lr. 2?9. ’n. >büu. Wion, So,8stag ** • »l, PU|fripi, ,(lne <, ■9ebict Jet Stzi :K j s,.. .Bezirk, u Hn 1t*, ?*.'n einem ru^ öpielmann u a 7‘m bot dem K mit 3*/, jtt r ®- ^hvchvlvuj ten gestorben. Er W den Säulen ™ Ausgaben^ Ank ist Lrz.. i ist et durch eine» ^men bekannt go ippe. redaklionStisch. mutig. Berlin hat sich in Herr, der sich gelegt hatte, br- selbst zu leiern, Abend vor einem. er die Bremsen n in den ‘Sagen, ein Autodieb — heraus aus dem egnet mit einem ontale Lage brin« den Mann aus, te nun Mellen, aus dem Geschält ' erstanden hatte. h einen Schlüssel irt in die Arme, iben gesunden zu eignis zu feiern, cgens. Und als die n aus dem Lokal »ah inzwischen der ien wat. Zur Zeit roch. Scholz waren Kundschaft bauerte Berühmtheit längst tückgeblieben war. mtfurt kam, suchte auf. Scholz legte T eben erst kompilier um ein Urteil, ne Partitur durch, 6eite angekommen schm Säumen und send hin und her. in. .Am?" . lieber Berck-rA -Aolenpapier Herr 168-92 1,330 58,58 112,16 112- 112,34 10,6-4 1,965 20,369 4,1955 16.« 81,3' 44^ 2,$ 0,39’ 59,04 ,2 431 3,416 73,36 3,035 18.81 8!$ Ä 20,89 58,60 112,32 20,405 15,50 159,17 21,97 112.32 59,12 2,49 112,52 81,48 43,59 12,45 73.50 ud_^nL__ 2. JcnWf_ 112.8 112-9 112,5 10,5® ■)2 w. 4,203 16, 81.4 44,1‘ 2,082 0,388 59,16 1 .45* 7,43« 73.5$ 3,°4! 18,85 81,605 1,789 5,443 3.0Z 20,30 1,334 58,70 ■«t c 4,176 58,36 111,88 ’0,325 16.44 168.49 21.89 111,88 58,88 2,47 112F 81,16 43,n 12.39 73,20 Ur. 2 Erstes Blatt Erich«'«' >ü glich,autzer Sonntag» und Feiertag» Beilagen Vie Illustriert» viehene, Familienblättei Hermai im Bild Di» Scholle monats Beiugsorets: 2.20 Reichsmark und 30 Relchspfenmg für Trägev lohn, auch bei Richter» Beinen ein3elncr*Jlummern folg» höherer Gewalt. zernfprechanIchlSffe anterSammelnummer2251 Anschrift tüi Drahtnach» richten Bnjetger Sietzeu. poflscheckfonto: gtanffurt am Main 11686. 18t. Jahrgang Samstag, 5. Januar 1931 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VruS unv Verlag: vrühl'lche Unwerfltüts-Vuch' und Stetnörudcrei s. Lange in Sieben. Schriftlettung und Sefchästsftelle: Zchulsttabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr Wilh. Gange. Derantworilich iür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen Erste Aufgaben. Beklommenen Herzens und nur zögernden Schritt ,tes hat das deutsche Volk die Schwelle des neuen Jahres überschritten. Verbittert und resignierend sieht es zurück auf ein Jahr der Unrast und des Leidens, politischer Mißerfolge und wirtschaftlichen Elends. Kleinmütig und mißtrauisch stellt es die Frage an die Zukunft: wird die Jahreswende von 1930 auf 31 auch eine Wende deutschen Schicksals sein? Wird das neue Jahr wenigstens erste Anzeichen eines Aufstiegs bringen? Diese ery- ften Gedanken flössen auch hinein in die Ansprachen, die aus Anlah der üblichen Neujahrsempsänge beim Reichspräsidenten ausgetauscht wurden, und Hindenburg selber nahm die Gelegenheit wahr, vor aller We.lt offen über die Sorgen und Röte zu sprechen, die sein Volk in dem Augenblick bewegen, wo es sich von einem Jahre abwendet, dem niemand eine Träne nachweint. Mit nachhaltigem Ernst betonte der Reichspräsident in seiner Erwiderung auf die Glückwünsche des Diplomatischen Korps, daß Deutschland seine äußerste Kraft eingesetzt habe, um der Wirtschaftskrisis Herr zu werden, daß es aber bislang vergebens auf die internationale Zusammenarbeit gewartet habe, die seinerzeit im Haager Reparationsabkommen verheißen fei, um durch gemeinsame Anstrengungen der Völker die Welt vor den furchtbaren Folgen einer Wirtschaftszerrüttung zu bewahren. Und Hindenburg warnte davor, zu den früheren bitteren Enttäuschungen, die das deutsche Volk ja bislang in so reichem Maße hat sammeln können, neue hinzuzufügen, die Bitterkeit zu Empörung, Kleinmut und Mißtrauen zur Verzweiflung steigern müßten. In seiner Ansprache an die Mitglieder des Reichskabinetts, die diesmal in Abwesenheit des beurlaubten Reichskanzlers durch den Mund des rangältesten Reichswehrministers Dr. G r o e n e r dem Staatsoberhaupt ihre Glückwünsche zum Jahreswechsel entboten, hat der Reichspräsident die großen innen- und außenpolitischen Aufgaben, die er im neuen Jahre weitergeführt oder in Angriff genommen sehen will, noch schärfer umrisfen. (Er hat noch einmal mit Nachdruck unterstrichen, was schon in der Ansprache des stellvertretenden Regierungschefs als letztes Ziel unserer politischen Anstrengungen der nächsten Zeit aufgestellt war: <5 i-d': ’i n g der sittlichen und sozialen y e b e grundlagen des d e u t s ch e n Volkes, die durch die Durchführung der unter anderen wirtschaftlichen Voraussetzungen getroffenen Haager Abmachungen ernstlich bedroht sind. Die Reichsregierung ist entschlossen, nach den Worten Groeners — der damit bei diesem besonderen Anlaß lediglich wiederholt, was vorher schon der Reichskanzler und der Außenminister angekun- digt haben —, die Frage zu prüfen, ob Deutschland auch ferner imstande sein wird, die Lasten des Neuen Planes tragen zu können, oder ob es nicht vielmehr notwendig fein wird, die Forderung nach einem Zahlungsmoraiorium und Im weiteren Verfolg der Altion das Verlangen nach einer Revision des Youngabkommens zu stellen mit dem Ziel einer erheblichen Herabsetzung unserer Reparationsverpflichtungen unter Berücksichtigung der feit der Haager Konferenz gänzlich veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse. Soll solche Aktion mit einiger Aussicht auf Erfolg unternommen werden, dann bedarf es, wie hier immer wieder ausgeführt wurde, in erster Linie der Sicher st ellung einer ft a r f e n finanziellen Rüstung. Grade die Mißerfolge, die die schwächliche und kurzsichtige Politik Hllferdings im Haag hatte, sollten uns für alle Zeiten eine Warnung fein, in eine Revisionsdebatte über unsere Rcparationslasten voreilig, unvorbereitet und mit unzulänglicher finanzieller Püstung einzutreten. Unter keinen Umständen darf es uns wieder so gehen, daß die Derhand- lunqsgegner durch ein paar brutale Börsenmanöver auf dem internationalen Devisenmarkt uns die Daumenschrauben ansetzen können, um uns au die Knie zu zwingen. Wir müssen also, soweit wir von uns aus dazu in der finge sind, unsere Finan- ' zen in Ordnung zu bringen suchen. Die N o t v e r - Ordnungen, zu denen sich der Reichspräsident durch das Versagen des Parlaments gezwungen sah sind der erste Schritt dazu. Die Reichsregierung ist sich darüber klar, daß die Maßnahmen, die sie im Rahmen dieser Notverordnungen zur Gesundung der öffentlichen Finanzen durch Einschränkung des Staatsapparats und Beschneidung der Staatsaus- gaben getroffen hat, wenigstens im Augenblick in . hohem Maße unpopulär fein muffen. Aber der Reichskanzler ist auch der Meinung, daß es mit her kurzsichtigen Popularitätshascherei eines bewilli- qungsfreudigen Parlaments vorbei fein muß, wenn mit einer durchgreifenden und umfassenden Reform Ernst gemacht werden soll, die allein der Wirtschaft wieder neuen Antrieb geben kann. Gewiß sind manche der durch die Notverordnungen in Kraft gesetzte» Maßnahmen höchst anfechtbar und werden in ihrer Auswirkung noch ihre recht bedenkliche Kehrseite zeigen, aber als Ganzes wird an dem Notprogramm des Kabinetts Brüning festgehalten werden müssen, um überhaupt eine Grundlage zu haben, auf der nach Abkehr von den Irrwegen eines sozialistischen Wohlfahrtsstaats praktische Aufbauarbeit im Sinne eines gesunden Interessenausgleichs aller Volksschichten mit dem Ziel einer Wiederbelebung der Wirtschaft'und Besetti- gung der Arbeitslosigkeit mit ihren verheerenden finanziellen, sozialen und sittlichen Folgen geleistet werden kann. Nach Durchführung der Notverordnung, die von allen Volksschichten, von den Beamten, Angestellten und Arbeitern im öffentlichen Dienst nicht minder wie von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern der' Privatwirtschaft bereits jetzt oder im weiteren Kommunistische Streikbewegung im Ruhrrevier. Aufruf der Dergarbeiiervertande. Gegen den Abschluß neuer Arbcitsvcrträge. Gegen die kommunistische Strcikparole. Essen, 2. San. (WTB.) Die Bergarbeiter- gewerlschaften des Ruhrgebietes wenden sich heute in Form eines Flugblattes mit einem besonderen Ausruf an die Auhrbergarbeiter, in dem es. wie olgt. heißt: „Kameraden! Die Unternehmer des Ruhrbergbaues haben die Kündigung aller Tlrbeitsverträge bis zum 15. Januar ausgesprochen. Mit brutaler Gewalt soll die Lohnkürzung, die bei den Schlichtungsver- hanölungen nicht erreicht werden konnte, durchgesetzt werden. Die Rot der Bergarbeiter soU noch vergrößert werden. Sie sollen die Schäden der Krise allein tragen. Kameraden! Macht die Absicht der Bergwerksbesiher zuschanden, zeigt, daß 3hr nicht gewillt seid, Euch dem Diktat der Unternehmer zu beugen, lehnt den Ab - chluh von neuen Arbeitsverträgen a b, weigert Euch, die Bedingungen der Arbeitgeber anzunehmen. Don Eurem Verhallen hängt der Ausgang des Lohnkonfliktes ab, deshalb schließt keine neuen Arbeitsverträge ab, vertraut Euch der Führung der vier Bergarbeiterverbände an. Kameraden! Weist d ie kommunistischen Parolen zurück. Sie haben nur den Zweck, Euch in einen aussichtslosen Putsch hineinzu treiben; sie dienen nur der Reaktion und fördern die Diktaturgelüste der Unternehmer. Lehnt diese Parolen ab, folgt den Weisungen der vier Bergarbeiterverbände. Derband der Bergbauindustriearbeiter Deutschlands, Gewerlverein Christlicher Bergarbeiter, Gewerkverein Hirsch-Duncker, Polnische Berufs- Vereinigung." Der Alte Dergarbeiterverband richtet an die Ruhrbergleute folgenden Aufruf: „Die Kommun ist en haben heute morgen den Versuch gemacht, auf den Zechen des Ruhrgebietes Streiks hecvorzurufen. Auf ungefähr 20 Schach'anlagen ist ihnen der Streik durch Anwendung von C evalt in mehr oder tr.i der grcßrm Umfange gelungen. Der Derband fordert seine Mitglieder und die Belegschaften auf, solchen Putschparolen keine Folge zu l e i ft e n, und sich den Versuchen, sie gewaltsam durchzuführen, energisch zu widersetzen." Verschä» fung der Streiklage. Kommunistische Ltreikposten belästigen Arbeitswillige. Essen, 2. San. (WTB.) Der Bergbauverein teilt mit: Auf einigen Zechen des Ruhrgebietes wurde heute von kommunistischer Seite versucht, die Belegschaft von der Arbeit abzuhalten. Der weitaus größte Teil der Belegschaften ist der Streikparole nicht gefolgt. Der ganze Süden des Bezirkes, die Bezirke Dortmund. Wittxn, Bochum, Wattenscheid, Essen und Mülheim sind streikfrei. Die Gesamtzahl der Ausständischen beträgt 11,91 Prozent der Frühschicht. Die Streikbewegung erstreckt sich hauptsächlich auf die Reviere Hamborn, Gladbeck, Buer und Hamm. Auf einzelnen Zechen standen auswärtige Arbeitslose Streikposten. Da die Bergarbeiterverbände der Bewegung fernstehen, ist mit einem baldigen Erlöschen des Streikes zu rechnen. Die Zahl der von der Streikbewegung betroffenen Schachtanlagen hat sich nach neueren Meldungen auf 22 erhöht. Am stärksten macht sich die Streikbewegung im Hamborner Bezirk be- merkbar, wo in vier von sechs Schächten die Arbeit zum Teil niedergelegt wurde. Die Hälfte der 5500 Mann starken Belegschaften ist hier nicht ein gefahren. 3n den Waschkauen und anderen Räumen der Hamborner Zechen wurden heute früh DelegschaftSversammlun- gen abgehalten, in denen sich die Mehrheit für den Streik aussprach. 3m Bezirk Recklinghausen sind von 18 Schachtanlagen bis jetzt 5 von der Streikbewegung betroffen. 3n der Rachmittagsschicht sind zu den bestreikten Zechen die Schachtanlagen Diergardt II und Friedrich Thyssen Il/V im Hamborner Bezirk hinzugekommen, während die Belegschaften der Zeche Bismarck VII/VIII, die in der Frühschicht zum Teil am Streik beteiligt waren, in der Rachmittagsschicht vollständig angefahren sind. Dielfach wurde von auswärtigen Elementen an den Zechentoren ergebnislos versucht, die einfahrende Belegschaft für eine Streikbetei- ligung zu gewinnen. Wie wir hierzu von Gewerk|chaftsfeite erfahren, hat die Streiktage in den Hauvtstreikgebieben Buer, Gladbeck, Hamm und Recklinghausen sich in den heutigen Mittagsstunden teilweise noch verschärft, da die Zechentore weiter von großen Trupps von Erwerbslosen, Frauen usw. belagert werden, die die Belegschaften an der Einfahrt zu hindern versuchen. Während auf einzelnen Schachtanlagen die Bergleute sich gewaltsam Eingang zum Schacht verschasften, muhten auf anderen Zechen die Belegschaftsmitglieder wieder nach Hause zurückkehren, da sie de» Stoßtrupps machtlos gegenüberstanden. Auf der Zeche Gustav in Ellen wurden drei kommunistische Betrieb s r a t s m i t g l i e de r, die sich an dem Streik beteiligt hatten, fristlos entlassen. 3n Dinslaken ist auf der Schachtanlage Lohberg der Bereinigten Stahlwerke der größte Teil der Frühschicht heute nicht einaefah- ren, lediglich 225 Mann haben die Arbeit auf- genommen. Die Hüttenverwaltung führt die Arbeitsniederlegung auf die verstärkte Propaganda der sogenannten Revolutionäre nG e w e r t- schas tsopposition zurück, die gestern in Gelsenkirchen eine Konferenz abhielt, in der ultimative Forderungen an die Zechenbesiher gerichtet rouröen. 11. a. wurde die sofortige Rücknahme der Kündigungen verlangt. Bei Ablehnung dieser Forderungen sollte ein Streikbeschluß herbeigeführt werden. Europa am Scheidewege. Die Entartung des parlamentarischen Systems. — Die Entwicklung in Deutschland richtunggebend für Europa. London, 2. Jan. (WTB.) In einem „Europa am Scheidewege" überschriebenen Leitartikel Der* gleicht „Time s" die jetzige Lage mit der vor hundert Jahren, wo mit der französischen Juli-Revolution die liberale ©egenberoe- gung gegen das S y st e rn Metternichs begann. „Times" sagt u. a.: Wieder bildet d i e parlamentarischeRegierungsformdas Hauptproblem, um das es bei der europäischen Politik geht. Beinahe überall wird die Entartung des parlamentarischen Systems zugegeben, aber Diktatur gilt nicht als letztes Wort und hat in vielen Fällen lediglich Zustimmung gefunden infolge eines vorübergehenden Widerwillens gegen d i e zur Wirkungslosigkeit verdammte Geschwätzigkeit, die in öffentlichen Versammlungen zutage tritt. Aber auch, wo eine Diktatur fest errichtet worden ist, gibt es heftigen Widerstand, und dieser wird um so stärker, je länger der Allgemeinheit die politischen Freiheiten vorenthalten werden. „Times" weist weiter darauf hin, daß häufig eine sonderbare Verbindung der neuen Autokratien mit dem Sozialismus wahrnehmbar sei, und bemerkt in diesem Zusammenhang: Manche Aeußerungen Hitlers haben einen durchaus bolschewistischen Klang, und in der letzten Reichstagssitzung, in der es sich um Hilfe für die Opfer von Bergwerkskatastrophen handelte, waren die Aeußerungen der Anhänger Hitlers in der Heftigkeit ihrer Angriffe auf „kapitalistische Zechenbesitzer", von denen der Kommunisten nicht zu unterscheiden. Am Schluß des Artikels heißt es: Zwischen den Bolschewisten und Faschisten haben die mittleren Parteien Mühe, ihr Terrain zu behaupten. Das kleine Oesterreich allerdings hat bei den letzten Wahlen einen schönen Sieg zugunsten gesunder parlamentarischer Grundsätze davongetragen. In Deutschland kämpft Dr. Brüning unter Zuhilfenahme verfassungsmäßiger Notstandsmaßnahmen einen schönen Kampf für eine parlamentarische Regierung gegen ihre hitlerischen und kommunistischen Feinde. Deutschland mit seinen 107 „Nazis", seinen 76 Kommunisten und einer aus verschiedenartigen Elementen zusammengesetzten knappen Mehrheit der mittleren Parteien — von seiner wirtschaftlichen Not und seiner großen Arbeitslosigkeit ganz zu schweigen — ist ein getreues Äb - bild des heutigen Europa, und es kann sein, daß, ähnlich wie Frankreich vor hundert Jahren anderen Nationen das Beispiel gab, die weiteren Entwicklungen in Deutschland Wirkungen Hervorrufen werden, die weit über feine Grenzen hinausgehen. Das kritische Jahr 1931. Ernste Besorgnisse in England wegen einer Zuspitzung der europäischen Lage. London, 2. 3an. (211.) Die Reuj ahrs- empfangsreden Hindenburgs und Groeners werden in der englischen Presse ausführlich wiedergegeben. ^Dailh Telegraph" rechnet damit, daß die deutsche 3nitiative in der Revisionsfrage im neuen 3ahr in der Welt viel von sich reden machen werde. »Daily Herald" setzt die deutschenWünsche unddie Ansichten Mussolinis, wie sie in der Unterredung mit einem Vertreter der ^Dailh Mail" wiedcrgegcben sind, dem Bestreben Frankreichs gegenüber, das allen derartigen Tendenzen Widerstand entgegensetze. Der Regierungswechsel in Paris habe in der französischen Politik nichts geändert. Die Beziehungen zwischen Paris und Berlin und zwischen Paris und Rom seien keineswegs gut Scharfe und gefährliche Gegensätze seien unvermeidlich. Die Welt gehe der gefährlichsten Lage seit den Kriegsjck-Hren entgegen. Unter diesen Umständen müsse die englische Politik mit ganz kühlem Denken, mit hartem Realismus und frei von jedem Vorurteil und jeder Leidenschaft geleitet werden. England müsse eisern entschlossen sein, sich nicht in einen neuen Krieg hineinziehen zu lassen. Es sei ein glücklicher Zufall, daß in diesem Augenblick Henderson in Dvwningstreet fei. Verfolg der Lohn- und Preissenkungsaktion wenigstens zeitweise gewiß schwere Opfer verlangt, ist der nächste Schritt zur Sicherung gesunder Staatsfinanzen die Verabschiedung desReichshaus- Halts für das Jahr 1931. Daß der neue Haushaltsvoranschlag des Reichs, wie der der Länder, Gemeinden und anderen öffenllichen Körperschaften unter dem Gesichtspunkt strengster Sparsamkeit ausgestellt werden muß, ist selbstverständlich, wenn das Ziel erreicht werden soll, neue, für die Wirtschaft untragbare Belastungen zu vermeiden und dafür zu sorgen, daß die bereits in den Notverordnungen geforderten Opfer nicht vergebens gebracht worden sind. Ebenso selbstverständlich ist aber auch, daß bei der immer noch ganz unübersichtlichen Wirtschaftsentwicklung die Gefahr außerordentlich groß ist, die Posten auf der Einnahmeseite des Etats trotz aller durch die Erfahrungen der letzten Jahre gebotenen Vorsicht zu hoch einzusetzen und unvorhergesehene Ausgaben nur ungenügend zu berücksichtigen. Gerieten die Staatsfinanzen durch die Rückwirkung solcher Vorgänge auf den Reichsetat e r n e u t ins Wanken, müßte erneut die Steuerschraube in Bewegung gesetzt werden und zu Gehallskürzungen bei den Beamten geschritten werden, würde das eine schwere Vertrauens- trifte im In- und Ausland bedeuten, die das ganze Reformwerk in Frage stellen müßte. Durch Festlegung weiterer beträchtlicher Einsparungen über das vom Reichsfinanzminister bereits vorgesehene Maß hinaus muß deshalb der Reichshaushaft vor den Einflüssen einer gewiß nicht notwendigen, aber immerhin möglichen Verschlechterung der Konjunktur sichergestellt werden. Das nächst drängende Problem unserer inneren Politik, auf das auch der Reichspräsident in feiner Neujahrsansprache hinwies, ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Der Reichsfinanzminister Dietrich hat in einem Neujahrsaufsatz bargelegt, daß für unsere Arbeitslosigkeit mindestens ebenso schwer wie die Weltwirtschafts- krisis der mangelnde Absatz im Inland ins Gewicht fällt, und daß dafür der Mangel an Kapital entscheidend ist, der zu einem großen Teil auf den Kapitalentzug durch die Tributleistungen zurückgeführt werden muß. Dieser Kapitalentzug hemmt den Gesundungsprozeß, der normalerweise durch Freistellung von Kapital in Krisenzeiten selbsttätig in Gang kam. Auch aus diesem Gedankengang heraus ist also eine Herabsekung unserer Tributleistungen auf ein erträgliches Matz eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Aber auf den Sieg der wirtschaftlichen Vernunft bei unseren Gegnern können unsere fast 4 Millionen Erwerbslose nicht warten. Der Minister sieht das dringende Problem darin, den Arbeitslosen statt Unterstützung Beschäftigung zu geben, was an sich erheblich höhere finanzielle Aufwendungen verursacht, wenn es nicht gelingt, bei Wiedereinschaltung einer größeren Zahl von Erwerbslosen in den Produktionsprozeß in diesen Industriezweigen die Absatzfrage zu lösen, was in vielen Fragen an dem oon den Selbstkosten diktierten Preisproblem scheitern wird. Der Minister macht den Vorschlag, dort anzusetzen, wo die Aussicht besteht, bei lebenswichtigen Produkten der deutschen Wirtschaft Preissenkungen großen Ausmaßes zu erzielen, die gleichzeitig eine Senkung der Produktionskosten für große Teile der Volkswirtschaft bedeuten. Ob es gelingt, diese Welle in Gang zu bringen, von der Minister Dietrich ein allmähliches Aufsaugen größerer Erwerbslosenmasfen durch die Wirtschaft erhofft, hängt natürlich sehr wesentlich von der Gestaltung der Selbstkosten in den betreffenden Industrien und Gewerben ab. Schnellen die öffentlichen Lasten entgegen den Absichten der Reichsregierung durch Steuererhöhungen der Länder und Gemeinden wie durch Tariferhöhungen der öffentlichen Kraftwerke und Verkehrsunternehmungen weiter empor, gelingt es andererseits auch nicht, in der Lohnfrage voranzukommen, so werden sich die Aussichten für die Pläne Dietrichs nicht gerade günstig gestalten. Auch hier wird außerordentlich viel von der Energie der Reichsregierung abhängen, mit der sie an die Weiterführung ihres Programms, in das ja das Preis- und Lohnproblem als ein wesentliches Moment der Wiederingangsetzung der Wirtschaft einbeschlossen ist, herantritt. Die Reichsregierung wird sich auch dabei leiten lassen müssen von dem Grundgedanken ihres Reformwerks, wie es in den eindringlichen Worten der Neujahrsbotschaft des Reichspräsidenten zum Ausdruck kommt: aus dem eigenwilligen Streit um politische Programme und um selbstische Vorteile empor zu gemeinsamer praktischer Arbeit für das Gesamtvolk. Nur dann, wenn es uns nach Hindenburg Wunsch gelingt, durch besonnenes Zusammengehen in den Lebensfragen unseres Vaterlandes, in den Dingen, die unser aller gemeinsames Schicksal bestimmen, einen einigen starken politischen Willen zu schaffen, nur dann werden wir imstande sein, auch die großen außenpolitischen Aufgaben, die das Jahr 1931 uns bringen wird, einer für uns erträglichen Lösung entgegenzuführen. Schwere Streikunruhen am Niederrhein. Keuergcfccht mit der »olizer. — Ein Todesopfer der Lchictzerei. Moers, 2. Januar. (IBIB.) Auf der Zeche ^Niederrhein" in Neukirchen kam es heute nachmittag zu Unruhen. 3n roher und unflätiger weife wurden die arbeitswilligen Bergleute, die einfahren wollten, von etwa 5 0 0 Streikenden belästigt. Die Arbeitswilligen wurden geschlagen und mit Steinen beworfen. Auch riß man ihnen die Kaffeekannen weg. Die Ncukirchener Polizei, die zu schwach war. sah sich schließlich gezwungen. Verstärkung von Duisburg anzusordern. Mit Gejohle und Schlmps- wortea wurde das Polizeiaufgebot empfangen. Da der Aufforderung, den Platz zu räumen, nicht Folge geleistet wurde, machten die Beamten vom Gummiknüppel Gebrauch und trieben die Menge auseinander. Die Polizei ist nach wie vor in Alarmbereitschaft und überwacht jeden Schichtwechsel. Starke Polizeistreifen patrouillieren in der. Gemeinde Neukirchen, um die arbeitswilligen Bergleute auf dem Wege zur Zeche zu schützen. Belm Einfahren der Nachtschicht kam c» vor Schacht V der Zeche „R h e i n p r e u h e n" in Moers wieder zu großen Menschenansammlungen. Al» die Polizei die Streikenden zurückdrängte. wurde plötzlich au» der Menge geschossen. Die Polizei erwiderte da» Feuer und e» kam zu einem regelrechten Feuergesecht. da» mehrere Minuten andauerle. Ein Unbeteiligter, der Lohnarbeiter Hackstein, wurde von mehreren Kugeln getroffen. Um Mitternacht ist er im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen, wie verlautet, sollen mehrere Personen leichte Verletzungen bei der Schießerei erlitten haben. Nach den bi» jetzt vorliegenden Meldungen hat sich die Streiklage in dem Bezirk von Moers Samstag früh noch weiter verschärft. Die Zahl der zur Frühschicht eingefahrenen Beleg- schäften hat sich verringert. Ein Gesamtbild der Streiklage im Ruhrbergbau laßt sich noch nicht geben, do die Meldungen der einzelnen Schacht- anlagen noch ausstehen. Husemann warnt. Die kommunistische Streikaktion wird bald zusammenbrechen. Berlin. 2. Jan. (CNB.) Der Vorsitzende des Verbandes der Bergbouindustriearbeiter Deutschlands (Deutscher Bergarbeiterverband). Fritz husemann. hat sich in einer Unterredung mit dem Bochumer Mitarbeiter des „Tempo" über d i e durch die Streikaktion der revolutionären G e w e r k s ch a f t s o p p o i i t i o n entstandenen Lage im Ruhrgebiet dahin geäußert, daß das Endziel der Bewegung seiner Ansicht nach bie Gründung eines kommuni st ischen Dergarbeiterverbandes bezwecke, husemann glaubt, daß die kommunistische Streikaktion schon in kurzer Zeit zusammenbrechen werde, weil die überwiegende Mehrheit der Bergarbeiter einsähe, daß ihr mit derartigen Bewegungen nicht gedient sei. Trotz der kommunistischen Ueberrumpelungserfolge auf einzelnen Schacht- anlagen könne jedenfalls die Masse der Bergarbeiter- schast als fest in der Hand ihrer verantwortungs- bewußten Führer bezeichnet werden. Wilder Streik in Remscheid. Remscheid. 2. 3an. Die kommuni st lsche Gewerkschaftsopposition des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Remscheid beschloß heute als Protest gegen denletztenSchiedsspruch, der einen sechs- .Prozentigen Lohnabbau vorsieht, in denS t rei k zu treten. 3m Laufe des Tages kam es bereits bei mehreren Fabriken zu Stillegungen. 3m Augenblick erscheint es aber noch fraglich, ob sich alle * 23 000 Metallarbeiter in Remscheid am Streik beteiligen. Die Streikenden veranstalteten heute zusammen mit den Erwerbslosen große Kundgebungen, bei denen es zu kleineren Zwischenfällen mit der Polizei kam. Die Streikenden haben bereits Ausschüsse gebildet und wollen gewaltsam durchsetzen, daß alle Remscheider Fabriken st i l l g e l e g t werden. Dor Stillegungen in der peiner Großindustrie. Peine. 2. Ian. (WTB.) Zur Beilegung des Tarifstreits beim feiner Walzwerk und der Ilseder Hütte hatte der Regierungspräsi- dent in Hildesheim die Parteien für Mittwoch zu einer Besprechung gebeten. Die Verhandlungen brachten keine Verständigung. Die Werk- leitung macht heute durch Anschlag in den Betrieben bekannt, daß die Zahl der Unterschriften derjenigen Arbeiter, die sich zur Weiterarbeit zu den im Schiedsspruch festgesetzten Bedingungen (8-o. h.- Lohnkürzung) bereit erklären, nicht genüge, um den Betrieb wirtschaftlich aufrechtzuerhalten, und daß demnach die Stillegung der Werke am 3. Januar erfolgen müsse. Lohnsenkung in der Wuppertaler Textilindustrie. Wuppertal, 2. Ion. (WTB.) Der staatliche Schlichtungsausschuß fällte unter dem Dor- Jitz des Beigeordneten Bragard einen Schieds- pruch. der eine Senkung der Löhne in der Wuppertaler Textilindustrie um 7 Prozent vorsieht Gleichzeitig wird eine Anzahl Zulagentarife für die ßüftrierer. Gummibandwirker sowie auch in der Kunstseidenindustrie gekürzt oder gestrichen. Der Schiedsspruch tritt am 16.Januar in Kraft und schafft eine Regelung bis zum 15. Juli d. I. Er gilt für mehr als 45 000 Arbeiter. Nationalsozialistische Anträge gegen Wirth und Groener. Berlin. 2. 3an. (TU.) Wie dieRationalsvzia- listische Par', amen tsdienst mltteilt, haben die Ra- tionalsvzialisten einen Qlntrag im Reichstag ein» gebracht, wonach der Reichsinnenminister Dr. Wirth und der Reichswehrminister Dr. Groe- n e r wegen Verletzung der Reichsverfassung vor dem S taatsger i ch tshof für das Deutsche Reich angeklagt werden sollen, sowie ferner ein Untersuchungsausschuß zur Aufklärung darüber eingesetzt werden soll, inwieweit bestimmte Summen des Haushaltes für par- Vor -er Ratstagung in Genf. Die deutsche Minderheitenbeschwerde gegen Polen. Henderson übernimmt den Ratsvorsih. Die Auffassung des Auswärtigen Amts. Berlin, 2.3an. (TU.) wie die Telegraphen- Union zuverlässig erfährt, ist mit dem englischen Außenminister Henderson bereits endgültig der Tausch des Ratsvorsihe» vollzogen worden, während Henderson den Vorsitz der 3a- nuartagung übernimmt, wird Reichsaußenminister Eurtiu» der nächsten Ratstagung präsidieren. wenn an diesem wechsel eine Kritik geübt wird, so wird von amtlicher Seite dem entgegengehalten, daß der deutsche Reichsaußenminister durch diese Maßnahme eine nicht zu unterschätzende Handlungsfreiheit gewonnen hat, so daß der deutsche Vorstoß in dem Konflikt mit Polen bedeutend wirkungsvoller fein kann. Ueberdies verspreche eine Ratsleitung unter Henderson eine objektive verhandlungssührung. wa» gerade in diesem Falle von außerordentlichem Nutzen sein werde. Denn England könne Polen gegenüber einen vollkommen unabhängigen Standpunkt ein- nehmen, wodurch die Arbeit de» Rotspräsidenten eine große Erleichterung erfahre. Eine Ratsleitung deutscherseits würde dagegen im gegenwärtigen Augenblick eine hemmende Einschränkung der verhandlungssreiheit für den deutschen Delegationssührer bedeuten. Eine Fnierpettation der Deutschnaiionaten. Werden durch den Verzicht von Curtins deutsche Interessen geschädigt? Berlin, ?. Ian. (TU.) Die deutschnationalen Abgeordneten Dr. Freiherr von Frey» tagh-Loringhoven und Dr. O b e r f o h - ren haben folgende Interpellation eingebracht. „Rach Zeitungsmeldungen beabsichtigt der Herr Reichsaußenminister auf den ihm nach der alphabetischen Reihenfolge zustehenden Tot» sitz in der Ianuartagung des Völkerbundsrates zu verzichten. Als Begründung wird in der Presse darauf hingewiesen, daß die Führung des Vorsitzes mit der Vertretung der deutschen Interessen bei der Verhandlung über die Polengreuel nicht vereinbar sei. Der von dem Herrn Außenminister angeblich beabsichtigte Verzicht aus den Vorsitz stünde im Widerspruch zur Praxis des Völkerbundes. Bisher hat kein Ratsmitglied auf den ihm zufallenden Vorsitz verzichtet. Auch wenn Fragen zur Beratung standen, die seine Interessen berührten. Es entsteht daher der Eindruck, als sei die Absicht des Herrn Außenministers, falls sie vorliegt, auf auswärtige Einflüsse oder gar auswärtigen Druck zurückzuführen, deren ^Urheber eine Schwächung der deutschen Stellung im Auge haben. Wir fragen die Reichsregierung, ob tatsächlich eine solche Absicht des Herrn Außenministers besteht und ob — bejahenden Falles — die Reichsregierung sie billigt, obgleich durch einen solchen Schritt d i e deutschen Interessen geschädigt würden und obgleich ein Präzedenzfall für ihn nicht besteht?" polen arbeitet auf Verschleppung hin. Warschau wird Nachprüfung deS Anklagematerials verlangen. G e n f, 2. Ian. ($11.) In Genfer unterrichteten Kreisen verlautet, daß diepolnischeRegie- r u n g auf der Ianuartagung des Völkerbundsrats die französische Unterstützung zunächst in dem Sinne versuchen werde, daß durch Anzweiflung der Zuverlässigkeit des in den drei deutschen Be chwerlenoten vorgebrachten Anklagematerials eine sofortige Entscheidung unmöglich gemacht wird. Man erwartet daher, daß in den Genfer Verhandlungen im Januar vor der sachlichen Behandlung der deutlichen Deschwerdenoten von polnischer Seite die Frage aufgeworfen wird, ob und wie eine Rachprüfung des deutschen Anklagematerials erfolgen müsse, obwohl eine derartige Prüfung im Hinblick auf das umfangreiche, auf der sofortigen Untersuchung der Vorfälle aufgebaute und völlig einwandfreie deutsche Material überhaupt nicht notwendig sein dürfte. Revolution in Panama. Präsident Arosemena abgeseht. — Oie Revolutionäre in der Haupstadt siegreich. - Wird Nordamerika eingreifen? Washington, 2. Ian. (WTB.) Nach einer dem hiesigen Gesandten der Republik Panama zuge- gangenen Nachricht ist d i e Regierung des Präsidenten Arosemena von einer nationalen revolutionären Bewegung, die vom ganzen Volk unterstützt wird, g e ft ü r 3 t. Der Aufstand brach unerwartet aus. Er wurde von der A c c i 0 n C 0 m u n a l gefördert, einer patriotischen Organisation, die die angebliche Korruption der Regierung unter den Präsidenten Chiari und Arosemena scharf angegriffen hatte. Heute früh fuhr eine Gruppe von etwa 100 Mann zum Hauptquartier der Staatspolizei, die Panamas einzige stehende Armee bildet und besetzte nach Abgabe einiger Schüsse die Polizeistation. Präsident Arosemena und mehrere andere Regierungsbeamte wurden verhaftet. Wie das dem Gesandten von Panama ^gegangene Telegramm weiter besagt, wird die revolutionäre Bewegung von Dr. Amorio Arias aeführt. Der Gesandte erklärte, Arias sei ein Anwalt, der bisher seine hervorragenden Dienste friedlichen Zwecken widmete. Der Präsident soll am Nachmittag Dr. Amorio Arias zum Pre- mierminifter ernannt haben und dann seinen Rücktritt bekanntgegeben haben. Arosemena hat somit Dr. Arias die Präsidentschaft und die Neubildung des Kabinetts überlassen. Nach den ersten Meldungen aus Panama sind zehn Personen getötet und etwa 20 verwundet worden. Der Platz um das Präsidentschafts, palais jeigt Blutspuren. Der Aufstand verlies jedoch verhältnismäßig ruhig. Außer in der unmittelbaren Umgebung der Polizeistation und des Palais erfuhren die Einwohner erst von dem Aufstand, als sie morgens erwachten. Meldungen aus Colon besagen, daß der dortige Gouverneur G a l i n d 0 versucht habe, mit einer Abteilung Polizei und bewaffneter Zivilisten nachPanarna zu marschieren, daß der Gouverneur der Kanalzone aber abgelebt habe, der bewaffneten Truppe den Durchzug durch die Kanal- z 0 n e zu gestatten. Telephon und Telegraph arbeiten nicht-, deshalb ist es nicht bekannt, wie das I n n e r e des Landes die Bewegung ausgenommen hat. Die provisorische Regierung verbot vorläufig alle Zeitungen, jedoch werden die nach dem Ausland gehenden Berichte keiner Zensur unterworfen. Bestürzung in Washington. Die USA. zu einer Intervention berechtigt. Die Sicherung der Kanalzone. Washington, 2.3an. (WTB.) Der Ausbruch der offenen Revolution in Panama hat die hiesige Regierung mit schweren Sorgen erfüllt Staatssekretär S I i m f 0 n hatte heute lange Besprechungen im weihen Hause und mit dem Krieg»- miniffer. Er erklärte in einer anschließenden Pressekonferenz, die vereinigten Staaten wären durch den vertrag von 1903 z u einer Intervention berechtigt, falls die Regierung in Panama die Ordnung nicht aus eigener Kraft aufrecht- zuerhalten vermöchte, hierzu käme, daß die Sicherung des Panama-Kanal» für eine ungehinderte Schiffahrt im Kriege und im Frieden eine Frage von vitaler Bedeutung für die vereinigten Staaten wäre. Trotzdem würde die Washingtoner Regierung nicht eingreifen, ohne die Lage sorgfältig studiert zu haben. Erst wenn die Verhältnisse so chaotisch geworden sein sollten, daß eine Intervention im allgemeinem Jntereffe unvermeidlich wäre, würde ein Eingreifen erfolgen. Die Ursache der Revolution wäre darin zu suchen, daß die für 1932 bevorstehenden Neuwahlen durch gewiße Umbesetzungen im Kabinett ihre Schatten vorausgeworfen hätten und daß eine Mißstimmung bei den Anhängern der abgesetz- ten Politiker erzeugt worden wäre. teipolitische Zwecke, tote für die 11 eberwach u n g der RSDAP. durch Ministerialdirektor a. D. Spiecker oder für die Bespitzelung des LandesThüringen verausgabt worden seien. Die Dersassungsvertetzung Dr. Wirths wird in der nach Ansicht der Rationalsozialisten bewußt unwahren Behauptung gesehen, die RSDAP. verfolge hochverräterische Ziele und Mitglieder der RSDAP. dürften infolgedessen nicht als Polizeibeamte verwandt werden, sowie ferner in der Sperrung der Reichszuschüsse für Polizeizwecke für das Land Thüringen. Die Rechts- und Verfassungswidrigkeit seines Vorgehens habe Dr. Wirth s e l b st z rn- gegeben, indem er am 22. Dezember 1930 die Sperre der Polizeigelder habe wieder a u f h e b e n müssen. Die Derfassungsverlehung des Reichswehrministers G r 0 e n e r wird in dem Erlaß vom Jahre 1929 gesehen, wonach alle in Reichswehrbetrieben beschäftigten Arbeiter und Angestellten, die der RSDAP. ongehörten, zu entlassen seien. Die Verfassungswidrigkeit dieses Erlasses sei in einem Urteil des Amtsgerichtes Wilhelmshaven von Anfang Dezember 1930 festgestellt worden. Marschall Ioffre gestorben. pari», 3. Ian. (HL Drahtmeldung.) Marschall Iossre. der erste Generalissimus der französischen Armee im Weltkriege und Führer in der Marne- schlacht. Ist heute morgen um 8.23 Uhr seinem langen und schweren Leiden erlegen. Iossre hatte sich bekanntlich eine Venenentzündung zugezogen. die die Amputation eines Beines notwendig machte. Die Operation, zunächst gut verlausen, führte später zu Komplikationen, gegen die alle ärztlichen Bemühungen erfolglos blieben. Aus oller Wett. Schwerer Bankraub in Ostfriesland. Am Freitag kurZ nach 18 Uhr hielt etwa 20 Meter von der Spar- und Darlehnskafse von Marienhafe bei Emden entfernt ein Kraf- wagen, dem drei maskierte Männer entstiegen, die in den Kassenraum der Dank ein- drangen. Mit vorgehaltenen Revolvern — einer der Räuber verfügte sogar über zwei Waffen — drangen sie auf die anwesenden Beamten ein und holten etwa 10000 Mark aus dem Z a h l t i s ch. Während zwei der Räuber mit dem geraubten Gelde zum Auto zurückeilten, hielt der dritte die im Kassenraum weilenden Beamten mit der Waffe im Schach. Der dritte der Banditen sprang erst im letzten Augenblick in den Wagen. Den Bankbeamten, die über keine Waffen verfügten, blieb nichts weiter übrig, als den Landjäger zu benachrichtigen, der die ver- chiedenen Polizeistationen von dem Raub überall sofort in Kenntnis setzte, damit die Land- trahen abgeriegelt würden. Richt lange nach dem Heberfall wurde das Auto der Banditen zwischen Marienhafe und Gngerhave, nur einige Kilometer vom Tatort entfernt, auf gefunden. Es handelt sich um einen in der vergangenen Rächt gestohlenen Wagen. Sämtliche Landjägerposten und Polizeistationen in der Umgebung von Marienhafe sind die Rächt über mit der Suche nach den drei Unbekannten beschäftigt. Die Flüchtlinge haben ihre Kopfbedeckungen in dem in Bad Zwischenahn in Oldenburg gestohlenen Auto liegen gelassen. Der Raubüberfall hat manche Aehnlichkeit mit dem auf die Filiale der Deutschen Dank und Diskontogesellschaft in Köln- Lindental verübten. Es heißt, daß einer der Bankräuber in der vergangenen Woche bei der bestohlenen Dank holländische Gulden gewechselt haben soll, wahrscheinlich um sich Über die Lokalitäten zu informieren. Verhängnisvoller Irrtum. In dem Glauben, einen Einbrecher vor sich zu haben, erschoß der Gutspächter Straßburger in Biestern bei Loetzen seine Hausangestellt e. Straßburger erwachte gegen Morgen von einem verdächtigen Geräusch. In der Annahme daß Einbrecher am Werke seien, nahm er eine Taschenlampe und einen Revolver und begab sich auf den Flur. Als er dort eine Person sah, die auf die Frage: „Wer da?" keine Amtwort gab, schoß Straß, burger, der sich in großer Erregung befand, in bas Dunkel des Flurs. Wie er zu feinem Entsetzen entdecken mußte, hatte er seine eigene Hausangestellte Fräulein Drubba erschossen. Eine Flaschenpost der „Cujltanla**. Auf der Hallig Langeneß ist ein« Flaschenpost angetrieben, die von der während des Krieges torpedierten und untergegangenen „Lusi- tania" stammen soll. Die Flasche, die über und über mit Algen und Muscheln bedeckt war, enthielt einen Zettel mit der Mitteilung, daß die „2uf i tan i a“ inzehn RVin-u t en sinken werde. Die Mitteilung ist von zehn Fahrgästen unterschrieben. Da die Flaschenpost al- echt angesehen wird, ist der Zettel der Cunard Line zugeschickt worden. Führerkonferenz der Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner. Die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner hat In Berlin erneut in einer Führerkonserenz sich mit den Maßnahmen beschäftigt, die die Deutsche Reichsbahn in ihrem Personalkörper durchführt. Die Konferenz machte der Gewerkschaftsleitung weiter zur Pflicht, die seit Jahren betriebenen Arbeiten, die in der Forderung der Revision der Verträge gipfeln, die aus dem Friedensvertrag resultieren, mit allen Kräften fortzusetzen. Für den Poungplan muß neben der Forderung nach Abbau seiner absoluten Belastungshöhe die Forderung nach Inkraftsetzung derGoldwertklausel durchgesetzt werden, deren Fehlen uns 15 v. H höhere Tributleistungen abzwingt, wie ursprünglich vorgesehen waren. Fürdie Reichsbahn z. B. würde die Wiedereinführung der Goldwertklausel eine Ersparnis von 99 Millionen jährlich bedeuten. Die Wetterlage. lordoi ■rshai :Kin1 Oslo Sdtt [nKf. it Genf Owolkenlos. ® neuer <>naib Bedtcm» wolkig. • oeuecki •Regt* * Schnee a Graupeln. - MeDei K Gewnter.(g)WindSttlie.-O^ «eichte» Ost nassioe» Südsüdwest K stürmischer nordwes» 0>e Pfeue fliegen mit dem Winde. Die neiden Stationen stehenden Za* (en gehen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichet) «uf MeeresniVeau umoerechnetee Luftdruck Wettervoraussage. Die gestern südlich von Irland erkennbare Störung ist bereits so weit östlich vorgedrungen, daß ihr Kern heute morgen über dem Kanal lag, und die Vorderseite in unserem Bezirk schon Niederschläge brachte. Unter dem Einfluß tiefen Druckes werden durch die Südwestluft die Temperaturen zunächst ansteigen und vorerst weitere Niederschläge auftreten, welche auch in unserem Bezirk in Regen übergehen werden. Nach dem Vorüberzug der Warmluft drehen die Winde mehr nach Westen zu, so daß dadurch wieder Temperaturrückgang eintritt und der Witterungscharakter im ganzen wechselhaft bleibt. Aussichten für Sonntag : Zunächst nach bedeckt mit zeitweisen Riederschlägen, wärmer, später mehr wechselnd wolkig und wieder kühler. Lufttemperaturen am 2. Januar: mittags 4 Grad Celsius, abends 6,1 Grad; am 3. Januar: morgens 0,7 Grad. Maximum 4,6 Grad, Minimum —0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Januar: abends 2 Grad , am 3. Januar: morgens 1 Grad Celsius. — Niederschlag 0,9 mm. — Sonnen- scheindauer 1% Stunde. Amtliche Wintersportnachrichken. Vogelsberg. Hoherodskops: Starker Schneefall, — 2 Grad, 8 cm Sch-.ee, Pulverfchn e; Sportmöglichkeit für Ski und Rodeln vorhanden. Taunus, Kleiner Feldberg: Leichter Schneefall, — 3 Grad, 9 cm Schnee, Pulverschnee-, Sportmöglichkcit für Ski und Rodeln gut. Sauerland, Winterberg: Witterung bewölkt, — 3 Grad, 25 cm Schnee, 3 bis. 5 cm Reuschnee. Pulverschnee; Sportmöglichkeit für Ski und Rodeln gut Rhön, Wasserkuppe. Witterung: be* wölkt, — 4 Grad, 15 cm Schnee, Beschaffenheit: bedeckt: Sportmöglichkeit für Ski und Rodeln mäßig. . , Alpen, G armisch-Partenkircherr. Witterung: bedeckt, -s-1 Grad, 1 cm Schnee, schasfenheit: verharscht: Sportmöglichkeit für 6n und Rodeln gut * SS'&'e mbtpx u^f^eü? «ich o! > 9>'ffinrn M«» n ^r ä^[9en DOn Qim er efte» dotz ch beM l5biet>ufbieJben >V 6Qb. Ichok ?Un9bÄ6|n6^. iia^w£ äsS MclftÄdJW Fahr. Jtenj ^«Mw. Äeä“ *Ä’S* Mr;i " der Verträge Ertrag resultieren. "- M den Tloungplon üorberung 3n, 1 u> e r 111 • u f e i burdj. ".UNS 15 D.j) höhere «« ursprünglich Doroe- 'Zrbahnz.B.n>L .Goldwertklausel eine "•honen jährlich '5 > EJ v*! iw !'. erlöge. :iie *>«» e«-t(U ML Sw** *3 .»oer auch von den übrigen Sternen des Bildes werden wir manchen ohne Mühe entdecken. Rach und nach folgen dann die eigentlichen Wintersternbilder, also der Orion mit seinen beiden Hunden, dem „großen" mit dem Sirius und dem „kleinen" mit dem Prokyon, dann weiter die Zwillinge, der Löwe usw. Küstermann. „Hessischen Hof". — Ehemalige 222er: 8.30 Ahr im „Andrees". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheaier: „Gvldmarie und Pechmarie", 15 bis 17,30 Ahr: „Meine Schwester und ich", 18.30 bis 19.30 Ahr. — 3n der Stadtkira)e, 20 Ahr, Vortrag: „Der anklopfende Heiland an deines Herzens Tür", von Missionar Walther. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der falsche Feldmarschall" mit Roda Roda. — Astoria-Lichfspiele: „Meine Schwester und ich" und „Die Liebe des Cowboy". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: 3n der morgigen Vorstellung „Meine Schwester und ich" spielt für das plötzlich erkrankte Fräulein 3ahn Fräulein Anneliese K e r t i n g von dem Vereinigten Operetten- tijeater Bochum-Hamborn die Rolle der 3rma. 5>ie Vorstellung beginnt um 18.30 als Fremdenvorstellung bei ermäßigten Preisen. — Für Dienstag, 6.3anuar, ist die erste Wiederholung der ausgelassenen Posse „Robert und Bertram" an= gesetzt. Beginn 19.30 Ahr. Mittwoch, 7. Januar, zum letztenmal: Rostands Schauspiel „Der Mamr, den fein Gewissen trieb", ein Stück, das durch seinen Ernst aufrichtige Anerkennung errungen hat. — Die nächste Premiere wird Shaws großes Theaterwerk „Der Kaiser von Amerika" sein, das in der Berliner Aufführung bei Reinhardt zu einer großen Thea- terveranstaltung wurde. Die Aufführung ist auf Freitag, 9. Januar, festgelegt. — Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß nur noch zwei Vorstellungen des diesjährigen Weihnachtsmärchens „Goldmarie und Pechmarie" stattfinden, und zwar morgen, Sonntag, 4. Januar, 15 Ahr, und Sonntag, 11. 3anuar, ebenfalls 15 Ahr. — EvangelisationswocheinGiehen. Man schreibt uns: Die Evangelische Kirchen- gemeinde Gießen veranstaltet vom 4. bis 11.3a- nuar eine Evangelisationswoche. Redner ist Missionar Heinrich Walther aus Beuern, der früher in Kamerun arbeitete, mit Ausbruch des Krieges in französische Kriegsgefangenschaft geriet und nun als Volksmissionar in Oberhessen und Rheinhessen tätig ist. Dem Missionar geht der Ruf eines packenden und anregenden Redners voraus. Die Abendvorträge finden in der Stadt- kirch. sta.t. Außerdem I_äh Miß io.'.ar Walt her am 4.3anuar in der 3ohanneskirche und am 11.3anuar in der Stadtkirche den Dormittagsgottesdienst. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Die Feuerwehr-Arbeit im 3ahre 1 9 3 0. In der Zeit vom 1. 3anuar bis 31. Dezember 1930 wurde die ständige Feuerwache bei folgenden Fällen in Anspruch genommen: 4 Kellerbrände, 2 Zimmerbrände, 1 Dachstuhlbrand, 8 Kaminbrände, 31 sonstige Brände, ein Wald- und Rasenbrand, 2 Grotzfeuer, 51 sonstige Inanspruchnahmen, Keller auspumpen, Schachtdeckel einsehen. Heben von Großtieren, Beseitigung von Erdsenkungen usw., 6 blinde Alarme, 37 Anfugalarme, Gesamtinanspruchnahme der Feuerwac^ also in 143 Fällen. •• Kinderspeisung in den städtischen Schulen. In den städtischen Schulen, in der Kleinkinderbewahranstalt und im Volkskindergarten wurde auch im verflossenen Jahre wieder an bedürftige Kinder ein Milchfrühstuck abgegeben. Den Kindern wurde 0,2 Liter Vorzugsmilch und ein Milchbrötchen verabreicht. 3m Monat Juli 1930 nahmen 875 (3uli 1929 : 884) und im Monat Dezember 1930: 891 (Dezember 1929: 922) bedürftige Kinder daran teil. •• Iustizpersonalien. Das Gesamtministerium hat ernannt: für die Disziplin arkammer bei dem Landgericht in Gießen: als ordentliche Mitglieder: Oberamtsrichter Hosmeyer in Altenstadt, Oberamtsrichter Schreiber in Vilbel, Amtsgerichtsrat Gros und Landgerichtsrat Trümpert in Gießen: als stellvertretende Mitglieder: Landgerichtsdirektor Cramer, Amtsgerichtsdircktor Keller und Landgerichts- rat Hansult in Gießen, sowie Amtsgerichtsrat Thurn in Friedberg: für den Disziplinarsenat beim Oberlandesgericht als ordentliches Mitglied Landgerichtsrat R e u r o t h, Gießen, als stellvertretendes Mitglied Landgerichtsrat Dr. Wo6aege, Gießen: für den Disziplinarhof bei dem Oberlandesgericht Landgerichtsdirektor Schudt, Gießen, und Amtsgerichtsrat H o f f - mann in Friedberg als ordentliche Mitglieder: als stellvertretendes Mitglied Landgerichtspräsident Reuenhagen, Gießen. — Ferner wurden ernannt: Amtsgerichtsrat Philipp Glenz beim Amtsgericht in Grünberg zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Reinheim i. O.; der Gerichtsassessor Dr. Wilhelm Christ in Rieder- Olm zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht in Grünberg. •’ Wieder Schnee. Der Winter, der tn diesem Jahre nur sehr zögernd sein Regiment angetreten hat, brachte uns heute morgen doch wieder einigen Schnee, der sich in den Straßen der 3nnenstadt ledoch nicht zu halten vermochte, lediglich die Wintersportler nahmen den Schnee als ein gutes Omen, denn dort, wo sie den morgigen! Sonntag verbringen werden, dürften aber doch andere Schneeverhältnisse fein. " Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Ahr bei kleinen Preisen geöffnet. (Die Räume sind geheizt.) •• Die städtische Kunstsammlung im Reuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist morgen, S-onntag, von 11 bis 13 Ahr bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. ** Anlagenkonzert findet morgen, Sonntag, 11 Ahr, durch das Musikkorps unseres Bataillons bei günstiger Witterung in ber jSüb- anfage statt. Leitung: Obermusikmeister Löb er. Die Musikfolge ist: 1. „ Fest-Reveille", L. Golde: 2. Ouvertüre zur Operette „Die schöne Galathe", Franz v. Suppe: 3. Zwei Armeemärsche: a) Ar- meemarsch II Rr. 72, Marsch über Motive aus der Oper „Di etoeiße Dame", QL Boieldien, b) Armeemarsch II, Rr. 136, nach Motiven aus der Oper „Die Zigeunerin", W. Balse; 4. Fackeltanz nach Motive aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg", R. Wagner: 5. „Bei uns zu Haus", Walzer, 3oh. Strauß: 6. Armeemarsch 11, Nr. 173, „Helenenmarsch", Fr. Lübbert. ** Der näch ste R i n d o i e h m a r k t (Nutz, viehmarkt) findet am Dienstag, 6. Januar, und der nächste Schweinemarkf am 21. Januar statt. Neue Kurse der Volkshochschule. Man schreibt uns: Der Besuch der Volkshochschule hat in diesem Winterhalbjahr wiederum gegenüber dem Vorjahr beträchtlich zugenommen. Die neuen Kurse dürften ebenfalls reges 3ntereffe finden. Es fei besonders hingewiesen auf die Vortragsreihe „Die Krise der Medizin und die neuzeitlichen Hellverfahren" (Dr. med. Ma lech), sowie auf die Kurse „Handschrift und Charakter ' (W. Heg ar) und „Das Wesen der Elektrizität* (©tubienrat Heußel). ZahlrcichenWünschrnentsprechend sind die Kurse „Hebungen in Rechtschreibung" und „Eingaben, Gesuche, Protokolle, Berichte" neu aufgenommen worden. Erwerbslose und Kurzarbeiter können an allen Kursen der Volkshochschule unentgeltlich teilnehmen. (Näheres in der heutigen Anzeige.) "Die Schülergardervbe in de« Schule n. Veranlaßt durch Diebstähle von Mänteln, die in jüngster Zeit in verschiedenen Schulen vvrgekommen waren, hat das Kultusministerium angeordnet, daß den Schülern erlaubt wird, ihrs Mäntel während des Anterrichts in den Schulsälen aufzuhängen. Ein Schadenersatz für abhandenkommende Sachen könne von den Schulen nicht geleistet werden. •• Konzerte in den Kliniken. Anter der Leitung von Obermusikmeister L ö b c r gab die Reichswehrkapelle enumlät3e uns dauernde 'Jiochbe- uellnngen werd, oo. gelegt. Etnarbetig. erfolgt direkt durch ,. freie 3-Zimni.- Wohn NI Bade» u. Wasch- etnrtchig.m. Sential« heizg. u.Pkadchenz. i. Südvtenel z. vevm Schr. Aua. nniev 049 an den Gieh. Anz Im '-Neubau in Heizung kl. Z-3-ilm.-W., 1. etnz. Dame geetg. foi. z. vm. Schr. Ang. u 042 a. d. Gu.Auz. Woonnng J2 Zimmer u. Küche zu vernreten tu Steinberg b.liehen' G.rrieiistr. 13. [013 2fflonhnöeißhnmer und Küche zu vei in.; geeignet für ktnder lofes Ghevaar oder einzelne Dame. . u erir in d. Gefchü d Gien. Anz.010 •4—3 große heue äinwer Eingang tin 1.Stock für ’Mito ufw. geeignet, fofoit o er iväter zu vermieten. 69m S.lterSweg 87. 1-2 möbl. Zimmer Nabe Bahn, auch an Gbeoaar i'til. z. mm. Erednerttr. 18 I M Hlööi. Siminer zu vermieten 020 Evelftr. 9, H. v. 3 renovierte )täume CO. 60 qm, für ! üro oder Engiosueichäst Balinbofslraue 54. 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Gewöhnliche 'Breite Zum letzten Male: Der Mann Den sein gewissen trieb Schauspiel in drei Akten und einem Borfpiel von Maurice Roitand. Freitag, 9. Jan.» uun 19'/» bis22',Ui>r 14. Freitag-tiön-Btir. Gewöhnliche Pteise Znm ersien 2)iale'- EerKaiservonAmenka Eine polnische Komödie o.Bein.Shaw Sonntag, 11. Jan., von 15 bis 17', Uhr Kinderooistellnng Außer Abonncinent ErmüHigie Pieite Zum letzten Male: CoMinar.en. Pecbmarie (Frau Holle) Weihnachtsmärchen in 5 Akten von Aloys Pratch. Munk von Guttav SieffenS. «D L onntag. l l.Jan., Außer Abonnement Erm? Cverettcnur. von 18'/. b. 2Ü'/j Ubr Gastspiel der Ber° emigien Lveretten- theater Bochum- Hamborn Das MiteIMb l80D Hopfeld: Ordentliche Hauptversamnünng. Freitag, 9. Jan., abdo. 8*Ubr bei Nächste MonatSver- tammlung Montag, den l'L.Jan [6.3u 1 Hotel Köhler. Lernt Kurzschrift Montag, 5. Jan., 19 Uhr, eröffnen rotr in der (9octbcicbule einen MWet- lettiog in der Emheltskiirz- schritt für Damen u. Herren uni.Leitung eines staatl. geprüit. Kurzschitfilehiers. Unlerrichtsg. 12 Mk. LLeitcre > urfe beginnen: 5. Januar, 19 Ubr: Fortbildung in der Berkebrsschritt 5. Januar. 2u Uhr Redeschrift iür Ans.; Diktat 00 80 S. 6. Januar, 19 Uhr: Prakt. Hebung t. d. Redeschrift: Diktat 1- 0 120 S. 6. Januar, 20 Uhr: Fortbildung in der Redeschrift: Diktat 140 S. und höher. Anmeldg. u. Ausk. d. den 1. BorL Herrn Franz Hanftein, Wilhelmitrahe 6 II, oder zu Unterrichtsbeginn. Knrsschriltvereln v. 1861 m. Damenabtlg. E. V. 187801) I Verschiedenes | MIverMr gesudit. Lohnender Aitikel, sofort Bargeld. Schriftl. Ang. u. 034 an den GteH. Anz. Gesucht wird braver, orden lieber Junge vom Lande der Vnft hat, dte Bäckerei zu ei lernen. Zu er- iragen ulitteld. Annoncen • Expedition, Ploc^str. 6. |0 8 Stütze mit lückenlos. Zeug» Nissen, die verfett kochen kann, in Pro- sessoreubauSbalinach Marburg geiucht. 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Stand pneint sind. h unserer Gegner, vor allen ton» gegenüber war bisher hie man in der deutschen oder im deutschen Volks link, indem man sich daraus Wehrpflicht sei für Äüschland nur ein solcher Krieg möglich, von des i Notwendigkeit und Hn- Vermeidbarkeit das brungen sei. Krieg ist, nach der von Clausewitz, nur P teln. Was für den Ä radikalste Form der au gilt auch für ö i el] a l s solche. Ihre 58 ruhen auf der Starr nationalen Willens, f konventioneller AusG aus dem erwachten ischkn Nation Damals ationalen Souve - »um erstenmal entdeckt, in großem Stile wirk- Kabinettsbeschluß, son Kraftgefühl der sra wurde der Begriff der t ä n i t ä t, wenn nich so doch zum erstenm fam. Cs war auch ein anderung der politis wenn Bismarck sich kannte, unter der Einh üswille und ausw rtige Politik Don Dr. flaal Rohrbach 0 nze Volk durch- berühmten Formulierung itik mit veränderten Mit- eg als für die letzte und »wartigen Politik gilt, das uswärtige Politik kfe und ihr Nachdruck be- | und Einheitlichkit des [er hinter ihr steht Ein lud für den nationalen einander, ohne ! oder Berus, öami Das stärkste Ak Dingen Franken die Scheidun, öffentlichen Meir willen vornehmen berief Der eine Ades deutschen Bolkes, selbst verständlich der jßsere", ist mit dem gegen. _ 11 Niebuh« erstes Kolleg. 3um 100 Mstage des Historiker ü. Von Dr.-ermann Dreyhaus Als im Herbst bti Jahres 1806 der dreißigjährige Holsteinek darthold Georg Nie buhr aus dem StEimst leiner politischen Hei- im selben Boot ffl^1 Damit kommen wir den jetzigen SchliMpunkt jeder wirkungsvollen auswärtigen Postil. also auch der unsrigen. Es gab eine Zeit, Zx ®°r auswärtige Politik sogenannte ÄabinettgpdM h- h sie wurde nach den Erwägungen gemflbt die man im Kabinett des Herrschers an stete Die erste Durchbrechung dieses Systems geschah von Frankreich aus in den Revolution kriegen. Die gewaltige Expansion, die damals)voll den revolutionären Kräften Frankreichs alsging, kam aus keinem kenntnis zu dieser Ver- ötunöfrjfte in Eurppa, der Ueberzeugung be- chast der allgemeinen Hjalmar Schacht hat in feiner Münchener Rede am 7. Dezember wenn Deutschland heraus wolle aus demjlurchtbaren Zustand der Einschnürung aller feiBf Lebenskräfte, in den es verseht ist, so gehöre -azu ^i nheit des nationalen Wille nt Vorbedingung dazu ist aber die Einsicht, daß kem Volksteil vom nationalen Schicksal ausgcn^lknen ist, nach der englischen Redensart. Wir müssen wissen, daß wir alle im selben Boot Willen heißt Oeffcktliche Meinung, aber es ist besser, wir lassen »eses nicht in Deutschland, sondern in Eng land [erfundene Wort bÄseite und bleiben bei unserr Formulierung, daß die auswärtige Politik aus dem nationalen Willen fliehen mut Wie aber, wenn iS in einem Volk keinen einheitlichen nationale! Dil'en gibt? Die Antwort daraus heißt fchr einfach die Regierung eines solchen Volle- tarnt, unter den heutigen Weltverhältnissen, überh a u p t keine wirksame auswärtige Politik machen, am allerwenigsten. wenn das Voll sich in einer Lage befindet, wie wir nach dem Fiedensdiktat von Versailles Will man sie mit eitern Satze kennzeichnen, so heißt er ganz einfach Der Krieg geht weiter! Einen anteren praktischen Sinn haben weder die uns ousalegten Tributzahlungen noch alle übrigen Enjchrän langen unserer natürlichen nationalen Lchensbetätigung Wer will, mag diesen Zustand Frieden nennen, aber ihn trifft dann dae D:rt Wehe den^n. die Da rufen Friede! Ftßdc' und ist doch kein Friedel Der Krieg, der g« uns unter der Herrschaft des Versailler Diklsü weitergeht, wird gegen die 20 Millionen Dcmjh geführt, die es. nach dem Worte ©lemenccalan den früh ren englischen Militärbesehlshabs« Köln (er hat es dann in Versailles wieder«, z u viel in der Welt gibt. Den Sinn diMsurchtbaren Sentenz erleben wir alle Tage deiLer. und es handelt sich jetzt darum, ob wir aisdeutsches Gesamtvolk, nicht nur als einzelne,»greisen, daß wir alle mit- lan dabei in Studien über . r . . Babenhausen I, 30.Dez. 3m Gemeinde- jagdgebiet links der Laisbach fand am letzen Weihnachtsfeiertag eine Treibjagd statt, der der nur 23 Hasen geschossen wurden. Der Wildbestand läßt sehr zu wünschen übrig. Kreis Schotten. -j- Groß-Eichen. 1. 3an. Heute wurde hie« der Schäfer Heinrich F u n k zu Grabe getragen. 42 Jahrelang war Ä hier als Gemeindeschäfer tätig. Der Verstorbene stand 12: Schallplattenkonzert. 13.10: Don Köln: Mittagskonzert. 15.20: Stunde der 3ugend. 16.30: Dachmittagskonzert. 18.15: Zeitfragen. 18.55: »Möglichkeiten einer Revision des Doungplans . Dortrag von Dr. Fritz Hehmann. 19.15: Französischer Sprachunterricht. 19.45: Llnterhaltungskon- zert. 20.30: Elsässische Dolkslieder. 21.15: Renaissance. Darock. Rokoko. Freitag. 9. Januar. 7.15: Frühkonzert des Rundfunkquintetts. 12: Llnterhaltungskonzert. 13.10: Don Koin: Mittagskonzert. 15.20: »Hauswirtschaft als Beruf . Dortrog von Berufsberaterin Moetzner vom Arbeitsamt Darmstadt. 15.50: »Jugend und Technik" Dortrag von Rudolf Gins. 16.30: Konzert des'Städtischen Kurorchesters. Wiesbaden. 18.30: Eine Viertelstunde Deutsch. 19.35: »Lieber spinale Kinderlähmung". 18.50: »Das Kulturgut der Heidelberger Landschaft". Vortrag von Dr. Gold- schmitt. 20.05: Festsaal der Liederhalle Stuttgart: Symphonie-Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.05: Tanzmusik. 22.35: Junge amerikanische Dichtung. Samstag, 10. Januar. 7.15: Von Marburg: Militärkonzert des Musikkorps des Ausb.- (Hessisches) Batt. 15. 3nf.- Regiments. 10.20: ..Die Schönheit des Schullesestoffes", Vortrag von Professor Karl Ebert. 12: Bunte Platten. 13.10: Von Köln: Mittags- konzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Konzert. 17.15: Tanztee. 18.15: »Kolportage" Vortrag von Erich Franzen. Berlin. 18.45: Stunde der Arbeit. 19.15: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Stimmen aus dem Himmel der Komiker. SchaNplatten- Plauderei. 20.30: Von Köln: Lustiger Llbend. 22.45: Tanzmusik. 22: Deutsche Romantik. Briefe und Biographische-. Dortrag von Colin Roh. 18.50: »Generalpost- ..... meilter v Stephan" (zu seinem 100. Geburtstag lassenen wieder eingestellt werden können, am 7.3anuar). Dortrag von Reinhold Miller. ' ~ *—n ... t —» qa «u. ntm Hechingen. 19.20: Don Mannheim: »Wirtschaftliche Rot und Derbrechen". Dortrag von Dr. Walter Luz, Köln. 19.45: Llnterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21: Penthesilea. Ein Trauerspiel von Heinrich von Oberheffen. Landkreis (Kietzen. ch Hausen-Garbenteich, 2.Jan. Nachdem in den Weihnachtsgottesdiensten am Weihnachtsabend die Schulkinder durch ihren Gesang die Gottesdienste in beiden Gemeiiiden verschönten und am ersten Feiertag der Frauenchor Hausen im Gottesdienst mitwirkte, durften sich in den Gottesdiensten an Silvester die Gottesdienstbesucher in Hausen und Garbenteich der Darbietungen des Dereins für christliche Musik, Gie- ;en, erfreuen. Die Darbiettmgen sanden dankbare Zuhörer. * Lich, 3. Jan. Am Donnerstag, 8. d. M., findet im Licher Stadtwalde die erste Brenn- Holzversteigerung statt. Auf die Anzeige im heutigen Blatt sei hingewiesen. chAusdernördlichenWetterau, 29. Dez. Die Preise für Fettschweine, bei denen das Angebot die Nachfrage übertrifft, halten sich schon wochenlang auf derselben Höhe und betragen, je nach Qualität, 58 bis 60 Pf., für das Pfund Lebendgewicht. • Nonnenrvth, 2. 3an. Der Gesangverein Liederkranz hielt im Saale deS Gasthauses »Zum Löwen" seine Generalversammlung ab Dachdem der Verein unter Leittmg seines Dirigenten Lehrer Mül- l e r zwei Chöre vorgetragen hatte, gab der 1. Vorsitzende K. Rinker einen Rückblick auf da« verflossene 3ahr. Er dankte besonders ben_ aktiven Sängern für ihr regelmäßiges und pünktliches Erscheinen in den Llebungsstunden und brachte zum Schluß ein Hoch auf das deutsche Lied aus. 3m weiteren Verlauf fr» Versammlung konnte dem langjährigen Rechner Ehr. Seipp Entlastung erteilt werden. Die Wahlen brachten einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Angesichts der herrschenden Rot will man in diesem 3ahre von einem Wintervergnü- gen absehen. Zum Schluß wurde dem Dirigenten für seine mühevolle Arbeit der Dan!k des Vereins zum Ausdruck gebracht. Kreis Friedberg. kennenlernen! ♦ * * Der Park des lieblichen Warmbades Dil- lach mit seinen Wiesen, seinen Tannen und Birkengruppen liegt in der Frühsonne. Die Kur- gäste genießen das behagliche Frühstück auf bet Hotelterrasse und die zu dieser Stunde noch milde, morgenfrische, gekühlte Wärme. Hupentöne. ein Knirschen im Sand. Linser freund aus Klagenfurt steuert seinen Wagen in scharfer, schneller Kurve vor die Stufen. 3n einer guten halben Stunde sollen wir „drüben" sein, unmittelbar am Angesicht dieser so fernen und 'fremden Berge, die wir so oft schon sahen und als Lockung empfanden. Schnell sind , Koffer, Mäntel, Hacken verstaut, der Motor springt an, wir schießen auf der breiten Reichsstrahe hm, hart nach Süden, über die wilde Gail. Hinter dem österreichischen Grenzbahnhof A r - tz noldstein öffnet sich das schmale Gailihtal; der massige Dobratsch hinter uns rückt wie ein f Sperrklotz vor diese Pforte, die auf der anderen Seite die 3ulischen Berge abschließen. Ein neues Zollgebäude kündet die neue Grenze. Ein kurzer Aufenthalt beim österreichischen Posten, wir stehen vor dem italienischen Grenzhäuschen. Die kleinen schwarzen Grenzsoldaten beschäftigen sich mit dem Triptique, dem Wagen, dem Motor, den Rum- mern, den Gepäckstücken und manchem anderen. Den Ossizier interessiert mein Zeißglas. Er fragt nach dem Preise. Ich erzähle ihm, daß es ein Kriegsglas ist, daß es Somme, Aisne, Dunajere und 3sonzo mitgemacht hat. 3ch sagte nicht 3sonzo, sondern „Caporetto". Letzteres stimmt zwar nicht, aber das 3nteresse kühlt sich sichtlich ab. Ein Soldat fährt mit zur nächsten Durchprüfung am Bahnhof Tarvis. Don drüben, jenseits des Tales, grüßt die mächtige Dentmalsfigur des Soldaten von 1809, als wir in den Ort einsahren. Die welsche Tünche ist hier noch nicht sehr dick aufgetragen. Die Menschen sprecheii ein herzhaftes Kärntnerisch, die alten Rainen stehen meist noch neben der neuen Beschriftung, die hier ebenso fremdartig wirkt, wie in Südtirol. DeH Besuch bei einem alteingesessenen Bürger von „Tarvisio", wie sich der hübsche treuherzige Kärntner Ort jetzt nennen muß. ist lehrreich. Man fühlt sich verlassen, verlassener als Südtirol, das alljährlich vom bretten Strome des deutschen Reiseverkehrs durch- Sonntag, 4. Januar. 7: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 9.45: Stunde des Chorgcfangs. 10.45: DaS neue Rußland". Dortrag von Ernst Glaeser. 11.15: Stunde der Kammermusik. 12: Don Königsberg: Mittagskonzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der 3ugend. 16: Rach- mittogs-Konzert. 18: ,,Prosadichtung in Luxemburg". Dorlesung von Pros. Karl Roedemeyer. 18.50: Von Köln: Eine Stunde Kurzweil. 19.45: Erlebte Geschichten: »Reisekameraden" von Al- phons Paquet. 20.15: Unterhaltungskonzert. 21: Konzert. 22.35: Tanzmusik. IHontag, 5. Januar. 7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Schallplattenkonzert. 13.10: Von Köln: Mittagskonzert. 15.20: »Hausfrau und Wirtschaftslage". Vortrag von F. Pelz-Langenscheidt. 16.30: Rachmittags- konzert. 18.15: »Glasarchitektur von heute". Vortrag von Dr. Curt Gravenkamp. 18.45: »Wie kann die Mutter den Arzt am besten in der Behandlung gegen Diphtherie unterstützen". Vortrag von Dr. Packeis von der Llniv.-Kinderklinik Frankfurt a. M. 19.15: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Stunde der Kammermusik. 21.15: Theater- aussührung im »Roten Hamm", Reportage. 21.45: Don Carlos. Eine Parodie von Max Reinhardt. 22.40: Tanzunterricht. 23 20: Tanzmusik. Dienstag. 6. Januar. 7.15: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 13.10: Don Köln: Mittagskonzert. 15.20: Haus- frauen-Rachmittag. 16.30: Konzert deS Städtischen Kurorchesters Wiesbaden. 18.10: »Inflallons- surcht und Kapitalflucht". Vortrag von Dr. Fritz Reumark. 18.35: „Wie ist die Wirtschaftslage zu beurteilen?". Vortrag von Dr. Köbner von der 3ndustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. 19.05 »Krisis der Kritik". Vortrag von B. Guillemin. 19.30: Blasmusik des Philharmonischen Bläserorchesters, Stuttgart. 20.30: »Ra so was!" Ein bunter Abend. 22.50: Tanzmusik. Mittwoch, 7. Januar. 7.15: Frühkonzert. 11: „Mensch und Maschine", ein Hörbild. 12: Schallplattenkonzert. 13.10: Von Köln: Mittagskonzert. 15.20: Stunde der 3ugend. 16.30: Von Freiburg: Rachmittagskonzert. 18.15: »Querschnitt von zwanzig 3ahren Weltreise", land fehlt ganz. Der Weg zum wenig befahrenen Predil führt unter dem mächtigen Fünfspitz hin. der seine Finger wie eine graue, verwitterte Schwurhand durch die ziehenden Nebel kämmt, zunächst nach R a i b l. Hier scheint noch Krieg zu sein oder schon wieder. Batte- den rasseln auf der Straße, Zeltlager stehen im Flußbett des Bergbaches, Maultierkolonnen klimmen steile Berqpfade hoch, Signale schmettern. Unser fahrender Freund stellt fest, daß hier immer Krieg gespielt wird, so oft er hier fährt, lieber diese Pah straße soll sich ja einst der A u f m a r s ch g e g e n Jugoilawien entwickeln, von dem hier alle Leute wie von einer festen Tatsache sprechen, dieses Krieges, der das Klagenfurter Becken und das Drau- tal zu einem neuen Belgien machen muß. Mehr noch als diese Aussichten bedrückt uns im Augenblick das Problem der Schuhnägel, die als Begleiterscheinung des Militarismus der Automobilisten schwerster Kummer sind. Statt eines Tages kann man wie unser Klagenfurter Freund aus Erfahrung berichte^ drei Tage bis Triest fahren, wenn das Mißgeschick der Schuhnägel es will. Am Raibler See haben wir schon militärische Besatzung auf dem Wagen einen zutraulichen Alpini-Artilleristen, den mir auf seinen sehnsüchtigen Blick hin zur Mitfahrt auf die Paß- höhe eingeladen hatten, um unter seinem Schutze und Rate ungestört einige Landschaftsaufnahmen machen zu können. Eiskalt und düster liegt dieser Raibler See tief zwischen mächtigen Felsmauern eingebettet, ein erhabenes Bild der Bergeinsamkeit. Wir nehmen die Landschaft in uns auf und ziehen die ersten Schuhnägel aus den Pneumatiks. In wenig Minuten haben wir die Paßhöhe gewonnen Oesterreichs Termopylen 1809. Zu Fußen einer Steinpyramide schlummert ein Löwe. Hier sperrte der Jngenieurhauptmann Johann Hermann von Hermannsdorf den Weg vom Jsonzo ins Drautal und Sawetal, seinem eigenen Wunsche gemäß. Mit dem Degen in der rfauft sprang er, die Uebergabe ablehnend, an der Spitze seiner letzten Getreuen aus dem brennenden Blockhaus unter die stürmenden Feinde, seinen Leib dar- bietend, wie das Gesetz es befahl. Fast alle ferne Leute fanden mit ihm den Tod. Zur gleichen öett leistet seinem Lande den gleichen Dienst bet ber Feste Malborghet der Hauptmann Hensel. Dreimal schlug dieser deutsche Oesterreicher den Ansturm ab. „Ich habe den Befehl, mich zu verteidigen. Nicht zu verhandeln!", war seine Antwort auf die Aufforderung zur Uebergabe. Wir gleiten durch kahle Bergorte, von deren Mauern der schablonierte Kopf des Duce uns immer wieder nachblickt, mit Blitzesschnelle, an der schau- wenden Kositnitza entlang ins breite Decken von Flitsch, den durch ein weißes wüstes Steinbett sich tiefgrün durchwindenden Jsonzo zu. Und nun werden sie alle lebendig, die großen Namen, die massigen Klötze, die ebenso viele Ruhmespyramiden bilden, wie die bei Malborghet und am Predil stehen. Sechs italienische Infanteriedivisionen und vier Gruppen Alpini wurzelten in uneinnehmbaren Festungen am Rambon. am Polonik, am Krn, am Kolowrat. Stol und Matajur, als der Angriff der in dem Becken von Flitsch und Tolmein etnge. zwängten Verteidiger losbrach. Wir folgen dem Laufe des Jsonzo, der Front, immer weiter nach Süden. Reste der Kavernen in den Felsen. Saumpfade, Bahntracen, weite, weite Friedhöfe künden von jahrelangem Ringen um jeden Fußbreii Bodens, von den gewaltigen Schlägen der Oesterreicher unb Deutschen, bie hier mit furchtlosem Griffe burch Eisen unb Feuer hindurch den Gegner an die Kehle packten unb ihn in der größten Panik der Kriegsgeschichte in die Ebene hinunterwarfen. Friedlich in Heller, heißer Sonne dehnt sich das 3sonzotal immer hingegebener dem Süden zu, durch das wir im Geiste immer noch die Schatten der Stoßtruppen, Geschütze, Munitionskolonnen fluten sehen, als wir schon in einem Orte zwischen Karfreit und Tolmei beim Mittagessen am Tische eines deutschen Gastwirtes sitzen. Auch er erzählt von der Zeit, die das Wort „Caporetto" jetzt noch zum Peir- schenschlag gemacht hat, von der gärenden, verbissenen Wut der „Heutigen" gegen die Schlachtenverlierer von gestern, die hier „Sieger zu spielen sich getrauen. Verlassener noch als der Südtiroler ist hier der slawische Dauer, dem häufig der schirmende Schutz des gleich- nationalen Priesters fehlt. Die untere Bureau- kralle des Faszismus entspricht nicht gerade dem Bild, das man sich im Ausland häufig von dem „neuen 3talien“ macht. Aemterjäger, Po- litische und Ruhnießer ohne die fittlröen und geistigen Vorbedingungen machen sich, ihr Volk und das System bitter verhaßt. , Immer südlicheren Charakter gewinnt baS 3sonzotal. C anale ist äußerlich schon das Llr- bild einer italienischen Stadt, nur sauberer, gepflegter als die Ortschaften in den alten Landes- grenzen des neuen Rom. Der hochragende Monte Gabriele mit seinem neuerbauten Kloster in schwindelnder Höhe kündigt das hartumkämpfte G ö r z an, einst ein Trümmerhaufen, heute vöb- lig wieder aufgebaut. 3n den Straßen und Cafes hort man überwiegend italienische Laute. Die höheren Berge verschwinden in der östlichen Ferne. Die verkarstete Hochfläche von Doberdo, die mächtige Tanzfläche des rasenden Todes von Gradisca und Monfalcone, zeigt uns ihre Friedhöfe, mit ihrem von Gestrüpp dürftig über» wucherten Geröll, Kuppen und Halden selbst ein Bild erstorbenen Lebens. Wir denken auch des Dölkertodes. 3st doch das weite Karst- land mit den zerfallenen Burgen ein Friedho des einst so mächtigen, herrschenden deutschen Adels, der hier und im benachbarten Friaul um die Mitte des 13. 3ahrhunderts gänzlich an Entartung zugrunde ging. Wer weiß noch, daß Monfalcone — Falkenburg, daß Dumo — Tybein hieß, daß die Bürger von Cividale — Sibidat vom Bischof die Erlaubnis erhielten. Rur an einer Stelle in Europa stoßen die drei Grohrassen der Germanen, Slawen unb Romanen mit ihren geschlossenen Vollskörpern . aneinander und ineinander: im Küstenlande, Vas einst Oesterreich, heute Slawien und 3tahen gehört. 3n einer Landschaft, die wie eine heroische Bergsymphonie des Völkerringens anmutet. Die Schnellzüge von Villach nach Venedig unb Triest pflegen die Scharen des Reiseverkehrs meist schnell durch dieses Bergland hindurch- zutragen. Verhältnismäßig wenige steigen in , Tarvis oder Aßling aus. Doch auch der fluchtige Blick aus dem O-Zugfenster sieht schon dicht hinter der heutigen Kärntner Südgrenze mächtige, wild übergipfelte Felszacken, drohend Dufter über Wolkenfehen, in nacktem glastenden Mit- tagsweih des Felsgesteins oder in allen Röten des Abendglühens brennend. Triglav, Manhart. Mittagskofel. Wischberg, Bramkofel. Diese Zacken. Wände und Zinnen beherrschen auf engem Raum ein Reich Der Völkerverschachtelung und Ineinandergrenzung zwischen Deutschen und Slawen, der scharfen Abgrenzung zwischen Deutschen und Walischen, ein Paßland zwischen Rord und Sud, dessen Besitz einen Teil der Kriegsbeute bildet. Slawen unb Deutsche, im Kanaltal, leben in diesen Bergen der italienischen Kriegsbeute, denn so will es wohl das geschändete Selbstbestim- mungsrecht der Rationen und der verbogene Sinn zahlloser unter Savoyens Fahnen verlorener Schlachten des großen Krieges. Predilpaß und Feste Malborghet schlummern hinter den Bergen längs der Paßstraße -um Isonzo und Fellafluß den Vergessenheitsschlaf der Geschichte, heute noch unsichtbar überweht vom seidigen Rauschen der alten Fahnen, denen hier vor einem 3ahrhundert ein heute ver- sunkenes Heldentum Todeslorbeer gewann. Flitsch. Karfreit, Tolmein ahnen wir hart hinter jenen Zacken, brausende Orgeltöne letzten rausch- baften Sieges eines todwunden Reiches, von der Kampfkameradschaft des Druderheeres zu tragischer Großtat noch einmal emporgerissen. Heroisches Land der Berge, wir müssen dich flutet wird. Vielhat sich bei den Erwachsenen nicht geändert. Man muh ängstlich etwas mit den römischen Wölfen heulen, die als Beamte, Militärs, Kaufleute in Massen eingedrungen sind. Einiges menschliche Treibholz, wie es überall vorkommt, ist natürlich auch schon ans Llfer getrieben. Die Kinder lernen kümmerlich die fremde Sprache und beherrschen weder die eine noch die andere richtig. Ein Kreuz sind die fremden Lehrer und Lehrerinnen. Sie wollen den Kindern mit Gewalt beibringen, daß die ruhmreichen Römerenkel den ganzen Krieg hindurch, wie überhaupt in der Geschichte, 1859. 1866 usw., sich andauernd mit Siegen und unsterblichen Heldentaten beschäftigt haben, bis sie ' an der Piave saßen. Lind dabei weiß man hier wo immer die 3talienheere Oesterreichs aufmarschiert sind und wo man von 1915 bis 1918 ununterbrochen die Kannonen donnern hörte, doch so einigermaßen Bescheid. Hilft nichts: Eja, eia, allala! Ein Seitenfprung von einigen Stunden hin und zurück führte zum W e i ß e n f e l s e r s e e. Der TJan- hart wächst in durchklüsteter Erhabenheit, Schnee in den Flanken unb Rissen, über ber fptegelgrunen, durchsichtigen Fläche, unmittelbar hinter den hohen, schlanken Usertannen zu unwahrscheinlicher Hohe Hörden und sonstigen Einrichtungen, mit denen er in Verbindung trat. 3n zahlreichen Ehrenstetten mürbe fein Eintreten, sein Wort hoch geschäht unb gab sein Rat in vielen Dingen den Ausschlag. Richt nur das hessische, sondern das gesamte deutsche Handwerk verliert in dem Dahmgegange- nen einen bedeutenden Führer, ber stets mit scharfem Blick, selbstlos unb zielbewuht sich für seinen großen Beruisstanb einfehte. __ Dor vier Wochen konnte bas hessische Handwerk seinem greisen Führer Glückwünsche zum 80. Geburtstage überbringen. Heute steht es trauernd an feiner Bahre. Die Samenkörner, die er nut- balf auszustreuen, die Taten, die er vollbracht werden weiterleben. Das hessische Handwerk wird feinem einstmaligen verdienstvollen Führer em dankbares Gedenken bewahren. übernahm Geheimrat Fakk den Voi^rh imd lenkte die Geschicke der Kammer durch die friedens-, jähre, bie schwere Kriegs- unb Nachkriegszeit. bi3 iyn im Iahre 1924 zunehmendes Alter und bie Bedrängnisse ber Besetzung zwangen dieses Amt nieder-ulegen. Zum Ehrenvorsihenben der Kammer ernannt, hielt er weiterhin stets engsta Fühlung mit ber Kammer unb beteiligte sich auch bis in die letzten 3ahre hinein an den Dorstands- fitiungen. . . Seine Arbeitskraft, feine zielsichere Klarheit, verbunden mit unbeugsamer Energie, gaben per Tätigkeit der Hessischen Handwerkskammer wahrend feiner Amtsführung das Gepräge. Deine fluge vornehme Verhandlungsart erwarben ihm das Vertrauen seiner Berufskollegen und über Da« Handwerk hinaus aller Wirlschaftskreise. Beim 79. Lebensjahre. Kreis Alsfeld. • Mücke, 3. 3an. 3n der letzten Rächt wurde in einem hiesigen Bauernhause einge- b r o ch e n. Der Täter nahm einen Llcbe^ieher und etwa 70 Mark Bargeld mit sich- Bisher ist von dem Einbrecher noch nichts bekannt, die Er- , mittlungen sind im Gange. . ner. Grebenau. 29. Dez. Obstbauinspektor Enkler vom Landwirtschaftskammer-Ausschuh in Gießen sprach hier über Anbau und Pflege des Obstbaumes". Der Vortrag gab manche wertvolle Anregung und wurde von den Zuhörern aufmerksam verfolgt. Zur prak- tischen Llnterweisung beabsichtigt der Landwirt- 1 schastskanimer-Ausschuß einen dreitägigen Lehrgang, der im Ianuar ober Februar ftatt- finöen sott, durchzuführen. — DieWe i h n achts- feier der Schule fand in ber Turnhalle statt. Die Kinder erfreuten die Zuschauer durch vier Wc ihn ach tsstückchen ernsten und heiteren Inhalts. Die Bescherung brachte den Kindern neben Pwtz- chen. Apfelsinen und Rüssen noch Püppchen. Bilder- und Malbücher. Füllfederhalter und andere praktische Sachen. Ein gemeinsam gesungenes Lieb beschloß die Feier. t , mr. Grebenau, 2.3an. Linser Ort hat sehr unter den Sparmaßnahmen de rRe i ch s- bahn zu leiden. Zu dem Abbau des Bahnhofs und der Versetzung des gesamten Fahrpersonals kommt nun auch noch die A u f h e b u n g der Bahnmeisterei. Dadurch müssen wiederum einige Familie den Ort verlassen, zum Schaden unserer Geschäftswelt. mr. Eulersdorf, 31. Dez. Der Altveteran von 1 1870/71, Heinrich Dipp el konnte seinen 87« 4 Bad-Rauhei m. 31. Dez. Heute fand zur Frage der örtlichen Preissenkung eine Aussprache zwischen den Verbrauchergruppen einerseits und Handel und Gewerbe anderseits statt. Von den Verbrauchergruppen waren vertreten bet Allgemeine Deutsche Gewerkschasts- bunb, das Ortskartell des Deutschen Deamten- bunbes und der Gewerkschaftsring Deutscher Arbeiter». Angestettten- und Beamtenverbände, von Handel unb Gewerbe der Einzelhandel, die Bäcker- unb bie Metzger-Innung unb der Milchhandel. Der Vorsitzende. Stadtratsmitglied P l a a g, brachte zum Ausdruck, daß die Käufer- fchaft den ehrlichen Willen habe, die örtliche Preissenkung in gerne infamer Beta tun g mit der Geschäftswelt in Ruhe und Frieden herbeizuführen. - _ , damit ber von mancher Seite vorgeschlagene lItaP dU vmua™ Weg der Selbsthilfe seitens ber Verbraucher Bei Monfalcone ist die Adria mit rötlichen I ni(Zt beschritten zu werden braucht. In ruhiger. Segeln auf flimmernder Perlmutterglatte an die Weise nahmen die Vertreter des Ein- Straße getreten und begleitet uns, immer wie- ’ [^anix[8 unö ^r Innungen sowie verschiedene der sichtbar werdend, von der Straßenhche von Verbrauchergruppen zu dem Opcina zur blinkenden ^rteftmer Ducht, am fd)toicrigcn Problem Stellung. Wenn Handel Schloß OHunare des unglücklichen Maximilian Gewerbe auch keine bindenden Gtklärun- vorbei, nach der großmächtigen Hafenstadt die unZ> Zusagen machen konnten, wurde ab:r einst das Tor Deutschland-Oesterreichs zur Adria De r ei twilligkert zu weiteren war. umdrängt von ganzen Hundelsflotlltten. I Verhandlungen zugegeben. ES wurde ane ' und nun, ohne $interlan& und Handelsweg ^ine Kommission aus Dertrstem ber versch.e- mürrisch vereinsamt dahlndammert. Eine Anek- Derbrauchergruppen gebildet. Der Ein.; 1- bote zum Schluß, wie man sie uns berichtet, unb die Innungen erklärten sich ber-u. Hafenarbeiter schimpfen laut auf den alten Franz alsbald mft dieser Verbraucherkommis- 3oses. Einer der zahlreichen Spitzel des Herr- .. . Einzelverhandlungen einzutreten, schenden Systems freut sich der ungewohnten " Tone und fragt nach dem Grund des Zorns. KvelS VttolNgen. Man antwortet ihm: dieser Mann, der Franz R i d d a, 29. Dez. Die Papierindustrie Iosef, hat uns dreimal täglich essen gelehrt, und unseres Tales hat die Wirtschaftskrise heute kriegen wirs nur noch zweimal täglich.' während des abgelaufenen 3ahres verhalt- Rachdenklich spülen wir unseren gebackenen Tin- nismähig gut überstanden. Beide Fa- tensisch und die Seekrebse mit dem schwarzroten I priken konnten mit voller Belegschaft arbeiten. Wein der slowenischen Llmgegend. dieser un- Währeiid die eine ununterbrochen innerhalb des zufriedenen Italienstadt herunter. Soll das Los gastzen Zeitraumes in Tag- unb Nachtschichten bes ausgestorbenen nahen Aquileja auch Triers peschäfllgt war, brauchte die andere nur kurze Schicksal werden? Zeit, in der neue Maschinenteile einmontiert ------— I wurden, auszusehen. Die genannte Industrie be- schäfllgt gegen 300 Arbeiter und Arbeiterinnen. — r~ | Die Himmelsbachsche Holzindustrie arbeitete bis zum Rovember voll. 3n letzter Zeit wurden Entlassungen vorgenommen, tne etwa 20 Prozent betragen. Wan hofft, daß mit dem neuen Iahre, wo sich immer eine ^Belebung auf dem Holzmarkte bemerkbar macht, die Ent- l. in SS*. V&bit 4Ä ,an6««'iN: l9T? F C 0 n • 3n3?,8e im ZK ÄH ^Lr ÄVal- Ä>: nC^ Äfe: “ Wer Chi gaa rg. H :Jcnlun9 eine rvr andere nur kurze Mteile elnmvntiert srtntc Industrie de- und Arbeiterinnen. Äolzinduftrie er voll In letzter vorgenonmen, M Man hossl. daß nut 5 & wg [bat macht, der Entnerven können. Dez. Iw [ wurden. " >n übrig. °^Lfe wurde hier mkzuSrabe getra- /biet als Se- “ le**« fl«6 W*'v * und nies. T^rourtx! von gE und prat« vectolg^ ^öirt- ZusE^ KZS- 64^. Geburtstag feiern. Dem Jubllar wurde durch de« Kriegerverein das Hafsia-Ehrenkreuz verliehen. jrreis Lauterbach. n. Lauterbach, 2.3an. Die Bautätigkeit in unserer Stadt war in dem verflossenen Jahre nicht so umfangreich, als in den vergangenen Jahren. Das Jahr 1927 stellt hinsichtlich des Bauens ein Rekordjahr dar. Aber auch in den Jahren 1928 und 1929 war die Lauterbacher Bautätigkeit noch sehr rege. Da im verflossenen Jahre eine allgemeine Geldknappheit fühlbar wurde, muhten manche Bauvorhaben zurückgestellt werden. Insgesamt wurden 10 Wohnhäuser gebaut, darunter ein Bccr- fam^ienhaus, ein Mehrfamilienhaus und einige Einfamilienhäuser. An verschiedenen Gebäuden wurden durch Ausstockung und Erweiterungen einige Wohnungen geschaffen, verschiedene Geschäftsleute haben Autogaragen gebaut: außer- dem wurde ein Lagerhaus erstellt. Die Stadt baute eine neue Drücke über die Lauter und erweiterte die Wasserleitung. Daneben wurde eine Reihe von gröberen und kleineren Reparaturen durchgeführt. Rheinhessen. WSN. Mainz. 2. Ian. Don den Mainzer Räubern, die zwei Bankboten 90 000 9)1 a r f entrissen und mit dem Auto nach Bonn fuhren, wo sie es vor einem Cafö stehen ließen, fehlt bis jetzt jede weitere Spur. Wenn nicht ein Zufall mit« spielt, dürste der Raubübersall wohl kaum einmal aufgeklärt werden. Auf die Wiederbeschaffung des Geldes hat die Versicherungsgesellschaft eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt. Preußen. „ Kreis Wetzlar. (D Atzbach, 2. Jan. Kinder und Erwachsene aus Dorlar und Ahbach führten wiederholt in den Kirchen beider Orte ein mittelalterliches Krippenspiel auf, das großen Anklang fand. Die wirkungsvolle Darstellung wurde vervollkommnet durch altdeutsche Musikweisen, die sich in sinniger Weise mit der Handlung des Spieles verflochten. • 211) bad), 2. San. Der Werbetag deS Kreiskriegerverbandes Wehlar. der in der Frühjahrsvertreterversammlung dem Kriegerverein Ahbach übertragen wurde, soll am 28. 3uni stattfinden. Der Kriegerverein Ahbach, der sich bisher rege an den Festen der Kriegervereine in Hessen beteiligte, hofft an diesem Tage auch auf rege Beteiligung von feiten der hessischen Vereine. cZ Dutenhofen, 31. Dez. Zur Deckung des in dem diesjährigen Haushaltsplan der Gemeinde entstehenden Fehlbetrags hat die hiesige Gemeindevertretung beschlossen, ab 1. Januar 1931 die Bier st euer und die Bürger ft euer nach den gesetzlich festgelegten Sätzen, sowie für das Rechnungsjahr 1930 eine Nachtragsumlage von 70 v. H. der Grundvermögens, und Gewerbesteuer zu erheben. | Groß-Rechtenbach, 2. Jan. Zu einer Weihnachtsfeier hatten sich die Mitglieder des hiesigen Frauenvereins und des Jung- frauenvereins im Waisenhaus eingefunden. Ein Weihnachtsfeftfpiel, aufgeführt von Mitgliedern des Jungfrauenvereins, stand im Mittelpunkt des Slbenbs. Gesangsvorträge des Jungfrauenchors und des Gemischten Chors umrahmten die Feier. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Harth, hielt eine Ansprache Zum Schluß der Feier wurden die Frauen und Jungfrauen der Vereine mit kleinen Geschenken bedacht. <> Hochelheim, 29. Dez. Die hiesige Z i - garrenfabrik von Rinn & Cloos AG. in Heuchelheim ist jetzt st i l l g e l e g t worden. Durch die Schließung der Fabrik ist eine größere Anzahl Tabakarbeiterinnen aus der hiesigen, sowie auS den Rachbargemeinden Dornholzhausen und Hornsheim arbeitslos geworden. Geschichten aus aller Welt. 250 MillwncnBricfmarken lagern inParis. — Paris. 3n der Lagerhalle der Transitgüter im Rord- bahnhof von Paris lagern große, sorgsam in feste Leinwand eingeschlagene Ballen. Sie sind versiegelt und verschnürt, jeder Ballen hat eine genaue Numerierung und jede Gruppe von Ballen ihr besonderes Kennzeichen. Die französischen Zollbeamten mögen nicht schlecht gestaunt haben, als bei ihnen ein Amerikaner, ein bestimmter Herr Atkinson erschien und einen Posten Gepäck im Gewicht von 15 Tonnen zur Lagerung anmeldete. Bei der Zollbehörde ist man bekanntlich sehr vorsichtig, und so erkundigte man sich auch, was Herr Atkinson in diesen Ballen mit sich führe. Er machte keinen Hehl daraus, daß es nur Briefmarken seien, Briefmarken und immer wieder Briefmarken. 15 Tonnen, die eine Stückzahl von 250 Millionen einzelnen Marken dar- stellen. Man hat sie zwar nicht einzeln gezählt, aber nach dem Prinzip der Wahrscheinlichkeitsrechnung erhielt man durch vielfaches Wägen und Vergleichen die genannte Zahl, die wohl die größte Konzentration von Briefmarken bedeutet, die man bisher in der Welt festgestellt hat. Aber Herr 2ltkinson hat bei weitem noch nicht genug mit diesen 250 Millionen Briefmarken. Er ist in Paris auf der 3agd nach weiteren Beständen, die ebenfalls wieder gezählt, gewogen und in Leinentüchern gepackt werden. Die 15 Tonnen in Briefmarken fand er auf seiner Rundreise durch Europa, die ihn von Genua und Marseille über London, Stockholm und Amsterdam, schließlich auch nach Berlin führte. Unb was Herr Atkinson mit all diesen Briefmarken will? Rach Boxkämpfen undGolfmeetings, nach Baseball-Spielen und vielen anderen Dingen sind die Sport-Enthusiasten Amerikas aus etwas ganz anderes verfallen: sie sammeln Briefmarken aus Sport. Diese Sammelwut ist effektiv so stark, daß zur Zeit von Reuyork bis Ehikago, von Philadelphia bis Texas kaum mehr Briefmarken crufzutreiben sind, so daß also Herr Atkinson ein gutes Geschäft machen wird und in einigen Wochen alles wieder wett gemacht hat, was die Briefmarken im Laufe der letzten Monate an Unfoftcn für ihn bedeuteten. Mit 250 Millionen Briefmarken kann man auch die USA. überschwemmen. Die Perlenkette. (f) London. 3m Hause eines bekannten liberalen Parlarnen- tariers, der Gäste bei sich hatte, unterhielt man sich neulich über merkwürdige Erlebnisse und Begebenheiten. Eine Dame trug folgendes Erlebnis vor. „21m Tage vor meiner Hochzeit — das liegt nunmehr schon vierundzwanzig 3ahre zurück! — hatte ich noch einige Besorgungen zu erledigen. Ich eilte auf die Straße, da es schon ziemlich spät war, und erledigte meine paar Einkäufe. Auf der Heimkehr sah ich an einer der belebtesten Straßenecken einen Mann stehen, der die herrlichsten Perlenketten über den Arm geschlungen zum Verkaufe anbot. Wie wir Frauen nun einmal sind, wenn es sich um Schmuck handelt, trat ich näher, und war erstaunt über die prachtvollen Kostbarkeiten, die dieser Händler hier so offen feilhielt, und war noch erstaunter, als ich von ihm den Preis einer solchen Kette erfuhr: 10 Schilling! Es konnte sich demnach nur um glänzend gelungene Imitationen handeln, aber immerhin erstand ich mir die, die mir am besten gefiel, für diesen geringen Preis. Sogleich nach der Hochzeit siedelte ich mit meinem Gatten nach Mittelamerika um. Dort raffte ihn das gelbe Fieber schon in den Flitterwochen hin, und bei der Prüfung seines Rach- lasses mußte ich die niederschmetternde Feststellung machen, daß er mich als vermögenslose Witwe zurückgelassen hatte. Um nach England zurückzukehren, sah ich mich gezwungen, meinen Schmuck zu veräußern. Der Juwelier, dem ich ihn anbot, zeigte das intensivste Interesse' gerade für die billige Zehnschillingkette, und nachdem er sie noch einmal eingehend zu Hause geprüft hatte, zahlte er mir für sie den Preis von 14000 Pfund (280 000 Mark) aus! Ich kann mir heute noch nicht erklären, warum damals der Londoner Händler diese echte Kette so billig abgegeben hat!" „Das kann.ich Ihnen erklären", erwiderte der Gastgeber, der bekannte liberale Parlamentarier, „und jetzt entsinne ich mich auch wieder Ihres Gesichtes, meine Gnädige. Jener Händler war ich! Zwar habe ich niemals dem ehrenwerten Gewerbe der Schmuckhändler angehört, besaß aber einen guten Freund, der eine Koryphäe in diesem Fach war. Eines Tages, — Eie haben recht, es ist gerade 24 Jahre her, — hatte ich mit ihm gewettet, ich werde mich mit den auserlesensten Schmuckgegenständen seines Lagers am hellichten Tage auf die Straße stellen und sie für ein Butterbrot ausbieten, ohne einen Käufer zu finden. Er ging auf die Wette ein unter der Bedingung, daß, wenn es mir tatsächlich gelinge, ein Stuck billig zu verkaufen, ich ihm den wahren Wert zu ersetzen habe, im anderen Falle dürfte ich mir für mich persönlich das schönste Stück aussuchen. Ich habe an jenem Tage acht Stunden lang an der Straßenecke gestanden, ohne daß sich auch nur der Schatten eines Menschen um mich gekümmert hätte. Kurz vor Toresschluß jedoch verlor ich meine Wette, durch Sie, meine Gnädige, und sie hat mich rund 10 000 Pfund (200 000 Mark) gekostet. Das ist die einfache Erklärung!" Der große Klacs und der kleine Klacs. (r) Amsterda m. Eine belustigende Dorfgeschichte, wie sie wohl nur noch in dem gemütlichen patriarchalischen Holland möglich ist: 3n der Gemeinde Heerzendonck in der Provinz Geldern regiert über die neiinhunderteinund- zwanzig Köpfe der Gemeinde der Bürgermeister Klacs Vannette. Er heißt „der große Klaes" zum Unterschied vom „kleinen Klaes", der der wohlbestallte Rachtwächter des Dorfes und der geschworene Feind des Bürgermeisters ist. Zudem, und das ist eigentlich das Erheiterndste an der ganzen Geschichte, ist er sein leiblicher Vetter. Wo auch nur der kleine Klaes dem großen Klaes, seinem direkten Vorgesetzten also, etwas am Zeug flicken oder ihm Schwierigkeiten bereiten konnte, tat er es mit einem beinahe vorbildlichen Eifer, und war so mit der Zeit das Haupt der Heerzen- doncker Opposition gegen das Gemeindehaupt geworden. Vor einigen Wochen endlich kam die Sache zum Klappen. Es gelang dem keinen Klaes, dem Bürgermeister durch einen feiner Freunde im Gemeinderat nachweisen zu lassen, daß er bei einer Straßenreparatur sich eigenmächtig über einen Gemeindebeschluh hinweggeseht hatte. Die Folge war, daß der große Klaes seine Demission als Bürgermeister gab, und daß für seinen Posten Reuwahlen vorgenommen werden mußten. 255er wohl ging als Sieger aus diesem Wahlkampfe hervor? Der kleine Klaes, der bisherige Gemeindenachtwächter. Und, — Possendichter, an die Front! — wer bewarb sich mit Erfolg um den dadurch ledig gewordenen Posten des Rachtwäck)ters? Der große Klaes! Beide Dorf- großen haben also gewissermaßen nur die Vorzeichen getauscht. „Ich habe diese Stellung lediglich eingenommen, um ihm dieselben Scherereien zu machen, die er mir gemacht hat!" gestand offenmutig der große Klaes dem Redakteur aus dem Haag, der nach Heerzendonck geeilt war, um sich an Ort und Stelle von der Wahrheit der so unglaublich klingenden Meldung zu überzeugen.— Jung-All! r La.. (aga) Reuyork. Rosemarie O'Connor, dreizehn Jahre alt, traf dieser Tage in Bufsalo ein. Ihr Vater hätte sie am Bahnhöfe treffen sollen. Das Telegramm, das sie ihm geschickt, hatte ihn aber nicht rechtzeitig erreicht. Cs war an seine Geschäfts-, nicht Wohnadresse gerichtet. Rosemarie sah sich also plötzlich dem ihr völlig fremden Problem gegenüber: wo schlafe, wo esse ich, was fang' ich an? Sie ging In eines der Klubhäuser oder Hospiz« der Young Wjmen’s Christian Association, ließ sich ein Zimmer für eine Rächt anweisen und zahlte im voraus. Damit war ihre Barschaft auf 35 Cents zusammengeschmolzen. Dann ging sie in einen Laden, kaufte sich für 35 Cents Weihnachts-Postkarten zu einem Cent das Stück, stellte sich an eine Straßenkreuzung und verkaufte die Karten um fünf Cents das Stück. Kaufte sich eine neue Auslage und setzte auch die prompt ob. Mit dem Gewinn aus dem Geschäft betrat sie ein Restaurant und aß. Auf der späteren Wanderung durch eine der Hauptstraßen der Büffelstadt kam sie an einem kleineren Variete vorbei. Ein Plakat im Foyer kündigte an, daß heute „Amateur Night“ sei — Dilettanten haben an diesen Abenden Gelegenheit, ihre Künste spielen zu lassen. Rosemarie ging in das Theater, trollte von Sitzreihe zu Reihe, gab dem p. t. Publikum bekannt, daß sie sofort auf treten werde imi) bat im voraus um gütige Rachsicht und entsprechende Ausmunterung. Dann meldete sie sich beim Manager. Trat auf, sang zwei Liedchen, tanzte einen Tanz und bekam solchen Applaus, daß sie den ersten Preis, einen Dollar und fünfzig Cents, erhielt. Dann ging sie in ihr Hospiz und legte sich schlafen, Am nächsten Tage fand die von ihrem Vater mobil gemachte Polizei sie und erfuhr, daß sie sich bereits auf eine weitere „Amateur-Night“ in einem anderen Vaudevillehause vorzubereiten begonnen hatte. Was an den, beherzten Mädel am meisten zu bewundern ist, ist nicht ihre Courage. Es ist vielmehr ihre rasche Entschlossenheit. Die meisten von uns würden sich in einer ähnlichen Situation auf eine Bank int nächsten Park setzen und mehr oder minder praktische und durchführbare Pläne wälzen. Wir toürben WA? I ■ 1 Bilder aus Heer und Flotte. Von links nach rechts: 1. Reihe: die Reichswehrminister Noske, Geßler und G r ö n e r. — 2. Reihe? die Chefs der Heeresleitung v on Seeckt, Heye und von Hämmerst ein. — 3. Reihe: die Chef« der Marineleitung Zenker, Roeder und B e h n ck e. Mussolini geht ins Theater. Don Dr. Gustav W. Eberlein, J\ont Rom, Ende Dezember. Rach Weihnachten, wenn anderswo dieTheater- faison schon zur Hälfte vorbei ist, fängt sie in Rom an. Dafür dauert sie bis tief in den Mai hinein, wenn es schon recht warm ist. Rach des Dühnenhimmels unerforschlichem Ratschluß gilt das, gottlob, nur für die Oper. Es muh sich da um eine geheiligte Tradition unbekannter Art handeln. Verständlicher ist das andere ungeschriebene Gesetz, wonach die Saison immer mit einem italienischen Werk eröffnet werden muh, auch wenn die Sensation des Winters etwa der „Ring" fein sollte. Im vorigen Jahre hieß der Clou „Walkiria", eine aufsehenerregende Reueinstudie- rung, denn diese Walküre war gehörnt. Sie hatte statt der vorgeschriebenen Sturmflügel eine Art Kronleuchter auf, wie man sie in Jagdzimmern hängen sieht. Und Wotan trug ein ähnliches, nur noch gründlicher stilisiertes Erzeugnis des Kunst- gewcrbes. Die Schar der übrigen Wunschmädchen begnügte sich mit sägehaften Gebilden, wie wir sie von den Venediger Gondeln kennen. Heuer kommt nun die Götterdämmerung daran. Als nationaler Schrittmacher wurde Manot Lescaut vorausgeschickt. Dreimal voraus, denn dreifach muh die Eröffnung sein: zuerst kommt die Vorprobe, dann die Hauptprobe, endlich die erste Vorstellung. Zur Vorprobe wird die Gesellschaft vom Minister abwärts geladen, die erste Vorstellung findet bereits im Abonnement statt, der Gala-Abend also bleibt der Hauptprobe Vorbehalten, zu der mittels besonderer, von der Regierung ausge- gebenen Karten die Creme eingeladen wird, die Blüte der Blüte: fior di fiori. Sogar der Duce pflegt dann zu kommen. Man merkt es daran, daß die Straßenzugänge in weitem Umkreis von Carabinieri und faschistischer Miliz abgesperrt sind. Weiterfahren! Ditte we.Erfahren! De.-geblich schwingst du deine blü en- weiße Einladungskarte, nicht verfängt die Versicherung, dah du doch deinen Wagen irgendwo hinstellen mußt, erst in der Umgebung von Santa Maria Maggiore darf endgültig gebremst werden. So gähnen die Straßen vor beneidenswerter Autoleere, die zu Fuß zu durchmessen bei Regenwetter wenig angenehm ist, zumal für die zarten Abendschleppen. Die Polizei scheint überängstlich zu sein, denn sieht man nicht fortwährend Bilder, die Mussolini mitten in übervölkerten Dolks- quartieren, eingekeilt in Arbeitermassen zeigen? Und sitzt er nun nicht etwa wie irgendein anderer Sterblicher in irgendeiner Loge des zweiten Rangs? Sitzt er etwa hinten im Halbdunkel? Durchaus nicht. Er lehnt mit dem Rücken an dem dünnen Säulchen, das die Loge mit der Rachbarloge verbindet, und hat den Arm auf den roten Samt der Brüstung gestützt. Seine Schultern berühren sich fast mit denen einer schönen Frau nebenan. Wenn jetzt nicht der weiße Schopf des Kapellmeisters herumfliegen und das Orchester die „Giovinezza" spielen würde, niemand von dem aufspringenden Publikum wüßte um sein Erscheinen. Früher pflegte er neben der Königsloge zu sitzen, beim Gouverneur... das heißt, „früher" ist so ein Begriff. Mussolini kommt nur alle Jahre einmal ins Theater und die Königliche Oper besteht in ihrer heutigen, salonfähigen Form erst zwei oder drei Jahre. Die Hofloge ist vollständig leer, die Gesellschaft also der Verlegenheit enthoben, ihre Begeisterung teilen zu müssen. Außerdem geht das Licht aus und der Vorhang auf. Ach, waren das noch schöne Zeiten, als die Bühne mit dem Zuschauerraum nichts zu tun hatte, jeder Teil sich für sich amüsiertel Bei strahlender Beleuchtung konnte man sich unterhalten und bekritteln, jedermann ackss Korn nehmen und sich selber ins geeignetste Licht rücken. Die Oper war eine gesellschaftliche Veranstaltung wie eine Plauderstunde oder ein Cercle, die Sänger und Darsteller auf dem Podium da droben nichts anderes als Grammophone oder Radiokästen, wie man sie ja auch heute noch spielen läßt, ohne sich viel darum zu kümmern. Zuweilen, wenn es sich lohnte, trat dann schon dec Lautsprecher an die Rampe und holte sich für eine besonders anstrengende Arie den lachend und zerstreut gespendeten Lohn. Und erst die Pausen, wenn daS unbequeme Gequäke, bei dem man oft sein eigenes Wort nicht verstand, endlich verstummte! Jetzt drehte sich das ganze Parkett herum, stand auf und unterzog die in Mode befindlichen Persönlichkeiten einer eingehenden Musterung. Man richtete die Gläser wie auf Kommando zuerst auf die obersten Grade, dann Schritt für Schritt die Gesellschaftsleiter heruntergehend... Man pflanzte sich vor den Logen auf wie vor den interessantesten Käfigen im Zoo und brach vor der Hofloge in gewissen Zeitabständen in Hochrufe aus. Das Orchester spielte zum zehn» tenmal die Marcia Reale und die hohen Herrschaften verneigten sich zum elftenmal huldvoll, auch toenck es nur Hofdamen waren. Und heute? Also, da singen die Menschen im Dunkeln auf der Bühne, die andern sind stumm tote die Fische, in den Pausen geht man hinaus — wie bei den nordischen Barbaren. Und der Duce macht so etwas mit! Klatscht, steht auf und geht. Er hat einen Frack an, ein gestärktes Hemd, er sieht aus wie Herr Maier. In den Gängen und im Foyer gehen die Herren wie auf Eiern, um nicht auf dte Schleppen zu treten. Jede Dame schafft sich auf diese Weise sozusagen einen luftleeren Raum um sich und der Duce kann ihren Pariser Schick von der Büste ab, wenn er vorne steht, vom Gürtel ab, wenn er hinten steht, bewundern. Das letztemal, als er hier war, sah es noch umgekehrt aus, er konnte Schuhe und Seidenstrümpfe bemerken. Eine wandelbare Sache das mit der Mode, fein Stern und feine Politik gehören offenbar nicht dazu. Vielleicht hat ihm das gerade feine rechte Hand: der Abgeordnete Giunta, gesagt, denn er lacht herzlich. Eine Dame neben mir glaubte übrigens im Dunkel des nächsten Aktes bemerkt zu haben, dah das trennende Säulchen zusehends verschwand, weil sich der Tyrann nach rückwärts mit der schönen Frau unterhielt. Run, warum soll eine kluge Frau nicht diplomatisch sein und eine so seltene Gelegenheit beim Schopfe fassen. Wer in Rom, wer will heute nichts von ihm? Und im Palazzo Venezia ist ja nicht heranzukommen. Und ausgehen tut er sonst auch nicht. Das oberste Schwarzhemd im weißen Frackhemd klatscht lange und aufmunternd nach dem vorletzten Akt. Da ist militärischer Schneid darin, man hört eine Trommel rühren, sieht absperrende Polizei und die Weite des ewigen Meeres. Aber der letzte Akt mit feinet trostlosen Wüste und dem sinnlosen Sterben darin gefällt ihm gar nicht. Er legt nur im Hinausgehen die Handflächen aufeinander. Inzwischen hat es sich in Rom herumge- sprochen: der Duce ist ins Theater gegangen! Man kann ihm eine Ovation machen, wenn er heraus kommt. Das geschieht denn auch. Die Spannung der Ungeladenen, die stundenlang auf das Wiedererscheinen der „Blüte" warten können, macht sich in einem prasselnden Feuerwerk Luft, als sein Wagen abfährt. Es ist 1 Uhr nachts. Funkpeiler und Fischdampfer. In dem Bericht des Kapitäns Kramer vom Fischdampfer „Reimer" über seine Erfahrungen beim Heringsfang heißt es: „Wie wurde die Trawl-Hetingsfischerei bisher betrieben? Jeder Kapitän fuhr nach eigenem Gutdünken nach dem für die Jahreszeit in Frage kommenden Fangplatz und fing an, den Hering zu suchen. Hatte er Glück, dann machte er gleich am ersten Tag gute Fänge, wenn nicht, dann konnte er oft tagelang suchen und alle angetroffenen Dampfer ansprechen, ehe er endlich eine ergiebige Stelle gefunden hatte. Das wurde anders, als einige Reedereien dazu übergingen, mehrere Schiffe mit funktelegraphischen Einrichtungen zu versehen. Diese Schiffe meldeten täglich ihren Standort und Tagesfang an die Reedereien, und diese gaben die Rachrichten durch Hochseerundfunk an die übrigen Reedereischiffe weiter. Durch die hiermit erzielten guten Resultate aufmerksam gemacht, rüsteten im vergangenen Jahre auch andere Gesellschaften eines oder mehrere ihrer Schiffe mit funktelegraphischen oder Telephonie-Sendem aus. Jetzt konnten mit Hilfe eines Telegrammschlüssels und einer Quadratkatte der Rordsee alle Schiffe nach den günstigsten Fangplätzen dirigiert werden. Der tägliche Telegrammverlehr kostete aber eine Menge, Geld. Diese Telegrammunkosten lassen sich vermeiden und außerdem können die Schiffe viel schneller an die gewünschte Stelle kommen, wenn alle mit Funkpeiler versehen werden. Dann fünfen zu bestimmten Uhrzeiten die Dampfer ihre Fänge geschlüsselt an alle Reedereischiffe und geben anschließend Peilsignale. Alle Dampfer nehmen ihre Peilung und suchen dasjenige Schiff auf, welches den besten Fang gemacht hat. Auf diese Weise werden nicht nur die Telegramm- gebühren bedeutend herabgesetzt, sondern die Dampfer können unter Umstanden am gleichen Tage noch einige gute Fischzüge machen, waS bei der bisherigen Handhabung nicht mcg'ich toar da die Schiffe erst nachts benachrichtigt werden/ Soweit Kapitän Kramer. Ein Gerät zur Richtungsbestimmung ist für jedes Seeschiff, gleich welcher Art, unentbehrlich und zwar nicht nur zu rein navigatorischen Zwecken. Es wird wohl nur noch kurze Zeit dauern, bis jedem in See gehenden Schiffe ein Funk-Peiler ein ebenso selbstverständliches Ausrüstungsstück fein wird, wie der Kompaß oder ein Rettungsboot, denn solch ein Gerät befähigt den Kapitän, bildlich gesprochen, beliebig weit auch hinter den Horizont zu sehen, bei Rächt und Rebel sogar besonders gut! Sie Aendenm» des SieiieworaiiszaWnsssesehes in Hessen. Entschiedene Abwehr der Industrie- und Handelskammern. Don der Industrie» und Handelskammer Mainz, als dem Vorort der hessischen Handelskammern, wird uns geschrieben: „Die hessischen Industrie- und Handelskammern haben mit größter Ueberraschung zunächst lediglich aus de* Presse und dann aus dem Hessischen Regierungsblatt Nr. 23 Kenntnis erhalten von dem am 9. Dezember im hessischen Landtag verabschiedeten Gesetz, die Abänderung des Steuervorauszahlungsgesetzes vom 10 Dezember 1929 betreffend. Durch diese Gesetzesänderung wird dem Herrn Minister des Innern die Ermächtigung erteilt, für die R e a l st e u e r n, insbesondere für die Gewerbe steuern der Gemeinden, Kreise und Provinzen, anzuordnen, daß die für das Rechnungsjahr 1930 geleisteten Vorauszahlungen als endgültige Steuerleistungen anzusehen und daß vom Rechnungsjahr 1931 ab die Gewerbesteuern nach den Veranlagungsarundlagen des vorvergangenen Jahres zu bemessen sind Diese Gesetzesänderung wird damit begründet, daß die Gemeinden in Zukunft von der alljährlich doppelten Steuerfestsetzung und -Veranlagung zum Zwecke ein^r Vereinfachung der Verwaltung befreit werden sollen, und daß diese Aenderung auch zum Wohle der Steuerpflichtigen selbst sei, insofern nämlich, als diese in Zukunft bereits zu Beginn des Rechnungsjahres ihre endgültige Steuerschuld erfahren würden In der Uebergangszeit müßten etwa entstehende Härten im Wege des Billigkeits- e r I a s s e s beseitigt werden Es bleibt außerordentlich bedauerlich und unverständlich. daß der Herr Minister nicht Veranlassung genommen hat. den Entwurf zu dieser Gesetzesänderung, gemäß § 1 des hessischen Gesetzes die Industrie- und Handelskammern betreffend vom 25 Juni 1925, den gesetzlichen Berufsvertretungen zur gutachtlichen Aeußerung zu unterbreiten, zumal es sich hier um eine für Industrie und handel u n ° gewöhnlich tief einschneidende Maßnahme handelt Die dem Entwurf beigegebene Begründung besaßt sich überwiegend und yanz einseitig mit dem Interesse der Gemeinden an dieser Neuregelung. Sie irrt indessen, wenn sie satzt die für die Steuerpflichtigen entstehenden Nachteile seien nicht so bedeutend, daß sie die Vorteile der einmaligen jährlichen kommunalen Steuerfestsetzung aufwiegen könnten. Demgegenüber machen die hessischen Industrie- und Handelskammern die nachstehenden F e st st e l l u n g e n: Bei -der durch die Aenderung des Steuervoraus- zahlungsgesetzes dem Herrn Minister des Innern erteilten Ermächtigung handelt es sich um eine grundlegende Aenderung des seitherigen Systems. Dieser könnte in Zeiten einer normalen Wirtschaftskonjunktur zugestimmt werden Unter den gegenwär. tigen Verhältnissen aber, die bekanntlich seit 1928 nicht nur einen noch nie dagewesenen Rückgang der gewerblichen Einkommen gebracht haben, sondern in denen auch die Mehrzahl der Betriebe mit Verlusten arbeitet und nur unter äußerster Anstrengung die bereits stark reduzierte Zahl der Arbeiter und An- gestellten noch halten kann, bedeutet die geplante Systemänderung geradezu eine U n • Möglichkeit. Die Zumutung an die Zensiten, die Gewerbesteuer des laufenden Rechnungsjahres noch dem' am 1 Januar 1929 einmal vorhanden gewesenen Anlage- und Betriebskapital und nach dem im Kalenderjahr 1928 erzielten Ertrag heute endgültig zu entrichten, hätte zur Folge, daß die Mehrzahl der Steuerpflichtigen zu Unrecht eine viel höhere Steuer zu leisten hätte, als sie den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Wenn man glaubt, die Härtefälle im Wege der Billigkeit abgelten zu können, so wird schon jetzt als feststehend gelten müssen, daß die Härtefälle die Regel sein r werden und daß den Gemeinden durch ihre Behandlung eine nocy größere Arbeitslast entstehen wird, ?als durch eine ordentliche Veranlagung der Gewerbesteuern nach den seitherigen Grundsätzen. Zudem würde der Mangel einer gesetzlichen Abgrenzung der Härtefälle voraussichtlich zu Unzuträg- l i ch k e i t e n führen, da für eine gleichmäßige Behandlung der Steuerpflichtigen keinerlei Gewähr gegeben ist. Die beabsichtigte Aenderung der Besteuerungsgrundlogen stellt weiterhin einen Verstoß gegen den steuerrechtlichen Grundsatz der Kontinuierlichkeit dar Jeder Steuerpflichtige muh die Gewähr besitzen, dah die jeweiligen Veränderungen seines Einkommens ufw. nach oben und unten bei der nächsten Steuerveranlagung ihre Berücksichtigung finden, daß er also nur, wie es die Reichsverfassung vor- schreibt, seinen Kräften entsprechend zu Steuerleistungen herangezogen wird Der geplante Systemwechsel würde diesem Gebot auf das schärfste widersprechen Er ist weiter um so weniger veranlaßt, als das bevorstehende Steuervereinheitlichunds- gesetz in den nächsten Jahren eine gleichmäßige Regelung für das ganze Reich bringen wird. Auch auf das Aufkommen der R e i ch s st e u e r n wird das Abweichen von einer ordentlichen Veranlagung der kommunalen Gewerbesteuern nicht ohne Einfluß bleiben Die Realsteuern können am reichssteuerpflichtigen Einkommen abgesetzt werden. Wenn der einzelne Zensit also eine höhere Gewerbesteuer zu entrichten gezwungen würde, als es feinen tatsächlichen Verhältnissen entspricht, so wird die an sich schon durch das Zusammenschmelzen der Einkommen geringere Reichseinkommensteuer noch mehr vermindert. Man könnte sagen, daß die hessischen Verhältnisse dabei nicht entscheidend ins Gewicht fallen. Es dürfte aber ohne Zweifel fein, daß das Vorgehen Hessens bei anderen Landesregierungen Schule machen wird und daß dann der Reichrfinanzminister zur Sicherung der Reichseinnahmen sich gezwungen sehen dürfte, von den ihm im Finanzau?gleichsgesetz erteilten Befugnissen Gebrauch zu machen. Schließlich muß sich eine solche Aenderung im Veranlogungssystkm der kommunalen Gewerbesteuern gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt im Sittne einer Durchkreuzung der Real- steuersenkungsmaßnahmen der Reichsregierung auswirken Nach der letzten Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten müssen die Realsteuersätze im Rechnungsjahre 1931 gesenkt werden. Eine Erhöhung wäre nur noch bis zum 31. Dezember möglich, was aber mit Rücksicht darauf, daß die letzten Veranladungsgrundlagen noch nicht fest- stehen, nicht durchführbar ist Alle Wirtschaftskreise sehen mit größter Spannung der versprochenen Senkung entgegen in der Erwartung, daß sie mit zur Gesundung unserer gesamten Verhältnisse beitragen wird, nicht zuletzt um die Arbeitslosen wieder zum Wohle des Volke ganzen in den Produktionsprozeß nutzbringend einschalten zu können. Den Gemeinden nun zu gestatten, die Gewerbesteuern statt wie in der feit- herigen Weife nunmehr an Hand von weit zurückliegenden, den tatsächlichen Verhältnissen überhaupt nicht mehr entsprechenden Grundlagen zu erheben, würde bedeuten, ihnen auf Kosten der Zensiten ein unverhältnismäßig höheres Real- fteuerauftommen zu garantieren und damit gegen d i e Zw ecke der Notverordnung verstoßen. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die Durchführungsbestimmungen zur Notverordnung, in denen den Ländern ausdrücklich zur Pflicht gemacht ist, den auf die Nealsteuer- fcnfung gerichteten Zweck der Notverordnung nachdrücklichst zu fördern, insbesondere auch im Hinblick auf die von ihnen zu genehmigenden Gemeinde- steuern. Da zudem in den Ausschlagssätzen die Steuerbelastung überhaupt nicht nach außen zum Ausdruck kchme, würde also einer Verschleierung der-^ tatsächlichen Belastung mit gemeindlicher Gewerbesteuer von der hessischen Regierung Vorschub geleistet, die nur geeignet sein könnte, zum Nachteil des Volksganzen weiterhin eine Täuschung über die steuerliche Leistungsfähigkeit und über die wirkliche Steuerbelastung hervorzurufen Es wird auf jeden Fall der Eindruck erweckt, daß die zuletzt zum Ausdruck gebrachten Umstände der innerste Antrieb zur Anregung des vom Landtag verabschiedeten Gesetzes zur Aenderung des Steuervorauszahlungsgesetzes gewesen sind. Auf Grund des vorstehend Ausgeführten halten es die hessischen Industrie- und Handelskammern für ihre Pflicht, den Herrn Minister hiermit noch rechtzeitig zu warnen, von der ihm gegebenen Ermächtigung unter den gegenwärtigen Verhältnissen Gebrauch zu machen." SJlxfpori Amtliche (Spieltermine für Sonntag, 4. Januar. Liga Borussia FuUxr - Spielverein Kassels Hessen Hersfeld - VfB.-Kurhessen Marburg: Hermannia Kassel - Germania Fulda. 1. Bezirlstlasse: 4. Januar: Germania Marburg - 1900 Gießen, Wetzlar — Frohnhausen: Wiesenbach - Wallau VfB.-Gießen. Die Ligareserve hat sich der ersten Mannschaft Lollars in Lollar zum Verbandsspiel zu stellen. Trotz ihrer CHieberlage gegen Steinberg führt sie noch die Tabelle an, muh nun aber sehr darauf bedacht sein, in den wenigen noch auszutragenden Spielen keine Punkte mehr zu verlieren, da sonst damit sehr wahrscheinlich auch die Meisterschaft in Frage gestellt wäre. Die Mannschaft wird gut tun, den Gegner nicht zu unterschätzen und in stärkster Aufstellung anzutreten. Das Vorspiel endete 5: 2 für DfD. Die dritte Mannschaft steht ebenfalls im Ver- bandsspiel der ersten des Sportvereins Dieber in Bieber gegenüber. Auch sie hat durch ihre 1: 4-Niederlage gegen Garbenteich Terrain verloren und muh eine Scharte auswehen. Ob es ihr aus dortigem Platz gelingt, erscheint nicht sehr sicher, da sie das Vorspiel gegen Bieber nur knapp mit 3:2 gewinnen konnte. Die 3ugend- mannfchaften sind ohne Spiel. Dem Verbandsspiel-Terminkalender nach ist die Ligamann'chaft am kommenden Sonntag spielirei; sie hat sich jedoch die Ligamannschaft des Spv. 03 Frankfurt a. M.-Fechenheim zu einem Gesellschaftsspiel eingeladen. Die Gäste gehörten in der vergangenen Saison der Bezirksliga (oberste Spielklasse) an, konnten sich aber in dieser nicht halten und sind wieder zum Abstieg verurteilt. Datz sie trotz des Abstiegs über eine bezirksliga- mäßige Spielstärke verfügt, hat die Fechenheimer Mannschaft außerdem bewiesen, indem sie kürzlich im Privatspiel die zum Bezirk Main-Hessen gehörenden llrberacher auf deren gefürchteten Platz mit 4 2 und Langen sogar mit 4:0 zu schlagen vermochten. Die Gästeelf spielt einen technisch hochstehenden Fußball unter Einsatz der ganzen Körperkraft. Die ViB.-Els wird sich gewaltig strecken müssen, um ehrenvoll zu bestehen. Sie wird dem Gegner den Sieg nicht leichtmachen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Entscheidende Grohkämpfe um die Meisterschaft in allen Klassen. Die Ligamannschaft muß zur Germania Marburg um das noch ausstehende Rückspiel auszutra- gen. Im Vorspiel verlor bekanntlich 1900 mit einer unvollständigen Mannschaft 5:0 und wird sich deshalb dieses Mal gehörig ins Zeug legen, um diese Scharte auszuwetzen, zumal voraussichtlich am kommenden Sonntag die Mannschaft erstmals komplett zu einem Verbandsspiel in dieser Saison antritt. Der Gastgeber besitzt zwar den Vorteil des eigenen Platzes und der größeren Schnelligkeit, man rechnet aber damit, daß die Gießener dafür eine größere technische Fertigkeit in die Waagschale werfen können, die hinreichen sollte, einen knappen Sieg der Blauweißen sicherzustellen. Eine jetzige Niederlage der Marburger dürfte diese höchstwahrscheinlich um die Meisterschaft bringen. Gleichfalls von Wichtigkeit ist das Spiel der Ligareserve gegen Steinbergs erste Mannschaft auf dem Sportplatz an der Liebigehöhe Die Gießener müssen alles daransetzen, dieses Treffen siegreich zu gestalten, wenn der erzielte knappe Vorsprung im Kampf um die Meisterschaft gehalten werden soll. Die Steinberger sind außerordentlich spielstark. Das Vorspiel in Steinberg konnte 1900 erst nach aller- frhroerftem Komps mit 5:3 Toren gewinnen 4)ie Dritte Mannjchast der SpielDereiniyuug, u« ebenfalls die Spitze der Tabelle einnimmt, muß zu einem Hauptmitbewerber um die Meisterschaft, zur ersten Elf Garbenteichs. Auf dem Garbenteicher Platz ist es für fremde Mannschaften sehr schwer Punkte zu erzielen. Zudem wird der Platzverein alles daranfetzen, siegreich zu bleiben, da im Falle einer Niederlage Leihgestern der lachende Dritte sein wird Man rechnet mit einem knappen Sieg der Gießener. 1900s vierte Els spielt in Daubringen gegen die dortige zweite Mannschaft Bei der Begegnung in Daubringen erhofft man bestimmt die Blauweißen aus Gießen siegreich. Fußballklub 1926 Großen-Buseck FE. 26 Großen-Buseck Liga — SIE. 21 Wetzlar. Die genannten Ligamannschaften treffen am nächsten Sonntag in Großen-Buseck zusammen. Großen- Buseck kämpft in diesem Spiel um Besserstellung in der Tabelle, während Wetzlar (früher Sportklub Niedergirmes) um die Qualifikation einer höheren Spielflaffe wetteifert. In spielerischer Hinsicht stcllt Wetzlar eine kampferprobte Elf, denn Spieler dieses Vereins haben früher in der 1 Bezirksklasse 'gegen die bekannten Gießener Vereine lange Jahre gespielt Großen-Buseck mit seinen jungen Spielern hat eine kleine Chance dadurch, daß dieses Treffen auf eignem Gelände ausgetragen wird Die Mannschaft tritt in bester Aufstellung an. Handball im Labn - Oünsbera Gau To Garbenteich — Polizei Butzbach. Die 1. Mannschaft des Turnvereins Garbenteich fährt am morgigen Sonntag zur Polizei Butzbach zur Austragung eines Gefellichaftsspieles. Befleißigt sich die Mannschaft ihres früheren Kornbinatians- fpielcs, dürfte mit einem ehrenvollen Abschneiden zu rechnen fein. deutscher Eissckmellaus-Rekord. v. >■'« .......— T«'' »i Sanbner (München) stellte bei den Eis)chnellauf- meisterschaften des Bayerischen Eissport-Verbandes auf dem Staffelfee bei Murnau einen neuen deutschen Rekord über 1500 Meter mit 2:39 auf. „Ruud um Schotten." Meifkerschaftslauf für alle Klassen. Für das Motorradrennen „Rund um Schotten", das in diesem Jahre zum 7. Male ausgetragen wird, wurde von dem DMV. der 19. Juli fcstgelegt. Das Rennen wird wieder als Meifterfchaftslau für sämtliche Klassen ausgefallen. Es erhält in diesem Jahre noch eine Kroßere Bedeutung, da statt seither 6, nur 4 Meisterschaftsfahren in Deutschland vorgesehen sind. So werden die besten deutschen Fahrer sich am hiesigen Startplatz treffen, den Kampf um den Titel eines deutschen M e i ft e r s auszutragen. Kurze Sporinotizen. Einen neuen deutschen Eislaufrekord stellte auf dem Staffelsee der Münchener Sandener über 1500 Meter mit 2:39 Minuten auf. Schalke 04 wird voraussichtlich doch begnadigt werden, nachdem die Spruchkammer des Westdeutschen Spieloerbandes eingesehen hat, das sie mit ihrem Urteil die disqualifizierten Spieler zu hart getroffen hat. Der Vorstand des WSV und die Wahlversammlung am 18. Januar in Düsseldorf werden sich noch einmal mit der Angelegenheit befassen Gute Trainingsmöglichkeiten sind nach einem Bericht des Organisationskomitees der 10. Olympischen Spiele in Los Angeles vorhanden. 15 moderne Sportplätze, Hallen, Schwimmbäder und Ruderbahnen stehen den Athleten zu Trainingszwecken zur Verfügung. * Starke Schneefälle sind im Harz und Thüringen zu verzeichnen, so daß am Sonntag sich auf den großen Plätzen ein lebhafter Sportbetrieb ab- wickeln wird Auf der Hindenburgschanze bei Oberhof, wo vom 13 bis 16. Februar die internationalen Skirennen stattfinden, wurde das erste Probesprin- gen abgehalten. Erich Recknagel (Obersch inau) erreichte 55 Meter, Paul Henckel (Oberhof) 46 Meter, Fchringer 44 Meter, Walter Wagner 42 Meter. Alle Springer äußerten sich sehr lobend über die Beschaffenheit der Schanze. Westdeutsche Fußbattpokaleif geändert. Die westdeutsche Fußballmcrnnschaft, die am 11. Januar in der Zwischenrunde um den DFB.- Pokal in Mannheim gegen Süddeutschland anzu- trctcn hat, wurde in einigen Posten geändert. Den Sturm führt jetzt für den talentierten Benrather Hohmann der Mülheimer Aiggemeyer: halblinks wurde für Wirth (Köln) Zarges (Sülz) eingestellt und Schlösser (Barmen) als linker Läufer für Flory (Köln) ausgestellt. Die Ausstellung der westdeutschen Mannschaft lautet jet)t: Buchloh (Speldorf), Busch (Duisburg), Weber (Kassel): Kluck (Rheine), Münzenberg (Aachen), Schlösser (Barmen): Albrecht, Hochgesang (Düsseldorf), Aiggemeyer (Mülheim). Zarges (Sülz) und Schmitz (Sülz). oporf im Reiche. Aach dem schwachen sportlichen Auftakt deg Neujahrstages bringt der ersteSonntag deS Jahres in zahlreichen Sportarten ein reichhaltiges Programm. 3m Wintersport waren die bisherigen Veranstaltungen nicht vorn Wetter begünstigt. Wenn nicht noch Frost eintritt und neue Schneefälle zu verzeichnen sind, dürsten auch am Sonntag die Aussichten nicht allzu rosig fein. Groß ist das Programm der geplanten Ski-Veranstaltungen. 3m Harz wird die Saison mit einem /Staffellauf vorn Brocken nach Altenau fortgesetzt. Thüringen läßt den Renn^keig'auf und einen Verbandst runglauf in Oberhof folg n. D r Skiklub Sauerland veranst I.et Verbau s- läufe in Aeu-Astenberg. Der Eissport bringt als wichtigstes Ereignis die österreichischen Paar- lausmeisterschaften in Graz. 3m Fußball beginnen am Sonntag in Süddeutschland die Mnsterfchafts-Endspie e. Auch in den anderen Verbänden werden die Punktekäm.fr fortgesetzt. 3m Hockey beendet die indische Studentenmannschaft der Vars.ty Asiatics ihre Wettspielreise mit zwei Wettspielen im Rheinland. Am Samstagabend treten die 3nder in Köln gegen Stadion Rot-Weiß und am Sonntag gegen Etuf Essen an. - Das wichtigste Ereignis im Hallentennis ist der traditionelle Kampf Rheinland gegen Amsterdam, der diesmal am Samstag und Sonntag in E.berfeld ausgetragen wird. — Vor längerer Zeit waren, im Rugby aus England die Harrows Argonauts angekündigt, doch scheint das geplante We^piel in Leipzig gegen den Akademischen SC. Leipzig für Sonntag noch nicht ganz sicher zu fein. — Auch in der Leichtathletik regt es sich wieder. Am Sonntag wartet der VBAD. mit feinem ersten diesjährigen Winter-Waldlauf in Sadowa auf, der eine ausgezeichnete Beteiligung gefunden hat. 3m Radsport bringt die Stuttgarter Sport- Arena bereits am Samstag ein Dreiftunden- Mannschaftsrennen. 3n den Hallenbahnen in Köln und in Breslau tummeln sich die Amateure, während in der Frankfurter FesthaIle ein 100-Kilorneter - Mannschaftsrennen von Derufsiahrern bestritten wird. Srieffaflen öer Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit her Sdjnftleitung.) h. M. in Birklar. Der Anspruch gegen den Maurer ist längst verjährt, zumal ihm nicht nachgewiesen werden kann, daß er feine Arbeit vorsätzlich schlecht geleistet hat. Nur in diesem Falle käme die regelmäßige Verjährungsfrist von dreißig Jahren in Frage. Wir halten Ihren Anspruch für aussichtslos. Not- und SobgeiD. Hatte oet uoerpfuch.etc -et Mutter neben dem sogen. Notpfennig laut Leibgedingsvertrag den gesamten Lebensbedarf in standesmäßiger und ortsüblicher Weise zu gewähren, so hatte er auch im Falle ihres To. UNivmui JM T* *.* 10 ti-VJ<6 »12.■'V Jj » g*i gftiv 'M *«anv ■SS6 8N. SD' ■ Montag1 beginnt - WHO M Inbenieur- Schule MascfiinenoaiEjtfira- teenniLHoc*u.TiafBas. Tonmaustna S/e4-Xe»«»» 'S"« .li«d NM richt an, Utft(,n 6 3^8 ird ÄJ* 1M an?* isbfl 1,1 »-«ä44 5,6S£i.' ’Ä** niagn?* JLH?» Tluf 7°^Ä iS.? 'Beteiligung ^Mertzpvrt. ^„MtuHben- ld) dre Amateure. *ei 8°fthaU. touen wird. irirfifttt aeiaden. M < 3««*- 6|„ "«ÄV« 'k^L^edhaf. Luther« ttesdrenst. ” cich. 7 SSg'.i 0: S,riÖfir6mtn leladra- Ionuar. ZS'°"!° w'". 64 A Aussteuern in Leib-, Bett-, Tisch- und Küchenwäsche, sowie Federbetten, Matratzen, Steppdecken und Kolter beschaffen Sie sich diesmal besonders günstig, gut und pre swert im Saison-Ausverkauf C. Röhr & Co. Das Rätsel des Düngerstreuers Schieferstein allen Störten tirD tiiz engen Biirr Mo.. ©leben JS-SS Teievbon 3949. letten tn allen Stärken nronn e eriiar Sperrholz IN stelle, tynboon u. Slictet J-25mm Bretter und Dielen aller Starken, I irüivebiidje uni) bancrilche •■öobel« breiter, Lnalietlatten, ix Len- u. Duchcn- Schnuiwaren liciern in Schonheif hol kein Rl+orl FRÜHSTÜCKS KRWUTERTEE .Hermes“ Fabrik pharm ko«m. Präparate München .... 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D gewissen Domsli Über der Äealste man sich allerdin dem Steuerdikta betlotn eine' selbst bei allen e nem Verständnis daß man in Dar die Ernennung dl Pott nach dem 2Ii ratS-Eihung vom beschleunigt zu ho Legierung schon ihm die Aöglichl wenigstens auch i besprechen zu ßnn so gwßer Tragw liegende ist, die in Darmstadt do wieweit die von schr erheblich üb Wallung hinaus jcu^aiuiüLii uuu i in. — Ä g , , u - digesperrt, WGnderbarc Aus- ßglj SpCISCZimmCr echt Nuhbaum.. reduzierten Preisen Schlafzimmer ±!±>:Mar^ 375 Strümpfe und Handschuhe Damen-Strümpfe, echt ägypt. Mako oder Seidenflor, schwarz und farbig, mit verst. a aa Sohle und Ferse, ausprobiert gut im Tragen, LUU Damen-Strühipfe, aus feinmasch.künstl. a aa Seide, viele Farben, weit unter Preis....... LUU Damen-Strümpfe, reine Kaschmirwolle, n nn farbig und schwarz, nur gute Qualität......Z.UU Damen-Strümpfe,Wolle mit Kunstseide a pa plattiert, modernste Farben und schwarz ... 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Was man in kommunalpolitischen Kreisen befürchtet hatte, wurde leider zur Tatsachen der Steuerdiktator begnügte sich nicht mit dem, was die Stadtverwaltung dem Stadtrat vor- aeschlagen hatte, sondern er ging noch darüber hinaus, und er folgte auch dem Vorgehen der Stadtverwaltung nicht im geringsten, das eine Heranziehung aller Steuerzahler au den vermehrten Lasten des Haushaltes erstrebte, son- dcrn bürdete die Last nur nach einer Seite hin auf. Vei der Gewerbe st euer vom Ertrag hatte die Stadtverwaltung die Erhöhung * des Satzes von 2,20 Work auf 2,80 Mark vorgesehen, der Staatskommissar setzte aber 3 Mark fest: die Gewerbesteuer vom Kapital wollte die Stadtverwaltung von 55 auf 60 Ps. erhöht wissen, der Slaatskommissar schraubte die Mehrbelastung auf 65 Pf. herauf: die Grundsteuer von Gebäuden und Bauplätzen sollte nach dem Vorschläge der Stadtverwaltung von 27 auf 33 Ps. gesteigert werden, der Staatskommissar machte daraus 35 Pf.; dec Steuersatz der Grundsteuer von land - und for st wirtschaftlich, oder gärtnerisch genutztem Grundbesitz verblieb, wie seither, auf 35 Pf. Außerdem verfügte der Staatskommissar die Einführung der Getränkeverzehr- st e u e r für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1931. Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Erhöhung der gesetzlichen Miete um 2 Prozent und die Heraufsetzung des Wassergeldes von 25 auf 28 Ps. je Kubikmeter, fand dagegen nicht den Beifall des Staatskommissars, er lieh diese beiden Punkte gänzlich nutzer Betracht. Und alle diese Belastungen für das ganze Rechnungsjahr 1930, d. h. also ab 1. April 1 930! Wenn man das Steuerdiktat kritisch unter die Lupe nimmt, muh man offen sagen, dah es völlig den von der Linken des Stadtrats seit wahren erhobenen Forderungen entspricht. Man kann vielleicht sogar behaupten, dah das Stadtrotsmitglied Mann von dieser Großzügigkeit des Staatskommisfars einigermaßen überrascht gewesen sein wird, denn allgemein herrschte die Annahme vor. der Staatskommissar werde über die von der Stadtverwaltung beantragten Sähe nicht hinausgehen. Bei der bekannten Einstellung in gewissen Darmstädter Degierungskreisen gegenüber der Realsteuerbelastung in Gietzen braucht man sich allerdings nicht zu wundern, dah sich in dem Steuerdiktat des Ooerregierungsrats Habe r f o r n eine Tendenz offenbart, die in Gietzen selbst bei allen einsichtigen Wirtschaftskreisen keinem Verständnis begegnet. Verwunderlich ist nur, dah man in Darmstadt erst kurz vor Toresschluh die Ernennung des Staatskommissars vollzog, anstatt nach dem Ausgang der entscheidenden Stadt- rats-Sihung vom Samstag, dem 27. Dezember, beschleunigt zu handeln und den Beauftragten der Regierung schon am Montag zu bestimmen, um ihm die Möglichkeit zu schaffen, sich in Dietzen wenigstens auch mit den Führern des Stadtrats besprechen zu können, ehe er eine Entscheidung von so großer Tragweite schuf, wie es die jetzt vorliegende ist. die nach wenigen Deratungsstunden in Darmstadt das Licht der Welt erblickte. Inwieweit die von dem Staatskommissar verfügten, sehr erheblich über das Verlangen der Stadtverwaltung hinauSgehenden Steuersätze von den Die kleine Molelle. Zftoman von Paul Ham 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie fühlte ein Prickeln in sich. Diese Leidenschaft — sie begann sie zu verwirren. Unb es war doch alles nur — Spiel! „Dein, lassen Sie mich reden, Frau Dorma. Sie haben kein Glück gefunden. Man hört doch — und sieht „Dun — und wenn es so wäre —T Darnowsky kniete vor ihr. „Ich liebe Sie, Dorma — Sie müssen es doch fühlen. Sie sind mein Schicksal. Meine Zukunft. Ich will Sterne für Sie vorn Himmel reißen. Dorma — ich bin verloren — in Ihrer Schönheit Langsam legte sie die Hände auf seine Schultern. Wilde Freude erfüllte sie plötzlich. Sie hatte gesiegt! Ein Mann kniete wieder vor ihr — ein Willenloser! 'Ah — wenn sie erst wieder Hubert so weit besiegt hätte —“ „Ich dürste ihnen nicht gestatten, so zu sprechen, Herr Darnowsky —“ Er blickte zu ihr auf. »Aber ich liebe Sie doch —“ Eie lächelte ihm zu. „Ich bin — eine Frau, ich habe kein Recht, Sie anzuhören —“ „Was fragt die Liebe danach, Frau Dorma! Ich will nichts, als dah — Sie mir gestatten. Sie lieben zu dürfen, Unb einmal, einmal werden Eie frei sein —* „Einmal frei sein?" Das Wort fiel in ihre Seele. „Vielleicht", murmelte sie, „vielleicht — wenn Sie ein gröberer Mann sind als heute —" Seine Hände umspannten ihren Arm. „Dorma — werden Sie's nicht vergessen? Die geben mir Hoffnung?" Da schüttelte sie den Kopf. Wie eine Sphinx sah sie aus. „Vielleicht — sagte ich. Dichts weiter. Aber — verlangen Sie nicht zuviel. Man muß sich gedulden können —“ Er blickte sie ratlos an. Heihe Leidenschaft flammte aus seinem Blick. „Dorma — lassen Sie mich hoffen!" Er zog sie fast gewaltsam zu sich. Flüsterte heiser: „Ein Kutz — gibt Hoffnung--“ Ihr Gesicht schimmerte dicht vor ihm. Ein Kuh? In seinem Griff war Wildheit. Ah — wie er sinnlos war! Ein Kuh? Aber die Lust am Spiel war stärker in ihr. Unb sie schüttelte den Kopf und antwortete W: Samstag, 5. Januar 1931 Gießener Anzeiger IGeneral-Anzeiger für Gderhessen) Steuerpflichtigen in die Wirklichkeit umgesetzt werden können, muß natürlich noch dahingestellt bleiben. Cs würde uns nicht überraschen, wenn sich bei sehr vielen Steuerzahlern die Anmöglich- feit zur ilebernaßme dieser Last schon in aller Kürze aktenmäßig ergeben würde. Besonders anfechtbar erscheint auch die Einführung der Getränkeverzehrsteuer, die bisher in den meisten Städten glatt abgelehnt wurde, da man sie allgemein als eine der ärgerlichsten, schwierigsten und im Ertrag unzulänglichsten Steuern betrachtet, bei der die Kosten und Scherereien der Erhebung in keinem Verhältnis zu dem finanziellen Ergebnis stehen werden. Schon heute möchten wir der bestimmtesten Erwartung Ausdruck geben, daß der Sta>trat, sobald das Derfügungs- recht wieder auf ihn übergegangen ist, diese Steuer unter feinen Umständen verlängert, da sie nur allzusehr geeignet ist, dem Gasthausgewerbe steuerlich das Dasein noch schwerer zu machen und da sie sich auch für die breiten Devölkerungsschichten noch schärfer auswirken wird als die Biersteuer. Vom Standpunkte der steuerlichen Gerechtigkeit aus, die erheischt, daß zu den Lasten des Gemeinwesens alle Teile der Bürgergesamtheit nach Maßgabe ihrer Kräfte beizutragen haben, ist cs auch bedauerlich — so sehr wir die wirtschaftlichen Schwierigkeiten weiter Kreise der Mieterschaft zu würdigen wissen —, die Deusestsetzung eines an sich durchaus vertretbaren Mietsahes in diesem Zusammenhang fehlen zu sehen. Dabei denken wir nicht etwa daran, dem Hausbesitz ein Geschäft zuführen zu wollen, sondern uns leiten nur Erwägungen, deren Ziel die Kräftigung und baid- möglichste Befreiung des Wohnungsmarktes von seinen heutigen Fesseln zum Wohle der Dolks- gesamtheit ist. Üb man sich in Gießen mit dem Diktat deS Staatskommissars abzufinden haben wird, oder ob — wie Bürgermeister Dr. V ö l s i n g (Alsfeld) in unserer Dummer 304 in einem bemerkenswerten Aufsatz bargelegt hat — die Mög.ich- keit von Rechtsmitteln gegen das Steuerdiktat in Betracht kommt, ist eine Frage, über die sich vielleicht auch der Stadtrat noch unterhalten wird. Wenn nicht al.es trügt, dürfte jedenfalls das Darmstädter Machtwort nicht so ohne weiteres hin genommen werden. Keine zwingende Rückwirkung. Don dem Stadtratsmitglied Rechtsanwalt und Notar Schneider erhalten wir folgende Zuschrift: „In Ihrem Bericht über die Gießener Stadtratssitzung vom 27. Dezember ist Ihnen, wie auch verschiedenen Rednern des Tages, so insbesondere f)errn Stadtratsmitglied Mann, als er den Vermittlungsantrag der Arbeitsgemeinschaft der Mitte als ungesetzlich bezeichnete, insofern ein Irrtum unterlaufen, als Sie schreiben, daß eine neue Notverordnung der Reichsregierung (es handelt sich dabei um die Durchführungsbestimmungen zur Realsteuersenkung im Rechnungsjahre 1931 vom 20. Dezember 1930) die Rückwirkung des Im Jahre 1930 beschlossenen Steuersatzes auf das ganze Rechnungsjahr 1930 zwingend vorschreibe. Der hierüber handelnde § 6 der Durchführungsbestimmungen besagt jedoch lediglich, daß, falls Nachtragsumlagcn sich nicht rückwirkend auf das ganze Rechnungsjahr, sondern nur auf einen Teil desselben beziehen, die durch derartige bis zum 31. Dezember 1930 rechtswirksam gewordene Beschlüsse eingetretene Erhöhung oder Ermäßigung des Steuersatzes auf das ganze Rechnungsjahr 1930 umzurechnen ist. Was damit verhütet werden soll, ist zu deutlich. Jedenfalls aber würde diese neueste Bestimmung der Annahme auch des Vermittlungsoorschlags der Arbeitsgemein- schäft nicht entgegen gestanden haben, der gerade mit Rücksicht auf die darin erblickte Härte die Rück- „Sie sind — zu stürmisch, Herr Darnowsky. Seien Sie vernünftig, nehmen Sie die Ruder wieder — seien Eie doch genügsam — — für heute —“ „Dorma!" Sie streifte feine Hände vom Arm. Da rauschte Ruderschlag ganz in der Dähe. Ein Boot, kaum wenige Meter entfernt, fuhr heran. Eine Stimme klang auf: „Ah — Dorma? Herr Barnowsky? Ich hörte doch bekannte Stimmen?" Barnowsky zuckte zusammen und griff nach den Rudern. Dorma warf den Kopf in den Racken. Keineswegs unangenehm überrascht. Also war ihr Hubert auch hier gefolgt? Hatte alles gehört? Ah — er mußte erregt sein! Gut, daß sie sich nicht hatte gehen lassen. Kam nun ein4 Szene? Es mußte wundervoll werden! „Ich suchte Sie schon wie eine Stecknadel, Herr Barnowsky." Wördehosss Doot lag Seite an Seite mit dem anderen. Er lächelte freundlich. Keine Spur von Erregung war in seinem Gesicht. „Dorma — ist es dir nicht zu kühl?" „Wir wollten gerade zurücksahtcn, Hubert —" „3a — ich hörte. Herr Buchholh sagte, ihr wäret auf dem Teich. Da suchte ich euch." Er griff in die Fracktafche und holte ein Kuvert heraus, das er dem verdutzten Darnowsky überreichte. „Ditte, wollen Sie nachzählen? Es ist die Summe, die Sie neulich, liebenswürdigerweise meiner Frau liehen. Ich danke Ihnen noch nachträglich." Dorma war jetzt nicht minder verblüfft als der Maler, der nur ein „bitte, es wird schon stim- men. Aber das war doch gar nicht nötig", mühsam hervorstieß. Wördehoss lächelte noch immer. „Es wird Zeit, daß wir nach Hause fahren, Dorma", meinte er. „Die Schar der Gäste hat sich schon gelichtet." Dorma hatte sich wieder gefaßt. Auf diese Szene war sie allerdings nicht vor- "’bereitet gewesen. And sicher hatte Hubert doch ihr Gespräch gehört. Etwas wie Respekt vor Wördehosss tadelloser Doblesse überkam sie. Dun ja — es war ja auch nichts geschehen. Aber plötzlich erfüllte sie Zorn. Hubert schien — freundlich und lächelnd, wie er sich da zeigte — nicht die Spur eifersüchttg zu fein. Darnowsky tat ihr mit einemmal leid. And ein heißer Gedanke packte sie: „Wie — wenn ich ihm nun doch — den Kuß geschenkt hätte? Was bann?" Die Boote glitten nebeneinander über das Wasser. Wördehofs sagte dem Maler einiges Schmei- chclhaste über seine letzten 'Silber, und dieser hatte sich allbereits wieder in der Gewalt und antwortete höflich und sachlich. Wirkung des neuen Steuersatzes auf die Zeit vom 1. April 1930 an verneinte. Es wäre vielmehr die im Vorschlag der Stadtverwaltung vorgesehene und nach dem Vermittlungsvorschlag der Arbeitsgemein, schäft lediglich für die letzten vier Monate des Rechnungsjahres zu beschließende Erhöhung von 60 Rps. zur Errechnung des Ausgangssatzes für 1931 auf das ganze Rechnungsjahr 1930 umzurechnen gewesen, so daß als Grundlage für das Rechnungsjahr 1931 nicht der Steuersatz von 280, sondern von nur 240 Rps. in Betracht gekommen wäre. Nicht gedient wäre damit allerdings der Absicht der Stadtverwaltung gewesen, die als Ausgangssatz für 1931 den Steuersatz von 280 Rps. zu erreichen gehofft hatte. Schneider, Stadtratsmitglied. Anmerkung der Redaktion: Wir geben der vorstehenden Zuschrift gerne Raum und bemerken dazu, daß unsere Mitteilungen aus den Erklärungen der verschiedensten Redner des Stadtrate» fußten. Der gleiche Standpunkt wurde u. a. auch von dem Vorsitzenden der Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte, Stadtratsmitglied Horn, vertreten. Die Mitglieder des Stadtrates und die Ocffcntlichkeit werden von der jetzigen Erklärung des Stadtratsmitglicdes Schneider sicherlich mit Interesse Kenntnis nehmen. Man darf aber wohl sagen, daß diese Aufklärung in der entscheidenden Stadtratssitzung noch größere Aufmerksamkeit gesunden hätte als heute, da sie vielleicht dazu beigetragen hätte, die Entscheidung des Hauses zu beeinflussen. Mgmneister-E nsührimg in Grimberg. + Grünberg, 2. Ian. Begleitet von dem starken Interesse unserer Bürgerschaft fand heute nach einer geheimen Sitzung des Gemeinderats unter dem Vorsitz von Überregierungsrat Ritzel vom Kreisamt Gießen die Einführung und Verpflichtung de» neuen Vürgermeister» Dr. Mildner statt. Überregierungsrat Ritzel nahm zunächst die Vereidigung des Bürgermeisters vor. In seiner Ansprache zol.te er bann dem Beigeordneten Keller Dank für seine zweijährige Tätigkeit auf dem verwaisten Dürgermeisterposten und daß er die kommunalen Verhältnisse in wesentlicher Weise aus der früheren Verworrenheit herausgeführt habe. Er betonte, daß der Bürgermeister zwar als Vorsitzender im Gemeinderat doch in enger Fühlung mit diesem Hand in Hand arbeiten müsse und daß trotz Meinungsverschiedenheiten bei gutem Willen auf beiden Seiten die Möglichkeit zu fruchtbringender Arbeit bestehe. Der Bürgermeister solle das Panier der Selbstverwaltung hochhalten und Sorge tragen, daß bei der Entwicklung der kommunalen Arbeit kein Raum für den Staatskommissar bleibe. Pflicht des Bürgermeisters fei es auch, in enge Verbindung mit der Bevölkerung zu treten, ein Sachwalter der Armen und ein Förderer der Gemeindewirtschaft zu sein. Mit selbständigem Urteil müsse er den geraden Weg gehen, den ihm sein Gewissen vorschreibe. Beigeordneter Keller dankte hierauf Oberregierungsrat Ritzel für seine anerkennenden Worte. Er hat es als eine selbstverständliche Pflicht betrachtet, die Bürgermeisterei- geschäfte im Interesse der Stadt zu führen. In der jetzigen Notzeit müsse der Bürgermeister einer Stadt ein Führer und ein Mensch mit einem Gewissen sein, der die Gefahren meistern könne. Stecke doch in Grünberg ein guter Kern, denn eine Stadt mit einer 700jährigen Vergangenheit, die schon schwerere Zeiten überwunden habe, werde unter der sicheren Leitung eines Bürgermeisters und im Zusammenwirken mit allen ernstoenkenden Menschen auch jetzt den rechten Weg finden. Bürgermeister Dr. Blllbner betonte, daß er gute Beziehungen zur Aufsichtsbe- Hörde pflegen wolle, dankte für seine Wahl und sprach die Hoffnung aus, daß er das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigen werde und dadurch auch das Vertrauen derjenigen Gemeinderäte, die ihre Stimme einem anderen Bewerber gegeben hätten, gewinne. Er lege den allergrößten Wert auf die tätige Mit- arbeit des Gemeinderats, dagegen keinerlei Wert auf unfruchtbare Opposition. Wenn er auch als Bürgermeister der verantwortliche Leiter der Gemeindeverwaltung fei, so liegt ihm daran, alle für die Gemeinde bedeutenden Entschließungen unter Mitwirkung des Gemeinderats zu treffen. Gegenseitiges Vertrauen gewährleiste ein gedeihliches Zusammenarbeiten. Nachdem noch das älteste Gemcinderatsmitglied, Schlossermeister Heinrich Schmidt 11., Worte des Dankes an den Beigeordneten und Be- grüßungsworte an den neuen Bürgermeister gerichtet hatte, konnte Oberregicrungsrat Ritzel die denkwürdige Sitzung schließen. Mittlerweile hatten sich die beiden Gesangvereine und der Musikvercin vor dem Rathaus eingefunden: zahlreich war auch die Bürgerschaft vertreten, es hatten sich etwa 800 Personen auf dem Marktplatz versammelt. Nach dem Chor „O Schutzgeist alles Schönen" von Mozart entbot Berufsschullehrer (Bengnagel in einer Ansprache dem neuen Bürgermeister den Willkommengruß der Stadt. Nach einem Musikvov- trag des Musikvereins dankte Bürgermeister Dr. Mildner in einer kurzen Ansprache für den Willkommenaruß und versprach, seine ganze Kraft und Persönlichkeit in den Dienst der Stadt zu stellen. In das von ihm ausgebrachte .Hoch" auf die Stadt stimmte die Bürgerschaft kräftig ein. Der Chor „Wo gen Himmel Eichen ragen" und ein Musikvortrag beendeten die für Grünberg bedeutsame Stunde. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 4. Ianuar, von 15 bis 18 Ahr: Zar und Zimmermann: von 19.30 bis 22: DaS Land des Lächelns. Montag, 5.. 19.30 bis gegen 22.30: Simone Doccancgta. Dienstag, 6., 19 bis gegen 22.30: Viktoria und ihr Husar. Mittwoch, 7., 19.30 bis nach 21.15: 3. Opernhaus-Konzert. Donnerstag, 8.. 19 bis 21.45: Cavalleria rusticana. Hierauf: Der Bajazzo. Freitag, 9., 19.30 bis 22.3: Der Dettel- student. Samstag, 10., 19 bis gegen 22.30: Viktoria und ihr Husar. Sonntag, 11., 19 bis gegen 22.30: Tannhäuser. Schauspielhaus. Soirntag, 4. Ianuar, von 16 bis nach 18 Ahr: Katharine Knie. 20 bis 22: Grand Hotel. Montag, 5., 19.30 bis gegen 23: Geschichte Gottfriedens von Derlichingen mit der eisernen Hand. Dienstag, 6., 20 bis 22: Grand Hotel. Mittwoch, 7., 20 bis gegen 22: Der Mann, den sein Gewissen trieb. Donnerstag, 8., 20 bis gegen 23: Wie werde ich reich und glücklich. Freitag, 9., 20 bis nach 22.30: Diel Lärm um nichts. Samstag, 10., 16 bis gegen 18.30: Kakadu-Kakada. 20 bis 22: Grand Hotel. Sonntag. 11., 16 bis gegen 18: Sturm im Wasserglas. 20 bis nach 22.30: Viel Lärm um nichts. Sie erreichten das Afer und sttegen aus. Dorma sagte: „Es ist wirklich recht kühl. And spät ist eS auch schon —" Wördehoff bot ihr den Arm. Sie legte die Hand hinein. Darnowsky ging schweigend an der anderen Seite. „Du hättest das Cape für die Fahrt auf dem Wasser mitnehmen sollen, Dorma. Komm, wir wollen etwas schneller gehen." Sie beeilten sich, um in das HauS zu kommen. Als sie auf der Terrasse standen, reichte Wördehoff dem Maler die Hand. Wieder geschah es ganz überraschend. „Also — nochmals meinen besten Dank, Herr Darnowsky. Sie werden wohl noch ein Weilchen bleiben, nicht wahr? Die tanzlusttge Damenwelt wird Sie nicht weglassen —‘ Darnowsky konnte gar nichts erwidern. And Dorma blieb nichts anders übrig, als sich gleichfalls von ihm zu verabschieden. Er zog ihre Hand an die Lippen. Aber er drückte nur einen flüchtigen Kuß darauf. „Kommen Sie doch gelegentlich mal in eine Teestunde. Es ist immer unterhaltsam bei uns. Dicht wahr, Hubert?" „Gewiß." Dochmals ein kurzes Zunicken, und Wördehoff und Dorma schritten Arm in Arn, in das nächste Zimmer. Darnowsky blickte wie erstarrt nach. Was war das für ein seltsamer Mensch — dieser Wördehoff! Gentleman? Oder ein Darr? And — Dorma? Aber sein Herz schlug wild. — — Wördehoff holte das Cape aus der Garderobe und legte es Dorma um die Schultern. Vor der Villa stand die lange Reihe der Autos wartend in der dunklen Straße. Der Kommissionsrat brachte die beiden persönlich an das Kupee und verabschiedete sich mit einigen herzlichen Worten von ihnen. Das Auto fuhr los. Eine Weile herrschte Schweigen zwischen ihnen. Dann sagte Dorma leise: „Hubert, du bist mir böse?" „ Aber warum?" „Hubert, du hörtest, waS Banwwsky —“ „Aber Dorma, ich bin doch kein „Lauscher an der Wand!" Er ist doch nicht der einzige, der in dich verliebt ist —" Es zuckte um seinen Mund. Da — er hatte gehört. Aber — es blieb kühl in ihm. Dorma atmete tief auf. Also gut — er wollte nicht davon sprechen! Gut! War das Komödie von ihm? Etwas wie Haß stieg in ihr auf. And wieder packte sie der Gedanke: „Wie — wenn ich Darnowsky wirklich nachgegeben hätte? Was bann? ü — wie er nach meinem Mund brannte!" Die lehnte sich in die Ecke und schloß die Augen. Wördehoff sah zum Fenster hinaus in die dunklen Straßen. And er dachte: „Wie hasse ich diese Welt des Leichtsinn- und der Lust! Darnowsky — Sie sind ein Esel! DaS Glück liegt nicht in dieser Welt! Ich dachte eS auch einmal! Seien Sie froh, daß Dorma nicht mehr frei ist." Das Auto hielt mit einem Ruck vor ihrem Hause. 6. Dennoch wirkte dieser Abend in Wördehoff nach, ilnb Dorma sorgte dafür, daß feine Gedanken sich immer wieder mit ihr beschäftigen mußten. Für sie galt es, ihn mit aller Gewalt aus feiner Reserviertheit aufzurütteln, die ihren Stolz mehr verletzte, als cs offener Widerstand ober offene Abneigung vermocht hätten. Ia, Wörbehoff dachte viel über fein Verhältnis zu Dorma und bet ganzen Amwelt, in ber er lebte, nach und immer häufiger ertappte er sich bei bem Gedanken, den er lange Zeit nicht hatte aufkommen lassen: Eine Trennung wäre das beste! Trennung! Das hieß — Scheidung! Er war nicht sorglos genug, um diesen Gedanken leicht zu nehmen. Aber er war innerlich viel zu ehrlich und aufrecht, um ihn nicht als die beste Lösung eines Verhältnisses zu empfinden, das beide Teile schon lange nicht mehr befriedigte und all seine künstlerischen Kräfte lähmte. Cs war kurz vor dem Schluß der Saison an Hollmanns Dühne, als er diesem Gedanken endlich Dorma gegenüber Ausdruck verlieh. „Dorma — ich habe viel über uns nachgedacht. Unfere Wege führen nicht mehr nebeneinander. Ich möchte glauben, daß du selbst den Wunsch hast, wieder frei zu sein! Du bist ja in deinem Wesen wohl nur für die Freiheit geboren —“ Dorma sah ihn groß an. Dlinzelte ein wenig, ihrer Gewohnheit gemäß, mit einem Auge, und sagte bann: „Du bietest mit — die Scheidung an?“ Er nickte. „Ich würbe selbstverständlich für eine angemessene Unterstützung sorgen, Dorma, du kennst mich ja, denke ich —" Et zögerte abtoartenb. Dorma wippte mit bem Fuß. Wie oft wat ber Gedanke schon durch ifa Hirn geflattert! Wieder frei fein! Aber — war sie nicht auch so frei genug? Sie hatte wohl nie eheliche Fesseln gesühlt. Hätte sich schön bedankt dafür! And Hubert Wördehoff — war kein An- bekannter! (Fortsetzung folgt.) , Inventur'Ausverkauf ab 5. Januar 1931 Meyerhoff & Goslar Fernruf 2301 Gießen Kreuzplatz 13 ______________8883 D Statt Karlen! Ihre Verlobung geben bekannt Emma Schepp Heinrich Müller Hilda Zopf Richard Schepp Oberhörgern Klrchgöns Neujahr 1931 Oberhörgern 08017 Hessische Vereinigung! für Volkskunde Montag, den 5. Januar 1931, abends 81/, Uhr pünktlich, im Vorlesungsgebäude der Universität Hörsaal 33: 8876D VORTRAG des Herrn Dr. phiL Otto Bramm vom Museum für deutsche Volkskunde in Berlin: Süddeutsche Bauernmalerei in Votiv- und Heiligenbildern. Ihre Bedeutung für die Bewertung der Volkskunst Mit Lichtbildern. -- Eintritt frei. — Gäste willkommen. Der Vorsitzende. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Alma 3ung Ernst Kehl, Schreinermeister Klein-Linden, den 3. Ianuar 1931 28 D Emma Reuter Ludi Ämgel danken herzlichst für die ihnen zu ihrer Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeiten Gießen, den 3. Ianuar 1931 021 Statt Karten! Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten banken herzlich Ludwig Krast und Frau Gretel, geb.Laberenz Wetzlar den 3. Ianuar 1931 Gießen .............T,TT,TT,,,T,T_________,-T1_________________________ 0032 Gießener Konzertverein Sonntag, 11. Ianuar 1931,17 Uhr, Universitätsaula FÜNFTES KONZERT ■■■■■■■■■■■■■■■■■ Evangelisation in Gießen 3n der Zeit vom 4. bis 11. Januar 1931 veranstalten wir eine Evangelisationswoche. Redner ist Missionar Walther (früher in Kamerun). Der Genannte predigt Sonntag, den 4. Januar, vormittags V? 10 Uhr, in der IohanneSkirche, Sonntag, den 11. Ianuar, vormittags V?10 Uhr, in der Stadt- klrche. Außerdem hält Missionar Walther folgende Dorträge, die alle um 8 Uhr in der Stadtttrche stattfinden: Sonntag, den 4. Ianaar: „Oer anllopfende Heiland an deines Herzens Tür" Montag, den 5. Ianuar: „Wahren Frieden schenkt er Nr* DienStag, den 6. Januar: „Deines Herzens Wunsch erfüllt er dir* Mittwoch, den 7. Ianuar: ^Heilige Mahnungen gibt er dir* Donnerstag, den 8. Ianuar: „Erzlehungsratfchläge für Eltern und Erzieher* Freitag, den 9. Januar: „Gedenke an deinen (Schöpfer in deiner Jugend* Samstag, den 10. Ianuar: „banket nicht auf dem Wege* Sonntag, den 11. Ianuar: „Wo ist unsere und unseres Volkes Rettung?* Zu diesen Gottesdiensten und Dorträgen laden wir unsere Gemeindeglieder ein. Gießen, Neujahr 1931. Die Gemeindepfarrer: Vechtolsheimer, Ausfeld, Mahr, Lenz, Becker, Liz. WaaS Der Pfarrer der Kranken- und Pflegeanstallen: Müller 97 d Klavier-Abend Luise Gmeiner Werke von Beethoven, Schumann, Chopin, Liszt Der Bechstein-Konzertflögel ist vom Pianohaus Schönau, Seltersweg Eintrittspreise: 4 -,3 - und 2 RM. bei Ernst Challier (Fernruf 2671) und abends an der Kasse. Studentenkarten RM 1.— bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus gegen Ausweis. 44D __Die zweite Rate des Abonnements tat abzuholen. Meisterprüfung 1931 DerGe werbeverelnGleßen läßt für die Meisterprü lungen In diesem Jahre 2 Vorbereitungskurae abhalten. Anmeldungen hierzu werden in dem Büro der neuen Gewerbebank, Goetbestraße 7, 1 Treppe hoch, täglich von4-6 Uhr nachm.,bislO. Januar entgegengenommen, wo auch jede weitere Auskunft erteilt wird. 62 d Stundenplan für die am 5. Januar 1931 in der Pestalozzi, schule, Nordanlage8, beginnenden Kurse: Zeit: Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag 7-8Uhr 7-8*/en 8-9 „ Diktat 60-100 Redeschrift Diktat 120u.höh. Anfänger Fortbildung Praktiker u.höh Diht Diktat 60-100 Redeschrift Diktat 120u.höh. Anfänger Fort, bildung 970 Erste Retchskurzschrtftgesellschaft e. D., Viesten. 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Irgendein Nachteil erwächst den Sparern durch den nachträglichen Eintrag im Sparbuch nicht Auch ohne Zutun des Sparers werden die Zinsen stets am Ende des Jahres gutgeschrieben und mit den Einlagen weiter verzinst fc.UU Herren-Oberhemden, weiß, la Rumpfstoff m. Trikoletteeinsätzen und Man- I) QE schetten......................Mk. fc.UU Herren-Oberhemden, weiß u. farbig, A 7E la Trikolette, durchgemustert .... Mk. I U Touringhemden mit Kragen und Kra- A 7E watte, prima Flanell............Mk. “• I U Herren-Nachthemden, kräftiges Hemdentuch m. waschechten Besätzen, Q A E 120 cm lang...................Mk. U.“U Herren-Nachthemden, la Finette mit A 7E waschechten Besätzen, 120 cm lang Mk. “»lU Herrentrikotagen Gr. 4 = 90 cm, Gr. 5—98 cm, Gr. 6 — 102 cm Bundweite. Herrenjacken, wollgemischt, schwere 4 AE Qualität, Gr. 4 bis 6............Mk. L“U Herrenhosen, wollgemischt, gute Qualität, Gr. 4 bis 6 ............ 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Diese Uebereinkunft ist durch die Pariser Zusahakte vom Jahre 1896, durch die Berliner Konferenz aus dem Jahre 1908 und das Verner Zusatzprotokoll von 1914 ergänzt und 1928 in Rom auf einer Konferenz nochmals einer bisher noch nicht ratifizierten Revision unterzogen worden. Der Verner Uebereinkunft gehören im ganzen 33 Staaten an. Zuletzt traten im Jahre 1922 Ungarn, Brasilien und Danzig, im Jahre 1924 Syrien und Palästina, im Jahre 1927 Rumänien, Irland und Estland sowie 1928 Finnland vbei, während sich USA. bisher niemals zum Bei» » tritt entschließen konnte. Natürlich wollte man drüben auch den Urhebern fremder.Länder einen gewissen Schuh gegen Nachahmung gewähren, machte diesen aber von bestimmten Bedingungen abhängig Und zwar verlangt Amerika, daß der Verfasser irgend eines künstlerischen Werkes die Eintragung des betreffenden Erzeugnisses in d g s -!i e g i ft e c of Copyright z u Washing - ton zu veranlassen habe. Zu bi-fern Zwecke muh ein entsprechender Antrag aus vorgeäruckten Formularen gestellt und dieser Antrag itach Washington eingereicht werden. Die Vermittlung besorgt kostenlos das Amerikainstitut zu Berlin. Die Eintragung selbst erfolgt nicht kostenlos, sond'rn kostet zwei Dollar und drei Reichsmark, also insg-samt 11,40 Mark pro Erzeugnis. Gleichzeitig müssen von dem zu schützenden Werk zwei Exemplare nach Waihington eingeschickt werden. Bei Büchern, Photographien, Karten, Kupferstichen, Holzschnitten und Kompositionen ist das nicht weiter schwer, aber man kann schließlich nicht zwei Exemplare einer Dronzebüste oder eines Marmordenkmals oder eines Oelgemäldes einsenden. In diesem Falle sind die betreffenden Werke zu photographieren und zwei Abzüge einzuschicken. Gleichzeitig ist eine genaue Beschreibung der Dinge notwendig. Dann genießt jeder Ausländer den gleichen Urheberrechts chuh nie eder Am riianer, und zwar gemäß dem amerikani,chen Urheberrechtsgesetz vom Jahre 1909 für 28 Jahre und für dessen Erben aus weitere 28 Jahre. In allen andern Ländern gilt der Schuh für ein Werk 50 Jahre nach dem Tode des Verfassers. Nur D e u t s ch l a nd macht eine Ausnahme, indem es nur einen Schutz auf 30 Sa£re nach dem Tode des Urhebers gerantiert. Nach den neuesten Bestimmungen gilt die Anbringung des Namens eines Autors als Rechtsvermutung für dessen Autorschaft. Das heißt, wenn ein Buch herauskommt, als dessen Verfasser August Lehmann genannt wird, dann nimmt man ohne weiteres an, daß August Lehmann auch der Verfasser sei. Sollte ein anderer der Verfasser sein, dann muß er dafür sorgen. Daß der falsche Name gestrichen und der seine hineingeseht wird. Alle Länder gestatten kostenlosen Nachdruck in verschiedenen Fällen. So dürfen Artikel aus Zeitungen, Zeitschriften, Abschnitte aus Büchern u. dgl. mehr abgedruckt werden, wenn die Quelle zu Beginn des Abdrucks angegeben ist. Sind die betreffenden Artikel usw. dadurch geschützt, daß darüber steht: „Nachdruckverboten", dann ist ein Weiterdrucken auch mit Quellenangabe nicht gestattet. Erlaubt sind dagegen Hinweise und Anführungen einzelner Stellen in selbständigen Artikeln uitb Büchern. Völlig kostenlos abgedruckt werden kennen Speisekarten, Inserate, Theaterz?tteln, Fahrpläne, allgemeine Nachrichten aus aller Welt, Reden in Versammlungen, Parlamenten, Zeugenaussagen vor Gericht u. dgl. mehr. An sich wäre natürlich zu wünschen, daß auch dieVereinigtenStaaten tem Berner ilebereinfommen beitreten würden, denn dann wäre der gaiue Umstand mit dem Copyright nicht nötig. So lange USA. sich aber fern hält, muß man schon so handeln, wie es vorgeschrieben wird, oder man läuft Gefahr, daß die Arbeiten drüben vervielfältigt werden, ohne daß der Autor auch nur einen Cent bekommt. Zweihundert Jahre deutsches Feuilleton. Don Or Ernst Meunier. Das deutsche Feuilleton sieht im Januar 1931 auf Aenau 2OU Jahre seines Bestehens zurück. Wenn man von einzelnen Vorläufern und sporadischen Ansän- gen feuilletonistischer Darstellung und feuiUetonifti- scher Stoffe in den Zeitungen des 17 und tm Anfänge des 18. Jahrhunderts abfieht, kann man den Beginn des deutschen Feuilletons in dem sogenannten Gelehrten Artikel des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten und im Unterhaltungsteil des Höllischen Jntelligenzblattes annehmen. Beide, der Gelehrte Artikel des Hamburger Blattes und das Feuilleton der Höllischen Zeitung, sind im Jahre 1731 mit großem Erfolg ins Leben getreten; sie haben auf die ganze deutsche Presse eine beispielhafte Anregung ausgeübt und im weitesten Umfange zur Nachahmung Veranlassung gegeben. Was enthielt das Damalige Feuilleton? — Die Zeitung des 17. Jahrhunderts war eine reine Nachrichtenzeitung. Sie berichtete hauptsächlich über Kriegsereignisse, politische Händel und Naturkata- Strophen Der Versuch, ein Spiegelbild des kulturellen Zustandes und Geschehens zu aeben, war in ihr noch nicht spürbar. Es war deshalb eine ungewöhnliche Tat, die der Hamburgische Korrespondent durch die bewußte und dauernde Aufnahme Der Bücherkritik im Jahre 1731 als erste deutsche Zeituna ausführte. In der üblichen steifen und umständlichen Gelehrtensprache, die das ganze 18. Jahrhundert hindurch in den Zeitungen ihr Wesen getrieben hat, wurde in diesem Gelehrten Artikel ein Ueberblitf über wissenschaftlichen „Neuerscheinungen auf Dem Büchermarkt gegeben. Nicht zuletzt Diesem „Gelehrten Artikel" hat es Der Hamburgische Korrespondent zu verdanken gehabt. Daß er ständig an Auslage zunahm unD Den ersten Weltersolg eines deutschen Blattes erzielt hat. Der Hamburgische Kor- responDent Drängte balD Die bis dahin allgewaltige niederländische Presse zurück und bahnte so auch Dem jungen deutschen Feuilleton den Weo in die Welt. pariserJahres-Bilanz 4930. Von unserem § Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verbotenl Paris, 31. Dezember 1930 Das Jahresende brachte die beklemmende Gewißheit. dieW eltwirtschaftskrise ha auch Frankreich ersaßt. Glaubt man dem früheren Finanzminister Paul Reynaud, io ist es unrichtig, von einer Weltwirtschaftskrise zu sprechen, er meint, jedes Land habe seine eigene Krise. Das ist Dialektik und kann nicht darüber Hinwegtrösten, daß Paul Reynaud, der mit Hiobs- Prophezeiungen das Finanzministerium betrat, es mit denselben Hiobsprophezeiungen auch verließ. Die Krise ist noch nicht einmal da, sie wird für Frankreich erst kommen. Es ließe sich, vom Standpunkte des Psychologen aus, sehr viel über die Tatsache sagen, daß Frankreich nun wirt cha tlich seine Ausnahmestellung „alä letzte Insel der Prosperität" verlor. Die Franzosen sind zwar Individualisten und wenn schon das Schlimme unvermeidlich ist, bann wollen sie noch immer lieber ihre eigene, spezielle Krise haben, als unter der allgemeinen Krise der Weltwirtschaft doppelt leiden. Aber das tut nicht mehr viel zur Sache. Die Wirkungen der Krise waren in der Innenpolitik bereits zu fühlen. T a r d i e u und Mne Regierung waren politisch die Opfer der Krise, das Wort Prosperität war das Verhäng.ns Tardicus. Mit einer virtuosen Effekthascherei, die belfer in die Kammer als in den Senat gepaßt hätte, warf ihm ein Senator das Schicksal einer der ältesten französischen Banken vor, die einhundertsiebenundvierzig Jahre allen politischen Erschütterungen standhielt und unter der Politik der Prosperität zugrunde ging“. Der Glaube an Amerika ist mit dem Glauben an die alleinseligmachende Prosperität verschwunden. Die ersten Anzeichen der Krise genügten, um die keimende amerikanische Weltanschauung auf französischem Boden verschwinden zu lassen. Denn Amerikanismus war kein politischer Begriff in Frankreich, es war eine Art fee lische - mehr seelische als praktische — Einstellung zur Außenwelt, die in den Kreisen der Intellektuellen und der Jugend sich b.ei zumachen be- "Derichterstatter. gartn. Sie hatte ihre Vertreter in der Literatur unö in der Politik, im gesellschaftlichen Leben und sogar in den Kreisen der Wirtschaft. In der Politik hieß dieser Vertreter Andre Tardieu... Eine Mode ist verschwunden, bald werden manche junge Franzosen aus ihre Kleider mit amerikanischem Schnitt verzichten und selbst die viel gerügte Mode der Eoetails könnte eines Tages nachlassen. Davon sind wir zwar noch ziemlich weit entfernt, aber die Ereignisse gehen ja so schnell. In diesem Falle hat man den Eindruck, daß dem Franzo'en, wenigstens der Mehrheit, die amerikanische Einstellung seelisch ganz be- sondersfremb war. Die Jugenb, die so gerne den amerikanischen Einflüssen erlag, wird so schnell nichts neues finden. Das ist bedauerlich, die alte Generation scheint es aber nicht zu bedauern; wohl nirgends in der Welt wird mit so viel Freude - wenn auch ohne Boshaftigkeit — auf die Krise der amerikanischen Mentalität hrnge- toiefen. Das mag für viele Anbeter der „mesure“, des französischen Maßhaltens in allen Dingen, einen Trost bereiten. Nicht alles, was aus Amerika in den letzten Jahren importiert wurde, war gut, manche Dinge und Lebensgewohnyeiten stehen ganz tief unter dem Niveau des .Corned Bees". Aber dem aufmerksamen Beobachter muh es doch so scheinen, daß es vergessen wird, daß im Grunde genommen nicht Amerika, sondern Europa versagte. Wir wollen an den nied.r chn et° ternden Ziffern, die auch hier über amerikanische Arbeitslo igkeit und Bankerotte von Mund zu Mund gehen, nicht zweifeln. Sie sind schon ganz gewiß richtig, und die Tesch.migungsversuche der Washingtoner Regierung, welche durch die unwahrscheinlichsten Kanäle an die europäische Öffentlichkeit gelangen, lassen und kühl. Aber wenn es ein Land gibt, das seine spezielle, eigene individuelle Krise hat - wirb verstehen das Wort jetzt nicht ausschließlich im wirtschaftlichen Sinne - so sind es die USA. Damit sollen die berühmten weltwirtschaftlichen Zu ammenhänge nicht geleugnet werden, im Gegenteil; aber die Krise in Europa ist unendlich verwickelter, die Ursachen a ■ Unruhen in Briiisch-Hinienndien. Berittene Polizei gehl gegen Die Ausftandl|chen von Burma vor. Schwere Unruhen ereigneten sich kürzlich in Burma im Tharrawaddy-Gebiet (Hinterindien), wo sich Die Eingeborenen, alles arme Reisbauern, in Den Dschungeln verschanzten unD einen Kleinkrieg gegen Die Kolonialtruppen eröffneten. Etwa 10 000 Mann englischer SolDaten wurDen in aller Eile in Das bedrohte Gebiet entsandt. hier sind viel mannigfacher als jenseits befl Ozcans Die Krise der Abrüstung und das Versagen der Liquidierung des Krieges im wahren Sinne des Wortes ist eine in erster Linie europäische Angelegenheit. In Paris liegen die Splitter des wirtschaftlichen Systems. Autarkie genannt — man verstand hier darunter die wirtschaftliche Selbstgenügsamkeit Frankreichs mit seinen Kolonien. Die koloniale Ausstellung, diese grohzü nge Manifestation des plus grande hrance — des größeren Frankreich — wird, ohne daß man an Kosten und Arbeit spart, vorbereitet. Aber die kolonialen Aktien sind entwertet und fast unverkäuflich. Don der Auflegung der kolonialen Anleihe hort man, obwohl sie von der Kammer angenommen wurde, nichts mehr, und die größte Finanzierungsbank für die Kolonien (Societe Financiere Coloniale | muß saniert werden. In der Kammer ist der Kampf der Richtungen längst zu eine n pers nl ch n Kämpf entartet, das Kabinett Steeg führt ein mühevolles Dasein inmitten einer Opposition, und die mit so viel Emphase verkündeten Grundsätze der Außenpolitik beginnen bedenklich zu schwanken. Die nächste Völkerbundstagung wird Antwort auf die Frage geben, ob die neue politische Entwicklung in Frankreich, die unter dem Druck der internationalen Fragen zustande kam, sich über diese internationalen Probleme auch Rechenschaft gibt und aus ihnen, wenn auch noch fo zaghaft, einen Schluß zu ziehen wagt. Nämlich Öen Schluß, daß Frankreich aus eigenem Interesse in den Neubau Europas einwilligen und an ihm mitarbeiten muh. Dis jetzt sind dafür noch nicht viele Anzeichen vorhanden. Das Jahr 1930 ging zur Neige, ohne in dieser Richtung etwas Positives gebracht zu haben. Es hat nur Bestehendes erschüttert. Die Prvp cyeiungen für daS Jahr 1931 klingen pessimistisch, die Lage ist tatsächlich nicht rosig, aber gerade in solchen Zeiten könnten neue Sbecn einen günstigen Boden finden. Wichtige Lohnsteuerbestimmungen. Dom Finanzamt Gießen wird uns mitgeteilt: Bei Abführung der Lohnsteuer in bar oder durch Hebertoeifung: a) Arbeitgeber, die im Kalenderjahr 1930 die Lohnsteuer ihrer Arbeitnehmer in bar ober durch Uebertoeifung abge» führt haben, müssen für jeden am 31. Dezember 1930 in ihrem Dienst stehenden Arbeitnehmer iem Finanzamt die Steuerkarte 1930 mit der vollzogenen Lohnsteuerbescheinigung auf der Rück,eite derselben übersenden. Die Ueberfenbung hat bis zum 20. Januar 1931 an das Finanzamt zu erfol- ?en, in dessen Bezirk der Arbeitnehmer am 0. Oktober 1930 feinen Wohnsitz gehabt hat. Tis Steuerkarten dürfen also diesen Arbeitnehmern nicht ausgehändigt werben, b) Für die übrigen im Jahre 1930 bei ihnen beschäftigt gewesenen, aber vor dem 31. Dezember 1930 ausgeschiedenen Arbeitnehmer müssen die Arbeitgeber bis zum gleichen Zeitpunkt den Finanzämtern, in deren! Bezirk die Steuerkarte 1930 ausgeschrieben worden ist, Lohnsteuerüberweisungsblätter übersenden. Dordrucke zu den Lohnsteuerüberweisungsblättern werden von den Finanzämtern unentgeltlich aus- gegeben. Bei Verwendung von Steuermarken:Ar- beitnehmet, für die tm Kalenderjahr 1930 Steuermarken verwendet worden find, sind verpflichtet, die in ihrem Besitz befindlichen Steuerkarten für 1930 mit den mit Marken beklebten Einlagebogen bis zum 20. Januar 1931 bei dem Finanzamt abzuliefern, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1930 gewohnt haben. Nähere Auskunft erteilen die Finanzämter. Daten für Samstag, 3. Januar. 106 v. Ehr.. Marcus Tillius Cicero in Arpinum geboren, — 1829: Der Philologe Konrad Duden auf lut Bofsigt bei Wefel geboren; — 1912: der Historiker und Dichter Felix Dahn in Breslau gestorben. Daten tür Sonntag, 4 Januar. 1849: Franz Xaver Gabelsberger, Begründer der deutschen Stenographie, in München gestorben; — 1880: der Maler Anselm Feuerbach in Venedig gestorben; — 1913: General Graf Alfred von Schlieffen in Berlin gestorben. Nach dem Vorbild des Hamburgischen Korrespondenten führten in kurzer Zeit die meisten damals bestehenden politischen Nachrichtenzeltungen einen Gelehrten Artikel ein. Besonders bekanntgeworden ist die Tätigkeit Lessings für den Gelehrten Artikel der Vossischen Zeitung in Berlin Durch Lessing errangen sich die Zeitungen in ihrem literarischen und kritischen Teil nicht nur Ansehen und Anerkennung in der Gelehrtenwelt, sondern sie standen von nun ab auch gleichberechtigt neben den Zeitschriften, vor allem neben den sogenannten moralischen Wochenschriften da. Der Einfluß der Zeitung auf die Verbreitung der Literatur, besonders der Belletristik, war durch Lessing begründet. Neben den Nachrichtenzeitungen gab es aber damals die sogenannten Jntelligenzblätter. Das waren Zeitungen, Die in Der Regel von Den einzelnen deutschen Staaten ins Leben gerufen waren, um Anzeigen zu veröffentlichen. Der Staat beanspruchte nämlich damals für die Veröffentlichung bei Anzeigen ein Monopol. Diese Jntelligenzblätter wurden aber wenig gekauft; von Anzeigen allein kann eine Zeitung nicht existieren. So entstand zur Anlockung einer Leserschaft in diesen Jntelligenzblättern die andere Seite des Feuilletons: statt des Gelehrten Artikels der unterhaltende Teil. Es war das Verdienst des Kanzlers der Universität Halle. Peter von Ludewigs, dieses unterhaltende und belehrende Feuilleton im Jahre 1731, also ebenfalls vor 200 Jahren, im Höllischen Jntelligenzblatt begründet zu haben. Ludewig wandte sich mit diesem Feuilleton unmittelbar an die breite Masse der Leserschaft Sein Bestreben war, das Wissen der Hallenser Professoren für die Abonnenten seines Blattes fruchtbringend auszuwerten. Er legte deshalb den Hauptwerk auf die Aktualität. Ihn interessierten weniger wissenschaftliche Abhandlungen und gelehrte Untersuchungen als irgendwelche praktischen Kenntnisse für den gemeinen Mann Auf feinen Gedanken fuRi das publizistische Lebenswerk eines der größten deutschen Zeitungsmänner, Justus Mösers, der in seinem 1766 von ihm begründeten Osnabrücker Jntelligenzblatt in vorbildlicher Weise die Aufgabe, einen breiten Leserkreis durch das Feuilleton anzuregen, zu unterhallen und dadurch zu leiten, gelöst hat. Beide Entwicklungen, der Gelehrte Artikel der Nachrichtenzeitung und das unterhaltende Feuilleton der Jntelligenzblätter, laufen etwa bis zur Jahrhundertwende, also etwa bis 1800, nebeneinander her. Dann hat das unterhaltende Feuilleton den Gelehrten Artikel zurückgedrängt; der Gelehrte Artikel verschwindet und aus dem unterhaltenden Feuilleton erwächst langsam, immer in Anlehnung an die damalige Literatur, das romantische Feuilleton. Bei den meisten Zeitungen durchsetzte in der Zeit zwischen 1800 und 1830 der Unterhaltungsstoff den ganzen sogenannten politischen Teil und drängte den Nachrichtenteil in eine Ecke. Damals setzte sich die st ä n d i g e T h e a t e r k r i - t i k in der deutschen Presse durch. Die Zeitungen fanden in ihr einen gewissen Ersatz für die gehemmte politische Betätigung. So wird das Theater unter dem Einfluß und unter Anführung der damal gen Presse ein Tummelplatz zum Austrag politischer Gesinnungen. Die damalige Periode des Feuilletons ähnelte in vielem den Zuständen, die jetzt in der Zeitung bestehen. Auch damals erlebte man ein Ueberhandnehmen des Feuilletons, es gab Zeitungen, die überhaupt nicht mehr die Politik erwähnten und sich nur den schönsten Künsten, dem Theater und anderen geistigen und kulturellen Aufgaben widmeten. Diese erste, sich ganz deutlich abzeichnende Feuilletonisierung der Zeitung endete sofort, als eine neue politische Zeit heraufzog. Bereits die französische Revolution von 1830 warf ihre Wellen nach Deutschland hinüber Das Volk und damit die Zeitung politisierten sich. Die deutsche Revolution von 1848 brauchte zur Vorbereitung rund zwei Jahrzehnte. Im Feuilleton wurden von Jahr zu Jahr mehr politische Töne angeschlagen, bis es in der Revolutionsaera 1848 49 fast völlig verschwand. Nach dem Ausklang der Revolutionsjahre beginnt für das Feuilleton eine neue Epoche, die man am sachgemäßesten als die Zeit des bürgerlichen Feuilletons bezeichnen kann. In dieser Zeit erobert sich das Feuilleton alle Zweige der Kritik; der sogenannten Zeitungs-Essay wird geboren; und es bildet sich mehr und mehr die Sitte aus, einen Zeitungsroman zu bringen. Damit hängt aufs engste die Bildung des Feuilletons „unter Dem Strich" zusammen. Die Jahrzehnte von 1850 bis 1880 darf man wohl als die bisher größte Zeit des deutschen Feuilletons betrachten, weil die Standpunkte damals, von der Zeitung her gesehen, als gesichert galten und das Feuilleton, wenigstens in den großen Zeitungen, ein gewisses gleichförmiges geistiges Gesicht zeigte und wahrte. Wie man im politischen Leben den deutschen Einheitsstaat in jenen Jahrzehnten erkämpfte, so suchte man im Feuilleton Den deutschen Kulturbegriff in seinen mannigfachen Ausdrucksformen darzustellen. Am einheitlichsten ist bas unbestreitbar in jener Epoche Levin Schücking in der Kölnischen Zeitung gelungen. Er hat in demselben Maße oorblldlich für die Bildung eines deutschen Feuilletons als eines Inbegriffs des deutschen Kulturstrebens gewirkt, wie sich 100 Jahre vor ihm Lessing in der Vossischen Zeitung dafür eingesetzt hatte, daß sich die Zeitungen der deutschen Literatur angenommen und sich von Da ab für sie oermanDt haben. Diese ruhmvolle PerioDe des deutschen Feuilletons endete etwa um 1880. Dann entstanden in allen deutschen Städten neue Zeitungen, die bald in Die Führung hineinwuchsen und eine große Leserschaft um sich sammelten. Mit dem Aufbau dieser Zeitungen ging gleichzeitig eine Veränderung des Feuilletons Hand in Hand. Die große moderne Tageszeitung bildete sich aus, so wie sie im allgemeinen heute noch besteht. Und in dieser modernen Tageszeitung ist die sichtbarste und wesentlichste Tatsache Der Entwicklung unbestreitbar roieDer Die Feuilletonisierung. Ueberall herrscht heute in Der Zeitung wenn nicht ausgesprochen Das Feuilleton, so Doch Die feuille- tonistische Form Die Feuilletonisierung Der Zeitung ist ihre Eigenschaft, jeDen Stoff allgemein ixt» ftänDIid) und allgemein interessant zu machen. Sie äußert sich Deshalb hauptsächlich in Dem Bestreben Der Zeitung, niemals langweilig zu fein unD zugleich doch jeben einzelnen Leser der Zeitung anzuregen. zu unterhalten, kurz jedem das Seine zu geben Die Tatsache der fortschreitenden Entwicklung der heutigen Zeitung zu feuilletonistischen Methoden, Stoffen und Formen, zur Anschaulichmachung alles Geschehens ist zugleich das deutlichste Zeichen für die interessantere, lebendigere, gefälligere Ausgestaltung der modernen Presse überhaupt. Neueren ^Preise bis 507. reduziert! W eo Am Montag, dem 5. 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AUovathie. Chtrurme uho.) Ur. ined.Maled) 6Abende:2 - RM. Ai gl. 1.70 RM. Teilnehmer des vorigen Kurs s, dessen letzte drei Abende ab Mittwoch, den 7.Jan. nachgehoit werden: 1.70 RM. bzw. L50 RM. Universität, Saal 33 1. St. lks.1 DienStagS lab 13.Januar) 20 Uhr: Recht chreibung. Übungen 5 Abende: L50DhUL Mltglteder 1.20 RM.Universiiät, Saal 45 2. Stock rechts. Freitags lab 16. Januar) 20 Uhr: Eingaben, Gesuche. Protokolle, Berichte. Sberiitlv. Bayeredorf. 4 Adenoe: 1.20 RM^ Mtiglteder 1.- RM. Universität, Saal 54 LStock rechts. In die Kurse »Englisch f. Fortgeschrittene" lMoniags. 20 Uhr. Umv. Saal 39 1.Stock links) unb„L’ecture d’auteurs francaise“ i^rettags. Unto. -Laal391.St. lks.) lönnen noch Teilnehmer eintreten. Der Beginn deS Kursus »Staatsbürger» künde" 2.Teil wird besonders bekanntge* geben. _________________________54D Nutz- und Brennholzversteigerung im Licher Stadtwalde. In den Distrikten Eisenkaute, Kreppet- Wäldchen und Langebuchen werden am Donnerstag, dem 8. 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Geil. 76 A Be$ Georg Lai Uhren / Li MehrUcI imebrmet) geschli i-imalhillereTii •iliachlnDg, 0 9iA^Uoi.lieriDö’' Paki aus jeöe E, j£,npe. 80,2. u Georg App SuWfla 56- i, SttjQufe Kurzgeschnitienk „^•Ner38' ^68? n6eh 25' 149 WiWrtii uian°8ode nanuonihn werden erfm oreisw. ggg|]L WWW , , Arivia VWj Bahnh«1sfr, 2.4 WsW rur Kurse >M.Januar>AUbr: lll”;b Cbarakter II ,Dop, üotmniöeau, Velie ufmi ?ÄÄll9lifberr4ürf 14> !■ Stock links, ^nd. Elektrizität m. Erveri. lenilU I'r.Kennel. 8 Sbenbe* gl/öMM.Re!lgLL 1 Q.Qnnuari 20 Uhr: i!äcbliTnb die neu- Iveriadren. 'Naiurbellledre, ; AllovaUne. Sbituroie uiro.l ech.8Abende:2-M.M ilnebmer des vorlnen Kurl S, w Abende ab UhiiM den Ml weiden: 1.70 M.bm Imoerlriab Saal AI. St. IIS. ' tblS.JanuarsAUbr: ibullg. Übiinnen 5 Abende: (Met l.‘3)^Dl.UmDtx\uät, Lrock rechts. ) K Januar» N Uhr: n, Eeiuche. Protokolle, i8e> iulv. Payeredorl. 4 Abenae: »glieder L-91111. UnlDctiimt, lock rechts. r «Engliich I.Sottfldcbtliiene* 11 Uhr, Univ. 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Das Angebot war namentlich in Weizen und Roggen recht gering, so daß hier Preisöesferungen ein* traten. An den übrigen Märkten ging die plmsatz* tätigfeit nicht über den Bedarf hinaus. Weizen verzeichnete aus Käufe der niederrheinischen Mühlen, die allerdings kein größeres Ausmaß onnahmen, einen Preisgewinn von fünf Mark per Tonne. Die hohe Vermahlungsquote Lickte insofern etwas nach, als man bis zum Frühjahr mit einer wesentlichen Verknappung der ^iorräte rechnet. Roggen konnte namentlich auf ms knappe Angebot um 2,50 Mark per Tonne im Preise anziehen, trotzdem die Preise an der Berliner Bör,e eher rückläufige Tendenz zeigten. Der Haferabsah ist nach wie vor sehr genug. Die Preise blieben jedoch gut behauptet, »erste hatte stetigen Markt. Die Abrufe beschränkten sich meist nur auf feinste Braugerste, die von Brauereien mehr gekauft wird, ohne daß jedoch wesentliche Preisveränderungen erzielt tvurden. Futtergerste hotte wiederum nur geringes Geschäft. Am M e h l m a r k t e ist keine Veränderung ein* getreten. Die Preise lauten immer noch unverändert. Der Absatz hält sich weiterhin in engen Vrenzen. * Verkauf von Reichsbahnvorzugsakt i en durch dasReich. Zwischen dem Reichsfinanzministerium und der Allianz und Stuttgarter Lebensversicherungsbank AG. ist eine Vereinbarung zustandegekommen, wonach letztere vom Reich einen Posten Reichsbahnvorzugsaktien von nom. 64 Millionen Mark käuflich erworben hat. Der Kaufpreis ist im Laufe des Monats Februar an das Reich zu zahlen. * Konkurse und Vergleichsverfahren im Dezember 1 9 30. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Dezember 1930 durch den „Reichsanzeiger" 850 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 477 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für Rovember 1930 stellten sich auf 829 bzw. 467. * Erhöhung des Mehlprci^es Der Preis für Weizenmehl Spezial 0 wurde von der Süddeutschen Mühlenoereinigung um 25 Pf. auf 41,75 Mark ab Mühlenstation erhöht. * Brauerei Henninger-Kempff* Stern. A. - G., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht für 1929/30 konnte noch während des vorigen Winters eine weitere Absatzsteigerung Futtermittel setzten ihre Abwärtsbewegung weiter leicht fort, wobei das Geschäft jedoch recht klein war. Am K a r t o f f e l m a r k t hat sich die Lage etwas gebessert, da in letzter Zeit etwas größere Verladungen nach Südwestdeutschland vorgenommen wurden. Die Preise konnten sich geringfügig bessern. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen in Mark (für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilo): Weizen 267,50 bis 270, Roggen 175 bis 177,50, Sommergerste für Brauzwecke 215 bis 217,50, Hafer, inländischer 155 bis 160, Weizenmehl, südd. Spezial 0 40,75 bis 41,75, nie* derrhein. Spezial 0 40,50 bis 41.50, Roggenmehl 26,50 bis 27.50, Weizentleie 8,75 bis 8,90, Roggenkleie 8,50 bis 8,60. Kartoffeln per Zentner: (Industrie hiesiger Gegend 2 bis 2,30. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkl Am Frankfurter Schlacktviehmarkt machte sich im Verlaufe dieser Derichtswoche weiter eine leichte Konsolidierung der Prüfe bemerkbar, trotzdem der Auftrieb erheblich stärker als in der Vorwoche war. Der Handel war auf fast allen Märkten etwas reger. Auf br in der letzten Iahreswoche. Obgleich Dek- kungskäufe unter der überraschenden Diskontsenkung in Reuyork in einigen Hauptwerten eine leichte Reaktion gegen die vorangegangenen neuen Kursrückgang herbeiführten, sind doch die Hoff* nungen aus eine, wenn auch vielleicht nur kleine, Bilanzhausse in den letzten Tagen nicht verwirklicht worden: zumeist sind die Schlußkurse die tiefsten des Jahres. Die Kräfte der Banken waren ükcht stark genug gewesen, um der nach unten gerichteten internationalen Kursbewegung eine andere Richtung zu geben, denn auch in der letzten Dezemberwoche war der Berkaussandrang der internationalen Dör en an den deutschen Effektenmärkten ziemlich stark und universell. Reben amerikanischen Abgaben erfolgten auch solche von schweizer, Pariser und österreichischer Seite, so. laß wieder empfindliche Verluste zu verzeichnen Tflren. Für den Zahltag wurden kaum Schwierig- 'eiten erwartet, da die Engegements der Börsen* ^undschaft und der Kulisse nach dem. fortgesetzten Atbau durchweg sehr mäßig und die nötigen Lombardierungen von Effeitenoepots der Banksirmen über den schwierigen Jahresultimo hinaus bereits geregelt waren. Für einzelne Papiere gab es auf Grund einer besonders gelagerten börsen- tcchnischen Situation während der Liquidation einige (Befferungen. So bei Ilse Bergbau, Tanatbank und Salzdetfurth, in denen Stücke- mangel herrschte. Daneben lagen Svenska auf eine voraussichtliche Kapiialserhöhung gegen die Vorwoche 10 Mark fester. In der Mehrzahl überwogen jedoch die Rückgänge von 2 bis 5 Prozent flogen die Vorwoche. Kaliwerte büßten bis zu 10 Proz. ein. Fester lagen außerdem noch Bau* teerte, Zellstoff Waldhof und vereinzelte Elektro* lmd Montanpapiere. Anleihen ebenfalls uneinheitlich. Altbesih höher, Reubesitz und Schutzgebiete niedriger. Ausländer überwiegend abqe- schwächt. Pfandbriefe blieben zum größten Teil flut behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld im Zusammenhang mit dem Jahresultimo stark gesucht. Monatsgeld gleichfalls starker gefragt. Am Devisenmarkt erhielt sich die Festigleit bes englischen Pfundes, während Madrid und die Reichsmark mehrfach Schwankungen unterworfen •froren erzielt werden. Die Erhöhung der Diersteuer im Mai brachte in den folgenden Monaten einen Rückgang des Bierabsahes um 30 Prozent. Auf das ganze Jahr gerechnet, ergab sich dadurch ein Mindcrabsah von 10 Prozent. Aus dem Reingewinn von 0.694 (0,750) Mill. Mk. werden auf 3.960 Mill. Mk. AK. 9 (10) Prozent Dividende verteilt. 3n dem neuen Geschäftsjahre hätten die schlechten Absahvcrhältnisse weiter angehalten. ' H. Fuchs, Waggonfabrik, A. - G., Heidelberg. Der erste Abschluß nach der im vorigen Jahre erfolgten Zusammenlegung und Wiedererhöhung des Aktienkapitals auf 2 Millionen Mark verzeichnet einen Reingewinn von rund 150 000 Mark. Der Aufsichtsrat schlägt die Verteilung einer Dividende von 5 Prozent Der. Das Werk beschäftigt zur Zeit etwa 350 Mann. * Stillegung auf der Hütte Ruhrort- M c i d e r i ch. Nachdem die Hütte Ruhrort-Meide- rich der Vereinigten Stahlwerke während des ganzen letzten Jahres bereits mit Kurzarbeit und Feierschichten gearbeitet hatte, ergab sich infolge der anhaltenden Absatzschwierigkeiten und des Mangels an Aufträgen die Notwendigkeit, in nächster Zeit einige Betriebsabteilungen der Hütte vorläufig stillzulegen. Von dieser Maßnahme, die am 1. Februar in Kraft treten soll, werden bei einer Gesamtbelegschaft von runb 7000 Personen etwa 3500 Arbeiter betroffen. Entlassungen im Aiederlausiher Br aunkohlcnrevier. Infolge der Absatz- krise auf dem Braunkohlenbrikettwarkt Hai eine Reihe von Werksdirellioncn der Ri:dcrlausiher Braunkohlcnindustrie Anträge auf Arbeiterent- lassungcn beim Demobilmachungskommissar in Frankfurt a. O. gestellt. Insgesamt kommen rund 2000 Arbeiter in Betracht. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 3. Jan. Tendenz: fester. — Im heutigen Vormittagsoerkehr war man wegen der Tendenzgestaltung zum Wochenschluß noch geteilter Meinung. Auf der erhöhten Basis der gestrigen Abendbörse taxierte man gut behauptete Kurse. Die Umsätze blieben jedoch klein, da man sich über die weitere Entwicklung der Streikbewegung an der Ruhr noch keine Klarheit machen konnte. Anderseits befriedigte aber der festere Schluß der gestrigen Neuyorker Börse. Zu Beginn des offiziellen Börsenverkehrs setzte sich dann eine f e ft e Stirn- m u n g durch, da auf einigen Märkten kleine Kauforders eingetroffen waren, die durch die seitherigen Abgaben der Kulisse auf leere Märkte stießen, so daß gegenüber der gestrigen Abenbörse neue Kursgewinne eintraten. Das Geschäft war im allgemeinen nicht umfangreich, nur in Spezial- werten entwickelte sich rege Umsatztätig - feit. Die Kursbesserungen betrugen 3 bis 4 v. H., sonst ziemlich einheitlich 1 bis 2 v. H. Mehr Interesse konzentrierte sich auf den Elektromarkt. Siemens plus 4) v. H. und Gesfürel plus 3 v. H. standen im Vordergründe. AEG. und Schuckert zogen je 1 v. H. an. Von Chemieaktien gewannen J.-G.- Farben und Deutsche Erdöl je 11 v. H. Metallgesellschaft und Riitgerswerke bis 1 v. H. Kaliäktien verzeichneten Kursgewinne von 3 bis 4\ v. H. Am Montanmarkt sehr ruhig. Mannesmann trotz des ungünstigen Nöhrenberichtes 1 v. H. freundlicher. Stärker anziehen konnten noch Deutsche Linoleum (plus 4} v. H.). Am Bankenmarkt eröffneten Reichsbank 31 o. H. höher. Die übrigen Bankwerte blieben behauptet. Süddeutsche Zucker zogen zunächst 1 v. H. an, konnten aber später 1 o. H. gewinnen. Kunstseideaktien 1 v. H. fester. Am Anleihemarkt blieben Deutsch Anleihen vernachlässigt, lagen jedoch kursmäßig etwas fester. Ausländer meist höher. Auch im Verlaufe erhielt sich die festere Tendenz, jedoch ließ das Geschäft stark nach. Die Kurse konnten sich erneut etwa um 1 v. H. befestigen. Von Bauunternehmungen wurden Holzmann'zirka 4* v. H. höher taxiert. Am Geldmarkt war Tagesgeld leicht und zum Satz von 5 v. H. angeboten. Am Devisenmarkt machte die Verschlechterung der Mark weitere Fonschritte. Mark gegen Dollar 4,2000, gegen Pfund 20,3965, London gegen Kabel 4,8560, gegen Paris 123,73, gegen Mailand 92,74, gegen Madrid 46,33, gegen Schweiz 25,0813, gegen Holland 22,0645. Berliner Börse. Berlin, 3. Jan. Die heutige Wochenschlußbörse eröffnete in fester Haltung. Pachdem vormittags in der Hauptsache durch die sich widersprechenden Nachrichten aus dem Streikgebiete noch eine gewisse Un- sicherheit geherrscht hatte, traten zu den ersten Kursen die anregenden Momente, wie die Pariser Diskontsenkung auf 2 v. H., die auch für die Deutsche Reichsbank neue Möglichkeiten in der Diskontpolitik eröffnet und der feste Schluß der gestrigen Neu- Yorker Börse in den Vordergrund. Auch der Jahresbericht der Reichskreditgefellfchaft machte einen günstigen Eindruck. Die Besserung des Stickstosfabsatzes Ende Dezember 1930 regte um Farbenmarkte an, und Montanwerte profitierten von Meldungen, die von einem Abflauen des Streiks wissen wollten. In der Hauptsache handelte es sich aber um Deckungen der Spekulation, die, da sich bei verschiedenen Werten ein Vacuum nach oben herausstellte, zu mehr- prozentigen Besserungen führten. Kunstseidewerte lagen auf holländische Deckungsnachfrage besonders fest. Aku erschienen zunächst mit Plus- Plus-Zeichen und kamen später 2,75 v. H. über gestern zur Notiz. Ucber den Durchschnittssatz von 1 bis 3 v. H. hinaus gewannen Kaliwerte, Deutsche Linoleum, Chadeaktien, Gesfürel, Siemens, Reichsbank, Holzmann bis zu 5,5 v. H. Nur Thüringer Gas machten mit einem Rückgang um 1,5 v. H. eine Ausnahme. Don Anleihen zogen Altbesitz auf 53 v. H. an, am Markt der Auslandrenten lagen besonders 5-v H.-Mexikaner gebessert Pfandbriefe still, aber nicht unfreundlich. Reichsschuldbuchforderungen mit 0.25 v. H. fester. Am Geldmarkt machte sich eine Erleichterung bemerkbar. Tagesgcld stellte sich auf 5 bis 7 v. H -, Monatsgeld auf 6,5 bis 8 v H. Warenweckifcl blieben 5,5 v. H. Nach den ersten Kursen setzten sich die Steigerungen zunächst fort, da namentlich für Prager und Wiener Rechnung Deckungen vorgenommen wurden. Später konnten fick) diese im Ausland erzielten Gewinne aber nicht behaupten. Die Kulisse schritt zu Gewinnmitnahmen, zumal neue Nachrichten aus dem Ruhrgebiet eintrafen, die von einer Verschärfung der Streiklage sprachen. Gegen 11.45 Uhr wurde diese schwächere Welle aber wieder von einer neuen Befestigung ab= gelöst. Berliner Prasnktennrarkt. Berlin, 2. Jan. Die Produktenbörse zeigte heute etwas uneinhe t:iä-e Preisgestaltung, jedoch war eine stetige Grundstimmung unverkennbar. Die schwächeren Auslandmcldungen blieben ohne Eindruck, zumal das Inlandangebot von Weizen sich nichl verstärkt hat und infolge einer Belebung des Weizenmchlgeschäftes all eitig bessere Rach* frage zu 1 bis 2 Mark höheren Preisen als am Iahresschluß zu beobachten war. Am Lieferungsmarkte setzte Mai-Weizen 2 Mark höher ein. Roggen lag ruhig. Das Inlandangebot ist zwar nicht dringlich. die Gebote für prompte Verladung lauteten jedoch zumeist eine Mark niedriger, ber Lieferungsmarkt folgte dieser Preisbewegung. Für Weizenmehl hat sich eine leichte Belebung der Rachfrage ergeben, so daß 25 Pfennig höhere Forderungen durchzuholen waren. Büchertisch. — Upton Sinclair: „Das Geld schreib t.“ (Eine Studie über die amerikanische Literatur.) Malik Verlag, Berlin > W 50, Passauer Straße 3. (638- — Upton Sinclair hä.t den amerikanischen Literalen einen Spiegel vor. Er zeigt ihnen ihre Skrupellosigkeit, mit der sie die Schrift* stellerei zum Geschäft herabwürdigten und sich damit jeder persönlichen Rote entwöhnten. Der Verfasser nennt in diesem Buche eine Reihe von amerikanischen Schriftstellern, kritisiert sie mit aller Schärfe und weist immer wieder auf die von ihnen so fragwürdig erfüllte Mission hin, vrr* gißt aber bei allein nicht, das Publikum und die Personen der Verleger zu charakterisieren. Amerikas geistiges Leben erscheint in dem vorliegen* den Buche schlaglichtcrrtig beleuchtet. Der Leser wird gezwungen, Vergleiche zwischen dem amerikanischen und dem europäischer Schrifttum an* zustellen ujib gelangt auf diesem Wege zu einer tulkurkritischen Betrachtung der alten und neuen Welt. — R. H. France: Korallenwelt. Der siebente Erdteil. Mit einem Umschlagbild und 25 Abbildungen im Text. 77 Seiten 8°. Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Stuttgart. (677.) — Hanns Günther: I m Reiche Röntgens. Eine Einführung in die Röntgentechnik. Mit einem farbigen Umschlagbild und 37 Bildern im Text. 77 Seiten 8° Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Stuttgart. (678.) — Dr. Kurt Floericke: Wisent und Elch: Zwei riesige Recken. Mit einem Umschlagbild und 15 Abbildungen. 78 Seiten 8°. Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Stuttgart. (679.) Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Qmtet öen Papieren angeführten Ziffern geben tue Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. — Reichsbankdtskont 5 o H., Lombardzinsfuß 6 o. H. Sranffuri a. Dl. «Berlin e-chiuß» 1-Ul)t' Schluß. SUnfany lurd Rur.« tun fiurel Datum 2 1 3 1 2 1 3 1 Jeu ti die Neichsanleihe ton 1927 ...... 85,05 _ 85,5 3% Deutsche Reichsanleihe >ci, 1929 ...... Stutidie Anl.-Ablöl.-Schuld mit 100,5 — 101 — llueloi.-Rechten ■ - 52,6 — 52,5 __ ohne AuSloi.-Mechte 8% pell. SütUitaat von 1929 5,2 — 5,2 5,3 >(rüdial)ll) 102%)..... 89 —- 88,5 Verhetzen Provinz - Anleihe mii 8u4loi.-:J?c(hten....... •tuiidie Komm. Gammelabl 50 — — — Anleihe Serie l .... tzranks. Hyp.-Bank Goldpfe 50,13 — 49,7 — s,XIII untünDbar hie 1931 3* gtankl Hyp.-Bank Goldpfe 98,75 — — — Infiiitbbat biS 1932 «^Rheinische Hyp.-Bank 92 — — — 89 _ BS $r. LanveSPiandbrtesanNall, U'anöbtiele üi. 19 Bt, 4r Vanbcäplancbrtefanllalt. 100 — 100 — h’tnm..Cbl."J?. 20. T\ St. Lanve-u'andbriefanNal'. 97 — 97 — tlanöbriere R LI ..... I£.i3. abg. BorttregS-Obligatto 97 — 97 — t*» Qelterretchiiche 'Solvrenre . . 26 26 Oefterreichtzche GÜberrente Oeiterreichtzche Einheitliche 2,25 — 2,15 — fente 1,25 1,3 Ungarildie Golbrente .... 21,5 21.5 i^Ungariidie Staaterente v. 1910 17,5 — 17,4 17,3 oecgi- von 1913 — — 18,5 • 9. Ungarn die Kronenrente 1,35 — 1,3 •."ilßrfiidie Zollanleihe von 1911 • Lürktzch.- Bagdadbahn-Arrl 3,13 — 1,35 Serie 1 3,2 3,2 — 3,2 3.2 ♦ftbeegl. Serie II....... 8% Rumänische vereinh. Rente — 3,2 Wn 1903 8,7 — 8,5 Ifti» Rumänische vereinh Rente du 1913 ......... — 12,8 18^ Rumänische vereinh. Rente . 6,5 — 6,55 8,7 1 Frankfurt a. Vi. Serlin Echluß- lurs 1-Uhr» ffure Echluß- turS tänfang» Kurs Datum 2. 1 3 1 2.1 3 1 t’amDurg-'/lmenta Palet . . . / 61,7b _ 61,4 62,4 Hamburg-Südam. Dampsichitz . 8 154 L'ania Dampsjchlsi..... 10 122 - Norddeutjcher Lloyd .... . 8 61,75 — 61,75 62,5 Allgemeine Deutsche Crediianst. 10 98 98 98 Barmer Banlverein . . 10 100,5 100 100 100 Berliner Handelsgesellschaft . 12 118 118,25 118,5 Commerz- und Prioat-Bank . 11 110 110,5 110 110,5 Tarmtzädter und Nationalöan 12 145,25 144,25 145,25 Deutsche Bank und DiSconto-Geselltchaft, . . 10 110 110 110 Dresdner Banl...... 10 110 110 110 110,5 Reichsbant........ 12 227,75 231 227,75 231,5 AEG.......... < 92,25 93,25 91,4 93,5 Bergmann........ . 9 — 105,5 108 Eleklr. SielerungigeleUidjaft. 10 — — Licht uno Kraft ...... 10 107,5 — 106,75 109,75 Felten & Guilleaume . . . IV* 77 — 75,75 77,13 Geleltzchast für Elektrische Unternehmungen .... 10 89 92 88 91,75 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 — — 104 104,75 Rheinische Elektrizität . . . . 9 — ——- 114,5 — Schletzlche Elektrizität. . . . 10 — — 99 101,5 Schuckert 8 Co....... 11 109,5 110,5 107,75 110,75 Siemens & Halske ..... 16 143 147,5 142 147,5 Transravio........ . b — — 120,25 124 Labmeyer & Co....... H 114,5 _ 113.5 Buberur..... • • • . t> 47,25 46,13 _ . 6 60 60,75 59,5 61,5 diener Steinkohle . • • • • . 8 — — — — Gelsenkirchener ...... . 8 31,5 — 81,25 82,25 . O 76 — 76,5 78 Hocich Eilen. ...•••• 6V* — — 61,5 64 £)ife Bergbau....... 1U 167,5 — 168,5 170 Klöcknerwerke . . • • • • 54,5 — 54 55 Köln-Neuelie»..... • , 7 — — 68 Mannesman n-Röhre» ... e * 62 63 62.5 63,25 Mansselder Bergbau .... . 7 32,25 — 32,75 Oberlchles Etzenbebarf ... . 5 34 — 35 35 Oberlchles. Kokswerke.... . 7 — —— 66,13 67,65 Phönix Bergbau .... 6V* 56 — 56 56,75 Rheintzche Braunlohlar . . 10 146,5 — 145,75 147 kbeinflabl ...... . 6 67,5 — 66,25 68 7,2 — 73 - Frankfurt a. 2JI Berlin Echiuß. hird 1-Uhr. K-rs Schluß» iurs Anfang» Kurs ‘Datum 2 1 3 1 2 1 3 1 Bereinigte Stahlwerke . 57,25 _ 57,25 58 Ctaoi Minen...... 16'/, _ 31,13 31,5 129,75 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 127 1301 126,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 132,5 136,75 133 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 196 196 200,5 I. ®. fiatben-gnouftne . . Dynamit Nobel..... . 12 . . 6 125 126,25 124 61,5 126 Scheibeanstalt...... . . 9 126 _ 62 Goldschmidt ...... . . 6 36 - 35.13 RütgerSwerke ...... . . 6 44 44,75 43,9 45 Metallgesellschaft..... . . 8 69 69,5 68,13 - Philipp Hoizmann .... . . 7 70 70,5 73,75 Zementwerk Heidelberg . 10 65,5 _ Cernentwerk Karlstadt. . . . 10 _ Wayß & ftreotap . . . . . 8 39 — 39,5 — Cchulthets Patzenholer . . Lstwerke........ . 15 . 12 - - 158,5 127,5 160,5 Aku.......... . 18 45 46 43,5 46,25 Sternberg........ . 14 46 43,5 46 Zellstoff Waidhof . . . . 13«/, 92,25 _ 90,5 92 Zellstoss Aschaffenburg . . . 12 71 — 71,5 71 Charlottenburger Wasser . . . 8 _ 78 78 5 Dessauer Gas...... . . 9 _ _ 99,75 Daimler Motoren .... • . 0 21.5 22 Deutsche Linoleum ... 97,75 107 98,25 103 Maschinenbau A,-G. . . , • . 0 29,75 Nat. Automobil .... • . O _ Crenftefn & Koppel . . . . . 6 — — 42 43 Leonhard Tieh ..... . 10 102 — 103,75 102 Svenska . . ..... — - 274,5 275 frankfurter Malchtnev . . . . 4 16 16 — Griimer ....... . . 6 32 _ 32 - Heyligensiaedl..... . . 0 _ hunghane........ . .. 6 32 _ 32 _ Cediroetle........ . . 8 73 _ Mainkraftwerle Höchst a. M. . . 8 65 _ _ Klag ....... . 10 _ 63,25 _ Gebt. Roeber . . .... . 10 82,75 _ Loigl & Haeffner .... . . 9 147,75 —■ 148 _ tzüdbeuti'che Zucker ... . 10 133 - 133 — Banfnofen. Berlin, 2. Januar (Selb »rief Amen'antzche Noten...... 4.179 4,199 Belgische Stolen. ....... 58,36 58,60 Taiiische Noten ........ 111.88 112,32 Eng'ische Noten . ....... 20,325 20,405 Yrauzottzche Noten ....... 16.447 16,507 Hollänbilche Noten ....... 168,56 169,24 Itallentzche Noten........ 21,92 22,00 Norwegische Noten....... 111,88 112,32 Deutsch-Oesterreich, 6 100 Schilling 58.90 59,14 Rumänische Noten....... 2,47 2,49 Schwedische Noten....... 112,08 112,52 Schweizer Noten........ 81,20 81,52 Spanische Noten........ Tschechoslowakische Noten..... 43,71 12,39 43,89 12,45 Ungariutje Noten ...... 73,<7 73.47 Devisenmarkt Berlin — Jranffurl a. M 2- Januar 3. Januar Amtlich, Gelb äiontrung yrle' Amtliche Jlolitruna Gelb 23ric' Amst.-Nott. 168,92 169,26 168,96 169.30 Buen.-AtreS 1,330 1,334 1,305 1.309 Brss.-Antw. 58.58 58,70 58,575 58,695 (Sljriftianw. 112,16 112,38 112,20 112,42 ,Rop:nbaqcn 112,17 112,39 112,18 112,40 Stockholm . 11-2.34 112,56 112,36 112,58 Heinngfors. 10,554 10,574 10,558 10,578 Italien. . . London. . . 21,965 22,095 21,975 20,422 20,369 20,409 20,382 22,015 Wem)ort . . 4,1955 4,2035 4,197 4,205 Varis.... Schweiz . . 16,47 16,51 16,469 16,509 81,31 81,47 81,33 81,49 Svantm . 44,06 44.14 44,01 44,09 Aapan . . . 2,078 2,082 2,078 2,082 •Mio de (ton. Wien in D-- 0,396 0,388 0,389 0,391 Ceft. abgeft 59,04 59,16 59,05 59,17 Prag . . . . 12,434 12.454 12,442 12.462 Bel irad . . 7,416 7,430 7,422 7.436 Dndap.-it. . 73,365 73,505 73,37 73,51 Bulgarien 3,035 3,041 3,038 3,044 Lissabon . 18,81 18.85 18,181 18,185 T an zig. . . 81,445 81,605 81,47 81,63 Konst.NÜU- 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. . . 5,433 5,443 5,437 5,447 Ganaba . . 4,187 4,195 4.189 4,197 Nrn uaD . . 3,017 3,023 3,017 3.023 Cauo .. . 20,89 20,30 20,903 20,943 3,1 flößet Rosien fek-Kleider.. Jahresbilanz der Weltwirtschaft. Äon Professor Or. s rmann Levy, Berlin. Das Weltwirtschaftsjahr 1930 hat den Gang der wirtschaft.ichcn Entwick ung der g o en Kulturstaaten entscheidender beeinflußt, als die vorhergehenden. War die Weltwirtschaftslrisis in den Jahren 1925 bis 1929 scheinbar in ein Stadium allmählicher, wenn auch kein swegs etwa durchgreifend:!: B-ss^rung gerückt, so hat das Jahr 1930 Ereignisse von revolutionierender Art auf allen Weltmärkten gebracht, Ereignisse, von denen heute noch nicht gesagt werden kann, ob sie die weltwirtschaftliche Depression der Nachkriegszeit noch verstärken werden, oder ob sie der Anfang einer wirklichen Gesundung der internationalen Wirtschafisverhältnifse sein können. Diese Ereignisse betreffen die Nahrungsmittel- und Rohstoffmärkte der Welt und bestehen darin, daß auf diesen Gebieten in der ganzen Weltwirtschaft auf Grund einer überckll bestehenden Aeberzeugung die Preise sich saft allgemein unter das Niveau der Friedenspreise gesenkt Haden, oder im besten Falle das Niveau derselben nicht unterschritten. Diese Erscheinung bezieht sich natürlich nicht auf die zollgeschützten Märkte, wohl ab r auf alle Aus- fuhrländer Ob man den amerikanischen Weizen oder Mais, die australische Wolle, den Kakao der westafrikanischen Kolonien, den Kautschuck der britischen oder holländischen Besitzungen in Indien. das Erdöl der Bereinigten Staaten oder deren Baumwolle, den Rohrzucker Kubas, die Gewinnung von Zinn. Blei, Zink oder Kupfer untersucht, überall findet sich das gleiche Bild: daß die Borräte an diesen Waren in der Weltwirtschaft enorm zuginommen haben, ohne daß sich ein entsprechender Absatz gründen hat und daß infolgedessen die Preise durchweg einen Sturz durchgemacht haben, den man noch vor kurzer Zeit für völlig unmöglich gehalten haben würde. Die Ursachen dieses „Zuvie's" in der Weltwirtschaft liegen einerseits in einem überraschenden Borwärtsdrängen der Erzeugung, andererseits in der chronischen Scschlafiung des Dedarles. Alle Nahrungsmittel- td Rohstoffländer haben nach dem Weltkrieg im Glauben an eine „große" Zukunft ihre Erzeugungen erheb.ich vermehrt. Kanada hat seinen Weizcnanbau seit dem Kriege mehr als verdoppelt, die Kautschuckplantogen haben ihre Erzeugungen auf eine Bedarlsste'g rang eingestellt, die selbst die stärkste Entwicklung des Auto- mobilismus nicht auf die Dauer gewährleisten konnte, die Kimstseideerzeugung hat in fast jedem großen Lande eine Ausdehnung erfahren, die weit über den Jnnenbedarf hinausging, während die Ausfuhrmöglichkeiten durch gegenseit g? Absperrung beschränkt blieben, alle bedeutenden überseeischen Kolonialländcr haben auf das Geratewohl ihre Erzeugungen erweitert, zum^ Teil nicht aus wirtschaft ichen, sondern aus Gründen des weltpolitischen Prestige. — und das alles bei einer Weltwirtschaft, deren Kaufkraft seit dem Beginn des Krieges andauernd geschwächt worden ist und die sich in einer chronischen Depression befand. Der Zusammenprall dieser Entwicklungen — älebererzeugung und Kaufkraftschwäche — muhte einmal erfolgen: er ist im Jahre 1930 einge reten. Zunächst ging das Signal dieser Entwicklung von den Bereinigten Staaten aus, die nach einer Zeit gewisser „Prosperität" in eine starke Wirtschaftskrifis herein- geraten sind, die zunächst die Landwirte, dann aber auch die Industrie und die Börse erfaßte. Es ist das Jahr 1930 das erste 3af)r seit vielen, in welchem man sagen konnte, daß „auch die Bereinigten Staaten" von der Weltwirtschafts- fri 13 n d) mehr frei sind: fchrn das all t i znchnct das Jahr 1930 als etwas besonderes aus. Wir besitzen heute in dem Produktionsinder, der in den einzelnen Ländern von behördlichen oder halbbehördlichen Stellen herau.gegeben wird, einen gewissen Thermometer für die Beurteilung des Wohlstandsgrades, wenigstens soweit er aus der Erzeugung beruht. Seht man die internationalen Produktionsziffern für 1924 gleich 100, so betrug die Jndexz'f.er im Juli 1929 Juli 1930 Verein. Staaten von Amerika 130,5 100,0 Kanada 165,2 138,5 Frankreich 127,5 129,3 Deutschland 151,7 122,5 England 112,0 103,4 Man erkennt, daß nur Frankreich hier eine Ausnahme abgibt: aber auch in Frankreich haben sich zu Ende des Jahres nicht un- bedeutsame Zeichen einer Verschüchterung der Wirtschaftslage eingestellt, wie man letzthin schon aus den verschiedenen Zusammenbrüchen von Bankgeschäften ersehen konnte. Für die andern Länder ist der R ckgang der Erzeugung katastrophal gewesen. Den besten und traurigsten Beweis hierfür liefert das enorme An- schwellen der A r b e i t s l o s e n z i f f e r n im Jahre 1 930: in Deutschland steigt die Ziffer der unterstützten Vollerwerbslosen schon auf 1,5 Millionen zu Mitte September, wozu 459 000 Krisenunterstühte, weit über das Doppelte wie zu Beginn des Jahres, h'.nzukommen. In England steigt der Prozentsatz der Arbetts- losigkell von 12,6 Prozent im Januar 1930 aus 17.5 Prozent im August, in Amerika gehen die Schätzungen der Arbeitslosigkeit auf 4 bis 5 Millionen. Es gibt kein Land, das heute nicht unter der Last und Sorge dieses Problems auf das schwerste leidet, weil cs ein Problem ist, dem jede wirkliche Hilfe verschlossen zu sein scheint. Man muß zunächst erstaunt dar.ber sein, daß der Preissturz auf den Nahrungsmittel- und Rohstes. Märkten der Welt — übrigens auch aus dem Schiffahrtsmarkt, dessen Frachten heute unter den Friedensräten stehen — so verhängnisvolle Wirkungen ausgeübt hat. Wieder einmal scheint der Gang der wirtschaftlichen Ereignisse alle Berechnungen umzustoßen: denn man hatte in den letzten Jahren immer wieder die Höf.nung aussprechcn hören, daß ein Zurück- ceficn der wichligsten Preise auf das Friedensniveau vielleicht der Ausgangspunkt einer Gesundung der Weltwirtschaft sein könne. Heute wissen wir, daß diese Entwicklung zunächst noch verschärfend auf die Weltwirtschaftskrisis wirken muß. Den sich rasch nach unten bewegenden Preisen der überseeischen Nahrungsmittel und Rohstoffe steht nicht die Möglichkeit gegenüber, die Fabrikatpreise entsprechend schnell zu senken und auf diese Weise den Bedarf neu zu beleben. Denn weit stärker als die überseeische Rohstoff» und Lebensmittelerzeugung wird die Fabrikaterzeugung durch feste und schwerbeweg- ltche Produktionskosten belastet: die Löhne, die seit dem Kriege enorm gesteigerten Soziallasten um) Steuern, in Deutschland und Oe st erreich noch besonders der Druck der Reparationen, die zu hohen Kapitalkosten durchgefuhrlen Rationalisierungen, — das alles sind Faktoren, die in ihrer Starrheit einet Anpassung der Fabrikalpreise an die sinkenden Roh- stof preise entgegenstehen. Solange dies aber der Fall ist. kann sich die Prei^revolution auf dem Weltmarkt nicht als ein Segen auswirken, weil ihr die weitere Durchschlagskraft, die Uebertra- gung auf die Fabrikalpreise fehlt: gerade aber von einer Senkung dieser könnte auf dem, Wege der Konsumbelebung die einzige Möglichkeit ausgehen. auch den inlernationalcn Nahrungsmittelund Rohstof Märkten für ihre enormen Vorräte besseren Absatz zu schaf'cn. Nur eine Belebung desVcrbrauchesan Fabrikaten — und zwar ganz besonders in Europa — kann dem amerikanischen Baumwollpflanzer, dem australischen Woltz üchter, kann den Metallerzeugern der Welt, den Erdölproduzenten usw. den verlangten Mchrabsah bringen und gleichzeitig der europäischen Industrie helfen. Das ist wiederum nicht nur eine Erkenntnis, sondern auch eine Lehre, die aus dem so bewegten Weltwirtschaftsjahr 1920 gezogen werden sollte. Diejenigen, welche an der wirtschaftspolitischen Befriedung der Welt mitarbeiten und teils in Genf, teils in W rtscha tskonferenzen internationaler Art, teils in der Begründung neuer Institute. wie etwa der im Jahre 1930 begründeten, Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Erleichterungen schaf'en mö^en, müssen sich darüber klar sein, daß die Gru. dübel der Situation immer wieder und wieder in den Folgen einer verhängnisvollen Wirtschaftspolitik der Siegerländer in der Nachkriegszeit zu suchen sind. Goldanhäufung bis zum äleberfluß und bis zur Goldin lation in Amerika, enorme Kriegsentschädigungen, Absperrung der Länder gegeneinander, Zerreißung zusammengehörender Wirtschaftsgebiete, kurz und gut, überall ein „Daraufloswirtschaften" gegen den Sinn der weltwirtschaftlichen Entwicklung. — das sind die tieferen älrsachen der nun schon >c»'.n Jahrzehnt langen Depression der Weltwirtschaft, die heute zu einer akuten Krisis geworden ist. Die einzige Hoffnung, welche wirtschaftlich und weliwirtschaftl'ch gesehen das Jahr 1930 zurückläßt, ist die Ho fnung, daß > katastrophale Entwicklungen zuweilen zu besserer Erkenntnis zu führen vermögen. Buntes Allerlei. Der Fanatiker. Der Fanatismus, der früher auf religiösem Gebiet so furchtbar gewütet hat, bedeutet heute eine größere Eeiahr in unterem politischen Leben, das durch ihn schwer erschüttert wird. Sanitätsrat Müller de la Fuente bezeichnet in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" den Fanatismus als „ein Symptom der Minderwertigkeit". Die Vielseitigkeit ist strts ein Zeichen hervorragender Begabung: jede Einseitigkeit aber zeigt eine Erstarrung des Geisteslebens, und diese Minderwertigkeit bietet den besten Boden für die Entstehung des Fanatismus „Auf irgendeinem Gebiete, am häufigsten wohl auf religiösem, neuerdings mehr auf politischem, aber auch auf anderen", schreibt der Verfasser, „hat sich eine bestimmte Auffassung in das Seelenleben des Fanatikers festgesetzt: sei es durch Beeinflussung, solange er noch beeinflußbar war, sei es durch einen mehr oder weniger falsch gedeuteten Zufall oder durch sonst ehren, für den frttt* scheu Teobach.er nicht selten rccht seit amen Umstand. Diese Auffassung, diese Idee beherrscht nunmehr das Denken des Menschen. Infolge seiner geringen Geistesgaben gibt es daneben und darüber nichts weiter. Alles andere außerhalb seiner Idee ist entweder gleichgültig oder verkehrt. Aber nicht nur sein Den.'en wird durch diese Idee bestimmt, sondern auch sein Handeln. Weil er eben als Minderwertiger keine Logik mehr besitzt, kann er sich auch nicht mehr vorstellen, daß andere anders denken. Wenn sie es tun, so ist es eben falsch, und sie muten bekehrt werden, nötigenfalls durch Zwang oder Gewalt." Die Handlungen des mindcrüxr igen Fanatikers sind immer triebhaft und von keinerlei l gischen Erwägungen gehemmt. Der Gead dec Hemmungslosigkeit hängt jedoch von zwei ilmjtänben ab: von dem Grad seiner Minderwertigkeit und von dem Grad seiner Erziehung und B.l^ung. Allen gemeinsam ist die völlige älnmöglihkeit, sich in die Gedankenwelt tec Andersden.enden hinein» zuversetzen und diese als gleichberechtigt — wenn auch irrig — anzverkennen. Diese Eigenschaft, mit der geistigen Starrheit und Ülnregsamleit des MinderwerUgen verbunden, macht den Kampf gegen die Fana.iker so ungeheuer schwer, weil sie Gegengründen nicht zugänglich sind. Diese E.genschaften finden sich alle, meist in verstärktem Maße, auch bei ausgesprochenen Geisteskranken. Nun ist jedoch der mknderwer.ige Fanatiker scharf von dem Entdecker oder Forscher zu unterscheiden, der seine neuen Ideen_ mit einer gewissen „Besessenheit' verfolgt. Die Zähigkeit des Genies unterscheidet sich von- der Verbohrtheit des Fanatikers dadurch, daß der eine durch sein Handeln die widerwillige Menschheit überzeug', während der andere durch Zwang und Gewalt ihr seine Meinung aufzudrängen sucht. Der Begabte bleibt auch immer belehr, ar, während dec Minderwertige von der Änübertreff- lichkeit seiner Idee durchdrangen ist und sich von chr nicht abbringen läßt. Walnüsse mit Opium. Auf einem Schiff, das Konstantinopel verlassen wollte, wurden kürzlich 15 Sock Walnüsse beschlagnahmt, von denen jede Nuß statt ihres natürlichen Kerns Opium enthielt. Diese Feststellung wirft ein scharfes Schlaglicht auf den schwunghaften Handel mit Narkotika, der in der Türkei getrieben wird. Konstantinopel ist heute ein Hauptmittelpunkt für den Schmuggel dieser verbotenen Reizmittel, und seine Bekämpfung ist infolge der langen Küstenlinie des Landes und der schlechten Ueberwachung durch die türkische Polizei sehr schwierig. Man glaubt, daß der größte Teil des Kolains, das nach Europa, Amerika, Aegypten und dem fernen Osten verschifft j wird, aus Rußland kommt und über Konstantinopel ■ geht. Die abgelegenen türkischen Häfen am Schwarzen Meer, wie Rizeh und Hoppa, die der russischen Grenze so nahe liegen, bieten dem Schmuggel die günstigste Gelegenheit. Die türkische Regierung sucht diesem gesetzwidrigen Handel Einhalt zu tun, aber sie ist ziemlich machtlos. Die Organisation ist weit ■. verbreitet. So kam kürzlich von Marseille ein Schiff nach Konstantinopel, und bevor die Passagiere landen durften, erschienen 50 türkische Polizisten an Bord und durchsuchten die Ladung. Sie fanden aber nichts, denn schon vor dem Verlassen von Marseille hatte der Kapitän ein anonymes Schreiben erhalten, . durch das er gewarnt wurde, und daher kein Opium mitgenommen. Haschisch, das in der Türkei aus ein- l)eimischem Opium heryestellt ist, wird in Mengen ] von Hunderten von Kilos von dort nach Aegypten geschmuggelt. Es gibt in Konstantinopel Hunderte von geheimen Derkaufsstätten, in denen mit Haschisch, Opium und Kokain gehandelt wird. FRANKFURT a/M GOETHESTR. 9-11 hochwertigen Qualitäten rücksichtslos herabgesetzt Aus dir. Ang u, 79l» a. d. GH. Au;. Lehrer erieiligründl. Lauten-(Gitarren-) Unterricht. Schr. An fr. unt. 051 an den Gien. Anz. Frau emvsieblt sich Mtrn Watcheanöbessern bei billiger Berechnung. Rah. In d. [0'24 Geschäfts»! d. G A. IIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIHUI Pölz- n. feclilrau nimmt nocu t einige Tage in der Woche Arbeit an. ecUrtfti. Angeb. unter 011 an den Gieß. 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Schlüpfer .. 7.50,6.50, 5.00 Damen-Unterkleidung Schlüpfer mit Futter ... 2.00 Schlüpfer, Kunstseide Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Mantelstoffe, Samte, Waschsamte, sämtliche Baumwollwaren und Aussteuerartikel zu den denkbar niedrigsten Preisen, teilweise unter Herstellungspreis Sonder-Rabatt von 10% .... 1.00 .... 2.00 .... 2.25 7.50,6.00 .... 9.50 Genera! 3offrc faire Mrc in 1 Ger blonde, blau Letzte Aufnahme zum Generalifsir Spanien nad bett und hatte in Jvffre umgeäi Döttchergewerbe eichene Wer f- dein. sowie allen feineren Handarbeiten auch Weben und Malen Kinderstrumpfe Mako, schwarz, braun ' Gr. 10—12,7—9,4—6,2—3 Unterkleider, reine Wolle.6.50 Unterkleider, Kunstseide 20. April, 18. Mal. Durchschnittlich Auftrieb 700 Pferde all. Rassen, auch Schlachtpterde; ßröhte Auswahl und beste Gelegenheit für Kauf oder Tausch. Ein Besuch dieser Märkte ist zu empfehlen. 49 V Der Handel Sonntags verboten. 1.60 1.40 1.20 1.00 reine Wolle, gestrickt INVENTUR 6.50 3.00 9.00 Herren-Socken Baumwolle .. 1.25,1.00,0.60 Wolle, plattiert .... 1.75, 1.50 reine Wolle... 3.50, 2.75,2.00 reine Wolle, gestr. . 1.40,1.00 H.-Sportstr.4.50,3.50,2.75,2.00 H.-Gamaschen 3.50, 3.00,1.75 Herren-Handschuhe Alle Waren sind nur beste Qualitäten aus meinem ständigen Sortiment; für Ausverkaufszwecke hergestellte „Schlager" führe ich nicht Auf alle nicht besonders ermäßigten Waren (Kurzwaren ausgenommen) 10 Prozent Rabatt Krimmer mit Leder .... 3.50 Herren-Unterkleidung Normaljacken.....2.75,1.40 Normalhosen .2.75,1.80,1.40 Normalhemden .... 3.75,2.00 Mako-Jacken. 2.00,1.75,1.25 Mako-Hosen . 3.00, 2.50,1.75 Mako-Hemden 4.25,3.00, 2.00 Einsatzhemden 3.50,3.00,2.25 W „Est-ce, brasser W le* Sinti “Ä'V Äinb SW»* ■ ; . _____ ____ / SO BILLIG WIE NIE! 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Als hochverzinsliche, mündelsichere Kapitalanlage empfehlen wir unsere 7'/.igen tolpHqMM Ausgabekursi 96*/20/0 freibleibend Rückzahlungskursi 100° » Da die Kündigung nicht vor dem 30. September 1936 erfolgen kann, und die Kapitalertragssteuer am 2. Januar 1931 fortfällt, sichert sich der Erwerber auf viele Jahre zine hohe Verzinsung und außerdem einen Rückzahlungsgewinn. Die Sicherstellung der Pfandbriefe ist eine dreifaches 1. durch erststellige innerhalb der mündelsicheren Beleihungsgrenze eingetragene Goldhypotheken j 2. durch das gesamte Vermögen und die Rücklagen der Nassauischen Landesbank] 3. durch die unbeschränkte Garantie des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden, der mit seinem Vermögen und seiner Steuerkraft, einschließlich der Steuerkraft aller Städte, Kreise und Landgemeinden des Regierungsbezirks Wiesbaden, für die Einlösung der Pfandbriefe haftet Die Goldpfandbriefe der Nassauischen Landesbank sind an den Berliner und Frankfurter Börsen jederzeit veräußerlich und bei der Reichsbank lombardfähig. Außerdem sind sie für die An- legung von Mündelgeld in ganz Deutschland zugelassen. Ausgabe in Stücken zu 100, 500,1000, 2000 und 5000 Goldmark Die Stücke sind sofort lieferbar und können durch sämtliche Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften sowie alle Niederlassungen der Landesbank selbst bezogen werden. Direktion der Nassauischen Landesbank Herren-Nachthemd. 6.50,5.00 Herren-Strickwaren Pullover ..18.00,11.50,10.00 Westen .... 10.06,9.00,8.00 Strickwesten, extraschw. 2.25 1.75 1.25 feine Kaschmirwolle, schwarz, Gr. 5—8 ........... 1.00 Kinder-Kniestrümpfe 1.50, 1.25, 1.00, 0.75, 0.50 Kinder-Handschuhe Fäustel, reine Wolle .... 0.50 Strickhandschuhe, reine Wolle Gr. 4—7 2—3 Damenstrümpfe fein Mako, schwarz..... 1,40 Seidenflor, farbig...... 1,75 reine Wolle .. 3.00,2.25, 2.00 Wolle mit Kunstseide, plattiert........3.00,2.25 feine Kunstseide ...... 1.50 Bemberg-Gold ........ 2.00 Kunstseide m. Flor platt. 2.25 Sportstrümpfe .... 2.50,1.25 Damen-Handschuhe Trik. m. u. oh. Futt. 1.25, 1.00 Trikot m. Umschi. . 1.50, 1.25 Trikot m. ptass. Tasche . 4.00 Glaceleder, teils mit klein. 1.20, 1.00,0.75 0.75,0.50 Krimmer mit Leder .... 2.00 echt Nappa .......... 4.00 Kinder-Unterkleidung Kdr.-Schlüpf. m. Ftt. 1.75,1.25 Kdr.-Unterkld. m. pass. Schipf. 10— 14J. 6—9 J. 3—5 J. 3.50 2.75 2.25 Kinder-Unterkleider, Mako 55-70 cm 2.00; 40-50 cm 1.50 Kinder-Reform-Hemdhosen 8-12 J. 2.75; 5-7 J. 2.25 Kinder-Schlafanzüge ab 4.50’ Kinder-Strickwaren Pullover 7.50' 6.50,4.50,3.00 Westen 7.50,6.50,4.50,3.00 Rodelgarnit., 3teilig 7.50, 5.00 4—5 teilig .....10.50,7.50 Kleidchen, reine Wolle 9.50,7.50,5.00,3.00 Kindermäntelchen Lammfell und Eisfell, m. Hut 18.00,12.50,9.50 Stoffmäntelch. m. Hut 13.50 Knabenmänt. aus f. Stoff. 4.00 faltig abgp trotz der g Wissen, V (iS n» prfi. •**{£<**•*'*■