General-Anzeiger für Oberhessen der GararztiefondS der Haupistreitpunki. Gedanke Driands, der aber von dem Minister- Präsidenten Laval zuerst abgelehnt, nun aber allem Anschein nach angesichts der bedrohlich zugespitzten rung über das Vorgehen len in den fünf k o m die gleichfalls zerstört wurde. Die Polizei gegen die Demonstranten vor, wobei 6 Per 'i ging :rfonen verletzt wurden, darunter eine Person sehr schwer. vielleicht nicht überbrücken blicklicher Mihersolg brau. graph" aus, das; das von tum, der 1. Juli, bereit gen sei. Somit spiele di« over bezeichnete Da- vorübergeganl man eine Konferenz der Signatarmächte des Voungplanes ins Auge fasse, wenn in den gegen- werde, und dah sich dann Mellon vor langwierige Derhand- alten Stils gestellt sehe, obwohl in Deutschland dringend eine s o - Hilfe verlange. — Auch die „D e u t * vernichtet wieder lungen die Lage fortige ö|ung nicht hre BereilroiUlg- c n f u n f t von chllch Inter- baldlgen Datum stmoh von Berti gelangen. Regierung werde diese Konferenz ablehnen müssen. — Die „Dörsenzeitung" (kons.) ist der Ansicht, Last auch in amerikanischen Kreisen die Auffassung über daS englische Dorgehen sehr geteilt sei. da, wenn die Franzosen den Rücken gestärkt bekämen, die Aussicht, schnell zu handeln, |cn, ra- Mittelstandes An der Besprechung nahmen auherdem die Reichstagsabgeordneten Köster (Wirtschostspartei) und Timm (DRVP.) teil. Die pariser Besprechungen erneut vertagt Wegen angeblicher Lleberlastung der französischen Minister. — Noch immer wärtigen Derhandlungen keine Einigung erzielt werden sollte." sche Tageszeitung" (Ldbd.) bezweifelt, dast der Vorschlag im Einverständnis mit Washington erfolgt sei. Gegenüber Deutschland bÄreute er schwerlich eine Freundlichkeit. Zunächst jedenfalls müsse man anstehrnen. dah auch hier wieder wie schon früher die politische Anlehnung Londons an Paris sich zum Rachteil für Deutschland, ebenso aber auch gegen eine sachliche Behandlung der Tributfrage, aus- gewirkt habe. England schlägt eine Konferenz in London vor. Oie Signatarmähie des ssoungplans sollen zusammentreten falls die Verhandlungen der Vertreter der bat spruchreif find, weil DOfchland noch gar kein Moratorium er fi r 1 hat. Hendersons Einladung. Ein Ausweg füHrankreich. paris, 2. Juli, fjaoas veröffentlicht folgendes LommumquS: Finanzminister J l a n b i n Hal heule nachmittag mit dem amerikanischen Schahsekretär Mellon eine lange Besprechung gehabt, lieber bas Ergebnis bieser Besprechungen wirb von ein- geweihten Kreisen bas strengste Stillschweigen bewahrt. Man hat jedoch den Eindruck, dah im Laufe dieser direkten Besprechung die Berhanb- lungen sich relativ bef riebigenb entwickelt hätten unb bah es möglich fei, bah das Zustandekommen einer Einigung dadurch erleichtert werde. Die französisch-amerikanischen Berhandlungen werden morgen vormittag 10 Uhr im Laufe bet Bollkonferenz roleber aufgenommen. 3m übrigen ist in politischen Kreisen bekanntgeworben, bah bie Beringung ber französisch-amerikanischen Konferenz auf morgen auf Wunsch bes amerikanischen Schahsekretärs Mellon zurück,uführen sei. • Wie von mast gebender Seite verlautet, ist die nichtssagende Dürftigkeit der amtlichen Verlautbarung darauf zurückzuführen, dast die am Vormittag gesahten Kabinettsbeschlüsse erst veröffentlicht werden sollen, wenn Präsident H o - Der von ihrem Inhalt Kenntnis genommen hat. Demnach scheint man hier immer noch mit der Möglichkeit eines Kompromisses zu rechnen. Dor allen Dingen wird festgestellt, dah Hvovernoch nicht sein letztes Wort gesprochen habe. Die Abendpresse macht ganz den Eindruck, dast eine auf Optimismus" lautende Parole ausgegeben worden ist, wobei jedoch die Oeffentlichkeit gleichzeitig auf den möglichen Abbruch der zweiseitigen amerikanisch-französischen Derhandlungen vv.bereitet und für den zweifellos von französischer Seite ausgehenden Gedanken einer neuen Tributkonferenz Stimmung gemacht wird. Wie man hört, war dies überhaupt der ursprüngliche Wittschastliche Forderungen des gewerblichen JIMelstandeS Ter Vorstand des RcichSkartcliS bei Trcndelcnburg. Neue Ausschreitungen in Madrid. Madrid, 3. Juli. (WTD. Funkspruch.) Gestern abend kam es hier zu schweren Ausschreitungen. Rach Schluß einer von Mitgliedern des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes einberufenen Versammlung begab sich ein Demonstra- tionszug zum K a pu z in e r? lv st e r und steckte es in Brand. DaS Feuer griff auf die neben dem Kloster liegende Kapelle über, Annahme dm Anzeigen für btt Xagesnnmmer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, aus märt» 10 Neichspfennig; für Ne» blameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platz Vorschrift 20', mehr, öbefrebakteur. Dt. Friedr. Wich. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange: für Feuilleton l)r H.lhyriot; für ben übrigen letl Ernst Llumschein unb für ben Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. bah zweifellos del ben Fra für eine solche Konferenz an fi aber vorziehen würben, wenn Pari» ftallfinben würbe. 3 Möglichkeit für einen Zufamm ju einem späteren Zeitpunkt Einlabung hat jeboch, wie bann Gültigkeit, wenn amerikanischen Berh fammenbrechen sollten, bier pessimistisch, man hat französischen Berhandlungen sich von ber eigentlichen hau Erörterung nebensä Hineinoerloren haben blerne berühren, bie beswegt estehe, bah sie es efe Konferenz i n ihrigen bleibe bie ritt ber Konferenz sen. Die englische chert wirb, nur sranzösisch- Ölungen z u- ie Stimmung ist ben ameritanifdj- Einbruck, bah sie che hinweg i n b l e lieber 3 ragen inb zum Teil Pro- noch gar nicht zögernng zu einer Bereinbarun Die amtlichen Stellen erkläre^hierzu erläulernb, o f e n ber Wunsch Starke Bedenken in Berlin Verschleppung der Hilfe für Deutschland. Vounaplanes ein- idoner Morgenblät- > führt .Daily Tele- London, 3. Juli. (W! I. Funkspruch.) Der Vorschlag der englischen 1 ierung, eine Konferenz der Signatarmächte zubermsen, wird von den fern lebhaft besprochen. — Erich«»»' täglich,antzet Sonntags und Feiertag» Beilagen Du Illustriert« Siebener Familienblätt« Heimat rrn Bild Die Scholle Monats» bezngsprets: 2.20 Reichsmark »nd 30 Neichspfenmg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Zerns,rechaNschiSsfe enterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger »lefeen. petlweflwte: fr«*hart am Main I16M. Mächte würde der Ausfa ng der ganzen Welt entsprechen, dast Bier vergröstert habe, osscnbar dem würden sich die De isähe im Augenblick nur Amerika und DeutsMtnds europäische Gläubiger. sondern auch die Deutschen selbst ein schließen. Di« snmzösische Regierung hat gestern abend aus den tririschen Dorschlag geantwortet, sie nähmegrundsätzlich mit Freuden an: doch sei es unmöglich, dah Dri- anb unb Laval für bai Wochenende nach London kommen. Somit ist die Einladung gewisser- mahen in der Schwebe geblieben. Falls die französisch-amerikanische» Besprechungen mit einer Dereinbarung enden, wich sie unnötig fein; brechen sie aber endgültig zusammen, dann wird die Einladung wiederholt werden und die Conboner Zusammenkunft wird wahrscheinlich nächste Woche stattsinden. „Morning Post" lagt. eS herrsche Allgemein der Eindruck, dah in London eine bessere Atmosphäre für eine olchc Voungplankonferenz ge'chasfen werden würbe als in Paris. Gleich- z«itig aaer mache man sich klar, dah im Falle eines völligen Zusammenbruches der Derhandlungen die in Dcu:'chland unb auch an ben vcr chiebenen Fondsbörsen geschaffene Lage viel- le.ch: keinen Aufschub zulassen werde, und dast eS somit flager fei, ohne Verzug eine Zu'ammenkuns: der hauptsächlich interessierten Mächic abzuha.ie», phne Rücksicht auf den Der ammlungsort. Ser W fl au- der Sackgasse. Wer ist der tzaicr des neuen «oufcrenzplans? Varis, 3. Juli. — Die Frage der Landtagsauflösung wird voraussichtlich am S.3uli im P l enum zur Be- ratung und am 10.3uli zur Abstimmung gestellt werden. Man rechnet mit einer großen politischen Aussprache, in der das Verbot der Spartakiade eine besondere "Volle spielen wird. Am 10. 3uli will man die Siedlungsgesetze verabschieden. Auch soll der Gesetzentwurf über die Studiendauer als Vorbedingung für die Zulassung zur juristischen Promotion verabschiedet werden. Die Sommerferien sollen nach den Vorschlägen, über die der Aeltestenrat zu entscheiden hat, bis zum 13. Oktober anhalten. Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 2. Juli. (WHP.) 3m Finanzausschuß wurde mitgeteilt, daß in der Frage der sogenannten Zehr zu läge für die Beamten der Cxekutivpolizei eine anderweitige Regelung geplant sei, die die süddeutschen Länder einheitlich treffen wollen. — Darauf unterhielt man sich kurz über den Raununangel und Personalmangel in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Philipps-Hosp» tal bei Goddelau. Es wurde allgemein anerkannt, daß die Schaffung eines Schwestern- baues unbedingt notwendig, aber in diesem Jahre infolge der gespannten Finanzlage nicht möglich sei. Sieben Eingaben um Baud a riehen, sogenannte Uebergänge aus den 3ahren 1929 und 1930, wurden sämtlich als durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt, wonach diesen Eingaben aus rechtlichen Gründen nichtentsprv- chen werden kann. — Eine Eingabe der stark ^lasteten Gemeind« Udenhausen (Kreis Alsfeld) um einen Staatszuschuh zu den Kosten der Felübereinigung und der Dachregulierung wurde durch die entgegenkommende Regierungsantwort für erledigt erklärt: die Regierung hat dieser Gemeinde in diesem Jahre außer der Reihe schon 3000 Mark für Zinsverbilligung gewährt. — Ein Landbund-Antrag auf A u f - hebungderStempelsteuerfür nicht vorwiegend landwirtschaftlich oder gewerblich genutzte Federwaagen wurde durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt: doch ersuchte der Ausschuß die Regierung, sie möge ein genau formuliertes Aus sch reiben erlassen, um einzelne Mißstände abzust eilen. Auf Antrag des inzwischen verstorbenen vvlks- parteilichen Abg. Haury gab zum Schluß ein Regierungsvertreter einen eingehenden Bericht über die Lage der zusammengebrochenen Wohnung s f ür s or ge g e s e l l s ch a f t (Woge) und der Hegemag. Die Aussprache über den Bericht, der für vertraulich erklärt wurde, findet am kommenden Montag statt. Handgemenge im Unterhaus. GewaltsameEnlfernung eines sozialistischen Abgeordneten. London, 3. 3uli. (TU.) Am Donnerstag hat sich im englischen Unterhaus« seit langen Jahren zum ersten Male der für englische Verhältnisse unerhörte Fall zugetragen, daß ein Mitg lied des Hausesgewalts am entfernt werden mußte, nachdem es zu einem Handgemenge ün Sitzungssaal gekommen war. Der Zwischenfall ereignete sich, als der schottische Sozialist Mc. Govern mit einer Antwort des Staatssekretärs für Schottland unbefriedigt unb entgegen dem parlamentarischen Brauch stehen blieb, als sich der Sprecher bereits erhoben batte. Als er nun auch auf eine . Aufforderung hin sich weigert«, seinen Platz ein* • zunchmen, beantragt« der Premierminister seinen Ausschluß von der Sitzung, welcher Antrag mit 315 gegen 16 Stimmen angenommen wurde. Der Aufforderung, den Sitzungssaal zu verlassen, kam Mc. Govern gleichfalls nicht nach, so daß der Sprecher ihn gewaltsam aus dem Saal entfernen ließ. Verschiedene unabhängige SoRitter der Tiefsee. Oer Ozeantaucher bei der Arbeit. Don £. Hill. 3n dreißig Meter Wasser tiefe wird der Tag zur Mondnacht: in siebzig Meter zur Sternennacht: in hundert Meter Tiefe ist es so dunkel, daß man die Hand vor den Augen nicht mehr sehen kann. Kleine, zarte Fische mit eigenen Laternchen an ihrem Körper leben 1500 Meter und mehr unter der Meeresoberfläche, in einer Tiefe, wo der Wasserdruck 150 Kilogramm auf den Quadratzentimeter gleichkommt. Das Blut zirkuliert ruhig in ihren feinen Kapillaren, alle anderen Körperfunktionen vollzichen sich ungestört unter diesem fürchterlichen Druck — weil der Druck von allen Seiten mit gleicher Stärk« wirkt. Die Menschen leben am Grunde eines Luftmeeres, die Luft drückt mit etwa 1 Kilogramm auf jeden Quadratzentimeter unseres Körpers. Da sich der Druck in unserer Körperflüssigkeit gleichmäßig verteilt, spüren wir ihn nicht. Aber der innere und äußere Druck auf benj menschlichen Körper muß eben gleich sein, sonst passiert etwas... Rackte Austernfischer der Südsee bringen es fertig, bis zu 20 Meter Tiefe zu tauchen. Um den Druck der Wassersäule — 2 Kilogramm pro Quadratzentimeter— auszugleichen, atmen sie tief ein und schließen dann Mund und Ras«: eine, zwei Minuten bleiben sie unten und sammeln in aller Hast Austern und Schwämme, dann geben sie ein Signal und werden an einem Tau emporgezogen, bevor die Luft in ihren Lungen verbraucht ist. So ein eingeborener Taucher kann vier bis fünf Minuten unten bleiben, wenn er vorher einige Minuten tief atmet und damit all« Kohlensäure aus seiner Lunge wäscht, sich mit Sauerstoff voll- pmnpt. Der moderne Taucher mit Helm und wasserdichtem Anzug kann sich in größere Tiefen wagen und dort länger arbeiten. Der Wasserdruck um ihn wird durch den Luftdruck in seinem Anzug ausgeglichen: er befindet sich in einer stetig erneuerten Lufthülle, di« den Wasserdruck von ihm abhält. Einlaß- und Auslaßventile an seinem Helm sorgen dafür, daß der Luftdruck im Anzug weder zu klein noch zu groß wird. Auf der Brust, auf dem Buckem an den Füßen hängen dem Taucher schwere Bleigewichte bzw. zialisten versuchten noch, ihrem Parteifreunde beizustehen, doch wurden auch sie hinauSgesperrt. Kurz nach Ausbruch der Gewalttätigkeiten unterbrach der Sprecher di« Sitzung des Hauses, das den Vorgängen mit eisigem Schweigen gefolgt wcur. Da Gewalt angewendet werden mußte, bleibt Mc. Govsrn für den Rest der Session bis zum Beginn dar nächsten Session von den Sitzungen ausgeschlossen. Er verliert dadurch 100 Psiind Sterling, da ein ausgeschlossener Abgeordneter keine Diäten bezieht. Bombenanschlag in Rom. Eine Liebesgabe aus Frankreich. — Zwei Todesopfer. Große Entrüstung in Italien. Rom, 2.3u(i. (TU.) Auf dem fleinen Güter- bahnhof im Quartiere Porlonacclo, einem östlichen Arbeileroierlel Roms, ist heute gegen 11.30 Uhr eine Bombe explodiert und hat zwei Tote und einen Verwundeten gefordert. Die Bombe befand sich in einem Güterwagen. Die Wirkung der Explosion war außerordentlich stark, so daß die Fensterscheiben dec umliegenden Häuser gesprungen sind. Der betreffende Güterwagen war heute morgen auf dem Hauptbahnhof in Rom eingegangen. Dem Aufsichtspersonal war dort ausgefallen, daß von dem Güterwagen sämtliche Siegel entfernt waren. Der wagen wurde daher auf den vorerwähnten kleinen Güterbahnhof abgeschoben, um dort entladen zu werden. Der Wagen enthielt Tabak und Unterkleider und kam aus hodane von der französisch-italienischen Grenze her. von den Tätern ist bisher keine Spur vorhanden. Ls ist aber anzunehmen, daß auch dieser Anschlag in den Rahmen der in der letzten Zeit aus Bologna, Turin und Genua gemeldeten Terrorakte gehört. Der Anschlag Hal in der Bevölkerung Roms erhebliche Entrüstung hervorgerufen. Die Opfer des Anschlages werden wahrscheinlich auf Staatskosten feierlich beerdigt werden. Die Abendblätter erörtern den Bombenanschlag sehr eingehend mit scharfen Seitenhieben auf Frankreich. So erklärt „Giornale d' Italia" daß auch diese Bombe aus Frankreich flamme, das Blatt rügt scharf, daß der antifaschistische und antiitalienische Terrorismus in Frankreich trotz aller blutigen Erfahrungen immer noch geduldet werde. gesamten DolkseinkommLn beteiligt. Für das laufende Jahr sei bi« bauwirtschaftliche Produktion! nur auf knapp zwei Drittel der vorjährigen zu schätzen. Mitten im Sommer seren jetzt 70 v. H. der Bauarbeiter arbeitslos. Ein Riesenkapital an Produktionsmitteln und Arbeitskraft liege augenblicklich brach: es sei volkswirtschaftliche Pflicht, diese Kräfte zu mobilisieren, weil die Belebung der Bauwirtschaft eine sichere Hilf« gegen di« Arbeitslosigkeit bedeutet. Architekt Schluckebier forderte stärker« Verwendung der. Hauszins st euer- mittel, als Mittel einer Zwecksteuer, für die Bautätigkeit, restlose Einstellung der Regiebetriebe der öffentlichen Hand, insbesondere auch bei der Reichsbahn, und außerdem eine Verstärkung der Bauaufträge zu angemessenen Preisen für die freie Dauwirtschaft. Rach den Vorträgen wurde ein« Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt: Trotz der Rotwendigkeit äutzerher Sparsamkeit muß die Stilllegung der Bautätigkeit unter allen Umständen vermieden werden, weil sie die allgemeine liche Arbeitslosigkeit sich zu einer höchst bedenklichen Gefahr für Staat und GesellfchcHd- auswachen kann. Es müssen deshalb die größten An- -GrasZeppeliir wieder in Friedrichshafen 3n Friedrichshafen traf das Luftschiff „Graf Zeppelin" Freitagfrüh gegen 5 Uhr von seiner Rordlandfahrt ein und landete nach dem Eintreffen der Haltemannschaft um 6.15 Uhr glatt auf dem Werftgelände. Die Aauwirtschast fordert ein Krisenbanprogramm Gegen die Zwangsbewirtschastung des Baumarkts und die gänzliche Süll- legung der Bautätigfeit. rechtigt. Wenn Deutschland die finanzielle Entlastung durch das Hooversche Schulden-Feierjahr systematisch zu einer Ueberwindung der innerdeutschen Wirtschastsnot und des Elends der Arbeitslosigkeit ousnühen wolle, wäre «ine schnelle und großzügige Hilfe für den Baumarkt ein« der wichtigsten Voraussetzungen. Stadtverordneter Schubert, Mitglied des Preußischen Staatsrates, gab sodann ein plasti- sches Bild von der volkswirtschaftlichen Größe der Bauwirtschaft, die 1928 nahezu 3 Millionen Arbeitern unmittelbar Deschäftlgung gegeben. Die deutsche Bauwirtschast sei mit einem Achtel am Krisis in unerträglicher Weise verschärft, weil sie di« Steuerquellen noch weiter verstopft, die Kaufkraft der Bevölkerung sehr ungünstig beeinflußt und weil die zu erwartende ungeheuer- trengungen gemacht werden, die Bauwirtschaft o stark wie irgend möglich in Betrieb zu sehen. Daß die Verwendung von Kapitalien für die Dauwirtschaft nur zu wirklich produktiven Zwecken erfolgen soll, bedarf keiner Hervorhebung. Rotwendig ist aber auch die Inangriffnahme längst beschlossener und immer wieder zurückgestellter öffentlicher Bauvorhaben. Rotwendig ist endlich die baldige Beseitigung der Zwangswirtschaft, die aber nach jahrelanger Dauer unmöglich ohne jeden Ueber- gang erfolgen kann. Die Bauwirtschaft fordert endlich Taten gegen das Versiegen der Bautätigkeit durch ein sofort einsetzendes Krisenbau- programm, damit nicht neues unabsehbares Unheil über groß« Teile unseres Volkes kommt. Berlin, 2.3uli. (TU.) 3m Hinblick auf den in einigen Wochen drohenden fast völligenS killst and der Bautätigkeit haben sich nicht weniger als 45 Verbände der Architektenschaft, des Baugewerbes, der Baustoffindustrie, des Dau- nebengewerbes sowie des Daustoffhandels zu einer großen Kundgebung in der Berliner Philharmonie zusammengesunden. 3n seiner Begrüßungsansprache wies Dr.-Ing. h. c. Adolf M a ft, der Vorsitzende des Reichsverbandes des Deutschen Tiefbaugewerbes, auf die Psychose gegen das Bauen hin, die sich im letzten Jahr immer mehr gebildet habe. An dieser Zurückhaltung nicht nur des öffentlichen, sondern auch des privaten Kapitals gegenüber der Dau- wirtschaft gehe schließlich nicht nur die Dauwirtschaft zugrunde, sondern auch bi« gesamte deutsche Volkswirtschaft leide allerschwersten Schaden. Kurzsichtige Sparsamkeit drohe zu allergrößter Verschwendung des schon so kargen Volksvermögens zu führen. Die in der Dauwirtschaft künstlich arbeitslos gemachten Arbeitnehmer müßten nunmehr doch vor dem Verhungern geschützt werden. Reichsfinanzminister a. D. Dr. Reinhold legte die grundlegende Dedeutung der Dauwirtschaft für den deutschen Arbeitsmarkt Lar, die, wenn man überhaupt an eine AnLurbelung bet Wirtschaft ernsthaft Herangehen wolle, «ine systematische und organische Hilf« für die Bauwirtschaft unbedingt notwendig mache. Er erkannte die Fehler, die in den letzten Jähren, vor allem auf dem Gebiet des Wohnungsbaues, Lurch das Eingreifen der öffentlichen Hand gemacht worden find, rückhaltlos an. Vor allem sei zu uns h st « ma - tisch und zu teuer gebaut worden. Sobald wie möglich müsse eine Beseitigung bet öffentlichen Bewirtschaftung b«8 Wohnraumes durchgeführt werden. Umsiedlungen seien infolge der Strukturwandlung unserer Wirtschaft ebenso dringend, wie die Schaffung von Klein st Wohnungen zu einem für die große Masse der erwerbstätigen Bevölkerung erschwinglichen Mietpreis. 3nsbesondere böte auch der Straßenbau für bie Rvtzeiten ein sehr großes Arbeitsfeld. Ein Ausbau für den modernen Verkehr sei wirtschaftlich durchaus nösig und beReiserouten der ältesten und der neuesten Weltumfahrer. Vor 400 Jahren brauchte bas Segelschiff des Portugiesen Magalhaes mehr als 3 Jahre zur Weltumsegelung, 1873 berechnete Jules Verne m fernem phantastischen Roman die schnellstmögliche Weltrundreise auf 80 bzw. 79 -Lage,. 1929 umflog der »®rQT Zeppelin" die Erde in 19 Tagen, jetzt haben die amerikanischen Flieger fast die gleiche Strecke in 8Vi Tagen bewältigt. RÖNLD. LONDON- W-YORK, CALCUTTA fÜi AFRIKA Ol SING APO RE ftotdß. von : $UD- AMERIKA WLADIWOSTOK^.H I“ norK- < AMERIKA BERLIN tUbOPA •••••• vluo nyiruc „ Graf Zeppelin. 1929. ..... u.Ciaty 1931. 5 FRANCISCO ' Preßluftflaschen zur Ueberwindung des Auftriebs im Wasser, und der Taucher kann die ihm zugeführte ßuftmeng« so genau regulieren, daß er sich auf dem ®runb bequem bewegen kann. Es ist ein beliebter Taucherscherz, dem Reuling unten im Wasser soviel Luft zuzupumpen, daß sich sein Anzug bläht und ihn emportreibt. 3« höher er steigt, desto mehr bläht sich der Anzug, desto unförmiger wird die Figur des Aermsten, der in seiner Angst nie an das Ueberdruckventil denkt: schließlich ist der Anzug steif und hart, der Taucher kann nicht Arm noch Dein bewegen und treibt hilflos als gespenstig« Kugel auf der Oberfläche umher. Für je 10 Meter Tiefe muß dem Taucher eine Atmosphäre — also Lusdruck von einem Kilogramm — mehr zugepumpt werden, um den Wasserdruck auszugleichen. 3n dreißig Meter Tiefe ahnet der Taucher daher unter vierfachem Druck, in neunzig Meter unter zehnfachem Druck: entsprechend steigt auch die Wenge des gelösten Stickstoffs in seinem Blut und seinem Muskelgewebe. Hat der Taucher eine Zeitlang in komprimierter Luft gearbeitet, dann ist sein Organismus mit Gas angefüllt wie eine Flasche Delterswasser; kommt er nun zu schnell wieder an die Ober- fläche, so schäumt das Blut in seinem Körper auf wie Brauselimonade. Ein« relativ geringe Menge Gas blasen im Blut kann hinreichen, um bas Herz mit Schaum zu füllen, die Dlutzirku- lation zu unterbinden und den Taucher zu töten: in weniger schweren Fällen verursacht diese „Taucherkrankheit" nervös« Beschwerden und Lähmungen. Dagegen gibt eS nur ein Gegenmittel: den Taucher so schnell wie möglich wieder in komprimierte Luft zu bringen, damit sich di« Blasen wieder lösen, und chn bann langsam zu „dekomprimieren", langsam an normalen Druck gewöhnen, so daß der Gasüberschuh mit dem Blut- ström in die Lunge geschwemmt und von dort nach außen abgegeben werden kann. Früher ließ man den Taucher langsam herabsteigen und schnell her- aufschietzen — gerade der richtige Weg, um möglichst viele Unglücksfälle zu verursachen! Heute steigt der Taucher stufenweise aufwärts, wie es ihm von oben telephonisch befohlen wird: immer wieder muh er minutenlang unbeweglich an der „Grundleine" hängen bleiben, bevor er sich einige weitere Meter der Oberfläche nähern kann. Ferner muh sich der Taucher stets vor Kohlensäurevergiftungen hüten. Durch das Tauchen mit Preßlustzuführung hat der Taucher heute jedoch die Möglichkeit, soviel Luft zu bekommen wie er braucht, ohne daß oben Dutzend« von Leuten an den Handpumpen arbeiten: so kann der Taucher auch seinen Anzug gut durchlüftet halten und alle verbrauchte Luft durch das Ueberdruckventil am Helm entfernen. Außerdem ist es gelungen, die beim Ausatmen gebildete Kohlensäure im Helm chemisch zu binden. Roch vor kurzem galt es für gefährlich, bis zu dreißig Meter zu tauchen: jetzt erreicht man die doppelte Ties« mit gewöhnlichen Taucheranzügen, die ein verhältnismäßig ungestörtes Arbeiten auf dem Grunde zulassen. Geschickte und ehrgeizige Taucher können sich mit allen notigen Vorsichtsmaßregeln über 100 Meter in die „gräuliche Tiefe" wagen. Ratürlich lassen sich stählerne Deobachtungs- kammern, deren Insasse mit einem Sauerstoffapparat versehen ist und unter gewöhnlichem Atmosphärendruck atmet, «noch bedeutend weiter Herabfenken — kilometertief, wenn geeignet« Hebevorrichtungen zu beschaffen sind! Der Mann darin kann durch dicke Glasfenster und mit Hilfe einer Bogenlampe das Tiefseeleben beobachten und photographieren: aber mehr auch nicht. Die Kugel- gelenkglieder dieses klobigen Ozeanritters lassen nur wenige Bewegungen zu, die Haken am Ende seiner Eisenarme können nur leichte Arbeit verrichten. Jede Bewegung mutz nach den telephonischen Instruktionen des Tauchers von oben gesteuert werden. Im Dunkeln ist der Eisenmann hilflos, während sich der Mann im Taucheranzug zurechttasten kann. Em neuer Enoch Arden. Die Geschichte vom heimkehrenden Gatten, ein Motiv der Weltliteratur, das sich nach dem Weltkrieg des öfteren ereignet hat, hat wieder einmal eine kleine französische Stadt in Aufregung versetzt. In Baveh ist plötzlich ein moderner Enoch Arden aufgetaucht. Alfred A11 a r t verschwand von der französischen Front im August 1914 und erschien im Rovember desselben Jahres in den Verlustlisten. Aus der Gedächtnistafel, die die toten Krieger des Ortes verzeichnete, ist auch fein Raine zu finden, und sein Grab auf dem Friedhof ist mit seinem Bilde geschmückt. Auf die offiziell« Benachrichtigung von seinem Tode heiratete seine Witwe wieder und hatte mit ihrem zweiten Gatten zwei Kinder. Als sie kürzlich eines Abends ein Cafe besuchte, sah sie hier einen Fremden, bei dessen Anblick sie aufschrie und blaß wurde: sie bemerkte zu ihrer Umgebung, der Mann sei ihrem (Satten, den sie im Weltkrieg verloren, wie aus dem Gesicht geschnitten. Der Fremde sprach mit ihr ein paar Minuten und lud sie zu einem Glase Wein ein. Auch andere Anwesende bemerkten die auffallende Achnlichkeit und sagten: „Wenn wir nicht wüßten, daß Allart tot ist, würden wir schwören, daß er es fei. Ms Allarts Tochter her- beikam, glaubte sie ebenfalls sofort, ihren Vater vor sich zu sehen. Der Mann nahm sie beiseite und erzählte ihr, daß er tatsächlich Allart und ihr Vater sei, bat sie aber, sie solle nichts davon sagen. Ms sie bann ins Cafe zurückkam, zeigte ihm die frühere Frau Mlart Photographien, darunter ein« von seiner Tochter als Kind. Er brach daraufhin in Tränen aus, verabschiedete sich rasch und seitdem ist kein« Spur mehr von ihm gefunden worden. Ein Schwan klingelt an der Tür... Der Rektor einer englischen Universität beklagt einen schweren Verlust. „Edgar", der Schwan des nahen Parkteiches, ist nach einem geruhsamen langen Leben, das er als Haustier der alma mater führte, ein gegangen. Der über den Verlust trauernde Rektor teilte einem Berichterstatter ein paar bemerkenswerte Eigenschaften Edgars mit. Obwohl der Schwan genügend Futter am Teich erhielt, kam er dennoch häufig bis zu der ebenerdig gelegenen Pforte der Rektoratskanzlei, um sich Eintritt zu verschaffen, der ihm auch stets gestattet würbe. War bie Pforte einmal verschlossen, so zog Edgar einfach bie Klingel und wartete, bis geöffnet wurde. Es war aber sicher nicht Hunger allein, der das Tier zu diesen Besuchen trieb; der Rektor hatte «her den Eindruck, als wollte Edgar „unter Menschen fein“. Der Schwan hatte es gern, wenn man ihn streichelte und liebkost«; doch durften dies nur Männer tun. Auf Frauen ging er sofort mit gesträubtem Gefieder in Angriffsstellung los. Dr« Tochter des Rektors verkleidete sich einmal als Mann und wollte den Schwan nun streicheln. Aber Edgar durchschaute die Maskerade und ging auf das Mädchen los. Auch rote Farbe konnte der sonderbare Schwan nicht leiden. Der Briefträger, der ein rotlackiertes Fahrrad besah, wurde von dem Schwan ein gutes Stück verfolgt ünd mit Schnabel und Gefieder attackiert. Autos waren ihm auch nicht sonderlich angenehm; sah er einen Wagen stehen, so versuchte er sich mit dem ©$na- bel an den Gummireifen; sicherlich, um heimtückisch eine Panne zu verursachen. WiingsOchose im sranzöflschen Senat Frankreich fühlt sich -urch das Panzerschiff »Oeuffchland" bedroht. Pari», 2.Juli. (TU.) Der französische Senat begann am Donnerstag die Beratung des Gesetzes- Vorschlages über das Flottenbauprogramm für 19 3 1/32 und zwar derjenigen (Einheiten, die im Programm für 1931 vorgesehen waren, je- doch nicht zur Durchführung kamen. Die Kammer, die sich bereits mit diesem Gesetzesoorschlag beschäf- tigt hatte, der eine Kiellegung von 38 000 Tonnen insbesondere diejenige eines 25 000-Tannen-Kreuzers vorsah, hat bekanntlich nur Kredite für 16 000 Tonnen verabschiedet und den «au des Panzerkreuzers für fpäter zuruckgestellt. Der General» berichlerstatter des Marineausschusses des Senats wies einleitend noch einmal darauf hin, daß das Flottenbauprogramm für 1931 einen Panzerkreuzer, zwei Kreuzer zweiter Klaffe, einen Aviso und einen Kreuzer für die Kolonien mit vier Begleitschiffen vorsah. Es sei wohl gut, den Frieden ju suchen. Die» sei aber kein Grund, einem Deutsch- land gegenüber abzurüsten, das eine Flotte von Panzerkreuzern von ganz besonderem Wert baue und einem Italien gegenüber, das im Jahre 193t) 60 000 Tonnen vom Stapel gelassen habe und schließlich gegenüber England, das die Herrschaft auf dem Meere beibehalte. Der BeridjterftaUer de» TNarincaUsschusse» vertrat die Ansicht, dah Frankreich auf der sofortigen Kiellegung der Im vorliegenden Bauprogramm vorgesehenen Schisse bestehen müsie, wenigsten» solange, wie Deutschland sein Panzerschissbau- gramm nicht aus dem Altar de» Jdeben» geopfert habe. Frankreich habe genug Opfer gebracht und nicht nötig, noch weitere zu bringen. Auch d e r M a * rineminister pflichtete der Ansicht bei, dah man die Ausführung des Bauprogramms beschleunigen müsse, weil daS ßanb, es nicht verstehen werde, dah man die französische Seeverteilung angesichts der neuen deutschen Flottenbauten nicht sichere. Der Marineminister bezichtigte sodann Deutschland der 11 cVertretung deS Versailler Vertrages und erflärtc, dah die Reich-- regierung an dem Haushaltsplan von 1931 einen Anhang gebracht habe, der Ersahbauten für acht Kreuzer, 25 Torpedoboote und 25 Torpedoboots- zerstvrer vorsehe. Es handelt sich hierbei um die Flotte des Versailler Vertrages mit einer 25prozentigcn Erhöhung. SS sei notwendig, diesen Punkt einmal ausführlich zur Debatte zu ftelten, um zu sehen, wie Deutschland den Versailler Vertrag entstellt habe. Frankreich brauche sofort ein Schiff, um der .Deutschland" entgrgenzutreten und ein andere-, um einer zweiten .Deutschland" entgegenzutreten. Vur das Aus tauchen der »Deutschland" nötige Frankreich zum Dau eines Panzerschiffe-. Der deutsche Panzerkreuzer gebe der deutschen Flotte die Möglichkeit, den Atlantik ju beherr- schen und Frankreich die Versorgung mit Petroleum sowie seine Verbindung nach Dakar abzuschneiden. Der Dau der beiden anderen Kreuzer sei not- wendig gewesen, um der .Leipzig" einen Gegenwert gegenüberzustellen, die im Dezember in Dienst trete. Unter den Rednern, die besonders scharf gegen die deutschen Flottenbauten zu Felde zogen, branden sich die Senatoren L 6 merh und Rio. Auch Senator Ehsron konnte sich nicht enthalten, die Demerkung zu machen, dah der DurchschnittSfranzose cs nicht verstehe, dah Deutschland dauernd sein Elend In alle Welt hinausschreie und doch Geld finde, eine solche Marine aufzubauen. Senator Hennessy bemerkte dazu. Deutschland baue eine Angriffszwecken dienende Flotte, während es 1914 nur eine Defensivflotte besessen habe. Aus oller Welt. Die Hinrichtung Kürten». Nachdem das Gnadengesuch des Düsseldorfer Massenmörders Peter Kurten vom preußischen Staatsministerium abgclehnt worden war, wurde die unverzügliche Hinrichtung de» neunmal zum Tode Verurteilten angeordnet. Da in dem Gefängnis in Düsseldorf-Deerendorf, in dem Kürten bisher inhaftiert gewesen war, kein Hof vorhanden ist, der nicht von außen eingesehen werden kann, wurde der zum Tode Verurteilte Mittwoch um 15 Uhr nach dem Kölner Gefängnis am Klinge l p ü tz übergeführt, wo Oberstaatsanwalt Dr. Eich ihm eröffnete, daß die Strafe am folgenden Morgen vollstreckt werden würde. Auf die Frage des Oberstaatsanwalts nach etwaigen Wünschen bat Kürten, dah sein Beichtvater in Düsseldorf, der Franziskaner-Pater Albrecht, zu ihm kommen möge. Dieser Wunsch wurde sofort erfüllt. Puter Albrecht sowie Pfarrer Faßbender und Kaplan Wei mann verbrachten die Rächt mit Kürten, der an die Angehörigen aller seiner Opfer Briefe schrieb, in denen er die tiefste Reue über seine Taten zum Ausdruck brachte und um Vergebung bat. Freitagsrüh 6 Uhr fand durch den Scharfrichter Gödecke (Magdeburg) die Hinrichtung statt in Gegenwart deS Präsidenten des Strafvvllzugsamtes Lembke, des Oberstaatsanwalts Dr. Dich, des Ministerialrats Dr. Weddingen (Berlin), der Mitglieder der Deschlußstrafkammer Düsseldorf und des Strafsenats deS Ob:rlandeSgerich'.es sowie von zwöls unbescholtenen Bürgern der Stadt Köln. Frecher Cohngelbraub. Aus der Grube Konkordia bei Brügaen an der Erst wurde ein Kassenbote, der vom Magazin zur Grube gehen wollte, und eine Tasche mit 2500 Mk. Lohngeldern bei sich führte, von zwei maskierten Männern angehalten, die ihn unter Bedrohung mit Parabellum-Pistolen die Aktentasche entrissen. Darauf flüchteten die beiden Räuber in den nahegelegenen Wald, wo sie zwei Fahrräder stehen hatten, auf denen sie die Flucht ergriffen. Jnsektenfchwärme überfallen ein Sportstadion. DaS E'.evelander Stadion, in dem der Weltmeisterschaftsborkampf zwischen Schmeling und Stribling ftattfinbet, wurde von Riesenschwärmen groh- geflügelter Insekten, di« im Volk-- munde ..Kanadische Soldaten" genannt werden und in den Sommermonaten häufig an den Ufern des Eriesees anzutreffen sind, überfallen und vollkommen zugedeckt. 3n wenigen Minuten war der Boxring fingerbreit hoch mit loten Insekten bedeckt. Arbeiter, die in dem Augenblick mit der Prüfung der Beleuchtungsanlage beschäftigt waren, konnten sich nur mit MüA in Sicherheit bringen. Die Veranstalter des Borkamps cs haben barcuftin bereit- starke Ventilatoren bestellt, um unangenehmen Ueber- raschungen am Kampfabend vorzubeugen. Das Burgenland ehrt Joseph Joachim. AuS Anlaß des 100. Geburtstage- des berühmten Geigenvirtuosen Joseph Joachim, der als Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin gewirkt hat, wurde an dessen Geburtshause in Kittsee im Burgen!ande eine Gedenktafel feierlich enthüllt, die von der Landesregierung des Burgenlandes und den heimischen Vereinen gestiftet worden war. Bei der Enthüllung, die der Landeshauptmann Leser vornahm, sprach alsDer- treter der Hochschule für Musik in Berlin Richard Rösler, ein Schüler des Meisters. * Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 3.Juli 1931. Singender Bahndamm. Ich liege im Gras irgendwo draußen vor der Stadt, wo nichts mehr zu hören ist vom Geschrei der grauen Straßen, nichts mehr zu sehen ist von der jagenden Eile der Vielen. Ich bin ziellos hinausgegangen in den Sommer, ich bin zwischen blickweiten Feldern auf schmalen und sandigen Wegen gewandert, ich habe kleine versteckte Häuser und buntblumige Gärten passiert und mich nun endlich, ausgedörrt von sengender Sonne, müde vom langen Weg durch das Land, inS Gras gelegt. Gras eines Bahndamms ... Ueber mir glitzert ein endlos blauender, ganz klarer und weiter Himmel, und ich bin still und bewege mich nicht, um aufzugehen in dieser Weite, in dieser durchsichtigen Bläue, in der hoch oben eine unsichtbare Lerche hängt unb ihr silbernes Dingen verschwendet in den Sommertag. der sich wie eine schimmernd« Glocke über dem glühenden Flirren der Aecker wölbt. ES ist etwas Seltsames an einem Bahndamm zu liegen und sich durch ihn verbunden wissen miit der ganzen Welt. Wie ein langer Arm dieser großen, bewegten, abenteuerlichen Erde greift der Damm hinein in meine ländliche Abgeschiedenheit, und ich sehe dem glitzernden Doppelband der Schienen nach, meine Augen kaufen wie hastige Züge auf ihnen bi- zum Horizont, in dem alles zitternd verschwimmt. Meine Gedanken aber reifen weiter auf dem stählernen Strang, durch Städte und Dörfer, über Brücken und Weichen, vorbei an Seen, Wäldern und winzigen 03todbäufern, an endlosen Kornfeldern und winkenden Menschen am 'Weg. Dicht neben mir strebt ein Telegraphenmast empor zu den leise schwingenden Drähten in seiner Spitze. Drähte, durch die stumme Worte, Rachrichten. Bitten, Befehle und glückliche Grüße mit Gedankenschnelle laufen, Drähte, auf denen der Sommerwind sein zärtliches Lied harft und die ihr Klingen hineinschicken in das rissige Holz der Masten, daß sie zitternd summen in einem geheimnisvollen Ton ... Haben wir nicht alle als Kinder da- Ohr an den grauen Stamm gelegt und mit angehaltenem Atem gelauscht? Wir dachten, eS feien bic eiligen Botschaften selbst, die wir hörten und hofften, wir könnten die Worte verstehen, die dort oben durch den Draht huschten in ungewisse, unbekannte Femen ... Aber die Drähte verraten nicht-. Schwalben Oeratmen auf ihnen vom sausenden Flug und zwitschern das Lied des Bahndamms Und im Gras, das sich hinaus bis zu den rötlichen Steinen des Schotter- zieht, zirpen die Grillen. Tausende von Grillen zwischen Pusteblumen und den weißen Dolden der Schafgarbe zirpen neben mir und längs des Schienenbandes. Der Bahndamm singt, ist wie ein atmendes, lebendes Wesen, das eine nimmermüde Stimme hat, die auch nachts nicht zum Schweigen kommt, eine Stimme, die das Lied der Fernsehnsucht singt, Lied von Grillen, Lied der zwitschernden Schwalben, Lied der summenden Drahte des Bahndamm-, der wie ein ewiger Wanderer hin- ausläuft über das Land... v. M. Bornottzcn. — Tage-kalendersürFreitag: BDI. Stamm Langemarck: Walter Flex-Abend, Aussüh- rung. „Die Bauernführer", 20.15 Uhr Lass Leib. — VHE. Monatsversammlung bei Hopfeld. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Der Tanzhufar". — D. D. A. und Ostbund Laden auf morgen, Samstag, 19.30 Uhr in- (Safe Leib zu einem Deutschen Abend ein. In der diesjährige QBerbe» und Summe.woche des D. D. A. sollen, wie man uns schreibt, die D'.icke durch diese Veranstaltung nach Osten gelenkt werden. Pfarrer Pelz (Kassel) wird für den Ostbund, Studienrat Dr. König (Gießen) für den D. D. A. sprechen. Die Iungschar des Deutschen OstbundeS auS Frankfurt a. M. wird mit Iugendgruppen Gießens außer einem Dühnenspiel eine Fülle wertvoller Gaben bieten. Alle Freunde der volksdeutschen Sache sind eingeladen. •• Gehaltskürzung auch bet den kirchlichen Beamten in Hessen. Die hessische evangelische Kirchenregierung und der Finanzausschuß der Landeskirche Haden über die Anwendung der Rotverordnung bei kirchlichen Beamten Beschluß gefaßt. Bei der seit Jahren bestehenden besonderen Belastung der Geistlichen und der außerordentlichen Kürzung der Gehälter der kirchlichen Beamten sind sie nur mit größten Bedenken der Rotverordnung gefolgt. Sie haben aber geglaubt, bei der in Reich. Land und Gemeinden herrschenden Rot dennoch auch die neuen Kürzungen im Bereich der Landeskirche anwenden zu müssen. Auch die Bezüge der Bediensteten der Kirchcngemeinden sind entsprechend zu kürzen. •• Preußisch-Süddeutsche Klassen- I o 11 e r i e. Die Erneuerung der Lose zur 4. Kl. muh spätestens bis zum 6. Juli. 18 Uhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie- Einnahme geschehen. •• Rachschicken von Postsendungen. Zu Anträgen aus Rachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen "Vordrucke zu benutzen, die an den Postschaltem und von den Postzustellern zur Abgabe bereitgehalten werden. Die Verwendung dieser amtlichen Vordrucke gewährleistet die pünktliche Rachsendung der Post und ist daher zum Vorteil der Empfänger. •• Zusainmenrechnung des Einkommens von Ehegatten. In den von Steuersyndikus Herrn. Will zu Gießen heruuSaegebe- nen „Aktuellen Steuers ragen" (Rundschreiben Rr. 13) lesen wir: Das Einkommen von Ehegatten wird grundsätzlich zusammengerechnet. Ausnahmen von dieser Regel: Einkommen der Ehefrau aus Arbeit und sogenannter selbständiger Berufstätigkeit werden mit dem des Ehemanns nicht zusammengerechnet. Dabei ist zunächst auf'eins hinzuweisen: Der Laie saßt den ■Begriff einer selbständigen Berufstätigkeit viel weiter, als das Steuerrecht es teilt; so versteht ber Laie unter „selbständiger Berufstätigkeit" auch die Ausübung eines Gewerbebetriebes durch die Ehefrau, während das Steuerrecht nur die Tätigkeit der Ehefrau a'ls Ar^t. Anwalt, Hebamme u. dgl. versteht. Streitig ift nur die Grenze zwischen Gewerbebetrieb und selbständiger Berufstätigkeit; diese wird neuerdings beleuchtet durch ein Urteil des Reichsfinanzhofs vom 4. 2 1931 (veröffentlicht Aprilheft St. u. W. Rr. 280). Hier hat der Reichsfinanzhof eine Räherin. die ohne Hilfspersonal arbeitete, nicht als selbständig tätig, sondern als eine „Gewerbetreibende" bezeichnet und danach Zusammenrechnung des Einkommens der Ehegatten gebilligt. ** Volkstümliche Rheinfahrt. Die Ha- pagvertretung in Gießen veranstaltet, wie man uns mitteift, am Samstag, 26. Juli, eine volkstümliche Rheinfahrt. Die Sonderfahrt geht von Gießen nach Mainz-Kaftel, von dort gebt die Reife mit einem Sondersalsndampfer nach Rüdesheim und Aßmanns- housen weiter. Hier ist ein Aufenthalt von je 2% Stunden zum Besuche des Riederwald-Denkmals und der Bauernschänken in Aßmonndhausen vorgesehen. Rheinisches Leben und rheinische Fröhlichkeit wird man hier kennenlernen. Don Aßmanns- Hausen fährt der Dampfer nach Koblenz, Besichtigung des Deutschen Ecks usw. Heimfahrt durch dos Lahntal nach Gießen. Ankunft hier kurz noch 22 Uhr. Für Musik, Tanz und Unterhaltung an Bord de» Dampfer» ist Sorge getragen. Da eine weitere Fahrt an den Rhein in Diesem Sabre nicht vorgesehen Ist, dürfte sicherlich große Nachfrage vorliegen, weshalb baldige Anmeldung zu empfehlen ist. Nähere» Ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ee DerkehrSunsälle. Gestern nachmittag ereigneten sich in der Ludwigstraße «wischen der Dabnüberführung und der L.ebigstraße zwei Verkehrsunfälle. AIS ter Bureau angestellte Karl Reinhard von hier auf seinem Fahrrad non der Liebigstraße her in Richtung Ludwigstraße den Berg herabfuhr, lief dem Radler ein Hund in daS Fahrrad. Der Radler stürzte mfolgcbeffcn und mußte mit einer Gehirnerschütterung, Verletzungen am re ch cn Auge und Hau'abschürt unDen von der Freiwilligen SanitätSkolonne vom Roten Kreuz der Ehirurgischen Klinik angeführt werden. — Gegen 15 Uhr ereignete sich an der gleichen Stelle ein Zusammenstoß zwischen einem Lieser- krastwagen einer auswärtigen Mineralwa'sersirma und einem Personenauto. Der Personenwagen fuhr nach dem Zusammenprall gegen einen Baum und wurde schwer beschädigt. Am Lieferauto ttnrrbe lediglich der Kotflügel verbogen. Der Lenker des Personenkraftwagens erlitt leich ere Verletzungen am Kopf und an den Händen; eine Dame, die im Fond deS Wagens sah, erlitt anscheinend einen Rerven schock. > Die Arbeitsgemeinschaft ober- hessischer Obftbaumtoärter hielt in Musch enheim bei Gastwirt Roth eine gut besuchte Tagung ab. Der Sitzung ging ein Rundgang unter Führung des Obstbau- Inspektor- Enkler. Dießen, voraus, der den in dortiger Gemarkung durchgeführien Spritz- Versuchen aegen die Schildläuse an Pflaumen,- und Zwetschenbäumen galt. Die Untersuchung ergab, daß von den vier verschiedenen Versuchen nur ObftbaumlarboCineum hundertprozentig gewirkt hatte. 3m Anschluß an den Rundgang sprach Obstbau-Inspektor Sn kl er über Spritz- vcrsuche und ihre Erfolge. Dabei wurden mannigfache Anfragen der Teilnehmer fachmännisch beantwortet. Die weiteren Ausführungen des Redners gälten der Obstverladekontrolle, die in diesem Jahre erstmalig in Hellen geplant ist. Reicher Beifall belohnte die lehrreichen Ausführungen des Dorttagenden. Die Wetterlage. JJOS' H Täten Vai. KomQj 1H -O* fr Pari! .Ncwdorfl' Ttiorsnavn-p' $ W’S >ß (3)13 r < , O o — O wonrentoi O neuer. 9 haft Oedetkt ® wolkig, e DCdeca«. •neoe^ # Sehnet graupeln e MtDel "R Otwii'/r.(§)windstine. «O-t sehe «eichte- o$i «assifle- Südsüdwest q stürmische- Nordwesl »le Piene fliegen mit dem winde. Ole neiden Stationen ziehenden Zal^ len geDen die Temperatur an. Die Limen verpmden Orte mit gleichen tut neeresmveau umoerechncteo Luftdruck Wettervoraussage. Während im nördlichen Deutschland die Südseite der Rordmeerstörung wolkiges Wetter und vereinzelt etwas Regen verursacht hat, ist unser Gebiet bis jetzt noch unberührt geblieben. Da aber die Zufuhr ozeanischer Warmluft noch keineswegs beendet ist, so besteht auch bei unS, begünstigt durch weitere Erhitzung, die Möglichkeit zu Störungsbildungen. Aussichten für Samstag: Schwüles, zeitweise wolkiges Wetter mit einzelnen Gewitterstörungen oder Riederschlägen. Aussichten für Sonntag; Etwa- kühler, bewölkt mit Aufheiterung. Lufttemperaturen am 2. Juli mittag» 26,7 Grad Celsius, abends 20,0 Grad; am 3. Juli morgen» 19,2 Grad. Maximum 28,6 Grad, Minimum 11,8 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juli abends 26,4 Grad; am 3. Juli morgens 20,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9% Stunden. Lux Seifenflocken jetzt viel billig und noch Gutscheine dazu! 30 Pfg. das Paket......mit einem Gutschein 50 Pfg. das Doppelpaket . . mit zwei Gutscheinen Für alle Ihre gute Wäsche! Seidenstrümpfe, Unterwäsche, Sommerkleider, Handschuhe, Pullover, Kinderkleidchen, Babysachen: alles wird in Glanz und Farbe wie neu« SEIFENFLOCKEN LUX SUNLICHT GESELLSCHAFT A.G. MANNHEIM-BERLIN er.. Nehmen Sie jetzt Lux Seifen- flocken auch zur großen Wäsche. Eine Handvoll in den Waschkessel gibt Ihnen den Schaum, den Sie brauchen. 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Juli 1931 Trotz tiefstem Preisstand seit 1914 geben wir auf alle Waren ohne Ausnahme einen Barrahatt mM Einzel-Stores, Musterfenster, einige Stücke Storesmeterware, verschiedene Dessins in Tüll und Voile, sowie einige Sofas und Sessel geben wir zu jedem annehmbaren Preis ab. Gebrüder Seelbath, GieBen Südanlage 20 4395 D Mäntel Wir erinnern nochmals an unser Angebot „Frauen-Mäntel bis Größe 52“, wovon wir noch eine Anzahl lagernd haben Preislagen: Mk. 29 und 35.- Ferner bringen wir eine Reihe jugendlicher Herren Stoff-Mäntel allerbester Qualität zu einem Einheitspreis von Mk. 30.- Das war diesesmal ein SieSoszuSiinsereruieflereuPreise Nachstehend führen wir Ihnen die am meist gefragten Artikel der Hm- und Knallenbekleidung die das Stadtgespräch Gießens bilden, an Herren-Sakko-Anzüge A5O 1- und 2reihige Formen, Restbestände Herren-Sakko-Anzüge '*>^50 haltbare, mod. 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Für die Orte des Buseckertals: Freitag, den 10. Juli 1931, in Reiskirchen: 9.15 Uhr vormittags. Für Gießen und Umgegend: Freitag, den 10. Juli 1931, in Gießen: am „Rheinischen Hof", 12.30 Uhr nach- Monatsversamnilung Samstag, 4. Juli, 20V, Uhr 4 5 5 A = i 1931 z -- 0 aul N 2 -> Z.E r,£ 3 Kt « e § es E a> E c o E- EJ «R O 2 w.«fi e C«P» Z rseg Z G -X O O W XD 5/ J3* 05 05 V y y o äs? e§^ ^U 3§ X5 9-S s>L el t/> S) .8 s£ ® -o ZX 2 N 8 2ß E to 8 °S? 53^2 -8 LL 2 D E 2t °A .5 E = S 19 = 5 n« a Sä »• n A ° s E Q 35. 9 .*E E S’-o-G'CX er. -=^§<9 - B * 25 '9 ?ses An- |,H.V. =? A E E S 9 = e Q - E £ e-srA« o C E ä y =U *9(9 i® £~-5 H-o 19 L L-- Ü2 = i 5 = A Hä»19£ I 9- (9 E s s K2 C L 3 h£ 8 9 Angebot »von wir 55 E « 8 9- 2 onderabtlg. 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Osr-EZ- ■c - ^"3-, ** Z,sa = L- se^e- o aiy e5—A o ® - O K e-ee s?s es L^ZZ 4430 D LKonzertJtoz W s-rw-r »rfltr LvtS ev Garteoarbeite«. s«.»0“8® Kgraberu- R a » = x‘=.x a. at a 116 85 H "SO — 9 = CS~ Q E 9 = ^.5 °e-Z = bildun» .jlian'l" sr- je— c c 2? o u p a. ° ® 2. IQ '-.97— — — TZ tUO L-S E X“=3 t- _ — ■& o -e w a 2- E .—?? o 2t ■° 2- 5Q „ J?§ o :o 9r o . ex R^'-t-o u^flo R s|i°» ° E =. 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Juli 1951 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) er in energischer Arbeit, wie Sie Pflichtspielrunde in der 6-Klasse begann geleistet wurde, werden auch die anderen Ziele erreicht werden, die sich der Verein geftcdt hat. Mit den besten Hoffnungen tritt der Verein in das zweite Jahrhundert seine- Bestehens ein. manches zu sie im Landwirtschaftlichen "VezirkSverein stets Erst im Jahre 1920 konnte der VezirkSverein I mit einem Spiel des T.- u. Spv. Marburg, der seine Tätigkeit dank der Initiative des Kreüs- ' “ direktvrS v. Werner wieder aufnehmen. 3m | ausgenommen aber auch reichen Erfolg brachte. ÄrciÄHreftor Dr. Michel sah feine besonderen Ziele ebenfalls in der Förderung deS Obstbaues. 3m 3ahre 1926 trat der Verein dem Landesverband für Obstund Gartenbau bei. 3m nächsten 3ahre wurde die Obstbaumschule in Schlitz geschaffen und der schon längere Zeit bestehende Schlitzerländer Obstbauverein trat dem VezirkSverein olS korporatives Mitglied bei. 3m Iahre 1930 konnte mit der LandwirtschastSkarnrner ein Vertrag abgeschlossen werden, der in finanzieller Hinsicht dem Verein zur Förderung seiner Arbeit wertvolle Hilfsmittel an die Hand gab. Heute, in fernem 3ubeljahr. steht der Verein als ein festgefügtes Ganzes da. in dem wahrhafte deutsche Aufbauarbeit geleistet wird. 1300 Mitglieder richten ihre Bestrebungen darauf ein, den deutschen Verbraucher mit gutem deutschen Obst zu versorgen; ein Obstbautechniker und vier Vaumwarte stehen den Mitgliedern zur Seite, und so wird dazu betgetragen. der deutschen Volkswirtschaft ein Vermögen zu ersparen, daS sonst höchst unnötigerweise in das Ausland gehen würde. Zwar ist noch ioo Zahle LandwiMaftlicher VezirkSverein Lauterbach I mit einem Spiel de das Wasserballspiel neu in seinem LlebungSbetrieb | ausgenommen hat, gegen Tv. 46 Gießen 2. Manngleichen 3ahre wurde auf die Anregung des damaligen Dammwärters Kurz und auf den Antrag des Oekonomierates Glaser die Baurn- schulein SchadgeSgegründet und damit ein Weg beschritten, auf dem sich der Verein noch heute mit großem Erfolg vorwärtsbewegt: der Obstbau. Die Hot des Dolles und deS einzelnen hatten inzwischen eine intensive Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft zur Rotwendig- keit gemacht, und die neugegründeten Rinder-, Ziegen- und Schweinezuchtvereine entlasteten den VezirkSverein, so daß er sich mehr und mehr dem Gebiet deS Obstbaues und seiner Förderung zuwenden konnte. 3n der Gemarkung Ober - M o o S wurde eine zweiteObstb.a umschule angelegt Die Grundidee, die dem heimischen Obstbau zu neuer (Blüte verhelfen soll, wurde in dem Satz zusammengefaßt: „Die jungen Väume sollen bei denselben klimatischen Verhältnissen heranaezogen werden, bei denen sie späterwachsen sollen." 3m 3ahre 1924 übernahm KreiSdirektor Dr. Michel den Vorsitz des Vereins, ein Amt. das seinem 3nhaber stets viel Mühe und Arbeit. ZRaöfporf im „Lahngau" des BdR. Die „150-Kilometer-Zuverlässigkettsfahrt" kam am Sonntag in Giehen zum Aus trag und brachte nachstehende Ergebnisse: ^-Klasse: 1. Sieger und Gaumeister: Heinr. Preis (AL. Germania, Giehen) 4:53,05 Std.; 2. Herm. Osbelt (AD. 1887 Wetzlar) 4:53,06 Stunden. 8-Klasse (98 Kilometer): 1. Ernst Dammer (AD. 1887 Wetzlar), 3:30,45 Std.: 2. Aob. Wenz (AD. Wetzlar - Rieder-Girmes), 3:33,35 Stunden: 3. Erich Höbe! (AD. Wetzlar - Aieder- Girmes), 3:33,37 Stunden. Altersfahrer (98 Kilometer): 1. HlldeS- h e i m (AD. Lollar) 4:26.40 Stunden. Die starke Hitze und zahlreiche Defekte zwangen leider einen Teil der Fahrer, das Rinnen vorzeitig abzubrechen. Ein Gießener siegt im 7500-Meter» Lauf der Taubstummen. Am vergangenen Sonntag fand in Frankfurt am Main ein großes Sportfest der Taubstummen statt. In den Wettbewerben startete auch der Gießener Georg 2. Deck (Mitglied der Spiel- Vereinigung 1900) und errang unter 12 Konkurrenten im 7500-Olleter-2auf den 1. Sieg. Georg 3. Deck hat diesen Sieg auf Grund eines sorgfältigen und energischen Trainings verdient an sich gerissen. Wasserball im Gau Hessen OT. T. u. Spv. Marburg — TV. 46 Giehen II 2:2. ' 'Lauterbach. 2.3ult Der Landwirtschaftliche VezirkSverein Lauterbach kann in diesen Sagen auf etn lOOjährigeS (Bestehen -urückblicken. Am kommenden Sonntag wird daS 3ubiläum in fchlichter und der heutigen Aotzeit entsprechenden Form gefeiert. Die Geschichte des Vereins, der im 3ahre 1831 gegründet wurde, ist eine ununterbrochene Kette voii Demühungen um die Hebung der heimischen L^-ndwirftchaft. Man hat zu jener Zeit, um 1830, wohl erkannt, dah die Entwicklung der Landwirtschaft mit allen Mitteln gefördert werden mußte, wenn sie mit den Erfolgen der Technik Schritt hallen wollte. Die Anregung zur Gründung eine- Vereins zur Hebung der Landwirtschaft in Hessen ging allerdings nicht von der Seite der Dauern aus. vielmehr ergriff die Regierung die Initiative und forderte zu Zusammenschlüssen auf. Am 10. März erließ die Grvhherzoglich Hessische Regierung ein General- auSschrecken unter dem Titel Die 'Beförderung der landwirtschaftlichen Industrie im Grvßherzogtum Heften". In diesem Schreiben wurde zur 'Bildung von landwirtschaftlichen Vereinen aufgefordert. 3m Kreise Lauterbach nahm sich der damalige Landrat O r t to e i n mit 3nterefte der guten Sache an. so dah bald die Gründung eineS solchen Vereins gesichert war. Die ersten Mitglieder (eS waren Deren 23, fast durchweg prominente Persönlichkeiten) zeichneten sich am 22. Iuni 1831 in die Liste ein. Die eigentlichen Landwirte, zu deren (Nutzen die Gründung überhaupt vorgenommen wurde, standen noch lange abseits und es bedurfte jahrelanger Demühungen, um durch entsprechende Aufklärung die ablehnende Haltung der Dauern zu überwinden. Aber Landrat Ortwein lieh sich feine Mühe verdrießen. Reiche Unterstützung fanden die Kreisbehörden durch daS Provinzial- kommiftariat zu Giehen. Am 29. Dezember 1832 wurde von dort aus ein Schreiben an die Landräte gerichtet. auS deften Inhalt die Ziele deS Vereins klar hervorgingen. Leider kamen die darin geäußerten vielen wohlgemeinten Ratschläge nicht bis in jedes Dors, weil sich in vielen Gemeinden niemand entschließen konnte. Mitglied zu werden. Aber all die mannigfachen Widerstände konnten den Siegeszug der guten 3dice nicht aufhalten. Vergleicht man die ersten 3ahre deS Vereins mit den Verhältnissen der Gegenwart. so kommt man zu folgender erfreulichen Tatsache: damals waren es einzelne Landwirte, die in richtiger Erkenntnis für den Fortschritt eintraten, heute sind es ebenso wenige, die den Organisationen noch ferne stehen. Die Tätigkeit des Vereins war im Laufe der hundert 3ahre eine überaus mannigfaltige. Alle Zweige landwirtschaftlicher DetriebS- sührung wurden in Wort und Schrift behandelt. schäft in Marburg. Marburg hielt sich trotz der geringeren Spielerfahrung tapfer. Gießen trat ersatzgeschwächt an. Ergebnis unentschieden 22. Tv. Lauterbach — Tv. 46 Giehen II 5:2. In Lauterbach verlor Tv. 46 Gießen 2. Mannschaft gegen die Mannschaft des Tv. Lauterbach mit 5:2 Toren (Halbzeit 2:1 für Lauterbach). Lauterbach ebenfalls noch Aeuling im Wasserballspiel wurde von der Gießener Mannschaft stark unterschätzt und siegte mit 52 Toren verdient. Tv. Lauterbach dürfte die meisten Aussichten auf den Gaumeistertitel der 8-Klasse haben. (Beide Spiele leitete Gauwasserballobmann Weeg (Gießen) zur Zufriedenheit. Spiele am kommenden Sonntag. Am kommenden Sonntag werden im Rahmen des Strandfestes im Dad des MännerbadevercinS Gießen fünf Wasserballspiele in der Pflichtrunde des ersten Gaues Hessen DT. ausgetragen. Vormittags kommen die Rückspiele in der 8-Klasse Tv. Lauterbach gegen Tv. 1846 Gießen II. und T.» u. Spv. Marburg gegen Tv. 1846 Giehen II. zum Aus trag. Am Rachmittag spielt Tv. Lauterbach gegen T.» u. Spv. Marburg das Vorspiel in der B-Klasse und die Tgm. Friedberg gegen Tv. 1846 Gießen I. in der A-Älaffe. Tv. 1846 Gießen i hat seinen langjährigen Gaumeistertttel zu verteidigen. Die Spiele der diesjährigen Pflicht- runde des Gaues Hessen werden zum ersten Male nach den internationalen Regeln ausgetragen. Zuhball der Schiedsrichter. Am Sonntagnachmittag findet in Lollar ein Fußballspiel der Schiri-Vereinigung Gießen gegen eine zum Teil aus „alten Herren" zusammengesetzte Mannschaft der Sportabteilung des Turnvereins 1883 Lollar statt. Manche« der Themen steht heute noch im Mittelpunkt deS Interesses und zur Diskussion. Manches aber ist von den inzwischen »erreichten Förb- schritten überholt worden. Durch den Weltkrieg erfuhr das Dereinsleben eine Unterbrechung. VrandlingdesLebens Roman von Käte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Vcchthold in Braunschweig.) 28 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „DaS lassen Sie meine Sorge sein, gnädigste Gräfin. Ich freue mich. Ihnen diesen kleinen Freundschaftsdienst leisten zu können, ebenso tote ich hoffe. Ihnen nach meiner Rückkehr in Pans weiter helfen zu tonnen. Das Wie ist vorläufig noch ein Rätsel, aber ich habe Hoffnung, durch meine (Beziehungen Sascha irgendeinen Posten verschallen zu tonnen, der Ihnen einigermaßen Lebensmöglichkeiten garantiert." „Wenn wir unS nur wieder haben... unsere Liebe wird uns stark machen, allen Widerwärtigkeiten des Lebens zu trotzen. Was kann uns Schliimneres geschehen, als das, was hinter uns liegt? Roch sind wir jung, MarguiS, auch Sascha ist noch kein alter Mann, und wir haben gelernt, uns zu bescheiden. Irgendeine (Beschäftigung wird sich für uns finden, wenn Sascha seinen Kontrakt gelöst hat in Gardone. Vorläufig gehe ich zu ihm... das Weitere wird sich finden." „Ah bitte, Wilady, erzählen Sie mir diese interessante (Neuigkeit doch der Reihe nach, ich bin nicht recht im Dilde. Was sagten Sie da soeben? Die Frau des Tänzers erschien hier und brachte alle Gemüter in Aufregung? Und was ist es mit Mademoiselle de Lebrun? Ich verstehe den Zusammenhang nicht." Renate Liskow und Lady Dalymore faßen auf einer Dank am Quai, wo sie sich soeben getroffen hatten. Die Engländerin hatte alle Reserve heute abgelegt, sprach mit Augen und Mund und gestikulierte mit den Händen. .Die wissen ja, liebe gnädige Frau, die Ereig- niffc hier in den letzten Wochen überstürzten sich beinah. Aber alles Vorhergegangene war nichts gegen die neue Sensation. Rur zu schade ist es, daß Miß Galvestone bereits aogereist ist und nicht mehr Zeuge sein kann von dein, was sich da ereignet hat. Wir hätten ihr diese kleine Heber* raschung von Herzen gegönnt. Also denken Sie, wir saßen gestern nachmittag beim Fünfuhrtee, Mademoiselle de Lebrun tanzte gerade mit Semjonow, da tritt plötzlich dieser Marquis D^vlgns, der von hier aus doch eine Weltreise anzu treten die Absicht hatte, von der er doch unmöglich schon wieder zurück sein kann, in den Teeraum. Ohne die (Beendigung des Tanzes abzuwarten, geht er auf Semjonow zu, ergreift ihn am Arm und raunt ihm zu: .Kommen Sie sofort hinaus auf die Terrasse, ich muß Sie unbedingt sprechen, Signore Petrowitsch." Zu Mademoiselle de Lebrun sagte er: „Entschuldigen Sie diesen Herrn, Madame, unsere ilnterre&ang muß sofort stattfinden, sie duldet keinen Auftchub." Er machte ihr eine Verbeugung, nahm Semjonow am Arm und zog ihn mit sich fort. Kaum daß er ihm noch ZÄt ließ, sich bei Mademoiselle de Lebrun zu enllchuldigen. Diese Dame war sehr ungnädig über die Störung, sie ging hinaus in den Palmengarten, um sich abzu- kühlen. Da sah sie aus der Entfernung eine Dame auf der Terrasse auf und abgehen, der Marquis erschien gerade mit Semjonow auf der Treppe, die nach oben hinaufführte. Mademoiselle de Lebrun konnte alles genau beobachten von ihrem Platz aus. Da plötzlich stürzt diese Dame mit einem lauten Ruf auf Semjonow zu... Der steht wie erstarrt ... dann breitet er die Arme aus, und sie stürzt hinein. Dies alles geschah in einem Zettraum von wenigen Sekunden, sagte Mademoiselle. Sehr dramatisch sei diese Szene gewesen, nur eben schade, daß Miß Galvestone nicht herbeigerufen werden konnte, um Zeuge dieses rührenden Wiedersehens zu sein. Denn denken Sie sich, Frau Liskow, diese so plötzlich hereingeschneite Fremde ist seine Frau, wie uns der Direktor erzählte gestern abend. In den Revolutionstagen in Rußland find sie getrennt worden, Semjonow Lebte in der Gewißheit, daß seine Frau gestorben fei in diesen Schreckenstagen. Da findet dieser Freund die Frau auf einer Reise in Kairo. Ohne Semjonow eine (Nachricht vorher zu geben, bringt er sie hierher und eben dies war das dramatische Wiedersehen, das Mademoiselle Lebrun beobachten konnte." Renate Liskow lächelte in das erregte Gesicht der andern hinein. „Wie erfreulich", fagte_ sie, „daß für diese armen Ausgestoßenen des Glückes wieder einmal die Sonne aufgegangen ist, es ist ihnen von Herzen zu gönnen. Ist es eine schöne Frau? Und wie werden sie sich wohl nun ihr Leben weiter einrichten? Zu zweien trägt sich wohl Glück, auch ilnglüd leichter als allein." „Da.. .da drüben kommen sie, gnäbige Frau. Ein schönes Paar..., sehr vornehm, sehr distinguiert. Sie ist eine blendende Erscheinung, trotz des Mantels von vorgestern, den sie trägt. Er stammt wohl noch aus glanzvollen Tagen... und wie sie ihn trägt... Schauen Sie nur diese Anmut, diese Eleganz. 3a, es geht eben doch nichts über den Adel der Geburt, meine Liebe, meinen Sie nicht auch? ..." „Saschenka", sagte soeben Tattana Semjonow und drückte seinen Arm fester gegen ihre (Bruft ,3ch habe vorhin mit dem Direktor gesprochen, er erlaubt mir, zur Teestunde immer einige kleine Vorträge in den Zwischenpausen, wenn nicht getankt wird, einzufügen. Rein... mache nicht ein so zorniges Gesicht, Liebster... was ist babei, wenn Tatiana Semjonow ben Gatten unterstützt, um ihm oerbienen zu helfen? Daran wirst du dich gewöhnen müssen, wir muffen doch leben, Saschenka, wir drei. Wie tonntest du das alles allein aufbringen, was zum Leben gehört? ilnb es ist doch nichts schlimmes dabei. Ich werde zur Dalalaika fingen, ich werde remitieren und tanzen. Im vornehmen Rahmen hier, genau wie ich es tun mußte, als ich noch Mitglied des „(Blauen Vogels" war... Ganz bleich bist du geworden, du Lieber... und doch ist es eine so große Freude für mich, daß wir nun zusammen arbeiten werden. Sich, ein Wunder ist geschehen. Wir haben uns wieder, wir halten uns in den Armen wie einst in glücklicheren Tagen... Sascha, es ist kein Traum... Sollte uns nun bei so viel Glück nicht alles andere gleichgültig fein? Mach kein so finsteres Gesicht, Lieber..." „Ich habe an Miß Galvestone geschrieben", sagte er schwermütig. „Als sie abreiste von hier, stellte sie mir eine Anstellung auf einem ihrer großen Werke in Ohio in Aussi^-t. Ich lehnte es ab, wollte nach Rußland zurück, was lag mir an meinem Leben und Weiterkommen. Run aber ist es anders, jetzt, da das Leben wieder einen Zweck und ein Ziel hat. Ich habe also gestern ihr ge- schrieben von unserem Wiederfinden. Habe sie gebeten, mir diese Anstellung zu geben, es zu versuchen mit mir. (Bringe ick ja nichts weiter mit als viel guten Willen, alles noch zu lernen, was nötig ist. Kommt nun Miß Galvestones zusagende Antwort ... und ich zweifle nicht daran, daß sie kommt, dann gehen wir nach Amerika, Tatiana. Miß Galvestone ist großzügig, sie bot mir ein Gehalt, das für meine jetzigen Verhältnisse fürstlich zu nennen ist. Ich werde mir unter fachmännischer Leitung alle Kenntnisse aneignen können, die mir für eine leitende Stellung ja vollständig fehlen. Aber unsere Zukunft wird nicht mehr so dunkel fein, ich werde meiner Tatiana ein warmes Rest bereiten und die Gewähr für ein dauerhaftes Glück bieten können." „Wcr ist Miß Galvestone?", fragte sie und sah erwartungsvoll in sein Gesicht. „O, eine vornehme Amerikanerin, die ich hier kennen lernte und die viel Interesse für unser schweres Schicksal hatte", sagte er nach einer kleinen Pause. Aber zugleich fiel es ihm wie eine schwere Last auf die "Bruft: Würde wohl jemals diese Antwort auf seinen (Brief kommen .? Das Versprechen war unter anderen Voraussetzungen gegeben worden... „Lisanka macht mir Sorgen, Saschenka. Ihr hat wohl diese Freude über unser Wiederzusam- menfinben die letzten Kräfte geraubt. Sie liegt in dem Quartier, das wir gestern für sie suchten, in ihrem "Bett, ganz teilnahmslos. Ißt nicht und trintt nicht, ist sehr schwach. Aber von einem Arzt will sie nichts wissen. Ich werde aber doch nachher einen holen Iaffen, wenn es nicht besser ist bei unserer Rückkehr." Er nickte eifrig. „Ich werde es besorgen, Ta- tiana, ich sende einen Pagen nach dem Krankenhause. Vielleicht, daß wir sie später dort unterbringen, wenn es länger dauern sollte." „Davon wird sie nichts wissen wollen, sie ist eigensinnig wie ein Kind. Schon weil sie meint, daß ein Arzt uns Geld kosten würde, will sie keinen. Schmerzen hat sie wohl nicht, es ist nur eine große Schwäche. Kein Künder bei ihrem hohen Alter. Die Reisestrapazen, die Aufregung Dem Spiel geht eine DelehrungSstunde voraus, in der der DhiedSrichter-Gruppenleiter Grünewald über das Thema „Quer durch die Regeln" sprechen wird. Leichtathletische Ltniversitätsmeisterschafien. Die leichtathletischen Meisterschaften der Lan- de-universität, die am 21 iitwochnachmittag im Anschluß an die Sporthausernweihung zum AuS- trag gelangten, nahmen einen reibungslosen Verlauf. DaS Wetter ertrte» sich als günstig. Sine große Anzahl von Zuschauern, unter denen sich auch der Staatspräsident Dr. h. c. Adelung, Seine Magnifizenz der Rektor der Llniversilät Pros. Dr. Eger, viele Mitglieder des Lehrkörpers, verschiedene Ehrensenatoren befanden, wohnten den Wettkämpfen bei. Diele Studierende verfolgten die Kämpfe mit großer Aufmerksamkeit. Der StaatSpräfident äußerte fich in lobendem Ginne über die gesctqtcn Oefflunflen. D e einzelnen Wettbewerbe nahmen einen anregenden Verlauf. In Verbindung mit der Austragung der Llniverfttätsmeifterfchaslen sand auch ein Hock- schulwettkarnpf zwischen den Uniocrfftäten Marburg und Gießen statt, zu dem jeweils die beiden Vesten der hiesigen Lliüversität antraten. 2tü| einem knappen Unterschied von 2 Punkten (24: 26) vermochten die Gießener Studenten siegreich auS dem Kampfe hervorzugehen. Die Sportstudenten und Sportstudentinnen zeigten rhythmische Gvm- nastik bzw. Ballspiele. Die Hebungen gelangten sehr exakt zur Durchführung und wurden mit großem Beifall ausgenommen. Ergebnisse der Einzelkämpse. Studenten. IOO Meter: 1. Müller, Freistudent, 11,0; 2. Riemann, Wingolf, 11,4; 3. Kirchner, Freistudent, 11,6 Sek. Der bekannte Müller, der sich schon in Bor- und Zwischenlauf als der Beste erwies, siegte mit großem Vorsprung. 400 Meter: 1. Ploch, Freistudept, 53,7; 2. DerkeS, Hasso-Rhenania, 54,4 Sek. In mittelmäßig guter Zeit ging Ploch als erster durch das Ziel. 3000 Meter: 1. Krafft, Rheinfranken, 10: 18,1; 2. (Burmefter, ALSO., 10:20,1 Sek. In einem taktisch weniger geschickt angelegten Rennen machte schließlich Krafft verdient den Ersten. Ein Konkurrent, der während der ganzen Strecke energische Anstrengungen machte, fiel zum Schluß sehr ab. Kugel stoßen: 1. Müller, Germania, 11,92; 2. Grünig, Merovingta, 11,33; 3. Franz, Freistudent, 10,52 Meter. Speerwerfen: 1. Frey, Rheinsranken, 47,10; 2. Hopfenmüller. Freistudent, 44.05 ; 3. Müller, Germania. 43,20 Meter. Frey wartete mit einer schönen Leistung auf. Hopfenmüller kam leider nicht über die 44 Meter hinaus. Hochs prung: 1. Pfeffer, Rhein franken, 1,66; 2. Wagner, Freiftudent, 1,61; 3. Heil, Burschenschafter, 1,56 Meter. Weitsprung: 1. (Buß. Rheinfranken. 6.15; 2. Geis, Hasso-Rhenania, 6.12; 3. Lindenstruth. Ehattia. 5,99; 3. Maus, Freistudent, 5,99 Meter. Schleuderball: 1. Wenzel, Hasso-Rassovia, 43,90; 2. Zigler, Hasso-Rhenania, 43,50 ; 3. Lindenstruth, Ehattia, 43,40 Meter. Drei nahezu gleichwertige Wettkämpfer rangen um den Sieg. S tabhochsprung: 1. Schäfer. Rheins ranken, 2.90; 2. Hartmann. Rheinfranken, 2,80; Loh, Rheinsranken, 2,80; Hopfenmüller, Freistudent, der letzten Tage haben sie so mitgenommen. Arme alte Lisanka, wie sollte sie eine Reise nach Amerika überstehen. Sascha? Lind mitnehmen müßten wir sie auf alle Fälle." „Es ist noch nicht so weit, Tatiana, wir brauchen uns deshalb noch keine Sorgen zu machen. Aber komm, wir müssen umkehren, und wir sehen am besten gleich nach der Kranken, und ich lasse dann einen Arzt kommen." — In einem freundlichen Stübchen des Hafenviertels lag Lisanka und schaute mit großen, weit- offenen Augen nach der Tür. Die mußte doch nun bald wiederkommen, die Herrin, gar nicht lange hatte sie bleiben wollen. Lisanka fühlte, daß ihre Stunden gezählt waren, noch einmal wollte sie die beiden D^nschen sehen, die ihr die liebsten auf der Welt waren. So innig war ihr Geschick mit dem ihrer jungen Herrin verknüpft gewesen ihr ganzes Leben lang. Gesegnet sollte sie sein, ihr wledergefundenes Glück sollte ihr nun das Leben wieder reich und schön machen nach so viel Angst und Qual. Wenn sie doch tarne, daß sie alles dies ihr noch einmal sagen tonnte. Auch wie sehr sie die Herrin geliebt habe und wie gerne sie jetzt eingehen wolle zu der Stätte ewigen Friedens, jetzt, wo sie die weiße Blume nicht hilflos und allein zurücklossen würde. Da, jetzt erklangen ihre Schritte draußen vor der Tür. Wie gut sie diese Schritte zu unterscheiden wußte von anderen. Drauchten jetzt nicht mehr allein die steinigen Elendsstraßen zu wan- tem, die armen kleinen Füße da draußen... war er doch wieder bei ihr, er, der sie liebte, der sie schützen würde. Lind wenn sie beide auch arm geworden waren und aus allen Höhen gestürzt, jung waren sie doch, und vielleicht kam das Gluck noch einmal wieder zu ihnen, ach, ein bißchen Glück nur, ein kleines bescheidenes Teil. DaS wollte Lisanka ihnen erflehen von Gott, wenn sie nun ihr müdes Leben ihm in die Hand geben würde. 3a. müde war sie, sterbensmüde und gern wollte sie schlafen gehen. Rur die heiligen Sakramente sollten sie ihr noch geben, Zeit war eS, höchste Zeit, sie fühlte, daß der Tod schon feine Hand ausstreckte nach ihr. „Lisanka. da sind wir. 3ft dir besser? Meine arme Alte du. nun gehe ich heute nicht wieder fort von dir. Sieh, mein Saschenka ist auch mit- gekommen, um nach Lisanka zu feßen. Ob sie nun bald wieder aufstehen kann, wir brauchen sie so nötig, unsere treue Lisanka." Weiche Hände strichen die grauen Haarsträhnen zurück, die in das schon vom Tode gezeichnete Antlitz fielen. Lisanka öffnete noch einmal weit die Augen, ergriff die weiche Hand, die sie streichelte und legte sie in die Semjonows. „Glücklich..flüsterte sie mit erlöschender Stimme, „und gesegnet. Lisanka geht, Herrin gesegnet ..." Sie streckte sich, atmete noch einmal tief und war tot (Schluß folgt) ■9 co. 2 ^mffO'Hbeitarna §-2. 4.2,8. Cin überauß » (800, 200 200, 400 Olteter). das die Rheinfranken als sichere Sieger sah. 4X100 Meter. A: 1. Hasso-Rhenama CD. 46 8" 2 ATV. Rheinfranken 47,8 Sek. 3n der Mannschaft des Siegers liefen Mehner und Müller mit und entschieden den Lauf 4X100 Meter, B: 1. Chattia 47,8; 2. Adel- Phi a 48,4 Sek. Einzelkämpfe der Studentinnen. 100 Meter: 1. Laaf 14,4; 2. Storck 14,6; 3. Heid 15,1 Sek. Ein schönes Rennen, dos Fräulein Laaf in sicherer Manier an sich brachte. Kugelstoßen: 1. Vellrnonn 7,96; 2. Leonhardt 7,80; 3. Heid 7,71 Meter. Hochsprung: 1. Gerhardt 1,29; 2. Leonhardt 1,23; 3. Laaf 1,20 Meter. Schlagballweitwurf: 1. Laaf 44.95 2. Klein 43,55; 3. Weber 43,01 Meter. Ergebnisse der Mehrkämpfe. Studenten. Fünfkampf: 1. Lindenstruth, Chattia, 2662; 2. W. Frey, Freistudent, 2645; 3. F. Frey, Rheinsranken, 2579; 4. Wolf, Chattia, 2541; 5. Grünig, Merovingia, 2419 P. Dreikampf für Anfänger: 1. Schäfer, Rheinsranken, 1558; 2. Paul, Germania, 1328; 3. Schmidt, Arminia, 1306; 4. Frey, Frankonia, 1281; 5. Kühling, Chattia, 1250 P. Dreikampf für Fortgeschrittene: 1. Müller, Freistudent, 1751; 2. Lindenstruth. Chattia, 1676; 3. Wolf, Chattia, 1568 ; 4. Buh, Rhein- frarcken. 1541; 5. Fay, Darmstadtia, 1507 P. Mehrlampf der Studentinnen. Dreikampf für Studentinnen: 1. Gerhard 80; 2. Laaf 78; 3. Heid 62; 4. Storck 60; 5. Davidson 51 P. plahweihe des Turnvereins Launsbach Der Turnverein Launsbach hat am Sonntag seinen neu erbauten Sportplatz seiner Bestimmung übergeben. Unter den Klängen der Musikkapelle Krosdorf marschierte der Verein vom Vereinslokal zum Platz. Rach dem Aufmarsch sämtlicher Turner und Sportler begrüßte der 1. Vorsitzende die Teilnehmer und dankte besonders denen, die an dem Ausbau beteiligt waren. Dor einem großen Publikum rollte sodann ein reichhaltiges Programm ab, im bunten Wechsel folgten: Freiübungen, Fußballspiele, Turnspiele. Geräteturnen, Handballspiele der Schüler, Jugend, 2. und 1. Mannschaften. Als Vertreter der Behörden sprach Bürgermeister Brockmeier. Krofdorf, der auch die Glückwünsche des Landrates in Wetzlar übermittelte; Kreisjugendpfleger Lehrer Armbrecht, Kinzenbach, ermahnte die Jugend, sich mehr denn je sportlich zu betätigen. Die Glückwünsche des Turngaues Lahn-Dünsberg überbrachte der 1. Vorsitzende, Daupert, Wieseck. Arbeiter-Turn- und Gporibund. DezirkSturnfest in Naunheim. Am Samstag und Sonntag findet in Raunheim bei Wetzlar das diesjährige Bezirks- Turn- und SPortfest des 3. Bezirkes statt. Bereits am Samstagnachmittag beginnen die Mehr- und Einzelkämpfe der Leichtathleten. Ein Degrüßungsabend in der Festhalle auf dem Festplatz vereinigt sodann die Sportler. Turnerische und sportliche Sondervorführungen der einzelnen Vereine werden das Programm aus- füllen. Am Donntagvormittag beginnen dann die Wettkämpfe der Geräteturner und -turnerinnen. Die Leichtathleten werden ihre Kämpfe sortsetzen, während die Fußballer einen Dreikampf für sich austragen, lieber 500 Teilnehmer haben zu den einzelnen Kämpfen gemeldet. Rach der Mittagspause wird ein Festzug durchgeführt, auf dem Festplah eine Ansprache gehalten und schließlich werden Massenübungen der Männer und Frauen vorgeführt. Ein Fußballspiel Raunheim I — Ffm.-Dockenheim I und ein Handballspiel zweier Bezirksauswahlmanlisch aften werden den übrigen Rachmittag füllen. Die Siegerverkündigung wird dann zum Schluß des Festes überleiten, das die Einheimischen als Volksfest feiern werden. Wirtschaft. • Kreditrestriktivn in Berlin. Wie der „Börsenkurier" berichtet, beabsichtigt die Reichsbank durch verschärfte Restriktion den Umlauf der Ultimobewegung hinsichtlich der Wechseleinreichung zu erzwingen. Die Restriktion wird im wesentlichen eine Berliner Angelegenheit sein, denn in der Provinz haben schon die früheren Maßnahmen gut gewirkt. * Die Staatshilfe für den Erzbergbau a n Lahn, Dill und Sieg. Rach den bei Besprechungen in Berlin in den letzten Tagen gegebenen Zusicherungen ist die Auffassung berechtigt, daß die staatlichen Hilfsmaßnahmen für den Erzbergbau im Lahn-Dill-Gebiet und im Siegerland unter den gleichen Bedingungen und Voraussetzungen, wie sie für das zweite Viertel dieses Jahres genehmigt waren, für weitere sechs Monate gewährt werden. Die Zusicherungen fußen auf der Feststellung, daß die an die Hilfsmaßnahmen geknüpften Erwartungen sich in vollem Umfange erfüllt haben, indem der Schrumpfungsprozeß im Erzbergbau an Sieg, Lahn und Dill aufgehalten, und die weitere Verminderung der Grubenbelegschaft vermieden werden konnte. Die endgültige Entscheidung steht noch aus. * Internationales Viscose-Kunst- . seidesyndikat. Die Verhandlungen zwischen den wichtigsten deutschen, holländischen, italieni- - schen und schweizerischen Herstellern von Viskosekunstseide zwecks Bildnng eines Verkaussshndi- kats für den deutschen Markt konnten gestern zu einem erfolgreichen Ende geführt werden. Der Vertrag zwischen den beteiligten Firmen ist nunmehr unterzeichnet worden. Die Dauer des Syndikats wurde auf 10 Jahre festgesetzt. Gleichzeitig erfolgte die Unterzeichnung des Vertrages über die Bildung des Kupserkunstseideshndikats zwischen den Firmen I. G. Demberg AG.. Barmen, I.-G.-Farbenindustrie, Frankfurt a. M., und F. R. Küttner, Pirna, dessen Geltungsbereich über den deutschen Markt hinausgeht und im Hinblick auf die verschiedenen ausländischen Demberg- Lizenzverträge als eine Selbstregelung auf dem Kupferkunstseidemarkt betrachtet werden kann * Kündigungen be i HenschelL S ohn in Kassel. Wie die Verwaltung der Firma Henschel L Sohn AG. in Kassel, deren Werkstätten zur Zeit zu weniger als ein Drittel beschäftigt sind und deren Arbeiterzahl sich heute aus rund 2000 stellt, mitteilt, sieht sie sich in die Rotwendigket versetzt, ihre Angestelltenzahl, die heute nvch etwa 600 beträgt, in ein einigermaßen angemessenes Verhältnis zu dem verringerten Beschäftigungsgrad des Werkes zu bringen. Um die notwendigen Maßnahmen bis zum Iahresschluh durchführen zu können, wurden Kündigungen an etwa 400 Angestellte ausgesprochen, die vorsorglich erfolgt sind. Die Firma hofft jedoch durch ihre fortdauernden Bemühungen auf Hereinholung von Aufträgen aus dem In- und Ausland und Verminderung aller Unkosten die Kündigungen nur in geringem Ausmaß durchführen zu müssen. * Die Deutsche Kranken-Versiche- rungs-AG., Berlin-Schöneberg teilt im Bericht über das Geschäftsjahr 1930 mit, daß der Versicherungsbestand im Jahre 1930 um 50 000 Personen erhöht werden konnte, so daß die Zahl der am Ende des Berichtsjahres bestehenden Versicherungen 200 000 betrug. Die Prämieneinnahme stieg auf rund 11 852 000 Mk. (im Vorjahre 8 058 000 Mk.), während die Schadensleistungen von 2 806 000 Mk. in 1929 auf 5 489 000 Mark in 1930 wuchsen. Die Schadensreserve (ordentliche Schadensreserve und Katastrophenreserve) wurde von rund 1 105 000 Mk. auf rund 1 716 000 Mk. erhöht. Daneben wurde zurKapital- auffüllung noch eine besondere Kapitalreserve in Höhe von 250 000 Mk. gebildet; auch der Sonder- reservesonds hat im Geschäftsjahre 1930 einen Zuwachs von 75000 Mk. aufzuweisen und damit eine Gesamthöhe von 200 000 Mk. erreicht. Von dem bilanzmäßigen Ueberschuh in Höhe von 1 502 000 Mk. wurden 1 350 000 Mk. als Prämienrückvergütung an die in 1930 anrechthabenden Versicherten verteilt. 100 000 Mk. dienen zur Verstärkung des gesetzlichen Reservefonds, 50 000 Mk. = 10 v. H. Dividende gelangten wie in den Vorjahren an die Aktionäre zur Ausschüttung. Der Rest wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 3. Juli. Tendenz: unsicher. — Die immer noch ungeklärte politische Situation rief an der heutigen Börse wiederum große Rervv sität hervor, die noch durch alle möglichen Gerüchte verschlimmert wurde. 3m großen und ganzen herrschte eine meist ziemlich optis- mistische Auffassung vor. Eine Reuyorker Meldung, wonach der Rediskontkredit der Reichsbank über den 16. Juli hinaus verlängert werden soll, wirkte anregend, ebenso auch der erfolgreiche Abschluß der Kunstseideverhandlungen. Die Kursgestaltung ließ bereits im Vorbörsenverkehr keine Einheitlichkeit erkennen, und auch zu Beginn der offiziellen Börse war die Tendenz als recht ungünstig anzusprechen. Während verschiedene Papiere Besserungen bis zu 1,25 Prozent, Elektrische Lieferungen sogar 3,75 Prozent aufwiesen, ergaben sich bei einer Anzahl anderer Werte Verluste bis zu 2,5 Prozent. Rach Festsetzung der ersten Kurse konnte sich auf Käufe allgemein eine etwas freundlichere Stimmung durchsetzen, so daß das Kursniveau überwiegend eine Steigerung erfuhr. Schwächer eröffneten u. a. IG.-Farben. Schuckert, Salzdetfurth, Norddeutscher Lloyd und Reichsbank, während Kunstseideaktien, Bauunternehmungen, Deutsche Linoleum und einige Elektrowerte bis zu 2,5 Prozent anzogen. Bankaktien konnten sich nur knapp behaupten. Deutsche Anleihen zogen um Bruchteile eines Prozents an. Don fremden Werten setzten Mexikaner ihre Aufwärtsbewegung weiter fort. Der Pfandbriefmarkt lag noch sehr undurchsichtig. Reichsschuldbuchsorderungen unverändert. Im Verlaufe neigte die Tendenz wieder etwas zur Schwäche, und die vorher erzielten Kursgewinne gingen fast wieder verloren. Das ®e>- schäft, das zeitweise größere Lebhaftigkeit erlangte. ebbte später ziemlich ab. Am Geldmarkt war immer noch keine Entspannung zu verzeichnen. Der Satz für Tagesgeld stellte sich weiter unverändert auf 8 Prozent, Monaisgeld mit 7,75 bis 9,5 Prozent gesucht. Am Devisenmarkt lagen Valuten immer noch fest. Man nannte Matzck gegen Dollar 4,2145, gegen Pfund 20,5025, London gegen Reuyork 4,8650, gegen Paris 124,2550, gegen Mailand 92,93, gegen Madrid 50,75, gegen Schweiz 25,1275, gegen Amsterdam 12,0925. Berliner Börse. De rlin, 3. Juli. (WTD. Drahtkericht.) Rach der festen Frankfurter Abendbörse hörte man heute vormittag zunächst weiter feste Kurse, doch wurde es dann wieder etwas schwächer. An der Vorbörse schwankten die Kurse hin und her, und die ersten Dotierungen lagen unter den festen Abendschlußkuvsen, doch wiesen sie gegen die gestrigen Berliner Mittagsschlußkurse meist nur Veränderungen von 0,5 bis 1,5 Prozent nach beiden Seiten auf. Hatte man gestern abend bereits mit einer Einiaung in Paris gerechnet, so wurde man heute durch die Mitteilung enttäuscht, daß die Verhandlungen, die abends stattfinden sollten, auf heute morgen und wieder voraussichtlich auf heute abend vertagt wurden. Die Spekulation wurde hierdurch nervös und schritt zu Beginn der Börse eher zu kleinen Verkäufen, während von außen her Orders so gut wie gar nicht Vorlagen. Hinzu kamen noch Meldungen über die voraussichtlichen Restrik - tions Maßnahmen , die natürlich verstimmten. Ferner blieben der nicht ungünstige Bericht des Stahlwerksverbandes für Juni und das Anziehen der Sparkasseneinlagen ohne größeren Einfluß. Der Montanmarkt lag etwas fester. Lediglich Kunstseidewerte waren lebhaft gefragt und fest auf die Nachvicht, daß die Kunstseide- Verhandlungen zur Bildung des internationalen Kunstseidesyndikats für zehn Jahre und des Kupfer-Kunstseide-Shndikats geführt haben. Chade konnten 3 Mark anziehen, während BEW. bei Plus-Plus-Rotiz 3,25 Prozent und REW. bei Plus-Plus-Notiz 4,25 Prozent anziehen konnten. Aku lagen 2 Prozent und Bem'berg 3,25 Prozent fester, dagegen lagen Zellstosfverein, Brown Doveri schwächer. Deutsche Anleihen eröffneten etwas niedriger .Bon Ausländern waren Mexikaner gefragt, und sie zogen 0,75 Prozent an. Der Pfandbriefmarkt lag noch sehr ruhig. Reichsschuldbuchforderungen waren kaum verändert. Am Geldmarkt soll die Rachfrage nicht mehr so stark wie gestern sein, doch blieben die Sätze noch unverändert für Tagesgeld 8 bis 10 Prozent, Monatsgeld 7,75 bis 9,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7,5 Prozent. 3m Verlaufe war es zunächst weiter sehr uneinheitlich, doch konnte sich auf feste Auslandmeldungen später eine leichte Befestigung durchsetzen, vereinzelt lagen die Kurse jedoch etwas unter Anfang. Oberheffen. Landkreis Gießen. I_I Große n- Linden, 2. 3uli. Am vergangenen Sonntag fand hier das Bundessingen des Ober hessischen Sängerbundes statt. An dem Festzug nahmen etwa 700 Sänger teil. 3m Vereinslokal des Gesangvereins „Harmonie “ Großen-Linden hielt der Dundesvor- sitzende Müller - Lang-Göns eine Begrüßungsansprache und eröffnete das Bundes singen. Jeder Bundesverein trug den Pflichtchor „Frühlingsglaube" und einen selbstgewählten Chor vor. Eine Wertung fand nicht statt. Die einzelnen Ge- sangsdorträge riefen starken Beifall bei den vielen Zuhörern hervor. Während der Kundgebung tm Freien kamen zwei Massenchore unter Leitung deS Musiklehrerö W. Schättler (Gießen) zum Vortrag. Der Gauvorsitzende Koch (Gießen) überbrachte die Grüße des Gaues. Der ausgezeichnete Verlauf der Feier, die vom herrlichsten Wetter begünstigt war, stellte ein Zeugnis ersten Sängergeistes dar. $ Alten-Duseck, 2. 3uli. Als ein erfreuliches Zeichen der Anerkennung und deS Vertrauens zu unserem Bürgermeister Decker kann es bezeichnet werden, daß für die auf den 1 2. 3 ulid. 3 anberaumte Bürgermeisterwahl ein Wahlvorschlag nicht eingereicht wurde. Bürgermeister Decker gilt dadurch auf weitere neun Jahre für dieses Amt gewcchlt. — Am vergangenen Sonntag wurde unser neuer Ortsgeistlicher, Pfarrer Naumann. durch Dekan Gußmann in sein Amt eingeführt. Die Antrittspredigt des neuen Pfarrers machte auf die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder einen tiefen Eindruck. Verschönt wurde die Feier durch mehrstimmige Gesänge der oberen Schulklassen unter Leitung von Lshrer Ranft. [Jj Lollar, 2. 3uli. Anläßlich des Deutschen L i edert ages veranstaltete auch die Sängervereinigung Lollar am vorigen Sonntag ein GesangSkonzert vor der Schule. Unter der Stabführung von Chorleiter Dap- per (Gießen) gelangten Volkslieder und Darbietungen an Kunst-Chorgesang zum Vortrag. Die Darbietungen wurden von einer großen Zuhörerschaft beifällig aufgenommen. Der erste Vorsitzende, Schuhmachermeister Georg Schnell, wies in einer Ansprache auf den Sinn deS Liedertages hin. Sein Hoch galt dem deutschen Männergesang, dem deutschen Lied und dem deutschen Vaterlande. Der Verein verfügt zur Zeit über 75 aktive Sänger. *= Stockhausen, 30. 3uni. Am Sonntag feierte der hiesige Gesangverein „Liederkranz" das Fest seiner Fahnenweihe, mit dem daS Dundesfest des Ohm- Lumdata l-Sänger bundes verbunden war. Fast alle Vereine des Dundes hatten Vertretungen entsandt. Der Deutsche Sängergruh und der Bundeschor „Schwinge dich auf mein Lied" eröffneten die Veranstaltung. Der Dundesvorsitzende, Decker (Kesselbach), begrüßte die Sänger und wies auf die hohe Aufgabe hin, die den Gesangvereinen in der Pflege des deutschen LiedeS übertragen Jet Der erste Vorsitzende des fest gebenden Vereins hieß die Gäste ebenfalls willkommen, gleichermaßen entbot der Gauvorsitzende Bitter (Darmstadt) vom Hessischen Sängerbund herzliche Grüße. Die Weiherede hielt Pfarrer Lic. Stumpf (Merlau). 3m Anschluß an die Festrede wurde dem Vorsitzenden des Festvereins die neue Fahne überreicht, der sie in den Schutz des Vereins nahm und sie dem Fahnenträger 3 ä g e r übergab. Der Dirigent Lehrer Ranft (Stockhausen), dankte zunächst den Frauen und Jungfrauen des Vereins, die durch ihre Spenden die Anschaffung der Fahne ermöglichten. Sein Dank galt weiter dem in der Ferne, in Kansas weilenden Heinr. Reitz, einem geborenen Stockhäuser, der eine schöne Fahnenschleife stiftete, und den vielen Gästen, die das Fest bereichern halfen. Kreis Alsfeld -f Ehringshausen, 1. Juli. Erstmalig in diesem Jahre veranstalteten die Schulen von Ehringshausen, Otterbach-Rülfenrod, Rieder-Gemünden, Elpenrod. Hainbach, Ermenrod, Zeil- bach und Groß-Felda gemeinsam an dem zwischen Ehringshausen und Ermenrod gelegenen Backofenhausteich ihr Jugendfest. Mit Worten der Begrüßung leitete Lehrer Schmoll, Elpenrod, die Feier ein. Der besonderen Bedeutung des diesjährigen Jugendfestes gedachte Lehrer Maiensch ein, Ermenrod, indem er den Kindern aus dem Leben und Wirken des vor hundert Jahren verstorbenen Freiherrn vom und zum Stein erzählte. Das Deutschland-Lied bildete den Abschluß des ersten Teils des Jugend- festes. Gemeinsame Spiele und Gesänge folgten sodann in bunter Reihe. Den Höhepunkt bildete ein von den Lehrern Sch mvll, Matern und Schön vor geführtes Handpuppenspiel. Der innere Wert des echten, unverdorbenen Puppenspiels sprach aus den leuchtenden Augen und der Lebhaftigkeit der Kinder, mit der sie an dem Stück teilnahmen. Zum Schluß gab Lehrer Lotz, Rieder-Gemünden, einen Rückblick auf die verflossenen Stunden und einen Ausblick für das nächstjährige Jugendfest. Sein Dank galt all denen, die mitgeholfen hatten, das Jugend fest schön zu gestalten.

/, 73,5 72,75 73,25 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 112 113 111,5 112,75 Rheinische Elektrizität .... 9 98,5 99,5 Schuckert & (So.......u 130 Siemens & Halske.....14 160 159^5 158 158,5 Lahmeyer L Co., ...... 12 110 Buderur .......... 4 45 44,5 Deutsche Erdöl.......5 68 —- 69,5 69,9 Gelsenkirchener.......g 72 _ 72 Harpener...... . . . Ö 63 _ Hoesch Eisen.........g Me Bergbau.......tö 149 Klöcknerwerke......... Köln-Neuesten.......6% _ Mannesmann-Röhren .... 6 68 68,5 67,25 68,25 Mansselder Bergbau.....ö 29 27,5 28.25 Oberschles. Kokswerke .... 8 —- 63,5 64 Zklöntr Bergbau......4yt 48 - - 48,25 49 Rheinische Braunkohlen... 10 — 157,5 157,5 Rheiustahl ........ ,e 78,5 78,5 78,13 78,75 Frankwn a. 1>(. Äerlln Schluß« 1-Uhr» Schluß- Anfang« lurS K»rS kurs KurS Datum 2.7. 3.7. 2.7. 3.7. Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16'/, Kaliwerke Ascheröleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 3. G. Farben-Jndustrie... 12 Verein, chem. Industrie Frank. 47 — 46.13 46,65 — — 20,5 19,5 126,5 — 126 126 134,5 132,5 132,5 - 201 201,5 202,75 201 137,4 136,13 136,25 136,65 52,5 — — — 126 — — — 40,25 — 40 39,5 42.75 - 43 43,25 60,5 — 60,75 60,75 Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........0 Rütgeröwerke........5 Metallgesellschaft.......5 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg.... 7 Cementwerk Karlstadt.....7 Wayß & Freytag......0 Schultheis Patzenhoser ... 16 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Zellstoff Waldbos.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer GaS........9 Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum ..... 6 Orenstein & Koppel . , . . . 0 Leonhard Tietz ....... 8 Svenöka.........16 78 - 77,75 78 54 56,5 — — 85,75 - - — 25 26 25 — — — 130,75 131 ,75 83,5 82,75 80,75 82,75 93,5 95 91,75 95 — — 69,75 68 - — 62,5 — — — 127 120,25 26 26,5 25,5 26,13 — 67,5 66,5 66 - - 40,75 39,75 86,5 — 85,75 84,5 239 — 239 240 Frankfurter Maschinen . . . . 0 Gritzner..........0 Mainkraftwerke Höchst a.M.. . 6 Süddeutscher Zucker .... 10 1 10 — 10 — 30 — 30 — Bantnoten. Berlin, 2.Full Geld Brief Amerikanische Noten....... 4,215 4,235 Belgische Noten......... 58,60 58,84 Dänische Noten......... 112,59 113,03 Englische Noten......... 20,49 20,57 Französische Noten........ 16,479 16,539 Holländische Noten........ 169,31 169,99 Italienische Noten........ 22,11 22,19 Norwegische Noten........ 112,58 113,02 Deutsct^Oesterreich, ä 100 Schilling 59,13 59,37 Rumänische Noten........ 2,495 2,515 Schwedische Noten........ 112,90 113,34 Schweizer Noten......... 81,56 81,88 Spanische Noten......... 39,97 40,13 Ungarische Noten ........ 73,25 73,55 Devisenmarkt Berlin — Fraatsurl a. M. 2.3uH 3.3u1l Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | »rief Helsingfor» . Wien. . . . 10,593 59.18 10,613 59,30 10,593 59,195 10,613 59,315 Prag . . . 12,473 12,493 12,473 12,493 Budapest. . 73.42 3.047 73,56 3,053 73,09 3,047 73,53 3,053 Holland . . 169,33 169,77 169,38 169,72 Oslo.... 112,69 112,91 112,69 112,91 Kopenhagen. 112.70 112,92 112,70 112,92 Stockholm . 112,86 113,08 112,86 113,08 London. . . 20,474 20,514 20,475 20,515 Buenos Aires 1,332 1,336 1,338 1,342 Neuyork . - 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,66 58.78 58,65 58/77 Italien. . . 22,04 22,08 22,04 22,08 Paris . . . 16,475 16,515 16,475 16,515 Schweiz . . 81,54 81,70 81,435 81.611 Spanien . . 39,96 40,04 40,06 40,14 Danzig. . . 81,86 82,02 81,86 82,02 Japan . . . 2,079 2,083 2,079 2,083 Rio de Jan.. 1,326 1,328 0,321 0,323 Jugoslawien. 7,433 7,447 7,434 7.448 Lissabon . . 18,61 18,65 18,64 18,68 Oer Licher Sommermarkt. v Lich. 3.Juli. Der Licher Sommer- markt, der der beliebtesten und besuchtesten Märkte unserer Stadt, wird am Mittwoch, 22. Iult. wieder in hergebrachter Weise begangen. Auster dem üblichen Schweine- und Krämermarkt tst mit dem Markt ein Handeln und Zuchtmehmarkt. Prämiierung von hessischem Fleckvieh und DogelS- berger Vteh, sowie Zuchtviehversteigerung (86er und Dullen) verbunden. 2lm gleichen Tage erfolgt auch die alljährlich stattsindende Auktion von Iährlingsbocken der Stammschäferei der Fürstlichen Verwaltung in Sich. Ds ist zu erwarten, dast zuchtviehsuchende Gemeinden. Handelsleute und sonstige Interessenten eine gute Gelegen- Beit zum Erwerb erstklassiger Tiere finden werden. Am Dachmittag soll ein Umzug der prämiierten Tiere durch die Stadt erfolgen. Die beliebte Tombolaverlosung wird in gröberem Matzstabe gehalten Für sie stehen wertvolle Gewinne zur Verfügung. Hieran wird sich Volksbelustigung. Konzert und Tanz anschliesten. Die Anmeldungen zur Prämiierung haben biS zum Mittwoch, 15. Juli, bei der Bürgermeisterei Lich zu erfolgen. Die verkäuflichen Tiere sind bis zum Mittwoch. 8. Iuli. bei dem LandwirtschostSkammerausschuh für Ober Hessen in Vietzen anzumelden Auf die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sei besonders hingewiesen. $euer in (Sroß'Rechtenbach. CO Groß-Rechtenbach, 3. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Hier brach heute morgen gegen 8.45 Uhr in dem Gehöft deS Fleischbeschauers Müller Feuer auS. Da die Hausbewohner, mit Ausnahme einer jungen Frau und eine- kleinen KindeS. sämtlich im Felde weilten, wurde der Drand nicht sogleich bemerkt, sondern erst durch Aachbarsleute entdeckt. Das Feuer war in einem Holzschuppen auSgebrochen und hatte sich von dort auf die Waschküche ausgedehnt, die beide niederbrannten, sodann in dem Aachbargrund stück von Heinrich 11hl die Scheune und einen Schuppen ergriffen, die ebenfalls b iS auf die Grundmauern ein- geä schert wurden. Zur Zeit wütet der Brand in einem Anbau deS Uhlschen Grundstücks, wo bis jetzt der Dachstuhl in Flammen steht. Die Loschavbeiren werden dadurch sehr erschwert, dast in dem Orte keine Wasserleitung vorhanden ist und daS Wasser durch Denutzung