Cn Unh n,'i M .^idenX schule. '-^Tiek,?Urn. Q)i,5Cun^t6Sle ' ,,2ilb-' ^uler Ehrung °§)°r Linden nnh"e*)ter entljch 39Um mUrje, er. och weii-r n- Qu6tt«M*! 'Len Teils.» if?' toerbc" Eie Men nicht wäre! 'urde auf der Etelle ÄbH unbeliebte 5 .bellen Aer. Ö?' machte die Feststellung, daß die französische Gräber- Dirroaltung ihren vertraglich Übernommenen Verpflichtunaen überall g e - recht werde und darüber hinaus in den meisten Fällen die deutschen Grabstätten genau wie ihre eigenen pflege. Auch die deutschen Solda- tengräber auf französischen Gemeindefriedhöfen und in Nordafrika, so jagte der Botschafter, werden gut unterhalten. Die von den deutschen Truppen ge- schoffcnen Friedhöfe sind gründlich instandgesetzt worden. Durch den Weltbund Deutscher Krieger- aräberfürforge wurden diese Arbeiten der deutschen Verwaltung tatkräftig unterstützt. Ein fjunb verursacht schweren Verkehrsunfall. In der Bottroper Straße in Essen - Bor -- deck lief ein Hund vor einen Lieferwagen und wurde überfahren. Dabei verlor der Führer dcS Kraftwagens die Gewalt übet den Wagen und fuhr auf den Bürgersteig. Zwei dort auf einem öifengitter fitzende Mädchen wurden von dem Wagen erfaßt und überfahren. Dos eine Mädchen trug fo schwere innere Verletzungen davon, daß es auf . dem Transport zum Krankenhaus starb. Dem anderen wurde der rechte Fuß abgequetscht, außerdem erlitt cS einen Oberschenkelbruch. Raubüberfaü auf einen Konsumverein. In Langenbochum drangen Räuber, die ihr Gesicht mit Taschentüchern verhüllt hatten, in den Laden des Konsumvereins Eintracht ein und riefen den beiden anwesenden Verkäuferinnen unter Bedrohung mit Pistolen zu: „Geld heraus oder wir schießen!" Die beiden Mädchen liefen in ihrer Angst auf den Hof und riefen um Hilfe. Inzwischen versuchten die Räuber die Ladenkasse zu öffnen. Als ihnen dies nicht gelang, entfernten sie sich eiligst Die polizeiliche Verfolgung verlief ergebnislos. Es handelt sich bei den Tatern vermutlich um dieselben Burschen, die vor einigen Tagen einen Raubüberfall auf die Konsumanstalt in Buer unternommen haben. Lin einsame» Gehöft von Räubern überfallen. In der Rähe von Oberpleis bei Siegburg, Westerwald, drangen in der Rächt drei vermummte Männer in ein einsam gelegene« Gc- höst ein und bedrohten die Bewohner mit Revolvern. Einem Mädchen gelang es, das HauS zu verlassen und um Hilfe zu rufen. Die Räuber ergriffen darauf auf ihren Rädern die Flucht. Zwei Polizeibeamte, die in einem Kraftwagen die Verfolgung aufnahmen, wurden von den Verbrechern wiederholt beschossen. Die Schüsse verfehlten ihr Ziel. Dagegen traf ein Schuß eines der Polizeibeamten einen der Räuber in die Brust. Es handelt sich um einen .schweren Jungen" auS LengSdors bei Bonn. Zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Weimar verurteilte den Landarbeiter Daßler, der in der Nähe von Bucha die achtjährige Tochter eines Gutsarbciters ge- raubt, zu vergewaltigen versucht und bann mit einem Strick erdrosselt hatte, j u m Tode und wegen verschiedener schwerer Diebstähle und Sittlichkeitsoerbrechen insgesamt zu zwölf Jahren Zuchthaus. Die Wetterlage. V* -2 O Ä Vc* o £>< O Qvortemoi O »iro oedt-xi ® weixig. ® »«dem e -tjen « SckRft aViuttin e n 2i»i>oaei ntme«* UV lranz. erteilt »tud. phil. Preis vro 2tb. 1 M. 2dmftL«nfT. unter 06455 a. d. (vn. Anz. Geschaftsrn. sucht 1200 RM. geg. mebri. Zidicrb. u. »nonall. Rucfzabl. Rur 2eU)stgeber. ^chriftl.Angeb. unt. "6447 a.b. GH. Anz. 2tubent ber Theologie, höheres 2e- mefter, gibt Nachhilfe in Patein.Griechisch, Mathematik ob.be» aufiicbtiflt 2cbulan heilen. 2 * alte q sind die Grundursachen der meisten Krankheiten. 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Sn der am Samstag unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor Graes abgehaltenen öffentlichen Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen stand die Klage ks E r n st I u n g in Gießen, Marburger Str.109, -egen die StadtGießen wegen Heranziehung m den Kosten der Gossenpflasterung in der Mar- turger Straße zur Verhandlung. Durch Bescheid les Oberbürgermeisters der Stadt Gießen wurden km Kläger im Februar 1930 — 124,81 Mark Beitrag zu den Kosten der Gossenpflasterung vor feinem Änwesen Marburger Straße 109 ange» svrdert. Dieser Bescheid war innerhalb einer Frist von zwei Monaten mit Klage bei dem Provinzialausschuß anfechtbar. Alsbald nach kessen Zustellung erhob Jung — unter Ueber- cabe der Anforderung — mündlich Beschwerde lei dem zuständigen Dezernenten der Stadt Giesen, der ihm angeblich zugesagt haben soll, die Lache nochmals zu prüfen und ihm alsdann Bescheid zukommen zu lassen. Der Kläger bekümmerte , sich nach dieser Rücksprache nicht mehr um die Angelegenheit. Er erhielt am 27. Dezember 1930 ton der Stadt Gießen eine Mitteilung, daß die Anforderung nach Ansicht des städtischen Rechts- ousschusses zu Recht bestehe. Daraufhin erhob Jung Ende Januar 1931 Klage bei dem Pro- dinzialausschuß mit dem Antrag, festzustellen^ keß die Stadt Gießen nicht berechtigt sei, von km Kläger den angeforderten Beitrag zu verlangen, und der Stadt Gießen die Kosten des Rechtsstreites einschließlich der dem Kläger durch Destellung eines Anwalts entstehenden Kosten oufzuerlegen. Sowohl formell, als auch materiell sei die Klage begründet; formell insofern, als er, der Kläger, die in dem Bescheid der Stadt Gießen gesetzte Frist nicht einzuhalten brauchte, weil der Vertreter der Stadt Gießen den Bescheid wieder rnrückgenommen habe und demnach der Lauf der Rechtsmittelfrist erst mit Zustellung des Schreibens der Stadtverwaltung vom 20. Dezember 1930 beginne. Auch aus materiellen Gründen halte er sich nicht verpflichtet, den angeforderten Beitrag zu zahlen. Eine Heranziehung zu diesen Kosten könne nur dann erfolgen, wenn es sich um die Herstellung einer neuen, oder um die Verlänge- rung einer schon bestehenden Straße handele. Diese Voraussetzungen lägen hier nicht vor, zumal bie Marburger Straße zur Zeit des Inkrafttretens des Ortsbaustatuts der Stadt Gießen von 1888 bereits eine ausgebaute Straße mit festem Bürgersteig und Straßengräben gewesen sei. Hier handele es sich um die Verbesserung einer bereits bestandenen Ortsstrahe. Hierfür könne nach der Entscheidung des Verwaltungs- aerichtshofs in Sachen Architekt Wehrurn (Gießen) gegen die Stadt Gießen wegen Heranziehung zu Straßenbaukosten einen Anliegerbeitrag nicht verlangt werden. Die Stadt Gießen beantragte Klageabweisung und Auferlegung der Kosten für die anwaltliche Vertretung der Gegenseite.'Schon aus formellen Gründen sei die Klage unzulässig, zumal mit der Zustellung der Anforderung an den Kläger die Zweimonatsfrist für die Klageerhebung zu laufen beginne, selbst denn der Kläger den Ansorderungsbescheid bei einer Dienststelle der Stadt Gießen, bei der er sich ja nur Rat und Aufschluß hätte holen können, zurückgelassen habe. Aber auch materiell sei die Klage unbegründet. Bei Erlaß des Ortsbaustatuts im Jahre 1888 habe es an allen Erfordernissen, bie für den Begriff einer fertigen Straße gegeben feien, gefehlt. Weder Beleuchtung, noch Seiten- psad für Fußgänger seien vorhanden gewesen. Die gepflasterte Straßenrinne sei erst im Jahre 1929 geschaffen worden. Ein Straßengraben, wie er jeder Landstraße entlangführe, könne nicht als Entwässerungsanlage angesehen werden. Eine ge° Klafterte Gosse sei nach dem Gesetz als wesentlicher Bestandteil einer fertigen Straße anzusehen. 'WfA'Ä & Ml; WM VWW' - MM In Berlin-Schöneberg ist in bitterster Armut der Maschinenbauer Goebel gestorben, der vor dem Kriege als erster eine Art Tank konstruierte. Der Panzerwagen fand jedoch bei den zuständigen Behörden nicht genügend Interesse. Goebel hat dann jahrelang in größter Not gelebt und an dem Projekt einer schienenlosen Eisenbahn gearbeitet. Der Provinzialausschuß erkannte zu Recht, die Klage als unzulässig zurück- z u w e i s e n und die Kosten des Verfahrens, einschließlich derjenigen Kosten, die der Stadt Gießen durch ihre anwaltliche Vertretung entstanden sind, dem Kläger zur Last zu setzen. Der Wert des Streitgegenstandes wurde auf 124,81 Mark festgesetzt. Die Beschwerde des Wilhelm HosmannV. in S t e i n h e i m gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 2. Mai 1931 wegen Verhängung einer Ordnungsstrafe infolge Fehlens in der Jnnungsversammlung der Schuhmacherzwangsinnung wurde als unbegründet zurückgewiesen. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Kläger auferlegt und der Wert des Streitgegenstandes auf 5 Mark festgesetzt. In der Sache der Aufnahme des Karl Wilhelm Kinkel aus Frankfurt a. M. in die Landes- Heil- und Pflegeanstalt Gießen; hier: Ansinnen des Kreisdirektors des Kreises Gießen an die Stadt Gießen auf Uebernahrne von Verpflegungskosten, erkannte der Provinzialausschuß zu Recht, das Verwaltungsstreitverfahren für die Entscheidung über die Frage der Gesetzmäßigkeit des Ansinnens des Kreisamts Gießen an die Stadt Gießen für unzulässig zu erklären. Die Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Hamburg-Stadt gegen Den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erstattung der für den Geisteskranken Richard 011 aus Butzbach entstandenen Kosten wurde als unbegründet zurückgewiesen, unter Belastung des Klägers mit den Kosten des Verfahrens. Eröffnungsabend der Volkshochschule. Die Volkshochschule eröffnete am Samstag im großen Hörsaal der Universität mit einer schlichten Eröffnungsfeier das Wintersemester 1931 32. Der Hörsaal war bis auf den letzten Platz beseht. Zunächst hielt Oberstudiendirektor Dr. Baur einen Vortrag über Wilhelm Raabe. In kurzen Zügen schilderte der Redner die Person des Dichters, der abseits und in engem Kreise sein Leben führte und zum großen Dichter wurde, der dem deutschen Volke unendlich viel gegeben hat und sich einen bleibenden Rainen erwarb. Die Werke Wilhelm Raabes seien, so führte der Redner aus, nicht für diejenigen, die im Buche die Sensation suchten, Raabe sei immer der Dichter gewesen, der den Stoff zu feinen Werken aus den Kreisen der Aermsten holte und aus diesem Milieu bleibende Gestalten zeichnete, in denen sich die deutsche Seele spiegelt. Raabes Werke müßten deshalb mehr als bisher zum deutschen Volksgut werden. Allerdings bedürfe es dabei des liebevollen Versenkens in seine Bücher, denn Raabe sei nun einmal einer jener Dichter, die erst in einer gewissen Breite ihren ganzen Wert und ihre ganze Kraft offenbaren konnten. Es wäre verkehrt, Raabe als einen Pessimisten zu bezeichnen, obwohl manches seiner Werke von einem düsteren Hauch umweht sei, obenan stehe aber doch der Grundsatz, den er einem seiner Bücher voraussehte: „Richt mit« Huhassen, sondern mitzulieben bin ich da". Im Anschluß an den Vortrag brachte der Redner zwei Kapitel aus Wilhelm Raabes Werken zum Vortrag und zwar eines aus dem „Hungerpastor" und eines aus „Horaker", die beide die ganze Eigenart des Dichters, den Ideenreichtum, den feinen Humor und die universelle Beherrschung der deutschen Sprache in unverfälschter Reinheit bewußt werden ließen. Die Wirkung dieser Ausschnitte aus dem dichterischen Schaffen des wahrhaft deutschen Schriftstellers wurde durch die klare sympathische Art des Vortrags noch wesentlich gehoben. Der Vortrag und die Rezitation fanden herzlichen Beifall. Im weiteren Verlauf des Abends brachte das KammerorchesterderVolkshochschule zwei großangelegte musikalische Darbietungen zu Gehör. Ein Konzert in 0-Moll von D' Al' Abacco (1675 bis 1742) für Streichorchester und Cembalo in vier Sätzen und eine Suite in S-Dur für Flöte, Streichorchester und Cembalo von Johann Seb. Bach fanden eine sehr lebendige und eindrucksvolle Wiedergabe. Das Kammerorchester unter der Leitung von Musiklehrer F. D a u e r jr. fand für die vorzügliche Aufführung der beiden Werke stärksten Beifall. Konsumverein Gießen und Umgegend. Arn Sonntagvormittag fand im Gewerkjchaftshaus die ordentliche Vertreterversammlung des KonsumvereinsGießenundUmgegend statt. An Stelle der beiden erkrankten Vorsitzenden des Aufsichtsrats leitete das Aufsichtsratsmitglied K. Br e m e r die Verhandlungen. Der Geschäftsbericht wurde von dem Geschäftsführer Diener erstattet. Er gab zunächst in großen Zügen einen Ueberblick über die Entwicklung des Vereins in den verflossenen 30 Jahren, beschäftigte sich dann mit den mannigfachen Wirtschaftsschwierigkeiten der jüngsten Zeit und legte hierauf über den Geschäftsgang beim Konsumverein folgendes dar: Der Umsatz im Geschäftsjahr 1930/31 betrage 3 000 859 Mark gegen 3 157 118 Mark im Vorjahre, also 156 259 Mark (4,95 v. H.) weniger. Das Resultat sei in Anbetracht der allgemeinen Not zufriedenstellend, denn viele Waren hätten eine große Preissenkung erfahren. Der Umsatz müßte aber dennoch höher fein, dann würden auch die Unkosten wesentlich geringer. Die vom Konsumverein abgeführte Steuersumme betrage 57 334,09 Mark. Die Rückvergütung in Höhe von 145 686,69 Mark (5 v. H. komme in den nächsten Tagen zur Verteilung. Den Kassenbericht gab der Kassierer Jakob Günderoth; er erläuterte die Bilanz und verbreitete sich über die Rentabilitätsberechnung der einzelnen Betriebszweige. Die Bilanz schließt auf der Vermögens- und Schuldenseite mit je 1 600 571,67 Mark, die Gewinn- und Verlustrechnung in Soll und Haben mit je 408 839,80 Mark. Die Sparguthaben erreichten die Höhe von 731 634,72 Mark. Die Erübrigung betrug 900,08 Mark. Der Berichtdes Aufsichtsrats wurde von dem Verhandlungsleiter K. Bremer gegeben, der u. a. bekanntgab, daß im Berichtsjahre 31 Revisionssitzungen und drei besondere Kassenrevisionen statt- fanden, die zu keinerlei Beanstandungen Anlaß gaben. Sekretär Huber verlas den umfangreichen Bericht des Verbandsrevifors Pi wier über die in der Zeit vom 5. bis 7. Januar 1931 vorgenommene Revision der Buchführung, Kasse usw. der einzelnen Betrieseinrichtungen des Vereins. Die Revision ergab, daß die Verwaltung des Vereins eine gute ist, wesentliche Beanstandungen wurden nicht gemacht. Die Aussprache war recht rege. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde bei der Abstimmung einstimmig Entlastung erteilt. Die Erübrigung von 900,08 Mark wurde der Verwaltung zur Verwendung überwiesen. Die W a h l e n ergaben die Wiederwahl von Jakob Moutarde zum Vorstand und Fr. Vetters, Hartmann (Bad-Nauheim), Heinrich Schnei- der, als Erfatzmstglieder Gg. F i f ch e r, Dr. G u m- b e l und W. Arnold zum Auffichtsrat. Die vorliegenden Anträge betrafen die Einstellung von Hilfskräften bei Krankheit usw. unter Ausschaltung sog. Doppelverdiener, Offenhaltung der Der- teilungsstellen in der Mittagszeit, sowie einen neuen Berechnungsmodus bei Festsetzung der Sterbeunterstützung bei Todesfällen der Mitglieder, die Abon- nent des „Konsumgenossenschaftlichen Volksblattes" find. Sämtliche Anträge wurden der Verwaltung als Material überwiesen. Der Verhandlungsleiter K. Bremer sprach noch dem ausscheidenden Aufsichtsratsmitglied Fischer den Dank der Mitglieder für die geleistete Arbeit aus. Bornotizen. — Lageskalender für Dienstag: Tv. von 1846 Ski-Abteilung, 20.30 Uhr, Versammlung, Turnhalle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Sohn der weißen Berge". — Aus dem St a d 11 he a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Ein entzückendes und charmantes Lustspiel „Liebe und Film", eine herzlich- lustige Angelegenheit über Radio und Tonfilm, von Francis de Croisset, in der deutschen Bearbeitung von Otto Eisenschitz, erlebt am Mittwoch, 4. Rovember (5. Vorstellung im Mittwochabonnement) 19.30 Ubr unter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P r a s ch seine reichsdeutsche Uraufführung. Ende 22 iltjr. safer. nie ui", Vnr.3)lfl- I. WgeSf WÄ'l.St.l. irnfll'i®!. o ilbieiL VorbeiU (j&ril, Ziuv-'UMU- KsK SS Se-VAtD M MU ’ÄS- Ein Spiel, das die Welt war. Äon W. E. Süskind. Meine Erinnerung haftet unter den vielen kpielsachen meiner Kindheit mit besonderem Rach- hüt auf einem Spielzeug, das eigentlich gar kcmes war. Es wurde von mir seinem eigentlichen Zweck entfremdet und traft einiger wichtiger Eigenschaften, die ich gleich beschreiben werde, p einem Begleiter, Untertanen und Kameraden ohnegleichen erkoren und es hat mich in dieser Eestalt und unter unzähligen Verwandlungen 6)11 meinem — schätzungsweise — fünften Jahr b'.e in ein unwahrscheinlich „hohes" Alter (wie eitoachsen glaubt man sich mit 16) durch alle möglichen Spiele begleitet. Ich will es mir nächstens wieder hervorsuchen. Es handelt sich, sei es mit Ergriffenheit ge- stmden, um ein sogenanntes Zahlenlotto; das if eigentlich ein Gesellschaftsspiel für die schon «in wenig reifere Jugend und besteht aus etwa einem Dutzend mit Zahlen bedeckter Kartonblätter Md einem Satz von, ich glaube, hundert Steinen, imben Holzklötzchen, die von eins bis hundert numeriert sind. Wie dieses Lotto kunstgerecht «spielt wird, weih ich offengestanden nicht genau, Bmn ich fcabe es nie getan und werde, wenn ich Nächstens nachsehe, die Kartons völlig unberührt fci.-berfinben. Gegolten haben für mich nur die (leine, dieses kleine Heer von Holztrümmerchen; spielt habe ich, um ihnen jetzt den Ramen zu jjtbm, auf den es ankommt, einzig und allein mit den Zahlen. . Man stelle sich das richtig vor: eins bis huibert, diese ersten Zahlen der Arithmetik, •feugen nicht viel, wenn man sie auf Papier ge= fiocieben vor sich hat, und später, wenn man Dchnen kann, bedeuten sie das System von Kletter- gmgen, zwischen denen das kleine Einmaleins «uf- und abturnt. Auf Holzklöhchen geschrieben <üct sind sie nicht mehr und nicht weniger als Hubert Menschen. Warum? Weil die Holzklotz- «chen eine verschiedene Beschaffenheit haben, was sscge ich, einen verschiedenen Körper und grund- w ischiedene Anlagen. Das eine war groß das obere klein, dieses von dunklerem Braun als die oberen, jenes von irgendeinem Tressen her ab» ^splittert und sozusagen hinkend, kurzum hundert ldirschiedene Erscheinungen, lind jedem war die Kummer anders ins Gesicht geschrieben, dem itinen groß und ernst, dem nächsten verwischt, nnb dem dritten war sie tief ins Holz gesunken Qrie eine alte Grabschrift. Gab die Hol^befchaffen- heit den Zahlen einen Körper, so leuchtete aus der Inschrift ernst oder leichtsinnig ihr Wesen, ihr Charakter, so deutlich, so persönlich, daß ich es nie vergessen werde. 39, mit seiner eingesunkenen Ziffer, war er nicht ein verschlossener Haudegen, nicht zu höheren Zielen geboren, aber gediegen in seiner Art, verläßlich wie ein guter Sklave und treu wie Gold! Unb 7, nie werde ich 7 vergessen; er war mein zweiter Liebling (vom ersten spreche ich später), er war das Kluge, das Ernsthafte, der Ratgeber des Königs, überlegen, weise, ritterlich, nur um einen Hauch zu wenig strahlend, um der Allererste zu sein, und gerade darum reich und bevorzugt, von der besonderen, geheimnisvollen Bedeutung des Zweitbesten (vergessen wir sie im späteren Leben?). 66 wiederum, etwas dick und untersetzt, war ein schleimiger, zur Verstellung geeigneter Charakter, froh, daß er so leicht mit 99 zu verwechseln war, und ewig lächelnd. Ich hatte also, versteht man nun, em Volk, mit dem ich spielen konnte, wenn ich die Zahlen vor mir ausschüttete, ein Regiment von Charakteren, von Helden und Feiglingen, Gegenstände meiner Zu- und Abneigung. Was brauchte ich noch? Ich brauchte noch — Schicksal. Es ging nicht an, daß ich selber entschied, wany meine Leute umzukommen oder in Gefangenschaft zu geraten hatten (denn um Krieg und Kriegsgefahr handelte es sich natürlich in den frühesten/ Spielen), sonst wären immer die Favoriten urcttt geworden, 7 ein Greis mit Silberhaar, und npr die Schurken hätten die Götter jung zu sich genommen, was bekanntlich ganz und gar nicht ihre Gepflogenheit ist. 1 Das Schicksal nun, das meiner Macht entrückte, trug ich selber in zitternder Hayd, recht symbolischerweise, wie mir heute scheint:. Wie das? Ich erfand die gleiche Chance, erfgnd das Ja und das Rein, das Glück und den," Unstern, ich entdeckte das zweigesichtige Schiel. Rahm ich einen der Leute in die hohle Fa»ist und würfelte ihn zur Erde, so konnte er auss Gesicht fallen oder auf den Rücken, konnte/Tod gezogen haben oder Leben, Gefahr oder Triumph, und dennoch blieb die leise, ahnende Vermutung, daß nicht nur der Zufall entschieden habe, sondern ein wenig auch seine und so geformte, edle oder zähe Gestalt, und ein klein wenig ich selber, je nachdem Liebe oder Abneigung meine Hand geführt. Dies alles habe ich ausführlich beschrieben, weil es sicher kein Zufall ist, daß mein Lieblingsspiel so sehr mit der Entdeckung menschlicher Gegebenheiten zusammenfiel, und daß ich, von tausend adretten und teuren Spielwaren umgeben und abgelenkt, Jahre lang „eigentlich" nur mit diesen meinen Zahlenmenschen gespielt habe. Was ich alles mit ihnen spielte, ist daneben weniger wichtig; es wechselt mit den Jahren und den mir von außen zugetragenen Interessen. Meinen Helden und ersten Liebling (um nun auch von ihm zu reden) empfing ich wahrscheinlich aus Zufalls Hand; es war Rümmer 73, ein derbes, etwas angeecktes, ungefähr achteckiges Klötzchen, das vielleicht dieser Sondergestalt wegen ausdauernder war als die andern, leichter auf den Rücken fiel und mehr zum Ueberlcben neigte, ein Held des praktischen Lebens sozusagen, ein gesunder Barbarossa, neben dem eleganten, geistigen Friedrich II., will sagen 7. Versteht sich, diese historischen Bilder nenne ich heute, aus der Erinnerung heraus. Damals, was spielte ich wohl? Ich spielte Schlacht (Tod und Leben), ich spielte Fürstengeschlecht, wobei jedes auf den Rückenfallen ein weiteres Regierungsjahr eintrug — noch gibt es irgendwo lange Tabellen und Stammbäume, die ich damals aufstellte und bei denen jeder Zahl ein Raine entsprach. Später erfand ich die Wahrscheinlichkeit) denn ich hatte zu viele kurzlebige Regenten gehabt und unmündige Herrscher waren an der Tagesordnung. Also bedeutete ein schlechter Wurf nur Gefahr oder Krankheit, und erst zwei- oder dreimal aufs Gesicht fallen bedeutete den Tod. Roch später wurde ich kaufmännisch, stellte mir große Handelshäuser vor, ließ sie Floridas Getreideernte auf» kaufen und sah, wie 73 & Co. durch glückliche Würfe (steigende Kurse) ein Vermögen scheffelten, während der Schurke 66 Konkurs aninelden mußte. Unö abermals einige Jahre darauf waren die Zahlen Minister unserer Großmächte, bildeten Kabinette und schickten Gesandte aus; 73 war Kriegsminister, 7 hatte das Aeuhere, der tückische und intrigante 37 Justiz oder Finanzen. Ein Wurf meiner Hand, und ein Minister war gestürzt oder ein Krieg bahnte sich an — noch zwei Würfe auf die Kehrseite und er würde log» brechen; und jede, noch die komplizierteste 'Verwicklung war vorgesehen, ich konnte alles, alles und jedes spielen, mit einem kleinen Hundert Holzklöhchen jede menschliche Verwicklung. Inzwischen habe ich von einem Romandichter gehört, der die Entwicklung seiner Gestalten mit Zinnsoldaten nachspielen soll. Das hat mir gefallen. Aber, frage ich mich, woher nimmt der Mann das Schicksal, woher nimmt er die Entscheidung über Tod und Leben, und woher vor allem dies bebende Gefühl der Verantwortung, wenn des geliebten Helden Los in unserer Hand liegt, wenn wir mogeln würden und doch etwas, etwas Unbekanntes uns zwingt, ihn untergehen zu lassen, weil der Würfel so fällt, weil er auf Dem Gesicht liegt, 7 oder 73, der Allerbeste. Ich muh hingehen und nach den Steinen sehen, nach dem Zahlenlotto, den unberührten Kartons und den Klötzchen, meinem Volk, in tausend Schlachten bewährt. Wenn sie nur noch da sind, wenn keine fremde Hand sie verworfen oder verschenkt hat, dreimal auss Gesicht gewürfelt, zum Tode bestimmt, zum Untergang! „Oer Sohn der weißen Berge." Dieser Tonfilm unterscheidet sich von den zahlreichen früheren Schneeschuh- und Hochgebirgsfilmen dadurch, daß in feine Raturaufnahmen und seine Sportreportage außer der obligaten Liebesgeschichte eine kleine Kriminalafsäre (Versicherungsschwindel, recht aktuell) eingeschaltet ist. Doch überwiegt im Grunde der sportliche Einschlag, und die besten Szenen schildern halsbrecherische Klettertouren mit Abseilen im Eis und zuletzt eines der schon bekannten Langstrecken- Skirennen, woran jeder Kenner seine Freude haben wird. Inmitten der Handlung: LuisTren- k e r, wortkarg und ernst, wie immer, in der Rolle des Bergführers Turri; er leistet kletter- sportlich Bedeutendes und gewinnt auch zuletzt nach erbittertem Kampf die Skimeisterschaft von Zermatt, wobei allerdings dem Laien einige Bedenken auffteigen, wenn er erlebt, nach welchen Strapazen dieser Turri gegen starke ausländische Konkurrenz in das schwere und aufreibende Rennen geht. Von der übrigen Besetzung sind vor allem Renate Müller, die „Privatsekretärin", eine Rovize im Reich des Schneeschuhs, und Maria S 0 l v e g als Gegenspielerinnen zu nennen. Außerdem in einer ganz untergeordneten Rojle: Bressart, ohne den es anscheinend überhaupt nicht mehr geht; hier ist er jedenfalls nicht in der richtigen Umgebung. Die Regie von Mario Bonn ar d bringt eine Reihe schöner Aufnahmen, arbeitet mit viel Details und wechselt manchmal etwas unvermittelt das Thema. Die auf lautmalerische Wirkungen eingestellte Musik wirkt streckenweise, besonders während des Rennens, ziemlich monoton. Im ganzen: ein guter, besonders für Sportsleute und Alpinisten interessanter Film, der freilich an Wirksamkeit Die besten Vorläufer auf diesem Gebiet nicht erreicht; seit gestern im neuen Programm des Lichtspielhauses. —r— Oer Wahlkampf n r Tannenbergbund. In eine diesem Spiele standen sich Wieseck 2. Jugend lag über 300 Pieter hinter Gerhard, Dritter war Großen Linden Jugend im Freundschafts- gegcnüber. Hier konnten die Einheimischen schied Studienrat Balser-Darmstadt. Er beschäftigte sich zunächst mit den mancherlei Krisenerscheinungen und betonte u. a., die jetzige Lage dürfe nicht dazu führen, Volk und Land aufzugeben, vielmehr müsse das deutsche Volk mehr denn je im Vertrauen auf seine immer wieder bewiesene geistige und körperliche Widerstandskraft bemüht sein, aufzubauen, wo das Spiel für sich und konnte damit gleich- Gruppenmcister werden. Lollar 1 — Marburg 1 4:1. Lollar standen sich diese Gegner im Freund- fcirtiidjrtikn jo r »tafle hi Ägeibtn lurzsti zehn Zahle W7I ert, ebenso Ak b<4 25'® ■Ui orür Fede l(f Per Ul ■ i I zeigte r 'L ng. die 3u Aldk als durch, iS" rung des 5 Zwei-Gtunden-Dahnlaufen. Siegel': Siegel, Postsportverein Frankfurt. — Gerhard enttäuscht. Vor gegen treffen ne f.n,-s'l-> - ■ E|:> tie Unter E t-n sranzosis fc-.t rorzuher ji j t f dj l □ n ö: Epe neu an D d die Sntwuk tiJllf On • 5 9 Kill' .seinen Keichrn" A,stände i 61 Ni . lizöer — Die Deutsche Staatspartei. Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Freitag, 6. November. im Lass Leib eine Wählerversammlung. Es sprechen Frau Grein (Offenbach). Reichs- tagsabgeordnete Prof. Dr. H e u ß und der preußische Lanßtagsabg. Dannenberg. Nähere- ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. - Dortrag über Küchenherd. Am Mittwoch, 4., und am Donnerstag. 5. November, jeweils 16 und 20 Uhr, finden im Saale des ®af<5 Leib Vorträge über einen Küchenherd statt. Die Vortragsveranstaltungen werden auch praktische Koch- und Bratvorführungen bringen. Näheres in der heutigen Anzeige. Ijtlnen haben. u IIU5 M« .-i-atiaenl 'rV«w«'n Ef‘ jie Lomd lK,«iflwnen P1 Handball im Gau Hessen (O.T.) Die Spiele des Sonntags. Meist er kl ässe: Tv. Droßen-Vuseck I — Mtv. Gießen I 3:5 (3:5); Tv. 1846 Gießen I — T.- u. Spv. Butzbach I 4:3 (4:2); Tgm. Friedberg I — Spv. 1900 Gießen I 14:2 (5:1); Tv. Kirchhain I — Tv. Goßfelden I 4:3 (2:1). -Klasse: Tv. Wetzlar II - VfL. Wetzlar II 3:8 (1:2); T.- u. Spv. Vuhbach II — Tv. Pohl- göns I 4:6 (2:4); Pol. Spv. Butzbach II —Tv. Lützellinden I 2:3 (2:3); Tv. Mcrlenfritz I—Tv. Hirzenhain II 0:2 (0:2); Tv. Nieder-Ohrnen I — Tv. Homberg I 2:6 (2:1). 6 - Klasse: Tv. Ebersgöns I — Tv. Griedel I 5:3 (2:1); Tv. Niedergirmes II — Tv. Klein-Linden I 2:1 (1:1). Jugendklasse: Tv. Niedergirmes 2gd. — Spv. 1900 Gießen Igd. 4:3 (2:2); Tv. Heuchelheim 2gd. - Tv. Wetzlar Jgd. 4:11 (3:6). Internationale Schwimmwettkämpfe Wem! Ue * «t Nl Zahle als einen Dolksbetrug bezeichnete. Zur Matt- sehung der Geldmacht empfiehlt der Redner die Schaffung eines eigenen deutschen Geldes, gedeckt aus der deutschen Arbeitskraft. Zum Schluß kritisierte er noch die Parteien, die Demokratie, das Parlament usw. usw. 3m zweiten Teile seines Vortrages erläuterte der Vorsitzende den von Ludcndorff empfohlenen artgemäßen Gottglauben, wobei er die Abschaffung der beiden christlichen Kirchen und ihrer Geistlichen forderte. Am Samstagabend veranstaltete der Tannen- bergbund in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine öffentliche Versammlung, in der Hans Kurth (München) über Ludendorfss Weg zur Rettung sprach. Der Redner forderte auf, am 15 November nicht zur Wahl zu gehen, wie er auf Grund der gesamten Einstellung des Tannenbergbundes die Wahlen überhaupt ablehnte, um das System von heute zu isolieren und dadurch zu Fall zu bringen. Ludendorff gehe es um eine neue Dollsschöpfung durch Gemeinschaft im Blute, im Seelenleben, im Weltanschaulichen und Schaaf mit einer Runde und 80 Meter zurück, dann folgten in größeren 21 bständen Herrmann al» Vierter, Jäckel als Fünfter und Reinhard als Sechster. Bei 20 000 Meter wurde auch Siegel von Gerhard überholt, der bis dahin in ganz großer Form und in prächtigem Stil lief. Die 20 Kilometer passierte Gerhard in der Zeit von 1 Stunde, 12 Minuten und 17,2 Sekunden. Siegel folgte in 1:13,53 und Schaaf in 1:16.03 Stunden. Bald daraus gab Reinhard auf, so daß nur noch fünf Monn da» Rennen bestritten Roch hielten die Lauser ein scharfe» Tempo, aber cs dauerte nicht mehr lange, da zeigten sich bei Gerhard und Schaaf Ermüdungserjcheinun- gen, Schaaf begann eine kurze Strecke zu gehen, lief wieder, ging wieder einige Schritte. Gerhard war merklich langsamer geworden, lief schwer. Schaaf verlor durch sein Gehen viel Zeit und Raum, fiel auf den vierten Plag und bald darauf begann auch Gerhard zur allgemeinen Ueberrafchung ju gehen und legte eine größere Strecke auf diese Weise zurück. Das kostete ihm den ganzen Vorsprung. Er versuchte rerschiedentlich wieder zu laufen, kam aber nicht recht in Fahrt und ging erst bann wieder energisch aus sich heraus, als er sich von Siegel überholt lab und schließlich auch Herrmann ihn eingeholt und überholt halte. Nunmehr lies Gerhard mit aller Kraft los, halte bald wieder Herrmann hinter sich, konnte den Frankfurter aber nicht mehr erreichen. So blieb ihm nur der zweite Platz. Herrmann wurde Dritter, Schaaf muhte sich mit einem 4. Platz begnügen, während Jäckel nur auf dem 5. Platz landen konnte. Das Ergebnis des Rei nenS: 1. Siegel (Postsportverein Frankfurt) 30 595,95 Meter; 2. Gerhard (1900) 29717,40 Meters 3 Herrmann ^Sportverein des Jägerbataillo Dassel) 29 615,45 Meter; 4. Schaaf (1900) 28 440, Meter; Jäckel (SC. „Saar" Saarbrücken) 27 Meter. in Magdeburg. Der Brustschwimmer Wittenberg stellte auch am zweiten Tage des „Internationalen" von Hellas Magdeburg einen Rekord auf und verbesserte über 200 Meter-Brust den Europarekord des Finnen Reingoldt um 1,7 Sekunden auf 2:46,2. Ebenso glückte ein Rekordversuch in der 6X50-Meter-Lagen- ftaffel durch den 1. Magdeburger Damen-SE. Mit . .n, un —.... . <-°M im artaemähen Gottalauben Der Redner erläu- I Rekord, blieben jedoch über 6 X 50-Dieter Rraul tote bann bU Weaefürdies^s ZielstrebenE^ mit 3:42,3 trotz der besten Zeit des Jahres unter der polemisierte dabei u. a. gegen die evangelische und bestehenden Höchstleistung. Magdeburg 06 verbesserte die katholische Kirche; beim Christentum handele Ziemer ^ennmanns^ft den deutschen Re- es sich um einen Kommunismus im Geiste; Deutsch- kord über 10X50-Meter-Kraul auf 4.45,3. tum und Christentum seien zwei ganz verschiedene Ofrbptfpr^urns unft C^Dorfbunö Tinge. Weiter polemisierte er gegen die Frei- **rDener '1/Urn UIW u 1 maurer und gegen Rom, die er als überstaatliche | Diescck I — Gießen I 1:0. Mächte bezeichnete. Svdann betonte er, die deutsche Einheit fei nur auf der Ebene des deutschen Blutes, des deutschen Artempsindens. der «Äh t:U S* di K,; ®°ntan BgVg < «Mkaki ctbcrkiuf: Gerhard übernahm vom Start weg die Führung, wurde aber bereits in der zehnten Minute von Siegel abgelöst. Es bildete sich eine Spitzengruppe von Siegel, Gerhard und Schaaf, die dicht beieinander liefen und ein ziemlich rasches Tempo oorlcgten. Bei 5000 Meter übernahm dann Gerhard wieder die Führung, die Spitzengruppe blieb jedoch weiter bei- sammen. (Gerhard, ^chaaf und Siegel hatten die 5000 Meter in 17:36 Minuten zuruckgelegt) Bald Darauf überrundete die Spitzengruppe den Kasseler Reinhard, dann auch Jäckel. Die 10000 Meter passier- ten Gerhard und Siegel in 36:03 und Schaaf in 36:04 Minuten. Nun wurde auch der Divisionsmeister zum erstenmal und Jäckel bereits zum zweitenmal von der immer noch dicht beisammeniiegenden Spitzengruppe überrundet. Als etwa 14 000 Meter zurückgelegl waren, zog Gerhard cnergifch davon und legte ein mächtiges Tempo vor, überrundete Jäckel ein drittesmal, der bereits einen sichtlich ermüdeten Eindruck machte. Die 15000 Meter legte Gerhard allein in 54:29,4 Minuten zurück. Siegel einen 3:1-Sieg buchen. Wieseck Schüler gegen Wißmar Schüler 4:0. JlleberroöUftabt I — Heuchelheim I 5:1. _ Heuchelheim war in Niederwöllstadt zu Gast. Schon vom Spielbeginn an zeigte es sich, daß bte Einheimischen leicht überlegen waren und bald mit 2:0 Toren in Führung lagen. So blieb e» bi» Halbzeit. Nach Seitenwechfel war das Spiel ausgegliche- ner. Dann war Niederwöllftadt wieder im Vorteil und erhöhte seine Torzahl auf 4:0. Ein für Heuchelheim gegebener Elfmeter wurde vom Hüter der Einheimischen gehalten, ein zweiter Elfmeter brachte für Heuchelheim das Ehrentor. Für Niederwöllstadt fiel ein 5. Tor. Naunheim I — Erbsiadt I 7:2. Erbstadt war in Naunheim zu Gast und mußte eine verdiente Niederlage hinnehmen. Don Spielbeginn an war Naunheim im Vorteil und erzielte Tor auf Tor. In der zweiten Halbzeit vermochte Erbstadt zwei Tore aufzuholen. Gießen III — Saufen I 3:4. Auf dem Trieb lieferten sich diese Mannschaften ein flottes Serienspiel. Beide Hintermannschaften mußten reichlich Abwehrarbeit leisten. Saasen ent- Auf dem Wiesecker Sportvlatz entwickelte sich ein flottes Spiel, bei dem Wieseck vorerst etwas mehr -------• - > . _ - , i >m Angriff lag. Das Spiel wurde dann aber aus- artgemäßen Weltanschauung und oeä art- geglichener, es gelang jedoch keiner Partei vor der gemäßen Gottglaubens zu erreichen. Diesen Weg $aufe ,u Erfolgen zu kommen. Nach dem Seiten- führe Ludendorff. Weiter krttlsierte der Redner wurde das Spiel schärfer. Mehr und mehr u. a. die Natsoz. Deutsche Arbeiterpartet, Der er machte sich die lleberlegenheit der Einheimischen nachsagte, sie habe sich durch chr programmatisches bemerkbar. In der Mtte der zweiten Spielhälfte Bekenntnis zum Posttwen Christentum der über- fam ^jefetf zum ersten Tore, das aber vom Uri- staatlichen Macht Rom unterworfen und damit parteiischen nicht anerkannt wurde. Das Spiel nahm aufgehört, eine revolutionäre Bewegung zu fern, schärfere Formen an. Kurz vor Schluß gelang es Schließlich besprach der Redner u. a. noch in $ßlefe(f, eine Flanke zum einzigen Tor des Tages breiten Ausführungen die Goldwährung, die er | einzudrücken. Gießen bemühte sich um den Ausgleich, jedoch scheiterten alle Angriffe an der Abwehr der Einheimischen. schastsspiel gegenüber. Die Gäste (mit nur 10 Mann und Ersatz) mußten sich energisch gegen bie Angriffe der Platzbesitzer mehren'. Bis Schlug konnte Lollar viermal erfolgreich fein. Marburg erzielte nur da» Ehrentor. Metzlar I — Daubringen I 1:4. Daubringen war mit einer verjüngten (Elf in Wetzlar zu Gast und konnte den ersatzgeschwächten Einheimischen bas Nachsehen geben. Großen-Llnden 1 — Raunheim II 2:2. In Großen-Linben stauben sich biefe Gegner im rürfftänbigen Serienspiel gegenüber. Nach einem flotten Spiel trennten sich bie Gegner mit einem Unentschieben. Sichertshausen 1 — Aliendorf I 5:2. Die Einheimischen waren während des ganzen Spieles tonangebend und stellten auch den Sieger. Leun II — ftlcln-Cinben 1 1:4. Klein-Linden war in Leun zu Gast und brachte einen 4:1-Sieg nach Haufe. — Lollar Jugend konnte die Jugend von Wißmar mit 3:2 Toren abfertigen. Handball. Wißmar war in Wieseck zu Gast. Da der Unparteiische ausblieb einigte man sich auf ein Freundschaftsspiel. das trotz der lleberlegenheit der Platzbesitzer mit 1:1 endete. jöuntn und t 14 ■ ch 'M ü inonmtii 'Btr iW'rung bti L In btr lttz Wch-niNagsstiin Wrangt emg, tzii auf dieser 5 jcLptcn. Sd)u ■•h: fest, oud) % bi< Decfungsi ■tor ?übrung yfr wrin, nun *1 ^geboten n 118'6 f) -®o[bp fb Huch bie füb w‘-'!anb nicht ot • ' » bildeten ßr '4on ebenso MNonddritsk Frankfurt S, ""er 3mcr ■Mficnen bt 1 J '.?nKttche Me Wirtschaft Devlsenmarkl Berlin — Frankfurt a. M. :: Bantnoten. Das Pfund weiter abgeschwächt Oie Reichsmark gut behauptet. Haunfjeim II 2:2. schung entschieden ablehnen muß. —y— mit «» gehört doi zur Hygiene gehört zur Hygiene ,r(ini y M M<5 bis bis bis bis bis bis bis bis 50 90 80 12 15. 40, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 60, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 ioia • Auch ohne, MundstÜQ^.cuncLLind.dick/ • KonzernfeeJ !ie Deckung der Noten durch Gold und ungsfähige Devisen beträgt 26,9 v. Sy gegen 29,4 Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uijr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. 60, Honig 40 bis 50, Junge Hähne 100, Suppenhühner 80 bis 100, Gänse 90, Nüsse 25 bis 30; das Stück: Eier 13, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 10 bis Pflege Deinen Hals täglich — Gurgle trocken An den internationalen Devisenmärkten war das englische Pfund gestern wieder angeboten und schwächte sich weiter ab. Die teilweise Ablösung der französisch-amerikanischen Kredite durch die Bank von England wurde zum Teil wenig günstig beurteilt, und der Goldoerkauf der Bank hat die Vermutung aufkommen lassen, daß die Stabilität des Pfundes nicht so fest ist, wie man allgemein erwartet hatte. Dem Dollar gegenüber schwächte sich das Pfund auf 3,7940 ab. Gegen den Gulden ist das Pfund auf 9,4525, gegen Paris auf 96,43, gegen Mailand auf 74,25, gegen Zürich auf 19,5250 und gegen Madrid auf 43,13 zurückgegangen. Die Reichsmark hat sich gut behauptet, gegen das Pfund zog sie auf 16,0850 an, in Amsterdam war sie mit 58,65 und in Zürich mit 121,30 zu hören. Die Norddevisen waren weiter schwach. Am Nachmittag hat sich das englische Pfund weiter abgeschwächt und ging bis auf 3,7540 gegen den Dollar zurück. Die Ansichten über diese neue starke Wertverminderung des Pfundes find geteilt, man verweist auf die festen Getreidemärtte und will wissen, daß für englische Rechnung umfangreiche Käufe an den amerikanischen Getreidemärkten erfolgt sind. Ferner behauptet man, daß die Bank von England französische Franken und Dollar kauft, um tzr m n f f u r t a. M., 2. Rov. Im Vordergründe )S2-3 nteresses standen heute die Rückkehr Lavals )t>n feiner Amerikareise und die daran geknüpften Langsdorf, kamen auch noch zusammen. Allen, die sich hilfsbereit gezeigt haben, insbesondere den Fuhrleuten, die eben nur schwer abkommen können, gebührt wärmster Dank. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 3. Rov. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 120 bis 130, Kochbuttcr von 100 an, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Unter- Kohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 35 Sie Reichsbank am Ultimo Oktober. |B erlitt, 3. Nov. (WTB. Funkspruch.) Nach dem iisroeis der Reichsbank vom 31. Okto- ir hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kail o l a n l a g e der Bank in Wechseln und Schecks, kntards und Efsekten um 448,7 Millionen auf 11,9 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen hr die Bestände an Handelswechseln und -schecks h.342,6 Millionen auf 4009,5 Millionen Reichs- bt* die Lombardbestände um 106,2 Millionen auf L> Millionen Reichsmark zugenommen. Bestände iDichsschatzwechseln sind nicht vorhanden. Em Reichsbanknoten und Rentenbank- : n c n zusammen sind 383,8 Millionen Reichs- :k' in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich i Umlauf an Reichsbanknoten um 373,1 Millionen -8745,9 Millionen Reichsmark, diejenige an Ren- Salatgurken 30 bis 35, Endivien 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40 Pfennig. Der Zentner: Kartoffeln 3,20 bis 3,50, Aepfel 4 bis 6, Weißkraut 2 bis 2,50, Wirsing 4 bis 5, Rotkraul 4 bis 5 Mark. Schweine- nnb Lchafmarkt in Hungen. l. Hungen, 2. Rov. Zu dem heutigen Schweinemarkt waren 570 Ferkel aufgetrieben. Es wurden bezahlt: bis zu 6 Wochen alte Ferkel 8 Mark, 6—7 Wochen alte Ferkel 9—11 Mark, 7—8 Wochen alte 11—13 Mark, 9—13 Wochen alte 14—20 Mark. Der Handel ging gut. Infolge des starken Angebots verblieb einiger Ueberstand. — Der Schafmarkt war mit 108 Tieren beschickt. Hammellämmer kosteten 15—22 Mark, Jährlingshammel 23—30 Mark, . Mutterschafe 23 bis 28 Mark. Der Handel war schleppend, da die Händler bei diesen niedrigen Preisen wenig Abgabeneigung zeigten. 6, Kartoffeln 4, Aepfel 8 bis 10, Birnen 8 10, Dörrobst 30 bis 35, Tauben (Stück) mtrt eine Zunahme um 33,6 Millionen Reichsmark. »e Bestände an Gold und deckungs- i«)Egen Devisen haben sich um 12,2 Millionen 1275,3 Millionen Reichsmark vermindert. Im i. icCnen haben die Goldbestände um 33 000 RM. 11 1144,5 Millionen Reich mark, die Bestände an t-ilungsfähigen Devisen um 12,2 Millionen auf 130,7 raionen Reichsmark abgenommen. Eis sichon ebenso bewertet werden wie die 8-v. H.- H.foßppmbbriefe. Feste Tendenz in Frankfurt. ierkn 11 fhirt?1 tn’t ovn den des Ni, °°» dn, ««bvijz, ®fgentiKirt Hul- )£9C9cn^?Sä MH •fr „urötn 1 Vjffi .............................. » iQie ne.ve Lesm©ne Schöffengericht Wetzlar. Q Wetzlar. 31. Oft. Wegen Unterschlagung von 25 383,31 Mark sah der frühere Leiter der Filiale Wetzlar der Hessen-Rassauischen-Genos- senschaftsbank W a l d s ch m i d t auf der Anklagebank. Bekanntlich wurde der Angeklagte am 3. Juni 1931 vermißt gemeldet. Die sofort aufgenommenen Ermittelungen bei der vom Angeklagten geleiteten Dank ließen keinen Zweifel darüber, daß der Angeklagte sich unter Mitnahme von etwa 25 000 Mark aus dem Staube gemacht hatte. Längere Zeit hörte man nichts von dem Flüchtigen, vis eines Tages — Mitte August — aus Bad Flinsberg in Schlesien Die Festnahme Waldschmidts gemeldet wurde. Bon den veruntreuten Geldern konnte ein Betrag von 11 300 Mark noch gesichert und der Bank wieder zur Verfügung gestellt werden. Der Angeklagte gab die Unterschlagung des Geldes zu, bei seiner Abreise will er aber nur im Besitz von 19 000 Mark gewesen fein, den Mehrbetrag von 6000 Mark habe er, nach seinen Angaben, schon in der Jahren 1929 und 1930 unterschlagen, eine Entdeckung aber zu verhindern gewußt. Als Grund für seine Handlungsweise gab er an, die Absicht gehabt zu haben, mit dem Gelde im Ausland eine neue Existenz zu beginnen, anderseits hätten ihn Schwierigkeiten privater Ratur zu dem Schritt getrieben. Das Urteil lautete auf 1 Jahr und 6 Monate Ge - f ä n g n is . Eine Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft erfolgte nicht. Ein Oberftcuerfefretär des Wetzlarer Finanzamtes hatte sich Unterschlagungen in Höhe von 768 Mark zuschulden kommen lassen, wobei er, um seine Handlungen zu verdecken, Urkundenfälschung beging, sowie Urkunden vernichtete. Wegen Verbrechens im Amt unter Anklage gestellt, erhielt er die gesetzliche Mindeststrase von einem Jahr Zuchthaus, sowie eine Geldstrafe von 150 Mark. 2 Monate der Untersuchungshaft wurden auf die Strafe als verbüßt angerechnet. Büchertisch. — Als Sonderdruck der Beilage zum „Mareile", dem Boten des Rennsteig-Vereins, vom Juli 1931 (Geschäfts- und Verlagsstelle des Rennsteig-Vereins bei Reinhold Jubelt G. m. b. Sy, Zeitz) ist unter dem Titel „Nibelungenfahrt von Worms am Rhein zur Etzelburg" eine kleine Broschüre von Paul C l i n g st e i n erschienen, in der der Verfasser die gemeinsam mit einem Freunde unternommene Reise schildert: sie wurde angeregt durch die Lektüre des Buches „Die Nibelungenwege von Worms über Wien zur Etzelburg" von Geh. Rat Prof. Dr. R. Sommer in Gießen, dem die beiden Wanderer manche Anregung verdankten. — (376) — Fritz Zingel: Was die Welt den Deutschen verdankt. Leipzig 1931. Köhler & Amelang, G. m. b. Sy, 295 Seiten 8°. Steifdeckelband 2,85 Mark. — (373) — Es gibt in unserer Zeit wohl keine dankbarere Ausgabe, als dem deutschen Volke vor Augen zu halten, in welch überragender Weise die Welt seit Jahrhunderten durch deutschen Erfinder- und Forschergeist gefördert worden ist. Dies volkstümlich und anschaulich geschriebene Buch umfaßt alle Gebiete der Wissenschaft und Technik. Zingel hat den Leidens- und Siegesweg des Grafen Zeppelin an die Spitze des Buches gestellt. Man soll aber die anderen großen Meister darüber nicht vergessen: Robert Koch und Justus von Liebig, Otto von Guericke und Joseph Fraunhofer, Gutenberg und Senefelder, die Lilienthals und die vielen bedeutenden Erfinder, die das Flugwesen, das Beleuchtungswesen, Telegraphie, Telephonie, Telefunken gefördert haben, sowie den Organisator des Weltp^- vcreins Heinrich von Stephan. Zu ihnen geselle» sich die großen deutschen Künstler Dürer und Bach, Kant und Beethoven in ihrem Ringen, ihrem Kampf um das Ziel, in ihrer unvergleichlichen Opferwilligkeit im Dienste ihres Volkes und der Menschheitskultur. — Paul Burg: Schiller. Durch Not zur Freiheit. Koehler & Amelang G. m. b. Sy, Leipzig 1931. Steifdeckelband 2,85 Mark. — (374) — Burg schildert den Dichter als hungernden, ringenden Idealisten, der sich durch Not, immer nur Not, zu den Sternen ewigen Ruhmes emporringt. Doch auch über fein armseliges, äußeres Leben leuchtet opfernde Frauenliebe. Die drei Lotten (Charlotte von Kalb, Charlotte von Stein und Lotte von Lengefeld, Schillers Frau) find von Burg als die drei Parzen, die. des Dichters Schicksal spannen, in ihrem Zusammenwirken erfaßt. — Obwohl Walter von Molos vier- bändiges Schiller-Werk den Stoff in einer für lange Zeit gültigen Form bereits künstlerisch geformt hat, wird auch Burgs populäre Schilderung ihr Publikum finden. — Anakreons Gedichte. In deutsche Verse übertragen von Dr. Karl Mayr. 81 Seiten 8°. Graz. — (304) — Im Vorwort wird darauf hingewiesen, daß bi.es die erste Uebertragung der leichtgeschürzten Verse des griechischen Lyrikers in deutsche Reime sei. „Die vorhergegangenen von Mörike und Junghans sind bloß metrische, meist ohne Reime." Während der Lektüre des Bändchens kommt man indessen schnell zur Ueberzeugung, daß die früheren Uebertragungen, insbesondere die von Mörike, auch fürderhin maßgebend bleiben werden. Denn abgesehen davon, daß die uns geläufige deutsche Reimsorm der Eigenart des alten Dichters nicht entspricht, sind die Verse an sich so überaus amusisch und hilflos dilettantisch ausgefallen, daß man das Experiment dieser Verdeut- ufen. eniiäuschi- it-V-akscheinen um 10,7 Millionen auf 421,3 Mil- . ;e n Reichsmark erhöht. Dementsprechend haben ibie Bestände der Reichsbank an Rentenbankschei- •auf 6,1 Millionen Reichsmark vermindert Die faulten Gelder zeigen mit 518,1 Millionen Reichs- Strafkammer Gießen. * Gießen, 30. Oft. In der letzten Reujahrsnacht kam es in Butzbach zwischen zwei jungen Leuten zu einer unbedeutenden tätlichen Auseinandersetzung. Als dann einige Stunden später sich der eine in Begleitung von Bekannten auf dem Rachhauseweg befand, wurde dieser zusammen mit seinen inzwischen getroffenen Freunden von dem anderen, der zu seiner Unterstützung noch seinen älteren Bruder hinzugezogen hatte, hinterlistig überfallen, wobei der ältere Bruder sich nicht scheute, das Messer zu ziehen und grundlos den ahnungslosen Begleitern ganz erhebliche Stichverlehungen beizubringen. Der eine von ihnen erhielt dabei einen lebensgefährlichen Stich in den Hals, der andere einen Stich in den Hinterkopf. Die beiden Brüder wurden wegen gefährlicher Körperverletzung durch das Amtsgericht Butzbach zu Gefängnisstrafen von 8 Monaten bzw. 3 Monaten verurteilt. Um frei- gesprochen zu werden, verfolgten sie Berufung und behaupteten, in Rotwehr gehandelt zu haben, Die heutige umfangreiche Beweisaufnahme ergab aber wiederum, daß von den Angeklagten der Angriff ausging, und daß die andere Seite hierzu keinen Anlaß gegeben hatte. Mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit sah das Gericht sich veranlaßt, die gegen den Angeklagten, der das Messer gezückt hatte, erkannte Gefängnisstrafe auf 10 Monate zu erhöhen, während die Strafe gegen den anderen Angeklagten auf e i n Monat Gefängnis herabgesetzt wurde, weil diesem die Benutzung eines Messers nicht ausreichend nachgewiesen war. Ein junger Mann glaubte sich dadurch an einem .anderen jungen Manne seines Ortes, der seine Schwester wiederholt ernstlich bedroht hatte, rächen zu können, daß er eines Abends auf der Straße diesem aufpaßte und ihn derart verprügelte, daß dieser sich in ärztliche Behandlung begeben muhte. Deswegen war er durch das Amtsgericht Butzbach zu einer Geldstrafe von 50 Mark, evtl. 10 Tage Gefängnis verurteilt worden. In der heutigen Derufungsverhandlung behauptete der Angeklagte, er habe kein anderes Mittel mehr gewußt, um seine Schwester vor ihrem Rachsteller zu schützen. Mit Rücksicht auf die besonders gelagerten Umstände des Falles setzte das Gericht die Strafe auf den Betrag von 20 Mark, evtl. 4 Tage Gefängnis herab. ■ Ausgewählte Mazedonen - Tabake, fach- - ■ männische Behandlung und Verarbeitung • • ■ ■ ■ ■ ■ selbstverständlich für die neue 5 010 ■ ■ ■ ■ H ■ Aber sie bietet Ihnen noch mehr: Für wenig Geld viel höheren Rauchgenuß! Oberheffen. Landkreis Gietzen. 7. Rödgen, 2. Rov. Am gestrigen Sonntag veranstalteten die Vereine des Chormeisters Konrad Ricolai einen Sängertag in Rödgen. Es beteiligten sich daran: „Sängerkranz" (Grünberg), „Harmonie" (Reiskirchen), „Bruderkette" (Beuern), „Sängerkranz" (Großen-Duseck), „Heiterkeit" (Großen-Duseck), „Sängervereinigung" (Alten-Duseck), „Concordia" (Rödgen) „Arion" (Klein-Linden), „Liederkranz" (Tr:is); der Frauenchor zu Alten-Duseck und als Gastverein Gesangverein zu Kirchvers, der von Herrn Ricolai jr. geleitet wird. Mittags versammelten sich die Sänger vor der Kirche und trugen unter der Stabführung ihres Dirigenten zwei Massenchöre exakt und mit guter Wirkung vor. Im Saalbau Wagner sand dann das Einzels in. gen vor sehr zahlreicher Zuhörerschaft statt. Jeder Verein sang als erstes Chorlied „Wenn alte Drünn- lein fließen", dann einen selbstgewählt^n Chor in einem Wertungssingen. Die ganze Veranstaltung zeigte Chormeister Ricolai als einen ausgezeichneten Dirigenten, der in seinen Vereinen eine hoch anzuerkennende Arbeit leistet. Der Sängertag war für Sänger und Chorleiter eine bedeutungsvolle Kundgebung ihrer gemeinsamen Arbeit. — In einer gutbesuchten Versammlung sprach am Samstagabend Lehrer Falls aus Gießen im hiesigen Leseve rein über seine Reise nach Aegypten und seine Forscherärbeit in der Lydischen Wüste, die er mit seinem Vetter ausübte. In der Hauptsache schilderte er Reiseerlebnisse, teils heiterer, teils ernster Ratur, in spannender und bildhafter Weise. Die Zuhörer folgten dem Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. Der Redner hat sich bereit erklärt, in einem zweiten Vortrag eingehend über seine Forschüngsergebnisse zu berichten. Im Anschluß an ^>en Vortrag, der mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde, gab Lehrer Leisenheimer einen kurzen Rückblick über die Vereinsarbeit, in der ein erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen sei. Der herein zählt zur Zeit 80 Mitglieder. # Hungen, 2. Rov. Dieser Tage wurde hier wieder ein Eisenbahnwagen Liebesgaben (Kartoffeln) für das Elisabethenstift in Darmstadt verladen. Langsdorf und Dettenhausen hatten hierzu schon reichlich beigesteuert. Dazu kamen hier je drei Fuhren von Hungen und von Langd, je eine Fuhre von Rodheim, Steinheim, Rabertshausen, Villingen, Ronnenroth, Inheiden und Utphe. Zahlreiche Geldspenden, vornehmlich aus Hungen, außerdem auch aus der Pfarrei , - . wie dos Putzen DeinerZähne! RM. 1 — und —50 sich für die nächste Zeit in fremden Valuten flüssig zu halten. Das Pfund schloß an allen Devisenplätzen zu den niedrigsten Tageskursen, so in Amsterdam mit 934,50, in Zürich mit 19,40. Der Dollar ging am Nachmittag nach seiner kräftigen Aufwärtsbewegung wieder zurück und. schloß in Amsterdam mit 248,65 und in Zürich mit 513,65. Die Reichsmark zog gegen das Pfund auf 15,8250 an, in Amsterdam war sie mit 58,65 g u t behauptet, dagegen gab sie in Zürich wieder auf 120 nach, nachdem sie noch mit 121,40 gestern früh gehandelt wurde. Der französische Frank war gut gehalten, dagegen schwächten sich die Norddevisen weiter ab. Oer Börsenverlauf. Die Amsterdamer Börse war gestern im Verläufe sehrruhig, doch konnten sich die festeren Anfangskurse meist gut behaupten. Deutsche Werte, besonders Dawes- und Pounganleihe, lagen ebenfalls höher. Die Neu yorker Börse eröffnete die Woche in fester Haltung. Man beurteilte die Lage der Industrie zuversichtlicher, und sah die scharfen Preis- । fteigerungen für Weizen und Del als ermutigende I Faktoren an. , wtilbnaljme der Gold- und Devisenbestände um 1,2 i liefe öiefe @egner /m MSilioren und die Verringerung der Deckung auf v-Tber. 'M einem 18® rauf) 29,4 d. Sy wurde in Ruhe zur Kenntnis bie ©canet mit einem jeemmen. Wenig bemerkt wurde seither die Er- MMrimg des Scheidemünzenumlaufs um 58,5 Mil- IHlenbotf 15:2. i.bum in der letzten Woche. Nachdem in den gestrigen y y‘/ rc:-erein, nannte man recht hohe Kurse. Weiter öftu, eh)-« Angeboten waren wieder festverzinsliche Werte. • :,j Oaft. Da bet »"'ZUs-v. H.-Goldpfanddriefe gaben um zirka 1 d. Sy man sich aus ein Freunc-^,^ riuch die süddeutschen Emissionen konnten ihren Pberlegenf)tii ber Wfäariltcnb nicht voll behaupten. Die Ausnahme dieses Maillss bildeten Liquidationspfandbriefe, die teil- öertD*bi ft w Gn hr\Unb batb E '-0 blieb 69 hie Fuil rnr u- • z u- ----1 --- ------ d°s Spiel Qusgegiit -in ber Vorwoche. Mmlich starke Zurückhaltung in Berlin. ■ '-m jur yeuchel' Mm jjuter ber Gin. Je Hin, 3. Nov. (WTB. Funkspruch.) Im heuer tirmeter brachte für ,lt6il lelephonischen Freiverkehr herrschte ziemlich ur Nieberwöllstabt fiel ft? or E e Zurückhaltung. Eine einheitliche Ten- Man; war nicht festzustellen, im großen und ganzen rbflabl 17:2. 'timten sich die letzten Kurse aber behaupten. Es n ui v , l'ÄM vor allem an neuen anregenden Momenten, -- w lüni auch von der gestrigen Neuyorker Börse war _ <|? n; ^Dn ^Piel' eil! Beeinflussung der Tendenz nach der einen oder fi!? aÄrcn Seite hin kaum zu erwarten. Das Interesse n yatbzeit vermochte iMjenlrierte sich weiterhin auf die Entwicklung der f iecn zösisch-deutschen Besprechungen, aafen I 3:4. ocH Äußerungen Lavals nach seiner Ankunft in sich diese Monnschosten die Unterredung mit Herrn von Hoesch ibe jjintetmannidjaften französischen politischen Kreisen scheint die eil leisten, coosen ent- vorzuherrschen, daß es jetzt die Sache -b konnte damit oleich-^'^schla nds wäre, die Re par a tions- f ired e neu anzuschneiden, und in der Tat ... mBb die Entwicklung der Dinge in dieser Richtung oDwiirtsschreiten. Der Gedanke einer Amortisa - [c Gegner im Freund-: Vn s k a s s e für die etwa 7 Milliarden Mark be- äfte (mit nur in Mann nuipriben kurzfristigen Schulden, deren Tilgung man gisch gegen die Angriffe zehn Jahre verteilen will, wurde günstig kom- : cdjiuB tonnte floUar nun tert, ebenso macht die Verlängerung Oes An- irburg erhielte nur bas eiil= des 25-Millionen-Dollar-Kredits seitens der );i"tti)orEer Federal-Reserve-Bank einen guten Ein- brinqen 1 1:4 llnnf Der Ultimoausweis der Reichs- 9 .. ", . xiant zeigte natürlich die übliche Anspan, ner Deriungten in n nn g; die Zunahme der gesamten Kapitalanlage den erfaMllywalyteii Qj5 burdjaus normal angesehen, auch die Der- j:jcö? rung des Notenumlaufes von 383,8 Millionen, 8-gen Miß- l z.i, cr Gerhard, S^iusfionen bezüglich des Reparations« nd 80 »»Se6 l e m s. Im Zusammenhang damit wird ■ - f)errmönn die internationale Lage etwas . ^infearö als inistischer beurteilt. Im Anschluß an ;,,jT siegel von . die I-efestigung am Samstag eröffnete auch die großer üonn,“,u iesnn Woche in recht fester Tendenz. Das MoMler ^Icäilt hat eine wesentliche Delebung noch nicht ;"nhC 12 ^inutr*nni Er m, da man sich vorläufig noch sehr refer- "in 1'13-^un^ 'n’ '*l5r her6ält und erst den weiteren Gang der .gu's gab ^Pznisse ghzuwarten scheint. Llllgemein waren 1J Mnnn das V'enn.(,, nr lelephonischen Freiverkehr gegenüber dem tunL,licr ein sch°7 lL^enschluh Kursbesserungen um etwa lange, Pfl 2ir 3 v. H. zu beobachten. Vereinzelt ergaben ' irellchiinu.it,a»ch noch stärkere Kursavancen, namentlich gehen, Siemens, die bis 6 v. H. höher gesprochen Gerhard ®6r.Dinir)?-n. Montanaktien, die in den letzten Tagen - ^teütr unter Kursdruck zu leiden hatten, waren ?,n'-U unb NallM, FKz-ut? besser gefragt und konnten ihren Kursstand, •ecnuilkf) auf Interventionen, um 1 bis 3 v. H. rflwö tii. Bankaktien ebenfalls befestigt, mit Aus- in8 ^cr ^^lAlIfeinangcls abgelehnten Ar. ;äge auf Konkurs- 1 t*)aIL sich, ^jtmlfnung — und 1010 eröffnete V er- „mann §o b^ lüiich s verfahren bekanntgegeben. Die ent- , mehr e^ Lri^pimtze uden Zahlen für September stellten sich auf ± 743- 2.November 3 November Amillckie Noilerunq Amllickie Noiierunq Meld »rief Geld ZSrlef Heylngsor» . 8,39 8,41 8,19 8,21 Wien. . . . 58,94 59,06 58,94 59,06 Prag . . . 12,47 12,4° 12,47 12,49 Budapest . . 73,28 73,42 73,28 73,42 Sofia . . . 3,072 3,078 3,072 3,078 Holland . . 170,23 170,57 170,08 170,42 Oiilo.... 90,16 90,34 89.41 89,59 ftopenbogen. 91,66 91,84 90,91 91,09 Stockholm . 93,41 93,59 92,66 92,84 London. . . 16,03 16,07 15,58 15,62 Buenos Aires 0,988 0,992 1,008 1,012 Neunork . . 4.209 4,217 4,209 4.217 Brüflel. . . 58,64 58.76 58,64 58,76 Italien. . . 21,68 21,72 21,58 21,62 Poris . . . 16,58 16,62 16,57 16,61 Sckiwetz . . 82,02 82,18 82,02 82,18 Spanien . . 37,26 37,34 36,96 37,04 Dmrzig. . . 82,42 82,58 82,42 82,58 Japan . . . 2,053 2,057 2,058 2,062 Rio de Ian.. 0,259 0,261 0,249 0,251 Iugoflawten. 7,473 7,487 7,473 7.487 Liilaboo . . 14,69 14,71 14,24 14,26 Scrlln, 2-November Geld »rief Ameritanifche -Noten ..... 4,20 4,22 Aelgilcke Noten ....... 58,48 58,72 Tänifckie Noten ........ 91,47 91,83 Englifche Noten......... 15,99 16,05 „ranzöfifche -Noten........ 16,57 16,63 Holländilckic Noten........ 169,86 170,54 Italienilckie Noten........ 21,66 21,74 Norwcgifche Noten........ 89,97 90,33 Deutfcki-Oesterreich, 6 100 Schilling 58,68 58,92 Oiumänifdie Noten........ 2,52 2,54 Schwedifche Noten ........ 93,21 93,59 Schweizer Noten......... 81,84 82.16 Gpaniidie Noten ........ 37,13 Ungarische Noten . . Reichsbankdiskoni 8 v. Sy, £ ombardzins uß 10 v. h. Wenn Menschen auseinandergehn JRoman von I. Gchneider-Foerstl. vrheberrechtsschutz v e r l a g V. M e i st e r, Werdau. 28. Fortsetzung. Nachdruck verboten. .Die Lady hat Herzafsektionen". sagte er zu Ealderon und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. .Wenn ihr schon der verklebte Pilot so viel zu schassen macht, was wird erst sein, wenn der junge Mann entpflastert und entgipst ist." Ealderon erwiderte nichts, hob nur die Schultern. als ob sich nichts dagegen machen liehe, und wartete mit derselben Ungeduld wie die junge Frau auf das Eintressen der Antwort von Szengeichi. Erst ngch fünf Tagen lies ein Telegramm ein: .Mit empfohlenem Ersah einverstanden. Erwarte Mister Ealderons Ressen in Göteborg. Abfahrt achter Mai. Dr. Szengeryi." Rosmarie benötigte noch einmal Brom. Cal- deron schüttelte besorgt den Kops. .Mary, wenn du jetzt schon solche Anfälle bekommst, was wird erst sein, wenn du in Göteborg landest? Dann wird ein vollkommen nervenschwaches Bündel von Weib sich diesem Szengeryi an die Brust werfen und nicht mehr wissen, dah es ihn auf Herz und Bieren prüfen wollte." Sie versuchte sich mit aller Gewalt zu beherrschen, konnte stundenlang Abhandlungen über Forschungsreisen lesen, horchte Tordy aus, der ihren Mann auf seiner ersten Fahrt begleitet hatte, interessierte sich für alle« und jedes, fragte, was man benötige, wie man sich am besten Neide, sich vor der Kälte schütze und tausenderlei anderes mehr. Tordy war wie ein Lamm. Geduldig bis zur Erschöpfung, gab er Bescheid. Es war nur ein Glück, daß seine Lippen nicht mehr aufsprangen, wenn sie auch noch bitterlich brannten. An einem der letzten Apriltage fuhr Rosmarie nach London, um Einkäufe zu machen. Zwei Tage später kam ein Telegramm: .Komme erst Ende der Woche." Ealderon langweilte sich zum Sterben. Tordy horchte bei jedem Kartengruh, den ihm der Lord meldete, ob sie noch immer nicht zurückkehre. Der Doktor maulte über die Frauen mit ihren Maha- radschalaunen. 3n den Abendstunden des Samstag fuhr ein Kraftwagen an die Rampe von Port-Rush vor. Der Chauffeur riß den Schlag auf und hielt ihn zurück, bis der junge Mann über das Trittbrett geftiegen war. Der taubengraue Anzug verriet eine erste Londoner Werkstätte und unterstrich flüchtig die Eleganz der Körperlinien. Den Hellen Staubmantel über dem Arm und den Hut lässig in der Rechten tragend, schritt der Fremde auf die grobe Doppeltüre zu. die die Empfangshalle abfchloh. Der Diener stand wie ein zürnender Cherup. „Seine Lordschaft empfangen nicht." Der junge Mann entnahm seiner Brieftasche eine Bisitenkarte. legte den Mantel über die Lehne eines brokatenen Stuhles und lieh sich selbst in den Armsessel gleiten. Die Augen des Dieners hafteten an dem Shamrock, der im Rocke des Fremden steckte. Diese Kleinigkeit wirkte bestechend. Die gelbe, unscheinbare Blume, eine Abart ganz gewöhnlichen Klees, war die Rationalblume des Landes. Also muhte der junge Mann ein 3re fein. Während er nach dem Wintergarten schritt, warf er einen Blick auf die Bisitenkarte: „Richard Ealderon." „Ein Berwandter?" Dann jedenfalls einer, der sich nie auf Port-Rush hatte sehen lassen. Wenn man dreihig Jahre in ein und demselben Haufe diente, wurde einem zum Schluß jedes Gesicht der Sippe geläufig. Aber das hier war noch nie auf Killarney gesehen worden. Lord Ealderon nahm die Bisitenkarte vom Silbertablett, stutzte, unterdrückte ein Staunen, dann ein Lächeln, sah zu dem Diener auf und forschte: „Alt?" „Er könnte achtundzwanzig sein. Eure Lord- schäft." „Typ?" „Erster Londoner Zuschnitt." „Ich lasse bitten." Richard Ealderon wurde höflich ersucht, dem Bedienten zu folgen. Dieser wies ihm. am Eingang des Wintergartens angelangt, die Richtung und verneigte sich. Er hörte, noch ehe er die hohen Glastüren zusammenfallen lieh, einen Ausbruch der Freude und schüttelte den grauen Kopf. „Man kann dreihig 3ahre auf einem Platze sitzen und erlebt immer wieder ileber- raschungen." Der Fremde schien mit einem einzigen Blick in Lord Ealderons Herz hineingesprungen zu sein. „3dj wollte doch Gewihheit haben. Onkel, ob ich es wagen darf. 3ohn hat mich nicht erkannt. Du findest auch, dah es gut ist?" Der junge Mann sah auf der Dank neben Ealderons Fahrstuhl und bog sich zu dessen Händen herab, um sie an die Wangen zu schmiegen. Die greifen Finger wurden etwas nervös unter dieser erregten Liebkosung. Er zog sie vorsichtig hoch. Sein Blick flog kopfschüttelnd über den brünetten Scheitel, der in tadellosem Herrenschnitt bis zur Rackenlinie hinunter lief. „Es ist nicht unhübsch. Mary." Das schmale Gesicht bot sich ihm entgegen und die groben Augen bettelten in die seinen. „Wenn etwas verdächtig ist, Onkel, dann sage es mir. 3eyt ist es noch zu ändern." Ealderon mah die jungen Züge mit kritischen Blicken. „Weib bleibt eben Weib." „Du meinst?" „3a. ich meine: Es ist alles zu weich an dir. Wie Pfirsichflaum. Das bihchen Dartanflug über den Lippen." „Es ist aus einem ersten Atelier", unterbrach chn die junge Frau. „Eine Gummiauflage mit echten Stoppeln." Ealderon lachte hell auf und sah überrascht darein, als der junge Mann eine Drille mit schwarzem Horngestänge über die Ohren schob. „So ist es besser, ja. Das macht den Dlick undeutlich und verwischt die Züge." Ein kaum bemerkbares Abwinken der greifen Finger gebot Dorficht. Tordy kam aus dem Park und brachte die ersten Aprikosen aus den Treibhäusern. Ealderon rief ihm munter entgegen: ..Kommen Sie rasch, mein Lieber! 3ch habe Desuch bekommen: Mein Reffe Richard, der mit Dr. Szengeryi nach dem Pol reifen wird." Dann mit einer Handbewegung nach dem Piloten hin: .Herr Tordy. dem du es verdankst, mein 3unge. dah dir das Vergnügen zuteil wird", sagte er, zu dem jungen Mann gewandt. Die beiden Herren waren sich also vorgestellt. Run galt es, die Probe auf das Erempel zu machen. Für den Moment schien es. als suche der Flieger in seinem Erinnern. Die schwarzen Augen bekamen ein suchendes Forschen, dann ein Lächeln, ein hilfloses Heben der Schultern. Gott, warum sollten zwei Menschen aus ein und derselben Familie sich nicht ähnlich sehen? „Schade, dah die Lady nicht hier ist", sagte er aufrichtig. „Welche Lady?" Rosmarie trug einen nervösen Ausdruck im Gesicht. „Die junge Lady Ealderon", erklärte Tordy und wandte keinen Dlick von ihr. „Sie sieht 3hnen nämlich verblüffend ähnlich." 3m gleichen Augenblick kam Dr. Leh« schmächtige Gestalt aus einem Seitengang. Die zweite Borstellung: „Mein Reffe Richard halberen — Dr. Ley, der wundertätige Heilige von Port-Rush." Der Arzt stutzte. „Woher importierst du seit neuestem deinen Stoffen, Charly?" Rosmarre fühlte sich wie unter einer Lup», Das Blut brannte auf ihren Wangen. Der Händedruck des Mediziners hieh soviel tote; .Ladv. es nützt alles nicht«. 3ch habe Sie er. kannt." Aber der Doktor verriet es mit keinem Wort. ’ 3m Gegenteil, er verwickelte den jungen Mann in ein sehr interessantes Gespräch. Rur ab «nb zu zwinkerten feine kleinen braunen Augen. ,.3unge. die Fälschung ist nicht ganz gelungen!* llnb alS Rosmarie ein zartes, pariümgetränktes Taschentuch herausholte und damit über d'e • Stirne fuhr, ergriff er die Flucht. 3m Park horchte er auf den leichten Schritt, | der ihm folgte. „Lady, es ging nicht mehr. 3ch wäre sonst geplatzt." Er wartete, bi« der junge Mann sich gesetzt hatte und fegte sorgfältig eix Blatt von der weihen Dank, das von einer der Rotbuchen herabgeflattert war. „3ch bin auher mir. Doktor." „Weshalb? Manches ist fehr gut", lobte et „Die Brille, ba« Haar, der Flaum, über bet Lippe — alles täuschend. Aber der Haupteinbrnck 4 verrät bas Weib. 3ch meine: Das Lächeln, bei 1 ruhigte beherrschte Etwas, das Sie al« Ladh so distinguiert gemacht hat. das diskrete Parfüm. die Stimme, in der tausend Glocken läuten. Wenn Sie jemand 36re Männlichkeit glaube, machen wollen, muh das alles noch fallen." „Hat Onkel 3hnen von der Sache erzählt?" „Rur angedeutet", erklärte er „3ch bin seh» gut im Bilde. 3ch lasse 3hnen eine Arznei auf den Rachitisch stellen. Davon nehmen Sie morgen« und abend« je einen Ehlöffel. Das gibt der Stimme ein dunkles Timbre. Kommen Si^ I fo lange Sie noch hier sind, ab und zu in md, I Sprechzimmer, dann werden wir 3hrer 3ris ctee andere Färbung geben, die sich Ipätcr leicht wieder korrigieren läßt und lassen Sie sich vo, der Sonne bräunen. Eie werden auf 3hrer Polfahrt unter laute» Männern fein. Es wird heikle Situationen genug geben, denen Sie nicht immer ausweichen können. Da kämen Sie au« dem Rotwerben gar nicht mehr heraus. Lassen Sie sich also rösten wir ein Reger. Wenn es nicht genügt, nehmen w:r ein Präparat zu Hilfe, bas bem Teint nicht schadet und doch sehr wirksam ist. Es ist al', gar nicht notwendig, dah Sie fo verzagt flnfc Wir machen es schon." Rosmarie griff nach seinen Händen und führt« sie an die Lippen. „Das ist mir im Geben noch nicht passiert',. konstatierte er. ehrlich geschmeichelt. „Wie wenig es doch oft braucht, sich Dank zu erwerben." (Fortsetzung folgt.) — 1fyuischeiu, gißt jede Umhüllung der Ser-Packung von MAGGTFIeischbrüh Würfeln, —auch wenn sie noch nicht mit Gutschein-Aufdruck versehen ist.— 8s gelten aber nicht als Gutscheine die Umlegestreifen der einzelnen Fleischbriih-UJürfel. Wählerversammlung! Freitag, den 6. November, 20 Uhr, im „(W Leib". Hehler: Frau Grein, Offenbach Reichsiagsabgeorbneier Pros. Dr. Heust Landtagsabgeordneter Dannenberg (ehern. Reichs-Geschäftsführer der Wirtfchaftspariei). 7406D «em« Reichs- und Landes-Politik! Unkostenbeitrag 30 Pf. Erwerbslose mit Ausweis 10 Pf Deutsche Staalspartei / Gießen. Betr.: Konkursverfahren über das Vermögen des Gastwirts Ludwig Krieger II. in wiefeck. Beschluß. Termin zu einer Gläubigerversammlung, in der über Einstellung des Verfahrens mangels Masse Beschluß gefaßt werden soll, wird anberaumt auf: 7405D Samstag, den 14. November 1931 vormittags 9 Uhr, Zimmer 107. Gießen, den 27. Oktober 1931. Hessisches Amtsgericht. W.,Zimi Andres' Sonnenstraße Morgen Mittwoch: Metzel suppe '21 b lOllbr vorm. Wellfleisch mit Kraut. 06453 3nb. L. Wenner. AalionalsoziaWche stundaebunaen Freitag, 6.11. in GroßemLinben: pg.Rahlmeier u. pg. Studienr. Hille in Großen-Buseck: pg. Hille und Woweries, Frankfurt Samstag, 7.11. in Londorf: pg. General Litzmann in Laubach: pg. Graf Reventlotv, M.d. X in Freienseen: pg. Stadtverordneter Lange, Frankfurt Sonntag, s. 11. in Hungen, pg. Hille und Dr. Müller, Alsfeld Montag, 9.11. in Gießen: Adolf Hitler Dienstag, 10.11. in Watzenborn: pg. Lang und Graf Solms Mittwoch, 11.11. in Lich: pg. Äujard Donnerstag, 12.11. in Großen-Linden: pg. Wiegand, M. d. X in Aliendorf: pg. Ludin, Reichswehrleutnant a. D. Freitag, 13.11. in Gießen: Dr. Goebbels, Berlin, M. d. B. Samstag, 14.11. in Grünberg: pg. Hille in Watzenborn: pg. Kramer, Frankfurt in Hungen: pg. Dr. Külz in Laubach: pg. Prof. Werner und Graf Solms 3m Kreise Alsfeld sprechen: Gregor Gtrasser, M. d. X; im Kreise Friedberg: Dr. Frick, M. d. X; in Schotten am 11. Jlovdr.: Prinz August Wilhelm 06467 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Kreisleitung Gießen $ V'Ul Gesundkost Krlnterheas Jang, vollw. Lebensm. in der Schulstr. «um Selbst entwickeln Ihrer RolUtlrae Wäsche- Reparaturen aller i’lrt werd. bilL ausgefübrt 064(10 Lvnnenstr. 9 n. Rollmops und Bismarckheringe Rollmops und Bismarckheringe Rollmops und Bismarckheringe. Bratheringe Bratheringe Bratheringe Rollmops in Mayonnaise....... Bismarckheringe in Mayonnaise Heringsalat in Mayonnaise..... 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