Die Braunschweiger Wahlen und die Reichspolitik im schlagc n e Sanierungskurs unbeirrt weiter verfolgt toiro. 3c konsequenter das Kabinett und die hinter ihm stehenden Parteien dabei sind, um so schneller wird auch der politische Erfolg wirksam sein. Auch wenn man es für unwahrscheinlich hält, dah cs etwa gelingen konnte, die Erwerbslosigkeit im Laufe dieses Jahres sichtbar und fühlbar zu vermindern, so ist für die Reichspolitik doch schon viel gewonnen, wenn es gelingt, die größten Ausgaben der Wirt- schafls- und Sozialrcsorm in Ruhe unter Dach und Fach zu bringen. Auch die Sozialdemokratie wird sich das gesagt sein lasen müssen, daß sie sich heute Extratouren, wie sie sie beispielsweise in der Frage des Wehretats oder auf sozialpolitischem Gebiete vorzuhaben scheint, eigenen Interesse nicht mehr leisten kann. Der Reichskanzler verhandelt mit den Sozialdemokraten Der Wehretat. - Der Einfluß der Braunschweiger Wahlen. Bauern, die mit der Sowjetregierung unzufrieden seien. Brontschtein habe ihm mitgeteilt, daß der englische Petroleumkönig Deterding cm großes Interesse an dem Sturz der Sowjetregierung habe. Ein Antrag -er Volkspartei zur Verfaffungsreform. Heraufsetzung des Waßlaltertz. Beseitigung de. Dualismus Preutzen-Rcich Berlin, 2. März. (VDZ.) Die Deutsche Volkspartei hat im Reichstag einen Gesetzentwurf zur Abänderung der Reichs Der fas - f u n fl eingebracht. Danach soll das Wahl- alter von 20 auf 25 Jahre 6er auf- gesetzt werden. Der Artikel 24 soll folgend« Fassung erhalten: . , _,. „Der Reichstag wird vom Retchsprasr- deuten berufen und geschlossen. Die Berufung muß alljährlich, und zwar spätestens auf den ersten Mittwoch des Rovember nach dem Sih der Reichsrcgierung erfolgen." Schließlich soll folgender Artikel 51a eingeschaltet werden: , ..Der Reichspräsident ist zugleich Oberhaupt des Landes Preußen. Ihm stehen in preußischen Angelegenheiten Die -Rechte zu, die sich durch sinngemäße Anwendung der Dorschriften der Artikel 24. 25. 44. 46 49. 53. 55, 70. 72-74 auf des Land Preußen ergeben. Das Nähere regelt ein preußisches B c r l i n, 2. März. (932)3.) Im Reichstage fanden am Montagnachmittag Bcrhandlungen mit den Sozialdemokraten über die Behandlung des Wehrctats statt. Reichskanzler Dr. Brüning empfing zu diesem Zweck die 2lbg. Wels, Dr. Breitscheid, Müller-Franken und Aushaus er. Wie das Nachrichtenbüro des DDZ. hört, führten die Besprechungen noch nicht zu einer Klärung. Am Dienstag wer- den weitere Bcrhandlungen folgen. D.e für Montagabend anberaumte Fra tionssitzung der Sozialdemokraten ist deshalb auf Dienstagabend vertagt worden. 2m Reichstag sieht man im Verlauf der heutigen Besprechung, in der es dem Kanzler noch nicht möglich war, die Stellungnahme der Sozialdemokraten zu klären, eine Erfchwerung oe r parlamentarischen Situation. Es handelt sich dabei vor allem um die Rate für das Panzerschiff B. 3n der vorigen Woche halte man auf Grund früherer Besprechungen in Rcgierungs- kreisen noch den Eindruck, daß auch der Wehretat keine wesentlichen Schwierigkeiten mehr machen wurde. Diese Aussassung wurde auch durch den be- kannten Vorwärts-Artikel des Reichstagsabgeordneten D i t t m a n n gestärkt, der unumwunden erklärt hatte, daß die Sozialdemokratie ihre Haupt- aufgabe in der Verteidigung des Staates gegen den Nationalsozialismus sehe und sich von dieser großen Linie ihrer Politik nicht durch den Streit um Einzelheiten abbringen lassen werde. ... Nun hat sich die Stimmung der Fraktion unter dem ersten Eindruck der braunschweigischen Wahlen offenbar geändert, da die Hauptgewin- politischen Einfluß aus Westeuropa. Der Prozeß gegen die Menschewiki gehört schließlich auch zu diesen Abwehrmaßnahmen der Sowjetregierung, denn er zeigt jedermann, daß es in Rußland nicht gestattet ist, anders zu denken und zu bündeln als es der bolschewiklsche Kanon erlaubt. Die Sowjetregierung hat sich die These zurechtgelegt, daß. wenn sich irgendeine aus- länDifaje Regierung über die Wühlereien der Moskauer Internationale beschwert, dies damit abzutun, daß die Wühlerei Sache der roten Internationale sei, was die Moskauer Regierung nichts anginge. Ebensogut ist es möglich die kommunistische Unterspülung in den einzelnen europäischen Ländern abzufangen, ohne daß 8, diplomatischen und vtrtschastlichen Beziehungen zur Sowjetregierung dadurch gestört zu werden brauchen. Die Auslegung ist auch hier daß sich anoere Länder ebensowenig wie die Sowjetunion selbst revolutionäre Eingriffe von außen gefallen lassen. Oer neue Gchädlingsprozeß. Tie Angeklagten gcst h.n bereitwillig. Moskau (über Kowno), 2. März. (TU.) Am Montag wurden die drei Angeklagten B e r m o 11, Gramann und Ginsberg vernommen. Gramann, der eine wichtige Rolle bei der Ausarbeitung des Fünfjahresplanes spielte und mehrere Jahre die Stellung eines M i t g l i e d e s d e s O b c r ft e n Volkswirtschaftsrates bekleidete, erklärte, daß er im Jahre 1923 auf einer Erholungsreise die erste Zusammenkunft mit den russischen Sozialdemokraten in Berli n gehabt habe. Er habe eine politische Gruppe innerhalb des Obersten Volkswirtschaftsrates der Sowjetunion, des Staatsplankomitees und des Volkskommissariats für Außen- und Innenhandel zum Kampf gegen Die Sowjetunion gebildet. Im Jahre 1928 habe er eine Chiffre-Korrespondenz mit Berlin eingerichtet. In Berlin fei chm besonders die ^Notwendigkeit der Sabotage des Fünf- j a h r e s p l a n e s und der Verschärfung der Lebensmittelkrise in der Sowjetunion auseinander. ac eRt worden fei. Auf die Frage des Staatsanwalts Krylenko, auf welche politischen Kreise er rechnete, erklärte Gromann, daß er we- viger auf die Arbeiterschaft rechnete, als auf die Ertch«täglich.außer Semnogs und Feiertag» Beilagen Die anuftriertt Vletzenei Familiendlättei Heimat 'M Bild Die Scholle OUnaU-Bejugwetr. 2.20 Reichsmark and 30 Retchsvfenmg für Trägev lohn, auch bei Richter. Beinen mnzelnerNummen» folgt höherer Gewalt, zernfprechanfchlüffe anterSammelnummer'2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger •iehen. PoVjchccklonto: $ra*t1urt am Main 11686. Die Lehren von Braunschweig. Es ist immer etwas mißlich und führt leicht zu schissen Urteilen, wenn man die Ergebnisse von Kommunalwahlen mit denen für Reichs- oder Länderparlamente vergleicht. In jedem Einzel- falle sind die Motive, aus denen heraus der Wähler so oder so stimmt, durchaus verschieden, und die Vielgestaltigkeit der kommunalen Probleme, aber auch die Enge des jeweiligen Wahlbezirks schassen ganz andere Aspekte, als etwa die Weiträumigkeit einer Reichstagswahl. Man wird infolgedessen auch an die Ergebnisse der Braunschweiger Kommunalwahlen mit einiger Borsicht Herangehen müssen. So viel freilich bleibt richtig, daß sie auf jeden Fall ein wertvolles Stimmungsbarometer sind, und da das Wahlsystem der Rachkriegszeit keinerlei Rach- oder Ersatzwahlen kennt, wie wir sie vor dem Kriege hatten, muß man auch aus solchen Borgängen die politische Stimmung der Wählerschaft im Großen abzulesen suchen. Daher springt zunächst eine Tatsache ganz klar in die Augen, und es darf nicht versucht werden, sie hinwegzuleugnen: Der Zug nach den Flügelnhini st nochwesentlich stärker geworden, als das in den Reichstagswahlen in Erscheinung trat; Kommunisten und Ra - tionalsozialisten haben zu Lasten der So- zialdemokratie wie der bürgerlichen Mitte gewonnen. Das Abbröckeln der Mittelgruppen ist eine Frage von sehr ernster politischer Bedeutung, und man wird gut tun, diesen Erscheinungen mit aller Sorgfalt nachzugehen. Man wird dann scst- stellen müssen, daß vermutlich neben rein wirtschaftlichen Gründen auch starke soziologische Motive an diesem unerfreulichen Wahlergebnis mit- gewirkt haben, insofern nämlich, als die Tendenz zur Aufsaugung der selbständigen wirtschaillichen Existenzen noch immer in verheerendem Maße um sich greift _aajr Wesentlich erscheint eine zweite Feststellung, als allgemeiner Schluß aus dem Ergebnis der Braunschweiger Wahlen. Obwohl nämlich alle äußeren Umstände durchaus zugunsten der Rationalsozialisten sprachen - Zunahme der Wäh rschaft um etwa fünftausend Jugendliche, ver- i schärfte Erwerbslosigleit gegenüber dem ^..September usw. —, ist eS der nationalsozialistischen Bewegung kaum gelang n, in größerem Umfange in den Besitzstand der beiden sozialistischen Par- teien zur Linken einzudringen. Im Gegenteil, die Kommunisten, also der Linksradikalismus, hat eine absolut wie relativ sehr viel stärkere Zunahme erfahren. Und daS sollte nicht nur eben den Nationalsozialisten zu denken geben, sondern allen verantwortlichen Elementen des Bürgertums, den Wirtschaftsführern, den führenden Persönlichkeiten unseres kulturellen und geistigen Lebens und den Organisatoren bürgerlicher Imere.senteng.-uppen. Einstweilen steht der Wall der Gewerkschaften noch festgefügt. Rimmt aber die Arbeitslosigkeit weiter zu. dann ist der Zeitpunkt unschwer abzusehen, an dem die Gewerkschaftsbeiträge nicht mehr m ange- messenem Verhältnis zu den von den Arbeits» losen geforderten Leistungen steh?n, und dann wird gerade auf der Linken die Welle der Ra» bitalticrung auch über der Sozialoemokratie zu- sammenfchlagen. Hier gilt es beizeiten Vorsorge zu treffen, die sehr eindringlichen Worte deS Reichsarbeitsministers untcrftrci en den Sachverhalt nur, von dessen Ernst sich offenkundig weite Schichten des Bürgertums bisher noch nicht die richtige Vorstellung machen. Welche Rückwirkungen wird nun das Gesamtergebnis der Braunschweig.r Kommunalwahlen auf die Haltung der Parteien in der großen Politik haben? 3n der Reichspolit.k kann die Antwort der Parteien, die ihr Geschick mit dem des Reiches auf Ge.eih und Verderb v.rbunden haben, nur dahin lauten, daß der cinge- kraten 72, vorher 94, auf die Kommunisten 21, vorher 4. Die Nationalsozialisten gewannen somit 45 Mandate, wozu noch die 6 Stahlhelm-Mandate gerechnet werden dürfen. Die Kommuni st en g e w a n n e n 1 7 S i tz e. Die bürgerlichen Listen verloren 44 und gewannen einen Sitz. Die Sozialdemokraten verloren 23 Sitze und gewannen einen Sitz. Schließlich gingen noch drei demokratische Mandate verloren. Die Kreistage haben insgesamt 102 Sitze. Davon erhielten die Nationalsozialisten 32 (vorher 2), verschiedene bürgerliche Listen (Mittelstand, Beamte ujw.) 21 (vorher 46), die Sozial- demokratcn 42 (vorher 53), die Kommunisten 7 (vorher 1). Die Nationalsozialisten gcman- n e n a l s o 3 0 S i tze, die Kommunisten 6; die So- zialdemokraten verloren 11 Sitze, während die Bür- lichen 25 Sitze abgeben mußten. Don den 13 braunschweigischen Landstädten haben eine nationalsozialistische Mehrheit erhalten neun Städte, und zwar Bad Harzburg, Blankenburg, Gandersheim, Helmstedt, Holzminden, Königslutter, Schöppenstedt, Seesen und Wolfenbüttel. In Stadtoldendorf ist das Verhältnis gleich zu gleich. In Schöningen stehen sieben bürget- liche acht Sozialdemokraten und Kommunisten gegenüber und in Eschershausen und Hasselfelde ist das Verhältnis fünf Linke zu vier Rechten. Von den sechs Kreistagen haben drei eine bürgerliche Mehrheit erhalten, und zwar Braunschweig, Helmstedt und Wolfenbüttel, eine Links- Mehrheit ergibt sich in den Kreistagen von Blankenburg, Gandersheim und Holzminden. Die Wahlbeteiligung im ganzen betrug etwa 84 Prozent gegen 89,29 Prozent bei den Reichstagswahlen im September vorigen Jahres. Bolschewiki-Gpektakel. I, 3n Moskau hat am l.März wieder ein Hochverra tspr ozeh gegen d,e mensche- wistischen Feinde der Sowjetunion begonnen. Zum Verständnis fei bemerkt, daß die russische sozialdemokratische Partei sich 1905 aus dem Parteitag in London gespalten hatte wobei die eine Gruppe unter Führung L e n i n S die Mehrheit auf sich vereinigen konnte, weshalb sic sich Bolschewiki nannte. Die kleinere Gruppe, unter Führung Martows, erhielt die Bezeichnung Menschewiki, d. h. Minderheitlcr, wobei ausdrücklich vor einer Verwechslung mit den Maximalisten und Minimalisten innerhalb der srüheren sozialrevolutio- nären Partei Rußlands gewarnt werden muß. Mit allen sozialistischen Gruppen und Grüppchen haben die Bolschewiki in Rußland gründlich aufgeräumt, ihre Mitglieder entweder verjagt oder ermordet, jedenfalls aber dafür gesorgt. daß den Bolschewiki keinerlei Wettbewerb erwächst. Was soll nun dieser Prozeß? Richt weniger als 14 Personen sind angeklagt, ähnlich wie R-i m s in und Genossen von der Industrie- Partei, den Fünfjahrs-Plan durch Etörungsver- suche behindert und geschädigt zu haben. Wer die kommunistische Termi.wlogie nicht kennt, wer insbesondere nicht eingewciht ist in das Schach lelihstcm der Sowjetbur aulra.ie. kann sich über die Schädlingsarbeit nur schwer eine Vorstellung machen. In Sowjetrußland ist eben alles anders, wobei der Mitteleuropäcr sehr häufig den Eindruck gewinnt, als ob dies Anderssein gleichbedeutend sei mit Aufdemkovfstehcn. Der Prozeß gegen Ramsin und Genossen muß tatsächlich die gewollte innerrussifche Wirkung erhielt haben, sonst würden Stalin und seine Gefolgsleute nicht mit einer zweiten Auflage des Hochverratsvrozes es herauskommen. Der neue Moskauer Prozeß ist gewissermaßen der Austakt für den 1 5. a l l r u f s i s che n E o w - j e t k o n g r e ß . der am 27. Februar begonnen hat. vor dem Stalin wohl irgendwie Rechenschaft über die Entwicklung des Fünfjahrcs-P'ans wird ablegen müssen. Der Svwjettongreß ist aller- diugs kein Kongreß der Bolschewcki. aber der Sowjetkongreß hat das größte Interesje daran, die Versicherung zu erhalten, daß der F ü n f - jahresplan ein Erfolg fein wird. Europa hat von dem Sowjetwunder bisher nicht viel mehr zu spüren bekommen, als das Angebot I nicht einmal übergroßer Getreide- und Holzmengen zu Schleuderpreisen. Di sc Preispolitik ist wirklich als Störungsfeuer für die kapitalistische Wirtschaft Europas berechnet, wobei nur die grenzenlose Harmlosigkeit oder Abgebrühtheit aussallt, mit der die Sowjetlcute diese Störungsversuche als erlaubte Eingriffe in die kapitalistische Wirtschaft hinstellen, w hrcnd s.e selbst außer Rand und Band geraten, wenn in anderen Ländern davon die Rede ist. gleiches mit gleichem zu vergelten. Tatsächlich dreht sich der neue Prozeß um die ungeheuerliche Anklage, dah die Menschewiki^ in Sowjetruhland ein Bureau aufgezogen hatten, das vom A u s - lande u. a. auch von der deutschen Sozial- dcmokratie, finanziell unterstützt wurde. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei hat diese Behauptung zurückgewiesen. Es wird nützlich sein, den neuen Hochverrats- Prozeß auf seinen Zusammenhang mit dem sow- setruf fischen Werbefeldzug zu untersuchen. Wenn in allen anderen Erdteilen alle vernünftigen Leute die Köpfe schütteln, weil russische Hoch- vcrratsprozcsfe mehr einem üblen Spektakel gleichen als einer forensischen Tragödie, so darf oabet nicht übersehen werden, daß dieser Spektakel nichts anderes ist als gewollte Wirkun g a u f die Völker der Sowjetunion. Dieser Spektakel ist auf die geistige und seelische Einstellung der russischen Bevölkerung berechnet, wobei die Begriffe geistig und seelisch in engen Grenzen aufgelegt werden müssen. Wie die Bol- schewiki sich neue Ausdrucksformen in Kunst und Literatur geschaffen haben, so haben sie sich auch eine besondere Methode für die politische Aufwieglung der Massen zurechtgelegt. -Während die russische Bevölkerung nut tarn Moskauer Spektakel behelligt wird, müssen die anderen Länder es sich gefallen lassen, von Kund- gedungen aller Art heimgesucht zu werden. Ob das nun Weltkampftagc oder andere Veranstaltungen sind, immer werden sie i m ,W eit maß- st a b“ aufgezogen, weil die Bolschewiki davon Überzeugt sind, daß die Massen international m revolutionärer Bewegung gehalten werden mus- sen. wenn sie eines Tages für den revolutionären Ausbruch bereit und brauchbar sein sollen. Es wird die höchste Zeit, gegen diese revolutionäre Seuche die Maßnahmen zu ergreifen, Die beispielsweise angelsächsische Gänvcr schon gegen russische Dumpingwaren ergriffen haben. Sowjetrußland schützt sich unter Aufbietung aller staatlichen Gewaltmittel gegen jeden geistigen und ner nicht die Nationalsozialisten, sondern die Kommunisten sind. In sozialdemokratischen Kreisen glaubt man wohl, daß diese Situation bei der weiteren Tallik berücksichtigt werden muß. Die Möglichkeit einer Verständigung liegt nach Ansicht unterrichteter Kreise vielleicht auf dem Gebiete gewisser Gegenleistungen aus sozialem Gebiete. Auch die Annahme des sozialdemokra- tischen Gefrierfleischantrages, mit der auch in der Vollsitzung des Reichstags allgemein gerechnet wird, könnte die Lage erleichtern helfen. Dagegen wird im Lager der Regierungsparteien jetzt unter keinen Umständen mehr damit gerechnet, daß die Rechtsopvo» fition in den Reichstag zurückkehrt. Sie Opposit on bleibt dem Re chS in fern. Berlin, 3. März. (CNBH An der Besprechung zwischen Abgeordneten der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und der Deutschnationalen Volkspartei nahmen von den Nationalsozialisten die Abgeordneten Frick, Stöhr, Göring, von den Deutschnatio- nalcn Dr. Hugenberg, Berndt, Schmidt-Hannover, ferner die aus der Landoolkpartei ausgeschiedenen Abgeordneten v. Sichel, Wendhaufen und Sieber teil. Dem Vernehmen nach hat man bei dieser Be- sprechung sich darauf geeinigt, zunächst n i ch t i n den Reichstag zurückzukehren. 3n 2Ius- sicht genommen soll die Rückkehr fein, falls die Wahlreform verhandelt werden sollte. Sonst soll man verabredet haben, solange man dem Reichstage fernbleibt, gelegentlich ähnliche Zusammen- fünfte abzuhalten. Annahme oon flnjetget für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 inne Brette 35 Relchspsennig, Platzoorschrist 20°,, mehr. Chefredakteur Dr Fnedr. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.lhyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler^ sämtlich in Gießen. General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: BrfitjIW UniversitStrGuch. und Sletnönidcrel B. ränge In Sietzen. Sdjriftleltnng und S-schästrst-Ie: Schullratze 7. Landesgeseh. Kommt ein solches Landesgesetz nicht innerhalb dreier Monate nach dem 3n* frafttreten dieses Artikel zustande, so erfolgt die Regelung durch Reichsgeseh." Es handelt sich hierbei um die sinngemähs ^Übertragung aller Befugnisse, die dem Reichspräsidenten im Reiche zustehen, auf Preußen. Oer Christlich-Goz ale Volks- dienst für das Volksbegehren. Ber 1 in. 2. März. (ERB.) Der Reichsvvrstand des Christlich-Sozialen D o l ks dienst e s hat beschlofscn. das Volksbegehren für Auflösung des Preußischen Landtages zu unterstützen. Die Volksdicnstbewegung wird sich an der Bildung von Propagandaausschüssen mit anderen Parteien und Bünden nicht beteiligen, sondern die Werbearbeit völlig selbständig betreiben. Rach der amtlichen Verkündung der Auslegungsfristen wird die Volksdienstführung mit einem Aufruf an die Oeffentlidrfeit treten. Auf Vorschlag der bisherigen Reichsleitung hat der Reichsvorstand die Erweiterung der Reichsleitung von 6 auf 11 Mitglieder beschlossen; an deren Spitze und damit an der Spitze der Dolksdienstbewegung steht die dwiköpsige Reichsführerschaft. Als erster Vorsitzender wurde Abg. Si m pf endö rf^^-^llhal- ©tuttgart, nun zweiten VorsiheA^ Arbeitet' sekretär ®. hülfet- Spandau >’ dritten Vorsitzenden Abg. P. S ch m i d t- gewählt- Das Wahlergebnis in Braunschweig. Braunschweig, 2. März. (WTB.) Die gestrigen Kommunalwahlen haben für die Stadtverordnetenversammlungen der Städte und die 5k r e i s t a g c der sechs Verwaltungsbezirke infolge der Entwicklung der letzten drei Jahre — die letzten Kommunalwahlen waren im Februar 1928 — beträchtliche Verschiebungen in den Mandaten erbracht. Die Stadtverordnetenversammlungen einschließlich der Hauptstadt zählen 208 Sitze. Davon entfallen auf die Nationalsozia- ljsten 47 Sitze, vorher 2, außerdem sind sechs „Stahlhelm-Mandate" vorhanden. Auf die ver- schiedencn Listen bürgerlichen Gepräges, Ein- hcitsliste, Mittelstand, Landbund, Beamte usw. entfallen 62 Sitze, vorher' 105, auf die S o z i a l d e m o- Hr 52 Erstes Blatt M. Jahrgang Dienstag, 3. März (93( GietzenerAnzeiger Oie Hintergründe des Flottenpakts Jinanzsorgen in London und Rom. — Paris sichert sich Verbündete für die Abrüstungskonferenz. daß Frankreich eine lleberlegeuheit von ungefähr 150 000 Tonnen gegenüber Italien zugeftandrn wird. Sie schwierigste Frage ist. einen Wortlaut zu fmben, der Aussicht hat. für den amerikanischen Senat annehmbarzu fein, denn die neue ttanzösisch-britisch-ttalienische Der- cirrbarung deckt sich in einigen Beziehungen nicht ganz mit dem Londoner Flottenvertrag, insbesondere was die äl-Doote betrifft. Frankreich fnti> nämlich 70000 L.onnen LI-Doote zugebilligt worden, d. h. mehr als England den Vereinigten Staaten und Japan, die je 52 700 Tonnen haben dürfen, zugestanden hat. 3m übrigen werden die vorige Woche veröffentlichten Fahlen mehr oder weniger bestätigt. Frankreich und Italien werden die gleiche -Zahl von 10000 -Tonnen -Kreuzern haben, nämlich je sieben, aber die Schlachtkreuzer von 23 030 Tonnen, die Frankreich zu bauen plant, werden von den italienischen Reubauten nicht übertragen werden. Henderson imb2I let anbei erklärten bei ihrer QInfunft in London u. er „unbekannte Schutzman n", der im Straßenauf- ruhr sein Leben lasse, sei der gleichen Ehre wert wie der unbefannte Soldat: lineare aber sei es, im Aufruhr zu fallen. Ordnung und Gesetz gegen alle Gewalttätigkeit zu verteidigen, sei das Amt des Ministers, seine Aufgabe aber auch der Schutz der Seele und die Wahrung der Zucht. Christliche Eltern mühten ihre Kinder christlicherziehen laifen ttürfen. Gegen ein Heber» greifen der bolschewistischen Unkultur mühten cttle zusammenstehen, die christlich und deutsch emp» finden. Abg. Dr. Külz (Stp.) fordert, dah die Staats- autorität sich gegenüber der zunehmenden Radikalisierung der Politik durchsetzt, ebenso die Autorität des Parlaments gegen Sabotageversuche. Die jetzige Reform der Geschäftsordnung kann mir ein Anfang sein. Es handelt sich nicht um Mund- totmachung einer Opposition, sondern um Erneuerung der politischen Anständigkeit. Zu einer Reichsreform gehört auch eine Wahlreform, bei der die Einzelpersönlichkeit wieder zur Geltung kommt und bei der durch kleinere Wahlkreise eine persönliche Vertrauens beziehung zwischen Abgeordneten und Wählern wieder möglich wird. Unser Schulwesen bedarf einer Entwicklung in die Tiefe und nicht, wie bisher, in die Breite. AOeümig eines Men Answer nngsschwindeis. Raffinierter 2Riefen6efrug mit gefälschten Altbesihnachweisungen. Das Dresdener Kriminalamt berichtet u. a.: fRad) dem Inkrafttreten des deutschen Anleiheablösungs- gesetzes ist die Stadtverwaltung Dresden durch Einreichung gefälschter Altbesitznach- wei jungen bei der Aufwertung nicht unerheblich geschädigt worden. Die Spur wies nach Amsterdam. Nach Holland entsandte Kriminalbeamte stellten fest, daß die Einreicher der Stücke zu einem Konsortium gehörten, das unter der Führung eines in Amsterdam ansässigen Effektenmaklers stand. Dieser hatte durch Vermittlung in Berlin wohnender Personen große Po st en deutscher Stadt- und P r o o i n z i a l a n l e i h e n — außer von Dresden und Leipzig auch von Berlin, Hamburg, Düffeldorf, Münster und andere — aufkaufen und durch Mittelspersonen nachHolland bringen lasten. Dort wurden die Stucke a l s Altbesitz, der bekanntlich höher aufgewertet wurde, frisiert. Es wurden Nummern-Verzeichniste und Erklärungen angefertigt, wonach die Papiere angeblich feit dem in Frage kommenden Stichtag im Besitze der Einreicher gewesen waren. Die Derzeichniste wurden notariell beglaubigt. Als (Eigentümer der Stücke fungierten die Helfershelfer des Maklers, meist ältere Leute, die für ihre Gefälligkeit eine kleine Entschädigung erhielten. Unter irgenwelchen Vorwänden wurden die Papiere dann den verschiedenen deutschen Stadtverwaltungen nachträglich zur Aufwertung eingereicht. Hierbei wurden abermals falsche Erklärungen mitunter sogar eidesstattlich abgegeben. U. a. hatte der Makler sich ärztliche A11 e ft f o r m u » l a r e drucken lasten, die von seinen Helfershelfern entsprechend ausgefüllt wurden, wonach der Einreicher s ch w e r k r a n k gewesen sei und deshalb seine Interesten nicht rechtzeitig habe wahrnehmen können. Die Formulare Mirden mit gefälschten Unterschriften den StadfM:waltungcn vorgelegt. In einem Falle hatten die Betrüger einem Provinzialoerband einen Posten von 3 500 000 Papiermark-Anleihe unter dem Vorwand eingereicht, der Eigentümer sei in Indien gewesen und habe die Anmeldung der Papiere nicht rechtzeitig bewirken können. Fiel die Entscheidung der Stadtverwaltung ungünstig aus, so gingen die Betrüger fogar soweit, Beschwerde bei den zuständigen Spruchstellen einzureichen. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, hat der Hauptbeteiligte i n etwa 100 Fällen deutsche Stadt- und Provinzial-Derwaltungen betrogen und schätzungsweise einen Reingewinn von über Vs Million Mark erzielt. Er hat kürzlich ohne Erfolg einen Selbstmordversuch unternommen. Nach den umfänglichen (Erörterungen des Kriminalamtes kommt er für weitere ähnliche Betrügereien gegenüber anderen ausländischen Staaten — China, Mexiko, Serbien, Rumänien — in Frage. Der Schaden der Stadtoerwallung Dresden beträgt nach den vorläufigen Feststellungen etwa 38 000 Mark, worauf inzwischen namhafte Bettäge zurückerstattet worden sind. In Leipzig dürfte der Schaden ungefähr 120 000 Mark betragen. Berlin, 2. März. Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die zweite Beratung des Haushatts des Reichsinnenmimsteriums. Abg. Dr. Schreiber (Z.): Wir leben nicht nur in einer Wirtschaftskrise, sondern ineinerKrise der Staatsgei innung unb des Staats- gefühls. Unser Volk kann weder an einer bolschewistischen Revolution, noch einer nationalsozialistischen Iniurrektion gesunden. (Beifall.) Wir brauchen eine Einheitsfront der Verantwortungsbewußten für lange Zeit. Der moralische und im Zusammenhang damit auch der wirtschaftliche Kredit des deutschen Volkes wird in_ der ganzen Welt geschädigt, wenn bei uns gewalttätige (Elemente die Straße beherrschen. Demgegenüber muß die Regierung die Sicherung von Ruhe und Ordnung energischer durchfuhren als bisher. Die Strafbestimmungen gegen Was - fcnmißbrauch müsien nicht nur in den Gesetzen stehen, sondern sie müllen auch unnach- sichtlich angewendet werden. (Beifall.) Eine schnAlere und ftrengere Ahndung der gegen die Staatsautorität gerichteten gewalttätigen Angriffe muß verlangt werden. Wer die Frecheit mißbraucht, • darf sich nicht wundern, wenn er die Freiheit verliert. Die letzten Vorgänge im Parlament haben bewiesen, welcher Mißbrauch mit der Bezeichnung „Nationale Opposition" getrieben worden ist. Man ist nicht national, wenn man fluchtartig das Feld verläßt, statt positiv am Neuaufbau mit- zuarbetten. Wer in der Innenpolitik bei'ertiert, kann auch in der Außenpolitik nicht als Aktivist angesprochen werden. Die Trennungslinie liegt aber heute zwischen den aufbauenden und den zerstörenden Kräften, zwischen denen die positiv und denen, die negatio politisch wirken. Wer diesen Saal fluchtartig verläßt, der kann mit dem Schlagwort Marxis- mus nicht die Tatsache verschleiern, dah er in den Auf der Wolkenburg. Von H. Wolfgang Seidel Ich weih nicht, ob es bereits eine Abhandlung über „bie fruchtbaren Mißverständnisse der Kind- hett" gibt; sie könnte ganz lehrreich sein unb bie schöpferische Macht der Phantasie anmutig beleuchten. Immer ist das Unbegriffene die Mutter des Traumes, un die besten jjreuben unseres Lebens sind nidjts anderes als Verwirklichungen dessen, was Jahre lang in den wolkenhaften Umrissen der Sehnsucht an unserem Horizont aufglänzte. Als ich noch ein Knabe war, sah ich meinen Vater einst ein schwarzgebundenes Buch ziemlich gelang; weilt durchblättern. Dann aber kehrte er plötzlich zum Inhaltsverzeichnis zurück, lachte laut auf und sprach bie Worte: „2ea, auch ohne Flügel, auf der Wolkenburg gerettet!" Dieser geheimnisvolle Satz beschäftigte mich lange, und ich dachte darüber nach, auf welche Weise es Lea fertig gebracht habe, ohne den Besitz von Flügeln die Äolkenburg zu erreichen? Wer war Lea? Aus welchen Bedrängnissen wurde sie gerettet? Unb: wo lag die Wolkenburg? Ich muß gestehen, baß ich schmerzlich enttäuscht war, als ich später erfuhr, daß dreier anregende Satz einfach das Inhaltsverzeichnis eines Nooellenbandes der Frau von Dallwitz darstellte; mein Vater hatte nur die vier Titel hintereinander vorgelesen und sich an dem scheinbaren Sinn ergötzt, der auf diese Weise heran skam. Immerhin: die Vorstellung der Wolkenburg war seitdem eine Art Geheimbesitz geworden, eine trost- volle Einbildung, deren man sich bediente, sobald das Leben unbehaglich wurde. Ich vermute, daß dies kein durchaus persönliches Erlebnis ist, sondern daß die meisten Menschen, ohne viel davon ju reden, einen ähnlichen Zufluchtsort besitzen, der chr Bedürfnis nach Geborgenheit befriedigt und den sie sich am liebsten vorstellen, wenn sie vor dem Einschlafen den großen Beruhigungszauber spielen lasten. Wir kennen die Behauptung, daß der Mensch ein svri."''^jWesen fei; ist er es aber durchaus? Er scheint, einen nicht weniger ausgeprägten Wme . auf sich selbst zurückzuziehen, u-n? der der Unerreichbarkeit, des Unge- zahrdetserns, oer Si(^rung gegen jeden unb alle schwersten und bittersten Jahren des deutschen Volkes sich abseits gestellt hat, während große Arbeitermasten den Mut aufgebracht haben, die Politik der Verantwortung mitzumochen. Abg. von Kardorff «DVP.): Wir bedauern, daß durch das Erfordernis der Zweidrtt- telmehrheit fast jeder Fortschritt in der Weimarer Verfassung verbaut ist. Wir halten eine Ver- fasfungsreform für dringend notwendig. Wir wollen, dah der Reichspräsident gleichzeitig preußischer Staatspräsident wird, daß das Wahlalter heraufgesetzt wird. Das jetzige frühe Wahl- alter hat dazu geführt, daß die Iugerck» heute umschmeichelt wird, statt erzogen zu werden. Wir brauchen auch eine Zweite Kammer, die durchaus keine reaktionäre Einrichtung zu sein braucht. Wir brauchen Wetter eine Verstärkung der Wacht des Reichspräsidenten in der Richtung, dah bie R eg i e r u n g s m a ch t stabiler wird. Wir betrachten es als die Aufgabe der Regierung, die Ctaatsautorität zu schützen vor den Angriffen jener radikalen Kreise, die aus den Bürgerkrieg hinstreben. Wir werden die Regierung in der Abwehr dieser De- strebungen unterstützen. Abg. Petz old (W.-P.) bedauert die Kürzungen im Haushalt des Innenministeriums, von denen besonders die Arbeiten wissenschaftlicher Art betroffen würden. Die äleberorgani- sation im Schulwesen ist zu beseitigen; ein neuntes Schuljahr erscheint uns nicht erwünscht. Eine Wahlreform ist unannehmbar, wenn sie nicht auch die Erhöhung des Wahlalters bringt. Auf die Technische Rothilfe kann angesichts der Kämpfe in der Arbeiterschaft immer noch nicht verzichtet werden. Der Redner verlangt Erhöhung der Wittel für das Kunsthandwerk. ist durchtränkt mit Lustgefühlen. „Tief die Welt verworren schallt..." — warum ertönt uns diese Zelle immer von neuem? Warum schätzen wir die Vogelperspeitive? Vielleicht weil doch das einzelne Ich seine reinsten unb beglückendsten Stunden erlebt, die Stunden der wahren Schau und des ganz beseelten Erfassens, wenn wir nicht im Maskenzuge einherschreiten, sondern den bunten Wirrwarr an uns vorüber schwanken lassen, unbeteiligt und dennoch hingegeben. Dah es aber hier auf (Erben, eingefprengt in die wirklichste Wirklichkeit, Wolkenburgen gibt, sollte ich kürsiich auf einer Reise erfahren. Es war das Erlebnis einer dreifachen Wandlung wie denn immer in den Stunden, da uns ein ganz reiner Zustand geschenkt wird, bas Gesetz der Stufen gilt ober bas Gesetz der Frucht, die ihre Schale abwirft unb zuletzt noch ein silberweißes Häutchen, die letzte Hülle des Unsagbaren. Einen Ruheort suchend, war ich auf Locarno verfallen, wohnte aber dort nicht wie die bekannten Fremden von Distinktion in einem jener Prunk- Hotels, die den See gleich Wachsblumen zwischen Blättern aus gestanztem Blech umkränzen, sondern lieh mich die Kehre des Berges hinauffahren, um dort an der Lehne eines steil abfallenden Hanges bequeme Unterkunft in einem ländlichen Hause zu finden. Dieses Haus war seltsam genug: man betrat von der Straße aus einen Vorraum, flieg eine Kellertreppe scheinbar in das Innere der Erde hinunter und befand sich dann in einem anmutigen Saal, dessen Fenster und Glastüren auf einen tropischen Garten hinausblickten. Stieg man dagegen auswärts, so boten sich die Fremdenzimmer bar. In einem von diesen wohnte ich geraume Zett; erzählen aber will ich von seinem Balkon, der alsbald für mich der Schauplatz entzückender Täuschungen wurde. Wer je in seiner Jugend die Wonnen kostete, die der Schulattas bereiten kann, dieses einzige Buch, das neben dem deutschen Lesebuch in jenen prähistorischen Zeiten wahrhaft geliebt wird, der wird bie geographische Betörung verstehen, beren Opfer ich zunächst wurde. Ich erlebte die Welt, aber ich erlebte sie von oben, gleichsam ihr selbst entnommen unb dadurch ihrer Herr geworden. Hier war Ge- fialt, klar geformte Siedlung von Menschen, Gestalt des Sees und der Berge, Wasserlauf unb um- Die cheiicheMe Saucrntoafi fordert Mische Marbeii der Aechlsoppesiiion. Mainz, 2. März. (WSN.) In Mainz fand die stark besuchte 11. ordentliche Generalversammlung der rheinhessischen Bauernschaft unter dem Vorsitz des Gutsbesitzers Ernst Massel- Marienborn statt. Der Vorsitzende erklärte, daß in der Landwirtschaft ein Tiefstand zu verzeichnen sei, wie man ihn nie für möglich gehalten habe. Er krttisierte den Auszug der National s ozia- liften und der Deutschnationalen aus dem Reichstage. Die Bauern konnten diese Haltung nicht verstehen. Der Präsident des Reichslandbundes Graf K a l ck r e u t h erklärte, mit allen Mitteln müsse gekämpft werden, um die Scholle zu erhalten und die Landwirtschaft wieder hoch zu bringen. Bisher habe es die Reichsregierung immer noch verstanden, die deutsche Landwirtschaft der Weltkrisis zu entziehen. Der Redner kritisierte die Hohe der Vcrwaltungskosten und bie Sozialpolitik. Das Programm der Regierung habe für die Landwirtschaft eine Enttäuschung gebracht. Die Nationalsozialisten unb Deutschnationalen hätten sich nicht der Verantwortung entziehen wollen. Iedenfall sei es ifjre Absicht geraden, das marxistische Ka - b i n e 11 so rasch wie möglich zu Fall zu bringen. Dies sei die Auffassung des Landbundes. Vor acht Tagen sei er selbst noch der Meinung gewesen, unter allen Umständen mit der Regierung zu arbeiten, seit drei Tagen habe sichseineMeinung geändert. An seine Rede schloß sich eine längere Aussprache, worauf folgender Antrag einstimmig angenommen wurde: Der Vorstand des Reichslandbundes wird ersucht, zur Abwehr schwerster Gefahren für das Landvolk auf die den Deutschnationalen und Nationalsozialisten angehörenden Reichs- unb Landtagsabgeordneten einzuwirken, daß sie an den Beratungen der Agrarvorlagen im Reichstag teilnehmen. Aus oder Welt. Ein Auto fährt in eine Gruppe Schulkinder. Ein von einer 22jährigen Dame gesteuerter Personenkraftwagen fuhr in A a ch e n in der Mittagsstunde auf d en Bürgersteig und in eine Gruppe Schulkinder hinein, die gerade an einem Metzgerladen vorüber ging. Hierbei wurden vier Kinder zum Teil schwer verletzt. Der Schaufensterladen wurde zertrümmert. Velsehung des kehlen Grohherzogs von Oldenburg. Friedrich August, der letzte regierenbe Groß- Herzog von Orldenburg, wurde am Montag im Mausoleum des Gerlruden-Kirchhoss beigesetzt. An den Trauerfeierlichkeiten nahmen u. a. teil von Verwandten des grohherzoglichen Hauses der Prinzgemahl der Äiederlande, Herzog Adolf von Mecklenburg, Prinz Adalbert von Preußen u. a., ein Vertreter des Reichsgrenzter Wald, ja sogar Ländermarken in wettern Ausmaß und zugleich die Einheit des Landes, die aller Scheidelinien spottete, und endlich die in der Regel so schwer sichtbar werdende Destabildung eines reißenden Flusses mit allen Eigentümlichkeiten angeschwemmten Gerölls und die tief in den See hineingetriebene Landzunge, die sich vorsichtig besamte und Kulturland ward. Auf den Straßen erschien der Mensch in der symbolischen Gestalt der Wandernden, rauchende Schornsteine verkündeten die Mühsal des Tages, und das Glockenspiel einer steinernen Kirche entsandte jenen settsamen Wechselklang, der im Auf und 21b steigender Engel unb stürzender Dämonen den ewigen Kamps der Seele zwischen Licht unb Finsternis anbeutet. Alles bas aber war, wie mir schien, abgelöst von dem, der es beschaute, es war das ferne Spiel des Lebendigen, gedämpfte Freude und Schmerzgewalt, die wie Rauch verging, noch nicht verebbt und stumm geworden im Hasen des Friedhofs, den ich mit winzigen Steinplatten unb flachen Hügeln gleichfalls erblickte, aber doch auch nicht viel wirtlicher als das Menschengewimmel eines alten Buches. (Eine noch wogende Welt warf kraftlose Schaumbläschen zu mir empor, unb ich dachte daran, daß alles dies dauernd im Begriff sei, Geschichte zu werden, Vergangenheit, über bie sich niemand mehr erregt, erstarrtes Gebilde wie der ewig gleiche Trutzturm der alten Kaiser, das auf einem schon zu Italien gehörenden Kap in den flimmernden Sonnenbunst hineinragte. Inbessen genügten wenige Tage, um eine völlige Verwandlung hervorzurufen. Sie geschah burch ben Nebel, der im Tal ber Langobarden früher fast unbekannt war. Aus irgenbeinem Grunde hatte sich bie mit Wasserdampf gesättigte Luft abgekühlt und begann, die überflüssige Feuchte auszuscheiben, welcher Vorgang zugleich durch Windstille unterstützt wurde. Auf das Gttter meines Balkons gelehnt sah ich das Sterben der Berge, deren kristallene Schneegipfel noch gestern unter dem Himmelsblau ruhten wie Sinnbttber der letzten Reinheit, der See ward unsichtbar, die Grölluier der Maggia sanken ins Nichts, bie steinerne Stabt, von geheimnisvoller Krankheit ergriffen, schien sich aufzulösen, wurde zum Phantom unb war plötzlich erloschen. Eigentümlicherweise hiett der Nebel, nachdem er bereits die Hälfte des tropischen Gartens verschlungen hatte, plötzlich inne: dessen fremdartige Gewächse glichen jetzt einer bedrohlichen Bejatzung, die Banane blies lautlose Fanfaren aus ihrem gerollten Drommetenblatt, der alte Kirschlorbeer ließ trotzig über lederartigen Blättern die Springbrunnen seiner Dlütenständer aufsteigen, und die Kamelie, porzellanhaster als je, glühte in purpurner Todesraserei. Aber das Seltsamste war doch, daß die verschwundene Stadt lebte, nicht mehr dem Auge, wohl aber dem horchenden Ohr, sie war jetzt wie ein S)a\i ber Vergangenheit, sie war Dineta! Nur ein Hall, aber doch ber Hall des Vergänglichen — ich erlebte nur die Einsamkeit, an deren Grenzen das Heer der Dinge zum Einbruch gerüstet ist. Durch bie unsichtige Luft mühte sich das Alltägliche: ber Laut ber Geschäfte, des ruhelosen Betriebes, mühten sich grelle Worte erzürnter ober ungebulbiger Menschen, klang jetzt wimmernb eine Totenglocke, die den Staub zum Staube rief. Rings freilich türmten sich schon bie Pfeiler ber Wolkenburg, es war, als losten sich langsam bie geheimnisvollen Seile, bie bas Traumeilanb noch mit ber (Erbe verketteten, unb das Rauschen des Lorbeers — sehr sanft, saft wie ein Atemholen nur in schwachem Wind — glich dem Versuch des Ausschwebens, glich einer Entrückung. Unb bann kam bie Nacht unb mit ihr bie letzte Wandlung. (Eine unsagbare Stille breitete sich über das Lebendige, unb als ich ben Balkon betrat, war das Wunder der Wolkenburg vollendet. Dineta war verstummt; wohl sah ich, was bei Tage nicht zu erblicken war: die vielen hundert Lichter der Stadt in der Tiefe, aber sie hoben fein Haus und keinen Baum in die Helle. Sie waren offenbar Sterne, und ich befand mich über den Sternen im ungeheueren Raum. (Es war so dunkel, daß ich meine Hände nicht erblicken konnte — settsames Gefühl der Leiblosigkeit! In solchen Augenblicken ahnen wir das Unvergängliche in uns, das Ich in feinem unzerstörbaren Bewußtsein, das sich surchllos hineinwirft in die Unendlichkeit, getragen von gewaltigen Armen. Unser Herz schlägt in gleichem Takt mit einem unergründlichen Herzen, das zu groß ist, um es zu begreifen, aber nicht zu groß, uns nahe zu fein. Und mir wissen, daß wir, endlich dem Beständigen zugewandt, so vieles nicht mehr ernst nehmen wen den, was uns einst beschwerte. Kartoffeln 3,5 bas 4 (»er Ztr. 2.50 bis Dr. C. K. einzuholen. .—--Ul /ans O bis 15, bi« 6. bis 50, bis SO. bis 60, Kunst und Wissenschaft. Der Ehrendoktor für Marie Luise Gothein. Die philosophische Fakultät der Universität Heidelberg hat Frau Marie Luise Gothein, der Witwe des berühmten Bationulöko- nomen der Heidelberger Universität, die Wurde des Doktors der Philosophie ehrenhalber verliehen. 3m Diplom heißt eS: „Die Verleihung geschieht au die in seltener Werse vielseitige und fruchtbare Schriftstellerin, die die verschiedensten wissenschaftlichen Gebiete befruchtet. in ihren Übersetzungen künstlerische Interpretationen großer Dichter geboten und in der Lebensbeschreibung ihres Mannes ein Stück deutscher Kultur- und Geistesgeschichte lebendig gemacht hat. Großer Erfolg der Berliner Philharmoniker in London. Mit großer Begeisterung hat London das Philharmonische Orchester begrüßt, das seine dies« jährige Konzertreise in England mit einem Konzert in der Londoner Queenshalle eröffnete. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter den Anwesenden befanden sich Mitglieder der deutschen Botschaft und der öfter- reichlichen Gesandtschaft. Dr. Furtwängler wurde mit stürmischem Beifall empfangen. Das erlesene Programm des ersten Llbends brachte ein Brandenburgisches Konzert von Bach, Brrhrns vierte Symphonie. Tod und Verklärung von Strauß und eine Ouvertüre von Hindemith die hier zum erstenmal aufgeiührt wurde. Der Abend war ein großer Erfolg für Dr. Furtwängler und das Orchester. Möglichkeit Ueberschuhe tragen, die natürlich beim Eintritt in geheizte Bäume abgelegt werden müssen. Wer keine Ueberschuhe besitzt, der sollte wenigstens für festes, unversehrtes Schuhwerk sorgen und, zu Hause angelangt, nah gewordene Strümpfe mit trockenen vertauschen. Natürlich muß dabei erst der Fuß vorher sorgfältig ab- gctrodnet sein. Ganz besonders leicht wird der März alten Leuten gefährlich, die daher stets, auch bei aw- scheinend Minz geringfügiger Gesundheitsstörung, Veranlassung nehmen sollten, den Bat des Arztes Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 4. März. Johanneskirche. 18 Uhr: 3. Passionsandacht: Pfr. Ausfeld. Freitag den 6. März. Kapelle des Alten Friedhofs. 18 Uhr: Passtons. andacht: Pfr. Lenz. — Johanneskirche. 20: Bodel- schwingh-Gedächtnisfeier. Rotkraut 15 bis 20 (per Zentner 10 bis 12 Mk), ... ---- - --- - 3 Mk.i, gelbe Rüben 12 bis 15. rote Rüben 12 Spinat 35 bis 40. Unterkohlrabi 5 Grünkohl 20 bis 25. Rosenkohl 45 Feldsalat 100 bis 150, Tomaten 70 Zwiebeln 10 bis 12. Meerrettich 30 1152: Friedrich Barbarossa wird zum Kaiser ge- wählt-, — 1820: der Ingenieur Karl Heinrich von Siemens in Menzendorf geboren: — 1852: der russische Schriftsteller N. D. Gogol gestorben. Gictzcncr Wochcnmarktprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmartt: Butter 120 bis 130 Pi. (Kochbutter von 100 Psi an'. Matte 30 bis 35, Ääle (10 Stück! 60 bis 140. Wirsing 25 bis 35 (per Zentner 20 bis 25 Mk.!. Weißkraut 12 bis 15 (per Zentner S bis 10 Mk », Schwarzwurzeln 30 bis 40. Dörrobst 30 brS 35, Aepfel 30 bis 45, Birnen 20 bis 40. Busse 60 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 110, Suppenhühner 90 bis 110 Pfennig pro Pfund: Tauben 70 bis 80. Eier 11 bis 12. Salat 30 bis 35, Blumenkohl 40 bis 70, Endivien 20 bis 50. Oberkohlrabi 10 bis 15. Sellerie 10 bis 50, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 15 Pf. pro Stück. Bornotizen. — Lageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Der Misanthrop", 20 bis 22.30 Uhr. — Katholischer deutscher Frauenbund Gießen- Oessentlicher Lichtbildervortrag des Gartenarchitekten Schwarz über ..Staudengärten und neuzeitliche Friedhofsanlagen", 20 Uhr, Kath. Dereinshaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Afrika spricht". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, zum letzten Male: Möllere, „Der Misanthrop" in einer freien Bearbeitung und für eine moderne Inszenierung eingerichtet von Walter Bäuerle. Spielleitung Walter Bäuerle. — Donnerstag, 5. März, einmaliges Opern-Gastspiel des Darmstädter Landestheaters. Zur Aufführung gelangt zur Erinnerung an den 175. Geburtstag Mozarts die komische Oper „Die Hochzeit deS Figaro". Spielleitung Generalintendant Professor Ebert, musikalische Leitung Dr. Karl Dohm. Beginn der Vorstellung 19.15 Ühr. Die Vorstellung findet im Mittwoch- Abonnement statt. Die Intendanz bittet, die vorbestellten Karten möglichst bald abzuhwlen, da rege Bachfrage herrscht und nur noch sehr wenige Karten vorhanden sind. — Freitag, 6. März, zum ersten Male, Maxim Gorki: ..Bachtasyl", unter der Spielleitung von Walter Bäuerle. Anfang 19.30 (nicht 20) Uhr. — Auf vielseitigen Wunsch am Sonntag, 8. März, als Fremdenvorstellung, einmalige Wiederholung von Zuckmoyers DoUsstück ..Schinderhannes". — Deutsche Volkspartei. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Volkspartei hält am morgigen Mittwoch, 20.15 Uhr, im Hotel „Hindenburg" ihre Jahreshauptversammlung ab und verbindet damit einen kommunalpolitischen Abend. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. — Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Die Ortsgruppe Gießen der NSDAP, veranstaltet am Mittwoch, 4. März, 20.15 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine öffentliche Versammlung. Näheres in der heutigen Anzeige. Präsidenten, des Reichswehrministeriums, der oldenburgische Ministerpräsident, die oldenburgischen Minister, die bürgerlichen Abgeordneten des Oldenburgischen Landtags, des Oldenburgischen Stadtrats und Vertreter sämtlicher oldenburgische r Behörden. Am Vormittag waren bereits 15 000 Menschen an der in der Lamberti-Kirche ausgebahrten Leiche vorbeidefi- liert Dor der Lambcrttkirche hatte das dritte (oldenburgische) Bataillon I.R. 16 mit Musik Aufstellung genommen. Die Trauerrede hielt Oberkirchcnprasident D. Dr. Tilemann. Darauf setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Um 18.30 Uhr fand im Mausoleum des Gertruden- kirchhoses die Beisetzung statt. Vor dem Mauso» leum gab die Traditionslompanic des 91. Inf.- Regiments die Ehrensalve ab. Schwerer Schneesturm in Dänemark. Während des ganzen Montags und der Nacht wütete in Dänemark ein heftiger Schneesturm. Der Eisenbahnverkehr erlitt überall im Lande beträchtliche Störungen. Der Bahnverkehr nach Deutschland konnte nur mit mehrstündig en Verspätungen ausrechterhalten werden. Zahlreiche Eisenbahnzüge blieben im Schnee stecken. Die Reisenden konnten erst nach vielen Stunden befreit werden. Der Telegraphen- und Telcphonver- kchr ist zum großen Teile lahm g e l c g t. Hunderte von Prioatautomobilen blieben auf den Landstraßen im Schnee stecken und mußten von ihren Besitzern im Stich gelassen werden. In vielen Hasen- städten stieg der Wasserstand so stark, daß die am Hasen gelegenen Stadtteile überschwemmt wurden. Der Sturm hat nachgelassen, der Schneefall dauert an. Schweres Bootsunglück in Chile. 3m Zusammenhang mit dem Besuch des Prinzen von Wales ereignete sich in Santiago de Chile ein schweres Unglück. 12 Militärmusiker, die bei einem zu Ehren des Prinzen gegebenen Abendessen ausgespielt hatten, sind bei ihrer Rückkehr nach ihrer Garnison wahrend der Ueberfahrt über einen See ertrunken. Ihr Boot war von einem anderen Fahrzeug gerammt und zum Kentern gebracht worden. Sieben andere Insassen des Bootes konnten gerettet werden. Voolsunglück auf der Donau. Bei der ungarischen Gemeinde Duna-Vecse kenterte in der Mitte der Donau infolge des schweren Sturmes ein Ruderboot, in dem vier junge Leute sahen. Drei Insassen ertranken. Vierzehn Tote bei einem Theaterbrand in Mexiko. Ein Brand, der gestern um Mitternacht in einem Theatergebäude ausbrach, das jetzt als VarietL benutzt wird, hat 14 Personen das Leden gekostet, während in der furchtbaren Panik, die unter den Zuschauern entstand, 20 Personen schwer verletzt wurden. Der Brand ist dadurch entstanden, daß der Theatervorhang mit einem schadhaften Leitungs» draht in Kontakt geriet und sich entzündete. Fahrplanwünsche unserer Provinz für den kommenden Jahresfahrplan im Mittelpunkt der Beratungen stehen. Vorgeschichtlicher Fund bei Harbach. Der Landwirt Wilhelm Stark von Harbach fand Ende Januar d.I. bei Rodungsarbeiten auf einem seiner Grundstücke westlich von Harbach, in der Nähe der Gewann „Sohl", ein sehr schönes Bronze- bcil (sog. Randbeil), das der mittleren Hügelgraber- Bronzezeit (um 1500 v. Ehr.) angehört. Das Beil ist völlig von leuchtend grüner Patina überzogen. An der Fundstelle wurde bei den Rodungen auch eine Reihe mächtiger Steinblöcke gesunden, die auf Be- aräbnisstätten schließen lasten. Der Denkmalpflegcr für Oberhessen, Professor Helmke (Gießen), wird dieser Fundstelle seine dauernde Aufmerksamkeit zuwenden. Im Intereste der heimatkundlichen Wissenschaft wäre dringend zu wünschen, daß der jetzige Fund dem Oberhessischen Museum als dem berufenen Aufbewahrungsort übergeben wird. Haup Versammlung des HausbesihervereinS Gießen. Am Donnerstag fand im Hotel .Hindenburg" die 2 4. Hauptversammlung desHaus- befitzervereins Gießen statt. Zu 'Beginn der Versammlung wurde in der üblichen Weise des verstorbenen Landesverbandsvorsitzenden Haury (Darmstadt) gedacht. Der Vorsitzende, Stadtratsmitglied Launs- pach, gab sodann den Jahresbericht. Er erinnerte an das Finanz- und WirtschaftSpro- gramm der Reichsrcgierung. das als ein ernster Versuch zur Sanierung bezeichnet werden könne. Die Belange des Hausbesihes seien in Dem grundsätzlichen Willen zur Aufhebung der Zwangswirtschaft vertreten. Die Wohnungszwangswirtschaft solle mit dem 1. 2ll>rrl 1936 aufgelöst werden. Allerdings solle damit Die Schaffung eines sozialen Mietrechtes verbunden sein. Die Notverordnungen des Reichspräsidenten hätten anch einige Wünsche der Hausbesitzer erfüllt, darüber hinaus gelte es aber weiter zu kämpfen für die berechtigten Forderungen des Hausbesitzer. Der Vorsitzende gab sodann einige Erklärungen über das Aufwertungsschluhgesetz und über die damit verbundene Bereinigung der Grundbücher. Auch im Jahre 1931 fordere der Hausbesitz baldmög ichste Aufhebung ter Woh- nungszwangswirlschaft, Schutz dem Privateigentum und Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Wiederinstandsetzung der verwahrlosten Hauser. Der Hausbesitzer wolle keinen sozialisierten Staat, sondern einen freien Staat mit freier Wir^ schäft und unabhängigen Persönlichkeiten, die sich ihrer Verantwortung bewußt feien. In seinen weiteren Ausführungen ging der Redner auf die Verhältnisse der Stadt Gießen cm und gab dabei einen Lieberblick über die Grundsteuern, den Kampf um ihre Erhöhung und das Eingreifen des Staatskommissars. Beben der Erhöhung der städtischen Grundsteuer habe auch die Erhöhung der staatlichen Grundsteuer eine neue Belastung der Hausbesitzer gebracht. Am Schlüsse seiner Ausführungen über die allgemeine Entwicklung wies der Vorsitzende u. a. darauf hin, daß mit dem 1. April die Bealsteuern gesenkt werden müssen, eine Botwendigkeit. deren Durchführung sicherlich viel Kampf bedeuten werde. Ab 1. Januar 1931 könne das Wassergeld im Verhältnis zur Friedensmiete umgelegt werden, allerdings müsse dafür die Miete um 3 Prozent gekürzt werden. . Aus dem Bericht über die Vereinsangelegenheiten ging hervor, daß im vergangenen Jahre eine Hauptversammlung und sieben Vorstandssitzungen abgehalten wurden: die Vertreter des Grund- und Hausbesitzes, die im Stadtparlament wirken, hätten sich eifrig um die Wahrung der Interessen des Hausbesitzes bemüht. Die Geschäftsstelle des Vereins wurde nach der Allcenstraße verlegt und rege in Anspruch genommen. Steuererklärungen wurden in großer Anzahl ausgeferttgt. Die Mitglie- derzahl betrug am 31. Dezember 1929 1028. hinzu kamen 34 HauslxZitzer, ausgeschieden sind 43, so daß der Mitgliederbestand am 31. Dezember 1931 1019 betrug. Aus dem Kassenbericht, der von Bauinspektor Matheis vorgetragen wurde, ging hervor, daß die Iahresrechnung ein Plus auf- zuweisen hatte. Kasse und Bücher wurden in bester Ordnung befunden. Der 1. Vorsitzende, Stadtratsmitglietz Launs- p a ch, wurde durch Zuruf einstimmig auf unbestimmte Zeit w i e de r ge w ä h l t. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden bis auf zwei durch Stimmzettel wiedergewählt: ergänzt wurde der Vorstand durch Möbelfabrikant Hahn. An der allgemeinen Aussprache beteiligten sich hauptsächlich Rechtsanwalt Dr. Wämser und Architekt B i e o l a u s. Dr. W a m s e r sprach über die Aenderungcn im Reichsmieten- und Mieter- schuhgesetz, entsprechend der Qloti>crorbnung, sowie über die Lockerung der Wohnungszwangswirt- schäft in Hessen. Stadtratsmitglied Architekt B i - co laus beschäftigte sich mit der duvch die Steuererhöhung geschaffenen trostlosen Lage des Hausbesitzes. Daten für Mittwoch, 4. März. Sonnenaufgang 6.41 Uhr, Sonnenuntergang 17.44 Uhr. — Mondaufgang 17.57 Uhr, Monduntergang 7.00 Uhr. Metzger Iakvb Herjans. Den Einbruch tn der Zigarettengrohhandlung haben die drei Verhafteten gemeinsam ausgetühn. Den Wurstdieb- stahl beging der Schuhmacher Ernst Pötz auf eigene Rechnung. •• Schaukasten-Einbruch. Der Schaukasten eines Geschäfts für elektrische Bedarfsartikel an der Bahnhofstraße wurde, wie der heutige Polizei, bericht meldet, vor einigen Tagen erbrochen. Den Dieben fielen zwei Thermosflaschen, ein Taswenakku- mulator und eine Anzahl Taschenlampenhülsen in die Hände. — Ferner wurde ein zweirädriger Handwagen, der vor dem (Taf£ Ainend stand, entwendet. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei. Kirche und Schule. Torflirchcnvorstcßcr'ragung in Watzcnbo n»Steinberg Gestern sand in Watzenborn-Steinberg eine Dorfkirchenvorstehertagung statt, die von „trla 400 Teilnehmern aus den Krellen Gießen, Wetzlar und den Oiacbbargebieten besucht mar. Auch die beiden Gemeinden Wayenborn- Steinberg nahmen an der Tagung lebendigen Anteil. Die Predigt (Matth. 16, 21-24) hatte Prälat D. l)r. Diehl übernommen. Die Bachmittagsversammlung im überfüllten großen Saal eröffnete der Vorsitzende der Dorfkirchenvereinigung. Pfarrer M a h r. Gießen: er leitete auch die überaus lebhafte Aussprache Pfarrer Petri. Hohensolms, hielt den Vortrag: „Die Zersetzung des ländlichen Lebens von der Stadt bet und die Führernot auf dem Lande " In erschütternden Bildern zeichnete er die Auflösung des ländlichen Lebens und zeigte dann dem Lande Wege zu einem neuen Führertum aus dem Deist der Heimat und des Volkstums heraus, nicht glaubend, daß der Untergang des ländlichen Lebens gekommen sei, sondern umgekehrt das Land der Stadt viel zu geben habe in der Erweckung der dem Lande wesenseigentümlichen Kräfte. In der Aussprache sprachen Prälat D. Dr. Diehl, Oberkirchenrat D. Wagner, Dekan Guh- mann, Rektor Lvtz, Leihgestern, Lehrer H a a S, Lollar, Pfarrer K Ö d d i n g u. a. Ganz besonders wertvoll waren die Ausführungen zweier Frauen, einer Lehrerin und einer Gemeindeschwester, zu der persönlichen Bot des ländlichen Führers, die haiiptsächlich von dem Widerstand der Familie gegen die Arbeit der Schule und Kirche komme. Die Tagung schloß mit Gebet von Oberkirchenrat D. W a g n e r und gemeinsamem Gesang. Oie IBetterlaae. Aus der provinzialhauvtstadi. Gießen, den 3. März 1931. Winiersrühling. Wenn im März die Sonne schon ein wenig hoher steigt und Frühlingsahnen die Herzen ber Menschen höher schlagen läßt, dann läßt man sich gar leicht zu einer Unbesonnenheit verleiten, tnc man hernach mit Krankheit büßen muß. Das gilt besonders für die Kinder In den kalten, trüben Wintertagen nur zu oft anS Zimmer gefesselt und oft nicht selten in allzu großer Fürsorge bis zum Hals in Wolle eingewickelt, streben sie jetzt hinaus ins Freie. Da werden Mühe und Mantel abgelegt, denn es ist ja „schon so schön warm", und siehe da — schon hat man den schönsten SchnupfenI _ Eitelkeit oder der Besitz neuer Fruhllngsgar- berobe veranlaßt oft auch die Frauenwelt dazu, sich dem wechselnden Wetter der Üebergangszett nicht mit der erforderlichen Sorgfalt anzu^lssen. Gerade darum ist der März ja als der Erkal- tungSmonat berüchtigt, und Schnupfen, Halsmrt- xünbung, Erlä tungsta.arrhe und rheumaltiche Beschwerden aller Art sind an der Tagesordnung. Auch die Stubenhocker laufen in dieser Zett be- sonoers Gefahr, krank zu werden. Oft sind die Wohn- und Arbeitsräume noch so stark geheizt wie im strengsten Winter, man kommt leicht in Schweiß, öffnet unbedacht ein Fenster und — schon hat man den schönsten Hexenschuß. Umgekehrt bildet auch das zu frühe Bachlassen mit der Zimmerheizung eine Gefahrenquelle für die Gesundheit. Selbst wenn es draußen schon wirklich ziemlich warm ist, strömen doch die Wänae die ganze in ihnen gespeicherte Kätte ins Zimmer aus. so daß es drinnen Dann häufig kühler, als draußen ist. Also, man richte sich nicht nach der Sonne oder dem Kalender, sondern stets nach dem Stand des Zimmerthermometers. Der Marz ist auch die Zeit der Schneeschmelze, was vielfach gleichbedeutend ist mit nassen Füßen. Darum sollten wir gerade in dieser Zeit nach ** Der Do Iks trauertag auf dem Lande. Aus zahlreichen Gemeinden der Provinz Oberhessen, sowie der benachbarten preußischen Kreise liegen uns Berichte über den Verlauf der Gedächtnisfeiern am Dolkstrauertag vor. Bei der Gleichartigkeit der Feiern ist es nicht möglich, über jede Veranstaltung einzeln au berichten: es kann jedoch mit Befriedigung festgestellt werden, daß sie durchweg den dem Opfer unserer Toten des Weltkrieges entsprechenden würdigen Verlauf nahmen. " Winterschießen unsererGarnison. Am kommenden Donnerstag, 4 Uhr, wird unser Bataillon vorn hiesigen Bahnhof nach dem Truppen- übungsplatz Ohrdruf abfahren, um dort das Winterfchießen vorzunehmen. Die Rückkehr in die Garnison wird am 14. März erfolgen. Modernisierungen im Gießener Bahnhof. Durch die Errichtung eines Selbst- anschlußamtes erhält gegenwärtig der hiesige Bahn- Hof eine bedeutsame Verbesserung seines Fernsprechwesens. Die Arbeiten, die schon seit einigen Monaten im Gange sind, werden von der Firma Siemens & Halske ausgeführt und dürsten bis etwa Mitte Mai vollendet sein. Auch das Telegraphenbureau des Bahnhofs hat eine oollsiändiae Umwandlung erfahren. Hier haben durch die Ausstellung eines modernen Morseanrufschrankes große Vereinfachungen Platz gegriffen. •* Verbindlichkeitserklarung des Gießener Angestelltentarife S. Wie der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband uns mitteilt, ist durch den Schlichter, RegierungS- rat Dr. K o 11 a t h, der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses Gießen vom 26. Januar 1931. der eine Kürzung der Gehaltssätze bei Freibleiben der Gehllsen- und Lehrlingsgehälter von 4 bzw. 5 Prozent vorsah, für verbindlich erklärt. Damit ist der Tarifzustand wiederhergestellt. •’ Todesfälle in Gießen. Es ver- starben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 28. Februar. 16: Margarethe Gehrke geb. Launspach, ohne Beruf, 60 Jahre, An der Kläranlage 78: 17: Lina Petri. Zuschnelde-Lehrerin. 67 3., Roon- straße30: 18: Johannes Klinkerfuß. Tapeziermeister, 70 3., Löwengasse 25; 20: Lina Verlach, ohne Beruf. 32 3., Wilhelmstraße 43; 21: Lina Herbert geb. Schaab. Hebamme, 83 3-, Katharinengasse 10; Karoline Linker geb. Leuning, Witwe, 66 3., Ludwigstraße 16; Kaspar Müller, Gerichtsvollzieher i. R, 80 3-, Ludwigstraße 35; 22: Marie Görlach geb. Huber, 66 3, Roon- sttahe2; 24: Lina Heinzmann geb. Bonnkirch, Witwe. 67 3.. Sonncnstrahe 14; 25: Marie Harbach, ohne Beruf, 79 3., Beustadt 41; Emilie Kempff geb. übrig, Witwe, 77 3., Dieichstraße 6; 26. Apollonia Jochim geb. Stier, Witwe, 77 3., Kaiserallee 24. 26. 3ohannes Damm. Sattler. 60 3.. Schützenstraße 19; Martha Benkert geb. Höpkcr, 713-, Am Kugelberg 2; 28: 3ohanna Abel, Hausangestellte, 24 3., Kaiseralle 64; Dr. Karl Winheim, Arzt. 67 3.. Bismarckstraßc 7. •• Festgen ommenc Einbrecher. Der hiesigen Kriminalpolizei ist cs gelungen, die Einbrüche im Zigarettenlager der Zigarettengrohhandlung IaSconsa in Der Dammstrahe und in der Metzgerei Rausch in der Beustadt auszu- fiären. Heute morgen wurden die Einbrecher festgenommen und nach der Polizeiwache gebracht, wo sie zunächst verhört wurden. Bei den Dieben handelt es sich um den 27jährigen Schuhmacher S r n st Potz, den 27jährigen Küfer Heinrich Herjans und seinen 34iährigen Bruder, den Fahrplankonserenz in Gießen. Wie wir vom Derkehrsbund Oberhestcn erfahren, wird am 24. März auf Einladung der Reichsbahn- Direktion Frankfurt a. M. eine Fahrplankon- feren.j im Stadtrats-Sitzungssaale des Gießener Stadthauses stattfinden, an der die Vertreter von Behörden, Verkchrsorganisationen und anderer Körperschaften teilnehmen werden. Bei diesen Verhandlungen, die der Fahrplandezernent der Reichsbahn- direltion Frankfurt, Oberbahnrat Pietz, leiten wird, werden Die in ausführlichen Eingaben vorn Hessischen VerkehrsverbanD. vom Verkehrsbund Oberhessen, Der Provinzialdirektion Oberhesien, von den oberheisischen Kreisämtern, einer Anzahl Stadtverwaltungen, sowie den Handels- und Handwerkskammern und den Verkehrsoereinen dargelegten 75» r Qvontenios. oneittr. <>nafb brdeatt 9 voiKrg. 9 ofwtm eWtgla • Ithnee Oreupfin. e ntDti K ütwititr^umoMine «TW «irntet O51 nasjigcr todiodwesi q iiürescner iordwc$l Oie Pfene fliegen mit dem Winde Pie 0eigen SUbonen jtenenden lebten geben die Temperatur an. Pie Linien eerDindeo Orte mil gicicbcik tut neeresnirfedu umgereennete» Lufldrucb Wettervoraussage. Mit dem Vordringen einer Staffel milderer Luft von Westen her wurde Die Kaltluft weggeräumt, was zu Frosttückgang führte. Rur SüdDeutschland hatte heute noch starken Frost, begünstigt durch den Einfluß hohen Druckes. Die neue Störung über Irland nimmt nur langsam ihren Weg ostwärts, so daß die Milderung allmählich vor sich geht. In der kommenden Nacht werden die Temperaturen noch Den Gefrierpunkt erreichen und etwas darunter zu liegen kommen. Aussichten für Mittwoch: Bewölkt und zeitweise aufheiternd, nachts etwas milder, noch trocken. Aussichten für DonnerS ta g: Stärkere Bewölkung und weitere Milderung mit vereinzelten Biederschlägen wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 2. März: mittags 2,1 Grad Celsius, abends —0,8 Grad, am 3. März: morgens — 2,2 forab. Maximum 2,6 Grad, Minimum — 3,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 2. März: abends 1,8 Grad; am 3. März: morgens 6,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9 Stunden. j,. 'Seydi; Ab« ,O LC: /o " dti -AJA, i o-j; $7 .2» / ZlAn Ä J— W 3? y ® und höher 29. Qualitäten Kommunikanten-Anzüge in Blau. Kieler u. Sponformen. nur bewährte Konfirmanden-Anzüge in Blau, Twill und Melton, I- und llreihig und höher 42.-, 36.-, 29 -, Anzüge MB - I B 4 Lichtspielhause Gießen Julius Falkenstein 1557 c Heute zum letzten Male: Afrika spricht Ab morgen Mittwoch die neue Tonfilm-Operette: Die Faschings Fee mit Anny Ohlers - Walter Janssen - Ernst Verebes — Harry Halm — Camilla Splra — Wohnungstausch| | .errsCd.TZim.'Woün. I -errscd.7Zim.'Woan. Telephon 2060 [01254 nefitcöt. Unkostenbeitrag 50 Pfennig 01z28 ORTSGRUPPE GIESSEN | Kautqesuciie | [Verschiedenes! mit L Von 10 Uhr ab 1584O Große Garaye 1 ,D IM.I zwei Bettücher, sechs Handtücher, ein Tafeltuch, eine Künstlerdecke, ein Tafelluch, eine Künstlerdecke. I MiAtn*<;urne 35 verschiedene Handarbeitskörbchen, I ei”csu 01259 kanten. Kassetten und Stativ. 1581V Kirchenplatz 9 1576 D elf Henkelkörbe, sechs Vastkörbe (Reifetaschen), ein gebrauchtes Fahrrad, einen Photoapparat mit drei Hetz^ aeg 4-5-Zim.- Wohnung abaugeb. ScbriftL Angeb. unt. Q1261 an d. Gn. eiriA. folgender Tagesordnung statt: Jahresbericht Rechnungsstellung und Entlastung des Rechners Neuwahl des Ausschusses Verschiedenes. Großen-Linden (Bismarckstraße 10), den 2. März 1931. Die Beerdigung findet am Mittwoch. 4. März, nachm. 3*/, Uhr statt. 01267 Für die anläßlich unserer goldenen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir bestens. Karl Drehwald und Frau. Großen-Äuseck, den 3. März 1931. 01237 Grundstück alS Lagerplatz geeignet, zu packten gelackt. Sckr. Ang. u. 01242 an d. GK- An». Mittwoch, den 4. TNärz 1931, nach- mittags 2 Uhr. versteigere ich dahier, Neuenweg Nr. 28, „Zum Löwen" zwangsweise gegen Barzahlung: GIESSEN FrLscheFische ftür Mittwoch, Donnerstag und Areitag empfehle ich in ausgezeichneter Qualitätsware: tröffe Schellfische. Kabeljau u. Seelachs o. Kopf im Ausschnitt Svttche SiMMetS vom Schellfisch, Kabeljau, Seelachs und Goldbarsch Brat chellfiicke, grüne Heringe Pa. Nordsee - Schellfische m. St. 2-3pfünöig Frische VürLttn-e grohe noiiveglsche, das Pfd. SS V-Pfund-Ktste 1.60 Ji Die Mitglieder werden zu dieser Versammlung eingeladen. 1574 D Der Vorsitzende: Bücking. Frische Zitronen, Apfelsinen, Takel- und Kockäpsel, Blumeu- kobl, Tomaten, frisch. Kopfsalat UWSlNMM Babnbosfir. 27 Fcrnsvr.3631 _____1588 a Otierheüifdier Knnitverein Die ordentliche Mitgiieder-V erfammlung findet Bontag, den 16. Mar», 18 Uhr im Stadthaus (Bergstraße). Saal Nr.6, 3. 4. Me-MMlM. Mittwoch,4.MSrz 1931, vorm. 11 Ubr, soll auf dem Hole des MaruallgebäudeS, Mathildenvlatz 17 dabter, em auSaemust. LandnestütSbe ckäler(Belgier)gegen gleich bQieäaolunnöffentlich öeriteigcri werden. - Der Hengst war em Jahr lang als staatlicher Letahengst abgegeben und bat alle landwirtschaftlichen Arbe ten verrichtet u, sich hierbei sehr gut bewährt. 1494V Darmstadt, den 24. Februar 193L Hessische LandgcsiüiS'Dinküon: Hertel 2 leere Zimmer abzugeben. [01244 Zu er fr. tn d. Geichu. des Gieuener Anz. DasBlindenkonzert der GEBR. SANDFORT findet am Mittwoch, dem 4. März, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula statt Am Flügel: Elfriede Fischer. Karten an der Kasse erhältlich. 01252 Kein, »chw Plellennlnziee ' .Pfd.nur - .SOHk. lat letzt gesünder! . Drofi. Winterholi , Kreuzplatz 10 J Diese Woche Feinste Stockfisch. gemäffert ■ Feinster Vrekem ^st. Schellfisch o.R. Fit. Kabeljau o. K. Feinst. Ftlctö von «Kotdbarsch und Scke fisch Feinste Notzunieu Fr in ne Schollen Lebende Karpfen u d Schleien Heilbutt im Ausschnitt 1 L6D Grüne Heringe 3 Ps.mc» 6."» emonehtt L Koch Nicbfolg. Dlesbnrg 18,Tel.Mll Konkurs-Versteigerung. Donnerstag, den 5. März 1931, vormittags 10 Uhr, versteigere ich aus der Konkursmasse der Basalt-Werke Gießen, G.m.d.H., im Basaltbruch Höllkopf, Queckborn bet Grünberg i. H., meistbietend gegen Barzahlung: 1 Steinbrecher mit Siebtrommel, 1 Granulator mit Siebtrommel, 1 kompl. stationäre Kompressoranlage mit elektrischem Antrieb, 1 Dieselzugmaschine, 1 Bohrmaschine, Motoren, Maschinen, Aufzüge, Gleisanlagen, Kippwagen, 1 Feldschmiede mit Gebläse, Rund-, Flach- u. Stabeisen,alle Arten Werkzeuge und sonst zu einem Sleinbruch gehöriges Gerät. Ferner massive Stein- und Holz - Gebäude (Maschinen-, Büro-, Unterkunfts-Räume), Verladerampe u. v. a. ß. Atthoff, Konkursverwalter. ________________________________________________ 1582 D Grotte 2-Zinun. Wohog. mit Badez^ Balkon per 1. 4 zu vermiet IR7Sd Schubcrtstr.S. WMtzMS wird demjenigen zugefickert, der die Personen namhaft macht, welche fich in der Nacht von Sonntaa auf Montag gegen 2 Uhr öur dem „(Lass Astorta", Block- ittahe, an dem Mercedes-Ben ^-Personenwagen zu schaffen machten, die Vuft ab» liehen und die Kabel herauSrtssen. Schriftliche Mitteilungen unter 157BD an den Gießener Anzeiger erbeten. Neue Modelle Germania- Kinder- und Klappwagen eingetroffen, Einführungspreise Offenbacher Lederw.- Vertrieb CRöder.Giefeen Kaufmann mit mehrjähriger Tätigkeit bei Banken, Behörde, BerkehrS»nternehmen, industriellem Werk. Kouzernleitung, in allen kaufmännischen Arbeiten, auch '^rovagandm bewandert, nutet Stiliu, an ielbständtgeS verantwortungsvolles Arbeiten gewöhnt, oraantfatortsche Befähigung, umfangt.Beziehungen,gu-e Erscheinung, sucht zukunfts- reiche Stellung, evtl, erste Vertretung oder Bctetltgung an lukrativem ttn.er- nehmen mit einigen tausend Mark. Erste Zeugnisse und Referenzen. Ausführliche Angebote unter 01159 a. d. Gietz. Anzeiger. Berichtigung In der Bekanntmachung der Nutzholz- Versteigerung Gemeinde Rödgen ist ein Fehler unterlaufen. Es muß heißen 6,00 fm Fichtenschnittholz und nicht 600,00 fm. Rödgen, den 2. März 1931. 15670 Hessische Bürgermeisterei Rödgen. Wagner. 8U« 5 zu verkaufen. Kann ungefähren werden. Sckützenftrafie 8. Marburg. Ctr. 34 Hinterhaus, 1. Stock Verkaufe einige WWlMkl nuhbatim poltert besteh, aus 1 Büfett 160 cm groß. 1 Kted., 1 Ausziehtisch (halboval», 4 Polsteriiühle zum SvottvtetS von 490 Mk. i*8 Joe. CoUlsy. KavlanSgaffe 1 . 2. Büfetts, Sofas, Chaiselongues, Vertikos, Schreibtische, Warenschränke, Kassenschränke, Kommoden, Teppiche, Nähmaschinen, eine Frisiertoilette, einen Oekonomiewagen, drei Doppelflinten, drei Pürschbüchsen, vier Oelbilder, einen Spiegel, ein Bild, eine Standuhr, zwei Radioapparate, einen Ausziehtisch. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 3-ZiDim.-toDiiD[| gesucht, ev 1. Lausch gegen 4-Zinnner-Wobnnng in Bad-Naubeim. Sckriftl. Angeb mit Preisang. unt. 01-35 an d. Gtest. Anz erb. Stellenangebote] Lucke lur torot. ein. jungen Hl» nicht über 20 Jahre, vom Lande, welcher mit Pferden umgeb- ackern kann u. B>eb» tütt. mit übernimmt. Fleck, Schützenstr. 3 Ordentliche, saubere Putzfrau Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lumda für Rj. 1931 liegt vom 3. d. 2H. an eine Woche lang auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen zu der auch die Ausmärker bei- zutragen haben. 1583D Lumda den 2. März 1931. Hessische Bürgermeisterei Lumda. Schultheiß. hunger Akademiker (Aichnauck.) s. iaub. möbl. Zimmer in ruh. Vage (Dauer- Mieter). Schr. genaue Angebo e unt. 01247 an den Gien. Anz 5öiönmööl.ftL3lmmer mit eL Lickt, in gut. Hause oo. leer. Sun. mit cl. Ltckt u. flieh. Waff. v. solid Dame ior. gef. Schr.Ang.m. Bretsang. unt. 01256 an öen Gien. 21 tn. meine5.möül.3;miuer mtt.Müdje fof gesucht. 20-25 Aik. monaiL Wäsche vorhanden. Schnitt. Änaeb unt. 01265 an d. GH. Anz. llllet SetteiOt (Kirschbaum od. Birke bevor».' zu laufen gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 15/7 u a. d. Gteffener Anz. Kleiner Teppich u. AuslegeMatratzeu zu tauten gesucht. Sckr.Aug. unt. 01258 an d Mienener Anz. | Empfehlungen^ Todesanzeige. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied plötzlich und unerwartet meine liebe Frau, unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Anna Stein, geb.Bastian im Alter von 65 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Stein nebst allen Angehörigen. Wellfleisch mit Kraut Es ladet ein Karl Faber OastluIHscMol Es spricht die Führerin des Deutschen Frauenordens Fräulein Elsbeth Zander.Berlin morgen Mittwoch Metzelsuppe! ttMteitt* Deutsche IMerparlei (Hitlerbewegung) Mittwoch, den 4. März 1931, abends 8.15 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten in Gießen Vermietungen] lerrsclialll. Bland 4 grone Zimmer, Hclmng-Wimergar' ten, fdjöne ruh. Lage m Billa Im Garten zu vermieten. Sckr. Angebote unt. 01255 an d. Gieß. Anz. erd. Wohnung 5 Zimm., Küche fof. bezieht).,z.verm Näh. J.Basr.OetanlegeM. ZnememBorortvon Gießen 2-b.3-Zini.-Wolin. mit Küche u. sonnig. Zubehör fof. a. verm Sckrlfll. Angeb. unt 01248 an d. (9n. Anz Husten - bekämpft man Asthma 111111110 ^^'^obte..1 Schleim Ul MV «1 Hnstenkanilis, Eranterhonlg, Basler Oel, Inhalatoren n a. 01266 Kräuterbaus Jung, Schulstr.5 500 Mk. für kurze Zeit bet vielfacher Sicherheit fof. zu leihen genickt. Sdjriftl. Angeb. unt 01264 an d. GH. Anz. Familicn-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. SchulstraBe T Vereine *Krieger- Verdn GleOen Donnerstag. 5.Mär» 6 Uhr abends vüuktt. 3ore>9aDpt- uetfammlung n. Vortrag [1585D im PostkeUer. Die Angehörig, uns. -Diitglteörr werden hierzu höflichst ein- geladen. Stehe Nah. im Hess. Kam. 9tr. 5. Der Vorstand. Stadttheater Mittwoch, 4. Mar» Geschlossen! einen Eisschrank, ein Sofa, einen z»m 1. Avni und fllr kassenschrank, einen Oelbehälter, ein. sofort 1 evtl. 2 Ladenregal, einen Schreibtisch, sechs Zimmer, möbliert Deckbett.uni>jroölffiopffiffenbejüge, 4uf Bekanntmachung. 8etr.: Prüfung für Geschäftsstenographen. Am Sonntag, dem 22. März d. 3., morgens 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystraße 7, eine Prüfung der Geschäsie- ftenographen statt. Geschrieben wird nur in der Einheitskurzschrift, und zwar in den Abteilungen 150, 180, 200, 220 und 240 Silben. Außerdem wird eine Vorprüfung in der Geschwindigkeit von 120 Silben ab- aehalten. — Die Gebühren betragen 2 RM. für die Hauptprüfung und 1 RM. für die Vorprüfung: sie sind mit der Anmeldung (Angabe der Silbenzahl) zu entrichten, welche bis zum 14. März 1931 bei dem Sekretariat zu erfolgen hat. 14900 Wer die Übertragung in Maschinen- schrist Herstellen will, hat die Maschine selbst zu stellen. Gießen, den 28. Februar 1931. Industrie, und Handelskammer Gießen. gez. Ludwig Rinn, Vorsitzender. Grabenstraste 8. Saubere, zuverläss. Vutzfvau gesuchi. (01262 SetterSweg 36. Zum 1. Avril tttch^ älteres GsreD Mädchen im Kochen u. Nähen bewandert, in klein., besser. Haush gesucht Frau Fried.Viöller Lauterback M Pferd tsterbteilungSb.z.vk. Lützetttudeu 234. Auto» Gelegenheitskauf 4-PS.-0pel-Lini0D8ine neuwertig, i. vretSw. Opel, Gießen Franks. Dir. 52—56» Tel. 2847. [1443U Fast neue Büro- Schreibmaschine „Torvedo". einen generell üuerh. 4/16 ?8- Opeiwagea «offen) 2- sitzig, eine Kühler- ■oiintxhaube u Kato- schlauch t. größeren Wagen, eine neue Hundehaite foro.mob. Hin er - Sportwagen sof. Umstände halber vretswert zu ver- 1851 A finden $ie*h«i uns in guten Qualitäten zu diesen billigend. ^Preisen . Kommunion-u. Konfirmation^ - Dicns'ag, 3. IKärj ’931 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 52 Zweites Blatt Dolkstraueriag in der Aeichshauvistadi öjf.-fport SU Füßen g-riffen ja ein 3lc ; ilen ins- i?u In*. b u. tzkU 11258 An* 500 X legen", keuchte er. Annemarie ächzte laut. Ihre Hande Note 169,5. , Abfahrtslauf des Taunusklubs. Der Gelände-Abfahrtslauf der Skiabteilung des Taunusklubs, der am Sonntag ausgetragen wurde, ging über 2,2 km mit einem Höhenunterschied von 250 m. Die Fahrt begann am Feldbcry und endete am Reifenberger Feld. Die Ergebnisse waren: 1 Schleicher 3,25 Minuten-, 2. Muller 3,39 Min.; 3. E. Muller 3,49 Min.; 4. Denner 3,52 Minuten. Ski auf Allerlei Kommende Veranstaltungen. Die ungeheuren Schneefälle der letzten Wochen haben neben zahlreichen Lawinenunglücken zum Teil auch eine empfindliche Störung der Wettlaufveranstaltungen zur Folge gehabt. Doch ist die Schneelage von einer derartigen Konsistenz, daß man jetzt schon von einer Verlängerung der Skisaison bis in den Mai hinein sprechen kann. Man wird sich die Erfahrungen, die nicht nur bei den F2S°Vennen in Oberhof, sondern auch, bei den zum erstenmal in Mürren durchgeführten Abfahrts- und Elalomkonkurrenzen gesammelt wurden, noch in diesem Jahre zunutze machen können. — Die kommenden Wochen werden uns vor allem das Internationale Skr- springen am 7. und 8. März auf dem F e l d- berg (Schwarzwald) bringen, für das bereits der dreimalige deutsche Meister Gustav Müller, Erich Recknagel, Heinz Ermel und Alois Kratzer ihre Teilnahme zugesagt haben. — Der März wird außerdem eine Reihe wichtiger Veranstaltungen in den Ost- und Westalpen bringen. Das Kandahar-Rennen, das klassische Skiderby Er suhlte da plötzlich ein ganz seltsames Gefühl in sich. So, als hätte er sich da soeben etwas ganz Köstliches zerstört, etwas, was ihm sein Reichtum niemals ersehen würde. . Unten in der Halle sagte Annemarie leise. „Ich lasse mein Gepäck holen, sobald ich weiß, wo ich die nächsten Lage wohnen werde." Unbeweglich stand der Diener da. Rur seine tiefe Verbeugung bewies, daß er sie genau ver- standen hatte. Und Annemarie ging. Ging in ein Leben voller Gefahren. Sie wußte es. Doch sie besaß kein Geld mehr, um wieder nach Europa fahren zu können. Sie hatte das nur gesagt, um den jungen Dehrends loszu- der Engländer wird diesmal in Mürren aus- getragen, wobei sich die beste Gelegenheit bietet, die gehler der FIS-Renncn am gleichen Ort umzuwcrten, zum Besten aller Beteiligten. Um 22 März wollen die Oesterreicher am Wiener Schneeberg Absahrts- und S.alomlau e durchführen und am 29. März wird der rührige jugoslawische Sti-Derband in Velde internationale Wettläufe veranstalten. So teilet der Stiwinter langsam in den „Stisrühl.ng" über, lind dieser Stifrühling wird, wenn nicht alles täuscht, besser werden als seine Vorgänger der letzten suns Iahre. Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf. Die Weltmeisterschaslen im Kunstlaufen wurden am Sonntag mit den Kürübungen der Damen und Herren im Berliner Sportpalast beendet. Die beiden Weltmeister Sonja Hcnie und Karl «chaser konnten ihre Titel trotz starker Konkurrenz erfolgreich verteidigen. Im Eichockeyspicl mußten sich die Kanadier gegen die Tschechoslowakei mit einem knappen 2:1.Siege zufriedengeben, so daß sie ohne Niederlage als Sieger aus dem Turnier hervor- nach seinem Gesicht. . . „Rühren Sie mich nicht an! Sie sind . Tier! Wenn Ihre Mutter wußte, was Sie tun! Es war das rechte Wort. James Behrends ließ das Mädchen aus seinen Armen Seine Brust arbeitete heftig. Reue überkam ihn. War er denn verrückt gewefen? Warum hatte er dieses schöne, schlanke Mädchen beleidigt? Wäre sie nicht etwas ganz, ganz anderes wert gewesen? . Verzeihen Sie mir!" bat er zerknirscht. Wortlos ging Annemarie zur Tür Leben Sie wohl. Mister Behrends. Ich will zu vergessen suchen, was mir hier geschah." Mit einem Schritt war er bei ihr. Sie können aber doch nicht allein und ohne Schutz hier in Reuyork bleiben? Ich,muß irgend etwas für Sie tun. Das bin ich meiner Mutter schuldig." ., , ... , „Sie sind nichts schuldig und — ich besitze noch genügend Geld." , , _. Er wußte nicht mehr, was er sagen sollte um sie zu halten. Er mußte aber doch wenigstens wissen, wohin sie wollte. Und - wenn er doch nur seinem Temperament nicht hätte so die Äugel schießen lasten! Wie gut das gewesen wäre. Er streckte die Hand aus. Doch da ging Annemarie schon aus der Tür. . James Behrends schlug beide Hande vor das blasse zerwühlte Gesicht. Zum ersten Male kam chm der Gedanke, ob es wirklich gut gewesen sei, daß er sich bisher jeden Wunsch erfüllen konnte. Er wäre dann gewiß nicht auf den wahnsinnigen Gedanken Versalien, dieses schöne, blonde, ernste Mädchen tnit einer Lorette aus eine Wertstuse zu stellen - stellen zu wollen. Sie hatte ihm ja klar genug gezeigt, was sie war! Was nützte chm jetzt sein vieles Geld, sein reiches Erbe, wenn er vielleicht immer an Annemarie von Wendsbrück denken würde? der Einsamkeit, die so plötzlich und erbarmungslos über ihn hereingebrochen war. Er hatte ja Lorette. Aber er konnte sie doch jetzt nicht gleich in den ersten Trauertagen hierher- kommen lassen? Und er hatte wahrhaftig auch keine Lust verspürt, zu ihr zu gehen Lorette hatte so eine Manier, sich gleich obenauf zu üblen und ihm die Dollarnoten nur so im Handumdrehen abzuknöpfen. Er blickte noch immer aus die blonde Schönheit Annemaries. Dieses Mädchen sollte hicroleiben. Er wußte doch, daß sie arm und mittellos war und keine Ellern mehr besaß. Er riß sie plötzlich an sich. „Bleiben Sie, ich will Ihnen alles Der Wann der das Lachen verlernt Hal. Vornan von Gert Rorhderg. Copyright bv Martin Feuchtwa ger Halle «Saale 21 Fortsetzung 9lad)brud verboten Wir sind beide allein, Miß Annemarie. Der- zeihen Sie, daß in diesen letzten, so furchtbar traurigen Tagen Ihre Ankunft vergesten wor- ^Las macht ja nichts, obwohl ich mich sehr ge- ‘ llh^rnache mir schwerste Vorwürfe. Doch nun ist ja alles noch gut abgelaufen. „3a! Doch — wo soll ich letzt hm? Hier kann ich" doch nicht bleiben?" „Olein, das können Sie wohl nicht. Oder vielmehr, bleiben Sie doch. Ich kann Sie nicht ms Ungewisse hinausschicken. Das darf ich um Mamas teilten nicht. Bleiben Sie also. Ich werde einen Weg finden, auf dem sich alles regeln laßt , sprach er hastig. Ich — möchte hier fort Ich kann ganz gut in irgendeinem Hotel wohnen Es muß sich doch eine ähnliche Stelle, tote ich sie hier bet Ihrer lieben Mutter antreten sollte, finden? „Ja, vielleicht! Das heißt: das haben Sie ia nicht röt g Ich bitte S e, vorlä f g .1: S & et en. Sie blickte ihn groß und aufrichttg an. „Ich bleibe nicht." ... . Er trat einen Schritt zurück. Sern Blick ging über sie hin. Er streckte die Hande aus „Bleiben Sie bei mir! Ich brn so allein, bin schon bald wahnsinnig geworden in ^fer 6m- samkeit Was ist dabei? Seien Sie nicht töricht. Ich bin reich, sehr reich, und ich tollt... „Schweigen Sie! «Sie sollen schweigen! rte das Mädchen außer sich. „Ist es noch mcht genug der Schrecken? Ich verbiete Ihnen, m diesem Tone mit mir zu sprechen. Für was halten Vie mich? Riemals hätte Ihre gütige mutter e^ gelitten, daß einer ihrer Söhne mich beleidigte. Er schwieg. Aber es kostete ihm sichtlich Muhe, ruhig zu bleiben. James Dehrends war fern schlechter Mensch. Aber er hatte bisher fe&r flott gelebt, hatte viele Frauen befeffen und viel Geld verbraucht. Er war stch der Beleidigung gar nicht bewußt, die er dem Mädchen zufügte. Sie gefiel ihm, und dann tat er doch ein gutes Werk wenn er sie nicht hilflos in die Well bin» nusschickle!? Das Reuyorker Pflaster war genau fo gefährlich wie das von London und Paris Rahm man's richttg, dann war es noch bedeutend gefLhrlicher. Zudem fühlte er sich ganz elend in Die Feierstunde der Frontkriegerverbände im Zirkus Busch. Die Ehrenwache der Feldgrauen, Matrosen, Flieger und Kolonialtruppen. Abschluß des Achenbach-Zahrkurse«. Am Samstag fand als Abschluß des Achen- bach-Fahrkurses beim Reit- und Fahrklub Gießen eine Fahrprüfung statt, zu welcher der Ches- lehrer des Landesverbandes, Rittmeister Frhr. Roeder v. Diersburg, erschienen war. Folgende Damen und Herren erwarben bei dieser Gelegenheit das Hessische Achenbach - Fahrerabzei- chen: Frau Münker, Frl. Inge Pop per t, Frl. Else Rinn, ferner die Herren Dr. Büttner, Otto Fischer, Dr. Jakobi, Wilhelm Kling- spor, Dr. Kranz, Professor Küst, Fritz Schreiner. Handball der Gp.-Dg. 1900. 1900 I — Tv. hausen I 10:1. Nachdem alle Fußballspiele der schlechten Witterung halber abgesagt worden waren, kam nur bas Handballtreffen auf dem 1900er Sportplatz zum Austrag Es entwickelte sich sofort em flotter Kampf, in besten Anfang sich die Gäste besser zu- tcuihanbcn als die verändert ausgestellte mit Ersatz svielende Platzherren-Elf. Bald wandelte sich jedoch das Bild, und Hausens Torhüter mußte vor der 1900er Stürmerreihe, in der das Jnnen- frio ausnehmend gefiel, bis zur Paufe fünfmal kapitulieren. In der zweiten Spielhalfte waren die Spielvereinigungsleute noch starker tonangebend. Sie erzielten fünf weitere Erfolge, denen die A.-D.-T.-Leute im Anschluß an einen Straf- teurf nur das Ehrentor entgegensetzen konnten. Im übrigen lernte man den Turnverein Hausen Kurze Sportnotizen. Einen offiziellen Rekordversuch im Eisschnellläufen über 10 000 Meter unternahm in Budapest der bekannte Läufer Wintner. Mit einer Zeit von 19 02,1 schuf er einen neuen Landesrekord. Grian muß heute unterschreiben. Er hat nun mal die südamerikanischen Farmer alle in seiner Tasche. Sein «Schwiegersohn will keinen Trust, der will Alleinherrscher sein, wenn Orion nicht mehr fein wird. Aber der Iunge wird einfach nicht gefragt. Heute ist er glücklicherweise nicht nut Der große, breitschultrige Herr, den der andere mit Mister Kent angcrcöct hatte, blieb stehen. Dicht an der Säule, an die gedrückt das junga Mädchen stand. „Das heißt. Mister Vanell, daß Sie glauben. Mister Grian heute überlisten zu wollen?" „Aber ja!" freute sich der kleine, alte Herr. „Dabei müssen Sie allerdings aus meine Mitwirkung verzichten, Vanell. Das habe ich nicht gewußt. Bringen Sie mir morgen im Lause des Tages Grian. und ich werde alle Vernunftgründe klarstellen vor ihm, doch nur, toenn er völlig Herr feiner Sinne ist — sonst nicht. Sie wissen, daß, ich Winkelzügen abhold bin." _ „Aber, aber ... Ich dachte doch, Sie wurden sich freuen. Der alte Fuchs macht ja selbst weiter nichts als Winkelzüge. Run muh man ihn eben selbst auf diese Weise fangen. Das ist da weiter dabei?" „Ich denke, daß Mister Grian morgen von selbst zu mir kommen wird. Sagen Sie ihm doch, Kent möchte gern wegen der Evans-Aktien mit ihm sprechen", sagte der große, ernste Mann, dessen Stimme auf das junge Mädchen fo seltsam wirkte. Der Schein der vielen Lampen beschien hell fein Gesicht, als er sich jetzt noch, links wandte. . v „Kent, Sie haben wohl Grian bereits m de« Tasche?" fragte der kleine Herr atemlos und naiv. „Vielleicht!" . „Kent, dann stehen die Staaten Kopf. Grian ist der größte Dickkopf, den es gibt. Wenn er auch noch zu Kreuz Iriecht, dann haben Sie ja alles in dec Tafche", meinte der kleine Herr bewundernd. . „Aber wie ist denn das eigentlich", setzte cr dann eifrig hinzu, „toenn schon alles Geschäftliche heute ausscheidet, dann könnte man doch wenigstens einige nette Stunden zusammen verleben? Cs muß nicht einmal hier fein. Mir ist jedes Lokal recht, wo es luftig zugeht und wo es em paar nette Weiberchen gibt.“ „Danke! Ich fahre nach Hause. Lassen Sie sich nicht stören. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen. Mir fällt gerade ein, daß ich noch eine sehr dringende Arbeit erledigen kann." Ganz dicht stand die hohe gebietende Gestalt des Sprechers neben Annemarie. Fast streifte sein Mantel die schmale. Eie ine Gestalt, die sich scheu und ängstlich in den Schatten drückte. (Fortsetzung folgt.) Handball um den OGB Pokal. Im Handballspielbetrieb beanspruchten am Sonntag die beiden Spiele der Vorichluhrunde um den DSB.-Pokal das größte Interesse. Brandenburg schlug in Hannover Norddeutsch.and 8.6 und in Magdeburg b.ieb Mit.eideutichland über den Ballenverband mit 11:3 siegreich. Brandenburg als Verteidiger und Mitteldeutschland befreiten nunmehr am 22. März das «Endspiel. Im ersten Entscheidungsspiel um die Berliner Meisterschaft der Turner bezwang L'B. den Askanifchen Turnverein sicher mit 5:3 Toren. Oie süddeutschen Endspiele. Runde dec Meister. Die Ergebnisse des letzten Sonntags brachten in der Tabelle der Meisterrunde keine Veränderungen. Rach wie vor liegt die Spitze bei der Sp. Dg. Fürth, dichtauf fo.gen Ointrad>t Frankfurt und Bayern München, zwischen diesen drei Mannschaften liegt ja auch schließlich die Entscheidung. Eintracht Frankfurt holle gegen Union ‘Bedingen in einem keineswegs überzeugenden Spiel einen 4. l-(l:0)-Sieg heraus. Eine hohe 9. 0-(3: 0)-Riederlage mußte Wormatia Worms in München gegen Bayern München einstecken. SD. Waldhvs und Karlsruher FD. trennten sich mit 3: 3. Für die Fürther gab es einen Ruhetag, da der Platz des FK. Pirmasens sich m feinem bespielbaren Zustand befand und so das Treffen bereits am Samstag abgesagt werden mußte. Ski-Wettkämpfe im Taunus. Sprunglauf des Gaues Hochtaunus. Am Sonntag hielt der Skigau Hochtaunus auf der Sprungschanze am Feldberg im Taunus seinen Gausprunglauf ab. Infolge der ungünstigen Wetteraussichten hatten sich nur 12 Teilnehmer eingefunden. Die harte Harschunterlage mit etwas Neuschnee ließ die Springer mit Vorsicht über die Schanze gehen. Den weitesten Sprung stand Schlei- d)cr, Taunusklub, mit 17,5 Meter. Die E r geb- nisse waren: 1. Prösler, Taunusklub, Note 172,5; 2. Lessing, Taunusklub, Note 171,5; 3. Braun, SE. Rüsselsheim, Note 170,5; 4. Haug, SC. üelbberg, gingen. Länderfahrt 1931 des AOAL. Born 8. bis 20. April veranstaltet der Allgemeine Deutsche Automobilclub wieder seine Länderfahrt für Motorräder mit und ohne Beiwagen. Die Fahrt beginnt in Koblenz und führt über Saarbrücken. «Stuttgart nach Italien, über den Balkan nach der Tschechoflowakei und von dort über verschiedene mitteldeutsche Orte nach Bremen. Turner-Halleniportsest in Stuttgart. Am Samstag veranstaltete die Turnerschaft Groh-Stuttgart ein intemationa es Hallenfport- fest Den Höhepunkt des Abends bildete der Wettstreit der besten Turner des Turn kreis es Schwaben mit der ausgewählten Vertretung der «Schweiz. Im Gesamtergebnis blieben die wohl kampferfahrenen Schweizer erfolgreich. In einem Handballspiel trennten sich der Mittlere Reckar-Stadtgau gegen eine Mannschaft de« Stuttgarter Turngaues unentschieden 4:4 (1:1). Turnerschaft und Schw mmverband. Im „Schwimmer", dem amtlichen Organ des Deutschen «Schwimmverbandes, nimmt Professor Dr. A «Stürmer vom Hellas, Magdeburg, in dem viele den neuen Verbandvorsitzenden sehen, zur Frage der im Schwimmverband als notwendig erachteten Reformen Stellung. Dabei kommt er zu folgender Ansicht: „Zunächst muß die Frage einer Annäherung an die Deutsche Turnerschaft geklärt werden, und bann muffen wir unsere Verbandsvrganifation vollkommen neu und ohne Rücksicht auf irgendwelche persönliche Empfindlichkeit schasfen. Die Annäherung an die Deutsche Turnerschaft, unter Umständen bis zu völliger Vereinigung, wird von großen Teilen des Deutschen «Schwimmverbandes, vor allem aber von den Vereinen, welche die wirklich praktisch« Arbeit in der Bevölkerung zu leisten baben, dringend gewünscht und sehnlichst für die nächste Zeit erwartet. Dieses Ziel unserer Außenpolitik wird nicht wieder aus der Diskussion verschwinden, bis in irgendeiner Form eine Lösung gesunden ist. 3m Zusammenhang damit muß man die ganzen Reorganisationsfragen unseres Der- bandsgesüges sehen. Cs geht natürlich nicht an, daß wir uns jetzt eine Derbandsorganifation schaffen, die nachher nicht mit der Turnerschaft irgendwie zufamrnenpaht." in Ä Die ÄnnErSk" stÄjtf als eine sympathische, faire Mannschaft kennen, die noch Erfahrung gewinnen und auch technisch fertiger werden muß. Das Erfreulichste an dem (Sieg der 1900er war die Feststellung, daß die Mannschaft durch das Aussehen nichts an ihrer Spielstärke eingebüht hat. Als Schiedsrichter fungierte Glock (Polizei Butzbach) in bekannt korrekter Weife. Handball im Gau Hessen (O.T.) Tv. Dillenburg I — Rllv. Gießen I 3:11 (0:8). Die 1. Mannschaft des hiesigen Männerturnoereins trug am vergangenen Sonntag in Dillenburg gegen die gleiche des dortigen Turnvereins ein noch rückständiges Freundschaftsspiel aus. Das Spiel nahm einen unerwartet torreichen Ausgang, mit 11:3 Treffern konnten die Gießener Männerturner als Sieger die Heimreise antreten. Nach den Erfolgen, die die Dillenburger Mannschaft in der letzten Zeit erringen konnte — z. B. konnte sie den Gaumeister des Gaues Hessen, Tv. Wetzlar-Niedergirmes, ,n zwei Spielen jeweils mit mehreren Toren Unter- schied einwandfrei schlagen -, hatte man eigentlich den Gießenern einen so hohen Sieg nicht zugetraut, zumal sie erstmalig in vollständig neuer Aufstellung antraten. Die Männerturner zeigten wahrend des ganzen Spieles bei starker Ueberlegenheit ein schönes Zu ammenspiel und waren auch technisch ihren Gegnern weit überlegen. Die Gastgeber spielten zwar mit großem Eifer, doch fehlte bem Sturm die Durchschlagskraft und der Hintermannschaft der schnelle I Entschluß zum Angreifen im richtigen Augenblick. werden. r Annemarie schlich ganz dicht an den Hausern dahin. Cs war ihr. als müsse ihr jeber die Schmach ansehen, die ihr nun angetan worden war in dem Haufe, bas ihr bie ganze Zeit über als eine zweite Heimat erschienen war. Das schlanke Mädchen bebte noch jetzt vor Scham und Entrüstung. Wie konnte ein Mann es wagen, fo zu einer Frau zu sprechen! Annemarie kannte weder Leidenschaft noch Liebe. Kindlich rein und unberührt war ihre «Seele und aus diesem Grunde schien es ihr ein Verbrechen, was Iames Dehrends ihr soeben zugemutet. Rach und nach wurde sie ruhiger, je weiter sie schritt, je mehr sie sich vor dem Reuen, Korn» menden fürchtete. Cs war jetzt ganz dunkel geworben. Uno taufenb Lichter flammten rings um sie auf, glänzende Autos fuhren schnell an ihr vorüber. Rachtgestalten fingen, an ihr vorüberschleichend, ihr geheimnisvolles Leben an. aus einem Der- gnügungspalast ertönte bis auf die Straße hinaus der wllde Jazz einer Regerkapelle. Ein schlanker Herr ging dicht an ihr vorüber und musterte sie dreist. Doch das Mädchen mclt den Kops gesenkt, machte fo gar nicht den Eindruck einer Frau, bie Abenteuer sucht. ODieber kam sie an einem Prachtbau vorüber, vor dem Autos hielten, denen elegante Menschen entstiegen. . Gerade fuhr wieder einer der glanzenden, großen, kostbaren Lususwagen vor, dem zwei Herren entstiegen. Der kleinere sagte gerade Hab ich Sie noch im letzten Augenblick erwischt. lieber Kent. Gleich wie ich Mister ®nan hier bemerkte fagte ich mir Das ist ja eine fabel- hafte Gelegenheit, fototi Äent zu benachrichtigen und ihn möglichst gleich mitzubringen. Denn der alte Sünder, der Grian. ist nun einmal bloß vernünftig, wenn er Sekt sieht, und bei Leser- berry gibt es nach kurzer Zeit immer welchen. 30«^—- sr ;iee\ IHyereiÜeJ ^Jrüier- lr Skunvstilck «««%!« Familie und Beruf im Frauenleben. In Verbindung mit bem Gießener Lehrerinnen- verein hielt am Samstagabend der Allgemeine Deutsch« Frauenverein, Ortsgruppe Gießen, im Großen Hörsaal der Universität einen Vortragsabend ab. Frau Oberst Naumann, die stellvertretende Vorsitzende des Frauenvereins, begrüßte die in überaus großer Zahl erschienenen Zuhörerinnen, besonders aber Frau Ministerialrat Reichs- tagradgeordne:, i*r. Baumer als die Rednerin des Abends. Für den Gießener Lehrerinnenoerein sprach Frau Rektorin Weitzel einige Worte der Begrüßung Frau Ministerialrat Dr. Bäumer referierte sodann über das Thema „Familie und Beruf im Frauenleben". D.r Rednerin führte u. a. aus, im Lebei» der Frau herrsche heute mehr als je zuvor eine Spannung zwischen ihrer Tätigkeit in Familie und Beruf. D.e stete Existenzunsicherheit der letzten Jahre Hobe cs mit sich gebracht, daß die Mehrzahl der Mädchen nicht mehr als Haustochter auf die Ehe vorbereitet werden könne, sondern bei ihrem Eintritt in die Ehe aus dem Berufsleben in ihre eigentliche Lebensdeftimmung hinüberwechsle. Ja, viele müßten unter den augenblicklichen Verhältnissen gezwungenermaßen weiterhin beruflich tätig bleiben, um me Familie mit erhalten zu können. Das bringt naturgemäß eine Gefahr, und zwar die Gefahr der Ueberlaflung des weiblichen Organismus, mit sich, denn zur beruflichen Tätigkeit trete noch die anstrengende Hausarbeit hinzu. Der Charakteraufbau des jungen Mädchens vollziehe sich ebenfalls in anderer Form, als das früher der Fall gewesen sei. Allerdings müsse man unterscheiden, daß viele Frauen geradezu selbstverständlich neben ihrer Arbeit in der Familie auch Berufsarbeit leisten. Man müsse an die Landwirtschaft, an das Gewerbe und an den Einzelhandel denken, in denen die Frau auch im Geschäftsbetrieb unmittelbar mit dem Manne zusammenarbeite. Es sei in diesem Zusammenhang nicht ganz verständlich, daß gerade die politische Vertretung dieser Wirtschaftsgruppen die Forderung aufstelle, die Frau müsse aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Es werde naturgemäß nicht verkannt, daß die Betätigung in der Familie das Idealste für die Frau sei. Diese Forderung könne aber in Anbetracht der allgemeinen wirtschaftlichen Lage nicht erfüllt werden. Die Frage der Entfernung der verheirateten 'Beamtinnen und Lehrerinnen aus ihren Aemtern, mit der sich der Reichstag in der jüngsten Zeit beschäftigt habe, bringe nur eine ganz minimale Erleichterung des Arbeitsmarktes, da nur ein kleiner Teil der Beamtinnen verheiratet sei. Es sei interessant festzustellen, daß die ansteigende Kurve der Arbeitslosigkeit analog der fallender der Eheschließungen sei. Viele der Ehen, die heute geschlossen würden, seien außerdem nur möglich unter der Voraussetzung der Berufstätigkeit der Frau. Unter den heute gegebenen Verhältnissen müsse man den Kampf gegen die Berufstätigkeit der Frau als unfair bezeichnen. Mit generellen Maßnahmen könne man diesem Problem schon gar nicht nahekommen, denn die Frau sei aus der Situation heraus gezwungen, für die Zukunft der Kinder zu arbeiten. Es fei überflüssig zu befürchten, daß die Familie als solche in ihrer Form durch die Berufstätigkeit der Frau erschüttert werde. Das Gegenteil fei der Fall. Der gemeinsame Kampf um die Existenz schaffe ein um fo stärkeres Gefühl der Zu- fammengehörigkeit. Besonders in proletarischen Familien sei dieses Gefühl sehr stark ausgeprägt. Es sei stark genug, um den Zerfall der Familie zu verhindern. Im Zusammenhang mit diesem Fragenkomplex dürfe auch nicht vergessen werden, daß das deutsche Volk ein Volk ohne Raum fei. Infolgedessen könne, was die Nachkommenschaft anlangt, das Bestreben nicht dahingehen, möglichst viele Kinder zu zeugen, wichtiger sei es vielmehr, mehr auf die Qualität, als auf die Quantität der Nachkommen- ’ schäft zu sehen. Es wäre richtiger, von staatlicher Seite anstatt der unmöglichen Prämientasse für das . zwölfte Kind Erziehungsbeihilfen zur Berfüaung zu stellen, mittels derer den Befähigten der Aufstieg t ermöglicht werde. Die Frau müsse, und damit schloß die Vortragende ihre interessanten Ausführungen, F die Familie als den Mittelpunkt ihres Wesens betrachten. Sie müsse aber dafür Sorge tragen und r verhindern helfen, daß nicht durch unsoziale Maßnahmen den Mädchen der Weg zur Familie überhaupt verbaut werde. Im übrigen aber sei es nicht anders möglich, als die Entscheidung über Rücktritt oder über das Verbleiben in Beruf und Erwerb jeder einzelnen zu überlassen. Die Art dieser Entscheidung sei bezeichnend für die Frauenbewegung von heute, und die Fülle dieser Entscheidungen weise die Wege in die Zukunft. Die Lösung dieser Frage überhaupt sei von größerer Bedeutung für das deutsche Schicksal, als je eine andere zuvor. Oberheffen. Lanokreis (Sichcii. £ Wieseck, 3. März. 3n seiner gestrigen Sitzung befaßte sich der Gemeinderat abermals mit der Verpachtung der Schaf weide. Da nur ein Angebot von Wilhelm Haas vorlag, wurde diesem für ein Jahr zum Betrag von 400 Mk. zugestimmt. Die Sandgrube an der ilrfelum wird an Maurermeister Karl Schäfer verpachtet, und zwar je Kubikmeter für 1,46 Mk., und die Sandgrube an der Heide an die Firma Buderus, Collar, auf je drei Jahre. Einem Gesuch der Freien Tennisvereinigung Gießen um Lieberlassung eines Tennisplatzes auf der ilrfelum soll entsprochen werden. Der Pachtpreis soll jährlich 50 Mk. betragen, der Pachtvertrag auf 15 Jahre laufen. Die Platzherrichtung übernimmt der Verein selbst. Bei dieser Gelegenheit wurde abermals über die Schaffung eines zweiten Sportplatzes verhandelt, da die derzeitigen Derhältnisie auf die Dauer unhaltbar sind. Es wurde angeregt, den Wald auf der ilrfelum demnächst zu besichtigen, damit die Arbeiten für die Schaffung des Platzes bald in Angriff genommen werden können. Der Gemeinderat geht hierbei von dem Gedanken aus, daß die Herrichtung und Instandhaltung des Festplahes auf die Dauer viel höhere Kosten beanspruche, als die Herrichtung eines zweiten Platzes auf der ilr- sebim. y. 5>au6 ringen, 2. März. Gestern sand im großen Saale von 3. Emil Schäfer ein Wohl- tätigtet tskonzert zum Besten der neugegründeten Krankenpflege st ation des Vereins Kinderfreund statt, das trotz der zur Zeit hier herrschenden Grippeepidemie einen ausgezeichneten Besuch aufwies. Die Altistin Käte Gärtner hatte das gute Programm zusammengestellt und brachte es in Gemeinschaft mit den Herren stud. theol. gt. 21 rn o l ö (Klavier). stud. theol. 2B. 23 o 13 (Violine), W. Wei - m e r (Violine und Viola), H. Schneider (Cello) zur glänzenden Ausführung. Das Programm bot durchweg klassische Musik von Händel, Beethoven, Mozart, Schubert und Brahms und zeigte in seinem ersten Teile, dem Charakter des Volkstrauertages entsprechend, ernstere Darbietungen. Dadurch, daß zwischen den Streichmusikvorträgen die Gesangsvorträge eingestreut waren, bot das Programm eine reizvolle Abwechselung. Der gesangliche Teil wurde von Käte Gärtner allein bestritten, verständnisvoll begleitet von stuck, theol. Arnol d (Klavier) und in manchen Stücken von stuck, theol. Volz (Violine). Die Künstlerin, die über eine umfangreiche Altstimme verfügt, zeigt eine große technische Ausbildung und einen seelenvollen Vortrag, so daß die Indisposition, die ihr das Kommen sehr erschwert hatte, fast nicht zur Geltung kam. Besonders in den oft mit zartestem Pianissimo vorgetragenen Schubert- liebem war hiervon gar nichts zu spüren. Am Schlüsse dankte Dekan Guhmann im 2tamen des Vereins allen Mitwirkenden für die freundliche Art, mit der sie ihre Kunst in den Dienst einer guten Sache gestellt hatten, und betonte, daß dies die rechte Feier eines Volkstrauertages sei, mit seinem Können selbstlos anderen Volksgenossen zu dienen.. Als Zeichen äußeren Dankes überreichte er der Künstlerin einen Blumenstrauß. Reicher, dankbarer Beifall wurde von der großen Versammlung allen Mitwirkenden zuteil. Wirtschaft. Die Leipziger Zrühjahrsmeffe. Leipzig, 2. März. (WTD.) Der Messe-Mon- tag gilt erfahrungsgemäß der eingehenden Orientierung der Einkäufer. Die Auslandnote kommt in der Besucherzahl heute erfreulicherweise stärker zur Geltung. Die am Sonntag auf der Tex- ti l m e s se erteilten Aufträge erfüllen in der Summe vieler kleiner Bestellungen durchweg die Erwartungen. Auf der Möbel messe herrscht erfreuliche Rachfrage nach billigeren und kleinen Möbeln. Für landwirtschaftliche Maschinen und Antriebsmotoren besteht auf der Technischen Messe reges Interesse. Auf der Baumesse konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf einfach zu bedienende und im Materialverbrauch sparsame Baumaschinen. * Konkurse und Vergleichsverfahren im Februar. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Februar durch den Reichsanzeiger 1065 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 546 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für Januar stellten sich auf 1085 bzw. 510. * Adam Opel AG., Rüsselsheim. Obwohl der Automobilgesamtabsatz im Deutschen Reiche im Januar wesentlich hinter dem der gleichen Zeit des Vorjahres zurücksteht, hat die Adam Opel AG., Rüsselsheim, ihren Absatz in der l,l°I-Klasse um rund 25 Prozent verbessert, in der Lastwagenklasse erhöhte sich der prozentuale Anteil der Gesellschaft an den Gesamtumsatzziffern um 36 Prozent. Der Anteil Opels am Gesamtmarkt konnte um 13,1 Prozent gesteigert werden. Der Export lasse sich den Erwartungen entsprechend außerordentlich günstig an, so daß es zur Zeit schwer falle, allen Anforderungen gerecht zu werden, obwohl bereits in zwei und zum Teil in drei Schichten gearbeitet wird. • Adlerwerke vormals Heinrich Kl eher AG., Frankfurt a. 1 Wie der WTB.-Handelsdicnst von der Verwaltung der Adlerwerle vorm. Heinr. Kleher AG. erfährt, kann das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres als recht befriedigend bezeichnet werden. Es ist gelungen, die Vorräte herunterzudrücken, und auch die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahre wesentlich zurückgegangen. Lieber die Dividendeaussichten kann allerdings noch nichts Bestimmtes gesagt werden, da die Abschlußarbeiten noch im Gange sind. Die Betriebe der Gesellschaft sind derzeit voll beschäftigt, da man auf Vorrat arbeitet, um für die kommende Saison gerüstet zu sein. Die Berliner Automobilausstellung wird von der Verwaltung als ein außerordentlicher Erfolg bezeichnet; es konnten sehr gute Abschlüsse erzielt werden. 6 Frankfurter Handelsbank A G. (vorm. Frankfurter Viehmarktsbank.) Nach Mitteilung der Geschäftsleitung dringt der Aufsichtsrat eine Dividende von 6 v. H. (i. V. 10 v. H.) in Vorschlag. Die GD. findet am 22. April statt. * Kurzarbeitsabkommen in der chemischen Industrie Mitteldeutschland s. In freier 23ereinbarung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern wurde am Samstag ein Kurzarbeitsabkommen fiir Angestellte der chemischen Industrie Mitteldeutschlands (Sektion Vb, umfassend die Gebiete Provinz Sachsen, Anhalt, Thüringen) mit Geltung bis 30. September getroffen. Die Kündigungsfrist zur Einführung von Kurzarbeit mit Gehaltskürzung beträgt vier Wochen, und zwar immer zum Monatsersten. Das neue Abkommen ist bereits mit dem 1. März in Kraft getreten. Die Merseburger Leunawerke haben auf Grund einer neuen Vereinbarung die Kurzarbeit für Angestellte in Form einer wöchentlichen Feierschicht unter entsprechender Gehaltskürzung eingeführt. " Qlrbeitere ntlafJungen auf der Gute Hoffnungs-Hütte. Wie die Gute Hoffnungs-Hütte in Oberhausen mitteilt, sieht sie sich durch den anhaltenden 2lbsahmangel gezwungen, verschiedene ihrer Betriebe stillzulegen. Durch die Stillegung wird die Entlassung von 2300 Arbeitern notwendig. 600 weitere Arbeiter hofft man auf den übrigen Zechen unterbringen zu können. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 3.März. Tendenz: freundlich. — Infolge der schwächeren gestrigen Reu- horker Börse und der widerspruchsvollen Berichte über die Rede Dr. Schachts in Stockholm ergaben sich zu Beginn der amtlichen Börse Kursrückgänge, trotzdem erneut einige Aufträge des Publikums vorhanden waren. Gleich nach den ersten Rotierungen setzte sich wieder eine freundliche und zuversichtliche Stimmung durch, da die Gründung der Internationalen Bodenkreditbank in Basel günstig nachwirkte. Die Spekulation verhielt sich noch sehr reserviert, da die Berichte der preußischen Industrie- und Handelskammern, in welchen von keiner Desierung der Gesamtkonjunktur berichtet wurde, etwas geschästs- hemmend wirkten. Die 23eränberungen nach beiden Seiten sind jedoch nur gering. Stark abgeschwächt lagen am Kunstseidemarkt Bemberg (plus 2 Prozent) und am Zellstoffmarkt Waldhof, die 1,75 Prozent einbüfjten. Anfangs niedriger eröffneten noch I.-G.-Farben, Licht und Kraft, Gesfürel, Schuckert, AG. für Verkehrswesen, dis 1,25 Prozent verloren. Dagegen höher eröffneten Scheideanstalt, Elektrische Lieferungen, Salzdetfurth und Schiffahrtswerte bei Besserungen bis 1 Prozent." Der Montanmarkt lag infolge des weiter unbefriedigenden Röhrenberichtes vernachlässigt, und nur Rheinstahl kamen zunächst mit knapp behaupteten Kursen zur Erstnotiz. Am Bankaktienmarkt setzte Commerzbank 0,75 Prozent niedriger ein. An den übrigen Märkten herrschte infolge der Orderlosigkeit Geschäfts- stille. Am Anleihemarkt blieben deutsche und türkische Renten gehalten. Pfandbriefe ruhig, aber nicht unfreundlich. Im Verlaufe konnte sich das Geschäft etwas beleben, doch blieben die Kurse meist unverändert. Recht fest einige Schifffahrtswerte, die bis 2 Prozent höher lagen. Am Bauunternehmungsmarkt lagen Holzmann auf die unveränderte Dividende 2 Prozent fester. Montanwerte kamen schließlich mit Verlusten bis 1 Prozent zur Rotiz. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 Prozent weiter etwas erleichtert. Am Devisenmarkt lag das Pfund international schwach. Madrid sehr fest, auch Schweiz konnte sich leicht bessern. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2078, gegen Pfund 20,4390, London gegen Dollar 4,8573, gegen Paris 123,95, gegen Mailand 92,74, gegen Madrid 45,50, gegen Schweiz 25,2290, gegen Amsterdam 12,1125. Berliner Börse- _ Berlin, 3. März. Nach stillem Vormittagsverkehr war die Tendenz vorbörslich wieder etwas schwächer, und auch die ersten Kurse setzten meist ihren Rückgang gegen gestern mittag fort. Bei der Börse konnte man eher das Bestreben seststellen, 21 b - gaben vorzunehmen. Der heute veröffentlichte Reichsbankausweis per Ultimo Februar wurde als für ein Ultimo ziemlich normal angesehen. Der Goldbestand hat sich durch die Käufe russischen Goldes um 19,5 Millionen erhöht, während allerdings der Devisenbestand um 10 Millionen abgenommen hat. Die Kapitalanlage hat sich um 745 Millionen, der Umlauf an Noten um 773 Millionen erhöht. Die Deckung ist auf 51,6 bzw. 55,3 v. H. zurückgegangen. Das schwache Neuyork, die Rede Schachts in Stockholm, weitere Entlassungen von Bergarbeitern, die verschlechterte Lage der Metallwaren-, Papier- und Zellstoffindustrie, der Bericht der Preußischen Industrie- und Handelskammern für den Monat Februar riefen eine Verstimmung hervor; dagegen wurde die Grün- duna der Internationalen Bodenkreditbank in Basel unter Beteiligung einer Reihe deutscher Banken sehr günstig ausgenommen. Die Tendenz des Renten- marktes war daraufhin fest, besonders für Reichsbankvorzüge, die bis 1 v. H. anziehen konnten. Die Rückgänge zu den ersten Kursen betrugen bis 2 v. H., doch konnten sich auch verschiedene Werte im selben Ausmaße bessern. Aku, Eisenbahnverkehrsmittel, Chade und Siemens bis 3 v. H. schwächer, Schantung 4,5 v. H. und Svenska auf Abgabe der Arbitrage sogar 8,50 Mark. Schiffahrtswerte bei starkem Interesse unverändert. Gerüchte von einer morgen ftatb findenden Aufsichtsratssitzung beim Norddeutschen Lloyd und einer evtl. 6-v. H.-Dividende regten an. Gesfürel waren auf Meldung über die.heutigen Beratungen über das Angebot an die Stadt Berlin gefragt. Rheinische Braunkohlen, Julius Berger, Montecattini, Schlesisches Gas und Hacketal fester. Deutsche Anleihen gut behauptet. Von Ausländern Lissaboner 0,5 v. H. fester. Der Geldsatz blieb unverändert. Im Verlaufe war es zunächst etwas schwächer, später wurde es allgemein freundlicher und lebhaft bei Besserungen bis 2 v. H. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Ru. rik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Antwort auf die Antwort der Ortskrankenkasse Giehen-Stadt. Die nicht unbekannte Tatsache, daß die Feststellung der Sachbezüge für die Sozialversicherung bzw. für die Steuer von zwei verschiedenen Behörden erfolgt, dürfte kein Beweis dafür sein, daß sich nicht eine Liebereinstimmung in der Höhe erreichen liehe, zumal es sich doch um zwei Behörden handelt, die in demselben Lande arbeiten. Zum mindesten erscheint es aber angebracht, dah auch die Verwaltungsbehörde der Ortskrankenkassen — selbst unter Berücksichtigung des Krankengeldes — bei Festsetzung der Sachbezüge eine Staffelung vornimmt, wie dies seitens des Reichsfinanzministeriums geschieht. Dann würden auch die Interessen vieler Arbeitgeber Berücksichtigung finden. K. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Tie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. .rrantrun a. . | Berlin ;?rantfun a. 2JI. Berlin Schluß« turd flurri Schluß-s Anfänge Schluß» fürs 1-Uhr- fluri Schluß- tur- Stnfa >g» Kurs hir< , Kurs Datum 2.3. 3.3. 2.3. 3.3. Dalum 2.3. 3.3. 2.3. 3.3. 8% Deutsche Reichsanleihe 87,75 £'amburfl.«mertfa 'Batet . . . 7 68,25 69 68 68 von 1927 ....... 7% Deutsche NetchSantethe 84,9 — Hamburg-Südam. Dampfschiff . 8 — — 133 —— 98,9 Hama Dampfschiff .... 10 — — 107 — von 19'29 ....... Deutsche Sint.-Ablös^Schuld mii — 98,4 —— Norddeutscher Llovd .... . f 69,75 70,25 69,65 69,75 54,6 Allgemeine Deutsche Creditanst 10 — — — 8(u31o|.'tNr(filcn .... —• 54,6 54,75 Barmer Bantverein . . . 10 — — — — Seefil. ohne AuSIos.-Rechte . . — 5,75 5,55 5,5 Berliner Handelsgesellschaft . 12 125 124,5 124,75 125 8% Hell. Aollkslaat von 1929 90,5 Commerz- und Privat,Bank. 11 110,25 109,5 110,25 110,4 'l. 20 . . . — ___ _ Sibclnische Eletlrizität . . . . 9 118 — 118 117 7% Pr. l!anbctu-anobriefanflalt, Schlesische Elektrizität. . . . 10 — —— — tMancbrlcIc 9i tl H.Q.ti) abg. IBonneflB-Dbltßatto- 96,5 —— 96,5 — Schuckert & (So....... 11 131 139,25 130,25 130 ziemen» L HcUSke..... 16 177 176,75 178 176 nen. rückzahlbar 1932 . . . — __ — Zraneraolo ........ . 8 — -— vabmeoer&Go....... 10 131 — — i% Oesterretchtlche Goldrente . . 4,20% Oesteneichlsche Gllbenente 4% cellerreichliche Einheitliche 24,13 — 24 24 Buderus......... . 6 51 — 51,25 51,5 2,4 •— 2,35 Deutiche Erdöl...... . 6 71 71,5 70,25 70,25 diener Steinkohle..... . 8 — — — Rente — —— — Gelsenkirchener...... . e 80,5 — 81 80,5 4% Ungarische Goldrente .... 19,6 — 19,75 19,8 Harpcner ....... . c 77,5 — 77,5 74,5 4% Ungarische StaalSrente v. 1910 16,25 — 16,75 Hoesch Csilen....... 6'/t — 68,75 68,75 4^% deSgl. von 1913 — — — 3i(e Bergbau....... 10 170,5 — 170,13 — 1% Unparildte Kronenrente - ■ —— — — — Klöcknerwerke..... . . 7 62,5 — 61,65 61,4 4% Türtlfdje gollanleihe von 1911 4 — — — Köln-Neuessen....... . 7 — — 75,5 75,5 4% Türkisch? Bagdadbahn-Aal ManneSmann-Rdhre» . . . . 7 75,9 — 75,4 74,75 Seriel . 4 ■— — 3,9 ManSselder Bergbau . . . . . 7 37 — 37,5 37,5 4% desgl. Serie II....... 4 4 — Oberschles. Ehenbedars . . . . 5 — — —— — 6% Rumänisch» vereivh. Rente 1 Oberfchlci. Kotöwerke. . . . . 7 — —— 77,25 77,25 von 1903 . . . Hto de Ian. 0,341 0,343 0,349 0,351 Leonhard Tietz......10 115 — 116,5 115,25 Wien in D-- SvenSka ........ 277 - 277,75 269,25 Ceft. abfleft. 59,06 59,18 59,06 59,18 Prag • ■ . 12,45 12,47 12,451 12,471 strankstmer Maschinen .... 4 13 13,5 13,25 —• Bel trad . . 7,385 7,399 7,385 7,399 Griyner ........6 34 34,5 — Buonp'st. . 73,26 73,40 /3,26 73,40 Heyligenstaedt......0 — — lZut arten 3,043 3,049 3,043 3,049 Iunghans....... . 6 _ _ — — yiffabon 18,82 18,86 18,84 18,89 Lechwerke..........8 _ _ — — Danzig 81,65 81,81 81,64 81.80 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .8 70 — — — Konst nrin. 1,784 1,789 1,784 1,789 Miag..........10 — — Silben 5,445 5,455 5,445 5,455 ffiebr. Roeder.......10 — _ —— (Janaoa 4,201 4,209 4,202 4,210 Boiflt & Haesfner ...... 9 — — -—' Uru uay. . 2,997 3,003 3,007 3,013 Süddeutsche Zucker .... 10 131 130 — Tatro • . . 20,93 20,97 20,93 20,97