D ^erSdjauffnst«! M-Suck sel'VeM Keißner cbulstraße 6 euxpl«»8 (apU^ n« üchuag. ’ .4 »*SÄbi'3n- V». 'Lb" r! rich.tz,.7°beit Herrn T'ür "«*555 w"Kb.I^ Tr* 7, IN bet Q.a ,„5w4 L?'de-L Jen8. der üblichem ““ Jnb innethch mn,."^chneten 'Nngen. !r 1931. «rnmer @iegen; Mü^____73l7D WM ‘Wn S^Nbott SS"*** ^r.d. b. Föchern ^-i.d.FSrstetet ^n- *• d. Försterei lobl für entrindeter, entrindetes «Habet i> sein. für jede! L°j ge- Schrift „Angebot 'Patestenr tob. 1981, U Uhr, snoße, Zimmer 18, der Gebote erfolgt rithienenet Bewerber ennin in Zimmer 6. tonnen während der en im LtabthmiS, eingesehen werden, ober 1931. 7329C trti Siesten. lojenberg. misswn ;gen bei Gemeinde : Lintersällung 1931 Hutzholzsortimenteim geben werben: Dlj N 166 St. la< 182 St. ML jN135 51 lb< IjN 81 6t. Ml o^N 105 61 ML ir loIjN 39 6t. !ML jolj N 73 6t. 2b>5L joIjN 29 St. 3a- unb fefhnete: joIjN 4 et ML inbet unb mit Rinde isSbedingungen liesen meistem iut W e Angebote (mb pro für jeber Loi -iE Stermin ^nncM 931, »ormrttw w» rt etwa erschienen» Bober M uifieret |\|6 rf**2 Ur. 256 Erster Statt 181. Jahrgang Montag, 2. November 1931 Erschein» läglrch,auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Vezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummem infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe anterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen, postscheettonto: Zranlfurlam Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnlck und Verlag: vrühl'sche llniverfitälr-vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Zchnftleitung und Geschäftsstelle: 5chulstrahe7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher, preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Der französische Ministerpräsident aus Washington zurülk. Laval äußert sich befriedigt über feine Amerikareise. - Schon morgen Beginn der Verhandlungen mit Deutschland. Die Beratungen des wirtschaftlichen Kronrats der Reichsregierung haben ein überraschendes Ende genommen, insofern als die Bildung der ursprünglich in Aussicht genommenen Ausschüsse bis zur nächsten Woche zurückgestellt ist. Dagegen ist am Samstag bereits ein Sonderausschuß zusammengetreten, der sich mit dem Problem der Stillhaltung ausschließlich beschäftigen soll. Aach den ursprünglichen Dispositionen war natürlich auch schon vorgesehen, daß der Beirat das ganze Problem der Stillhaltung im inneren Zusammenhang mit den Fragen der Kapitalbeschaffung und der Zinslasten behandeln würde. Wenn es aber jetzt für sich allein vordringlich in den Mittelpunkt der Erörterung gestellt wird, dann muß man dahinter sehr schwerwiegende taktische und politische Gesichtspunkte vermuten. Da die Reichs- regierung auch in diesem Falle sich vollständig ausschweigt und jede Möglichkeit peinlichst vermeidet, über ihre Absichten etwas in die Oeffent- lichkeit dringen zu lassen, muß man auf Umwegen versuchen, hinter die Gründe zu kommen, die diese Umschaltung veranlaßt und wahrscheinlich notwendig gemacht haben. Wir sehen sie in erster Linie in den Folgen der Washingtoner Des prechungen. Was Laval und Hoover tatsächlich vereinbart haben, ist in feinen Einzelheiten an amtlichen deutschen Stellen restlos wohl auch jetzt noch nicht bekannt. Immerhin ist es wohl ziemlich sicher, daß auch die Amerikaner uns die Initiative für den nächsten Schritt zuschieben und daß gleichzeitig die Franzosen darauf drücken möchten, daß dieser Schritt die Einberufung des Sonderausschusses der Dank für internationale Zahlungen auf Grund des TZoungplans ist. Das hat für die Franzosen den Borteil, daß dann das Prinzip der Kriegsentschädigung überhaupt nicht angerührt wird, sondern daß alle Lösungsmöglichkeiten s i ch auf d^ie Höhe der geschützten Zahlungen des Poungplans beschränken müssen, womit also Frankreich erreicht hätte, daß der ungeschützte Teil als ewige Rente für die nächsten beiden Menschenalter weitcrlaufen würde. Aun wird zwar von Paris aus versichert, daß wir uns an solchen Formeln nicht zu stoßen brauchten. Aber frühere Erfahrungen schrecken uns doch, zumal da kein Zweifel darüber bestehen kann, daß auch nach Ablauf des Hoover-Jahrs die deutsche Wirtschaft nicht in der Lage ist, zu zahlen. Im Gegenteil, die Dinge haben sich inzwischen soweit zugespitzt, daß wir vor der Gefahr stehen, auch die Privatschulden nicht mehr verzinsen zu können. Diese Gefahr wird mit dem Ablauf des Stillhalteabkommens Ende Februar akut. Sie ist also die wichtigste Frage. Deshalb wird sie von uns voreingestellt. Wir verlangen dazu eine internationale Konferenz, die sich ganz von selbst auch mit den politischen Schulden wird beschäftigen müssen. Die Bereitwilligkeit, das Stillhalteabkommen zu verlängern, ist auf der Gegenseite in der Theorie wohl vorhanden, die Pläne aber, wie sie der Belgier F r a n c q u i entwickelt hat, verfolgen doch offenbar das Ziel, die kurzfristigen Schulden langfristig zu machen, 6a,ür aber eine Garantie des Reiches so einzuschalten, daß das Reich eine Ausfallsbürgschaft in Gold auch für die privaten Schulden übernehmen soll. Eine unmögliche Konstruktion, auf die wir uns nicht einlassen können. Deshalb ist es notwendig, daß der Wirtschaftsbeirat mit Sachverständigen aus der Dankwelt die Lage besprach und bestimmte Grundlinien ausarbeitete, die Herr von Hoesch Herrn Laval bei feiner Ankunft in Paris als Deutschlands Mindestprogramm überreichen kann. Laval über seine Besprechung mit Hoover. Heute Landung in Le Havre. London, 2. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der Dampfer „Jsle de France" traf heute morgen früh um 1 Uhr in Southampton ein und wird um 9 Uhr in Le Havre erwartet. Mir nisterpräsident Laval äußerte in einem Interview mit einem Vertreter der Associated Preß: Ich freue mich über den persönlichen Erfolg Macdonalds. Ich bin sicher, daß das Ergebnis der engli- fchen Wahlen eine gute Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und Frankreich bedeuten wird. Ich glaube fest, daß die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern ausgezeichnet bleiben werden. Mehr denn je ist direkte Zusammenarbeit zwischen ihnen im Interesse der Welt notwendig. Laval hat sich auch mit verschiedenen französischen Pressevertretern an Bord der „Jsle de France" unterhalten. Dabei erklärte er, der Bericht über die Washingtoner Ergebnisse sei für die Regierung bestimmt und könne vorher nicht im einzelnen erörtert werden. Er wolle jedoch jetzt schon betonen, daß Frankreich über seine Sicherheit selbst wachen werde, solange die Völker keine ausreichende Mittel gefunden hatten, um den Frieden durch eine feste und dauerhafte Einrichtung zu organisieren.. Die Schuldenfrage sei in Washington eingehend geprüft worden. Man habe die Ersetzung des Hoovermoratoriums durch eine Neuregelung auf der Grundlage des Youngp lanes ins Auge gefaßt. Es sei richtig, daß für die Zeit der Krise und wirtschaftlichen Depressionen eine Neuregelung der zwischenstaatlichen Schulden beschlossen wurde, doch habe man die Bedingungen der Neuregelung noch nicht festgelegt. Auf die Frage, ob die Vereinigten Staaten jetzt zum ersten Male der Möglichkeit einer Herabsetzung der französischen Schulden grundsätzlich z u g e st i m m t hätten, erwiderte Laval lächelnd, diese Voraussetzung sei keine schlechte Auslegung der amtlichen Verlautbarung. Der Agentur Havas erklärte Laval vor seiner Ankunft in Frankreich: Als ich abfuhr, gab ich an, daß die Unterredungen, die ich mit dem Präsidenten Hoover haben würde, sich weder auf Grund eines Protokolls noch auf Grund eines bestimmten Programms abrollen würden. Bei meiner Rückkehr nach Frankreich kann ich sagen, daß die Aufgabe, die ich übernommen habe, wichtige Folgen haben kann. Die Gegenüberstellung der Ansichten der französischen und amerikanischen Regierung, die ich mit Präsident Hoover in freier Dis- kussion vorgenommen habe, wird in Zunkunft auf alle Fälle Mißverständnisse vermeiden oder wenig st ens mildern. Dieses Ergebnis ist beachtlich, weil nunmehr die französische und die amerikanische Regierung einander besser verstehen werden. Man kann daraus schließen, daß die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Amerika dadurch erleichtert und gestärkt wird. Ich werde am Dienstag im Ministerrat über meine Unterredungen Bericht erstatten, und die französische Regierung kann dann darüber befinden, welche praktischen Folgerungen man daraus ziehen kann. Es ist notwendig, daß wir das unvergleichliche Prestige, das Frankreich gegenwärtig in der Welt genießt, benutzen, um unsere wesentlichen Interessen zu wahren und den Frieden zu konsolidieren. Hoesch sprich! morgen mit Laval. Bringt der Botschafter deutsche Vorschläge mit? Berlin, 1. Rvo. (TU.) Der deutsche Botschafter in Paris, v o n h o e s ch, der durch feine Besprechungen noch am heutigen Sonntag in Berlin zurück- gehalten worden war, ist heute abend n a ch P a r i s zurückgereist, wo er voraussicytlich am Dienstag eine erste grundlegende Unterredung mit dem französischen Blinisterpräsiden- t e n haben wird. Die Pariser Sonntagspresse spricht die verschiedensten Vermutungen über die angeblichen Absichten der Reichsregierung und die dem Botschafter erteilten weisung-n aus. Die Vorschläge Deutschlands würden sich auf die Gesamtheit der Schulden, und Tributfragen erstrecken und eine deutsch-französische Zusammenarbeit zum Ziele haben. Die Reichsregierung widersetze sich der Lin- berusungdesZoungausschufses und sor- dere den beschleunigten Zusammentritt einer internationalen Konferenz. Ls fei sehr fraglich, ob die französische öffentliche Meinung einer neuen Herabsetzung der deutschen Schulden zusiimmen werde. Man müsse wissen, ob Deutschland so klug sein werde, nicht nur auf weitere Zahlungen einzugehen, sondern vonsichausherab- gesehte Zahlungen anzubielen, die in der Form von Sachlieferungen geleistet werden könnten. Radikale Verwaltungsresorm in Bayern. Oie neue Notverordnung verfügt Maßnahmen zur Staatsvereinfachung. München, 1. Nov. (TU.) Die neue Notverordnung der bayerischen Regierung ist erschienen. Sie bezweckt die Deckung des seit dem Monat August im Staatshaushalt entstandenen neuen Fehlbetrages von vier Millionen Mark. Als erste Notverordnungsmaßnahme ist die mit Wirkung vom 1. Oktober an eintretende E r - Höhung des Schulgeldes an den höheren Lehranstalten von 160 auf 200 Mark jährlich zu erwähnen. Der Staat will damit eine Verringerung der Schülerzahl als Voraussetzung für einen Abbau des zu stark aufgeblähten Mittelschulwesens erreichen. Den größten Raum in der Notverordnung nehmen die Bestimmungen über die Beamtenbesoldung ein. Hier werden die Maßnahmen, die in der Reichsnotverordnung vom 6. Oktober vorgesehen sind, aus Bayern im wesentlichen übernommen, soweit dies ohne Schädigung von bayerischen Interessen möglich war. Die Bestimmungen der Reichsnotverordnung über die Kürzung der hohen Pensionen und über die Anrechnung eines e b e n e i n = kommens auf die Pension sind übernommen worden. Mit besonderem Interesse hatte man dem Inhalt der Notverordnung hinsichtlich der Staatsver- e i n f a ch u n g entgegengesehen. Hier wird vor allem bestimmt, daß ab 1. April 1932 das Minist e r i u m für Landwirtschaft und A r - beit aufgehoben wird. Vom gleichen Termin an wird das O b e r l a n d e s g e r i ch t Augsburg sowie die Landgerichte Fürth, Neuburg a. d. Donau und Straubing aufgehoben. Bis zum 1. Januar 1933 wird die Zahl der Kreisregierungen um zwei vermindert. Am 1. April 1932 wird zunächst die Regierung von Niederbayern mit der Kreisregierung der Oberpfalz in Regensburg äufamme’n gelegt. Dann wird mit Wirkung vom 1. Januar 1933 ab der Regierungsbezirk von Oberfranken mit demjenigen von Mittelfranken mit dem Sitze in Ansbach vereinigt. Bis zum 1. April 1933 werden 24 Amtsgerichte, acht Bezirksämter, drei Bauamter, zehn Messungsämter und zwölf Forstämter und Forstamtsaußenstellen aufgehoben. Von Interesse ist ferner die Bestimmung, daß etatsmäßige Beamte, die das 6 Ö. L e - bensjahr vollendet haben, auf ihren Antrag ohne Nachweis der Dienstunfähigkeit unter Bewilligung des Ruhegehaltes in den dauernden Ruhestand versetzt, werden können, wenn ihr Ausscheiden im Interesse des Beamtenabbaues liegt. In einer Erläuterung der Notverordnung führte Staatsrat Schäffer, der Leiter des Finanzministeriums aus, daß der vorgesehene Abbau von Behörden nicht das Ende, sondern der Anfang einer Entwicklung sei. Zusammen mit weiteren Maßnahmen könne das finanzielle Ergebnis der Behördenumorganisation im Dauerzustand au zwei bis drei Millionen Mark jährliche Einsparungen geschätzt werden. Die Regierung sei sich klar, daß mit Behördenumorganisation allein die Entlastung des Steuerzahlers von dem allzugroßen Aufwand der öffentlichen Hand nicht erreicht werden kann. Es müsse aber e i n er ft er Schritt getan werden, auch, um in Deutschland ein Beispiel tatkräftiger Sparsamkeitspolitik zu geben. LaMMagswahlen in Mlkienbnrs-Schweim. Starke Zunahme der Nationalsozialisten. - Verluste der Sozialdemokratie und der bürgerlichen Mitteiparteien. Schwerin, 2.Rov. (WTB.) Die gestern in Mecklenburg-Schwerin abgehaltenen Amtsvertreterwahlen werden den Amtsversammlungen (Landkreistagen) ein völlig verändertes Bild geben. Die Rationalsozialisten haben in allen Aemtern beträchtliche Ge - w in n e zu verzeichnen, die zwischen 20 und mehr als 100 Prozent seit den letzten Reichstagswahlen betragen. Die Sozialdemokra- t c n haben in einigen Aemtern biszu40Pro- zen t ihrer Stimmen zum Teil an die Kommunisten, und, wie es nach den vorläufigen Ergebnissen scheint, insbesondere in den Landbezirken auch an die Rationalsozialisten abgegeben. In einem Fall ist allerdings eine Stimmenzunahme der Sozialdemokraten um 15 Prozent zu verzeichnen. Die Zunahme derKom- m u n i st e n ist geringer als man erwartet hat. Sie beträgt in einigen Aemtern zwischen 10 und 25 Prozent. In zwei Aemtern sind nach den vorläufigen Wahlergebnissen geringe Verluste der Kommunisten festzustellen. Die bürgerlichen Listen haben diesmal auf die Wähler nicht die von früher gewohnte Anziehungskraft aus- geübt. Die nichtnationalsozialistischen bürgerlichen Parteien und Wirtschaftsverbände, die durchweg in bürgerlichen Einheitslisten zusammengefaht waren, verloren gegenüber den letzten Reichstagswahlen 20 bis 70 Prozent ihres Wählerbesitzstandes, und zwar überwiegend an die Nationalsozialisten. Man wird bei dieser Gegenüberstellung berücksichtigen müssen, daß die Wa hlbeteiligung bei diesen Kommunalwahlen im allgemeinen nicht so stark war wie bei der letzten Reichstagswahl. Eine sozialistische oder etwa sozialistisch-kommunistische Mehrheit ist in keinem Amte erzielt worden. Mit Ausnahme von zwei Aemtern sind, wenn man die Rationalsozialisten zu der sogenannten bürgerlichen Seite rechnet, ziemlich starke bürgerliche Mehrheiten entstanden. So ist z. B. in einem Amt die Zahl der bürgerlichen Amtsvertreter doppelt so groß wie die der Sozialisten und Kommunisten. In zwei Aemtern hat weder das Bürgertum einschließlich der Rationalsozialisten noch die sozialistisch-kommunistische Linke die Mehrheit erlangen können. In diesen beiden Aemtern ist Stimmengleichheit vorhanden. Die Einzelergebnifse. Es wurden im einzelnen folgende Stimmen abgegeben: Im Amt Malchin: Sozialdemokraten 7606 (bei der Reichstagswahl 10165), Rationalsozialisten 10 625 (6906), Bürgerliche Einheitsliste 5265 (0), Kommunisten 2839 (2506). Die Mandate: Sozialdemokraten 7, Rationalsozialisten 10, Bürgerliche Einheitsliste 5, Kommunisten 2. Amt Parchim: Rationalsozialisten 11388 (7280), Sozialdemokraten 6026 (7857), Kommunisten 2680 (2260), Liste für städtische Wähler 1020 (0), Rationale Liste für Stadt und Land 2386 (0). M a n d a t e : 12 Rationalsozial sten, 6 Sozialdem. 2 Kommunisten, 1 Einheitsliste für städt. Wähler und 2 Rattonale Liste für Stadt und Land. Amt Waren: Sozialdem. 6520 (8386), Ehr.» Soz Volksd. 894 (728), Liste für Stadt und Land 1817 (0), Komm. 2491 (2904), unpolitische Deam- tenliste 659, Rationalsozialisten 9400 (4985). Amt Güstrow: Soz. 8093 (9388), Kom. 3003 (2704), Ratsoz. 10 501 (4867). Bürger!. Einheitsliste 2771 (0), Mecklenburgische Heimatliste 693. Mandate: 8 Soz., 3 Komm., 10 Ratsoz., 2 Bürgerliche Einheitsliste. Amt Hagenow: Sozialdemokraten 9212 (7959), Kommunisten 2189 (2199), Rationalsozialisten 9767 (4766), bürgerliche Einheitsliste 3914 (0). Mandate: 8 Sozialdemokraten, 2 Kommunisten, 8 Rattonalsozialisten und 3 bürgerliche Einheitsliste. Amt Schwerin: Rationalsozialisten 7888 (3644), mecklenburgische Heimatliste (bürgerliche Einheitsliste) 2188 (0), Kommunisten 719 (607). Sozialdemokraten 5424 (6589). Mandate: Ra- ttonalsozialisten 9, mecklenburgische Heimatliste 2, Kommunisten 0 und Sozialdemokraten 6. Amt Ludwigslust: Kommunisten 2279 (1872), mecklenburgischer Bauernverein 1135 (0), Sozialdemokraten 7027 (6882), Liste für Handel, Handwerk und Beamte 2263 (0), Rationalsozialisten 8040 (6882), Landvolkliste 2188 (0). Mandates Kommunisten, 1 mecklenburgischer Bauernverein, 6 Sozialdemokraten, 2 Liste für Handwerk, Handel und Beamte, 7 Rationalsozialisten und 2 Landvolk. Amt Rostock: Sozialdemokraten 7175 Stimmen (7 Sitze), Kommunisten 2388 (2 Sitze), Rattonalsozialisten 11 638 (11 Sitze), Beamte 1282 (1 Sitz), Rationale Wirtschaftsliste 4473 Stimmen (4 Sitze). Blutige Zusammenstöße am Wahltage. Schwerin, 1. Rov. (TLl.) Bei den Wahlen in Doberan kam es zu schweren Zusammenstößen. Als sich ein Trupp Rationalsozia- l i st e n in der Rächt auf Sonntag von einer Geburtstagsfeier nach Hause begab, wurden sie unterwegs von drei Kommunisten verfolgt. Es kam in einem dunklen Weg zu einem Handgemenge. Ein Rationalsozialist namens Gä - bete wurde von zwei Kommunisten niedergeschlagen. Es gelang ihm, seinen Revolver zu ziehen, doch schoß er sich dabei zunächst s e l b st ins Dein. Die beiden anderen Schüsse, die er abgab, trafen die beiden Kommunisten. Der eine erlitt einen Bauchschuß, so daß er auf dem Transport in das Rostocker Krankenhaus starb. Der andere Kommunist wurde durch den Schuh sofort tödlich verletzt. Gädeke muhte gleichfalls ins Rostocker Krankenhaus übergeführt werden. — In Bad Sülze kam es zu Zusammenstöhen zwischen Rationalsozialisten und Kommunisten aus der pommerschen Rachbarstadt Tribsees. Es gab mehrere Verletzte. — In R i b - n i tz wurde ein Rationalsozialist von einem politischen Gegner niedergestochen. Die Ostsiedlung. Neichsmmister Treviranus fordert Rückwanderung aus dem Westen. Essen, 1.Rov. (WTB.) Auf einer Arbeitstagung der Volkskonservativen Vereinigung der Westmark äußerte sich Reichsminister Treviranus zur Siedlungsfrage. Er erwähnte zunächst, daß der Plan der Reichsregierung für die Erwerbslosensiedlung in völlig verzerrter Form in die Öffentlichkeit gedrungen sei. Es sei die falsche Auffassung entstanden, als dächte die Reichsregierung daran, Erwerbslose auf zwei bis vier Morgen Land anzusetzen und sie als Zwergbauern einem ungewissen Schicksal zu überlassen. In Wirklichkeit habe die Regierung nur daran gedacht, den D a uererwerbslosen eine zusätzliche Hilfe f ü r den Lebensunterhalt zu bieten. Als wirksame Hilfe für das rheinisch-westfälische Industriegebiet, in dem die Verhältnisse ganz anders gelagert seien als in anderen deutschen Bezirken, käme nur eine großzügige Aussiedlung in Frage, und zwar nach dem Osten, wo Land in Hülle und Fülle an- geboten werde. Bei der Erörterung der Beschaffung von Wohnungen sei ihm ein Plan zur Prüfung vorgelegt worden, wonach ein Siedler haus 2 055 Mark kosten solle. Der Minister meinte, daß das ein annehmbarer Preis sei und man hierbei mit einem Reichszu - schuß von 2000 Mark rechnen könne. Solle das Werk der Ansiedlung gelingen, dann müss? man primitiv anfangen. Die dem Staate gegenüber eingegangenen Verpflichtungen müßten erfüllt werden. Hauptzweck aller Siedlung sei die Bildung neuen Eigentums. Die An- fiebler müßten mit einer Belastung von 15 Mart monatlich für Wohnung und Feldpacht rechnen. Die ganze Siedlungsfrage könne nur durch ganz individuelles Borgehen gelöst werden. Don außerordentlicher Bedeutung für das Gelingen des Werkes fei auch die körperliche und seelische Eignung der Frau für die Siedlung. Er glaube, daß die Sehnsucht des Dolkes nach einer stärkeren Verbindung mit der Scholle alle Schwierigkeiten überwinden werde. Die Einsparungen im preußischen Schulwesen. EineGrgänzungsverordnung jucht die Lage der Junglehrer zu erleichtern. B e r l t n, 31. Okt. (TNB.) Das preußische Staats- Ministerium bat eine Ergänzungsoerordnung zur Sparnoloerordnuna verabschiedet, durch die die ge- festlichen Vorschriften über das sreiwillige Ausscheiden von Lehrern in der Richtung geändert werden, daß ältere Lehrer und verheiratete Lehrerinnen unter erleichterten Bedingungen ausscheiden können, und die dadurch erzielten Einsparungen unverkürzt dem Lehrernachwuchs zugute kommen. Verfassungsrechtliche Erwägungen haben es bewirkt, daß Die notwendigen Einfchrankungsmaßnahmen auf dem Gebiete des öffentlichen Schulwesens allein die jüngeren, noch nicht fest angestellten Lehrer betreffen mußten. Die neue Ergänzungsoerordnung schafft nun die fehlenden Erleichterunyenfür eine freiwillige Versetzung allerer Lehrer und verheirateter Lehrerinnen in den Ruhe st and und gibt die Möglichkeit. die Ersparnisse die erwartet werden, wenn von den neuen Vorschriften Gebrauch gemacht wird, so zu verwenden, daß die Benachteiligung der Junglehrer durch die Sparoerordnung teilweise wieder gutgemacht werden kann. Schiedsspruch im Lohnstreit der Gemeindearbeiter. Berlin, 2. Nov. ($11.) Die unter Dorsitz des zum Sonderschlichter bestellten RegierungS- direktors Dr. Friedländer (Stettin) geführten Schlichtungsverhandlungen üoer die Neuregelung der Gemeindearbeiterlöhne führten zu einem Schiedsspruch, zu dem sich die Parteien bis -um 7. November zu erklären haben. Nach dem Schiedsspruch ermäßigen sich die am 31. Oktober 1931 bestehenden Stunden-, Wochen- und Monatslöhne um 4*/• Prozent. Die Lohnschuhklauseln werden dahin abgeändert, daß ihre Bestimmung ab 1. November 1931 nur aus die am 1. November 1931 im Betrieb befindlichen Arbeiter angewendet werden, die 46 Stunden und weniger, ab 1. Januar 1932 44 Stunden und weniger arbeiten. Diese neue Lohnregelung kann mit einmonatiger Frist erstmalig zum 31. März 1932 gekündigt werden. Auftakt zur Abrüstungskonferenz. England überrascht die Welt mit einer neuen Kriegsmaschine. - ’n. «. ’r .V Ä I Der neue riesige Tank der englischen Armee. Oben: beim Nehmen einer Böschung: unten: beim Durch- queren eines Sees. — Der Tank, der mit zwei Mann besetzt Ift, kann Steigerungen von 45 Grad ohne Mühe nehmen, aber ebenso breite Flußlaufe uno Seen schwimmend durchqueren. Die Kommunalen verbände fordern Umwandlung der Arbeitslosenversicherung Berlin. 31. OIL (Ddz. Der Vorstand deS N e i ch s st ä d t e b u n d e s hat sich in seiner letzten Sitzung dem Dorgehen des Landgemeinde- tageS angcschlossen und auch seinerseits verlangt, daß eine vorübergehende Aufhebung der Arbeitslosenversicherung erfolge. 3n unterrichteten Kreisen wird zur Erläuterung dieses Beschlusses erklärt, daß die Arbeitslosenversicherung durch die verschiedenen Aenderungs- befttmmungen der Notverordnungen, insbesondere durch die Einführung der Bedürftig- keitSprüfung bereits im wesentlichen ihres Versichern ngscharakters entkleidet sei. 3m Hinblick hieraus könne man auch den NechtSanspruch auf ArbeitSlosenversiche- runa völlig beseitigen und den Zustand wieberherstellen, der vor 1927 bestand. Damals aab eS eine reine Erwerbslosenfürsorge, die in allen Fällen nur nach erfolgter Bedürftigkeitsprüfung in Gang kam. Man sagt, daß die genannten Kommunalverbände ihren Wunsch auch im Hinblick darauf geäußert hätten, daß vermutlich unsere ausländischen Gläubiger für die Verlängerung deS Stillhalteabkommens eine ähnliche Forderung geltend machen würden. ES ist also nicht so, daß mit Aufhebung der Arbeitslosenversicherung die Unterstützung für wirklich bedürftige Arbeitslose beseitigt werden soll. Allerdings hofft man, mit Beseitigung deS Versicherungscharakters der Arbeitslosensürforge gewisse Mittel für andere dringende Finanzzwecke der öffentlichen Hand freizubekommen. Man geht wohl nicht fehl in der Vermutung daß dieser Plan ein wesentlicher Beratungsgegenstand für die beabsichtigte gemeinsame Aussprache von Vertretern deS Reiches der Länder und Kommunen sein wird, die in ungefähr vierzehn Tagen über die Finanzsragen der öffentlichen Hand stattsinden soll. Im Hinblick aus diese gemeinsamen Verhandlungen ist bisher allerdings nur ein« unverbindliche Fühlung- nähme des Reichs» bei den Ländern erfolgt. während man die kommunalen Spitzenorgani- fationen noch nicht gehört hat. Vermutlich will daS Reich zunächst eine Verständigung mit den Ländern erreichen. Hierbei ist aber zu bemerken, daß die Interessen der Länder zum großen Teil mit denen der Gemeinden konform gehen. Denn diejenigen Gemeinden, die einen finanziellen Zusammenbruch erleiden, würden zunächst den Kassen der Länder zur Last fallen. Ss ist auch noch der Gedanke aufgetaucht, mit der Aenderung der Erwerbslosenfürsorge eine Verminderung der Arbeit- nehmerbeiträge zu verbinden als Ausgleich für die zu erwartenden Lohnsenkungen. 3n sachverständigen Kreisen auch des Rcichs- arbeitsministeriums wendet man gegen all diese Absichten vor allem zwei Bedenken ein: Wenn die Arbeitslosenversicherung ihres Dersicherungscharakters entkleidet würde, bann würden vor allem diejenigen Arbeitnehmer außerordentlich schwer geschädigt, die seit Bestehen deS DeitragSzwangeS, also feit sieben b i S acht Jahren, Beiträge geleistet haben und nun vielleicht, zum ersten Male arbeitslos geworden, feiner- lei Rechtsanspruch auf Unterstützung hätten. Don den 1000—1500 Mark, die sie in den vergangenen Jahren in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, hätten sie danach absolut nichts, waS eine unerträgliche Derbitterung der Arbeitnehmer auslösen könnte. Weiter faat man in den Sachverständigenkreisen, daß die Ersparnisse auS dieser Umwandlung nicht so groß sein würden, daß sie die daran geknüpften Hoffnungen auf Entlastung der öffentlichen Finanzen erfüllen könnten. Emchinesisch.fussischerGeheimvertrag? London, 2. Okt (WT2. Funkfpruch.) Au, der Mandschurei werden japanische Truppen- bewcgunaen gemeldet, die evtl, zu einer Störung zwischen Japan und Sowjetruß- „Brüning und Hitler." Oie Aussprache zwischen Nationalsozialisten und Zentrum geht weiter. Die Christlichen Gewerlschafien und der Nationalsozialismus. Sine Antwort Vregor Ltrajjcrs. München, 31. Oft. ($11.) Unter der Ueber- schrift .Brüning und Hitler" Dringt G. S t r a s s e r einen längeren Artikel im ."Völkischen Beobachter"', worin er sich mit Auslassungen des christlichen Ge- werkschastSlührerS Habermann im Organ des Deutschnationalen Handlung-gehilfenverbande- über ein Zusammenarbeiten Brünings und Hitlers besaßt. Strasser meint, daß es sich hier um ein richtiggehendes Dündnisangebot handele. Der Artikel sei ein Beweis, daß auch Gewerk- schastSführer heute erkennen, wohin die Dinge in Deutschland sich entwickeln und daß Hitler und mit ihm die nationale Opposition in kurzer Zeit Deutschlands Geschicke lenken werden. Die Nationalsozialisten seien bereit, sich mit dem Teufel zu verbunden. Um unser Volk wieder frei zu machen, würden sie bei politischen Konstellationen der Zu- fünft nie nach rückwärts schauen, sondern vorwärts blicken und Bundesgenossen nur beurteilen nach ihrer Nützlichkeit für die gestellte Ausgabe Die Freiheit! Die Zerschlagung der sozialdemokratischen Partei — nicht des sozial- demokratischen Arbeiters — fei bai Hauptgebot der Stunde. WaS hätten die neuen Bundesgenossen getan, um diesem Ziel, das doch auch das ihre sein müsse, naher zu kommen? Bei der Dawes- abftimmung seien es gerade die Gewerkschaftler in der deutschnationalen Fraktion und vor allem Lambach vom Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband gewesen, die eS sertiggebracht hätten, die Fraktion zu spalten und damit den Dawesplan zu ermöglichen. Als einige 3ahre später daS Kabinett Hermann Müller am Ende seiner Kunst gewesen sei, seien eS leider wieder die christlichen Gewerkschaften gewesen, die sich eifrig für Weimar betätigt hätten. Alles daS solle kein Dorwurf, auch keine prinzipielle Ablehnung der wertvollen Kräfte der christlichen Gewerkschaftsbewegung sein, sondern nur daS Bezeugen einer politischen Arbeit in der Vergangenheit, die restlos aufgegeben werden müsse, sollte je das eintreten, daß was heute Feind morgen Freund muß werden kön nen, wenn das Leben des Dolkes eS gebietet. Die Hastung der Zentruinspariei. Eine Rede öco Prälaten Schreiber. Freiburg. 31. Oft. (TU.) 3n einer Zen- trumSverfammlung sagte Prälat Professor Dr. Schreiber: In der heutigen Lage sei der selbstmörderische Kleinkrieg in Deutschland toemg verständlich Die .Harzburger Parteien" trenne eine Kluft. Der offene Brief Hitler- an Brüning fei ein Dokument der Selbstbesinnung, in dem der Witte zu einer positiv gerichteten Legalität ausgedrückt sei. Für ein Zusammengehen Brünings mit Hitler fei zunächst eine innere Umkehr der im Nationalsozialismus herrschenden Meinungen erforderlich, eine wirkliche Scheidung revolutionärer und positiver Arbeit der Geister. Es müßten auch Garantien für eine regierungsfähige und ausgeglichene Politik in der Zukunft gegeben werden, die bi- jetzt wahrhaftig noch nicht vorhanden fei. Es fei die Frage, ob der Nationalsozialismus künftig eine Politik der Fußtritte oder eine Politik der moralifchen Eroberung vorziehen würde. Da- Zentrum denke jedenfalls nicht daran, sich so schlecht von den Nationalsozialisten behandeln zu lassen, wie e- die Deutschnationalen auf sich nehmen. An sich wäre eine starke nationale Front aller Deutschen nur erwünscht. Ein starke- politisches Deutschland sei für die Politik des Schicksal-jahre- 1932 notwendig. land führen können. Noch einer Meldung aus Port Arthur ist ein chin ei ich-russischer Geheim- vertrau abgeschlossen worden, in dem der chinesische Präsident Tschiankeischek sich verpflichtet, die diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland wieder aufzunehmen, während die Sowjetregierung sich verpflichtet, sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Mongolei einzumischen. 300 russische Güterwaggons m i t Waffen und Munition sollen in den letzten Tagen über die mandschurische Grenze gerollt fein. Chinesische Führer glauben, daß 50 000 Mann So- rojetruffen bereit sind, dem japanischen Vormarsch entgegenzutreten. Aus aller Welt. Intermezzo au» dem Sklarekprozeh. 2m Sklarek-Prozeß berichtete der Angeklagte, der kommunistische Stadtrat Degener u. a^ daß er mit den Brüdern Sklarek sreundschaftliche Beziehun- ?en angefnüpft habe, als seine Frau im Frühjahr 927 erkrankte Bald hab« er auch mit den Sklarek» Duzfreundschaft g.e schlossen und sie begleitet, wenn sie elegante Lokale am Sur- fürftenbamm und sonstwo aufsuchten. Leo Sklarek wirft ein, man habe Degener überhaupt nicht gebraucht, da Mar Sklarek die b e ft e n Verbindungen gehabt hätte. Max habe wie ein General st absches in seinem Zimmer gesessen, und wenn man zu ihm kam, habe er gerade mit de m Oberbürgermeister telephoniert und etwa gesagt: „Herr Ober, ich komme heute abend mal rüber!" Als er seinen Bruder Max einmal aufforderte, auch Hoffmann einzuladen, habe Max erwidert, bei ihm sitze nur d i e Garde, nicht die Linie. Der Angeklagte Degener sagt aus, an ihn hätten sich die Sklareks, da er Mitglied des Vergnügungs- ousfchusses war, gewandt, als König Aman llllah und König Fuad nach Berlin kamen, weil sie für sich und ihre Angehörigen Einladungskarten haben wollten. — Der Angeklagte Bürgermeister Schneider, der an der Spitze des Bezirksamtes Mitte stand, bekundet, daß er die Sklareks bei einer Veranstaltung Im Hotel Esplanade kennengelernt habe, wo sie mit den damaligen deutschnationalen Reichstagsabgeordneten Bruhn und Wolf und anderen hervorragenden Herren zusammensaßen. Am selben Abend habe er, Schneider, noch mit den Sklareks sowie mit dem Abgeordneten Wolf Duzfreundschaft ge- schlossen. Schneider bestreitet, zugunsten der Sklareks irgend jemand beeinflußt zu haben. Opfer der Wissenschaft. In Wien ist der Leiter de» röntgenologischen Instituts, Professor Dr. H o l z k n e ch t, Im 60. Lebensjahr gestorben. Professor Holzknecht hatte sich bei seinen Forschungen Verbrennungen an den Händen, den sogenannten Röntgen-Krebs, zu- gezogen. Es mußten ihm zunächst Fingerglieder und vor einem Monat der ganxe linke Arm abgenommen werden. Professor Holzknecht verbrachte längere Zeit Im Krankenhaus und schien sich ganz erholt zu haben. Sein Zustand verschlechterte sich jedoch in der letzten Zeit wieder und schließlich wurde er das Opfer einer Embolie Professor Holzknecht hat der Röntgen-Heilung erst das Feld eröffnet, indem er seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr Alfons Poller die Anregung zur Konstruktion des ersten einfachen Apparates zur Dosierung der Röntgenstrahlen gab, der nunmehr den Nomen Profesior Holzknechts trägt. Schwere Grubenexplosion In Schottland. Durch eine Explosion auf der .Bowhili'-Grube bei Lochgetty in der schottischen Grafschaft Fife- sbire wurden zehn Bergleute getötet. Die Grube ist eine der größten in Schottland und hat eine Belegschaft von 1440 Mann. Die Morgenschicht hatte die Grube am SamStagnach- mlttaa gerade verlassen, al- die heimkehrenden Bergleute eine Detonation hörten, die die ganze Ortschaft Lochgetty erschütterte, so daß die Fensterscheiben klirrten. Sofort füllten sich die Straßen mit Menschen, und die Bevölkerung eilte zur Grube. Rettungsmannschaften organisierten sich und stiegen hinab. Sie nahmen sech- Kanarienvögel mit, um die Luft zu prüfen. Die Vögel starben aber sämtlich unter dem Einfluß bet Gase. Trotzdem gelang es den Rettungsmannschaften nach vielen Stunden eifriger Arbeit in den Nachtstunden, an die Unglück-steile zu gelangen, wo sie zehn verstümmelte Leichen unter den Trümmern sanden. Das Unglück ereignete sich 600 Meter unter der Erde. Am Eingang der Grube warteten Frauen unter Tränen auf weitere Nachricht, bis sie endlich die llnglückSkunde erhielten. Das Unglück ist das größte, da- sich jemals in dem Kohlenbergwerk von Fisefhire ereignet hat. Irrfahrt eine» deutschen Faltbootsegler». Die Hafenbehörden von Lafablanca wurden davon benachrichtigt, daß ein Faltboot in der Nähe der Küste vor Anker gegangen fei, und daß der Insasse mit dem Revolver in der Hand jeden Annäherungsversuch abweise. Ein ausgesandtes Polizeiboot stellte fest, daß es sich um einen Deutschen namens Fritz E n g e l e r handelte, der von Hamburg au- mit einem Dampfer nach Lissabon gefahren war und von dort aus mit seinem Faltboot Amer i la erreichen wollte. Gr wurde bei einem Sturm abgetrieben und gelangte so nach Nordafrika. Engeler wird Easablanca am Samstagabend verlassen: er will Amerika unter allen Umständen erreichen. Die Wetterlage. o 2EZ Sonntag n gesahven war urö Faltboot Amerile bei einem Sturm ab< ie so nach 'Iordasrile. im Samstagabend vw mter allen Umständen rfdge. lUrvt* Nitfi- W *r*t\ 0 6trv'<>n . -<Ä \< flU*!ÄbDfM nci iert l>4 ' ... ijA die itfl. öieÄute morgcs S»LS SE während »“J Jach »s$>: t&J* crund' . j l. Dunst'^ *^®t*^* Sfr Aus Oer Provinzialhauptstadt Gießen, den 2. November 1931. Allerseelen. Ein grauer Herbsttag! Die Blätter der Bäume haben sich gelb und braun gefärbt, und der Wind hat sie heruntergeweht zu Tausenden auf das Moos des Bodens, auf den Kies der Wege. Die Luft ist kalt, und nicht weit dringt der Blick in den feuchten Dunst hinein, der die Täler erfüllt. Mer ein Fleckchen am Fuß der bunt- gefärbten Berge hat sich in sommerliches Gewand gekleidet: da verhüllt nicht welkes Laub den Rasen: frisches Grün umschlingt den Stein und das Flechtwerk des Gitters, und gar Blumen, bunte Blumen siehst du dort in prächtigstem Farbenglanze. Lind lebhaft geht es heute hier zu im Freien trotz der herbstlichen Kühle. Denn heut ist Allerseelentag, und jener Ort ist der Friedhof. Große Körbe voller Blumen, Fichtenzweigen und Buchsbaumlaub hat man hinaus- geschleppt, und Duden sind vor dem Eingänge aufgeschlagen, in denen gelb schillernde Irnrnor- tellenkränze verkauft werden. Sorgfältig sind alle die zahllosen kleinen Hügel von dem welken Laube, das sie schon verdeckt hatte, gereinigt und mit frischem Grün geschmückt: was es an Blumen noch gibt, ist dazwischengesteckt. Die Pfähle der Gitter, die die Familiengräber umschließen, sind mit Kränzen behangen: die Knaufe der Eckpfosten dick mit Fichtenzweigen umwunden, aus deren dunklem Grün grohe Büschel brennendroter Ebereschen hervorleuchten. Hm den Sockel des Monuments schlingt sich eine Girlande, die zwischen dem Laub in gleichen Mständen hängende Fuchsienblüten und grohsternige Astern trägt, und dem marmornen Engel, der darauf steht und so gläubig die Hände faltet, hat man gar eine dicke Georgine zwischen die Finger gesteckt. Geschäftig drängt sich die Menge um die Gräber. Immer neue kommen mit dem grünen Puh beladen: einen Kranz trägt mindestens jeder herbei, aber viele auch mehr, und die Vornehmeren lassen sich den Korb mit den Girlanden von der Dienstmagd nachtragen. Mit Bindfaden, mit Hammer und Nägeln ist man bemüht, den Schmuck an den Gittern, den Holzkreuzen und Gedenksteinen zu befestigen. Zuweilen ist die Anordnung schwierig und immer neue Verteilungen des Schmuckes werden versucht. — „So ist's gut!" — „Aber vielleicht so noch besser?" — „Ich mein', es hängt recht" wagt die Dienstmagd zu behaupten. „Ei nicht doch!", wendet die Herrin ein. „Meines Seligen Bildnis steckt ja ganz schief in seinem Kranze. Mehr nach rechts mit Dem Kranz! — So — so ist's gut. Letzt siehst du schön aus, mein Lieber!" — Nur an einem Grab ist es still. Keine Blume, kein Kranz schmückt den einfachen grünen Hügel. Nur ein schlichter Stein liegt darauf, und auf dem Stein steht nichts als der Name „Maria". Auf der Bank neben dem Grabe sitzt ein Mann und starrt regungslos mit brennenden Augen auf die Inschrift des Steines. Mißbilligend blicken die Vorübergehenden auf den untätigen Mann und das ungepuhte Grab. „Seht deü Joseph —" reden sie untereinander. „Er ist geizig: er gönnt seiner Frau nicht eine Blume." Auch der Pfarrer, der zwischen den Hügeln auf und nieder wandelt und mit dem und jenem ein Wörtchen redet, hat den Einsamen bemerkt: er tritt näher und klopft ihm auf die Schulter. „Wollt Ihr nicht auch mit einem Kranze das Andenken Eures Weibes ehren, Joseph?" Der Gefragte schüttelt den Kopf. „Wenn ich nach dem Friedhof gehe, sind alle meine Gedanken bei ihr: wie sollt' ich da feilschen können um einen Kranz! Lind wenn ich hier sitze, wie könnt' ich sorgen um den Puh ihres Grabes? Ich sehe das Grab nicht. Ich sehe nur sie, wie sie auf der Bahre lag, ehe sie sie hinaustrugen I" — Lind er stützt den Kopf wieder in die Hand und starrt auf den Stein und flüstert: „Maria!" Die Dämmerung bricht herein: auf allen Gräbern werden kleine Lichter angezündet. Aber ein Grab bleibt dunkel. W. K. Zurück zur Scholle! Es ist ein ewiger Kreislauf. Die Menschheit geht seit Jahrtausenden im Kreise. Der Kreis ist anscheinend einmal enger, einmal weiter, aber» im Grunde bleibt alles gleich. In den wichtigsten Fragen kehrt man immer wieder zum Ausgangspunkt zurück. Ganze Generationen können gering achten und schmähen, was die vor ihnen schätzten: aber ganz unvermittelt findet man sich dort wieder, wo einmal auch die andern standen. Ob man nun Pyramiden errichtet oder Paläste baut, Ritterburgen gründet oder Technik und Sport anbetet — es bleibt völlig gleich. Lieber eine gewisse Schranke kommen wir nicht hinaus. Wir können auch sündigen gegen Vernunft und Natürlichkeit. Desto schroffer werden wir eines Tages in die Schranken zurückgewiesen. Landflucht! Das war vor gar nicht so langer Zeit das Wort, das Einsichtige als Warnung hinausriefen. Der Bauer ließ seinen Pflug stehen und ging zur Stadt, weil ihm dort ein größerer Verdienst bei leichterer Arbeit winkte, dazu als Würze das bequemer erreichbare Vergnügen. Lind die Industrie schuf immer neue Fabriken, immer neue Maschinen. Die Lore weiteten sich, daß viele Tausende von Arbeitern durch sie strömen konnten, die Arbeitssäle dehnten sich. Als die Weiterblickenden warnten vor der Entwurzelung, vor dem Aufgehen in der Masse, fand man viele Begründungen für die Landflucht, von denen manche wohl ein Körnchen Wahrheit bargen. Aber man scheute davor zurück, den andern Weg zu gehen, weil eben der beschrittene für jeden Beteiligten Vorteile versprach. Wie lange man diese Vorteile genießen würde, danach fragte man nicht. Wenn man sie nur heute wahrnehmen konnte. Aber die Weltgeschichte läßt sich nicht zwingen. Sie geht ihren eigenen großen Weg, unbeirrt und unbeeinflußbar. Das Land lag nicht verödet, weil ihm viele den Rücken zuwandten, die ihm zu dienen berufen gewesen wären. Aber es fand auch nicht mehr die Pflege, die jedes Krümchen Scholle wahrnimmt, um aus ihm Erntesegen zu erzwingen. Aber es dauerte gar nicht lange, so begannen die Fabritsäle zu veröden. Die Blüte war nur eine Scheinblüte. Der Gang der Wirtschaft wurde schwer und keuchend. Eine Maschine nach der andern hörte auf, ihre Räder laufen zu lassen. Schon als die ersten Anzeichen dafür hervortraten, machte sich eine Art Rückkehr zum Lande bemerkbar. Ein ganzes Zurück konnte es nicht geben. Also suchte man ein halbes. Man fand zum kleinen Garten zurück, in dem man graben konnte, so viel man wollte. Man klammerte sich gewissermaßen an das bißchen Scholle, als ob man instinktiv fühlte: Hier ist ein Stück Heimat und zugleich mein Eigen. Mit aller Liebe diente man diesem kleinen Besitz, diesem Krümchen Erde. Lind je weiter die Zeit fortschritt, desto stärker wurde der Landhunger, desto größer wurde der Kreis derer, die wieder zur Scholle, zu dem Stückchen Erde, das Heimat und Eigen ist, zurückkeh- ren wollten. Lind heute haben wir den Ruf so stark, so dringend, daß er kaum dringender sein kann. Zu erfüllen wird er nur im geringen Maße sein. Mer auch das dient ja schon. Änd es ist zu erwarten, daß mit der Stillung des Landhungers ein gesünderes und ein zufriedeneres Geschlecht heraufkommt, eine Generation, die nicht so entwurzelt ist, sondern mit sich selbst und der Welt in Frieden. Soweit Frieden dem unruhigen Menschen überhaupt werden kann. —r. Geldsammlung für die Wintcniothilse. Bon heute ab wird in allen Haushaltungen unserer Stadt eine G e l d s a m m lung zur Erfüllung der Aufgaben der Gießener Winterno t h i l f e durchgeführt. Eine große Zahl von freiwilligen und ehrenamtlich tätigen Helferinnen hat sich der Hausfrauenberatung und acht angeschlossenen Frauenvereinen, die die Organisation dieses Sammel, wertes in dankenswerter Weise übernommen haben, zur Verfügung gestellt. Die Damen sind mit Sam» melbüchern und Sammelbüchsen ausgerüstet ebenso sind sie mit den erforderlichen Ausweisen versehen. Die Spenden können in das Sammelbuch eingeschrieben werden, wer das aber nicht tun möchte, kann seine Beihilfe auch ohne Eintragung in die Sammelbüchse einlegen. Jedermann möge bei dieser Haussammlung nach besten Kräften spenden denn die Not in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft ist groß, und es sind erhebliche Geldmittel notwendig, um den dringenden Aufgaben der Hilfeleistung gerecht werden zu können. Hoffentlich sinden die.Sammlerinnen in allen Haushaltungen, in denen noch einigermaßen wirtschaftliche Leistungskraft vorhanden ist, viel Gebefreudigkeit vor! Bornotizen. — Tageskaleüder f ü r Montag. Stadttheater: „Im weißen Rößl" 19.30 bis 22.30 Uhr. — Volkshochschule: 20 Uhr, Universität, Beginn der Kurse. — Oberrealschule, Bismarckstraße: 20.15 Uhr, öffentlicher Vortrag über „Altes und Neues Testament im Religionsunterricht". — Gießener Freiwillige Feuerwehr: 20 Uhr, Monatsversammlung, „Stadt Kassel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Sohn der weißen Berge". •• Feldschuhmeister Beimborn im Ruhestand. Am 1. November ist der Feldschuhmeister B e i m b o r n von hier wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Der allezeit pflichtgetreue Beamte war in seinem Lebenslauf zunächst als Handwerker, später als Gerichtsdiener tätig, seit Mitte 1908 stand er als Feldschüh in städtischen Diensten, Anfang Dezember 1922 wurde er zum Feldschutzmeister ernannt. Sein Amt hat er jederzeit in vorbildlicher Weise ausgeübt und sich dadurch allgemeine Wertschätzung erworben. ** Eine Siebzigjährige. Frau Johanna Hartmann Wwe., wohnhaft Schützenstr. 9, feiert am morgigen Dienstag in geistiger und körperliches Frische ihren 70. Geburtstag. * Geschäftsjubiläum. Der Steinbildhauer Louis Schmidt, Kaiserallee 12, konnte in diesen Tagen auf ein 30jähriges Bestehen seiner Firma zurückblicken. Der Inhaber hat sein Geschäft aus kleinen Anfängen heraus zu der heutigen Höhe emporgeführt. Er ist einer der wenigen Steinbildhauer, die unter der alten Zunft vier Jahre gelernt haben. *• D i e Auszahlung der Ruhegehalts- undHinterbliebenenbezüge aus der Kasse der Hessischen Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte zu Darmstadt für den Monat November erfolgt wie man uns mitteilt, je zur Hälfte am 6. und 16. November. ** Volkshochschule. Mit dem heutigen Abend um 20 Llhr beginnen in der Llniversität folgende Kurse: „Schiller als Philosoph" von Prof. Dr. Kinkel, „Englisch für Anfänger" von Georg Graf, außerdem findet die von Studienrat Krauß angekündigte Vorbesprechung für Chorsingen im gemischten Chor statt. Zur Orientierung beachte man stets das Schwarze Brett der Volkshochschule im 2. Stock der Llniversität. Siehe heutige Anzeige. *• Schaufenster In Trümmern. Gestern morgen gegen 3A5 Llhr wurde ein Schaufenster der Gravieranstalt Gg. A l b o l d am Kirchenplah durch streitende junge Leute zerschlagen. Die Personalien der Täter konnten mit Hilfe des Wächters Reuter von der Rheinischen Wach- und Schließgesellschaft durch die Polizei festgestellt werden. ** E i n b r u ch. In der Nacht zum Sonntag dran- gen Einbrecher in das Bootshaus des Marinevereins, das sich in dem Gartengelände diesseits der Lahn befindet, ein. Die Eindringlinge nahmen ihren Weg über eine Leiter, die sie aus einem Nachbargarten heranholten, und durch ein hochgelegenes Fenster. Gestohlen wurden ein Radiogerät, Marke Geatrix, Nr. 404 263, im Werte von 350 Mark, 50 Scballvlatten im Werte von 150 Mark, und zwei Schalldosen des Grammophons im Werte von 80 Mark. Sachdienliche Mitteilungen werden an die Kriminalpolizei erbeten. ** Eine öffentliche Bauernversamm. lung veranstaltet die Deutschnationale Dolkspartei am Donnerstag, 5. November, 11 Uhr, im Trappschen Saale zu Friedberg. Es sprechen die Reichstagsabgeordneten Oldenburg-Ianuschau und Landwirt Stubbendorf. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich, Sprechstunden der Redaktion. 11.30 biß 12.30 Hur, 16 biß 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st ekle zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügteß Rückporto wird feine Gewähr übernommen. V Schutz gegen WPV/ (sprich:Maxul) WXOUL- UND jetzt in Maxoul-Mischung KISSNER S Mw So nennt man die kleinen Spitzenblätter der ostmacedonischen Tabak-Pflan ze. Sie sind der Sonne am stärksten ausgesetzt und entwickeln deshalb den grössten Reichtum an Aroma. Diese kostbaren MAXOULS, die bislang nur den teu= ersten Zigaretten vorbehalten waren, verwenden wir nunmehr auch für i s V) < Nur bis Mittwoch abend dauert der große sensationelle Verkauf im y Modehaus Salomon Es sind noch viel staunend billige Angebote am Lager wie: Waschsamt. 1 m, 70 cm br., gute 4 Kleiderware, moderne Master.....I Frottierhandtücher. 55 llOod. 4 80 100 groß, des. schwere Qualität I Damen- und Herren-Handschuhe, Wildleder-Imitation, od. 4 Trikot mit Halbfutter............I Damen-Strümpfe, künstliche Waschseide, feinfädig und haltbar, 4 in vielen modernen Farben......I Damen-Strümpfe, Mako, echt ägypt., bes. empfehlensw. f. Haush 4 u Wand., da äußerst widerstandsfah I Damast, 1 m, Blumen- u. 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Nov., nachmittags i.30 Uhr, auf dem Wirberg statt __7396 o Gott dem Allmächtigen hat es gefallen um Mitternacht des 31. Oktober, unsre liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Fran Anna Elisabetta Stark, geb. Köhler nach schwerem Leiden zu sich zu nehmen. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Karl und Wilhelm Stark. Vermietungen 7-Innnier- Wohnung mit Heizung u. all. Zubehör per l.Dez. ob. 1. Jan. zu vermieten. Geeign. für Rechtsanwalt ober Arzt. Näheres bei Förster, I o 6429 Bahnhofstrasse 71 Nähe ber Klinik, u. Bahnhof sch. möbl. Timmer rn.elektr Lichtz.vm. (Srcbnerftr. 33 II. LluSsihveibeu. ,ln bcr Gemeinde Ober-Ingelheim am Rhein «zirka 4000 Einw.), bcbeutenbcr Wein ort. Sih eines Amtsgerichts, eines Notariats, eines Finanzamtes unb einer Realschule, in Rheinhessen an ber Bahnstrecke Mainz-Bingen, ist bie Stelle eines SevufSbüvsevmeifievs per 1. Avril 1932 zu besehen. Die Wahl erfolgt nach Art. 88 ber Hess. Cbocni.-Crbituug auf 9 Jahre burch bcn Gemeinderat. Die Besolbung richtet sich nach bem Hess. OJefeb bett, bie Besolbung ber Hess. Staatsbeamten, unb zwar nach bcr neuen Gruppenbezeicimung: (Wruppe A 3 b mit Aufstiegniöglidikeit nach Gruppe A 3 a. Ruhegehalt richtet sich nach bem Bersicherungsgeiev für nenieinblidic Beamte. DaS Besolbungobienstalter wirb von bem Gemeinberat im Einvernehmen mit bem Kreisamt festgesetzt. Die burd) bie Notverorbnungen unb Beschluh des GemeinberatS festgelegten Gehaltsabzüge finben Anwenbung. «Geeignete Beiverber, tüdit unter 30 Jahre unb nicht über 45 Jahre alt — ent* svrechenbe Borbilbungs-Erfahrimgen in Kommiinal-Angelegenbeiten sind erwünscht — werben gebeten, ihre Bewerbungen mit Lebenslauf unb Lichtbilb verscholl, mit bem Kennwort „Bürger- ineistcrwahl" auf beut Briefumschlag bcr Bürgermeisterei L?ber-Jngelheim am Rhein bis zum 15. November 1931 in Einschreibebrief cinutreicbcn. Persönliche Vorstellung vorerst nicht ernninfdit. L?ber-Jngelhcim. bcn 29. Cft. 1931. Hess. Bürgermeisterei: [ zseeD I. B.: Ire und, Beigeordneter. Bekanntmachung. Der vom Gemeinberat angenommene Voranschlag der Stabt Lieh für das Rj. 1931 liegt vom 3. November 1931 ab eine Woche lang auf dem Bürgermeistereibüro während der Dienststunden zur Einsicht der Beteiligten offen. 7395D Einwendungen gegen seinen Inhalt können von den Beteiligten während der Offenlage bei der Bürgermeisterei schriftlich ober zu Protokoll vorgebi-ocht werden. Lich, den 31. Oktober 1931. Hessische Bürgermeisterei Lich. ______________Geil.______________ Bullenverkauf. Die Gemeinde Gruningen kauft einen 14 bis 16 Monate alten Simmentaler Bullen. Besitzer wollen sich beim Bürgermeister melden. 7387D Hessische Bürgermeisterei Grüningen. Euler. Billiges Linoleum Durchgemusterte Ware Ausverkaufsmuster 7398 a per qm Hk. 3.50, 4.75, 5.35 Reste besonders preiswert Heinrich Hochstätter In schönem, gut gelegen. Haus ist die I. Etage (6 Zimm. m. Küche, eleftr. Licht, Ben- tralheiz.) zu verm. Schriftl. Ang. unt. 06440 a. b. G. A. 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Das Gastspiel des Operettentheaters Hamborn, dem das Gießener Publikum gestern einen überaus amüsanten Theaterabend zu verdanken hatte, war von Direktor Theo Bachenheimer inszeniert, der beliebtesten englischen Zauberkünstler, der verstorbene Charles Bertram, diese Kunst zunächst als Steckenpferd und verdiente sein Brot als Geschäftsmann. Doch dann kamen schlechte Zeiten, und aus dem Spaß wurde nun Ernst: er wußte seine bis dahin brotlose Geschicklichkeit zu einer reichen Verdienstquelle zu gestalten. Wer in einen solchen „Magischen Zirkel" ausgenommen werden will, muß eine gewisse Vorbildung aus- weisen, die er sich am besten durch Unterricht bei einem bekannten Berufs-Taschenspieler verschafft. Sehr gesucht als Lehrer des Zauberns ist in England der berühmte Illusionist David Devant, der sich jetzt von der Bühne zurückgezogen hat. Er erzählt in einer englischen Wochenschrift einige Erlebnisse mit seinen Schülern. Ein Herr in mittleren Zähren, der bei ihm Stunde nahm, zeigte nicht die geringste Begabung, so daß ihm Devant schließlich sagte, er werde es niemals auch nur zu einem mittelmäßigen Zauberer bringen. Zu seiner Ueberraschung war der Schüler darüber gar nicht unglücklich. Auf Befragen verriet er, daß er durchaus nicht die Absicht hege, sich der schwarzen Kunst zu verschreiben: er sei nur auf Drängen seiner Frau in die Stunden gekommen: diese hatte Devant seine Wunder auf der Bühne vollführen sehen und war fast krank vor Neugierde, zu erfahren, „wie es gemacht wird". Sie zwang daher ihren Gat- ten, sich im Unterricht die Sachen vormachen zu lassen, um so die Geheimnisse herauszubekommen. Ein unangenehmes Abenteuer hatte Devant, als er einmal in einer mondhellen Nacht durch eine menschenleere Straße nach Hause ging. Plötzlich sprang unvermutet ein großer Mann hinter einer Ecke hervor und starrte ihn durchdringend an. „Sie sind doch der Mann, der Geld macht?" schrie er. „Ich habe gesehen, wie Sw es machten." Devants Blut gerann, als er sich erinnerte, daß er vor kurzem eine Vorstellung m einer Irrenanstalt gegeben hatte, bei der er Geldstücke aus der Luft gezaubert hatte. „Zeigen Sie mir sofort, wie man Geld macht" verlangte der Geisteskranke. Der Zauberstünstler sich in einer gefährlichen Lage und konnte von Gluck sagen, daß im letzten Augenblick noch A arter herbeikamen, die den Entsprungenen gefangen nahmen. Zaubern als Steckenpferd. Die Hauptversammlung des deutschen „Magischen Zirkels" in Berlin, die mit einer Ausstellung von allen möglichen Zauberapparaten und von Zauberliteratur verknüpft war, hat die Aufmerksamkeit auf diese Liebhaberei gelenkt, die nicht nur von den berufsmäßigen Zauberkünstlern, sondern auch von manchen Privatleuten gepflegt wird. Amateur-Magier aus aller Welt waren vertreten, die ihre Tricks vorführten und es dabei mit den besten Zaubermeistern der Bühne aufnahmen. Besonders verbreitet ist dieses Steckenpferd in England, wo der „Magische Zirkel", der große Londoner Zauberklub, 350 Mitglieder umfaßt, die alle Meister auf ihrem Gebiet sind. Man findet hier Vertreter aller Berufe. Hohe Gerichtsbeamte versammeln bei den Klubsihungen eine sachverständige Schar um sich, die ihre neuesten Errungenschaften bewundert und zu erklären sucht. Auch angesehene Aerzte gehören zu diesem Zaubererkrcis, und sogar ein Mitglied der Regierung, I. H. Thomas, zeichnet sich in der Taschenspielerei aus. Er hat schon öfters gesagt, daß er immer noch, wenn es mit der Politik nicht mehr ginge, sich sein gutes Brot durch feine Kartenkunststücke verdienen könnte. Einer der bekanntesten englischen Rechtsanwälte, Sir Patrick Hastings, betätigt sich ebenfalls auf diesem Gebiet, tritt aber selten im Klub hervor. Sein größtes Vergnügen ist, Kinder mit seinen Tricks zu unterhalten, und er ist daher in seinem weiten Bekanntenkreise der beliebteste „Onkel". Bisweilen kommt es vor, daß solch ein'leiten- So wurde auch die zweite Operettenaufführung dieses Winters ein großer Erfolg vor einem angeregt erheiterten Publikum — mit Applaus bei offener Szene und zahlreichen Wiederholungen. Es besteht Anlaß, darauf hinzuweisen, daß die Bezeichnung „einheimische Kräfte^' im Bericht über die Schwankoperette „Frauen haben das gern...!" sich lediglich auf die im Programmheft genannten Mitwirkenden bezog. hth. nach ihr (!) an derselben Stelle ihres Amtsblattes die Losung „Die öffentliche Speisung ist ein machtvoller Faktor des sozialistischen Aufbaues!" aus- gibt, wo zwei Tage vorher jene Einweihung verherrlicht worden ist! Ordensregen, ja. Aber besseres Essen? Nein. Zwar hat sich in der öffentlichen Speisung seit dem entsprechenden Regie- rungsdetret vor anderthalb Monaten schon manches gebessert, berichten die „Jswestija", qber sie klagen dennoch: „Nach wie vor spüren die öffentlichen Speiseanstalten einen bitteren Mangel an Inventar und Berufskleidung. Löffel, Messer, Gabeln, Teller, alles das sind noch immer in hohem Maße Defizitwaren." „Keine hygienischen, und sanitären Regeln schlagen dort ein, wo der Arbeiter einer Speiseanstalt seine Berufskleidung tagelang nicht wechseln kann. Wir haben etwa 150 000 Arbeiter in solchen Anstalten, aber mit Berufskleidung sind nur die wenigsten versehett." „Die weitere Entwicklung der öffentlichen Speisung wird durch das Problem der Ausrüstung mit Inventar gehindert. Die von der Industrie zur Herstellung solchen Inventars unternommene Beauftragung bestimmter Fabriken führt zu nichts." Alle solche Klagen aber laufen darauf hinaus: Macht die öffentliche Speisung zur Massen- speisung! And wer noch immer nicht den Pferdefuß erkannt hat, der überdenke einen Augenblick diese schlichten Worte eines sonst sehr loyalen Arbeiters: „Wie der neue Zusahlohn einen auf die Stange des Lohntarifs umgestülpten Brotkorb darstellt, wie der Kreml künftig die Stange nur zu verkürzen oder zu verlängern braucht, um uns hungern zu machen oder zu sättigen, so werden die öffentlichen Speiseanstalten immer mehr zur Gesindeküche des feudalen Herrn, unseres Staates. Denn der Witz liegt doch darin, daß die Speiseanstalten schon heute bewußt einmal gut, einmal schlecht mit Nahrungsmitteln oder Löffeln und Gabeln ausgerüstet werden, je nach der politischen Gefügigkeit der einen und anderen Fabrik, Gewerkschaft oder Lohngruppe." Gießener Stadttheater. Gastspiel pes Operettentheaters Hamborn: „Im meisten Nötz'l". Einer der stärksten und dauerhaftesten Berliner Theatererfolge der letzten Zeit war das „Weiße Röß'l" in der Inszenierung von Charell im Großen Schauspielhaus: ein Erfolg, der sich nicht nur über öic gesamte deutsche Provinz ausgebreitet hat, sondern auch weit über unsere Grenzen gedrungen ist — bis nach London sogar. den Wettlauf aller Parteien um die Gunst der Massen und die in den letzten Jahren allenthalben zutage getretene Großmannssucht machte der Redner für unser Wirtschaftselend mit verantwortlich. Damit müsse jetzt gründlich und endgültig gebrochen, das Steuer müsse herumgeworfen werden. Untere Politik müsse hinweg von den sozialistischen Grundsätzen, sie müsse sich jetzt auch zu unpopulären Maßnahmen entschließen. Die Staatsführung müsse das Volk von der Notwendigkeit und Richtigkeit dieser Wandlung unterrichten und überzeugen. Kein anderer Weg führe zur Lösung der Krise als der, den Ursachen des Verfalls zu Leibe zu gehen. Der Redner kritisierte dann die neuen Belastungen aus der Juni-Notverordnung und betonte, daß die Zeit der Entlastung durch den Hoover-Plan von Deutschland dazu benutzt werden müsse, alle Reformen mit größtem Nachdruck d u r ch z u f ü h r e n. Er bemängelte, baß bis heute in dieser Hinsicht noch kein einheitliches Programm ausgearbeitet worden sei, um uns auf dieser Grundlage außenpolitisch widerstandsfähig zu machen in; Hinblick auf den baldigen Ablauf des Stillhalteabkommens. Diesen Mangel an einem festen und klaren Programm führte der Redner auf Hemmungen zurück, die von der Sozialdemokratie gekommen seien, um sog. Errungenschaften ter Revolution zu sichern. Er betonte, daß wir politisch und wirtschaftlich heute weiter wären, wenn der Reichskanzler nach den Reichstagswahlen vorn September 1930 die Kräfte, die damals ein so starkes Vertrauensvotum vom Volke erhielten, sofort in die Verantwortung gestellt hätte, anstatt sie weiter in der Agitation verharren zu lassen: ferner habe sich der Aus- musikalischen Einlagen von wie Granichstädten, Stolz. . * Das Ganze ist eine ein Rußlands neue Lohnpolitik. Die Geißel 6er Arbeitsnorm. - Der Brotkorb auf der Stange. Don unserem dl.-Berichterstatter. Es handelt sich um das gute, alte, unverwüstliche Lustspiel von Blumenthal und K a d e l b u r g , das schon über zahllose Bühnen gegangen ist; aus ihm hat Hans Müller eine Operette gemacht, und Benatzky, einer unserer begabtesten modernen Komponisten, hat eine überaus geschmeidige, pointierte und in ihren besten Teilen schon ganz volkstümlich gewordene Musik dazu geschrieben, deren Durchschlagskraft auf der geschickten Mischung von alter, unkomplizierter Melodiesührung und neuzeitlicher Instrumentierung beruht. Die Gesangstexte stainmen von " ' theatralisch außerordentlich gelungene Schöpfung, deren sensationellen Publikumserfolg man sofort begreift, wenn man erlebt, wie die traditionellen Lustspielverwicklungen am Wolfgangsee vor den Toren des Wirtshauses ^Zum weihen Röß'l" hier mit Gesang und Tanz, mit Girls und Buam, mit Feuerwehrkapelle und Jungfrauenverein, revuemäßig aufgemacht sind, ohne daß die teils humorvollen, teils sehr rührenden Elemente der alten Fabel darüber vergessen worden wären. Und also kommen sowohl die diver- Die Deaische Volkspartei im Wahlkampf Der Parteiführer Abg. Dingeldey spricht in Gießen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Moskau, Oktober 1931. Aus der russischen Erde ist jetzt wieder ein Industriegigant gestampft worden, wo vor einem Jahr noch kein Zaun stand: das Traktorenwerk in Charkow. 140 bis 160 Traktoren täglich werten hier zu bauen geplant. Und an demselben Tag weihte die Regierung e i n e L a st - autofabrik bei Moskau ein, deren Jahresproduktion mit 25 000 großen Lastautos für die Industrie, die Landwirtschaft und den Handel beginnen soll. Auch diese Fabrik ist sozusagen aus dem Nichts entstanden, aus einer noch unter dem Zarismus angelegten kleinen Fabrik, in ter bis dahin nur 1400 Arbeiter beschäftigt waren, deren Zahl sich aber mit einem Schlag auf 14 000 erhöht hat. Die Produktionspläne sollen sich von Jahr zu Jahr steigern, mit ihr auch die Arbeitermassen, und bis zum Jahresende 1931 stehen noch 516 neue Unternehmungen zur Einweihung, davon so bekannte und vielgerühmte wie Magnetogorsk und Kusnezk. Mit Stolz rechnen die Blätter aus, daß sich das Industrie- Grundkapital in den letzten fünfJa streu vvn 6 auf 14 Milliarden erhöht hat, daß bis zum Jahresende täglich noch 2 bis 3 Unternehmen eröffnet werden, daß z. B. in der Herstellung von Lastautos durch eine einzige Fabrik, die neue, jede amerikanische Leistung weit übertroffen wird, — es hat des Rechnens fein Ende. Doch wer hielte beim Lesen der vielen schönen Reden aus Anlaß solcher Erfolge nicht einmal wenigstens inne, wenn versteckt und so nebenbei erwähnt wird: „Die von den Werktätigen der Sowjetunion auf gesparten Milliarden beginnen zu leben in der Gestalt gigantischer metallurgischer, chemischer und großer Maschinenbaufabriken. Alle diese Unternehmungen beginnen ihre Milliardenproduktion an Gußeisen, Metall, Kohle, Maschinen, Traktoren und Werkbänken, die für das Einhalten der weiteren Tempi ter Industrialisierung und den sozialistischen Umbau der Landwirtschaft so nötig sind?" Wer hält nicht inne — „Milliardenersparnisse für Milliardentempi?" ... Nein, nicht Sparkassenguthaben sind damit gemeint, sondern die Erträge der Entbehrungen des rußländischen Dölkermeeres zunutzen des — Sozialismus. So, und nur so ist es gemeint. Man nimmt im Arbeiterparadies kein Blatt vor den Mund. Aus dem Ertrag der Entbehrungen wird die Zukunft gebaut — an sich wie überall heute in der Welt, und dennoch von besonderer Art, ton so besonderer Art, daß der zweite Fünfjahresplan 1934 bis 1938 einen entschiedenen Bruch mit dem Bau von Industriegiganten bedeuten wird. Man plant nur einen Ausbau und eine Verbesserung des Verkehrswesens, der Elektrowirtschaft und der Versorgungsindustrie für den inneren Markt. Denn mit dem Abschluß des jetzigen Fünfjast- resplanes 1933 wird der Sowjetstaat technisch saturiert sein. Wir sagen, der Cntbehrungsertrag im Sow- jetlante sei von besonderer Art und denken dabei an das neue bolschewistische Lohn- system, das seit dem 1. Oktober in Kraft ist. Seine politische Bedeutung steht der finanziellen in keiner Weife nach. Es bezweckt nämlich nicht nur eine quantitative und qualitative Steigerung der Arbeit und ihre geldliche Klassifizierung, um die bedrohlichen Breschen der Industrialisierung und Kollektivierung schleunigst auszufüllen. Sondern fein politischer Sinn liegt in einem neuen „ Ausglei ch" zwischen Staat und Volk, im einzelnen zwischen dem Staat als Arbeitgeber und dem Jndustrieproletariat als Arbeitnehmer, zwischen Staatswirtschaft und Gewerkschaftspolitik. Die besondere Tendenz des neuen Lohnsystems wird schon aus der Ablehnung des Standpunktes der Sowjetgewerkschaften klar, wonach Gewerkschaft und Arbeiterschaft sich an den Interessen ter Jndustrieverwal- Die Deutsche Volkspartei in Gießen trat gestern abend mit einer sehr stark besuchten öffentlichen Wählerversammlung im Cafe Leib in den Wahlkampf ein. Der Parteiführer ASg. Dingeldey sprach über die großen Fragen der Reichs- und der hessischen Landespolitik. Er wies einleitend auf die bevorstehenden deutsch-französischen Verhandlungen hin und betonte dabei, wir stünden heute diplomatisch und macht- politisch wieder da, wo Präsident Hoover das Feierjahr verkündet habe. Amerika sei in die Front derer eingeschwenkt, die Deutschland auf den Weg einer Verständigung mit Frankreich drängen und von dieser Verständigung ihre Stellung zu den europäischen Dingen abhängig machen. Der Redner erklärte, es sei zu bezweifeln, daß der Wille zu einer Verständigung auf der Grundlage der Gleichberechtigung — nur unter dieser Bedingung komme für uns eine Verständigung in Betracht — in Frankreich vorhanden sei, es sei vielmehr zu befürchten, daß Frankreich die politische und wirtschaftliche Gunst der Machtverteilung ausnuhen wolle, um alte Machtforderungen durchzusehen. Jetzt drehe es sich nicht nur um die Fragen der militärischen Macht, der Freiheit, der Ehre und des Nationalgefühls, sondern es gehe jetzt auch um die wirtschaftlichen Probleme. Nach einem Hinweis auf England, das jetzt unter den gleichen Wirtschaftsschwierigkeiten wie Deutschland leide, betonte der Redner, hier wie dort seien es die gleichen ztoei Ursachen für den Verfall: die Herrschaft der sozialistischen Irrlehren und Frankreichs Machtstreben. Der gesunde Wirt- schastsgedanke sei verfälscht worden durch die sozialistischen Irrlehren, und dadurch sei unsere Wirtschaft so schwer getroffen worden. Aber auch hing nicht beteiligen können, „weil man ja nicht zu gleicher Zeit ein Unternehmen nach kommer- ziellen Grundsätzen leiten und die ökonomischen Interessen des Lohnarbeiters vertreten kann". Ihrerseits gibt nun die neue Lohnpolitik vor, den Gegensatz zwischen staatlichem Arbeitgeber und privatem Lohnarbeiter, also zwischen Staat und Gewerkschaft, überbrücken zu können. Das neue Aezept heißt technische Normierung. Aber hinter diesem unverfänglichen Schlagwort steckt mehr als nur ein einheitlicher staat- "cher Plan- und proletarischer Lohnbegriff. Formal zwar umfaßt er sowohl das, was der Staat plant, und das, was der Arbeiter leistet, aber ter alte Gegensatz Staat — Gewerkschaft ist damit noch keineswegs behoben. Im Gegenteil: Wenn auch der Staat nicht mehr plant, als der Arbeiter gutwillig leisten kann, und der Arbeiter sich auch als nicht mehr betrachtet, denn eine Ma- ichtue, so gibt den Ausschlag in der technischen Normierung doch immer wieder der Staat. Denn die staatlichen Pläne sind nicht nur Wirtschafts-, sondern vor allem P a r t e i p o 1 i t i k, ter Arbeiter aber wird zu ihrer Erfüllung künftig von den Gewerkschaften nur instruiert, wie er eine jeweilige Arbeitsaufgabe am praktischsten und erfolgreichsten löst. Ganz unverblümt kommentieren die „Jfwestija" das neue Lohnsystem mit ten Worten: „Die Verwirklichung der hohen Tempi des sozialistischen Aufbaues verlangt die Unterordnung aller treibenden Wirtschaftsfaktoren, darunter auch des Arbeitslohnes, unter die Interessen der Volkswirtschaft." Und ohne Wimperzucken ob solcher doch in nichts vom Kapitalismus unterschiedenen Forderung redet das Regierungsblatt der Arbeiterschaft pharisäisch zu, nur ja mit aller Energie auf seine richtige Jnstruierung zur Verwirklichung der — angeblich gemeinsam aufgestellten — technischen Normierung zu pochen. Weiter kann kein Pharisäertum mehr langen. Der Kern des neuen Lohnsystems nämlich besteht im Zusahlohn für quantitative und qualitative Arbeitsleistung über ter technischen Normierung. Die Norm aber wird von der Regierung je nach den politischen Bedürfnissen der Partei bzw. ihren volkswirtschaftlichen Interessen festgesetzt, wie wir. schon sahen, denn das Tempo des sozialistischen Ausbaues gibt der Arbeitgeber auch hier an. Aoch klarer jedoch wird die Falschheit dieser Lohnreform durch die Vergrößerung der Spannweite zwischen der Entlohnung von einfacher und qualifizierter Arbeit, falsch deshalb, weil auch die neue Lohnpolitik und gerade sie von der grundsätzlichen Gleichheit der Menschen faselt. Ja, dies neue System gewährt dem bisher so verachteten intellektuellen Fachmann schon bei bloßer Annäherung seiner Arbeitsleistung an die Norm einen progressiven Zusatzlohn, während der gewöhnliche Meister (etwa der Maschinenmeister) erst über ter Norm Zusahlohn erhält. Zur Begründung solcher Politik redet die Regierung sich mit der ungenügenden Arbeitsleistung auf den Fabriken und sonst heraus. Freilich, die Arbeitsleistung war und ist nur gering, und zwar aus Granden sowohl der Trägheit wie auch der schlechten Lebensverhältnisse, ohne Zweifel. Aber mit dem neuen Lohn- stzstem will man ja nicht nur die Arbeit verbessern, sondern auch — und vor allem — den katastrophalen Gegensatz Staatswirtschaft — Gewerkschaftspolitik aus der Welt schaffen. Künftig also hilft hierzu die technische Normierung, formal von beiden Seiten festgelegt, tatsächlich aber jetzt erst recht die Knute in der Hand der Partei- und Staatspolitik. Die Regierung besitzt den Ausschlag beim Bestimmen des Aufbautempos, die Arbeiterschaft bei ihrer „Jnstruierung" durch die Gewerkschaften darin, wie sie die Pläne des Staates und der Partei am besten erfüllt. Wo die Gewerk- schaften politisch nicht gefügig sind, erhöht der Staat die technische Normierung, um den Zusah- tohn weiter fortzurücken, und umgekehrt: wer sich fügt, erhält eine günstigere Normierung vorgeschrieben und verdient damit einen leichteren und größeren Zusatzlohn. Die Widerspenstigen aber mögen nur ruhig aus der Haut fahren, ihnen wird eine Normierung gegeben, an der sie sich totarbeiten können und doch nichts verdienen. Im offiziellen Sowjetjargon heißt man das: Prä- miensystem nach bolschewistischen Grundsätzen oder größere Geschmeidigkeit des Tarifsystems. So ist also auch im Sowjetstaat das Darifshstem noch immer die Trennungsmauer zwilchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, nur daß das Kind hier einen anderen Namen hat. Ganz klar aber wird die politische Bedeutung dieser Lohnpolitik erst bei Berücksichtigung des eingangs angebuteten Ueberleitens der Planwirtschaft von den forcierten Schlüsselindustrien zu der kleineren und mittleren Versorgungsindustrie. Allerdings, diese Ueberleitung nimmt ihre zwei bis drei Jahre gut in Anspruch. Aber schon jetzt hat die Regierung sich durch die öffentliche Speisung ter Arbeitermasse ein Mittel gesichert, dessen Anwendung ihr gerate dort, wo die Begeisterung des Arbeiters für Industriegiganten wegen deren Freßgier auf den proletarischen Entbehrungsertrag immer mehr aufhört, das Vorrecht eines Staatsseudalismus sehr wohl sichern wird. Ist es nicht ein vielsagendes Beispiel, daß bei der pompösen Einweihung der eingangs erwähnten Industriegiganten zwar jede Begeisterung in Worten vorhanden war, daß aber nur ein einziger Betrieb im ganzen Sowjetstaat an diesem -tage wirklich mehr als sonst gearbeitet hat, ein Dankesgruß quasi an die Regierung?! Nur ein Kohlenschacht gab sich zu einer so beredten Kundgebung mit der Tat her. Alles andere in Rußland feierte das große Ereignis mit einem genaueren Hinhoren auf den knurrenden Magen unter dem festgeschnürten Hosengürtel. Und ist es nicht auch ein Eingeständnis der Regierung selbst, daß sie zwei Tage nach der Einweihung, schon zwei Tage I der zugleich für Spielleitung und Tanzregie ver- I antwortlich zeichnete. Er brachte eine vorzüglich eingespielte Aufführung heraus, die sich durch 'einfallsreiche Regie und große Ausstattung wie durch Tempo, Stimmung und bemerkenswerte darstellerische Leistungen erfreulich auszeichnete. Den musikalischen Teil der Vorstellung leitete Kapellmeister Will). Bachenheimer, der die dankbare Partitur mit straffer Stabführung betreute und für klaren Einsatz und kräftige Chorwirkung sorgte. Karl Löffler hat einen lustigen, mit leicht auswechselbaren Dekorationen versehenen Bühnenrahmen für das farbig bewegte Spiel entworfen. Im Mittelpunkt des zum großen Teil vom vorigen Jahre her schon bekannten Ensembles stand Hans Schröck in der Rolle des Leopold Brandmeyer, der gesanglich und darstellerisch eine brillante Leistung zeigte und überhaupt als eine der fähigsten Kräfte der Hamborner Operette erscheint; wir kennen ihn von Frankfurt her und finden, daß sich seine sympathische Naturstimme in Technik und Umfang erstaunlich vervollkommnet hat; sein österreichisch-liebenswürdiges, heiteres Spieltalent macht ihn überdies für derartige Aufgabe besonders geeignet. Das Äuftrittslied im ersten Akt und das aktuelle Potpourri moderner Schlager im zweiten waren ausgesprochene Publikumserfolge. Eine ebenbürtige Leistung bot Otto Kraatz, den wir selten in so guter Form erlebt haben wie hier in der Rolle des Giesecke, einer mit blühendem, berlinerischen Humor saftig und prall gegebenen Operettenfigur; sein Salzkammerguter Schuhplattler im zweiten Akt war eine äußerst fidele und aufgedrehte Angelegenheit; überhaupt erscheint diese Szene typisch für die bühnenmäßige Wirksamkeit und volkstümliche Durchschlagskraft eines mit großem Betrieb aufgemachten „Weißen Röß'ls". Auch sonst gab es eine Reihe erfreulicher Leistungen zu verzeichnen: Ida B a u e r als die fesche und resolute Wirtin; die pikante und witzige Soubrette Anny Sperg als Ottilie; Alfred Fi r - ment, ebenfalls eine neue Ersechinung, stattlicher blonder Liebhaber mit guter Stimme und guter Haltung; Erich Berry, der zu allgemeinem Ergötzen mit einem Hauptschlager aufwartete: „Was kann der Siegismund dafür, daß er so schön ist?"; die komischen Vergnügungsreifenden Nuschi Wies- ner und Fred Roth; Tilly Kaulmann als . fchaftlicher Freund der Zauberkunst vorn „Ama- Klärchen; Adolf Wiesner als Hinzelmann und, teur“ zum „Professional" wird. So betrieb einer Earl Santori als leutseliger Kaiser Franz. — -^6 2-OIO 5 MM 1.7'°? V»5' Hy 0 3 3 r"« •• 3anlas e.’päo'hs.tf 2.2.° -7’ s- - n c2 m2 0 T 2» = 2 2 » 2 T = r, 3» « • --ä- o 2 = 3- 0 - 1 2 C. ci C: C» n» ^2^ zug der RechtSoppositlon au« dem Reichstag verhängnisvoll für unsere Wirtschaft auSgewirkt. Jehl komme es darauf an, mit Klarheit und Lnt- schlossenheit alle Kräfte im Volke nach der Richtung zusammenzufassen. die mit Sicherheit von dem verhängnisvollen Dege sozialistischer Dirt- schaftsideen hinwegführe. Auch Hitler habe längst erkannt, daß er b«i dem Worte »nationalsozialistisch" heute ÖÄ Schwergewicht auf .national" legen müsse und kei. neblet sozialistisch« Experimente machen könne. Die ÄuSeiyandersetzung im Innern mit den wirtschaftlichen Irrlehren der Sozialdemokratie und nach außen mit der französischen Machtpolttik könne von dem deutschen Volke nur durchgehalten werden, wenn eine ganzbreiteZrontdeSDolkeS, beseelt von toirlliä) nationalen tiöc- danken, sich zusammenfinde. Dor diese Ausgabe batte der Reichskanzler die Führer der Parteien stellen müssen, und wer sich da versagt hätte, wäre vor dem Volke mit der Verantwortung belastet gewesen. Leider sei der Reichskanzler diesen Weg nicht gegangen. Alle Kräfte müßten so eingeordnet werden daß sie nicht daS Gefüge deS Staates sprengen, sondern eS mit tragen Helsen. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang an seine Unterredungen mit Hi t - l e r und betonte, solche Aussprachen hätte auch die StaatSführung vornehmen müssen. ES komme dar. auf an, alle aufbauendenKräfte her. anzuziehen. Eine wirkliche Verständigung zwischen den Rationen werde auf die Dauer nur dannmöglich fein, wenn sie von den nationalen Kräften getragen werde. Aber eine solche Verständigung fei nur möglich, wenn die Freiheit, die Ehre, die Lebenskraft und der Lebensraum unsere» Volke» dabei sichergestellt würden. (Eine solche Außcnvolitik sei nur müalich, wenn im Innern eine Politik geführt werde, die mit dem Schutt der letzten zehn Jahre auf. räume. Der Redner beschäftigte sich dann kurz mit f) e f - s e n, wobei er hier wie in bezug auf das Reich die politische Linie kritisierte, die vom M i t t e l st a n d hinweg zu den Großkonzernen geführt habe, und die e» zu revidieren gelte. Sodann roür- digte er mit warmen Worten den nationalen Schwung und Idealismus in der Jugend, wies ander- leit» mit großem Nachdruck auf die kommunistische Wühlarbeit hin und forderte gegen diese Wegbc - reitung für den Bolschewismus den energischen Einsatz aller Machtmittel des Staates. Auch hier fei bisher nichts geschehen. Angesichts dieser ganzen Verhältnisse hätten er und seine politischen Freunde sich zur Opposition aegen Brüning entschlossen. Der Redner forderte, daß die Reichsregierung sich stützen solle auf die Kräfte, die den willen zur nationalen Abwehr hätten, die bereit seien, alle Gegensätze hinwegzufegen durch den willen, eine wirklich nationale Politik zu führen. Ein solcher Ruf werde, wie in England, in Deutschland ein starkes Echo finden und parteipolitische Fesseln lösen. Dazu müsse aber dasSteuerher- umgewo r f e n werden. Der Redner meinte, daß sich in dieser Richtung seht zwischen dem Zentrum und den Nationalsozialisten Faden entwickelten, die auf eine Verständigung zwischen diesen Parteien hoffen ließen und einen Weg frei machten, der von Der Sozialdemokratie hinweg, führe. Durch eine solche breite nationale Front könne das große Ziel erreicht werden^ das heiße: Wiederaufbau unseres Vaterlandes! (Langanhalten« der stürmischer Beifall.) Mit einem kurzen Schlußwort des Versammlung»- lelter». Oberreallehrer Appel, der zur Wahl der Deutschen Dolkspartel am 15. November aufforderte, fand die Kundgebung ihren Abschluß. Wenn LNenschen auseinandevgehn Dioman von I.Gchneider«Foerstl. Urheberrechtsschutz Verlag O. Mei st er, Werdau. 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten Ihre Wange drückte sich leicht aegen seinen Hal«. Wit dec linken Hand zeigte sie nach dem Stück Himmel, daS als großer Viereckausschnttt die Wipfel überdeckte. Sin Flugzeug schwebte heran. ..Er hat einen Moiordesekt." Talderon starrte angestrengt zur Höhe. Ein Aufschrei der jungen Frau. Ein Krachen! Versten! Dröhnens Splittern! Fetzen von Stahl und Holz! Witten In oie Krone einer Rieseneiche war oaS Flugzeug herabgestürzt und hing mit zerklüfteten Flanken und ausgeroilten Flügeln In dem Geäst, voi> dem daS Zweigwerk in wüsten Trümmern auf dem Rasen lag. EalderonS Arm hob sich hilflos. Seine Fuß« ruhten mit steinerner Schwere auf dem Tritt de« Fahrstuhl«. RoSmarie eilte zwischen den Rhodo- dendronbüschen der IlnglückSstelle zu. Eine blutende Männergestalt lag im Grase, wundgeschlagene Lippen zitterten In unverständlichen Lauten und unzusammenhängenden Worten. Der rechte Arm hing au« dem Gelenk, und e« zuckle in dem blutüberströmten Gesicht von tausend Schmerzen. ..Ich bringe Ihnen Hilfe!" RoSmarie rannte über die aroße Wlesensläche dem Hause zu, da« mächtige Abendschatten warf. Zehn Winuten später war der verunglückte Pilot in sachgemäßer Vebandlung de« Dr. Ley. ..Der Mensch muß Glück haben", sagte dieser und schüttelte langsam ein Morphiumpulver auf den Sllberlösfel, den RoSmarie ihm entflogen» hielt. ..Del so etwa« bricht man in bet Regel da« Genick. Die paar Schrammen heilen wieder, wenn sie auch tief sind. Den gebrochenen Arm werben Sie wohl für ein paar Wonate, viel- leicht auch für Jahre hinaus al« Wetterprophet benützen können. E« hat alles seinen Vorteil." Der Pilot lächelte schmerzlich. „Würden Sie die Güt« haben, ein Telegramm für mich zu besorgen?" Der Doktor nickte und setzte ihm den Lössel an die Lippen. ..Erst brav da« Pulver nehmen " „Es hat Eile!" klang e« bittend. „Dann diktieren Sie in Gotte« 'Hamen." Di« -erschundenen Lippen öffneten sich mühsam: „Kommen unmöglich. Sturz mit dem Flugzeug. Schicke Ersatz. Tordv." Schöffen und Geschworene für *1932. In dem Ausschuß für die Auswahl derSchöffenundDeschworenen wurden für daS Jahr 1932 folgend« Haupt- und HilfS- schöffen bzw. Haupt- und Hilfsgeschworenen aus- gelost: hauptfchöffen für da. Große Jugendgericht. l. Dr. Wilhelm Flörke. Dießen. Ludwlgstr. 14. 2. Frau Christine Ottilie, Stadtverordnete, Gießen, Spanien ftraße 18. 3. Fritz Otterbein. Lehrer, Gießen, Ludwigstr. 52. 4. Ernst Schäfer, Apotheker, G'.eßen, Kugelberg 9. 5. IohcnncS Weller, Zimmermeisler, Leihgestern, Hilfsschöffen für das Große Zugendgericht. 1. Lehrerin Anna Albrecht, Gießern Alicen- ftraßc 27. 2 Frau Emma Adolph, Gießen, Frankfurter Straße 10. 3. Studienrat Adolf Cloh, Dießen, Wiesenstr. 2. 4. Frau Frieda Schecker, Witwe, Gießen, Lahn- ftraße 13. 5. Elise Schmahlbach, Kindergarten-Leiterin, Gießen, Gartcnstraße 30. 6. Wilhelm Dolkmann, Beamter, ®ießen, Asterweg 57. Hauptschöffen für das kleine Jugendgericht. 1. Wilhelm Muhl II., Alten-Duseck. 2. Ferdinand GanS II., Bürgermeister, Großen- Buscck 3. Ludwig Sebt I., RcichSbahnassistent *i. R., Großen-Llnden. 4. Ludwia Schepp, Schreinermeister, Hausen. 5. Frau Lilli Wacker, Hausfrau, Wieseck. 6. Albert Hartmann, Handlungsgehilfe, Heuchelheim. 7. Frau Studienrat Gebhardt, Gießen, Welcker- flraße 14. 8. Frau Christine Roll, Wwe., Geschäftsführerin. 9 Frau Karl Rehbock, Gießen. BiSmarckstr. 5. 10. Carl Schaub, Kaufmann, Gießen, Asterwea57. 11. Wilhelm Dolkmann, Beamter, Gießen, Aster- Weg 57. 12. Emmi Weller, Dießen, Marktplatz 14. hilfsfchöffen für das kleine Jugendgericht. 1. Heinrich Frank, Lehrer, D.eßen, Schillerichule. 2. Frau Helene Hammerschlag, Gießen, Alicen- ftraße 12. 3. Heinrich Deeg, Kupferschmied, Gießen, Aster- Weg 53. hauptgeschworene für da» Schwurgericht. 1. Kari Kolb, Installationsmeister, Gießen, Ludwigstraße 40. 2. Georg Beckmann, Krankenkassenangestellter, Gießen, Hinter den Schießgärten 10. 3. Peter Schäfer, Werkmeister, Gießen, Hille» branbftraße 14 4. Frau Marianne Hüter, geb. Weber, Gießen, ötclnftraße 90. 5. Karl Beil, Schreinermeister, Dießen, Bückingstraße 1. 6. Georg Waldschmidt III., Landwirt, Leihgestern. 7. Heinrich Etetnmüller, Maurer, Alten-Duseck- 8- Heinrich Karl Römer, Dorschlosser, Wieseck. 9. Karl Konrad Rern, Käsefabrilant, ßang» GönS- 10. Heinrich Lang, Arbeiter, Steinbach- hilfsgeschworene für da, Schwurgericht. 1 Georg Schwan, QBagncrmelfter, Dießen, Reustadt 55. 2. Franz Diener, Geschäftsführer, Dießen, Schanzenstraße 16. 3 Anton Wickert, Hausmeister, Dießen, Liebig- ftraße 20. 4 Karl Plank, Kaufmann, Dießen, Schottstraße 19. 5. Adolf Magenhelmer, Gewerlschaf tS-Angestell- ter, Gießen, Friedenstraße 43. 6. Georg Erhard, Bäckermeister, Gießen, Marburger Straße 34- 7. Hcinr.ch Baun, Glascrmeister, Gießen, Bleich- straße 2- 8. Josef Freithos, Weißbinder, Dießen, Cred- nerftraße 23. 9. Fritz Flimm, Kaufmann, Gießen, Marburger Straße 10. 10. Theodor Iudt, Kassendiener, Dießen, Bleichstraße 15. 11. Gustav Koch, Landwirt, Hausen. 12. Heinrich Weiß IV., Schuhmacher, Allendors an der Lumda. 13. Stephan Boßhammer, Former, Lollar, Hauptstraße 197. 14. Ernst Jung, Schaffner a. D. und Weißbinder, Watzenborn-Steinberg. 15. Wilhelm Kissel I., Landwirt. Garbenteich. 16. Wilhelm Daub, Landwirt und Gemeinberechner, Oppenrob. 17. Wilhelm Bingel, Landwirt. Drüningen. 18. Karl Wilhelm Weigand, Bahnarbeiter, Gro- ßen-Linden, Bahnhofstraße 91. 19. Heinrich Binz IV., Schuhmacher, Allendors an der Lahn, Obergaffe 9. 20. Heinrich Rinn XVI., Schneidermeister, Heuchelheim, Gießener Straße 21. hauptfchöffen für das Landgericht. 1. Gustav Krausch, Eisendreher, Dießen, Hamm- straße. 2. Gustav Petri, Kaufmann, Dießen, Bleichstraße 34. 3. WathiaS Michels, VerwaltungS-Oberasslstent, Dießen, Wilhelmstraße 82. 4. Willi Dolle, Gewerkschaftssekretär, Dießen, Aulweg 34. . 5- Christian Weeg, Schuhmacher, Gießen, Reucn- weg 11. 6. Wilhelm Dutermuth, Kaufmann, Großen- Llnden. 7. Karl Schäfer XIV., Werkmeister und Optiker, Wieseck, Gießener Straße 14. 8. Christian MöbuS I., Wcißbindermeister, Reiskirchen. Hilfsschöffen für da» Landgericht. 1. Christoph Croon, Färbereibesiher, Gießen, Marburger Straße 40. 2. Heinrich Babel, Eisendreher, Gießen. Am Ricgelpsad 88. 3. Wilhelm Moritz Werner, Schreiner, Gießen, Aulweg 36. 4. Karl Becker, Kaufmann, Dießen. Cbelstr. 34. 5. Karl Uhl. Landwirt, Dießen. Ebelstraße 28. 6. Karl Krebs, Hausverwalter, Gießen, Gasfky- ftraße 9. 7. Friedrich Weigel II., Glaset, Klein-Linden. 8. Johannes Blank, Zimmermann, Watzenborn- Steinberg. 9. Melchior Wißner, Landwirt, Climbach. 10. Heinrich Wilhelm Rau, Bürgermeister. Trohe. 11. Wilhelm Hahn II., Landwirt, Annerod. 12. Ludwig Muhl, Maurer, Beuern. hauptschösfen für da» Schöffengericht. 1. Hugo Luca», Postinspektor. Gießen, Frankfurter Straße 59. 2. Andrea» Götz, Eisendreher, Gießen, Frieden»- ftraße 9. 3. Eduard Schneider, Krankenpfleger, Gießen, Frie, dcnsstraße 31. 4. Johann horst, Schreiner, Gießen, Weserstr. 15. 5. Georg Löwer Kaufmann, Gießen, Moltkestr. 10. 6. Wilhelm Räther, Dreher, Gießen, Bahnhofstr. 27. 7. Johannes Heß XXIV., Bürgermeister, Leihgestern. 8. Friedrich Stumpf VI., Maurer, Burkhardsfelden. 9. Heinrich Ehelmüller, Maurer, Rödgen. 10. Ludwig SUö», Arbeiter, Treis a. d. Lda. 11. Louis Deibel III., Zimmermann, Staufenberg. 12. Ludwig Stumpf, Pflasterer, Albach. „So. nun ist eS gut", mahnte Leh. „Jetzt schlafen Sie. Die Depesche wird besorgt. Lord halberen wünscht, daß ich die Rächt hier bleibe. Wenn da- Morphium zu wirken aufhört, rufen Sie mich. Ich schlafe nebenan." Der Flieget vernahm daS Letzte nur noch undeutlich. Die langbewimperten Lider deckten sich über die dunklen, sieberlichternden Augen. Dr. Ley nickte befriedigt und hielt Im Treppenhaus« Rosmarie an ihrem Seidenschal zurück, der wie Doldgeriesel über das ärmellose Kleid fiel. „Ist e« möglich, heute noch ein Telegramm besorgen zu lassen. Lady?" „Gewiß" „Eie haben die Güte, mir einen Domestiken zu rufen, der daS übernimmt?" „Ich besorge es selbst. Sie brauchen mir den Zettel nur zu geben." ®r legte ihr da« Papier in die Hand und neigte sich über ihre Finger. „Der junge Mann hat e« seht dringend gemacht." „ES wird prompt besorgt, lieber Doktor." Rosmarie ging an seiner Seite den breiten Korridor zurück und überflog die beiden Zeilen. „Und di« Adresse?" Gr schlug sich an den Kops. „Lady, ich werde alt." Sie blinzelte ibn schalkhaft von der Seite an. „Di« berühmte Vergeßlichkeit großer Männer." „Hm. Et hat Morphium bekommen und schläft. Was machen wir da?" „Vielleicht hat er Briefe bei sich, die Auskunft geben." „Das ginge, verehrte Lady. Fata! bleibt e« immer. Ich krame nicht gern in anderer Leute Taschen." „Ich helfe Ihnen, lieber Doktor." Sie sah, wie er aufatmete. „Da« sieht dann schon weniger diebsmäßig au«", scherzte er. „Seine Brieftasche liegt auf dem Rachitisch. Al« er wieder zutückkam. traten sie zusammen in den Wintergarten und nahmen auf einet der weißen Steinbänke Platz. Der Arzt legte den Inhalt des LederbehälterS in ihren Schoß und begann bi« einzelnen Briefschaften und Zettel einet Durchsicht zu untergeben. ES waten nicht allzu viele. .Ich glaube, ich hab'S". sagte er befriedigt und reichte ihr einen cngbeschtlebencn Dogen. ..Durchfliegen Sie da« einmal, Lady. Ich mache inzwischen einen Sprung zu Lord 6al- beton. In fünf Minuten bin ich zurück." Rosmarie benötigte beide Hände, da« Papier festzuhalten. Ihre Augen flimmerten, al« sie zu lesen begann: „Mein Lieber! Deine Anhänglichkeit, mich auch dieSmal auf meiner Polfahrt zu begle.tcn, rührt mich. Ich bin wegmüde. 9« ist da« letztemal, daß ich diese Reif« mache- On zwei Wochen geht eS von Wien nach dem Norden. Vielleicht kannst Du es ermöglichen, noch einige Tage mit mir auf österreichischem Boden zu verbringen. Du würbest mit einsamem Manne eine große Freude bereiten. Dein Dela Szengerhi." „Bela Szengerhi!" DaS Blut war ihr vom Hetzen nach den Wangen geschossen und ebbte nun wieder zurück. Sie hätte eS nicht für möglich gehalten, daß diese toten Buchstaben, die seine Schriftzüge aufwiesen, sie so zu erregen vermöchten. „Wegmüde ist er! Mit seinen zweiunddreißig Jahren und seiner Berühmtheit — weamüde." Dr. LeyS kahler Schädel tauchte hinter den Kakteen auf. „Was sagen Sie. Lady? Stimmt eS?" „Ohne allen Zweisel. Ich werde das Telegramm an die Adresse dieses Herrn abgeben lassen." Obre Stimme zitterte so wenig, daß der Arzt vollkommen darüber hinweg hörte. „Hnb dann kommen Sie bitte zu Lord Cal- beton hinüber. Wir wollen eine Partie Bridge .zusammen spielen. Gr ist ein bißchen nervös, well ihm der Pilot so unerwartet in den Abend fiel." RosmarieS Hände bebten leicht, als sie sich fünf Minuten später auf die Schulter de« greifen Manne« legten. Sie spielte mit solcher Unaufmerksamkeit, daß der Doktor sich schon um elf übt entrüstet zurückzog. Halberen lachte hinter ihm drein. „Du hast ihm die Laune versalzen, Mary. Er wird nicht schlafen können." Sie holte sich einen Brokatschemel und setzte sich zu seinen Füßen. „Ich habe dir ein Geständnis zu machen, Onkel." „Verliebt in den Piloten. Kind? Dlondheit, die liegt dir wohl im Blute." Sie sah nachdenklich zu ihm auf. Als sie zu sprechen begann, lauschte er weit vorgebeugt. Sie verbesserte sich, ließ Pausen einfallen und wiederholte, was ihm nicht verständlich schien. .Mary, du hast eine Phantasie, die einem Romancier Ehre machen würde. Aber eS geht nicht." Mitleidig fuhren seine Hände über ihr seiden knisternde« Haar und hielten bann ihre kalten Finger an die Brust gedrückt, damit sich deren Zittern verlieren sollte. .Warum soll e« nicht gehen, Onkel Calderon?" Run mußte sie sogar weinen, toeinen um den Mann, für den sie gar nicht« mehr fühlte und Immer und ewig tot fein wollte. .Kind, wenn e« nach Afrika ginge, würde ich tagen; TuS! Versuch e« wenigsten«! Vielleicht glückt c«. Aber nach dem Pol? Das mußt du Dir au« dem Kopf schlagen, Mary, weil es zwecklos ist." hilfsfchöffen für da» Schöffengericht. 1. Friedrich Jung, Kaufmann, Gießen, Dalltor» ftraße 10. 2. Theodor Rühl, Krankenkastenangestellter, Gießen, Sm Kugelberg 10. 3. Theodor Sturm, Kraftfahrer, Gießen, Neu- ftabt 57. 4. Friedrich Nachtigall, Schlostermeister, Gießen, Gnauthstraße 4. 5. Albert Benner, Geschäftsführer, Gießen, Friedensstraße 30. 6. Johannes hinterkircher. Unterfeldwebel, Gießen, Neue Kaserne. 7. Sophie Maier geb. Bogt, Gießen, Licher Straße Nr. 105. 8. Georg Mohr, Oberbauinfpdtor, Gießen, Bergstraße 1. 9. Christoph Stephan IX. Maurer, Großen Buseck. 10. Karl Keßler, Töpfer. Wieseck, Möserstraße. 11. Wilhelm Dingel, Landwirt. Mainzlar. 12. Heinrich Walther V., Bahnarbeiter, Daubringen. 13. Friedrich Karl Döring, Maurer, Bersrod. 14. Heinrich Burger V., Bahnarbeiter. Watzenborn- Steinberg, Wilhelmstraße 17. 15. Ludwig «Held V., Sattler, Großen-Buseck. 16. Ludwig Röster, Bahnarbeiter, Wieseck, Neuerwrg. Oderheffeu. Landkreis Gienen. 00 Klein-Linden, 1. Roo. Dieser Tage wurde in unserem Dorf eine Sammlung von Feldfrüchten aller Art vorgenommen. Rund 25 Zentner Obst und 5 Zentner Gemüse konnten gestern den Anstalten In Nieder Ramstadt zugefandt werden. ch Lang-Gon», 1. Nov. Auf Beranlafiung unsere» Ortegciltlichen, Pfarrer Wahl, wurde In unserer Gemeinde eine Sammlung von Ob st, Kartoffeln und Gemüse zum Belten der christlichen fiiebesanftalten in Nieder-Ramstadt durch- geführt. Die Sammlung übertraf alle Erwartungen. Am Donnerstag ließ die Nieder-Ramftädter Anstalt»- leitung In einem großen Lastauto die gesammelten Früchte abholen. G Holzheim. 1. Roo. In diesen Tagen konnte bet Alt-Veteran, Maurermeister Johann Georg Merz im Kreise seiner Familie seinen 8 4.Geburtstag begehen. Der Greis ist noch sehr rüstig. Gr machte den Krieg 1870 71 — ebenso wie der andere, hier noch lebende 82iäh- rlge Altveteran Flurschütz i. R Konr. Jung XIII. — im 2. Hess. Inf.-Regt, jnit, in dem beide aktiv waren. * Großen-Buseck, 2. Rov. Zu dem Bericht über die Einweihung des Ehrenmal« für unsere Gefallenen ist berichtigend nachzutragen, daß für die Israelitische RellgionSgemelnde nicht Provinzialrabbiner Dr.Sander, sondern Provinzialrabbiner Dr. H i r s ch f e l d die Ansprache hielt. »k. Reiskirchen, l.Nov. Am Freitag wurde unter großer Anteilnahme die ä l t e st e E i n w o h. n e r i n unsere» Dorfe», Frau Amalia Diehl Wwe, au Grabe getragen. Die Verstorbene hatte ein Alter von 88 Jahren erreicht. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 4. Tlovcmber. 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplattee 10.20 bl« 10.50: Prc i au« dem neuen DolkSllederbuch für die Jugend, vorgetragen von Stubienrätln Cilla Gei« und Kapellmeister Han« RoSbaud. 11.45: Werbevortrag (nur für Kassel): „3ft Kaffee schädlich?", Betrachtungen über Forschungsergebnisse. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15 bi« 16: Stunde bet Jugend. 17.05: Rachmittagskonzert de« Rundfunkorchef.er«. 18.40: ,L«oer Parteien, Gruppen und Konfessionen. Born Sinn und Unhnn bet Rcutralität", Vortrag von Dr. Georg Schmitt. 19.05: ^GulogiuS Schneider. Ein Schicksal aus bet französischen Revolution", Vortrag von Hermann Wendel. 19.45: Unterhaltungskonzert Sie lehnte bas Gesicht gegen feine Kni« und versank in schweres Sinnen. .Würbest du mit helfen, Onkel, wenn ich durchaus wollte?" .Olein." Sie faß wieder schwelgend. Rach einer Weil« sagte sie ernst: .Ohne dich geht e« nicht. Ich brauche deine Hilfe zu notwendig." Unb wleber sprach sie lannfam und sehr dringlich auf ihn ein. Sr sog in tiefen Zügen den Atem in die Brust. .Schlafen toit Darüber. Mary. Wenn du morgen noch der gleichen Ansicht bist, reden wir weiter.- Sie brachte ihn bl« an die Türe seine« Zimmers, wo ihn bet Kammerdiener in Empsang nahm Er nahm den Kuß, mit dem sie ihm gute Rächt sagte, in seine Träume hinüber. JJ. M , e siegt im r-r-t Ta taWtnb I irit v\ i Sietaiafl Itn unb an die " nilflo 31 tet »ri tat Lost •±lug # wh fle Sah frdbd m bürg 13:- gtnommtr In bei nung ertc aen 05 m bet ®Mti ^ina 0 ® Mftn fr Tabelle : Puiflen i unb ßem Punkt tt 3n der liga ist o getreten. THeifterti unb baß zwilchen wirb. 2 vereine i klaren 6 Dainischa Ii e Eiegel lag E'^efchr zuver UinKa Wrvor saß > ytllsl der Jnfei effe hegt schon seit langem den solchen Expedition teilnehmen au können. Vielleicht würde eine Empfehlung Ihrerseits ihm die Wege hierzu ebnen." .Gerne." _SS wäre sehr lieb von Ihnen? Calderon fühlte Rosmarie« Hände wie Blei auf seinen Schultern liegen. .Vielleicht schreiben Sie diesem Herrn Szengeryi — der Raine ist für eine englische Zunge kaum ausAusprechen — ein paar erklärende Zeilen. Mein Sekretär wird sie gerne niederschreiben, um Ihnen jede Anstrengung zu ersparen." Tordh nickte zustimmend. .In finanzieller Hinsicht, auch betreff« der Ausrüstung, stellt sich mein Reffe selbstverständlich aanz auf seine eigene Börse , warf Calbervn ein. RoSmarie lief eine verräterisch« Träne übet bi« Dangen. Am Rachmittag ging ein Eilbrief an Szengerhi ab. de« Inhalte«, daß Tordy bitte, einen Reffen de« Lord Calderon an seiner Stelle an der Expedition teilnehmen zu laffen. Ro«marie trug brennende Flecke auf den Wangen C« war da« erstemal, baß sie Dr. LeyS ärztliche Hilfe in Anspruch nahm. Er mußte ihr Brom zur Beruhigung geben. (Fortsetzung folgt) Wi Sc bi?'"? Der Pilot lag In einem bequemen Liegestuhl in dem großen Gartensaal, daS Gesicht mit Pflastern verklebt unb den rechten Arm In Gip« geschient. Die zerschlagenen Lippen heilten langsam. Da Ihn jedes Wort schmerzte, trugen der Lord unb Rosmarie für die Unterhaltung Sorae. .Mit der Polfahrt ist e« natürlich Schluß " Calderon ließ die Augen nach den Fächern gehen, die die Palmen wie kokette Arme ausgestreckt hielten. .Aber wenn Sie einen Ersatz stellen müssen ober auch nur bürfen, hätte ich eine Bitte an Sie." Der Pilot wandte da« verklebte Gesicht nach ihm hin und fragte mit den Augen. Lord Calderon suchte wiederum In dem Fächer- "s,n. «< ' 8|*, H **. «kh,, '■ ®i[6>n, Sb,. MftS* ?mjlQr, 8,1 ^^aubringen. - Lersrod. er- ®a6enbom. &en«*öu|erf. Neuerweg, tl. 'J; N*r Tage mwiun8 oon iS Mn M Jetanlafiunj D°hl, wurde i$ ung von Obft jum Besten der er-Rainstadt durch, alle Erwartungen, amslädter Anstasts- 6 bie gesammelten 3n dichn Tagen 'mneister Johann -1 Familie leinen £ Drei- ist noch RtiM 18Z0/Z1 - xh lebende 82jah- Äonr.3ungXIII, n dm beide aktiv d. Zu dm Bericht s ThrenmaiS btigend nrchzutra- ReligionSgmeinde Lander, sondern chseld die An- 21m Freitag wurde iteste Einwoh. nalia Diehl Man., erstorbene hatte ein ramm. n btt. glatten. 10.20 ■n UDlWiebttbuü ion Studienrätin hanL AvSbaud. ,2st Rasier FveschmMgeb' rt. 15.15 M 16: MittagLkonzertdeS 'n Parteien, Trup- inn und Unlinn der fr, Georg Schmitt, in Schicksal aus der rtrag von Hemaim STfeiittÄnirüni .Würdest du mit aS wollte?" Nach einer Deile geht es nicht-Och “rMg.“ Und wieder Lern m die W Drnn du morgen htÄber. äBIS 8 Sn Dipi P , trugen der » • ^ ^ad stelle" einen M^Atir hätte 1- w 4» ”* sjäs ßU ebnen. auf feinen ^tfn Sie die^Ache »rHfS . aU4 yäiS ■!»„; $» °L i« SJ.Jpori bekennen. Die die 1. Schüler Hubertusjagd w. Wirtschaft es in seine Freude die meine war. Die Nähe in die bunteste Pracht, I. Schülermannschaft spielte gegen von Wieseck unentschieden 1:1. Im Schwimm -Klubkampf besiegte Göp pingen 04 Sparta Ulm mit 6:0 Punkten . Fortuna Düsseldorf, der westdeutsche Fußballmeister, wurde im Freundscha'tsspiel vom Meidericher Spielverein mit 4:3 (1:0) geschlagen. lende Reiter eine künstliche Witterung für die Hunde mit. So ist aus der Jagd zu Pferde allmählich eine rein reiterliche Angelegenheit geworden. Und es mag bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen werden, daß der Reitsport — wenn man das Reiten schon so nennen will, um es irgendwie zu klassifizieren — dem Teilnehmer kaum höhere Kosten aufbürdet, als ein anderer Sport. Denn der Tennis- oder Fußballspieler, der Leichtathlet oder Turner bedarf auch besonderer Kleidung, und seine Beteiligung an Wettkämpfen, die doch oft an auswärtigen Orten stattfinden, verursacht auch gewisse Kosten. Die bescheidene Form des Iagdrennsports, wie sie jetzt in Deutschland fast allgemein üblich ist, wurde vornehmlich durch den General von Rosenberg eingeführt, der das freie, weder Pferd noch Reiter schonende und beide trainierende Reiten als unumgänglich und notwendig erklärte. Ihm danken es heute zahllose Reiter, wenn sie nach des Alltags Mühe und Last, einmal vergessend die Rot und Bedrängnis der deutschen Tage, auf dem schwebenden Rücken des Pferdes über die Wiese und unter dem herbstlichen Blätterdach des Waldes dahinfliegen, mehr oder weniger schwere Kiesgruben durchklettern und die natürlichen öder künstlichen Hindernisse im Sprung nehmen können. Dann erkennen sie selbst erst, ob sie „reiten" oder ob sie nur „auf dem Pferd sitzen" können. Und wenn sie sich selber ein- sehen und vor nichts zurückschrecken, dann erleben sie die Wahrheit des alten Kavalleristenspruchs: „Das Paradies der Erde, liegt auf dem Rücken der Pferdei" So mögen hier am Schluß die Worte stehen, die mir ein begeisterter Reit- .freund geschrieben hat: zwischen den Platzherren und dem SB. 98 einem 2:2°Spiel zur Punkteteilung. Siegel (Postsportverein) Titelverteidiger Hellas (Magdeburg) knapp mit 4:3 (3:2) über Bayern07 Nürnberg gewonnen. Tilden-Gastspiel in Berlin. Rajuch-Rühlein schlagen Tilden-5)unler. Die Wettspiele der Tilben-Tennis-Company in der Berliner Tennishalle hatten eine große Zu- schauerinenge angelockt. Trotz des Sechstagerennens war die Halle fast bis auf den letzten Platz gefüllt und nahezu 3500 Zuschauer verfolgten interessiert die Wettkampfe unter den Tiefstrahlern. Der Höhepunkt der Veranstaltung war der kaum erwartete Sieg des deutschen Paares Najuch- N ü ß l e i n im Doppel über Tilden-Hunter mit 6:0, 6:3. Wenn auch beide Amerikaner stark abgekämpft waren, so überraschte auf der anderen Seite die Frische und Angriffslust der beiden Deutschen, geblieben. Die Mainzer lieferten gegen Lorsch allerdings nur ein sehr mäßiges Spiel, das sie Inapp 2:1 für sich entschieden. Wiesbaden schlug Dalldorf 4:0 (0:0) und in Urberach tarn die in wenigen Minuten und ohne Spielverlust den ersten Satz an sich gerissen hatten. Ermuntert durch diesen großen Erfolg gaben Naiuch-Nüßlein auch im zweiten Satz die Führung nicht ab und blieben unter großem 9ubel der Zuschauer siegreich. Kurze Sportnotizen. Reue deutsche Schwimmrekorde gab es auf dem Schwimmfest von Hellas Magdeburg. Deiters (Köln) verbesserte den Rekord im 400- Meter-Crawlschwimmen auf 5:04 Minuten und Wittenberg (Berlin) drückte den 100-Meter- Rekord von Erich Rademacher im 100-Meter- Brustschwimmen auf 1:14,4 Minuten. Fußöall der Gießener Mannschaften. Die 1. Mannschaft des V f D. konnte gestern das Spiel gegen FC. Ockershausen auf eigenem Platze siegreich beenden. Mit 4:2 Toren gaben sie den Gästen das Rachsehen (Halbzeit 1:1). Das Ergebnis konnte sehr wohl höher lauten, wenn nicht einige zwingende Torchancen unausaenüht gelassen worden wären. Die 2. Mannschaft spielte „Der Herbst hat mir einen Tag geschenkt, den schönsten im ganzen Jahr. Sein strahlender Rausch hat mein Pferd gelenkt, die Ferne in Duft gekleidet: blauseidener Himmel sah die Jagd von Glanz und Glück begleitet. Flaumige Wolken steigen herauf, es ziehen silberne Strahlen: langsam sinket der Sonne Lauf, fängt an, sie rot zu malen. Und als die Jagd zu Ende ging, sah ich den Himmel brennen. Mein Herz von seinem Feuer fing, wird keine Kälte kennen." * Buderus'sche Eisenwerke Wetzlar. Von der Verwaltung der Buderus'schen Eisenwerke in Wetzlar wird un« mitgeteilt: Infolge des jahres- zeitlichen Rückganges in der Nachfrage nach den Erzeugnissen der M a i n - W e s e r - H ü 11 e in Lollar haben sich die Buderus'schen Eisenwerke veranlaßt gesehen, bei der zuständigen Regierungsstelle die Entlassung von 400 Arbeitern dieses Werkes zum 28. November anzuzelaen. Es handelt sich um eine Maßnahme, wie sie auch in früheren Jahren aus dem gleichen Grunde durchgeführt werden mußte. ' Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 28. Oktober berechnete Indexziffer der Großhandelspreise hat Allherbstlich am St. Hubertustag wird als letzte der Jagden die Hubertusjagd geritten. Sie ist zugleich Höhepunkt und Ausklang der vorhergegangenen schönen Wochen für die Reiter. Das Iagdreiten hat sich aus den Hetzjagden des Mittelalters entwickelt, wie sie besonders im Herrenstand Frankreichs und Englands üblich waren. Dazu bedurfte es großer, ausgedehnter Reviere und guter Schulung von Iagdpersonal, Pferden und Hunden. Als um das Jahr 1200 in Frankreich sich die Parforcejagd auszubilden begann, wurde ein ausgewählter Hirsch oder Fuchs usw. von den Hunden solange gehetzt und von den berittenen Jägern verfolgt, bis er sich den Hunden stellte. Aus diesem Reiten auf der Jagd wurde allmählich ein Iagdreiten, d. h. das Reiten hinter den Hunden wurde mehr und mehr zu einer reiterlichen Uebung. Wohl behielt man auch weiterhin Die feudalen Formen des Iagdsports bei, aber das Schwergewicht für den Iagdherrn und die Jagdgesellschaft, die den berittenen, die Meute führenden Jägern folgte, verlegte sich immer mehr auf die Seite des Reitsports. Im Lause der Zeit steigerte sich der Aufwand für die Parforcejagden außerordentlich: im Mittelalter hatte man sich mit einem Dutzend Hunde begnügt, um die Mitte des 18. Jahrhunderts verlangte man hundert. Die Parforcejagd in England hat sich mangels der Bor- aussehungen nicht so entwickeln können, wie auf dem Festland. Man hatte dort immer mehr Sinn für das ganz ungebundene Geländereiten, für das Einsetzen der Persönlichkeit, für das Sin- stehen mit dem Vermögen, für den Rekord. Unter diesem Gesichtspunkt wurden auch die englischen Fuchsjagden seit dem 18. Jahrhundert geritten. Der übertriebene höfische Prunk der Jagden, wie er vornehmlich am französischen Hof in Uebung war, ging auf dem Festland infolge der politischen und sozialen Entwicklung auf ein vernünftiges Maß zurück. Aber da auch in neuerer Zeit nur ganz wenige sich den Luxus eines Iagdstalles mit all feinem Zubehör leisten konnten, andererseits der Kreis der Reitsport Treibenden immer größer wurde, suchte man nach einem Ersatz, bei dem freilich von der Jagd nur noch ein Symbol übrig blieb. Bei den meisten Iagdreiten liegt der Ton lediglich auf dem Reiten. Ein mit Vorsprung entlassener Iagdteil- nehmer spielt heute die Rolle des Fuchses, die bei der „Hubertusjagd" durch einen an der Schulter befestigten Fuchsschwanz versinnbildlicht wird. Dort, wo man auch heute noch Hundemeuten zur Verfügung hat, führt der den Fuchs spie- Zreundlichere Stimmung in Berlin. Berlin, 2. Nov. (WTB. Funkspruch.) Eine hoffnungsvollere Beurteilung der politischen Lage und die Meldungen über zu erwartende Re para» tionsveryandlungen mit Frankreich hatten schon gegen Schluß des Samstagfreiverkehrs mehrprozentige Erholungen zur Folge. Diese freundlichere Stimmung übertrug sich auch auf die neue Woche. Es traten bei etwas größeren Umsätzen sogar weitere 2- bis Zprozentige K u r s - besferungen ein. Die Fragen, ob Zwangskon- vertierung oder nicht, Moratorium zur am 1. Januar 1932 fälligen Aufwertung oder nicht, die Zweifel, ob die Prüfungen bei Schultheis noch neue Ucber- raschungen bringen werden, oder wann die Börse wieder eröffnet wird, alle diese Sorgen sind im Moment zurückgetreten. Das ganze Interesse konzentriert sich auf die Rückkehr Lavals und auf die Verhandlungen, die nunmehr heute von Paris aus eingeleitet werden sollen. Es lagen bei den Banken angeblich einige Kauforders vor, in der Hauptsache handelt es sich bei den heute getätigten Abschlüssen aber doch wohl nur um Deckungen der Spekulation, denn es ist nicht recht ersichtlich, welche Kreise heute gekauft haben sollen. Es wurden sicherlich am Ultimo auch einige Anlagekäufe getätigt, aber das Gros der K a p i t a l f l ü ch t i g e n hat doch wohl sein Geld in Reichsbahnanleihen angelegt, so daß für Effektenkäufe nicht allzu viel übrig geblieben sein dürfte. Das Interesse für Montanpapiere beruhte ebenfalls hauptsächlich wohl auf Intervention, die Kurserholungen waren jedoch hierbei recht beträchtlich und betrugen verschiedentlich bis zu 3 v H. Auch sonst waren Besserungen in diesem Ausmaße keine Seltenheit. Eine bevorzugte Stellung nahmen Siemens und Salzdetfurth ein, während Reichsbankanteile relativ schwache Veranlagung hatten. Am Pfandbriefmarkt roar, das Geschäft ziemlich ruhig, die Kurse konnten sich etwa auf letzter Basis behaupten. Rcichsschuldbutyforderungen waren Im Einklang mit höheren Amsterdamer Notierungen bis zu 1 Prozent fester und hatten einige Nachfrage zu verzeichnen. fiegf im Zwei-Stunden-Bahnlaufen. Auf dem Llniversitätssportplah wurde gestern 2um ersten Male ein Zwei-Stunden-Bahnlaufen durchgesührt. Die Spielvereinigung 19 0 0 Hatte es unternommen, die Veranstaltung auszulichten. Sechs Läufer waren am Start. Für 1900 liefen Gerhardt und Schaaf. Jäckel, SC. .Saar" Saarbrücken, Siegel vom Postsportver-