BlaMtg rtzema: ' R- Wagner " L Delibts 18 W. Kienzl nds8Ubr afie abends, rür. 36. i! ’enadien its er. • Wagner «'Fr.Lehär le H. Minnfred • Job. Strauß in! 10. Rabat- eilt. SieM^M ngsanxeiQen ungsanzeige» änzeiflO"__ it iibkeit. n muß! ifltn au IM und öen'ieS. Jedjitl’ rc und trauen cleblcr, igerkeil i? Der labre!^ ns ßoritaa inen btt Uunka- lel 267L vuieiiens , bleiben, en ansev- nackniale >n ander' wcnettr uut , Züruv- w Zr ä: te c9Qnismu5 M genun ___779V M eSProl. ■ rsweg, Buch- iäft Moeser Falltorstraße; 9(7 D Uhr. Mittwoch, 4. ßebruar IM 181. Zahrgang Hr. 29 Erstes Blatt GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Dtrlog: vriihriche UnwerlitiU-vuch- und Stetnörudcrel B. Sangt in (Bieten. Sdgriftleitnng und S-IchästsK-llc: rchuUttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm 'Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Rc» Klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u . mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr irr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thgriot; !ür den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Mar filier, sämtlich in (Biehen Lricheint tügttch,autzet Sonntags and Feiertag» Beilegte: Vie ODuitnerte «ietzener Familienblätter Heimat >m Bild Vie Scholle Olonats Bezugspreis; 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelner Nummern mfo'.ge höherer (Bemalt ;ies! Oluf der Südinsel locken alpine Land» chaften mit Schneegipseln, und auf der Nord- i n s e l bezaubert den Besucher die vulkanische Seenplatte und das Naturwunder des Bades Rotorua, das die Borzüge der wirksamsten europäischen Heilbäder mit einer Landschaft von der Katastrophe. Danach ist das berühmte Teautc- Seminar der Maori Knaben unwiederherstellbar zerstört. Die Stadt H a st i n g s bietet einen trost - I losen Anblick. Es ist unmöglich, auf den Straßen vorwärtszukommen. Die Straße von Hastings nach Napier ist in einem unbeschreiblichen Zustand; an einigen Stellen ist sic vollständig versunken. Die Verwüstungen in Napier sind womöglich noch größer als in Hastings. Die Marine« Promenade bildet eine einzige Masse zusammenge« brochencr Käufer. Ucberall stehen Obdachlose zusam- men, Alle Bankgebäude in Napier sind eingestürzt, das ganze Geschäftsviertel ist ein- geäschert. Die Derlagshüuser der beiden Zei« tungen sind zu Ruinen geworden. Im Hafen von 'A h u r i r i, dem Seehafen von Napier, hat d a s brennende Oel der Tanks so gut wie alles zerstört. Die großen Tribünen des Rennplatzes wurden in aller Eile in Hilsskrankenhäuser verwan- beit. Das neue stäbtische Theater ist ausgebrannt, ebenso bie St.-Pauls-Kirche. Die Kathebrale ist un« wieberherstellbar beschädigt. Die Flüsse stauen sich. Das große Bassin im Hafen von Napier, bas unter dem Namen „Iron Pot" bekannt war, und wo Schifferboote unb kleine Dampfer zu liegen pflegten, ist jetzt trockenes Land. London. 3. 5cbr. (WTB.) Nach hier vorlie» ücnbcn Meldungen hat das Erdbeben in Neuseeland große Verluste an Menschenleben und riesigen Sachschaden verursacht. Die Stadt Napier, der Hasen und Hauplort von Hawkes-Bucht. North-Island, hat am mei- stett gelitten und steht in Flammen. Auch die Stadt Hastings, die einige Meilen von Napier entfernt liegt, ist schtver in Mitleidenschaft gezogen worden. Dort haben mehr als 100 Menschen ihr Leben verloren, und hunderte sind verletzt worden. Der Bevölkerung, die sich zum Strande geflüchtet hat. fehlt es an Lebensrnitteln und Wasser. Auf das Erdbeben folgten einige Flutwellen. Die Schisse im Hasen wurden nach allen Richtungen auseinandergetrieben. Einige von ihnen retteten sich aus die hohe See. Diele Menschen wurden in den Straften burd) di e ein stürzenden Häuser getötet. Ein Privatkrankenhaus stürzte zusammen und begrub Patienten und Krankenschwestern unter seinen Trümmern. Auch ein Teil des städtischen Hospitals stürzte ein. Zahlreiche Krankenschwestern, die in dem daneben liegenden Schwestemheim schliefen, werden Der» miftt. Das Erdbeben hat die ganze Küste verändert. Biele Klippen sind ganz oder teilweise ins Meer gestürzt. Bluff Hill, eine über den Hafen von Napier ragende Höhe, stürzte in die Bucht. Allenthalben fanden Erdrutsche statt. Das britische Kriegsschiff „Beronica" lag gerade vor Napier, als das Erdbeben statt» fand. Der Kommandant beorderte die Mannschaft an Land und leitete die Rettungsarbeiten in der Stadt. Die Admiralität hat eine Mitteilung des Befehlshabers des neuseeländischen Geschwaders erhalten, nach der sich die Kreuzer „Dunedin" unb „Diomedes" mit Aerzten, Krankenschwestern und Arzneimitteln auf dem Wege von Auckland nach Napier befinden. Wei- teie Aerzte und Krankenschwestern werden in Flugzeugen unb Kraftwagen nach dem heim- gesuchten Gebiet gesandt. Der Befehlshaber des Kriegsschiffes „Dero- niea" hat einen Funkspruch nach Auckland gesandt, in dem es heiftt: ,,3d) bin soeben von einer Besichtigung Napiers zurückgekehrt. Fast alle Sleinge- baude sind zerstört unb zahlreiche Teile der Stadt brennen noch lichterloh. Hunderte von Holzhäusern sind ebenfalls vernichtet worden. Ulan befürchtet, daß die Verlustliste sehr groß ist. Es ist jedoch noch nicht möglich, die Zahl der Opfer abzuschähen. Die Wasserleitung der Stadt ist außer Betrieb und die Feuerwehr ist daher nicht imstande, der Brände Herr zu werden. Die ve Dotierung ist ruhig, aber durch die Größe der Katastrophe schwer erschüttert. Ich habe Lebens- mitteldepots organisiert, lasse die Straften durch Polizeistreifen überwachen und habe Notlaza- rette errichtet. Obdachlose Frauen und Kinder werden an Bord der „Beronica“ genommen. Die Erdstüfte dauern fort/ Die Bekämpfung der Feuersbrunst erfolgt durch Sprengung der Gebäude mit Dyna- mit, um ein weiteres Umsichgreifen der Flammen zu verhindern. Napier sieht aus, als wenn cs einer Beschieftung ausgesetzt gewesen sei. Das Masonic-Hotel, eines der bekanntesten Hotels in Neuseeland, unb alle baran grenzenden (Schäube sind bem Erbboden gleichgemacht. Außer Napier unb Hastings würben auch die Städte Waipukurau, Danevirke, Woodville unb Gisborne schwer mitgenommen, doch scheinen in diesen Städten Menschenleben glücklicherweise nicht zu beklagen zu sein. Die Telephonistinnen in Gisborne blieben aus Ihrem Posten, bis ein Befehl gegeben wurde, bas Ocbäube zu räumen, worauf sie in geschlossenem Zuge auf bie Strafte marschierten. Napier liegt etwa 320 Kilometer nordöstlich von Wellington unb zählt etwa 19 000 Einwohner. Wie verlautet, wird ein großer Teil des bei dem Erdbeben ungerichteten Schabens von Londoner Versicherungsfirmen getragen werden müssen. Erste Augenzeugenbenchie. Bürgerlicher Protest in Sachsen. Dresden, 3. Febr. (TU.) In der Dienstag- sihung des Sächsischen Landtages gaben sämtliche bürgerlichen Fraktionen folgend« Erklärung ab: „3n der Landtagssitzung vom 29. Ianuar d. I. wurde über einen Einspruch des nationalsozialistischen AbgeordnetenDönide gegen seinen Ausschluft aus der Sitzung vom 27. Ianuar entschieden. Der Einspruch wurde verworfen. Auch die bürgerlichen Parteien stimmten für die Verwerfung, weil die Maßnahme des Präsidenten durch das geschäftsordnungswidrige Verhalten des Abgeordneten Dönicke gerechtfertigt war. Diese Haltung der Bürgerlichen nahm der nationalsozialistische Abgeordnete Lasch zum Anlaft für den Ausruf ,Bürgerliches Lumpengesindel!" Daß dieser Ausspruch tatsächlich gebraucht worden ist, steht nach dem Zeugnis mehrerer Abgeordneteitz einwandfrei fest. Hierfür wurde er vom Land- Das Wunderland in der Südsee Von Max Hagener. W e l l i n g t o n, 4. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Bevölkerung wartet mit Spannung auf nähere Einzelheiten über die Erdbebenkatastrophe in Napier unb Umgegenb. Infolge ber zerstörten Telephon- unb Telegraphen Verbindungen liegen jedoch einstweilen nur spärliche Nachrich- t c n vor. Vor den Zeitungsgcbäuden harren grafte Menschenmassen gedulbig auf Neuigkeiten. Nach den letzten Nachrichten ist das römisch- katholische Seminar Grecn Meadows ein» gestürzte; zwei Priester und 8 Zöglinge fanden dabei den Tob, mehrere anbere wurden verletzt. Bei Weiroa stürzte ein Eisenbahntunnel zusammen, mehrere darin beschäftigte Arbeiter konnten aber durch einen ganz schma.en Steig entkommen. Ein Farmer bei Gisbvrr« berichtet, baft sich aus feinem Landgut zahlreiche Erdrisse gebildet haben, „breit genug, baft ein Wagen hineinfallen kann". Dcr Meer es - boben rm Hafen von Napier hat sich um ;n aus ber Zeit feiner Väter bei. Im übrigen gen die Maoris dem fremden Touristen, den sie rd) das Land führen, daß sie mit allen Errungen- asten der Technik wohl vertraut sind. Die Wande- ng beginnt beim See von Rotorua. Wenn man Meilen zurückgelegt hat, steht man zwei tiefen Kratern gegenüber, in denen kochende Seen brodeln. Drei Meilen von diesem Ort entfernt liegt der große Rokomohana-See, der durch eine Landzunge von dem nicht minder großen Tarawera-See getrennt ist. Der Rotomohara zischt und siedet. Aber das hindert den Führer aus dem Stamme der Maori nicht, seinen Begleiter freundlich in ein Motorboot zu bitten, mit dem er durch die kochende Masse jagt. Der See dampft, die felsigen Ufer rauchen, der Wind peitscht die Wogen — nie wird der Tourist diese Motorbootfahrt von 20 Minuten Dauer vergessen. Das glückliche unb jetzt sehr unglückliche Neu- seelanb muß jeben Besucher in Verwunderung vcr ctzen. Mag er sich besonbers für bie Maoris intcresfieren. ober lieber bie seltsame Natur bes Lanbes stubieren, ober es vorziehen. mit ben weiften Neuseeländern über ihre politischen Ansichten zu sprechen — stets findet er Gelegenheit zum Staunen. Diele Menschen, bie senkrecht zu uns auf bcr anberen Seite der Erb kugel spazieren gehen, fühlen sich mit bem britischen Mutterlanb weit inniger verbunden als bie Kanadier ober bie ©übafrifaner. Bei ihnen hat es am längsten gebauert, bis bas Vorurteil) gegen bie Deutschen nach bem Krieg wieder erlosch. Ietzt haben sie sich mit ben Deutschen toieber ausgesvhnt. Aber sie finb doch froh barüber. baft Deutschlanb keine Kolonien mehr in ber Südsce besitzt, unb sie wären selig, wenn Ne auch bie Franzosen unb bie Amerikaner hinauswerfen konnten. Weshalb dieser überspitzte Patriotismus? Nun, sie wissen, baft ihr einziger Schutz gegen bie gewaltigen gelben Menschen- mas'sen in China unb Iavan, die jetzt vergebens an Neuseelanbs Tore pochen, die mächtige Flotte Groftbritanniens ist. eigenartiger Schönheit verbindet. Aus Australien kommen rcgclmäftig ein paar Kurgäste herüber, unb in ben letzten Iahren finben sich bort auch einige Amerikaner ein, bie biie Seereise nicht scheuen; Neuseelanb liegt ja näher an San Franzisko, bas man in zwanzig Tagen erreichen kann, als am englischen Mutterlanb. Der vulkanische Doben, aus dem der Dampf strömt, wo Schlammseen b.rodeln, feuerspeiende Berge ihre Rauchfahnen in ben Himmel senden, Geiser in regelmäßigen Abständen mächtige Wasserstrahlen emporschleudern — dieser vulkanische Boden verleitet den Besucher oft zu der irrigen Annahme, daß Neuseeland ein junges Gebiet bcr Crboberfläche sei. Das Gegenteil ist richtig. Man glaubt heute, baft zwischen Australien unb dem amerikanischen Kontinent einmal ein F e st- lanb gelegen hat, bem man ben Namen Ozeanien gibt unb baft Neuseelanb ebenso wie viele andere Inseln als Gebirgs m^a ssiv stehengeblieben ist, als bickd Festland versank. Iene Naturkatastrophe hat sich getoift in grauer Vorzeit abgespielt. Aber ruhig geworden ist der Boden dort noch immer nicht, und jetzt hat sich dcr Meeresgrund an der Norbinsel von Neuseeland' gesenkt, an der Hawkes-Bay, wo die Stadt Napier liegt. Die Häuser dieses Ortes sind zum großen Teil eingestürzt, und was stehengeblieoen ist, scheint ein Raub ber Flammen zu werden. Wieviel Todesopfer zu beklagen finb, steht noch nicht fest. Sicher ist freilich, bah in dieser Beziehung ein Vergleich mit ben ganz großen Erdbebenkatastrophen nicht möglich ist. Wenn man von ber Zerstörung Tokios absieht unb etwa das Erbbeben von Messina im Dezember 1908 zum Vergleich heranzieht, so zeigt sich das sofort. Damals tarnen allein in Messina etwa 80 000 unb inj gegenüberliegenben Reggio sowie den übrigen an der Straße von Messina liegenden Ortschaften weitere 40 000 Menschen um. Napier hat überhaupt nur 18000 Einwohner. Cs wäre eine kleine Ortschaft, wenn es in einem dichtbevölkerten Lande läge — aber es ist eine Großstadt in einem Land, das insgesamt noch nicht einmal anderthalb Millionen Menschen beherbergt. Der Erdstoß ist wohl am wuchtigsten in der Ducht von Napier gewesen. Man hat ihn aber auch weit in das Innere des Landes hinein gespürt. Der kleine Ort Waipukurau, 70 Kilometer von Napier entfernt, steht ebenfalls in Flammen, und andere Orte sind offenbar gleichfalls vernichtet. Selbst die Hauptstadt von Neuseeland, die Stadt Wellington an der Cook- strafte, die bie Norbinsel von ber Südinsel trennt, ist in Mitleidenschaft gezogen. Die Bedeutung dieses Erdbebens ist nicht einfach an der Zahl der Menschenopfer zu ermessen weil man mit diesem Maßstab den besonderen Verhältnissen in Neuseeland nicht gerecht Werder kann. Offenbar finb schrgrofteWertever n i d) t e t worden. Neuseeland ist ja reich, unt wenn es im letzten Iahr dort auch eine Art Wirtschaftskrise gegeben hat, so ist das nicht so zu verstehen, daß deshalb irgendein Qleufeelänber gehungert habe. Wie ein Märchen, eine Erzählung aus dem Schlaraffenland muß cs dem Euro päcr klingen, wenn er erfährt, daß in Neuseelani jeder Familie, die wöchentlich weniger als 80 Mar verdient, aber mehr als zwei Kinder hat, ein« Unterstützung gezahlt wird. Die Beihilfe ist nid) groft; sie beträgt zwei Mark für jedes Kind ir ber Woche — nicht viel, aber immerhin ein Zu schuft. Witwen mit einem Kind erhalten von Staat wöchentlich 20 Mk., unb für jedes weiter- Kinb werben 10 Mk. zugelegt. Wer bünb ist hat Anspruch auf eine Staatspension, unb eben so finb bie Frauen von mehr als 60 unb bi< Männer von mehr als 65 Iahren pensionsbe rechtigt. Sclbstverstänblich brauchen die Armen i einem solchen Land in ben Krankenhäusern nicht zu bezahlen, unb ber Schulbesuch ist mit gcrin gen Ausnahmen kostenlos. Neuseeland Übertrifl in allen diesen Dingen bei weitem jenes glück liche Amerika, das man vor ein paar Iahren i Europa nicht genug loben konnte, und desse Schattenseiten jetzt allmählich bekannt werden. Neuseeland ist also nicht, wie man manchmal in Ei ropa glaubt, ein halbwildes Land mit einer kleine weißen Oberschicht, sondern einer der kultivierteste Staaten dcr Erde. Gewiß, es gibt nicht nur weif Neuseeländer, sondern auf der Nordinsel auch de Rest einer Urbevölkerung. Dort lebe etwa 68 000 Maoris, berühmt schöne Mensche! deren Großväter noch Kannibalen gewesen sind, ur deren Enkel heute Parlamentarier und Minist, werden. In drei Generationen haben die Moor ein Wunder vollbracht, das ihnen kein anderes Do dcr Erde nachgemacht hat. In wenigen Jahrzehnte haben sie sich aus Menschenfressern in zivilisier Menschen verwandelt, die es an Intelligenz ur Arbeitskraft mit den weißen Neuseeländern au nehmen. Zum Vergnügen der Touristen tanzen f den Kurgästen von Rotorua auch einmal einen altt Maori-Tanz vor und behängen sich dazu mit sei famen Gewändern, die sie von ihren Vorfahren g erbt haben. Die Hausfrauen in jener Gegend wir schäften freilich in mancher Beziehung noch auf al Weise. Dort sprudeln die heißen Quellen in solch« Mengen aus dem Boden, daß sich fast in jede Maorihof eine natürliche Warmwasseroersorgui befindet. Das Waschen ber Wäsche erfolgt sehr ei fach. Ohne Kohlen zu schleppen, ohne Holz ob anderes Brennmaterial zu kaufen, hocken sich t Maorifrauen mit Bürste und Seife an die heiß« Quellen im Hof unb reinigen bie ftleibung. Ui noch bequemer wird gekocht. Man tut die rohen 6 Meter gehoben. Infolgedessen sind sogar kleinere Fahrzeuge nicht mehr imstande, in ben inneren Hafen einzularften. Das Zentrum bes Bebens lag wahrscheinlich östlich von Napier, wo sich bas Ozeanbett gehoben haben bürste, wodurch bas Verflachen bes Hafens von Napier verursacht worben ist. Ein Augenzeuge bcs Erbbebens in Hastings, bas 30 Kilometer von Napier entfernt liegt, erzählt, baft bie ganze Slabt nach ben Erdstöften in eine ungeheure Staubwolke gehüllt war. Die Verwirrung war unbeschreiblich, bie Menschen waren vollkommen gelähmt, unb von allen Seiten ertönten Schreie unb bas Getose bes einstürzenben Mauerwerks. Das Grand Hotel stürzte wie ein Kartenhaus zusammen, wobei die Front des Hauses quer über die Straße fiel. An einer anderen Stelle der gleichen Straße wurden 6 Automobile völlig verschüttet. Oie Verwüstungen in Hastings und Napier. Wellington, 4. Febr. (WTB. Funkspruch.) Ein Zeitungskorrespondent, der nach Napier durchgelangen konnte, berichtet nähere Einzelheiten von VX'icNORD- Vv-^lRSK * / ^(Wc'-rod— zvv ?W3P/er- Hastings - SÜD-INSEL — Oie Erdbebenkatastrophe auf Neuseeland. Furchtbare Verheerungen auf der Nordinsel. — Oie Städte Napier und Hastings in Flammen. — Hunderte von Toten Senkung des Meeresspiegels. kagspräsidium des S a ales verwiesen. Sämtliche bürgerlichen Fraktionen des Landtages weisen die unerhörte Beleidigung des Bürgertums durch einen nationalsozialistischen Abgeordneten mit aller Schärfe zurück." Oer Zusammentritt des Reichstags. Die erste Sitzung nach der Weitznachlspause Berlin. 3. Febr. (Vdz.) Aach fast zweimonatiger Pause wehen zum ersten Male wieder von den vier Ecktürmcn des Aeichstagsgebäudes die Fahnen, die den Zusammentritt des Plenums ankünden. Schon in den frühen Vormittagsstunden herrschte im DeichStag reges Leben. Fast alle Fraktionen hatten Sitzungen anberaumt, um die Vorbereitungen für die Plenartagung zu treffen. Die e r st e R e i ch s t a g s s i h u n g im neuer. Jahre hatte keine großen politische Fragen zu erledigen. Aach dem von allen Abgeordneten stehend angehörten Nachruf des Präsidenten Lobe auf die in der Winterpause verstorbenen Abgeordneten Herold, David und Hoffmann (Kaiserslautern! wurde ohne große Debatte ein nationalsozialistischer Antrag, der nähere Auskunft über die Verteilung der für den Republikschuh und die Terfassungsfeier bestimmten Etatsmittel verlangte, gegen die Rechte abgelehnt. Die Vorlage über die Entschädigung der gewerbsmäßigen Stelle n - Vermittler wurde nach kurzer Aussprache dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Schließlich wurde nach kurzer Aussprache und unter Ablehnung von deutschnationalen und nationalsozialistischen Aenderungsgnträgen in zweiter und dritter Beratung der Gesetzentwurf angenommen, der die Erstattung von Kriegswohlfahrtsausgaben an die Länder und Gemeinden regelt. Wie wir erfahren, wird der Reichskanzler die Beratung des Reichshaushaltes am Donnerstag beim Etat der Reichskanzlei mit einer Rede einleiten. Der Kanzler wird darin die Hoffnung ausdrücken, daß es gelingt, den Reichsetat auf dem ordentlichen parlamentarischen Wege zu verabschieden. Er wird weiter mit Genugtuung der Bemühungen des Reichstages gedenken, sich durch die Aenderung der Geschäftsordnung arbeitsfähiger zu machen. Darüber hinaus kann man aber annehmen. daß Dr. Brüning dem Reichstage auch diesmal keinen Zweifel über die Festigkeit des Standpunktes der Regierung lassen wird. Die Aenderung der Geschäftsordnung des Reichstages ist bereits als Initiativantrag vorgelegt worden. Man rechnet auch mit langen und zugespitzten Geschäftsordnungs-Debatten, da die radikalen Parteien sich zweifellos gegen die Beschränkung ihrer Agitationsmöglichkeiten wehren werden. Am Dienstag nächster Woche beginnt die große außenpolitische Aussprache. Sie wird durch eine Rede des Reichsaußenministers eingeleitet, der ausführlich über die Genfer Der- . Handlungen Bericht erstatten wird. Reichskabmett und Landbund Scharfe Richtigstellung der „Germania". Berlin, 3. Febr. (TU.) Die „Germani a", dos Blatt des Reichskanzlers, schreibt zu der vom Bundesvotstand des Reichslandbundes am Montag angenommenen Entschließung u. n.: Man wußte schon vor dieser Tagung des Reichslandbundes, daß bei ihr auf landwirtschaftliche Art etwas geholzt werden würde. Rur zu bekannt sind die Sorgen und Röte des Reichslnndbundes, daß feine Organisation bei der zunehmenden Radikalisierung der deutschen Landwirte unter den Schlitten geraten könnte. Die Oie Rutengängerin f von Leprignano. - Äon Or. Gustav W Eberlein, 3tom. ♦ Auf meinen an dieser Stelle am 22. Januar erschienenen Artikel ..Was geht am Soracte vor?" sind mir eine Menge von Zuschriften zugegangen, die im wesentlichen alle auf die Frage hin auslaufen: Wahrheit oder Schwinde.? Archäologen interessieren sich für die Ausgrabungen, Kaufleute für das Petroleum, Wissenschaftler für die Rutensondierung. Okkultisten, Telepathen, Hellseher wollen Näheres Wilsen. Ich will versuchen, so knapp und sachlich wie möglich zu antworten. Da ein bekannter Schweizer Gelehrter sein ganz besonderes Interesse damit begründet, daß er sich mit okkulten Erscheinungen beschäftige, muß vorausgeschickt werden, daß die „Radiogeotechnische Gesellschaft", die sich durch oder um Herrn Cattoi gebildet hat, das Wirken oder Mitwirken übersinnlicher Kräfte bei der Rutengängerei verneint. Die größere oder geringere Empfindlichkeit verschiedener Menschen für unterirdische Lagerungen sei lediglich eine Sache der Nerven. Mit körperlichen Organen oder Funktionseinrichtungen also würden die Ausstrahlungen empfangen und in die Hände geleitet, wo sie durch das Ausschlagen oder Drehen der „Wünschelrute" sichtbaren Ausdruck finden. Die Rute selber ist nach dieser Erläuterung also nicht Ursache, sondern Wirkung, sogar nur mittelbare Wirkung. Sie schlägt aus wie der Zeiger eines Manometers, sie spielt wie die Antennen der Insekten, sie wird bewegt durch materielle Kräfte. Was sind das für Kräfte? Cattoi nimmt elektrische Ausstrahlungen an, bewegt sich also der Hauptsache nach auf bekanntem Gebiet. Nach seiner Auffassung ist die Ausstrahlungskraft der Materialien und demnach der Empfindungsgrad des Rutengängers verschieden stark. Aus dem Unterschied erkennt der Erfahrene die Art des Materials und die Tiefe des Vorkommens. Woraus ersichtlich, daß auch die Rutengängerei gelernt sein will und gelernt werden kann, sofern die allerdings nicht allen Menschen eigene lieberempsindlichkeit gegeben ist. Wir wissen ja alle, daß manche Leute ein ungewöhnlich stark ausgeprägtes Gefühl für elektrische Spannungen, zum Beispiel bei Gewittern, haben, und der Magnetismus gehört natürlich auch in dieses Fach. Heber das „Phänomen" von Leprignano habe ich auf Grund eigener Beobachtungen geschrieben. Mit Herrn Cattoi, einem früheren Fliegerleutnant, habe ich mich eingehend unterhalten, mit der Rutengängerin Doinenica Matalvni selber Versuche angestellt im Beisein unverdächtiger Zeugen. Ein abschließendes Urteil steht mir nicht zu. Nicht unerwähnt darf bleiben, baß ich persönlich Sätze „die Reichsregiernng hat durch ihr Versagen das deutsche Landvolk aufs Schwerste enttäuscht und tiefstes Mißtrauen erweckt", und folgende zwingen aber zu einer gründlichen Entgegnung. Wir müssen rundheraus erklären, daß diese Sätze eine glatte Unverschämtheit sind. Wie lagen die Dinge wirklich? 3n der vergangenen Woche haben tagelang eingehend st e Beratungen beim Reichs- kanzlermit den offiziellen Vertretern der „Grünen Front" stattgefunden. In der Schlußsitzung am 30. Januar konnte der Reichskanzler feststeUen, daß im Rahmen eines agrarpolitischen Gesamtplanes eine grundsätzliche Einigung über die erforderlichen Hilfsmaßnahmen erzielt worden sei. Wir glauben zu wissen, daß die agrarischen Vertreter mitgroßerZufrieden- h e i t diese Schlußsitzung verlassen haben. Wenn dem aber so ist, wie tonnte bann gestern in der vom Bundesvorstand, also doch wohl in erster Linie von Herrn Grafen v. Kalckreuth, vorgelegten Entschließung gesagt werden, daß die „schwerste Enttäuschung und das tiefste Mißtrauen auch durch die Verhandlungen der letzten Tage über neue Agrarmaßnahmen nicht verringert worden seien. Auch was den sachlichen Inhalt des Agrar- programms angeht, scheint uns der Entschließung des Reichslandbundes ein kleiner Irrtum unterlaufen zu fein. Soweit wir feststellen konnten, gingen die Vorschläge der „Grünen Front" im wesentlichen nur auf Erhöhung von Zollsätzen, während gerade umgekehrt durch die Einschaltung der Regierungsarbeit'und namentlich durch das persönliche Eingreifen des Herrn Reichskanzlers in mehrtägigen Sitzungen diese Vorschläge in den Rahmen eines agrarpolitischen Gesamtplanes gebracht worden sind. Das Verdienst an dem umfassenden Regierungsprogramm dürfte daher wohl in erster Linie den Reichsstellen zufallen und nicht umgekehrt. Die SerfläiiMaung zwischen dem Reichskadmeii und der Deuischen Lolkspariei über den Etat. Deckung nur durch weitere Einsparungen am Etat. Berlin, 3. Febr. (ERB.) 3n der Reichskanzlei fand heule vormittag eine dreistündige Besprechung über die Forderung der Deutschen Bolksparlei auf weitere Abstriche am Etat statt. An der Konferenz nahmen außer dem Reichskanzler und dem Führer der Deutschen Bolksparlei Dingel dey auch Reichssinanzminister Dietrich und der Elats- sachoerständige der volksparteilichen Reichstagsfrak- tion Dr. Cremer feil. Me wir erfahren, ist es gelungen, die Grundlage für eine B e r - ftändigung zu schaffen. Denn sich auch nach der Ansicht des Reichsfinanzministers im Augenblick noch gar nicht übersehen laßt, ob und in welcher hohe mit einem Fehlbetrag zu rechnen ist, so durste cs jedoch jedenfalls sicher fein, daß auch die Reichsregierung unter keinen Umstünden daran denkt, die Deckung auf dem Dege neuer Steuern oder Anleihen zu suchen. Das geht schon aus den früheren Erklärungen maßgebender Stellen hervor. Es bleibt demnach nur übrig, daß am (Etat weitere (Einsparungen vorge- nommen werden, wenn sich die Notwendigkeit dazu Herausstellen sollte. Die Fraktion der DB jj. hat sich in ihrer heutigen Abendsihung durchaus positiv zu der Verständigung gestellt, die in der Besprechung in der Reichskanzlei über die Frage etwa erforderlicher Sparmaßnahmen erzielt worden ist. Die Zustimmung enthält allerdings den Vorbehalt, daß eine endgültige Stellungnahme erst erfolgen könne, wenn das Kommunique über die Vereinbarung bekannt ist. Da der Kanzler heute abend durch anderweitige Verhandlungen stark in Anspruch genommen war, wird es erst am Mittwoch heraus- fommen; Schwierigkeiten werden jedoch nicht mehr erwartet, zumal das (Kommunique in Ueberein- ftimmung mit dem Führer der DVP. abgefahl werden dürfte. Damit ist die Entspannung eingetreten, die das Ergebnis der Besprechung beim Reichskanzler heute mittag erwarten lieh. 3n politischen Kreisen wertet men die Beilegung des Konfliktes als eine weitere Stärkung der Stellung des Reichskabinetts. Oie Fortbildungsschule m Hessen. Fortgang der Schuldebatte im Finanzausschuß. Darmstadt, 3. Februar. Im Finanzausschuß wurde die Regierung nochmals energisch aufgesor- dert, endlich den Etat im Druck vorzu- legen, da sonst die Ausschußberatung eine Unterbrechung erfahren müßte. Die Beratung ging dann bei Kap. 57 (F o r t b i l d u n g s s ch u - l e n) weiter, das eine Gesamtausgabe von 2,9 Millionen Reichsmark aufweist. Im Beralcich mit dem Vorjahre sind elf Stellen abgeietzt, weitere 21 Stellen nur auf den Inhaber bewilligt. Der Landbund beantragte Streichung der Ausgaben für die hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer und -lehrerin- n e n. Die frei werdenden Lehrkräfte sollen an andere Schulgattungen übergeführt und auf stellen verwandt werden, die jetzt Anwärter inne haben. Wie vor dem Kriege könne der Fortbildungsschulunterricht an Werktagnachmittagen zwei Stunden sehr skepttsch veranlag! und daher nach spiri- tisttscher Meinung befangen bin. Heber die archäologischen Ausgrabungen bei Leprignano, die sich auf die Rutenexperimente Cattoi-Mataloni stützen und zur Sicherheit erhoben, was bisher nur Vermutung war: daß die Ortschaft auf den Resten oder in unmittelbarer Nähe der antiken Etriiskerstadt Capena aufgebaut ist, wurde schon berichtet. Daß dabei alles mit rechten Dingen zuging, dafür bürgt die Kontrolle angesehener Gelehrter und Iournalisten. Heber die geologischen Ergebnisse läßt sich noch nichts sagen, aus dem einfachen Grunde, weil das Dohrioch bei dem geheimnisvollen See erst 150 Meter tief ist, das Erdöl nach Angabe der Rutengängerin aber bei 250 Meter Tiefe liegt. Industrie.le aus Deutschland und Oesterreich hat das nicht gehindert, schon jetzt die „Fundstelle" in Augenschein zu nehmen und mit dcr italienischen Regierung über die Ausbeutungskonzessivnen zu verhandeln. Bei einer solchen Besichtigung, es war am 26. Ianuar, einem fast srühlinghaften Sonnentag, hat die Rutengängcrin auf mich einen etwas merkwürdig erregten Eindruck gemacht. Sie war nicht zu betragen, nach ihrer Angabe nicht fähig, sich näher als etwa fünfzig Meter an das Bohrloch zu begeben. Sie zitterte am ganzen Leibe, drohte in Ohnmacht zu fallen und mußte als totes Gewicht über einen Dach, der anscheinend mit dem 'See und der Dohrstelle in Verbindung steht, getragen werden. So stark wirkten, immer nach ihren Erklärungen, die unterirdischen Ausstrahlungen auf sie. Ich habe sie auch ohne ihr Wissen aus größerer Entfernung beobachtet und wurde dabei das Gefühl nicht los, daß sie leide oder leidend sei, ähnlich tote das „Wunder von Koimers- reuth" beim Auftreten der Wundmale. Das gab mir Veranlassung zu einem Versuch über die Art und Weise ihres Vorgehens, der unmittelbar nach dem Rückmarsch von dem „Pe- troleumlager" beim Podestä von Leprignano stattfand, einem würdigen, gegen übersinnliche Erscheinungen gepanzerten Herrn, der offen erklärte, den Experimenten lange Zeit nicht getraut zu haben. Ich muß an dieser Stelle einfügen, daß Herr Cattoi mit den Behörden zusarn- menarbeitet und ein erstaunlich reichhaltiges Material, Karten und Photographien, bei dem Podeste (Stadthalter) hinterlegt hat. Uebrigens geht aus dem Ortswappen, das mir bei dieser Gelegenheit der Podesta zeigte: zwischen Olivenzweigen und einem Hasen (lepre = Hase, Leprignano also ungefähr Hasenhausen) die lateinische Bezeichnung Capena, deutlich hervor, wie stark die antike Lieberlieferung von der Gtrusker- stadt geblieben ist. Cattoi, die eigentliche Seele des Unternehmens, wenn man so teilt, ist der Entdecker und der Führer der Signorina Mattaloni. Ohne ihn ist sie hilflos und umgekehrt. Er gibt die lohnen- een Punkte an, tote er sie im Flugzeug ausfindig lang auf Kosten der Gemeinde erteilt werden. Die demokratischen und sozialdemokratischen Aus- schußmitglieder lehnten diese Zurückführung der Fortbildungsschule in den früheren Zustand ab. Gerade im heutigen rationalisierten Wirtschaftsleben bedürften die Arbeiter einer besseren und zweckmäßigeren Ausbildung. Die Volkspartei lehnte den Landbundantrag in der vorliegenden Fassung ab. Bei der Neuschaffung der Fortbildungsschulen habe man c i n ju rasches Tempo eingeschlagen, und die Organisation könne man gerade nicht als glücklich bezeichnen. Es sei praktisch unmöglich, den Land- bunbantrag, der 468 Lehrkräfte der Fortbildungsschule in die Volks- und Gewerbeschule einfüge, durchzuführen. Die Regierung betonte, die hessische Fortbildungsschule sei ä u ß e r st s p a r s a m, was vom macht (von oben aus könne man geologisch tiefteben, versichert er) und dirigiert die „Radio- manttn", er gebraucht sie also als Werheug oder Medium. Die Tiefe einer Lagerung, handle es sich nun um Wasser, Crdadern, Oel oder Gräber, wird berechnet entweder nach Handspannen, das heißt nach der Distanz zwischen Erde und dem Punkt an bet Leitstange, too das Medium beim Herabstreifen mit einem Ring oder der Rute „nicht mehr weiterkann", oder aus der Dauer ihrer Erschütterung. Bei großen Materiallagerungen wittert die Rutengängerin bis zu drei Kilometer, bei vergrabenen Schätzen, Gräbern und dergleichen nur auf einige Zirnmerlängm. In die Tiefe fühlt sie nach Belieben, was ja logisch ist, wenn es sich um Ausstrahlungen handelt, die aus dem Erdinnern kommen. Ob sie nicht auch bei Zwis chens ch ich ten oder ileberlagerungen, der Klippe aller Rutengänger, strauchelt oder scheitert, wird sich erst noch zu zeigen haben. In meiner Begleitung war ein ungläubiger Triestiner Geschäftsmann aus Wien, der die Gegend als aussichtslos für Petroleuminteressenten bezeichnete. Er betreibe seit einem Menschenalter die Rutengängerei, er habe schon Dutzende von Koryphäen auf diesem Gebiete beschäftigt. Die Signorina Mattaloni fand er z u sensibel, mit einem Schuß von Hellseherlum ausgestattet, was für buchmäßig zu erfassende Gewinne nicht gut sei. Dann war noch dabei ein aktiver Flieger- Hauptmann, der römische Vertreter der Tele- graphen-Union, die Mutter der Rutengängerin, meine Frau und —> mein Bulli. Den muß ich erwähnen, weil es auffiel, daß er weit mehr Aufsehen erregte, als die „Zauberin", und weil er die „magische Rute" anknabberte, ohne daß es ihm schadete. Die Rute war vom nächstbesten Strauch gerissen worden, eine Gabel von der Stärke eines kleinen Taschenbleistiftes. Aus der großen gepflasterten Terrasse des Schulhause versteckte ich Goldmünzen und goldene Ringe hinter ein Entlüftungsrohr, da der Bulli, der sich daraufsehen sollte, von okkulten Experimenten leider nichts wissen wollte. Dann hielt ich das eine Ende der Rute, das aus der um- klammernden Hand der Signorina herausragte, mit oller Kraft fest. Cattoi legte auf jede Faust ■ein Goldstück — und sofort drehte sich die Rute in die genaue Richtung. Die Signorina folgte starr, schritt aber, da sie das Hindernis ja nicht übersteigen konnte, daran vorbei. Ieht aber senkte sich die Rute wie die Kompaßnadel am magnetischen Nordpol vertikal zur Erde. Noch einmal auf der anderen Seite des Rohres vorbei, zurück — und unter den Schuh des Geschäftsmannes gegriffen, der sich vorsichtshalber auf den Schah gestellt hat: er ist gefunden. Niemand ist imstande, die Rute aufzuhalten, wenn sie sich drehen will. Auch die anderen Zeugen unternahmen den Versuch. und es waren stärkere Finger darunter als die meinigen, abet man hält eher ein abgedrehtes Ende in der Haird, als daß men den Lauf teö Schicksals sagen wir: der Reichssparkommissar anerkannt werde. Der Fvrt- bildungsschuletat weise 15 Prozent Einsparungen auf. Von Zentrums- und volksparteilicher Seite wurde die Nebenarbeit von Gewerbelehrern, besonders der Architekten^ in der Privatwirtschaft heftig krittsiert. Die Regierung lehnte ein völliges Verbot als nicht im Interesse der Schule liegend, ab. Zum Kapitel Werkunterricht liegen Anträge auf Streichung dieser Posten vor. Der Zentrumsvertreter sah im Werkunterricht zwar einen gesunden Kern, aber die im Etat zum Ausdruck kommende finanzielle Belastung sei nicht notwendig. Es genüge die nebenamtliche Erledigung dieser Arbeit. Die Regierung setze sich für die Beibehaltung dieser Stelle ein, weil sie hauptsächlich zur Ausbildung der Iunglchrer diene. Zu gegebener Zeit sei die Eingliederung in das Pädagogische Institut geplant. — Die Stellvertretungskosten sollten eine Kürzung erfahren, um eine zur Ausbalancierung des Etats nottvenbige Summe von 350 000 Mk. zusammenzubekommen. Die Einrich- htng von Teilstellen sei aus sozialen Gründen vorgesehen, um 50 bis 60 jungen Lehramtsanwärtern Arbeit und Verdienst zu schaffen. Preußen kenne diese Einrichtung schon seit Iah- ren; dort seien Lehrerschaft und besonders Iunglehrer mit der Einrichtung zufrieden, weshalb das Echo aus der hessischen Lehrerschaft um pv Erstaunlicher sei. Mit Ausnahme des demokratischen Vertreters setzten sich die übrigen Parteien für die Zweckmäßigkeit der Teilstellenregelung ein. Zentrum und Nationalsozialisten. Berlin, 3. Febr. (TU.) Gegenüber einer Dlättermeldung, wonach der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Feder in einer Versammlung in Oldenburg mitgeteilt habe, der Zentrumsabgeordnete Prälat K a a s habe ihm auf eine briefliche Frage geantwortet, daß seine Ausführungen in Kassel durch die Presseberichte tendenziös zugespitzt gewesen seien, veröffentlicht der Vorstand der Reichstagssroktion des Zentrums eine Gegenerklärung. Darin heißt es, daß Prälat Kaas von vornherein die Beantwortung der brieflichen Anfrage abgelehnt habe, zumal der Federsche Brief schon wegen seiner Form nicht beantwortet werden könne. Dem Vorsitzenden der nationalsozialistischen Reichstagsfraklion sei weiterhin mitgeteilt worden, daß. wenn es dem Abgeordneten Feder darauf ankomme, die Wahrheit zu erfahren über das, was Prälat Kaas in Kassel toort» und sinngemäß gesagt habe, ihm dieser selbstverständlich wie jedem anderen zur Verfügung stehe. Sofern Feder an Kaas herantreten werde, werde sich eine etwaige Rücksprache lediglich auf tatsächliche Mitteilungen beschränken müssen und in feiner Weise ein Hin- überspielen koalitionspolitischer Fragen gestatten, wofür alle Voraussetzungen fehlten. Eme nationalsozialistische Interpellation. Berlin. 4. Febr. (TU.) Die nattonalsozia- listische Reichstagsfraklion hat eine Interne.la» tion eingebracht, in der es u. a. heißt: -Seit Wochen und Monaten Hetzen die marxistischen Parteien ganz offen zum Bürgerkrieg, da sie befürchten, daß die nationalsozialistische 'Freiheitsbewegung auf legalem Wege in den Besitz der politischen Macht gelangen fönnte. Der Führer des Reichsbanners, Hörsing, hat nach uns noch unbekannten Kräfte, nur zu verzögern möchte. Für das Medium muh die Sache auch nicht so einfach fein, waren doch die Hände der jungen Dame, als sie sich nun öffneten, rot angelausen, nah vor Schweiß rmb tief gekerbt von den ein- gegrabenen Fingernägeln. Man kann auch nicht sagen, baß dieses Naturkind, aus der ärmsten Volksschicht stammend, bei näherer Betrachtung einen gesunden Eindruck mache. Ihre Eesichtshaut ist gelb, wachsig, durch das tiefschwarze Haar unterstrichen. Sie antwortet zögernd und nicht selten recht unsicher, immer hilfesuchende Blicke auf ihren Führer richtend. Ihre Mutter, denkbar unscheinbar, streift die plötzlich berühmt gewordene Tochter zuweilen mit einem ängstlich forschenden, zweifelnden Auge, und ein mysteriöser junger Mann tuschelt fortgesetzt in sie hinein: zitta! zitta! Still, still! Sie soll sich offenbar mit ihren Aussagen in Acht nehmen. Möglicherweise fürchtet man Emanationen ihres geringen Bildungsgrades. Entgegnete sie mir doch einmal, als die Rede auf Rumänien kam, dort gebe es kein Petroleum! Dabei ist es klar, dah die ganze Gegend schon vom Oelfieber ergriffen ist. Die archäologischen Funde treten bei Cattoi schon wieder in den Hintergrund. Er ist der Typ eines intellektuellen Autodidakten, der sich mit Leichtigkeit aneignet, was an Wissen in seinen Ideenkreis paßt, und ebenso leicht „überflüssigen Ballast" über Bord wirst. Wo er nicht weiter weiß, hilft er sich mit einem Sprung ins Legendäre. So, als die geologischen Dorbedingmrgen für Oelvorkommen erwähnt werden und die alte Streitfrage aufflackert, ob das Petroleum tierischen oder mineralogischen Ursprungs und demgemäß an Meersalzablagerungen gebunden fei oder nicht. Da ist ihm die Sage, wonach in einer Kirche am Tiber seit Urzeiten Oel aus dem Stein quelle, das zu rituellen Zwecken gebraucht werde, oder die Mär vom Drachenblutbad Siegfrieds schon Gewähr. Dieses Blut sei nämlich nichts anderes als Erdöl gewesen. Ein solches Verlieren in — übersinnliche Gebiete kann natürlich stutzig machen, aber schließlich wird ja die Entscheidung durch praktische Ergebnisse fallen. Das nächstemal soll nun die Rutengängerin vor Aerzten „arbeiten". Tenn es gift, den Charakter der körperlichen Nebenerscheinungen festzustellen, die sie eher in die Kategorie eines Mediums erheben. Wobei auch noch zu untersuchen wäre, ob nicht Telepathie ihres Führers mlttoirft. Wieviel von ihrer Erschütterung durch die radioaktiven Strahlen echt und was — Theater ist, das wird man allerdings wohl niemals feststellen können. Ich habe sie gefragt, wie sie sich denn in krttischen Gegenden vorder Uebermacht der Ausstrahlungen schütze, wie sie denn suchen könne ohne wie heute ohnmächtig zu werden. Durch einen betonteren Gürtel' war die Antwort. Wenn ich mich recht erinnere, hat es so etwas Aehnliches neben ter Wünschelrute auch im Siegfriedszeitalter gegeben. Ein altes, gutes Hustenmittel. das sich schon seit Jahrzehnten bei Erkrankungen, wie husten, Heiserkeit, Verschleimung. Bronchialkotarrh Ufa), glänzend bewährte, sind Krügerol-Katarrh-Bon. bons mit dem antiseptisch wirkenden Zusatz, lieber 11 000 glänzende Zeugnisse von Professoren Aerzten und Verbrauchern beweisen die Vorzüglichkeit und vorbeugende Wirkung dieses medizinischen Bonbons. tzLSV Pressemeldungen vcrsügt, daß b:s zum 22. Februar die waffentechnisch gut gerüsteten" Schutzsorrna- tioncTi .marschfertig" sein muhten. In Bre- nKn hat er zum Ausdruck gebracht, es gelte jetzt .die Rationalsozialisten bis zum letzten Wann restlos zu vernichten". In der Interpellation wird weiter Bezug genommen auf Ausführungen des Abgeordneten C r i s p i e n und des Berliner Polizeipräsidentcn. Weiter wird betont, dah sich derartige Feststellungen noch beliebig ergänzen liehen. Die ÄSDAP. habe allein in den letzten Wochen neun Tote und Hunderte von Schwer- verletzten zu beklagen. Die Opfer erklärten sich vor allem daraus, dah sich die Leitung der ÄSDAP. streng an die gesetzlichen Dorschriften halte und den Waffenbesitz mit Aus- schluh bedrohe, während die Angreifer m der Regel schwer bewaffnet seien. Die Reichsregierung wird gefragt, was sie zu tun gedenke, „um der marxistischen BürgerkriegSbetze entgegenzutreten und die Sicherheit der Mitglieder und Anhänger der RSDAP. vor Gewalttaten zu gc- währleisten". Kleine politische Nachrichten. Im Auftrage des Reichskanzlers hat der Präsi- deiit des Landessinanzaintes Karlsruhe, Stamcr, am Grabe des Reichspräsidenten Ebert anläßlich des 60. Geburtstages namens der Reichsregierung einen Kranz mit schwarz- rot-goldener Schleife niedergelegt. Reichskanzler Dr. Brüning hat auherdem in einem besonderen Schreiben an Frau Ebert des Geburtstages ge- kacht. e Der Herr Reichspräsident hat das an ihn gerichtete Telegramm des Reichs- landbundcs wie folgt beantwortet: „Haben Sie vielen Dank für die freuiidlichen Grühe von der Reichslandbundtagung im Zirkus Busch, die ich herzlich erwidere. Di e Reichs r eg i e- rung wie ich selbst sind nach wie vor nach besten Kräften bemüht, jede Möglichkeit auszunühen, um die Rotlage der Landwirtschaft zu beheben. Wir rechnen hierbei auf tatkräftige Mitarbeit und zielbc- wuhte Selbsthilfe der Landwirtschaft und hoffen zuversichtlich, durch eine solche Zusammenarbeit wieder bessere Zeiten für die deutsche Landwirtschaft zu erreichen. (gez.:) v. Hindenburg, Reichspräsident." • Der ehemalige Gouverneur von Deutsch-Ost- osrika Dr. Heinrich Schnee, M. d.R., begeht am 4. Februar seinen 60. Geburtstag. Der Reichskanzler hat Exzellenz Schnee zugleich im Ramen der Reichsregierung die besten Glückwünsche übermittelt. * In der Beleidigungsklage, die der Spitzenkandidat der Deutschen Staatspartei in Hamburg Dr. Stolper wegen einer Reihe gegen ihn erhobener Borwürfe angestrengt hatte, wurden heute Dr. Strasser vom „Rationalen Sozialist" zu 300 Mark. Dr. Lippert vom „Angriff" zu 150 Mark und Reinhold vom ..Montag» morgen" zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. * Die argentinische Regierung kündigt einschneidende Mittel an, um der immer mehr um sich greifenden Arbeitslosigkeit cntgegcnzutre- tcn. So hat sie jetzt beschlossen, alleerwerbs- losen Einwanderer in ihre Heimatländer abzuschieben. 2000 sind bereits abgeschoben worden. Täglich sollen je weitere 700 zuriickgesandt werden. » Zu einer Versammlung in Allahabad, in der Gandhi sprach, waren zahlreiche Bewohner der umliegenden Dörfer erschienen. Die Eisenbahnbe- hörden ließen 500 Personen, die den Fahrpreis nicht bezahlt hatten, verhaften, gaben sie aber wieder frei, als einer der Nehrus den Betrag erlegte. Wie verlautet, hat sich der F Ü r st von Bhopal, der an der englisch indischen Konferenz teilnahm, nach 'Allahabad begeben, um mit Gandhi Rücksprache zu nehmen. Der Boykott gegen ausländische Waren nimmt wieder zu. Die Nationalisten haben ihre Posten an den Läden verstärkt und die Inhaber gezwungen, alle englischen Waren zu versiegeln. Das Gericht in Kalkutta verurteilte den indischen Studenten G u st a, der zusammen mit zwei anderen Studenten am 10. Dezember den Generalin« spcktor der Gefängnisse in Bombay, Oberst Stirn- son, in seinem Bureau erschossen hatte, j u m Tode Die beiden anderen hatten sich aus der Flucht das Leben genommen. Aus aller Welt. Die Strafanträge im Mordprozeß lllbrich. Im Mordprozeh Ulbrich beantragte Erster Staatsanwalt Ronur:cht gegen Stolpe die T o d e s st r a s e , den Bcrlust der bürgerüchen Ehrenrechte und eine Gefängnisstra'e von sechs Monaten für die Llnterschiagung. gegen Benzinger gleichfalls die Todesstrafe den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und drei Monate Gefängnis wegen Unterschlagung gegen Luise Reumann an Stelle der Höchststrafe für Jugendliche von zehn Iahren Gefängnis eine Gesamtstrafe von n e u n Iahren zwei Wochen Gefängnis. Allen Angeklagten soll die Untersuchungshaft an- gerechnct werden. Dtaatsanwa.tschastsrat Hers erklärte, nach Ansicht der Anklagebehörde sel die Tat eingehend vorbesprochen und planmäßig ausgeführt worden. Dl« Frage der Ueverlegung könne für alle drei Angeklagten verschieden beantwortet werden. Man habe die Rollen verteilt und überlegt, was zu tun sei, wenn lllbrich aufwache. Man habe auch noch zuletzt Zeit gehabt, sich die Tat zu -wer- legen. Bei L. Reumann habe kein Grund zu einer Af ekthandlung bestanden. Alle drei Angeklagten seien des gemeinschaftlichen Mordes schuldig und ebenso schuldig, 111- brichs Sachen unterschlagen zu haben. Beim Vorkampf des Augenlichtes beraubt Dor 12OXi Menia-en |and in Leicester der Kamps zwischen dem englischen Schwergewichts- meister Reggi Meen und dem französischen Meister Gr i sel le statt. Meen hatte sich sehr gut bis in die 9. Runde behauptet, so daß man schon mit seinem Siege rechnete, als ihm Griselle nach einer Jagd durch den Ring durch einen schwerenSchlag in das rechteAuge zu Fall brachte. Blutüberströmt ftüratc Meen laut stöhnend zusammen. Der Schlag hatte ihm das Augenlicht geraubt. Zusammenstoß zwischen Lifenbahnzug und Dynamilaulo. An einem Bahnübergang in der Nähe der Stadt Soll Lake City (Utah) stieß ein Pcrsonenzug mit einem mit Dynamit beladenen Lastauto zusammen. Es erfolgte eine furchtbare Explosion. Das Lastauto wurde vollständig zerrissen und die Lokomotive schwer beschädigt. Der Führer des Autos und sein Begleiter, sowie der Lokomotivführer wurden getötet, der Heizer wurde durch ausströmenden heißen Dampf schwer verbrüht. Folgenschwere Granalenexplosion in Budapest. Auf dem Teleki-Platz, an dem sich viele Trödlcr- läden befinden, explodierte eine Granate. Durch die Explosion wurden vier Personen getötet und 3 Overletzt. In Budapest wird gegenwärtig eine Reinigungsaktion durchgeführt, und die Trödler hatten das aus Kellern und Dachböden zusammen- getragene Gerümpel ausgekauft und die Sachen vor ihren Läden ausgehäust. In einem dieser Haufen befand sich eine Granate, die aus bisher noch nicht geklärte Weise zur Explosion gebracht wurde. Aus der provuizialdauptstadt Gießen, den 5. Februar 1931. Warum wird „geschummelt?^ Jetzt, da die O st e r v e r s e y u n g wieder einmal in bedrohliche Nähe rückt, treten in der Schule bei Knaben, nie bei Mädchen wieder gewisse Gewohnheiten in den Vordergrund, gegen die weh! die Lehrer aller Zeiten und Länder einen Kampf zu führen hatten. In diesen letzten entscheidenden Wochen kommt es bei schwachen Schülern aus jede Arbeit, ja oft sogar auf jede Antwort an, ist cs da verwunderlich, daß die Kinder sich und andern aus ihre Weise zu helfen suchen, selbst wenn sie Gefahr laufen, dabei ertappt zu werden? Für tüchtige Schüler, und zwar gerade für diejenigen mit guten Eharakterqualitäten, ist es eingestandenermaßen eine ungeheuerliche, fast nicht er- träglidjc Qual, zu sehen, ime cm Kamerad, vielleicht sogar ein Freund, verzweifelt vor einem Blatt Papier sitzt, oder auch dasteht und auf eine Frage des Lehrers keine Antwort weiß. Sie möchten ihm bci- springen, ihm helfen aus seiner Not, genau so, wie sie ihm beistehen würden in körperlicher Gefahr. Aber schon naht das Unheil: der Lehrer hat das Vorsagen bemerkt und sie werden beide aufgeschrie- ben wegen „Betruges". Ein allzuhortes Wort, Denn wie selten ist es die bewußte Absicht, zu betrugen, man will helfen, und aus diesem Drange heraus sind die verhängnisvollen Worte gesprochen, oder das Heft zum „Abgucken" hingeschoben, noch bevor man sich über die Tragweite seiner Handlung klar Und derjenige, der von dem Vorsagen profitiert, ist ,hm wirklich immer der schwere Vorwurf der bewußten Unehrlichkeit zu machen? Ost ist er wie ein Ertrinkender, der nur noch eines weiß: Du muht dich oben halten! Ist er da nicht verständlich, daß er nach jedem Rettungsanker greift der lief) ihm irgendwie bietet. Natürlich muß aber trotz Zubilligung dieser „mildernden Umstände" die Unsitte des Vorsagens und des Abschreibens nach Möglichkeit verhütet werden, schon damit die Wahrhastigteit der Heranwachsenden durch eine jahrelange Derartige Praxis nicht allmählich wirklich geschädigt werde. Da heißt es, die Wurzel des Uebels aufdecken und ausrotten. Die genannten schlechten Gewohnheiten enstehen meist aus einer großen Unsicherheit mancher Schuler die entweder tatsächlich nichts wissen, oder aber ich einbilden, den andern nicht gewachsen zu sc,n. Aengstlich halten sie nach rechts und links Ausschau, ob nicht ein Brocken vom Wissen der anderen für sie abfällt. Sie trauen sich selbst nichts zu, sie trauen nur dem, was andere wissen. Ihr Selbstgefühl ist niemals geweckt worden, ober, wenn es vielleicht rüber vorhanden, so ist es bei irgendeiner Gelegenheit verschüttet worden. Das beste, das einzige Wittel, sie zum selbständigen Arbeiten zu bringen, ist, ihnen zu zeigen, daß auch sie ohne Krücken gehen können. Man muß sie zu der Erkenntnis fuhren wieviel ehrenvoller für sie eine mittelmäßige Arbeit sei, die sie allein gemacht haben, als eine |eljr gute die von dem Wissen des Nachbarn gespeist ist. Es ist kein angenehmes Heilmittel für den Schüler, wenn er vorübergehend isoliert sitzen muß. Sehr bald aber spürt er selbst den Erfolg dieser Maßnahmen. Er wird in seiner Einsamkeit seine Kräfte anspannen und Selbstvertrauen gewinnen. Auch für die Faul- pelze die sich auf die „Nächstenliebe" ihrer Kam^ roden verließen, ist diese Kur unbequem, aber auch sie werden letzten Endes zufrieden sein, wenn sie sehen, daß' es auch allein, ohne Schummelei geht. Die gutmütigen Helfer aber sollte man nicht zu „Betrügern" stempeln, sondern ihnen klar zu Machen suchen, wieviel mehr ihren Schützlingen damit gedient wäre, wenn sie, statt ihnen vorzusagen, ihre Schularbeiten überwachen, ihnen erklären wurden, was diese in der Stunde nicht verstanden haben. Natürlich ist hier nicht jenes sinnlose Helsen gemeint das den Schüler nur noch unsicherer macht. Wer hätte noch nicht erlebt, daß für einen Hausaufsatz die ganze Familie mobil gemacht wird! Wie schlimm ist es dann für den Armen, wenn ihm für die Kiasfenaufsätze keine Hilfe zur Verfügung steht. Die Unsicherheit wird so groß, daß er sich allem überhaupt keinen Rat mehr weiß. Durch einen Tadel, ein hartes Wort im Klassenbuch wird man das Vorsagen und das Abfaireiben, sowie all' die kleinen unehrlichen Winkelzuge nicht wirksam bekämpfen, wohl aber, indem man den Schwachen unter den Schülern fühlbar macht, daß auch in ihnen Kräfte sind, die durch Uebung gestärkt werden müssen. — Bornotizcn. — Tigeskalendersür Mittwoch. Stadt theater: „Marius ahoi", 20 bis 22.15 Uhr — Hausfrauenberatung: Unterhaltungsabend, 20 Uhr, Gase Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Madame sucht Anschluß". - Aus dem Stadttheater-Dureau wird uns geschrieben: Die mit großem Beifall aufgenommene erfolgreiche Komödie Paanols. .Marius ahoi!" gelangt heute 20 Uhr unter der Spielleitung des Intendanten Dr. P rasch zur Auksührung. - Am Freitag, 19.30 Mr. geht das Lustspiel ,Leinen aus Irland" von Stephan Ka- marc in Szene. — Am Sonntag, 8. Februar. 11.30 Ühr in Gemeinschaft mit dem Goethebund 2. Tag des ' Kammerspiclz-klus: .Deutsche Szenenkunst von den Meiningern bis zu Piscator." Dieser Bor- tiag ist bei kleinen Preisen (von 50 Pf. bis zu 2 Mk.) außer QFbonnement — DexKammerspielzyklusimStadt- theater, den das Stadttheater und der Goethe- Bund gemeinsam veranstalten, bringt als zweiten Tag am kommenden Sonntagoormittag eine Morgenfeier, für die Dr. Ernst Leopold Stahl zu einem Lichtbildervortrag über „Deutsche Szenenkunst von den Meiningern bis zu Reinhard und Piscator" gewonnen werden konnte. Eine interessante Veranstal- tung ist zu erwarten. (Näheres siehe heutige Anzeige.) — Vortrag im DDA. Wan schreibt uns: Durch die Ereignisse in Polen ist das Problem der Minderheiten in den Nachfolgestaaten Rußlands und Oesterreich-Ungarns wieder einmal in den Brennpunkt außenpolitischen Interesses gerückt. Bei der Größe und kulturellen Bedeutung unterer deutschen Minderheiten in diesen Staaten handelt es sich dabei in hohem Maße um eine deutsche Angelegenheit. Die wohl bekannteste deutsche Bolksgruppe im Südosten ist die der Siebenbürger Sachsen. Sie haben sich in der Bergangenheit ihre Kulturrüstung und ihre Selbstverwaltung in vorbildlicher Weise aus- gebaut und haben heute wieder um deren Erhaltung einen schweren Kamps zu führen. Zur Zeit befindet sich der Leiter des deutschen Schulwesens in Siebenbürgen. Schulrat Pros. Gustav Rösler, auf einer Studienreise im Reich. Es Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle aut ist ge.ungcn, ihn zu einem Bortrag auch in Gießen | zu gewinnen. Herr Rösler gilt als vorzüglicher Redner, so daß seine Hörer nicht nur großen Gewinn, sondern auch großen Genuß von seinem Bortrag haben werden. Sein Thema lautet: „S iebenbürgen, seine Kultur und eine politische Lag e". Der Bortrag (mit Lichtbildern) findet am Freitag, 6. Februar, im Singsaal des Realgymnasiums statt. Cs laden zu ihm ein: Die Ortsgruppe Gießen des BDA. Die Akademische Ortsgruppe deS BDA. Die Bereinigung der auhendeutschen Studierenden. (Siehe heutige Anzeige.) Taten für Tonncrstag, 5. Februar. Sonnenaufgang 7.34 Uhr. Sonnenuntergang 16.56 Uhr. — Mondaufgang 20.33 Uhr, Monduntergang 8.56 Uhr. m . 1861: der Lustschisfer August von Parscoal geboren; — 1881: der englische Geschichtsschreiber Carlyle gestorben. *» Ministerial-Personalie. Auf Grund des Altersgrenze-Gesetzes tritt der Bortragende Rat im Ministerium des Innern, Ministerialrat Dr. Otto Fresenius, am 1. März in den Ruhestand. ** Evangelische P f a r r per s o na li e. Aus dem Dienst der evangelischen Landeskirche entlassen wurde auf sein Rachsuchen der Pfarrer Hermann Schneider zu Höchst a. d. Ridder. •• Dien ft jubiläen. Der Kassierer bei der Gießener Niederlassung der Darmstädter und Natio- nalbant, Herr Karl Haberkorn, sowie der Kassenbote und Hausmeister bei dieser Firma, Herr Adolf Schmidt, konnten jetzt das Jubiläum ihrer 2.5jährigen Tätigkeit bei der Gießener Filiale be- neben. _ . "Wohltätigkeitskonzert der Winterhilfe 1 9 30,3 1. Don der Winterhilfe 1930 31 wird uns geschrieben: Cs sei nochmals besonders daraus hingewiesen, daß das Wohltätigkeitskonzert am Donnerstag, 5. d. M., 20 Uhr, im Cafe Leib, zum Besten des Hilfswerks vollkommen unentgeltlich von dem Musikkorps des hiesigen Ba.aillons unter Leitung des Obermusikmeisters Wilhelm Löb er ausgeführt wird. Dem Bataillon und feinem Musikkorps gebührt volle Anerkennung und Dank für die Uneigennützigkeit und den Opfersinn, mit der sie den Winterhilfö-Bestrebun'en eine außerordentliche Unterstützung leisten. Ist es doch dadurch möglich, daß der Ertrag des Konzerts aus Eintrittsgeld, das auf 1 Mk. pro Person festgesetzt ist, völlig zur Erfüllung der Winterhilfe-Aufgaben aur Verfügung steht. Man erwartet daher, daß die Bürgerschaft der Stadt Gießen und der näheren Umgebung ihrer inneren Berbundenheit mit dem Reichswehr-Bataillon und seinem beliebten Mu- silkorps durch großen Besuch des Wohltätigkeits- kvnzertes Ausdruck gibt " Eine Skifahrt nach Winterberg in das Skigebiet des Kahlen Asten (840 Meter) veranstaltet der Skiklub Gießen am kommenden Sonntag mit einem Postauto von Gießen aus. I Die Aofahr^ in dem geheizten Postaulo cr.olgt um 6.30 Albr von der Marburger Straße aus, die Rückkehr ist für den Abend des Sonntag vorgesehen. An der Fahrt können sich auch Richt- mitglieder beteiligen. Räheres ist aus der Anzeige in unserer gestrigen Rümmer ersichtlich. ** Studenten - Versammlung. Inder Turnhalle, am Oswaldsgarten hielt die Hochschulgruppe Gießen des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes gestern abend eine Protestoersammlung gegen die Vorgänge der letzten Tage ab. Die Versammlung war gut besucht, hauptsächlich von Studenten, und nahm einen sehr .uhigen Verlauf. Gerd Nühl (Frankfurt) sprach in längeren Ausführungen zunächst über die Vorgänge an den verschiedenen deutschen Hochschulen, erinnerte kurz an die Vorkommnisse vor der Gießener Universität und erhob Protest gegen die Bestrebungen, durch die man die nationalsozialistische Studentenbewegung unterdrücken wolle. In seinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner der Innenpolitik zu, sprach von den Bemühungen um die «chasfung einer antifaschistischen Bewegung in Deutschland und beschäftigte sich mit dem Verhältnis der Demokratie zum Radikalismus. Er sprach weiter von Zeitungsverboten, von der Justiz und der deutschen amtlichen Haltung gegenüber Polen. Er kritisierte in scharfen Worten die Haltung der Regierung in der Innenpolitik und die dem entgegengesetzte Hal- i'ung in außenpolitischen Fragen. Schließlich setzte sich der Redner noch mit dem Poungplan auseinander und wies auf die katastrophalen Folgen der Erfiillungspolitik hin. Zum Schluß forderte er auf, die Bewegung der nationalsozialistischen Studenten zu stärken. Die ruhig verlaufene Versammlung fand kurz daraus ihr Ende, da niemand Fragen stellte, noch jemand zur Diskussion zu reden wünschte. ” Der ^Hubertus", Verein weidgerechter Iäger, Sitz Gießen, hielt dieser Tage im ..Hessischen Hof" seine sehr gut besuchte Iahreshauptversammlung ab. Dem von bem ersten Vorsitzenden, August Pasche, erstatteten Geschäftsbericht war zu entneotwu, daß in dem Verein mit viel Eifer und Erfolg g^onbeit'l worden ist. Den Mitgliedern, deren Zahl uüf 158 stieg, konnten zwölf Dorträge über jagdliche Fragen geboten werden: auf Iugend- und Gebrauchs- Prüfungen wurde die Zucht des deutschen Gebrauchshundes gefördert, dein Schießwelen wurde auf den eigenen Ständen des Vereins gebührende Pflege zuteil, die wirtschaftlichen Belange der Mitglieder wurden durch eine gemeinsame Haftpflichtversicherung, einen Vertrag mit einem jagd- kriminalistischen Institut und andere Maßnahmen wahrgenommen. Der Verkehr mit Behörden, Presse und anderen jagdlichen Verbänden war sehr rege und fruchtbringend. Die Einrichtungen des Vereins erfreuten sich einer steigenden Benutzung durch seine Mitglieder. Seine befanbe» Aufmerksamkeit schenkte der Verein der von vielen weidgerechten Sägern immer mehr vertretenen Forderung des Verbotes des Schrotschusses auf Schalenwild, und er machte den Kugelschuß seinen Mitgliedern zur Pflicht. Die Versammlung stand unter dem Eindruck des erfolgreichen Iahresver- lauses und sprach dem Vorstand einstimmig Vertrauen und Dank aus. Der Voranschlag für 1931, der sich auf gleichbleibendem Beitrag aufbaut und neben dem gleichen b.»währten Iahresprogramm eine interne Feier des lOjähr. Besteh-ns zus ammen mit der Hubertusfeier vorsieht, wurde genehmigt. Rach Besprechung einiger jagdlichen und jagdrechtlichen Fragen, die aus der Versammlung laut wurden, konnte der 1. Bor.ihende die Ehrung eines sehr verdienten Iagdschutzbeamten, des Förster- Pf e i f e r aus Rieder-Weidbach, vornehmen, dem es gelang, ein gefährliches Dchliugenstellerpaar zu entlarven und ganz exemplarischer Bestrafung zuzuführen und damit zugleich auch der Aufklärung einer ganzen Kette von Wildereien den Weg zu öffnen. Er wurde dafür mit der goldmen Hu- bertusmedallle mit der Aufschrift „Für Verdienste im Iagdschutz" ausgezeichnet. Rach -Beendigung des geschäftlichen Teiles hielt der 1. Schriftführer, Studienrat Hö Izel, einen mit großem Interesse aufgenommenen Vortrag über »Vogelzug und Do- gelberingung". , . •• Die Maul- und Klauenseuche ist m Rinderbügen (Kreis Büdingen) amtlich fest- gestellt worden. Oie Wetterlage. 0wolkenlos.® netter QnifO oeflent «woimo. »oedecn »Reflex ♦ Schnee c. Oreuoem ■ Mcott K Grwnter @windst'iie. «O* sehe leichter Ost massiger iuosuovesi *> surmucher norowesl Oie »teile fliegen mit dem winde Pie 0einen Stationen stenenden Ze* (en geben d-e Temperatur an 0>e Linien veromden Orle mH gleichens auf neeresniveau umgertcnneien tuftdruc* jto< M. ,5chos;3Räume, neu OcTnertdt., s gewerbliche Zwecke mit vermietet werd. ’Jiäber. A. Becker, Kep'.erst. 9. Möbliertes Wohn- u. Scblalzimm. (2 Bettemm. n üchen- benuun-eleftr. Licht, in gutem Hause sos. zu verm. Schr. Aug. U.0W6 an d. GN. Anz. XXX 915 D Ausnahme-Tage bis einschließlich 15. 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Rösler, Hermannstadt, dem Leiter des deutschen Schulwesens in Siebenbürgen, über: KurzgelchnttteneS taaM W* Zwei Musikkapellen I Pintrittekarten im Vorverkauf in folgenden Geschäften: Gravier- u. Aetzansialt G. Albold, Kirchenplatz; Friseurgeschäft Tränkner, Neuen Bäue 22; Schuhhaus Süß, Marktstraße, und Kaufhaus Schmücker, Marktstraße, GOIETHIE^IBUNID Sonntag, 8. Februar 1931. vorm. 11.15 Uhr im Stadttheater Sonntag. 8. Fcbr. Gietzen—Steinberg- Grüntngen — Dors- Gill—Garbenieich. 4l i Sld. Abmarsch: 10 Uhr. Untversitätö- Bibliolhek. |931D Die Siebenbürger Sachsen, ihre Kultur und ihre politische Lage! Zur Deckung der Unkosten 30 Pfennig 9130 Schellfische o. K. Kabeljau o. K. Rotzungen, Flsch- filets, Fischkoteleits lebende Karpfen u. Schleien,Fleisch-u. Heringssalat Marinaden Räucherfische C.li.8leiilie Babnhofstr. 59 Tel. 3866. 925D Pfund 48 A UttH Tel. 3685 Gut erb. Cutaway- Anzug 60 Mk. 1 br. Mah-Anzug 35 Mk. 1 neue Mil. Jovve 10 Mk. 2 schw. 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Unioerfttät Gießen — Universität Marburg 6:5 (3:3). 2lm Montag trug bie Handoalunannlchaft der Universität in Marburg ein Spiel gegen die dortige Universität aus. Beide Mannschaften hatten Ersatz in ihren Reihen. Sie lieferten sich einen fairen und interessanten Kamps. Die Gegner lösten sich in Führung und Ausgleich ab. Die erste Spielhälfte sah ein vollkommen ausgeglichenes Spiel, während sich in der -weiten Hälfte der Halbzeit Gießen leich. überlegen zeigte. Gießen verlor dann durch Herausstellung einen Mann. Das Spiel Wird dadurch wieder etwas verteilter. Marburg stellt« eine körperlich kräftige Mannschaft, deren Hauptwa fe ein schneller Sturm war, dem Giehen Technik und Körper- bcherrschung und eine zuverlässige Hintermannschaft entgegen stellt«. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau Io. Ullendorf — To. Dutenhofen 2:1t Am Sonntag trafen sich die beiden Mannschaften in Allendorf, um ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Bei einem flotten Spielverlauf wurde hart an den Grenzen des Erlaubten gekämpft. Allendorf gewann verdient und hätte bei exakterer Zusammenarbeit ein höheres Ergebnis erzielen müssen. To. Staufenberg I — To. Ruttershausen 1 2:1 (1:0). Beide Mannschaften lieferten sich trotz des sehr schlüpfrigen Bodens ein faires und wechselvolles schnelles Spiel, das einen knappen aber verdienten Sieg der Platzbesitzer erbrachte To. Launsbach I — To. Erda 1 6:0 (3:0). Sofort nach Beginn kam Launsbach zum ersten Tor, dem nach wenigen Minuten schon das zweite folgte. Mit einem weiteren Erfolg für den Platzverein wurden die Seiten gewechselt. Sofort nach der Pause lag der Platzbesitzer wieder im Angriff und vermag bis zum Schluß noch dreimal erfolgreich zu sein, während den Gästen nicht einmal das verdiente Ehrentor gelang, obwohl ihnen des öfteren dazu Gelegenheit geboten war To. Wißmar I — To. Dorlar I 1:1 (0:1). Der Ausgang des Spieles bedeutet im ersten Bezirk eine große Ueberraschung. Die erste Hälfte sah verteiltes Spiel und ließ den Gast zu seinem einjU gen Erfolg kommen, dem nach dem Wechsel trotz leichter Feldüberlegenheit Dorlars der Platzoerein den Ausgleich entgegensetzte. To. Albach I — To hausen I 4:2 (3:0). Die beiden Mannschaften führten in Albach ein schönes und schnelles Spiel vor, das in der ersten Halbzeit die Albacher in Front sah, die bis zur Pause drei Tore vorlegten. Nach dem Wechsel erwies sich der Gast als tonangebend, und erzielte zwei Erfolge, denen der Platzbesitzer nur noch einen Treffer entgegensetzen konnte. To. Londorf Jugd. — To. Allendorf 3ugd. 4:0 (2:0). Turnverein Londorf I — Tv. Allendorf 3:1 (3:0). Am Sonntag standen sich diese Mannschaften in zwei wichtigen Entscheidungsspielen gegenüber, die beide der Playverein gewann. Im ersten Spiele zeigten sich die Londorser meist überlegen und gingen bis zur Halbzeit mit 2:0 in Führung. Rach Seitenwechsel kam Allendorf etwas aus, aber di« Angriffe scheiterten an der Londorser Hintermannschaft. Das Spiel endete 4:0. Das Spiel der ersten Mannschaften wurde sehr hart durchgeführt. Londorf ging durch einen unhaltbaren Schuh in Führung und legte bis zur Pause noch zwei Tore vor. Rach Halbzeit lag Londorf meist im Angriff. Mit diesem 3:1-Sieg konnte sich Londorf die Bezirksmeisterwürde erringen. Leichtathletik Unter großer Beteiligung, nicht weniger als 60 Turner hatten sich hierzu eingefunden, hielt der Ber- bandssportwart F e u t n e r - Mörfelden am Samstag und Sonntag einen Gymnastik-Kursus in Lollar ab. Der 2. Verbands- und Gauturnwart Wagner- Lollar eröffnete den Kursus am Samstagabend. Zwei Stunden lang beschäftigten sich die Teilnehmer mit allgemeiner Gymnastik. Der Rest des Abends war mit Ausgleichs- und Spezialgymnastik für das Kugel st ohen ausgefüllt, den der Turnbruder Schneider-Rüsselsheim (international im Kugelstoßen und Diskuswerfen) leitete. Der Sonntagvormittag brachte iodann die Wiederholung der allgemeinen Gymnastik, und schließlich die Spezialgymnastik für den Weitsprung Den Abschluß des Kurses bildete die Anleitung zur Massagearbeit. Im Namen des Gaues dankte Äausportwart Win- lc r-Launsbach den Leitern des fturfes für ihre Bemühungen. $. C Teutonia Steinberg. JE. Teutonia wohenborn-Steinberg — Daubringen 5:2. Am Sonntag lieferten sich di« ersten Mannschaften der beiden Vereine in einem Freundschaftsspiel, besonders in der ersten Hälfte, das erwartete hartnäckige, aber faire Spiel. Der Daubringer Sturm konnte sich aber gegen die Verteidiger der Einheimischen nicht durchsetzen. Die erzielten Ecken konnten auch nicht ausgewertet werden. Bei offenem Feldspiel bis zur Halbzeit übernahm Watzenborn-Steinberg die Führung: der Ausgleich lieh jedoch nicht auf sich warten. Rach Halbzeit liefen die Teutonen zu groher Form auf und tonnten sich mit 5:2 Toren den Sieg sichern. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Rieder-Florstadt I — Raunheim I 3:1. Der Meister des dritten Bezirkes Naunheim mußte am Sonntag in den Spielen um die Kreis- Meisterschaft in Nieder-Florstadt gegen den Meister des 6. Bezirkes antreten. Bei schlechten Platzverhältnissen lieferten sich beide Mannschaften einen scharfen Kampf. Wenige Minuten nach Spielbeginn wurde ein Elfmeter für die Gäste vom Hüter der Einheimischen gut abgewehrt und im Nachschuß gehalten. Aus beiden Seiten wurden gefährliche Angriffe voraetragen, die jedoch jeweils von den Hintermannschaften zum Stehen gebracht wurden. Gegen Ende der ersten Halbzeit kam Florstadt zum ersten Tor. Nach Seitenwechsel lag Naunheim etwas mehr im Vorteil, war jedoch vor dem Tor des Gegners wenig glücklich. Allmählich änderte sich die Lage und die Einheimischen übernahmen das Kommando. Angriff auf Angriff wurde vor das Gästetor getragen, bald fiel das zweite und dann auch das dritte Tor für Florstadt Naunheim erzielte lediglich durch einen Strafstoß das Ehrentor. Gießen I — Friedberg 1 2:2. Auf dem Trieb standen sich die Gegner im Freundschaftsspiel gegenüber. Gießen übernahm bald die Führung, die Gäste schufen aber zur Halbzeit den Ausgleich. In der zweiten Spielhälfte gelangten die Gießener durch einen Elfmeter abermals in Front, konnten das Unentschieden aber doch nicht verhindern. Vorher spielten die zweiten Mannschaften beider Vereine. Hier waren die Einheimischen den Gästen weit überlegen und siegten mit 9:1 Toren. Dicfeck Ib — Rödgen I 8:0. In Wieseck trafen sich beide Gegner zum Rück- spiel, in dem sich Wieseck merklich überlegen zeigte und bis Halbzeit bereits fünf Tore oorlegte In der zweiten Hälfte kamen die Gäste etwas auf, konnten aber zu keinem Erfolg kommen. Die Wiesecker erzielten dagegen noch drei weitere Tore. Vorher standen sich Wieseck zweite Jugend und Rödgen Jugend gegenüber. Auch hier konnten die technisch besseren Einheimischen mit 4:0 Sieger bleiben. Dahenborn I — Raunheim 1b 2:2. In Watzenborn stieg trotz schlechter Bodenverhält- niste ein ansprechendes Spiel. Bis Halbzeit konnten die Gäste zweimal die Führung übernehmen. Der Ausgleich ließ aber nie lange auf sich warten Auch nach dem Seitenwechsel kamen beide Tore noch öfters in Gefahr. Zählbare Erfolge blieben jedoch beiderseits aus. Saasen 1 — (Brünberg I 3.-0. Die einheigmischen Saasener erwiesen sich fast im ganzen Spiele leicht überlegen und siegten verdient. Hausen I — Cid) I 1:1. Die Licher waren in Hausen zu Gast. Die Platz- oerhältnisse ließen viel zu wünschen übrig. Trotzdem wurde ein ansprechendes Spiel gezeigt, in dem beide Parteien nur je einmal erfolgreich sein konnten. Lcricnwettkämpsc der (tieräteturner des 3. Bezirkes Zum ersten Male trafen sich am vergangenen Sonntag die Geräteturner der einzelnen Bezirks- vereine in Wieseck, um die beste Vereinsmannschaft an den Geräten zu ermitteln. Jede Mannschaft bestand aus fünf Wettkämpfern, die in je einer Kürübung an den drei Hauptgeräten und in gemeinschaftlicher Gymnastik ihre Leistungen zeigen sollten. Sieben Mannschaften traten zu diesen Wettkämpfen an und zeigten den zahlreichen Zuschauern, daß auch das Geräteturnen bei vielen Vereinen eine Pflegestätte hat. Es wurden vorzügliche ßeiftunaen geboten, die den wohlverdienten, lebhaften Beifall fanden. Die Ergebnisse der Wettkämpfe: 1. Wieseck I 559 P.. 2. Launsbach 527 P.: 3. Wei- denhausen 515 P.. 4. Staufenberg 491 P.; 5. Rod- heim 440 P. 6. Wieseck II 434 P.; 7. Fronhausen 421 P. Die besten Einzelleistungen erzielten: 1. Karl Betin, Wieseck, 112 P., 2. Adolf Kreiling, Wieseck, 109 P.; 3. Otto Kreiling, Wieseck, 104 P.; 4. Karl Wagner, Launsbach, 103 P., 5. Ludwig Fink, Staufenberg, 103 P., 6. Rudolf Pfaff, Launsbach, 102 P.: 7. Ruppert, Weidenhausen, 101 Punkte. Ser Mmlalibersport der Studentenschaft. Rachbem den Winter über bisher auch fleißig ber Schießsport durch unsere Studentenschaft gepflegt worden war, beteiligte sich eine größere Zahl Schützen an einem vom Studentenausschuß für Leibesübungen der Llniversität Marburg ausgeschriebenen Postwettkampf. Der Zeitpunkt war 24. bis 30. Januar, die Bedingung, die auf dem hiesigen Stand zu schießen war, bestand im Schießen von je fünf Schuh liegend freihändig und stehend freihändig bei einer Entfernung von 50 Meter und offenem Stand. Die Wettkampfbedingungen des Reichsvcrbandes deutscher Klein- kaliberfchühcnverbände waren maßgebend. Es wurde Mannfchafts- und Einzelkampf gewertet. Bon unserer Universität beteiligten sich hieran 6 Mannschaften und außerdem 12 Einzelschüßen. Die Ergebnisse der besten Mannschaften waren: Korps Silvania (Jancke, Klei- böhmer, Grabenstedt, Heinrichs) 329 Ringe: Burschast Germania (Petri, Wer, Bitter, Moos) 301 Ringe: Burschenschaft Frankonia I (Dingel- dey. Weiß, Fidera, Kümmel) 249 Ringe: Korps Hassia, Etarkenburgia (Wolf. Schwieder, Schröter. Sachs) 235 Ringe. Die Ergebnisse der besten Einzel - schützen, die zum Teil in den Mannschaften mitschosscn^toaren: Jancke (Silv.) 98; Grabenstedt (Silv.) 92; Petri (Germ.) 83; Mester (Hasso- Rhenania) 82; Bitter (Germ.) 81; Heinrichs (Silv.) 79; Sachs (Starkbg.) 79; Bernhardt (Frank.) 78, Kümmel (Frank.) 77; Moos (Germ.) 75, Weih (Frank.) 73; Reh (Wing.) 71. Wie die Universität in diesem Winter im Schießen im Verhältnis zu anderen Universitäten steht, wird der Postwettkampf von Marburg zeigen, da hieran 15 Universitäten teilnahmen. — Am 7. und 8. Februar wird sich noch ein» Schiehmannschast am Kamps um die südwestdeutsche Hochfchulmeisterschaft in Frankfurt a. M. beteiligen. Sport oder Sensation? Wettkampf zwischen Flugzeug und Auto bei den Eibseerennen. Walter Glaß österreichischer Skimeister. Der die Oesterrcichischen Skimeisterfchasten ab- schlichende Sprunglauf hatte am Sonntag in Schwaz eine große Zuschauermenge angelockt, di« glänzende Sprungleistungen zu sehen bekamen. Der Thüringer Walter Glaß-Klingenthal erzielte drei ausgezeichnete Sprünge von 50,5, 53,5 und 53 Meter und holte sich durch seine gute Placierung im Langlauf auch den Meistertitel von Oesterreich mit Rote 1004,02 vor dem Wiener Harald Bosio 978.88. Hein Müller deutscher Schwergewichtsmeister. Bei den Berufsboxkämpfen am Sonntag in • Dortmund vermochten 8000 Zuschauer die geräumige Westfalenhalle nicht ganz zu füllen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Kampf um die deutsche Schwergewichtsmcisterfchaft zwischen dem Titelverteidiger Hans Schönrath, Krefeld (180,4 Pfund), und dem Herausforderer Hein Müller, Köln (175). Der von beiden mit groher Vorsicht, aber trotzdem starker Verbissenheit ge- sührte Kampf endete nach 12 Runden mit dem Punktsieg Müllers, doch wurde das Urteil vom Publikum mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen, da man ein Unentschieden als gerechte» angesehen hätte. Westdeutsche Zußball-Endspiele. Der WSV.-Spielausschuß hat für die Endspiels um die westdeutsche Fußballmeisterschaft folgend« Spieltage festgesetzt: 8., 15. und 23. März, 12., 19. und 26. April und 3. Mai. Bekanntlich spielen dis Bezirksmeister in zwei Gruppen, deren Sieger in Vor- und Rückspiel den westdeutschen Meister ermitteln. Die Heine Aicoleile. Roman von Paul Oom 36 Fortsetzung Nachdruck verboten Sie lächelte dankbar — nickte ihrem Begleiter am Flügel zu — es wurde still - totenstill — ein paar klingende, Helle Eingangsakkorde tönten silbern - und dann strömte Sigrid Onegins Gesang über die Menschen hin wie ein warmes, beglückendes Windrauschen, in dem die Blumen, die Bäume, die Wolken aas ihrer Stimme sprachen und die ganze zärtliche, klingende Seligkeit eines schönen Frühlings- hoffens sich leidenschastlich ergoß. Es war ein scherzyast-wehmütiges Lied von Strauß, das von einem Mädchen handelte, das beim ersten Frühlingswind auf den Geliebten wartet, der des Weges kommen muh. Schelmerei und bange Sehnsucht und zukunftsfrohe Lust war in dem Lied, und die Sängerin ließ all das wunderbar warm und lebendig in ihrer Stimme auffiingen. Schon nach diesem ersten Lied waren alle Zuhörer eingehüllt und gefangen von der Stimme. Sigrid Onegin sang Lied für Lied! Zwischendurch gab ihr Begleiter Solovorträge aus dem Flügel und erwies sich als ein Pianist von ebenbürtigem Künstlertum. Ganz feierlich war Wördehoff zumute. So leicht und frei fühlte er sich. Er war ganz hingegeben und in seiner Seele klang leise die Sehnsucht nach Ricolette. Run endlich wieder ein Solovortrag des Pianisten. Beifall belohnte ihn. Aber schon trat die Sängerin von neuem an die Rampe und nannte ein neues Lied — das letzte vor der Zwischenpause. Es hieb ..Das vergessene Königreich." Sie sprach noch ein paar Worte dazu, die Wördehoff nicht verstehen konnte, ebenso wie er auch den , Titel auf seinem entfernten Platz nicht gehört hatte. Aber ihm war mit einemmal, als schlüge sein Herz ganz langsam, als wehe ein kühler Wind um ihn, und es war doch so heih im Saal. Als rücke alles um ihn herum ab. die Menschen, die Wände, die Pfeiler, das Podium. und er sähe da in einer groben Leere Das Vorspiel setzte ein. Leise, romantisch, tote Spinettklänge aus einer verstaubten Zeit. Ganz still war es im Saal. ilnb dann löste sich anklingend eine Melodie daraus hervor, zaghaft — verschwommen, verklang wieder, um nun der schönen Frauenstimme die Führung zu überlassen. Wördehoff sah wie bezaubert da. Herrgott, die Melodie, die Melodie — wo hatte er sie in ihrem Anfang schon einmal gehört? Wo nur? - Blätterrauschen war darin Burgromantik! - ilnb wo kamen diese Worte her? — Herrgott! - Herrgott! Märchen - Märchen! War es denn möglich? Er hörte seine eigenen Worte? Die er einst Ricolette in den Schob legte! „ßin jeder hat sein eigen Schloß Voll heimlich-stiller Räume, And zieht auf einem weihen Roh Durch blumenbunte Träume. Ein jeder hat sein Königreich, Das ihm sein Gott einst schenkte In einer Stunde, blütenreich. Die sich vom Himmel senkte. Lind doch zieht jeder wie ein Kind, Wie Tristan in die Weite, Daß er sich Glück und Glanz geschwind Mit Schwert und Spieß erstreite. Lind ahnt doch niemand, wo und wann Er Schloß und Roh versäumte. Lind wo voll Müdigkeit er dann Ein Königreich verträumte. Lind erst wenn er dem Rarren gleich Steht vor den letzten Toren, Weih er, daß er sein Königreich Vergessen und verloren — —“ Das Lied war zu Ende. Wieder klang die Begleitung mit seinen Spi- nettönen aus. Wördehoff blickte um sich. Sah, wie die Menschen Ratschten - wie sie sich erhoben, um nach dem Foyer zu drängen. Also hatte - Kinna sein Lied vertont? Ja - wann denn? Er sollte doch nicht — Da faltete er das Programm auseinander. Hatte schon gesunden, was er suchte. „Das vergessene Königreich. Tert von Hubert Wördehoff. — Letzte, nachgelassene Vertonung von Professor Gottsried Kinna t“ Ihm war, als wurde plötzlich alles dunkel vor seinen Augen. Kinna — tot?! Er biß die Zähne in die Lippen. Lind - er wußte nichts davon? 3a. tote war denn das möglich? Das — konnte doch nicht sein! „Ricolette!" stich er hervor. Schob das Programm in die Tasche. Sprang auf. Rannte hinaus. Stand plötzlich auf der Straße. Er wußte selbst kaum, wie er hinausgekommen war. Grell blitzten die Lampen über dem Asphalt. Autos raffelten hupenheulend vorbei. Schienen flirrten. Wie leblos stand er da. „Kinna tot? Lind — ich weih es nicht?" Die Frage dröhnte immer wieder durch sein Hirn. Er ging mit langsamen Schritten davon. Wie schlafwandelnd. „Ricolette — Ricolette — — und ich weiß von nichts? Das ist — doch nicht — wahr?" Da entspannte sich sein Gesicht. Ricolette — mußte geschrieben haben! Aber der Brief — — Ihm fiel eine Szene ein — beim Anwalt. Er und Rorma. Eine Frage Rormas an ihn — so über die Schulter: „Du erhältst doch Briese — von Fräulein Kinna?" Er verneinte. Rorma lächelte. Ein — wissendes Lächeln. Es war ihm ausgefallen. Sine Viertelstunde später hatte er's vergessen. Hatte Ricolette doch geschrieben? An — seine alte Adresse am Karlsgarten? Zur Zeit, da er schon allein wohnte? Lind Rorma hatte den Bries — behalten?! Ah — so konnte es fein! Rorma war auch dazu fähig: „Hallo —!“ Er rief ein Auto an. Rorma spielte im Theater. Allabcirdlich. Er mußte hin — sofort! „Reues Theater! Aber schnell, schnell!" Seine Rerven zuckten! Ah — wenn es wirklich so war, daß Rorma Briefe unterschlagen hatte! Lind Ricolette — in ihrer Verzweiflung allein — in ihrem Glauben an ihn erschüttert! Er ballte die Fäuste. Wußte nicht, wie er ins Theater tarn — hinter die D-hne — hörte plötzlich Dr. Römers Stimme: „Ranu? Herr Wördehoff? Ist die Kulissenluft doch stärker?" Da faßte er sich. „Wo ist Rorma Relson?" „Aus der Buhne. Aber sie muß bald abtreten." „Ich will sie sprechen." Dr. Römer zog die Augenbrauen hoch. Wörde- hofss Erregung entging ihm nicht. „Was ist denn?" „Ah — nur eine Kleinigkeit. Lassen Sie —" „Hm — —" Römer hielt es für geraten, zu bleiben. Gleich daraus hörte man Klattchen — vom Zuhörerraum her — B..hnenarbeiter tauchten auf — der Inspizient lieh sich sehen. Der Vorhang hatte sich gesenkt. Die Arbeiter bekamen Arbeit für den nächsten Akt. Rorma tauchte aus den Kulissen auf. Dio Lippen hellrot gefärbt. Etwas erhitzt. Lebhaft. Wördehoff trat ihr in den Weg. < „Wo hast du die Briefe gelassen, die —« Fräulein Kinna mir geschrieben hat?" Sein Gesicht war drohend. Lind Rorma war auf diese unerwartete Frag« nicht gefaßt. So verriet sie sich. „Dir nachgeschickt", sagte sie kühl. Wer konnte ihr das Gegenteil beweisen? Wördehoff lachte rauh auf. „Also — vernichtet, wie? Ich danke dir! Das war deine letzte Grausamkeit." Er wußte genug. Ricolette hatte also geschrieben. Wann — wie oft — er würde es jetzt nicht erfahren, das wußte er. Brüsk wandte er sich um und ging ohne Gruß davon. Rorma zuckte die Achseln. Warum füllten Briefe nicht verlorengehen? Was war schon daran. Er würde schon noch erfahren, was darin stand. 3a — Ricolette hatte zweimal geschrieben. 51 nb der letzte Bries vor zwek Wochen wcrr — bie Todesnachricht gewesen. Rorma hatte ihn gelesen. Aber Ricolettes Rus an Wördehoff: „Komme, Hubert, komme zu mir — das Schloß ist so öde —" hatte sie wenig gerührt. Ebensowenig wie der Dries des Dr. Windthorst, bec Wördehoff bat, umgehend auf dem Schloß nach dem Rechten zu sehen, da er infolge eines alten Leidens sofort nach Italien reifen müsse. Er hätte die Praxis einem Vertreter überlassen. Dazu einige Zeilen über K.nnas Tod. Während einer vorübergehenden Bciierung hätte er Wörde- Hoffs Gedicht vom Königreich komponiert, ganz heimlich, bann sei es schnell bergab mit ihm gegangen. Das war Rormas letzte, sinnlos-törichte Rache. Wördehoff fuhr nach Hause. Gepeinigt von quälenden Gedanken, die Ricolette galten. Rur schnell fort von hier — fort — zu ihr hin. Er schlug im Kursbuch nach. Gott sei Dank — ein Rachtzug ging noch^ Allerdings nicht bis zu der kleinen Bahnstation des Städtchens, er mußte von der letzten Station ein gut Stück zu Fuß wandern. QCber er kam immer noch frütjer an Ort und Stelle, als wenn er bis zum rSßormittag auf den durchgehenden Zug warten Ibürbe. Lind er hätte es nicht ausgehalten, bie Rächt über tatenlos hier zu ver- grübcln. — In aller Hast packte er bas Rottvendiciste ein und fuhr zum Bahnhof. — (Schluß folgt.) Das Recht im täglichen Leben. Oie Feuerbestattung in Hessen. Nachdruck verboten. In Hessen ist die Feuerbestattung durch das Tesch vom 19. August 1899 und durch die Bekannt- machunaen vom 8. Juli 1913 lind vom 7. Mai 1919, die Ausführung des Gesetzes über die Feuerbestattung betreffend, geregelt. Die einschlägigen Vorschriften sind, deshalb so streng gefaßt, weil sie dazu dienen sollen, zu verhüten, daß durch die Verbrennung einer Leick)e die Spuren eines Verbrechens, z. B. eines Giftmordes oder unerlaubten Eingriffs, beseitigt werden. Eine Feuerbestattung darf nur erfolgen, wenn sie von dem Verstorbenen persönlich angc- ordnet und erst dank», wenn sie von der Orts- pvlizeibehörde des B e st a t t u n g s o r t e s schriftlich genehmigt worden ist. Daß der Verstorbene die Feuerbestattung angeordnet hat, kann auf dreifache Art bewiesen werden: 1. Durch eine Verfügung von Todes wegen, d. h. durch ein besonderes Testament, oder durch eine entsprechende Anordnung in einem Testa- nlent. Geschäftsunfähige und solche Personen, die sich in einem die freie Willensbestimmung aus- schließcnden Zustand der Geistestätigkeit befinden, und wegen Geisteskrankheit Entmündigte können ein Testament nicht errichten, da ihre Willenserklärungen nichtig sind. Letztere sind auch nichtig, wenn sie im Zustand der Bewußtlosigkeit — etwa in der Hypnose oder in hochgradiger Trunkenheit —, oder in vorübergehender Störung der Geistestätigkeit abgegeben worden sind. Die wegen Geistesschwäche, Verschwendung oder Trunksucht Entmündigten können gleichfalls kein Testament errichten, und 'war schon von dem Augenblicke an, in dem der i mlündigungsantrag gestellt wurde, auf Grund dessen die Entmündigung erfolgte. Ein Minderjähriger, der das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, kann seine Feuerbestattung anordnen, weil er von diesem Zeitpunkte an ein Testament errichten kann. Bekanntlich erfolgt die Testamentserrichtung in ordentlicher Form vor einem Richter oder einem Notar, oder durch eine von dem Erblasser unter Angabe des Ortes und Tages vollkommen eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung. Da in den allermeisten Fällen die gerichtliche Testamentseröffnung eines in amtliche Verwahrung genommenen Testamentes erst mehrere Tage nach dem Ableben einer Person zu erfolgen pflegt, so besteht die Gefahr, daß die etwa testamentarisch angeordnete Feuerbestattung erst nach der bereits erfolgten Erdbcstattung bekannt wird. 2. Durch eine hinsichtlich der Unterschrift öffentlich beglaubigte Erklärung desjenigen, der seine Feuerbestattung anordnet. Zur Beglaubigung der Unterschrift sind in Hessen neben den Amtsgerichten zuständig die Notare, die Urkundsbeamten der Geschäftsstellen an den Amtsgerichten, die Ortsgerichtsvorsteher, außerdem der Bürgermeister oder Beigeordnete, sowie der mit der öffentlichen Poli- zciverwaltung betraute Beamte. 3. Durch das vor einer öffentlichen Behörde, z. B. dem Amtsgericht, beurkundete Zeugnis zweier Personen, die dem Verstorbenen im Leben nahe- gestanden haben, daß der Verstorbene seine Feuerbestattung ausdrücklich gewünscht hat. Hatte ein Verstorbener zur Zeit seines Todes das sechzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet, so kann die Feuerbestattung von dem Inhaber der elterlichen Gewalt, d. h. von dem Vater — im Falle seines früheren Ablebens von der Mutter —, durch eine Erklärung gegenüber der Ortspolizei des Sterbe- o r.t e s angeordnet werden. Hiermit allein ist es aber noch nicht getan. Die oben erwähnte Einäscherungs-Genehmigung der Ortspolizei des Bestattungsortes kann nut dann erteilt werden, wenn durch übereinstimmende Z«lgnisse des behandelnden Arztes und des Amts- cirotes (Kreisarztes) des Amtsgerichts des S t e r b e - orfes die Todesursache festgestellt und wenn durch dosen (schriftliche) Zeugnisse und außerdem durch ein Zeugnis der Ortspolizeibehörde des Sterbe- ortes dargctan ist, daß der Verdacht, es sei der Tod durch eine strafbare Handlung herbeigeführt wo» den, ausgeschlossen ist. Ein etwaiger Selbstmord kommt als Hindernis nicht in Betracht. Die ärztlichen Zeugnisse dürfen nur auf Grund einer Leichenschau ausgestellt werden. Trägt auch nur Siner der Aerzte Bedenken und hält einer von ihnen eine Leichenöffnung (Sektion) für erforderlich, so ist diese vorzunehmen. Für den Fall, daß der Verstorbene in seiner letzten Krankheit nicht in ärztlicher Behandlung gestanden hat, ober daß der Amtsarzt selbst der behandelnde Arzt war, muß bei Hastung des Autohatters bei Gefälligkeitsfahrten. Von Amtsgerichtsrat i. R Franz. Auf Einladung des Kaufmanns 21. (Autohaller) unternahm der Privatier B. in dessen Auto eine Vergnügungsfahrt. Der Kraftwagen kam vom Wege ab, stürzte die Böschung hinab, D. wurde verletzt. Welche Rechtsfolgen hat dieser Unfall für den Autohalter? Durch Öde Einladung zur Spazierfahrt ist zwischen 21. und B. eine vertragliche Beziehung, etwa auf Grund des Beforderungsvertrags, nicht entstanden. Wer einen anderen mitfahren läßt, will sich rechtlich ebensowenig verpflichten wie der Rentier, der einen Bekannten zum Diner einladet. Daraus ergibt sich, daß, wenn auf einer solchen Fahrt ein Unfall sich ereignet, der Fahrgast kein vertragliches Recht auf Schadenersatz hat. Daß der Halter für die Sicherheit des Gastes Sokge zu tragen hat, ist keine Vertragspflicht, sondern die konkrete Gestaltung der absoluten Pflicht, die jeder gegen jeden hat. Das Reichsgericht (Bd. 65 S. 18) sagt in dieser Beziehung: „3n der bloßen Gestattung des Mitfahrens an sich ist noch nicht der 2lbschluh eines obligatorischen Vertrags zu erblicken, sondern nur ein tatsächlicher Vorgang, ohne rechtliche Bedeutung." Auch auf Grund der Vorschriften des Kraftfahrzeug-Gesetzes könnte D. einen Anspruch nicht erheben, denn er war Insasse deS Kraftwagens und nach § 8 des Kraftfahrzeug-Gesetzes bleibt die Gefährdungshaftung außer Anwendung, wenn zur Zeit des Unfalls der Verletzte (B.) durch das Fahrzeug befördert wurde. Es bleibt aber noch der Klage^rund des § 823 BGB. (schuldhafte, widerrechtliche Verletzung eines anderen) übrig. Von einer unerlaubten Handlung im Sinne des § 823 und von einer Ersatzpflicht des 2L könnte man sprechen. wnrn 21 seine VerletzrspMcht als Wagenführer verletzt, bet Ausstellung des Zeugnisses ein zweiter Arzt Mitwirken, ber von ber Ortspolizeibehörde bes Sterbeortes berufen, b. h. bestimmt wirb. Ein etwa erforberlicher Leichenpaß wirb von bem K r e i s a m t des Sterbeortes ausgestellt. Er kann von biefem nur erteilt werben, wenn alle oben angegebenen gesetzlichen Voraussetzungen und vorgeschriebenen Nachweise erfüllt sind. Ein Leichenpaß ist nötig, wenn eine Leiche zum Zwecke der Feuerbestattung von einer Gemarkung in bie anbere, ober außerhalb ber hessischen Grenzen gebracht wird. Die Feuerbestattung bars in Hessen nur in Anstalten (Krematorien) ftattfinben, bie auf Grund ortsstatutarischer Bestimmungen errichtet und geleitet werben. Die Krematorien sinb in räumlichem Zusammenhang mit einem Friedhof anzulegen unb nur an Stellen, an denen sie bie Besitzer ober Bewohner benachbarter Grunbstücke nicht „erheblich" belästigen, ober an denen sie mit zunehmender Bebauung nicht in die Nachbarsck-aft von Straßen und Plätzen gelangen können. Die Einäscherung m u ß in einem besonderen Einäscherungsraum erfolgen, ber vom Feuerungsraum getrennt ist. In jebem Krematorium müs - fen vorhanden sein: 1. Eine zur Abhaltung von Trauerfeierlichkeiten genügend würdig ausgestattete und vom Ofenraum getrennte Halle, die auch zum Teil als Urnenraum verwendet werden kann, wenn dadurch ber Charakter des Raumes für bie Abhaltung von Trauer- fcierlichkeiten nicht beeinträchtigt wirb. 2. Verwaltungsräume, ein Raum für bie Einfüllung ber Aschenreste in bie Aufbewahrungsgefäße und ein Aufwahrungsraum. Für Leichen von Personen, bie an einer anstecken- ben Krankheit gestorben sind, muß ein desonberer, verschließbarer Raum vorhanben sein. Iebes hessische Krematorium muß eine durch Oris- satzung genehmigte Betriebsordnung besitzen, die folgende Vorschriften enthalten muß: 1. Die Särge dürfen nur aus Zinkblech, oder aus dünnem weichen Holz bestehen. 2. Die Leichen sollen möglichst mit einfachen Sterbekleibern aus ungefärbtem Leinen- ober Baumwollenstoff bekleibet sein. 3. Die Einäscherung darf nicht unterbrochen unb muß so lange fortgesetzt werben, bis nur noch bie durch Feuer nicht zerstörbaren Teile zurückbleiben. 4. Die Aschenroste müssen aus dem Aschenraum alsbald nach bem Erkalten mit Geräten entfernt werben, bie nur hierzu verwenbet werben dürfen, unb zwar sorgfältig unb bis auf die letzten Reste aus bem Ofen. Sie sind sogleich in bas zur Aufnahme bestimmte Gefäß zu bringen. Die Urnen sinb sofort zu verschließen unb in dauerhafter Weise so kenntlich zu machen, baß eine Verwechslung ausgeschlossen wird. Wenn Aschenreste am Berbrennungsorte nicht beigesetzt werden, so sind sie den Angehörigen zum Zwecke der Bestattung an einem polizeilich genehmigten Orte zu übergeben, ober unmittelbar an die Verwaltung ber Bestattungsstätte zu überfenben. Aussagen vor der Polizei. Von Or. 6. Kries. In weiten Kreisen des Publikums bestehen zum großen Teil immer noch Unklarheiten darüber, wie weit man der Polizei gegenüber zu Auskünften verpflichtet ist. Unberechtigte Verweigerung der Auskunftserteilung gegenüber dem Beamten hat dann häufig unangenehme Folgen und Weiterungen. die bei Kenntnis der Rechtslage sowohl im Interesse des Publikums, wie auch zur Entlastung ber Polizei hätten vermieden werden können. Bei der Auskunsts- unb Aussagepflicht gegenüber der Polizei kann man zwei Fälle unterscheiden. Einmal Auskünfte, die die Polizei in allgemeinpolizeilichen Dingen verlangt und weiter solche im Strafverfahren. Aus allgemein- politischen Gesichtspunkten heraus ist die Polizei berechtigt, Auskünfte zu bedangen, das gilt z. B. bezüglich des polizeilichen Melde- Wesens und in anderen Fällen. Wer in solchen Fällen die Auskunft verweigert, kann durch poli- zeillche Zwangsmaßnahmen, insbesondere auch durch Pvlizeistrafen, zur Erfüllung seiner Pflicht angehalten werden. Grundsätzlich gilt aber dabei, daß die Polizei die von ihr verlangten Auskünfte nicht auf andere Art und Weise zu erlangen vermag, z. B. durch Rachfragen beim Hauswirt und in ähnlicher Form. Besondere Bedeutung erlangen die Auskünfte und Aussagen, die die Polizei im Strafverfahren wünscht. Hier ist grundsätzlich zu unterscheiden, ob derjenige, der eine Auskunft geben ober eine Aussage machen soll, nur als Zeuge befragt, oder ob er selbst einer Straftat beschuldigt wird. Vielfach wollen Personen, die Straftaten beobachtet haben, z. B. Zeuge von 23er- kehrsunfällen waren, nicht einmal ihre Personalien angeben, da sie mit der Sache nichts zu tun haben wollen. Soweit die Angabe der Personalien von einer Privatperson verlangt wird — beispielsweise von einem bei einem Derkehrsun- fall Verletzten —, ist gegen bie Ablehnung nichts zu sagen; wenn man auch von jedem aus allgemeinen Gründen wird verlangen können, daß er dem Geschädigten durch seine Zeugenaussage zur Durchsetzung feines Rechts verhilft. Man muß immer in solchen Fällen bedenken, wie leicht man selbst in eine derartige Lage geraten könnte und daß man durch die Weigerung unter Umständen außerstande gesetzt ist, fein Recht zu wahren. 25knn ein Polizeibeamter dagegen von dem 3eugen Angabe seiner Personalien fordert, so muß der Betreffende die gewünschten Angaben machen. Tut er es nicht und kann der Polizeibeamte auf andere Art und Weise, z. B. von einem Begleiter, die nötigen Angaben nicht erfahren, hat er sogar das Recht, den Zeugen zur Wache rnitzu- nehmen, um dort, die Personalien feststellen zu lassen. Hier empfiehlt es sich also — schon um unangenehmen Weiterungen aus dem Wege zu gehen —, von vornherein den gewünschten 21a- men und bie Wohnung notieren zu lassen. Soweit man als Zeuge im Strafverfahren vernommen werden soll, hat die Polizei das Recht, durch Vorladung den Zeugen zum Erscheinen zu zwingen. Die Polizei hat aber keine Machtmittel, auch die Aussage als solche zu erzwingen. 2kr- weigert der Zeuge die Aussage vor der Polizei, so bleibt dieser nur übrig, die Akte dem Gericht zu übersenden, so daß eine richterliche Vernehmung stattfinden kann. Vor dem Richter muß der Zeuge bann ausspgen. Andernfalls kann er durch Strafe dazu gezwungen werden. Der letzte Fall wäre noch ber, daß jemand selbst einer Straftat bezichtigt wird. Den Beschuldigten trifft keine Pflicht zur Aussage, d. h. also, er kann, wenn er will, -jegliche Aussagen — dazu gehört in diesem Falle auch die Angabe der Personalien — verweigern, ohne daß die Polizei Zwangsmittel antoenben kann. Für den Beschuldigten gilt das sowohl vor der Polizei, wie vor Gericht. 2kt- weigert der Beschuldigte bie Angabe seiner Personalien, so wird allerdings die Polizei versuchen müssen, diese auf andere Art und Weise festzustellen, denn sie hat nach den Bestimmungen der Strafprozehordnung die Verpflichtung, alles Rotwendige zur Aufklärung der Straftat zu tun, uni£ dazu gehört naturgemäß in erster Linie die Feststellung der Person des Verdächtigen. Wer also als Beschuldigter die Angabe seiner Personalien vor der Polizei verweigert, wird sich damit abfinden müssen, daß ihn die daraus entstehenden Folgen treffen, und wird insbesondere, wenn er in Hast genommen ist, bie Verzögerung der notwendigen Ermittlungen zu tragen haben. Es ist in der Praxis die Frage aufgeworfen worden, ob auch derjenige, der bei einer Straftat betroffen wurde unb im sogenannten beschleunigten Verfahren abgeurteilt werden soll, ber Polizei seine Personalien anzugeben hat. Da für die Vorbereitung des beschleunigten Verfahrens — soweit bie Polizei in Frage kommt — keine besonderen Vorschriften bestehen, gilt das oben Gesagte. Der Unterschied zwischen dem gewöhnlichen Verfahren und dem beschleunigten Verfah- ren besteht lediglich darin, daß die Polizei den Täter unter Vermittlung der Amts- oder Staatsanwaltschaft unmittelbar dem Gericht vorführt. Voraussetzung ist dabei, daß ber Täter geständig ist ober baß burch Zeugen oder in ariderer Art und Weise sofort der Beweis der Täterschaft geführt werden kann. ober wenn er die schlechte Beschaffenheit seines Wagens gekannt hat. Hier wird die Einladung zu einer schuldhaften Handlung dadurch, daß der Einladende bei gehöriger Sorgfalt die schlechte Beschaffenheit des Wagens hätte erkennen können. Unter diesen Umständen wäre die Einladung auch eine nach § 276 als Fahrlässigkeit zu vertretende Handlung, wejl 21. bei Anwendung ber Verkehrs- sorgfalt hätte Bedenken tragen müssen, einen anderen Menschen den Gefahren des Fahrzeugs auszusehen. Es fragt sich aber, ob nicht bei der Gefälligkeitsfahrt der unentgeltlich Beförderte von vornherein auf alle etwaigen Ersah- ansprücheverzichtet hat. Ein solcher 2k r- zicht würde sich auch auf die Hinterbliebenen des Fahrgastes erstrecken (RG. Dd. 65 S. 13). Der Führer (Halter) könnte die Ansprüche des Eingeladenen aus der Gefälligkeitsfahrt mit Sicherheit in ber Weise ausschließen, daß der Fahrgast schriftlich oder mündlich erklärt, er verzichte ausdrücklich auf alle Ansprüche gegen den Halter und den Lenker des Wagens, wenn ihm bei der Mitsahrt ein Unfall ober sonstiger Schaden zufköht. Das wäre schließlich für den Halter das einzige, dem eingetabenen Bekannten gegenüber aber nicht gerade rücksichtsvolle Mittel, daß er sich für seine Gefälligkeit nicht hohen Ersatzansprüchen ausseh t. Die Anbringung einer Aufschrift an den Wagen: „Sie fahren in diesem Wagen auf eigene Gefahr" genügt zum Ausschluß ber Haftung nur dann, wenn ber Führer den Fahrgast darauf hinweist, und letzterer sich damit einverstanden erklärt. Runmehr hat das Reichsgericht hinsichtlich des 2krzichts auf Ersatzansprüche bei Gefälligkeitsfahrten eine grundsätzliche Entscheidung (Urteil vom 14. April 1930) erlassen, deren Erörterung nicht zu umgehen ist. Bekanntlich beruht das Kraftfahrzeug-Gesetz auf dem Grundsatz der Gefährbungshaf tung, b. h. zur Begründung des Anspruchs (nach dem Kraftfahrzeug-Gesetz) ist der Rachwei- eines Verschuldens nicht notwendig, der Anspruch hängt lediglich ab von dem ursächlichen Zusammenhang zwischen Schaden und Betrieb des Fahrzeugs. Rach ber Ansicht des Reichsgerichts wird bei Gefälligkeitsfahrten ber Ausschluß für Gefährbungshaftung stillschweigend vorausgesetzt, bei Fahrlässigkeit des Autohalters kann dessen Haftung durch besondere Umstände ebenfalls ausgeschlossen werden. Der Fall ist folgender: Die Inhaber einer Firma in M., Autobesiher, unternahmen eine Probe- und Vergnügungsfahrt nach beliebten Weinorten der Rheinpfalz, wozu sie 21. einluden. In F. und D. wurde in erheblichem Maß dem 2Beinc zugesprochen, auch ber Autolenler T. beteiligte sich daran. Auf der mit starker Geschwindigkeit angetretenen Rückfahrt sah ber Lenker T. plötzlich einige Fuhrwerke entgegenkommen, blendete daher die Scheinwerfer ab und steuerte so stark nach rechts, daß das 2luto an die Prellsteine stieß und sich überschlug. T. wurde verletzt, der Fahrgast 21. getötet. Der Vater des 21. verlangte im Klagewege 10 000 Mark Abfindungssumme. Im Gegensatz zum Landgericht wurde die Klage vom Berufungsgericht und auch vom Reichsgericht zurückgewiesen. Zunächst geht bas Reichsgericht von dem jetzt anerkannten Rechtssatz aus, daß für die Gefährbungshaftung (Anspruch auch ohne Rachweis des Verschuldens) auch stillschweigend ber Ausschluß im voraus vereinbart werden kann. Aber es ist nach seiner Ansicht im Hinblick darauf, daß 2ktträge auch durch schlüssige Handlungen und stillschweigend geschlossen werben können, auch das Zustandekommen einer stillschweigenden Vereinbarung dahin möglich, daß dem Schuldner (Wagenlenker, Autohalter) auch die Haftung auf Ersatz für solche Schäden im voraus erlassen wird, welche durch eine Fahrlässigkeit des Schuldners verursacht würdew Handelt es sich bei der vom Schuldner übernommenen Leistung um eine Gefälligkeit (wie hier), so kann zwar nicht regelmäßig, wohl aber dann, wenn weitere Umstände hinzu- Die sanitätspolizeilichc Hcberroa-* d) u n g eines Krematoriums untersteht dem zuständigen Kreisarzt. Die zur Feuerbestattung bestimmten Leichen sollen möglichst frühzeitig vom Sterbehaus in die Leichenhalle überführt werden. Der Krema- toriumsoerwalter führt über alle Einäscherungen ein genaues Register. Dieser hat auch Verstöße gegen die bestehenden Vorschriften über die Einrichtung und den Betrieb der Aufsichtsbehörde zu melden. Letztere ist in den Gemeinden, auf die die Städteordnung Anwendung findet, der Oberbürgermeister oder Bürgermeister, in allen anderen Fällen das Kreisamt. Die Nachweise, die zur Genehmigung der Feuerbestattung vorgelegt werden müssen, sind von der Polizeibehörde des Einäscherungsortes nach der Reihenfolge der Bestattung geordnet auszpbewahren. Die Kosten, die durch das Verfahren der Behörden bei der Durchführung der für die Feuerbestattung bestehenden Vor-schristen erwachsen, fallen — einschließlich der Transportkosten der beamteten Aerzte — den Bestattungspflichtigen zur Last. G. Oie Haftung des Gasiwiris. Oftmals findet man in Gastwirtschaften einen Anschlag, auf dem zu lesen ist, daß der Inhaber der Gastwirtschaft, des Cafes usw. die Haftung für gestohlene Sachen ablehne unb daß er die Gäste bitte, selbst auf ihre Garderobe zu achten. Diesem Anschlag kommt eine rechtliche 23e- beutung insofern nicht zu, als eine Haftung des Gastwirts nicht in Frage kommt, soweit er sich nicht gewerbsmäßig mit der Beherbergung von Personen befaßt. Der Gastwirt, der nur Getränke und Speisen an seine Gäste ausgibt, ihnen aber Wohnung nicht gewährt, hat also gar nicht für die in seinem Betrieb gestohlenen, oder beschädigten Sachen aufzukommen. Man kann also nur von einer Haftung reden, wenn es sich um Hotels, Pensionen und dergleichen handelt. Die gelegentliche Beherbergung eines Fremden in einer Gastwirtschaft begründet diese Hastung nicht. 2Ils eingebracht sind die Gegenstände zu be-eich-* nen, die dem Gastwirt, oder den von ihn: zur Gnt-- gegennahme bestellten Personen übergeben worden sind (3.23. dem Hausknecht auf dem Bahnhof) und in den dem Gast zugewiesenen Räumen untergebracht werden. Für Verlust oder Beschädigung solcher Sachen hat ber Gastwirt zu haften; zu bemerken ist, daß die Sachen auS den bem Gast zur Wohnung zugewiesenen 2täu- men in Verlust geraten, oder in diesen beschädigt sein müssen. Läßt z. B. ein Gast einen Gegenstand in den Restaurationsräumen eines Hotels liegen unb gerät derselbe dort in Verlust, so hat der Gastwirt dafür nicht zu haften. Rach § 702 des BGB. erstreckt sich die Haftung für (Selb, Wertpapiere und Kostbarkeiten nur bis zu einem Betrage von 1000 Mk. Sind bem Gastwirt diese Wertsachen aber besonders übergeben worden unb hat er sie in voller Kenntnis ihres Wertes übernommen, so haftet er über den obengenannten Betrag hinaus als 23erwahrer. Erhebt er für seine besondere Wert- sachen-Verwahrung keine Gebühr, was wohl in den meisten Fällen geschehen wirb, so hat er nur für die Sorgfalt einzustehen, die er in seinen eigenen Angelegenheiten anzuwenden pflegt; er kann also nur für fahrlässiges Verhalten, oder grobes Verschulden verantwortlich gemacht werden. Lehnt er die Aufbewahrung der Wertsachen ausdrücklich ab, so kommt eine Haftung des Gastwirts nicht in Frage, es fei denn, daß der Verlust oder die Beschädigung durch ihn selbst, oder seine Leute verursacht worden ist. Brandschaden und Kündigungsrechi. Bei Dachstuhlbränden werben in ben meisten Fällen auch die unter dem Dachgeschoß liegenden Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen. Soweit das nicht durch den Brand selbst geschieht, wird häufig ein Schaden durch die zum Löschen erforderliche Wassermenge verursacht. Es entsteht dazu die Frage, ob in solchen Fällen der Woh- nungsmieter berechtigt ist, das Mietverhältnis frist los zu kündigen und auszuziehen. Mit der oben aufgeworfenen Frage hatte sich das Kammergericht zu beschäftigen. Es handelte sich um einen Fall, in dem durch einen Dach" treten, das Moment der Unentgeltlichkeit als ein Umstand, der für den Ausschluß der Haftung auch für Fahrlässigkeitsschäden spricht, gewertet werden. Hiernach könnte zwar nicht der 2teget nach, wohl aber bei Hinzu treten besonderer Um stände.die Haftung des 2Iuto- halters, soweit Fahrlässigkeit vorliegt, ausgeschlossen werden. Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte ergibt sich folgendes: Der Insasse zahlte für die Fahrt kein Entgelt, er verdankte die Fahrt bem ihm befreundeten Wagenlenker T. Es war ihm bekannt, daß die Fahrt nach pfälzischen Wein- orten führte, er sah, daß in F. unb D. nicht unerhebliche Mengen 2B | Kur« Schluß-^ flirt ! i-Uhr« i Schluß«! Ansang- H’ r4 | kur« | flure Datum 3.2. 4.2 3.2. 1 4.2. 3.2. 4.2 3.2. 4.2. 6% Teutldie RetchSaiueihe 7% Scutfdie Reichsanleihe von 1929 ......... • tcutldie «nl.-Sblos.-Schuld mit «utlol.-dicdtlcn....... LeSal. ohne Auilol.-Rechle . . 8% pell. 'jiotfHfnot von 1929 (rOdiotitb. 102%) - - - - • CbfrtKilcn Provinz • Anleihe mit Sluciol. tKrttitcti teullAe Stumm. Sarntnelabl. Anleihe 3ede 1 - - - 6% iirnnfl. Hop.-Bank «olbBtf XIII vntünebar bl» 193-1 . . ■ 7% sträng. Hup-Bank Goldpfe untünDtKir bl» 1932 .... <1/1% Rdeinliche Hnp.-Bank Liqu. Äotvpse........ 8% Tt. LandeSplandbriesankalt, Plandbriele Si. iS ..... 8% Pr Lonvctp'anrbriefaugalt, Komrn.-Lbl. N. 20...... 7% l’t t'anbei ansbtiefanflalt, i:fanbbricfe R 21 ..... A lL-G abfl. vorMego-Obllgatio- nen. rürkrablbar 1932 ..... <% Ocficrrctd)t|d)e Soldrente . . 4,xO% Lcfterrelchikche Silberrente 4% Ctftencidjildje Einheitliche Rente .......... 4% Ungarische Soldrente . . . . 4% Ungarilche Staatsrente v. 1910 Bergmann.........9 tfleltr. LieserungSgelellschast. 10 Licht und fltafi......10 stellen & Guilleaume . . . HeleUlchall für Elettriiche Nnlcraehmungen .... 16 Hamburger El ekm^ULt». Werte 10 dibcinhait Eiektrstität .... 9 Lchlcliiche Eiet trist töt. ... 10 3d>udcn&fco. ...... 11 Siemens & Halil: ..... 16 Tranrravio • ........ 8 vatmrorr&tto.......10 Buderus..........6 Deutsche SrdSl ....... 6 diener Steinkohle ....... Geilenkirchener .......1 Harvcner ....... . o I>!e Bergbau ...... 1( fllöditctwerfi........"> Söln-Rcuessen......... Mannesman n»Ri> tuen .... 7 Maneielder Bergbau.....7 Lberlchiei. 6iicnbc6arf .... 5 1 Lberlchiei. Kokewerte.....7 Tbentr Bergbau .... Rheinische Braunkohlen . . 10 1 .................. « 1 Niebe-t Ronimr......7.S 60,25 96,5 100.5 119 110 138,5 109,5 110 234 91^ 106 100 72 97 100 103,5 163 108 43 58,5 73,5 72 158 53,25 60,75 28,5 38 53 150 63,25 60,75 62,25 100,75 110,5 110,13 110.5 236,35 94,25 103,5 99,75 103 106.75 170,4 45,5 61 77 — 62,75 z 55,5 67 58,75 118.5 58,25 59.5 96.25 100.5 119 110 138 109.5 110 234,5 91 96 105 98.5 72 96 102.5 100 101.9 103 161,75 124.25 109,5 42,75 58 74 71 57,25 158,25 54 62.75 60.25 29,25 36,25 64,75 53 149 63,4 72,25 60.5 101 61.5 96.5 100,75 119,75 110.5 139 110 110.25 237 94 107 102 75,25 99,25 103 105.65 106 169,25 44,13 60 75^5 161 54,9 63,25 67 67,25 54,5 154,5 66,25 .rranhuri a. . | Berlin Scmkno kn. (5(flu§.i i-Ubt' l Schluß-! Anson - Berlin, 3 steöruar Meld Srles turn.-AireS Brst.-Antw- Christian ia - 5topenbag:n Stockholm • HeiüngsorS- Italien. . . London. . . 'Neunork . . BariS.... Schwell . . Spa 'teil . . Fapan . . . Rio de San. Wien in C eft. abgeft- Prag . . . Aeiirad . . SaoaöeQ . . Äut-anen Viffatoa . Dansta. . . Äonfi atm. Sllben. . Lanada Uru uaQ . Tatro . - 168.87 1,280 53.585 112,33 112,36 112.47 10,572 22,00 20,407 4.2015 16,467 81,175 42,76 2,078 0,371 59,05 12,434 7.411 73,34 3.047 18,83 81,63 1,784 5,445 4,197 2.847 20.93 169,21 1,284 58.705 112,55 112.58 112,69 10,592 22,04 20,447 4,2095 16,507 81,335 42.84 2,082 0,373 59,17 12,454 7,425 73,48 3,053 18,87 81,79 1,789 5,455 4,205 2,853 20,97 168.76 1.277 58.58 112.33 112,35 112.48 10,569 21,995 20,408 4,200 16,464 81,125 42,51 2,078 0,368 59,013 12,43 7,405 73,325 3,047 18,83 81,58 1,784 5,445 4,196 2,837 20,925 169,10 1,281 58,70 112,55 112,57 112,70 10,589 22,035 20,448 4,208 16,504 81,285 42,59 2,082 0,370 59,115 12,45 7,419 73,465 3.053 18,87 81.74 1,789 5,455 4,202 2,843 20,965 Ausnahme-Tage bis einschließlich 14. Februar Porzellan Porzellan Glas Teller, tief od.flach, Feston weiß,6 St Dessertteller, 19 cm, Feston weiß, 6 St. Terrine, oval od.rund.fürß Personen, Feston weiß Terrine,oval od. rund,für12 Personen, Feston weiß Ragoutschüssel, oval, f. 12 Personen, Feston weiß Salatieren,4eck.,22* ,cm, Feston weiß Salatieren, 4eckig, 26 cm, Feston weiß Salatieren,4eck.,2973cm, Feston weiß Platten, oval, 22 cm, Feston weiß.... Platten, oval, 27 cm, Feston weiß..., Platten, oval, 30 cm, Feston weiß.... Platten, oval, 37 cm, Feston weiß.... Saucieren, Feston weiß............. 2.50 1.75 3.75 s 5.25 ro ® 3.25 o 0.75 ® 1.10 “ 1.50 0.60 0.80 1.15 1.80 1.15 Kaffeeservice,für 6 Personen,9 Teile,4.75, 3.75 Kaffeeservice,für 6 Personen,15 Teile,... 6.25 Kaffeeservice, f.12 Pers., 27T., 15.00,14.00,10.00 Gedecke (Tasse und Teller) Streublumen, 0.60 Gedecke (Tasse u.Telier) schönes Muster, 1 00 Mokkatassen mit Fuß, Rosenthal 1.00 Konfektservie,7Teile, schönes Muster... 1.75 Tassen, hoch oder nieder, weiß.. ,4Stück 1.00 Tassen, hoch, Goldrand 3 Stück 1.00 Dessertteller, glatt od. Feston, Goldr., 3 St. 1.00 Tassen, hoch od. nieder, Indischblau,3 St. 1.00 Dessertteller, glatt oder Feston, indischblau 3 Stück 1.00 Satz Schüsseln, 3 Teile, bunt 1.50 Satz Schüsseln, 3Teile, w., ger. Sortierung 0.95 Teller, tief oder flach, weiß, mit kl. Fehlern, 0.25 Römer, mit grünem Stiel, glatt... 6 Stück 1.50 Weinkelche mit Mattband 6 Stück 2.00 Bierbecher, Goldrand 6 Stück 1.25 Kompotteller, gepr 6 Stück 0.50 Schüssel, 22 cm, schönes Muster 0.65 Schüssel, 1871 cm, mit matten Blumen ... 0.70 Kuchenteller, schönes Muster 0.50 Butterdose, gepreßt, schönes Muster.... 0.30 Honigdose, gepreßt, schönes Muster.... 0.25 Käseglocke, gepreßt, schönes Muster... 0.65 Sahneservice, gepreßt 3 Teile 0.95 Satz Schüsseln 5 Teile 1.50 Bowlen, optisch, mit Deckel 2.50 Butterglocken, Oliven-Schliff 1.50 Steingut Waschgarnitur, mittel, elfenbein,5Teile.. 3.75 Waschgarnitur, groß, elfenbein, 5 Teile... 4.25 Waschgarnitur, sehr groß, elfenbein,5Teile 4.75 Waschgarnitur, klein, bunt, 5 Teile 3.75 Waschgarnitur, mittel, bunt, 5 Teile 4.50 Waschgarnitur, groß, bunt, 5 Teilerr..... 5.50 Waschgarnitur, klein, Goldrand, 5 Teile.. 4.75 Waschgarnitur, mittel, Goldrand, STeile.. 5,75 Waschgarnitur, groß, Goldrand, 5 Teile .. 7.00 Satz Schüsseln, weiß, 6 Teile 1.00 Satz Schüsseln, bunt, 6 Telle 1.50 Topflappen- oder Zwiebelbehälter 1.20 Kakaokanne mit Nickeldeckel 1.20 Blumenkübel 125 1.00 Kinderbecher, mehrfarbig 0.15 Bei Barzahlung 10% Rabatt während des Sonderverkaufes auf alle übrigen, nicht besonders ermäßigten Preise Besichtigen Sie unverbindlich in meinen Verkaufsräumen die weiteren, im Preise bedeutend herabgesetzen Artikel. mA Verkauf nur solange Vorrat reicht fi-T&ttÄiikemver Hüftenhalter/ Corselets Büstenhalter u. 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Februar 1931, vormittags 10 Ahr beginnend, aus Distrikt Pfingstweide^. o.: 885D Eiche: 65 elä. u. Abschnitte mit 33 fm, hiervon 15 fm Alteiche 3. bis 7.Kl.; 11 rm Rullscheit, gespalten (1,2 m lg ): 15 rm Nullscheit in Rollen (2 m lg.); 7 rm Nullknüppel (2 m lg.). Luche: 6 Stämme 3. u. 4. Kl. mit 5,95 fm. Fichte: 550 Stämme la- bis 4b Kl. mit 300 fm 200 Stangen 1. Kl. 90 Stangen 2. Kl. 90 Stangen 3. Kl. Kiefer: 220 Stämme la- bis 3a-Kl. mit 100 fm. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr bei der Pfingstweide. Waldgirmes, den 30. Januar 1931. Der Bürgermeister. Donnerstag, den 5. Februar 1931, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen-, Neuenweg Nr. 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: Zwei Kassenschränke, zwei Bücherschränke, sechs Chaiselongues, fünf Sofas, einen Rauchtisch, vier Sessel, acht Tische mit 32 Stühlen, zwei Schreibtische mit einem Sessel, sechs Vertikos, sechs Nähmaschinen, zwei Kleiderschränke, zwei Teppiche, Iwei Rohrsessel, eine Blumenkrippe vier Büfetts, eine Kredenz ein Wirtschasts- büsett, drei Warenschränke, drei Gläjer- schränke, einen Badeofen mit Wanne, Zwei Spiegelschränke, einen Sekretär, drei Diwane, sechs Regulatoren, fünf Spiegel, einen Fuchspelz, eine komplette Ladeneinrichtung, eine Berkel-Schnellwaage, örci Grammophone mit 14 Platten, vier Schreibmaschinen, 100 Kokos- befen, zwölf Rofchaarbesen, 15 Kinder- klappstiihle, zwei Holländer, zwölf Pferdchen, acht Puppenwagen, 92 Kinderspiele, 40 Fahrleinen fünf Waschleinen, 24 Fruchtsäcke, 20 Felbstühle, fünf Klappstühle, 100 Kartons Christbaumschmuck, einen Aga-Wagen, zwei Horch-Personenwagen, einen Dauerwellenapparat, einen Klubsessel, einen Einspännerwagen, eine Standuhr, eine Vitrine eine Haarschneidemaschine, einen Waschtisch, ein Bett, ein Damensahrrad, zwei Decken- bezüge, zwei Ueberschlagtücher, vier Kopfkissenbezüge, Stoffe zu sieben Ueber- zügen, eine Korbmöbelgarnitur, eine Radioanlage (drei Röhren), einen Eisenschrank für Instrumente. 93ID Bestimmt: drei Hand-Leiterwagen, ein Mädchen- Fahrrad. öern Gerichtsvollzieher in Gieße 1 Steinstrahe 13 — Fernruf 4101 A Anmeldungen für Sexta und die übrigen Klassen bis Oberprima / einschließlich werden von Dienstag, 3. Februar, / \ bis Dienstag, 10. Februar, im Direktorzimmer / entgegengenommen. 845 D Sprechstunden werktags von 10 — 12 Uhr. Die Direktion des Giefeener Pädagogiums Mendelssohn-Bartholdy. Telephon 2735. Inventur-, J. H. Swidersky. 20 jübrige Praxis. W Alle Damen von auswä ts erhalten gegen Vör- »etgen dieses Inserats 1 RM. Fahrtvergütuug. MM Frauen! . Achter! • Verlobte! tw Bitte ausschneiden r Ain Kreitatz. dem 6. Februar, beginnt im Saale des Vütel Prinz (> arl, Settersweg, mein diesiahriger zwet- tagtger, für alle Damen sehr nüvltcher und lehrreicher ‘Sitditlecfo und tfervfcrJfrirfus für Häuslichkeit und gesellschaftlichen Umgang. Lebrvlan: Das Tafeldccken für einfache u. grünere Essen — Für Famtlieltanlässe aller Art — Kaffee- ü. 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