nr. 282 Erstes Blatt 181. Jahrgang Mittwoch, 2. Dezember 1951 Eriche lni löglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte (Siebener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle MonaN-Bezugspreir: 2.20 Reichsmark, und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. 5ernforechanschlüsse anterSammelnummer2251. Anschrift Tür Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Lteindruckerel R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: ZchuHtrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u „ mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Giehen. Wird die Abrüstungskonferenz . stattsindeÄ? Die deutsche Regierung gegen eine Verschiebung. Berlin, l.Dez. (SH.) Sowohl aus Frankreich gls auch autz *@nglant) kommen immer wieder Pressestimiz^tzn, die von einer Verschiebung der Abrüstungskonferenz auf Ende Oll 03" wissen wollen. An zuständiger deutscher 'Äelle wird hierzu erklärt, daß i r • gende ^ne Anregung in dieser Hinsicht i n Derlen nicht eingegangen sei. Im übrigen halte die Reichsregierung nach wie vor an dem ursprünglich festgesetzten Termin (2. Februar 1932) fest. 3n den meisten Ländern seien die Vorbereitungen für diese Konferenz bereits soweit gediehen, das; eine Verschiebung undenkbar sei. Der Einwand, das; in diese Zeit auch die Tributkonferenz falle, ist nach deutscher Auffassung unerheblich. Zeitlich würde sich die Tribut- mit der Abrüstungskonferenz im übrigen nur unwesentlich überschneiden. 3m übrigen sei die Bedeutung der Abrüstungs- fonf''ren5 fo groß, daß man sich keineswegs an techni che Schw erigkeiten stoßen dürfe. Der Trocadero-Skandal eine schlechte Prognose. Berlin, 2. Dez. (Sil.) Unter der Ueber- schrist „Ruhig Blut, — Aach dem Kongreß für Abrüstung in Paris" veröffentlicht der Reichstagsabgeordnete 3 o o s in der „Germania" einen längeren Artikel, der sich mit den Vorgängen um T r o c a d e r o befaßt. Er erklärt darin u. a., das französische Organisationskomitee scheine sich mehr oder weniger an Linkskreise gehalten zu haben. Schon dieser Aegiefehler habe dem Gelingen des Kongresses Abbruch getan und als eine psychologische Belastung gewirkt. Frankreich, das offizielle, aber auch die französische öffentliche Meinung, seien noch durch einen breiten Graben von der 3dee der allgemeinen Abrüstung entfernt. Dieser Zwiespalt in der Behandlung und in der Methode sei nicht zu tragen. Wenn schon Sicherheit, dann für alle in gleicher Weise. Die kommende Abrüstungskonferenz falle psychologisch in eine schwierige Zeitlage. Die Geister seien hüben und drüben zu aufgeregt. Die Wirtschaftskrise verwirre zu viele. Um so schwerer werde es sein, die deutsche, man könne auch sagen, die These der Völker der Welt mit der französischen in Einklang zu bringen. Die westbeulscheMrtsOasl gegen jede wettere Steuererhöhungen. Düsseldorf, l.Dez. (EAB.) Die neuen Steuerpläne der Reichsregierung haben der westdeutschen Wirtschaft zu einer Mitteilung an den Reichskanzler Veranlassung gegeben, der wir folgendes entnehmen: Die Organisationen Der westdeutschen Wirtschaft weisen mit Entschiedenheit jede Absicht zurück, die aus der Einschrumpfung der Wirtschaft sich zwangsläufig ergebende Verringerung des Steueraufkommens durch Steuererhöhungen auszugleichen. Wie jeder Kaufmann, muß auch die öffentliche Wirtschaft darauf bedacht fein, ihre Ausgaben der Veringerung der Einnahmen durch entsprechende Einsparungen anzupassen. Steuererhöhungen gleich welcher Art sind für die überlastete Wirtschaft nicht mehr-tragbar. Gegen jegliche Heraufsetzung der Umsatzsteuer spricht außerdem noch die Tatsache, daß dadurch die von der Reichsregierung angestrebte Senkung des Preisniveaus in höchstem Maße gefährdet wird. Der finanzielle Vorteil, der sich ans einer Aufhebung des Zwischenhandelsprivilegs ergeben kann, wird weitaus überwogen durch den Aachteil, der sich aus einer solchen Maßnahme für den schwer um : leine Existenz ringenden Groß- und Einzelhandel ergeben muß. Verlangt werden muh jedoch die Einführung einer Einfuhr- ausgleichs-Umsatz st euer, etwa nach französischem Vorbild, unter Schonung des deutschen Einfuhrhandels. Weiterhin wird einmütig ab» gelehnt die beabsichtigte Aeuregelung der K a p i t a l e r t r a g s st e u e r, die die dringend t notwendige Kapitalbildung unmöglich machen muß, und die wie es unglaublicherweise beab- lichtigt fein soll, nicht auf die Einkommensteuer abgerechnet werden kann. Gegen Erhöhung der Umsatzsteuer. Berlin, l.Dez. (TH.) Das Reichskartell des r selbständigen Mittelstandes hat in einer Eingabe • an den Reichskanzler und den Reichsfinanzmini- fter die Reichsregierung beschworen, die Er-> " Höhung der Umsatzsteuer abzulehnen. Es müsse, * so heißt es in der Eingabe, der Regierung be- ! könnt fein, daß schon jetzt zur Erfüllung khr untragbaren Steuerlasten d i e letzten Betriebsmittel zur Befriedigung des Steuerfiskus verwandt ioü.den. um einer Verschleuderung der Habe durch Zwangsmaßnahmen auszuweichen. Die Hmsatz- ftcuer fei in der letzten Hand nicht abwälzbar und müsse auch bei Verl u st g e s ch ä f - ten gezahlt werden. Die meisten heute getätigten Geschäfte seien, wie die zunehmende Zahl der Konkrzrse beweise, Verlustgeschäfte, so daß also schon jetzt die Umsatzsteuer zum größten Oer französisch-britische Meinungsaustausch. Roch große Differenzen in der Reparaüons- und Gchuldenfrage. — England warnt vor dem Gedanken an Sanktionen. Paris l.Dez. (SH.) Die Pariser Morgenblätter widmen der Londoner Reise des Finanzministers F l a n d i n breitesten Raum. Das bisherige Schweigen ist durch die Erklärungen gebrochen worden, dje Flandin nach seiner Rückkehr der Presse abgegeben hat und aus denen deutlich hervorgeht, daß in den verschiedenen, im Vordergrund des 3nteresses stehenden Fragen zwischen Frankreich und England sehr ernste Mei - nungsverfchiedenheiten begehen. *5 anbin selbst gab zu, mit Außenminister üimon und Schahkanzler Chamberlain sowohl über Reparationen, wie auch über interalliierte Schulden und kurzfristige Kredite gesprochen zu haben. Wenn auch diese Besprechungen rein privaten Charakter getragen hätten, so habe er bei dieser Gelegenheit doch den Eindruck gewonnen, als ob derStan 0 - punkt der englischen Regierung wesentlich von d e m j e n i g e n F r a n k r e i ch s a b w e i ch e und die kommende Regierungskonferenz noch manche harte Ruß zu knacken habe. Heber die englische Einstellung zu den verschiedenen Fragen berichtet der Londoner Sonderberichterstatter des „3ournal“, sowie der außenpolitische Berichterstatter des „Excelsior" übereinstimmend, daß die englische Regierung auf der kommenden Konferenz die völlige Streichung der Reparationen und der interalliiert ten Schulden verlangen werde. Man stehe englischerfei ts auf dem Standpunkt, daß nur eine derartige Maßnahme geeignet fei, die Wiederbelebung des internationalen Marktes zu garantieren. Allerdings, so fügt der Sonderberichterstatter des „3ournal“ hinzu — und er scheint sich hierbei aus vertrauliche Mitteilungen F andins zu stützen — sei dieHaltung Chamberlains selbst weniger unnachgiebig, als diejenige seiner Ministerkollegen. Der „Excelsior" glaubt daß die englische Regierung absichtlich einen sehr weiten Rahmen gezogen habe, um in den kommenden Beratungen größere Handlungsfreiheit zu haben. Hauptpunkt der Besprechungen war die Erörterung der europäischen Lage vom finanziellen und Dom politischen Standpunkt aus. Flandin hat besonderes Interesse für die Stabilisierung des englischen Pfundes gezeigt und hierbei auf die Gefahren einer Inflation hinge- wiesen. Er soll auch die Bereitwilligkeit Frankreichs angedeutet Haden England mit einer 2ln = leihe unter d i e Arme zu greifen. Die Annahme eines solchen Strebits würde aber die gleichzeitige Annahme des französischen Standpunktes in der Tribut- und Kriegsschulbenfrage in sich geschlossen haben. Ein solches Abkominen habe nach einer Meldung der „Financial News" auf englischer Seite keine Gegenliebe gefunden. Die englischen Minister haben ferner zu verstehen gegeben, daß sie keineswegs die Stabilisierung des Pfundes übereilen wollen. Wie „Daily Telegraph" meldet, hat Flandin darauf hingewiesen, daß es für Frankreich schwierig wäre, Deutschland finanzielle Unterstützung zu gewähren, ohne po 1 i t i s ch e Garantien zu erhalten. In der Frage des Borrechtes der Tribute vor den Privatschulden ist von englischer Seite auf die Gefahren aufmerksam gemacht worden, die hierdurch für die Allgemeinheit entstehen könnten, namentlich auch, soweit das englische Pfund in Frage kommt. Flandin habe erklärt, daß ein Vorrecht der Tribute nicht gleichbedeutend mit einer Ungültigkeitserklärung der Prioatschulden sei. Er habe dabei an der Ansicht festgehalten, daß die Banken, die Deutschland Geld geliehen haben, den P o u n g p l a n kannten. Es fei daher rechtlich nicht zulässig, daß diese Schulden eher zurückgezahlt würden. In der Frage der ungeschützten Zahlungen aus dem Poungplan an Frankreich hat Flandin zu verstehen gegeben, daß i m französischen Haushalt diese Summe fehle, und daß Frankreichs Recht darauf erhalten bleiben'müsse. Seil eine s übst anzver mindern de bzw. aus den Mitteln der Gläubiger entrichtete Steuer sei. Der naiionalfozialistische Kurs in Braunschweig. Braunschweig, 33. Aov. (TH.) 3n Vechelde hielt Minister K l a g g e s eine Rede über die politische Lage. Der Minister erklärte, wir könnten die uns niederdrückenden Tributlasten längst los fein, wenn unsere Staatsmänner über den Hooverplan mit keinem, auch mit Frankreich nicht verhandelt hätten, wie es Hoover ausdrücklich gefordert habe. Aber auch der ungeheure Zinswucher, der mit dem 3 ah re 1918 einfetzte, habe mit zu der heutigen 01 ot beigetragen. Reben diesem Zinswucher stände auch noch die ungeheure Verschwendungssucht, die Aufblähung des Verwaltungsapparates in Reich, Ländern und Gemeinden. Wenn heute das Land Braunschweig vierteljährlich rund eine Million Zinsen für feine Staatsschulden bezahlen müsse, so sei wohl zu verstehen, daß ein Land wie Braunschweig auf die Dauer zugrunde gehen müsse. 50 bis 100 3ahre würden vergehen, bis alle diese Lasten be» Aeußerungen Sir 3ohn Simons im Unter» Haus, wonach die englische Regierung nicht nur im mandschurischen Streitfall, sondern auch bei künftigen Gelegenheiten alles tun werde, um Sanktionen z u vermeiden, wird in politischen Kreisen im Hinblick auf die Gerüchte, daß Frankreich bei Richtbezahlung der deutschen Verpflichtungen auf Grund des OJoung» planes in Deutschland einmarschieren werde, ganz erhebliche Bedeutung beigemessen. Sie werden dahin aufgefaßt, daß England die Frage der Reparationszahlungen unter keinen Um- ständen für einen geeigneten Vorwand zur Ergreifung von Sanktionen betrachte und daß der englische Außen- minister mit seinen Aeußerungen einen deutlichen Wink an Frankreich geben wollte. Es wird vermutet, daß entweder während des Aufenthaltes Sir 3ohn Simons in Paris oder während der Londoner Besprechungen Flandins die Aufmerksamkeit der englischen Minister a u f öic Klauseln des Voungplanes gelenkt wurde, die Sanktionen durch die Signatarmächte unabhängig voneinander möglich macht. AujlösmsdkSMMmmslülAkbeilmdKittschasl Minister Korell aus dem hessischen Kabinett ausgeschieden. Darmstadt. l.Dez. (WSR.) 3n der letzten hessischen Rolverordnung, die einige Wochen vor den Wahlen erschien, war bereits angedeutet worden, daß auch eine Ilmorganisation innerhalb der hessischen Ministerien in Aussicht genommen sei. Mit Wirkung vom heutigen Tage wird nunmehr das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft aufgelöst. Die Abteilung für handel, Gewerbe und Sozialfürsorge wird dem Ministerium des Innern, die Abteilung für La n d w i r t s ch a f l dem Finanzministerium zugeteilt. In der Kabinettsitzung am Montag verabschiedete sich Minister K o r e l l, der seitherige Minister sür Arbeit und Wirtschaft, von seinen Ministerkollegen. Staatspräsident Dr. Adelung wies darauf hin, daß die vier Jahre der Zusammenarbeit des hessischen Kabinetts in die vielleicht größte Rotzcit unseres Landes gefallen feien, in der gerade das Wlrtfchafts- und Sozialministerium vor allerschwerste Aufgaben gestellt wurde. Minister Karell habe sich dieser Aufgabe mit großer Sachkunde und warmem Herzen angenommen. In kollegialer Zusammenarbeit des Kabinetts habe er sich stets als treuer hilfsbereiter Mitarbeiter bewährt, der in feinfühliger Einfügung Gegensätze zu überwinden bestrebt mar. Minister Karell gab in wärmsten Warten seinem Danke Ausdruck und verabschiedete sich dann auch van den Beamten seines Ministeriums, das var saft genau zehn Jahren, am 27. Dezember 1921, aus der Zusammenfassung des Landesarbeits- und Wirtschaftsamtes und des Landesernährungsamtes gebildet warben war. Der Minister hab dabei Hervar, daß er schon seit mehr als Jahresfrist die Auflösung des Ministeriums für möglich und unter dem Druck der Slaatsvereiu- fachung und Sparsamkeit für nötig erkannt habe. Rur die wirtschaftliche und politische Lage habe die Durchführung bis jetzt verzögert. — Ra- mens der Beamten sprach Ministerialdirektor Prof. Rößler, der in Zukunft die Abteilung für Landwirtschaft beim Finanzministerium leitet, und Staatsrat Karcher, der die Abteilung für handel, Gewerbe und Sozialfürsorge beim Ministerium des Innern leiten wird, dem Minister Warte des Dankes und der Verehrung aus. Der Minister richtete außerdem Warte des Abschiedes und des Dankes an Ministerialrat Pennrich, der am 1. Dezember sein Amt als Präsident des Oberoersicherungsamtes antritt, und an den Sekretär Regierungsrat Kuhlmann, der gleichfalls aus dem Amte scheidet. Sie Eozial-emokralie und das fiabineOrüning. Oie Stellung zur neuen Notverordnung. - Vorläufig kein Kurswechsel wahrscheinlich. D e r l i n, 2. Dez. diesen Organisationen bei alpinen Unfällen zur Verfügung. Die Deutsche Bergwacht und da- Rote Kreuz führen den sonntäglichen Posten- und Streifendienst im Winter in bestimmten, unter den beiden Organisationen verteilten Arbeitsgebieten durch. Die neuen Freiburger Universitätskliniken eingeweiht. In Anwesenheit zahlreicher Jestgäste wurden die neuen Universitätskliniken der Universität Freiburg i. Dr. eingeweiht. An dem akademischen Festakt nahmen die badische Staatsregierung, Reichs- und LanbtagSabgcordncte sowie Vertreter weltlicher und kirchlicher Behörden tetL Die Universitäten Basel, Heidelberg und Tübingen sowie die Technische Hochschule Karlsruhe hatten Vertreter entsandt. In einem schlichten akademischen Festakt wurde die von Oberteqie- rungSbaurat Adols Lorenz errichtete Kllnik ihrer Bestimmung übergeben. tahusens Besitz unter dem Hammer. Schloß Hohehorst, der Lahusensche Besitz der einstigen Rordwolle Herren in der Rahe Bremens, wurde versteigert. Hunderte von Autos parkten vor dem Gebäude. Lus allen Teilen des Reichs waren Znteresienten gekommen, um wertvolle Stücke der Einrichtung zu erwerben. Namentlich dte kostbare« Perserteppiche erzielten erstaunlich gute Preis«. Wertvolle Kunstgegenstände waren schon vor der Lcrsteigerung mit ansehnlichen Geboten belegt worden Schwerer Raubüberfall bei Mors. In der Rächt zum Dienstag wurde der Bureaubeamte Schneckmann in Karnp-Lintford vor seinem Wohnhaus am Dachsb^rg, aus dem ihn eine unbekannte Person unter dem Vorgehen, den Weg zu erfragen, he rausgclockt hatte, niedergeschlagen. an Händen' und Füßen gelöffelt und an einem Baum festgeounden. Dann drangen die Banditen in daS Haus ein, wo sie die Ehefrau ebenfalls niederschlugen, so daß sic schwerverletzt wurde. Die Räuber durchsuchten das Gebäude und brachten 250 Mk. Bargeld sowie Wertgegenstände im Werte von 250 Mk. an sich. Hierauf zerstreuten sie, um ihre Spuren zu verdecken, in der ganzen Wohnung Pfesser und verschwanden unerkannt. Folgenschwere Explosion. In einem Schmtedcbetrieb in Krefeld- Königshofen sollte eine Luftdruckpumpe aufgestellt werden. Um den Zylinder der Pump« zu losen, wurde sie auf das cdimieöefeuer gelegt Kurz darauf erfolgte eine Explosion. Der Arbeiter SlamMsen wurde dabei getötet, ein Schmiedemeister erlitt ernste Kopfverletzungen und Rippenbrüche. Die „Schwarze Fahne" am Riederrhein. Auf einer Shmogcbung de- Reich, landbundeS forderte der Lambund ührer von Ostpreußen, ReichStagsobzeor^neter Sa) Iller, die Ba.cn- schaft des Ä;ci eS MörS zur Abwehr gegen aie Rotstände der Landwirtschaft au . Du.ch den 'Direktor des Rhein.s. en Landbun.es. Gu s.esitzcr Schmitz (Winnei.thal» wuc.e da. n d.s von der Iungbaucrns^rar ci. gcbraaj.e Karnafva..ne.. c.ne schwane Fahne mit weißem Totenkops, geweiht, wobei sich al e anwesende.! 2an.ro rlc durch Treu- s->wuc teps.ichtcen. bet tot tigen Zwangsversteigerungen von heim schen Bauernhöfen kein Gebot abzugeben. Damit vat die Bewegung der .Schwa.zen Fahne . die bisher bei oen Bauernbcwezu.igen in Ostpreußen, Pomme n und Sch esw.g-Ho.stc n e ne b dcuisame Rolle spielt, auch am Ryein ioren Einzug gehalten. Alfons XIII. durch die Beschlagnahme seines Eigen- turne kaum betroffen. Der Beschluß der spanischen Rationalversammlung, den ehemaligen spanischen König seiner sämtlichen Dcs.tztümer sür verlustig zu erklären, hat nach einer Aeußerung einer dem König nah.stehenden Persö.ll.chkeit das Vermögen AlsonS XIII. kaum betroffen. Schon seit mehreren Jahren habe Alfons den Hauptteil seine- Vermögens in ausländischen Papieren angelegt; er verfüge heute übet 20—30 Millionen Peseten, die in Franlre.ch, England und Holland, der Schweiz und Argentinien unter- gcbracht seien. D.e Beichlagnahme seiner Privateigentümer beschränke sich daher auf die Schlös - f e t in Madrid und San Sebastian, die allerdings durch .hre Innenausstattung von großem Werte seien, .oro-e aus seinen Anteil an der Madrider H n t e r g r u n d b a h n. Wegen Spionage zum lode verurteilt. Dor dem Militärgericht in Posen fand eine Bet- Handlung gegen den Schützen Klamke aus Ciffa statt, der beim polnischen 68. Infanterie Regiment dient. Klamke ist wegen Spionage angeklagt. Die Verhandlung wurde unter Aussch uh der Oesfentlichkeit g» führt. Älamte wurde zum Tode verurteilt. Die Verteidigung hat an den Staatspräsidenten ein Gnadengesuch gerichtet. Oie IRcfferlaae. B« 0 o Gv i K Dienstag den / Dettmber 1911 Uhr - ■ " .-y-BJrtn -a— O *W*t"*ov O M'tf» Q »M* HO««, e-e'-c eo«dfl»t u*- len ,e»en C-e re«ee'«'ji «» 0>e i - " O-tr lul »«gereiMelfi BZcktcrvoraussage. Die flachen etörunaen im Rorden haben ihren Einfluß südwärts entfaltet, so daß im nördlichen Deutschland der Frost merNich zurückgegangen ift Stellenweise lagen sogar die Morgentemperaturen um Rull und etwas darüber. Außerdem ist es neben stärkerer (Eintrübung vereinzelt zu etwas Sprüh- regen gekommen. Vorübergehend dürften die erwähnten Anzeichen im nördlichen Deutschland auch bei uns jur Auswirkung gelangen, so daß zunächst leichter Temperaturanstieg einsetzt und trübes Wetter vorherrscht, sowie vereinzest etwas Sprühregen auftritt. Später dürste wieder mehr der hohe Druck wetterwirksam werden. Aussichten für Donnerstag: Reblig- wolkig, im ganzen milder, jedoch nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt und etwas darunter, vereinzelt etwas Regen. Lufttemperaturen am 1. Dezember, mittags — 1,0 Grad Celsius, abends —2,7 Grad; am 2. Dezember: morgens — 2.9 Grad. Maximum — 1,7 Grad, Minimum — 3 Grad — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 1. Dezember: avends 1,1 Grad; am 2. Dezember: morgens 0,8 Grad Eelsius. Cfrerl? fflf I Saanonrafif) d ,M«i flro&e 1 San»/rriwkn t | btn btt Meint) !• u) fßallertheir । «krochen von 'Bi i hilf und SVno J palaeolitbifums t (flurignacitn) s I einer Brrkhmui I kr Pie zweite | rxi Ober- und I dn Bit). Strebe: bearbeitete Änot | Ijnhen Tie Stt I onbfrtn ßatjnftc I doch Hordt bei xZL | pochen u I 5?r e'^clt5 |i £t 10 ö pulichen fthma icmioeiie des $ A». unb ö®”11 jn) besonders > Totfoch.» für d | folgen aufeinar I hmxfrnhilturtr j Mtnschenrosse ■ ^lerN1!* ipr^ tn^J^ seit I roffenldjotler he I Überraschend t I Serfjcuge aus I bei der vom 1 I bei Treis a. b 1 ■ Neandertalern I Stationen sind .1 tei unb Brauer G | «rfommen versa I trat i\t Banb' I Siebtem (5 ; folger dir,en w cinb bie Fu : Iton als recht । Neolithikums | h ""ähemd erfd Iflnn. Fast aan Ibbelt, denn dc -""b den 8er SHbettennl m < allerdings I 17-en. h, I ,|r< fontinuierl I Jultuiftufen ,?u I ’a5e in den j r nch monchmol t --tladHn tönne I ''"n allgemein« | “• ^Händen untwitklungsrei -iosilreichk Li vrd Stationen j ‘Wnommenen t«im 16 r ü^T°An 1321 Hr”M n.,2*1*, «»ftorl »,n '^jeftotben. steh unve KÖ für Fs« iwert>en f igt 7. Juni 1860 N. aufgenommenen Vortrag. 1888: der Universitäts- Dresden gestorben: 8H4D 3 i TpN'G'N Vq der mit Patienten angepaßte Lieder zum Vortrag, die großem Beifall ausgenommen wurden. -16 Mechaniker Karl Zeiß, Gründer der Zeiß-Werke, in Icna gestorben. dick rund Professor Fechner 70 Geburtstag feiern. Er wurde am in Berlin geboren. Fechner war ein Schüler von Defregger und ein Freund Wilhelm Raabes, von dem er das erste Porträt gemalt f)at.______________ Bitte geben Sie sie frühzeitig aut. damit für eine wirkungsvolle, gute Anordnung des Satzes gesorgt werden kann Lichtspiele, Hauswirtschaftliche Weihnachtsausstellung - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „l)-Zug 13 hat Berspätung." — Der Goethe-Bund kann seinen Mitgliedern und Freunden, wie man uns schreibt, wieder mit einem besonderen literarischen Genuß aufwarten. Es ist ihm gelungen, den Erzähler Hans Grimm zu einer Borlesung aus eigenen Werten zu gewinnen. Grimm ist der Schöpfer des deutschen Schickfalsrornanes „Bolt ohne Baum". Hans Grimm hat bei seinen Vorlesungen überall begeisterten Beifall gefunden. Ein bedeutsames literarisches Erlebnis steht bevor, an dem teilzunchmen kein Literaturfreund versäumen sollte. (Siehe gestrige Anzeige.) — Der Kaufmännische Verein und Ortsgewerbeverein veranstalten am Freitag, 4. Dezember, 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität den dritten Vortragsabend. 2n einem Lichtbildervortrag wird Dr. von Papen, Dresden, über das Thema „Die gefährdete Heimat im deutschen Osten" sprechen. Der Vortragende wird, wie man uns schreibt, auf' die durch den Korridor geschaffene unhaltbare Lage des Landes eingehen, die Danziger und die Memelfrage erörtern, durch einen Rückblick auf die politische und kulturgeschichtliche Vergangenheit des Ostens und durch die Schilderung seiner landschaftlichen Schönheit ein umfassendes Bild der Verhältnisse geben. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Krippenspiel der Frauengruppe des VDA. Gießen. Nächsten Sonntag, 6. Dezember, 17 Uhr, veranstaltet die Frauengruppe des VDA. Gießen im Katholischen Dereinshaus ein Weihnachtsspiel, in dem nach der Art der alten Krippenspiele unsere schönsten Volkslieder verarbeitet sind und von Kindern gesungen werden. (Siehe heutige Anzeige.) ' ul Gießen iilP ■ Plöcksk12 ’V < Tel. 3170 — ^AllePhoroarbeilen ■Säuber. und preiswert! M (eines Ligen, en. Mvnalvchamm- en König (einet 'lustig zu et« ierung einet dem lieh das Icrmö« i. Schon seit meh- Hauptteil seines en Papieren 'bet 22-30 Milch, England und gentinicn unter« ne leinet Privat« aus die Lchlös« n Sebastian, Musst al klug von i (einen Anteil irgtundbahn. >e verurteilt. en fand eine Ser« 'amte aus Lissa fanterieülegiment onage ange- unter AM utz nie wurde zum leidigung Hal an adengesuch gc- Taten für Ton» ertztaa 3. Dezember. Sonnenaufgang 8.10 Uhr, Sonnenuntergang 16.19 Itljr. — Mondaufgang 0 Uhr, Monduntergang 13.21 Uhr. 1857: der Bildhauer Christian Daniel Rauch tn Schon diese Tatsache allein muß jeden Liebhaber von Goldmundstück-Zigaretten veranlassen, das neue Zwillingsprodukt, die Abendmahl, die Pflege christlicher Sitte in Haus und Oeffentlichkeit ist Dienstpflicht am Volk für jeden, der sein Volk lieb hat und etwas weih von den Kräften des Evangeliums. Den Abend beschloß das Legendespiel „Chri- stofferus" der Bubengruppe der Mat- thäusgemeinde. Langanhaltender und spontan sich äußernder Beisall dankte der jugendlichen Spielgemeinschaft für diese prachtvolle, mit restloser Hingabe gespielte Aufführung, Hier war Bekenntnis zu Christus, zu Dienst und Treue im Kleinen als der Kraft, die alle Widerstände überwindet und einem Volke aufhilft zu neuem Auferstehen in jugendlicher Kraft. y. noNzen — Tageskalender f ü r Mittwoch: Stadtthcater Gießen. „Mary und Lisa", 20 bis 22.15 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein: Ober- hessische Künstlerhilfe, 15 bis 17 Uhr, Turmhaus am Vrandplatz. — Deutsche Frauenkultur: Ausstellung deutscher Wertarbeit, Cafe Amend, 10 bis 20 Uhr. — Hotel Schütz, Gießen: Oeffent- licher Vortrag von Eugen Hammer über „Astrologie". 20 Uhr. — Hausfrauenberatung: Palast- steht in unveränderter Güte die ’M« n belegt Kunst und Wissenschaft. Professor Hanns Fechner t- Der blinde Maler Professor Hanns Fechner ist in Schreiberhau nach dreitägigem Krankenlager an an der Spitze deutscher Qualitätsfabrikation. Geldspenden für die Winiernoihilfe. Bis Ende November sind der Gießener Winternothilfe an Geldspenden ins-gesamt 3617,80 Mark zugeflossen. Im einzelnen verteilt sich diese Summe wie folgt: Haussammlung durch die Hausfrauenberatung 2159,60 Mark. Arbeitgeber-Verband 500 Mark, Oberhessischer Automobilklub ICO Mark, Gießener Bankenvereinigung 150 Mark, Frauenhilfe 390 Mark, Reinertrag aus dem Vortrag: Zeppelinfahrt in die Arktis (Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: Verein für Luftfahrt) 90 Mark, Privatspenden 188,20 Mark. Sonstige 40 Mark. Unterschreiben ’ Von hiesigen Mitgliedern des Deutschen Staats- bürgerinnen-Verbandes und von Angehörigen anderer vaterländischer Organisationen werden gegenwärtig in unserer Stadt Einzeichnungs- listen einer Kundgebung an die Internationale Abrüstungskonferenz in Gen) 1 932 in Umlauf gesetzt. Durch Namensunterschrift in diesen Listen sollen die Männer und Frauen Deutschlands der allgemeinen Volksforderung an die Internationale Abrüstungskonferenz Ausdruck geben, daß sie sofort den Verpflichtungen nachkommt, die hinsichtlich der Verminderung der nationalen Rüstungen eingegangen sind. Es bedarf wohl keiner besonderen Begründung mehr, daß es für jede deutsche Frau und für jeden deutschen Mann einfach selbstverständlich ist, Sich in diese Listen einzuschreiben und damit der Abrüstungskonserenz den Beweis zu liefern, daß die Forderung der deutschen Regierung sich aus den Willen der breitesten Schichten unseres Volkes stützt. Jeder Erwachsene ist berechtigt zur Einzeichnung, man schreibe sich aber nur in eine Liste ein und achte genau darauf, daß auch nicht aus Versehen zwei oder mehr Listen unterschrieben werden, damit nicht den Gegnern der Vorwand geliefert wird, die Zuverlässigkeit der deutschen Unterschriftensammlung in Zweifel ziehen zu können Gcmeindcabend oer MtthauSgemelnde. Gemeindeabende sind Sammelpunkte des Ge- mei..belebens, Verwirklichung des Gemcinichafls- gedankens in neuer Form. Kräfte des Glaubens und der Liebe, der Gemeinschaft sollen hinein- getragen werden in eine Zeit, die mehr als je diese Kräfte entbehrt und notwendig hat. Diese Gedanken waren maßgebend für den Gemeindeabend, den die Matthäus- gemeinde am Sonntag, dem 1. Advent, im Cafö Leib hielt. Wir fügen zugleich an, daß der Abend außerordentlich gut besucht und die Stimmung vortrefflich war: der Saal war bis auf den letzten Platz beseht. Das liebe alte Adventlied „Es kommt ein Schiff, geladen bis an seinen höchsten Bord" eröffnete den Abend. Fräulein Hanna Kellner, die Altistin des Abends, sang das Lied mit einer sehr reinlichen Technik, schwungvoll und farbig, die lyrischen Partien mit viel Hingabe verwirklichend. Die Sängerin hat eine Zukunft als Ora° toriensängerin. Die Bachsche Arie „Schäme dich o Seele, nicht, deinen Heiland zu bekennen" weist unbedingt in dieser Richtung. Einen starken Eiw> druck machte das Präludium zur Suite im A-OHoIl für Violine und Klavier von Reger. Das war etwas, was unmittelbar zum Herzen des Hörers geht, tief und doch verständlich auch für den Schlichtesten in der Gemeinde. Dasselbe gilt von dem Largo aus Johann Sebastian Bachs „Musikalischem Opfer". Franz Bauer (Violine) und Helmut Eger (Flöte) verliehen dem Largo virtuosen Ausdruck. In diesem Violinspiel Bauers war Musik des Wehlklangs, Musik voll innerer Spannung und Wärme. Viel F.eude machte der Flötist des Abends: wir haben von der Stadtkirche, dem Konzert am Totensonntag, Herrn Helmut Eger in bester Erinnerung: diese präzise Rhythmik, diese spielerische Freude, diese Lust am Musizieren packt und reißt mit. Frau Elfriede Fischer begleitete: wie sie das tat: mit zarter Einfühlung in die Sache und in die Persönlichkeit der Musizierenden, mit Anmut und Temperament, trug wesentlich zum Erfolg bei. Der Vorsitzende der Männer- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde, Berufsschullehrer Wehr heim, begrüßte die Gemeinde: er rief auf zur lebendigen Kraft und Zuversicht in der Rot der Zeit. Pfarrer Mahr als der Geistliche der Gemeinde hielt die Ansprache. „Der Wille zur Kirche" war sein Thema. Er wies daraus hin, wie die Kirche die tiefste Kratt alles Volkstums ist. weil sie letzte gemeinsame Bindungen im Volke pflegt. Daher der leidenschaftliche Ansturm gegen die Kirche von feiten aller, die dieses Volkstum und seine alten Gemeinschakts- formen zur Auflösung bringen wollen. Je mehr man das Volk auflöst. wo'len wir das Gemeinsame im Volk pflegen, insbesondere die Glaubensgemeinschaft. die wir in unserer Kirche haben. Der Kirchgang, die Teilnahme am Heiligen den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Professor Fechner konnte im vorigen Jayre seinen Donnutag zwilchen 10 und 11 Uhr wurde tn Kaichen (Kreis Friedberg) ein Einbruch in die Posthilfsstelle verübt, während der Poststellen-- inhaber mit seinen Familienangehörigen zur De- stellung von Postsendungen unterwegs war. Dem Einbrecher fiel ein Sack mit 1165 Mark Rentengeld, meist Silbergeld, in die Hände. Die Frau des Poststelleninhabers bemerkte sofort nach ihrer Rückkehr von dem Vestellgange das Fehlen des Geldes, und sie erstattete umgehend Anzeige. Die polizeiliche Untersuchung ist bisher noch ergebnislos geblieben. ** Der Verein f ü r deutsche Frauenkultur (Ortsgruppe Gießen) veranstaltete gestern und heute im Villardsaal des Cafe Amend eine Aufstellung. Die Weihnachtsmesse, die zugleich eine Drrkaufsmesse darstellt, ist insbesondere den Erzeugnissen deutscher Wertarbeit gewidmet, der deutschen Handarbeit und der kunstgewerblichen Arbeit, die in der mannigfachsten Form in Erscheinung tritt. Die Schau' bringt in kleinem Rahmen viel Sehenswertes. In erster Linie fallen Handarbeiten auf, die in ihrer geschmackvollen Ausführung besten Eindruck machen. Gleichzeitig erhält hier die Hausfrau manche wertvolle Anregung für eigene Arbeit, vor allem für eigen - schöpferische Arbeit, die ja schließlich das wesentlichste Moment der Wertarbeit überhaupt darstellt. In den verschiedensten Techniken gefertigt liegen Sofakissen (ein immer dankbares Gebiet hausfraulicher Handarbeit), Tischdecken, Kinderkleider, Kleider auch für Erwachsene aus. Stickereien, Häkeleien, Filetarbeiten, sehr feine Gardinen und vor allem die in neuerer A3eü immer mehr in Erscheinung tretenden Webereien (am Handwebstuhl hergestellt) ziehen die Aufmerksamkeit an sich Mehr und mehr tritt das ernsthafte Bestreben um sorgfältige und abgewogene Farbegebung, um harmonische Flächengestaltung in Verbindung mit materialgerechter Verarbeitung in Erscheinung, so daß die Arbeiten über die reine Handarbeit hinaus als von kunstgewerblicher Bedeutung zu betrachten sind. Die Ausstellung bringt außerdem neuzeitliche Schmucksachen, unter denen als Besonderheit die Arbeiten einer anthroposophischen Werkstätte in Lörrach durch ihre charakteristische Formengebung auffallen. Reben kunstgewerblichen Töpferarbeiten sieht man Gläser in schönen Formen, kleinere Gebrauchsartikel, die durchweg so gestaltet sind, daß der Beschauer sofort erkennt, daß nicht industrielle Herstellung, sondern die individuelle Arbeit der Ausgangspunkt der Herstellung ist. Der Buchhandel zeigt schöne Märchen- und Weihnachtsbücher aller Art. Ferner sind originelles und gediegenes Spielzeug, Artikel der Kosmetik, Erzeugnisse der Konditorei, die Waren eines Reformnahrungsmittelhauses und noch manches andere in dieser Ausstellung in geschmackvoller Anordnung vereinigt. Der Verein für Deutsche Frauenkultur, der diese Weihnachtsmesse bereits zum siebenten Male veranstaltet, sand auch diesmal wieder durch starken Besuch die Anerkennung seiner Bestrebungen und damit den Beweis, daß er sich auf dem richtigen Wege befindet. Die Ausstellung ist nur noch bis heute, 20 Uhr, geöffnet. Der Besuch lohnt. ** Weihnachtsausstellung der Hausfrauenberatung. Die Hausfrauenberatung Gießen macht in der heutigen Anzeige darauf aufmerksam, daß in der Lehrküche täglich von 10 Uhr ab gekocht und gebacken wird. Heute ist die Ausstellung bis 22 Uhr geöffnet. Am morgigen Donnerstag, 20 Uhr, findet für die Mitglieder ein lustiger Abend statt. — Am gestrigen Dienstag und am heutigen Mittwoch veranstaltete die Hausfrauenberatung im Rahmen ihrer Kochkurse zwei Seefischwerbetage, um auf diese Weise den Konsum deutscher Seefische zu fördern. Das Fischhaus Cuxhaven stellte für die Vorführungen die Fasche zur Verfügung. ** Gesangskonzert in der Heil - und Pflegeanstalt. Der Gesangverein „Eintracht" Klein-Linden bereitete den Insassen der Heil- und Pflegeanstalt am Sonntag durch ein Gesangskonzert große Freude. Unter der Leitung von Herrn Köhler brachte der Chor einige dem Berständnis — ..... •«»«"■ dK 12 ,innUm ö ff on. W 'ederrhein. -Hölanöbunkz °" Bpreußen - ,ble 'Mm. Wn oie Durch d.'n Di« J8» .^uMchher ;\b-» tai bet ‘Cntobf, geweiht »riedurchTL 9en cjlvangz- !> ichcn Dauern- "n. Damit i,at 5ren Einzug ge- ** Verpflichtung als Wirtschafts- prüfe r. Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns mitgeteilt: Herr Steuersyndikus und beeidigter Bücherrevisor Hermann Will in Gießen, Leiter der Steuer- und Buchführungs- Beratungsstelle der Industrie- und Handelskammer Gießen, ist von deren Präsidenten, Herrn Fabrikant Ludwig Rinn, als Wirtschaftsprüfer öffentlich bestellt und in Pflicht genommen worden. "Maul- und Klauenseuche in Oberhessen. 2m Amtsverkündigungsblatt vom 1. Dezember wird mitgeteilt, daß in Holzheim (Kreis Gießen) die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden ist. Als Beobachtungsgebiet gilt die Gemarkung Holzheim. Auch in Okarben (Kreis Friedberg) wurde die Maul- und Klauenseuche festgestellt. Der Ort ist zum Sperrbezirk, die Gemarkung zum Beobachtungsgebiet erklärt worden. ** Rentengelder gestohlen. Das Landeskriminalpolizeiamt Gießen teilt mit: Gestern fdjon als recht häufig zu bezeichnen, so sind die des Neolithikums so zahlreich, daß hier keine auch nur annähernd erschöpfende Darstellung gegeben werden kann. Fast ganz Hessen war schon ziemlich dich' be- icdelt, denn das Land war dem Ackerbau günstig. Nach den Verzierungen der handgeformten Ton- gcfäße nennt man diese Bevölkerung Bandkeramiker, die allerdings auch fremden Einflüssen ausgesegt waren. Wie bei den palaeolithischen Stationen oft eine kontinuierliche Besiedlung während mehrerer Kultui stufen zu beobachten war, so ist es in gleichem Maße in den jüngeren Perioden der Fall, ja läßt sich manchmal bis in die Metallzeit verfolgen. Diese Tatsachen können von Bedeutung sein für die Frage einer allgemeinen kontinuierlichen Besiedlung und für bös Vorhandensein einer eventuellen fortschreitenden Entwicklungsreihe der alten Menschenrassen. Zahlreiche Lichtbilder der verschiedenen Kulturen tinb Stationen erläuterten den mit großem Beifall ‘ Aus der proviiniolbauvtssadt Gießen, den 2. Dezember 1931. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. In der jüngsten Sitzung der naturwissentchaftlichen ; Abteilung sprach Privatdozent Dr. Richter vor ; einer zahlreichen Zuhörerschaft über die st e i n z e i t - ’ liche Besiedlung von Hessen. Der Vortragende zog die gesamte Urgeschichte Westeuropas 1 in den Kreis seiner Betrachtungen. Die Zusammenfassung und vergleichende Untersuchung dieses größeren Gebietes ermöglichte es, die Fortschritte der Menschheit zu erkennen und ein Einteilungsprinzip aufzustellen. So können wir jetzt in der Steinzeit zwei Epochen unterscheiden: die Zeit des diluvialen oder Eiszeitmenschen hat man nach der Kulturhinter- lassenschaft desselben als Altsteinzeit oder Palaeo- lithikum bezeichnet sie ist die Periode des geschlagenen Steines. Die Menschen, die sich dieser Wertzeuge bedienten, waren Jäger. Im Gegensatz dazu stehl die m Periode des geschliffenen Steines, der nachdiiuoialen ' jüngeren Steinzeit, dem Neolithikum Es ist die Zeit des Ackerbau treibenden Urmenschen, die in Hessen besonders viel Spuren hinterlassen hat. Die Ursache dafür, daß in Hessen polaeolithische Werkzeuge nicht | in dem gleichen Maße gefunden werden, ist wohl in i erster Linie darin zu suchen, daß als Wohnstätten geeignete Hohlen oder Felsnischen selten sind Da I aber der Kalk zur Höhlenbildung am geeignetsten ist, | finden wir eiszeitliche Siedlungen in der Hauptsache 11 in den Kalkgebieten (Harz, Sauerland, Lahntal u|w.). , In den wärmeren Zwisch neiszeiten konnte dann der I Mensch diesen Höhlenschutz entbehren und seine I Wohnste wurden durch andere Faktoren bestimmt. Er fo.gte den Flußläufen, suchte ideale Ansitze zur Jagd auf oder ließ sich an Vorkommen der zur Werkzeugverarbeitung günstigen Gesteine nieder Er- ttnneii mit |o den ui.mittelbaren Einfluß des eiszeitlichen Klimas auf den Lebensraum und Die Lebensweise des Menschen, so liefern uns auch die . Eis- und Zwischeneiszeiten in ihren Ablagerungen und besonders ihren Fossilien wichtige grundlegende Tatsachen für die Chionologie des Urmenschen Es I folgen aufeinander: die Faustkeil-, Klingen und Knochenkulturen, die jeweils für eine bestimmte Menschenrasse (Neandertal-, Aurignac- und Cro- Magnonrasse) bezeichnet sind. Zwei große Hessen schneidende ober berührende Wanderrouten des Steinzeitmenschen können wir im Palaeolithikum verfolgen. Die erste erreicht von Süden her Rheinhessen mit den Jagdstationen Mauer und Wallertheim Hier fanden sich im Löß neben / Knochen von Bison, Mammut, Eisfuchs ufw. Faustkeile und Knochengeräte des abklingenden Alt- , polaeolithikums (Moufterien) Eine jüngere Stufe * (Aurignacien) stellen die Stationen bei Mainz in >1 einer Verleymungszone des Lösses der letzten Eiszeit , dor. Die zweite Wanderroute führte lahnaufwörts noch Ober- und Niederhessen. Stationen sind hier , bei Diez, Steeden, wo sich neben Klingen auch schon bearbeitete Knochen, die ersten Anfänge der Kunst ! sanden. Die Steinwerkzeuge sind hier wie auch an 1 anderen Lahnstationen (Wetzlar, Niedergirmes, Atz- ! bad), Hardt bei Gießen) aus Kieselschiefer der Ter- i wssenschotter hergcstcllt, vereinzelt auch aus Basalt. 5 Ueverraschend waren daher die überaus zahlreichen il Werkzeuge aus Quarzit, die man im Jahre 1924 » bei der vom Vortragenden ausgeführten Grabung bei Treis a. d. Lda. fand, einer Stätte, die auch von ■ Neandertalern schon bewohnt gewesen ist. Weitere k Stationen sind vorhanden bei Rensendorf, Lauter- F bad) und Brauerschwend, wo wieder das Zusammen- oorlommen verschieden alter Kulturen in Erscheinung t trat. Die Wanderroute läßt sich dann weiter nach E- Niederhessen (Ziegenhain) und ins Kinzigtal oer- | folgen Einen weiteren Bezirk stellt die Wetterau dar. Sind die Funde des Polaeolithikums in Hessen W«1 M 8/ ©, o W9enltX nebc» S*1 Ä LÄLÄ giebl'0' 1 ",A- ” ,„1,91 raturtn.1^0t> || sius. li)in wMen daß ihre Anzeigen injfr * -2 TTL r dick s oval einmal zu versuchet ------- Tode«-Anzeige* Sonntagabend 9 Uhr verschied nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Marie Brunow Wwe. geb. Rowkovlu* im Alter von 7t Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Liebigstraße 67>, den 2fl. November 1981. Die Beerdigung findet Donnerstag .nacbm. 2 Uhr. von der Kapelle de< Neuen Friedhofes aus statt. ____________M2J7D Nur 3 Tage Mittwoch. 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Merkwürdigerweise hat keine chinesische Zeitung diesen Satz gebracht; er fand sich nur in den Berichten der englischen Blätter von Schanghai. Sollte Tschiang-Kai-schek ihn wirklich gebraucht haben, so wäre er am ehesten als eine Andeutung zu verstehen, daß der Generalissimus sich in seiner Machtstellung nicht mehr sicher fühlt, und daß er die Position Kantons im Augenblick für die innerlich stärkere hält. Die Regierung in Nanking unter Tschiang- Kai-schek beansprucht die chinesische Zentralregierung Du sein und ist als solche auch von den Mächten anerkannt. Tatsächlich übt sie nur etwa über den siebten Teil Chinas — das Jangtse- gebiet zwischen Schanghai und Hankau und seine nähere Nachbarschaft — Autorität in dem Sinne aus, daß sie unmittelbar Anordnungen erlassen kann, die von den Behörden in der Regel ausgeführt und von der Bevölkerung befolgt werden. Unter den Gebieten, die Nanking nicht als politische Zentrale anerkennen, befindet sich im Süden auch die reiche und wichtige Provinz Kwangtung mit der Hauptstadt Kanton. Bon Kanton ging seinerzeit die Gründung der Kuomintang, der chinesischen Bolkspartei, durch den verstorbenen Sun-Nat-sen aus. Bon Kanton aus erfolgte der Zug nach Norden, der Hankau, Nanking und — allerdings nur ganz vorübergehend — auch Peking der Kuomintang unterwarf. Die Kuomintang ist nach ihrem Prinzip radikal-demokratisch, ihr linker Flügel neigt sogar stark zum Sozialismus; faktisch ist die Regierung in Nanking dagegen eine Art Militärdiktatur unter Tschiang-Kai-schek geworden, dessen Stütze die eng mit ihm und seinen nächsten Mitarbeitern verschwägerte und versippte Gung familie ist, ursprünglich ein Bankierhaus aus Schanghai und Kanton. Die Opposition gegen das Nankinger Militärregime führte in Kanton zum Abfall von der Zen- trälreaierung und zur Erklärung der Unabhängigkeit. Anfangs proklamierte man in Nanking die Kantonesen als „Rebellen"; jetzt wo die öffentliche Meinung der Diktatur Tschiang-Kai-fcheks immer weniger günstig wird, muß man mit ihnen verhandeln. Hu - Han - min , einer der wenigen älteren Politiker, die es in China überhaupt noch gibt, kein Freund des Generalissimus, ist von Nanking und Sun-Fo, ein Sohn Sun-Pat-sens, Wang- Tsching-wei, der begabteste, aber auch radikalste Kopf der Kuomintang, und noch einige Gesinnungsgenossen, sind von Kanton nach Schanghai gekommen, um Fühlung wegen der Wiedervereinigung zu nehmen. Hu-Hcm-min hat gleich nach, seiner Ankunft in Schanghai ein Interview gegeben, des Inhalts, daß General Tschiang-Kai-schek den Delegierten von Kanton drei Fragen vorlegen lasse: 1. Verlangen Sie meinen Rücktritt? 2. Glauben Sie, daß ich an der Spitze der Militärmacht verbleiben sollte? 3. Können wir zum Wohl Chinas die Differenzen ausgleichen und einen Weg der Versöhnung finden? Die zweite dieser Alternative würde den Rücktritt Tschiang-Kai-scheks als Regierungschef, die dritte sein Verbleiben in allen Aemtern bedeuten. Hu- Han-min fuhr fort: „Nach meiner Meinung sind die drei Uebel, unter denen China heutzutage leidet, diese: 1. Zentralregierung und Provinzialverwaltungen werden vorn Militär beherrscht; 2. die Politik der Negierung ist nicht öffentlich, wir haben nicht, wie andre Länder, ein Parlament, in dem politische Fragen öffentlich diskutiert werden; 3. das Staats- Zurück zur Romantik! Von Generalmusikdirektor Bruno Walter. Professor Bruno Walter, der Leiter der berühmten Sinfonickonzerte im Leipziger Gewandhaus, das in diesen Tagen sein 150jähriges Bestehen als Konzertinstitut feierte, äußert sich hier zu einem Grundproblem des musikalischen Schaffens. Zurück zur Romantik — diese Morte bedürfen einer Einschränkung, denn allen modernen Strömungen zum Trotz war aus der Kunst und besonders aus der Musik die Romantik nie entschwunden. Jede Kunst ist auf das engste mit Romantik verknüpft. Ja, noch mehr: Kunst und Romantik sind im Grunde identische Begriffe. Ruch der Kunstgenießer empfindet romantisch. Der Grad dieser romantischen Empfindung ist allerdings verschieden bei den einzelnen Menschen. Wer vom Betriebhaften sozusagen verschüttet ist, wer dem Tag, richtiger gesagt dem Alltag, mit allen seinen Sorgen angehörig ist, in dem schlummert die Romantik. Je stärker aber das Verhältnis des Menschen zu den Stimmen seines Inneren ist, um so stärker ist seine romantische Empfindung. Der letzte Mensch wird wohl der letzte Romantiker sein. In der Musik ist die Romantik die Kunst des Einsamen. Ohne innere Einsamkeit gibt es nach meiner Ansicht keine Kunst und erst recht keine Musik. Gustav Mahler, dessen „Lied von der Erde" heute mehr und mehr die Herzen des Publikums erschüttert, war einer der großen Einsamen. Aus dieser Einsamkeit heraus schuf er seine unvergänglichen Werke, in denen seine romantisch-dämonische, im Leben allem Aeuheren verschlossene Ra.^r auf das Ergreifendste sich ausspricht Als Gegensatz zu dieser Schöpfung aus dem Tieiinneren kann man die Schöpfung aus dem Alltag bezeichnen. Sie gleicht aber einer photographischen Platte und ist keine Kunst in höherem Sinne. Man müßte also zwei Arten von Kunst oder von Musik unterscheiden. Erstens die Schöpfung des Einsamen, die der Welt Reues, ihr nicht Bekanntes schenkt und zweitens die Schöpfung des nur Rachempfinders. Es gibt aber unbewußte Romantiker, ja sogar Romantiker wider Willen, die sich einbilden, Rachempfinder zu sein und die Wirklichkeit nur zu photographieren, die aber durch Phantasie und Eigenart das scheinbar Alltägliche in eine höhere Sphäre heben und verklären. Igor Strawinsky, als Feind der Romantik abgestempelt, ein durchaus produktiver Mensch, der sich selbst keineswegs für einen Romantiker hält, weist in vielen seiner Werke romantische Elemente aus. Ich brauche nur seine budget bleibt ein Geheimnis der Gewalten in Nanking, es gibt keine Bewilligungen der Mittel und keine Kontrollinstanz. Ueber Zentralismus oder provinziale Autonomie in China zu sprechen, hat keinen Zweck, solange die Militärherrschaft dauert. Es gibt einige wertvolle Persönlichkeiten unter der Militärpartei, aber es gibt auch absolute Ignoranten. Wenn die Regierung (in Nanking) für ihre persönlichen Zwecke die Militaristen weiter begünstigt, so wird nichts Gutes dabei für das Land her- atiskommen. Wollen die Machthaber jedoch ein gutes Regierungssystem, so körnten sie es alle Tage haben." Das klingt nicht sehr hoffnungsvoll für die Militärdiktatur, zumal es noch nicht einmal ein Kanto- nese ist, der so spricht, sondern ein Nankingmann, wenn auch einer von der kritischen Richtung. Man kann auch beim besten Willen der Regierung in Nanking keine Anerkennung zollen. Sie verbraucht vier Fünftel ihrer Einkünfte für militärische Zwecke, aber sie hat damit die Einigung Chinas keinen Schritt weiter gebracht, denn der ganze Norden respektiert sie nur nominell, im entfernteren Inneren beachtet man sie überhaupt nicht, kraft des „reineren Kuomintang-Geistes", den es zu verkörpern behauptet. Von den vielen, auf dem Papier entworfenen Plänen — Verkehrswesen, Finanzresorm, Volksbildung usw. — ist herzlich wenig, der Verwirklichung nähergekommen. Das chinesische Erbübel des „Squeeze",- der unredlichen Bereicherung auf jedem Wege, von der einfachen Unterschlagung bis zur groben Erpressung, ist im Schwünge, wie nur je, und besonders unangenehm bexührt die überhebliche und unmanierliche Art, mit der die jetzigen Machthaber, vielfach noch ganz junge Leute ohne Kinderstube, den Versehr mit dem Auslande erledigen. Das alte China hatte sehk viel bessere Formen. Als ein Beispiel, nur eins von vielen, die zur Hand sind, mag das Erlebnis dienen, das wir eben in Schanghai mit unserem Hapagdampfer „Duisburg" hatten. Ein Dampfer der Linie hatte vor einiger Zeit eine Anzahl Waffen nach dem englischen Hongkong gebracht, wovon man in Nanking annahm, sie seien für die „Rebellen" in Kanton bestimmt gewesen. Mit eben diesen „Rebellen" wird jetzt sehr höflich und auf gleichem Fuße verhandelt, aber die deutsche Schiffahrtslinie wird schikaniert, indem man ihrem Dampfer ohne Angabe von Gründen in Schanghai die Ausklarierung verweigert. Der neue deutsche Gesandte ist gerade in Nanking und hat sein Beglaubigungsschreiben überreicht. Er erkundigt sich, ob das Schiss nicht freigegeben wird, und der zuständige Finanzminister erklärt ihm, er habe keinen Befehl zur Fe st Haltung gegeben. Die chinesische Hafenbehörde aber sagt: Wir haben strikten Befehl von Nanking, ohne spezielle Anordnung keinen Dampfer dieser Öinie hinauszulassen! So dauert es von Morgen bis Mittag, von Mittag bis Abend, von Abend bis Morgen, wieder bis Mittag, wieder bis Abend, man wartet, man fragt immer von neuem an; vergeblich, nichts rührt s i ch. Endlich, in der Nacht, kommt Bescheid vom Hafenamt: Nanking hat jetzt telegraphiert, Sie können fahren! — Passagiere gingen vom Schiff und suchten sich einen anderen Dampfer, Frachten in den nächsten Anlaufhäfen drohen verlorenzugehen, die Hafenunkosten wachsen — aber eine „Regierung" macht sich das Vergnügen, auf diese ungezogene und unwürdige Art einer deutschen Gesellschaft und dem deutschen Gesandten zu zeigen, daß sie die „Macht" bat, jemanden zu schikanieren, ohne Sinn und Zweck, nur damit er es „fühlt"! Will man Bedeutendes mit weniger Bedeutendem vergleichen, so ist auch ursprünglich der Streit zwischen China und Japan in der Mandschurei auf ähnliche Art entstanden. Die Japaner haben mit ihren Behauptungen so weit recht, daß tatsächlich ihren jahrelangen Beschwerden wegen verschiedener Rechtsverletzungen und Schikanen in der Mandschurei: Niederlassungssachen, Zollsachen, Lizenzen, Ermordung japanischer Untertanen — 60 namhaft gemachte Fälle, zuletzt der japanische Generalstabshauptmann Nakamura und ein Feldwebel — seitens der Chinesen keine Beachtung geschenkt wurde. Schließlich riß dem japanischen Militär in der Mandschurei die Geduld, es griff zur Gewalt, und nach längerem — anscheinendem — Widerstreben ließ sich auch die Regierung in Tokio in die Aktion hineinziehen. Natürlich bedeutet der japanische Einbruch in die Mandschurei, nachdem er einmal so weit vorgetrieben ist, viel mehr, als eine bloße Reaktion auf chinesische Nadelstiche und Unfreundlichkeiten. Japan will sich die Mandschurei in dreifacher Hinsicht sichern: als Absatzgebiet für japanische Waren, als fest in der Hand gehaltenes B e - zugsland für K ohle und Eisen, mit denen Japan selbst schlecht versorgt ist, und als Glacis für den Fall eines Konfliktes mit Sowjetrußland wegen der kommunistischen Propaganda. Vor dieser hat man in Tokio dauernd Sorge. Ebenso wird man versuchen, bei der endgültigen Regelung des Mandschurei-Problems sich von der Konkurrenz zu befreien, die die chinesischen Bahnen in der Mandschurei der japanischen süd- mandschurischen Bahn machen, und ebenso der im Ausbau begriffene chinesische Hafen Hulutao dem japanischen Dairen. Alles das ist zuzugeben, aber klar ist auch, daß erst die unausgesetzte Reizung, die von dem Verhalten der Chinesen ausging, die öffentliche Meinung in Japan — ich habe es selbst während meines Aufenthaltes dort beobachten können — in den Zustand der Erbitterung und Erregung versetzt hat, daß das Militär schließlich nur der populären Forderung zu folgen brauchte, und daß endlich auch die Regierung mitgehen mußte. Industrie- md Handelskammer Friedberg. * Friedberg, 29. Rov. Die Industrie- I und Handelskammer Friedberg hielt am Donnerstag ihre letzte diesjährige Vollversammlung unter der Leitung von Kaufmann Hirsch, Friedberg, ab. Rach dem Geschäftsführungsbericht, den der Syndikus der Kammer, Dr. Göbel, Friedberg, erstattete, ist die Geschäftslage der Kammer feit der letzten Sitzung infolge der allgemeinen Lage weiterhin recht angespannt geblieben, und zwar namentlich durch die Arbeiten zur Devisenbewirtschaftung.' Sie brachten für die Kammer als neue und schwierige Ausgabe die Prüfung des Devisenbedarfs der Firmen für das laufende Vierteljahr. Der Auskunftsdienst war sehr rege, da die ständig wachsende Anzahl von Vorschriften immer neue Zweifelsfragen auskommen ließ. Die Wirtschaftslage hat sich im Kammerbezirk weiterhin verschärft. Anzeichen für eine ilebertoinbung der Krise sind leider noch nicht gegeben. Bemerkenswert ist vor allem, daß die Vertrauens-- k r i s e vom Juli d. I. noch keineswegs überwunden ist. Einen breiten Raum in den Verhandlungen nahm die Frage der Zinssenkung ein. Die für die Zinsteuerung verantwortliche Kapitalknappheit kann nach Auffassung der Kammer nicht durch Zinssestsetzungen, sondern nur durch Sparsamkeit geheilt werden. Andererseits würden Zinssestsetzungen durch Gesetz und Rotverordnungen den Bruch vertraglicher Bestimmungen bedeuten und damit cme unerträgliche Vernichtung von Treu und Glauben im inneren Verkehr und nach außen, wie überhaupt dem Gesetz von Angebot und Rachfrage in allen Sparten des Wirtschaftslebens Geltung zu verschaffen ist. Auch der Preisrückgang ist nicht durch irgend welche gesetzliche Maßnahmen eingetreten, wobei das Angebot durch die Kapitalknappheit derart groß geworden ist, daß von einer Rentabilität der Betriebe fast nicht mehr gesprochen werden kann. Eine Senkung der Gestehungskosten ist das Gebot der Stunde. Die Vollversammlung erhebt deshalb entschieden Einspruch gegen d i e gefclanteUm- satzsteuererhöhung. Außerdem wird eine Herabsetzung der Güter- und Post - t a r i f e gefordert. Im weiteren Verlauf der Sitzung nimmt die Vollversammlung Kenntnis von dem Gesetzentwurf der Reichsregierung über die Gewährung von Zugaben, der zwar die Ankündigung und Gewährung von Zugaben im Einzelhandel an sich verbietet, jedoch eine große Reihe von Ausnahmen vorsieht, so daß er nicht als geeignete Grundlage für die Beseitigung der Mißstände im Zugabewcsen angesehen werden konnte. Da die Klagen und Beschwerden über die außergewöhnlich hohen Steuerverzugszuschläge immer dringlicher werden, wird eine sofortige Aufhebung der Verordnung vorn 20. Juli für unbedingt notwendig erachtet. Die Kammer befaßte sich alsdann mit der Durchführung der neuen Bestimmungen über den ileberlanb- ver kehr mit Kraftfahrzeugen. Für die Berechnung der Freizone von 50 Kilometer totrb die Zugrundelegung der Luftlinie geeignet sein Die Durchführung der Einheitsbewertung, Gewerbe- fteuerfragen, Bestimmungen über Wirtschaftsprüfer, Bestellung und Abberufung von Sachverständigen usw. bildeten den Abschluß der längeren Verhandlungen, Kommunale Sorgen in Wehlar. —rj— Wetzlar, 1. Dez. Unser neuer Bürger meister Dr. Bangert hat es trotz alles guten Willens nicht leicht, sein Amt zu führen. Die '21 e r a Kühn mit ihrer großen Hinterlassenschaft an Schulden lastet nach wie vor außerordentlich schwer auf der städtischen Finanzgebarung. Trotzdem die Bürger steuer nunmchr zwangsweise auf 350 o. H. erhöht worden ist, sind die Steuereingänge so stark rückläufig, daß eine Ausbalancierung des laufenden Etats eine Unmöglichkeit bedeutet. Besonders die Ueberweisun- gen des Reichs an Einkommensteuer und Körperschaftssteuer sind so zusammengeschrumpft, daß hier allein schon ein Minus von über 100 000 Mark erwartet werden muß. Dazu kommt die steigende Zahl der Erwerbslosen, der Krisenempfänger und der Ausgesteuerten, die die Mittel des Wohlfahrtsamtes schnell aufzehren werden. Nicht besser ist die Lage im Kreise Wetzlar. Man redet dort von einem Fehlbetrag von 460 000 Mark. Der Kreisausschuß hat bereits die Umlage auf 8 8 v. H. gesteigert, eine wesentliche Erhöhung gegenüber dem Etatsansatz. Das wirkt sich wieder außerordentlich schwer für die Gemeinden und besonders für die Stadt Wetzlar aus. Der Kreis beabsichtigt zwar, wieder ein großes N o t - ftanösprogramm im Straßenbau mit freiwilligen Gespanndiensten auszuführen, doch muß dessen volle wirtschaftliche und finanzielle Auswirkung abgewartet werden, wenn auch zuzugeben ist, daß mit diesem Programm manche Not gelindert werden wird. Was die Liquidierung der Hinterlassenschaft des früheren Bürgermeisters Dr. Kühn betrifft, so ist zur Zeit noch nicht abzu- sehen, wann der Prozeß gegen die beiden städtischen Beamten in Gang kommen wird. Der ange- «e Oberbauinspektor Hepp ist auf Grund erichtsbeschlusses der Klinik zu Marburg auf sechs Wochen zur Beobachtung überwiesen worden, die vor kurzem abgelaufen sind. Sein Zustand fall sehr schlecht fein, so daß es fraglich ist, ob er für die nächste Zeit verhandlungsfähig fein wird. Ob eine Abtrennung dieses Verfahrens erfolgen und gegen den zweiten Beamten allein verhandelt wird, unterliegt der Entscheidung der Staatsanwaltschaft zu Limburg. u ■ im ■ i ■ „Frühlingsweihe" — diesen ekstatischen Hymnus an die Urkrast der Ratur — zu nennen. Wie ein rein naturalistischer Vorgang „romantisch" wird durch die Kunst des Schöpfers, das sieht man am besten an folgendem Beispiel: Die Prügelszene in Wagners „Meistersingern" ist eine realistische musikalische Illustration eines durchaus realen Vorganges. Der feine Humor des Komponisten transponiert aber diesen realen Vorgang in eine höhere Sphäre. So kann alles Gegenstand der musikalischen Kunst sein, wenn es.... unsachlich ist! Sachlichkeit in der Musik, ein Thema, über das so viel gestritten worden ist, gibt es überhaupt nicht. Sachlichkeit verlange ich von einem Archtikten, denn in einem Hause will ich wohnen, in einer Kirche will ich beten... Die Musik aber dient keinem solchen sachlichen Bedürfnis — wie wäre also Sachlichkeit mit ihr zu kombinieren? Die Musik ist, war und wird sein ein Seelenbekenntnis. Je eigenartiger, weltfremder und einsamkeitsergebener eine Seele ist, um so höher der zeitlose Wert der von ihr erschaffenen Musik. Sie bringt uns das Höhere in sublimiertester Form, wie es der Komponist und er allein kennt. In diesem Sinne ist jeder wahre Künstler Romantiker, ob er nun will oder nicht. Man hört oft sagen, daß manches ausgesprochen romantische musikalische Werk Überholt sei. Man läßt dabei außeracht, daß in solchen Fällen nicht das Romantische, sondern vielmehr das an sich Schwache schuld daran ist. Weber z. B. war eine bewußt romantische Ratur. Er hat diese Anlage stets betont, was allerdings mit den künstlerischen Stimmungen seiner Zeit zusammenhängt. Seine Musik ist dauernd reizvoll wie die irgendeines ganz produktiven Menschen. Das Vergängliche in seinem „Oberon", diesem Schmerzenskind eines totkranken Meisters, der, um seine Familie vor der Rot zu retten, eine Oper für London komponierte, liegt nicht in der äußerst wertvollen Musik, sondern in der mangelhaften Faktur des Textes. Webers „Freischütz" dagegen ist dank seinem brauchbaren Textbuch auch heute ganz lebendig, wie alle romantischen Werke, die vollkommen sind. Verdi, hen man eine zeitlang gegen Wagner ausspielen wollte, ist gleichfalls ein Romantiker in höherem Grad. Ich brauche nur an die unvergängliche Raturmalerei des vierten „Rigo- letto"-Aktes, an den Zauber der ägyptischen Rächt im Ril-Akt der „Aida", an die poetische Elfenszene im „ Falstaff" zu erinnern. So sehen wir, daß alles, was in der Musik stark und echt empfunden wird, zeitlos bleibt und auch heute lebendig wirkt. So z. B. die Musik des als Romantiker verschrienen Mendelssohn. Die wundervolle „Sommemachtstraum" - Musik schillert in all ihren Farben reizvoll wie nur je. Also: wenn irgendein musikalisches Werk seine Wirkung einbüßt, so liegt der Grund dafür keineswegs in seiner romantischen Anlage, sondern in irgendeiner Unvollkommenheit, die man ja auch in den Werken der größten Meister stets finden kann. Auch im Publikum wächst die Reigung zu dem echt Künstlerischen, ich möchte sagen zu den echten Dingen in der Musik. Durch abfällige Kritik wollte man der Romantik den Todesstoß versetzen, sie ist aber am Leben geblieben, weil das Herz des Menschen sich nicht ändert. „Unberufen — zur Gesundheit!" Wir sind alle aufgeklärt und wir stecken sämtlich voll Aberglauben, ja es hat den Anschein, als ob in unserer Zeit ein moderner Aberglaube auskomme, manchmal tröstlich, oft verwirrend und nicht selten gefährlich. Richt bloß in Hinterhäusern wird aus Karten oder Kaffeesatz geweissagt. Sterndeuter und Schriftgelehrte schlagen sich würdevoll den Gelehrtenmantel um die Schultern, und gebildete Leute lauschen mit Spannung auf ihre Ratschläge. Aber was am allgemeinsten verbreitet ist, das sind doch die kleinen gläubigen und abergläubischen Züge, die wir in merkwürdiger Treue uns aus uralten Zeiten bewahrt haben und die uns weder Christentum noch Aufklärung nehmen konnten. Man suchte und sucht Worte und Handlungen mit böser Vorbedeutung zu vermeiden. Wird aber z. D. etwas gesagt, was den Reid dec Götter hervorruft und somit ungünstig wirken könnte, dann wird heute wie ehedem hinzugefügt „unberufen“. Ist ein Unglück verheißendes Zeichen eingetreten, so unterläßt man lieber, was man eben vorhatte. Der Jäger, dem heute beim Aufbruch zur Jagd ein altes Weib begegnet oder eine Katze über den Weg läuft, kehrt schleunigst um. Ebenso begegnet man schon im Altertum nach Plinius nicht gerne spinnenden Frauen, und nach dem Komiker Aristophanes wurde die Volksversammlung in Athen ausgehoben, wenn sich ein Wiesel zeigte, das damals wie unsere Katze als Haustier gehalten wurde. In einem von Pros. Dr. Julius I ü t h n e r sür das Dezemberhest von VelhagenLKlasings Monatsheften geschriebenen Aussatz werden in Fülle die Beispiele für altererbten und noch heute lebendigen Aberglauben zusammengetragen. Eine besondere, auch günstige Bedeutung wurde bis vor kurzem dem Riesen zugeschrieben und durch den Zuruf „Helf Gott!" angedeutet. Bei den alten Griechen entsprechen dieser christlichen Formel die Worte „Helf Zeus!", und auch die^ Römer, z. D. der Kaiser Tiberius, legten Gewicht auf diese Höflichkeit. Das Ohrenklingen, das Zucken des Auges wird im Altertum wie in der Gegenwart gleichermaßen beachtet, das Daumenhalten für nützlich angesehen. Wer mit dem linken Fuß zuerst das Lager verläßt, hat bekanntlich Unangenehmes zu gewärtigen, wie schon dem Kaiser Augustus nach dem Berichte Suetons ein Unglückstag vorschwebte, wenn ihm am Morgen irrtümlich der linke statt des rechten Schuhes angezogen wurde. Auch gewissen Zahlen wohnt eine geheime man- tische Kraft inne, unter denen die Dreizehn eine besondere Rolle spielt. Von der neueren Forschung wird ihre fatale Bedeutung nur bis auf Christus und die zwölf Apostel rückbezogen und so der Hinweis auf einen nahen Todesfall verständlich gemacht. Aber im Altertum war jede sogenannte Ueberschußzahl (13 = 12 + D eine Unglückszahl, und eine in Kleinasien entdeckte Inschrift in Versen bekundet, daß ein Chrysoptcros, nach dem beigefügten Relief ein Gladiator, nach zwölf vor- oergegangenen Siegen beim dreizehnten Wettkampf den Tod erlitt. Ein deutscher Dichter in 22 Sprachen. Stefan Zweig, dessen 50. Geburtstag dieser Tage gefeiert wurde, gehört zu den deutschen Schriftstellern, dessen Werte im Auslande die meiste Verbreitung erfahren haben. Das zeigt uns deutlich die erschöpfende Zufammenstellung, die der Insel-Verlag in einem soeben in 500 Exemplaren erschienenen We.k „Bib iozraphie der Werke von Stefan Zweig" (47 Seiten. — 521). gegeben hat. Hier sind Übersetzungen der Schriften des Dichters in 22 Sprachen verzeichnet, und darunter befinden sich nicht nur die großen Kul- turfprachen, wie Englisch, Französisch, Russisch. Italienisch und Spanisch, nicht nur Riederländisch. Ungarisch, Polnisch, Schwedisch, Rorwegisch, sondern auch die Idiome kleinerer Völker, Die sich sonst um die deutsche Literatur verhältnismäßig wenig fümmem, wie Bulgarisch, Lettisch, Litauisch, Rumänisch, Serbisch, Ukrainisch, Georgisch, Katalanisch. Die Tschechoslowakei ist ebenfaLä mit einer Anzahl Uebersehungen vertreten. Auch ins Jiddische sind Arbeiten des Dichters übertragen worden, ebenso ins Japanische und Chinesische. Die stärkste Verbreitung hat Zweig nach der Zahl der übersetzten Werke im Französischen und Ru fischen gefunden. 2m Englischen hat man sogar kurz nach dem Kriege 1919 eine Rovelle „Brennendes Geheimnis" unter dem übersetzten Ramen „Stephen Brauch“ in Reuyork herausgebracht, um die Tatsache zu verschleiern, daß es sich um das Werk eines deutschen Autors handelte. Der städtische Untersuchungsausschuß beschäftigt sich zur Zeit mit der Angelegenheit des Ankaufs des KinderErholungsheims Albs- Hausen dos die Stadt vor einigen Jahren für den Preis von 49 000 Mark erworben Hot, wahrend das gesamte wertvolle Mobiliar für nur 1000 Mark in Privothände gekommen ist Cs soll festgestellt wer- den. inwieweit hier eine Unterlassungssünde des verstorbenen Bürgermeisters oorliegt, weil der Käufer zu den freunden des früheren Bürger- meisters gehörte Auch die Zuweisung von Hauszins st e u e r. und ft östlichen Mitteln an dieselbe Person zum Zwecke des Umbaues seines Hauses war Gegenstand der Erörterung der letzten Stadtverordnetensitzung Man muß abroor ten, was bei diesem Streit herauskommt, da der Angegriffene jede Schuld bestreitet. Oberbeffen KreiS Spotten § Ulrichstein. 30 Roo An Stelle des noch Michelstadt (Odenwald) versetzten Obmannes des hiesigen Bezirkslehrervereins, Lehrer Müller (Kölzenhain), wurde in der letzten Sitzung der bisherige Stellvertreter, Lehrer Kammer (Ulridjftein), zum Obmann und Lehrer Valentin (Ulrichstein) zum Stellvertreter gewählt. — In diesen Tagen veronstaltete die Kulturfilm st eile des Kreisschulamtes Schotten unter Lei- tung von Schulrat Hasenzahl (Schotten) im Saale des Gastwirts Groh eine Vorführung des Films „Eine Reise ins Land der Mitternachtsonne". Die großen und kleinen Zuschauer folgten den Bildzeichen mit großem Interesse § Rebgeshain, 30 Roo Auszügler Wilhelm Fink, einer unserer ältesten Ortseinwoh- ner, kann am 1. Dezember seinen 8 5. Geburts- ta g begehen. Ä ± Sellnrod. 30.0100. Unsere neue Ätr- chenheizung wurde nunmehr in Betrieb genommen und funktioniert zur größten Zufriedenheit Das ganze Gotteshaus war beim gestrigen Gottesdienst vollkommen durchwärmt. Der Ofen, der unterirdisch neben dem Altar eingebaut ist, wurde von der Firma Elch & Co. in Mannheim geliefert. Die Maurerarbeiten wurden von Maurermeister Müller (Sellnrod) ausgesührt. Die Bauleitung hatte das Stadtbauamt Büdingen, Zweigstelle Schotten. Krcis Alsfeld. w Alsfeld, 30 Roo Dieser Taae hielt auf Veranlassung der hiesigen Düreraesel l s chast Universitätsprofessor Dr R o l o f f (wiegen) einen Vortrag über das Thema „Die Wirkungen des Dreißigjährigen Krieges auf Deutschland" Der Vortragende ging von der Feststellung aus, daß nach den Ergebnisten der neueren Geschichtswissenschaft die meisten Schilderungen jener Epoche übertrieben groß sind und fein wirkliches Bild der damaligen Zustände geben Der Redner gab dann eine lieber- sich, über die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auf einzelne Wirtschaftszweige Er zeigte, daß z B von einer Kapitaloerminderung durch den Krieg nicht gesprochen werden könne, daß ferner die Wirkung auf die Landwirtschaft zumeist ganz übertrieben dargestellt werde und auch die Menschenverluste viel zu hoch geschätzt würden Als eigentliche Ursache des großen Krieges bezeichnete der Vor- tragende die Vernichtung der Staatsautorität durch den Verfall der starken Zentralgewalt Die Wiederbetebuna der Staatsautorität habe dem deutschen Volke schließlich wieder emporgeho'.fen Von die,em Gedanken aus kam der Vortragende auf die Gegen- wart zu sprechen und betonte, daß wir auch heute eicht an der Zukunft verzweifeln dürften, sondern . d> einer starken Betonung der Staatsautorität streben mußten sie sei die Vorbedingung für jede fruchtbringende Arbeit Reicher Beisill lohnte die interessanten Ausführungen des Gießener Historikers ss Grebenau, 30. Rov. Biele Einwohner unseres Städtchens haben sich auf die Züchtung von Kanarienvögeln eingestellt, um dadurch eine kleine Einnahme zu erzielen Die Preise für männliche Bogel betragen 4 bis 4,50 Mark, während sonst immer 6 bis 7,50 Mark bezahlt wurden Preußen Kreis Wettlar I Wetzlar 1 Dez Der Vorstand der Spur tafle des Greises Wetzlar hat beschlossen. den Zinsfuß für die an Gemeinden ausgeliehenen Darlehen vom 1. Rovcmber ab auf 9 Prozent herabzufetzen A Krofdorf, 29 Roo Die diesjährigen Haussammlungen in den einzelnen Gemeinden deS Amtsbezirks Atzbach und Launsbach für den BolkSbund der Deutschen Kriegsgräberfür- sorge brachten folgende Beträge Atzbach 36.25 Dorlar 40.30, Dutenhofen 48.50, Garbenheim 30.00. Kinzenbach 62.85 Krofdorf-Gleiberg 63.05 und Wißmar 49.03 Mk In Launsbach hat die Gemeinde unter Ausschaltung der HauSfammlung einen Betrag von 10 Mk. bewilligt A Groß-Rechtenbach, l. Dez Für das Rote Kreuz wurden in den Gemeinden des hiesigen AmteS gesammelte Dornholzhausen 4,25. EberSgönS 19,20, Groß-Rechtenbach 6.40. Hochelheim 8. Klein Rechtenbach 14.53, Lützellinden 40. Münchhofzhau'en 13,75 R ederkleen 11,80, Ober- kleen 18.23, ReiSlirchen 11,50, Vollnkirchen 5.33. VolpertShaulen 2.20 und Deidenhaufen 6.05 Mk. zusammen 161.15 Mark. SJlxfpott Spielvereinigung 1900 Oieyen. 1900s Liga qualifiziert sich für da, Pokalfchlußfpiel. Troy des kalten Wetters und trotz verschiedener anderer Veranstaltungen in Gießen sanden sich zu dem Pokalspiel Dillenburg — 1900 einige hundert Zuschauer auf dem Sportplatz am Trieb ein Sie wurden Zeugen eines rassigen Kampfes. Vor allem warteten die 1900er mit einer Leistung aus. die sie in dieser Saison noch nicht gezeigt hatten. (Die Mannschaft Brambach. H. Schneider, Jäckel. Lippert, Langsdorf, Glitsche Zeiler, Göbel. Wilhelmi, Heilmann, K. Schmidt.) Wer bisher der Meinung war, daß Spielstarke und technisches Können in der Mannschaft nachgelassen habe, wurde eines besseren belehrt Flaches zügiges Kombinationsspiel, das sich vorteilhaft von dem hohen Spiel der Gaste abhob, kennzeichnete den Kampf Das Spiel war ein Hefti- aes Ringen um den Sieg. Die 1900er ließen den Gegner besonders in der zweiten Halbzeit kaum mehr zum Zuge kommen. Bei etwas mehr Treff sicherhcit der Stürmer konnte das Ergebnis sehr wohl höher aussallen Der Gegner hätte das Ehrentor allerdings verdient. Zwei günstige Chancen boten sich ihm hierfür Ganz vorzüglich erwies sich in diesem Spiel Heilmann, der in jeder Hinsicht in großer Form roar" Göbel auf halbrechts stand hm nur wenig nach. Glitsch zeigte einige Kabinettstück- chen, Langsdorf und Lippert waren gut aus dem Posten Der Spielverlauf sah zu Beginn die 1900er leicht feldüberlegen, man war jedoch anfänglich etwas nervös, die Gäste wehrten ausgezeichnet ab und waren eine Zeitlang sehr aggressiv. Die Gießener Schlußleute waren den Angriffen aber gewachsen Dann setzte sich 1900s systemoolleres Spiel durch, und Wilhelmi verwandelte eine tadellose Flanke von Zeiler zum ersten Tor. Die Einheimischen wurden nach der Pause drückend überlegen, und aus dem Gedränge heraus erzielte Zeiler überraschend das zweite Tor. Bei einem weiteren An- griff wurde Zeiler unfair angegangen, der Dillen- burger vom Platz gestellt der Strafstoß durch einen Verteidiger mit der Hand abgewehrt, und der mm folgende Elfmeterball von Zeiler unhaltbar scharf verwandelt Ein famoser Entschluß Wilhelmls führte zum vierten Tor Den Torreigen beendete Heil- mann, indem er einen Ball von rechts über den Tormann hinweg in die linke Ecke zog Das Spiel endete unter der erdrückenden Feldüberlegenheit der Gießener Der Schiedsrichter Busch (Butzbach) hatte bei den vielen ungerechtfertigten Reklamationen der Dillenburger fein leichtes Amt, hätte aber auch manchmal energischer durchgreifen müssen Der Ligareserve gelang der große Wurf, die bisher unbesiegte Ligareseroe des Sportvereins Wetzlar geschlagen nach Hause zu schicken Das Spiel wurde auf dem Platz der Deutschen Iugendkrast ausgetragen und bot auf beiden Seiten keine über ragenden Leistungen Rach einem Halbzeitergebnis von 2.1 für 1900 und dem folgenden Ausgleich stellte Best durch einen Foulelfmeter den Sieg sicher. 1900 spielte den größten Teil der zweiten Spiel- hälfte mit nur zehn Mann. Die Lehrmannschaft beschloß die Reihe ihrer auswärtigen Spiele miedet um mit einem Sieg Bieber roar der Gegner, der mit 3:1 geschlagen wurde Die Blauweißen sind auf dem besten Weg, die Gruppenmeisterschaft an sich zu reihen — Das Spiel der 5. Mannfchaft roar eigentlich abgesagt, aber einige Unentwegte begaben sich doch nach Leihgestern, spielten mit neun Mann gegen die dortige 2 Mannschaft und vermochten noch mit 5:3 Sieger bleiben Die 6 Mannschaft spielte zum erstenmal, sie hatte die 1 Mannschaft des VfB Krofdorf zum Gegner und siegte nach Belieben mit S 0 Toren VfB.Giehen VfB. Gießen (Liga) - ilnlberfität 2:4 (0:2) Am Samstagnachmittag spielte die Cigamann- Ichaft des VfB unter reichlich ungünstigen Platz- Verhältnissen und bei ständigem leichten Regen gegen die Auswahlmannschaft der Universität. Das Spiel brachte den Plahbesihern eine unerwartete Riederlage. Die Studenten, die in entschieden stärkerer Aufstellung als dm vergangenen SamStag gegen 1900 antraten und ein ichr flüssiges Spiel lieferten, stellten eine Mann- chast ins Feld, die den DsB.ern schwer zu schassen machte Die Gäste waren flink, immer etwas schneller am Ball, in der Kombination durchaus gut und aggressiv in der Richtung auf das Tor Lediglich eine Schwächeperiode kurz nach Halbzeit konnten die VfB er zu zwei Treffern aus- nützen Gegen das Ende kamen aber die Studenten erneut aus und gaben den Grünweihen das Rachsehen Die Platzmannschaft gab sich alle erdenkliche Mühe, spielte nicht schlecht, erreichte aber nicht diese Einheit, die man bei den Stu- i denken feilftellen konnte An der Riederlage der Grünweißen ist diesmal allerdings der Tormann I nicht ganz unschuldig • Das Spiel nahm von Ansang bis zum Ende einen spannenden Verlaus. Gleich nach Anstoß ergab sich vor dem VsB.-Tor ein gefährliches Gedränge, aber erst in der 10 Minute buchten die Studenten den ersten Tresser, dem schon eine Minute später das zweite Tor folgte. Die Platzbesitzer spielten jetzt verbissen auf Ersolg, konnten aber nichts erzielen, obwohl sich einige günstige Chancen boten Bis Halbzeit blieb es bei dem 2:0 für die Universität. Rach dem Wechlet kam VfB. mehr auf, in der 4 Minute verkürzte Haupt auf 2: 1. eine Rhnute darauf fiel auch schon das zweite Tor. Wenig später lieb Balser einen Ball passieren, der nut leicht anrollte und seinen Händen entglitt. In der 25 Minute kam es zu einer wenig schönen Szene, in öeien Folge Bärcnfänger herausgestellt wurde. Mit zehn Mann kämpften die VfBer weiter, konnten aber den vierten Tresser nicht verhindern. der den Studenten den Sieg sicherstellte. Der Schiedsrichter entsprach nicht allen Erfordernissen Der Kamps wurde sehr fair ausgetragen. Die Leistungen waren ansprechend DfB.08 Gießen (Clga) — vfv. vuhdach (Liga) 2:1. Rach dem anstrengenden samstäglichen Kampf gegen die Studenten, der bei ausgewe.chtem Boden vor sich ging, zu urteilen, hatte VfB nicht allzu viel Chancen für da- Sonntagsspiel Die VfB - Liga zeigte zwar Ermüdungs-Erscheinungen, aber sie konnte, wenn auch nach allergrößter Anstrengung. den Kampf für sich entscheiden Die Mannschaft spielte wie gegen die Universität ohne Henrichs, der durch Seybel erseht war. Butzbach gab wie immer einen gefährlichen Gegner ab, der durch bevorzugtes Flügelspiel das VfB -Tor immer und immer wieder in Gefahr brachte. Hierdurch wurde der Kamps spannend und interessant und dies um so mehr, als Butzbach durch einen Fehler der Verteidigung bald 1:0 in Führung gehen konnte Den DsB.ern gelang der Ausgleich trotz größter Anstrengungen und technischer Ueberlegenheit vorerst nicht Der vorzügliche Gästetorwart und auch die Torlatte verhinderten Erfolge Erst in der Mitte der zweiten Halbzeit konnte Haupt aus einem Gedränge den Ausgleichstresser erzielen. Zuvor hatten die Gäste einen Eismeter verschossen. Butzbach legte nun mächtig los, jedoch konnten sie nichts Zählbares mehr erreichen. Erst kurz vor Schluß des Spiels brachte Leutheuser durch einen Bombenschuß seine Mannschaft in Führung, die sie auch behielt- Die DsB.er schlugen sich besser als am Vortage, jedoch verdarben sie sich durch übertriebenes Innenspiel des Sturmes manche Chancen. Die Ligareserve trat gegen Burgsolms I an und verlor 2:4. VfB bestritt dieses Verbandsspiel in stärkster Aufstellung Es mußte jedoch eine blamable Riederlage hingenommen werden, an der allerdings der Schiedsrichter nicht ganz unbeteiligt war. Burg solms stellte eine körperlich sehr starke Mannschaft, die sich auf dem schlechten Boden überraschend gut zurechtfand und binnen kurzer Zeit drei Tore vor legte VfB. konnte jedoch, in der zweiten Halbzeit nur noch mit zehn Mann spielend, nur zwei Tore aufholen Die 3. Mannschaft spielte gegen Rieder Weisel II 3:3. Auch dieses Vcrbandsspicl sah die VfBer technisch im Vorteil Der errungene Vorsprung von zwei Toren wurde jedoch von dem eifrigen Gegner aufgeholt: beide Mannschaften waren dann noch je einmal erfolgreich öonöball im Gau Hessen (D.T ) Am Sonntag kam auf dem Mtv.-Sportplah am Schisscnberger Weg das Wicderholungsrück- spicl zwischen den ersten Mannschaften des Poli- zeisportvcreins Butzbach und des Mtv. Gießen zum Austrag Eine ansehnliche Zuschaucrmenge versolgte mit Spannung das äußerst fair durch- gesührte Spiel. Die Polizisten stellten ihre stärkste Mannschaft ins Feld und hatten keinen schwachen Punkt, besonders gute Leistungen zeigten die beiden Butzbacher Stürmer Becker und Straube sowie der Torwart, dem auch die Gäste in erster Lißie ihren Sieg zu «verdanken haben. Im Gießener Tor zeigte R i e Herrn a i e r — trotzdem er nahezu zwei Jahre ausgesetzt hatte — glänzende Paraden: die Hintermannschaft rückte zeitweise zu weit auf und der Sturm beging den alten Fehler wieder, nur in der Mitte durchzubrechen, anstatt etwas weitmaschiger zu spielen und die Flügel zu bedienen Trotz großer Anstrengungen aus beiden Seiten, verlies die 1. Halbzeit torlos Erst in der Mitte der zweiten Halbzeit gingen die Männerturner mit 1:0 in Führung, aber zwei Minuten später hatten die Polizisten ausgeglichen. Trotzdem die Einheimischen leicht überlegen waren, gelang ihnen kein weiterer Tresser. Durch einen Deckungs- seh'.er der Gießener Hintermannschast erzielten die Polizisten ihren zweiten Tresser, dem auch noch kurz vor Schluß ein für den Gießener Torwart unhaltbares drittes Tor folgte. Der Schiedsrichter leitete zur Zufriedenheit. UrbeiteriTurn unfr (^porfbunö Gießen I — Dorheim I 5:4. Die Gäste traten mit Ersatz an und mußten alle« bergeben, um die zahlreichen Angriffe der Platz- befitzer abzuwehren. In dieser Drangperiod« konnte Gießen zwei Tore vorlegen. Dann wurde das Spiel ausgeglichener und Dorheim konnte bii Halbzeit den Ausgleich Herstellen. Rach Seitenwechsel tarn Gießen zum dritten und zum vierten Tor Dann gingen aber die Gäste aus sich heraus und stellten abermals den Ausgleich her Kurz vor Schluß kam Gießen durch eine mäßige Entscheidung des Schiedsrichters zum Siegestor. Ricder-Florskadk I — Heuchelheim I 3:0. Heuchelheim war ersahgefchwacht in Rieder- Florstadt zu Gast. Der Spielbeginn sah die Ein- Denkt an die DSgel im Dinier. Der t)uru Winter, Oci jetzt plötzlich bereinflcMoaicn ist. macht cs den gefiederten Freunden der Memchen (ehr schwer, ihre Nahrung zu finden, llederall nfüfkn daher kleine Futterkasten aufgestellt werden, und wer sich je an dem Gesang der Vogel erfreute, sollte durch Körnerstreuen vor dem Fenster ihnen helfen, über den Winter Hinwegzukommen heimischen nach kurzer Zeit mit 2:0 in Führung. Durch das taktische Abseits'piel der Gäste kam Florstadt nur selten in gefährliche Rahe deS Däste- tores. Aus der Gegenfe'te zerschellten alle Angriffe an der sicheren Abwehr der Einheimischen. Kurz vor Schluß konnte Florstadt durch einen Handelfmeter das Schlußrefultak Herstellen. Raunheim I — Rieder-Döllstädt I 12:0. In einem flotten Spiele, in dem die Einheimischen den sehr körperlich spielenden Gästen technisch weit überlegen waren, erzielte Raunheim in gleichmäßigen Abständen zwölf Tore. Mit diesem Spiele sicherte sich Raunheim die Grup- penmeisterschaft der I. Kreisklassengruppe. Saasen I — wieseck II 1:4. Beide Mannschaften spielten um die Bezirksmeisterschaft der II. Klasse Trotz schlechter Pkatzver- hältnisse entwickelte sich ein slotteS Spiel. Bald lagen die Gäste mit zwei Toren in Führung. Mehr und mehr wurde Wieseck überlegen und konnte einen sicheren Sieg erringen. Avendorf I — Londorf I 5:0. In Allendor) standen sich die beiden Gruppenmeister gegenüber. Aliendorf war im ganzen Spiele etwas überlegen. Londorf konnte nicht verhindern. daß Allendorf fünfmal erfolgreich war, während fie selbst leer ausgingen. Wieseck 1. Jugend — Gießen Jugend 2:0. Um die Bezirksmeisterschaft der Jugendklasse standen sich Wieseck in Gießen gegenüber. Wieseck kam bereits nach wenigen Minuten zum Führungstor. Gießen konnte jedoch nicht- zählbare- erreichen Allmählich wurde das Spiel ausgeglichener. Äur* vor Halbzeit kam Wieseck aum zweiten Tor Die "zweite Halbzeit brachte keiner Mannschaft zählbare Erfolge. Gießen II — Annerod I 5:3. Bor dem Spiel der Kreisklastenmannschaften standen sich Gießen II. und Annerod I. gegenüber. Gießen führte bis Halbzeit 3:1. Rach der Pause wurde das Spiel ausgeglichener und beide Parteien konnten je noch zweimal erfolgreich fein. Zu haben In allen Filialen Schade & Füllgrabe und Fröhling Heute Vertel’uns von Kostproben und aufkWrenden Schriften in allen Filialen 3*0 W 11 «chtig l°n M 6 - gelt. ‘ -Mamlell. * y traf. 8c-ff rui fr - m g 8;; anfdiav dir'Lllerbo 4k rin Crf tommen? f H r willst' au‘ ..Co ge id) muh i Hand vor! erregt Jer cuien glicht do die 5rlcherel f 31. März: Lalzb rungs wehr Sängt Vedingu mer aus. Sohra au* reichen. Beo1 labt Im ß; Braü Fisti Ai 5-PflU Schi Filiale A; W. Wessen Knd bin ich? Vornan von Fr. Lehne. (Urheberschutz durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.) 18 Fortsetzung. Nachdruck verboten Ebba wurde unbegründet rot: die Mamsell nickte vor sich hin und sprach weiter: „Komtesse Inga wird es sicher leid tun, daß Sie nicht mitkommen können, Ebbachen, sie hatte sich doch so auf ihren Besuch gefreut!" Ebba wandte den Kopf ein wenig zur Seite. Sollte sie zur Mamsell sa^en, daß sie aus die Dresdner Reise überhaupt verzichtet hatte? „Ich habe ja an Inga geschrieben, daß ich krank bin!" Die Mamsell streichelte über Ebbas schmale Hände, die von auffallender Schönheit waren, obwohl man ihnen ansah, dah sie arbeiteten — „vielleicht ist es «.xh ganz gut, wenn Sie später als der junge Herr fahren!" meinte sie in vorsichtig sondierendem Ton. „Ach, Ebbachen, ich meine es so gut mit Ihnen — gelt, Sie werden mir nicht böse sein?" Die Mamsell blickte erst vorsichtig nach der Tür, ehe sie mit gedämpfter Stimme fortfuhr, Ebbas Hand noch immer streichelnd — „der junge Herr Gras, ich kenne ihn doch schon, wie er noch ein kleiner Bub war — was ihm gefiel, das muhte er haben — und Sie, Ebbachen, Sie gefielen ihm eben arg gut — kein Wunder auch, wenn man Sie anschaut —" „Was?" Ebba richtete sich auf, stützte sich auf- die Ellenbogen und blickte erschrocken in der Sprecherin Gesicht — was würde sie zu hören bekommen? Wuhte die Mamsell auch schon etwas? älnwillÄirlich ängstigte sie sich und seufzte tief auf. „So gern ich unseren jungen Herrn habe — ich muh ihn aber tadeln, wenn er Ihnen allerhand vorgeredet haben sollte —" Erreot umklammerte Ebba den rundlichen Arm der quren Mamsell und drehte ihr glühendes Gesicht dagegen. „Ja, der Hanno! Seine Mutter, die Fra^i Gräfin, wünscht, dah er die Baronesse Armgard Westernhagen heiratet — er hatte immer widersprochen, jetzt kann ich mir den Grund denken! Aber eine junge Frau muh doch her auf Reinshagen, imö die Baronesse soll recht hübsch und recht reich sein —" Ein Wehlaut entrang sich den Lippen Ebbas. „Das ist doch nicht wahr — so schlecht kann Hanno nicht sein! Er hat doch gesagt, ich sei seine Braut —" Hier stockte sie: hatte sie nicht soeben eine Unwahrheit ausgesprochen? Das hatte er nie gesagt: sie hatte sich alles nur eingebildet, weil er sie geherzt und geküßt — aber das Liebchen küßte man ja auch! Sie drückte ihr Gesicht in die Kissen, um nicht laut aufzuweinen. „Ebbachen, ich sage Ihnen das alles, damit Sie sich danach richten können — weil die Leute doch so allerhand reden und munkeln, was gar nicht wahr ist — dazu kenne ich Sie doch zu gut —" Also doch! Ebba stöhnte tief auf. Was sie befürchtet, war nun eingetroffen! Und wenn die Eltern es erfuhren und Inga? Ach, sie sah jetzt ihre heimliche Liebe in einem anderen Lichte. So häßlich und entwürdigend für sie war das alles! „Wer spricht, Mamsell? Und was wird gesprochen?" fragte sie tonlos. „Ach, alle, Ebbachen, Sie wissen doch, wie die Leute sind! Da weih einer mehr als der andere, und da wird das Blaue vom Himmel herunter- geschwäht! Ich wünsche nicht, dah Ihre Eltern von dem Gerede erfahren! Es ist mir richtig ein Stein vom Herzen, dah der junge Herr morgen allein fährt! So weinen Sie doch nicht, Kindchen. Still, still, wenn die Mutter hereinkommt —“ Liebevoll tupfte die Massell die Tränen von Ebbas Gesicht. „Mamsell, es ist ja alles nicht so! Hanno sagte mir, dah er mich liebe, es solle aber vorläufig noch geheim bleiben: diplomatisch müsse man vorgehen — oh, wie bin ich unglücklich!" Die Mamsell nickte energisch. „So machen es die Mannsbilder immer — das kennt man! Ich werde aber den Leuten schon die Mäuler stopfen, da verlassen Sie sich darauf, Ebbachen! Run lachen Sie, die Mutter darf keine Tränen sehen — machen Sie ein heiteres Gesicht — es ist alles nicht so schlimm, Kindel!" Der Hanno! wer weiß, was er der unerfahrenen Ebba alles vorgeredet — recht war es nicht von ihm — sie wollte es ihm schon sagen, wollte kein Blatt vor den Mund nehmen! Das Mädel, die Ebba, war böse ins Gerede gekommen — weiß der Kuckuck, wer es aufgebracht! Wie der Fuchs um den Hühnerstall, so war der Hanno ja immer um die Ebba herumgestrichen — sie hatte es wohl bemerkt! Aber daß die Ebba so naiv war, zu denken, sie sei nun verlobt —! So einfach war das doch nicht —! Rach einigen Tagen kam ein Brief von Inga, in dem sie die Unpäßlichkeit der Freundin sehr bedauerte und die Hoffnung aussprach, Ebba ganz bestimmt bei sich zu sehen, sobald sie nur einigermaßen reisefähig sei. Der „Ring" würde in nächster Woche gespielt — „--denke, Ebba- lein, die „Walküre" und „Götterdämmerung" — — dazu mußt Du unbedingt gesund sein!" Mit einem entsagenden Lächeln legte sie den Brief beiseite. Ach, sie würde niemals nach Dresden kommen! Obwohl Ebba die leichte Krankheit bald überstanden, fehlte ihr doch die frühere Frische. Blaß und müde ging sie umher: wurde sie angeredet, schreckte sie nervös zusammen. Und dann war das Gefürchtete doch eingetreten — die Eltern hatten von den Gerüchten, die über sie umliefen, natürlich mit den nötigen älebcrtreibungen, gehört! Beide waren außer sich — ihre vergötterte Ebba ein Liebesverhältnis mit dem jungen Grafen! „Ebba, wie konntest du — wie ist das nur möglich!" Ebba hätte vor Scham in den Erdboden sinken mögen — ihre Liebe war besudelt — was sie Heiliges hineingelegt, in den Schmutz gezogen — wie stand sie da vor den kalten, neugierigen, schadenfrohen Augen der Leute — unaussprechlich litt ihre keusche mimosenhafte Seele. Die vorwurfsvollen Fragen der Mutter waren nicht mehr zu ertragen. „— was wird Christel dazu sagen, wenn er es erfährt? Seine Stellung ist ihm dadurch unmöglich gemacht, Ebba! Hast du denn gar nicht an ihn und uns gedacht?" „Christel weiß bereits darum! Fragt ihn, er wird euch alles sagen — es ist ja alles ganz anders. Wenn ihr mich nicht zur Verzweiflung bringen wollt, dann schweigt! Seht ihr nicht, wie ich leide?" Der junge Pfarrer suchte die Eltern zu beruhigen. Für die Reinheit der Schwester würde er die Hand ins Feuer legen. Ihre Vertrauensseligkeit, mit der sie sich als heimliche Braut Hannos von Reinshagen betrachtet habe, müsse sie nun schwer büßen, und darum bitte er, nichts mehr zu ihr zu sagen. Das Christel Ebba nicht verdammte, war für Frau Lenz eine große Beruhigung, obgleich sie gar nicht darüber hinwegkommen konnte, daß Die Tochter so im Gerede stand. Jetzt wurden ihr auch manche ihr unverständliche Anspielungen, die ihr die Rachbarn im Laufe von Gesprächen gemacht, endlich klar. Ging sie mit Ebba über die Dorfstraße, fühlte sie förmlich die neugierigen spähenden Blicke der Leute, von einigen auch ein hämisches, schadenfrohes Lächeln, obwohl man ihr im Dorfe im großen ganzen gut gesinnt war! Doch eingedenk der Ditte, die der Sohn ausgesprochen, sagte sie nichts mehr zu Ebba, der aber Vorwürfe beinahe noch erträglicher gewesen wären als dieses sie demütigende Schweigen der Mutter. Die Mamsell ließ sich auch wieder einmal sehen, beladen mit einem großen Kuchenpaket, um den Sonntagnachmittag im Lehrerhause gemütlich zu verbringen. „Run, Ebbachen, wann fahren Sie denn nach Dresden?" „Gar nicht, Mamsell!" kam Ebbas leise Antwort. „Das ist Unsinn! Komtesse Inga würde Ihnen das schwer übclnehmen! Sie wartet mit ilngeöuID auf Sie! And für Sie ist es auch gut, wenn Sie mal hier herauskommen —“ „Das möchte ich auch, Mamsell! Darum will ich mir eine Stellung suchen! Ich kann einen Haushalt gut besorgen' bei Ihnen habe ich die feine Küche erlernt, und Sprachen, Literatur, Kunstgeschichte find mir auch nicht fremd — immer kann ich doch nicht zu Hause bleiben!" Ebba vermied, die Mutter anzusehen. Frau Lenz wurde blaß: das Kind dachte daran, sie zu verlassen? Rimmermehr gab sie das zu! Die Mamsell verstand in der Seele der schmerzlich überraschten Frau zu lesen: sie wußte, wie abgöttisch Frau Lenz an Ebba hing. Rein, nein, das Mädelchen durfte jetzt nicht — s o nicht aus dem Hause! Sie mußte davon abgebracht werden! „Aber, Ebbachen, was fällt Ihnen denn ein? Vorläufig müssen Sie doch noch bei den Eltern bleiben! Was sollten die ohne Sie anfangen?" . „Ich habe ja keine richtigen Eltern! Ich bin ja doch nur ein Findelkind —" sagte sie in verbissenem Trotz, konnte aber nicht verhindern, daß zwei helle Tränen über ihre Wangen rollten. „Ebba!" riefen die beiden Frauen vorwurfsvoll und schmerzerfüllt wie aus einem Munde. „Das durften Sie nicht sagen, Kind, und Ihrer Mutter damit so wehe tun!" tadelte die Mamsell, „Sie, der Sonnenschein des Hauses! Hat ntan Sie das je fühlen lassen?" „Die Leute —“ „Ach was — das besteht nur in Ihrer Einbildung! Kein Mensch denkt mehr daran! Ich sehe aber, daß Sie sich in allerlei dummen Grübeleien verlieren, und daß es gut ist, Sie kommen einmal für eine Weile heraus! Darum werde ich morgen an Komtesse schreiben, daß ich Sie heute ganz gesund gefunden habe und Sie sehr wohl reifen können! In Dresden werden Ihnen dann alle dummen Gedanken vergehen!" bestimmte nun die gute Mamsell energisch. Kein Widerspruch von Ebba nützte. Die Mamsell schrieb, worauf umgehend ein Brief von Inga eintraf, in dem sie bestimmt auf Ebbas sofortigem Kommen bestand, wenn sie — Ebba — nicht ihre — Ingas — Freundschaft verlieren wolle! lFortsetzung folgt.) 31. März 1937: 8217O Z.u haben in allen Apotheken. 6467 V markt. 8212C 8209 A die seit Jahren bewährten raalumhaltigen Brunnen-Tabletten (mit kontroll. Radiumgehalt). Nach Gutachten erster mea. 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Sommegebiet) und Darstellung der Haupt-Kampfplätze um Verdun (Furt«, Fori Douaumonl, TotahU, Fleury) Auch französische und englische Friedhöfe werden gezeigt. Die Gefallenengedenkfeiern linden im Astoria-Ldchtspielhaus (Seltersweg) um 4, 6 und 8.90 Uhr statt. Der Reinertrag der Veranstaltungen wird der Winternothilfe IfMH :fc> Gießen zugeführt. Eintrittspreise: RM. 0.60; für Erwerbslose mit Ausweis RM. 0.3O. Wir laden die Mitglieder der uns angeschlossenen Vereine,' die Angehörigen von Gefallenen der hessischen und hessennassauischen Regimenter sowie dib gesamte Bürgerschaft zu diesen Verunstaltungen herzlichst em. 8215 d Trümpert, I.Vorsitzender. NSU-Personenwagen. Möll Mercedes Beoz s/ss Urnousine. 5-itzig. 35000 km, 4 Türen, hervorragend gehalten, aus herrschaftlich. Besitz preiswert zu verkaufen. Besichtigung Schloß Braunfels nach vorheriger Anmeldung. 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Ein weitblickender junger Gelehrter gerät in umfassenden Quellenstudien über diesen Stoff und formt mit Meisterschaft das ungeheure weltgeschichtliche Drama: Leben und Welt Alexanders, Aufeinanderprall und Versöhnung von West und Ost. Dieses Werk, mit dem sich die Geschichte des Altertums in einem großartigen Wurfe von der klassizistischen Wertung befreit, lebt durchaus nicht nur für die Historiker. Jeder, der in der Welt der Geschichte Erweiterung und Stärkung für den Tag sucht, wird dieses Heldenleben, das Leben eines Mannes, der an seinen Aufgaben zum großen Staatsmanns wächst, wie ein gewaltiges Abenteuer mitleben. Nun ist das Werk in der seltenen, schönen Llrausgabe wieder zugänglich. Professor Verve gab dem Buche eine Einleitung über Droysen und einen Vachbericht über die Alexander-Forschung seit Droysen bei. — Max Lehmann, Freiherr vom Stein, 4. Aufl. Ausgabe in einem Bande, Preis in Leinen geb. 14 Mark. Verlag Vandenhoek & Ruprecht in Göttingen. (443). — Sm Stein- Gedenkjahre ist die Literatur über den großen deutschen Staatsmann des beginnenden 19. Sahr- Hunderts immens gewachsen, darüber darf aber nicht das immer noch grundlegende Werk Max Lehmanns vergessen werden, das vor den meisten späteren den nicht au unterschätzenden Vorteil der Unbefangenheit und älnabhän^igkeit von politischen Lagesmeinungen hat. Hier wird Stein nicht mißbraucht als Kronzeuge einmal für diese, dann wieder für jene politische Weltanschauung^ es wird nichts in ihn hineingeheimnist, was ihm gänzlich ferngelegen hat, Max Lehmann erzählt vielmehr von Persönlichkeit und Werk des großen Deutschen, wie es wirklich gewesen ist ohne die meist krampfhaften Parallelen und o't schiefen Beziehungen zur Gegenwart. Das macht den zeitlich unbegrenzten Wert dieses Buches aus und hebt es aus der Mehrzahl der Gelegenheitsliteratur des Subiläums'ahres heraus Lehmann gibt dankenswerterweise eine eingehende Darstellung der Verwaltung Preußens um die Sahrhunderlwende, die der sehr voneinander abweichenden historischen Entwicklung und den sehr difierenzierten, politischen, sozialen und Wirtschaft.ichen Verhältnissen entsprechend außero.denlliche Verschie enhnten zwischen den einzelnen Landesteilen aufwies. Erst hieraus erh llt ganz d'e Grö':e des SteinschenReformwerks, das ja in seinen wenn auch noch lokal begrenzten Anfängen weit zurückreicht in die Sahre seiner Tätigkeit als Oberbergrat, Kammerdirektor und Oberpräsident in den westlichen Provinzen, ließet der eingehenden Schilderung der großen inneren Deformen, mit denen wir uns heute, wo uns der Zwang zu ähnlich radikalen Reformen auf den Rädeln brcnnP nicht gründlich genug befassen können, kommt auch die Darstellung und Würdigung der Steinschen Befreiungspolitik — Stein als großer Gegenspieler Vapolcons — keineswegs zu kurz. Eins greift ins andere Über, die Reformen sollen Preußen fähig machen, den Kampf gegen Vapoleon auszunchmen, ohne wieder wie 1806 07 an den Folgen greisenhafter Verkalkung auseinanderzubrechen. So ist das Bach Lehmanns auch für den interessierten Laien eine fesselnde Lektüre. Biographisches. — RainerMariaRilke: Briefe und Tagebücher aus der Früh zeit. 1899 bis 1902. Herausgegeben von Ruth Sieber-Rilke und Carl Sieber. 431 Seiten 8°. Leinen 7.50, Halbleder 10 Mark. Snsel-Verlag zu Leizig, 1931. (451.) — Die überaus dankenswerten Bemühungen des Snsel-Verlages um den literarischen Vachlaß des geliebten und zu früh verstorbenen Dichters haben bereits die Herausgabe der Driesbände aus den Sahren 1902 bis 1906 und von 1906 bis 1907 gezeitigt. Die von den gleichen Herausgebern in diesen Publikationen angedeutete Linie wird mit dem vorliegenden Bande wiederum nach ihren Anfängen hin verlängert und das persönliche und private Bild des Dichters abermals aus der Spiegelung seiner intimen Lebensäußcrungen seiner Frühzeit erweitert und menschlich wie künstlerisch gleicherweise bedeutsam abgerundet. Das zentrale Erlebnis des jungen Dichters in den durch diese "Niederschriften umrissenen Entwicklungsjahren ist die mit elementarer Gewalt auf ihn eindringende Begegnung mit Rußland. Das Glück eines jungen Hausstandes leuchtet aus diesen Briefen: und das drohende Gespenst der Rot wird sichtbar hinter den erschütternden Klagen, mit denen er sich den Freunden anvertraut. Sn den Tagebüchern spiegelt sich das stille Leben und Schaffen Rilkes in der Schmargendorser und Worpsweder Einsamkeit. Die Anmerkungen und das Vachwort mit den Quellennachweisen erhöhen Genuß und Verständnis bei der Lektüre dieses neuen Bandes: er fügt sich auch in der äußeren Ausstattung dem noblen Rahmen ein, den der Snsel-Verlag fü. die schöne Gesamtausgabe gewählt hat. — AxelMunthe: DasBuch vonSan Michele. Verlag von Paul List, Leipzig. Preis geb. 9,50 Mark. (489). Der Verfasser, Leibarzt der Königin von Schweden, ist weit über den Kreis seiner Berufsgenossen hinaus als wunderlicher Mensch bekannt geworden, als ein Mann besonderer Klugheit und Güte. Das weite Leben, das der 70jährige, fast blinde Arzt und Dichter rückschauend in seiner Einsamkeit von San Michele auf Capri vor uns aufbaut, spannt sich von Paris und London bis nach Schweden in die endlosen Tundren Lapplands, umschließt das Ewige Rom, erfaßt die Cholera in Veapel und das furchtbare Erdbeben von Messina. Unzählige seltsame Menschenschicksale berühren seinen Weg, aber über allen steht ihm die Liebe zur Kreatur, zu den Tieren, deren Sprache er versteht, zu Gewächsen und Steinen dieser Erde, die ihn mit immer neuen Kräften erfüllt. — Hans Rosenkranz: Graf Zeppelin. Die Geschichte eines abenteuerlichen Levens. Verlag Ullstein, Berlin. Preis Ganzleinen 5 Mark. — (519) — Der Mensch und nicht oas Werk, das Schicksal und nicht die Leistung, die „Geschichte eines abenteuerlichen Lebens" und nicht die technische Entwicklung des Luftschiffs füllen die Blätter dieser Zeppelinbiographie. — Wie Zeppelin am Bodensee in Reichtum und Sorglosigkeit aufwächst, wie er als 25jähriger sein erstes großes Abenteuer auf einer Entdeckungsfahrt nach den Quellen des Mississippi besteht, wie er im Krieg von 1870 durch ein tolles Reiterstückchen seinen ersten Ruhm erringt, wie er nach schneller, militärischer Karriere, knapp 50 Jahre alt, verabschiedet wird und aus dieser Enttäuschung zu seinem neuen Werk flieht, sein leer gewordenes Leben mit einer selbst gestellten Aufgabe erfüllt und bis zum letzten Atemzug um ihre Durchsetzung kämpft, das wird in dieser ersten großen Zepvelin- biographie erzählt. In unseren Tagen, in denen Ozeanüberquerungen durch Luftschiffe fast zur Alltäglichkeit geworden sind, erinnert dieses Buch daran, daß knapp ein Menschenalter verstrichen ist, seitdem der erste Zeppelin sich in die Luft erhob, von manchen bestaunt, von vielen verspottet, von keinem aber in seiner umwälzenden Bedeutung erkannt. Die Geschichte dieses großen Ringens um eine Idee, das Uebermaß von Glück und Unglück, von Hoffen und Enttäuschung, das Zeppelin beschieden war, gewinnt in dem Buche ergreifende Gestalt. Die Bekehrung Eckeners vom schärfsten Gegner zum gläubigen Apostel, zum Paulus der Luftschiffahrt, der Verlust seines Vermögens, die „Stunde von Echterdingen", das find nur einige Stationen auf dem Wege seines abenteuerlichen Lebens, das Rosenkranz so geschildert hat, daß der technisch interessierte, der psychologisch neugierige, der literarisch eingestellte Leser, daß Alte und Junge die Geschichte vom Grafen Zeppelin mit gleicher Anteilnahme lesen werden. Neue Gchaubücher. — Dr. Erich Salomon: Berühmte Zeitgenossen in unbewachten Augenblicken. 112 große Photos mit oiersprachigen Bilderläuterungen und einer längeren Einleitung. Seinen 14 RM. I. Engelhorns Rachf., Stuttgart. — In dieser Zeit der ununterbrochenen Konferenzen und diplomatischen Zusammenkünfte muß es jeden interessieren, wie die Menschen aussehen, die der Welt Geschicke in den Händen haben, und deren Namen in aller Munde sind. Salomon, ein bekannter Pressephotograph, hat nun alle diese berühmten Persönlichkeiten im Bild fcstgehalten und zeigt sie in unbewachten Augenblicken, nicht etwa in gestellten Gruppenaufnahmen, sondern lebendig, in der Bewegung, unbeobachtet, zeigt sie in ihren Sitzungen, Tagungen und Konferenzen. Der Diplomatie folgen Persönlichkeiten aus der Finanz, Wirtschaft und Industrie, der Presse, Justiz, Kunst und Wissenschaft. Die ausführlichen Bilderläuterungen sowie die interessante Einleitung des Verfassers ergänzen das Ganze zu einem Bilddokument von höchstem Interesse. — Erich Rehlaff: Die von der Scholle. 53 photographische Di dnisse bodenständiger Menschen. Mit einem Geleitwort von H. Friedr. Blunck. (Deutsche Menschen. 1. Forg?.) Göttingen. Verlag der Deuerlichschcn Buchhandlung. Kart. 3 80 Mar'. (482). — Ein junger Meister der Lichtbildkunst hat uns hier einen Bildband geschenkt, der aus dem Rahmen der land'äusi-en photographischen Düdwic ergaben he.'aus.agt. Monatelang ist er durch die Lande gezogen, um das deutsche Landvo'k zu studieren. Die'"r Di'd- band zeigt uns eine Auswahl des Schönsten, was er da geschaut: Friesische Fischer, herrli he kantige Charakterköpfe, Dauern aus der Marsch und der Lüneburger Heide, aus Mittel und Süddeutschland, ländliche Gewerbetreibende — wer würde nicht ergriffen anhalten, bei den Dildern jenes 84jährigen Mül ers aus le S 'walm einem se t?n schönen Patriarchenlopf — und dazwischen F auen und Kinder, voll lachender Lebenslust und andere voll stiller Besinnlichkeit. Ein Querschnitt durch unsere deutsche Landbevölkerung, von Künstler- Hand gezogen. Bei al er fortgeschrittensten photographischen Technik wo nt den Di'dern eine schlichte Echtheit inne. Mit einem oft genialen künstlerischen Blick weiß Retzlaff die Menschen so auf die Platte zu bannen, daß gerade das Wesentliche, das menschlich Echte in ganz unnachahmlicher Weise festgehalten wird. — E. Rehlaff: Menschen am Werk. 56 photographische Bildnisse aus dänischen Sn* dustriestädten. Mit einem Geleitwort von H:inr. Lersch. (Deutsche Men chen, 2. Fo'ge.) Göttingen. Verlag der Deucr ichschen Buchhandlung. Kart. 3,83 Mark. (483.) Die bei dem Bauernband „Die von der Scholle" herausgehobene künstlerische Besonderheit und starke Lebensechtheit b:steht ebenso bei diesem anderen Bildband Erich Retzlaffs. Ging es ihm dort besonders darum, den bodenständigen Menschen, wie er durch die natürlichen Lebensbedingungen der Landschaft, des Bodens und der Familie geformt wurde, zu zeigen, so führt er uns in diesem Band in die Sndustriestädte des Westens, in denen Menschen aller deutschen Stämme zusammengeströmt sind, und zeigt uns den Arbeiter wie er ist: vom standesbewußten, meist noch mehr bürgerlichen Facharbeiter bis zum hoffnungslosen ungelernten Sndustriearbciter. Außerordentlich verschiedenartig? Me schen- und Derufstypen, die meist unmittelbar bei der Arbeit photographiert sind, ziehen da in Bildern an uns vorüber, ein Stück Lebensgeschichte und eine ungeschmi: k e Ch?ra'terschilde:u g. — Hedda Walther: Mein Hundebuch. Verlag Dietrich Reimer AG- in Berlin SW 48. Preis 5 Mk. (405.) — Hedda Walther hat längst einen wohlbegründeten Ruf a^s Meisterin der photographischen Bi'dn'sstudie. Shre z. T. in Zusammenarbeit mit Paul Eipper he.aus^ebrach- ten Bücher „Tiere schen dich an", „Zirkus", „Freundschaft mit Katzen", „Menschenkinder", „Mutter und Kind", „Tierkinder" gehören zu dem Schönsten, was wir in dieser Art Schaubücher besitzen, sie haben der Kunst der Kamera neue Wege gewiesen, aber auch dem Tierfreund einen Quell immer neuer Eindrücke erschlossen. Das neue Buch schließt sich seinen Vorgängern würdig an. Vamentcich die Hundekinderstube hat Hedda Walther reizvolle Vorwürfe vermittelt. Die Sn- dividualität des Hundes, die ausgeprägte Eigenart der Rassen werden auf jeder Seite dieses schönen Buches, zu dem Manfred Georg ein verständnisvolles Vorwort geschrieben hat, dem Beschauer eindringlich bewußt. Deutsche Erzähler. — Wilhelm von Scholz: Unrecht der Liebe. Roman. 250 Seiten 8°. Geb. 6.80 Mark. Horen-Verlag, Leipzig, (390.) — Der Roman ist eine neue Bestätigung dessen, was seine Vorläufer, „Der Weg nach Jlok" und, ganz überwältigend, vor allem die „Perpetua" erroiefen haben: daß uns in Wilhelm von Scholz die Inkarnation schöpferischer Kräfte in einer so absoluten und im höchsten Sinne dichterischen Form gegenübersteht wie sie heute in Deutschland fast ohne Beispiel ist. Es hat leider den Anschein, als ob diese Erkenntnis nicht gerade Allgemeingut geworden sei: deshalb muß mit besonderem Nachdruck auf Scholzens episches Werk hingewiesen werden, und der hier angezeigte Roman ist vielleicht, aus stofflichen Gründen, besser als die früheren geeignet, den Zugang zum Weltbild, zu Form und Eigenart dieses Dichters zu erschließen. „Unrecht der Siebe" —: in den drei Worten des Titels sind schon die beiden tragenden Grundmotive der Fabel angebeutet; wir haben hier, rein stofflich gesehen, die ideale Verbindung von Siebesroman und Kriminalroman, dergestalt freilich, daß die Handlung aus den Bezirken der reinen Unterhaltungslektüre zugleich ins Dichterische erhöht und ins Menschliche vertieft wird; um die Atmosphäre der im Frankreich des späten 18. Jahrhunderts spielenden Handlung anzudeuten, mag man an E. T. A. Hoffmann und an Balzac denken, — ohne dadurch freilich mehr als einen stofflichen und stilistischen Anklang zu erhalten. Es wäre wenig damit gesagt, wenn man in ganz groben Umriffen die Fabel skizzierte: wie die junge Frau des Richters Tardivy von ihrem Geliebten entführt wird, als Mann verkleidet auf dem Schloß.eines Edelmanns sich verbirgt, verfolgt und auf der Flucht mit ihrem Geliebten von Tardivy gestellt und erstochen wird, — während der Richter, kurz vor einer neuen Verheiratung, von der unauslöschlichen Erinnerung an seine Tat in einen jähen Tod getrieben wird. Damit wäre wenig gesagt; man könnte höchstens die unerhörte Spannung daran ermessen, mit welcher der Leser der erregenden und verwirrenden Kette von Ereignissen zu folgen gezwungen wird. Aber beispielsweise nichts davon: wie diese Spannung ganz nach innen getrieben, das Kriminelle ins Psychische und Uebersinnliche aufgelöst wird. Von jeher war es die Stärke in Scholzens künstlerischer Gestaltung: die feinsten und geheimsten Seelenkräfte aufzuspüren und hellsichtig zu deuten. Vollendete Form der epischen Komposition, die sich im verschränkten Aufbau der vielfach verspannten und verästelten Handlung verrät; meisterliche' Gegenüberstellung und Ueberschneidung der seelischen und der sinnlichen Siebeskräfte, welche die wichtigsten Gestalten wechselweise miteinander verbinden; und nur eine ganz reife Kunst konnte die großartige Szene im Mittelpunkt des ganzen Romans gestalten: in der Tardivy die Frau ersticht und der Sterbenden mit einem Kuß die Sippen schließt. — Möchte das Buch dazu beitragen, dem Dichter Wilhelm von Scholz die Geltung in Deutschland zu verschaffen, welche die klassische Haltung und dichterische Reinheit seines Werkes längst für sich in Anspruch nehmen darf. —y— — Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. 332 Seiten 8°. Brosch. 4,50 Mk., Seinen 5,75 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin. (400.) — Es ist nicht ganz leicht, diesem Buch gerecht zu werden; vielleicht gelingt es am ehesten, wenn man von Kästners Gedichten aus- geht, die u. E. weithin mißverstanden oder jedenfalls überschätzt worden sind insofern, als nur die wenigsten von ihnen mit Syrik im echten und reinen Sinne etwas zu tun haben. Aber sie haben erwiesen, daß Kästner eine der glänzendsten Formbegabungen in der neuen Schriftstellergeneration repräsentiert; bas ist auch in biefem, seinem ersten Roman zu spüren, besten Kapitelüberschriften oft wie aus ben Ge- bichtbänben herübergenommen scheinen. Das Buch ist mit einer Intensität unb einem inneren Tempo geschrieben, baß man es in einem Zug ausliest. Man spürt auch, was man in ben Gerichten nur ganz selten unb meistens sehr verschleiert ober ver- beckt zu spüren bekommt (viel häufiger in ben wenig bekannt geworbenen kleinen Prosastücken) —: baß sich hinter aller Ironie, aller Kühle, aller Kritik doch bas warme Herz eines bichterischen Menschen verbirgt. Hier im Roman empfinbet man bas am schönsten unb reinsten in ben Szenen der beiden Freunde und vor allem in den Begegnungen und Gesprächen von Mutter und Sohn; dafür muß man manches in Kauf nehmen, was diese Geschichte eines Moralisten nicht gerade als Geschenk für junge Damen empfehlenswert macht; unb es scheint uns, als ob Kästner in ber Ausmalung ber zweifelhaften Abenteuer feines Helden des Guten ein bißchen zuviel getan hätte. Immerhin: dieses Buch entstand aus ben Nöten unb Sorgen unserer wenig rosigen Gegenwart; es hat ihr Tempo, ihr Gesicht, ihre Atmosphäre in einem oft oerblüffenben unb er- schreckenben Grabe in sich eingefangen. Unb es ist im Grunbe ein sehr pessimistisches Bekenntnis. Der Helb, Fabian, im Wirvel ber großen Stabt Berlin, ist Moralist aus Seibenschaft, er hofft auf ben Sieg ber Anständigkeit; aber er wirb ein Opfer seiner Zeit ber er nicht gewachsen ist: ein wertvoller, boch im Wesenskern weicher unb schwacher Mensch. Sein Enbe ist bezeichnen!) für ihn: er springt ins Wasser, um ein Kinb zu retten, obgleich er nicht schwimmen kann, unb ertrinkt. Doch bleibt dem Seser die Hoffnung und der stille Wunsch, daß die menschliche Gesinnung und die echte Humanität nicht mit dem verzweifelten Zeitgenossen untergegangen sind, daß andere an seiner Stelle bewähren unb durchsetzen werben, wozu ihm bie Kraft unb bie seelische Robustheit fehlten. —y— — Menschen auf ber Straße. Zweiundvierzig Variationen über ein einfaches Thema. Eine Anthologie moderner Dichter und Essayisten mit 32 Bildern erster Sichtbildkünstler. Kart. 5,50 Mk., Seinen 7 Mark. I. Engclhorns Nachf. Stuttgart 1931. (449.) — Dieses Buch entsprang einer ausgezeichneten Idee; es stellt die verschiedenartigsten. Beiträge unter ein gemeinsames Generalthema, das nicht nur den literarisch interessierten Seser, sondern jeden modernen Menschen fesseln muß, weil es unmittelbar in bie Welt unseres täglichen Sehens hineingreift unb ben Rhythmus unb Pulsschlag unserer Zeit ba aufspürt unb cinfängt, wo er sich am sinnfälligsten offenbart: auf ber Straße. Unb wie bas Thema so finb auch ber Schauplatz unb seine hanbelnben Personen ohne alle begriffliche Enge großzügig unb vielfältig behanbelt worden: weder die weltstädtischen Zentren brausenden Verkehrs noch die Einsamkeit endloser Landstraßen, weder die verträumte Kleinstadtgasse noch der Hinterhof im Elendsguartier sind vergessen worden. Und in allen Figuren dieses lebendigen Films spiegelt sich bie bunte Vielgestaltigkeit ber uns umgebenben Welt: Männer unb Frauen, Kinber unb Greise, Tippelbrüber unb Siebespaare, Reporter unb Stratzenhänbler, Spaziergänger unb Wandervögel bilben bas Publikum. Ihre Geschichte ist bald traurig, halb heiter, halb ibyllisch, bald romantisch, bald rührend unb halb grotesk. Unter ben Dichtern, bie sich zu ber Anthologie zusammengetan haben, finden sich die besten Namen; wir nennen hier nur: Dinding, Geck, Hesse, Frank, Polgar, Hausmann, Kästner, Alverdes, Schnack, Rolland, Blunck, Thieß, Ed- jchmid und Robert Neumann. Von ben Photographen die das Thema mit charakteristischen Augen- blicks'bildern sehr lebendig illustrieren: Dr. Wolff, Seidenstücker, Moholy-Nagy, Biermann, Ebel unb Dr. Weller. — Wir empfehlen dieses im besten Sinne moderne, im besten Sinne romantische Buch sehr: auch als ein originelles unb gebiegenes Weihnachtsgeschenk. —y— Kinderbücher undMendschristen — Ahel. AusdemLeben einerchinesischen Vachtigall. Beobachtet und darge- stellt von G. St. Hagemann. (Verlag für Volkskunst und Volksbildung, Richard Keutel, Lahr in Baden.) Mit 14 farbigen Bildern. Preis 2,50 Mark. (434.) 3n diesem entzückenden Bilderbuch erzählt Hagemann von den Schicksalen eines kleinen Vogels, der als asiatischer Fremdling in eine fest gefügte und geschlossene europäische Welt verseht wird. Cs wird ihm nicht leicht gemacht, hier einen Platz an der Sonne zu finden. Aber dank seinem glücklichen, bescheidenen und doch lebenstüchtigen Vaturell gelingt ihm der ersehnte Anschluß, der ihn aus der bitteren Vereinzelung in die Gesellschaft einordnet. Zu den kurzen andeutenden und leicht beschwingten Versen, die hiervon berichten, tritt als wahrhaft köstliches Clement das farbige Bild, das die Künstlerin mit so viel Anmut als Laune unb Mitgefühl für Scherz unb Schmerz dieses gefiederten, singenden, hungrigen, licbebedürftigen, biedern und genügsamen Individuums gemalt und hier zusammengestellt hat. — Die A r ch e V o a h. Ein Zugendjahrbuch. 184 Seiten mit 330 schwarzen und farbigen Abbildungen. Verlag Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig. Preis 3,50 Mark. (458.) — Dies Buch erweckt schon beim ersten Durchblättern den Eindruck: mannigfaltig, farbig, unterhaltend und lustig. Damit sind die Grundbedingungen für ein gutes Jugendbuch für Kinder zwischen 7 und 14 Zähren gegeben. Sieht man dann näher zu, so entdeckt man, daß diese Arche Voah Schätze geladen hat: gute Erzählungen, sehr viel Belehrendes, ohne dabei langweilig zu dozieren: Anregungen für Basteleien, Spiele, Handwerkliches, Blicke in Tier- und Pflanzenwelt ufro.; dazwischen ist immer wieder guter Humor eingestreut, so daß das Kind sich nach der spielend beigebrachten Erweiterung seines Gesichtskreises sofort wieder lachend erholen kann. Zn Summa: ein gescheit und geschickt gemachtes Kinderbuch in Form von fortlaufenden Heften. — Die kunterbunte Spielfi ft e. Gepackt und zusammengenagelt von Erich Georgi und Hilde P eifer. 160 Seiten. Mit HO z. T. farbigen Dildern im Text von Ernst Kuher. Halbl. mit färb. Schutzumschlag 4 Mk.; Levy & Müller, Stuttgart. (426.) — Diese Spielkiste birgt einen unerschöpflichen Reichtum an bekannten und unbekannten Kinderspielen, Rätseln, Scherzen, kleinen Kunststücken und Unterhaltungsmögtichkeiten aller Art. Sie ist ein wahrer Schatz für Kinder- gesellschaften, für Regentage und lange Abende. — A. Auswald - Heller: Vater Knopp und feine 40 Zungen. Abenteuer und Streiche im Ferienheim. 215 Seiten. Mit farbigem Titelbild von Fritz Eichenberg und 50 Bildern im Text. Ganzleinen mit farbigem Schutzumschlag 4,50 Mk.; Levy & Müller, Stutts gart. (427.) — Eine gesunde, pausbäckige Geschichte, bei der einem das Herz im Leibe lacht. Vierzig Zungen voll Temperament unb Lebenslust verbringen ihre Schulferien in einem alten Schloß, das zu einem Knabenferienheim eingerichtet wird. Unter Leitung verstänbnisvoller Führer, die ben Zungen mehr erfahrene Freunbe fein wollen, entwickelt sich in den alten Räumen des Schlosses unb bem herrlichen Park ein ungebundenes Treiben, bei dem viel Sport unb Spiel getrieben unb allerhand Schabernack ausgeheckt wird. Eine besondere Rolle spielt ber humorvolle Hausvater Knopp, der väterlich auf das leibliche Wohl seiner Schutzbefohlenen bedacht ist. Aber trotz aller Freiheit unb Selbstänbigkeit, zu ber diese Zungen bewußt erzogen werden, klingt boch Vnmerklich unb treffsicher bie Mahnung des seinen Pädagogen durch: Seid stark! Bleibt treu! Werbet Hüter ber Kultur! — Tony Schumacher: Ein Schwarz- w a l b k i n b. Erzählung für bie Zugenb. 208 S. 8°. Mit einem Titelbild von Ernst Kutzer. Ganz!, mit färb. Deckenbild und färb. Schutzumschlag 4,50 Mark: Levy & Müller, Stuttgart. (428.) — „O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!" Die Melodie dieses bekannten Heimatliedes klingt, auf einer Geige gespielt, von ber Schwarzwaldhöhe in- Tal hinab. Die es spielt, ist ein kleines Mäd- chen von acht Jahren, die Jüngste des Lehrers Comerell aus dem droben liegenden Dörfchen. Der Vater, selbst sehr musikalisch, hatte seinem Regele eine kleine Teige gekauft und sie im Violinspielen unterrichtet, und bald setzte das kleine Schwarz» Waldkino icdermann durch sein wirklich gutes Spiel in Erstaunen. Wie diese kleine Geigerin in der Kurkapcllc des nahen Badeorts mitspielt und später sogar eine Hochschule für Musik absolvieren darf, dabei aber doch ein schlichtes, natürliches Schwarzwaldmädel bleibt, erzählt uns Tony Schumacher in der neuen Geschichte. Aus fremden Ländern. Äurt Hielscher: Dänemark, Schweden, Norwegen. Landschaft, Baukunst. DolkSleben, mit Geleitworten von Karin Michaelis. Selma Lagerlös und Sigrid ilnbfct. Preis Tanzl. 24 Mk. Verlag F A. Brockhaus. (480). — Hielscher Hot die künstlerische Photographie der Landschaft wenn nicht entdeckt, so doch populär gemacht. Seine ersten großartigen Bilderbücher „Das unbekannte Spanien", ,Deu schland". „Oesterreich" „Jugoslawien" u. a. hoben unS eine ganz neue Art des Schauens gelehrt. Mit dem intuitiven Auge des feinsinnigen Künstlers weiß dieser Meister der Kamera das Charakteristische der Landschaft zu erspähen und in unnachahmlicher Weise aus die Platte zu bringen. Wer die- neue Prachtwerk durchblättert und an Hand der Aufnahmen inanch vertraute Stätte wieder besucht, dem ist dies mehr als Erinnerung, ganz neue Blicke tun sich auf, Eindrücke von eigenem Reiz und einer Eigenart, daß man vom Schauen nicht genug bekommt. Die schrof'en landcha t.ichen und kulturellen Gegensätze der drei sich über mehr als 17 Vreitengrade ausdehnenden nordischen Länder, mit denen uns Deutsche so viele enge Beziehungen verknüpfen, werden erst hier in diesem engen Rcbeneinander ganz deutlich. Von den sanft gewellten strotzend grünen Parks auf den dänischen Inseln über die lieblichen, von Kanälen durchzogenen und um große Seen gelagerten Land- schast^n Süd-und Mi: elschwcdens bis zu den majestätisch ernsten F örden Rorwegcns, dcn feierlich einsamen Wäldern Rordskandinaviens und der weiten, stevpenartigen HochsläHe Lapplands wird jede Landschaft im Bilde vertraut. ®ie Königsschlösser und H.rrensitze auf Seeland und in Schweden. die urwüchsige, kraftvolle Bauernkuliur dieser Länder und Zelt und Hütte des nomadisierenden Renntierhirlen koch oben in Lappland schrosfere Gegensätze dazu sind kaum denkbar. Stockholm und Kopenhagen, der stolze Dom zu Roskilde mit den I Gräbern der dänischen Könige, die krustigen Rui- I nen Gisbys aut Wvtland. die einzigartige Holzarchitektur in Bergen, und dazw schen immer wieder Wasser. Walser in den herrlichsten Tönungen und Farben. Das schönste Buch zum Pläncmachen in die nordische Wunderwelt der Wälder und Seen, der Morde und Felsen. — Rätsel der Gobi. Bon Sven Hedtn. (Verlag von F. 2. DrockhauS. Leipzig. Gebunden 15 Mark. — 231.) - Der große schwedische Forscher bringt in diesem bedeutenden Werke — 74 Abbildungen nach Aufnahmen und Zeichnungen des Verfassers und seiner Mitarbeiter, sowie zwei vierfarbige Karten bereichern es — die Fortsetzung der Großen Fahrt durch Innerasien in den Zähren 1928 33 Sven Hedin erklärt in den „Rätseln der Gobi", und man merkt ihm seine Erschütterung deutlich an. daß seine Gedanken vor den Perspektiven. die ihm die Entdeckungen in der Wüste Gobi eröffneten, wie von einem Schwindel erfaßt wurden. Das Pflanzen-, Tier- und Menschenleben schrumpfte vor dem Maßstab der historischen Entwicklung der E.de au Sekunden zu lammen. Gr hat den sicheren Eindruck gewonnen und ist fest davon überzeugt, daß Asien die Wiege der Menschheit ist. Diese Erpedition. die auch an äußeren Gefahren einer abenteuerlichen Odyssee ähnelt — es sei nur vermerkt, daß man der Expedition die Schuld an der Ermordung des General- gouvemeurs von Sin-kiang beimaß. daß man sie für eine feindliche Armee (!) hielt, daß einer ihrer chinesischen Teilnehmer in einem Wahnsinnsanfall sich und seinen Diener zerstückelte^ daß ein anderes Mitglied der Expedition an der Spitze einer chinesischen Po izeltruppe eine Räub.'.bande vernichtete — diese Expedition also ist die glanzvolle Krönung der fast 40:ährigen Arbeit Hedins im Dienste der Forschung. Der Wechsel der Schicksale vermag diesem Großen der Wissenschaft kaum noch etwas anzuhaben. Gr hat sich in seinem buntbewegten Da'ein eine große Abgeklärtheit erworben, die höchste Reife des Menschentums bedeutet. So übertrifft diese- Werk „Rätsel der Gobi" die früheren Bücher Sven Hedins noch insofern, als der Autor gleichsam über das Leben hinausgestiegen ist und es auch in den widerwärtigsten Lagen mit asiatischer Ruhe und Humor betrachtet. 3a, mehr noch, dieser seltene Mensch ist beinahe schon zu einem Teil Asiens geworden, et fühlt sich mit ihm im Innersten eins. Wie sagt er doch an einer Stelle seines Buches: „3ch bin an einem Sonntag in London einsamer, als mit ein paar Asiaten mitten in der Wüste Takla- makan ..Die Seele Asiens spricht aus Sven Hedins „Rätsel der Gobi". Wirtschaft. Oer Reichsbankausweis Ultimo November. Berlin, 2.Dez. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Ausweis der RetchSbank vom 3 0. Rovember hat sich in der LUtimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 437,4 Millionen auf 4314,2 Millionen Mark c r - höht. 3m einzelnen haben die Bestände an Handclswcch'eln und -schecks um 246,3 Millionen auf „901,3 Millionen Mark, die Lombardbestände um 135,3 Millionen auf 254.3 Millionen Mark zugenommen. Die Bestände an Reichsschah- wcchseln, die am Schlüsse der Vorwoche 30 000 Mark betragen hatten, werden mit 55,7 Millionen Mark ausgewiesen An Reichsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen sind 374,9 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 363,4 Millionen auf 4640,6 Millionen Mark, der- jen gc an Rentenbankscheinen um 11,5 Millionen auf 420,1 Mi.lionen Mark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbamfcheinen auf 7,3 Millionen Mark vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 503,1 Millionen Mark eine Zunahme um 81,7 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und b e d ungefügigen Devisen haben sich um 0,9 Millionen auf 1175,2 Millionen Mark vermindert. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 3,6 Millionen auf 1004,9 Millionen Mark abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,7 Millionen auf 170.3 Millionen Mark zugenommen. ?ic Deckuna der Roten durch Gold und heckungssähige Devisen beträgt 25,3 Prozent, gegen 27,5 Prozent in der Vorwoche. * D i e Reichsindexziffer für die Lebe n s h a l t u n g s k o st en im Rovember. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung. Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen ReichSamts für den Durchschnitt des Monats Rovember auf 131,9 gegenüber 133,1 im Vormonat: der Rüdgang beträgt somit 0.9 v. H. An dem Rüdgang sind hauptsächlich die Bedarfsgruppen Ernährung und Bekleidung beteiligt. Es sind jurüdgegangen die Indexziffern für Ernährung um 1.3 p. H auf 121,8, für Bekleidung um 1,7 v. H auf 131,9, für „sonstigen Bedarf" um 0.5 v. H auf 181,5. Die Indexziffer für Wohnung bat sich nicht geändert. Die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung ist mit 149,0 nahezu unverändert geblieben. In der Gruppe Ernährung sind hauptsächlich die Ausgaben für Fleisch und Fleischwaren sowie für Milch und Milch- erzeugnisfe zurüdgegangen. Die Preise für Eier, Kartoffeln und Brot haben Im Reichsdurchschnitt angezogen. • Schalterschließung der Frankfur- ter Bank für Handel und Grundbe- s i tz. Die seit 1918 beftebenbe Bank sür Handel und Grundbesitz in Frankfurt a. M., eine Gründung des Frankfurter Harts- und Grundbesitzer- veretns. hat gestern ihre Schalter geschlossen. Die 'Bank strebt einen gerichtlichen Vergleich an. 3n den Derwaltungskreifen der Bank hofft man, die Einleger bei einer ruhigen Abwicklung voll befriedigen zu können. • (^timmungsmäßig schwächer ate kursmaßig. Berlin, 2. Dez. «WTB. Funkspruch > Das Hauptinteresse konzentrierte sich auch in, heutigen Büroverkehr auf die Bewegung des englischen Pfundes. Da bisher kein zuverlässiger Kurs zu hören ist, übt man ichnnbar seitens bei Spekulation Zurückhaltung und beschrankt sich auf die Besprechung der sonst vorliegenden Momente lieber die Frage des Termins der A b r ü ft u n g s - konferenz ist noch keine Entscheidung gefallen. Das Communiqus der SPD. rief in gewissem Sinne eine Enttäuschung hervor, da es entgegen den gestrigen Gerüchten in einer besonderen Scharfe die Unzufriedenheit erkennen läßt, ohne daß daraus jedoch irgendwelche Konsequenzen gczogem werden könnten. Auch über den Fortgang der Verhand- lungen betreffs der Notverordnung war nichts Neues zu erfahren. Man rechnet damit, daß wenigstens die wichtigsten Teile bis Ende der Woche fertiggestellt sein werden. Die Gerüchte über die bevorstehende Großbankenfusion erhalten sich Neuyork war wieder schwach, und auch sonst lag nichts vor, was der schwächeren Grundstimmung hätte entgegenwirken können. Auch der Reichsbankausweis per Ultimo November brachte keine Anregung. Die Devisensituation des Noten- i n ft i t u t e s ist zwar wenig verändert, und die Bestände an Gold und Devisen haben um nur 0,9 Millionen abgenommen, die Deckung hat sich aber trotzdem auf 25,3 gegen 27,5 v. H. verschlechtert, da der Notenumlauf eine Vermehrung um rund 375 Millionen erfahren hat. So war die Tendenz heute stimmungsmäßig schwächer als kursmäßig, denn bei im allgemeinen sehr ruhigem Geschäft traten gegen die schon niedrigeren gestrigen Abendkurse 1- bis 2prozentige neue Rückgänge ein. Etwas stärker angeboten waren Reichsbank und Danatbank. Eine Verstimmung ging sicherlich auch von der Ueberlegung aus, daß die Ab hangigkeit Englands von Frankreich durch die Pfundentioertung von Tag zu lag größer werde und daß dadurch auch die deutsche Stellung bei den bevorstehenden Finanzverhandlungen geschwächt sei. Auch der Pfandbriefmarkt konnte sich der schwachen Gesamtftimmung nicht entziehen: 8prozentige Goldpfandbriefe verloren erneut 1 bis 2 v. H., die weniger hochwertigen machen waren wieder stärker angeboten und teilweise unverkäuflich. * Frankfurt schwach. Frankfurt a. M., 1. Dez. Der heutige tele- phonifche Freiverkehr zeigte nach der vorhergegangenen Aufwärtsbcweegung wieder ein recht schwaches Bild, nachdem bereits am gestrigen Rachmittag ein leichter Tendenzumschwung eingetrcten war. Reben der schwachen Veranlagung der deutschen Bonds an der Rcuhorker Börse verstimmte auch die anhaltende Schwäche des englischen Pfundes. Die bisher bekanntgewordenen Einzelheiten der kommenden Rotverordnung wirkten äußerst deprimierend. wie überhaupt die ganze innen- und außenpolitische Situation wieder mcor in den Vordergrund gerückt wurde. Bei sehr geringem Dlmsah Brodelten die Kurfe weiterhin durchschnittlich um 1 bis 2 Prozent ab, obwohl die Abgaben im allgemeinen ziemlich klein waren. Mehr ab» geschwächt waren Rcichsbankanteile, die auf angebliche Auslandvcrkäufe etwa 3 Prozent cin- bußten. Elektrowerte verzeichneten Rückgänge bis zu 2 Prozent, wobei die halbierte Dividende bei RWE. ungünstig aufgenommen wurde. Rur Licht & Kraft lagen relativ fest und gewannen etwa 1.5 Prozent, da man hier die Dividendenaussichten etwas besser beurteilt. I.-G.-Farben schwächten sich unter Schwankungen um 1,5 Prozent ab. während Montan-, Bank- und die übrigen Werte säst geschäftslos lagen und nur Bruchteile eines Prozentes verloren. Am Rentenmarkt blieb die Stimmung ge- d r ü d t Die Erörterungen hinsichtlich der geplanten Kapitalertrag-fteuer waren weiterhin ein störender Faktor. Die Kurse gaben bei kleinem Geschäft allenthalben um etwa 1 Prozent nach, lediglich 8prozentige Frankfurter Hdpothekenbank- Doldvfandbriefe fanden etwas bessere Aufnahme Liquidationspfandbriefe lagen heute erstmals mehr tm Angebot und teilweise bis zu 1,5 Prozent niedriger Die übrigen Gebiete des festverzinslichen Marktes verzeichneten kaum Geschäft. Die Flucht aus dem Pfund. Beunruhigung in englischen Zinanzkreisen. — Frankreich, Holland unfr Amerika verkaufen. London, l.Dez. (WTB.) Das Tempo des Pfund - Rückgänge- beginnt nun auch in englischen F i n a n z k r e i s e n Härtere Unruhe hervorzurufen. Bisher hatte man angenommen, daß der faifonmäfuge normale Druck die Hauptursache für den Fall des Sterling bildete. Man hat überdies geglaubt, daß das Ausland Realisationen seiner englischen Guthaben weitgehendft vermelden würde. Immerhin stellt sich aber heraus, daß die bisher zuversichtlichere Auffassung im Innern vom Ausland nicht geteilt wird. De'ürchtun- gen einer weiteren Erhöhung des RotenumlaufeS, deren Bekanntgabe sür heute erwartet wird, bilden einen weiteren Dcnsfefaktor. Hinzu kommt, daß man mit der Herausgabe weiterer Schutz-Zollisten und damit neuer Steuern im internationalen Warenverkehr rechnet. Wie schon gestern, waren eS auch heute wieder Dlankoab gaben für französische und holländische Rechnung. die die Hauptrerantwortung an dem neuen Pfundsturz trugen. Hinzu treten neuerdings auch amerikanische Verkäuse. Unter den gegenwärtig waltenden Umständen fragt es sich, wie lange die englischen Finanzbehörden bzw. die Bank von England ihre passive Haltung aufrechterhalten können. Ob man diesen Weg wählen, ober aber es mit einem Anziehen der Dislontschraube versuchen wird, muß abgewartet werden. Bei dem jetzigen Tempo des Fallens wird es immer Later, daß die Bemühungen der Regierung das interne Preisniveau aufrechtzuerha ton, l icht mehr lar.ge erfolgreich sein können. Das Publikum aeigt heute schon größere Rcigung, Sterling-Guthaben und die am leichtesten erhältliche Ware in Aktien umzuwandeln. Blankoabgaben der Spekulation. An den internationalen Devisenmärkten hat sich der Rückgang des Pfundes in schnellem Tempo weiter fortgesetzt. Die Befürchtungen, daß der englische Bantnotenumlauf noch stärker erhöht wird, als man angenommen hatte, veranlaßte die Spekulation an einigen kon tinentalcn Plätzen, die sich bis vorgestern sehr zurückgehalten hatte. Blankoabgaben vorzunehrnen. In internationalen Devisenkreisen ist man über die weitere Entwicklung des Pfundes sehr pessimistisch gestimmt. Die Aufnahmelust war natürlich nur ganz gering, und so ging das Pfund, nachdem es mit 3,4075 gegen den Dollar gestern gcschiossen hatte, heute früh bereits auf 3,3650 zurück, um sich später auf 3,2750 abzuschwächen. Wieder liegt der französische Frank dem Pfund gegenüber besonders fest, er stellte sich auf 83,65 (gestern Sch uß 87,13). Gegen Den Gulden ging das Pfund auf 8,13 zurück, gegen Brüssel auf 23,75 und gegen Zürich auf 16,85. Vie Reichsmark stellte sich in London aus 13.75 (gestern Schluß 14,3350), In Amsterdam auf 58,9750 und in Zürich auf 121,95. Der Dollar war international ebenfalls leichter. Die Norddevisen lagen natürlich im Einklang mit dem Pfundrückgang ebenfalls schwach. Pfund gegen Reichsmark 14.— DU Am Nachmittag war das Geschäft in eng llschen Pfunden lebhafter; in Reaktion auf die starke Abschwächung (bis auf 3,2750 gegen den Dollar) konnte sich eine leichte Erholung durchsetzen, und unter Schwankungen zog der Kurs vorübergehend auf 3,3250 an, um Dann wieder auf 3,3025 nachzugeben. Gegen den Gulden stellte sich dös Pfund jetzt auf 8.24, gegen Paris auf 84,25, gegen Zürich auf 17,06, gegen Berlin 14 (höchster Rcichsmarkkurs in London heute 13,75) und gegen Brüstel auf 23,93. Der Dollar war international weiter etwas schwacher, die Reichsmark zog in Neuyork auf 23.80 an (gestern Schluß 23,75), in Amsterdam lag sie mit 58,90 und in Zürich mit 122 etwas fester Die Norddeviien waren am Nach- mittag weiter schwacher, die Südamerikaner dagegen eher fester. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 1. fteymb't 2 OtvtnHi CmtltA# <* J?»fwrun^ Fnt C*H'nefCT« . 7.213 7 307 7 93 7.107 58 94 59.06 58.94 59 C-6 tirae 12.47 12.49 12.47 12.49 «jrjpeft . 73.28 73.42 73.28 73.42 2 olw . . 3.057 3.063 3.057 3 363 C>oHan6 169.13 169.47 169.43 169.77 Colo 77.42 77.58 76.17 76.33 RcornS -jte. 77.42 77.58 76.42 76.58 Stctfhoun 78.17 78 3? 76.67 76 83 fionnon 13.88 13.92 13 70 13.74 ®urno« flirrt .'.9-8 1.002 1.018 1.022 ■ReuDod 4.209 4.217 4.209 4.217 »tüftel 58.39 58.51 53.39 5151 pullen 21.68 21.72 21.68 21.72 i1 art« . . 16.47 16.51 16.47 16.51 cd)tvrt| 81.77 81.93 81.77 81 93 Spanten 35.16 35.24 15.16 35.24 Tanug 82-12 82.28 82.02 62'8 3>w«n 2.058 2.062 2.058 2.062 wtv ot 3an.. 0.234 0.236 0 234 0.236 3undla toten. 7.393 7.407 7.393 7.407 Mtfiabon 12.69 12.71 Banknoten 12.39 12.41 Berlin, 1 ftetrnif-er Seid " 2Wef ‘ rtmertlanildtt 9)oten . . . 4.20 4 22 Belat'tfre 91oien ....... 58.23 58 47 tanifdir «ntn ........ 77.25 77.55 Snflltidie Roi.-n ........ 13.84 13.90 .vraryOHIdw -Roten ....... 16 46 16.52 Oolidaonthe *}k :rn ....... 168.76 169.44 3iallenb t^ Roten ...... florroefliltfie Roten ..... 21.66 21.74 77.25 77.55 teudift-CeflenetA, 1 100 €d)UIhifl fiurndntldie «Roten ..... 2,48 2 50 Gdtroeolidte Roten ...... 77.99 78,31 Sdttwuer Roten ....... 81.59 81.91 €oam|die Roten ....... 34.93 35.07 Unfloriithe Roten Reichsbankdiskont S v. ft., tombardzinsfuß 10 o ft. frankfurter (tktretbebörfc. Frankfurt a. M., 2. Dez. An der Getreidebörse herrschte heute vollkommene Geschäftslosigkeit. da An.cgungen nicht Vorlagen. Indesien b.ieb die Unsich.rhc,t über die weitere wirtschaftliche und po itische Entwicklung bestehen. Das Angebot trat infolge der Zurückhaltung der Händ.erschaff stack in Erscheinung. Das Weizenmey g.schaft ftagn erte. auch Rog^en- mehl war merllich ruhiger. Futtermittel halten trotz des eingetrctenen Fcoslwe.ters kein Geschäft. Die Preise neigten allgemein weiter leicht zur Schwäche. Es wurden notiert: Welzen 225,53; Roggen 222 53 blS 225; Sommergerste für Drau- zw.'cke 175 bis 180: Hafer 135 bl» 162.50; Weizenmehl. füöbM Spez. 0 35 75 b s 3d. 5; Rogzenmehl 31 bis 32,50; Weizenkleie 8 73; TtoggenLele 9,50 blS 9,75 Mark. Tendenz: ruhig Buntes Allerlei.' Goethe gibt eine Ohrfeige in Versen. Einstmals kam der schon in vorgerückten Jahren befindliche Wirkliche Geheime Rat von Goethe aus Weimar in eine kleine Universitätsstadt und aß und trank im Ratskeller. In seinen Wein goß er sich ein wenig Wasser. Und das gefiel den um 'Nebentisch befindlichen Studenten nicht, die mehr für unocr wässerten Wein waren. Sie machten über den Gast und seine sonderbare Gewohnheit laut und deutlich recht abfällige Bemerkungen, die der alte Herr aber zu überhören schien. Schließlich zahlte er und gab dem Wirt dabei ein Zettelchen mit dem Auftrag, es den luftigen Herren am Nebentisch abzuliefern. Die waren nicht wenig vergnügt, als sie die Zuschrift des Sonderlings erhielten. Aber beim Lesen wurden ihre Gesichter immer länger: „Wasier allein — macht stumm; das oeweisen im Wasser die Fische. Wein allein — macht dumm. das beweisen die Herren am Tische ... Und weil ich keines von beiden will sein, so mische ich gerne das Master mit Wein. Goethe." Schleunigst entschlossen sich die Studenten zur Zusammenstellung einer Abordnung, die um Entschuld! gung bitten sollte. Sie kamen aber zu spat; Goethe hatte mit seinem Wagen das Städtchen schon wieder verlassen ... Walfischsang im Güdpolarkreis. Nur eine verhältnismäßig kleine Flotte von Wal- fischfängern verlaßt dieses Jahr Kapstadt, das neue Zentrum der Walsijchindustrie, um in den SüDpolar- meeren Beute zu suchen. Nur drei Gesellschaften bc teiligen sich daran, und zwar mit sieben großen Fabrikschiffen und etwa 40 Walfischfängern Die Flotte des vorigen Jahres bestand aus 45 Fabrikschiffen und mehr als 200 Dampfern, sie war die größte Dalfischftotte, die jemals auszog. Die Nor lucger beteiligen sich diesmal nicht am Fang, wett die vorhandenen Vorräte an Walfischtran zu groß sind. Hunderte von erfahrenen Walfi,chfängern sind in Norwegen müßig, und das Angebot von tüchtigen Bedienern der Harpunen-ZZanonen war so groß, daß si.- für geringeren Lohn arbeiten wüsten Immerhin ist die Prämie von 60 Mark für jeden erlegten Blau Wal immer noch bedeutend, wenn sie auch nur die Hälfte des früheren Betrages ausmacht, und-da jedes Schiff im Durchschnitt etwa 200 Walfische erlegt, io kommt für die Arbeit von sieben Monaten eine statt Itche Summe heraus. Die drei Gesellschaften, die dieses Jahr den Dalfischjang betreiben, arbeiten in erster Linie im Auftrage verschiedener großer Seifen febrilen, und man erwartet, daß nur etwa 50 000 Tonnen Iran gebraucht werden. Dos bedeutet die Erlegung von 3000 Walfischen, während im vergangenen Jahre 40 000 dieser Tiere abgeichlachtet wurden. Der Grund für dieses furchtbar« Gemetzel war die Befürchtung, daß die „amals neu entdeckten antarktischen Jagdgrunde rafch erschöpft fein würden. Run bat jid) aber durch die Untersuchungen verschie- dener wissenschaftlicher Expeditionen gezeigt, daß sehr große Mengen von Walfischen im Südpolarkreise vorhanden sind und an eine Erschöpfung noch für viele Jahre nicht zu denken ist. Man rotU dahei in Zukunft nur noch soviel Tiere erlegen, als die Nachfrage erfordert, um auf diese Weise die jetzt herrschende Ueberproduktion von Iran und anderen vom Walfisch stammenden Erzeugnissen zu verhindern. 'Drei neue Robinsons. Drei Amerikaner sind soeben, wie Neuyorker Blätter berichten, in Balboa am Panamakanal angekommen, nachdem sie sechs Monate in vollkommener Einsamkeit auf einer der Kokosinseln in der Südfee zugebracht hatten Es find dies der 54jährige Eimer Pallifer, der 21iährige Paul Stackwick und der 18jährige Gordon Brawner. Sie verließen San Diego in Kalifornien im Dezember des Vorjahres zu einer kleinen Fahrt mit ihrem Boot und wurden auf die Kokosinseln verschlagen. Dor einer Woche ent- deckte man sie, und das amerikanische Schiff Sacra- mento" brachte sie wieder unter Menschen Gezwun- gen, sich in ihrer Verbannung von Kokosnüssen, Wildschweinen und Fischen zu nähren, haben sie in dieser Zeit reichlich Fett angesetzt Dazu kam der Mangel an Bewegung. Ihre Kleider waren nach einem Monat abgetragen, aber sie schützten sich argen die feuchten Dünste der Nächte, wie sie in dieser tropischen Gegend herrschen, durch die Errichtung eines Ofens; das dazu notwendige Material fanden sie unter den Vorräten, die von früheren Insel- erforschern zurückgelafsen worden waren. Sie batten Büchsen, Munition und Fischereigerat au» dem Wrack gerettc Die Haifisch., die hier das Meer bevölkern, hinderten sie am Baden, obwohl sie einen kleinen Dinnenteich zum Schwimm gegraben hatten. Auch konstruierten sie ein primitives Fahrzeug für Fischzüge. Es gelang ihnen ober nicht, einen der angeblich auf den jtokasiineln vergrabenen Schätze zu heben. Als die drei Einsiedler endlich von ihren Rettern ent- deckt wurden, waren ihre sonnverbrannten, nur von einem Lendenlchurz bekleideten Körper so tief gebräunt, daß sie sich kaum von den Stämmen der Kokospalmen abhaben. Bunöfunfproqramm. Donnerstag, 3. Dezember. 7.20: Früdkonzert 9.00 dis 9.30; Schulfunk: .Aus dem Leben für Staat und Wirtschaft" — Ein Mikrophonbesuch in der Handelskammer. 12.05 Schallp attenkonzert. 15.33: Stunde der Jugend 16.30 Anierhaltungskonzert. 17 05: Rach- mittagskvnzert deS Rundfunkorchesters. 18.40: Zeitfraaen 1935: Wiesbadener Andreasmarkt. Mikrovdonbertcht von Georg W Manfred. 19.45: .Musikalische Grundbegriffe Einführung in ihr Wesen und ihre Bedeutung" von Hans Rosbaud. kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Donnerstag, den 3. Dezember Gießen. 17.30 Uhr. Beichte. Freitag, den 4. Dezember. Gießen. 6.30 Uhr: Segensamt.