Vater versprochen, dah ...“ „Verschone mich!" rief das Mädchen. „3ch tue ja schon, was du willst. Wir reifen! 3etzt! 3n einer Stunde! 3n zwei! Sobald du allen Kram verstaut hast. Schluh!" sagte sie, als die Alte, die Arme hebend, noch etwas einwenden wollte. (Fortsetzung folgt.) muhte zugeben, daß ihm so etwas Unschönes von einem Weibe noch nicht begegnet war. Als hätte sich die Vatur ein Vergnügen gemacht, diese Hexe und die Götterschönheit ihrer Herrin nebeneinander hinzustellen, so wirkte dies, als nun die junge Gebieterin die Stufen herabgeschwebt kam. Ein Weihes Kleid aus fliehend weicher Seide hüllte die Formen wie in eine Wolke. Man konnte nur ahnen, wo die Düste anfei)te und die Vacken- linie sich hinzog. Blauschwarz lag das Haar um den Marmorton der Stirn gewellt. Lutz starrte nach den trotzig geschwungenen Lippen, die wie Granat leuchteten. Sie waren nicht geschminkt, und er muhte sein Blut zähmen, das Begehren zu unterdrücken, diesen Mund zu füffen. Mih Hetterfield ging nach dem Tifch, den sie zur Teestunde immer belegt hatte und bedeutete ihrer Dienerin durch ein Zeichen, sich zu beeilen. Aber die Zofe schien es übersehen zu haben. Sie hielt die Pupillen scharf nach innen gedreht, so daß nur mehr das Weiße sichtbar war. Ihr Blick war ein einziges Schielen. Lutz trat erschrocken zur Seite, sah die häßliche Gestalt, deren schiefergraues Gewand bis an die Knöchel wallte, zu ihrer Herrin eilen und lebhaft auf diese einsprechen. Er hörte ein verärgertes Vein und gewahrte mit Erstaunen, wie die Dienerin das schöne Mädchen mit Gewalt aus ihrem Stuhle hvchzvg und nach der Treppe hin dirigierte. Ein ganz vorweltlich hysterisches Frauenzimmer, taxierte Lutz, und er sah ihr nach, wie sie hinter der bronzenen Schönheit die Stufen nahm. Zehn Minuten später schien es, als wäre im Appartement II der Typhus oder die Cholera ausgebrochen. Der Direkttonschef in eigener Person kam herangestürzt, ob Gnädigste nicht zufrieden sei, ob der Hahn noch immer tropfe, ob eine andere Etage in Frage komme, Vachlässigkeit oder Unhöflichkeit des Personals vorliege, ob und noch einmal und noch einmal ob. „Vichts." Die Herrin bfjeb völlig unsichtbar. Vur der Haushosmeister stand wie eine erzgegossene Statue dem Kreuzverhör dreier Direktoren gegenüber und sagte immer wieder ein und dasselbe: „Vichts von allem! Miß Hetterfield hat sich nur plötzlich entschlossen, zu reifen. Es ist nicht das erstemal, meine Herren." Das war allerdings nur teilweise richtig. Denn die Mih sah in dem kleinen Salon und trommelte gornig auf die eingelegte Platte des runden Mahagonittsches, während die Zofe hin und herlief und tausenderlei Kleinkram aus den Schränken und Schubladen wühlte, um sie in Koffer, Köfferchen und Taschen zu verstauen. Und so oft sie an der Herrin vorüberwischte, bekamen deren Schultern oder Arme oder das blauschwarze Haar eine Liebkosung zugedacht, bis das junge Mädchen erzürnt aufsprang und ment der Rundfahrt: 1. Schweiz, 2. Gemischte Mannschaft: 3. Deutschland; 4. Belgien; 5. Italien; 6. Frankreich. Kurze Gportnotizen. Deutscher Rugbymeister wurde wieder Odin Hannover, der in Heidelberg den SC. 80 Frankfurt mit 38:0 (6:0) schlug. * Durch einen 7:1-(3. l-)6ieg über Tennis- Borussia wurde Hertha BSC. zum 7. Male Berliner Fußballmeister. Dem entscheidenden Spiel im Grunewald-Stadion wohnten 35 000 Zuschauer bei. Bund der Heimatschulfreunde. Zahlreich waren am Mittwochnachmittag Mitglieder und Freunde der Einladung des Bundes der Heimatschulfreunde gefolgt, um im großen Hörsaal der Universität den Dortrag von Ilnive^itäts-Professor Dr.Guenther (Freiburg i. Br.) zu hören. Lehrer Schwarz (Rudingshain) begrüßte die Versammlung und referierte einleitend über die Bedeutung des Heimatschülgedankens in der heutigen Zeit. Universitäts-Professor Dr. Guenther sprach sodann über das Thema: „Die Heimatnatur, ihr Leben, ihr Wigdssrklang im deutschen Gemüt und in deutscher Kultur, ihre Wirkung auf das Kind". Ein starkes Gefühl für Heimat und Ratur, tiefe Liebe zu Volk und Vaterland sprachen aus den Worten des Vortragenden, der sein Material aus unmittelbaren Erlebnissen schöpfte. Reisen durch Europa, nach Aegypten, Palästina. Mesopotamien, Indien und Brasilien ermöglichten es dem Redner, das deutsche Land durch den Vergleich mit fremder Landschaft lebendig, werden zu lassen. Was wir Deutsche heute brauchen, so führte der Vortragende aus, sei eine Idee, die unser ganzes Volk mitzureißen vermöge und die ein einigendes Band um unser Deutschtum innerhalb und außerhalb der Deichsgrenzen schlinge. Die Ratur sei die Urheimat l^s deutschen Volkes, aus der unsere großen Männer ihr Bestes in Kunst. Wissenschaft und Arbeit geschaffen hätten. Die Wiedergeburt unseres Vaterlandes müsse ihre Grundlage in der Ratur haben. In erster Linie sei der Volksschullehrer dazu berufen, die Durchführung der Heimatgedanken in das Volk zu tragen. Die Bildung des Gemüts dürfe nicht hinter der Vcrstandesbildung zurückstehen. Der Redner zeigte eine neue, tiefere, naturverbundenere Bildung und dementsprechende Erziehung an. Eine Reihe trefflicher Lichtbilder unterstützte die Ausführungen. Einweihung der neuen Jugendherberge in Lauterbach. * Lauterbach, 4. Mai. Unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung fand gestern die Weihe der neuen Iugendherberge in Lauterbach statt. Schon am Abend zuvor herrschte Hochbetrieb im neuen Heim. Eine stattliche Zahl junger Wanderer hatte sie bis zum letzten Bett belegt. Am Sonntag bewegte sich um 1.30 llfjr ein stattlicher Festzug, der von den Schulen und Vereinen, sowie einer ganzen Reihe auswärtiger Gäste gebildet wurde, durch die Straßen der Stadt zum Schwimmbad, über dem in malerischer Lage am Hang des Eichküppels die Herberge liegt. Dort begrüßte Bürgermeister Walz mit warmen Worten die Anwesenden, sprach den Dank der Stadt allen denen aus. die zum Gelingen des Werkes beigetragen hatten und übergab den Schlüssel des Hauses mit herzlichen Wünschen für das Gedeihen des Heimes dem Der- tteter des Gaues Main-Rhein-Lahn-Fulda. Dr. F l ö r k e (Gießen). Dieser zollte im Ramen des Gaues allen Schaffern am Werk herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung und übergab die Herberge in die Obhut der neugegrünbeten Lauterbacher Ortsgruppe, die bereits eine stattliche Zahl von Mitgliedern zählt und in begeisterter Arbeit an der Ausgestaltung der Herberge wirkt. Danach ergriff der Vertreter des Staates, Schulrat H a s s i n g e r, das Wort zur Weiherede, die ausklang in einen eindringlichen Appell an die Iugend, in Ehrfurcht vor der 0%r- gangenheit der Gegenwart zu leben und die Zukunft zu gestalten. Er stellte die Forderung zu - einigem Zusammenstehen in der Arbeit am deutschen Volk auf, wies darauf hin, daß sie bereits in der heutigen gemeinsamen Feier eine Erfüllung gefunden habe und bat die Iugend, sich die Hände zu reichen und im gemeinsamen Gesang dieser Einmütigkeit Ausdruck zu verleihen. Die Feier, die von Darbietungen der drei Lauterbacher Gesangvereine und der Stadtkapelle umrahmt und durch einen Prolog verschönt war. fand im Deutschlandlied ihren würdevollen Abschluß. An die in jeder Hinsicht gut gelungene Feier schloß sich eine Besichtigung der Herberge an, wobei der mit viel Geschick und gutem Geschmack ausgestatteten Herberge allgemein volles Lob zuteil wurde. Oie Wormser Zusammenstöße vor dem Schnellrichter. WSR. Worms, 2. Mai. Die Zusammenstöße am letzten Sonntag endeten gestern vor dem Schnellrichter mit der Verur t eilung von drei KPD.-Leuten. Cs erhielten der Angeklagte Schade wegen Störung eines nicht verbotenen älmzuges, sowie öffentlicher Aufforderung zur Gewalttätigkeit drei MonateGe- fängnis, Vogel aus den gleichen Gründen, sowie wegen gefährlicher Körperverletzung auf Grund der gleichen Gesetzesbestimmungen sechs MonateGefängnis, Bott wegen Störung eines nicht verbotenen Umzuges in Tateinheit mit Widerstand gegen die Staatsgewalt vier Monate und eine Woche Gefängnis. Der Angeklagte König wurde mangels Beweises freigesprochen. Gegen Vogel und Bott wurde Haftbefehl erlassen. Vogel will Berufung einlegen, Schade behält sich die Berufung vor. Schwere Zuchthausstrafen für Eisenbahnräuber. WSN. Marburg, 2. Mai. Im Jahre 1927, in den folgenden Jahren und besonders in den letzten Monaten des vorigen Jahres wurden auf der Main- Wefer-Bahn zwischen Kirchhain, Neustadt und Treysa Güterzugwagen erbrochen und Stückgüter daraus entwendet. Erst anfangs dieses Jahres stieß man gelegentlich der Nach-' forschungen in einer anderen Diebstahlssache zufällig auf die Spur der Diebe. Als man die Wohnung der erwerbslosen Arbeiter Karl und Heinrich Altenbrand in Neustadt (Kr.Kirchhain) nach gestohlener Wäsche durchsuchte, fiel es auf, daß auf einem Schrank eine größere Anzahl Seifenft ückc aufgeschichtet waren, die bei der Erwerbslosigkeit der beiden unmöglich gekauft fein konnten. Bald stellte sich heraus, daß die Seife aus einer Sendung herrührte, die aus einem G ü - terzug gestohlen war. Bei einem Freunde der beiden Diebe, dem gleichfalls erwerbslosen Arbeiter Demske, sand man noch Weizenmehl, Gewürze usw., die ebenfalls von Eisenbahndiebstählen herrühren. Gestern hatten sich die drei wegen rückfälliger Diebereien schon mehrfach vorbestrafte Eisenbahnräuber vor dem Marburger erweiterten Schöffengericht zu verantworten. Wegen Hehlerei mitangeklagt waren die Frauen der Angeklagten H. Altenbrand und Demske, die Mutter der Altenbrands und zwei weitere Frauen namens Ort und Söhnke. Die Angeklagten K. Alten- brand und Demske gaben ihre Straftaten jju und behaupteten, aus Not gehandelt zu haben. Sie waren nachts kurz hinter dem Bahnhof Neustadt auf die Güterzüge aufgesprungen, hatten im Fahren die Wagen geöffnet und ihre Beute auf den Bahndamm geworfen, wo H. Altenbranö'Schmiere stand. Hauptsächlich hatten es die Diebe nach ihrer Angabe auf Lebensmittel abgesehen, doch fielen ihnen auch Kisten mit Wein, Waschartikeln, Stoffen, Motorenteilen usw. insgesamt im Werte von über 1000 Mk. in die Finger. Der Raub wurde geteilt, ^Sachen, mit denen man nichts anfangen konnte, in einen Sumpf geworfen. Die angeklagten Frauen bestritten, etwas von den Diebstählen gewußt zu haben. Das Urteil lautete wegen schweren Diebstahls für K Altenbrand auf 5 Jahre, B. Demske auf 4 Jahre, H. Altenbrand wegen Begünstigung auf 2 Jahre Zuchthaus und je 3 Jahre Ehrverlust. Wegen Hehlerei erhielten Frau Ort 1 Monat, Frau Söhnke 2 Monate und Frau Altenbrand wegen Begünstigung 3 Monate Gefängnis. Die Mutter Altenbrand und Frau Demske wurden freigesprochen. Die verurteilten Frauen erhielten Bewährungsfrist. Zehnmarkscheine als Kinderspielzeug. WSO. Marburg, 3. Mai. Im benachbarten Ockershausen fanden Kinder beim Spielen auf der Straße einen größeren Geldbetrag in Zehnmarkscheinen. Da die Kinder annahmen, es handele sich um Inslations- geld, spielten sie mit den Scheinen und zerrissen sie zum Teil in Stücke. Die polizeilichen Ermittlungen nach dem Verlierer des Geldes sind noch im Gange. Wirtschaft. Oie Reichsbahn im März. Der Güterverkehr auf der Deutschen Reichsbahn war im März gegenüber dem Vormonat zwar saisonmähig belebter, doch blieb er, an der Wagengestellung gemessen, gegen den März des Vorjahres um 16,3 Prozent, gegen März 1929 sogar um 24,8 Prozent und gegen März 1928 um 25,5 Prozent zurück. Der Personenverkehr bewegte sich im März allmählich aufwärts, erreichte jedoch nicht die Höhe des vorjährigen Märzverkehrs. Der Wettbewerb des Kraftwagens blieb weiter außerordentlich fühlbar. Insgesamt tourbett im März 1510 überplanmäßige Züge gefahren, gegen 1662 im Vormonat und 1709 im März 1930. Die Betriebseinnahmen stellten sich im März auf 329,43 (Vormonat 281,31) Millionen Mark, wovon auf den Personen- und Gepäckverkehr 91,77, auf den Güterverkehr 209,9 und auf sonstige Einnahmen 27,76 Millionen Mark entfielen. Die Ausgaben aus der Betriebsrechnung {teilten sich auf 284,28 (271,56) Millionen Mark, wozu wieder die Reparationssteuer mit 55 Millionen Mark tritt. Einschließlich des Dienstes der neuen Schuldverschreibungen und Anleihen, sowie der festen Lasten ergeben sich Gesamtausgaben von 348,37 (336,54) Millionen Mark. Im ganzen ergibt sich seit Beginn des Geschäftsjahres gegen- üä|r 1930 eine Mindereinnahme von rund 173 Millionen Mark. «DerGroßhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 29. April berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 113,5 gegenüber der Vorwoche (113,7) um 0,2 v. H. zurückgegangen. * I. -G. - Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M. In der am Samstag in Frankfurt a. M. abgehaltenen Aufsichtsrats- Sitzung wurde der Abschluß für das Iahr 1930 vorgelegt. Danach soll der a^f den 3. 3uni einzu- betufenben GV. eine Divibenbe von 12 Prozent (wie in den drei Vorjahren) vorgeschlagen werden. * Hie Dividende des Linoleum- Konzerns. Den Verwaltungen der zum Linoleum-Konzern gehörenden Werke haben die Bilanzen für 1930 Vorgelegen. Den für Ende Mai einzuberufenden Generalversammlungen wird die Verteilung einer Dividende von 5 Prozent, in Vorschlag gebracht. * Maschinenfabrik Eßlingen. In der AR.-Sihung vom Samstag wurde der Abschluß für bas Geschäftsjahr 1930 vorgelegt, der einen Reingewinn von 131 449 Mark (einschl. Vorjahresvortrag) zeigt. Der AR. beschloß, der auf den 10. Iuni einzuberufenden Hauptversammlung vorzuschlagen, den Gewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Von der Ausschüttung einer Dividende soll abgesehen werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 4.Mai. Tendenz: schwach. Die bevorstehenden außenpolitischen Ausnnander- setzungen wegen des deutsch-österreichischen Zoll- vertrages, für die man auf Grund der französischen Stimmen Befürchtungen hegt, und die außerordentlich angespcmnte Finanzlage des Reiches lösten bei der Börse zu Beginn der neuen Woche eine schwache Haltung aus. Hinzu kamen noch einige Abgaben aus dem Publikum. Dazu kamen einige Dlankoabgaben der Kulisse, zumal auch die Berliner Arbitrage ziemlich Material hierher legte, dem keine Aufnahmeneigung gegenüberstand. Der feste Schluß der Reuyorke* Samstagbörse blieb ganz ohne Einfluß. Bei dem allgemein kleinen Geschäft ergaben sich daher gegenüber den schon schwachen Sarnstagschluß- kursen -erneut stärkere Abschwächungen. IG.-Farben eröffneten trotz der unveränderten Dividende bei etwas größeren Um- sähen 2 v. H. niedriger, lagen aber im freien Markt stärker angeboten und erneut 1 v. H. schwächer. Scheideanstalt minus 1,5 v. H. Besonders schwach lagen einige Elektrowerte, wie Siemens mit minus 4,25, und Schuckert, die 3 v. H. einbühten. Auch die übrigen Elektrowerte gaben meist bis 2 v. H. nach. Bon Kaliaktten waren Salzdetfurth 3 v. H. abgeschwächt, während Westeregeln relativ behauptet eröffneten. Am Kunstseidemarkt büßten Aku 2,25 und Obernberg 1,5 d. Sy ein. Am Montanmarkt verloren Rheinstahl 3,5 v. H. und die übrigen Werte bis 1,5 v. H. Bankaktien lagen behauptet und bis 1 v. H., aber Reichsbank 4 v. H. und Schiffahrtswerte bis 2,5 v. Sy schwächer, wobei man wieder amerikanische Abgaben beobachtet haben will. Dis 1,5 v. H. niedriger lagen ferner Tietz, Hoch- und Tiefbau, Zellstoff Aschaffenburg, Karstadt. Etwas fester eröffneten Wayh & Freytag mit plus 1,5 v. H. Reichsbahnvorzugsaktien behauptet. Am Anleihemarkt deutsche Anleihen stärker angeboten und bis 0,75 v. H. schwächer. Auslandrenten ohne Geschäft. Der Pfandbriefmarkt lag ebenfalls schwächer, da auch hier Qlbgabzn des Publikums vorgenommen wurden. Die Rückgänge betrugen bei Gold- und Liguidationspsand- briefen bis 0,5 v. H., bei Reichsschuldbuchfords- rungen bis zu 1,25 p H. Auch Städteanleihen überwiegend schwächer. Im Verlaufe konnte sich das Kursniveau leicht bessern, doch ging die Stimmung wieder verloren, da zu den Kursen der Kulisse ebenfalls Angebot vorgelegen hat. Die Stimmung war sehr unsicher und das Geschäft gering. Am Geldmarkt war die Lage etwas entspannt, so daß der Satz für Tagesgeld auf 5 v. H. ermäßigt wurde. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1996, gegen Pfunde 20,4225, London gegen Reuhork 4,8634, gegen Mailand 92,89, gegen Paris 124,43, geKirMadrid 46,70, gegen Schweiz 25,2525, gegen Holland 12,0990. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt am Main, 4. Mai. Auftrieb: Rinder 1346 Stück; darunter Ochsen 314, Dullen 130, Kühe 437, Färsen 385. Kälber 585, Schafe 77, Schweine 6138. Es wurden notiert: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 45—48, ältere 40—44; sonstige vollfleischige, jüngere 36—39; Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Hchlachtwerts 40—43; sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 36—39. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 35 bis 38; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 30 bis 34; fleischige 25—29. Färsen (Kalbinnen, Iungrin- der): vollfl^ischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 45—48; vollfleischige 40—44; fleischige 36—39. Kälber: Deste Mast- und Saugkälber 58—63; mittlere Mast- und Saugkälber 50 bis 57; geringe Kälber 42—49. Schweine: Doll- fleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 40—42; desgl. von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 41—43; desgl. von zirka 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 40—43; fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 40—42. Marktverkauf: Rinder ruhig, Heber» stand. Schweine bei schleppendem Geschäft geräumt. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Mai. Tendenz: Brotgetreide unsicher, sonst fest. — Der Frankfurter Produktenmarkt lag zu Beginn der neuen Woche ziemlich still. Das Geschäft bewegte sich in engen Grenzen, Umsätze kamen nur vereinzelt zustande. Die Maßnahmen der Regierung hinsichtlich der Weizeneinfuhr verursachten starke Zurückhaltung. Das Angebot blieb recht gering. Die Preise lagen für Brotgetreide eher schwächer, während die übrigen Preise im ganzen weiter feste Tendenz hatten. Besonders für Hafer bestand infolge der Zollerhöhung starke Nachfrage, auch Kleie hatte weiterhin feste Haltung. Am Kartoffelmarkt ist die Tendenz wieder ruhig, die Preise haben eine Ermäßigung erfahren. Kartoffeln (Industrie) hiesiger Gegend kosteten bei Waggon- bezug 4 Mark pro Zentner. Es wurden notiert: Weizen 305 Mark, Roggen 217,50, Hafer (inlänbi- scher) 217,50 bis 220, Weizenmehl (süddeutsches, Spe- zial 0) 43,50 bis 44,50, Roggenmehl 30,50 bis 32,50, Weizenkleie 13,25, Roggenkleie 13,75, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke 30 bis 36, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 27 bis 65, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 6,25, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) -3,80, Weizen- und Rog- genftrobjgebünbelt) 3,70, Treber (getrocknet) 10,75 bis 11 Mark. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M.. 2. Mai. Eine (Belebung des Geschäftes trat nicht ein, doch erhält sich beim Handel die Hoffnung auf einen besseren Absatz, zumal sich geringe Anzeichen zu »Konservierungs- zwecken bemerkbar machten. Die Preise haben indessen erneut kleine Rückgänge erfahren. Die Allgemeintendenz ist zwar.ruhig, aber stetig. Es notierten in Pf. per Stück: ital. 8,5 bis 9, bul- gar. 7,25 bis 7,50, jugoslaw. 6,75 bis 7,25, rumän. 6,75 bis 7,25, russ. 6,50 bis 7, holl. 7,25 bis 10, dän. 7,25 bis 10,50, belg. 8,25 bis 8,75, schles. 7 bis 7,50, baher. 7,50 bis 7,75, Dt. Frischeier 6,50 bis 9. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H-. Lombardzinsfuß 6 v. H. .frranhun a. Mt. Berlin .trantfun a. Ml. Berlin (5a/. uft» Iure l'ithr. « re Schluß-1 für« | Anfang« Äure Schluß«! lurd | I«i!hr« Kurs Schluß-^ lurs , Ansang- Kurs Datum 2.5. 4.5. 2.5. 4.5. Dalum 2.5. 4.5. 2.5. 4.5. 6% Deutsche Reicheatuethe Hamburg-Amerika 'Batet ... 7 57,75 55,5 58,25 56,1 von 1927 84,75 — 85,1 — Hamburg-Südam Dampfschiff. 8 — — / — — 7% $cutf(fie Reichsanleihe Hama Dampiicktfi . 10 —— — — — von 1929 ....... 100 — 100,1 — Norddeuticker Llovd.....8 58,65 — 58,9 57,5 Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mit Allgemeine DeutlckeCreditanÜ. 10 — — —— Sluilol. 9icd)len ..... 56,5 55,75 56,4 56,2 Barmer Bankverein 10 — — —— — ohne Auriof.-Reckte . - 5,6 5,1 5,7 5,3 Berliner Handelsgesellschaft 18 121 — 120,25 120 R% Heil, yolla'infl! von 1929 Gommer»- und Privat-Bank . 11 109 108 108,75 108,25 ("riidtablb 102%) 96 — 95,75 — Darmstädter und Ranonalbant 12 131,5 —- 132,25 132,25 Lberh-jlcn Provinz - Anleihe mit Deutsche Bant und Aueloi -Rechten 55-9 _ —— — Tisconio-Gefellschaft, ... 10 104 — 104 104 Scuiidic flomm. Gammclobl. Dresdner Bank......10 104,5 104 104 104 Anleihe Serie 1 56 — 56,1 — Reicksbant........12 146 142 146,5 145 8% Kranit k>»p.-Donl Goldvle XIII uttlüiiDbar dir 1934 101,5 _ A.E.G. . ..........8 102,5 101,75 102,5 101,75 7% ilranlf t'uu.-tianf Aoldvfe Bergmann.........9 —— — 8b — unfuiiobot bis 1032 97,5 _ _ LIellr LieferungSgeiellfchafk. 10 114 — 116,75 113,25 3 “ E Les N-SK 5 e c.^c - 3L eE° E ÄI»s-§p E = jq 2-2-2 L st £ 3to2t c E c L =Ä Z-Ls E:o — E 3 6? N N str E a •6- a^c « —s a o :a y .*3 a’u’E c a t: a a &> a o SE?2E9^ cHtocU)e^5 o5«K ~* c, x± r- 3 ’X © 5J>=S5.E c 8 ; E c-c ID 9 U a.. 'S* = s.® c tu © g 5» E 5 &E.S? EE » 8 ” ä st E to E "a 2 E a^ 8 >n E ID A S 8 H.Zst^WI S) h Cfl° cy «s?«- e C© -.2t S m 5 8 e §«g öl 3 2 a “S:2 E E ZH es -8.ES SA «S EID 2cy 8 § ©ä E o 2 8'; ® s st SS i E Ä EtD^g£ 3(P 8g sÄ« 8 4 N E E o •! c O(D 4Z 2 • £e ESe-6- ■g« »ugo 8 oö c 8 c L st ° 2 S. 8 Ä c.2a j-> a m a 2 a (Si' -o^i. «-•&? Ji st «=*■— a L^4. 2 ““ CQxj in Q oö5£| C C . = ec 3 E K to a 2 st £ 'S 3 -c-H S« E-O’S a ?E ' 5?^2c= = a ' ~ S S^'S ^8 ®^t S a s T. 3 IÄ K5 ® E ■e □ -9 £ -e E E s £ = -L SS •&E 3 4 3 3 I 3 -HZ s s A E 3 R 2 « B c E§ st ■e RÄ c "33 tiig 5 E« 8 3 § 'S? 'S? . n?l 3 0 §A .2 st 8L C S 2 - .■— 5v 2 E W TO 3 Q E «• E s (D er. El $5 5E 2 a- t. e" E ec?" ® EXXD e (D 8 e e LZ^s.' s -■ e ä O«s?.£ -- .8 E 2 =is to| LE 8 B t»E_ -3 e £.*? =»si st st^ E EN £ 2 S 2 ? ö <“ 'ffi'E 8HÄ-.E cxg e2€ C^-3 । £ es t;' d L c- e^_ > s •e-s c X» rSx» Z-Z- -b^! (02 ®’ s b N E X> Q -Q »-> LIL 3Z- J- a J3- ^--?L st in •Ia LN = E 5 ZZ t^A = iD=S 8- in 2 E p ; : °LL 8 g“ B to - o E 2 g e'C? L.8 L = ^2.5 "S 8 . e -o "E E KZ5s° Ül g"9 a> E N m c i> 9 A ° = _= EH B«z88 _ s. > C?®^3^ " 2® 5 § 5^6e tiD-o g? 2 ” o £ __ t* Cl> Ä " 2 2 g ä- L u e 2 3 G D 33.2 5 'S? e „ 3" tA a a " . 'S" ° e m "§Z 3 ’S ■ gst-c 168,66 1,339 58,M 111-3® 112,31 112,« |0,SJ 2 ,96 20,40} 4.195 16/. 80,7$ 43,33 2,073 - 0,300 55,025 ’s 7,376 73.1* 3,037 SS ’£S SZ 20,91 ’H § S o . 3 a a ■S^CQ*—x> er. a O 2 i£Q:*^ *^O •— K c L§^L"4-st 3 3 N N e= c 351 3 Etoa 8 e 3 8-Li "c$: u a ka»£ 8 U ° E B-sJg® cq .2 .£ e §D c 5 u 3^3 rx c u,i ä- 5 E QS.-2 a 3 H st 8n S- o: -sts- 3K 2 - E e'B'E n-w>o 3 J^L. 4,201 58.34 1’2,49 00,44$ 16.425 168,94 22,09 112,47 59,07 2.505 W 43.79 «B Ul. IjisB N-^, 2 53 «. 3 3>n 2 B LZ «ESfi "-Sä V^T ~ CZ jQ C • Se§®|EEf C C ° E «p o a'-=.$.© •» o 3 — Cf» -®.2 M a Marlt. [tot Sine WebniiS doch erhall Mg neu besseren W zu*Konservierungr- Die Preise haben in- iSage ersahren- M chig, aber stetig- Es M 8.5 bis S, bul- 6.75 VH 7Ä ffS i, holl-1.25 W 10- M 8,75, schlel- %, ®t Frischeier § _«S JX 2 t?P " , a qJ* a 3 M ----- c len iZll Wen gÄ ?* /Äen be. SS» die ?*Äe ■.Jwtt auf nannte riL^nde biehmarkt. K.?AL JftÄS t Machtvekts, .'?^V dollslei- Mgere dollslei- ^.sonstige voll- , 7’ Äiije: jün- lachtwerls 35 bis Aemästele 30 bis loirnien, Iungrin- otete bö^tm Jige 40—44; M. Mast- und Laug- ond Saugkälber 50 >• Schweine: Doll- 240 bis 300 Psd. von zirka 200 bis \ drsgl. von zirka )t 40—43; fleischige 60 Psd. Lebendge- inder ruhig, Heber- ndem Geschäft ge- (ig, ausderkouft. ei-ebörse. ii. Tendenz: SBroi- er Frankfurter Pro- neuen Woche ziem-' iich in engen ®ren- ’zelt zustande. Die ichtlich der Weizen- (lkhaltung. Das An- eise lagen für Broi- b die übrigen Preise iz hatten. Besonders Zollerhöhuna starke itcrhin feste Haltung. ?nj wieder ruhig, die erfahren, fiartofjeln "teten bei Waggon- li wurden notiert: ;50, chaser Mndi- A Meutsches, Spe- mehl 30,50 bis 32,50, e 13,75, Erbsen (je 30 bis 36, Linsen (je 27 bis 65, Heu I 6,25, Weizen- und ) Weizen- und Roger (getroiknet) 10,75 .-6-^3 C O -3 2 X - 2x8: _ E -c? 3 S 2- Sä 5t £1, c§^ ss8H DC? E E e-s^E® T3 in s a r- ■ §3A^fca pcga E§: _ 3 2 *3* S c e e s -% ES® =1 £ 8 j J ä^-st st Ä-- E a 8 =$.■ ’S'a *-■ 7t .05 a • «ke^s O 3HZel a-c ru (O r- r.a “ GA^.sZ ^OqBxEasj p tu' Ocq. 3 *“ iO “ “T3 tu oct c? ;- 8 ö £•© _~ - ?A- ■i st ° S a a £ 3 a C < E c E h JP, a in c E a | E — S^u .©« a ß:o ®»:3 05 a. “ g Ä ID««»^ ä 8 *3 a « Ost a AA-- °°^ZZ L ; _■ Ä- c E1 C ö.*e 2§ct:2=a — P7A E 05® Q 05x0 13- ä E® E 2 je a"E a a "6" L Kistst «E E-2 c s E ^Aa 8eE ©ja DvO C— E © E 3 XL . a v -LNHLZ^^c 2,^'S? »S Z-CZ 5 c? m £ S! e a a a^xa 5cSa^.£ a -3 05 2t 3 -3 '3 3© ■Sil« 8 O 27 Eä "OJ=- C a -r Erit®««^ 3 C C r-r- r*j % .. E^LS - -st 55 Sa caö2'SH 2S ZU 8 st § _ tt.e a O * E 2 *a E = a «^«ea Egg® ’H C C^ 3^ |x = *^ö| 2 C 3 . C L ■ A^Z *TT8I 58,10 112,05 20,365 16.365 168,26 22,01 112,03 '8,83 2.485 112, 80, 43^6 12.398 73.02 . jWjJli -^4>1 xZ ,§ a 'c'o' Q§AK A o in m E ® 3 S-§ E*_ _ cu tri «A ,, ^§3 aS ° iHD'p — ti 3 8 E , aCy,o(^ 3ZZZs°8^ o E’S“ \a-ec 8 D LZ g « 3 E £a 33 (D-< ea®~e g a © "E c E — g5x3-c a c a e 33 2 a :3 E3 b e u2eä#S U°Z2§HZ- eÖ-o ökTS ®*2—‘-TgjT 1,343 58,46 112- 112. 112-y 10,578 22,w 20.444 4.20 16-435 £0.94 43.4* 2.07J 0,302 59,14$ Ä II; 's,45 4,2«* s 2/äa. 2 5«? _ EäLo O5:Q E-ZLU8A xE- EJ a a ID€E = . C :C e a A A "q -bl = e1'1 ®“AA CS-KL - '-s-st.st st 8xL§.L. C^E» 8‘eR5’Cm=ä° — m —13 sta,n a 2 oto A ä' E 'S?' ■*®S"sg« 2Ä: F* C a a — a a JS- O =-— c 05 8 Z-S> a e ti.üg, 0,9 a ? Ea^cSc a "e e^ -g ’ls cn e^T-u- C-a^ 2|ec£ "iC in a = ZKÄ"AL-ZLZe-AZ.Z° = ;g.§®?s=e A ID£«8K)£2 xst^^S LE •a.a £i €ffia = D.stxst E ® 2 a E E E 2 2 2 E E © m 2 2 E to 26? 2 E t» 2 2 a u 9 V D E 8-x .ID E 2 st <0 (D 5 c o 3 3 O er 3 8co 3 a ■ S" an er o> S—, 'S o CO X' 5 «' 3 CO a£ -I 3 O 5 § ■h o cS- S-e 3 d o 0*8 01 ffiS ? 3 3 8 w 8 ilJs 3 3 ^3 61 s: EX * SS 32. $3« r/ re D _. ■3'W « n .G3Z.2. 3|^ — I as 3' — o* s-o-) 0 S- 2 11 m 'i ft re — 5 3 «Ef* O ®"o* _ L* 3 S ’S" o 8 = 3 333 = 5 Eo e s 8 8 D 3 3 3 2 U> 3 er ~- rä' o «’S 3 2. 8 ~ 2 - er 3 5.2 -> 5 3. Cfe v> er''* ‘ 3 —, J3-=F Q 3 3 * e " te° "Z8 re 8 3 Ltz 2 61— sS ts CT cn a-8 3 0 DZ 2-" 8 3 J3 a-3 = £-9'0 8s« D 3 N2. a" a,°3 vi ® a-3 ^3=5,5 = = 838 6)0 a er 5 3 » öd* 2 §8 s O ° 3 3t5" 6)II “ H)6) »5-3 a«8cn- ms o S safw'S = ■ 288 3 ° 2 8 = LSZ8 o-o 3 2 ~ 3 2. ^6)^°2 ^atS2 3 3 -1 3 j3 ° o3@: aoerS 3-" 3 3 er ti D. Sa^-m s" D« 3 3a§ a -3 5 3 2.S 8 3.-3 @n o. - - roa~ =' rs«3 3 ?,3 ®-= 3 •ca -m - 2 ^2 3 öö-j.® p q = erSo ~ 2! 2. c- ti s -q ro ex -• o e a o 3 o tS "-CQ ß3 « -t 3 ro o o o Ay3§| "* «07 3_ 3 ?3 o ^2 a= 2; = [•er 3 er o -~* er ro Z y's-j=l&«s 0-3-3 er er 3- o « 3 —8 3 3. 6) 3 8 8 8 3 8 8 «ca ^83 38 -0 w er 0=0 X 6)^ o-er g LStS2 o Cfl 2 ro 3 ö a ro 5 8 co !-gä" O Wo © 2 "ö” 5 3 O ~ .3 s# öS a3j£f 8 82 2.° er 8 a S— " 8 or S 2 ra o n e>. 3. re .r-s^ZFa ■ re -t p- re ST m 3.- a?' = ä> e3 3 Sie 2 ~s 8 o 6 9 3:S'- 5 X E° t3 - 8 5 S 6)^-3 3 8^ Sa a Ls Sl = 3 72 2 3 8 er KZ 3 S © S-3 S •8*35; 2S- re 3 8 2. 6) 3. 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S 8 .^2 3 8 S3 3 #3 s So ^O ca.° 3^8 3 LS O reH’Ö) o -=rtd Lx>3 re 3 g3 re D S ^a^ »a? 8 Q V.CO crS 3 «2'ä» a re C S3 2 8S 8 re" = 6re.Z L As-9-^-Z Log' a 8 3 Cf? 2. ©J2. 3 ^öß re-- 3 S 2 re re <0 2. er CD E» 3 re oq 3 2 5-S* aoro ©re re Q oa ^«äa3 E. re g er §.©; o re - re w 2- 3 e 303 re 3 6) 'So :S' 3 (51 ?a 3 Z Ä SS 3 ys3 reo\ßo re re JS) 35 — 7EZ2 3 092 i3 Cf? O 3 ”E3Ö35 6)f< ^CD O>3.to' c: re 3 e g re 2, A - S" S 2. M ^So A©1 ß!3 |3 as.«- 6)3 ^3 3 Cf) re Q re ©2.^ 3 =. D re cP?«' L AZ-LS E 8 3 E o-a o i$i re re _ = -!-> 77 Sre Er re-.O)Q we- "> o E LI a re o s«Ks°kZ : s. re 3 ÄS-= 5 3 CO o-E?d.96)61©©E SEEg HE — - — e: o *1 *■ o — o 0 m? 2 w iS «g«o= re3 8 8 ore 3: 2. 2 2‘ 3 2: E)E- 3 o ZL-S"vL>^G?^2^ .aZ-^re " E 2.^ 3 O Öre 2 - __^D. ^E3Z. SUllS o a «. as if32,S ISS« ‘ 3 2 ._ = 6) 3 3 ©' 3 3 3 =- =*s® o o 3